In-vitro-Maturation porciner Oozyten auf Feederlayer ... - Dragon IVF

dragon.ivf.com

In-vitro-Maturation porciner Oozyten auf Feederlayer ... - Dragon IVF

Versuche wäre also, den Antikörper gegen Inhibin an ein neutrales Trägerprotein zu

koppeln.

In einem einem weitereren Versuchsansatz wurde der Einfluß von Feederlayern auf die

In-vitro-Maturation der Schweineoozyten im Keimbläschen-Stadium überprüft. Ein

gravierender Unterschied in der In-vitro-Maturation von Schweineoozyten zu der

anderer Säugetieren ist die Notwendigkeit der langen Verweildauer der Oozyten im

Maturationsmedium. Die Maturationsphase von Oozyten des Schweines ist mit 44-48h

zweimal länger als die von Wiederkäuern und dreimal länger als die von Nagetieren

(MOTLIK et al., 1986).

MATTIOLI (1994) vermutet, daß während dieser lang andauernden Kulturphase eine

Erschöpfung der Nährstoffe im Medium und eine Anreicherung mit toxischen

Stoffwechselprodukten der kultivierten Zellen stattfindet. Er vermutet weiterhin, daß

die unreifen Oozyten des Schweines nicht ausreichend „Maturation promoting factor“

(MPF) akkumuliert haben und so eine Brechung der nuklearen Membran zur

Vorkernbildung nur schwer stattfinden kann.

Die unreife Oozyte des Schweines benötigt zur Maturation beispielsweise bestimmte

Lipide (HOMA et al., 1986). Fette übernehmen nicht nur bei der Ernährung der Zellen

wichtige Funktionen, sondern haben auch einen potentiellen Effekt bei Zell-Zell

Interaktionen, sowie die Erhaltung physikalischer Eigenschaften und Funktionen

biologischer Membranen (STUBBS & SMITH, 1984).

Die dargestellten Probleme der besonderen Ansprüche von Schweineoozyten sollten in

den vorliegenden Versuchen durch den Einsatz zweier Feederlayertypen, nämlich

Eileiter- und BRL-Feederlayer gelöst werden. Sie sollten ein Nährstoffspektrum liefern,

das den Oozyten sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Weise gerecht wird.

Feederlayer aus Eileiterzellen sezernieren Hyaluronsäure (MIYANO et al., 1994), die

sich nach Untersuchungen von ARCHIBONG et al. (1989) günstig auf die Entwicklung

von Schweinezygoten bis zur Blastozyste erwiesen hat. GANDOLFI (1994) weist darauf

hin, daß in der Eileiterflüssigkeit identifizierbare Mengen an „Epidermal-growth factor“

(EGF) vorgefunden werden, der dem Epithel entstammt. Weiterhin werden Glycin und

Taurin, die am meisten im Ovidukt vorkommenden freien Aminosäuren, sezerniert. Sie

agieren als Osmolyte und schützen die Embryonen vor osmotischem Streß, indem sie die

H + -Konzentrationen konstant halten.

Zwar läßt sich in vitro eine gute Kumulusexpansion erzeugen, die auf eine

abgeschlossene Kern- und Zytoplasmareifung hindeutet (MOTLIK et al., 1986), doch

treten schlechte Befruchtungsraten mit hohen Polyspermieraten auf. Bei erfolgter

91

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine