Flyer zum download - AWO Psychiatriezentrum
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Dialektisch-Behaviorale Psychotherapie<br />
der Borderline-Persönlichkeitsstörung<br />
(DBT)<br />
Info-Telefon: 05353 – 90 2070 (Haus 7)<br />
Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,<br />
vielleicht kennen Sie bei sich einige der im Folgenden aufgezählten Beschwerden und Verhaltensweisen:<br />
• ausgeprägte Stimmungsschwankungen und Schwierigkeiten im Umgang mit negativen Gefühlen wie Wut<br />
und Ärger, Angst oder Depression<br />
• Schwierigkeiten bei der Bewältigung von inneren Spannungszuständen<br />
• das Auftreten von Gefühlen der inneren Leere oder des Gefühls, „sich nicht spüren zu können“<br />
• eine Neigung zu selbstschädigendem Verhalten, z. B. sich selbst zu verletzen, zu betäuben, sich lebensgefährlichen<br />
Risiken auszusetzen oder immer wieder an Selbstmord zu denken<br />
• Schwierigkeiten, stabile oder zufrieden stellende Beziehungen über einen längeren Zeitraum aufrecht zu<br />
halten<br />
• Angst vor Trennungen und dem dauernden Gefühl, allein zu sein<br />
Möglicherweise waren Sie schon wegen Depressionen, Angstzuständen, Problemen mit Alkohol und Drogen oder<br />
wegen Essstörungen in wiederholter ambulanter oder auch in stationärer Behandlung.<br />
Vielleicht wurde Ihnen bereits durch Ihre Ärzte und Psychologen erklärt, dass Sie an einer „Borderline-Persönlichkeitsstörung“<br />
leiden. Vielleicht haben Sie sich auch selber Informationen zu diesem Thema über Bücher oder<br />
das Internet geholt.<br />
Am <strong>AWO</strong> <strong>Psychiatriezentrum</strong> Königslutter bietet das Haus 7, eine offen geführte Abteilung der Klinik für Sozialpsychiatrie<br />
und Psychotherapie, eine stationäre störungsspezifische Behandlung für Patientinnen und Patienten mit<br />
Borderline-Persönlichkeitsstörung oder nahe verwandten Krankheitsbildern an. Wir arbeiten dabei gemäß der<br />
Konzeption der Dialektisch-Behavioralen Psychotherapie nach Marsha Linehan (DBT). Das Verfahren wurde<br />
speziell für diese Patientengruppen entwickelt. Die hohe Wirksamkeit der Methode konnte weltweit in wiederholten<br />
Studien belegt werden.<br />
Der Begriff „Behavioral“ bedeutet, dass wir unsere Arbeit nach den Grundregeln der Verhaltenstherapie gestalten.<br />
„Dialektisch“ bedeutet, dass nicht nur die Problembereiche, sondern auch die Stärken der Patientinnen und<br />
Patienten gesehen werden. Das therapeutische Team achtet darauf, Einfühlungsvermögen und Zielstrebigkeit in<br />
der Therapie zu vereinen.<br />
Die Methode kombiniert Einzel- und Gruppentherapie und wird durch alle Stationsmitarbeiter getragen. Zentrale<br />
Grundlagen für die gemeinsame Arbeit sind beim Patienten Eigenmotivation sowie die Bereitschaft zur aktiven<br />
Mitarbeit.
Die Therapieinhalte, welche wir mit unseren Patienten individuell ausarbeiten, haben die Verbesserung der Lebensqualität<br />
und Alltagsfähigkeit <strong>zum</strong> Ziel. Dabei gilt die Regel: Das Gefährliche muss zuerst bearbeitet werden<br />
(wie z. B. Suizidalität, Selbstverletzungen oder auch Fremdaggressivität).<br />
Wir verstehen unser Behandlungsangebot als „Crashkurs“, der die Patienten in die Lage versetzen soll, eine ambulante<br />
Therapie zu beginnen oder wieder aufzunehmen.<br />
Unsere Station<br />
Das Behandlungsteam in Haus 7 besteht zur Zeit aus einem Oberarzt und einem Stationsarzt, einer Diplom-Psychologin,<br />
einer Körpertherapeutin, einer Sozialpädagogin, einer Ergotherapeutin sowie 9 Krankenschwestern, welche<br />
regelmäßig cotherapeutische Aufgaben übernehmen. Das gesamte Stationsteam hat gemeinsam eine DBTspezifische<br />
Zusatzausbildung über ein von Marsha Linehan autorisiertes Lehrinstitut (Arbeitsgemeinschaft für wissenschaftliche<br />
Psychotherapie Berlin) absolviert und befindet sich dort in regelmäßiger Supervision.<br />
Die Abteilung umfasst insgesamt 18 Betten (8 Doppel- und 2 Einzelzimmer). Maximal 10 Behandlungsplätze sind<br />
für DBT-Patienten vorgesehen. Die übrigen Betten werden an Patienten mit anderen psychiatrischen Störungsbildern<br />
vergeben.<br />
Die Dauer der Behandlung<br />
Die reguläre Behandlungszeit für DBT-Patienten beträgt 12 Wochen und beginnt mit der Unterzeichnung eines Behandlungsvertrages.<br />
Die Therapieelemente im Einzelnen<br />
Gruppentherapie:<br />
• Basisgruppe zur Vermittlung medizinischer und psychologischer Informationen über die Erkrankung<br />
(1x1 Stunde pro Woche)<br />
• Fertigkeiten- (Skills-) Training (1x2 Stunden pro Woche)<br />
• Achtsamkeitsgruppe (2x30 Minuten pro Woche)<br />
• Körpertherapie (1x1 Stunde pro Woche)<br />
• Imaginationsgruppe (2x30 Minuten pro Woche)<br />
• Fünf-Sinne-Gruppe (1x1 Stunde pro Woche)<br />
• Bezugsgruppe der Patienten ohne Beisein des therapeutischen Teams (2x30 Minuten pro Woche)<br />
Alle DBT-spezifischen Gruppen werden offen geführt, so dass stets neue Patienten aufgenommen werden können.<br />
Die Teilnahme ist verpflichtend.<br />
Einzeltherapie<br />
Die Einzelpsychotherapie findet mit den ärztlichen oder psychologischen Therapeuten 2x pro Woche statt. In<br />
schwierigen Phasen kann die Anzahl der Termine vorübergehend erhöht werden. Die Schwestern führen im Rahmen<br />
eines Bezugspflegesystems ebenfalls regelmäßige Gespräche und unterstützen die Patienten bei der Umsetzung<br />
der aktuell sinnvollen Therapieschritte.<br />
Aufnahmemodus und Vorbedingungen<br />
Die Aufnahme der Patienten, welche die Volljährigkeit erreicht haben müssen, erfolgt durch die Überweisung von<br />
niedergelassenen Allgemeinärzten, Nervenärzten oder Psychotherapeuten, psychiatrischen Kliniken, Krankenhäusern<br />
anderer Fachgebiete sowie hausintern als Verlegung aus dem Aufnahmebereich. Betroffene können auch den<br />
direkten Kontakt zu uns suchen. In jedem Fall führen wir im Vorfeld einer Auf- bzw. Übernahme ein persönliches<br />
Vorgespräch.<br />
Anschrift:<br />
<strong>AWO</strong> <strong>Psychiatriezentrum</strong>, Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie,<br />
Vor dem Kaiserdom 10, 38154 Königslutter, Tel. (05353) 90-0<br />
Verantwortlich für den Inhalt: Dr. Rainer Jung (10-2007)