Vortrag BAG WfbM 2013 - Werkstätten:Messe

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Vortrag BAG WfbM 2013 - Werkstätten:Messe

Mit 66 Jahren – Graue

Panther oder altes Eisen?

Heike Bücheler, Dipl.-Päd.

Heike.buecheler@t-online.de

BAG WfbM, Nürnberg 2013


Über den Umgang mit alten

Menschen mit geistiger

Behinderung


Inhalt

1. Sichtweisen des Alters

2. Alterstheorien

3. Age-Management

Angebote für ältere Menschen

4. Resümé und Ausblick


Inhalt

1. Sichtweisen des Alters


Definition

Altern

lebensumspannender Prozess,

der individuell verläuft, und

durch lebenslange Einflüsse geprägt

wird.


Altern

ist abhängig von

- körperlichen

- seelischen Faktoren

- gesellschaftlichen


Definition

kalendarisch

biologisch

Alter

psychologisch

gesellschaftlich

(sozio-kulturell)

entwicklungspsychologisch


Inhalt

1. Sichtweisen des Alters

2. Alterstheorien


Defizitmodell

- Wann gelten wir in unserer

Gesellschaft als alt?

- Welche Werte herrschen in unserer

Gesellschaft vor?

- Was assoziieren wir mit „Alt-Sein“?


Defizitmodell

Vorurteile älteren MitarbeiterInnen

gegenüber

- krankheitsanfällig

- unmotiviert

- desinteressiert


- langsam

- unproduktiv

- bildungsresistent

- unflexibel


Intelligenz

Biologische Intelligenz:

- Leistungsfähigkeit des Gehirns

Psychometrische Intelligenz

- IQ-Tests

- flüssige und kristallisierte Intelligenz


Lernen aus

neurophysiologischer Sicht


Heike Bücheler BAG WfbM 2013

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Flüssige (fluide) Intelligenz

Nimmt im Alter ab:

- Gedächtnis, Merkfähigkeit

- geistige Wendigkeit,

Umstellungsfähigkeit


- abstrakt-logisches Denken

- psychomotorische Geschwindigkeit

- Kombinationsfähigkeit


Kristallisierte (cristallized)

Intelligenz

- Wissensumfang

- praktische Urteilsfähigkeit

- sprachliche Kenntnisse


- Aufmerksamkeitsfähigkeit

- Konzentration

- planende Phantasie u. a.


Kritik

- veraltetes Modell, durch etliche

Untersuchungen widerlegt

- Intelligenzbegriff liegt zu Grunde


Intelligenz

Sozio-kulturelle Intelligenz

- sich mit sozialen Problemen und

Gegebenheiten rational

auseinandersetzen können

- Sachkompetenz erwerben


Kritik

- individuelle Sicht fehlt;

Differenztheorie nach Thomae/Lehr

(1970)

- systemische Sicht fehlt; so werden z.

B. Umfeldbedingungen nicht

bedacht


Alter und Demenz

- Untersuchung 1999

- An Demenz erkrankte Personen:

2 – 3 % der 65-Jährigen

5 % der 70-Jährigen


10 % der 75-Jährigen

20 - 24 % der 80- bis 90-Jährigen

30 % der über 90-Jährigen


An Demenz vom Alzheimer-Typ

erkrankte Personen mit Down-Syndrom:

10 % der 40- bis 50-Jährigen

35 % der 50- bis 60-Jährigen

75 % der über 65-Jährigen


Inhalt

1. Sichtweisen des Alters

2. Alterstheorien

3. Age-Management

Angebote für ältere Menschen


Salutogenese

Zusammenhang von Lebensqualität +

Gesundheit

- Einheit von Körper, Seele und Geist

- objektive + subjektive Belastungen +

persönliche Bewältigungsstrategien

werden bedacht


Resilienz

- Innere Widerstandskraft

- Strategien, um mit widrigen

Verhältnissen umzugehen

- Umfeldbedingungen, die förderlich

sind


Definition der WHO (1974)

Gesundheit ist ein Zustand

vollkommenen körperlichen, geistigen

und sozialen Wohlbefindens und nicht

allein das Fehlen von Krankheit und

Gebrechen.


Prävention

- Gesunde Ernährung

- Bewegung

- Psychohygiene


- Soziale Netzwerke u. a.

- Qualifikation, Weiterbildung und

lebensbegleitendes Lernen


Prävention

Verantwortung der Einrichtung

- Betriebliche Gesundheitsförderung

- Arbeitsgestaltung

- Arbeitsfähigkeitsindex (WAI)


WAI

- In den 80er Jahren vom finnischen

Arbeitsinstitut für Arbeitsmedizin

entwickelt

- beteiligtenorientiert


WAI

Erfragt werden

- psychische + physische

Anforderungen am Arbeitsplatz

- eigener Gesundheitszustand

- eigene Leistungsreserven


Grundsätzliche Faktoren

die das Wohlbefinden am Arbeitsplatz

fördern und die psychische Gesundheit

verbessern:

- ausreichende Entscheidungs- und

Handlungsspielräume

- Unterstützung durch KollegInnen und

Vorgesetzte


Grundsätzliche Faktoren

- Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten

- Vielfalt und Abwechslung der

Anforderungen

- Ganzheitlichkeit und Vollständigkeit

der Arbeitsaufgaben

- Anerkennung


Grundsätzliche Faktoren

- Transparenz betrieblicher

Entscheidungen

- klare Zielvorgaben

- anforderungsgerechte Aufgaben

- Arbeitsplatzsicherheit


-

Arbeitsorganisation +

Arbeitsgestaltung

Befriedigende Arbeitsaufgabe,

Arbeitszufriedenheit, Arbeitsmotivation

durch größtmögliche Autonomie bei der

Wahl von

- der eigenen Arbeitsweise


Arbeitsorganisation +

Arbeitsgestaltung

- der Arbeitsmittel

- der Pausenzeiten

- der Arbeitszeit


Arbeitsorganisation +

Arbeitsgestaltung

- der Arbeitsgeschwindigkeit

- der Arbeitsplanung


Lernen im Alter

- sinnvolles Lernen

- oft fehlt die Lerntechnik

- Zeit

- mehr Wiederholungen


- schlechte Lernleistungen sind oft ein

Zeichen von Unsicherheit

- übersichtliche Gliederung

- störfreie Umgebung schaffen


- Begabung

- Gesundheitszustand

- motivationale Faktoren


Kompetenz

Fähigkeiten

Fertigkeiten, Wissen

Ressourcen

für bestimmte

Lebensbereiche

oder Lebensphasen


Aufgaben von Seniorenbildung

• Stärkung vorhandener Fähigkeiten

und Fertigkeiten

• Entwicklung neuer Strategien zur

Bewältigung der aktuellen

Lebenssituation

• Bewältigung von Freizeit


• Förderung der Auseinandersetzung

mit der aktuellen Lebenssituation

• Aktivierung vorhandener Potentiale

• Weckung von Interesse


• Eröffnung neuer Betätigungsfelder

• Erschließung neuer

Aufgabengebiete

• Integrationsmöglichkeiten


Inhalt

1. Sichtweisen des Alters

2. Alterstheorien

3. Age-Management

Angebote für ältere Menschen

4. Resümé und Ausblick


Verantwortung

Persönlich

- Prävention

- für Veränderungen eintreten

- Alter akzeptieren


Verantwortung

Institutionen/Betriebe

- Arbeitsorganisation

- Arbeitszeitmodelle

- Innerbetrieblicher Umgang


Gesellschaftlich

Verantwortung

- gesetzliche und tarifliche

Neuregelungen

- Partizipation

- Inklusion


Auswirkungen für WfbMs

- Einrichtungen müssen sich auf die

Leistungsfähigkeit ihrer

MitarbeiterInnen verlassen

- neue Qualität der Arbeit muss

entwickelt werden

- menschengerechte Arbeitsplätze


Beispiel CWA

- Sportangebot für SeniorInnen

- Angebot „Gesunde Ernährung“

- Angebot „Ich bin dann mal weg“

Zukunftsplanung


Beispiel CWA

- Café Auszeit

- Ehemaligen-Stammtisch

- Individuelle Checkliste


Beispiel Caritas Werkstätten

Arnsberg

- Bildungsangebot für

MitarbeiterInnen und Angehörige

zum Thema Demenz


Alternde Menschen sind wie

Museen: Nicht auf die

Fassade kommt es an,

sondern auf die Schätze im

Innern.

Jeanne Moreau


Literatur:

Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung (2009): Alt und behindert. Wie

sich der demografische Wandel auf das Leben von Menschen mit

Behinderung auswirkt. 1. Aufl. Berlin.

Bertelsmann-Stiftung (2006): Älter werden – Aktiv bleiben. Ergebnisse einer

repräsentativen Umfrage unter Erwerbstätigen in Deutschland. Gütersloh.

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (2006): Alles grau in

grau? Ältere Beschäftigte und Büroarbeit. Dortmund.

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Arbeits- und

Beschäftigungsfähigkeit im Alter. In:

http://www.inqa.de/Inqa/Navigation/Themen/Demographischer-

Wandel/wissen,did=206234.html; Stand: 27. Mai 2010


Bundesvereinigung Lebenshilfe für geistig Behinderte e. V. (1999):

Persönlichkeit und Hilfe im Alter. Zum Alterungsprozeß bei Menschen mit

geistiger Behinderung. Marburg.

Caritas Werkstätten Arnsberg (o. J.): …der Mensch im Mittelpunkt. Film zum

Projekt „Älter werden in einer WfbM“.

Hessisches Sozialministerium, Landeswohlfahrtverband Hessen,

Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e. V.

(Hg.) (2001): Lebensräume älterer Menschen mit Behinderung. Hessische

Erfahrungen. Marburg.

Seitz, C.: Kompetenz und Alter. Das kalendarische Alter ist nicht maßgeblich

für das Leistungsvermögen. In: http://www.gruendungaktuell.de/cms/index.php?page=wgsfdv&content_id=256;

Stand: 27. Mai

2010.


Software AG-Stiftung (2009): Segel setzen. Aufbruch zum selbstbestimmten

Ruhestand von Menschen mit Behinderung. Darmstadt.

Stöppler, R./Haveman, M. (2012): Altern mit geistiger Behinderung:

Grundlagen und Perspektiven für Begleitung, Bildung und Rehabilitation. 2.

erw. und überarb. Aufl. Stuttgart.

Theunissen, G. (2002): Altenbildung und Behinderung. Impulse für die Arbeit

mit Menschen, die als lern- und geistig behinderte gelten. Bad

Heilbrunn/Obb.


Mit 66 Jahren – Graue

Panther oder altes Eisen?

Heike Bücheler, Dipl.-Päd.

Heike.buecheler@t-online.de

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