Geschäftsbericht 2010 Herne. 2010. - Herner Sparkasse

hernersparkasse

Geschäftsbericht 2010 Herne. 2010. - Herner Sparkasse

S Herner Sparkasse

Engagiert vor Ort.

Herne. 2010.

Geschäftsbericht 2010


Wir übernehmen

gesellschaftliche Verantwortung.

B Engagiert vor Ort.

B Engagiert für Kunst und Kultur.

B Engagiert für Bildung und Erziehung.

B Engagiert für den Sport.

B Engagiert für die Menschen in Herne.

Sparkasse. Gut für Herne.


Engagiert vor Ort.

Die Sparkasse im Überblick.

2010 2009

B Geschäftsvolumen 1.651,8 Mio. EUR 1.773,7 Mio. EUR

B Bilanzsumme 1.636, Mio. EUR 1.757,8 Mio. EUR

B Kundeneinlagen 1.278, Mio. EUR 1.218,8 Mio. EUR

B Kreditvolumen 866,0 Mio. EUR 8 9,0 Mio. EUR

B Kunden-Depotvolumen 270,5 Mio. EUR 300,1 Mio. EUR

B Bilanzgewinn 3,1 Mio. EUR 2,1 Mio. EUR

B Mitarbeiter 5

B davon Auszubildende 25 26


Inhalt

Herner SparkasseGeschäftsbericht 2010

Engagiert vor Ort. 6

Engagiert für Kunst und Kultur. 8

Engagiert für Bildung und Erziehung. 10

Engagiert für den Sport. 12

Engagiert für die Menschen in Herne. 1

Organe 16

Lagebericht 17

Bericht des Verwaltungsrates 2

Jahresabschluss

Bilanz 6

Gewinn- und Verlustrechnung 8

Anhang zur Bilanz 9

Engagiert vor Ort. Die Geschäftsstellen der Sparkasse. 66

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Engagiert vor Ort.


Herner Sparkasse.

Für die Menschen in unserer Region.

Sehr geehrter Kunde,

sehr geehrter Geschäftsfreund,

Werte haben Zukunft. Der Rückblick auf die Finanzkrise zeigt, dass solides Wirtschaften, Vertrauen und

Verlässlichkeit zum Ausbau und zur Sicherung des Wohlstandes auf Dauer beitragen. Eine langfristige Perspektive

in der Ausrichtung der Geschäftsphilosophie ist die Grundlage dafür. Darauf baut nachhaltiges

Handeln auf.

Seit 1 Jahren übernimmt die Herner Sparkasse Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung vor Ort.

Zum Wohle der Region und der hier lebenden Menschen. Die Herner Sparkasse gestaltet das Leben vor

Ort aktiv mit. Auch jenseits von Finanzgeschäften übernimmt unser Kreditinstitut Verantwortung für eine

nachhaltige Entwicklung – für die Menschen, die Wirtschaft und die Region.

Das traditionelle Verständnis vom Bankgeschäft bestimmt auch in Zukunft die Geschäftsphilosophie der

Sparkasse. Dabei setzt sie auf ihre Stärke – die persönliche und kompetente Beratung ihrer Kunden.

Dazu gehört auch das umfassende Engagement für die gemeinschaftlichen Anliegen in Herne. Langfristig

stabile Lebensbedingungen stärken die örtliche Gemeinschaft. Das wirtschaftliche und gesellschaftliche

Engagement trägt dazu bei, die ökonomischen, ökologischen und sozialen Grundlagen zu bewahren und

zu erneuern. Ihre Aufgabe sieht die Herner Sparkasse darin, die Anforderungen von Wirtschaft, Gesellschaft

und Umwelt dabei in Einklang zu bringen.

Die Herner Sparkasse ist mehr als ein Finanzpartner für die Bürgerinnen und Bürger. Sie ist Arbeitgeber,

Ausbilder, Steuerzahler, Investor und Förderer. Damit gestaltet die Sparkasse den Wandel in Herne aktiv

mit. Durch ihren Markterfolg erwirtschaftet die Herner Sparkasse Mittel, die sie für gemeinwohlorientierte

Zwecke zur Verfügung stellt. Mittel, die dazu eingesetzt werden, positiv auf die Lebensqualität vor Ort einzuwirken.

Dazu gehört die Unterstützung von kulturellen und sozialen Einrichtungen, von Bildungs- und

Umweltschutzprojekten sowie des Sports. Das Sparkassen-Engagement kommt damit den Menschen in

Herne unmittelbar zugute.

Im Geschäftsjahr 2010 erwirtschaftete die Herner Sparkasse ein erfreuliches Ergebnis. Das ist die Voraussetzung

dafür, dass die Sparkasse als Teil des gesellschaftlichen Ganzen ihre Aufgaben nachhaltig erfüllen

und sich im Geschäftsgebiet gemeinwohlorientiert einsetzen kann.

Wir danken unseren Kunden und Geschäftsfreunden für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit im

abgelaufenen Geschäftsjahr 2010 und freuen uns, Ihnen den Geschäftsbericht 2010 zu überreichen.

Herner Sparkasse. Gut für die Zukunft.

Ihre Herner Sparkasse

Der Vorstand

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Engagiert für Kunst und Kultur.


Nachhaltiger Gewinn für Herne.

„RUHR.2010 – Kulturhauptstadt Europas“ war der Titel, unter dem sich auch die Stadt Herne mit zahlreichen

Veranstaltungen und Projekten an der Ausrichtung der „Kulturhauptstadt Europas“ beteiligte.

Dabei konnten herausragende kulturelle Akzente gesetzt werden. Sei es durch die Ausstellung

„Aufruhr 1225!“, den „KulturKanal“ oder das Hornkonzert „Schwingungen“. Als „Local Hero“ repräsentierte

Herne eine Woche lang die Kulturhauptstadt. Gleichzeitig fanden die Cranger Kirmes und viele

weitere kulturelle Ereignisse statt. Die Veranstaltungen und Bilder werden noch lange nachwirken.

Anlässlich seines siebzigsten Geburtstages würdigte die Herner Sparkasse das Werk des Malers, Grafikers,

Designers und Bildhauers Otmar Alt mit einer Ausstellung in der Hauptstelle. Unter dem Titel

„Reise in die Phantasie“ stellte damit einer der wohl erfolgreichsten und bedeutendsten deutschen

Künstler der Gegenwart einen Querschnitt seines gut fünf Jahrzehnte umfassenden Werkes in der

Herner Sparkasse aus.

Die Herner Sparkasse versteht die Förderung des kulturellen und künstlerischen Lebens vor Ort als

Aufgabe der Gemeinschaft für die Gemeinschaft. Im Kulturhauptstadtjahr konnte die Sparkasse mit

Spenden, Sponsoring-Aktivitäten und der Verwendung des PS-Zweckertrages aus der Sparlotterie

der Sparkassen nennenswerte Beträge für lokale kulturelle Projekte ausschütten.

Auch die „Herner Sparkassenstiftung für Kunst und Kultur“ unterstützte verschiedene kulturelle Aktivitäten.

Dazu gehörte die Förderung der Bronze-Skulptur vor dem Kulturzentrum, die an den ehemaligen

Herner Oberbürgermeister Willi Pohlmann erinnert. Die Büste, die auf dem neugestalteten Willi-

Pohlmann-Platz enthüllt wurde, entwarf der renommierte Künstler Heinrich Brockmeier.

Zum sechzehnten Mal veranstaltete die Sparkasse im März das „Herner Forum“. Namhafte Experten

referieren hier zu aktuellen Themen aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft oder Politik. Für die

Vortragsveranstaltung im Jahre 2010 konnte der Philosoph und Bestseller-Autor Dr. Richard David

Precht gewonnen werden.

Die Herner Sparkasse leistet ihren Beitrag, Kunst und Kultur den Menschen in Herne zugänglich zu

machen. Mit ihrem umfangreichen Kulturengagement verfolgt das Kreditinstitut die Philosophie der

Nachhaltigkeit. Denn Nachhaltigkeit in der Kulturförderung stärkt das reichhaltige kulturelle Angebot

in Herne und steigert zugleich die Identität und Attraktivität vor Ort.

Herner Sparkasse. Gut für Kunst und Kultur.

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Engagiert für Bildung und Erziehung.


Nachhaltige gesellschaftliche

Verantwortung.

Die Fähigkeit des Menschen zu lernen, ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Bildung und Erziehung.

Neben der Vermittlung von Wissen stehen die Entwicklung der Persönlichkeit und die Ausbildung

sozialer Kompetenzen im Vordergrund. Bildung ist eine der zentralen Herausforderungen

unserer Zeit. Umfangreiche und hochwertige Bildungsangebote tragen dazu bei, die gesellschaftlichen

Grundlagen zu erhalten, zu stärken und zu erneuern.

Eine langfristige Perspektive in der Bildung und Erziehung und ein breiter Zugang zu den Bildungsangeboten

sind ein Garant für langfristig stabile Lebensbedingungen. Ausgewogene Bildungsangebote

helfen gerade den Kindern und Jugendlichen, die Chancen in einer komplexer werdenden Welt

zu erkennen und wahrzunehmen.

Auf dem Weg in die Wissensgesellschaft nimmt die Finanzbildung einen wichtigen Stellenwert ein.

Fundiertes Wirtschafts- und Finanzwissen vermittelt die Herner Sparkasse über ihren „Sparkassen

SchulService“. Dort werden umfangreiche Materialien für die Finanzerziehung im Schulunterricht

angeboten. Hinzu kommt das „Planspiel Börse“, mit dem Jugendliche spielerisch an die Welt der

Finanz- und Kapitalmärkte herangeführt werden.

Der Bedeutung der Bildung wird die Herner Sparkasse auch mit ihrer „Bildungs- und Erziehungsstiftung“

gerecht. Durch ihr Engagement konnten verschiedene Einzelprojekte und Bildungseinrichtungen

in Herne unterstützt werden.

Der Begriff Nachhaltigkeit ist für das Herner Kreditinstitut dabei Verpflichtung und Verantwortung

zugleich. Denn langfristig stabile Lebensbedingungen basieren auf einer qualifizierten Bildung und

Erziehung. Ihre Förderung führt zu einer nachhaltigen Lebensqualität für die Bürgerinnen und

Bürger in Herne.

Herner Sparkasse. Gut für Bildung und Erziehung.

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Engagiert für den Sport.


Nachhaltige Unterstützung

der Gemeinschaft.

Sport verbindet. Sport integriert. Sport motiviert.

Sport ist mehr als eine sinnvolle Freizeitgestaltung. Er bietet ein geeignetes Umfeld für Begegnung und Kommunikation.

Dabei vermittelt er soziale Erfahrungen und gesellschaftliche Werte. Leistungs- und Teamorientierung

stehen ebenso im Vordergrund wie Wettbewerbsgeist und Fairness. Damit nimmt der Sport eine

wichtige Funktion in der Gesellschaft ein. Gerade der Vereinssport dient vielen als besonderer Ankerpunkt

des gesellschaftlichen Lebens vor Ort.

Die Herner Sparkasse engagiert sich umfassend für die gemeinschaftlichen Anliegen in Herne. Einen bedeutenden

Stellenwert nimmt dabei die Unterstützung des Sports ein. In Zusammenarbeit mit dem Stadtsportbund

Herne e. V. fördert die Herner Sparkasse auf vielfältige Weise Sportveranstaltungen und Vereine in

Herne.

Die Förderung der Sparkasse kommt den Menschen unmittelbar zugute: den Mitgliedern in den Vereinen,

den Sportlern bei ihren Wettkämpfen und den Teilnehmern an den Laufveranstaltungen in Herne. Dazu

gehört auch die Unterstützung des Martinilaufs, des BIG 25-Laufs und des Silvesterlaufs in Herne – einem

der größten Silvesterläufe im Ruhrgebiet.

Nachwuchsarbeit und Talentförderung sind die weiteren Säulen für das erfolgreiche sportliche Wirken.

Deshalb unterstützt die Sparkasse den Nachwuchsleistungssport und junge Spitzensportler nachhaltig.

Die sportlichen Erfolge und Leistungen gilt es herauszustellen. So lassen sich weite Kreise für die sportliche

Idee gewinnen und begeistern. Die Ausrichtung der alljährlichen Sportlerehrung und die Verleihung des

Herner Fair-Play-Pokals begleitet die Sparkasse seit vielen Jahren.

Die überragende Bedeutung der Förderung des Breitensports und des Leistungssports, des Mannschaftssports

und des Individualsports erfordert vor allem eines: Nachhaltigkeit. Auch durch ihren öffentlichen

Auftrag ist die Herner Sparkasse den Menschen vor Ort verpflichtet. Und so unterstützt das Kreditinstitut

die sportlichen Belange in Herne heute und in Zukunft nachhaltig.

Herner Sparkasse. Gut für den Sport.

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Engagiert für die Menschen in Herne.


Nachhaltiges Handeln vor Ort.

Die Gesellschaft steht vor neuen Herausforderungen. Demographischer Wandel, digitales Leben,

Urbanisierung und Veränderungen in der Arbeitswelt sind Aspekte gesellschaftlicher Veränderungsprozesse.

Die nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt zählt heutzutage zu

den zentralen Grundvoraussetzungen für langfristig stabile Lebensbedingungen.

Die Herner Sparkasse übernimmt Verantwortung für gesellschaftliche Nachhaltigkeit. Sie ist für die

Menschen da und gestaltet den Wandel aktiv mit. So setzt sich das Kreditinstitut für seine Kunden

dafür ein, Energie einzusparen und so einen persönlichen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Möglich macht dies das umfassende Angebot an finanziellen Lösungsmöglichkeiten für ein umweltbewusstes

Bauen und Modernisieren.

Modernisierungen und Innovationen unterstützt die Herner Sparkasse und bereitet so den Weg für

eine dauerhaft zukunftsfähige Entwicklung. Seine Kreditvergaben insbesondere an Unternehmen

und Selbstständige hat das lokale Kreditinstitut zur Mobilisierung der regionalen Entwicklungspotenziale

weiter ausgebaut. Zugleich gewährleistet die Sparkasse die geld- und kreditwirtschaftliche

Versorgung der Bevölkerung und der örtlichen Wirtschaft.

Nachhaltiges soziales Engagement für die Gemeinschaft besitzt einen wichtigen Stellenwert im Leben.

Anlässlich seines 75. Geburtstages würdigte die Herner Sparkasse das soziale Engagement und den

sportlichen Werdegang des ehemaligen Fußball-Nationaltorhüters Hans Tilkowski mit einer Ausstellung.

Schüler und Lehrer der Hans-Tilkowski-Schule hatten die Exponate über die Stationen seines

Lebens gestaltet.

Auch die Unterstützung der Verkehrserziehung ist Teil der Stabilisierung der sozialen Grundlagen

vor Ort. So konnte die Paul-Klee-Schule mit Hilfe der Sparkasse ihren Verkehrserziehungsunterricht

erfolgreich fortsetzen.

Der Erfolg des Standortes Herne und der Erfolg der Herner Sparkasse sind direkt miteinander verbunden.

Dies führt zu einer Interessenidentität von mittelständischer Wirtschaft, Kommune, Bürgerinnen

und Bürgern und der Sparkasse in Herne. Das erfolgreiche Geschäftsmodell wird von den

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort getragen. Zufriedene Kunden und langfristige Kundenbeziehungen

sind Ausdruck der Philosophie der Sparkasse. Auch das versteht die Herner Sparkasse

unter Nachhaltigkeit.

Herner Sparkasse. Gut für die Menschen.

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Organe

Der Verwaltungsrat

Horst Schiereck, Vorsitzender

Mitglieder

Dr. Frank Dudda, stellvertretender Vorsitzender

Markus Schlüter, stellvertretender Vorsitzender

Bianca Banaszak

Dirk Gleba

Rainer-Georg Kielholz

Birgit Klemczak

Manuela Lukas

Elisabeth Müller

Thomas Nückel

Hans-Friedrich Schulz

Norbert Schwanengel

Jörg Thielemann

Jochen Thunig

Petra Wobig

Der Vorstand

Hans-Jürgen Mulski, Vorsitzender

Antonio Blanquez, Mitglied


Lagebericht.

Gemeinsamer Blick

auf 2010 und 2011.

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Lagebericht

A. Darstellung der Sparkasse

Die Herner Sparkasse mit Sitz in Herne entstand

durch Fusion der beiden vormals selbstständigen

Sparkassen Herne und Wanne-Eickel zum

01.01.1977.

Die Vorgängersparkasse Herne wurde im Jahre

1867 als Sparkasse der Gemeinden des Amtes

Herne gegründet, die ehemalige Sparkasse Wanne-

Eickel hat ihre Wurzeln in den Amtssparkassen

Wanne und Eickel, die 1902 ihre Geschäftstätigkeit

aufnahmen.

Die Sparkasse ist beim Amtsgericht Bochum unter

der Nummer A 5098 im Handelsregister eingetragen.

Gemäß § 1 Abs. 1 Sparkassengesetz Nordrhein-

Westfalen (SpkG NW) ist die Sparkasse eine Anstalt

des öffentlichen Rechts. Sie ist Mitglied des Sparkassenverbandes

Westfalen-Lippe, Münster, und

über diesen dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband

e. V., Berlin und Bonn, angeschlossen.

Träger der Sparkasse ist die Stadt Herne, eine

Gebietskörperschaft des öffentlichen Rechts. Die

Stadt Herne ist ebenfalls Mitglied des Sparkassenverbandes

Westfalen-Lippe.

Das Geschäftsgebiet der Sparkasse umfasst das

Gebiet der Stadt Herne sowie das Gebiet der

angrenzenden Städte und Kreise.

Die Sparkasse ist Mitglied im bundesweiten Haftungsverbund

der Sparkassen-Finanzgruppe (siehe

dazu B. 2.).

Die Sparkasse ist im Gebiet der Stadt Herne neben

der Hauptstelle Herne und der Niederlassung

Wanne-Eickel mit insgesamt 13 Geschäftsstellen,

einer Selbstbedienungsgeschäftsstelle und einem

ImmobilienCenter vertreten. Insgesamt 26 Geldautomaten

stehen den Kunden für Auszahlungen,

teilweise auch für Einzahlungen, ständig zur Verfügung.

B. Wirtschaftliche und rechtliche

Rahmenbedingungen im Jahre 2010

1. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

1.1. Welt, Europa, Deutschland

Nach der tiefen Rezession im Jahre 2009 hatte

sich die Weltwirtschaft im Berichtsjahr unerwartet

schnell erholt. Im ersten Halbjahr 2010 erhöhte

sich die Weltproduktion gegenüber den ersten

sechs Monaten 2009 um rund ,9%. Sie erreichte

damit wieder das Niveau vor der Finanzkrise. Mit

einem Zuwachs von 12,3% gegenüber dem Vorjahreshalbjahr

expandierte auch der Welthandel

überaus stark, konnte jedoch das Vorkrisenniveau

noch nicht wieder erreichen.

Die Wirtschaft in den Vereinigten Staaten hatte

sich in den ersten sechs Monaten des Jahres

spürbar erholt. Allerdings dürften weitere Impulse

durch den privaten Verbrauch eher gering ausfallen.

Ursächlich hierfür waren die anhaltenden Probleme

am Immobilien- und Arbeitsmarkt. Daneben

hemmte der Schuldenabbau der privaten Haushalte

und im Finanzsektor die Nachfrageseite. Die

jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote stieg

von ,6% im Jahre 2007 auf 9,8% in 2010. Für

das Berichtsjahr wird mit einem Rückgang des

realen Wirtschaftswachstums auf 2,6% gerechnet.

Die US-Notenbank verfolgte im Jahre 2010 eine

überaus expansive Geldpolitik. Zielrichtung der

geldpolitischen Maßnahmen war u. a. die Senkung

des langfristigen Zinsniveaus zur Stimulierung der

Kreditvergabe durch die Banken.

Auch in Japan setzte sich die wirtschaftliche Erholung

zu Jahresbeginn fort. Die Zunahme der

Exporte in die asiatischen Nachbarländer sowie

eine positive Entwicklung des privaten Verbrauchs

trugen zu dieser Entwicklung bei. In den Folgemonaten

wurde die konjunkturelle Entwicklung durch

auslaufende staatliche Stützungsmaßnahmen und

eine nachlassende Entwicklung in den für Japan

wichtigen Absatzmärkten gebremst. Mit einer

Arbeitslosenquote in Höhe von 5,1% lag der japanische

Arbeitsmarkt rund zwei Prozentpunkte über


dem Durchschnitt der letzten Jahre. Die Zuwachsrate

des realen Bruttoinlandsprodukts lag in Japan

bei 2,9%.

In den Schwellenländern hatte die Dynamik der

Wirtschaftsentwicklung im Jahre 2010 bereits wieder

das Niveau vor der Krise erreicht. Allen voran

erzielte die Volksrepublik China im Berichtsjahr ein

reales Wirtschaftswachstum von 10,5%.

Der Euro-Raum hingegen war 2010 von einer

heterogenen Wirtschaftsentwicklung geprägt.

Nach einem verhaltenen ersten Quartal trug insbesondere

der Konjunkturverlauf in Deutschland

zu einer spürbaren Belebung der Konjunktur in

der Euro-Zone bei. Für das Berichtsjahr wird mit

einem realen Wirtschaftswachstum von 1,6% gerechnet

(Vorjahr: - ,1%). Im Vergleich der Euro-Länder

erholten sich Spanien und Italien langsamer als

der Durchschnitt; Griechenland verzeichnete negative

Wachstumsraten.

Die Peripherieländer des Euro-Raums begegneten

einer sich verschärfenden Verschuldungssituation

mit Lohnanpassungen, Steuererhöhungen und

einem Abbau von Sozialleistungen. Diese Instrumente

der Haushaltskonsolidierung hatten gleichzeitig

aber auch dämpfende Wirkungen auf die

inländische Konsum- und Investitionsnachfrage

der betreffenden Länder. Mit Ausnahme von Slowenien,

Finnland und der Slowakei konnten voraussichtlich

alle Länder des Währungsraums das

Schuldenstandskriterium des Maastricht-Vertrages

nicht einhalten.

Die Europäische Zentralbank (EZB) reagierte auf

die Aufhellung an den Finanzmärkten und unternahm

zu Beginn des Jahres zunächst Rückzugsmaßnahmen

aus der von ihr verfolgten expansiven

Geldpolitik. Im Mai 2010 nahm die EZB hiervon teilweise

wieder Abstand, nachdem sich die Beurteilung

der Lage – insbesondere auch die der griechischen

Staatsfinanzen – verschlechtert hatte. Auf

die Krise der Staatsfinanzen in den Peripherieländern

reagierte die EZB und kaufte am Sekundärmarkt

Staatsanleihen in einem Umfang von über

63 Mrd. Euro auf. Zusammen mit staatlichen Ret-

Lagebericht

tungspaketen konnten die Risikoaufschläge für

die betroffenen Wertpapiere vorübergehend verringert

werden.

In Deutschland hatte die konjunkturelle Erholung

im Jahre 2010 an Breite gewonnen. Zu der außenwirtschaftlichen

Komponente des Wachstums kam

im Berichtsjahr auch eine binnenwirtschaftliche

hinzu. Grund für die positive Stimmung der privaten

Haushalte waren die verbesserte Arbeitsmarktlage

sowie die Aussicht auf steigende Arbeitseinkommen.

Dies hatte eine Zunahme der privaten Konsumausgaben

zur Folge.

Die unerwartet schnelle und kräftige Belebung der

deutschen Wirtschaft führte überdies zu einem

Nachholeffekt bei den Ersatzinvestitionen, die

während der Krise aufgeschoben worden waren.

Die durch eine ansteigende Auslastung bedingten

Kapazitätserweiterungen gaben zudem weitere

Impulse für Investitionsentscheidungen. Für das

Jahr 2010 wird in Deutschland mit einem Zuwachs

des realen Bruttoinlandsprodukts in Höhe von

3,7% gerechnet. Deutschland ist damit eine der

am stärksten expandierenden Volkswirtschaften

im Euro-Raum.

Der überraschend robuste deutsche Arbeitsmarkt

hatte während der Krise kaum Beschäftigung abgebaut.

Mit tarifvertraglichen Regelungen und innerbetrieblichen

Instrumenten wurde die temporäre

Unterauslastung ohne nennenswerten Beschäftigungsabbau

überbrückt. In der bereits seit einem

Jahr andauernden konjunkturellen Erholungsphase

konnten zusätzliche neue Arbeitsplätze geschaffen

werden. Die Prognosen des Rheinisch-Westfälischen

Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI)

gehen von einem bundesdeutschen Rückgang der

Arbeitslosenquote auf jahresdurchschnittlich 7,7%

aus (Vorjahr: 8,2%). Der positive Beschäftigungstrend,

die Flexibilität an den Arbeitsmärkten und

das aus demographischen Gründen rückläufige

Arbeitsangebot trugen zu dieser Entwicklung bei.

Auch im Berichtsjahr konnten weder Finanzierungsengpässe

noch eine eingeschränkte Kreditvergabe

durch die Banken beobachtet werden.

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20

Lagebericht

Die Gefahr einer allgemeinen Kreditklemme scheint

weitgehend gebannt.

1.2. Regionale und lokale

Wirtschaftsentwicklung

Zu Beginn des Jahres 2010 war die Ruhrkonjunktur

weiterhin von den Auswirkungen der Wirtschafts-

und Finanzkrise geprägt. Im Jahresverlauf führten

der Anstieg der Exporte sowie das Anspringen

der Binnenkonjunktur zu einem freundlichen Wirtschaftsklima.

Die Ertragslage der Unternehmen

verbesserte sich deutlich und ließ die Investitionsausgaben

steigen. Das anhaltend niedrige Zinsniveau

sowie günstige Finanzierungsbedingungen

verstärkten im Berichtsjahr die Ausweitung der

Ausrüstungsinvestitionen. Ersatzbeschaffungen,

Kapazitätserweiterungen und Produktinnovationen

waren Hauptmotive der Investitionstätigkeit.

Mit einer durchschnittlichen Kapazitätsauslastung

von rund 80% konnten die Unternehmen im Vergleich

zum Vorjahr (73,2%) deutlich zulegen.

Der IHK-Konjunkturklimaindex, an dem sich rund

950 Unternehmen mit nahezu 130.000 Beschäftigten

beteiligten, belegt den konjunkturellen Aufholprozess.

So stieg der Indikator im Herbst 2010

auf 125 Punkte und liegt damit 28 Punkte über dem

Ergebnis vom Jahresbeginn. Die Unternehmen

der Ruhrwirtschaft verzeichneten eine entspannte

Finanzierungssituation. Nach wie vor war das

Ruhrgebiet nicht von einer Kreditklemme betroffen.

Rund 15% der Unternehmen berichteten von

ungünstigeren Bedingungen, während sich für

13% der Unternehmen verbesserte Konditionen

ergaben.

Das Bruttoinlandsprodukt für Nordrhein-Westfalen

lag im 1. Halbjahr 2010 nominal um 3,7%

(real: 2,9%) höher als in den ersten sechs Monaten

des Jahres 2009. Die Steigerung der Wirtschafts-

leistung war damit nahezu auf dem Niveau des

für Gesamtdeutschland ermittelten Wertes aller

produzierten Waren und Dienstleistungen. Getragen

wurde diese Entwicklung durch das unerwartet

kräftige Wirtschaftswachstum insbesondere

im ersten Halbjahr. Auch im weiteren Jahresverlauf

war der Export der Motor des konjunkturellen

Aufschwungs. Daneben führte eine stärkere Nachfrage

aus dem Inland zu expansiven Effekten. Hier

waren vor allem die Anlage- und Bauinvestitionen

sowie der gestiegene Staatsverbrauch die maßgeblichen

Treiber.

Die konjunkturelle Belebung war auch auf dem

Herner Arbeitsmarkt zu spüren und trug zu einer

Verbesserung des privaten Konsums bei. Im

Dezember 2010 lag die Arbeitslosenquote in Herne

bei 12,6% und damit um 0,2 Prozentpunkte unter

dem Wert des Vorjahres. Gleichwohl erreichte der

lokale Arbeitsmarkt das Niveau vor der Wirtschafts-

und Finanzmarktkrise bislang noch nicht wieder.

Die Arbeitslosenquote lag weiterhin deutlich über

dem Landesdurchschnitt von Nordrhein-Westfalen

(8,1%).

2. Rechtliche Rahmenbedingungen

Zur Stärke der Sparkassen-Finanzgruppe trägt der

Haftungsverbund wesentlich bei. Das überregionale

Sicherungssystem gewährleistet, dass im

Bedarfsfall ausreichend Mittel zur Verfügung stehen,

um die Forderungen der Kunden und das

Institut selbst zu schützen. Daneben besteht für

die Sparkassen in Westfalen-Lippe ein Reservefonds

auf regionaler Ebene mit der WestLB AG.

Zur weiteren Stabilisierung der WestLB AG, Düsseldorf,

wurde mit Statut vom 11. Dezember 2009

eine Abwicklungsanstalt gemäß § 8a Finanzmarktstabilisierungsfondsgesetz

errichtet. Nicht strategiekonforme

Geschäftsteile wurden in diese

Abwicklungsanstalt ausgegliedert. Der Sparkassenverband

Westfalen-Lippe (SVWL), Münster, an

dem die Herner Sparkasse beteiligt ist, ist entsprechend

seinem Anteil an der Abwicklungsanstalt

verpflichtet, liquiditätswirksame Verluste der

Abwicklungsanstalt, die nicht durch das Eigenkapital

der Abwicklungsanstalt ausgeglichen

werden können, bis zu einem Höchstbetrag von

2.250 Mio. EUR zu übernehmen. Die Mitgliedssparkassen

des SVWL werden zur Abdeckung dieses

Gesamthöchstbetrages in den nächsten 25 Jahren,


eginnend mit dem Geschäftsjahr 2010, aus künftigen

Gewinnen jährliche Raten in eine Rücklage

einstellen. Hinsichtlich der Ansparleistung findet

nach Ablauf von 10 Jahren, also zum 31.12.2019,

eine Revision statt. Sind bis dahin keine wesentlichen,

die erwarteten Verluste der Abwicklungsanstalt

übersteigenden Verluste angefallen, kann

unter der Voraussetzung der Zustimmung aller Beteiligten

eine weitere Ansparung unterbleiben.

Die Ratingagentur Moody´s hat der Sparkassenorganisation

im März 2009 ein Verbundrating von

Aa2 erteilt. Dabei hebt Moody‘s mit Blick auf die

gemeinsame Stellung der Sparkassen die Stärke

ihres attraktiven Geschäftsmodells, ihre stabile und

dominierende Stellung im Privatkunden- und Mittelstandsgeschäft,

ihr insgesamt günstiges Risikoprofil

und ihre soliden fundamentalen Finanzdaten

positiv hervor. Im April 2010 wurde den Mitgliedern

des Haftungsverbundes der Sparkassen-Finanzgruppe,

also den Sparkassen, Landesbanken und

Landesbausparkassen, von der kanadischen Ratingagentur

Dominion Bond Rating Service (DBRS)

die im Januar 2007 erteilte Ratinguntergrenze

(Floor) von A (high) für langfristige Verbindlichkeiten

bestätigt. Zudem hat die Ratingagentur

Fitch den deutschen Sparkassen im Juli 2010 ein

Floor-Rating für langfristige Verbindlichkeiten in

Höhe von A+ erteilt. Diese Ratingnoten von DBRS

und Fitch sind vergleichbar mit einem Niveau von

A1 bei der Agentur Moody’s. Die Herner Sparkasse

hat sich die Ratings der Agenturen DBRS und Fitch

als Einzelinstitutsrating zuweisen lassen.

Die Praxis hat gezeigt, dass die tatsächlichen Auswirkungen

des Wegfalls der Gewährträgerhaftung

im Jahr 2005 auf die Sparkasse gering sind. Die

Sparkasse als lokal tätiges Kreditinstitut refinanziert

sich vorrangig aus dem Kundengeschäft.

Darüber hinaus im Einzelfall benötigte Mittel werden

regelmäßig innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe

oder am nationalen Markt beschafft. Die

öffentlich-rechtliche Trägerschaft der Stadt Herne

wird auch künftig die Sparkasse bei der Erfüllung

ihrer Aufgaben unterstützen.

Lagebericht

Im Jahr 2010 hat die Herner Sparkasse die Mindestanforderungen

an das Risikomanagement

(MaRisk) in ihrer Fassung vom 1 . August 2009 u. a.

mit der erstmaligen Durchführung umfassender

Stresstests final umgesetzt. Mit Rundschreiben der

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

(BaFin) vom 15. Dezember 2010 wurde die dritte

MaRisk-Novelle veröffentlicht. Für die Umsetzung

der Anforderungen wurde den Instituten eine Frist

bis spätestens zum 31. Dezember 2011 eingeräumt.

In der Sparkasse wird die fristgerechte Erfüllung

der Vorschriften durch eine Projektorganisation

sichergestellt.

Der Gesetzgeber hat im Frühjahr 2009 das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz

(BilMoG) verabschiedet.

Mit diesem Gesetz wird das Ziel verfolgt, den

Rechnungslegern in Deutschland eine im Vergleich

zu den internationalen Standards (IFRS) gleichwertige

und wettbewerbsfähige Alternative der Rechnungslegung

zu bieten. Neben einer maßvollen

Annäherung des Handelsrechts an die IFRS in nur

ausgewählten Punkten sind Neuerungen durch das

BilMoG auch auf die verpflichtende Umsetzung aus

entsprechenden EU-Richtlinien zurückzuführen.

Die verpflichtende Regelerstanwendung des Bil-

MoG erfolgt für nach dem 31.12.2009 beginnende

Geschäftsjahre. Die Sparkasse hat entsprechende

Umsetzungsmaßnahmen durchgeführt.

C. Geschäftspolitische Strategie

Die Sparkasse ist ein Wirtschaftsunternehmen des

Trägers Stadt Herne mit der Aufgabe, der geld- und

kreditwirtschaftlichen Versorgung der Bevölkerung

und der Wirtschaft, insbesondere des in der Satzung

definierten Geschäftsgebiets und des Trägers,

zu dienen. Die Kreditversorgung dient vornehmlich

der Kreditausstattung des Mittelstandes sowie der

wirtschaftlich schwächeren Bevölkerungskreise.

Die Geschäfte werden unter Beachtung des öffentlichen

Auftrags nach kaufmännischen Grundsätzen

geführt. Die Gewinnerzielung ist nicht Hauptzweck

des Geschäftsbetriebes.

21


22

Lagebericht

D. Darstellung und Analyse des

Geschäftsverlaufs

1. Bilanzsumme und Geschäftsvolumen

Das Geschäftsvolumen der Sparkasse hat sich zum

Bilanzstichtag 31.12.2010 deutlich verringert. Die

geschäftliche Entwicklung im Kundengeschäft verlief

hierbei wie in den Vorjahren moderat steigend.

Im Interbankengeschäft mit der Europäischen Zentralbank

bzw. Deutschen Bundesbank hingegen

wurden die im Jahr 2009 eingegangenen Tendergeschäfte

nach Ablauf zurückgeführt, so dass sich

hier nennenswerte Rückgänge einstellten. Angesichts

des anhaltend schwierigen Wettbewerbsumfelds,

der noch nicht gefestigten Konjunkturlage

nach der Finanzmarkt- und Konjunkturkrise sowie

der Rahmenbedingungen ist die Sparkasse mit den

erzielten Geschäftsergebnissen im abgelaufenen

Jahr 2010 zufrieden.

Im Gegensatz zum Jahr 2009 wurde das für das

Berichtsjahr geplante Wachstumsziel im Kundenkreditgeschäft

ohne öffentliche Haushalte von

1, % aufgrund der positiven Entwicklung des konjunkturellen

Umfeldes übertroffen. Das zu Jahresbeginn

angestrebte Wachstum bei den Kundeneinlagen

von 0, % wurde durch eine Wachstumsrate

von ,9% ebenfalls übererfüllt, wobei die Bestandssteigerungen

bei den bilanzwirksamen Einlagen

zumindest teilweise zulasten des Nettoabsatzes

im Wertpapiergeschäft mit Kunden realisiert wurden.

Das Provisionsergebnis hat sich im Vergleich

zu 2009 nur leicht erhöht. Die Bilanzsumme verringerte

sich im Jahr 2010 deutlich von 1.757,8 Mio.

EUR auf 1.636, Mio. EUR. Unter Einbeziehung der

Avalkredite sinkt das aus Bilanzsumme und Eventualverbindlichkeiten

bestehende Geschäftsvolumen

von 1.773,7 Mio. EUR auf 1.651,8 Mio. EUR.

2. Kreditgeschäft

Im Berichtsjahr 2010 sind die Kreditbestände einschließlich

der Kredite an öffentliche Haushalte

(Kundenforderungen, Treuhandkredite, Wechsel

und Avale) unter Berücksichtigung der Risiko-

vorsorge um 2,0% auf 866,0 Mio. EUR (Vorjahr:

+2,3%) gestiegen. Die betragsmäßig größte Steigerung

vor Risikovorsorge ergab sich bei den

langfristigen Krediten mit einem Zuwachs von

17,0 Mio. EUR bzw. 2, % (Vorjahr: -0,1%). Auch

bei den mittelfristigen Krediten (um 0,9 Mio.

EUR/1,7%) sowie den Wechselkrediten (um 1,0

Mio. EUR) konnten die Bestände ausgeweitet werden.

Lediglich bei den kurzfristigen Forderungen

verringerten sich die Bestände um 8,2 Mio. EUR

bzw. 9,7% (Vorjahr: +33,5%).

Bei den Forderungen an Privatpersonen konnten

die Bestände nach einigen Jahren mit rückläufigen

Kreditvolumina um 10,4 Mio. EUR bzw.

2,8% (Vorjahr: -2,0%) ausgeweitet werden. Die

Bestände im gewerblichen Kreditgeschäft (+0,1

Mio. EUR) konnten unter Berücksichtigung eines

verminderten Bestandes an Schuldscheindarlehen

hingegen nur geringfügig gesteigert werden.

Die Forderungen an öffentliche Haushalte

(-0, Mio. EUR) ermäßigten sich leicht.

Im Vergleich zum Jahr 2009 waren im Berichtsjahr

höhere Darlehensauszahlungen zu verzeichnen.

Diese erhöhten sich insgesamt um 7,5%

auf 126,1 Mio. EUR (Vorjahr: -7,0%). Dabei stellten

sich die Auszahlungen an Privatpersonen

(+22,6% auf 66,5 Mio. EUR) positiv dar, während

die Valutierungen an gewerbliche Kreditnehmer

(-5,6% auf 58, Mio. EUR) weiterhin einen rückläufigen

Trend aufweisen.

Bei den Darlehenszusagen hingegen offenbarte

sich eine gegenläufige Tendenz. Im Berichtsjahr

wurden Kreditmittel im Volumen von insgesamt

121,7 Mio. EUR (Vorjahr: 137,5 Mio. EUR)

zugesagt. Zum Jahresende 2010 beläuft sich

der Bestand der zugesagten und noch nicht in

Anspruch genommenen mittel- und langfristigen

Kreditzusagen auf 25,0 Mio. EUR.

Der Trend zu steigenden Darlehenszusagen

für die Finanzierung des Wohnungsbaus (Neubau,

Kauf/Erwerb) setzte sich im dritten Jahr

in Folge fort. Im Berichtsjahr erhöhte sich das

Volumen der für diese Zwecke zugesagten Mit-


tel um 27,7% auf 63,6 Mio. EUR (Vorjahr: +3,1%).

Der Anteil der Kundenforderungen (ohne Avale) an

der verminderten Stichtagsbilanzsumme erhöht

sich recht deutlich auf 52,0% und liegt damit über

dem Bilanzanteil des Vorjahres ( 7, %). Im Vergleich

mit dem Durchschnitt aller westfälisch-lippischen

Sparkassen ist dieser Bilanzanteil jedoch

weiterhin unterdurchschnittlich.

Damit haben die Eigenanlagen der Sparkasse

(insbesondere Wertpapiere und Forderungen

an Kreditinstitute) neben dem Kreditgeschäft

wesentliche Bedeutung.

3. Wertpapierbestand

Im Jahr 2010 ermäßigte sich der gesamte Bestand

an eigenen Wertpapieranlagen deutlich

um 13,6% auf 681,5 Mio. EUR (Vorjahr: +38,7%).

Dabei sank der Bestand der Schuldverschreibungen

und anderen festverzinslichen Wertpapiere

um 17,0% auf 560,0 Mio. EUR, während sich

der Bestand der Aktien und anderen nicht festverzinslichen

Wertpapiere um 6,2% auf 121,6

Mio. EUR erhöhte. Die Bestandsverringerung bei

den eigenen Wertpapieren steht vor allem in Verbindung

mit der Rückführung von Interbankengeschäften

mit der Zentralbank.

Am gesamten Wertpapierbestand belief sich der

Anteil der Schuldverschreibungen und anderen

festverzinslichen Wertpapiere auf 82,2% (Vorjahr:

85,5%). Der Bestand an Aktien und anderen

nicht festverzinslichen Wertpapieren besteht zu

93,7% aus Anlagen in Spezialfonds und anderen

Investmentfonds (Vorjahr: 93, %).

4. Beteiligungen/Anteilsbesitz

Der Anteilsbesitz der Sparkasse, der unter Beteiligungen

und Anteilen an verbundenen Unternehmen

ausgewiesen ist, ist im Geschäftsjahr aufgrund

von Wertminderungen um 0,2 Mio. EUR

bzw. 0,8% auf 26,1 Mio. EUR zurückgegangen.

Unter Beteiligungen ausgewiesen sind die Betei-

ligungen am Sparkassenverband Westfalen-Lippe

mit 16,3 Mio. EUR, an der Erwerbsgesellschaft der

S-Finanzgruppe mbH & Co. KG mit 9,7 Mio. EUR,

an der Telekommunikation Mittleres Ruhrgebiet

GmbH Bochum mit 9,9 TEUR und an der Stadtmarketing

Herne GmbH mit 2,0 TEUR.

Im Bilanzposten „Anteile an verbundenen Unternehmen“

ist die 100%ige Tochtergesellschaft der

Sparkasse, die Versicherungsdienst der Herner

Sparkasse GmbH, mit ihrem Stammkapital von

25,6 TEUR erfasst.

5. Einlagengeschäft

Lagebericht

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden einschließlich

der verbrieften Verbindlichkeiten weisen

zum Bilanzstichtag mit insgesamt 1.278,

Mio. EUR einen deutlichen Anstieg um 59,7 Mio.

EUR/ ,9% auf. Im Vorjahr waren die Einlagenbestände

lediglich um 1, % gestiegen.

Im Vergleich mit dem Durchschnitt der westfälisch-lippischen

Sparkassen (+3,2%) zeigt sich

somit eine gleichgerichtete Tendenz im bilanzwirksamen

Einlagengeschäft, wenngleich sich die

Wachstumsrate in der Herner Sparkasse stärker

darstellt.

Das am Jahresanfang geplante Wachstum von

0, % wird stichtagsbezogen deutlich übererfüllt,

was zum überwiegenden Teil auf die Bestandssteigerungen

bei den Sichteinlagen (+70,0 Mio.

EUR/1 ,1%) sowie bei den Termineinlagen (+7,9

Mio. EUR/7,7%) zurückzuführen ist. Im Gegensatz

dazu verringert sich der Bestand bei den Sparkassenbriefen

(-3,1 Mio. EUR/3,0%) und bei den

Spareinlagen (-9,9 Mio. EUR/2,0%). Bei den Privatpersonen,

deren gesamte Einlagenbestände

sich um 25,6 Mio. EUR/2,6% erhöhten, setzte

sich der Trend zu einer flexiblen Geldanlage im

kurzfristigen Bereich fort. So ergaben sich bei

den Privatkunden deutliche Umschichtungen

von den Eigenemissionen und den Spareinlagen

in Termingelder und das Geldmarktkonto.

23


2

Lagebericht

6. Interbankengeschäft

Die Forderungen an Kreditinstitute verringerten

sich zum Jahresende um 29,2 Mio. EUR auf 30,3

Mio. EUR. Der Bestand besteht überwiegend aus

bei Kreditinstituten unterhaltenen Liquiditätsreserven.

Gleichzeitig sanken die Verbindlichkeiten

gegenüber Kreditinstituten zum Bilanzstichtag um

195,7 Mio. EUR bzw. 9,3% auf 201,2 Mio. EUR.

Bei den Verbindlichkeiten handelt es sich zu einem

großen Teil um langfristige Sparkassenbriefe und

Termingelder, die in Erwartung steigender Zinsen

zur Refinanzierung von Kredit- und Wertpapiergeschäften

verkauft bzw. aufgenommen wurden.

Das Volumen dieser Refinanzierungsgeschäfte mit

Kreditinstituten beläuft sich auf 97,5 Mio. EUR und

hat sich gegenüber dem Vorjahr um 15,6 Mio. EUR

verringert. Die Offenmarktgeschäfte mit der Deutschen

Bundesbank im Volumen von 195,5 Mio.

EUR wurden vollständig zurückgeführt. Darüber

hinaus handelt es sich im Wesentlichen um Weiterleitungsdarlehen.

7. Dienstleistungsgeschäft

Das Dienstleistungsgeschäft der Sparkasse hat sich

im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert. Das Vorjahresergebnis

– ausgedrückt im Provisionsüberschuss

– wurde um 1,2% gesteigert. Ursächlich

hierfür waren im Wesentlichen die im Vergleich zum

Vorjahr leicht gestiegenen Zahlungsverkehrserträge

sowie die Erlöse im Verbundgeschäft.

Im Wertpapierkundengeschäft konnte der Gesamtumsatz

nur geringfügig gesteigert werden. Die

Unsicherheit an den Börsen bewirkte weiterhin

eine deutliche Zurückhaltung der Anleger und

sorgte damit für einen negativen Nettoabsatz von

Wertpapieren.

Die Vermittlung von Immobilien entwickelte sich

sowohl wertmäßig als auch in Bezug auf die Anzahl

der vermittelten Objekte positiv. Das erfreuliche

Niveau des Vorjahres bei der Vermittlung von Versicherungen,

die über die Versicherungsdienst der

Herner Sparkasse GmbH abgewickelt wird, konnte

im Berichtsjahr nicht vollständig gehalten werden.

Die Vermittlung von Bausparverträgen dagegen

verlief gegenüber dem Vorjahr nochmals etwas

erfolgreicher.

8. Investitionen

2010 veränderte sich der Bestand der Sachanlagen

saldiert nicht und verblieb auf einem Niveau von

19,3 Mio. EUR. Die planmäßigen Abschreibungen

wurden hierbei durch planmäßige und sonstige

erforderliche Ersatzinvestitionen sowie die Investition

in den neu gemieteten Standort der Geschäftsstelle

Eickel nahezu vollständig kompensiert.

9. Personalbericht

Zum Jahresende 2010 beschäftigte die Sparkasse

(ohne Vorstand) insgesamt Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen

(31.12.2009: 5 Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen),

davon 116 Teilzeitbeschäftigte und 25

Auszubildende. Während Wettbewerber teilweise

massiv Arbeitskräfte einsparen, setzt die Sparkasse

in ihrer Personalpolitik auf größtmögliche Kontinuität.

So ist es das Bestreben der Sparkasse, alle Auszubildenden

nach erfolgreicher Beendigung ihrer

Ausbildungszeit in das Angestelltenverhältnis zu

übernehmen: Im Jahre 2010 beendeten neun Auszubildende

mit einer erfolgreichen Abschlussprüfung

ihre Ausbildung und wurden in das Angestelltenverhältnis

übernommen. Unser Ziel bleibt es,

unseren Kunden ein attraktives und umfassendes

Dienstleistungsangebot zu unterbreiten und eine

hohe Beratungsqualität zu gewährleisten.

Deshalb hatte auch im vergangenen Jahr die gezielte

Aus- und Fortbildung unserer Mitarbeiter/

Mitarbeiterinnen für uns eine hohe Bedeutung:

Insgesamt dreizehn Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen

absolvierten an der Sparkassenakademie Münster

Fortbildungslehrgänge zum Sparkassenfachwirt

bzw. zum Sparkassenbetriebswirt. Daneben absolvierte

eine Mitarbeiterin erfolgreich den Studienabschluss

an der S-Hochschule.


E. Darstellung und Analyse der

Lage der Sparkasse

1. Vermögenslage

Nach Auskehrung des Bilanzgewinns 2009 an

den Träger betragen zum Jahresende 2010 die

Gewinnrücklagen einschließlich des Fonds für

allgemeine Bankrisiken unter Berücksichtigung

der immateriellen Vermögensgegenstände und

des Abzugspostens gemäß § 10 Abs. 2a Satz 2

Nr. 6 KWG (gleichzeitig Kernkapital) 96,5 Mio.

EUR. Das Ergänzungskapital besteht ausschließlich

aus Vorsorgereserven nach § 3 0f HGB.

Neben den im Jahresabschluss ausgewiesenen

Gewinnrücklagen und dem Fonds für allgemeine

Bankrisiken verfügt die Sparkasse über weitere

umfangreiche Eigenkapitalbestandteile im Sinne

des KWG und angemessene stille Reserven. Die

Eigenkapitalanforderungen des Kreditwesengesetzes

und der Solvabilitätsverordnung wurden

jederzeit erfüllt. Das Verhältnis der angerechneten

Eigenmittel zu den Adressen- und Marktpreisrisiken

sowie den operationellen Risiken

überschreitet am 31.12.2010 mit einer Gesamtkennziffer

von 20, % deutlich den durch die Solvabilitätsverordnung

(SolvV) vorgeschriebenen

Mindestwert von 8,0%. Die Sparkasse verfügt

damit über eine überdurchschnittliche Kapitalbasis

für ein weiteres Geschäftswachstum.

Mit der Bildung von Wertberichtigungen und

Rückstellungen wurde den Risiken im Kreditgeschäft

und sonstigen Verpflichtungen entsprechend

den strengen Bewertungsmaßstäben der

Sparkasse angemessen Rechnung getragen. Der

Wertpapierbestand wurde unter Anwendung des

strengen Niederstwertprinzips bewertet. Die

übrigen Vermögensgegenstände wurden ebenfalls

vorsichtig bewertet.

2. Finanzlage

Die Zahlungsfähigkeit der Sparkasse war im abgelaufenen

Geschäftsjahr aufgrund einer angemessenen

Liquiditätsvorsorge jederzeit gegeben. Die

Anforderungen der Liquiditätsverordnung der

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

wurden stets eingehalten. Zur Erfüllung der Mindestreservevorschriften

wurden Guthaben bei der

Deutschen Bundesbank in erforderlicher Höhe

geführt.

Ein Spitzenausgleich erfolgte über das laufende

Konto bei der WestLB AG bzw. durch Tagesgeldaufnahmen.

Refinanzierungsgeschäfte bestanden

im Jahresverlauf in Form von Offenmarktgeschäften

(Hauptrefinanzierungsgeschäfte) mit der Deutschen

Bundesbank. Vor dem Bilanzstichtag wurden

diese Geschäfte planmäßig zurückgeführt.

3. Ertragslage

Lagebericht

Die Sparkasse kann trotz des weiterhin insgesamt

schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes ein erfolgreiches

Ergebnis präsentieren. Die Ertragslage –

gemessen am Ergebnis vor Bewertung und Risikovorsorge

– gestaltete sich im Vergleich zum Vorjahr

erneut deutlich positiv.

Die Begründung für diese Entwicklung ist im deutlich

gesteigerten Zinsüberschuss zu sehen. Daneben

tragen der gesunkene Personalaufwand sowie

der leicht erhöhte Provisionsüberschuss bei konstanten

anderen Verwaltungsaufwendungen zu

dieser Entwicklung bei. Die Steigerung des Zinsüberschusses

ist weitgehend auf die insbesondere

im kurz- und mittelfristigen Laufzeitbereich

anhaltend niedrigen Zinsen an den Geld- und Kapitalmärkten

und den damit einhergehenden güns-

tigen Refinanzierungsbedingungen zurückzuführen.

Die Zinsentwicklung im Jahresverlauf führte erneut

zu einem die Abschreibungen übertreffenden

Zuschreibungsbedarf beim eigenen Wertpapierbestand

der Sparkasse. Die Risikovorsorge im Kredit-

25


26

Lagebericht

geschäft lag unterhalb des mittelfristigen Durchschnittswertes.

Das Ergebnis vor Steuern übertrifft

den Vorjahreswert recht deutlich. Die wesentlichen

Erfolgskomponenten sind in der unten stehenden

Tabelle aufgeführt.

Zur weitergehenden Analyse der Ertragslage wird

für interne Zwecke und für den überbetrieblichen

Vergleich der bundeseinheitliche Betriebsvergleich

der Sparkassenorganisation eingesetzt, in

dem eine detaillierte Aufspaltung und Analyse des

Ergebnisses im Verhältnis zur Durchschnittsbilanzsumme

erfolgt. Zur Ermittlung eines Betriebsergebnisses

vor Bewertung werden die in der unten

stehenden Tabelle aufgeführten Erträge und Aufwendungen

um periodenfremde und außergewöhnliche

Posten berichtigt, die in der internen

Darstellung einem Neutralen Ergebnis zugerechnet

werden. Soweit nachstehend Ergebnisse aus

diesem Betriebsvergleich herangezogen werden,

wird ausdrücklich darauf verwiesen.

Die wichtigste Ertragsquelle der Sparkasse ist weiterhin

der Zinsüberschuss. Dieser ist dem Trend

des Vorjahres folgend im vergangenen Geschäftsjahr

um ,2 Mio. EUR bzw. 10,2% auf 5,3 Mio. EUR

gestiegen (Vorjahr: 7,3%). Dabei verringerten sich

angesichts der stark rückläufigen Zinssätze am

Erfolgskomponenten

Geld- und Kapitalmarkt sowohl die Zinserträge

zzgl. der Erträge aus Aktien, Beteiligungen und

Gewinnabführungsverträgen als auch die Zinsaufwendungen.

Die im Jahresverlauf vorherrschende

Zinsstruktur bewirkte, dass der Zinsaufwand aufgrund

der hohen Liquiditätspräferenz der Kunden

weitaus stärker zurückging als der Zinsertrag. Der

geplante Zinsüberschuss von 1,5 Mio. EUR wurde

deutlich überschritten.

In Relation zur Durchschnittsbilanzsumme ergibt

sich auf der Grundlage des Betriebsvergleichs eine

Zinsspanne von 2, 1% (nach 2,3 % im Vorjahr).

Der Provisionsüberschuss erhöhte sich um 1,0%

auf 9,8 Mio. EUR. Aufgrund einer stärkeren Steigerung

des Zinsüberschusses ermäßigte sich das

Verhältnis von Provisions- zu Zinsüberschuss von

23,6% auf 21,6%.

Die Personalaufwendungen sanken trotz der tariflichen

Entgeltanpassung gegenüber dem Vorjahreswert

um 0,6 Mio. EUR bzw. 3,0% auf 19,7 Mio.

EUR, während die anderen Verwaltungsaufwendungen

auf Vorjahresniveau blieben. Die in den

Vorjahren begonnenen und im Berichtsjahr fortgeführten

Maßnahmen zur Kostenbegrenzung

zeigten somit auch in 2010 ihre Wirkung.

GuV

Posten

2010

Mio. EUR

2009

Mio. EUR

Veränderung

Mio. EUR %

Zinsüberschuss 1 bis 5,3 1,1 ,2 10,2

Provisionsüberschuss 5 und 6 9,8 9,7 0,1 1,0

Nettoergebnis aus Finanzgeschäften 7 0,0 0,1 -0,1 -100,0

Sonstige betriebliche Erträge 8 und 9 1,2 1,5 -0,3 -20,0

Summe 56,3 52,4 3,9 7,4

Personalaufwand 10a -19,7 -20,3 -0,6 -3,0

Anderer Verwaltungsaufwand 10b -9, -9, 0,0 0,0

Sonstige betriebliche Aufwendungen 11, 12 -3,7 -3, 0,3 8,8

Ergebnisse vor Bewertung und Risikovorsorge 23,5 19,3 4,2 21,8

Ertrag bzw. Aufwand aus Bewertung und

Risikovorsorge sowie Neutrales Ergebnis

13 bis 22 -13,1 -12,5 0,6 ,8

Ergebnis vor Steuern 10,4 6,8 3,6 52,9

Steueraufwand 23 und 2 -7,3 - ,7 2,6 55,3

Jahresüberschuss 26 3,1 2,1 1,0 47,6


Die Cost-Income-Ratio aus den berichtigten Werten

der Erfolgsrechnung des Betriebsvergleichs

verbessert sich im Vergleich zu 2009 von 60,2%

auf 56,0%.

Das Betriebsergebnis vor Bewertung, das sich nach

Berichtigungen um periodenfremde und außergewöhnliche

Beträge nach den Grundsätzen für den

Betriebsvergleich ergibt, zeigt in absoluten Werten

eine Steigerung von 20,5 Mio. EUR auf 2 ,1 Mio.

EUR. Im Verhältnis zur Durchschnittsbilanzsumme

ergibt sich für diese Steuerungsgröße ein Wert von

1,31% nach 1,16% im Vorjahr. Der Wert liegt aus

den bereits erläuterten Gründen über dem zu Jahresbeginn

prognostizierten Wert.

Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf

Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie

Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft

(Bewertung und Risikovorsorge) werden nach

der gemäß § 3 0f Abs. 3 Handelsgesetzbuch zu-

lässigen Verrechnung mit Erträgen in Höhe von

1,0 Mio. EUR (2009: 12,0 Mio. EUR) ausgewiesen.

Der Steueraufwand ist (nach ,7 Mio. EUR im Vorjahr)

deutlich auf 7,3 Mio. EUR gestiegen.

Der Jahresüberschuss des Jahres 2010 beträgt

3,1 Mio. EUR nach 2,1 Mio. EUR im Vorjahr und

übertrifft damit den Vergleichswert um 7,6%.

Gemäß den Vorschriften des Sparkassengesetzes

für das Land Nordrhein-Westfalen entscheidet

die Trägerversammlung auf Vorschlag des Verwaltungsrates

über die Verwendung des Jahresüberschusses.

Das Betriebsergebnis vor Bewertung – auf der

Grundlage des Betriebsvergleiches – als Maßgröße

der Ertragskraft liegt im Vergleich zu dem Durchschnittswert

der westfälisch-lippischen Sparkassen

knapp über dem Referenzwert. Es ermöglicht auch

nach Berücksichtigung des Bewertungsergebnisses

eine angemessene Aufstockung des Eigenkapitals

als Grundlage für die künftige Geschäftsausweitung.

4. Zusammenfassung

Die Vermögenssituation der Sparkasse ist – gemessen

am Durchschnitt der westfälisch-lippischen

Sparkassen – überdurchschnittlich gut. Eine ausreichende

Liquidität ist, insbesondere aufgrund

der hohen Wertpapierbestände, jederzeit gewährleistet.

Die Ertragslage liegt im Berichtsjahr leicht

über dem Niveau des Verbandsdurchschnittswertes.

F. Risikobericht

1. Ziele und Strategien des

Risikomanagements

Lagebericht

Der Gesamtvorstand der Sparkasse hat in der

Risikostrategie die risikopolitische Ausrichtung

der Sparkasse festgelegt. Gemäß der geschäftspolitischen

Zielsetzung der Sparkasse werden

Risiken bei günstigem Chance-/Risikoprofil bewusst

eingegangen, während bei ungünstigerem

Chance-/Risikoprofil eine Kompensation oder

Verminderung der Risiken erfolgt. Risiken mit

vertretbarem potenziellen Schaden werden akzeptiert.

Begrenzt werden die eingegangenen

Risiken durch den Umfang des bereitgestellten

Risikodeckungspotenzials und dem hieraus abgeleiteten

Risikolimit bzw. den für die einzelnen

Risikoarten festgelegten Teillimiten. Die übergreifende

Risikostrategie wird ergänzt um Detailstrategien

für das Kredit- und Marktpreisrisiko

sowie um die Rahmenbedingungen für Handelsgeschäfte.

Der Verwaltungsrat der Sparkasse bzw. der Risikoausschuss

überprüft die vom Vorstand festgelegte

Risikostrategie anhand des vierteljährlich

vom Vorstand vorzulegenden Gesamtrisikoberichts.

27


28

Lagebericht

2. Risikomanagementsystem

Zur Identifizierung, Bewertung und Steuerung

der Risiken hat die Sparkasse ein Risikomanagement-

und -überwachungssystem eingerichtet.

Das Risikomanagement umfasst die Verfahren

zur Identifizierung und Bewertung der Risiken,

die Festlegung von geeigneten Steuerungsmaßnahmen

und die notwendigen Kontrollprozesse.

Das Risikomanagementsystem ist Bestandteil

einer ordnungsgemäßen Geschäftsorganisation

gemäß § 25a Abs. 1 KWG.

Der Gesamtvorstand ist für die Festlegung der

Risikostrategien in den Geschäftsfeldern und für

die Entwicklung des Risikomanagementsystems

verantwortlich.

Für alle risikorelevanten Geschäfte ist bis in die

Ebene des Vorstandes eine funktionale Trennung

zwischen Markt und Marktfolge festgelegt. Diese

Trennung gilt analog für den Handel einerseits

und für Abwicklung, Rechnungswesen und Überwachung

andererseits. Damit wird der von der

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

(BaFin) in den Mindestanforderungen an das Risikomanagement

(MaRisk) geforderten Funktionstrennung

Rechnung getragen.

Risikobehaftete Geschäfte werden nur getätigt,

wenn deren Risikogehalt von allen damit

befassten Mitarbeitern beurteilt werden kann.

Bevor Geschäfte mit neuen Produkten oder auf

neuen Märkten regelmäßig abgeschlossen werden,

sind im Rahmen einer Testphase das Risikopotenzial

dieser Geschäfte zu bewerten und

die für die Abwicklung notwendigen Prozesse in

Arbeitsanweisungen festzulegen.

Die Interne Revision prüft in regelmäßigen Abständen

das eingerichtete Risikomanagementsystem.

Zielsetzung der Prüfungen ist insbesondere

die ordnungsgemäße Handhabung der

festgelegten Regelungen sowie die Feststellung

von Schwachstellen im Risikomanagementsystem

und die Überwachung der Umsetzung notwendiger

Anpassungen.

3. Risikomanagementprozess

Der Risikomanagementprozess umfasst alle

Aktivitäten der Sparkasse zum systematischen

Umgang mit Risiken. Er teilt sich auf in die Einzelschritte

Risikoerkennung, Risikobewertung, Risikomessung,

Risikoberichterstattung, Risikosteuerung

und Risikokontrolle.

Im Rahmen der Risikoinventur werden jährlich alle

auf die Geschäftsbereiche und Funktionsbereiche

der Sparkasse einwirkenden Risiken systematisch

anhand von festgelegten Risikoindikatoren ermittelt

und dem Risikokatalog zugeordnet.

Über eine Risikobewertung werden die wesentlichen

Risiken der Sparkasse festgelegt. Die Bewertung

erfolgt anhand einer Risikokennzahl, die

sich aus den drei Merkmalen Eintrittswahrscheinlichkeit,

mögliche Schadenshöhe und Beherrschbarkeit

zusammensetzt. Nach der Höhe der Risikokennzahl

richtet sich die Einordnung des

jeweiligen Risikos in eine Risikoklasse. Die Einordnung

in eine Risikoklasse bestimmt den Umfang

der notwendigen Maßnahmen zur Beobachtung

und Steuerung des jeweiligen Risikos.

Für jede Risikoart sind Methoden zur Messung des

Risikos festgelegt. Die Messung für die in die Risikotragfähigkeitsrechnung

einbezogenen wesentlichen

Risiken erfolgt grundsätzlich GuV-orientiert,

d. h. die Risiken werden danach gemessen,

ob und in welcher Höhe ihr Eintritt Auswirkungen

auf den handelsrechtlichen Jahresüberschuss der

Sparkasse hat. Bei der Beurteilung der Marktpreisrisiken

wird die GuV-orientierte Sichtweise

ergänzt um eine betriebswirtschaftliche (wertorientierte)

Betrachtung.

Ergänzend zur turnusgemäßen Beurteilung der

Risiken anhand der Risikotragfähigkeitsrechnung

werden regelmäßig Stresstests für alle wesentlichen

Risiken durchgeführt, in denen außergewöhnliche,

aber plausibel mögliche Ereignisse

abgebildet werden. Die Ergebnisse der Stresstests

werden bei der Beurteilung der Risikotragfähigkeit

berücksichtigt.


Der Gesamtvorstand der Sparkasse wird regelmäßig

über die eingegangenen Risiken sowie über

die Ergebnisse der Stresstests in schriftlicher

Form unterrichtet. Eine Ad-hoc-Berichterstattung

erfolgt bei Risikoereignissen von wesentlicher

Bedeutung.

Die zur Steuerung bzw. Verringerung von Risiken

einzusetzenden Instrumente sind vom Vorstand

abschließend festgelegt worden. Die Bearbeitungs-

und Kontrollprozesse sind in Arbeitsanweisungen

umfassend beschrieben.

Die durchgeführten Maßnahmen zur Steuerung

bzw. Verringerung der Risiken werden regelmäßig

auf Effektivität und Effizienz überprüft.

Zwischen der Risikosteuerung und der Risikokontrolle

besteht mindestens eine personelle

Funktionstrennung. Die sich aus der Risikokontrolle

ergebenden Korrekturen fließen in den Risikomanagementprozess

ein.

Für alle Teilschritte des Risikomanagements sind

Verantwortlichkeiten festgelegt worden. Die jährlich

durchzuführende Risikoinventur erfolgt dezentral

in den für die Abwicklung der einzelnen Geschäfts-

Risikokategorien

Liquiditätsrisiken Marktpreisrisiken Adressrisiken

Refinanzierungsrisiko

Liquiditätsrisiko

i. e. S.

Marktliquiditätsrisiko

und Organisationsbereiche zuständigen Abteilungen.

Die Bewertung der Risiken nach einheitlichen

Bewertungsmaßstäben wird auf Vorschlag

des Risikomanagers vom Vorstand festgelegt. Die

Aktivitäten zur Messung, Steuerung und Überwachung

der Risiken sind in der Abteilung Vorstandssekretariat

zusammengefasst worden.

Das Vorstandssekretariat analysiert und quantifiziert

die Risiken der Sparkasse, überwacht die

Einhaltung der vom Vorstand festgelegten Limite

und übernimmt die Risikoberichterstattung.

Das Risikomanagementsystem ist in einem Risikohandbuch

dokumentiert. Die Fortentwicklung

des Risikomanagementsystems und die Abstimmung

der gesamten Aktivitäten im Risikomanagementsystem

sind auf einen Risikomanager

übertragen worden.

4. Risikokategorisierung

Lagebericht

Die im Rahmen der Risikoinventur festgestellten

Risiken ordnen wir den im folgenden Schaubild dargestellten

Risikokategorien und -arten zu.

Operationelle

Risiken

Sonstige Risiken

Zinsänderungsrisiko Kreditrisiko Infrastruktur Strategische Risiken

Währungsrisiko

Spezifisches

Kursrisiko

Aktienkursrisiko Kontrahentenrisiko Interne Verfahren

Sachwertrisiko Emittentenrisiko Externe Einflüsse

Optionsrisiko Strukturrisiko

Länderrisiko

Sonstiges

Ausfallrisiko

Mitarbeiter Reputationsrisiko

29


30

Lagebericht

5. Darstellung der wesentlichen Risikoarten

5.1. Adressenausfallrisiken im Kreditgeschäft

Als Adressenausfallrisiken im Kreditgeschäft verstehen

wir die Gefahr von Ausfällen der im Rahmen

des Kreditgeschäfts vertraglich zugesagten

Leistungen durch den Ausfall eines Geschäftspartners

sowie durch Wertminderungen der

Forderungen aufgrund nicht vorhersehbarer

Verschlechterung der Bonität eines Geschäftspartners.

Der Vorstand der Sparkasse hat eine Risikostrategie

für das Kreditgeschäft festgelegt, die jährlich

überprüft wird. Innerhalb der Kreditrisikostrategie

wurde insbesondere bestimmt, dass für Kreditvergaben

an Kreditnehmer aus festgelegten

Risikobranchen erhöhte Anforderungen an die

Bonität der Kreditnehmer oder die Sicherstellung

der Engagements gelten. Die Regelungen

gelten analog für Kreditvergaben an Kreditnehmer,

die eine festgelegte Größenordnung überschreiten.

Grundlage jeder Kreditentscheidung ist eine

detaillierte Bonitätsbeurteilung der Kreditnehmer.

Im risikorelevanten Kreditgeschäft nach den

MaRisk ist ein zweites Kreditvotum durch einen

vom Markt unabhängigen Bereich (Kreditabteilung)

notwendig.

Vom Markt unabhängige Zuständigkeitsbereiche

erstellen jeweils zum Quartalsende einen Kreditrisikobericht,

in dem über die Entwicklung aller

wesentlichen Aspekte des Kreditportfolios zu

berichten ist.

Die Organisation des Kreditgeschäfts und die

Bonität einzelner Kreditnehmer werden jährlich

durch die Interne Revision der Sparkasse in

umfangreichen Stichproben geprüft.

Wir teilen unser Kreditgeschäft in zwei große

Gruppen auf, wobei auf das Firmenkunden- und

Kommunalkreditgeschäft 53% des Kreditvolumens

(ohne Treuhandkredite und Avale) ent-

fallen und auf das Privatkundengeschäft 6%.

Der verbleibende Rest verteilt sich auf die sonstigen

Kreditnehmer, d. h. auf Organisationen

ohne Erwerbszweck sowie ausländische Unternehmen

und Privatpersonen.

Der Anteil der Firmenkunden- und Kommunalkredite

hat sich seit dem letzten Stichtag nicht

nennenswert verändert, während der Anteil der

Kredite an Privatkunden leicht anstieg (+2%-

Punkte).

Im Rahmen der Erstellung des vierteljährlichen

Kreditrisikoberichts wird die Verteilung der Firmenkundenkredite

auf Branchen im Hinblick auf

Konzentrationsrisiken analysiert. Zum Jahresultimo

wurde erstmals eine detaillierte Branchengliederung

erstellt, die die bisherige gröbere

Gliederung ersetzt.

Die Branchengliederung zeigt eine relativ gleichmäßige

Verteilung der Firmenkundenkredite auf

die verschiedenen Branchen. Die größten Anteile

am Firmenkundenkreditgeschäft entfallen auf

die Sektoren „Grundstücks- und Wohnungswirtschaft“

(rd. 2 %), „Verarbeitendes Gewerbe“

(rd. 12%) und „Energie- und Wasserversorgung“

(rd. 10%). Betrachtet man lediglich die nicht besicherten

Kredite, so fällt der Anteil der Branche

„Grundstücks- und Wohnungswirtschaft“ mit rd.

13% deutlich niedriger aus. Insgesamt lassen

sich aus der Branchengliederung keine besonderen

Risiken ableiten.

Die Großkredite gemäß § 13 Abs. 1 KWG (10% des

haftenden Eigenkapitals gemäß § 10 KWG) machten

am 31.12.2010 das 0,5fache des am Bilanzstichtag

31.12.2010 geltenden haftenden Eigenkapitals

gemäß § 10 KWG aus (31.12.2009 das

0,6fache).

Zur Beurteilung der Bonität der Kreditnehmer

stützen wir uns auf ein vom Deutschen Sparkassen-

und Giroverband (DSGV) entwickeltes Kreditinformations-

und -überwachungssystem mit

den Bausteinen Einzelbilanzanalyse und Statistische

Bilanzanalyse.


Zudem wird das vom DSGV entwickelte einheitliche

Ratingverfahren der Sparkassenorganisation

für das gewerbliche Kreditgeschäft

eingesetzt. Für gewerbliche Kreditnehmer mit

geringem Obligo nutzen wir das sog. Kundenkompaktrating.

Die Beurteilung von Immobilienkunden

bzw. Objektfinanzierungen erfolgt mit

Hilfe des Immobiliengeschäftsratings.

Im Privatkundengeschäft kommt das Kundenscoring

zur Anwendung, wobei sowohl anlassbezogene

Bewertungen bei Kreditvergaben als

auch regelmäßige Bestandsbewertungen stattfinden.

Zur frühzeitigen Identifizierung der Kreditnehmer,

bei deren Engagements sich erhöhte Risiken

abzuzeichnen beginnen, setzen wir ein Verfahren

zur Früherkennung von Kreditrisiken ein, das auf

einem vom DSGV entwickelten Konzept beruht.

Im Rahmen dieses Verfahrens sind quantitative

und qualitative Indikatoren festgelegt worden,

die eine frühzeitige Risikoidentifizierung ermöglichen

sollen.

Soweit einzelne Kreditengagements festgeleg-

te Kriterien aufweisen, die auf erhöhte Risi-

ken hindeuten, wird dieses Kreditengage-

ment einer gesonderten Beobachtung durch

eine vom Markt unabhängige Stelle unterzogen

(Intensivbetreuung).

Kritische Kreditengagements werden von auf die

Sanierung bzw. Abwicklung spezialisierten Mitarbeitern

auf der Grundlage eines Sanierungs-

bzw. Abwicklungskonzeptes betreut (Problemkredite).

Der Anteil der einer Intensivbetreuung unterzogenen

Kredite sank im Berichtsjahr geringfügig

von 1,6% auf nunmehr 1,5% des gesamten Kreditvolumens,

während sich der Anteil der Problemkredite

von ,7% auf ,8% leicht erhöhte.

Die Risiken sind größtenteils durch eine entsprechende

Sicherstellung bzw. die Bildung

einer angemessenen Risikovorsorge abgedeckt.

In unseren Organisationsrichtlinien haben wir

Lagebericht

Kriterien festgelegt, auf deren Grundlage sowohl

die Kundenbetreuer als auch die für die Kreditweiterbearbeitung

zuständigen Stellen die Kreditengagements

zu ermitteln haben, für die

Risikovorsorgemaßnahmen in Form von Einzelwertberichtigungen

und Rückstellungen erforderlich

sind. Risikovorsorgemaßnahmen sind für

alle Engagements vorgesehen, bei denen nach

umfassender Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse

der Kreditnehmer davon ausgegangen

werden kann, dass es voraussichtlich nicht

mehr möglich sein wird, alle fälligen Zins- und Tilgungszahlungen

nach den vertraglich vereinbarten

Kreditbedingungen zu vereinnahmen. Bei der

Bemessung der Risikovorsorgemaßnahmen werden

die voraussichtlichen Realisationswerte der

gestellten Sicherheiten berücksichtigt.

Das allgemeine Adressenausfallrisiko des Gesamtportfolios

wurde bislang mit dem 2,3fachen

des durchschnittlichen Bewertungsergebnisses

der letzten zehn Jahre, bezogen auf die aktuelle

Kreditinanspruchnahme, berechnet (erwarteter

und unerwarteter Verlust). Ab dem Jahresultimo

erfolgt die Risikoermittlung mit Hilfe

eines mathematisch-statistischen Modells auf

der Basis mittlerer Ausfallwahrscheinlichkeiten

unter Berücksichtigung der Bonitäts- und Größenklassenstruktur

sowie der Besicherung. Das

so ermittelte Risikopotenzial wird dem aus der

Risikotragfähigkeitsrechnung abgeleiteten Limit

gegenübergestellt. Das entsprechende Limit

wurde im Berichtsjahr eingehalten. Ergänzend

hierzu werden regelmäßig Stresstests durchgeführt,

die die Auswirkungen außergewöhnlicher

Ereignisse beleuchten sollen. Hierfür werden

die Modell-Parameter, insbesondere Bonität

und Besicherung, wie in den Stressszenarien

beschrieben, variiert.

Im Rahmen der Risikoberichterstattung wird der

Vorstand vierteljährlich über die Entwicklung der

Strukturmerkmale des Kreditportfolios, die Einhaltung

der eingerichteten Limite, die Ergebnisse

der Stresstests sowie über die Entwicklung der

notwendigen Vorsorgemaßnahmen für Einzelrisiken

schriftlich unterrichtet.

31


32

Lagebericht

Die Entwicklung der Risikostruktur zeigt, dass

sich die Risiken aus dem Kreditgeschäft gegenüber

dem Vorjahr leicht vermindert haben. Durch

die gebildeten Wertberichtigungen und Rückstellungen

haben wir allen erkennbaren akuten

Risiken Rechnung getragen. Dabei wurden

neben den Grundsätzen kaufmännischer Vorsicht

strenge interne Bewertungsmaßstäbe

angelegt.

5.2. Adressenausfallrisiken der Beteiligungen

Der Anteilsbesitz der Sparkasse von rund 26 Mio.

EUR entfällt im Wesentlichen mit 16,3 Mio. EUR

bzw. rd. 63% auf die Beteiligung am Sparkassenverband

Westfalen-Lippe (SVWL) Münster und mit

9,7 Mio. EUR bzw. rd. 37% auf die Erwerbsgesellschaft

der S-Finanzgruppe mbH & Co. KG, welche

wiederum Anteile an der Landesbank Berlin Holding

AG hält. Bei der letztgenannten Beteiligung

ergab sich zum Jahresultimo eine Wertminderung

in Höhe von 0,2 Mio. EUR.

Der SVWL hält im Interesse aller westfälisch-lippischen

Sparkassen Beteiligungen an der Provinzial

Nord-West Holding AG, der WestLB AG, der

Landesbausparkasse (LBS West), am Deutschen

Sparkassen- und Giroverband ö. K., an der Deutschen

WertpapierService Bank AG sowie einige

kleinere Beteiligungen an anderen Unternehmen.

Aus der Beteiligung am SVWL entstammen Risiken

durch die (indirekte) Haftung für die Abwicklungsanstalt

der WestLB AG sowie durch die Entwicklung

der WestLB AG selbst, die wir in unser Risikomanagement

einbeziehen. Der Buchwert der

Beteiligung am SVWL entspricht den Anschaffungskosten.

Inwieweit dieser Wertansatz möglicherweise

durch die weitere Entwicklung der WestLB AG

künftig belastet wird, ist zur Zeit nicht abzusehen.

5.3. Adressenausfallrisiken und

Marktpreisrisiken aus Handelsgeschäften

Zu den Handelsgeschäften zählen wir alle Eigenanlagen

in Form von Tages- und Termingeldanlagen,

Schuldverschreibungen und anderen Wertpapieren

öffentlicher und privatrechtlicher Emittenten,

wie Kreditinstitute und andere Unternehmen. Das

Adressenausfallrisiko definieren wir entsprechend

dem Adressenausfallrisiko im Kreditgeschäft.

Marktpreisrisiken der Handelsgeschäfte sind mögliche

Ertragseinbußen, die sich aus der Veränderung

der Marktpreise der Schuldverschreibungen

und sonstigen Wertpapiere ergeben.

Neben der übergreifenden Risikostrategie geben

die vom Vorstand verabschiedeten Rahmenbedingungen

für Handelsgeschäfte sowie die Marktpreisrisikostrategie

den Handlungsrahmen für den

Abschluss von Handelsgeschäften vor. Adressenausfallrisiken

aus Handelsgeschäften werden in

der Kreditrisikostrategie behandelt.

Handelsgeschäfte werden zum Zwecke der rentierlichen

Anlage freier Mittel am Geld- oder Kapitalmarkt

abgeschlossen. Ziel ist die Erzielung einer

möglichst hohen Rendite bei einem angemessenen

Risiko. Die erworbenen Wertpapiere werden

grundsätzlich der Liquiditätsreserve zugeordnet,

um eine ausreichende Zahlungsbereitschaft

sicherzustellen. Der Fokus liegt auf der Erzielung

ordentlicher Erträge in Form von Zinsen, Dividenden

oder Ausschüttungen. Daneben sollen Kursgewinne

erzielt sowie Kurswertreserven aufgebaut

werden. Als Nichthandelsbuchinstitut hat die Erzielung

kurzfristiger Eigenhandelserfolge für die Sparkasse

keine Priorität. Das sogenannte Handelsbuch

hat, gemessen am Gesamtvolumen der Eigenanlagen,

nur eine untergeordnete Bedeutung.

Der Hauptanteil der Eigenanlagen entfällt auf

verzinsliche Wertpapiere und Interbankenforderungen.

Neben verzinslichen Wertpapieren

und Forderungen werden Aktien, Fonds und im

begrenzten Umfang sonstige Wertpapiere für den

Eigenbestand erworben. Derivate dienen hauptsächlich

der Absicherung von Marktpreisrisiken


sowie der Steuerung des Zinsänderungsrisikos.

Der Bestand der Forderungen an Kreditinstitute,

Schuldverschreibungen, Aktien, Investmentfonds

und sonstigen Wertpapieren hat sich zum Bilanzstichtag

wie unten beschrieben entwickelt.

Zum Einsatz und Bestand der derivativen Finanzinstrumente

verweisen wir auf unsere Erläuterungen

im Anhang zum Jahresabschluss.

Zur Begrenzung von Adressenausfallrisiken aus

Handelsgeschäften haben wir Volumenlimite für

einzelne Adressen festgelegt. Daneben beschränken

übergeordnete Volumenlimite spezifische

Risiken einzelner Wertpapierarten bzw. Teilportfolien.

Zur Ermittlung der allgemeinen Adressenausfallrisiken

aus Handelsgeschäften wird der erwartete

Verlust, der sich aufgrund der ratingbedingten

Ausfallwahrscheinlichkeit der betreffenden Wertpapiere

ergibt, mit dem Faktor 1,3 multipliziert.

Zusätzlich wird der Ausfall des größten Emittenten

einer vorgegebenen Rating-Kategorie simuliert.

Der höhere Wert wird übernommen und dem aus

der Risikotragfähigkeitsrechnung abgeleiteten

Limit gegenübergestellt. Daneben werden mit Hilfe

von Stressszenarien auch die Auswirkungen außerordentlicher

Ereignisse quantifiziert.

Der Erwerb von verzinslichen Wertpapieren und

Interbankenforderungen für den Eigenbestand der

Sparkasse setzt gemäß den internen Regelungen

grundsätzlich eine mindestens gute Bonität der

Emittenten voraus. Mittlere Bonitäten werden nur

im begrenzten Umfang zur Beimischung akzeptiert.

Für diese Adressen gelten deutlich niedrigere

Höchstgrenzen pro Position als für Adressen mit

guter oder sehr guter Bonität. Die Beurteilung der

Lagebericht

Bonitäten erfolgt anhand externer Ratings namhafter

Ratingagenturen. Daneben werden bei der

Einräumung von Emittenten-/Kontrahentenlimiten

weitere wirtschaftliche Rahmendaten der Unternehmen

berücksichtigt. Aktien sind grundsätzlich

aus einem Hauptindex auszuwählen. Bei den im

Bestand befindlichen Aktien handelt es sich fast

ausschließlich um sogenannte Standardwerte. Die

vorgenannten Einschränkungen für verzinsliche

Wertpapiere und Aktien gelten für die Spezialfonds

ebenso wie für die Direktanlage. Sonstige Wertpapiere

werden im Einzelfall unter Berücksichtigung

der spezifischen Risiken erworben.

Das Länderrisiko wird durch die bereits dargelegte

Vorgabe von Mindestbonitäten bzw. Mindestratings

begrenzt. Vor dem Hintergrund der

guten Länderratings spielt das Länderrisiko nur

eine untergeordnete Rolle. Zur Begrenzung der

Marktpreisrisiken ist ein Globallimit festgelegt.

Das Globallimit ist in einzelne Teillimite für fest

definierte Portfolios untergliedert.

Zur Quantifizierung der Marktpreisrisiken aus

Handelsgeschäften wird ein sogenannter Valueat-Risk

berechnet. Der Ermittlung der Risikopotenziale

liegt eine Vergangenheitsbetrachtung

zu Grunde, die es erlaubt, den Risikokurs anzugeben,

der mit einer 99%igen Wahrscheinlichkeit

innerhalb von 10 Handelstagen (Haltedauer)

nicht unterschritten wird. Stützbereich der Risikoparameter

sind die letzten 250 Handelstage.

Der Value-at-Risk ist, soweit sich das Risiko in der

Gewinn- und Verlustrechnung niederschlägt, in

der Risikotragfähigkeitsrechnung durch das zur

Risikoabdeckung bereitgestellte Risikodeckungspotenzial

abzusichern.

Art 31.12.2010 Mio. EUR 31.12.2009 Mio. EUR

Forderungen an Kreditinstitute

Schuldverschreibungen und andere verzinsliche Wertpapiere

Aktien

Wertpapierspezialfonds

Sonstige Investmentfonds

Genussrechtskapital und sonstige Wertpapiere

Insgesamt

30,3

560,0

0,5

106,

7,5

7,1

711,8

59,6

67 ,3

0,5

105,9

1,0

7,0

848,4

33


3

Lagebericht

Ergänzend hierzu werden im Rahmen von Stresstests

auch die Auswirkungen außergewöhnlicher

Ereignisse abgebildet, indem die maßgeblichen

Risikofaktoren, wie in den Stressszenarien beschrieben,

variiert werden.

Die angewandten Risikoparameter werden regelmäßig

einem Backtesting unterzogen, um deren

Vorhersagekraft einschätzen zu können.

Neben der Risikobetrachtung findet eine tägliche

Bewertung aller Eigengeschäfte zu Marktpreisen

(Mark-to-Market) statt.

Die Überwachung des Marktpreisrisikos wird in

der Abteilung Vorstandssekretariat unter strenger

Beachtung der Funktionstrennung zur Handelsabteilung

wahrgenommen. Es wird täglich geprüft, ob

sich die Adressenrisiken und die Marktpreisrisiken

innerhalb der vorgegebenen Limite bewegen. Im

Falle von Limitüberschreitungen entscheidet der

Gesamtvorstand auf der Grundlage von Vorschlägen

der Fachbereiche über Maßnahmen zur Verringerung

der Risiken.

Der Gesamtvorstand wird täglich über die Risiken

aus Handelsgeschäften bzw. die Einhaltung der

Limite unterrichtet. Darüber hinaus erstellt die

Fachabteilung monatlich einen umfassenden Bericht

über Entwicklung der Risiko- und Ertragslage

im Eigengeschäft der Sparkasse. Sämtliche Risiko-

und Bestandslimite auf (Teil-) Portfolioebene wurden

im Berichtsjahr eingehalten. Soweit bei einzelnen

Positionslimiten Überschreitungen auftraten,

waren diese nur geringfügig und wurden nach

Möglichkeit umgehend ausgeräumt.

5.4. Zinsänderungsrisiken

Das Zinsänderungsrisiko verstehen wir als Risiko

von Wertveränderungen der verzinslichen Vermögens-

und Schuldposten infolge von Marktzinsänderungen.

Aufgrund von unterschiedlichen

Beständen an festverzinslichen Aktiva und Passiva

besteht zudem die Gefahr einer Verringerung der

Zinsspanne (Zinsspannenrisiko).

Zur Ermittlung der Auswirkungen von Marktzinsänderungen

auf den Vermögenswert aller zinstragenden

Aktiv- und Passivpositionen (Zinsbuch)

nutzt die Sparkasse das Modell einer wertorientierten

Zinsrisikosteuerung (Barwertkonzept).

Grundlage der Wertermittlung der Zinsgeschäfte

sind alle innerhalb der jeweiligen Restlaufzeit

(Zinsbindung) liegenden Zahlungen (Cashflows).

Diese Zahlungen werden mit der der jeweiligen

Laufzeit entsprechenden aktuellen Rendite abgezinst.

Die Zinsbindung bzw. die Zahlungen variabel

verzinslicher Geschäfte leitet die Sparkasse nach

dem vom DSGV entwickelten Verfahren der gleitenden

Durchschnitte aus dem tatsächlichen Zinsanpassungsverhalten

dieser Geschäfte ab.

Für den aus dem Gesamt-Cashflow der Sparkasse

errechneten Barwert wird anschließend das Verlustrisiko

(Value-at-Risk) ermittelt und der zu

erwartenden Performance gegenübergestellt. Die

Berechnungen des Value-at-Risk und der erwarteten

Performance beruhen auf der historischen

Simulation der Marktzinsveränderungen.

Die negative Abweichung der Performance innerhalb

der nächsten 90 Kalendertage (Haltedauer)

von diesem statistisch erwarteten Wert wird mit

einer Wahrscheinlichkeit von 99% (Konfidenzniveau)

berechnet.

Zur Beurteilung des Zinsänderungsrisikos orientieren

wir uns an einer als effizient eingeschätzten

Benchmark. Das Zinsbuch der Sparkasse weist

zum Bilanzstichtag ein im Vergleich zur Benchmark

niedrigeres Risiko auf. Zur Absicherung des

Zinsänderungsrisikos werden neben bilanzwirksamen

Instrumenten auch Zinsswaps eingesetzt

(vgl. Angaben im Anhang zum Jahresabschluss).

Neben der wertorientierten Berechnung wird als

notwendige Nebenbedingung vierteljährlich eine

GuV-orientierte Rechnung zur Ermittlung des Zinsspannenrisikos

durchgeführt.

Das Zinsspannenrisiko wird anhand von Simulationsrechnungen

auf Basis verschiedener Zinsszenarien,

die sowohl Parallelverschiebungen der


Zinskurve als auch Drehungen beinhalten, ermittelt.

Das Risiko, welches als negative Abweichung

von der erwarteten Zinsspanne definiert ist, wird

dem aus der Risikotragfähigkeitsrechnung abgeleiteten

Limit gegenübergestellt. Mit Hilfe von Stressszenarien

werden zudem die Auswirkungen außergewöhnlicher

Ereignisse abgebildet.

Über die Entwicklung der Zinsänderungsrisiken

wird der Gesamtvorstand vierteljährlich unterrichtet.

Das aktuelle Zinsänderungsrisiko einschließlich

des Zinsspannenrisikos ist vor dem Hintergrund

der Vermögens- und Ertragslage der Sparkasse

derzeit vertretbar.

Die Limite zur Begrenzung des barwertigen und

periodischen Zinsänderungsrisikos wurden im

Berichtsjahr eingehalten.

5.5. Liquiditätsrisiken

Unter dem Liquiditätsrisiko wird das Risiko verstanden,

dass die Sparkasse ihren Zahlungsverpflichtungen

im Zeitpunkt der Fälligkeit nicht mehr nachkommen

kann.

Neben dem vorgenannten Liquiditätsrisiko im

engeren Sinne existiert das sog. Marktliquiditätsrisiko,

welches darin besteht, dass Aktiva aufgrund

der Illiquidität der Märkte im Bedarfsfall nicht oder

nur zu ungünstigen Konditionen veräußert oder

Passiva nicht bzw. nur zu ungünstigen Konditionen

beschafft werden können.

Der Gesamtvorstand wird monatlich über die Liquiditätslage

der Sparkasse sowie über wesentliche

Entwicklungen unterrichtet. Zur Vermeidung von

Liquiditätsrisiken erfolgt vierteljährlich eine Liquiditätsplanung

auf der Grundlage der vereinbarten

und erwarteten Zahlungseingänge und Zahlungsverpflichtungen.

Mit Hilfe von Szenariobetrachtungen wird regelmäßig

die Belastbarkeit der Liquiditätslage überprüft.

In verschiedenen Stressszenarien werden

auch die Auswirkungen außergewöhnlicher Ereig-

nisse simuliert. Zur Sicherung ausreichender Liquidität

halten wir – in Abhängigkeit von der aktuellen

Liquiditätssituation – börsengängige festverzinsliche

Wertpapiere, die im Rahmen des Pfandpoolverfahrens

der Deutschen Bundesbank jederzeit

beliehen werden können. Darüber hinaus steht

die WestLB AG mit einer Liquiditätskreditlinie zur

Verfügung. Bei Bedarf können zudem Wertpapiere

der Liquiditätsreserve veräußert werden. Neben

der Liquiditätsplanung erfolgt arbeitstäglich eine

Disposition der Zahlungsein- und -ausgänge.

Nicht zuletzt aufgrund der Störungen der Marktliquidität

während der Finanzmarktkrise schätzt die

Sparkasse die Liquiditätsrisiken weiterhin als

wesentlich bzw. bedeutend ein, auch wenn sich die

Risikoaufschläge für bestimmte Wertpapierarten

bzw. Marktsegmente zwischenzeitlich abgebaut

haben und sich die Lage an den Finanzmärkten

weitgehend normalisiert hat.

Dessen ungeachtet wurden die Anforderungen der

Liquiditätsverordnung im Berichtsjahr eingehalten

und der geforderte Mindestwert für die Liquiditätskennzahl

deutlich überschritten. Zur Erfüllung

der Mindestreservevorschriften wurden entsprechende

Guthaben bei der Deutschen Bundesbank

unterhalten.

Die Zahlungsfähigkeit war im Berichtszeitraum

jederzeit gegeben; sie kann im Hinblick auf die

derzeitige Ausstattung mit liquiden Mitteln, die zu

erwartenden Liquiditätszuflüsse sowie die Kredit-

und Refinanzierungsmöglichkeiten auch weiterhin

als gewährleistet angesehen werden.

5.6. Operationelle Risiken

Lagebericht

Operationelle Risiken bedeuten die Gefahr von

Verlusten infolge der Unangemessenheit oder des

Versagens von Prozessen, Menschen und Systemen

oder durch elementare Schadensereignisse.

Personelle Risiken sollen durch die Begleitung der

Arbeitsprozesse in Form von Arbeitsbeschreibungen

und internen Kontrollen verringert werden.

35


36

Lagebericht

Die fachliche Kompetenz der Mitarbeiter wird durch

strukturierte Aus- und Fortbildungsmaßnahmen

gestärkt.

Zur Begrenzung rechtlicher Risiken werden geprüfte

Vertragsmuster verwendet.

Im Bereich der IT-Risiken liegen die Schwerpunkte

in Maßnahmen zum Erreichen und Aufrechterhalten

eines wirksamen, angemessenen Sicherheitsniveaus

für Daten, Systeme und Netzwerkbereiche.

Dies beinhaltet den Schutz aller Systeme

vor unbefugter Nutzung bzw. unbefugtem Zugriff,

die Sicherstellung der Integrität, Vertraulichkeit

und Verfügbarkeit der Daten sowie der Verfügbarkeit

der eingesetzten Systeme.

Drohende Elementarschäden sind soweit möglich

versichert. Die Angemessenheit dieser Versicherungen

wird jährlich überprüft.

Für Notfall- und Katastrophensituationen bestehen

Alarm- und Räumungspläne für die Sparkassenzentrale

und die Geschäftsstellen. Mit Hilfe

eines Notfallhandbuchs, in dem die Notfallkonzepte

für alle wesentlichen Prozesse der Sparkasse

zusammengefasst sind, soll die Fortführung der

Geschäftstätigkeit in Notfallsituationen sichergestellt

werden.

Bekannt gewordene Schadensfälle und die Versuche

geschäftsschädigender Handlungen werden

systematisch in einer Schadensfalldatenbank

gesammelt und ausgewertet.

Der Vorstand wird vierteljährlich über Art und

Umfang eingetretener Schadensfälle und die eingeleiteten

organisatorischen und personellen

Maßnahmen unterrichtet.

Zur Abschätzung des künftigen Risikopotenzials

nutzt die Sparkasse die vom DSGV entwickelte

Risikolandkarte. Bei der Risikolandkarte handelt es

sich um ein Verfahren zur strukturierten Identifizierung

und Bewertung der operationellen Risiken.

Darüber hinaus ist ein besonderes Handbuch für

operationelle Risiken erarbeitet worden.

In der Risikotragfähigkeitsrechnung werden operationelle

Risiken mit einer Pauschale in Höhe von

1% des Verwaltungsaufwands berücksichtigt. Die

Auswirkungen ungewöhnlicher Ereignisse werden

mit Hilfe der Risikolandkarte ermittelt, indem die

maßgeblichen Risikotreiber (Eintrittswahrscheinlichkeit,

Verlusthöhe) variiert werden. Insgesamt

kann festgehalten werden, dass das Schadensvolumen

aus operationellen Risiken im Berichtsjahr

merklich zurückgegangen ist und von der Sparkasse

problemlos getragen werden kann.

5.7. Sonstige Risiken

Strategische Risiken: Strategische Risiken betreffen

die Gefährdung der langfristigen Erfolgsposition

der Sparkasse durch Veränderungen im rechtlichen

oder gesellschaftlichen Umfeld, aber auch

von Seiten der Markt- und Wettbewerbsbedingungen.

Reputationsrisiko: Das Reputationsrisiko betrifft

direkte oder indirekte Verluste aufgrund einer Verschlechterung

des Ansehens der Sparkasse beim

Träger, den Kunden, Mitarbeitern, Geschäftspartnern

sowie in der allgemeinen Öffentlichkeit.

Bei den sonstigen Risiken handelt es sich um Spezialrisiken,

für die es keine Regelmäßigkeiten gibt

und die daher in einem integrierten System schwer

zu bewerten sind, aber dennoch nicht unbedeutendes

Risikopotenzial beinhalten. Sie stehen deshalb

unter besonderer Beobachtung des Vorstandes

und werden kontinuierlich analysiert und

bewertet.

6. Gesamtbeurteilung der Risikolage

Die Sparkasse erstellt eine periodenorientierte

Risikotragfähigkeitsrechnung. Die Risikotragfähigkeit

bezeichnet die Fähigkeit der Sparkasse,

die Risiken des Bankgeschäfts durch die vorhandenen

finanziellen Mittel (bilanzielles Eigenkapital,

Vorsorgereserven, Betriebsergebnis des

laufenden Jahres) zu decken. Für den Fall, dass


Risiken schlagend werden, sollen die entstehenden

Verluste durch diese Mittel aufgefangen werden

können.

Ausgehend vom gesamten Risikodeckungspotenzial

hat der Vorstand diejenige Teilmenge

bestimmt, die im Risikofall zur Abdeckung möglicher

Verluste herangezogen werden soll. Der

vom Vorstand festgelegte Anteil am Risikodeckungspotenzial

stellt die Grundlage für die

Limitierung des Gesamtrisikos bzw. der einzelnen

Risikoarten dar. In die Risikotragfähigkeit einbezogen

werden Adressenausfallrisiken, Marktpreisrisiken

und operationelle Risiken.

Marktliquiditätsrisiken werden bei der Quantifizierung

des Marktpreisrisikos teils implizit

berücksichtigt. Im Übrigen kann das Liquiditätsrisiko

im engeren Sinne, d. h. das Risiko der Illiquidität,

nicht sinnvoll durch Risikodeckungspotenzial

begrenzt werden. Aus den vorgenannten Gründen

bleibt das Liquiditätsrisiko bei der Ermittlung

der Risikotragfähigkeit außen vor. Sonstige

Risiken werden als „nicht wesentlich“ eingestuft

und bleiben ebenfalls unberücksichtigt.

Bereits bei der Ermittlung des Risikodeckungspotenzials

werden die erwarteten Verluste, deren

Quantifizierung anhand der durchschnittlichen

Verluste der vergangenen Jahre sowie individueller

Einschätzungen erfolgt, in Abzug gebracht.

Zu limitieren sind diejenigen Risikopotenziale,

die über den erwarteten Verlust, d. h. über den

Normalfall, hinausgehen.

Das Adressenausfallrisiko des Kreditportfolios

wurde bislang mit dem 1,3fachen des durchschnittlichen

Bewertungsergebnisses der letzten

zehn Jahre, bezogen auf die aktuelle Kreditinanspruchnahme,

berechnet. Ab dem Jahresultimo

2010 wird das Risiko mit Hilfe eines mathematisch-statistischen

Modells auf der Basis mittlerer

Ausfallwahrscheinlichkeiten unter Berücksichtigung

der Bonitäts- und Größenklassenstruktur

sowie der Besicherung ermittelt.

Lagebericht

Das Adressenausfallrisiko der Handelsgeschäfte

ergibt sich aus der Gewichtung der Buchwerte

der Wertpapiere mit der bonitätsbedingten Ausfallwahrscheinlichkeit.

Das Ergebnis wird mit dem

Faktor 1,3 multipliziert. Zusätzlich wird der Ausfall

des größten Emittenten einer vorgegebenen

Rating-Kategorie simuliert. Der höhere Wert wird

in die Risikotragfähigkeitsrechnung übernommen.

Das Zins-/Aktienrisiko entspricht der Summe

aus realisierten Gewinnen/Verlusten und schwebenden

Verlusten im Risikofall. Der Risikofall entspricht

dem Value-at-Risk, also dem Verlust, der

mit einer Wahrscheinlichkeit von 99% unter

Berücksichtigung einer Haltedauer von 10 Tagen

nicht überschritten wird. Das Zinsspannenrisiko

wird mit Hilfe verschiedener Simulationsrechnungen

auf der Basis unterschiedlicher Zinsszenarien

quantifiziert. Für operationelle Risiken

wird ein Pauschalbetrag i. H. v. 1% des Verwaltungsaufwands

angesetzt.

Darüber hinaus führt die Sparkasse für alle wesentlichen

Risiken Stresstests durch, in denen die

Auswirkungen außergewöhnlicher, aber plausibel

möglicher Ereignisse abgebildet werden. Die

Ergebnisse der Stresstests werden bei der Beurteilung

der Risikotragfähigkeit berücksichtigt.

Der Risikomanager erstellt vierteljährlich einen

Risikogesamtbericht, der dem Gesamtvorstand

vorgelegt wird. Der Risikogesamtbericht umfasst

eine zusammenfassende Darstellung und Würdigung

aller wesentlichen Einzelrisiken einschließlich

einer Bewertung der Gesamtrisikosituation

der Sparkasse. Der Risikogesamtbericht enthält

zudem die GuV-orientierte Risikotragfähigkeitsrechnung

sowie die Ergebnisse der Stresstests.

Der Risikogesamtbericht und die zur Risikominderung

vorgesehenen und eingeleiteten Maßnahmen

werden dem Risikoausschuss sowie dem

Verwaltungsrat vom Vorstand vorgestellt und

erläutert.

37


38

Lagebericht

Die Risikotragfähigkeitsrechnungen der Sparkasse

zeigen, dass die Risikotragfähigkeit uneingeschränkt

gegeben ist. Als Ergebnis der bisher

durchgeführten Stresstests kann festgehalten

werden, dass der Bestand der Sparkasse auch im

Falle des Eintretens außergewöhnlicher, aber

plausibel möglicher Ereignisse nicht gefährdet

wäre.

G. Vorgänge von besonderer Bedeutung

nach Schluss des Geschäftsjahres

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem

Schluss des Geschäftsjahres sind nicht eingetreten.

H. Bericht über die voraussichtliche Ent-

wicklung mit ihren wesentlichen

Chancen und Risiken (Chancen- und

Risikobericht)

1. Geschäftsentwicklung

Im Jahr 2010 hat sich die konjunkturelle Situation

in Deutschland als sehr robust präsentiert. Es ist

davon auszugehen, dass es bis zum Jahresende

2011 zu einer weiteren Produktionsausweitung

in der Bundesrepublik kommen wird, wobei das

Tempo dieser Erholung geringer ausfallen dürfte

als im Frühjahr 2010.

Die wirtschaftliche Expansion wird im Progno-

sejahr voraussichtlich zunehmend von der inländischen

Nachfrage getragen werden. Die erwartete

Steigerung der privaten Konsumausgaben

wird vom weiteren Beschäftigungsaufbau

gestützt, während die inländische Investitionstätigkeit

sich durch das anhaltend niedrige

Zinsniveau erhöhen dürfte. Daneben wird ein

anhaltender Aufwärtstrend bei den Wohnungsbauinvestitionen

prognostiziert. Da die konjunkturellen

Maßnahmen der öffentlichen Haushalte

(Konjunkturpakete) des Jahres 2009 auslaufen,

sind von dieser Seite kaum nennenswerte

Impulse für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung

zu erwarten.

Im Gegensatz zur Binnennachfrage werden die

Wachstumsbeiträge der Exporte im Jahr 2011

voraussichtlich abnehmen. Hauptursache hierfür

ist die Verlangsamung des weltwirtschaftlichen

Wachstums.

Angesichts der erwarteten Produktionsausweitung

dürfte sich die Situation am Arbeitsmarkt

weiter verbessern. Die Anzahl der registrierten

Arbeitslosen wird im Prognosejahr jahresdurchschnittlich

auf leicht unter drei Millionen Personen

sinken.

Unter Berücksichtigung dieser Erwartungen ist

im Prognosejahr mit einer Zuwachsrate des realen

Bruttoinlandsproduktes in Höhe von 2,2% zu

rechnen, nachdem die Rate des Jahres 2010 eine

deutlichere Steigerung des BIP in Höhe von 3,7%

verzeichnet hatte. Trotz dieser Wachstumsprognosen

wird sich die Inflationsrate im Jahr 2011

nur geringfügig erhöhen. Für das kommende Jahr

wird eine Teuerungsrate um 1,5% erwartet.

Die Situation der öffentlichen Haushalte sollte

sich aufgrund der Konsolidierungsanstrengungen

sowie konjunkturell bedingter Mehreinnahmen

im Jahr 2011 vermutlich leicht verbessern. Das

Finanzierungsdefizit wird sich voraussichtlich

auf 2, % des nominalen Bruttoinlandsproduktes

belaufen, während die Schuldenstandsquote auf

73,8% des nominalen Bruttoinlandsproduktes

sinkt.

Die Finanzierungsbedingungen der Kreditinstitute

dürften im Jahr 2011 weitgehend unverändert

bleiben. Es ist davon auszugehen, dass der

Hauptrefinanzierungssatz der Europäischen Zentralbank

vorerst auf dem aktuellen Niveau von

1,0% bleiben wird. Frühestens zum Jahreswechsel

2012 wird eine leichte Erhöhung des Leitzinssatzes

erwartet.

Risiken dieser Prognose bestehen hauptsächlich

im außenwirtschaftlichen Umfeld. Ein erneutes

Abgleiten in die Rezession in führenden Industriestaaten

oder das Platzen der Wirtschaftsblasen in

Schwellenländern würde die weltwirtschaftlichen


Wachstumsprognosen negativ beeinflussen. Als

exportabhängiger Standort würde Deutschland in

diesem Fall über eine sinkende außenwirtschaftliche

Nachfrage getroffen. Daneben stellen die Stabilität

des Euro und die damit verbundenen Konsequenzen

für die wirtschaftliche Entwicklung in den

Staaten zusätzliche Risikofaktoren dar.

Die Geschäftserwartung bei den westfälisch-lippischen

Unternehmen wird überwiegend als güns-

tig eingeschätzt, wobei die positiven Zukunftsaussichten

sich durch sämtliche Branchen ziehen.

Hauptursache hierfür ist die erwartete Zunahme

der Inlandsnachfrage.

Angesichts der weiter steigenden Kapazitätsauslastung

und der anhaltend niedrigen Zinsen

dürfte auch bei den hiesigen Unternehmen die

Investitionstätigkeit zulegen. Neben der Gefahr

einer Wachstumsabschwächung in wichtigen

Märkten wie den USA und China werden steigende

Energie- und Rohstoffpreise als wesentliche

Risikofaktoren für diese günstigen Aussichten

gesehen.

Die guten Erwartungen dürften sich zudem positiv

auf den Arbeitsmarkt auswirken. Der Anteil der

Unternehmen in Westfalen-Lippe, die ihren Personalbestand

aufstocken wollen, ist rund doppelt

so groß wie der Anteil der Betriebe, die einen

Personalabbau planen. Neben dem angestrebten

Produktionsanstieg hinterlässt auch der demografische

Wandel und der damit einhergehende

Mangel an Fachkräften zunehmend Spuren.

Ein erneutes Aufleben der Krisen der Vorjahre

verbunden mit einer erneuten Rezession ist als

Risikofaktor für die Erwartungen anzusehen.

Diese Rahmendaten bilden die Basis für unsere

Jahresplanung.

Im Prognosejahr erwarten wir eine Fortsetzung

der moderaten Nachfragebelebung nach Investitionskrediten

sowie nach Krediten der privaten

Haushalte für Konsum und Wohnungsbau.

Lagebericht

Konkret gehen wir für 2011 von einem Wachstum

der Kreditbestände an Kunden in Höhe von 1,8%

aus. Höhere Wachstumsraten lassen sich aufgrund

der Rahmenbedingungen in unserem Geschäftsgebiet

derzeit kaum realisieren. Folglich

gehen wir auch für die Folgejahre von einem Kreditwachstum

auf vergleichbarem Niveau aus.

Der auch im Berichtsjahr zu beobachtende starke

Wettbewerb im Einlagengeschäft wird sich nach

unserer Auffassung auch in Zukunft fortsetzen.

Die Erfahrungen der Vorjahre veranlassen

uns zu einem Planwert für das Wachstum der

bilanzwirksamen Einlagen in einer Größenordnung

von 0,8%.

Unser Ziel ist es weiterhin, die Marktanteile im

Bereich der Ersparnis nicht nur konstant zu halten,

sondern zusätzlich auszubauen. Eine permanente

Überwachung der Entwicklung der Einlagenbestände

ist unerlässlich, um bei Bedarf

kurzfristig Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

Neben den bilanzwirksamen Einlagen erwarten

wir zudem nach der Umsatzstagnation des

Jahres 2010 eine erneute Belebung des Wertpapiergeschäftes,

so dass die gesamte Ersparnisbildung

bilanzwirksame Positionen und den Nettoabsatz

an Wertpapieren umfasst. Insgesamt

gelten für die Einlagenentwicklung die gleichen

regionalen und lokalen Rahmenbedingungen wie

für das Kreditgeschäft, so dass wir auch für die

kommenden Jahre mit Wachstumsraten in ähnlichem

Volumen planen.

Die vorgenannten Prognosen zur Entwicklung

im Kredit- und Einlagengeschäft dürften in Verbindung

mit der Veränderung der Bestände von

eigenen Wertpapieren und Interbankengeschäften

zu einer moderaten Erhöhung der Bilanzsumme

um 0,1% führen. Dieser Trend sollte sich

auch in den Folgejahren fortsetzen.

Im Dienstleistungsgeschäft gehen wir vor dem

Hintergrund einer weiter zunehmenden Nachfrage

nach Vorsorgeprodukten und einer ständigen

Intensivierung der Vermittlungsbemühungen

von einem Vermittlungsergebnis bei

39


0

Lagebericht

Versicherungsverträgen mindestens auf dem

Niveau des Jahres 2010 aus. Die Wertpapierumsätze

werden nach unserer Einschätzung aufgrund

einer systematischen Kundenberatung

und des Einsatzes von Finanzplanungsprogrammen

sowohl in unseren Vermögensmanagement-

Centern als auch in den Basis-Geschäftsstellen

2011 wieder steigen und in den Folgejahren in

einen positiven Trend mit geringen Zuwachsraten

münden.

2. Finanzlage

Unerwartete Liquiditätsbelastungen sind im laufenden

Jahr nicht zu erwarten. Im Jahr 2011 wird

die Fertigstellung der neuen SB-Geschäftsstelle

in Herne-Constantin erfolgen. Hierfür sind Investitionen

von bis zu 130 TEUR vorgesehen, die zum

Teil bereits im Berichtsjahr angefallen sind. Die

weiteren Investitionen werden sich im Wesentlichen

auf planmäßige Ersatzbeschaffungen beschränken.

3. Ertragslage

Nach dem aktuellen Stand unserer Planungen wird

sich der Zinsüberschuss als wichtigste Ertragsquelle

im Jahr 2011 auf 2,6 Mio. EUR bzw. 2, 1%

der deutlich verminderten durchschnittlichen

Bilanzsumme (DBS) belaufen. Basis dieser Prognoserechnung

ist die Annahme einer anhaltend

expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank

mit anhaltend niedrigen Leitzinsen bis zum

Jahresende des Jahres 2011 zur Stabilisierung

der wirtschaftlichen Entwicklung in der Eurozone.

Außerdem wird eine Zinsstrukturkurve mit einer

weiterhin normalen Krümmung erwartet. Für das

Jahr 2012 rechnen wir angesichts leicht steigender

Geldmarktzinsen mit einem weiteren Rückgang

des Zinsüberschusses.

Im Rahmen des Provisionsergebnisses erwarten

wir, insbesondere durch eine geplante Ausweitung

der Umsatztätigkeit unserer Kunden im Wertpapier-

und im Kreditkartengeschäft, eine Erhö-

hung des Provisionsüberschusses auf 10,8 Mio.

EUR im Jahr 2011. Auch die Erträge aus dem Zahlungsverkehr

und dem sonstigen Vermittlungsgeschäft

werden sich nach unserer Einschätzung

leicht erhöhen. Dieser Trend sollte sich auch im

Jahr 2012 fortsetzen.

Im Gegenzug werden sich die Verwaltungsaufwendungen

im Prognosejahr voraussichtlich auf

32, Mio. EUR erhöhen. Dies liegt einerseits in

der Umsetzung der tariflichen Entgelterhöhung

und andererseits in moderaten Steigerungen

bei den Sachkosten begründet. Zur Begrenzung

des Kostenwachstums wurden bereits in den

vergangenen Jahren verschiedene Maßnahmen

ergriffen. Auch im Prognosejahr und den kommenden

Jahren wird der Notwendigkeit der Kostenbegrenzung

besondere Aufmerksamkeit gewidmet.

Für das Jahr 2012 wird eine vergleichbare Erhöhung

der Verwaltungsaufwendungen prognostiziert,

da für 2012 mit einem höheren Tarifabschluss

im Vergleich zu den Jahren 2010 und 2011

zu rechnen ist.

Die Gesamtaufwandsquote von 60,0%, die uns

als Zielgröße dient, wurde im Jahr 2010 deutlich

unterschritten. Nach dem aktuellen Stand der

Berechnungen werden wir diese Größe auch im

Jahr 2011 erreichen, während die Entwicklung des

Jahres 2012 von den weiteren Entwicklungen an

den Zinsmärkten abhängig ist.

In der Zusammenfassung erwarten wir im Jahr

2011 ein Betriebsergebnis vor Bewertung unter

dem Niveau des Jahres 2010. Der prognostizierte

Rückgang des absoluten Zinsüberschusses kann

nicht vollständig durch eine Erhöhung des Provisionsüberschusses

oder die Reduzierung von

Kosten kompensiert werden. Für das Jahr 2012

rechnen wir aufgrund steigender Zinsen am Geld-

und Kapitalmarkt mit einem weiter leicht rückläufigen

Betriebsergebnis.

Das Bewertungsergebnis im Wertpapiergeschäft

sollte durch die von uns erwartete Entwicklung

der Kapitalmarktzinsen im Jahr 2011 nur unwesentlich

beeinflusst werden. Ein deutlicher Anstieg


des Zinsniveaus hätte jedoch auf die Kurswerte

unserer festverzinslichen Wertpapiere einen negativen

Einfluss. Insofern lässt sich für das Jahr 2012

noch keine konkrete Prognose vornehmen. Aus

unseren Wertpapierspezialfonds sind insbesondere

im Hinblick auf getroffene Kurssicherungsvereinbarungen

sowie vorhandene stille Reserven

auch bei einer negativen Entwicklung des Zinsniveaus

und der Aktienkurse keine wesentlichen

negativen Auswirkungen auf das Bewertungsergebnis

zu erwarten.

Das Bewertungsergebnis im Kreditgeschäft ist nur

mit großen Unsicherheiten zu prognostizieren.

Durch unser Kreditrisikomanagement sind wir

bemüht, die erkannten Risiken zu vermindern und

neue Risiken zu vermeiden. Inwiefern die Ertragslage

der Jahre 2011 und 2012 durch Risikovorsorgemaßnahmen

belastet wird, lässt sich jedoch nur

schwer konkret prognostizieren. Derzeit nicht vorhersehbare

negative Entwicklungen einzelner Kreditnehmer

können prinzipiell zu einem nennenswerten

Risikovorsorgebedarf im Prognosezeitraum

führen. Eine Quantifizierung dieser Risiken ist

jedoch nicht möglich. Umgekehrt kann eine positive

Entwicklung bereits wertberichtigter Kreditengagements

das Bewertungsergebnis positiv beeinflussen.

Die künftigen Gewinne der Sparkasse werden

durch die Ansparleistungen für die indirekte Haftung

für die Abwicklungsanstalt der WestLB AG

nach aktuellem Kenntnisstand in den nächsten

Jahren durchschnittlich mit 1,1 Mio. EUR pro Jahr

belastet.

Außergewöhnliche Erträge oder Aufwendungen,

die das Ergebnis des Jahres 2011 beeinflussen

könnten, sind nach derzeitigem Stand nicht zu

erwarten.

Die Ertragsteuerquote wird im Prognosezeitraum

2011 wie bisher bei 31,93% liegen.

Lagebericht

Der Jahresüberschuss nach Steuern wird 2011

unter Zugrundelegung der vorgenannten Erläuterungen

voraussichtlich leicht unter dem Niveau

des Vorjahres liegen.

1


2

Bericht des

Verwaltungsrates.


Bericht des Verwaltungsrates für das Geschäftsjahr 2010

Der Verwaltungsrat hat sich in fünf Sitzungen mit der geschäftlichen Lage, der Zahlungsbereitschaft

sowie der Rentabilität und Zinspolitik der Sparkasse, grundsätzlichen Fragen der Geschäftspolitik,

mit Personalangelegenheiten und sonstigen wichtigen Geschäftsvorfällen befasst und damit die ihm

übertragenen Aufgaben in vollem Umfang wahrgenommen. Über die Entwicklung des Budgets wurde

der Verwaltungsrat vom Vorstand regelmäßig unterrichtet.

Von der Prüfungsstelle des Sparkassen- und Giroverbandes Westfalen-Lippe erhielten Jahresabschluss

und Lagebericht 2010 den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.

Gemäß § 15 Abs. 2 Buchstabe d) des Sparkassengesetzes Nordrhein-Westfalen stellt der Verwaltungsrat

den Jahresabschluss fest und billigt den Lagebericht des Vorstandes.

Der Verwaltungsrat dankt dem Vorstand und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die im

Berichtsjahr geleistete erfolgreiche Arbeit.

Herne, 13. April 2011

S Herner Sparkasse

Der Vorsitzende des Verwaltungsrates

Horst Schiereck

Bericht des Verwaltungsrates

3


Jahresabschluss.

Gemeinsam Erreichtes.


Jahresabschluss

der Herner Sparkasse

zum

Land

Regierungsbezirk

B Bilanz

B Gewinn- und Verlustrechnung

B Anhang

B Bestätigungsvermerk

31.12.2010

Nordrhein-Westfalen

Arnsberg

Jahresabschluss

5


6

Jahresbilanz zum 31. Dezember 2010

Aktivseite

EUR EUR EUR EUR

31.12.2009

TEUR

1. Barreserve

a) Kassenbestand 15.8 2.179,21 13.266

b) Guthaben bei der Deutschen Bundesbank 10.018.938,56 1 .7 6

25.861.117,77 28.012

2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung

bei der Deutschen Bundesbank zugelassen sind

a) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen

sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen 0,00 0

b) Wechsel 0,00 0

0,00 0

3. Forderungen an Kreditinstitute

a) täglich fällig 13.133.851,81 52.858

b) andere Forderungen 17.209.63 ,65 6.730

30.3 3. 86, 6 59.588

4. Forderungen an Kunden 850.6 .765,25 833.083

darunter:

durch Grundpfandrechte gesichert

376. 08.712,29 ( 12.790 )

Kommunalkredite 59.762.621,86 ( 58. 88 )

5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

a) Geldmarktpapiere

aa) von öffentlichen Emittenten 0,00 0

darunter: beleihbar bei der

Deutschen Bundesbank 0,00 ( 0 )

ab) von anderen Emittenten 0,00 0

darunter: beleihbar bei der

Deutschen Bundesbank 0,00 ( 0 )

0,00 0

b) Anleihen und Schuldverschreibungen

ba) von öffentlichen Emittenten 90.5 6.352,06 99.955

darunter: beleihbar bei der

Deutschen Bundesbank 90.5 6.352,06 ( 99.955 )

bb) von anderen Emittenten 66.817. 2 ,01 573.515

darunter: beleihbar bei der

557.363.776,07 673. 70

Deutschen Bundesbank

61.187.909,05 ( 558.718 )

c) eigene Schuldverschreibungen 2.588.953,57 8 7

Nennbetrag 2.576.000,00 ( 865 )

559.952.729,6 67 .317

6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 121.551.573,13 11 . 66

7. Beteiligungen

darunter:

26.0 2.8 ,59 26.2 9

an Kreditinstituten 0,00 ( 0 )

an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 ( 0 )

8. Anteile an verbundenen Unternehmen

darunter:

25.56 ,59 26

an Kreditinstituten 0,00 ( 0 )

an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 ( 0 )

9. Treuhandvermögen

darunter:

15.519,22 18

Treuhandkredite

10. Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand ein-

15.519,22 ( 18 )

schließlich Schuldverschreibungen aus deren Umtausch

11. Immaterielle Anlagewerte

0,00 0

a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte

und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0

b) Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche

Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie

Lizenzen an solchen Rechten und Werten 51.625,00 92

c) Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0

d) Geleistete Anzahlungen 0,00 0

51.625,00 92

12. Sachanlagen 19.303.121,3 19.333

13. Sonstige Vermögensgegenstände 1. 62.356,0 1. 22

14. Rechnungsabgrenzungsposten 1.172.608,11 1.170

Summe der Aktiva 1.636.427.311,14 1.757.776


Jahresbilanz zum 31. Dezember 2010

7

Passivseite

EUR EUR EUR EUR

31.12.2009

TEUR

1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

a) täglich fällig 1.113.956,23 1.359

b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 200.077.633,72 395.529

201.191.589,95 396.888

2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

a) Spareinlagen

aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist

von drei Monaten 76.073.986,30 86.277

ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist

von mehr als drei Monaten 1 . 89.529,71 1 .193

90.563.516,01 500. 70

b) andere Verbindlichkeiten

ba) täglich fällig 565.17 .762,97 95.202

bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 209.899.351,00 20 .809

775.07 .113,97 700.011

1.265.637.629,98 1.200. 81

3. Verbriefte Verbindlichkeiten

a) begebene Schuldverschreibungen 12.793. 6 ,73 18.29

b) andere verbriefte Verbindlichkeiten 0,00 0

12.793. 6 ,73 18.29

4. Treuhandverbindlichkeiten 15.519,22 18

darunter:

Treuhandkredite 15.519,22 ( 18 )

5. Sonstige Verbindlichkeiten 13.9 3.115,38 12.778

6. Rechnungsabgrenzungsposten 1. .057,13 1. 53

6a. Passive latente Steuern 0,00 0

7. Rückstellungen

a) Rückstellungen für Pensionen und

ähnliche Verpflichtungen 8.707.592,00 7.61

b) Steuerrückstellungen 2.1 5.100,00 263

c) andere Rückstellungen 17.966.569,65 19.793

28.819.261,65 27.670

8. Sonderposten mit Rücklageanteil 0,00 0

9. Nachrangige Verbindlichkeiten 0,00 0

10. Genussrechtskapital 0,00 0

11. Fonds für allgemeine Bankrisiken 3 .500.000,00 23. 00

darunter:

Sonderposten nach

§ 3 0e Abs. HGB 69.380,1 ( 0 )

12. Eigenkapital

a) gezeichnetes Kapital 0,00 0

b) Kapitalrücklage 0,00 0

c) Gewinnrücklagen

ca) Sicherheitsrücklage 69.856.877,07 69.555

cb) andere Rücklagen 5.126.678,95 5.127

7 .983.556,02 7 .682

d) Bilanzgewinn 3.099.117,08 2.112

78.082.673,10 76.79

Summe der Passiva 1.636.427.311,14 1.757.776

1. Eventualverbindlichkeiten

a) Eventualverbindlichkeiten aus weitergegebenen abgerechneten Wechseln 0,00 0

b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 15.362.523,03 15.895

c) Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 0,00 0

15.362.523,03 15.895

2. Andere Verpflichtungen

a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften 0,00 0

b) Platzierungs- und Übernahmeverpflichtungen 0,00 0

c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 2 .237.051,86 32.620

2 .237.051,86 32.620


8

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010

EUR EUR EUR EUR

01.01. -

31.12.2009

TEUR

1. Zinserträge aus

a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 8.095.925,57 9.207

b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen

22.18 .272,00 22. 13

70.280.197,57 71.620

2. Zinsaufwendungen 30.068.071,18 35.8 6

0.212.126,39 35.77

3. Laufende Erträge aus

a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 3.875.220, 8 . 26

b) Beteiligungen 383.60 ,62 3 8

c) Anteilen an verbundenen Unternehmen 0,00 0

.258.825,10 .77

4. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungsoder

Teilgewinnabführungsverträgen 8 8.6 7,09 531

5. Provisionserträge 10.6 3.826,08 10.375

6. Provisionsaufwendungen 798.776,0 6 6

9.8 5.050,0 9.729

7. Nettoertrag des Handelsbestands 0,00 87

8. Sonstige betriebliche Erträge 1.157.0 ,10 1.529

9. Erträge aus der Auflösung von Sonderposten mit Rücklageanteil 0,00 0

56.321.692,72 52. 2

10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen

a) Personalaufwand

aa) Löhne und Gehälter 15.196.600,31 1 .960

ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen

für Altersversorgung und

Unterstützung .505.16 ,6 5.3 6

darunter: für Altersversorgung

1.530.536,38 ( 2.171 )

19.701.76 ,95 20.306

b) andere Verwaltungsaufwendungen 9. 21.181,03 9. 36

29.122.9 5,98 29.7 2

11.

Abschreibungen und Wertberichtigungen auf

immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 1.785.66 ,76 1.968

12. Sonstige betriebliche Aufwendungen

13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und

bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen

1.938.91 ,07 1.399

im Kreditgeschäft

14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten

Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen

1.02 . 91,31 12.0 0

im Kreditgeschäft 0,00 0

1.02 . 91,31 12.0 0

15. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen,

Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen

behandelte Wertpapiere

16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an

verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen

13 .323,9 85

behandelten Wertpapieren 0,00 0

13 .323,9 85

17. Aufwendungen aus Verlustübernahme 0,00 0

18. Zuführungen zu dem Fonds für allgemeine Bankrisiken 11.030.619,86 0

19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 11.284.732,80 6.790

20. Außerordentliche Erträge 0,00 0

21. Außerordentliche Aufwendungen 858.327,00 0

darunter: Übergangseffekte aufgrund des

Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes 858.327,00 ( 0 )

22. Außerordentliches Ergebnis 858.327,00 0

23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 7.233. 0 ,05 .580

24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen 93.88 ,67 98

7.327.288,72 .678

25. Jahresüberschuss 3.099.117,08 2.112

26. Gewinnvortrag/Verlustvortrag aus dem Vorjahr 0,00 0

27. Entnahmen aus Gewinnrücklagen

3.099.117,08 2.112

a) aus der Sicherheitsrücklage 0,00 0

b) aus anderen Rücklagen 0,00 0

0,00 0

3.099.117,08 2.112

28. Einstellungen in Gewinnrücklagen

a) in die Sicherheitsrücklage 0,00 0

b) in andere Rücklagen 0,00 0

29. Bilanzgewinn 3.099.117,08 2.112


Vorbemerkungen

Der Jahresabschluss zum 31.12.2010 wurde auf

der Grundlage des Handelsgesetzbuchs (HGB)

unter Beachtung der Verordnung über die Rechnungslegung

der Kreditinstitute (RechKredV)

aufgestellt.

Die Anpassungen des HGB sowie der RechKredV

durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz

(BilMoG) wurden mit Wirkung zum 01.01.2010

berücksichtigt. Gemäß Art. 67 Abs. 8 Satz 2 des

Einführungsgesetzes zum Handelsgesetzbuch

(EGHGB) wurde auf die Anpassung der Vorjahreszahlen

verzichtet.

A. Bilanzierungs- und

Bewertungsgrundsätze

Die Bilanzierung und Bewertung der Vermögensgegenstände,

der Verbindlichkeiten und

der schwebenden Geschäfte erfolgt gemäß den

§§ 2 6 ff. und §§ 3 0 ff. HGB.

Forderungen

Forderungen an Kreditinstitute und Kunden haben

wir zum Nennwert bilanziert. Bei der Auszahlung

von Darlehen einbehaltene Disagien werden

kapitalanteilig auf die Laufzeit der Darlehen bzw.

eine kürzere Zinsbindungsdauer verteilt. Wechsel

werden abgezinst mit den effektiven Hereinnahmesätzen

ausgewiesen. Von Dritten erworbene

Schuldscheindarlehen werden mit den Anschaffungskosten

angesetzt. Erkennbaren Risiken aus

Forderungen und Schuldscheindarlehen wurde

durch deren Bewertung nach den Grundsätzen

kaufmännischer Vorsicht ausreichend Rechnung

getragen. Für latente Risiken im Forderungsbestand

bestehen Pauschalwertberichtigungen und

Vorsorgereserven.

Die Verminderung der durch Grundpfandrechte

gesicherten Forderungen ist vorrangig auf eine

dv-technisch geänderte Zuordnung bzw. Anrech-

Anhang zur Bilanz

nung verschiedener gewerblich genutzter Immobiliensicherheiten

zurückzuführen.

Wertpapiere

Die Wertpapiere werden zu den Anschaffungskosten

bewertet, soweit die beizulegenden Werte

am Bilanzstichtag nicht niedriger sind (strenges

Niederstwertprinzip).

Unsere Wertpapiere haben wir daraufhin untersucht,

ob zum Bilanzstichtag ein aktiver Markt

besteht oder der Markt als inaktiv anzusehen ist.

Für die an einem aktiven Markt gehandelten

Wertpapiere wurde der Börsen-/Marktpreis zum

Abschlussstichtag verwendet.

Die Märkte für einen Anteil von 18,2 Mio. EUR

(Nominalwerte) unseres zinsbezogenen Wertpapierbestands

waren zum Bilanzstichtag als nicht

aktiv anzusehen. In diesen Fällen haben wir –

sofern keine entsprechenden Informationen über

vergleichbare Finanzinstrumente vorlagen – ein

Bewertungsmodell bzw. für eine einzelne strukturierte

Anleihe einen von der WestLB AG indikativ

ermittelten Kurs verwendet.

Der beizulegende Wert wurde auf der Grundlage

eines Discounted-Cashflow-Verfahrens (DCF Modell)

ermittelt. Die aus den verzinslichen Wertpapieren

erwarteten Cashflows werden mit einem

laufzeit- und risikoadäquaten Zinssatz auf den

Bewertungsstichtag abgezinst.

Für Investmentfondsanteile haben wir als beizulegenden

Wert den investmentrechtlichen Rücknahmepreis

angesetzt.

Die unternehmensindividuelle Festsetzung wesentlicher

Bewertungsparameter ist mit Ermessensentscheidungen

verbunden, die trotz sachgerechter

Ermessensausübung im Vergleich mit

aktiven Märkten zu deutlich höheren Schätzunsicherheiten

führen. Bei der Bewertung unserer

Wertpapiere haben wir die Anforderungen aus dem

9


50

Anhang zur Bilanz

Rechnungslegungshinweis des Instituts der Wirtschaftsprüfer

(IDW) e. V. „Umwidmung und Bewertung

von Forderungen und Wertpapieren nach

HGB“ (IDW RH 1.01 ) beachtet.

Finanzinstrumente des Handelsbestands

Aus dem Nettoergebnis des Handelsbestands

in Höhe von 69 TEUR haben wir gemäß § 3 0e

Abs. HGB eine Dotierung des Sonderpostens

für allgemeine Bankrisiken (§ 3 0g HGB) in Höhe

von 100% des Nettoergebnisses des Handelsbestands

vorgenommen. Die laufenden Erträge

und Aufwendungen aus Finanzinstrumenten

des Handelsbestands sowie die entsprechende

Zuführung zu dem Sonderposten für allgemeine

Bankrisiken wurden gem. unserer internen Steuerung

verrechnet, so dass in dem GuV-Posten 7

abschließend kein Betrag auszuweisen war.

Strukturierte Finanzinstrumente

Strukturierte Finanzinstrumente werden grundsätzlich

als einheitlicher Vermögensgegenstand

bilanziert, soweit die strukturierten Finanzinstrumente

aufgrund des eingebetteten derivativen

Finanzinstruments keine wesentlich erhöhten

oder zusätzlichen Risiken bzw. Chancen im Verhältnis

zum Basisinstrument aufweisen. Liegen

die Voraussetzungen für eine einheitliche Bewertung

nicht vor, werden die strukturierten Finanzinstrumente

für die Bewertung in ihre Bestandteile

zerlegt.

Strukturierte Schuldscheindarlehen

Wir halten am Bilanzstichtag ein strukturiertes

Schuldscheindarlehen (Kreditstruktur) eines

deutschen Kreditinstituts, das die Rückzahlung

des Kapitals garantiert hat, im Bestand (Nominalwert

1.000 TEUR).

Die Verzinsung ist an die Risiken aus einem

Portfolio von Genussrechten deutscher mittel-

ständischer Unternehmen gekoppelt. Da voraussichtlich

eine dauerhafte Zinslosigkeit der

Zinsstrukturen droht, haben wir das Schuldscheindarlehen

abgezinst.

Anteilsbesitz

Anteile an verbundenen Unternehmen und Unternehmen,

mit denen ein Beteiligungsverhältnis

besteht, werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten

bilanziert. Abschreibungen auf den

niedrigeren beizulegenden Wert werden bei

voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen.

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen

Die immateriellen Anlagewerte und die Sachanlagen

werden zu Anschaffungskosten, vermindert

um planmäßige Abschreibungen entsprechend

der voraussichtlichen Nutzungsdauer,

bilanziert. Aus Vereinfachungsgründen werden

in Anlehnung an die steuerlichen Regelungen

Vermögensgegenstände von geringerem Wert

(bis 150 EUR) sofort als Sachaufwand erfasst

und geringwertige Vermögensgegenstände

(bis 1.000 EUR) in einen Sammelposten eingestellt,

der über einen Zeitraum von fünf Jahren

gewinnmindernd aufgelöst wird.

Wir haben die entgeltlich erworbene Software

nach den Vorgaben der IDW-Stellungnahme zur

Rechnungslegung „Bilanzierung von Software

beim Anwender“ (IDW RS HFA 11) unter dem

Bilanzposten „Immaterielle Anlagewerte“ ausgewiesen.

Die Gebäude werden linear abgeschrieben.

Soweit steuerrechtlich höhere degressive Abschreibungssätze

zugelassen sind, werden diese

angewandt. Für Bauten auf fremdem Grund und

Boden sowie Einbauten in gemieteten Gebäuden

wird die Vertragsdauer zu Grunde gelegt, wenn

sie kürzer ist als die für Gebäude geltende Abschreibungsdauer.


Gegenstände der Betriebs- und Geschäftsausstattung

einschließlich Betriebsvorrichtungen

werden linear abgeschrieben.

Im Jahr der Anschaffung wird die zeitanteilige

Jahresabschreibung verrechnet.

Gemäß Artikel 67 Abs. Satz 1 EGHGB führen wir

für die bisher nach steuerrechtlichen Vorschriften

bewerteten Vermögensgegenstände, die zu

Beginn des Geschäftsjahres vorhanden waren,

die bisherigen Wertansätze unter Anwendung

der für sie bis zum Inkrafttreten des BilMoG

geltenden Vorschriften fort.

Soweit der nach vorstehenden Grundsätzen ermittelte

Wert von Vermögensgegenständen über

dem Wert liegt, der ihnen am Abschlussstichtag

beizulegen ist, wird dem durch außerplanmäßige

Abschreibungen Rechnung getragen.

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten werden zu ihrem Erfüllungsbetrag

bewertet. Aufgewendete Disagien

werden in den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten,

erhaltene Agioerträge in den passiven

Rechnungsabgrenzungsposten eingestellt und

über die Laufzeit planmäßig abgeschrieben bzw.

vereinnahmt.

Zero-Bonds und ähnliche Verbindlichkeiten werden

mit dem Barwert bilanziert.

Rückstellungen

Die Rückstellungen werden in Höhe des notwendigen

Erfüllungsbetrags gebildet, der nach

vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig

ist; sie berücksichtigen alle erkennbaren

Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Rückstellungen

mit einer Restlaufzeit von mehr als

einem Jahr werden gemäß § 253 Abs. 2 HGB mit

dem Rechnungszins der Rückstellungsabzinsungsverordnung

(RückAbzinsV) abgezinst.

Die durch die Umstellung der Rechnungslegung

auf das BilMoG entstehenden Zuführungsbeträge

haben wir vollständig über die außerordentlichen

Aufwendungen ausgeglichen bzw.

die Auflösungsbeträge in die Sicherheitsrücklage

eingestellt.

Die Pensionsrückstellungen wurden nach versicherungsmathematischen

Grundsätzen auf der

Grundlage der Richttafeln 2005 G von Dr. Klaus

Heubeck entsprechend dem Teilwertverfahren

ermittelt. Pensionsrückstellungen und Rückstellungen

für Beihilfen werden mit einem einer Restlaufzeit

von 15 Jahren entsprechenden Rechnungszins

von 5,17% abgezinst. Die Abzinsung

der übrigen Rückstellungen erfolgt mit dem der

Restlaufzeit entsprechenden Zinssatz. Bei den

Pensionsrückstellungen werden künftige jährliche

Lohn- und Gehaltssteigerungen von 2,00%

unterstellt. Diese Änderungen haben sich auch

auf die Ermittlung der Rückstellungen für Beihilfen

ausgewirkt.

Altersteilzeitverträge wurden in der Vergangenheit

auf der Grundlage des Altersteilzeitgesetzes,

des Tarifvertrags zur Regelung der Altersteilzeit

und ergänzender betrieblicher Vereinbarungen

abgeschlossen. Bei den hierfür gebildeten Rückstellungen

werden künftige Lohn- und Gehaltssteigerungen

von 2,00% angenommen. Die Restlaufzeit

der Verträge beträgt bis zu 3 Jahre. Die

Abzinsung erfolgt mit dem der individuellen Restlaufzeit

der einzelnen Verträge entsprechenden

Zinssatz.

Sicherheitsrücklage

Anhang zur Bilanz

Aus der Umstellung der Rechnungslegung auf das

BilMoG ergeben sich insgesamt Einstellungen

in die Sicherheitsrücklage von 302 TEUR, die in

vollem Umfang auf die geänderte Bewertung von

Rückstellungen entfallen.

51


52

Anhang zur Bilanz

Derivative Finanzinstrumente

Die von der Sparkasse eingesetzten derivativen

Finanzinstrumente (Swaps) sind als schwebende

Geschäfte in der Bilanz nicht auszuweisen. Sie

werden bei Abschluss entsprechend ihrer Zweckbestimmung

dem Handels- oder Anlagebuch

zugeordnet.

Die zur Absicherung von Zinsänderungs- oder

sonstigen Marktpreisrisiken abgeschlossenen

derivativen Geschäfte werden in die Gesamtbetrachtung

der jeweiligen Risikoart einbezogen

und sind somit nicht gesondert zu bewerten.

Bewertungseinheiten

Ein Schuldscheindarlehen (nom. 1.000 TEUR) bildet

mit einem zugeordneten Zinssicherungsgeschäft

(Zinsswap) eine Bewertungseinheit (Mikro-

Hedge).

Das durch den Mikro-Hedge abgesicherte Zinsänderungsrisiko(Zahlungsstromänderungsrisiko)

des Schuldscheindarlehens gleicht sich aufgrund

der Übereinstimmung der wesentlichen

risikobestimmenden Parameter am Abschlussstichtag

und voraussichtlich künftig weitestgehend

aus. Grund- und Sicherungsgeschäft haben

jeweils identische Fälligkeiten. Zur Ermittlung

sowohl der prospektiven als auch der retrospektiven

Effektivität wird die Critical-Term-Match-

Methode verwandt.

Die Wirksamkeit der von uns gebildeten Bewertungseinheiten

war gegeben, da die Grund- und

Sicherungsgeschäfte jeweils vergleichbaren

Risiken unterliegen.

Wir bewerten die Grund- und Sicherungsgeschäfte

der Bewertungseinheiten – soweit sich

die aus dem abgesicherten Risiko ergebenden

Wertentwicklungen ausgleichen – kompensatorisch.

Die bilanzielle Abbildung erfolgt mittels der

Einfrierungsmethode.

Die zur Steuerung der allgemeinen Zinsänderungsrisiken

abgeschlossenen Zinsswapgeschäfte

wurden in die Gesamtbetrachtung des Zinsänderungsrisikos

einbezogen (Zinsbuchsteuerung)

und werden nicht gesondert bewertet.

Währungsumrechnung

Die Währungsumrechnung erfolgt nach § 256a

HGB bzw. § 3 0h HGB. Eine besondere Deckung

gemäß § 3 0h HGB sehen wir als gegeben an,

soweit eine Identität von Währung und Betrag

der gegenläufigen Geschäfte vorliegt. Nennenswerte

Beträge ohne besondere Deckung beschränken

sich auf den Sortenbestand.

Bilanzposten und Posten der Gewinn- und Verlustrechnung,

die auf fremde Währung lauten,

werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag

umgerechnet.

Der Gesamtbetrag der auf fremde Währung lautenden

Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten

beträgt 850 TEUR bzw. 79 TEUR.


B. Angaben und Erläuterungen zur Bilanz

1. Forderungen an die bzw. Verbindlichkeiten gegenüber der eigene(n) Girozentrale

Forderungen an die bzw. Verbindlichkeiten gegenüber der WestLB AG, Düsseldorf, sind in den

folgenden Bilanzposten enthalten:

Bilanzposten 31.12.2010 TEUR 31.12.2009 TEUR

Aktiva 3

Forderungen an Kreditinstitute 1 .761 5 .366

Passiva 1

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 8 5 8 3

2. Wertpapiere

Die in den folgenden Bilanzposten enthaltenen Wertpapiere sind nach börsennotierten und nicht

börsennotierten Papieren wie folgt aufzuteilen:

Bilanzposten insgesamt TEUR börsennotiert TEUR nicht börsennotiert TEUR

Aktiva 5

Schuldverschreibungen und andere

festverzinsliche Wertpapiere

Aktiva 6

Aktien und andere nicht festverzinsliche

559.953 557.36 2.589

Wertpapiere 121.552 10.0 5 111.507

3. Spezialfonds

Die Anteile an Spezialfonds sind der Liquiditätsreserve zugeordnet.

in Mio. EUR Buchwert Marktwert

Differenz

Buchwert zu

Marktwert

Ausschüttungen

in

2010

Anhang zur Bilanz

tägliche

Rückgabe

möglich

unterlassene

Abschreibungen

A-Dair-Fonds 56 62 -6 2 Ja –

BWInvest-Haranni 50 51 -1 1 Ja –

Zweck der Anlage in Spezialfonds ist die Erzielung einer überdurchschnittlichen Performance bei

gleichzeitiger Risikosteuerung. Die Fonds investieren überwiegend in Renten, der Aktienanteil ist

auf ca. 30% des Fondsvermögens beschränkt.

53


5

Anhang zur Bilanz

4. Anteilsbesitz

Unter den Anteilen an verbundenen Unternehmen werden die Anteile an folgendem Unternehmen,

an dem die Sparkasse mit mindestens 20% beteiligt ist, ausgewiesen. Gegenüber dem verbundenen

Unternehmen besteht aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrags die Verpflichtung zur Verlustübernahme.

Bilanzposten

Aktiva 8

Anteile an verbundenen

Unternehmen

5. Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2010 (in TEUR)

Anlageart

Finanzanlagen

Anschaffungskosten

Die Sachanlagen entfallen mit 11.997 TEUR auf Grundstücke und Bauten, die von der Sparkasse im

Rahmen ihrer eigenen Tätigkeit genutzt werden und mit .036 TEUR auf die Betriebs- und Geschäftsausstattung.

6. Treuhandgeschäfte

Firma und Sitz der Gesellschaft

Versicherungsdienst der

Herner Sparkasse GmbH, Herne

Eigenkapital TEUR 26

Beteiligungsquote % 100

Jahresergebnis 2009 TEUR 8 9

Ein Konzernabschluss wurde nicht erstellt, da das Tochterunternehmen von untergeordneter Bedeutung

für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns ist.

Zugänge Abgänge Abschreibungen Buchwert

in 2010 kumuliert 31.12.2010 31.12.2009

Beteiligungen

Anteile an

verbundenen

26.735 --- 72 (13 ) 620 26.0 3 26.250

Unternehmen

Immaterielle

26 --- --- --- --- 26 26

Anlagewerte 639 17 235 ( 2) 369 52 92

Sachanlagen 51.099 2.132 3.865 (1.7 ) 30.063 19.303 19.333

Das Treuhandvermögen und die Treuhandverbindlichkeiten betreffen jeweils in voller Höhe die

Forderungen an Kunden bzw. die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.


7. Rechnungsabgrenzungsposten

In den Rechnungsabgrenzungsposten sind enthalten:

Bilanzposten 31.12.2010 TEUR 31.12.2009 TEUR

Aktiva 14

Disagio aus Verbindlichkeiten 55 112

Passiva 6

Agio aus Verbindlichkeiten 17 8

Disagio aus Forderungen 1.391 1. 08

8. Nachrangige Vermögensgegenstände

Nachrangige Vermögensgegenstände sind in folgendem Bilanzposten enthalten:

Bilanzposten 31.12.2010 TEUR 31.12.2009 TEUR

Aktiva 3

Forderungen an Kreditinstitute 3.1 5 3.1 5

9. Rückstellungen

Der Posten „andere Rückstellungen“ enthält eine Rückstellung für die im Rahmen der Stützungsmaßnahmen

der WestLB AG gegebenenfalls notwendigen Nachschussverpflichtungen an den regionalen

Reservefonds des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe (SVWL) von 3.376 TEUR.

10. Verpflichtungen gemäß Artikel 28 EGHGB

Anhang zur Bilanz

Die Sparkasse ist aufgrund des Tarifvertrags über die zusätzliche Altersvorsorge der Beschäftigten

des öffentlichen Dienstes verpflichtet, für ihre Beschäftigten eine zu einer Betriebsrente führende

Versicherung bei einer Zusatzversorgungskasse abzuschließen. Sie ist deshalb Beteiligte der Versorgungsanstalt

des Bundes und der Länder in Karlsruhe (VBL).

Die VBL ist eine von Bund und Ländern gemeinsam getragene rechtsfähige Anstalt des öffentlichen

Rechts. Sie steht unter der Aufsicht des Bundesministeriums der Finanzen. Aufgabe der VBL ist es,

Arbeitnehmern der bei ihr beteiligten Arbeitgeber im Wege privatrechtlicher Versicherung eine

zusätzliche Alters-, Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenversorgung zu zahlen. Die arbeitsrechtlichen

Grundlagen sind in den Versorgungstarifverträgen des öffentlichen Dienstes geregelt.

Die gezahlten Renten werden jeweils am 01.07. eines Jahres um 1,0% angepasst.

Die Finanzierung der Leistungen der VBL erfolgt nach dem Abschnittsdeckungsverfahren (Umlageverfahren).

Der Deckungsabschnitt beträgt fünf Jahre. Der aktuelle Deckungsabschnitt umfasst

55


56

Anhang zur Bilanz

die Jahre 2008 bis 2012. Der Umlagesatz ist so bemessen, dass die für die Dauer des Deckungsabschnitts

zu entrichtende Umlage zusammen mit den übrigen zu erwartenden Einnahmen und dem

verfügbaren Vermögen ausreicht, die Ausgaben während des Deckungsabschnitts sowie der folgenden

sechs Monate zu erfüllen. Der Hebesatz beträgt 7,86% der zusatzversorgungspflichtigen

Entgelte. Davon werden 1, 1% durch die Arbeitnehmer getragen. Daneben wird ein Sanierungsgeld

in Höhe von 0,29% der im Jahr 2001 versicherten Entgelte erhoben. Die an die VBL von der Sparkasse

geleisteten Zahlungen betrugen im Jahr 2010 1.030 TEUR.

11. Sonstige Verbindlichkeiten

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind folgende nicht unwesentliche Einzelposten enthalten:

Bilanzposten 31.12.2010 TEUR

Passiva 5

Anteil an der Haftung für eine zusätzliche Fremdfinanzierung zum Erwerb der Landesbank

Berlin Holding AG (LBBH) durch eine Zweckgesellschaft der Sparkassenorganisation

bis zur endgültigen Abwicklung eines notleidenden Kreditengagements treuhändisch

verwaltetes Guthaben

Im Jahr 2007 hat die Sparkassenorganisation die Anteile des Landes Berlin und von Minderheits-

aktionären erworben. Wir haben uns anteilig an dem Erwerb der LBBH mit einer direkten Kapital-

einlage und der Übernahme der Haftung für eine zusätzliche Fremdfinanzierung des Kaufpreises

beteiligt. Der Gesamtbetrag ist unter dem Bilanzposten Beteiligungen aktiviert.

12. Verbindlichkeiten, für die Vermögensgegenstände als Sicherheit übertragen sind

Für folgenden Posten der in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten sind Vermögensgegenstände

als Sicherheit übertragen:

13. Beziehungen zu verbundenen Unternehmen sowie Unternehmen,

mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

.201

7.390

Bilanzposten 31.12.2010 TEUR 31.12.2009 TEUR

Passiva 1

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 102.936 280. 28

Bilanzposten 31.12.2010 TEUR 31.12.2009 TEUR

Passiva 2

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

Verbundene Unternehmen 89 652

Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 230 18


14. Fristengliederung

Bilanzposten Forderungen bzw. Verbindlichkeiten (in TEUR)

bis drei

Monate

mit einer Restlaufzeit von

mehr als

drei Monate

bis ein Jahr

mehr als

ein Jahr bis

fünf Jahre

Anhang zur Bilanz

mehr

als fünf

Jahre

mit unbestimmter

Laufzeit

im Jahr

2011

fällig

Aktiva

3. Forderungen an Kreditinstitute

b) andere Forderungen

(ohne Bausparguthaben) 3.3 3 10.000 3.866 --- ---

. Forderungen an Kunden

5. Schuldverschreibungen und andere

29.881 56.65 231.381 33.825 98.90 --festverzinsliche

Wertpapiere --- --- --- --- --- 1 0.309

Passiva

1. Verbindlichkeiten gegenüber

Kreditinstituten

b) mit vereinbarter Laufzeit oder

Kündigungsfrist

2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

a) Spareinlagen

ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist

3. 15 20. 36 10 . 59 71.768 --- --von

mehr als drei Monaten

b) andere Verbindlichkeiten

bb) mit vereinbarter Laufzeit oder

1.988 1.119 . 36 6.9 7 --- ---

Kündigungsfrist

3. Verbriefte Verbindlichkeiten

96.2 0 25.686 7 . 7 13.526 --- --a)

begebene Schuldverschreibungen --- --- --- --- --- 3.733

b) andere verbriefte Verbindlichkeiten --- ---

57


58

Anhang zur Bilanz

C. Angaben und Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

1. Zinserträge bzw. Zinsaufwendungen

In den Posten Zinsertrag sowie Zinsaufwand sind 3 0 TEUR bzw. 597 TEUR enthalten, die auf die

Ab- bzw. Aufzinsung der Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr zurückzuführen

sind.

Daneben enthalten die Zinserträge 736 TEUR, die aus der vorzeitigen Rückzahlung von Darlehen

(Vorfälligkeitsentgelt) oder dem nachträglichen Eingang zuvor asservierter Zinsen stammen.

2. Außerordentliche Aufwendungen

Die außerordentlichen Aufwendungen entfallen in Folge der erstmaligen Anwendung der Vorschriften

des BilMoG auf die Zuführung zu den Pensions- und Altersteilzeitrückstellungen.

3. Provisionserträge

Etwa 18,5% der Provisionserträge entfallen auf für Dritte erbrachte Dienstleistungen für Verwaltung

und Vermittlung, insbesondere die Vermittlung von Produkten der Verbundpartner (Versicherungen,

Bausparverträge, Immobilien, Investmentzertifikate).

4. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Etwa 17% des ausgewiesenen Steueraufwands entfällt auf Nachzahlungen für Vorjahre infolge einer

Außenprüfung gemäß § 193 ff. der Abgabenordnung.


D. Sonstige Angaben

1. Latente Steuern

Durch die unterschiedlichen handels- und steuerrechtlichen Wertansätze einzelner Vermögensgegenstände

und Schulden kommt es zu Steuerlatenzen. Nennenswerte Unterschiedsbeträge entfallen

auf folgende Bilanzpositionen:

Saldiert ergibt sich ein Überhang aktiver latenter Steuern, für den das Aktivierungswahlrecht nicht

genutzt wurde.

Der Unterschied zwischen dem ausgewiesenen, auf der Grundlage der steuerlichen Regelungen

ermittelten Steueraufwand und dem aus der handelsrechtlichen Gewinn- und Verlustrechnung erwarteten

Steueraufwand ist neben aperiodischen Steuern im Wesentlichen auf eine in Teilen andere

Bildung von Rückstellungen sowie auf eine von der Handelsbilanz abweichende Wertpapierbewertung

zurückzuführen.

2. Marktrisikobehaftete Geschäfte

Anhang zur Bilanz

Aktive latente Steuern

Positionen

Erläuterung der Differenz

Festverzinsliche Wertpapiere Vorsorgereserven gem. § 3 0f HGB/§ 26a KWG a. F.

Rückstellungen Steuerlich nicht oder nur in geringerer Höhe gebildete Rückstellungen

Die Sparkasse hat in Vorjahren derivative Finanzinstrumente abgeschlossen, die teilweise am

Bilanzstichtag noch nicht abgewickelt waren.

Zinsswaps werden zur Steuerung des sich aus dem Zinsbuch aller zinstragenden Aktiva und Passiva

ergebenden allgemeinen Zinsänderungsrisikos oder zur Sicherung der sich aus einzelnen Festzinspositionen

ergebenden Zinsänderungsrisiken eingesetzt (Mikro-Hedge).

Die Arten und der Umfang der derivativen Finanzinstrumente, bezogen auf die Nominalwerte der zu

Grunde liegenden Referenzwerte, sind in folgender Aufstellung zusammengestellt:

Derivative

Finanz-

instrumente

Nominalbeträge nach

Restlaufzeiten (TEUR)

bis 1 Jahr

mehr als ein

Jahr bis fünf

Jahre

mehr als

fünf Jahre

insgesamt

Nominalbeträge (TEUR)

Handelsgeschäfte

Deckungs-

geschäfte

Zinsrisiken

Zinsswaps --- 2 1.000 10.000 251.000 --- 251.000

59


60

Anhang zur Bilanz

3. Nicht zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte derivative Finanzinstrumente

Am Bilanzstichtag bestehen außerhalb des Handelsbestands sowie der in eine Bewertungseinheit

einbezogenen derivativen Finanzinstrumente in folgendem Umfang noch nicht abgewickelte und

nicht zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte derivative Finanzinstrumente:

Beizulegende Zeitwerte (TEUR)

Derivative Finanzinstrumente positiv negativ

Zinsrisiken

Zinsswaps 5.022 -5.6 3

Der beizulegende Zeitwert der Zinsswaps wird über die Abzinsung der künftigen Zahlungen (Cashflows)

fiktiver Gegengeschäfte (Glattstellungsfiktion) auf den Abschlussstichtag ermittelt (Discounted-Cashflow-Verfahren).

Die Diskontierungsfaktoren werden den von der WestLB AG bzw. DekaBank

veröffentlichten Zinsstrukturkurven am Markt gehandelter Swaps entnommen.

Die Zinsänderungsrisiken messen wir durch die Ermittlung der Auswirkungen von Marktzinsänderungen

auf den Vermögenswert aller zinstragenden Aktiv- und Passivpositionen (Zinsbuch) über die

Abzinsung aller innerhalb der jeweiligen Restlaufzeit liegenden Zahlungen (Cashflows). Diese werden

mit der der jeweiligen Laufzeit entsprechenden aktuellen Rendite abgezinst. Den negativen beizulegenden

Zeitwerten der in das Zinsbuch einbezogenen Zinsswaps stehen nach unseren Berechnungen

im Rahmen der Steuerung des Zinsänderungsrisikos höhere Unterschiedsbeträge zwischen

den ermittelten Vermögenswerten und den Bilanzwerten der zinstragenden Aktiv- und Passivposten

gegenüber.

4. Nicht aus der Bilanz ersichtliche Haftungsverhältnisse

und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Sparkasse ist dem bundesweiten Sicherungssystem der deutschen Sparkassenorganisation angeschlossen,

das elf regionale Sparkassenstützungsfonds durch einen überregionalen Ausgleich miteinander

verknüpft. Zwischen diesen und den Sicherungseinrichtungen der Landesbanken und Landesbausparkassen

besteht ein Haftungsverbund. Durch diese Verknüpfung steht im Stützungsfall das

gesamte Sicherungsvolumen der Sparkassen-Finanzgruppe zur Verfügung. Das Sicherungssystem

basiert auf dem Prinzip der Institutssicherung. Im Bedarfsfall entscheiden die Gremien der zuständigen

Sicherungseinrichtungen darüber, ob und in welchem Umfang Stützungsleistungen zugunsten

eines Instituts erbracht und an welche Auflagen diese ggf. geknüpft werden.

Auf der Grundlage des verbindlichen Protokolls vom 2 .11.2009 wurde mit Statut vom 11.12.2009 zur

weiteren Stabilisierung der WestLB AG, Düsseldorf, die Erste Abwicklungsanstalt (EAA) gemäß § 8a

Finanzmarktstabilisierungsfondsgesetz errichtet. Der Sparkassenverband Westfalen-Lippe (SVWL),

Münster, ist entsprechend seinem Anteil an der EAA von 25,03% verpflichtet, liquiditätswirksame Verluste

der EAA, die nicht durch das Eigenkapital der EAA ausgeglichen werden können, bis zu einem

Höchstbetrag von 2,25 Mrd. EUR zu übernehmen. Indirekt besteht für die Sparkasse entsprechend


Anhang zur Bilanz

ihrem Anteil am Verband eine aus künftigen Gewinnen zu erfüllende Verpflichtung, die nicht zu einer

Belastung des am Bilanzstichtag vorhandenen Vermögens führt. Daher besteht zum Bilanzstichtag

nicht die Notwendigkeit zur Bildung einer Rückstellung.

Für die mit der Auslagerung des Portfolios der WestLB AG auf die EAA verbundene indirekte Verlustausgleichspflicht

wird die Sparkasse beginnend mit dem Jahr 2010 in einem Zeitraum von 25 Jahren

Beträge aus künftigen Gewinnen bis zu einer Gesamthöhe von 28,8 Mio. EUR im Sonderposten Fonds

für allgemeine Bankrisiken gemäß § 3 0g HGB ansparen; davon wurden zum 31.12.2010 1,1 Mio. EUR

dotiert. Nach Ablauf von 10 Jahren findet unter Einbeziehung aller Beteiligten eine Überprüfung des

Vorsorgebedarfs statt. Sofern künftig aufgrund der Verpflichtung eine Inanspruchnahme droht, werden

wir in entsprechender Höhe eine Rückstellung bilden.

5. Angabe des vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechneten

Gesamthonorars gemäß § 285 Nr. 17 HGB

Abschlussprüferleistungen 1 6

andere Bestätigungsleistungen 37

Gesamtbetrag 183

6. Bezüge und Altersversorgung der Mitglieder des Vorstands

sowie die Bezüge der Aufsichtsgremien

6.1 Bezüge der Mitglieder des Vorstands

Für die Festlegung der Struktur und der Höhe der Bezüge der Mitglieder des Vorstands ist der Verwaltungsrat

zuständig. Er orientiert sich dabei an den Empfehlungen der nordrhein-westfälischen

Sparkassen- und Giroverbände zu den Anstellungsbedingungen für Vorstandsmitglieder und Stellvertreter.

Die Mitglieder des Vorstands erhalten auf Grundlage der bestehenden auf fünf Jahre befristeten

Dienstverträge feste Bezüge. Neben den festen Bezügen (Grundgehalt und Allgemeine Zulage von

15%) kann den Mitgliedern des Vorstands als variable Vergütung eine Leistungszulage von bis zu

15% des Grundgehalts gewährt werden. Von dieser Möglichkeit wurde wie in der Vergangenheit auch

im Jahr 2010 kein Gebrauch gemacht. Auf die festen Gehaltsansprüche wird die Tarifentwicklung des

öffentlichen Dienstes angewendet.

TEUR

61


62

Anhang zur Bilanz

Mulski, Hans-Jürgen

Vorsitzender

Blanquez, Antonio

Vorstandsmitglied

Grundbetrag und

Allgemeine Zulage

(TEUR)

Die sonstigen Vergütungen betreffen Sachbezüge aus der privaten Nutzung von Dienstfahrzeugen.

6.2 Altersversorgung der Mitglieder des Vorstands

Sonstige Vergütung

(TEUR)

Im Falle der regulären Beendigung ihrer Tätigkeit haben die im Geschäftsjahr bei der Sparkasse tätigen

Mitglieder des Vorstands folgende Pensionsansprüche:

* In den Zuführungsbeträgen sind insgesamt 38 TEUR enthalten, die auf die Umstellung der

Berechnung nach den Vorschriften des BilMoG zurückzuführen sind.

Im Falle einer Nichtverlängerung der Dienstverträge haben Herr Mulski und Herr Blanquez Anspruch

auf Ruhegehaltszahlungen mit ihrem Ausscheiden, sofern die Nichtverlängerung nicht von ihnen zu

vertreten ist. Der Anspruch von Herrn Mulski beträgt bis zum 31.12.2011 50% und der von Herrn

Blanquez bis zum 31.12.2011 30% der festen Bezüge. Anspruch auf Zahlung einer Abfindung besteht

nicht.

Auf die Pensionsansprüche wird ab Beginn der Ruhegehaltszahlungen die Tarifentwicklung des öffentlichen

Dienstes angewendet.

6.3 Pensionsrückstellungen und -zahlungen für bzw. an frühere Mitglieder

des Vorstands und deren Hinterbliebene

Gesamtvergütung

(TEUR)

27 11 285

250 11 261

Summe 524 22 546

Mulski, Hans-Jürgen

Vorsitzender

Blanquez, Antonio

Vorstandsmitglied

Im Jahr 2010 der Pensions-

rückstellung zugeführt*

(TEUR)

Barwert der Pensionsansprüche

31.12.2010

(TEUR)

510 2.0 0

203 1.338

Summe 713 3.378

An frühere Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebene wurden 1 TEUR gezahlt; die Pensionsrückstellungen

für diesen Personenkreis betrugen am 31.12.2010 5.502 TEUR.


6.4 Bezüge der Mitglieder der Aufsichtsgremien

Den Mitgliedern des Verwaltungsrats, des Hauptausschusses und des Risikoausschusses der Sparkasse

wird ein Sitzungsgeld von 150,00 EUR je Sitzung gezahlt. Außerdem erhalten die ordentlichen

Mitglieder des Verwaltungsrats für ihre Tätigkeit einen Pauschalbetrag von 1.150,00 EUR p. a. In

Abhängigkeit von der Sitzungshäufigkeit und -teilnahme ergaben sich damit im Geschäftsjahr 2010

folgende Bezüge der einzelnen Mitglieder der zuvor genannten Gremien:

Name TEUR Name TEUR Name TEUR

Schiereck, Horst (OB) 3 Nückel, Thomas 2 Thielemann, Jörg 2

Dudda, Dr. Frank 3 Schwanengel, Norbert 2 Banaszak, Bianca 2

Schlüter, Markus 3 Schulz, Hans-Friedrich 2 Müller, Elisabeth 2

Lukas, Manuela 2 Kielholz, Rainer-Georg 2

Klemczak, Birgit 2 Thunig, Jochen 2

Gleba, Dirk 2 Wobig, Petra 2 Insgesamt 33

7. Kreditgewährungen an den Vorstand und den Verwaltungsrat

Die Sparkasse hatte Mitgliedern des Vorstands zum 31.12.2010 Kredite in Höhe von 7 TEUR und Mitgliedern

des Verwaltungsrats in Höhe von 1.822 TEUR gewährt.

8. Mitarbeiter/-innen

Im Jahresdurchschnitt wurden beschäftigt:

Anhang zur Bilanz

Mitarbeiter 2010 2009

Vollzeitkräfte 292 29

Teilzeit- und Ultimokräfte 102 100

394 394

Auszubildende 21 22

Insgesamt 415 416

63


6

Anhang zur Bilanz

9. Verwaltungsrat und Vorstand

Verwaltungsrat

Vorsitzender Stv. Vorsitzende Mitglieder

Horst Schiereck

Hauptamtlicher

Oberbürgermeister

Herne, 25.02.2011

1. Dr. Frank Dudda

Geschäftsführer eines

Bundesverbandes

2. Markus Schlüter

Angestellter

(Kommunalverwaltung)

Bianca Banaszak Sparkassenangestellte

Dirk Gleba selbstständiger IT-Berater

Rainer-Georg Kielholz Kfm. Angestellter i. R.

Birgit Klemczak Hausfrau

Manuela Lukas Hausfrau

Elisabeth Müller Sparkassenangestellte

Thomas Nückel Journalist

Hans-Friedrich Schulz Dipl.-Ing. für Wasserund

Abfallwirtschaft

(Landesverwaltung)

Norbert Schwanengel Beamter i. R.

(Landesverwaltung)

Jörg Thielemann Sparkassenangestellter

Jochen Thunig Sparkassenangestellter

Petra Wobig Sparkassenangestellte

Vorstand

Vorsitzender Mitglied

Hans-Jürgen Mulski Antonio Blanquez

S Herner Sparkasse

Der Vorstand

Mulski Blanquez


Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang

– unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Herner Sparkasse für das Geschäftsjahr

vom 01.01.2010 bis 31.12.2010 geprüft.

Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen

Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstands der Sparkasse. Unsere Aufgabe

ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss

unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der

Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung

vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und

Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze

ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-,

Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden.

Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und

über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Sparkasse sowie die Erwartungen über mögliche

Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen

internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss

und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung

der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands

sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung

bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der

Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger

Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,

Finanz- und Ertragslage der Sparkasse. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss,

vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse und stellt die Chancen

und Risiken der künftigen Entwicklung zutreffend dar.

Münster, 0 .0 .2011

Sparkassenverband Westfalen-Lippe

- Prüfungsstelle -

Lange

Wirtschaftsprüferin

Bestätigungsvermerk

65


Engagiert vor Ort.

Die Geschäftsstellen der Herner Sparkasse.

Unser Fritz

B226

Bickernstraße 70

Röhlinghausen

Hauptstraße 3 5

Wanne

Hauptstraße 22

Crange

Edmund-Weber-Straße 201

Eickel

Bielefelder Straße 123

Eickeler Markt 3a/b

Baukau

Germanenstraße 77

Holsterhausen

Herne-Mitte

Horsthausen

Bahnhofstraße 56

Berliner Platz 1 & 9

A43

Horsthauser Straße 205

Hölkeskampring 3

Langforthstraße 17

A42

Börnig

Mont-Cenis-Straße 267a

Sodingen

Castroper Straße 270

Holthausen

Nähe zum Kunden und kurze Wege zeichnet die Herner Sparkasse aus. Als lokal fest verankertes Kreditinstitut ist die

Sparkasse flächendeckend in allen Stadtteilen in Herne vertreten.

Im April 2010 konnte die Sparkasse den neuen Standort ihrer Geschäftsstelle Eickel am Eickeler Markt 3a/b eröffnen.

Nach einer gut siebenmonatigen Umbauzeit und Investitionen von rund 2 Mio. Euro erwartet die Kunden heute ein innovatives

Raumkonzept, modernste Technik und ein direkt hinter der Geschäftsstelle befindlicher Parkplatz. Die zentrale Lage

war auch ausschlaggebend dafür, das VermögensmanagementCenter Wanne-Eickel aus der Niederlassung Wanne in die neue

Geschäftsstelle in Eickel zu verlegen.

Ihren Standort in Bickern an der Bickernstraße 70 rüstete die Sparkasse im September 2010 in eine Selbstbedienungs-

Geschäftsstelle um. Dort stellt die Sparkasse die Bargeldversorgung und die Abwicklung der Basisgeschäfte für ihre Kunden

mit neuester Selbstbedienungstechnik sicher.

Für die Herner Sparkasse sind ihre Geschäftsstellen vor Ort die tragenden Säulen für die individuelle und ganzheitliche Beratung.

Neben dem dort angebotenen Service bietet die Sparkasse ihren Kunden ein dichtes Geldautomatennetz in Herne.

Sparkassenkunden können zudem kostenfrei an allen 25.700 Sparkassen-Geldautomaten bundesweit Bargeld abheben.

Sparkasse. Gut für Herne.

9

Bahnhofsplatz 12

10

Mülhauser Straße 2


Geschäftsstelle Anschrift Telefon | Fax Geldautomaten

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Hauptstelle Berliner Platz 1 | 623 Herne 02323/590-0 | Fax: -235 ■

Postfach 10 18 69 | 621 Herne E-Mail: info@herner-sparkasse.de

Vermögensmanagement- Berliner Platz 1 | 623 Herne 02323/590-369 | Fax: -367

Center Herne E-Mail: vmc-herne@herner-sparkasse.de

FirmenkundenCenter Berliner Platz 1 | 623 Herne 02323/590-616 | Fax: -371

E-Mail: firmenkunden@herner-sparkasse.de

GewerbekundenCenter Berliner Platz 1 | 623 Herne 02323/590-369 | Fax: -367

E-Mail: gewerbekunden@herner-sparkasse.de

ImmobilienCenter Berliner Platz 9 | 623 Herne 02323/590-315 | Fax: - 32

E-Mail: immobilien@herner-sparkasse.de

Niederlassung Wanne Hauptstraße 22 | 6 9 Herne 02323/590-7 0 | Fax: -755 ■

Sodingen Mont-Cenis-Straße 267a | 627 Herne 02323/590-203 | Fax: -513 ■

Vermögensmanagement- Mont-Cenis-Straße 267a | 627 Herne 02323/590- 08 | Fax: - 07

Center Sodingen E-Mail: vmc-sodingen@herner-sparkasse.de

Horsthausen Horsthauser Straße 205 | 628 Herne 02323/590-20 | Fax: -51 ■

Holthausen Castroper Straße 270 | 627 Herne 02323/590-205 | Fax: -515 ■

Bahnhof Bahnhofsplatz 12 | 629 Herne 02323/590-206 | Fax: -516 ■

Herne-Süd Hölkeskampring 3 | 625 Herne 02323/590-207 | Fax: -517 ■

Elpes Hof Langforthstraße 17 | 628 Herne 02323/590-209 | Fax: -519 ■

Baukau Germanenstraße 77 | 629 Herne 02323/590-200 | Fax: -510

10 City Bahnhofstraße 56 | 623 Herne 02323/590-201 | Fax: -511 ■

11 Eickel Eickeler Markt 3a/b | 651 Herne 02323/590-763 | Fax: -703 ■

Vermögensmanagement- Eickeler Markt 3a/b | 651 Herne 02323/590-709 | Fax: -73

Center Wanne-Eickel E-Mail: vmc-wanne-eickel@herner-sparkasse.de

12 Röhlinghausen Edmund-Weber-Straße 201 | 651 Herne 02323/590-76 | Fax: -70 ■

13 Holsterhausen Bielefelder Straße 123 | 625 Herne 02323/590-765 | Fax: -705 ■

14 Wanne-Nord Hauptstraße 3 5 | 6 9 Herne 02323/590-766 | Fax: -706 ■

Selbstbedienungs-Geschäftsstellen

15 Bickern Bickernstraße 70 | 6 9 Herne

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Constantin Mülhauser Straße 2 | 627 Herne

Geldautomaten außerhalb der Geschäftsstellen

City Center Bahnhofstraße 7 | 623 Herne

Decathlon Holsterhauser Straße 200 | 625 Herne


Impressum

Herausgeber

Herner Sparkasse, Berliner Platz 1, 623 Herne

Redaktion

Dirk Plötzke, Jörg Velling (Herner Sparkasse)

Gestaltung

mandt&mandt – büro für kommunikationsdesign, Mettmann

Druck

Blömeke Druck SRS GmbH, Herne

Fotografie

Titel: Schachtzeichen an der Akademie Mont-Cenis | © Alfred Apel

Seite 6: Kulturzentrum Herne nach der Neugestaltung | © Dinnebier Licht

Seite 8: Hornkonzert Schwingungen am Kanal | © Thomas Schmidt

Seite 9: Otmar Alt: Ausstellung „Reise in die Phantasie“ in der Herner Sparkasse | © Herner Sparkasse

Enthüllung der Willi-Pohlmann-Büste: v. l. Heinrich Brockmeier, Hans-Jürgen Mulski | © Herner Sparkasse

16. Herner Forum: Referent Dr. Richard David Precht | © Stefan Kuhn

Seite 10: Internationales Jonglagefestival in den Flottmannhallen | © Klaus-Peter Schubert

Seite 11: Schüler und Studenten | © Deutscher Sparkassenverlag

Seite 12: Fünfter Herner Rudertag | © Herner Sparkasse

Seite 13: Läufer, Leichtathleten, Fußballer | © Deutscher Sparkassenverlag, iStockphoto (mittig)

Seite 1 : Turmhügelburg („Motte“) auf dem Außengelände des LWL-Museums für Archäologie | © Klaus-Peter-Schubert

Seite 15: Unterstützung der Verkehrserziehung der Paul-Klee-Schule | © Herner Sparkasse

Hans-Tilkowski: Ausstellung der Hans-Tilkowski-Schule in der Herner Sparkasse | © Herner Sparkasse

Kulturfestival im Revierpark Gysenberg | © Thorsten Hartung

Seite 17: Hauptstelle der Herner Sparkasse (auch auf den Seiten 2, ) | © Herner Sparkasse

Seite 67: Neuer Standort der Geschäftsstelle Eickel am Eickeler Markt 3a/b | © Stefan Kuhn

Übergabe des neuen Sparkassen-Standortes in Eickel: v. l. Rainer Säger (Leiter Geschäftsstelle),

Hubert Vorreiter (Leiter VermögensmanagementCenter Wanne-Eickel), Antonio Blanquez (Vorstandsmitglied),

Hans-Jürgen Mulski (Vorstandsvorsitzender) | © Stefan Kuhn

Tag der offenen Tür zur Eröffnung der Geschäftsstelle Eickel am 2 .0 .2010 | © Stefan Kuhn


S Herner Sparkasse

Berliner Platz 1

44623 Herne

Telefon: 0 23 23 - 590 - 0

Telefax: 0 23 23 - 590 - 235

E-Mail: info@herner-sparkasse.de

www.herner-sparkasse.de

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