AltenhilFemAgAzin - Haus Johann Sebastian Bach gGmbH

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AltenhilFemAgAzin - Haus Johann Sebastian Bach gGmbH

AltenhilFemAGAzin

für sAlzgitter und Umgebung

Okt-Nov 2010

ErnteDAnk –

Über DAs Danken und die Gründe DAFür

Altenhilfeverbund Wege begleiten. der Diakonie


Inhalt

3 Vorwort

4 Dankbar für engagierte

Helfer

6 Danken will gelernt sein

8 Zitate aus Kinderaufsätzen

9 Rückblick Sommerfest

11 Alles rund? Alles gut und

schön? Alles paletti?

13 Nun danket all und bringet Ehr

14 Pakistan – Ein Dorf kämpft

gegen das Wasser

16 Fremde in der Nacht

18 Buchtipp: Erfahrungsschatz

»Begegnungen«

19 Neue Webseite

Neuer Lebensabschnitt

20 Termine Oktober

21 Termine November

Impressum

Herausgeber

Haus Johann Sebastian Bach gGmbH

Johann-Sebastian-Bach-Str. 9

38226 Salzgitter

Auflage: 400 Stück

Nächste Ausgabe: Dezember 2010

Druck: newcom-dd GmbH

Titelfoto: AngelaL | pixelio

Redaktion

Petra Gottsand (v.i.S.d.P.)

Nicole Koch

Anke Grewe

Andreas Warmbein

2 Altenhilfemagazin der Diakonie, Oktober - November 2010


Erntedank – Ursprung und Sinn

Liebe Leserinnen und Leser,

der Herbst steht vor der Tür und wenn das

Wetter milde ausfällt, bekommen wir einen

schönen »Altweibersommer«. Prächtige

Sonnenblumen erfreuen uns, in bunter

Pracht verfärben sich die Blätter der Bäume

und aus Kastanien entstehen im Bastelkreis

des Kindergartens kleine Igel.

Diese Jahreszeit ist für viele verbunden mit

dem Erntedankfest, das Christen seit vielen

Jahren in Gottesdiensten feiern. Seinen Ursprung

hat der Erntedank in der vorchristlichen

Zeit, als die Menschen noch enger im

Einklang mit der Natur lebten. Als die jahreszeitlichen

Wechsel, das Säen und Ernten,

Wetterlagen, Wachsen, Pflegen und Gedeihen

der Felder unmittelbare Auswirkungen

auf die Lebensqualität der Menschen hatten.

Schlechte Ernten wirkten lange nach

und brachten in manche Familien Sorgen

und Nöte.

Heute fehlen in unserem Alltag oftmals diese

unmittelbaren Erfahrungen, weil wir zu jeder

Zeit unsere Grundnahrungsmittel im Geschäft

nebenan oder im Supermarkt auf der

Wiese kaufen können. Vielleicht ist es gerade

deshalb gut und richtig, im Herbst einmal

inne zu halten und für die guten Gaben, die

wir haben, zu danken, und an die Menschen

zu denken, denen es weniger gut geht.

Erntedank kann uns nachdenklich machen

über Gutes und Schönes, das uns in unserem

Leben geschenkt wird. Der Dank für

Gottes Wirken und Erhalten seiner Schöpfung

und das Bedenken dessen, was zur

Vollendung noch fehlt, möge Sie in diesen

Tagen begleiten.

Petra Gottsand

Heimleitung

Altenhilfemagazin der Diakonie, Oktober - November 2010 3


Dankbar für engagierte Helfer

Alltagshilfen und Nachbarschaftshilfe der Diakonie

Die Alltagshilfen/Nachbarschaftshilfe des

Diakonischen Werkes bringen Menschen

zusammen, die in ihrer Freizeit andere

unterstützen wollen, und diejenigen, die

dringend Hilfe benötigen. So bietet das

Diakonische Werk seit über sieben Jahren

für ältere Mitbürger, alleinstehende Mitmenschen

und Familien mit kleinen Kindern

die Nachbarschaftshilfe in Salzgitter-Lebenstedt

an. Die Palette der unterstützenden

Hilfsangebote ist vielfältig.

Die Koordinatorin der Nachbarschaftshilfe

ist seit April 2009 die Sozialpädagogin

Edeltraut Frank. Telefonische Anfragen

nehmen Frau Krause und Frau Friese entgegen.

Die Nachbarschaftshilfe vermittelt ehrenamtliche

Helferinnen und Helfer im Raum

Salzgitter. Wie zum Beispiel bei einer

alleinstehenden, älteren Dame, die ihre

Einkäufe nicht mehr alleine bewältigen

kann. Ein Anruf bei der Nachbarschaftshilfe

genügt schon, um hier schnelle und

unbürokratische Hilfe anbieten zu können.

Die Helfer begleiten zum Arzt oder zu

Behördengängen, gehen bei häuslichen

Arbeiten zur Hand, bereiten gemeinsam

Mahlzeiten zu, lesen aus der Zeitung vor,

gehen gemeinsam Einkaufen oder engagieren

sich in der Kinder- und Seniorenbetreuung.

Falls die Nachbarschaftshilfe

nicht helfen kann, suchen wir nach anderen

Hilfsmöglichkeiten, z.B. im Rahmen

des Evangelischen Altenhilfeverbundes.

Für ihren Einsatz erhalten die Helfer eine

Entschädigung ihres Aufwandes. Unsere

Helferinnen und Helfer suchen wir

sorgsam aus und bereiten sie auf ihre

Aufgaben vor. Gegenwärtig wirken über

100 Menschen aller Altersgruppen in der

Nachbarschaftshilfe und erfüllen ihre Einsätze

mit viel sozialem Engagement. Sie

4 Altenhilfemagazin der Diakonie, Oktober - November 2010


Ein Grillabend wurde als Dank an die ehrenamtlichen Helferinnen

und Helfer der Nachbarschaftshilfe und des Hauses

Johann Sebastian Bach in Salzgitter ausgerichtet.

opfern Zeit und Kraft für die Erfüllung ihrer

Aufgabe und stellen dafür ihre Freizeit zur

Verfügung. Deshalb wird ihr Dienst besonders

geschätzt und ist anzuerkennen. Die

Diakonie dankt von Herzen den zahlreichen

engagierten Helferinnen und Helfern

für ihre Einsätze.

Foto: Grillabend mit ehrenamtlichen Helferinnen

und Helfern der Nachbarschaftshilfe

und dem Haus Johann Sebastian Bach

Edeltraut Frank

Koordinatorin der Nachbarschaftshilfe

Kontakt Alltagshilfen/Nachbarschaftshilfe

»Manche Menschen wissen nicht,

wie viel ärmer wir ohne sie wären.«

Petrus Ceelen

Montag, Mittwoch und Freitag

9.00 Uhr bis 12.00 Uhr

Ansprechpartnerin Edeltraut Frank

Imatraweg 12

38226 Salzgitter-Lebenstedt

Tel. 05341 17111

Altenhilfemagazin der Diakonie, Oktober - November 2010 5


»Danken will gelernt sein«

Gedanken zum Danken

Als Kinder haben wir es gelernt: Wenn du

etwas geschenkt bekommst, musst du

deinen Dank ausdrücken. Wir als Jungen

mussten die Hand geben, einen Diener machen

und »danke« sagen.

Vielleicht fragen Sie jetzt: »Wie alt ist der

denn, dass der so etwas noch gelernt

hat?« Ich spreche von meiner Kindheit in

den 60er Jahren, das ist gar nicht so lange

her. Dann sind wir erwachsen geworden

und haben uns etwas erarbeitet. Das Danken

blieb oft auf der Strecke, weil wir mit

all den Dingen lebten, die wir uns verdient

haben: Das Auto, das Haus, die kleinen

und großen Freuden des Lebens. Der Urlaub

wurde gebucht und bezahlt – bei wem

hätte man sich bedanken sollen? Selbst

die Medikamente und die Operation haben

wir mit dem Krankenkassenbeitrag bezahlt.

Obwohl, dem Arzt haben wir schon

gedankt, dass er uns gesund gemacht hat.

Manchmal habe ich sogar den Eindruck,

dass manche Menschen nichts zum Geburtstag

geschenkt haben wollen, weil es

ihnen peinlich ist, »danke« zu sagen.

Dankbar für neues Leben

In der Bibel begegnen uns zehn hoffnungslos

kranke Menschen. Sie begegnen

Jesus und bitten ihn mit lauter Stimme:

»Jesus, lieber Meister, habe Erbarmen mit

uns.« Vielstimmig ist ihre Klage, unüberhörbar

ihre Bitte. Und Jesus hört sie, er

hat ein Herz für die Leidenden. Er nimmt

die Krankheit von ihnen, sodass sie frei

sind. Welche Freude muss da ausgebrochen

sein. Nach all den Jahren endlich

schmerzfrei, nach all den Behandlungen

nicht mehr zum Arzt müssen – sie können

ihr Glück kaum fassen.

Wir wissen nicht, was neun von ihnen gemacht

haben, wie und wo sie ihr neues Leben

gefeiert haben. Wir begegnen nur dem

6 Altenhilfemagazin der Diakonie, Oktober - November 2010


einen, der zu Jesus geht und mit ebenso

lauter Stimme wie vorhin ruft. Diesmal sind

es Loblieder, er singt Gott seine Freude

entgegen: »Nun danket alle Gott, großer

Gott, wir loben dich, Herr, wir preisen deine

Stärke, lobe den Herrn, den mächtigen

König der Ehre«. Und schließlich kniet er

vor Jesus, der ihm das Leben neu geschenkt

hat.

es ihm geht und wie dankbar er für jeden

Tag ist. Kaum etwas hat mich im Leben so

geprägt, wie dieser Großvater mit seiner

Dankbarkeit im Herzen, die er in Worte zu

fassen wusste. Als Christen haben wir so

viel Grund zum Danken – laden wir andere

ein: »Sing mit mir ein Dankeschön, denn

im Danken da liegt Segen«.

Grund zum Danken

Sind Sie ein dankbarer Mensch? Üben

Sie das Danken z.B. im Erntedankgottesdienst?

Danken Sie Menschen für ihren

Dienst, auch wenn sie Geld für ihre Arbeit

bekommen?

Ihr

Propst Andreas Weiß

Ev.-luth. Propstei Königslutter

Mein Großvater war fast 90 Jahre alt und

blind. Es gab keinen Tag, an dem er nicht

meiner Mutter dankte, dass er es bei ihr

so gut hatte. Und wenn wir Enkel zu Besuch

kamen, erzählte er uns sofort, wie gut

Altenhilfemagazin der Diakonie, Oktober - November 2010 7


Alle Welt horchte auf, als Luther

1642 seine 95 Prothesen an die

Schlosskirche zu Wittenberg

schlug. ■ Die Macht des Wassers ist

so gewaltig, dass selbst der stärkste

Mann es nicht halten kann. ■ Wir gingen

in den Zoo. Es war ein großer Affe im Käfig. Mein Onkel war auch dabei. ■ Der leichtsinnige

Viehbrigadier hatte mit seinem Karren den ganzen Zaun umgefahren. Das Schwein

konnte erst später eingefangen werden. ■ Dort wo jetzt die Trümmer ragen, standen

einst stolze Burgfräuleins und warteten auf ihre ausgezogenen Ritter. ■ Der Landwirtschaftsminister

ließ die Bauern zusammenkommen, denn die Schweine fraßen zuviel. ■

In Lappland wohnen zwei Sorten Menschen. Die reichen Lappen fahren im Rentiergespann,

die armen Lappen gehen zu Fuß. Daher der Name Fußlappen. Auch wohnen

dort die Menschen sehr dicht zusammen. Daher das Sprichwort: Es läppert sich zusammen.

■ Die Streichhölzer müssen gut versteckt werden, damit sie keine kleinen Kinder

bekommen. ■ Der Frühling ist die erste der vier Jahreszeiten. Im Frühjahr legen die

Hühner Eier und die Bauern Kartoffeln. ■ Als unser Hund nachts zu bellen anfing, ging

meine Mutter hinaus und stillte ihn. Die Nachbarn hätten sich sonst aufgeregt. ■ Meine

Tante hatte so starke Gelenkschmerzen, dass sie die Arme kaum über den Kopf heben

konnte. Mit den Beinen ging es ihr ebenso. ■ Die Eiskunstläuferin drehte ihre Pirouetten,

dabei hob sich ihr Röckchen im eigenen Wind.

8 Altenhilfemagazin der Diakonie, Oktober - November 2010


Rückblick Sommerfest

»Für uns soll's rote Rosen regnen«

Der Heimbeirat bedankt sich im Namen

aller Heimbewohner für das gelungene

Sommerfest. Dieser Dank geht an alle

Menschen, groß und klein, die an der Gestaltung

dieses wunderbaren Festes beteiligt

waren. Wir freuen uns schon auf das

nächste Jahr, wenn es wieder heißt:

Sommerfest im Haus Johann Sebastian

Bach!

> weiter auf

Seite 10

Altenhilfemagazin der Diakonie, Oktober - November 2010 9


10 Altenhilfemagazin der Diakonie, Oktober - November 2010

Fotos: Irmtraut Duberke und Frank Gottsand-Groß


Alles rund?

Alles gut und schön?

Alles paletti?

Altenhilfemagazin der Diakonie, Oktober - November 2010 11


Ich will nicht ablenken von dem, was Sie

belastet. Doch hilft der Choral aus dem

Evangelischen Gesangbuch 403 »Schönster

Herr Jesu...« über den eigenen kleinen

Tellerrand zu blicken: »Schön sind die

Wälder, schöner sind die Felder« heißt es

da. In den Versen wird die ganze Schöpfung

inklusive uns Menschen besungen.

Die Vergänglichkeit alles Irdischen wird allerdings

nicht ausgeblendet. Dann heißt es

und das ist ein Bekenntnis, dem ich mich

gern anschließe:

Alle die Schönheit

Himmels und der Erden

Ist gefasst in dir allein.

Keiner soll immer

Lieber mir werden

Als du, schönster Jesus mein!

Alles paletti, pflegen wir achselzuckend

zu sagen: Es ist alles in Ordnung, erledigt

und eben abgeschlossen! Nein, das Gute,

Schöne und Runde ist nicht abgeschlossen,

vorbei. Es wirkt in unsere Gegenwart

hinein, wenn wir es nur immer wieder

aktivieren. Unsere Erinnerung sollten wir

befragen. Sie hilft uns, die Schönheit des

Himmels und der Erden und unseres eigenen

Lebens auch jetzt noch zu genießen.

Jesus Christus hilft uns dabei. Er begleitet

uns alle Tage bis an der Welt Ende.

So sein Versprechen. Das meint: In guten

wie in schweren Tagen ist er als Herrscher

Himmels und der Erden auch Vermittler

zwischen unseren guten und schweren

Erfahrungen.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihr jetziges

Leben auch so sehen können.

Ihr

Pastor i.R. Johannes Hille

12 Altenhilfemagazin der Diakonie, Oktober - November 2010


Nun danket all und bringet Ehr

Lied von Paul Gerhardt

Nun danket all und bringet Ehr,

ihr Menschen in der Welt,

dem, dessen Lob der Engel Heer

im Himmel stets vermeldt.

Ermuntert euch und singt mit Schall

Gott, unserm höchsten Gut,

der seine Wunder überall

und große Dinge tut;

der uns von Mutterleibe an

frisch und gesund erhält,

und, wo kein Mensch nicht helfen kann,

sich selbst zum Helfer stellt;

der, ob wir ihn gleich hoch betrübt,

doch bleibet guten Muts,

die Straf erlässt, die Schuld vergibt

und tut uns alles Guts.

Er gebe uns ein fröhlich Herz,

erfrische Geist und Sinn und werf

all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz

ins Meeres Tiefe hin.

Er lasse seinen Frieden ruhn

auf unserm Volk und Land;

er gebe Glück zu unserm Tun

und Heil zu allem Stand.

Solange dieses Leben währt,

sei er stets unser Heil,

und wenn wir scheiden von der Erd,

verbleib er unser Teil.

Text: Paul Gerhardt 1647

Melodie: Genf 1652/Johann Crüger 1653

Altenhilfemagazin der Diakonie, Oktober - November 2010 13


In Zarren Abad bei Peshawar wird der erste von

mehreren Generatoren einsatzbereit gemacht, der

von der Diakonie Katastrophenhilfe bereitgestellt

wurde.

Fotos: Thomas Lohnes/DKH

Pakistan – Ein Dorf kämpft gegen das Wasser

Erste Pumpe von Diakonie Katastrophenhilfe installiert

Rainer Lang von der Diakonie Katastrophenhilfe

(DKH) berichtet aus dem Katastrophengebiet:

Endlich sprudelt das

Wasser aus dem grünen Schlauch und die

Männer klatschen erleichtert in die Hände.

Kurz zuvor hatten die Flutopfer noch

gebetet, bevor sie den Generator gestartet

hatten. Nach mehreren Versuchen pumpt

das Gerät über einen großen Schlauch

Wasser ab.

»Die Menschen wollen nicht untätig sein

und auf Hilfe warten, sondern möglichst

schnell mit den Aufräumarbeiten beginnen«,

berichtet der Sprecher des evangelischen

Hilfswerks, Rainer Lang, aus

dem Katastrophengebiet im Nordwesten

Pakistans. »Dabei wollen wir die Menschen

hier unterstützen«, fügte er hinzu.

Außerdem ist das stehende Wasser in der

Hitze eine Quelle von Krankheiten. Die

ersten Generatoren, mit deren Hilfe das

Wasser abgepumpt werden kann, hat

die DKH den Betroffenen in überfluteten

Dörfern zur Verfügung gestellt. »Der Test

war erfolgreich«, freut sich Lang.

14 Altenhilfemagazin der Diakonie, Oktober - November 2010


Im Dorf Zarreen Abad im Distrikt Nowshera

bei Peschawar installierte ein Team

der DKH den ersten von mehreren Generatoren,

um das Wasser zwischen den

Häusern abzupumpen. Die Bewohner,

die am Rande des Dorfes in Zelten leben,

hatten die Mitarbeiter des evangelischen

Hilfswerks um die Installation der Pumpe

gebeten. Die Dorfbewohner wollten in ihren

Zelten nicht untätig zusehen, wie sich

ihr Dorf in einen See verwandelt und das

Wasser nach und nach alles zerstörte.

Deshalb hatten sie schon an einen Traktor

eine alte Pumpe sowie große Rohre

angeschlossen und mit dem Abpumpen

begonnen. Doch die Kapazität dieser

Konstruktion reichte bei weitem nicht aus.

Der neue Generator kostet umgerechnet

rund 300 Euro. Das Abpumpen des

Wassers ist eine einfache Maßnahme,

um zurück zur Normalität zu finden. Zwei

Wochen, so rechnen die Dorfbewohner,

dauert das Abpumpen der Wassermassen

in die Kanalisation der nahe gelegenen

Straße, wenn noch drei weitere Generatoren

dazukommen. Danach wollen

die Bewohner mit den Aufräumarbeiten

beginnen. Viele der Häuser, die nach der

schweren Flut noch stehen, müssen abgerissen

werden, weil die Mauern große

Risse haben und einstürzen könnten.

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet dringend um

Spenden für die Flutopfer in Pakistan.

Diakonisches Werk Braunschweig

Kennwort »Flut Pakistan«

Konto 15 00 05 01 56

BLZ 270 200 00 (Volkswagen Bank)

Spende per sms

SMS mit dem Stichwort »Not« an die 8 11 90 senden.

5 EUR zzgl. üblicher SMS-Gebühr, davon gehen 4,83 EUR

direkt an die Diakonie Katastrophenhilfe.

Weitere Informationen

Pfarrer Jürgen Lausch, Tel. 0531 3703-202

www.diakonie-katastrophenhilfe.de

Altenhilfemagazin der Diakonie, Oktober - November 2010 15


Fremde in der Nacht

von Helga Thiele-Messow

Lina stand in der eisigen Schlafkammer

und lauschte in die Nacht hinein. Sie hörte

das Konzert des Frostes: er ließ das Gebälk

des Hauses knacken, draußen fuhr er in

die Pappeln, sprengte ihr Holz mit Krachen

und brachte das Eis der Gräben zum

Knistern. In der Schlafkammer war es so

kalt, dass die Luft nach Metall schmeckte.

Die Fenster waren voller Eisblumen, beim

Ausatmen schickte Lina Dunstwolken in

den Raum, die jeder Tabakpfeife zur Ehre

gereicht hätten.

Sie schlug das schwere, klamme Federbett

am Fußende zurück und legte die heiße,

mit Sand gefüllte Steingutflasche auf die

Laken. Vor einer halben Stunde hatte sie

eine Flasche etwas weiter oben im Bett

deponiert. Sie strich das Deckbett wieder

glatt.

Plötzlich hielt sie inne, lauschte, meinte,

ein leises Beben zu spüren, dann ein zartes

Glockenklingeln zu vernehmen. Sie schüttelte

den Kopf, niemand würde freiwillig

bei dieser eisigen Witterung unterwegs

sein. Sogar die wilden Tiere, die sonst

nachts zu hören waren, schwiegen. Was

von Ferne klingelte, mussten die Sterne

sein, selbst sie schienen bei dieser Kälte zu

zittern.

Lina ging zurück in die Gaststube. Minna,

die Magd, Alfons, der Knecht und die Katzen

lagen oben auf dem gemauerten Herd.

Alfons schnarchte leise, Minna rührte sich

nicht, ihr gleichmäßiges Atmen verriet einen

tiefen Schlaf. Wieder spürte Lina ein

leises Beben, hörte zarte Klingeltöne.

Linas Mann Georg schlief im Sitzen auf

der Bank neben dem Ofen, auf seinem

Schoß lag eine Hose, an der er genäht hatte,

Nadel und Faden waren ihm aus der

Hand gerutscht. Georg und Lina besaßen

den Krug auf der Brunsole, leider fanden

bei der anhaltenden Kälte nur wenige Gäste

den Weg in ihr Wirtshaus. Georg war

nicht nur Krüger, sondern auch Schneider,

denn vom Ausschank allein konnte er

keine Familie ernähren. Im letzten Herbst

hatte er Lina zur Frau genommen, im

Sommer würde ihr erstes Kind zur Welt

kommen.

Das Klingeln wurde lauter, es kam von der

Lüneburger Heerstraße Richtung Helmstedt.

Georg fuhr aus dem Schlaf hoch,

eilte zur Tür, öffnete sie einen Spalt breit,

sofort fuhr der Frost mit seinem eisigen

Atem in die Wirtsstube; das Klingeln verstummte.

Vor dem Haus hielt ein Schlit-

16 Altenhilfemagazin der Diakonie, Oktober - November 2010


tengespann. Ein Mann in Uniform stieg

aus dem geschlossenen Aufsatz und kam

zur Wirtshaustür. Er bestellte drei heiße

Grogs, bat um Eile und stampfte zum Kutscher,

um mit diesem zu reden.

Georg brachte dem Kutscher und dem

Uniformierten zwei heiße Grogs, Lina

ging zum Schlitten, um dem dritten Fremden

sein Getränk zu reichen. Im Schlitten

saß ein kleiner Mann mit dunklen Haaren,

eine Locke war ihm in die Stirn gefallen,

seine dunklen Augen loderten, sprühten

Funken, und er lächelte, als er Lina

den warmen Becher aus der Hand nahm.

Während er trank, beobachtete er die junge

Frau. Lina fühlte sich von seinen geheimnisvollen

Augen seltsam berührt. Sie

spürte die Kälte nicht mehr, meinte, den

Mann schon lange zu kennen.

Der Uniformierte kam zurück, stieg in den

Schlitten, reichte Lina das leere Trinkgefäß

und Georg ein Goldstück, rief dem Kutscher

einen Befehl in einer fremden Sprache

zu. Die Pferde zogen sofort an, mit

Schellengeläut verschwand der Schlitten

vor den Augen der Wirtsleute.

Georg schloss die Tür. Das Goldstück

lag schwer in seiner Hand. Er setzte sich

zu Lina auf die Ofenbank, um einen heißen

Gewürzwein zu trinken. Lina nahm

Georg die Münze aus der

Hand, drehte sie in ihren

Händen. Ein Goldstück

für drei Becher Grog

war ein guter Preis.

Auf einmal sprang

Lina auf, holte die Kerze

vom Tisch und besah

sich die Münze ganz genau. Sie strich mit

der Fingerkuppe über das Porträt eines

Mannes, der aussah, wie der geheimnisvolle

Fremde im Schlitten. Aufgeregt zeigte

sie ihrem Mann ihre Entdeckung. Georg

stieß einen Pfiff aus, der Minna und Alfons

weckte. Sie stiegen vom Ofen herunter,

schweigend betrachteten alle vier das

Geldstück. Alfons stellte schließlich fest:

»Dä Kerel is Napoljum!« Lina und Georg

schauten sich an, sie hatten einen Kaiser

zu Gast gehabt, ohne es zu wissen.

Im Juli brachte Lina einen Sohn zur Welt,

er hatte dunkle Haare und eine Locke fiel

im in die Stirn. Das Kind hieß Georg nach

seinem Vater, doch wenn niemand dabei

war, nannte Lina ihr Baby Napoleon.

Georg Junior wurde nicht besonders groß

von Wuchs, aber er war fleißig und erwirtschaftete

mit seinem Vater soviel Geld, das

er Land kaufen konnte und bald zu einem

der reichsten Männer der Gegend wurde.

Altenhilfemagazin der Diakonie, Oktober - November 2010 17

Aus: »Mit Spürsinn unterwegs – Wanderungen durch die Braunschweigische Landschaft«, Appelhans Verlag, Braunschweig, 2005.


Erfahrungsschatz »bEgegnungen«

Vielfältige Zusammenstellung von Beiträgen regionaler Autoren

Ein Buch, das vielen begabten Autoren den

Weg zur Erstveröffentlichung gewiesen hat

und von seiner Thematik her interessant

und lesenswert ist. Denn das Leben aller

Menschen ist von der Geburt bis zum Tod

von »Begegnungen« geprägt, ohne sie

wäre es leer und nichtig.

Alle fünf Sinne sind daran beteiligt, das

außerhalb von uns Befindliche zu begreifen.

Flüchtige oder schicksalhafte, gewollte

oder zufällige Begegnungen sind

Splitter unseres Erfahrungsschatzes und

unseres Gedächtnisses. In erster Linie

begegnen wir Mitmenschen, vertrauten

oder fremden, Tieren und Pflanzen, der

gesamten Welt, in der wir leben, die wir in

unseren Träumen reflektieren, begreifen

oder nicht begreifen. Dazu gehören Weltanschauung,

Religion, Gesellschaft, Kultur

und Geschichte. Die Kapiteleinteilung der

Anthologie widerspiegelt diese Vielfalt

möglicher Begegnungen.

Die in der Gegenwart Lebenden werden

vielfach Rückerinnerung und Betroffenheit

über eigene Begegnungen aus den Beiträgen

herauslesen können, denn die Autoren

sind Menschen wie du und ich. Mögen

sich die Gedankensplitter der Beiträge für

den Leser zu einem Mosaik zusammenfügen,

das einen Eindruck von der Welt

entstehen lässt, in der wir leben.

Gernot Bischoff

»Begegnungen –

Erzählungen, Essays,

Gedichte.«

Herausgeber:

Braunschweigische

Landschaft e.V.,

256 Seiten,

Appelhans Verlag

Braunschweig 2002,

ISBN 978-3-930292‐64‐6,

12,80 Euro.

18 Altenhilfemagazin der Diakonie, Oktober - November 2010


neuer Lebens ABschnitt...

Neue Webseite

www.haus-jsb.de

Seit einigen Wochen ist sie

online: die neue Internetpräsenz

vom Haus Johann

Sebastian Bach. Viele Fotos

und Artikel geben Einblicke in

die Arbeit sowie die Angebote

unserer Einrichtung.

Vielfältige Möglichkeiten zur

direkten Kontaktaufnahme

mit den Ansprechpartnern

fehlen genauso wenig wie

Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen

und Termine.

Schauen Sie mal rein.

Nach 15 Jahren hat Frau Lindemann das Haus

Johann Sebastian Bach zum Ende September

verlassen. In diesen Jahren hat sie dafür Sorge

getragen, dass sich die Menschen in unserem

Haus wohlgefühlt haben. Ob in der Wäscherei,

oder mit den Mitarbeitern der Reinigungsabteilung,

Frau Lindemann hat dafür gesorgt, dass die

Bewohner in einem gepflegten, sauberen Haus

leben. Eine Aufgabe, der sie sehr gewissenhaft

nachgekommen ist und für die sich der Heimbeirat

und alle Bewohner ganz herzlich bei ihr

bedanken möchten. Was kommt nun, nach 15

Jahren Haus Johann Sebastian Bach? »Vielleicht

ein Computerkurs, oder einmal die Woche zum

Sport gehen? Jedenfalls wird es eine Umstellung

werden.«

Liebe Frau Lindemann, egal ob Computerkurs,

sportliche Betätigung, oder einfach nur Seele

baumeln lassen – wir wünschen Ihnen in Ihrem

neuen Lebensabschnitt alles erdenklich Gute

und Gottes Segen.

Petra Gottsand


Termine Oktober

Freitag, 1. Oktober 2010 – 16.00 Uhr

Geburtstagskaffee der Septemberkinder

Sonntag, 3. Oktober 2010 – 11.00 Uhr

Erntedank-Gottesdienst in der Matthäus-Kirche

Dienstag, 5. Oktober 2010 – 16.00 Uhr

Wii-Nachmittag

Donnerstag, 7. Oktober 2010 – 10.30 Uhr

Andacht Pastor Sonnenberg

Samstag, 9. Oktober 2010 – 15.00 Uhr

»Die Welt des Tanzes« Ausflug in die Aula des Gymnasiums nach Salzgitter-Bad

Montag, 11. Oktober 2010 – 15.30 Uhr

»Pfötchenstunde« auf allen Wohnbereichen – unsere vierbeinigen Freunde besuchen uns

Donnerstag, 14. Oktober 2010 – 10.30 Uhr

Lobpreis mit Frau Barelkowski

Freitag, 15. Oktober 2010 – 16.00 Uhr

Oktoberfest

Donnerstag, 21. Oktober 2010 – 10.30 Uhr

Andacht Pastor Hille

Donnerstag, 21. Oktober 2010 – 16.00 Uhr

Einkaufsbummel in der Stadt Salzgitter-Lebenstedt

Freitag, 22. Oktober 2010 – 15.30 Uhr

Bunter Nachmittag

Donnerstag, 28. Oktober 2010 – 10.30 Uhr

Andacht mit Frau Lenk und Frau Lerch

Änderungen vorbehalten.

Altenhilfemagazin der Diakonie, Oktober - November 2010 20


Termine November

Dienstag, 2. November 2010 – 16.00 Uhr

Wii-Nachmittag

Donnerstag, 4. November 2010 – 10.30 Uhr

Andacht mit Propst Kuklik

Freitag, 5. November 2010 – 16.00 Uhr

Geburtstagskaffee der Oktoberkinder

Montag, 8. November 2010 – 15.30 Uhr

»Pfötchenstunde« auf allen Wohnbereichen – unsere vierbeinigen Freunde besuchen uns

Donnerstag, 11. November 2010 – 10.30 Uhr

Andacht mit Pastor Sonnenberg

Donnerstag, 18. November 2010 – 10.30 Uhr

Andacht mit Pastor Hoffmeister

Donnerstag, 18. November 2010 – 16.00 Uhr

Einkaufsbummel in der Stadt Salzgitter-Lebenstedt

Samstag, 20. November 2010 – 14.00 Uhr

Gedenkgottesdienst mit Pastor Hille

Donnerstag, 25. November 2010 – 10.30 Uhr

Andacht mit Frau Lerch und Frau Lenk

Freitag, 26. November 2010 – 15.30 Uhr

Bunter Nachmittag

Samstag, 27. November 2010 – 19.00 Uhr

»Celtic Christmas & Irish Folk« Ausflug in die Kniestedter Kirche nach Salzgitter-Bad

Sonntag, 28. November 2010 – 10.00 Uhr

Ausflug zur St. Josefsgemeinde

21 Altenhilfemagazin der Diakonie, Oktober - November 2010


Bei Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung

Haus Johann Sebastian Bach gGmbH

Seniorenheim der Diakonie

Ansprechpartnerin Petra Gottsand

Johann-Sebastian-Bach-Str. 9

38226 Salzgitter

Tel. 05341 8462-0

Diakonischer Pflegedienst JSB

Ambulante Kranken- und Altenpflege

Ansprechpartnerin Sonja Harneit

Johann-Sebastian-Bach-Str. 9

38226 Salzgitter

Tel. 05341 8462-22

Mitglied im Diakonischen Werk der

Ev.-luth. Landeskirche in Braunschweig e.V.

www.haus-jsb.de

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