Ob Bratwurst oder Braten: Auf einem guten Grill können Sie fast ...

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Ob Bratwurst oder Braten: Auf einem guten Grill können Sie fast ...

Die wichtigsten Tipps zum Grillen

„Das Grillgut sollte erst auf den

Rost gelegt werden, wenn die

Kohle ordentlich durchgeglüht

ist. Das erkennt man daran, dass

die Kohle mit einer feinen

weißen Schicht überzogen

und nicht mehr schwarz ist.“

Matthias Backes,

Präsident des Deutschen Grill-Vereins

Die 10 Gebote

des Grillens

Ob Bratwurst oder Braten: Auf einem guten Grill können Sie fast alles

zubereiten. Voraussetzung ist, Sie wissen, wie Sie aus Ihrem Grill das

volle Potenzial und aus Ihrem Grillgut den vollen Geschmack heraus -

holen. Hier verraten Ihnen einige Grill-Experten die wichtigsten Tipps,

damit Ihre nächste Grillfete zum Festessen wird (Marion Rhodes/René Gelin)

In den richtigen Händen ist ein Grill

eines der vielfältigsten Kochgeräte.

Dabei ist seine Bedienung im Grunde

ganz einfach, solange man sich an einige

Grundregeln hält.

1. Du sollst einen Grill kaufen

Der Grillerfolg fängt bereits im Laden

an. Mit einem offenen Grill können Sie

keine Gans zubereiten. Für alles, was

länger als 25 Minuten zum Garen

braucht, benötigen Sie einen Grill mit

Deckel. Ob Holzkohle- oder Gasgrill, ist

dabei egal, denn die Behauptung, dass

es Geschmacksunterschiede zwischen

den beiden Grillarten gibt, wurde inzwischen

mehrfach widerlegt. „Ausnahme,

man nimmt sehr schlechte

Holzkohle, die qualmt und stinkt – diese

Aromen werden vom Grillgut gern

aufgenommen“, sagt TV Barbecue-Experte

Andreas Rummel. Einen guten

Räuchergeschmack können Sie sowohl

auf einem Holzkohle als auch auf einem

Gasgrill erzielen, indem Sie spezielle

Holzchips in die Flammen geben. Im

Gegensatz zur bereits verbrannten

Kohle sind diese noch lebendig und

geben beim Verbrennen ein feines

Raucharoma an das Grillgut ab.

Die 5 größten Grillsünden

1. Den Grill niemals mit Spiritus oder Benzin anzünden.

2. Flammen nie mit Bier oder Wasser ablöschen.

3. Asche vor dem Entsorgen immer erst auskühlen lassen.

4. Fleisch und Fisch nie bei Zimmertemperatur auftauen.

5. Gepökeltes nicht auf dem Grill zubereiten.

2. Du sollst den passenden

Brennstoff auf Lager haben

Rummel empfiehlt, beim Holzkohlegrill

Buchengrillkohle zu verwenden, da

diese nicht nur schneller anbrennt, sondern

auch heißer glüht und daher weniger

davon benötigt wird. Generell sollte

die Kohle von Laubholzarten stammen,

da diese wenig Harz beinhalten. Die

Stücke sollten möglichst grob sein und

beim Aneinanderreiben leicht quietschen.

Grillkohle darf nicht im Freien

gelagert werden, da sie dort Feuchtigkeit

zieht, was nach dem Anzünden zu

starkem Qualm und Funken führt. Alternativ

können auch Grillbriketts verwendet

werden, die zwar meist mehr

Zeit brauchen, bis sie heiß sind, dann

aber die Hitze länger halten als Kohle.

Eine Mischung aus Kohle und Briketts

ist ein gutes Erfolgsrezept. Wer lieber

mit Gas grillt, darf nicht vergessen, sich

vor dem Grillbeginn zu vergewissern,

dass auch noch genügend Gas in der

Flasche ist. Immerhin wäre es sehr

peinlich, wenn mitten in der Zubereitung

der perfekten Spareribs plötzlich

der Treibstoff ausgeht.

Bier lieber an als über den Grill schütten: Auf diese Weise haben Sie mehr vom Geschmack und weniger

ungesunde Reststoffe am Fleisch Foto: Landmann

12 GRILL Magazin 2/2010


3. Du sollst dich nicht

unvorbereitet an den Grill stellen

Richten Sie Ihren Grillplatz am besten

schon her, bevor Sie die Glut entfachen.

So sind Sie nicht nur im Falle eines Unfalls

vorbereitet, sondern verhindern

auch, dass Sie den brennenden Grill unbeaufsichtigt

lassen müssen. Für den

Notfall sollte immer ein Feuerlöscher

oder auch ein Eimer Sand in der Nähe

des Grills stehen, falls es mal zu einem

Brand kommt. Holzkohlegrills können

auch mit Wasser gelöscht werden, doch

beachten Sie, dass Sie bei einem Gasgrill

niemals zum Wassereimer greifen

dürfen. Außerdem sollten Sie schon

mal Grillbesteck, Handschuhe, Teller

für fertige Speisen und Ihr Bier zum

Trinken bereitstellen, damit Sie nicht

während des Grillens in die Küche rennen

müssen. Sonst kann es vorkommen,

dass Sie unterwegs abgelenkt

werden und in der Zwischenzeit Ihre

Leckereien anbrennen.

Auch bei der Wahl der Kleidung sollten

Sie berücksichtigen, dass Sie sich bei

einem Grillabend und nicht auf einer

Gala befinden. „Man sollte sich möglichst

nicht im edelsten Zwirn an den

Grill stellen“, rät Matthias Backes, Präsident

des Deutschen Grill-Vereins. Hitze,

Rauch und Funken können ein gutes

Outfit schnell ruinieren. Kleidungs -

stücke aus Polyester oder ähnlichen

synthetischen Geweben sollten Sie

ebenfalls vermeiden, da diese in der

Hitze schnell schmelzen und Brand -

löcher entstehen können.

4. Du sollst dich beim Anzünden

nicht in die Luft sprengen

Für alle, die mit Holzkohle grillen, gilt:

Entzünden Sie den Grill niemals mit

Spiritus, Benzin oder anderen nicht

speziell für diesen Zweck hergestellten

Mitteln! Auf diese Weise passieren viele

der jährlich etwa 4.000 Grillunfälle in

Deutschland. Wer denkt, „mir kann sowas

ja nicht passieren“, endet schnell in

der Notaufnahme. „Das geht 100 Mal

gut, aber irgendwann knallt's”, warnt

Rummel. Das Feuer für den Holzkohlegrill

sollte grundsätzlich nur mit speziellen

flüssigen Sicherheitsanzündern

oder Anzündwürfeln entfacht werden.

Hilfreich ist auch ein Anzündkamin,

der neben dem Grill eine Kohlemenge

durchglühen lässt. Im Notfall eignen

sich aber auch Eierkartons sehr gut.

5. Du sollst auf die

richtige Temperatur warten

Wenn das Feuer mal brennt, ist es wichtig,

zu warten, bis die Temperatur

stimmt. Bei Gasgrills geht das schnell

und Sie können Ihr Grillgut innerhalb

weniger Minuten auflegen. Holzkohlegrills

brauchen eine längere Vorglühzeit.

Während eine zu niedrige Temperatur

zum Grillen nicht ausreicht, ist

eine zu hohe Temperatur dem Erfolg

Entfernen Sie sich nie zu weit vom Grill. Nur, wenn Sie in der Nähe bleiben, können Sie aufpassen, dass

Ihr Grillgut nicht verbrennt Foto: Landmann

GRILL Magazin 2/2010

Die wichtigsten Tipps zum Grillen

ebenfalls abträglich. Ist der Grill zu

heiß, muss das Fleisch ständig gewendet

werden, damit es nicht anbrennt,

und es trocknet dabei aus. Dennoch

stellen viele Griller ihre Grills viel zu

heiß ein. Die Faustregel lautet: Wenn

Sie die Hand keine zwei bis drei Sekunden

über den Rost halten können, ist die

Hitze zu groß. Bei Gasgrills lässt sich

die Temperatur ganz einfach per Knopf

regulieren. Bei Holzkohlegrills geht das

über die Menge der Kohle und die Höhe

des Rostes. „Seien Sie sich bei der Menge

der verwendeten Holzkohle vorher

im Klaren, ob Sie schmieden oder grillen

wollen“, betont Rummel. Egal, welche

Energiequelle Sie nutzen: Solange

es die Größe des Grills erlaubt, empfiehlt

es sich, eine Zone auf dem Grill

unbeheizt zu lassen. Falls doch mal eine

Stichflamme aufflackert oder Ihr Grillgut

außen zu schwarz wird, können Sie

es einfach dorthin verlagern.

6. Du sollst

auf die Gesundheit achten

Wenn die Kohle mit einer feinen weißen

Ascheschicht überzogen und nicht

mehr schwarz ist, kann das Grillgut

aufgelegt werden. Die Meinungen, ob

der Grillrost vorher eingefettet werden

sollte oder nicht, gehen auseinander.

Norbert Kempinger, mehrfacher deutscher

Grillmeister und Chefkoch für die

Sicher am Grill

Beim Arbeiten mit Feuer sind einige Regeln zu beachten. So lassen

sich böse Überraschungen beim Grillabend vermeiden.

■ Sollten sich Stichflammen bilden, legen Sie das Grillgut auf

einen anderen Bereich des Grills. Bei Gasgrills schalten Sie alle

Brenner aus. Bei Holzkohlegrills legen Sie den Deckel auf und

schließen alle Lüftungsschieber, bis die Flammen erlöschen.

■ Bei Gasgrills niemals die Flammen mit Wasser löschen!

„Zum Temperaturprüfen die

Hand auf Höhe des Grillrosts

über den Grill halten und

zählen: 21, 22, 23. Muss man

die Hand vorher wegziehen, ist

der Grill zu heiß – hält man es

länger aus, ist die Temperatur

nicht hoch genug.“

Michael Hofmann, Barbecue Champion of the

World 2008/2009

■ Für den Notfall sollte immer ein Feuerlöscher in Reichweite

stehen.

■ Der Grill sollte mindestens 3 Meter von brennbaren Materialien

entfernt stehen.

■ Der Grill darf niemals drinnen, in der Garage oder unter überdachten

Flächen verwendet werden.

■ Holzkohlegrills sollten Sie nur mit speziellen Sicherheitsanzündern

entzünden.

■ Kinder und Tiere sollten vom Grill ferngehalten werden.

■ Vergessen Sie nicht, bei Gasgeräten nach dem Grillen die

Brenner auszuschalten und das Gas abzudrehen.

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Die wichtigsten Tipps

Bevor Sie mit dem Grillen

beginnen, sollten Sie alles

herrichten, damit Sie den

Grill nicht zwischenzeitlich

unbeaufsichtigt lassen

müssen Foto: Outdoorchef

Kinder sollten niemals unbeaufsichtigt

am Grill sein.

Kleine Kinder sollten grundsätzlich

von einem heißen

Grill ferngehalten werden

Foto: Outdoorchef

„Es besteht der Irrglaube, dass

man, wenn man mit Bier die

Glut löscht, einen guten Ge -

schmack bekommt. Aber das

Bier verdampft sofort und es

wird lediglich die Asche auf -

gewirbelt und setzt sich am

Grillgut fest.“

Norbert Kempinger, mehrfacher

deutscher Grillmeister und Chefkoch

für die Weber Grillakademie

Weber Grillakademie, rät, zum Einfetten

höchstens ein paar Tropfen Öl auf

Küchenpapier zu geben und den Rost

damit leicht einzureiben. Er selbst verzichtet

jedoch auf diesen Schritt und

reibt lieber das Grillgut direkt mit etwas

Öl ein. Wichtig ist, darauf zu achten,

dass kein Fett oder auch Marinade in

die Glut gelangt, da hierbei krebserregende

Substanzen entstehen. Aus demselben

Grund sollten Sie den Grill beim

Aufflammen auch nicht mit Wasser

oder Bier ablöschen. „Hier besteht der

Irrglaube, dass man, wenn man mit Bier

die Glut löscht, einen guten Geschmack

bekommt. Aber das Bier verdampft sofort

und es wird lediglich die Asche auf-

Für ein perfektes Steak brauchen

Sie sowohl gutes Fleisch

als auch die richtige Grilltechnik

Foto: David Smith /

Fotolia.com

gewirbelt und setzt sich am Grillgut

fest“, erläutert Kempinger. Wer Biergeschmack

haben möchte, sollte das

Fleisch lieber in Biermarinade einlegen.

Ebenfalls aus Gesundheitsgründen

sollten Sie schwarz verbrannte Stellen

vom Fleisch großzügig entfernen. Es

gibt jedoch einen Unterschied zwischen

„gutem Schwarzen“ und „schlechtem

Schwarzen“, erklärt Rummel. „Gutes

Schwarzes“ entsteht beim Räuchern

oder Smoken durch Beigabe von geschmacksgebenden

Hölzern in die Glut.

Die Rauchpartikel legen sich dann auf

das Grillgut und sorgen für das gewünschte

Aroma. Im Gegensatz dazu

entsteht „schlechtes Schwarzes“ durch

eine übermäßige Maillard-Reaktion,

bei der das Fleisch von außen verbrennt.

„In jedem Restaurant würde

man so ein Stück zurückgehen lassen,

warum sollte man es dann beim Grillen

essen, nur um den Grillmeister nicht in

Verlegenheit zu bringen? Es gibt viele

solcher 'Röstaromajunkies', die scheinbar

nicht wissen, wie sie damit ihrer Gesundheit

schaden.“ Gepökeltes wie Kasseler

oder Bockwürste gehört übrigens

gar nicht auf den Grill, da beim Grillen

dieser Produkte ebenfalls gesundheitsgefährliche

Nitrosamine entstehen.

7. Du sollst gutes

Grillgut mit Respekt behandeln

Ob die Grillparty ein Erfolg wird, hängt

zum großen Teil von der Qualität des

Fleisches ab. Hier empfiehlt Rummel:

„Bestellen Sie beim Metzger nicht einfach

nur Grillfleisch, denn es gibt ja

kein Grilltier. Lassen Sie sich beraten,

welche Teile von welchem Tier am besten

passen. Seien Sie skeptisch, wenn

das Kilo Fleisch billiger ist als eine

Stunde parken.“ Gutes Grillfleisch zu

erkennen, ist jedoch gerade in Supermärkten

keine leichte Aufgabe. Da hilft

es, Fleisch möglichst unbehandelt zu

kaufen, sodass Sie sich selbst von der

Qualität überzeugen können. „Leider ist

das Fleisch gerade in der Sommerzeit

dick mariniert und somit ist eine visuelle

Inaugenscheinnahme nicht mehr

möglich“, klagt Backes. „Oftmals kann

man auch nicht mehr am Grillfleisch

riechen, da neben der Farbe der Marinade

auch deren Geruch alles überdeckt.

Daher mein Rat: Selbst frisch

einlegen und marinieren. Da weiß man,

was man hat.“

14 GRILL Magazin 2/2010


Die wichtigsten Tipps

Der Trip zur Kühltheke sollte am Ende der Einkaufstour

gemacht werden und das Fleisch sollte wenn möglich

in einer Kühltasche heimtransportiert werden. Zu

Hause sollte es direkt in den Kühlschrank oder in die

Tiefkühltruhe wandern. Zum Auftauen sollte Tiefgefrorenes

immer in den Kühlschrank und nicht auf die

Küchenanrichte gelegt werden. Michael Hofmann, der

Barbecue Champion of the World der Jahre 2008 und

2009, empfiehlt allerdings, Fleisch oder Fisch bereits

zwei Stunden vor dem Grillen aus dem Kühlschrank zu

nehmen. „Ist das Grillgut zu kalt, verbrennt es außen

und ist innen noch nicht gar“, erklärt er.

Selbst das beste Fleisch kann schnell ungenießbar werden,

wenn man es falsch präpariert. Durch Austrocknen

wird ein gutes Stück Fleisch schnell zur Schuhsohle.

Um dies zu verhindern, rät Hofmann, Grillfleisch

grundsätzlich ungesalzen auf den Rost zu legen. Besser

sei es, das Grillgut erst im Nachhinein am Tisch zu

würzen . Viele Leute machen außerdem den Fehler,

dass sie ihr Grillfleisch mit einer Fleischgabel oder

auch einer normalen Gabel wenden. Wenn jedoch mit

der Gabel ins Fleisch gestochen wird, kann der Fleischsaft

austreten und das Fleisch wird trocken. Stattdessen

verwenden Profi-Grillmeister wie Hofmann lieber eine

Grillzange oder Grillschere. Eine Ausnahme bildet

die Grillwurst , am besten im Naturdarm – diese sollte

vor dem Grillen absichtlich mit einer Gabel einge -

stochen werden, damit sie beim Grillen nicht unschön

aufplatzt.

8. Du sollst

Geduld beim Grillen haben

„Man muss sich beim Grillen mehr Zeit lassen“, sagt

Kempinger. Grillen ist eher ein Marathon als ein Sprint.

Die besten Resultate erreichen Sie, wenn Sie Ihr Grillgut

langsam und schonend bei der richtigen Temperatur

garen und es nicht unnötig oft malträtieren. Ständiges

ungeduldiges Wenden, Pressen auf das Fleisch mit

einem Pfannenwender oder ähnliche sinnlose Aktionen

beschleunigen lediglich das Austrocknen. Wichtig

ist, sich vor dem Grillen zu informieren, wie lange das

jeweilige Grillgut bei vorgegebener Hitze zum Garen

GRILL Magazin 2/2010

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Die wichtigsten Tipps zum Grillen

„Eltern denkt dran: Ein Kind

beziehungsweise Jugendli-

cher hat dreimal so viele Ge -

schmacks zellen auf der Zunge

wie ein Erwachsener, schmeckt

also viel intensiver. Das heißt,

was für Erwachsene schon eher

Mittelmaß an Geschmack

bedeutet, muss erst recht für

den Nachwuchs ungenießbar

schmecken.“

Andreas Rummel, TV Barbecue-Experte

Verwenden Sie zum Wenden immer

eine Grillzange oder einen Pfannenwender.

Beim Einstechen mit der

Gabel trocknet das Fleisch aus

Foto: Piotr Skubisz / Fotolia.com

braucht, sodass man nicht unnötig oft

den Garpunkt testen muss und trotzdem

keine Gefahr läuft, das Fleisch

durch zu langes Grillen zu ruinieren.

Viele Grillhersteller bieten hierzu praktische

Übersichtstabellen an. Beim Testen

sollten Sie vermeiden, das Fleisch

anzuschneiden. „Besser ist es, man arbeitet

mit einem Thermometer“, empfiehlt

Kempinger. „Damit ist man auf

der sicheren Seite.“

Viele Leute begehen den Fehler, das

Fleisch, sobald es gar ist, vom Grill auf

die Teller zu legen und sich direkt an

den Verzehr zu machen. Allerdings

sollte Fleisch immer erst ein paar Minuten

ruhen, am besten eingewickelt in

Alufolie, damit es warm bleibt. So können

sich die Fasern entspannen und die

Säfte wieder legen.

9. Du sollst

den Grill sauber halten

Der Grillspaß ist vorbei, die Gäste sind

satt und zufrieden, doch für den Grillmeister

ist die Arbeit noch nicht beendet.

Wer sich an seinem Grill lange erfreuen

will, muss diesen auch pflegen,

und das beginnt mit der richtigen Reinigung.

Besonders einfach ist sie bei

vielen Gasgrills. Diese werden einfach

mit allen Brennern auf volle Temperatur

hochgeheizt, sodass sämtliche Lebensmittelreste

verbrennen. Danach

brauchen Sie nur noch mit einer Draht-

Eis vom Grill – kein Problem mit der richtigen Technik

Dreimal in Serie hat Norbert Kempinger die deutschen Grillmeisterschaften gewonnen. Vom Gemüsespieß

bis zur Gans kann er so gut wie alles auf dem Grill zubereiten. Dabei kommt es weniger auf das

Talent, sondern vielmehr auf das Know-how an: Wer sich an die Regeln hält, kann bald schon seine

eigenen Grillerfolge verbuchen.

Mit der richtigen Technik können Sie sogar Eis grillen, ohne es dabei in Milchshake zu verwandeln.

Wenn Kempinger seine Gäste so richtig beeindrucken will, zaubert er seine berühmte Eisbombe, für

die er eine gefrorene Kugel Eis auf einen Biskuitboden setzt, sie mit Eischnee und Puderzucker dicht

umschließt und in einen Grill mit Deckel gibt. Der Grill funktioniert wie ein Backofen, wobei der Eischnee

zum Baiser wird und der Puderzucker karamellisiert, während das Eis im Inneren isoliert wird.

So ist das Eis selbst nach drei bis vier Minuten im Grill noch kalt und fest und das Erstaunen meist

groß, wenn Kempinger den Deckel öffnet und das Dessert herausholt.

Der Trick an der Sache, erklärt Kempinger, liegt darin, die Eisbombe nicht direkt über der Glut zu grillen,

sondern die Kohle nur an den Rändern des Grills anzuordnen, also die indirekte Grillmethode zu nutzen.

„Sonst steht man am Grill und erklärt den Leuten, wie toll das ist und was da jetzt passiert, und dann

macht man den Deckel auf und das Eis ist weg – da hat man dann die Lacher auf seiner Seite!“

Vor dem Grillen in den Kühlschrank.

Wer Fleisch und Wurst zu lange der Sonne

aussetzt, riskiert die Gesundheit aller Mitesser

Foto: iStockPhoto

bürste oder einem Metallschwamm

über den Rost zu gehen, um die Rückstände

zu entfernen. Etwas mehr Arbeit

macht ein Holzkohlegrill. Backes empfiehlt,

den Grillrost am besten direkt

nach dem Abkühlen in Zeitung einzuschlagen

und gut zu wässern, so dass

sich der Belag löst und sich der Rost

einige Stunden später leicht säubern

lässt. „Ist keine Zeitung zur Hand, tut's

auch eine nasse Sommerwiese in der

Nacht.“ Wichtig ist ebenfalls, die Asche

stets zu entfernen, da sie sonst das

Metall angreift und der Grill anfängt zu

rosten. Allerdings muss die Asche vorher

gut auskühlen, am besten in einem

metallischen Behälter. „Noch nach

mehreren Stunden können glühende

Aschereste gern mal für einen Schwelbrand

in der Biotonne sorgen“, warnt

Backes. Wenn alles gereinigt ist, ist es

ratsam, einen Grill, der in Freien gelagert

wird, mit einer Schutzhülle abzudecken.

So ist er geschützt vor Wind

und Wetter und bleibt schön sauber bis

zur nächsten Grillparty.

10. Du sollst nicht alles glauben

Gerade im Sommer werden Grillfans regelrecht

mit Informationen überhäuft.

Doch nicht jeder Rat ist Gold wert, gibt

Rummel zu bedenken. Vieles, was in

Zeitschriften oder auch im Internet behauptet

wird, ist kompletter Blödsinn,

meint er. Selbst TV-Köchen dürfe man

nicht alles abnehmen. „Ich habe da

schon die tollsten Storys gesehen. Ein

namhafter TV-Koch hat versucht, den

Zuschauern zu zeigen, wie er ein ca. 2

kg schweres Stück Roastbeef innerhalb

von 20 Minuten auf einem kleinen

16 GRILL Magazin 2/2010


Elektrogrill grillt. Aber im TV ist es ja

so: 'Wir haben da schon mal was vorbereitet'

– und er holt einen fertigen

Braten aus der Röhre.“ Im Zweifelsfall

ist es sicherer, sich an Quellen zu halten,

deren Fachkompetenz gewiss ist,

wie beispielsweise die Webseiten der

Grillhersteller.

Grillen kann jeder. Wenn Sie die hier

genannten Expertentipps beachten,

Die Hände

zu waschen,

ist nötig. Wer

seinen Gästen

leckeres Fleisch

anbieten will, sollte

auf die Zugabe von

Keimen verzichten

Foto: iStockPhoto

können Sie aus Ihrem Grill aber einiges

mehr herausholen als Hamburger und

Bratwürste. Und Sie können Ihren

manchmal besserwissenden Gästen

endlich auch mal klar und deutlich

sagen , dass Bier in der Glut nichts zu

suchen hat – genauso wenig wie eine

Spiritusflasche in der Nähe das Grills.

Und mit den zehn Geboten und dazu

noch ein bisschen Übung grillen auch

Sie bald wie ein Profi. ■

Haustiere, insbesondere Katzen und Hunde, gehören nicht in die Nähe des Grills. Denn wenn Bello

Appetit auf eine Wurst kriegt, bekommt möglicherweise der Begriff Hot Dog eine ganz neue Bedeutung.

Und der Grillabend endet in der Tierklinik Foto: iStockPhoto

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Die wichtigsten Tipps zum Grillen

Achtung Lebensmittelvergiftung

Nicht nur Grillfans lieben warmes Wetter. Wenn die Tempera -

turen steigen, vermehren sich auch Bakterien schneller. Damit

der Grillspaß nicht mit einem Besuch beim Arzt endet, müssen

Sie die Regeln für eine sichere Handhabung von Grillspeisen

beach ten.

Hände waschen nicht vergessen

Es klingt selbstverständlich, doch im Stress der Grillfete kann es

schon mal vorkommen, dass der Gedanke ans Händewaschen in

den Hintergrund rückt. Grundsätzlich sollten Sie Ihre Hände vor

und nach der Handhabung von rohem Fleisch jedes Mal gründlich

mit heißem Wasser und Seife waschen.

Arbeiten Sie mit sauberem Werkzeug

Schneidebretter, Messer und andere Utensilien, die in Kontakt

mit rohem Fleisch kommen, müssen anschließend mit heißem

Wasser und Spülmittel gebürstet werden. Legen Sie niemals Gebratenes

auf Teller, auf denen vorher rohes Fleisch gelegen hat.

Vermeiden Sie Querkontamination

Wenn Sie dieselbe Marinade zum Einlegen von Fleisch und für

die Sauce verwenden möchten, empfiehlt es sich, bereits vor

dem Einlegen etwas Marinade für später zurückzustellen. Wenn

das rohe Fleisch mal in der Marinade lag, sollten Sie diese vor

dem Weiterverwenden mindestens eine Minute lang kochen,

damit Bakterien abgetötet werden.

Achten Sie darauf, dass Ihr Fleisch gar ist

Fleischsaft- und Fingerproben sind ungenau, daher sollte ein

Fleischthermometer benutzt werden, um zu prüfen, ob das

Grillgut schon gar ist. Die folgenden Mindesttemperaturen

dienen als Richtlinien: Geflügel und Schwein (Schnitzel, Kotelette,

Steak) 75 Grad, Rind 60–78 Grad (rare-well done), Lamm

60–65 Grad, gehackte Fleischsorten 70 Grad.

Kühles muss kühl bleiben

Beachten Sie die Etiketten Ihres Grillguts. Fleisch und Geflügel

muss im Kühlschrank bleiben, bis Sie mit dem Grillen beginnen.

Auch Salate, die mit Mayonnaise angemacht sind, sollten Sie

bis zum Verzehr im Kühlschrank aufbewahren. Falls Sie Ihr

Grillgut mit zu Freunden oder einem Picknick nehmen, transportieren

Sie es am besten in einer Kühltasche und nehmen

es erst unmittelbar vor der Abfahrt aus dem Kühlschrank.

Essen Sie, solange das Essen heiß ist

Servieren Sie Ihr Grillgut möglichst frisch vom Grill oder aus

dem Ofen, wenn es dort warm gehalten wurde. Reste sollten

so schnell wie möglich, spätestens aber innerhalb von zwei

Stunden, in den Kühlschrank gestellt werden. Bei Temperaturen

über 30 Grad sollten Sie Ihre Speisen nie länger als eine Stunde

im Freien Stehen lassen.

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