Fachbereich Biologie/Chemie/Natur und Technik - Bonaventura ...

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Fachbereich Biologie/Chemie/Natur und Technik - Bonaventura ...

FACHSCHAFT BIOLOGIE

Die DKMS wird 20 Jahre

Das St.-Bonaventura-Gymnasium setzt die DKMS-Aktion „Leben spenden

macht Schule“ fort .

Sie machen keine großen Worte. Sie fragen nicht: Welche Risiken und

Nebenwirkungen gibt es für mich? Nein – sie freuen sich, dass sie vielleicht die

Chance haben, einem Menschen das Leben zu retten. Die Rede ist von unseren

19 Schülern der Q12, die beim großen DKMS – Projekttag letztes Jahr noch zu

jung waren, um sich registrieren zu lassen und dieses Schuljahr kurz vor

Weihnachten die Chance nutzten, ebendieses nachzuholen.

Über 2,4 Millionen Spender haben sich mittlerweile seit Beginn der DKMS am

28.05.1991 registrieren lassen, über 25.000 DKMS – Mitglieder haben bereits

Blutstammzellen gespendet und damit einem Leukämiekranken die Chance auf

ein neues, gesundes Leben gegeben.

Auch einige der neu registrierten Schüler vom letzten Jahr sind schon von der

DKMS angeschrieben worden, dass sie in die engere Auswahl als Stammzellenspender

für einen todkranken Menschen kommen.

Und wenn es dann ernst wird – gibt es ein schöneres und befriedigenderes

Gefühl als das Bewusstsein, einem Mensch die Chance auf ein neues Leben

gegeben zu haben?

Ein großes Dankeschön an alle, die mitgemacht haben und damit ihr soziales

Engagement zeigen. Bei Leukämie ist es immer noch so, dass „jeder einzelne

zählt!“

Uta Wengenmayr

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Biologie – die vielfältige Wissenschaft

Bauen Sie Ihr Gemüse auch nach dem Mond an? Oder verwenden Sie für viel

Geld EM (Effektive Mikroorganismen) für den Gartenanbau oder als Abflussfrei?

Ich kann Sie beruhigen – es schadet nichts, aber ein Nutzen ist auch nicht

feststellbar. Das ergaben jedenfalls zwei Facharbeiten, die im letzten Leistungskurs

Biologie erstellt wurden.

Noch nie gab es so viele und so vielfältige Facharbeiten wir in diesem Kurs, was

vielleicht auch an der eher an einen Grundkurs erinnernden Zahl von 27 Biologie

LKlern lag.

Vom Gartenbau über Verhalten (z.B. Paviane, die genau darüber wachen, dass die

Konkurrenz ihre Weibchen in Ruhe lässt oder Seepferdchen – hier bringen die

Väter die Kinder zur Welt und kümmern sich anschließend liebevoll um sie) zum

Modellbau (wir verfügen nun über ein bestechend einfaches Spektroskop zur

Untersuchung von Farbstoffen, ein hervorragendes Modell eines Facettenauges

und ein ebenso gutes Funktionsmodell des menschlichen Ohres.

Das Funktionsmodell eines menschlichen Ohres.

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Ein weiterer Kollegiat untersuchte, wie die verschiedenen Spielarten der

Gentechnik in den Medien dargestellt werden, eine Kollegiatin führte an der

Universität Gießen Versuche zur Identifizierung und Unterscheidung von Ratten-

Gehirnzellen durch.

Mit Bionik, also der Nutzung von biologischen Erkenntnissen in der Technik,

befasste sich eine weitere Facharbeit. Drei andere hatten dagegen eher

ökologische Schwerpunkte: Zwei davon befassten sich mit Pilzen:

Um die Champignonzucht ging es in einer Facharbeit, um die orangeroten

Flecken, die sich im Sommer oft auf Birnenblättern zeigen, bei der nächsten.

Jeder kennt wahrscheinlich diese Flecken, aber nur wenige wissen, dass es sich

dabei um einen harmlosen Pilz handelt, der vom Wacholder übertragen wird: den

Birnengitterrost. In der Facharbeit wurde nun der Zusammenhang zwischen

Entfernung zum Wacholder und Schwere des Birnengitterrostbefalls untersucht.

Die vorletzte Facharbeit hatte Schildkröten zum Thema. Nach einem Jahr als

Schülerin in Brasilien und dem Besuch einer Schildkrötenstation dort entschloss

sich die Kollegiatin dazu, die Gefahren aufzuzeigen, denen Schildkröten Zeit ihres

Lebens ausgesetzt sind und eine Broschüre zu erstellen, wie sie z.B. Touristen in

den betroffenen Gebieten zur Verfügung gestellt werden könnte, um wenigstens

die Gefahren an Land zu minimieren.

In eine ganz andere Richtung ging die letzte und schönste Arbeit, die die

Entwicklung des Kindes in den ersten neun Lebensmonaten dokumentierte. Es

ist immer wieder faszinierend, wie individuell sich jedes Kind entwickelt und wie

problematisch Aussagen wie „mit neun Monaten kann ein Kind alleine sitzen“

sind.

Wie man sieht ist die Biologie eine sehr abwechslungsreiche und anspruchsvolle

Wissenschaft, die für jeden etwas bietet.

Bild und Text: Uta Wengenmayr

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Biologie – die experimentelle Wissenschaft

Wo geht´s denn hier zum Herz?

Diese alles entscheidende Frage können hoffentlich immer noch alle

Zehntklässler richtig beantworten, denn sie haben es ja im Original gesehen. Zu

dritt hatten sie Gelegenheit, jeweils ein Schweineherz zu sezieren. Es war

faszinierend, dass wirklich alles so aussah wie im Buch: die Taschenklappen wie

kleine Säckchen und die sehnigen Fäden der Segelklappen wie Taue. Und so

stabil sind sie, dass man das ganze schwere Herz an einem solchen Faden

hochheben kann.

Janin Gerstenlauer (li.) und Carolin Miller waren voll bei der Sache.

Ähnliches gibt es vom LK Biologie zu berichten: Hier war die Aufgabe, dem

Hippocampus im Gehirn zu finden, eine etwas versteckte Region, die im

Aussehen an ein Seepferdchen erinnert und für das Gedächtnis unersetzlich ist.

Bild und Text: Uta Wengenmayr

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Vorsicht Zeckenalarm

10. Klassen des Bona auf Auwaldexkursion mit Förster J. Drost

Da staunten die Schüler/innen der beiden 10. Klassen nicht schlecht. Der Auwald

um Dillingen ist das wichtigste und größte Relikt dieses einstmals überall an den

europäischen Flüssen vorkommenden Waldtyps. Er nimmt somit eine

überragende Funktion für auf diesen Standort spezialisierte Pflanzen und Tiere

ein. Förster Drost, der die Exkursion durchführte, erklärte anschaulich vor Ort

sowohl die Naturschutzfunktion als auch die wirtschaftliche Funktion des

Auwaldes und ermöglichte den Schülern Einblicke, die im Klassenzimmer so

nicht zu erfahren sind. Er wies aber auch auf aktuelle Probleme des Auwaldes

hin, so zum Beispiel die Pilzkrankheit der Eschen, die die Triebspitzen der Bäume

absterben lässt. Wenn man weiß, dass die Esche zu 70% bestandsbildend im

Auwald ist, stimmt dies bedenklich.

Zwei Stunden waren fast zu kurz für die interessanten Informationen. Und dass

Wald auch eine Klimafunktion hat, wurde jedem überdeutlich, als wir den Wald

verließen und von der Hitze überrascht wurden.

Zum Schluss blieb uns nur noch die Aufgabe, uns nach hungrigen Zecken

abzusuchen, um keine ungebetenen Gäste mit ins Schulgebäude zu tragen.

Bild und Text: Uta Wengenmayr

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