TERMINE - Hanfjournal

hanfjournal.de

TERMINE - Hanfjournal

#25

Bitte nicht lesen

Um Ihnen gleich diesen kompletten Artikel zu ersparen:

lassen Sie es sein. Wirklich, ich meine, es reden

schon immer wieder viele von Entkriminalisierung,

manchmal hörte man sogar was von

Legalisierung funken. Aber egal wo, alle

Versprechen, die eine bessere Drogenpolitik

verheißen ließen, wurden gebrochen. Also

stoppen Sie hier und springen zu den

anderen Artikeln.

Nicht, dass in denen wirklich etwas

Positives passiert wäre. Aber so ist das

nun mal. Es gibt ja auch immer wieder

diese vielbeschworenen Hoffnungsschimmer.

Aber was soll’s? Da war’s

nun mal kurzzeitig halblegal in Kanada

und nun ist alles schon wieder vorbei.

Oder zumindest ist das zu vermuten,

denn die regierenden Liberalen werden

einen neuen Parteivorsitzenden und somit

auch einen neuen Ministerpräsidenten

wählen. Der amtierende Ministerpräsident

Chretien will sich aus der Politik zurückziehen,

sein Projekt der Entkriminalisierung, das er noch vor

seinem Ruhestand umsetzen wollte, scheint damit mal

wieder im Sande verlaufen zu sein. Vergessen Sie also alle

Artikel, in denen wir uns über Kanada gefreut haben, die Uhr

wurde wieder auf Null gesetzt. Aber überhaupt, warum lesen

Sie eigentlich immer noch diesen Artikel? Ich kann mich nur

wieder wiederholen – es ist absolut nichts Aufregendes passiert,

was es entweder verdient oder was wichtig genug gewesen

wäre um auf die Titelseite zu gelangen.

Berlusconi auf

Kriegskurs

Drogenrecht in Italien massiv verschärft

Wir sind ja einiges gewohnt von Berlusconi und

seinen Schergen. Aber die neuesten Meldungen aus

Italien klingen dennoch unglaublich. Die Regierung

hat sich auf eine Gesetzesvorlage geeinigt, die in

Europa ihresgleichen sucht.

Keine Straffreiheit mehr für Drogenbesitz, gleich

welche Menge. Keine Abstufung mehr zwischen

„harten“ und „weichen“ Drogen. Handel und

Konsum werden nicht mehr unterschieden. Lediglich

eine schmale Grenze zwischen Sanktionen und

Freiheitsstrafen dient als letzte Bastion der Menschlichkeit.

Ab 250 mg THC heißt es nämlich: Gehe

direkt in das Gefängnis, ziehe nicht über Los. Sechs

bis 20 Jahre Haft drohen standardmäßig und können

nur unter mildernden Umständen verringert werden.

Um mal kurz der Realität wieder Herr zu werden:

Das sind nicht mal 2,5 Gramm durchschnittlich gutes

Gras.

Bei Kokain sind die Herren da schon etwas toleranter.

500 mg darf man mit sich rumschleppen, ohne gleich

in den Knast zu wandern. 500 mg sind nach Angaben

eines der größten deutschen Kokaindealer immerhin

10 Gramm Standardware. Es liegt nahe zu mutmaßen

hier läge eine persönliche Präferenz der

Gesetzgebenden vor.

Und auch für Personen, die diese Messwerte unterschreiten,

sieht es nicht gerade rosig aus. Führerschein,

Waffenschein und Aufenthaltsbewilligung

sind auf alle Fälle weg, selbst wenn es nur um ein

paar Krümel geht. Die Strafe wählt übrigens der

örtliche Polizeipräfekt aus, der kann dann nach Lust

und Laune auch noch mit Entwöhnungsprogrammen

und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit um

sich schmeißen. Wie das dann genau funktioniert

können einige von euch auf der Seite 15 nachlesen.

Bella Italia – wir machen uns Sorgen um dich . . .

Martin Schwarzbeck

Hanf Journal

unabhängig, überparteilich, legal

www.hanfjournal.de Ausgabe Hanfparade 2003

AUSGABE 12/03 Kostenlos

... Es ist nichts passiert

Bitte, hören Sie nun einfach auf. Auch wenn Sie noch

auf die Schweiz hoffen, vergessen Sie es. Ja klar,

man muss weiter machen und es ist noch lange

nicht aller Tage Abend. Aber es war schon

mal besser, oder? Die Wahlen haben uns

nicht wirklich nach vorne, aber auch nicht

nach hinten gebracht, nur das mit der

Regulierung des Cannabis-Marktes sieht

nun doch wieder schlechter aus. Sie

merken es, und ich weiß es auch schon

lange, hören Sie auf zu lesen.

Es macht ja einfach keinen Sinn mehr

über etwas zu schreiben, was immer

wieder mal versprochen, dann doch

wieder gebrochen und am End nur

noch verschlimmert wird. Es ist einfach

nur noch frustrierend, wenn man jeden

Monat wieder merken muss, dass all die,

die nun an der Macht sind, immer wieder

genau die Forderungen der Drogenpolitik

vergessen. Vielleicht ist es ja so, dass beim

Kiffen ein Gen im Hirn aussetzt, das immer dann,

wenn man an Staatsmacht kommt, die sinnvollen

Forderungen in der Drogenpolitik vergessen oder

zumindest als unwichtig zurückgedrängt werden. Nur gut,

dass Sie diesen Artikel schon gar nicht mehr lesen, denn ich

sagte ja schon längst „Bitte nicht lesen“, denn er besteht nur

aus nichtssagenden Informationen und blödsinnigem

Dahingeschwafel.

Aber nein, Sie müssen ja immer noch lesen. Hoffen wohl noch

voller Inbrunst, dass der Werner doch noch eine interessante

Information gefunden hat, welche ein eindeutiges Zeichen

gewesen wäre, dass die Legalisierung kommt. Aber Sie wissen

es ja schon längst, dies wird nicht passieren. Schlicht und

einfach, weil nichts ist. Und bevor hier gar nichts steht weisen

wir noch auf die Kampagne der Grünen Hilfe „Freiheit allen

Hanfgefangenen“ hin. Tolle Sache, wer mehr wissen will,

blättert einfach kurz auf Seite 03 – hier gibt’s sowieso nichts

mehr zu lesen.

Also wenn Sie nun immer noch da sind, was ich allmählich

wirklich nicht mehr verstehen kann – mich darf keiner für

dieses Schriftwerk verantwortlich machen, ich habe alle gewarnt

– werd ich einmal die Gelegenheit beim Schopfe packen und

mich in aller Deutlichkeit beschweren. Es ist nicht länger tragbar,

dass so wenig passiert, dass ich fürs „Hanf Journal“ manchmal

fast keine Titel finde. Ja gut, wir produzieren sie seit neuestem

ja auch schon selber mit – siehe Steuereinnahmen – aber

dennoch: Es muss endlich mehr passieren. Wirklich, ich meine

können Sie sich überhaupt vorstellen, wie schwer das jeden

Monat ist? Aber dieser Monat ist mal wirklich mit Abstand die

Höhe. Nur Nonsens. Aber wir werden nicht aufhören zu

drucken und wenn wir die letzten Politiker niederschreiben

werden, wir werden die Legalisierung erzwingen.

Nu is aber wirklich Schluss.

Werner Graf

anderswo s.18

fun+action s.19

>>In dieser Ausgabe

04

12

Poster

. . . schießen wir härter

Zwar werden die Streitigkeiten in dieser Ausgabe das

letzte Mal erscheinen, dennoch bleiben wir aggressiv.

Unser neues Opfer wird unsere Drogenbeauftragte der

Bundesregierung. Hans Cousto weiß vieles mehr, nur für

euch.

*Unter der Rubrik „regional“ ab Seite 15 befinden sich, je nach

Region, die Ausgaben "Austria", "Berlin", "Pot" und "Überregional"

www.hanfjournal.de

news s.02

wirtschaft s.08

guerilla growing s.09

cool-tour s.11

regional* s.15

. . . lernt ihr dosieren

Weihnachten steht vor der Tür und so heißt es auch dieses

Jahr wieder: Fertigmachen zum Plätzchenbacken. Doch

wie viel Hasch ist eigentlich wirklich noch gut, was

empfehlen Ärzte und wie viel haut ihr so rein? Die

Dosierungstabelle und tolle Rezepte für Haschkekse

findet ihr auf Seite 12.

. . . werden Nichtkiffer diskriminiert

Ja, wir sind gemein, aber immerhin wissen wir es. Ab

sofort ist nämlich Zutritt nur für Bekiffte angesagt. Glaubt

ihr net? Dann guckt euch mal das Poster an. Das zweite

Poster ist wieder von Canna. Viel Spaß beim Plakatieren.


2

Herausgeber:

Agentur Sowjet GmbH

Lettestraße 3

10437 Berlin

tel.: 030/44675901

fax.: 030/44793286

email: zentrale@hanfjournal.de

news

Das Eckthema:

Suizid

Das Rauchen Ihre Gesundheit schädigt wissen wir schon lange.

Und dass die neuen Abschreckungsmotive auf den Kippenschachteln

ganz furchtbar schlecht fürs Gewissen sind, haben

wir auch schon festgestellt. Aber wir wissen es auch hier wieder

einmal besser, denn Suizid kann ja auch Spaß machen. Und so

präsentieren wir euch diesen Monat in den Ecken, die Hanf

Journal Top 16 der nützlichsten Kippeneinlegsprüche. Bestens

geeignet zum ausschneiden und einschieben.

Redaktion:

Werner Graf (V.i.s.d.P.), Martin Schwarzbeck

Mitarbeiter an dieser Ausgabe:

Ines Eichmüller, Bernd Fallen, Hans Cousto, Joe Wein, Jonny

Theisen, Andreas Schult, Raoul Rossmann, Claudia Greslehner,

Roland Grieshammer, Kathrin Gebhardt, Pol Sax, Oliver Nuss,

Kerstin Koch, Markus Berger, Veit Schnetker, Dirk Rehahn, Christian

Kryschauski, Maulhelden, Dieter Beck;

Hanf Journal Pot: Adam Zawadsky

(redaktion.pot@hanfjournal.de)

Hanf Journal Austria: Elisabeth Trksak

(redaktion.austria@hanfjournal.de)

Hanf Journal SeedWest: Sokratis Zacharopoulos

(redaktion.seedwest@hanfjournal.de)

Layout:

Marc Emmerich

Illustration:

Lukas Tkotz, Marc Emmerich, Florian Rosenbauer

Fotos:

Privat / Im Auftrag des Hanf Journals / Dirk Rehahn

Korrektur:

Korrekturen-Text (Kerstin Thierschmidt)

Anzeigen:

Emanuel Kotzian

030/44793284

vertrieb@hanfjournal.de

a

Vertrieb:

Das Hanf Journal wird im gesamten deutschsprachigem Raum

verteilt. Gegen einen Betrag von 36,-€ jährlich kann das Hanf

Journal beim Herausgeber bezogen werden.

(Abonnement unter www.hanfjournal.de)

Druck:

Union Druckerei Weimar GmbH

Impressum

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck nur mit Genehmigung des

Herausgebers. Manuskripte, Bilder und Beiträge sind willkommen,

es wird aber keine Haftung übernommen.

Im Sinne des Urteils des LG Hamburg vom 12. Mai 1998 - 312 0

85/98 distanziert sich der Herausgeber ausdrücklich von allen

Inhalten der angegebenen Internetadressen und Links.

Hanfhistorie

Von Beat bis

Single Convention

Offene Bekennntnisse zum Mariuhana-Konsum

Es war einmal eine Zeit, von der träumen viele noch heute . .

. Blumen in den Konventionen brechend langen Haaren, eine

Zeit untrennbar verbunden mit Musik und Marihuana-

Schwaden.

Die Musikszene der Sechzigerjahre ruft die Revolution aus:

Offene Bekenntnisse zum Marihuana-Konsum. Songs über

Drogenerfahrungen, die auch noch die Hitparaden stürmen.

So manche verkleidet als harmlose Geschichten über kleine

Zauberdrachen, faszinierende Frauen, Seemänner oder

Tambourin-Spieler. Von Beatles über Janis Joplin bis zu Bob

Dylan thematisieren die Musikschaffenden Drogen in ihren

Liedern und schreiben damit Musikgeschichte. Zur gleichen

Zeit entwickelte sich eine neue Musikrichtung, die so eng mit

Marihuana verknüpft sein sollte, wie später keine andere: der

Reggae. Entstanden aus dem Musikstil Ska, gemischt mit Wut

über die Herrschaft der Weißen und Sehnsucht nach dem

Heimatkontinent Afrika, wurde Reggae zum Ausdrucksmittel

der farbigen Bevölkerung Jamaikas. Die Rastas fanden den

Sound ihrer Religion, zu der auch der Konsum von Cannabis

gehört. Für sie heißt es schlicht „Ganja“ und ist ihnen heilig,

da es in ihren Augen dem Volk geistige Nahrung gibt. Die

jungen Menschen Europas und der USA sind begeistert. Freie

Liebe, Gemeinschaftsgefühl, kreisende Joints . . . Die Revolution

lebt und liebt.

Zur gleichen Zeit, an anderem Ort kreisen bei der

Weltgemeinschaft die Vertragspapiere der Single Convention.

Die Staaten, die sie unterzeichnen, verpflichten sich 1961 u. a.

zur internationalen Zusammenarbeit bei der Kontrolle und

Bekämpfung von Cannabis-Anbau, -Handel und -Konsum.

Das Einheitsabkommen über Suchtstoffe löst die internationalen

Opium-Übereinkünfte von 1912 und 1925 ab.

Mitte der Sechzigerjahre verbreitet sich mit dem Lebensgefühl

der Hippies in den USA und später auch in Europa der Konsum

von Cannabis. In der Öffentlichkeit gilt es als Protestdroge und

Genussmittel, das jugendlichem Leichtsinn zugeschrieben wird.

Doch Besitz und Handel stehen unter Strafe und so sprießen

dem Widerstand erste Blütentriebe. Auch der Preis wächst

schnell in die Höhe. Im trendigen Reiseziel und Produktionsland

Nepal steigt der Preis von 15 Dollar auf 70 Dollar für ein Kilo

Haschisch, dort „Charas“ genannt.

Und wenn heute „Superstars“ vor die Jury treten, dann ist klar,

dass Drogen aus Musik und Subkulturen nicht wegzudenken

sind. Leistungs- und Ellenbogengesellschaft hin oder her.

kommentar

Hände weg von meinen Drogen!

Martin Schwarzbeck

Alle wollen sie unsere Drogen. Die Eltern, die

Arbeitgeber, die Polizei und die Staatsanwaltschaft.

Es ist ihnen egal ob sie die Krümel in der

Hosentasche, im Schweiß, im Urin, im Blut oder im

Speichel finden. Nach jedem Fitzelchen und

Nanogramm geiern sie, als würde es nichts

Wichtigeres auf der Welt geben.

„Wir wollen doch bloß helfen!“ heißt es immer. Aber

diese Krümelchen sind für sie trotzdem von

unschätzbarem Wert, denn sie sind Beweise. Beweise

dafür, dass es ein Leben außerhalb festgetretener

Pfade gibt. Und darauf scheinen sie zu lauern. Wie

der „Bild Zeitung“-Leser, der jeden Tag nach neuen

brachialen Schlagzeilen giert, brauchen all unsere

Verfolger ihre Angst vor der Droge um sich selbst

normal fühlen zu können. Und woher soll denn die

Angst kommen, wenn’s Drogen nur noch in den

Zeitungen gibt?

Deshalb wird im Moment überall getestet was das

Zeug hält. Der Schweißtest Drugwipe ist schon seit

längerem im (Polizei-)Einsatz. Im Frühjahr kommt

noch ein Speicheltest dazu und die Pharma-Firma

Ulti Med vertreibt seit neuestem den Allroundtest

für besorgte Eltern.

Der testet nicht nur Körperflüssigkeiten, sondern

auch „kontaminierte“ Oberflächen. Total planlose

Eltern können ihn sogar noch befragen, wenn sie

das volle Tütchen schon in der Hand haben. Keine

dreißig Euro kostet er und „die Nachfrage ist enorm“,

behauptet zumindest ein Firmensprecher.

Mal ganz davon abgesehen, dass da gehörig was

schief gelaufen sein muss, wenn Eltern zu solchen

Maßnahmen greifen, ist der Test auch noch ziemlich

unsicher. So kann er zum Beispiel keinerlei

Halluzinogene nachweisen und verwechselt gerne

Mohnbrötchen mit Heroin. Außerdem hat er eine

Treffsicherheit von gerade einmal 95 Prozent - ein

Schwangerschaftstest, der einen dermaßen im

Unklaren lässt, hätte auf dem Markt keine Chance.

Und auf dieser wackeligen Grundlage entzündet

sich dann der Generationenkonflikt. Ist das wirklich

wünschenswert?

Ich hab mal gelernt, dass es manchmal besser ist,

man weiß von nix. Und das empfehle ich auch all

den besorgten Eltern da draußen. Steckt eure Nase

nicht in Dinge die euch nichts angehen. Zumindest

solange ihr nicht akzeptieren könnt, was da passiert.

Denn es ist so verdammt einfach, genau die falsche

Wirkung zu erzielen!

Drogenkonsum gehört zur Privatsphäre. Deshalb:

Keine Macht den Drogendieben! Auch nicht, wenn

es nur um ein Nanogramm geht.


Freiheit allen Hanf-Gefangenen

Mit der neuen Kampagne „Freiheit allen Hanf-Gefangenen“

wollen die Initiatoren auf das Schicksal der Haupt-

Betroffenen der Cannabis-Prohibition hinweisen. „Bei

unserer Grüne Hilfe-Betreuung von Hanf-Inhaftierten

müssen wir immer wieder feststellen, wie Gefängnisstrafen

Lebensläufe, Familien, Beziehungen und Freundschaften

zerstören.“ Das ist dem Aufruf der Grünen

Hilfe, den auch mittlerweile der Deutsche Hanf Verband

(DHV) und der Verein für Drogenpolitik e. V. (VfD)

unterstützt, zu entnehmen.

Die Unterstützer dieses Aufrufes fordern Amnestie für

alle Hanf-Gefangenen. Das Verbot ist in ihren Augen

falsch und somit auch die Inhaftierung von Konsumenten,

Dealern oder Schmugglern. Jeder der die Kampagne

unterstützen will, kann dies unter

http://www.cannabislegal.de/dateien/gh-gefangene.pdf

tun

„Hanf Journal“ meint: Eine gute Aktion

Kiffende Präsidenten

Bei einer Fernsehbefragung der US-Präsidentschaftskandidaten,

die für die Demokratische Partei im November

2004 gegen George W. Bush ins Rennen gehen

wollen, haben drei Kandidaten bekannt, Haschisch

geraucht zu haben. John Edwards (North Carolina),

John Kerry (Massachusetts) und der ehemalige Gouverneur

von Vermont, Howard Dean, der derzeit bei

Meinungsumfragen führt, haben auf Anfrage anlässlich

einer Fernsehdebatte bekannt, Cannabis geraucht zu

haben. Ein weiterer Kandidat, der Repräsentantenhausabgeordnete

Dennis Kucinich (Ohio), hat zwar

selbst nicht konsumiert, würde es aber entkriminalisieren.

Die ehemalige Senatorin Carol Mosley Braun

(Illinois) verweigerte die Beantwortung der Frage zum

Konsum.

„Die wirkliche Frage ist nicht, ob ein Kandidat Marihuana

geraucht hat – fast die halbe erwachsene Bevölkerung,

einschließlich führender Politiker wie der

frühere Präsident Bill Clinton, Vizepräsident Al Gore

und Repräsentantenhausvorsitzender Newt Gingrich,

geben das zu – sondern ob dieser Kandidat glaubt, dass

ansonsten gesetzestreue Amerikaner verhaftet und

eingesperrt werden sollen, für das selbe Verhalten wie

sie einst,“ kommentierte Keith Stroup von der

Cannabisreformorganisation NORML.

„Hanf Journal“ erleichtert: Wie gut das jemand mitdenkt!

Ein chinesischer Kaiser hatte einst geschworen, alle seine Feinde

zu vernichten. Später sah man ihn mit seinen Gegnern speisen

und scherzen. „Wolltest du nicht deine Feinde vernichten?“,

wurde er gefragt. „Ich habe sie vernichtet“, gab er zur Antwort,

„denn ich machte sie zu Freunden.“

Diese Anekdote erzählt der Schweizer Pfarrer Urs Boller in

seinem schönen Buch „Tüchtige und Süchtige – Grundlegenden

zu Sucht und Drogen“ (Theologischer Verlag Zürich, 1995) und

verknüpfte damit die Erwartung, den Drogenkrieg endlich zu

beenden. Der sei ohnehin ein Krieg gegen die eigenen

Schattenseiten.

Doch die Drogenkrieger hören auf diese Töne weniger denn

je, schon gar nicht die Chinesen. Dieser Herbst unseres Missvergnügens

hatte einige „Konferenzen“ auf der Agenda, die

der Einübung neuer Grausamkeiten dienten.

Neues vom Drogenkrieg

Den Haag

„Amsterdam ist das Kolumbien der synthetischen Rauschgifte.“

US-Senator Mark Souder/Indiana.

Die Mutter dieser Konferenzen gab sich im Kurhaus (!) von

Den Haag die zweifelhafte Ehre.; „Special Agents“ aus 22

Ländern hatten sich im XTC-Land versammelt, um die

knallharte Bekämpfung der Massenvernichtungsmittel“ zu

besprechen.

Von XTC ist die Rede. „Massenvernichtungsmittel“. Und:

„XTC–Produktion ist vergleichbar mit Terrorismus.“ Nach

mehr länderübergreifender Zusammenarbeit wurde gerufen

und das „Hauptproblem“ fixiert: dass in den Niederlanden

die weitaus meisten Designerdrogen hergestellt werden, die

Grundstoffe PMK und BMK aber in China (wo sie zur

Kosmetikherstellung benutzt werden). Zwar ist der Import

verboten, doch der Schmuggel blüht.

Der Chinese Q. Wang von der „Nationalen Drogenkontroll–

Kommission“ beklagte, dass es zwischen diesen beiden Ländern

keine strafrechtliche Zusammenarbeit gebe, wegen der Menschenrechts-Situation

in China. „So kann ein XTC-Schmuggler

in China zum Tode verurteilt werden. Meine niederländischen

Kollegen haben damit kein Problem.“ Aber die Humanitätsdusler

in der Regierung. Wie lange noch?

Wang teilte sich den Part des Ober-Hardliners mit Anthony

Placido, Drogenagent aus New York. Hatte es Kumpel Wang

mit der Todesstrafe, warb der Yankee für mehr Undercover-

Agenten. Auch er hatte die „Massenvernichtungswaffen“-

Rhetorik drauf. „Der 11.9. verursachte beinahe 3.000 Tote, aber

jährlich sterben in den USA 19.000 Menschen durch synthetische

Drogen.“ Auch er forderte die Niederländer auf, die Strafen

Das Eckthema:

Suizid

a

news

Rokken

makt

dodelijg

für Drogenhändler drastisch zu erhöhen und demonstrierte

die US-Obsession für das Wundermittel „Undercover“

Dublin

Auf der Ministerkonferenz über Drogen in Dublin sah es wieder

ganz anders aus. Da sprach sich der Schweizer Bundespräsident

Couchepin und sein Direktor des Bundesamtes für Gesundheit,

Thomas Zeltner, ohne Wenn und Aber für die Entkriminalisierung

des Cannabis-Konsums aus. Und bildete, mit dem Niederländer

Bob Keizer, den liberalen Gegenpol zu dem repressiven

Verhalten von UN (der Italiener Costa nannte das Schweizer

Modell „Kapriolen eines superreichen Landes, ein eigenartiges

Experiment“, das er keinem empfehlen wolle) und EU (der

Kommissar Byrne plädierte kategorisch für „Abschreckung“).

Doch die Karawane zieht weiter: die „NZZ“ hebt hervor, dass

„die Schweiz von zahlreichen Befragten als innovatives, mutiges

Land bezeichnet wurde“ und verbindet mit der Tatsache, dass

die Niederlande ab sofort den Vorsitz dieser „Pompidou-

Gruppe“ übernehmen, die Erwartung, dass demnächst mit

undogmatischer (Drogen-)Politik zu rechnen sei.

3

Bernd Fallen


4

Sex während der

Schwangerschaft

kann die Hirnaktivität

ihres Kindes

steigern

news

Ab sofort eröffnet das Hanf Journal das Feuer auf

die Bundesdrogenbeauftragte. Jeden Monat werdet

ihr nun lesen können, welche Verbrechen von der

Drogenbeauftragten ausgehen. Viel Spaß

Das Bundesministerium für Gesundheit hatte im Jahr 1999 eine

Drogen- und Suchtkommission berufen, der hochkarätige

Expertinnen und Experten aus den Bereichen Medizin,

Psychologie, Rechtswissenschaften, Sozialwissenschaften sowie

ein Vertreter der Betroffenen und ein Journalist und Praktiker

angehörten. Das 14-köpfige Gremium hatte sich am 8. Dezember

1999 in Berlin konstituiert. Die Aufgabe der Kommission war

es, Empfehlungen zur Verbesserung der Suchtprävention

auszuarbeiten. Des Weiteren sollte die Kommission dazu

beitragen, einen neuen Nationalen Aktionsplan Drogen und

Suchtmittel zu entwickeln, der die wichtigen Aspekte und

Maßnahmen in diesem Bereich auf allen Ebenen umfassen

sollte.

Am 4. Juni 2002 hatte die Drogen- und Suchtkommission der

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) und der

Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Marion Caspers-

Merk, ihren Abschlussbericht zur Verbesserung der Suchtprävention

übergeben. Damals hatte das Gesundheitsministerium

zu diesem Anlass eine Pressemitteilung mit dem Titel „Politik

der Bundesregierung sieht sich durch das Votum der Drogenund

Suchtkommission bestätigt“ veröffentlicht. Sowohl die

Pressemitteilung (Nr. 13 vom 4. Juni 2002) als auch eine

Vollversion des Abschlussberichtes der Drogen- und Suchtkommission

konnte man über mehrere Monate hinweg auf der

Website des Gesundheitsministeriums abrufen. Heute sucht

man jedoch auf der Website des Ministeriums vergeblich nach

diesen beiden Dokumenten. Sie wurden einfach wieder entfernt.

Und damit dies nicht allzu auffällig erscheint, wurde bei allen

Pressemitteilungen der Drogenbeauftragten aus den Jahren

2001 und 2002 die Nummerierung ebenfalls entfernt. Mit nahezu

akribischer Präzision wurden hier nach klassischer Geheimdienstmanier

wie zu Stalins Zeiten in der Sowjetunion Dokumente

aus Verzeichnissen entfernt, um das in diesen amtlichen

Dokumenten transportierte Gedankengut besser ausmerzen

zu können.

Nach wie vor baut die amtliche Drogenpolitik in der Bundesrepublik

Deutschland auf die fachliche Unkenntnis der Bevölkerung

und unterschlägt deshalb systematisch wichtige

Informationen, um den Stand der allgemeinen Unkenntnis

nicht zu gefährden. Beispielsweise wird im Drogen- und

a

Das Eckthema:

Suizid

Feuer auf Caspers-Merk

Zensur wie zu Stalins Zeiten in der Sowjetunion

Suchtbericht der Drogenbeauftragten der Bundesregierung

vom 29. April 2003 der Abschlussbericht der Drogen- und

Suchtkommission vom Juni 2002 erwähnt (S. 21), jedoch ohne

der Angabe einer Bezugsquelle und unter Unterschlagung

wichtiger Empfehlungen der Kommission wie:

„Vielmehr ist besonderes Augenmerk auf mögliche schädliche

Nebenwirkungen solcher Gesetze (z. B. Stigmatisierung

bestimmter Personengruppen, negative Effekte durch

Inhaftierungen etc.) zu richten. Zudem sollten Gesetze

regelmäßig evaluiert und daraufhin überprüft werden, ob die

in sie gesetzten Erwartungen auch tatsächlich erfüllt worden

sind. Sollte die (unabhängige) Evaluation zu dem Ergebnis

kommen, dass dies nicht der Fall ist, dann sind die Gesetze

abzuschaffen, im Ausnahmefall auch zu ändern.“ [S. 30]

„Der Gesetzgeber hat in den vergangenen Jahren aus politischen

Erwägungen mit den §§ 29 Abs. 1 Satz 1 Nr. 10, 11 und 12 BtMG

besondere Tatbestandsformen der Beihilfe zum Konsum

geschaffen und mit Strafe bedroht, obwohl vonseiten der

Strafverfolgung hier kein Bedürfnis bestand. So zeigen denn

auch die Statistiken der Strafverfolgungsbehörden, daß diese

Vorschriften nicht zu Verurteilungen führen, aber von den

politischen Parteien bei der Bewertung von Drogenhilfe und

Therapiemaßnahmen häufig zitiert werden. Die Lösung der

Probleme wäre deshalb eine ersatzlose Streichung dieser

Vorschriften.“ [S. 31]

Obwohl die Drogen- und Suchtkommission gemäß ihrer

Bestimmung vor allem dazu beitragen sollte, einen neuen

Nationalen Aktionsplan Drogen und Suchtmittel zu entwickeln,

wurde die Kommission in der Pressemitteilung vom 25. Juni

2003 zur Verabschiedung des „Aktionsplans Drogen und Sucht“

im Kabinett mit keinem Wort erwähnt. Auch im „Aktionsplan

Drogen und Sucht“, den die Drogenbeauftragte Caspers-Merk

als „Moderne Agenda zur Bewältigung der Suchtproblematik“

bezeichnet, wird die Drogen- und Suchtkommission nicht

erwähnt. Der neue Aktionsplan spiegelt somit nicht den

aktuellen Stand des Wissens einer hochkarätigen Kommission

wider, sondern weit mehr den (Klein-)Geist jener politischen

Klasse, die immer noch des Glaubens ist, mit List, Täuschung

und Vertuschung könne man einen konstruktiven Beitrag zur

Lösung von Problemen leisten.

Hans Cousto

Das „Hanf Journal“-

Wörterbuch für Drogensprachen

Wir erklären euch Kiffern die anderen Drogenwelten

Dieses Mal: Nikophile (Raucher)

Die wenigsten unter

uns dürften zu denen

gehören, die dieser

Spezies nicht wenigstens

teilweise angehören.

Eine Bong

ohne Nikotinflash

kommt nur halb so

heftig und der Joint

ohne Tabak geht

ständig aus.

Aber es gibt tatsächlich einen Schlag Menschen, die Teer,

Brandbeschleuniger, Parfüme und zahlreiche suchterzeugende

Stoffe nicht als nötiges Übel, sondern zum Spaß

konsumieren. Wo da allerdings der Spaß liegt, ist mir bis

heute noch schleierhaft.

Nikotin ist so ziemlich die einzige Droge, die nicht kickt.

Zumindest nicht so richtig. Ich hab noch nie von einer Party

gehört, auf der so unheimlich viel geraucht wurde, dass

alle ganz ausgelassen waren. Es ist kein toller Flash. Und

trotzdem geiern ihm alle hinterher. Am Anfang gilt es als

cool und sobald man behaupten kann, man wäre süchtig,

braucht man eh keine Legitimation mehr.

Und trotz aller Nachteile gibt es dreisterweise immer noch

einige vieldiskutierte Argumente, die den Tabak zumindest

ansatzweise verteidigen. So heißt es oft:

„Rauchen ist kommunikativ“ – Na kein Wunder, irgendwas

muss man ja tun, wenn man gemeinsam vor die Tür geschickt

wird. Dieses Argument wird allerdings drastisch

durch die Tatsache relativiert, dass Raucher per se aus dem

Mund stinken.

„Rauchen hilft gegen Langeweile“ – Ja, theoretisch ein gutes

Argument. Wer damit rechnet mit 40 die letzten Fragmente

seiner Lunge mit einer Beatmungsmaschine bepumpt zu

bekommen, lebt sein Leben bestimmt intensiver.

„Irgendein Laster braucht doch jeder“ – Soll das heißen,

dass ihr jetzt alle auf schmutzigen Sex, Alkohol und

Fernsehgucken verzichtet?

Tja, trotz dieser relativ erbärmlichen Auflistung erschöpft

es sich hier meist schon wieder. Meine Vermutung ist, dass

es sich hier um ein sektenartiges Selbstmordkollektiv handelt,

dass sich zum Ziel gemacht hat die Menschheit auszurotten.

Meine Stimme haben sie!


Pill Testing, der sichere Weg

Einen wesentlichen Faktor für die Gesundheitsgefährdung beim Konsum von Drogen bildet

vielfach die Unklarheit über die genaue stoffliche Zusammensetzung der unterschiedlichen

Substanzen.

Warum gibt es immer noch kein Drug-Checking in Deutschland? Warum sehen Politiker

immer noch zu, wenn Menschen sich nichtsahnend Pillen schmeißen müssen?

Genau diese Fragen wurden am Freitag, dem 26. September, im

Frankfurter Kultclub U60311 zusammen mit dem Alice The

Drug and Culture- Project geklärt.

Kai Guthke, Rechtsanwalt und im Vorstand von

Drogennotruf e. V., stellte zunächst die Ergebnisse

einer EU-Forschungs-Studie (Wien,

Amsterdam & Hannover) vor. Die Verantwortlichen

kommen zu dem Ergebnis,

dass es keinen zusätzlichen Konsumanreiz

durch das Pill Testing gebe. Die

Konsumenten gehen dort, wo die

Möglichkeit zum Pill Testing

besteht, bewusster und vorsichtiger

mit der Droge um - was

sowohl die Art und Weise des

XTC

Konsums wie auch die eingenommenen

Mengen betrifft.

Auch werden durch das Testen

vor Ort schneller gefälschte

Pillen mit zum geringen Teil

sehr gesundheitsschädlichen

Inhaltsstoffen entdeckt. Wer

kann sich nicht an die Durchsagen

auf der Love Parade

oder Nature One erinnern:

„Vorsicht vor Pillen mit xy-

Aufdruck, es gab bereits

mehrere Leute mit Kreislaufproblemen.“

Gerade erfahrene

User werden zu einem verantwortungsvollen

Umgang mit

Ecstasy angeregt. Dies ist natürlich

nur möglich, wenn der User weiß

was und wie viel in der Pille drin ist.

Vor Ort kann getestet werden ob

überhaupt MDMA in der Pille ist.

Anschließend können die Pillen im Labor

quantitativ untersucht werden und das

Ergebnis z. B. anonym per Telefon mitgeteilt

werden. Dies hat den Effekt, dass auch die Dealer

die Möglichkeit haben ihr Material zu testen. Denn

wer möchte schon für gefährliche Pillen verantwortlich

sein, bzw. seine Kunden verlieren wenn´s herauskommt.

Das Eckthema:

Suizid

a

news

Schwarzmarktkippen

Da Pill Testing zu einem sichereren, bewussteren Umgang mit

XTC führt, weniger konsumiert wird und weniger Gefahren

durch giftige Ersatzstoffe drohen, warum gibt es das nicht

schon längst in allen größeren Städten Deutschlands?

Frank Günther, Projektleitung Alice (Frankfurt), setzt sich

bereits seit Jahren für die Einführung des Drug-Checking ein,

also für das Analysieren der Inhaltsstoffe von Drogen und die

Veröffentlichung der Ergebnisse. Es wurden entsprechende

Anträge an die Behörden gestellt und jedes Mal ohne ausführliche

Begründung abgelehnt. Leider darf in Deutschland

niemand mit den illegalisierten Substanzen des BtmGs in

Berührung kommen. Also dürfen die Pill Tester die Pillen nicht

berühren, weil man sich sonst des Besitzes strafbar macht,

zumindest in Frankfurt.

Das es auch anders gehen kann zeigt uns Drobs (Drogenberatungsstelle)

Hannover. Sie haben Jahre lang Pill Testing angeboten.

Leider ist es zu einem Regierungswechsel gekommen

und sie mussten das Projekt einstellen. Dies zeigt deutlich, dass

es durchaus rechtlich möglich ist Pillen zu testen, dass die

Umsetzung aber meist an der Blockade der politischen

Entscheidungsträger scheitert.

Apotheken dürfen Proben zur qualitativen Untersuchung annehmen,

allerdings muss bei der Abgabe gesagt werden, auf

welche Substanz getestet werden soll. Leider ist diese Dienstleistung

freiwillig und kann von den Apotheken verweigert

werden. Ein Test kostet etwa 30 Euro und bestätigt nur , dass

z. B.MDMA drin ist, nicht wie viel oder welche anderen Stoffe

ebenfalls enthalten sind. Eingeführt wurden diese Tests um

besorgten Eltern eine Möglichkeit zur Kontrolle geben zu

können, ohne dass sie die eigenen Kinder anzeigen müssen.

Aber natürlich kann jeder einen solchen Test verlangen . . .

(Anm. d. Red.: Und das sollte jeder tun. Zeigt den Apotheker/

innen, dass es Interesse an diesen Tests gibt und fordert eine

Begründung, falls er/sie sich weigert und schickt möglichst

Berichte vom erlebten an: redaktion@hanfjournal.de, wir werden

darüber in den nächsten Ausgaben berichten).

Dr. Christian Steup, Pharmazeut bei der THC Pharm (Hersteller

von synthetischem THC (Dronabinol)) referierte über die

praktische Seite des Pill Testings: Methoden, Testverfahren,

Stoffkunde. Toleranzbildung , Nebenwirkungen und gefährliche

Streckmittel die in Proben gefunden wurden, z. B. PMA, waren

wichtige Themen.

Insbesondere die Merkmale der verschiedenen Pillen wurden

behandelt. Pillen werden gefälscht zur Verkaufszahlensteigerung.

Meist sind dies harmlose Placebos oder auch

Amphetamin, Coffein etc. Gefährlich wird es, wenn z. B. das

genannte PMA enthalten ist. Das langsamere Einsetzen der

Wirkung beim PMA, verführt zum „Nachschmeißen“ und

verstärkt somit die gesundheitlichen Risiken. Im Internet kann

man zumindest die eigene Pille mit einer „Böse-Pillen-Liste“

vergleichen. Dazu gibt es Angaben zu Größe, Gewicht, Farbe,

Bruchkanten usw. Diese Liste wird ständig erweitert und

aktualisiert.

Um gefährlichen Plagiaten vorzubeugen, werden nur die

„Bösen-Pillen“ veröffentlicht.

Infos: www.alice-project.de und www.eve-rave.de und

Pillenliste: www.step-hannover.de/data/dprae/rav3.html

Weihnachtsteufel hat

zugeschlagen

An dieser Stelle müssen wir uns einmal entschuldigen.

Eigentlich sollte auf dieser Seite ein großes Gewinnspiel

mit einer ersten Hanf Journal Leserumfrage stattfinden.

Genialste Preise im Grow- wie auch im Paraphernalia-

Bereich und eine erste Auswertung, wie cool eigentlich

das Hanf Journal ist hätten auf euch gewartet.

Aber wie es eben immer so kommt, geht nicht alles so,

wie man es sich erhofft. So war es auch diesen Monat

in unserer Redaktion. Viel Extraarbeit und familiäre

Zwischenfälle brachten schlussendlich das Fass zum

Überlaufen und machten eine Verschiebung der Umfrage

und des Gewinnspieles unumgänglich.

Das bedeutet aber, dass ihr nun einen Monat lang in

Vorfreude baden könnt. Außerdem habt ihr dann immer

noch die Möglichkeit zu bestimmen, was wirklich fett

und breit ist.

Also nochmals Entschuldigung an alle Geschädigten,

aber seid euch sicher, nächsten Monat rockt es dann

um so mehr.

5

Sokratis Zacharopolus

Werner Graf


6

Einstiegsdroge

Legalize It!

news

Dieses mal: Die akzeptierenden Eltern

Jürgen Heimchen, Vorsitzender:

“Unser Verband versteht sich als Dachorganisation für Eltern

und Angehörige, die eine humane Drogenpolitik fordern. Durch

die Selbsthilfe der betroffenen Eltern wird nicht nur die eigene

Genesung zu erreichen versucht, sondern durch akzeptierende

Elternarbeit auch eine Schadensminimierung für unsere Drogen

gebrauchenden Kinder angestrebt. Die gleichen Sorgen, Nöte,

Ängste, die gleichen Hoffnungen und Wünsche, aber auch die

gleiche Wut und Verzweiflung haben uns zusammengeführt.

Daraus ergibt sich für die Eltern und unseren Verband die

soziale und gesellschaftliche Verpflichtung, Einfluss zu nehmen,

dass sich die derzeitigen diskriminierenden und ausgrenzenden

Lebensbedingungen der Drogenabhängigen zugunsten menschenwürdiger

und integrativer Lebensmöglichkeiten verbessern,

auch für diejenigen Abhängigen, die es nicht schaffen, auf

Dauer abstinent zu leben.”

Pfarrer Michael Kleim

(Bundesverband der Eltern und Angehörigen für akzeptierende Drogenarbeit e.V.)

Man brachte einen Junkie zu Jesus und forderte ihn auf, das

Urteil zu sprechen. „"Nach unseren Gesetzen ist er schuldig!"

riefen sie alle., „Eer muss bestraft werden, sonst macht sein

Beispiel Schule. Los, fälle den Richterspruch!" Doch Jesus

stand nur ruhig und nachdenklich da, bis er zur Menge sagte:

„"Wer von euch ohne eine Suchtgefährdung lebt, der werfe

den ersten Stein.“

Nun wurden die anderen ebenfalls ruhiger. Als erstes ließ der

Kettenraucher seinen Stein fallen und schlich leise davon. Der

Autofetischist folgte ihm kurz darauf. Auch der besessene

Computerfreak nickte schließlich und verschwand. Der Biertrinker

brauchte etwas länger, und der Karrieresüchtige sah es

dann auch ein, dass er nicht derjenige sein kann, der werfen

könne. Zuletzt blieben nur noch zwei stehen: der Machtbesessene

und der Profitgierige.

Ich fürchte, sie halten die Steine noch immer in der Hand, sonst

würde es heute den meisten Junkies besser gehen.“

www.akzeptierende-eltern.de

a

Das Eckthema:

Suizid

Knöllchen für Kiffer Pro/Contra Ordnungswidrigkeit

Zwischen Straffreiheit von Cannabis-Besitz und Cannabis-Prohibition gibt es einen in Deutschland bisher eher wenig

diskutierten Mittelweg, die Einstufung als Ordnungswidrigkeit, ähnlich wie Parken im Parkverbot. In Australien wurde

das Ordnungswidrigkeitsmodell (OWM) bereits erprobt. In Kanada und Frankreich überlegt die Regierung, es

einzuführen.

dasPro:

Das Modell hat zunächst einige Vorteile gegenüber dem

derzeitigen strafrechtlichen Verbot:

Jede Herausnahme aus dem Strafrecht entlastet die Justiz.

Von 139.082 Cannabsi-Anzeigen in Deutschland im Jahre

2002 waren immerhin 100.779 für Besitz ohne Handel.

Richter Andreas Müller schätzt, dass 500 Staatsanwälte

bundesweit nur mit Cannabis-Fällen ausgelastet sind.

Bei Ordnungswidrigkeiten besteht, anders als bei Straftaten,

keine Ermittlungspflicht. Ein Polizist, der „"wegsieht“"

weil er Wichtigeres zu tun hat, macht sich dann nicht mehr

strafbar.

Ist der Strafzettel bezahlt, ist der Fall vorbei - im Gegensatz

zu den Mühlen der Justiz, die so langsam mahlen, dass

es Monate dauern kann, bis das Ergebnis feststeht.

Wenn einfacher Besitz keine Straftat mehr ist, wird auch

keine Hausdurchsuchung mehr fällig, wie vielfach in südlichen

und östlichen Bundesländern selbst bei geringen

Mengen.

Der Konsument gilt beim

OWM nicht als Straftäter und

erspart sich damit schädliche

Konsequenzen in Beruf und

Gesellschaft. Als „"vorbestraft“"

im üblichen Sinn

(Eintrag ins polizeiliche

Führungszeugnis) gilt man

aber ohnehin erst ab 90

Tagessätzen, zu denen man

meist erst bei Handel oder

Anbau „"nicht geringer“"

Mengen verurteilt wird.

Das OWM kommt Kritikern

entgegen, die bei einer

Legalisierung befürchten, sie

käme einer staatlichen

Unbedenklichkeitserklärung

für Cannabis gleich. Mit

einem Bußgeld drückt der

Gesetzgeber weiterhin sein

Missfallen aus und zeigt,

dass Cannabis-Kkonsum

unerwünscht ist. Das sollte

eigentlich das Modell leichter

durchsetzbar machen.

Bei einer Ordnungswidrigkeit

droht grundsätzlich

keine Haft. In der Praxis ist

das allerdings kaum relevant,

wenn sich das OWM auf

geringe Mengen beschränkt.

dasFAZIT:

Je nach Ausgestaltung kann ein Ordnungswidrigkeitsmodell

eine Verbesserung oder eine Verschlechterung

bedeuten. Der Teufel steckt wie so oft im Detail.

Im Sommer 2002 schlug Dr. Hans-Jörg Schäfer, der

damalige drogenpolitische Sprecher der SPD, eine

interessante Variante des Ordnungswidrigkeitsmodells

vor: Besitz zum Eigenkonsum soll grundsätzlich straffrei

sein, aber der Handel solle als Ordnungswidrigkeit

geahndet werden. Damit sollen die drastischen Strafen

reduziert werden, die derzeit Cannabis-Einzelhändlern

drohen, ohne dass Konflikte mit den UN-Drogenabkommen

entstehen. Ein solches Modell wäre als Übergangslösung

nicht uninteressant.

dasContra:

Dass eine Verlagerung der Repression vom Mittel des Strafrechts

auf das Verwaltungsrecht nicht unbedingt einer

Liberalisierung entspricht, sah man bereits am zunehmenden

Ausbau der Verfolgung über die Führerscheinstellen

in den letzten Jahren.

Im südaustralischen Modell saßen nach der Reform mehr

Menschen wegen Nichtbezahlung von Strafzetteln im Gefängnis,

als vorher von Richtern wegen Cannabis-Bbesitz

in Gefängnis geschickt worden waren. Der geringere Zeitaufwand

führte auch zu einer konsequenteren Verfolgung:

Die Fallzahlen stiegen von 1987 bis 1996 auf das Zweieinhalbfache.

Eine Ordnungswidrigkeit kann teurer werden als eine

Straftat, insbesondere wenn bei der Straftat das Verfahren

von einer überlasteten Staatsanwaltschaft straflos eingestellt

würde. In Frankreich kam es im Jahre 2001 laut Innenministerium

nur bei 8% Prozent aller Anzeigen wegen

Drogendelikten zu einer Verurteilung, während dieses

Ministerium andererseits bei einer Ordnungswidrigkeitslösung

an Bußgelder von bis zu 1500 Euro denkt.

derAutor

Joe Wein ist an der vordersten

Front der Drogenlegalisierung.

Von Japan aus

hat er sein Projekt

www.cannabislegal.de

gestartet, welches sich

zum führenden Cannabis-

Iinformations-Tool gemausert

hat. Nebenbei ist er

auch noch im Vorstand des

Vfd und liebt es Politiker-

Innen Briefe zu schreiben.

Email: buz@ hanfverband.de

Tel: +49 (0) 30. 44 71 66 53

Lettestraße 3

10437 Berlin

Die regional ungleiche

Rechtspraxis kann sich mit

dem OWM sogar noch vergrössern.

Ein OWM nur für Konsumenten

kann den Eindruck

erwecken, das Problem der

Kriminalisierung sei nun

gelöst, wie das schon bei der

derzeitigen Regelung des

Paragraphen 31a BtMG

teilweise der Fall ist. Das

kann dann weitergehenden

Reformen den Wind aus den

Segeln nehmen. Unterdessen

geht die Kriminalisierung

weiter, insbesondere der

Einzelhändler, auf deren

Risikobereitschaft Millionen

von Konsumenten angewiesen

sind. Der Großssteil

der Repressionskosten und

--schäden entsteht wahrscheinlich

hier und nicht bei

Konsumenten.

Von der vermeintlich

leichteren Durchsetzbarkeit

des OWM ist bisher nicht viel

zu bemerken. Seine Akzeptanz

bei der CDU/CSU

scheint nicht viel größer zu

sein als die des Coffee Shop-

Modelles. Wer Cannabis

immer noch für eine Einstiegsdroge

hält und an den

Nutzen von Repression

glaubt, wird im Bundesrat

einem OWM nur dann

zustimmen, wenn es nicht

weniger repressiv ist als die

strafrechtliche Lösung, die es

ersetzen soll.

Unterstützen Sie deshalb die politische

Arbeit des DHV, privat oder als Firma.

mehr Infos unter www.hanfverband.de


Luxemburg

Am 27. April 2001 trat in Luxemburg ein neues Drogengesetz

in kraft. Strafbar sind nach wie vor fast alle Umgangsformen

mit Cannabis, inklusive des Konsums. Allgemein wurden die

Strafen herabgesetzt, für Cannabis-Konsum ist aber immer

noch eine Geldstrafe zwischen 250 und 2500 Euro vorgesehen.

Konsum von Minderjährigen kann sogar zusätzlich mit acht

Tagen bis sechs Monaten Haft geahndet werden. Von den

insgesamt 60 Abgeordneten stimmten 19 dagegen und sieben

enthielten sich.

Am 13. Juni 2004 finden in Luxemburg wieder Parlamentswahlen

statt. Vor diesem Termin dürfte kaum noch mit weiteren

Änderungen zu rechnen sein. Über eine generelle Reform wird

nicht mehr geredet, in der zuständigen Parlamentskommission

sind schon längere Zeit so gut wie keine Aktivitäten mehr zu

verzeichnen. Vor allem das präventive Testen von Verkehrsteilnehmern

auf den Konsum illegaler Drogen ist zunehmend in

der politischen Diskussion: Tests und entsprechende Gesetze

wie im Ausland gibt es noch nicht.

Dass auch in Luxemburg Cannabis-Konsum zum alltäglichen

Leben gehört, zeigt die vom Suchtpräventionszentrum in

Auftrag gegebene und im Mai 2000 veröffentlichte Studie

„Cannabis in Luxemburg“. Demnach gleicht der Konsum dem

der Nachbarländer. In der 8. Klasse konsumierten bereits 4,7

Prozent der Schüler regelmäßig, 15 Prozent haben schon mal

probiert. In der 12. Klasse fanden sich 13,3 Prozent aktueller

Konsumenten, 43,3 Prozent haben schon mal gekifft. In Luxemburg

kennt laut dieser Studie auch fast jeder irgendjemanden

der Cannabis nimmt oder von dem er es beziehen könnte und

16,7 Prozent der befragten Personen (zwölf bis 60 Jahre) waren

in dem Glauben, dass der Konsum nicht verboten sei, weitere

29,2 Prozent waren sich darüber im Unklaren.

Auch in Luxemburg gibt es verschiedenste Legalisierungsgruppen.

Eine davon ist Life. Diese gründete im März 2002 die

„Initiative für eine ehrliche Suchtprävention“. Zu den Hauptzielen

gehören eine ehrliche Aufklärung über Drogen - vor

allem über Cannabis- und Drogenkonsum im Allgemeinen

nicht mehr strafrechtlich zu verfolgen.

Am 9. Juli 2002 fand eine Kundgebung für eine tolerante

Cannabis-Politik unter dem Motto „Prävention statt Repression“

in Esch/Alzette, der zweitgrößten Stadt des Großherzogtums,

statt. Die übrigens erste Demo von diesem Ausmaß wurde mit

Konzerten von fünf Bands begleitet.

Brandneu herausgekommen ist „Cannabis - eine Bestandsaufnahme“

in deutscher und französischer Sprache:

http://homepages.spider.lu/johnnyth/Cannabis.htm

In Planung sind praktische Handzettel zum Vorstellen der Initiative

sowie auch Fördermitgliedskarten. Treffen mit Politikern

und Parteien werden im Wahlkampf ebenfalls nicht ausbleiben!

LIFE freut sich über jede Unterstützung durch aktive Mithilfe

oder finanziell.

Life - Initiative für eine ehrliche Suchtprävention

53 Val des Aulnes, L-3811 Schifflingen

Tel. (00 35 2) 26 53 08 95

http://www.act4cannabis.lu

initiativ@act4cannabis.lu

CCPL IBAN LU24 1111 1948 9825 0000

Vermerk „Cannabiskampagne“

Im Oktober 2003 brachte der Opiumbericht für Afghanistan

des UN-Büros für Drogen und Kriminalität (UNODC) folgende

Fakten:

2003 wurden in Afghanistan 80.000 Hektar Schlafmohn angebaut

und 3.600 Tonnen Opium geerntet. Das sind 200 Tonnen mehr

als 2002 und fast das 20fache der 2001 unter dem repressiven

Taliban-Regime produzierten

Menge. 1,7 Millionen

Afghanen leben

vom Opiumanbau, das sind

sieben Prozent der Bevölkerung.

75 Prozent der Welt-Opium-

Produktion kommt aus dem Land am

Hindukusch.

Das Einkommen der Opiumbauern und -händler

wird auf 2,3 Milliarden Dollar geschätzt, das

entspricht der Hälfte des offiziellen Bruttoinlandsprodukts

von Afghanistan.

Solche Aussagen sind mit Vorsicht zu

genießen. Denn oft werden bei

derartigen Zahlenspielen europäische

Schwarzmarktpreise zugrundegelegt,

um anhand möglichst hoher Zahlen

eine möglichst große Bedrohung

beschwören zu können. In einem Land,

in dem das Kilo Haschisch 12 Dollar

kostet, kann aber auch das Opium nicht

sonderlich gewinnbringend vermarktet werden. Der „Spiegel“

spricht von 120 Dollar pro Kilo auf dem Markt in Argu, einer

Stadt, von der aus das Opium ohne große Umwege ins Ausland

geht. Und selbst wenn man das Kilo mit 200 Dollar Gewinn

veranschlagt, bleibt nicht einmal eine Milliarde Dollar in

Afghanistan.

Die Region Kundus gehört zu den drei größten Anbaugebieten

des Landes. In diese heitere Region schickt Deutschland nun

seine Soldaten im Rahmen der Erweiterung von „enduring

freedom“. Allerdings ganz ausdrücklich ohne den Auftrag,

den Opiumhandel zu bekämpfen. Der wird bei dem Versuch,

den Wiederaufbau in der Region zu sichern, stillschweigend

toleriert werden. Und das obwohl die zukünftige Sicherheit

Afghanistans elementar davon abhängt, die Hoheit über den

Opiumanbau den Warlords zu entreißen.

Von all dem Geld, das die UNODC da hochrechnet, bleibt

nämlich maximal die Hälfte den Bauern, der Rest wandert in

die Armeen der Warlords, die den Handel organisieren und

ihre hohen Posten zum unbehelligten Schmuggel benutzen.

Der Machthaber in Deutschlands zukünftigem Sorgenkind

nennt sich Mohammed Fahim und ist irritierenderweise auch

Afghanistans Verteidigungsminister. Er kontrolliert mit seiner

Privatarmee den Schlafmohnanbau in Teilen der Provinz

Kundus.

Antonio Maria Costa, Direktor des UN-Büros sieht eine weitere

Gefahr: „Die Terroristen nehmen sich auch ihren Teil: je länger

das dauert, desto größer wird die Bedrohung der Sicherheit.“

Ja, ja, mal wieder Terrorangst als Legitimation von wenig

durchdachten Haudrauf-Methoden. Paranoide Warnungen vor

dem Drogenstaat, dessen einzig gefährliches Element die

Warlords sind, die ihre Einkünfte aus eben dieser paranoiden

Geisteshaltung unserer Gesellschaft beziehen.

Das Eckthema:

Suizid

a

news

Keine

Macht den

Prohibitionisten

Deutschland sichert Drogenhandel

Bundeswehreinsatz in Afghanistan produziert seltsame Blüten

Natürlich, wir müssen uns mal wieder vor den Terroristen

schützen.

Wir hätten dagegen eine wirklich prima Idee zu liefern: Einfach

Opium in Afghanistan legalisieren! Da freuen sich nicht nur

die afghanischen Opiumbauern, die das Zeug endlich mal zu

angemessenen Preisen verkaufen könnten, sondern auch die

deutschen Soldaten, die mal was Sinnvolles tun können, nämlich

beim Verladen helfen. Und die Warlords, die können einpacken,

denn die haben dann keine Kohle mehr. Die kriegt die afghanische

Regierung und baut davon hübsche Kindergärten und

vielleicht ’ne S-Bahn oder so was.

„Und was ist mit dem Opium?“ fragt ihr euch bestimmt. „Das

schadet doch trotzdem?“ Na, ja, wenn es das wirklich tut, weil

es im Zielland illegal ist und deshalb verpanscht wird, dann

tut es das auch, wenn es nicht aus Afghanistan kommt. Denn

irgendwo kommt es immer her!

Die Studie:

http://www.unodc.org/pdf/afg/afghanistan_opium_survey_2

003_exec_summary.pdf

7

Martin Schwarzbeck


8

wirtschaft

röchel,

röchel

Hanfmesse erobert

die Hauptstadt

10. bis 12. September öffnet die InterHanf in Berlin ihre Tore

Die neue Hanfmesse in Berlin

Das Dilemma der deutschen Hanfmesselandschaft wurden

schon des längeren im „Hanf Journal“ diskutiert. Wenige

Besucher, wenig Hanf und fast kein Szene-Flair waren die

schwerwiegendsten Kritikpunkte. Nun haben sich zwei neue

Partner, darunter auch das „Hanf Journal“, zusammengeschlossen

um eine Hanfmesse in Berlin zu veranstalten, die ihren

Namen auch wirklich verdient hat.

Gerade in der Stadt Berlin liegt die Chance, die Plattform für

die Hanfbranche deutlich zu vergrößern. Als einzige europäische

Großstadt bietet Berlin den Charme des Knotenpunktes

zwischen Ost und West und soll diesem auch auf der Messe

gerecht werden. Als die Hauptstadt der Legalisierungsbewegung

in Deutschland (Hanfparade, HanfMuseum, Deutscher

Hanf Verband) scheint Berlin die Stadt für eine Hanfmesse in

Deutschland.

Dieses Ziel, eine freakige und chillige Hanfmesse zu kreieren,

haben sich zwei bereits renommierte Firmen gesteckt. Zusammen

mit der Mutterfirma des „Hanf Journal“, der Sowjet GmbH,

wird der Macher der CannaTrade.ch, Marco Kuhn, versuchen,

diese Messe zum Erfolg zu führen. Gerade die interessanten

Ergänzungen aus dem Messe-Know-how von Marco Kuhn und

den Erfahrungen einer KifferZeitung lässt eine Messe erwarten,

die sich schnell im europäischen Kontext einordnen wird.

Die InterHanf wird verblüffenderweise sogar in den Gebäuden

der Messe Berlin stattfinden. Hier konnte die InterHanf gleich

neue Standards setzen, denn dies scheint ein kompetenter

Partner sein, welcher den Bedürfnissen einer professionellen

Veranstaltung voll entspricht. Insgesamt wurden drei Messehallen

gemietet, mit zusammen 4.000 m2 Nutzfläche. Nun gilt

es nur noch, diesen gefühlslosen Hallen den Flair der Hanfszene

einzuhauchen.

Einen weiteren Punkt betonte die InterHanf bewusst. Mit einer

professionelle Messe zu Hanf in Berlin muss auch die Hanfszene

unterstützt werden. Viele Medien und ein breites Publikumsspektrum

müssen genutzt werden um die Bestrebungen zur

Regulierung des Cannabis-Marktes durchzusetzen. Und so

schließen die Veranstalter ihre erste Pressemitteilung mit der

Ankündigung, „mit Informationen für einen Frieden im

Drogenkrieg zu werben“.

www.interhanf.com

a

Das Eckthema:

Suizid

Achtung!

jeder Missbrauch von

Drogen ist gefährlich!

Wir wollen niemanden

dazu auffordern oder

animieren Drogen zu

konsumieren

Werner Graf

www.kiffer.tv

www.rumpelstilzchen.com

Der breiteste kiffer-chanel seit es

Internet gibt.

Im Jahre 2001 begann Johann vom

Rumpelstilzchenversand mit

Kiffer.tv. Er startete mit P.O.T.

(Pharaphenalia Order Television)

und „Streaming Dope“. Hier findet

Mensch aus dem TV mitgeschnittene

Videostreams über

Drogen. Das allein macht

www.kiffer.tv zu der Webadresse,

wenn es darum geht, verpasste

Drogenlektüre zu genießen und

runterzuladen. Damit Mensch die

nächsten wichtigen Sendungen

im TV nicht verpasst gibt es einen

TV-Kalender und einen SMS-

Service für alle, die wissen wollen,

wann neue Sendungen online

sind.

Seit circa drei Monaten bietet

www.kiffer.tv ein weiteres Highlight,

„Exxessiv“ – ein wöchentliches

Magazin mit breiten

Gewinnspielen und interessanten Rubriken , wie zum Beipiel

„Back Dat“ oder „Investigativ“. Seit 20 Sendungen unterhält

Moderator Johann Anderson gekonnt seine Zuschauer und

gibt nebenbei so manche interessante Information. Nachdem

der erste Studiobrand überstanden ist („Dope am Sonntag“

Nr. 167 berichtete), ist es Johann zu wünschen, dass er auch in

Zukunft die Leute mit seinen Sendungen erhightern wird.

Volcano erhält Innovationspreis

www.vapormed.de

Nachgeprüfte 99 Prozent THC-

Ausbeute, dass muss prämiert

werden! So oder so ähnlich dachten

wohl die Jurymitglieder, die

der Firma Storz & Bickel für ihren

Vaporizer „Volcano“ den Baden-

Württembergischen Innovationspreis

verliehen.

Nur kurz zur Erklärung: Ein Vaporizer

ist ein Gerät zur Heißluftextraktion

von Heilkräutern.

Quasi wie rauchen bloß ohne

schädliche Verbrennungsrückstände.

Der Volcano, vielen eher als „der

mit dem Bratschlauch“ bekannt,

ist derzeit eines der ausgereiftesten

Geräte auf dem Markt. Er

erfüllt alle Ansprüche an Präzision

und Qualität, sodass er selbst auf

medizinischem Gebiet häufig zum

Einsatz kommt. (Sogar die Drogenberatungsstelle

vom Roten

Kreuz Berlin hat einen). Das Gerät

geht so gut, dass sich in diesem

Jahr der Umsatz mehr als verdoppelt

hat und die Wachstumskurve stetig nach oben zeigt.

Dieses innovative Unternehmen beweist wieder, dass sich neue

Ideen in Verbindung mit hoher Qualität erfolgreich durchsetzen.

Papers by ROOR?

www.roor.com; www.authentic-pleasure.com

Wieder einmal sah alles nach einer

abgekarteten Marketingstrategie

aus. Auf ein herkömmliches Produkt

wird einfach ein Markenname

gedruckt und schon kaufen

ein paar logofixierte Kunden dieses

Produkt ohne wirklich nachzudenken.

Nicht so bei diesen

Papers!

Im Gegenteil, es handelt sich sogar

um eine absolute Novität, denn

diese Blättchen sind die ersten auf

dem Markt, die aus reinem Flachs

hergestellt sind. ROOR hat dafür

anderthalb Jahre in Zusammenarbeit

mit einem experimentierfreudigenZigarettenpapierhersteller

Testreihen durchgeführt.

Alle verfügbaren Rohstoffe wie

Reis, Holz, Hanf sowie deren

unterschiedlichen Zusammensetzungen

wurden genauso getestet

wie unterschiedliche Stärken

dieser Papiere. Bei den von ROOR

beurteilten Kriterien Abbrennverhalten,

Geschmacksneutralität

und Schadstoffarmut belegte das

Flachspapier mit rein pflanzlicher Gummierung eindeutig die

Nr. 1. Auch unsere Tests überzeugten uns von diesem KingSize

Paper – Hanf innendrin, Flachs außenrum – wahrlich perfekt

für ein authentisches Vergnügen! Thanxs to ROOR papers by

authentic pleasure.

Jeder Scout und Paketesempfänger wird mit dieser Ausgabe

die Möglichkeit bekommen, die Papers einmal selber zu testen.

DIPSE XS-250

www.dipse.de

Eine Innovation auf dem Waagenmarkt

ist die kleine, handliche

Digitalwaage XS-250 von DIPSE.

Durch ihr zeitloses und formschönes

Design, welches ein wenig

an eine extrem flache Computermouse

erinnert, ist sie jetzt

schon ein Klassiker. Der Wägebereich

mit 250 g und einer

Ablesbarkeit von 0,1 g lässt keine

Wünsche offen. Des weiteren

verfügt die XS-250 über eine

Zuwiegefunktion (Tara) sowie

natürlich auch über eine Justierfunktion,

um immer ein präzises

Wägeergebnis zu gewährleisten.

Ausgestattet mit einem Schutzdeckel

und einer Schutzhülle ist

die XS-250 die ideale Waage für

die schnelle Wägung unterwegs.

Selbstverständlich gewährt DIPSE

auch auf diese Waagen zwei Jahre

Garantie und vollen Service. Und

das alles zu einem mehr als fairen

Preis. Somit ist sie auch das

ultimative Weihnachtsgeschenk

und sollte auf keinem „Gaben-

tisch“ fehlen. Erhältlich ist die

DIPSE XS-250 in jedem gut sortierten Head Shop. Weitere

Informationen finden sich im Internet.


Das Guerilla Growing-Team präsentiert:

Guerilla Growing 10 – Die Verarbeitung

Nachdem Nils und ich die Ernte in der letzen Ausgabe gut hinter uns

gebracht haben, ist es nun an der Zeit die Blüten und Erntereste, die

inzwischen fertig sind, weiter zu verarbeiten oder zu lagern. Wie das

genau funktioniert, wollte mir Nils zeigen, wenn auch die letzten

Pflanzen geerntet und getrocknet sind. Und beim Betreten seiner

Wohnung kann ich tatsächlich schon den wunderbaren Duft des

Marihuanas erhaschen. Die Blüten sehen nun, nachdem sie getrocknet

sind, echt viel kleiner aus, als direkt bei der Ernte. Nils hatte also

absolut Recht, als er damals meinte: „Das wird bald nur noch ein

Sechstel davon sein . . .“

„Und was machen wir mit dem ganzen Blattwerk, das wir

separat getrocknet haben?“ frage ich beim Anblick des großen

Blätterhaufens. „Nun, da gibt es auch wieder verschiedene

Möglichkeiten. Mit verschiedenen Methoden kann man

entweder Marihuana, Haschisch oder Öl Herstellen. Dabei

unterscheidet man in Pollinieren und Extrahieren.“ erklärte

mir Nils vielsagend.

Bei der Pollinierung werden die Harzdrüsen mechanisch

abgebrochen und vom Pflanzenmaterial getrennt. „Das geht

zum Beispiel gut mit einem feinen Seidentuch, durch das die

Drüsen hindurchfallen. Aber man kann auch einfach einige

Blüten in einem statisch aufladbaren Behälter schütteln und

den Harzstaub mit einem sauberen Finger herauskratzen“,

erzählt mir Nils. Natürlich gibt es auch diverse Pollinier-Geräte

für Groß und Klein im Growshop eures Vertrauens. Eine neue

Methode ist es, die Drüsen in Eiswasser abzutrennen. Dabei

wird die Pflanze im Gegensatz zu den anderen Methoden nicht

mit der Zeit zerrieben, der Hasch bleibt also reiner. „Geht das

auch mit den Blüten?“ frage ich Nils. „Selbstverständlich, aber

die Methoden sind eher gedacht um dem schlecht rauchbaren

Blattmaterial die Harze zu entziehen und ihm somit doch noch

einen Rausch zu entlocken.“ Der so gewonnene Harzstaub

wird - wenn überhaupt nötig - mit etwas Wasser oder Tee

zwischen den Fingern gerollt und mit einer alten Buchpresse

oder in der Schuhsohle gepresst. Nils verwendet zum Pressen

noblerweise seinen Piecemaker, eine kleine, handliche Presse

für den Homegrower. Sehr schick sieht sie aus und macht coole

Hanftaler, wie wir sie aus der Schweiz kennen.

Bei der Extraktion macht man sich die Eigenschaft der Cannabinoide

zunutze, in Fett (lipophil) und Alkohol löslich zu sein,

aber nicht in Wasser (hydrophob). Nils holt eine Kuchendose

hervor. „Vor zwei Wochen hab ich einen Teil des schon getrockneten

Blattwerks zerkleinert und bei 50 Grad Celsius 20

Minuten in Butter köcheln lassen. Danach hab ich sie in den

Kühlschrank gestellt und gestern diesen leckeren Apfelkuchen

gebacken“, sagt Nils und reicht mir ein Stück. „Die Butter ist

im Kühlschrank wochenlang haltbar“ fügt Nils grinsend hinzu.

Nils erwähnte auch noch, dass „statt Butter auch Alkohol als

Träger für die Harze dienen kann.“ Hierzu müsste man in

hochprozentigen Schnaps (min. 40 Prozent) das zerkleinerte

Pflanzenmaterial für zwei Wochen eingelegt werden. Nach

diesen zwei Wochen können dann die Pflanzenteile beispielsweise

mit einem Kaffeefilter abfiltriert werden. Für die Hasch-

Öl-Herstellung benötigt man fast reinen Trinkalkohol oder

Isopropanol. Nach dem Abfiltern wird der Alkohol vollständig

verdampft und es bleibt nur noch eine klebrige, zähe und

rötlich-braune Masse übrig – das sind die Öle. Die Extraktion

ist ebenfalls mit Flüssiggas möglich. „Aufgrund der hohen

Explosionsgefahr ist hier aber höchste Vorsicht geboten!“

ermahnte mich Nils. Das Gas wird bei - 0,5 Grad Celsius flüssig

und sollte laut Nils vorher in den Kühlschrank gelegt werden,

damit die Flasche nicht unter so hohem Druck steht. Dann

wird es durch das Material hindurch auf eine Unterlage

gegossen. Am besten geeignet sind dafür die im Handel

erhältliche Geräte, allein schon wegen der Feuergefahr. „Die

Unterlage sollte möglichst eben und aus Glas sein, so kann

man den klebrigen Honig gut mit einer Rasierklinge abkratzen.“

meinte Nils und erwähnte nochmals mit ernster Miene: „Du

solltest niemals in geschlossenen Räumen mit Feuerzeuggas

experimentieren.“ Wenn alle Pflanzenteile verarbeitet, getrocknet

und eventuell zu Hasch gepresst wurden, wollte Nils den

größten Teil für spätere Zeiten einlagern, „da es so länger seine

Potenz behält“. Die wichtigsten Abbaufaktoren sind Sauerstoff,

Licht und Wärme. Sie regen die Molekülbewegung an, sorgen

somit dafür, dass sie schneller einen Reaktionspartner finden

und abgebaut werden.

„Zuviel Feuchtigkeit stellt eine Gefahrenquelle für Schimmel

dar“, warnt Nils. „Ein luft- und lichtdichten Behälter an einem

kühlen und dunklen Ort ist ideal zur Aufbewahrung geeignet.“

Für die langfristige Lagerung gibt es laut Nils auch mehrere

Möglichkeiten: Zum einen einfrieren, wobei auch der letzte

Rest Feuchtigkeit aus dem Gras trocknen muss, da sich Wasser

beim Gefrieren ausdehnt und die Zellwände sprengt. „Auch

im Kühlschrank lässt es sich gut lagern. Oder durch eine

Vakuum- bzw. Stickstoffversiegelung zum Beispiel in

Einmachgläsern.

Dafür gibt es sogar spezielle Geräte im Handel. Einmachgläser

eignen sich auch sehr gut, wenn jemand nicht vakuumversiegeln

kann.

Ganz Vorsichtige können ihre Ernte auch im Garten unter

einem umgedrehten Plastikbehälter eingraben, damit sie bei

Hausdurchsuchungen nicht gefunden wird. Aber die

Schimmelgefahr ist bei sowas extrem groß, da die Erde von

sich aus immer feucht ist. Doch darüber brauchen wir uns hier

ja keine Gedanken machen, grinst Nils und zieht an seinem

Joint.

Leider ist dies alles, was wir hier beschrieben haben, in

Deutschland immer noch illegal. Nils durfte dies alles legal

machen, wir nicht. Ist es nicht zum Heulen?

Euer Guerilla Growing Team

links zu dem thema:

www.hanfjournal.de auf unserer Homepage

sowie in unserem Forum findet ihr noch einiges

mehr zu dem Thema!!!

www.pollinator.nl für alle möglichen Produkte

zur Hash-Herstellung

www.piecemaker.at die coole, handliche

Presse...

o1

o3

o2

o4

o5

guerilla growing

Unsere Guerillas Gusto am 23.11.03 (Erdung: 20.05.03)

EIne professionelle

Hashpresse

So wird der Bubble oder

Iceolator Hash gemacht

9

Unsere GG

Der HoneyBee Extractor

Feines Weed!

Der Piecemaker ist die

kleine Hashpresse


10

guerilla growing

Ich weiss

wo der

Schwarzmarkt

ist

Vielen erscheint „Hydroponik“ als „Hightech“ und kompliziertes

Konzept. Doch diese Kulturmethode existiert seit ewigen Zeiten.

Zuerst hat man sie in den hängenden Gärten von Babylon und

bei den Ägyptern auf dem Nil gesehen. Auch die Azteken im

15ten oder Wissenschaftler im 17ten Jahrhundert bedienten

sich der Hydroponik. Im 20ten Jahrhundert ist die Technologie

nun sogar in kommerzielle Zuchtbetriebe eingezogen.

Mitte der 70er-Jahre kreierte General Hydroponics die erste

Hydroponik-Einheit für Hobbygärtner, die AquaFarm. Diese

effiziente Einheit macht den Benutzer von der Außenwelt

unabhängig. Die Grundidee war es, die Ernten vor zahlreichen

Feinden wie Jahreszeit, schlechter Boden oder auch griesgrämige

Nachbarn zu schützen.

Was ist Hydroponik?

In Hydroponik leben die Pflanzen auf dem Wasser und ihre

Wurzeln hängen im dynamischen Strom einer Nährlösung.

Der Unterschied zwischen Hydroponik und dem Anbau in

Erde liegt im Wurzelbereich. Das Ziel liegt in der Optimierung

des Pflanzenwachstums durch eine genaue Kontrolle von

Wasser, Mineralstoffen und gelöstem Sauerstoff. Die Sauerstoffversorgung

im Wurzelbereich ist die Grundlage für eine

optimale Pflanzenentwicklung. Sauerstoffmangel stört die

Entwicklung von Wurzeln. Außerdem ist Sauerstoff notwendig,

um Nährstoffe in Molekülform zu transportieren (siehe

Wirkungen von gelöstem Sauerstoff – www.eurohydro.com –

Faq’s und Artikel).

Alle Kulturmethoden von Ebbe/Flut bis zu Aerohydroponik

funktionieren nach dem selben Prinzip: Die Pflanzen wachsen

in einem, mit neutralem Medium (Blähton, Kokosnussfasern,

Steinwolle . . .) gefüllten Container. Darunter befindet sich eine

Nährstofflösung. Eine Pumpe befördert die Nährlösung über

eine Verteilerleitung zur Pflanze und entlang der Wurzeln

wieder zurück zum Reservoir. Dieser Kreislauf bewirkt eine

a

Das Eckthema:

Suizid

Hydroponik oder Erde Eine Frage, die den Grow bewegt!

Anreicherung

der Nährlösung

mit Sauerstoff.

Noucetta Kehdi ist Mitgeschäftsführerin von General Hydroponics

Europe und führte quasi im Jahre 1995 Hydroponik in

Europa ein. Als sie das erste Mal die AquaFarm oder den

3-Komponenten-Dünger Flora-Series vorstellte, erntete

sie noch verdutzte Gesichter. Doch nach vielen

Artikeln und Beiträgen scheint unser Kontinent

einiges gelernt zu haben.

Die Vorteile

gegenüber

Erde:

1. Es kann überall

angebaut werden. In

der Groß- oder auch Kleinstadt, bei schlechtem und bei gutem

Boden.

2. Keine Krankheiten, deren Keime in der Erde vorhanden

waren. Dementsprechend keine Herbizide und viel weniger

Pestizide. Im Allgemeinen wendet der Hydroponikgärtner

Integrierten Pflanzenschutz (Bekämpfung der Schädlinge durch

ihre natürlichen Feinde), zur Vermeidung gefährlicher Chemikalien,

an.

3. Enorme Wasser- und Düngemittel-Einsparung. Kein Eindringen

in das Grundwasser und keine Verdunstung.

4. Ionen sind bereits verfügbar und so muss die Pflanze keine

mehr produzieren.

5. Die Wurzeln baden in einer adaptierten, sauerstoffgefüllten

Nährstofflösung. So kann sich die Pflanze auf die Entwicklung

von Blättern, Blüten und Früchten konzentrieren.

6. Es ist leichter einen optimalen Gasaustausch im Wurzelbereich

zu erzielen, was zu einer Verlangsamung des

Pflanzenwachstums führt.

7. Eine genau Kontrolle der Pflanzenbedürfnisse wird möglich.

Dadurch wird es möglich, das optimale Umfeld zu erreichen.

8. Steigerung der Widerstandskraft und Vitalität der Pflanzen,

die später in Erde umgepflanzt werden.

9. Einmal installiert, kann ein hydroponisches System ohne

zusätzliche Investitionen fast unendlich arbeiten.

Kurz gesagt, Hydroponik bietet 30 Prozent mehr: 30 Prozent

mehr Pflanzen, 30 Prozent mehr Wachstum, 30 Prozent mehr

Ernten und 30 Prozent mehr Wirkstoffe in den Pflanzen.

Wie wir alle wissen, enthält der Erdboden circa 100 verschiedene

Elemente, die für die Pflanzen und für unsere Gesundheit nützlich

sind. Nicht alle sind in einem Hydroponikdünger enthalten.

Hydroponik versucht die Pflanzenernährung weitgehendst zu

perfektionieren und kommt jeden Tag den Bodeneigenschaften

etwas näher. Zusätze und Aktivatoren vervollständigen diese

Ernährung.

Auch die Wahl des richtigen Düngers ist entscheidend. Hydroponik-Dünger

werden aus gereinigten Mineralsalzen hergestellt:

Manche Firmen bieten Grunddünger an, die lediglich die

Hauptsalze enthalten während andere reichhaltige und komplexe

Formulierungen anbieten, um den verschiedenen Wasserqualitäten

gerecht zu werden. Die Informationen auf den

Etiketten sind nicht immer aussagekräftig, da die Gesetzgebung

nur ein Minimum an Informationen seitens der Hersteller

vorschreibt. Besser ist es, sich direkt bei den Herstellern

zu erkundigen, die verfügen meistens über Zusammensetzungstabellen,

die genügend Informationen geben, um eine

Wahl zu treffen.

Bei einer korrekten Formulierung sind Hydroponikdünger

vollständig wasserlöslich und für die Pflanze sofort verfügbar.

Sie werden im Allgemeinen als einteilige, zweiteilige oder

dreiteilige, manchmal auch vierteilige Dünger angeboten.

Das Konzept eines dreiteiligen Düngers wurde zu Beginn der

80er-Jahre von Dr. Cal Herrmann für General Hydroponics

erfunden. Die Grundidee bestand darin, für jeden

Entwicklungszyklus der Pflanze eine passende Ernährung zu

schaffen. Als Grundregel gilt, dass eine Pflanze während der

Entwicklungs- oder Vegetationsphase mehr Stickstoff

verbraucht, aber mehr Phosphor, Kalium und Magnesium

während der Blüte. Während ihrer ganzen Entwicklung benötigt

die Pflanze Kalzium, Schwefel und Mikronährstoffe wie Eisen,

Mangan, Molybdän, Bor und Kupfer.

In der Erde zersetzen mehrere Millionen Mikroorganismen pro

Gramm Erde organisches Material und verwandeln die Moleküle

in Ionen, die von der Pflanze aufgenommen werden können.

Also gibt es im Grunde keinen Unterschied zwischen

einem Ion biologischen oder mineralischen Ursprungs.

Doch da es sich bei biologischen Düngern um eine „natürliche“

Umwandlung handelt, bedeutet dies eine gewisse Unsicherheit

im Umwandlungsprozess. Manchmal findet man toxische

Substanzen im Kompost. Außerdem fehlen den meisten

organischen Düngern wichtige Spurenelemente, die in kleinsten

Mengen wachstumsfördernd sind und als Katalysatoren bei

der Stickstoffaufnahme, der Enzymherstellung und beim

Ionentransport wirken.

In Hydroponik sind es entweder natürliche oder künstliche

Derivate, die meist gereinigt und veredelt worden sind. Da die

chemische Zusammensetzung genau bekannt ist, kann man

verschiedene Mineralsalze kombinieren, um einen ausgeglichenen

Hydroponikdünger zusammenzustellen. Wird dieser

im richtigen Mischverhältnis im Wasser aufgelöst, erhält man

eine hydroponische Nährlösung, die alle für gesunde und

saubere Pflanzen benötigten Mineralien enthält.

Ich danke Cal Hermann, Lawrence Brooke and Wiliam Texier

(Partner der GHE) für ihren Beitrag zu diesem Bericht.

Mehr über Hydroponik erfahrt ihr unter:

www.growingedge.com

www.hydroponics.com.au

www.maximumyield.com

www.genhydro.com/articles.html

Noucetta Kehdi


Das Eckthema:

Suizid

"dreckige Bässe, dreckige Beats" a

Mitte September bot sich die

Möglichkeit, Mono und

Nikitaman im Rootdown-

Studio, Köln Hürth, zu treffen.

Im Untergeschoss eines am

Abend etwas unheimlich

wirkenden, modernen

Gewerbegebäudes hieß mich

Producer Teka herzlich willkommen.

Wir machten es uns

im kleinen „Cockpit“ des

Studios gemütlich. Während

ich angespannt und nervös

versuchte meinen MD-Player

zum Laufen zu bewegen,

verströmten Nik und Mono

äußerste Gelassenheit mit der

richtigen Portion Wärme. Ein

Interview, so schien es, sei

zwischen den Aufnahmesessions

genau das richtige

zur Entspannung.

Hanf Journal: Wie kamt ihr zum Reggae?

Nikitaman: Wie alle anderen auch! Ich habe

Tapes gehört! Tapes von Freunden bekommen.

Ein Onkel hat mal ein Tape gemischt. Macka B

und Mad Professor und dadurch hab ich die

ersten Sachen gehört. Und dann haben halt

Freunde aufgelegt.

Mono: Bei mir war es England. Ich habe viel

Drum & Bass gehört und bin nach England

gegangen. Und dort war die Reggaebar das einzig

illegale Lokal, wo man nach Pub-Ende noch

hingehen konnte. Die war richtig geil. Super

Musik. Ein alter Opa hat dort seine alten

Reggaeplatten aufgelegt. Mir sind jedesmal die

Augen übergegangen, es wurde Ska und

Rocksteady gespielt, der Typ war siebzig.

Hanf Journal: Wie weit seid ihr bei eurem neuen Album?

Was kommt auf uns zu?

Nikitaman: Das letzte Drittel wird gerade bearbeitet. Es nimmt

langsam Gestalt an: Man kann ein reines Dancehall-Bashment-

Album erwarten. Vielleicht zwei, drei ruhigere Sachen, aber

die Richtung ist klar.

Teka: Bei der EP (Nikitaman - ahh...loco..?) sagen viele Leute,

dass gerade das Dreckige, Unfertige den Charme ausgemacht

hat. Das wollen wir auf jeden Fall auch bei der LP drin haben.

Es muss nicht bei jedem Refrain versucht werden das letzte

an Volumen herauszuholen, sondern man soll auch mal zu

einer gewissen Rohheit und Unausgefeiltheit stehen.

Mono: Wir stehen gerade auf dreckige Sachen, auf dreckige

Bässe, dreckige Beats . . . etwas bei dem man noch Lebendigkeit

spürt.

Hanf Journal: Ihr seid live im Toasten oft so schnell, dass

man kaum was versteht. Wie viel ist euch das Verständnis der

Texte wert?

Nikitaman: Für mich sind die Texte sehr wichtig. Es soll sich

beides tragen. Ich will, dass die Leute abgehen. Es muss nicht

alles verstanden werden, jede Zeile, jede Textstelle. Aber man

soll wissen, worum es geht. Ich will nicht nur Partymusik

machen. Die Energie, die wir entfesseln, ist auch eine Energie

um Protest auszusprechen. Ein Protest ist nicht nur eine Demo

oder eine Lichterkette, sondern auch ein Konzert. Mit Singen,

Party und Spaß. Daher ist mir auf jeden Fall wichtig, dass mit

den Texten alles passt.

Hanf Journal: Seit 1 1/2 Jahren seit ihr gemeinsam auf Tour.

Wie ist euer Verhältnis da?

Nikitaman: Ich hatte auch ein paar mal Bookings alleine: Man

fährt ein paar Stunden im Zug hin, kommt an, macht seinen

Auftritt, kriegt Applaus – was natürlich supernett ist - sitzt

danach aber wieder alleine im Backstage, trinkt noch ein Bier,

und es fehlt etwas. Es ist einfach was anderes, wenn man mit

Kollegen hinfährt. Wir sind oft auf Konzerten gewesen, wo

Mono den Leuten geben kann, was ich an dem Abend nicht

geben kann, und umgekehrt. Es gibt Momente, wo man sehr

nah aneinander rankommt und wo man sich auch mal verletzt.

Aber man spricht das aus und dann ist es auch wieder in

Ordnung.

Hanf Journal: Was war der größte Erfolg bisher für euch?

Nik & Mono (einstimmig): Chiemsee, Reggae-Festival.

Mono: Vor wenigen Wochen. Sechs Uhr im kleinen . . . großen

Zelt und so ausrasten, habe ich die Leute noch nie gesehen.

Sehr krass.

Nikitaman: Die Band nach uns ist ausgefallen und wir haben

ca. 1 1/2 bis 1 3/4 Stunden gespielt. Das Zelt war gerappelt

voll. Wir wussten auch nicht mehr, was wir machen sollten:

die Leute haben am Stück geschrieen, ich habe richtig Gänsehaut

gekriegt. Wir konnten nicht mehr weitersingen, weil die so

geschrieen haben. Es war echt Wahnsinn, unglaublich.

Hanf Journal: Zum Thema Hanf: Wie würdet ihr die

Legalisierung bewerkstelligen?

Mono: Ich finde, wie die Schweizer das machen schon ganz

cool. Auch die Steuern, die dabei rauskommen so einzusetzen,

wie sie das tun: Pensionsversicherung. (In der Schweiz soll auf

Interview mit Mono & Nikitaman

den Cannabishandel eine Lenkungsabgabe,

deren Ertrag zur Hälfte an die

Alters- und Verbliebenen-versicherung

und je zu einem Viertel an die

Invalidenversicherung und die

Suchtprävention geht, erhoben werden.)

Nikitaman: Das Recht auf Rausch

sollte man ausleben können. Ich denke

mit den richtigen Informationsmaterialien

kann es der Mensch gut schaffen –

mit einer Altersbegrenzung versteht

sich – mit allen Substanzen, die es so

gibt, umgehen zu können. Vor allem

harte Drogen machen durch eine Legalisierung

auch einen qualitativen

Sprung , sie werden weniger gefährlich. Es ist ja nicht unbekannt,

das jemand, der viel Geld hat und sich sehr gutes, reines Heroin

kauft, nicht unbedingt schnell daran verreckt. Das soll jetzt

nicht verherrlichend sein. Ich denke halt, dass eine allgemeine

Legalisierung von Drogen möglich wäre.

Mono: Grundsätzlich stimme ich Dir da zu. Ein Problem ist

jedoch, dass einige Leute dahinter gleich wieder den wirtschaftlichen

Aspekt sehen werden. Gerade, wenn ich an Werbung

für Heroin denke, dreht es mir den Magen um.

Nikitaman: Das, denke ich, wird es niemals so geben. Der

wirtschaftliche Aspekt spielt allerdings jetzt schon eine große

Rolle. Das Drogengeschäft macht einen riesigen Teil des

Wirtschaftsumsatzes auf der Welt aus. Und für mich ist das

schon ein Grund, dass sehr viele Leute oder Regierungen da

mit drin stecken. ( Mono stimmt zu.) Das ist viel Geld und da

kann keiner die Finger von lassen.

Hanf Journal: Wart ihr schon mal auf Jamaika?

Nikitaman: Ja, letztes Jahr im September und es war stark

beeindruckend. Es ist unglaublich, wie viel sich da bestätigt

hat. Für mich war es nicht so „Boah krass, so ist Jamaika!“

sondern mehr so „Ja, genau so ist es.“

Mono: Mir ist aufgefallen, das die Leute dort nicht so dogmatisch

cool tour

11

umgehen, wie wir mit Reggaemusik. In Deutschland muss

man immer noch groß drauf schreiben, dass das jetzt Reggae

auf deutsch ist. Für die war total klar, dass wir – die wir aus

D kommen – unsere Musik auf deutsch machen. Warum denn

auch anders, wir wollen doch verstanden werden. Der

unbekümmerte Umgang mit Musik, den fand ich sehr positiv

dort. Auch die Rastas waren weniger dogmatisch, als das manch

anderer hier ist.

Hanf Journal: Noch eine Botschaft zum Schluss, die ihr

unseren Lesern mitgeben wollt?

Nikitaman: Ein fröhliches Erntedankfest. Und freut euch auf

das Album!

Mono: Wir freuen uns, euch beim nächsten Konzert zu sehen.

„Joints of Fame“

Raucher

haben

mehr

Freunde

Das Interview führte Raoul Roßmann

Und die Reihe geht weiter. Auch Mono und

Nikitaman haben uns (wie schon letzten

Monat And.Ypsilon) nach dem Interview

noch je einen original Autogrammjoint

gedreht. Wer sich also mal aus allernächster

Nähe angucken mag, ob die Jungs auch so

begnadet drehen wie sie Musik machen,

sollte uns einfach mal ne mail schreiben.

In der Gewinner-E-Mail sollte "Joints" stehen

und sie sollte bis zum 28. November bei

gewinnen@hanfjournal.de eingehen. Rechte

Wege sind unerwünscht und bleiben falsch.


12

cool tour

Ich kann

jederzeit

aufhören

Es gibt verschiedene Methoden, um das THC (Tetrahydrocannabinol)

in Flüssigkeiten aufzulösen. Die gebräuchlichsten

sind das Auflösen in Butter, Rahm und nicht homogenisierter

Vollmilch.

Um das Dosieren von Haschisch und Grass zu erleichtern,

habe ich mit Hilfe von Dr. Franjo Grotenhermen eine Dosierungstabelle

erstellt, die den Umgang mit der berauschenden

Zutat erleichtern soll (s. Kasten).

Bei leerem Magen eine kleinere Dosierung wählen. Geduldig

eine bis anderthalb Stunden abwarten, bevor das nächste

Teilchen verputzt wird.

Die momentane Stimmungslage und die Erwartungen (Set)

steuern den „Rauschverlauf“. Auch Umwelteinflüsse (Setting)

spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Selbst hartgesottene Raucher sollten die Wirkung der oralen

Aufnahme nicht unterschätzen. Zur Erzielung psychotroper

Effekte wird zwar eine höhere Dosis benötigt, diese lässt sich

jedoch schlechter kontrollieren und die Wirkung hält deutlich

länger an als nach der Inhalation.

Bei allen Rezepten, die Haschisch enthalten, gehe ich von bester

Qualität aus. Schlechtere Qualitäten sind, bedingt durch die

Illegalität, meist stark verunreinigt und rufen eine entsprechend

geringere therapeutische oder empathische Wirkung hervor.

Zur Kekstherapie

Speziell für selbstmedikamentierende Anwender habe ich den

Klassiker unter den Mürbeteigrezepten umgeschrieben, dieses

ist einfach herzustellen und lässt sich auch besonders gut

merken.

Außerdem lassen diese sich durch die geringe Dosierung und

haltbare Form ideal einsetzen. Wenn dreimal täglich nach jeder

Mahlzeit ein Keks gegessen wird, ist von einem kaum oder gar

nicht merkbaren psychotropen Effekt auszugehen. Die

therapeutische Wirkung wird aber trotzdem erzielt.

1, 2, 3, med. Cookie

Empfohlene Haschischmenge: 2 g; ergibt ca. 50 Stück, pro Stück

ca. 0,04 g

100 g Zucker

200 g Butter

300 g Mehl

Gewürze: 2 Prisen Salz, etwas Zitronensaft, etwas

Vanillezucker, evtl. etwas Zimt

Zum Garnieren: Mandeln oder Haselnüsse

50 g Butter erhitzen, möglichst um die 77 Grad Celsius, da dies

der „melting point“ für THC ist. Das Haschisch erwärmen,

zerbröseln und in der restlichen Butter möglichst fein auflösen.

Mit der restlichen Butter herunterkühlen, dass diese wieder

einen etwas festeren Zustand annimmt. Nun den Zucker und

die Gewürze hinzufügen und alles gut verrühren, aber nicht

schaumig schlagen. Zum Schluss das Mehl unterkneten.

Den Teig für eine Stunde gut verpackt in den Kühlschrank

legen. Nun den Teig auf einer bemehlten Fläche etwa vier

Millimeter dick ausrollen und mit einem runden Förmchen

von fünf Zentimeter Durchmesser Plätzchen ausstechen. Mit

Ei bepinseln und mit Mandeln garnieren.

Diese auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech in den auf

200 Grad Celsius vorgeheizten Ofen auf mittlerer Schiene etwa

zehn Minuten backen.

Weihnachten, das Fest der Liebe naht

Und nachdem SPIEGEL ONLINE 2003 am 07. Januar 2003

unter http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,229721,00.html

berichtete, das Jesus auch ein Hanfgebraucher war erscheint

die Whighnachtsbäckerei in einem völlig neuen Licht. Die

Anwendung von Hanf als Medizin wird zur heiligen Pflicht,

a

Das Eckthema:

Suizid

wenn man seinem Nächsten damit helfen kann. Außerdem ist

es unchristlich, Menschen wegen Gebrauchs einer von Gott

designten Pflanze zu verfolgen. So, nun aber schön beten, damit

die heilige Zutat bald vom Himmel fällt, da diese ja immer

noch nicht legal zu erwerben ist. Und nicht zu vergessen die

aphrodisierenden Eigenschaften . . .

(W)highnachtsgebäck

Baseler Grass Leckerli

Empfohlene Grassmenge: 7 g; ergibt ca. 140 Stück, pro Leckerli

ca. 0,06 g

Den Schweizern zu Ehren.

10 g Butter

7 g fein gehacktes Grass

250 g Honig

80 g Zuckeretwas Salz Rum, Saft von 1/2 Zitrone und 1 TL

Zimtpulver

1 Msp. frisch geriebene Muskatnuss

1 Msp. gemahlene Nelken 1 Ei

325 g Mehl

2 EL Vanillezucker

1 Päckchen Backpulver

75 g gemahlene Mandeln

oder auch geschälte Hanfsamen

35 g Orangeat, 35 g Zitronat

Guss: 50 g Zucker, 2 EL Wasser

Die Butter erwärmen

und das Grass bei niedriger

Temperatur kurz

darin andünsten. In

einem zweiten Topf

Honig, Zucker und Salz

erwärmen, bis sich der

Zucker ausreichend

gelöst hat. Anschließend

mit der Grassbutter in

eine Rührschüssel geben.

Solange die Masse noch

lauwarm ist, Rum, Zitronensaft

und die Gewürze

hinzugeben und das Ei

unterrühren. Ein Drittel

des Mehls einarbeiten.

Das verbliebene Mehl

mit Vanillezucker,

Backpulver, Hanfsamen

(oder Mandeln), Orangeat

und Zitronat

mischen und mit der

Dosierungstabelle

Die folgenden Angaben beziehen sich auf Haschisch und Grass aus Indoor-Produktion mit einem THC-

Gehalt von acht bis 16 Prozent. Bei Outdoor-Sorten mit einem THC-Gehalt von vier bis acht Prozent ist

die Menge entsprechend zu erhöhen, bei besonders potenten Grasssorten entsprechend zu verringern.

Die Grenze für das Auftreten leichter psychotroper Effekte liegt bei 0,2 bis 0,3 mg THC pro Kilogramm

Körpergewicht. Die genauen Dosierungen für das jeweilige Körpergewicht ist der untenstehenden Tabelle

zu entnehmen.

Benötigte Menge Marihuana bzw. Haschisch bei einem THC-Gehalt von acht Prozent*:

Körpergewicht

Wirkung 50 kg 60 kg 70 kg 80 kg 90 kg

leicht

(0,2-0,3 mg THC

pro kg) 0,13-0,19 g 0,15-0,22 g 0,18-0,27 g 0,2-0,3 g 0,23-0,34 g

mittel bis stark

(0,4-0,6 mg THC

pro kg) 0,26-0,38 g 0,3-0,44 g 0,36-0,54 g 0,4-0,6 g 0,46-0,68 g

Bei einem höheren bzw. niedrigeren THC-Gehalt ist entsprechend höher oder niedriger zu dosieren.

Honigmasse zu einem festen Teig verkneten. Sollte dieser zu

klebrig sein, noch etwas Mehl hinzugeben. Den Teig eine Stunde

kühl stellen.

Den Backofen auf 170 Grad Celsius vorheizen.

Den Teig einen halben Zentimeter dick ausrollen und auf ein

mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Auf mittlerer

Schiene 20-30 Minuten backen.

Für den Guss Zucker und Wasser unter Rühren aufkochen, bis

das Wasser verdampft ist und sich im Topf große Blasen bilden;

der Zucker darf jedoch nicht braun werden! Das heiße Gebäck

schnell damit bestreichen. Wenn es erkaltet ist, wird es in 2 x

2 Zentimeter große Quadrate geschnitten.

Grassgrüne Zimtsterne

Empfohlene Grassmenge: 6 g; ergibt ca. 120 Sterne, pro Stern

ca. 0,05 g

2 El Butter

6 g klein gehacktes Grass

2 El Vanillezucker

3 Tropfen Bittermandelöl

1 Tl Zimtpulver

2 Eiweiß

2 Prisen Salz

200 g gesiebter Puderzucker

275-325 g geriebene Mandeln oder Haselnüsse und Hanfsamen(grieß)

zum Ausrollen: geriebene Mandeln, mit etwas Puderzucker

vermischt

Zwei Esslöffel Butter in einen Topf geben und das Grass mit

dem Vanillezucker bei kleiner Flamme kurz darin andünsten.

Danach mit den Gewürzen vermischen und abkühlen lassen.

Das Eiweiß mit zwei Prisen Salz zu sehr steifem Schnee schlagen

und nach und nach den gesiebten Puderzucker hinzufügen.

Der Schnee muss so fest sein, dass ein Messerschnitt sichtbar

bleibt. Zum Bestreichen der Sterne zwei Esslöffel Eischnee

zurückbehalten. Nun drei Viertel der Mandel-Hanfsamen-

Mischung unter den Eischnee kneten; je nach Festigkeit noch

etwas hinzufügen. Den Backofen auf 120 Grad Celsius

vorheizen. Eine Fläche zum Ausrollen mit Mandel-Puderzucker-

Mischung bestreuen und den Teig etwa einen halben Zentimeter

dick darauf ausrollen. Sterne ausstechen und auf ein mit

Backpapier ausgelegtes Blech legen. Mit dem zurückbehaltenen

Eischnee bestreichen. (Falls die Glasur nicht glatt genug ist,

mit etwas Wasser glatt rühren.) Auf mittlerer Schiene im

vorgeheizten Backofen 20 bis 30 Minuten backen.

(Zwei Rezepte, Dosierungstabelle und ein Teil der Einführung zu Hanf

in der Küche sind entnommen aus: „Berauschend gut backen mit Hanf“

von Kathrin Gebhardt, erschienen im AT-Verlag CH)

Bibliografische Daten:

80 Seiten

15 Farbfotos

Format 16,5 x 22 cm

Pappband mit laminiertem

Deckenüberzug

ISBN 3-85502-611-4

Preis:

Fr. 24.90

Euro 14.50

Kathrin Gebhardt

Wissenswertes zur Verwendung von Hanf in der Küche


die Maulhalde

Berlins

optisch

schönste

Wortband

Lypse macht sich locker

Ich will mich mal locker machen bisschen.

War hart die letzte Zeit und mir tut der Rücken manchmal

so weh, dass ich denke: Ey . . . aua!

Egal, heute locker machen.

Lass mir mal ’ne Wanne ein und dann ’n Plan basteln,

was ich noch alles so zum Lockermachen brauche – und

wie ich mich nachher am besten genau locker mache . .

.

Also is klar – ’ne DVD holen und lecker Süßigkeiten

und so.

Ach ja, und der Hund muss noch raus, Spülmaschine

aus- und eingeräumt werden und BEWAG-

Jahresabrechnung zur Post . . .

Die Richtung nach draußen ist also erstmal klar. Hund

muss mit – ach ja – und Wanne aus vor’m Gehen!

Los gelaufen . . .

Was war? – Ja, Videothek . . .

Zwei Stunden später drei Filme und vier PC-Spiele

ausgeliehen. Süßigkeiten aus Zeitmangel gleich hier

gekauft. Neben 18 Euro Ausleihgebühr noch 23 Euro für

ne Tüte Chips, einen Snickers und zwei Ritter Sport

ausgegeben.

Plus weitere 8 Euro Reinigungspauschale, weil der Hund

mittlerweile auf den Fußabtreter der Videothek gekackt

hat!

Aber locker machen!

Zur Post, kein Bargeld mehr für die 55 Cent Porto. Am

Automaten 20 Euro abgehoben – 6 Euro Gebühr . . .

Brief weg, Hund raus, nach Hause, Spülmaschine leer

und voll . . .

Ach ja, frische Wäsche liegt bereits seit paar Tagen im

Flur; Kater hat sich schon gemütliches Nest gebaut.

Telefon klingelt, alles ganz dringend, Scheiße, Notfall,

und gegenüber brennt der Dachstuhl.

Vor dem Haus macht bereits der erste Bauchladen mit

Bockwurst und Boulette das Geschäft der Nachsaison

und die Sirene macht lecker Trari! – Trotz Fenster zu,

muss ja sein – wegen dem Rauch. Is ja alles schwarz und

rußig da draußen – und hier drinnen . . .

Mach ich mich eben im anderen Zimmer locker!

Leider macht Sirene auch hier nicht zu wenig Trari und

der DVD-Spieler sagt, er hat ’n completly System Error,

was deshalb doppelt doof ist, weil der PC was ähnliches

hat – also auch nix mit Spielen is!

Dann eben Tee trinken, lesen und Musik hören . . .

Leider macht die Sirene lauter Trari als mein Rekorder

geht und die Megaphonansagen tun ihr Übriges.

Gehe vor die Tür und täusche Ohnmacht vor. Gelte als

betroffenes Opfer und kriege nun endlich was zum

locker machen – intravenös!

Die Sirene macht nur noch so was wie

Trrrrräääääähhhhhhhuiuiui –

Ganz leise, ganz weit weg . . .

Locker gemacht!

Hanfjournal Reihe:

Literatur und Drogen

Joe lebt in New York, auf einem der schweren Schleppkähne,

mit denen Schotter und Kies über den Hudson River in die

Metropole gebracht werden. In seinen freien Stunden - und

davon hat er reichlich - besucht er so genannte Freunde, spritzt

sich Heroin in die Adern, hängt in verrauchten Kneipen ab um

auf seinen Dealer zu warten oder sitzt in der Kajüte und schreibt

an einem Buch.

Manche Menschen bilden sich ein, ihr Leben sei wie ein Roman,

der nur noch niedergeschrieben zu werden braucht. Doch das

Leben folgt seinen eigenen Gesetzen, und so ist es auch mit

der Kunst. Der 1925 im schottischen Glasgow geborene

Alexander Trocchi macht in seinem Roman „Die Kinder Kains“

(Cain’s Book) den Fehler, genau diese Grundregel zu missachten.

Als die Autoren der amerikanischen Beat-Generation in den

fünfziger Jahren ihre Bücher schrieben, feierte man sie, weil

ihre Texte als besonders „authentisch“ galten, und Bücher wie

Kerouacs „On the Road“ gelten auch heute noch als Klassiker,

wenn es um die Beschreibung des Lebensgefühls einer

Generation geht, die man die verlorene nannte.

Trocchi, selbst schwer heroinabhängig, hatte es sich zum Ziel

gesetzt, das alltägliche Leben von Junkies und ihre Wurzellosigkeit

zu beschreiben. Damit traf er 1959 den Nerv der Zeit,

was ihm immerhin einen gewissen Achtungserfolg beschied.

Die Welt war dabei sich neu zu ordnen, der Kalte Krieg strebte

seinem Höhepunkt zu. Auf Kuba siegten die Revolutionäre

um Fidel Castro, in den USA führte McCarthy seinen erbitterten

Kreuzzug gegen alles, was ihm kommunistisch und mithin

unamerikanisch dünkte. Es war ein prüdes und engstirniges

Amerika, ein kleinbürgerliches Idyll, das sich anschickte die

Weltherrschaft zu erobern und in dem Nabokovs Lolita-Roman

Das Eckthema:

Suizid

a

Inventur eines Fixers

Alexander Trocchi: Die Kinder Kains

cool tour

Hunde,

wollt ihr

ewig leben?

13

eben noch zum Skandal geworden war, auf das Trocchi stieß. Doch

die künstlerische Form, die Nabokov mit leichter Hand zu meistern

schien, war genau der Punkt, an dem „Die Kinder Kains“

scheiterten.

Denn dreihundert Druckseiten, prall gefüllt mit banalen

Gesprächen, unglaubwürdigen Rechtfertigungsversuchen,

philosophischen Binsenweisheiten und literaturtheoretischen

Platituden, ergeben eben noch keinen Roman. Trocchi brilliert

weder durch Schärfe der Beobachtung noch durch sprachliche

Eleganz. Seine spärlich eingestreuten Metaphern wirken

meistens etwas verrutscht. Und die zahlreich in den Text

eingefügten Zeitblenden, der einzige handwerkliche Trick

dessen er sich bediente, sind mehr willkürlich als zwingend.

Vor allem aber: Trocchi ist unheimlich platt. „Es kam mir der

Gedanke, dass ich allein war. Und dann kam mir der Gedanke,

wie oft mir dieser Gedanke schon gekommen war. (. . .) Als

ich dort lag, fiel mir auf, dass meine Gedanken den

Zusammenhang verloren, was nicht ungewöhnlich war.“

Solche Satzfolgen machen das Buch in weiten Teilen

unerträglich.

Immerhin galt Trocchis Roman dank seines Themas eine Zeit

lang als Klassiker der Drogenliteratur, dass er dann aber relativ

schnell in Vergessenheit geriet, verdankt er vermutlich der

mangelnden Form. Anrechnen muss man ihm nur, dass er sich

ehrlich für die Legalisierung seiner Droge einsetzt und dafür

nicht einmal schlechte Argumente vorzuweisen hat. Doch diese

kleinen drogenpolitischen Exkurse haben nichts mit Literatur

zu tun. Sie wären in der Leserbriefspalte jeder großen

Tageszeitung besser aufgehoben.

Trocchi verbrachte seine letzten Jahre in London, wo er sich

seinen Lebensunterhalt als Buch- und Drogenhändler verdiente.

Er starb am 15.April 1984.

Pol Sax


14

Rauchen

rockt!

cool tour

Am Anfang war Materie und Antimaterie,

treffen sich beide, entlädt sich augenblicklich

reine Energie. Um Antimaterie geht es auch

in „Angels and Demons“ von Dan Brown.

Hierzulande lautet der Titel „Illuminati“..

Diese Pi Geheimgesellschaft Diese Zahl ist eine trifft Pforte in dem Thriller

auf die Antimaterie. Eine explosive Mischung.

Alles beginnt mit einer Leiche. Der Physiker

Leonardo Vetra vom Europäischen Labor für

Teilchenphysik - einer der größten Forschungseinrichtungen

der Welt im Schweizer

CERN (Conseil Européen la Recherche

Nucléaire) - wird ermordet. Das CERN? Dort

wird nicht nur Antimaterie erforscht, sondern

auch das World Wide Web haben wir Mitarbeitern

des CERN zu verdanken. Und aus

dem will dessen Generaldirektor, Maximilian

Kohler, die Telefonnummer von Robert

Langdon haben, der mitten in der Nacht per

Telefon von Kohler aus einem Albtraum geweckt

wird. Dieser Langdon wiederum ist

Professor für religiöse Symbologie an der

Harvard-Universität. Ein Fax von Kohler

überzeugt Langdon endgültig, sich des Toten

im CERN anzunehmen. Denn ein Brandzeichen

auf der Leiche entpuppt sich als

Symbol der Illuminati. Vetra ein Opfer der

Illuminaten? Also wird Langdon in die

Schweiz geflogen und der Thriller nimmt

seinen Lauf. Denn nicht genug, dass im

Namen der Illuminaten getötet wird, wurde

auch einiges an Antimaterie gestohlen, schön

verpackt im Vakuum. Und wehe, wenn die

auf Materie trifft!

Illuminati!

Was noch fehlt ist eine Frau, die dann in der

Schweiz als Tochter des Toten auftaucht und

Langdon bei seinen Nachforschungen zur

Seite steht. Und diese führen Langdon und

Vittoria, so der Name der Schönen, nach

Italien. Dort sollen schon um 1500 herum

Wissenschaftler als die Erleuchteten einen

geheimen Unterschlupf gehabt haben, immer

auf der Suche nach der wissenschaftlichen

Wahrheit und verfolgt von den Vertretern der

Kirche. Einer der bekanntesten Geheimbündler war Galileo

Galilei, so Langdon. Ein Anruf der Schweizer Garde lockt die

beiden dann in den Vatikan. Derzeit befindet sich dort die

gesamte Führungselite der Kirche, steht doch die Neuwahl des

Papstes an. Und genau auf den haben es die Illuminaten wohl

abgesehen. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Quer durch

Rom und den Vatikan geht die Jagd nach dem Mörder Vetras

und der Antimaterie. Teils ober- teils unterirdisch irren Langdon

und Vittoria durch die heilige Stadt und laut Dan Brown

beruhen alle „“Hinweise auf Kunstwerke, Gruften, Tunnel und

Bauten in Rom auf Tatsachen“, einschließlich ihrer genauen

a

Das Eckthema:

Suizid

Buchvorstellung

Lage. Man kann sie heute noch besichtigen. Und „die

Bruderschaft der Illuminati existiert ebenfalls“.

Also vor der nächsten Romreise unbedingt lesen, aber auch so

ist es ein spannendes und kurzweiliges Buch. Und nicht

vergessen: Ein Quadratmeter Stoff kann Leben retten.

Illuminati ist erschienen im Bastei Lübbe Verlag und kostet

8,90 Euro.

Kerstin Koch

TEIL V: PSYCHOAKTIVA

Amphetamin, Methamphetamin und

Ephedrin

Nachdem in der letzten Folge die Amphetaminabkömmlinge

2C-B, DOM und MDA besprochen und

vorgestellt wurden, möchte ich dieses Mal deren

Eltern Amphetamin, Methamphetamin und Ephedrin

zum Inhalt machen.

Amphetamin und Methamphetamin

Amphetamine und Methamphetamine gehören zur

Stoffklasse der b-Phenylalkylamine (b-Phenethylamine)

und sind indirekt wirkende Sympathomimetika.

Amphetaminderivate wurden bzw. werden

medizinisch auf vielfältige Weise eingesetzt. Bis heute

werden z. B. Kinder mit Hyperaktivitätssyndrom

und Aufmerksamkeitsdefizit mit Ritalin® behandelt.

Vom Einsatz der Pharmaka als Appetitzügler oder

gar als Antidpressivum sieht man mittlerweile ab.

Man unterscheidet Amphetamin (a-Methyl-b-

Phenethylamin) und das wesentlich stärker wirksame

Methamphetamin (1-Phenyl-2-(methylamino)propan).

Beide Substanzen werden in der „Szene“

unter den Namen Speed, Pep oder Peppen, Amphe

bzw. Meth und in kristalliner Form als Ice, Crank

oder Crystal gehandelt.

Amphetamin reduziert in normalen Dosierungen

das Schlaf- und Hungerbedürfnis und maximiert die

Antriebskraft und Aktivität, indem es für eine erhöhte

Dopamin- und Noradrenalinkonzentration in den

synaptischen Spalten des Hirns sorgt. Dopamin- und

Noradrenalin werden vermehrt freigesetzt und in

der Wiederaufnahme gehemmt. Dosierung: 20 bis 50

Milligramm gelten als durchschnittliche Einzeldosis

für den nicht gewöhnten. Amphetamin wird für

gewöhnlich oral, intranasal oder intravenös appliziert

oder in kristalliner Form (Crank, Crystal, Ice)

geraucht. An Amphetamin gewöhnte Personen

nehmen mitunter 100 Milligramm und mehr á

Einzeldosis. Amphetamine, Mathamphetamin und

Derivate sollten nicht zusammen mit MAO-

Inhibitoren eingenommen werden, da es zu

gefährlichen Wechselwirkungen kommen kann.

Ephedrin

Ephedrin (Erythro-2-methylamino-1-hydroxy-1phenylpropan)

kommt u. a. in Ephedra spp. (=

Meerträubel-Arten) vor und ist eine natürliche

Vorstufe des Amphetamin. Zur Herstellung dessen

wird dem Ephedrin durch Reduktion eine

Hydroxygruppe genommen. Ephedrin sorgt

sympathomimetisch für eine überhöhte Noradrenalin-

Ausschüttung. Das im Übermaß freigesetzte

Noradrenalin bewirkt dann die typischen stimulierenden,

bis zu acht Stunden andauernden aphrodisierenden,

euphorisierenden, das Hungergefühl hemmenden,

stimulierenden und stimmungsaufhellenden

Effekte. Durch Ephedrin sexuell erregte Männer

haben oftmals das Problem einer vorübergehenden

Impotenz. Aufgrund der gefäßverengenden Effekte

der Substanz sind die Schwellkörper einiger Männer

kurzzeitig nicht in der Lage, eine verstärkte Blutzufuhr

zu unterhalten. Ephedrin hemmt außerdem

die Alkoholwirkung. Dosierung: 30 bis 100

Milligramm gelten als durchschnittliche psychoaktive

Dosis, eine Überdosierung ist ab 100 Milligramm zu

erwarten. Eine letale Dosis ist bisher nicht bekannt.

Ephedrin und die nah verwandten Ephedra-Alkaloide

(Norephedrin, D-Norisoephedrin, Pseudoephedrin,

D-Norpseudoephedrin, Ephedroxane, N-Methylephedrin,

N-Methylpseudoephedrin, DL-Ephedrin

usw.) sollten nicht zusammen mit MAO-Inhibitoren

eingenommen werden, da es zu gefährlichen

Wechselwirkungen kommen kann

Amphetamin- und Ephedrinkonsumenten weisen

zumeist und hauptsächlich in der Anfangsphase eines

Rausches ein deutliches Herzrasen, schnelle Atmung,

vergößerte Pupillen, Schwitzen, Unruhe, Magengrummeln,

Mundtrockenheit, Harndrang und eine

allgemeine Antriebssteigerung auf. Überdosierungen

äußern sich mitunter in Juck- und Stechgefühlen am

ganzen Körper oder in einzelnen Regionen, Hyperthermie,

zerebralen Krampfanfällen, Kreislaufzusammenbrüchen,

Herzrhythmusstörungen bis hin zum

Herz-Kreislauf-Stillstand.

Literatur

BERGER, M. (2003), Speedbomber – Wer nichts schluckt, darf

nicht fliegen, „Hanf Journal“ 8-03: 4-5

HARRACH, TIBOR; EUL, JOACHIM (2002), Fachinformation

zur Verkehrsfähigkeit Ephedrahaltiger Lebensmittel (Genussmittel

bzw. Nahrungsergänzungsmittel) und Arzneimittel;

http://www.bndrogenpolitik.de/Archiv/ephedra_gutachten.pdf

SHULGIN, A und A. (1995), PiHKAL – A Chemical Loverstory,

Berkeley: Transform Press

TRACHSEL, D. und RICHARD, N. (2000), Psychedelische

Chemie, Solothurn: Nachtschatten Verlag

Markus Berger

Psychoaktiva

lsd, psilocybin, dmt, meskalin, dom, 2c-b, mda,tropeine, ibogain, harmanalkaloide, isoxazole, ketamin, salvia divinorum, pcp, Amphetamin und Methamphetamin,

Koffein, Cocain, Ephedrin, myristicin, safrol, mdma, ghb, mdea, bdb, opiate, heroin, methadon, fentanyle, valium, rohypnol, barbiturate


Auf folgenden Seiten findet ihr Texte und Artikel, die den jeweiligen Regionalteilen Berlin, Austria oder Pot erschienen sind.

Newsflash:

CDU Pankow für Frieden im

Mauerpark

Einige Jahre ist es jetzt schon her, da sorgte eine

riesige Bewegung aus dem Volk dafür, dass jeder

den Mauerpark durchqueren kann wie er will. Die

Mauern und Zäune wurden eingerissen. Und alle

waren dafür.

Das war eine spannende Zeit und der Mauerpark

durfte so richtig aufatmen. Picknicks, Partys, Prügel

von der Polizei – im Mauerpark kam jeder auf seine

Kosten.

Wenn es nach der CDU Pankow geht, ist das jetzt

vorbei. Zu gefährlich würde das alles. Drogen und

so. Kann man ja nicht zulassen! Also wird der

Mauerpark jetzt wieder zurückgesetzt. So richtig

schön hoch und mit einem Schließdienst. Brauchen

sie am Ersten Mai nur noch abschließen, wenn alle

drin sind. Die Demonstranten können friedlich

ihren Rausch ausschlafen und die Polizei hätte ihre

Ruhe. Ist also gar keine blöde Idee, die Nutzung

als Zwischenlager für vorübergehend Verhaftete.

Könnte man auch auf das ganze Jahr ausweiten.

Der Mauerpark – die Ausnüchterungszelle Berlins.

Nur der Sinn, den die CDU Pankow darin sieht,

geht ein bisschen unter. Schließlich wollte sie den

Mauerpark nur sicherer machen. Damit unbescholtene

Bürger in Ruhe ihre Hunde ausführen

können.

Ob dann wirklich jemand freiwillig da reingeht,

bleibt offen. Eingesperrt im Todesstreifen – nicht

für jeden ein angenehmer Gedanke.

Cannabis: Berliner Senat blendet mit

Peanuts

Zu den momentanen Berliner Vorgängen veröffentlichte

Georg Wurth, der Geschäftsführer des

Deutschen Hanf Verbandes (DHV) folgende

Pressemitteilung. Treffender konnten wir es auch

nicht ausdrücken.

“Vor kurzem erst war der Presse zu entnehmen,

dass der Berliner Senat vorschlägt, kein Abgabemodell

für Cannabis durchzuführen und die sog.

„geringe Menge“ Cannabis bei 15 Gramm festzulegen.

Eine solche Veränderung wäre aber in der Praxis

für Cannabis-Konsumenten faktisch unbedeutend,

da schon jetzt Verfahren bei Mengen von –sechs bis

15 Gramm eingestellt werden. Folgendes Zitat von

Innenminister Körting (SPD) bestätigt diese

Vermutung:

(...) „Bislang ist es in Berlin so, dass der Besitz von

bis zu sechs Gramm Haschisch in der Regel straffrei

bleibt. „Bei weiteren neun Gramm kann der Staatsanwalt

entscheiden, ob er das Verfahren einstellt“",

sagte Körting. In der Praxis werden faktisch alle

Ermittlungen bei diesen Mengen eingestellt."Also

gehen wir auf diese Grenze."(...)

(Berliner Zeitung 25.11.2003)

Abgesehen von der CDU vermittelt die Berliner

Politik derzeit, dass sie in der Cannabis-Frage

reformwillig ist. Wenn die Debatte in Berlin

tatsächlich so endet, wie es der Senat vorschlägt,

ist aber offensichtlich weder den Cannabis-

Konsumenten geholfen noch wird es Rationalisierungen

bei Polizei und Justiz geben. Von einer

„Lockerung der Gesetzgebung“, wie von einigen

Politikern gefordert und angekündigt, kann so keine

Rede mehr sein.

Dazu Georg Wurth, Geschäftsführer des Deutschen

Hanf Verbandes: „Die Vorschläge des Berliner Senats

sind Blendwerk und haben keinerlei praktische

Auswirkungen. Die Berliner werden dieses

Täuschungsmanöver durchschauen. Ich fordere die

Abgeordneten auf, sowohl am Modellprojekt zur

Cannabis-Abgabe festzuhalten als auch über eine

stärkere Anhebung der „geringen Menge“

nachzudenken. Nur so können wirkliche Fortschritte

in der Drogenpolitik erreicht werden.

Berlin braucht echte und spürbare Reformen für

Cannabis, nicht Peanuts!“

Es gibt viel zu wenig Polizei! Das hat sich sicher schon jeder

einmal gedacht, oder? Wo man geht und steht, lauern die

abartigsten Bösewichter. Wer hatte nicht schon mal Angst, in

einer einsamen, dunklen, kleinen und leicht tröpfelnden Gasse

auf einen total verpeilten Kiffer zu treffen. Der rennt einen am

End’ noch um! Und wenn man so im Vollsuff is . . . is das ja

auch nicht gut. Deshalb brauchen wir unbedingt mehr, größere,

schnellere und genetisch verbesserte Bullen. Ja, voll ohne Scheiß,

der Kampf, nein der Krieg gegen die Gefahr muss Beginnen,

es lebe der Polizeistaat! Es kann nicht angehen, dass die

Menschenrechte über den Ansprüchen unseres Staates stehen.

Zuvorderst ist es wichtig, dass sämtliche Macht auf den einzelnen

Bullen an sich verlagert wird. Der sucht sich ab sofort

das Objekt seiner Verfolgung selber aus und kann es nicht nur

verhaften, sondern auch gleich hinrichten. Seitens des Staates

wird die Parole der „harten Willkür“ ausgerufen, der alleine

sich alle Bullen an sich unterwerfen müssen. Das wirkt ganz

schön abschreckend. Schließlich ist für alles der Tod drin. Für

Falschparken genauso wie für Umweltverschmutzung – wer

den falschen Bullen erwischt, muss dran glauben.

Um die „harte Willkür“ auch wirklich bis ins Mark der Gesellschaft

durchzudrücken, werden alle Gerichte abgeschafft und

die Kraft der Judikative den neuen Herrschern, den Polizisten

übertragen. Das Bundesverfassungsgericht fliegt raus und wird

durch ein Kolosseum ersetzt. Sollten die nun freischaffenden

Polizisten es schaffen, Gauner zu erlegen, die noch feierlich im

Kolosseum hingerichtet werden können, bedarf dies natürlich

einer entsprechenden Prämie. So wird dann Polizist ein ziemlich

lukrativer Job und alle Arbeitlosen werden Polizisten.

Die ideale Staatsbesetzung setzt sich aus 49 Prozent Bürger

und 51 Prozent Staatsmacht zusammen. Das ist natürlich schwer

zu halten, da der Anteil der Bürger aufgrund der vielen Hinrichtungen

stetig sinkt. Was jedoch durch die stetigen sexuellen

Übergriffe der Polizisten wieder ausgeglichen wird. So kommt

dann ziemlich genau ein Polizist auf einen Bürger, wodurch

es endlich möglich erscheint die Arbeiterklasse vollständig zu

entkriminalisieren. Jippi.

Bye, bye MP3 ???

Vielleicht hat es der eine oder andere schon mitbekommen: der

Monat November war der Monat der Hausdurchsuchungen,

die im Zusammenhang mit illegalisierten Downloads standen.

Allein in Bielefeld waren es 300, die im Zuge des „Krieges

gegen Datendiebstahl“ vollzogen worden. Allerdings nur mit

mäßigem Erfolg, da der Großteil der Durchsuchungen nichts

ergeben hat außer vielleicht noch größeren Staatsschulden.

Des Weiteren sind Sonderkommissionen im Gespräch, die die

Städte Dortmund, Essen, Detmold, Gütersloh und Essen wieder

„clean“ kriegen sollen. In Zukunft soll verstärkt darauf geachtet

werden, wer was und wie viel aus dem Netz saugt, wie viel

sich auf deiner Festplatte befindet, wie viel du anbietest, etc.

Spionage-Techniken, angewandt von kommerziellen Hackern,

bestehen bereits jetzt. Allerdings reicht es nicht nur aus, diverse

Filme, Videospiele oder Musik auf Platte zu haben, sondern

dem Besitzer des Rechners muss zusätzlich nachgewiesen

werden, dass jener zur beschuldigten Tatzeit auch selbst vorm

Rechner gesessen hat.

Es bleibt also spannend, denn das Thema ist nicht totzukriegen.

Ein paar Denkanstöße: Das Internet ist für jeden Menschen,

der die Möglichkeit dazu hat, frei zugänglich. Sogar Menschen

in wirtschaftlich ärmeren Ländern können nun Musik hören

und sich weltweit mit anderen Liebhabern austauschen. Diesen

„Open source“-Gedanken versuchen die Lobbies der

ueberregional

15

Ein Polizist steht über dem nicht existierendem Gesetz. Was

sehr praktisch ist, weil dadurch das Justizsystem massiv entlastet

wird. Was ja auch schon durch deren Abschaffung unterstützt

wurde. Das wird die perfekte Welt. Man weiß danach immer,

woran man war. Wer sich plötzlich in Leibeigenschaft der

oberen 10.000 wiederfindet, wird schon irgendwas verbrochen

haben und hat dann wenigstens Zeit um drüber zu meditieren.

Zumindest wenn er einen dummen Dienstherren bekommt.

Ansonsten macht’s vielleicht nicht so viel Spaß, aber irgendjemand

muss ja das System am Laufen halten.

Viva la Polizeistaat!

Also nun aber nochmals zu den Basics. Die Polizisten müssen

prinzipiell irgendwie größer, stärker und vielleicht auch haltbarer

gemacht werden. Eine feuerfeste Hundertschaft wär’

auch nicht blöd und vielleicht kriegt man die sogar mit Vanillegeschmack

und Vitaminen hin. Mit Gentechnik ist alles möglich.

Außerdem brauchen die unbedingt stärkere Waffen und krassere

Autos. Am besten Panzer. Bei den Demonstranten heutzutage!

High Tech über alles! Schließlich müssen nur die Menschen

gejagt werden, die entweder richtig Kohle oder gut Einschaltquote

bringen. Und spektakuläre Einschaltquoten kriegt man

natürlich am besten mit spektakulären Verfolgungsjagden. Wer

sieht nicht gerne drei müde, lahme Kiffer hysterisch und voller

Eifer ins Kreuzfeuer von drei zentral computergesteuerten

Techno-Polizei-Hybriden rennen. Das gibt Quote!

Die bewährte Methode, den Polizisten das Herz zu amputieren,

wird übrigens beibehalten. Jeder Polizist wird außerdem zukünftig

einem zentralen Computer unterworfen, der neben

den Leitsätzen der „harten Willkür“ nur seinen Bewachern

folgt. Uns.

Die nicht existierenden Gesetze

– die’s aber dennoch gibt –

In grossstadtsurvivor we trust

Im Zuge einer unserer weiteren Revolutionen lässt es sich nicht weiter

vermeiden die Menschenrechte einem sinnvollen Polizeistaat anzupassen.

Wir sind sehr zufrieden:

1. Die Äußerung der eigenen Meinung wird staatsrechtlich untersagt.

Sollten Lehren fernab des Polizeistaats verbreitet werden, wird dies als

Anstiftung zum Gedankenverbrechen geahndet.

2. Ein ordentliches Gericht wird durch einen Polizisten widergespiegelt.

Verteidigung und Staatsanwaltschaft sowie das Richteramt können zwar

auf einen Polizisten entfallen, müssen aber von diesem in

unterschiedlichen Stimmlagen wiedergegeben werden. Außerdem hat

er seine Gestik von Amt zu Amt zu ändern.

3. Der bisher propagierte Schutz der Privatsphäre wird adäquat durch

eine Polizei-Bürger-Symbiose ersetzt. Diese sollte in eheähnlicher Form

ausgeführt werden. Sexuelle Vorlieben sind dabei zu berücksichtigen.

4. Minderheiten werden per se als solche erkannt und bekämpft.

Zwischenhändler natürlich durch Repressalien zu kriminalisieren.

Fette Großkonzerne wiederum haben selbst die

Möglichkeit bestimmte Gesetzesbeschlüsse zu forcieren und

ökonomische Justizverfahren zu beschleunigen. So entstand

auch das neue Urheberrecht. (www.urheberrecht.de)

Doch wie unsere kurze Kulturgeschichte es lehrt, haben

Prohibitionen das jeweilige Problem nur verdrängt und erst

mafiaartige Distributions-Strukturen begründet.

Wäre es nicht schlauer und effektiver, wenn jeder Liebhaber

frei und legal darüber entscheiden dürfte, wie er seine Daten

speichert? Beispiel Musik: Warum darf der Kunde nicht frei

wählen, ob er ein Cover dazu will oder nicht, ob die CD

beschriftet oder bedruckt ist oder gar keine CD, sondern die

Sammlung auf digitalem Wege bevorzugt!

Teilweise gibt es darauf bereits Reaktionen seitens der Industrie,

allerdings noch sehr, sehr verhalten. Hier und da gibt es Seiten

von kleineren Labels, die legalisierte Downloads anbieten, und

das zu fairen Preisen. Da haben diverse Bosse wohl arg verpennt

und jetzt wollen sie ihr Selbstverschulden auf dem Rücken

ihrer eigenen Konsumenten austragen. Absurder gehtz nimma..

Anregungen, Meinungen oder gar eine Liste legaler

Downloadseiten an: readaktion.pot@hanfjournal.de


16

ueberregional

„Der nächste bitte..“ Interview und Recherchen von Lisa Trksak

Dr. Kurt Blaas, Allgemeinmediziner

und Drogentherapeut mit Ordinationssitz

in Wien Neubau, arbeitet intensiv

an neuen Behandlungsmethoden an

verschiedenen neurologischen, aber

auch internistischen Problempatienten

mit der Substanz von Dronabinol.

Er ist der einzige Arzt Österreichs, der

sich um den Einsatz von Cannabis als

Medizin bemüht.

Herr Dr. Blaas, wie ich schon längst

entdecken konnte, befindet sich in Ihrer

Ordination ziemlich viel Material über

„Cannabis“ in Form von Zeitschriften

und Videos.

Wann und wie haben Sie denn den

ersten Kontakt zur Pflanze hergestellt?

Blaas: „Meine Patienten waren es,

die mir über einen positiveren Heilungsprozess

mit dem Einsatz von

synthe-tisch-hergestelltem Cannabis,

das in Form von Gelatinekapseln

erhältlich ist, berichteten. Ich halte

Cannabis für unglaublich revolutionär

und wichtig für die Menschheit. Im

Moment behan-dle ich ca. an die 130

Patienten, die z. B. an Multipler Sklerose

leiden, HIV-positiv sind oder Depressionen

haben. Aber nur Depressionen

wie die endogene Depression oder die

neurotisch-reaktive Depression sind

mit Cannabis behandelbar.

Allgemein kann man aber sagen, dass

Cannabis nicht nur bei diesen Krankheiten

hilft, sondern auch bei vielen

anderen Krankheiten wie z. B.Asthma,

Krebs, Epilepsie, Bewegungsstörungen, Appetitlosigkeit und

auch zur Behandlung von Grünem Star eingesetzt wird.“

Sie haben ja einen Verein gegründet, er nennt sich „CAM“. Was

bedeutet diese Abkürzung?

Blaas: „CAM“ bedeutet „Arbeitsgemeinschaft Cannabis als

Medizin“.

Für was setzt sich dieser Verein ein?

Blaas: „Wir setzen uns gemeinsam dafür ein, dass Cannabis

und Cannabis-Produkte nach ärztlicher Verschreibung mittels

eines einfachen Rezeptes in jeder Apotheke bezogen werden

dürfen und dass Betroffene und deren Betreuungspersonen

mit entsprechend medizinischer Bescheinigung medizinischen

Hanf anbauen, ernten, besitzen und konsumieren dürfen.

Außerdem setzt sich der Verein noch für die Veränderung der

bestehenden Gesetze ein und wir setzen uns als Nahziel die

vollständige Übernahme der Behandlungskosten einer Therapie

mit „Dronabinol“ (synthetischem THC) durch die Krankenkassen

zu erreichen.“

reclaim your space

Mariuhana

Dronabinol

Am 10. Oktober beanspruchten Demonstranten die Innenstadt Frankfurts als

Partyarea, kritisierten die Kulturpolitik in der Main-Metropole und verurteilten

die unsozialen und einseitigen Sparmaßnahmen im sozialen Bereich der Koch-

Regierung:

„Alternativen Locations wird durch penible Auflagenkataloge der Betrieb erschwert,

immer öfter Veranstaltungen durch das Einschreiten der Ordnungsbehörde

gestört, und im September musste schließlich das Frankfurter Space-Place

die Türen schließen: die Konzession wurde nicht verlängert.

Während sich beim Sound of Frankfurt Tausende berauscht von ein paar Stars

und jede Menge Alkohol über Frankfurts Zeil schieben, wird eine unkommerzielle

Partyveranstaltung der alternativen Partyszene, die nicht in Frankfurts Massenkulturprogramm

integriert ist, durch einen enormen Auflagenkatalog erschwert

bis unmöglich gemacht.

Die Ereignisse der letzten Monate in der Partyszene sind kein unerklärliches

Phänomen, sondern im Zusammenhang mit der Sicher-Sauber-Service-Politik

vieler deutscher Städte zu sehen. Vertreibung all dessen, was nicht zum Image

der schicken Metropole von Welt passt wird hier zum Gesetz gemacht.“ So die

Autonome Antifa F.

Zwischen 18 und 19 Uhr sammelten sich etwa 120 kritische Menschen am Startpunkt,

bis sich der Demonstrationszug , unterstützt durch fünf Wagen, mit Drum

´n Bass, HipHop, Punk und Techno, gefolgt von 15 Einsatzfahrzeugen und Bussen

der Polizei, in Bewegung setzte.

Die Beamten waren unfreundlich, aber zurückhaltend und ließen zunächst durch

ihre überzogene Präsenz bei einer friedlichen Demo kein rechtes Partyfeeling

aufkommen. Nach der Zwischenkundgebung auf der Zeil wuchs der Zug, zu

dem gegen Ende immer mehr Partypeople, angezogen von der Musik, stießen,

auf geschätzte 2000 Personen an. Und die ließen sich das Feiern nicht mehr von

der Polizei verderben. So wurde bei der Afterparty bis zum Morgen der gelungene

Mix aus Politik und Fun gefeiert.

- next year - bigger, louder - nachttanzdemo.04 –

Infos unter: www.kulturoffensive.org, www.nachttanzdemo.net -

Sokratis Zacharopoulos

Preis pro 1mg THC

Preis pro 1mg THC

Wann wurde denn zum allerersten Mal die Möglichkeit

überhaupt angenommen und durchforscht, mit Cannabis zu

behandeln?

Blaas: „Da kann ich zwei bedeutende Ereignisse nennen, die

für die heutige Medizin entscheidend waren. Da war zum

einen die „Singerconvention“ in den 70ern , wo zum ersten

Mal die Möglichkeit angenommen wurde, mit synthetisch

hergestellten Cannabis-Produkten zu behandeln. Und zum

anderen hat ein gewisser Prof. Dr. Raphael Mechulam die

Strukturformel von Cannabis plus die Cannabisrezeptoren im

Gehirn und auch in menschlichen Organen entdeckt. Das war

ebenfalls in den 70ern an der Universität von Jerusalem.“

Beschreiben Sie „Rezeptoren“?

Blaas: „Rezeptoren muss man sich vorstellen als ein kleines,

chemisches Ding oder besser als Schlüsselloch, in den ein

Schlüssel hinein passt.“

Die Nachttanzdemo 2003 tanzt zum 9. Mal für urbane Freiräume

und Bewegungsfreiheit durch die Frankfurter City

Auf die Medizin umgesetzt passen also

mehrere körpereigene Cannabinoide auf

Rezeptoren, wie ein Schlüssel ins

Schlüsselloch?

Blaas: „Richtig. Der menschliche

Körper produziert körpereigene

Cannabinoide, so genannte Glücksbotenstoffe.“

Jeder Körper?

Blaas: „Ja, auch Deiner (Scherz)! Und

das führt zu einer Veränderung im

menschlichen Nervensystem.“

Das ist ja sehr interessant, kann man

mehr über Ihren Verein „CAM“

nachlesen oder, viel besser, beitreten?

Blaas: „Es gibt eine Webpage: www.

Cannabismedizin.at , da kann man alles

über unseren Verein lesen.“

Glauben Sie, dass Veranstaltungen wie

z. B. „Hanf-Feuer“, die einmal jährlich

in Wien stattfindet, dazu beiträgt, dass

in der österreichischen Politik ein

Umdenken anregt wird?

Blaas: „Nein, leider nicht. Vernünftiger

wäre es Cannabis von der medizinischen

Seite anzusehen, wo man Krankheiten

mit Cannabinoiden seriös

behandeln kann. So könnte man den

schlechten Ruf von Hanf verbessern.“

Gott sei Dank gibt es Menschen wie Kurt Blaas, die versuchen

auf medizinischer und politischer Ebene etwas verändern zu

wollen und zu können . . .

Ein toller Arzt mit einer tollen Einstellung.

Wer Mitglied beim Verein „CAM“ werden will, fördert nicht

nur Vereinsmitglieder und deren Arbeit für den Verein, sondert

leistet einen wichtigen und entscheidenden Beitrag dazu, und

wenn es auch nur ein bescheidender Betrag ist, für die vielen

Asthma-, Krebskranken, Spastiker und HIV-Positiven oder

auch Epileptiker (um nur einige anzusprechen), die dringend

erschwingliche Medizin brauchen, zu unterstützen.

„Jeder hat das Recht auf einen Lebensstandard, der seine und

seiner Familie Gesundheit und vor allem Wohl gewährleistet,

einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche

Versorgung und notwendige soziale Leistungen“

(Art. 25.1. der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte)


Vernünftige Wege in

der Drogenpolitik

Legalisierung von Hanf?

Unter diesem Motto fand am 21.10.2003 im Offenbacher Bücherturm

eine gut besuchte Podiumsdiskussion, gemeinsam organisiert

von der Hanf-Initiative und der Grünen Jugend

Offenbach, statt.

Vernünftige Wege in der Drogenpolitik wurden aufgrund ihrer

Komplexität mehr angerissen als in konkreten Modellen erklärt.

Max Plenert, drogenpolitischer Sprecher der GJ-Hessen erläuterte

das progressive Abgabemodell der Drogenfach-geschäfte,

mit streng einzuhaltender Altersbegrenzung und einer Art

Drogenführerschein, der zum Erwerb in diesen von Fachleuten

betreuten Läden notwendig wäre und eine eingehende

Aufklärung vor den Erwerb stellt.

Sascha Drescher, drogenpolitischer Sprecher und Mitglied des

Bundesvorstandes der Jungen Union vertrat die Nulltoleranzpolitik

seiner Partei und empfahl verstärkt auf Präventionsmaßnahmen

zu setzen und diese durch Tabak- und Alkoholsteuer

zu finanzieren. Mathias Jensen vom Suchthilfezentrum

Wildhof Offenbach sprach sich, im Publikum für eine Dekriminalisierung

ohne Legalisierung aus. Wolfgang Mali, beschäftigt

in der Offenbacher Jugendarbeit sprach sich gegen die Prohibition

und zur Trennung der Märkte aus, weil „Dealer eben

nicht nur Haschisch verkaufen“. Günther Merkens,

www.drogenelend.de und für die Re-Legalisierung, griff scharf

die Drogenhilfe als gewinnorientiert und kontraproduktiv an.

Sokratis Zacharopoulos, Sprecher der Hanf-Initiative

Neues an Argumenten war von den Befürwortern der

Prohibition auf dem Podium oder im Publikum nicht zu hören.

Längst widerlegte altbekannte Klischees, Unwahrheiten und

Vorurteile wie „Haschisch als Einstiegsdroge“, „Hasch macht

lasch“ oder „Wenn Haschisch legal wäre, würde mehr gekifft

werden“ dominierten. Auch wurden immer wieder dubiose

Studien ohne Quellenangabe in „In einer Studie wurde

festgestellt, dass...“-Manier, allerlei teils amüsant Falsches wie

„Cannabis lagere sich im Gehirn ab“ oder erschreckend Falsches

„Cannabis verursache bzw. fördere Epilepsie“ angeführt. Dies

beweist wieder mal, dass ein enormer Aufklärungsbedarf in

der Bevölkerung bei den Jugendlichen ebenso wie bei den

Erwachsenen besteht.

„Wir sind für die Re-Legalisierung von Cannabis gerade weil

wir den Jugendschutz im Auge haben. Zwei bis fünf Millionen

Kiffer, laut Schätzungen des BKA, die täglich ca. eine Tonne

Cannabis konsumieren, zeigen, dass die bisherige Drogenpolitik

vollkommen versagt hat!“ argumentierte Valentin Batlle

(Battle????), Aktivist der Hanf-Initiative und www.zeig-dich.de.

„Haschisch und Marihuana sind überall problemlos erhältlich.

In den Niederlanden mit ihrer liberalen Drogenpolitik kiffen

prozentual weniger Menschen als in Deutschland“, so Batlle

(????) weiter. „Das wirklich Schädliche an Hanf“, stellte Jo

Biermanski, Öffentlichkeitsreferent der Grünen Hilfe, fest „ist

nicht der Wirkstoff THC, sondern die Kriminalisierung der

Konsumenten, die niemanden schädigen, wo Lebensläufe

zerstört, Familien und Ehen auseinandergebrochen, Existenzgrundlagen

entzogen und gerade bei Jugendlichen die

Möglichkeiten der späteren Berufsauswahl eingeschränkt

werden.“ Abgesehen von der Überlastung der Gerichte, der

Polizei und den enormen Steuergeldern, die hierfür verschwendet

werden, ist eine wirksame Aufklärung eben nicht möglich,

wenn gerade jugendliche Hanfgebraucher stigmatisiert werden

und wegen zu erwartender Repressalien nicht offen in Schulen

oder anderen Einrichtungen über Drogen reden - und dadurch

aufgeklärt werden - können.

www.gruene-jugend-offenbach.de

www.junge-union.de

www.gruene-hilfe.de

www.hanf-initiative.de

Sokratis Zacharopoulos

Sokratis Zacharopoulos, Sprecher der Hanf-Initiative, vertritt die

Auffassung, dass ein aufgeklärter verantwortungsbewusster Umgang

mit Drogen, legalen wie illegalen, möglich sei, eine drogenfreie

Gesellschaft jedoch nicht.

„Hallo - ich kiffe!“

Interview mit Verena Seipp, 24, Hanfaktivistin aus Darmstadt,

Pädagogikstudentin im 4. Semester, Mama von Julian, drei

Jahre. Um auf einen „grünen“ Zweig zu kommen, jobbt sie

nebenher auch noch an einer Tankstelle oder als Promoterin.

Das „Hanf Journal“ traf sich mit Verena an einem sonnigen

Sunday-Afternoon und wollte von ihr wissen, wie es dazu

kam, dass sie sich für die Re-Legalisierung aktiv einsetzt.

Hanf Journal: Warum setzt du dich für die Legalisierung

ein?

Verena: Ich möchte frei kiffen können und sehe keinen Sinn

im Verbot. Ich wollte auch schon immer meine konservativen

Eltern von der Sinnlosigkeit des Verbotes überzeugen und in

Hinblick auf Julian: Er soll offen und aufgeklärt erzogen werden,

auch im Bezug auf Drogen.

Hanf Journal: Hättest du ein Problem damit, wenn dein Sohn

Drogen konsumieren würde?

Verena: Nicht wenn er verantwortungsvoll damit umgeht

und das kann man lernen.

Julian nähert sich mit seinem Bobbycar.

Hanf Journal: Oder Julian, was denkst du über das

Engagement deiner Mutter?

Julian: Gugu, ikke. (lacht und bewirft mich mit einem

Duplostein)

Hanf Journal: Gilt das jetzt nur für Hanf oder für alle Drogen?

Verena: Ich finde; das gilt für alle Drogen. Je aufgeklärter

man ist, desto besser kann man die Gefahren einschätzen,

abwenden und die positiven Potenziale nutzen.

Hanf Journal: Wie hat es mit deinem Aktivismus angefangen?

Verena: Durch die „Grow!“ bin ich auf die „Zeig-Dich!-

Aktion“ aufmerksam geworden. Ich war total begeistert

davon und habe sofort eine Selbstbezichtigung ausgefüllt

und direkt eingeschickt.

Hanf Journal: Und, wie ging es dann

weiter?

Verena: Ich habe zuerst versucht meine

Freunde dafür zu begeistern, aber es

war nicht gerade einfach, da man seine

Adresse preisgeben muss und viele

befürchteten, dass irgendwann mal

die Polizei vor der Tür steht.

Hanf Journal: Hast du davor gar

keine Angst gehabt?

Verena: Nee, für mich war das

eine sichere Sache. Ich hätte auch

kein Problem damit zur Polizei zu

gehen und zu sagen: „ Hallo - ich

kiffe!“

Hanf Journal: Hast du keine

Angst davor den Führerschein

zu verlieren?

Verena: Nein! Ok . . . zur Polizei

würde ich nicht sofort gehen,

aber nur wegen der

diskriminierenden Führerscheinregelung.

Aber zu

meinem Konsum stehe ich!

Wenn ich auf der Straße

herumlaufe und ein Bier

trinke interessiert es

niemanden, aber ein Freund von mir wurde mit ´nem kleineren

Raucheckchen erwischt und hat den Führerschein deswegen

verloren und das als Passant!

Hanf Journal: Hat es dich nicht entmutigt, dass sich deine

Freunde nicht an der Aktion beteiligen wollten?

Verena: Nein! Ich habe dann mit einem Freund und 50 Kopien

der Aktion ein HipHop Konzert besucht. Ich hatte Kulis dabei

und habe die Leute an einer Wand unterschreiben lassen und

die Zettel eingesammelt. 40 Zettel haben wir zusammengekriegt

und eingeschickt.

Hanf Journal: Hast du das dann öfter gemacht?

Verena: Nee, ich habe dann etwas über den Million

MarijuanaMarch erfahren und von dem Hanfaktivisten Valentin

Batlle gehört, der nicht allzu weit weg von Darmstadt, in

Limburg, wohnt und noch Helfer suchte. Habe ihn erst

ueberregional

17

Interview mit Verena Seipp

angerufen und bei einem Treffen haben

wir ausgemacht gemeinsam zum MMM

2002 nach Düsseldorf zu fahren. Dort

haben wir einen Aufklärungsstand aufgebaut.

Eine Woche später haben wir in

Limburg einen weiteren Stand organisiert.

Und später beim Schlossgraben-Fest in

Darmstadt konnten wir an einem einzigen

Tag 420 Unterschriften sammeln.

Hanf Journal: Wow! Habt ihr nur für

diese eine Aktion Unterschriften

gesammelt?

Verena: Nein, auch für „Ich habe gekifft“

von der Grünen Hilfe, aber „Zeig-Dich“

hat überwogen.

Hanf Journal: Wie ging es dann weiter?

Verena: Durch diese Aktionen habe ich

weitere Leute kennen gelernt, die sich

gerne für die Legalisierung einsetzen

wollten und wir haben verabredet, dass

ich wieder einen Stand in Darmstadt zum

MMM 2003 mache. Valentin hat mir dann

von der Hanf-Initiative erzählt, die

zeitgleich in Frankfurt einen Infostand

aufstellte und so habe ich mich mit denen

in Verbindung gesetzt. Beim MMM 2003

habe ich leider nur mit einem Tapeziertisch

und einem Freund dagestanden. Das war

ein mäßiger Erfolg. Aber wir haben

ausgemacht, wieder was in Darmstadt

zum Heinerfest zu organisieren. Das war

viel besser, weil wir mit der Hanf-Initiative

zusammengearbeitet haben. Wir waren

acht Leute, hatten das nötige Material und

Equipment und haben nach zwei Tagen

Infostand sogar eine spontane Demo über

das Festgelände gemacht. Das war super!

Hanf Journal: Warum machst du das

nicht öfter?

Verena: Ich würde ja gerne, aber mit

Kind ist das sehr anstrengend. Ich

bräuchte noch mehr Hilfe von Leuten die

z. B. in Darmstadt wohnen, dann schon.

Hanf Journal: Wo liegt das Problem?

Verena: Ich habe schon öfter aufgerufen,

Flyer verteilt, in der „Grow!“ annonciert

. . . die Leute sind einfach zu faul und

glauben vielleicht nicht an die Legalisierung.

Ich schon! Nur wer was tut kann was

verändern, darauf zu warten bringt nix!

Nur gut, dass es im Raum Rhein/Main

die Hanf-Initiative gibt, da sind einfach

mehr Leute beisammen um beispielsweise

Aufklärungsstände, Demos usw. zu

organisieren. Deshalb werde ich in

Zukunft auch selber aktiver werden

können.

Aufruf: Leute aus Darmstadt und

Umgebung unterstützt Verena bei ihrem

Kampf für die Relegalisierung von

Cannabis! Kontakt: veriseipp@gmx.de und

info@hanf-initiative.de oder fon: 0160 –

447 12 68

Das Interview führte Sokratis

Zacharopoulos


18

Der Krebs ist

kein

Säugetierhat

aber trotzdem

Hunger

anderswo

Wie das Nomadenleben so spielt, waren wir unterwegs bei

einem italienischen Herzog zum Essen eingeladen. Wir sprachen

über Politik, Fußball, und irgendwann kam die Sprache auf

sein Augenleiden, das Glaukom. Ich berichtete ihm über die

mögliche Medikation mit Hanf sowie deren Vorteile und war

sehr gespannt, wie der immerhin 85-Jährige darauf reagieren

würde. Sehr interessiert hörte er mir zu und meinte dann: „Ich

werde nächste Woche meinen Arzt in Mailand fragen, warum

er mir das bisher verschwiegen hat!“. Menschen findet man

überall . . . sogar in einem Land, dessen Ministerpräsident sich

einen Haus- und Hofsänger halten darf, für den er

Schnulzentexte schreibt – und die CD zum Verkaufsschlager

wird. Man stelle sich das mit Gerhard Schröder und Matthias

Reim beziehungsweise Wolfgang Schüssel und Brunner &

Brunner vor! Obwohl letzteres bei näherer Betrachtung . . .

Italien ist auf jeden Fall originell. Nicht wegen der Forderung

Finis, die Gesetze für weiche Drogen nach fünf Jahren

gemäßigtem Kurs wieder zu verschärfen. Nein, die Begründung

a

Das Eckthema:

Suizid

des Hardliners ist wirklich mal

was anderes: Das Konsumieren

von Hanf würde den Alkoholkonsum

bei Jugendlichen fördern,

da sie dadurch „enthemmt“

würden. Da weiß man gar nicht,

wo man an-fangen soll mit dem

Richtigstel

len, so bleibt einem die Luft weg.

Auch die Unlust der Carabinieri,

mir Auskunft zum Thema zu

geben, sodass ich immer nur drei oder vier

Fragen stellen konnte, wenn überhaupt, war

außergewöhnlich. Nein, die sich

widersprechenden Aussagen waren das

Abenteuerliche. Laut Theorie ist seit 1998

der Erwerb und Besitz für eigenen

Gebrauch, festgeschrieben als 1,5 g Kraut

oder 0,5 g Haschisch, entkriminalisiert und

wird mit Verwarnung geahndet.

Ordnungsgelder gibt es für Kleinhandel,

Gefängnisstrafen erst für Großhandel und

mit Pönalisierung (?????) wie Führerscheinentzug

muss man erst bei mehrmaliger

Registrierung rechnen. Meinte einer der

Carabinieri, es gebe keine geringen Mengen

in Italien, so belehrte mich ein anderer, man

erhalte schon beim ersten Mal eine

Vorladung und müsse mit Geldstrafe

rechnen. Weiter wurde mir erklärt, Konsum

in der Öffentlichkeit sei gleichbedeutend mit Besitz (wollte er

mich einladen? Dann hab ich’s nicht kapiert . . .), wohingegen

mir ein junger Mann am lago di garda erzählte, hier in bella

italia würden zwar praktisch „alle“ Jugendlichen kiffen, aber

niemals in der Öffentlichkeit wie etwa in Spanien. Ja was denn

nu? Sind das die selben Gesetzeshüter, die dann exekutieren

sollen, was sie nicht mal selber genau wissen? Es ist jedenfalls

dieselbe Exekutive, gegen die Streetworker, Sozialarbeiter und

Lehrer einen offenen Brief in der Tagespresse richteten, nachdem

Schüler ihres Viertels im Schulgebäude auf Drogen kontrolliert

und die Klassenräume mit Hunden durchsucht worden waren

(!) – Italien in guter europäischer und internationaler Gesellschaft

ebenfalls auf dem Weg zum Polizeistaat?

Das Thema ist jedenfalls gegenwärtig. Ende Oktober wurde

unter großem Medienspektakel der Fall „Jucker“ verhandelt.

Ruggero Jucker wurde des Mordes für schuldig befunden und

zu 30 Jahren Haft verurteilt. Dies geschah allerdings, noch

bevor das gerichtsmedizinische Gutachten über den Angeklagten

eingelangt war. Die Untersuchung wies ihn als starken

Hanf-Dauerkonsumenten aus, bei dem das Persönlichkeitsbild

durch das Genussmittel bereits beeinträchtigt sei. Dies alleine

hätte nichts geändert, denn laut italienischem Gesetz beeinträchtigt

man sich durch Genussmittel freiwillig selbst und ist dann

auch quasi selber schuld, unzurechnungsfähig zu sein. Es ergab

sich aber weiter, dass Jucker – nach der Tat habe er zu einer

Freundin gesagt: „Ich bin Bin Laden!“ – in der Mordnacht ein

unverhältnismäßig starkes Kraut (19 %) geraucht habe. Die

Verteidigung forderte daraufhin eine Revidierung des Urteils,

da ihr Mandant sich aufgrund der nicht vorhersehbaren Stärke

des Krauts unfreiwillig so weggestellt hätte – und plädierten

auf 16 Jahre. Richter Guido Salvini – und jetzt wird’s revolutionär

– wies den Einspruch mit dem Einwand zurück, es sei egal,

wie stark das Kraut gewesen sei, es könne in keinem Fall der

Grund für den Mord oder die gestörte Persönlichkeit sein. Er

bezog sich auf die Briefe der Mutter des Anklagten, die als

Beweisstücke bei Gericht vorlagen, und ortete die wirklichen

Gründe in der schwierigen Familienlage. Möge Anslinger in

seiner Gruft rotieren.

Auch in der Politik gibt es Zeichen der Hoffnung: Carmelo

Palma und Stefano Zaca mögen in derselben Partei sein,

dieselben Auffassungen haben sie zum Glück nicht. Palma

kritisierte die Vorgehensweise bei der Verteilung der Gelder

für Anti-Drogen-Projekte. So erhält Zaca als Verantwortlicher

der Region Turin 1,8 Mio. Euro an Projektgeldern, wovon er

allerdings 56 Prozent für sein Krankenhaus abzweigen kann,

Lasciate mi cantare . . .

von Herzogen, Schlagersängern und einem Freispruch für Hanf

ohne nachweisen zu müssen, wofür es verwendet wurde. Und

dies sei laut Palma bisher noch völlig legal.

Und sogar die Kirche, in Italien ja nicht ganz unwichtig, sendet

auf grüner Welle! Don Andrea Gallo, Pfarrer der Gemeinde

San Benedetto al Porto und bekannt für seinen Einsatz in der

Jugendarbeit, gab vor laufender Kamera zu, gekifft zu haben,

was am Folgetag die Titelseiten zierte. Die wirkliche Gefahr,

so Gallo, seien keineswegs die physischen oder psychischen

Wirkungen des Hanf, sondern vielmehr die Mythenbildung

und die Dämonisierung; die Schuld am steigenden Drogenkonsum

hätten in Wahrheit die prohibitionistischen Politiker. Amen!

Die öffentliche Meinung über Hanf hat sich in den letzten

Jahren entspannt – es wird mittlerweile als normal angesehen,

dass junge Menschen kiffen, wohl vor allem auch deswegen,

weil es meist ein vorübergehendes Phänomen ist. Es ist überall

leicht zu bekommen, vor allem in großen Städten, wobei ähnlich

wie in Spanien, die Verkäufer oft Männer marokkanischer oder

algerischer Herkunft sind. Haschisch ist gängiger als Kraut,

das eher von den wenigen Home-Growern selbst konsumiert

wird. Älteren Konsumenten wird dahingegen eher Unverständnis

entgegengebracht und auch als Medikament hat es

wohl noch einen langen Weg vor sich, denn Italien gehört zu

den wenigen europäischen Länder, in denen keine Cannabinoid-

Forschung betrieben wird. Die ACT, der nationale Ableger der

IACM, setzt sich seit 2001 für die Registrierung von Cannabinoiden

im pharmazeutischen Handbuch ein.

Zusammengefasst: von bewusstseinsverändernden Elementen

beeinflusste Politiker (Alkohol Schlagermusik, Macht, Geld),

Polizisten, die sich nicht auskennen, halblauwarme Gesetze,

Jugendliche, die sich nicht unterkriegen lassen und immer

mehr Lichtblicke – wie schön, dass diese Länderbeschreibung

schon jetzt so austauschbar ist.

Claudia Grehslehner


Wem der Sinn nach etwas völlig anderem steht, dem sei

empfohlen sich mit einigen guten Freunden an einen großen

Tisch zu setzen und ein Spiel in Angriff zu nehmen. Zeit hat

man an den Feiertagen ja genug. Dieses Mal soll euch

„Attack!“ und „Quest for the Dragonlords“ ans Herz gelegt

werden. Sagt dem Weihnachtsmann Bescheid, dass er das

Grundspiel und die Erweiterung einpacken soll.

"Attack!" mit Erweiterung

„Attack!“ ist eine Kriegssimulation von Eagle Games. Kauft

gleich die Erweiterung dazu, auch wenn dann mal wieder ein

richtig großer Tisch notwendig ist, um die Weltkarte auszulegen.

Denn erst all die schönen Dinge wie politische Aktionen,

Technologien, Ideologien, Seegefechte und die Hälfte unserer

schönen Welt machen „Attack!“ spannend. Alle weiteren

Erklärungen beziehen sich auf die komplette Version von

„Attack!“

Aller Anfang ist nicht schwer, sondern klein und genauso

beginnt das Spiel. Die Spieler setzen in vier Startregionen

(Länder) ihre Anfangsarmeen, eine davon in der Hauptstadt.

Sie erhalten außerdem politische Karten, Ölzertifikate,

Ökonomiekarten und Kohle.

Kommen wir zur Gesinnung: Zur Auswahl stehen Kommunismus,

Demokratie, Monarchie und Faschismus. Geheim

werden die Ideologien sowohl für die Spieler als auch für die

unbesetzten Länder ermittelt. Die Ideologien beeinflussen

sowohl den Spielverlauf als auch das Spielziel. So bekommt

der Faschist einen Siegpunkt für jedes Land, in dem er

mindestens drei feindliche Armeen vernichtet.

Der Spielablauf im Einzelnen: Aktion wählen, bezahlen und

ausführen. Jede Aktion kostet Ölzertifikate. Folgende Aktionen

sind möglich:

- Politische Karten ausspielen (um sich Vorteile oder dem

Gegner Nachteile zu verschaffen)

- Technologien erforschen

- Neutrale Länder durch Würfeln übernehmen

- Armeen bewegen

- Krieg gegen Mitspieler oder neutrale Länder führen

- Neue Truppen kaufen

- Die gegnerische Produktion senken.

Sinn des Spiels ist es, möglichst viele Länder unter seine Kontrolle

zu bringen und dasselbe bei den Mitspielern zu verhindern.

Das Spiel endet, sobald einer der Spieler „vernichtet“

wird oder bis aus dem Stapel der politischen Karten 13 Karten

mit einer besonderen Markierung - dem Adler (hüstel hüstel)

- ausgespielt wurden. In beiden Fällen endet das Spiel sofort

und es wird abgerechnet. Für jede eigene Region erhält man

zwei Punkte. Dazu kommen die gesinnungsabhängigen Punkte.

Wie fast immer gewinnt der mit den meisten Punkten.

„Attack!“ ist all denen zu empfehlen, die Lust auf ein gutes

Kriegsspiel haben. An die „faschistischen“ Aggressoren: Es

werden eh alle auf dich einknüppeln. Wen tötet man lieber als

den Fascho. Aber es ist und bleibt nur ein Spiel.

Noch wenige Tage und die Familie versammelt sich unter

dem Weihnachtsbaum oder gibt sich der Völlerei hin.

Attack! Quest for the Dragonlords

"Quest for the Dragonlords"

Lust darauf als Ork oder Nekromant den Drachenlord zu

finden, um mit seiner Hilfe alle gegnerischen Könige zu töten?

Dann ist „Quest for the Dragonlords“ genau das richtige Spiel.

Mit der Erweiterung „“The Crystal of Power“, können bis sechs

Spieler Questen erfüllen, um magische Gegenstände zu finden,

die die Eroberungskämpfe und die Ausbeutung der Reichen

erleichtern. Das Spiel ist mit vielen aufwendig gestalteten

Plastikminiaturen, Zauberspruchkarten, Auftragskarten, einer

großen Landkarte und nicht zuletzt mit kleinen Goldnuggets

und den Kristallen der Macht ausgestattet. Mit einer Spielzeit

bis fünf Stunden gehört „Quest for the Dragonlords“ zu den

abendfüllenden Vertretern der Brettspielwelt.

Mit der Erweiterung haben sich neben dem verbesserten

Spielmechanismus auch die Siegbedingungen geändert. Im

Grundspiel gewinnt derjenige, der die Könige der anderen

Völker bezwingt. „Es kann nur einen geben“ lässt grüßen!

Dauert einem das zu lange, kann man das Spiel mit einer

bestimmten Anzahl von Kristallen der Macht und/oder Ländern

enden lassen.

Alles beginnt mit der Inbesitznahme eines Fleckens des Spielplans

und dem Aufbau der Truppen. Achtet darauf, das Feld

„Königreich“ im eigenen Gebiet besonders zu schützen.

„Goldfelder“ bringen höhere Erträge und somit mehr Truppen.

Und sichert die Zugänge zu den „Wastelands“, denn nur in

den Ödlanden können Questen gelöst werden.

Der Spielablauf: Mit Gold Truppen kaufen. Danach folgt die

Bewegung (ohne die neu gekauften Truppen!!). Entweder

bewegt man seine Truppen zu Land oder zu Wasser und/oder

es folgt die Questen-Bewegung. Trifft man auf gegnerische

Einheiten, kommt es zum Kampf. Je mehr Länder man besitzt,

um so mehr Einkommen hat man, welches jetzt ausgezahlt

wird. Als letztes und nur jetzt werden die neu gekauften

Truppen auf den Spielplan gebracht. Dann ist der Nächste

dran.

„Quest for the Dragonlords“ ist erst mit der Erweiterung ein

gutes Spiel, da ein gemeinsamer Abend sowohl Eroberung,

Krieg als auch Abenteuer bietet. Mir erscheinen die Siegbedingungen

der Grundvariante zu hart, denn da können ein

oder gar mehrere Spieler schon Stunden vor dem Ende des

Spiels rausfliegen.

„Haste mal Feuer?“ fragte er den Drachen und begann zu

qualmen.

Grüsse aus der Asche

Veit Schnetker und Kerstin Koch

Das Eckthema:

Suizid

a

„Maya de Os“

Korfmakerstraat 2

Leeuwarden

Öffnungszeiten:

Montag bis Samstag 11– bis 0 Uhr

Sonntag 14 bis 20 Uhr

fun+action

Man stirbt

nur einmal

„Hanf Journal” im Land der Wohnwagen :

Maya de Os @ Leeuwarden

>>Maya de Os – in Cannabis fidelis

19

Gegen 17 Uhr sind wir bereits in der cannabisfreundlichen

Stadt Leeuwarden angekommen, und hier geht es zu „Maya

de Os“, und in diesem wirklich gemütlichen Laden unterhalten

wir uns mit Gerrit Jan, rauchen leckeres Schmauchwerk und

trinken Tee.

1994 als Growshop von zwei Personen gegründet, entstand

zwei Jahre später ein Coffeeshop, um 1997 mit dem Growshop

zu fusionieren und mittlerweile sieben Personen in einer GbR

anzustellen. In diesem Jahr gab es in Leeuwarden, das von

etwa 90.000 Einwohnern bewohnt wird, etwa 20 Coffeeshops,

erzählt uns Gerrit Jan, jetzt sind es nur noch zwölf. In den

gesamten Niederlanden gibt es etwa 500 Gemeinden und nur

in hundert davon existieren Coffeeshops. Noch bis vor sieben

Jahren gab es in Holland 1.200 Coffeeshops, heute sind es

knapp über 800.

Gerrit Jan ist Gründer und Mitglied von PCN, dem holländischen

Hanfverband sozusagen. In seinem freundlichen und

geräumigen Coffeeshop „Maya de Os“ gibt es etwa 40 Sitzplätze,

auf denen man großartige Produkte zu fairen Preisen genießen

kann. Der Hanfshop „Himphus“ und der Growshop „Maya’s“

befinden sich nun im gleichen Gebäude und sowohl junge als

auch Leute jenseits der 30 kehren hier ein und aus. Das Publikum

ist sehr gemischt und es ist amüsant zu beobachten, dass die

Touristen hier mit der „Cannabis Card“ vorbeischauen, da

darin natürlich auch von diesem Laden die Rede ist.

Für Abwechslung ist gesorgt, da mit zwei Internetstationen,

einem Photo Player mit 25 Spielen, Tischkicker, Flipper, Poolbillard,

Schach, Karten- und Würfelspielen und einer weiteren

Spielekiste gar keine Langeweile aufkommen kann. Telefonieren

ist hier strikt verboten, um Deals mit u. a. auch harten Drogen

komplett auszuschließen. Einmal im Monat gibt es ein Poolturnier,

auch Dart-Turniere finden statt und selbst eine Band

probt hier. Seit Oktober diesen Jahres gibt es von diesem Coffeeshop,

der beim 1. Haarlemer Hasj & Wiet Festival 2002 den 3.

Preis gewonnen hat, ein Filter-Magazin, was bedeutet, dass die

letzte Seite des Magazins als Filter für eine Tüte benutzt werden

kann.

Unser Gespräch ist sehr lebendig, der Tee tut gut, und man

fühlt sich unglaublich wohl hier. „Maya de Os“ ist für diese

provinzielle Stadt ein sehr angenehmer Coffeeshop mit qualitativ

gutem Material zum Relaxen.

Gerne würden wir länger bleiben, aber da uns noch eine abendliche

Autofahrt bevorsteht, machen wir uns gegen 20:30 Uhr

auf den Weg Richtung Amsterdam. Es geht über einen 30 km

langen Deich, der durch das Gewitter und die Dunkelheit

mysteriös verschleiert wird, und gegen 22:30 Uhr sind wir in

Amsterdam und checken im Hemp Hotel ein. Den Bericht

unserer dritten Station könnt ihr in der nächsten Ausgabe lesen.

Tour: Dirk Rehahn & Roland Grieshammer

Text: Roland Grieshammer


20

fun+action

Lieber tot

als Nichtraucher

So fing damals im Februar alles an. Die Eröffnungsworte

sprach Katrin mit dem denkwürdigen

Satz: „Hey, wenn wir jetzt hier diskutieren,

brauche ich dazu Mucke.“

Aber es geht auch sinnvoller. Schon in der nächsten

Ausgabe bekannte sie sich dramatisch zu

politischen Geschehnissen: „Ich bin schon der

Meinung, dass Kiffer gegen den Krieg sein müssen.

Denn gerade Kiffer wissen, wie ungerecht

die Politik ist. Eine Minderheit, die jeden Tag

verfolgt wird, weil sie sich ständig strafbar macht,

wenn Cannabis konsumiert wird. Gerade diese

Leute müssen doch solidarisch gegenüber Ungerechtigkeiten

sein, genau deshalb erwarte ich

auch von Kiffern, dass sie sich für Frieden

einsetzen.“

Aber auch soziale Themen erhielten immer wieder

ihre Aufmerksamkeit: „Die meisten Kiffercliquen

sind sehr sozial, manche sogar sozialistisch. Echt

süß, manche Kiffer zu sehen, wie sie das letzte

Krümelchen Hasch mit ihren Freunden teilen,

wäre doch nur die ganze Welt so nett zueinander.“

„Is this love“ ertönt und erfreut Katrin. Die wippt

begeistert auf dem Stuhl mit und fängt auch noch

an laut mitzugrölen.

Aber das soll jetzt natürlich nicht so wirken, als

hätte Werner damals nichts zu sagen gehabt.

Grosse Utopien waren schon immer seine Stärke:

„Ich glaube wir schaffen die Legalisierung nur

mit der Revolution. Das könnte doch klappen,

wenn alle den Aufstand bauen. Viva la Revolution!

Wir stürzen einfach die Regierung und bauen

uns hier in Berlin so was wie Kristania in Kopenhagen.

Stell dir vor, wie schön das dann hier wäre.

Ich glaube wir sollten das so machen!“

Und schon damals entwickelte er einen merkwürdigen

Spleen: Die Matratzenläden.

„Außerdem reden wir über Matratzenläden, es gibt nämlich

jede Menge davon in Berlin. Und ich frage mich wie viele

Matratzen da so wirklich gebraucht werden.“

Zum Glück konnte Katrin dem damals noch relativ schnell

Einhalt gebieten: „Nein, Werner, die Leute interessiert das

nicht.“

a

Das Eckthema:

Suizid

Wenn Redaktionsmitglieder streiten

Die elften werden die letzten sein!

„Alle Hanf-Zeitungen und -Magazine schreiben über das Thema Hanf.

Is ja logisch, oder? Aber niemand spricht über die scheinbar banalen

Probleme und Themen eines Kiffers. Wie sieht der perfekte Joint aus?

Sollten Kiffer politisch sein? Bedeutet Kiffen einfach nur Drogenspaß

oder ist es eine Kultur? Fragen über Fragen, mit denen sich Kiffer

immer wieder beschäftigen.“

Tja, und irgendwann war es dann soweit, Katrin gab bekannt,

dass sie aufhören wird: „Ich muss endlich mal studieren!“

Werners adäquate Antwort: „Arme Katrin, ooohhh!“

Aber zum Glück gab’s ja Ersatz, Martin kam dazu und Katrin

ging auch nicht ohne uns noch ein paar verbale Kostbarkeiten

mit auf den Weg zu geben: „Ich geh auch voll gern in den Wald

zum Kiffen. Bekiffte Menschen achten immer

voll auf die Details und wenn man bekifft in den

Wald geht, erkennt man so voll die Kleinigkeiten

und freut sich drüber. So Wunder der Natur und

so.“

Martin stellte schnell unter Beweis, dass er in

der Lage ist komplexe Sachverhalte mit wenigen

Worten klar zu umreißen. Das zeigt schon seine

sachverständige und umfassende Antwort auf

die Frage, ob Kiffer CDU wählen dürfen: „Nein!“.

Zwischen Werner und Martin ging es die meiste

Zeit, wie sollte es auch anders sein, ums Kiffen.

Die ersten gemeinsamen Redaktionsstreitigkeiten

nannten sie treffenderweise: Runde eins: Die

ultimativste Rauchtechnik. Und der Name war

Programm. Die verrücktesten Sachen wurden

da aus der Trickkiste gezaubert. Werner: „Also

ich finde das ja sehr angenehm, äh, sehr effektiv,

wenn man den zwischen den Händen so einklemmt.

Und so . . . . . .dran zieht. Weißte was

ich meine?“

Martin: „Ja. Und ich kenn da noch den, da nimmt

man den Joint so mit den Fingerspitzen von

beiden Händen zusammen, und . . . . . .ffffp.“

Zahlreiche Rauchrunden später hängen Werner

und Martin total lahm in der Ecke und können

sich nicht mehr bewegen. Ja, das war’s dann

wohl – technisches K.o. für beide.

Dass man in diesem Zustand eher paranoid wirkt

und sich Verschwörungstheorien ausdenkt

wussten wir ja schon immer. Aber wer hätte

ahnen sollen, dass die beiden total abdriften und

eine ganze Ausgabe über Verschwörungstheorien

zusammenbasteln.

In diesem Zusammenhang trat auch Werners

Spleen wieder auf, diesmal allerdings in beängstigend

verschärfter Version:

„Also in Wahrheit herrscht die Matratzenmafia über ganz

Deutschland. Das müsst ihr euch mal vorstellen. Die haben

sehr viele Läden aufgemacht, dann keine Kunden mehr

bekommen weil sie so viele Läden hatten. So mussten sie

sich überlegen, wie sie sonst Einfluss und Macht kriegen

konnten und haben mit dem vielen Geld das sie hatten

alles weitere aufgekauft. Die stellen jetzt die größte Mafia

dar und bauen immer noch mehr Matratzenverkaufsgeschäfte,

weil sie ja noch mehr Geld waschen müssen. Wenn

man sich mal anguckt wie viele Matratzenläden es in Berlin

allein schon gibt – das würde wohl für ganz Deutschland

ausreichen.“

Martin äußerte seine Paranoia eher in drogenpolitischer

Hinsicht: „Ja, man braucht einen Feind um die Kontrolle

aufrechtzuerhalten. „Der Krieg gegen Marihuana ist nicht

so wichtig, aber Verbote stärken die Autorität.“ Hat

Oberprohibitionist Anslinger mal gesagt.“

Tja, und irgendwann kam es, wie es kommen musste. Alle

Themen waren diskutiert, alle Rauchmethoden ausprobiert

und das Interesse an Streit nahm immer weiter ab. „Ja, man

muss immer damit rechnen, dass man – wenn man in ein

System reingeht – nicht nur selbst das System verändert,

sondern auch vom System verändert wird.“ Hat der schlaue

Werner mal gesagt. Deshalb und wegen der schlichten

Tatsache, dass wir „nie zu einem abschließenden Ergebnis

kommen, warum der Scheiß-Joint konisch ist!“ (Martin)

werden die Redaxstreitigkeiten euch nun verlassen. Ja, ihr

habt richtig gehört. Das war das letzte Mal.

R.I.P. Redaxstreitigkeiten – vielleicht buddeln wir euch

irgendwann mal wieder aus.


Die Hanfberatung im Hanf Journal

>>Erste Hilfe für Kiffer

Im Gegensatz zum Weihnachtsmann kommt das „Hanf

Journal“ nicht nur alle Jahre wieder, sondern sogar jeden

Monat. Und das bedingt auch, dass wir monatlich auf

die Ängste, Sorgen und Probleme unserer Schäfchen

eingehen können. Kascha beantwortet nun auch im

Weihnachtsmonat eure Fragen.

Sollte euch noch was anderes im Schuh drücken, dann

schreibt uns einfach an hanfberatung@hanfjournal.de

und wir sind immer für euch da. Wer ein Jahr Zeit hat,

kann auch mal den Weihnachtsmann besuchen.

Basti (16) aus Chemnitz fragt:

„Hallo Kascha,

Ich habe mir letztens eine sehr schöne weibliche Pflanze

gekauft (in den Herbstferien in Holland) und möchte

wissen, welcher Boden der richtige ist? Gibt es überhaupt

einen richtigen und falschen Boden? Ich hab echt Schiss,

dass das Ding eingeht!

Wäre euch so dankbar.

Danke im Voraus“

Kascha antwortet:

„Hi Basti,

es ist verständlich, dass du dir Sorgen um das

Wohlergehen deiner Pflanze machst. Mit Angst ist aber

nichts gewonnen, natürlich kann deine Pflanze mit

nährstoffarmem Sandboden weniger anfangen als mit

gutem Humusboden oder sogar hydroponischer

Nährlösung. Aber don’t panic, Hanf ist eine der

robustesten Pflanzen überhaupt. Eingehen wird sie dir

nicht so schnell. Die Bodenauswahl ist eher wichtig für

das Ergebnis.

Vorweg erst einmal: Wenn die Pflanze jetzt noch jung

ist, wirst du sie wohl draußen nicht mehr anbauen

können. Indoor benötigt sie, falls sie noch wachsen soll,

ziemlich viel Licht. Falls sie dir groß genug ist tut es ein

bissen weniger Licht (also in Stunden gemessen

natürlich) auch. Aber irgendwie beleuchten solltest du

sie auf jeden Fall oder an einen sonnigen (aber nicht zu

kalten) Fleck stellen.

Der Boden sollte natürlich nährstoffreich sein, also

Humus oder Pflanzenerde (im Growshop deines

Vertauens erhältlich) und nicht so Streusand aus dem Garten.

In Sachsen ist der Boden meiner Erfahrung nach eher lehmigfest

und sollte daher (falls du keine „kommerzielle“ Erde oder

Humus verwendest) mit streuseligem Sand vermischt werden.

Beim Gießen musst du vor allem darauf aufpassen, dass die

Erde stetig ein wenig Feucht ist, aber nicht nass. Außerdem

sollte sie belüftet werden, beispielsweise durch Löcher im

Boden des Topfes.“

Uwe (38) aus Mainz schreibt:

„Vor nun über 30 Jahren schwor eine Handvoll

AkademikerInnen und weiterer innenministeriell verlesener

ExpertInnen die Medien und damit auch die Bevölkerung auf

das Cleanpostulat in der Drogentherapie ein, natürlich made

in USA. So verschafften sie sich und der KollegInnenschaft

Arbeit, Ansehen und Verdienst mit der Naivität und

Gutgläubigkeit, die diesen vermeintlich „neuen“ Therapieansatz

begleitete, zu dem Einsicht vorausgesetzt oder einfach

erzwungen wird.

Da bin ich froh, dass es neben dem alten Infomüll zum

Cleanpostulat auch das „Hanf Journal“ gibt. Für gewöhnlich

Das Eckthema:

Suizid

a

fun+action

Suizidgefährdet

bringe ich es überallhin mit und verteile es gerne und

freimütig.

Ist das auch in Zukunft möglich oder mache ich mich

eventuell strafbar? Ist es für die Polizei eventuell ein

genügender Verdacht um mich zu durchsuchen?“

Kascha antwortet:

„Lieber Uwe,

erst einmal ist es erfreulich, dass dir das „Hanf Journal“

gefällt und du es gerne und viel verteilst. Darauf sind

wir ja auch angewiesen. Zu deiner Frage kann ich dir

leider keine juristisch 100-prozentig definitive Antwort

geben, da es etwas schwierig zu beurteilen ist.

Natürlich ist das „Hanf Journal“ völlig legal und du

kannst es überall verteilen ohne dich auch nur

ansatzweise strafbar zu machen (es sei denn du beklebst

Häuserwände damit, dann kann es als Sachbeschädigung

ausgelegt werden).

Wenn du allerdings beispielsweise auf der Straße offen

das „Hanf Journal“ verteilst, kann aufgrund dessen für

einen Polizisten der Anfangsverdacht gegeben sein,

dass du der „Hanfszene“ zugehörig bist und

dementsprechend eventuell eine strafbare Handlung

(Besitz von Cannabis) begehst. Dabei ist es regional

und auch von Polizist zu Polizist unterschiedlich, wie

er darauf reagiert. Natürlich ist er nicht, so wie wenn

er dich einen Joint rauchen oder Gras verkaufen sieht,

dazu verpflichtet, dich zu durchsuchen. Aber so wie es

auch auf der Hanfparade in Berlin passiert ist, gibt es

eben Polizisten, die eher auf Karriere aus sind und

denen kriminalisierte Kiffer ein „willkommenes Fressen“

sind.

Wenn du also das Hanf Journal auf der Straße verteilen

willst, solltest du sicherheitshalber keine illegalisierten

Substanzen bei dir tragen (wenigstens nicht lose in der

Hosentasche, wo man sie leicht findet). Eine

Hausdurchsuchung wegen „Hanf Journal-Verteilens“

kann es aber mit Sicherheit nicht geben.“

Bettina (21) aus Aachen fragt:

„Hallo Kascha,

ich habe da eine Frage und hoffe, dass du mir

weiterhelfen kannst. Meine Ernte ist ganz gut ausgefallen

und ich hätte gerne den ganzen Winter was davon.

Kannst du mir vielleicht einen Tipp geben, wie ich die

Ernte am besten lagere, um auch im März oder April

noch die volle Freude daran zu haben?“

Kascha weiß Rat:

„Hi Bettina,

erst mal empfehle ich dir nun mal ein Blick auf diese

Seite 9 in diesem „Hanf Journal“, denn dort wird genau

diese Frage beantwortet. Nach dem jetzt endenden

Outdoor-Grow wird nun ein neuer Grower die Welt

des Indoor-Growings erkunden. Du kannst dich also

auch schon darauf freuen. Nun aber erst einmal die

Theorie: Unter dem Einfluss von Wärme wandelt sich

THC von der carboxylierten in die psychotrop wirkende,

phenolische Form um. Daher muss man das Dope bzw.

Gras auch vor dem Konsum erhitzen (wichtig beim

Essen bzw. Trinken von Cannabis, beim Rauchen erhitzt

man es ja ohnehin). Das phenolische THC ist leichter

flüchtig als das carboxylierte, das heißt, dass bei

wärmerer Lagerung der Wirkstoff schneller

entschwindet als bei kühler Lagerung. Alles weitere

und genauere Details auf Seite 9 in diesem „Hanf

Journal“.“

21


Newsflash:

CDU Pankow für Frieden im

Mauerpark

Einige Jahre ist es jetzt schon her, da sorgte eine

riesige Bewegung aus dem Volk dafür, dass jeder

den Mauerpark durchqueren kann wie er will. Die

Mauern und Zäune wurden eingerissen. Und alle

waren dafür.

Das war eine spannende Zeit und der Mauerpark

durfte so richtig aufatmen. Picknicks, Partys, Prügel

von der Polizei – im Mauerpark kam jeder auf seine

Kosten.

Wenn es nach der CDU Pankow geht, ist das jetzt

vorbei. Zu gefährlich würde das alles. Drogen und

so. Kann man ja nicht zulassen! Also wird der

Mauerpark jetzt wieder zurückgesetzt. So richtig

schön hoch und mit einem Schließdienst. Brauchen

sie am Ersten Mai nur noch abschließen, wenn alle

drin sind. Die Demonstranten können friedlich

ihren Rausch ausschlafen und die Polizei hätte ihre

Ruhe. Ist also gar keine blöde Idee, die Nutzung

als Zwischenlager für vorübergehend Verhaftete.

Könnte man auch auf das ganze Jahr ausweiten.

Der Mauerpark – die Ausnüchterungszelle Berlins.

Nur der Sinn, den die CDU Pankow darin sieht,

geht ein bisschen unter. Schließlich wollte sie den

Mauerpark nur sicherer machen. Damit unbescholtene

Bürger in Ruhe ihre Hunde ausführen

können.

Ob dann wirklich jemand freiwillig da reingeht,

bleibt offen. Eingesperrt im Todesstreifen – nicht

für jeden ein angenehmer Gedanke.

Cannabis: Berliner Senat blendet mit

Peanuts

Zu den momentanen Berliner Vorgängen veröffentlichte

Georg Wurth, der Geschäftsführer des

Deutschen Hanf Verbandes (DHV) folgende

Pressemitteilung. Treffender konnten wir es auch

nicht ausdrücken.

“Vor kurzem erst war der Presse zu entnehmen,

dass der Berliner Senat vorschlägt, kein Abgabemodell

für Cannabis durchzuführen und die sog.

„geringe Menge“ Cannabis bei 15 Gramm festzulegen.

Eine solche Veränderung wäre aber in der Praxis

für Cannabis-Konsumenten faktisch unbedeutend,

da schon jetzt Verfahren bei Mengen von –sechs bis

15 Gramm eingestellt werden. Folgendes Zitat von

Innenminister Körting (SPD) bestätigt diese

Vermutung:

(...) „Bislang ist es in Berlin so, dass der Besitz von

bis zu sechs Gramm Haschisch in der Regel straffrei

bleibt. „Bei weiteren neun Gramm kann der Staatsanwalt

entscheiden, ob er das Verfahren einstellt“",

sagte Körting. In der Praxis werden faktisch alle

Ermittlungen bei diesen Mengen eingestellt."Also

gehen wir auf diese Grenze."(...)

(Berliner Zeitung 25.11.2003)

Abgesehen von der CDU vermittelt die Berliner

Politik derzeit, dass sie in der Cannabis-Frage

reformwillig ist. Wenn die Debatte in Berlin

tatsächlich so endet, wie es der Senat vorschlägt,

ist aber offensichtlich weder den Cannabis-

Konsumenten geholfen noch wird es Rationalisierungen

bei Polizei und Justiz geben. Von einer

„Lockerung der Gesetzgebung“, wie von einigen

Politikern gefordert und angekündigt, kann so keine

Rede mehr sein.

Dazu Georg Wurth, Geschäftsführer des Deutschen

Hanf Verbandes: „Die Vorschläge des Berliner Senats

sind Blendwerk und haben keinerlei praktische

Auswirkungen. Die Berliner werden dieses

Täuschungsmanöver durchschauen. Ich fordere die

Abgeordneten auf, sowohl am Modellprojekt zur

Cannabis-Abgabe festzuhalten als auch über eine

stärkere Anhebung der „geringen Menge“

nachzudenken. Nur so können wirkliche Fortschritte

in der Drogenpolitik erreicht werden.

Berlin braucht echte und spürbare Reformen für

Cannabis, nicht Peanuts!“

Es gibt viel zu wenig Polizei! Das hat sich sicher schon jeder

einmal gedacht, oder? Wo man geht und steht, lauern die

abartigsten Bösewichter. Wer hatte nicht schon mal Angst, in

einer einsamen, dunklen, kleinen und leicht tröpfelnden Gasse

auf einen total verpeilten Kiffer zu treffen. Der rennt einen am

End’ noch um! Und wenn man so im Vollsuff is . . . is das ja

auch nicht gut. Deshalb brauchen wir unbedingt mehr, größere,

schnellere und genetisch verbesserte Bullen. Ja, voll ohne Scheiß,

der Kampf, nein der Krieg gegen die Gefahr muss Beginnen,

es lebe der Polizeistaat! Es kann nicht angehen, dass die

Menschenrechte über den Ansprüchen unseres Staates stehen.

Zuvorderst ist es wichtig, dass sämtliche Macht auf den einzelnen

Bullen an sich verlagert wird. Der sucht sich ab sofort

das Objekt seiner Verfolgung selber aus und kann es nicht nur

verhaften, sondern auch gleich hinrichten. Seitens des Staates

wird die Parole der „harten Willkür“ ausgerufen, der alleine

sich alle Bullen an sich unterwerfen müssen. Das wirkt ganz

schön abschreckend. Schließlich ist für alles der Tod drin. Für

Falschparken genauso wie für Umweltverschmutzung – wer

den falschen Bullen erwischt, muss dran glauben.

Um die „harte Willkür“ auch wirklich bis ins Mark der Gesellschaft

durchzudrücken, werden alle Gerichte abgeschafft und

die Kraft der Judikative den neuen Herrschern, den Polizisten

übertragen. Das Bundesverfassungsgericht fliegt raus und wird

durch ein Kolosseum ersetzt. Sollten die nun freischaffenden

Polizisten es schaffen, Gauner zu erlegen, die noch feierlich im

Kolosseum hingerichtet werden können, bedarf dies natürlich

einer entsprechenden Prämie. So wird dann Polizist ein ziemlich

lukrativer Job und alle Arbeitlosen werden Polizisten.

Die ideale Staatsbesetzung setzt sich aus 49 Prozent Bürger

und 51 Prozent Staatsmacht zusammen. Das ist natürlich schwer

zu halten, da der Anteil der Bürger aufgrund der vielen Hinrichtungen

stetig sinkt. Was jedoch durch die stetigen sexuellen

Übergriffe der Polizisten wieder ausgeglichen wird. So kommt

dann ziemlich genau ein Polizist auf einen Bürger, wodurch

es endlich möglich erscheint die Arbeiterklasse vollständig zu

entkriminalisieren. Jippi.

berlin

Achtung!

jeder Missbrauch von

Drogen ist gefährlich!

Wir wollen niemanden

dazu auffordern oder

animieren Drogen zu

konsumieren

15

Ein Polizist steht über dem nicht existierendem Gesetz. Was

sehr praktisch ist, weil dadurch das Justizsystem massiv entlastet

wird. Was ja auch schon durch deren Abschaffung unterstützt

wurde. Das wird die perfekte Welt. Man weiß danach immer,

woran man war. Wer sich plötzlich in Leibeigenschaft der

oberen 10.000 wiederfindet, wird schon irgendwas verbrochen

haben und hat dann wenigstens Zeit um drüber zu meditieren.

Zumindest wenn er einen dummen Dienstherren bekommt.

Ansonsten macht’s vielleicht nicht so viel Spaß, aber irgendjemand

muss ja das System am Laufen halten.

Viva la Polizeistaat!

Also nun aber nochmals zu den Basics. Die Polizisten müssen

prinzipiell irgendwie größer, stärker und vielleicht auch haltbarer

gemacht werden. Eine feuerfeste Hundertschaft wär’

auch nicht blöd und vielleicht kriegt man die sogar mit Vanillegeschmack

und Vitaminen hin. Mit Gentechnik ist alles möglich.

Außerdem brauchen die unbedingt stärkere Waffen und krassere

Autos. Am besten Panzer. Bei den Demonstranten heutzutage!

High Tech über alles! Schließlich müssen nur die Menschen

gejagt werden, die entweder richtig Kohle oder gut Einschaltquote

bringen. Und spektakuläre Einschaltquoten kriegt man

natürlich am besten mit spektakulären Verfolgungsjagden. Wer

sieht nicht gerne drei müde, lahme Kiffer hysterisch und voller

Eifer ins Kreuzfeuer von drei zentral computergesteuerten

Techno-Polizei-Hybriden rennen. Das gibt Quote!

Die bewährte Methode, den Polizisten das Herz zu amputieren,

wird übrigens beibehalten. Jeder Polizist wird außerdem zukünftig

einem zentralen Computer unterworfen, der neben

den Leitsätzen der „harten Willkür“ nur seinen Bewachern

folgt. Uns.

Die nicht existierenden Gesetze

– die’s aber dennoch gibt –

In grossstadtsurvivor we trust

Im Zuge einer unserer weiteren Revolutionen lässt es sich nicht weiter

vermeiden die Menschenrechte einem sinnvollen Polizeistaat anzupassen.

Wir sind sehr zufrieden:

1. Die Äußerung der eigenen Meinung wird staatsrechtlich untersagt.

Sollten Lehren fernab des Polizeistaats verbreitet werden, wird dies als

Anstiftung zum Gedankenverbrechen geahndet.

2. Ein ordentliches Gericht wird durch einen Polizisten widergespiegelt.

Verteidigung und Staatsanwaltschaft sowie das Richteramt können zwar

auf einen Polizisten entfallen, müssen aber von diesem in

unterschiedlichen Stimmlagen wiedergegeben werden. Außerdem hat

er seine Gestik von Amt zu Amt zu ändern.

3. Der bisher propagierte Schutz der Privatsphäre wird adäquat durch

eine Polizei-Bürger-Symbiose ersetzt. Diese sollte in eheähnlicher Form

ausgeführt werden. Sexuelle Vorlieben sind dabei zu berücksichtigen.

4. Minderheiten werden per se als solche erkannt und bekämpft.


16

Immer wieder

schwappen die

neusten Trends aus

der ganzen Welt in

das hippe Berlin.

Und so ist es nicht

wirklich verwunderlich,

dass nun

auch das „Floaten“

einen immer

größeren Beliebtheitsfaktorbekommt.

Keine Frage,

schließlich ist es ja

auch entschlakkend,

entspannend

und angeblich

auch spirituell. Im

Prenzlauer Berg,

gibt es seit über

einem Jahr einen

Tempel zum

Schweben und

Träumen.

Beim Betreten der

heiligen Hallen des

„The Float“ im

Prenzlauer Berg

gilt es zuerst aus

berlin

The Float Das Schwebebad

Erfurcht vor den ehrwürdigen Gemäuern die Schuhe auszuziehen.

Ruhe, Frieden und Wohlbefinden scheinen diesen Raum

zu dominieren. Ein leicht betörender Duft steigt in die Nase

und ein angenehmes beruhigendes Gefühl kommt kurz nach

dem Betreten in einem hoch. Hier geht es um Entspannung

und um angenehme Erfahrungen.

„Float“ bedeutet treiben, schweben. Im „Float-Tank“ (Samadhi-

Tank) selbst befindet sich warmes Solewasser, in dem man sich

schwerelos treiben lassen kann. In völliger Stille oder bei leiser

Musik, bei gedämpftem Licht oder Dunkelheit.

Das „Schweben“ bewirkt eine außergewöhnlich tiefe körperliche

und mentale Entspannung und erzeugt ein Hochgefühl. Ganz

ohne Anstrengung führt der Samadhi-Tank (Isolationstank)

seine Gäste aus dem Alltagsbewusstsein in meditative Bewusstseinsebenen.

Er ist ein wirksames Instrument zur Verbesserung

mentaler Funktionen und zur Tiefenentspannung für

Muskulatur und Bandscheiben.

The Float

Dunckerstraße 12

10437 Berlin

Tel.: 0 30/44 03 65 00

www.float-berlin.de

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag: 12–21 Uhr

Wochenende: im Dezember auch geöffnet

Anders als bei der Massage gibt es beim Floaten kein Input. 90

Minuten Isolation von äußeren Einflüssen geben die Chance,

überschüssige Energien und Blockaden spielerisch loszuwerden,

wobei das Tor zu den körpereigenen Kräften geöffnet wird.

In dem Laden von „The Float“ sind derzeit auch extra für

Weihnachten Himalaya-Salz-Kristalllampen zu erwerben. Somit

kann man dem Weihnachtsfest vielleicht doch noch etwas

andere Spiritualität unterjubeln. Im Dezember können wieder

einmal Gutscheine für das Floaten erworben werden. Sicher

ein Geschenk der besonderen Art.

Der „Hanf Journal“-

Clubtest

Kennt ihr die Türsteher, die einen wegen ’nem winzigen Stickie

vor die Tür setzen? Die Läden, in denen am Eingang Augenkontrolle

herrscht? Die, in denen volltrunkene Deppen regelmäßig

König für eine Nacht spielen? Ja? Dann macht ihr irgendetwas

falsch, oder? Denn um wirklich besuchenswert zu sein,

muss ein Club schon einige polytoxikomane Eigenschaften

aufweisen, bevor er eines Besuchs wirklich würdig ist.

Doch leider kennen auch wir all die Locations zur Genüge, wo

man sogar schief angeguckt wird, wenn man einen Joint rollt

oder Wasser von der Toilette will. Und um herauszufinden,

welche Clubs wirklich für Kiffer – und solche die es werden

wollen – geeignet sind, präsentiert das „Hanf Journal“ den

ultimativen, alles Bisherige in den Schatten stellenden monatlichen

Clubtest. Zu erst einmal in Berlin und wo es die Redaktion

danach hinzieht, werden wir noch erfahren.

Die Kriterien sind unter anderem:

Wie locker ist die Tür?

Taschenkontrolle?

Augencheck?

Wie oft kann man zum Abkühlen rausgehen?

Kann man gut seine Joints rollen?

Kann man gut kiffen?

Wie druff ist das Publikum?

Kann man Wasser aus dem Hahn trinken?

Wie teuer sind die Getränke?

Liegen Drogeninformationen aus?

Wie laut ist die Musik?

Für welche Drogen ist dieser Club am besten

geeignet?

Dies und noch vieles mehr wird den Clubtest unantastbar

machen und euch sicher durch Berlins Partymeilen bringen.

Eine Kategorie zur Einstufung der Clubs wurde auch schon

gefunden: „vollrausch“, „beduselt“, „angeheitert“, „nüchtern“

und „doppelnüchtern“.

Ihr werdet die Szene beben sehen, wenn wir mit unseren „Hanf

Journal“-Clubtest“ Baseballcaps, Notizblock und Stift vor einem

Club stehen. Ich wette, da kriegen die Angst und wir Getränke

umsonst!

Wenn ihr eine Location kennt, die unbedingt mal auf Mark

und Bein geprüft werden sollte, mailt einfach an:

redaktion@hanfjournal.de.

Float

Dunckerstrasse 12,

10437 Berlin

Fon. 030 44036500

www.float-berlin.de

Weihnachten Gutscheine

möglich!


TERMINE

Ja, ja, es weihnachtet sehr. Und Sylvester ist dann auch gleich noch. Im Dezember wird gefeiert

was das Zeug hält. Und damit ihr bei all dem Angebot nicht den Kopf verliert, haben wir für euch

mal wieder vorselektiert.

Soca Sylvester

Date: 31.12.2003

Entry: 12 Euro

Location: MS

Hoppetosse

In der Sylvesternacht geht es heiß zu auf der MS

Hoppetosse. Zwei Berliner Musiklabels feiern

zusammen die Jahreswende und nutzen diese

gleichzeitig, um ihre neuesten Veröffentlichungen

vorzustellen. Massagen und Köstlichkeiten aus

Thailand, vom Fusion-Food-Team liebevoll zubereitet,

sorgen für das leibliche Wohl aller Beteiligten.

Auf zwei Decks kann man zu Dancehall & Soca

Tunes und House & Break-Rhythmen tanzen, bis

der nächste Morgen graut. Ein besonderes Highlight

sind die Releases der Illegal Island Tunes, zu denen

sich natürlich auch die darauf vertretenen Künstler

angesagt haben. Auf dem anderen Floor geht es

gesitteter zu. House und Breaks für anspruchsvolle

Sylvesterfeierer. Nein, nein, man muss sich auch

hier nicht wie ein Bankangestellter beim Vorstellungsgespräch

verhalten! Party ist Bedingung! Wenn

die Machomovers hinterm Mixer stehen, kann

keiner mehr auf seinem Sessel sitzen bleiben. Jack

Flash und Björn Brando sind bekannt für eine gute

Show und ihren langen Atem. Breaks und Beats

vom allerfeinsten!

lioneye.de, illegal-island.com, sonntagmusic.com

Busta Rhymes „ It Ain`t Safe No More“ Tour

Date: 13.12.2003

Entry: 39,50 Euro

Location: Arena

Wie jeder Rapper, der etwas auf sich hält, ist auch

Busta im New Yorker Ghetto aufgewachsen. Trevor

Smith wie sein bürgerlicher Name lautet, wurde

von Chuck D entdeckt und bekam auch seinen

Künstlernamen von ihm verpasst. Busta Rhymes

ist eine Anlehnung an einen Boxer Namens Buster.

Wenig später war es soweit und er veröffentlichte

sein Debut „The Coming“. Mit diesen Album

durchbrach er die derzeitige Vorherrschaft des Wu-

Tang-Clans im New Yorker HipHop-Biz. Mit seinem

zweiten Album auf Clive Davis’ J-Records „It Ain’t

Safe No More“, mit den Hit-Singles „Make It Clap“

und „I Know What You Want“ mit Mariah Carey

kommt Busta Rhymes endlich auch nach Deutschland.

Wer den Leader Of The New School und

seinen Flip Mode Squad live sehen will, sollte sich

auf eine lange, energiegeladene Show einstellen.

Schließlich kann er auf ein Repertoire von über

einem halben Dutzend Langspielplatten

zurückgreifen. Bei seinem Berliner Konzert wird

er von Ferris MC supported, der ja erst vor kurzem

(in der Oktoberausgabe) ein denkwürdiges

Interview im „Hanf Journal“ gegeben hat.

Man schrieb das Jahr 1993, und alle dachten,

Studieren wäre der beste Zeitvertreib. Da machte

Axel sich auf, um etwas zu finden, was in keinem

Buch geschrieben steht. Gemeinsam mit Helen,

Anita, Markus und Jens entstand das Projekt

Mutabor, nach dem Zauberwort aus dem Märchen

„Kalif Storch“, was soviel heißt wie „Ich werde

verwandelt“ . . . . Seither sind die verwandelten

Verwandler nicht mehr zu stoppen. Die erste CD

erschien 1997 unter dem Titel „Mutabor“ und ist

eine Melange aus Folk-, Punk- und Ska-Elementen.

Mit ihrem zweiten Album „"Ja Ja“ bewiesen die

Musiker, dass der Bandname Programm ist. Wurde

die Band mit ihrer ersten CD noch im Spannungsfeld

der Neo-Folk-Punk-Bewegung verortet, schöpft

sie nun aus ihrer multikulturellen Erfahrung und

nimmt sich die Freiheit, Stilelemente aus Punk,

Pop, Ska und Reggae in die Musik einfließen zu

lassen. MUTABOR steht für „kein Etikett - ein

positives Lebensgefühl, das sich selber tanzt. Eine

Spielart, mit musikalischen Mitteln Bilder zu malen

und Gefühle zu teilen. Das Leben ist bunt.“

www.mutabornet.de

Mal wieder ist es soweit, der electric ballroom hat

Geburtstag. Schon der achte ist es, den wir inzwischen

feiern dürfen. Zu dieser denkwürdigen

Veranstaltung lädt der electric ballroom alle seine

Freunde und solche die es werden wollen. Zu denen

gehören DJoker Daan, Mo, Wimpy und Wolle

Haarnagel genauso wie Rob Acid, der den Live Act

macht. Und vielleicht gehörst du ja bald auch dazu.

Geboten wird gewohnheitsgemäß harter Techno,

intensive Gefühlsausbrüche und das wahrscheinlich

feierwütigste Publikum Berlins (Wer sonst ist schon

so krank und geht regelmäßig montags Party

machen?)

Los geht’s um 23 Uhr, aber keine Angst,

Zuspätkommen ist vermutlich gar nicht möglich,

gefeiert wird bis in den Dienstag.

Also, ohne weitere Umschweife: Herzlichen Glückwunsch

electric ballroom – auf dass du uns noch

weitere acht Jahre die Montage versüßt!

www.electric-ballroom.de

www.so36.de

Mutabor

Date: 19.12.2003

Entry: 12,07 Euro

Location: Kesselhaus

berlin

Hochflieger im Nikotinrausch - Die einfach bessere

Party

Seit einem Jahr gibt es sie, seit kurzem sind sie nun

auch im Netz. Nicht dass sie Party-Feiern besser

machen, nur interessanter eben. HiFly & Nicotin

sind drei Menschen aus Berlin, die die Party-Szene

bereichern. Angefangen haben sie mit HipHop-

Battles, heute organisieren sie Open-Airs, Konzerte

und die geile Party, bei Dir um die Ecke. Jeden

ersten Freitag im Monat im Steinhaus, mit

Reggae/Ragga/Dancehall im Basement und All

Time Favourites in der Lounge. Live dabei ist die

Radiosendung „Reflective Sounds“, die jeden

Donnerstag auf Antenne 98,4FM Ausschnitte jeder

Party ausstrahlen.Deinen Geburtstag kannst du dir

auch von den Jungs organisieren lassen und wer

sich auf der Website anmeldet, bekommt einen

Partygutschein und die Chance auf ganze 50,- EUR.

Schaut doch einfach auf die Site oder gleich ins

Steinhaus.

Acht Jahre electric ballroom Feieralarm

Date: 29.12.2003

Entry: ca.5 Euro

Location: SO36

pyonen sind einfach anders

Wie in allen Jahren zuvor wird es auch dieses Jahr

wieder den Feieralarm von den pyonen zu Sylvester

geben. Seit nunmehr einigen Jahren sind diese

Partys regelmäßig Garant für eine ordentliche

Abfahrt zwischen den Jahren und lassen das neue

Jahr mit einem Lächeln im Gemüt beginnen.

Location und Booking werden pyonenmäßig wie

immer bis zur letzten Minute geheim gehalten, aber

sicherlich ist davon auszugehen das es auch dieses

Jahr der „place to be“ in der Sylvesternacht sein

wird. Mehrere Tanzflächen werden für ein breites

elektronisches Musikspektrum sorgen und bei der

Lichtgestaltung macht den pyonen in Berlin eh

niemand etwas vor. Es scheint also als wenn uns

auch zum Ausklang dieses Jahres wieder eine

Realitätsflucht ins Haus stehen würde. Die ganze

Wahrheit ab Dezember unter:

http://www.pyonen.de

HiFly & Nicotin

Date: 05.12.2003

Entry: 5 Euro

Location: Steinhaus

Date: 31.12.2003

Entry: 10-15Euro

Location: ???

Achtung!

jeder Missbrauch von

Drogen ist gefährlich!

Wir wollen niemanden

dazu auffordern oder

animieren Drogen zu

konsumieren

17


Es gibt viel zu wenig Polizei! Das hat sich sicher schon jeder

einmal gedacht, oder? Wo man geht und steht, lauern die

abartigsten Bösewichter. Wer hatte nicht schon mal Angst, in

einer einsamen, dunklen, kleinen und leicht tröpfelnden Gasse

auf einen total verpeilten Kiffer zu treffen. Der rennt einen am

End’ noch um! Und wenn man so im Vollsuff is . . . is das ja

auch nicht gut. Deshalb brauchen wir unbedingt mehr, größere,

schnellere und genetisch verbesserte Bullen. Ja, voll ohne Scheiß,

der Kampf, nein der Krieg gegen die Gefahr muss Beginnen,

es lebe der Polizeistaat! Es kann nicht angehen, dass die

Menschenrechte über den Ansprüchen unseres Staates stehen.

Zuvorderst ist es wichtig, dass sämtliche Macht auf den einzelnen

Bullen an sich verlagert wird. Der sucht sich ab sofort

das Objekt seiner Verfolgung selber aus und kann es nicht nur

verhaften, sondern auch gleich hinrichten. Seitens des Staates

wird die Parole der „harten Willkür“ ausgerufen, der alleine

sich alle Bullen an sich unterwerfen müssen. Das wirkt ganz

schön abschreckend. Schließlich ist für alles der Tod drin. Für

Falschparken genauso wie für Umweltverschmutzung – wer

den falschen Bullen erwischt, muss dran glauben.

Um die „harte Willkür“ auch wirklich bis ins Mark der Gesellschaft

durchzudrücken, werden alle Gerichte abgeschafft und

die Kraft der Judikative den neuen Herrschern, den Polizisten

übertragen. Das Bundesverfassungsgericht fliegt raus und wird

durch ein Kolosseum ersetzt. Sollten die nun freischaffenden

Polizisten es schaffen, Gauner zu erlegen, die noch feierlich im

Kolosseum hingerichtet werden können, bedarf dies natürlich

einer entsprechenden Prämie. So wird dann Polizist ein ziemlich

lukrativer Job und alle Arbeitlosen werden Polizisten.

Die ideale Staatsbesetzung setzt sich aus 49 Prozent Bürger

und 51 Prozent Staatsmacht zusammen. Das ist natürlich schwer

zu halten, da der Anteil der Bürger aufgrund der vielen Hinrichtungen

stetig sinkt. Was jedoch durch die stetigen sexuellen

Übergriffe der Polizisten wieder ausgeglichen wird. So kommt

dann ziemlich genau ein Polizist auf einen Bürger, wodurch

es endlich möglich erscheint die Arbeiterklasse vollständig zu

entkriminalisieren. Jippi.

Die nicht existierenden Gesetze

– die’s aber dennoch gibt –

Im Zuge einer unserer weiteren Revolutionen lässt es sich nicht weiter

vermeiden die Menschenrechte einem sinnvollen Polizeistaat anzupassen.

Wir sind sehr zufrieden:

1. Die Äußerung der eigenen Meinung wird staatsrechtlich untersagt.

Sollten Lehren fernab des Polizeistaats verbreitet werden, wird dies als

Anstiftung zum Gedankenverbrechen geahndet.

2. Ein ordentliches Gericht wird durch einen Polizisten widergespiegelt.

Verteidigung und Staatsanwaltschaft sowie das Richteramt können zwar

auf einen Polizisten entfallen, müssen aber von diesem in

unterschiedlichen Stimmlagen wiedergegeben werden. Außerdem hat

er seine Gestik von Amt zu Amt zu ändern.

3. Der bisher propagierte Schutz der Privatsphäre wird adäquat durch

eine Polizei-Bürger-Symbiose ersetzt. Diese sollte in eheähnlicher Form

ausgeführt werden. Sexuelle Vorlieben sind dabei zu berücksichtigen.

4. Minderheiten werden per se als solche erkannt und bekämpft.

Ein Polizist steht über dem nicht existierendem Gesetz. Was

sehr praktisch ist, weil dadurch das Justizsystem massiv entlastet

wird. Was ja auch schon durch deren Abschaffung unterstützt

wurde. Das wird die perfekte Welt. Man weiß danach immer,

woran man war. Wer sich plötzlich in Leibeigenschaft der

oberen 10.000 wiederfindet, wird schon irgendwas verbrochen

haben und hat dann wenigstens Zeit um drüber zu meditieren.

Zumindest wenn er einen dummen Dienstherren bekommt.

Ansonsten macht’s vielleicht nicht so viel Spaß, aber irgendjemand

muss ja das System am Laufen halten.

Viva la Polizeistaat!

Also nun aber nochmals zu den Basics. Die Polizisten müssen

prinzipiell irgendwie größer, stärker und vielleicht auch haltbarer

gemacht werden. Eine feuerfeste Hundertschaft wär’

auch nicht blöd und vielleicht kriegt man die sogar mit Vanillegeschmack

und Vitaminen hin. Mit Gentechnik ist alles möglich.

Außerdem brauchen die unbedingt stärkere Waffen und krassere

Autos. Am besten Panzer. Bei den Demonstranten heutzutage!

High Tech über alles! Schließlich müssen nur die Menschen

gejagt werden, die entweder richtig Kohle oder gut Einschaltquote

bringen. Und spektakuläre Einschaltquoten kriegt man

natürlich am besten mit spektakulären Verfolgungsjagden. Wer

sieht nicht gerne drei müde, lahme Kiffer hysterisch und voller

Eifer ins Kreuzfeuer von drei zentral computergesteuerten

Techno-Polizei-Hybriden rennen. Das gibt Quote!

Die bewährte Methode, den Polizisten das Herz zu amputieren,

wird übrigens beibehalten. Jeder Polizist wird außerdem zukünftig

einem zentralen Computer unterworfen, der neben

den Leitsätzen der „harten Willkür“ nur seinen Bewachern

folgt. Uns.

In grossstadtsurvivor we trust

austria

Monatssplitter

1.700 Dealer verhaftet

Dieses Jahr wurden in Wien schon 1.700 Dealer

verhaftet. Das sind rund doppelt so viele im

Vergleich zum letzten Jahr. Nach Angaben der

Kripo ist dies die Folge von vermehrten und

zahlreichen Schwerpunktaktionen. Trotz der

vermehrten Festnahme konnte jedoch weder

Preisanstieg noch ein Drogenkosumrückgang

festgestellt werden. Jedoch die Frage, was diese

Festnahmen bezwecken stellten sich weder ein

österreichisches Medium noch die Kripo.

Orwell fährt bald mit

Zwar scheint es so, als ob der viel beschworene

Punkteführerschein immer noch nicht spruchreif

ist, jedoch gab es angeblich im dritten Anlauf

deutliche Zeichen in Richtung einer solchen

Überwachungsmethode. Zukünftig sollen alle

straßenrechtlichen Vergehen auf dem Führerschein

gesammelt werden und sich das Strafmaß

mit der Anzahl der Vergehen erhöhen. Verkehrsminister

Hubert Gorbach zeigte sich zumindest

erfreut. „Es ist nicht exakt der Punkteführerschein,

aber wir sind so weit wie noch nie. Nach

zwei Jahren können wir noch andere Delikte

aufnehmen.“

Kondome schützen nicht vor der Polizei

Kondome schützen, das ist richtig. Das mussten

sich wohl auch ein 24-jähriger Mann aus Linz

und seine dominikanische Lebensgefährtin

gedacht haben. Sie versteckten 523 Gramm

Kokain-Kapseln in Kondomen. Doch leider

schützen diese zwar vor Krankheiten wie Aids

oder auch vor Kindern, leider aber nicht vor

der Polizei. Und so wurden die beiden in der

Nähe der italienischen Hafenstadt La Spezia als

mutmaßliche Drogenhändler festgenommen.

Anschließend beteuerten die Verdächtigen noch,

dass sie von Unbekannten gezwungen wurden,

als Drogen-Kuriere tätig zu sein.

Immer auf die Kleinen

Die Oberösterreichische Polizei hat wieder

einmal zugeschlagen. Diesesmal traf es besonders

schlimme Kriminelle. Ganze 28 Verdächtige,

der Grossteil darunter waren Jugendliche,

wurden angezeigt. Bei dreien von ihnen

wird vermutet, dass sie Drogen in Wien für die

Daheimgebliebenen besorgt hätten. In der Folge

forschten die Ermittler noch zwei weitere

Kleindealer-Gruppen aus. Bei zwei Verdächtigen

wurden in deren Wohnungen Hanfplantagen

entdeckt.

Die Arbeit der Polizei hat sich wieder einmal

bewährt. Lieber kleine Kiffer jagen und Erfolgsnachrichten

vermelden, als sich um rechte

Gewalt oder Sexualstraftaten zu kümmern.

Soldat lagerte Heroin in Spind

Drogen sind nicht nur dort wo man sie vermutet,

sonder auch überall dort wo man nicht denkt,

dort so etwas zu finden. Nun gibt es zwar viele,

die mit Soldaten sehr schnell auch Drogenkonsum

verbinden, und das auch noch zu Recht,

aber Heroin würde man dort wohl eher weniger

vermuten. Die Militärstreife in Linz hat nun

aber Heroin in einem Spind eines 20-jährigen

Präsenzdieners sicher gestellt. Mal wieder ein

Zeichen: Drogen sind überall!

Dem Verdächtigen wurde übrigens auch der

Handel mit mehr als 100 Gramm Heroin nachgewiesen.

15


16

austria

„Der nächste bitte..“ Interview und Recherchen von Lisa Trksak

Dr. Kurt Blaas, Allgemeinmediziner

und Drogentherapeut mit Ordinationssitz

in Wien Neubau, arbeitet intensiv

an neuen Behandlungsmethoden an

verschiedenen neurologischen, aber

auch internistischen Problempatienten

mit der Substanz Dronabinol.

Er ist der einzige Arzt Österreichs, der

sich um den Einsatz von Cannabis als

Medizin bemüht.

Herr Dr. Blaas, wie ich schon längst

entdecken konnte, befindet sich in Ihrer

Ordination ziemlich viel Material über

„Cannabis“ in Form von Zeitschriften

und Videos.

Wann und wie haben Sie denn den

ersten Kontakt zur Pflanze hergestellt?

Blaas: „Meine Patienten waren es,

die mir über einen positiveren Heilungsprozess

mit dem Einsatz von

synthetisch-hergestelltem Cannabis,

das in Form von Gelatinekapseln

erhältlich ist, berichteten. Ich halte

Cannabis für unglaublich revolutionär

und wichtig für die Menschheit. Im

Moment behandle ich an die 130

Patienten, die z. B. an Multipler Sklerose

leiden, HIV-positiv sind oder Depressionen

haben. Aber nur Depressionen

wie die endogene Depression oder die

neurotisch-reaktive Depression sind

mit Cannabis behandelbar.

Allgemein kann man aber sagen, dass

Cannabis nicht nur bei diesen Krankheiten

hilft, sondern auch bei vielen

anderen Krankheiten wie z. B.Asthma,

Krebs, Epilepsie, Bewegungsstörungen, Appetitlosigkeit und

auch zur Behandlung von Grünem Star eingesetzt wird.“

Sie haben ja einen Verein gegründet, er nennt sich „CAM“. Was

bedeutet diese Abkürzung?

Blaas: „CAM“ bedeutet „Arbeitsgemeinschaft Cannabis als

Medizin“.

Für was setzt sich dieser Verein ein?

Mariuhana

Dronabinol

Blaas: „Wir setzen uns gemeinsam dafür ein, dass Cannabis

und Cannabis-Produkte nach ärztlicher Verschreibung mittels

eines einfachen Rezeptes in jeder Apotheke bezogen werden

dürfen und dass Betroffene und deren Betreuungspersonen

mit entsprechend medizinischer Bescheinigung medizinischen

Hanf anbauen, ernten, besitzen und konsumieren dürfen.

Außerdem setzt sich der Verein noch für die Veränderung der

bestehenden Gesetze ein und wir setzen uns als Nahziel die

vollständige Übernahme der Behandlungskosten einer Therapie

mit „Dronabinol“ (synthetischem THC) durch die Krankenkassen

zu erreichen.“

Preis pro 1mg THC

Preis pro 1mg THC

Wann wurde denn zum allerersten Mal die Möglichkeit

überhaupt angenommen und durchforscht, mit Cannabis zu

behandeln?

Blaas: „Da kann ich zwei bedeutende Ereignisse nennen, die

für die heutige Medizin entscheidend waren. Da war zum

einen die „Singerconvention“ in den 70ern , wo zum ersten

Mal die Möglichkeit angenommen wurde, mit synthetisch

hergestellten Cannabis-Produkten zu behandeln. Und zum

anderen hat ein gewisser Prof. Dr. Raphael Mechulam die

Strukturformel von Cannabis plus die Cannabisrezeptoren im

Gehirn und auch in menschlichen Organen entdeckt. Das war

ebenfalls in den 70ern an der Universität von Jerusalem.“

Beschreiben Sie „Rezeptoren“?

Blaas: „Rezeptoren muss man sich vorstellen als ein kleines,

chemisches Ding oder besser als Schlüsselloch, in den ein

Schlüssel hinein passt.“

Auf die Medizin umgesetzt passen also

mehrere körpereigene Cannabinoide auf

Rezeptoren, wie ein Schlüssel ins

Schlüsselloch?

Blaas: „Richtig. Der menschliche

Körper produziert körpereigene

Cannabinoide, so genannte Glücksbotenstoffe.“

Jeder Körper?

Blaas: „Ja, auch Deiner (Scherz)! Und

das führt zu einer Veränderung im

menschlichen Nervensystem.“

Das ist ja sehr interessant, kann man

mehr über Ihren Verein „CAM“

nachlesen oder, viel besser, beitreten?

Blaas: „Es gibt eine Webpage: www.

Cannabismedizin.at , da kann man alles

über unseren Verein lesen.“

Glauben Sie, dass Veranstaltungen wie

z. B. „Hanf-Feuer“, die einmal jährlich

in Wien stattfindet, dazu beiträgt, dass

in der österreichischen Politik ein

Umdenken anregt wird?

Blaas: „Nein, leider nicht. Vernünftiger

wäre es Cannabis von der medizinischen

Seite anzusehen, wo man Krankheiten

mit Cannabinoiden seriös

behandeln kann. So könnte man den

schlechten Ruf von Hanf verbessern.“

Gott sei Dank gibt es Menschen wie Kurt Blaas, die versuchen

auf medizinischer und politischer Ebene etwas verändern zu

wollen und zu können . . .

Ein toller Arzt mit einer tollen Einstellung.

Wer Mitglied beim Verein „CAM“ werden will, fördert nicht

nur Vereinsmitglieder und deren Arbeit für den Verein, sondert

leistet einen wichtigen und entscheidenden Beitrag dazu, und

wenn es auch nur ein bescheidender Betrag ist, für die vielen

Asthma-, Krebskranken, Spastiker und HIV-Positiven oder

auch Epileptiker (um nur einige anzusprechen), die dringend

erschwingliche Medizin brauchen, zu unterstützen.

„Jeder hat das Recht auf einen Lebensstandard, der seine und

seiner Familie Gesundheit und vor allem Wohl gewährleistet,

einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche

Versorgung und notwendige soziale Leistungen“

(Art. 25.1. der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte)


TERMINE

Wer möchte nicht an kalten, vernebelten Tagen am liebsten im Bett bleiben?

Kann ich euch nicht verwehren, ABER wer sich lieber inspirieren lassen möchte von dem Flair der Kunst oder

der Kultur kann im Dezember folgendes unternehmen (und es kostet keinen Euro):

SOS-MITMENSCH (Kabarett)

Die Flüchlingspolitik Österreichs kann man in zwei

Stunden Kabarett ändern? Am Vorabend des Menschenrechttages

treten Kabarettisten zugunsten der

Arbeit von SOS-Mitmensch auf. Für ein weiteres

Jahr gute Regierungsberatung, die sie nix kost`.

Um 20.30 Uhr beginnt dieses Spektakel der besonderen

Art, welches man ja schon aus politischem

Interesse unterstützen sollte.

Energie in Reinform erwartet den Party-Fraggel an

diesem Abend und das gleich auf drei Floors. Neben

fünf fetten Live-Acts (Auricular, Electric Universe,

Patchwork, P.a.r.a.t.o.x und Marathi) werden

Shawnodese, Bim, Cyclone, Brainshakers,

Chemicus, Spacebee und noch elf weitere DJs die

Plattenteller heißlaufen lassen. Die Deko kommt

von den Cosmicwalkers und Aton, die zusammen

einen adäquaten Space kreieren werden, in welchem

sich die Tanzenden entfalten und mit ihrer

Umgebung verweben können. Zusätzlich wird es

noch einen Butterfly Indien Shop geben. Es wird

also mächtig und psychedelische-Erfahrungenfördernd

aufgefahren. Der Veranstalter hat bereits

angekündigt die Party bis in die späten Sonntagsstunden

ausufern zu lassen. Wäre wieder einmal

der Kostenfaktor zu bedenken, aber ich denke, dass

das Preis-Leistungs-Verhältnis wohl in Ordnung

geht. Klingt ganz nach einem laaaaaangem

Wochende und vor allem nach einem anstrengenden

Wochenanfang, oder?

Mehr Infos unter 0160 30 36 175 oder

www.psygoa.de

Date: 09.12.2003

Entry: gratis

Location: „Reigen“

Hadikgasse 62, 1140

Wien, Tel.: 89 40 094

KASHI zeigt traditionelle Sujets Asiens und verleiht

den Fotografien durch die schlichte Schönheit von

Alltagssituationen einen besonderen Charakter.

Christina Kandlhofer versuchte das „Unsichtbare“

abzulichten. Ihre Bilder sollen die Betrachter zu

einer Nachdenklichkeit inmitten westlichen Lebens

verleiten.

„Auf der Suche nach dem eigenem Ich - die suche

nach dem Ewigen in sich selbst, startete ich den

Versuch, unter die Oberfläche fremdartiger Kulturen

zu blicken.“ (Christina Kandlhofer)

Die Ausstellung kann von montags bis donnerstags

immer von 9 bis 18 Uhr bewundert werden.

www.kashi.at

Ja richtig, wir haben hier ein Festival lokalisiert,

selbst zu dieser Jahreszeit. Zwar kein „normales“

Festival, welches üblicherweise outdoor stattfindet,

aber dafür steigt das Dingen indoor auf vier Areas

mit wirklich geilen Acts und altbewährten

Künstlern. Von den Residents H.a.n.z.,

Mr.Mushroom und Lars van Josten, über „da

unbelievable“ Radio-DJ Mike Litt von 1Live, Andry

Nalin und Mario de Bellis, die dem ein oder

anderem bestimmt ein Begriff sind. Aber wenn es

nur die wären, so würde diese Party nicht in den

Terminen stehen. Denn jetzt kommts: Miss Djax

aus den Niederlanden, Pascal F.e.o.s., neben Kollege

Sven, eines der Frankfurter Urgesteine des Techno

und very spezial an diesem Abend die Boogie Pimps

aus Thüringen, die ihren Sommerhit „Somebody

to love“ unter die Feiernden bringen werden.

www.kick-herford.de

austria

Fotoausstellung "KASHI - Ort des Lichts" “"he Gugging Artist”

Date: 18.11.-06.12.2003

Entry: gratis

Location: Rheuma-

Tagesklinik Van Yppen,

Yppenplatz 9, 1160 Wien

Nun schon mehr als 20 Jahre leben geistig Kranke

in dem „House of Artist“, wo sie die Chance haben,

ihrer Fantasie in Form von Malen und der Herstellung

von Skulpturen freiem Lauf zu geben.

Diese eigene private Foundation zeigt eine große

Sammlung an Werken, die auch Tokyo, Philadelphia

Art Museum (USA), Moderne Kunst Museum in

Wien und in der Greenberg Collection in New York

ausgestellt sind. The „House of Artist“ repräsentiert

Kunst, die unglaubliche Wirkung bei den Besuchern

hinterlässt und zeigt, wie genial „geistig Kranke

und Verwirrte“, ihrer bunten und schrillen Fantasie

Ausdruck geben.

Die Öffnungszeiten sind jeweils von Montag bis

Freitag von 8.30 bis 15 Uhr. Nähere Informationen

bekommt ihr unter der Hotline 0 22 43/8 79 92.

http://www.gugging.org

Gerade mal nur zwei Shows in Deutschland macht der

Mann. Allerdings eine davon in NRW. Da könnten die

Westfalen echt einmal stolz drauf sein. Doch wer oder

was ist Anthony B?! He is one for the Ladies! Anthony

B. („Fire Pon Rome“) ist ein Held in der Damenwelt

und ganz nebenbei einer der „hardest working man in

Reggaebizz“. Sein Tonträger-Output auf Jamaica,

unglaublich, aber wahr, zählt weit über 150 Singles. Der

bekennende Bobo Dread, der schon vor zwei Jahren die

Summerjam-Crowd mit seiner tighten Liveshow

verzückte, kombiniert gekonnt politisch motivierte Roots-

Lyrics mit schmissigen Ragga Riddims, sodass auch

Dancehall-Dons voll auf ihre Kosten kommen. Anthony

B spricht eher für die Vielfalt und Abwechslung, die mit

jamaikanischer Musik möglich ist.

Das Line up: Anthony B & Band

Ticket-Reservierung unter der unten angegebenen

Website.

www.u-club.de

www.riddim.de

Date: Dauerausstellung

Entry: gratis

Location: Hauptstrasse

2, 3400 Maria Gugging

Achtung!

jeder Missbrauch von

Drogen ist gefährlich!

Wir wollen niemanden

dazu auffordern oder

animieren Drogen zu

konsumieren

17


Newsfläsch:

Zukünftig verschärfte Kontrollen an der

deutsch-niederländischen Grenze?

Neulich auf einem Kurztrip nach Enschede in

Holland, welches gerade mal eine Dreiviertelstunde

von Münster entfernt liegt, habe ich ein interessantes

Gespräch mit einem dort ansässigen Plattenladenbesitzer

führen können. Zuvor wurde ich Zeuge,

wie ein unter 19-Jähriger eines Coffeshops verwiesen

worden ist. Das sei in Grenzgebieten Standard,

äußerte der Mann hinter den Plattendrehern. Da

die Städte in Grenzgebieten als eine Art Umschlagsplatz

für jegliche Art von Waren und Gütern fungieren,

ist die Kriminalitätsrate dort auch besonders

hoch. Das heißt konkret für die Betreiber von

Coffeeshops: wenn die bei sich jemandem im Laden

haben, der unter 19 ist und dann auch noch,

vielleicht auch nur zufälligerweise, die niederländische

Police eine Personenkontrolle durchführt,

dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass es

bald einen Coffeshop weniger in Town geben wird.

Zudem sei Mitte November in einer Diskothek nahe

des Grenzgebiets ein 15-jähriges Mädel in

Zusammenhang mit Ecstasy gestorben. Allerdings

ist nicht bekannt, woran es gestorben ist und welche

Rolle die Droge tatsächlich gespielt hat.

Die Exekutive sieht sich also stärker als andern Orts

veranlasst im Grenzgebiet nach strengem Regelement

vorzugehen. Dabei kennt sie so gut wie keine

Ausnahmen; egal, ob jung, alt, männlich, weiblich,

weiß oder schwarz. Hat man keinen gesicherten

Status innerhalb des gesellschaftlichen Systems und

kann man ihn vor allem nicht beweisen, so ist man

in dieser Hinsicht ganz schön am Arsch. Gemeint

ist das plötzliche Auftauchen von Problemen, wenn

der/die kontrollierte Person gerade keinen Ausweis

vorweisen kann. Allerdings könnte man sich auch

mal grundsätzlich einmal fragen, warum ausgerechnet

ein Stück Papier von Plastik umhüllt ein besserer

Beweis für die Existenz eines Individuums sein

soll, als das Individuum selbst, obwohl es direkt

vor einem steht und sich dadurch zwangsläufig

selbst bedingt.

Newsfläsch-Nachtrag:

Drogenhändler in Gronau festgenommen.

Kurz vor Redaktionsschluss flog noch folgende

Meldung herein: Die Polizei in Gronau hat neun

Verdächtige festgenommen, denen vorgeworfen

wird mit Drogen zu handeln. Allerdings geht es

dabei nicht um „weiche“ Drogen. Insgesamt wurden

etwa 450 Gramm harte Drogen, sprich Heroin und

Kokain sichergestellt. Der Schwarzmarktwert für

eine solche Menge beträgt rund 20.000 Euro. Der

mutmaßliche Haupttäter, ein 28-jähriger Bewohner

Gronaus, wurde am 13. November, zusammen mit

einer 29 Jahre jungen und einer 45 Jahre alten Frau

dem zuständigen Richter des Amtsgerichtes Gronau

vorgeführt, da alle Beschuldigten momentan noch

in Gronau ansässig sind. Der Richter, also die

Legislative, erließ Befehle an weitere Beamte der

Exekutive, welche gehorchten und die drei

Beschuldigten in Untersuchungshaft steckten. Die

übrigen sechs Beschuldigten wurden allerdings

nach ihren Vernehmungen wieder frei gelassen.

Adam Zawadski

Club-Review:

Durch einen interstellaren Zufall gelangte das kleine Alien zur

Sternzeit 14112003 erneut in die Metropole am Rhein. Diesmal

stand dem Alien Kurioses bevor, denn bereits beim Anflug auf

die Villa am Rhein, auch genannt „Midnight Raid“, nicht zu

verwechseln mit der Villa Rocco, erblickte es drei grün-weiße

Wagen mit Blaulichtern. Die Fahrer dieser Wagen waren gerade

dabei ein anderes Gefährt auseinander zu nehmen.

Wahrscheinlich mussten deswegen viele Gäste über 20 Minuten

auf den Ein- bzw. Auslass warten. Das weitere Setting generierte

sich wie folgend: Filzen durch die Security am Eingang, 12

Euro Eintritt, zwei Floors, ein Freigetränk . . . wird ja irgendwie

auch immer mehr zum Party-Standard.

Hauptsponsor dieses „DJ-Culture“-Events und zudem kapitalistisches

Mitglied des Massenvertriebes von süchtig-machenden

Getränkegütern war ein rot-weißer Koffein-, ehemals

legaler, Kokain-Dealer aus den Staaten.

Aus Anti-Commercy-Protest-Motiven wollte das kleine Alien

nicht den Namen dieses Dealers preisgeben. Allerdings einige

Namen der engagierten Künstler: DJ Apollo, Ben Crunch mit

MC Engine, DC, Henree, Drakestar und MC General Manoi

Bye, bye MP3 ???

Vielleicht hat es der eine oder andere schon mitbekommen: der

Monat November war der Monat der Hausdurchsuchungen,

die im Zusammenhang mit illegalisierten Downloads standen.

Allein in Bielefeld waren es 300, die im Zuge des „Krieges

gegen Datendiebstahl“ vollzogen worden. Allerdings nur mit

mäßigem Erfolg, da der Großteil der Durchsuchungen nichts

ergeben hat außer vielleicht noch größeren Staatsschulden.

Des Weiteren sind Sonderkommissionen im Gespräch, die die

Städte Dortmund, Essen, Detmold, Gütersloh und Essen wieder

„clean“ kriegen sollen. In Zukunft soll verstärkt darauf geachtet

werden, wer was und wie viel aus dem Netz saugt, wie viel

sich auf deiner Festplatte befindet, wie viel du anbietest, etc.

Spionage-Techniken, angewandt von kommerziellen Hackern,

bestehen bereits jetzt. Allerdings reicht es nicht nur aus, diverse

Filme, Videospiele oder Musik auf Platte zu haben, sondern

dem Besitzer des Rechners muss zusätzlich nachgewiesen

werden, dass jener zur beschuldigten Tatzeit auch selbst vorm

Rechner gesessen hat.

Es bleibt also spannend, denn das Thema ist nicht totzukriegen.

Ein paar Denkanstöße: Das Internet ist für jeden Menschen,

der die Möglichkeit dazu hat, frei zugänglich. Sogar Menschen

in wirtschaftlich ärmeren Ländern können nun Musik hören

und sich weltweit mit anderen Liebhabern austauschen. Diesen

„Open source“-Gedanken versuchen die Lobbies der

Pot

Goldie/MC Rage@Villa, Köln

15

von „nuforms“. Letzterer ist wahrscheinlich auch mit verantwortlich

für die „Bassblüten“-Events in Mönchengladbach.

Nebenbei: die „Bassblüten“ scheinen Underground-Parties zu

sein, mit „Drum`n`Bass Stereokultur“ und mit Low-Entry ( 3

Euro 30!). Solche Parties braucht das Land. Mehr von sowas!

Der Metalheadz-Mastermind Goldie, Drum&Bass-DJ and

Junglist seines Zeichens, hatte diesen Abend anscheinend

keinen Bock auf sein DJ-Set. Hin und her ward das Alien

gerissen und geschleudert. Es blieb ihm ja auch nichts anderes

übrig, da weder Goldie noch sein MC auf einen coolen Flow

gekomen sind. Ja, angestrengt wirkten die Künstler. Sogar so

angestrengt, dass der DJ mehrmaligst mittendrin den Beat von

der Nadel geholt hat, und zwar immer genau dann, als es

gerade richtig losgehen wollte. Das Vinyl wurde echt auf

schändlichste Art und Weise runtergenudelt, so schien es. Nix

mit großartigen Mix-Techniken oder fließenden Übergängen;

einfach nur stumpfes Auflegen.

Allerdings hat der Licht-VJ sein Bestes gegeben. Auch die

Visuals und Animationen waren nett. Passend zum modernminimalen

Ambiente des Innenlebens der Villa, welches im

krassen Gegensatz zum äußeren Altbauten-Stil der Villa steht,

war auch das Personal eher verhalten bis edel-wurstig. Das

Alien wurde Zeuge, wie eine dunkel-gekleidete Sicherheits-

Einheit, auch genannt „Security“ einen Joint aus den Fingern

eines Party-Gastes griff, jenen zu Boden fallen lies und auch

noch wie ein Stier auf diesem harmlosen Stück Natur

herumstampfen musste. Demonstativ eben.

Entsetzen durchfuhr das kleine Alien, da doch erst vor nicht

allzu geraumer Zeit in Köln die Hanfdemo gewesen ist und

man sich einen doch kritischeren, bewussten Umgang mit dem

kosmischen Kraut erhoffte! „Ein unsinniges Unterfangen“,

urteilte das Alien, da der Raum nur so vom süßlichem Grasduft

ausgefüllt war. Und der stammte nicht ausschließlich von den

Party-Gästen oder der Nebelmaschine, sondern durchaus auch

von anderen an diesem Treffen Beteiligten . . . Egal, wurde

weiter Bier gesoffen für „zwei Oiro fuffzisch“.

Dennoch ein insgesamt schönes Erlebnis, da liebe Menschen

dagewesen sind („Ey, Alda: Du bist voll Fläsh!“). Außerdem

erlebte das Alien eine andere Art der Körpererfahrung. Denn

die Power von Break-Beats ist ja schon etwas anderes, als das

sonst geläufige „four-2-the-floor“-Gehopse.

Aber erneut eine „gekaufte DJ-Culture“ supporten und dadurch

den Einfluss groß-kapitalistischer Prozesse und weitere

Cannabis-Sanktionen forcieren? Nee, dann doch lieber unter

dem Boden der Tatsachen reisen bleiben. Bäck 2 da

Underground!

www.nuforms.de

www.drumandbass.de

Ein Alien.

Zwischenhändler natürlich durch Repressalien zu kriminalisieren.

Fette Großkonzerne wiederum haben selbst die

Möglichkeit bestimmte Gesetzesbeschlüsse zu forcieren und

ökonomische Justizverfahren zu beschleunigen. So entstand

auch das neue Urheberrecht. (www.urheberrecht.de)

Doch wie unsere kurze Kulturgeschichte es lehrt, haben

Prohibitionen das jeweilige Problem nur verdrängt und erst

mafiaartige Distributions-Strukturen begründet.

Wäre es nicht schlauer und effektiver, wenn jeder Liebhaber

frei und legal darüber entscheiden dürfte, wie er seine Daten

speichert? Beispiel Musik: Warum darf der Kunde nicht frei

wählen, ob er ein Cover dazu will oder nicht, ob die CD

beschriftet oder bedruckt ist oder gar keine CD, sondern die

Sammlung auf digitalem Wege bevorzugt!

Teilweise gibt es darauf bereits Reaktionen seitens der Industrie,

allerdings noch sehr, sehr verhalten. Hier und da gibt es Seiten

von kleineren Labels, die legalisierte Downloads anbieten, und

das zu fairen Preisen. Da haben diverse Bosse wohl arg verpennt

und jetzt wollen sie ihr Selbstverschulden auf dem Rücken

ihrer eigenen Konsumenten austragen. Absurder gehtz nimma..

Anregungen, Meinungen oder gar eine Liste legaler

Downloadseiten an: readaktion.pot@hanfjournal.de

Achtung!

jeder Missbrauch von

Drogen ist gefährlich!

Wir wollen niemanden

dazu auffordern oder

animieren Drogen zu

konsumieren


16

Wanted

Pot

Tonnenweise Drogen,

weltweit und direkt vor Ort!

Schlag gegen international-agierende

Rauschgiftschmuggler / 17 Festnahmen im Ruhrgebiet

Essen/Islamabad. Einen deutsch-argentinischen Kokainschmugglerring

hat die Mannheimer Polizei in Kollaboration mit den

argentinischen Behörden zerschlagen. Im Kampf gegen den

internationalen Drogenhandel, welcher auch gerne mal undifferenzierterweise

mit dem Kampf gegen den internationalen

Terrorismus gleichgesetzt wird, sind der Polizei dicke Fische

aus Deutschland, Argentinien und Pakistan ins Netz gegangen.

Im Ruhrgebiet sind am Mittwoch, dem 12. November 2003 300

Beamte der Exekutive, also die „staatliche Gewalt“, für

Hausdurchsuchungen und Festnahmen in Essen, Wesel, Bottrop,

Oberhausen, Mülheim und Gelsenkirchen aktiviert worden.

Lediglich 17 Verdächtige im Alter von 21 bis 49 Jahren seien

im Ruhrgebiet festgenommen worden, teilte die Polizei in Essen

mit. Die mutmaßlichen Drogenhändler stammen vermutlich

aus Syrien, dem Libanon und anderen Ländern des Nahen

Ostens. Ihnen wird vorgeworfen, Kokain „im großen Stil“ aus

Südamerika nach Deutschland gebracht und im Ruhrgebiet

verkauft zu haben. Bereits seit einem Jahr ermittelten die

Behörden verdeckt gegen die Gruppe. Eine typische Polizeitaktik

also: zunächst warten und sammeln, und wenn genug Beweise

vorliegen, zuschlagen, aber dann volle Kanne.

Die überwiegend aus Brasilien stammenden illegalisierten

Substanzen wurden per Kurier auf dem Luftweg zu unterschiedlichen

Flughäfen nach Europa transportiert oder wahlweise

auch per Auto oder per Bahn ins Ruhrgebiet gebracht.

In Buenos Aires, der Hauptstadt von Argentinien, und in Baden-

Württemberg sind fünf Verdächtige festgenommen und Kokain

im Verkaufswert von 92.500 Euro beschlagnahmt und in

„Verwahrung“ genommen worden. Wäre ja auch mal interessant

zu wissen, was nach der Verhandlung mit dem Stoff passiert.

Nebenbei: Die pakistanische Anti-Drogenpolizei (ANF) hat an

der afghanischen Grenze eine Tonne Heroin und mehr als drei

Tonnen Morphium beschlagnahmt. Scheint wohl, als ob die

illegalisierte Drogenproduktion und -distribution weiterhin

ihrer Wege geht, trotz der Forderungen des Unmenschen des

Jahres, Präsident Bush, das Drogenproblem durch die

Eliminierung von Reproduktionsstätten für solcherlei

Substanzen im Keim zu ersticken.

Adam Zawadski

Gesucht: Trend- und szeneläden ohne Hanf Journale

Ziel: zukünftige Auslage des Hanf Journals

Methode: Anzeigen (beim Hanf Journal, auf keinen

Fall bei der Polizei)

Wo: zentrale@hanfjournal.de

Belohnung: kleine Geschenke (z.B.: Drehmaschiene,

Grinder, CDs, ...)

Das Hanf Journal sucht Head- und Growshops die noch keine Hanf Journale auslegen. Kennt ihr einen Shop der

das noch nicht tut, dann gibt uns die Adresse und wir kümmern uns darum das ihr auch in diesem Shop Hanf

Journale bekommt. Für fachdienliche Hinweise warten kifferfreundliche Belohnungen.

MegaKultur in Münster Das Exbad öffnet seine Türen

Wer hinter der roten denkmalgeschützten Backsteinfassade

eine weitere Großraum-Diskothek für Pauschal-Clubber vermutet,

der sucht vergebens. Das EXbAd lädt zu einer spacigen

Nightlife-Adventure-Expedition, bei der es einiges zu entdecken

gibt. Doch nicht nur das: auch Hochzeiten und andere

„ungewöhnliche“ Veranstaltungen finden hier ihren angetrauten

Platz.

„DAMALS“, zu den Zeiten des 19 Jahrhunderts; Industrialisierung

und „Das Kapital“ (das Buch von Marx) sind wesentliche

Schlagworte, die noch bis heute nachhallen. Damals schuf

die „Germania-Brauerei“ ein riesiges und komplex konstruiertes

Fabrikgebäude, welches heutzutage unter Denkmalschutz

steht. Einerseits gut, da das bedeutet, dass

es nicht so schnell abgerissen werden kann.

Andererseits weiß auch niemand so recht,

was man mit den dort vorhandenen

Örtlichkeiten anfangen sollte.

Zwischenzeitlich ist die Location

mit immensen Aufwand zu

einem Erlebnisbad, den

„Germania-Thermen“,

umgebaut worden.

Heute ist das EXbAd ein

einmaliger, weil außergewöhnlicherVeranstaltungsort

mit circa 8000 qm

Fläche. Die Rutsche haben

die Betreiber mittlerweile

leider auch abgebaut.

Veranstaltungen mit

50–1000 Personen sind

theoretisch realisierbar,

allerdings praktisch

ausgeblieben. Es gab zwar

hier und da mal ein paar

Techno-Parties. Allerdings

sind jene nur auf geringe

Resonanz gestoßen. Beim

Umbau wurde nicht etwa

versucht die Spuren der

Therme zu verwischen.

Nein, vielmehr entstand

eine charmant inszenierte

Symbiose aus den Erlebniswelten,

Kunst, Kitsch

und Kultur, die nicht nur

durch ihre Architektur,

sondern auch durch ihre

vielfältigen Ausdrucksarten

den Besucher zum

Fläschen animieren.

Lounges und Clubs,

Installationen und Illuminationen

lauern mit all

ihren Verlockungen auf

den fünf Ebenen dieses

bizarren Labyrinths.

Allein die Struktur der

Räumlichkeiten lässt ein

nicht zu unterschätzendes

Potenzial vermuten: Die

Verbindungen zwischen

den verschiedenen Ebenen

sind auf kurioseste

Art und Weise miteinander

verbunden.

So lässt sich auch das

Engagement eines Veranstalters

aus dem Ruhrpott

erklären, der sofort das

Potenzial dieses Mikro- im

Makrokosmos erkannt hat

und sich entschied dort die erste fette Trance-Party zu machen.

Nicht, das es das noch nicht gegeben hätte, nur halt immer in

einem etwas kleinerem Rahmen.

Kaum hat man den verschütteten Party-Tempel betreten, wird

man auch schon von einem riesigen goldenen Buddha auf die

gleichnamige Lounge eingestimmt. Mit ihrem ostasiatischen

Flair bietet jene Sphäre Raum für Muße und Erholung und die

entsprechende Stimmung wird geschaffen, um den Alltag

vergessen zu lassen. Von der Buddha-Lounge wiederum gelangt

man in das sich über vier Stockwerke erstreckende Atrium,

eine Art riesengroße Säulenhalle, nur ohne Säulen. Es gibt sogar

einen Fahrstuhl, allerdings nicht mehr so wirklich funktionstüchtig.

Unter anderem befindet sich in dieser Säulenhalle ohne

Säulen die „Atrium Bar“ – quasi das, was man den „Mainfloor“

nennt. Und direkt am Floor angrenzend existiert ein großer

verkachelter Tanzpool. Selbstverständlich hat man die

Möglichkeit seinen Füßen auf kühlem Sand Erholung zu bieten,

während der Rest des erhitzten Körpers sich wohlig in einem

der aufgestellten Liegestühle räkelt. Fehlt nur noch der

geschüttelte Martini, ach, und die Kirsche nicht vergessen,

bitte!

Wer es lieber etwas „hotter“ hat, will heißen „heißer“, der sollte

auf jeden Fall im „Azucar“ vorbei schauen. Nein, das ist kein

Feuervogel aus der Hölle. Und Feiervögel gibt es da erst recht

nicht. Es sind Rhythmen aus dem lateinamerikanischen Genre,

welche sich hier die kulturelle Hand geben und mit souligen

Klängen, Tönen und mit atmosphärischer Dekoration, inklusive

der passenden Drinks das bunt-fröhliche Lebensgefühl

Lateinamerikas widerspiegeln.

Die „Kunst der Nacht“, eine zeitlose, weil teils ins Gemäuer

integrierte Ausstellung, ist im EXbAd durchgängig zu

bestaunen. Die Entdeckungsreise führt auch an den Frank

Zeder-Skulpturen vorbei, wirklich sehr verspult auf den

Rezipienten dieser Kunst wechselwirkend. Dann durch den

„Floor 4“, einem weiterem Club innerhalb des EXbAds hin

zur nächsten Bar, entführt beispielsweise in „Roxies

Welt“; jenem geheimnisvollen Mikrokosmos,

der sich über die Ebene der ehemaligen

Solariengrotten erstreckt. Ja, sie

haben richtig gelesen, Herr

Leser: So-lar-grot-ten! Die

Arbeiten von Roxie Heart

sind eine Mischung

aus oberflächlichem

Ulk und sehr

tiefsinnigem

Witz. Kästen

mit ganz

absonderlichem Inhalt, skurrile Arrangements von Spielzeugfiguren,

Dekorationsartikeln und Alltagsgegenständen, die in

dieser Umgebung ihre volle Wirkung erlangen. In diesem

Zusammenhang noch ein Filmtipp: „Chicago“ ist ein absolut

sehenswürdiger Film mit Tiefsinn. Er ist nicht nur eine Art

Biographie über das Leben der Roxy Heart, sondern veranschaulicht

zudem auf interessante Art und Weise, wie stark doch die

Wirkung von einer bestimmten Darstellung von Inhalten via

Massenmedien, speziell gemeint sind Nachrichten in Funk und

Fernsehen, Einfluss auf das alltägliche Handeln in einer

modernen Gesellschaft nehmen.

Unterwegs zur nächsten Lounge, führt der Night-Trip vorbei

an Lichtinstallationen von Günter Jäckle, Gemälden von Mark

Kostabi und Videokunst im ehemaligen Kino hinauf bis unter

das Glasdach, in die „Sternenwarte“. Von dort aus kann der

moderne Partygänger von heute einen Blick auf die faktisch

nicht vorhandene Skyline von Münster werfen und darüber

sinnieren, wie klein wir in unseren globalen Welt doch sind.

Denn in dieser Welt, genauso wie im EXbAd, sind der Phantasie

keine Grenzen gesetzt.

www.exbad.de

Adam Zawadski


Und wieder ist ein Monat vergangen und wieder liegt die neue Terminseite zu Füßen eurer Augen. Zum Abschluss

des Jahres gibt’s an dieser Stelle noch einmal ein paar heiße Dates zwecks Einheizen auf die Piste.

Nach einem durchaus turbulenten Monat steht jetzt auch endlich der Artikel über das EXbAd. Wie die Funky Buddha-

Party dort gelaufen ist?! Die ist zu Redaktionsschluss leider noch nicht gewesen. Aber ich denke mal, ganz nett, zumal

im Vorfeld alle Zeichen durchaus auf Positives deuteten und wir mit eve&rave dort sogar einen Psychedelic-Info-Stand

kreiert haben.

In dieser Ausgabe sollte es eigentlich auch zwei fette Artikeln über mp3-Ripperei in Bielefeld und über staatliche

Sanktionen gegen Home-Grower gegeben haben. Gibt’s aber leider nur in abgespeckter Version. Das nächstemal

folgt mehr.

Also: nur noch einmal warten und schön brav sein, dann gibt’s die beiden Dinger näxtez Mal paleddi kompleddi.

Silvester-Parties wollt` ich euch dann doch lieber ersparen, weil ja an jenen Parties bekanntlich immer ein Überangebot

herrscht.In diesem Sinne: Frohe Feier-Tage und einen frischen Flug ins neue Jahr wünscht euch das Alien aus dem

Pot!! Kritik, Inputs oder auch „nur“ Party-Tipps sind herzlich willkommen! Einfach nur eine E-Mail an

readaktion.pot@hanfjournal.de schicken.

Gerade mal nur zwei Shows in Deutschland macht

der Mann. Allerdings eine davon in NRW. Da

könnten die Westfalen echt einmal stolz drauf sein.

Doch wer oder was ist Anthony B?! He is one for

the Ladies! Anthony B. („Fire Pon Rome“) ist ein

Held in der Damenwelt und ganz nebenbei einer

der „hardest working man in Reggaebizz“. Sein

Tonträger-Output auf Jamaica, unglaublich, aber

wahr, zählt weit über 150 Singles. Der bekennende

Bobo Dread, der schon vor zwei Jahren die

Summerjam-Crowd mit seiner tighten Liveshow

verzückte, kombiniert gekonnt politisch motivierte

Roots-Lyrics mit schmissigen Ragga Riddims,

sodass auch Dancehall-Dons voll auf ihre Kosten

kommen. Anthony B spricht eher für die Vielfalt

und Abwechslung, die mit jamaikanischer Musik

möglich ist.

Das Line up: Anthony B & Band

Ticket-Reservierung unter der unten angegebenen

Website.

www.u-club.de

www.riddim.de

Energie in Reinform erwartet den Party-Fraggel an

diesem Abend und das gleich auf drei Floors. Neben

fünf fetten Live-Acts (Auricular, Electric Universe,

Patchwork, P.a.r.a.t.o.x und Marathi) werden

Shawnodese, Bim, Cyclone, Brainshakers,

Chemicus, Spacebee und noch elf weitere DJs die

Plattenteller heißlaufen lassen. Die Deko kommt

von den Cosmicwalkers und Aton, die zusammen

einen adäquaten Space kreieren werden, in welchem

sich die Tanzenden entfalten und mit ihrer

Umgebung verweben können. Zusätzlich wird es

noch einen Butterfly Indien Shop geben. Es wird

also mächtig und psychedelische-Erfahrungenfördernd

aufgefahren. Der Veranstalter hat bereits

angekündigt die Party bis in die späten Sonntagsstunden

ausufern zu lassen. Wäre wieder einmal

der Kostenfaktor zu bedenken, aber ich denke, dass

das Preis-Leistungs-Verhältnis wohl in Ordnung

geht. Klingt ganz nach einem laaaaaangem

Wochende und vor allem nach einem anstrengenden

Wochenanfang, oder?

Mehr Infos unter 0160 30 36 175 oder

www.psygoa.de

Anthony B & Band

Date: 9. 12. 2003

Entry: 20 Euro

Location: U-Club,

Wuppertal-Elberfeld

Xperience – 3 Floors full On, Progressiv, Ambient

Date: 12. - 13. 12. 2003

Entry: VVK 15 Euro

Location: Synchron Club

Dortmund

Passend zur kalten, teilweise sogar düsteren

Jahreszeit wollen wir unseren Lesern natürlich ein

umfassendes Programm bieten, damit auch für

(fast) jeden etwas dabei ist. Deswegen der Hinweis

an die Aachener: jeden zweiten Freitag im Monat

gibt es im Nightlife (Old school-) EBM, Synthi-Pop,

Industrial und noch vieles mehr, was musikalisch

in Richtung Elektro geht. Der musik-technische

Koordinator, auch genannt Diskjockey, der für den

Sound dieser Parties zuständig ist und sein wird,

heißt DJ Horn. Jener will seinem Publikum gerne

jegliche Nitzer EBB-Stücke präsentieren, ohne dabei

auf die Nerven gehen zu wollen. Denn DJ Horn

richtet sich nach den Wünschen der Tanzenden,

weil er jene, nicht sich, gut unterhalten will. Auf

die Gäste wartet sogar ein Getränkespezial: Weizen

erhaltet ihr auf dieser Party in Aachen ermäßigt für

2 Euro! Eine Anfahrtsbeschreibung zu diesem

Ereignis mag der potenziell Interessierte, weil durch

diese Musik angesprochene Leser, auf der

Homepage finden.

www.djhorn.de

Ja richtig, wir haben hier ein Festival lokalisiert,

selbst zu dieser Jahreszeit. Zwar kein „normales“

Festival, welches üblicherweise outdoor stattfindet,

aber dafür steigt das Dingen indoor auf vier Areas

mit wirklich geilen Acts und altbewährten

Künstlern. Von den Residents H.a.n.z.,

Mr.Mushroom und Lars van Josten, über „da

unbelievable“ Radio-DJ Mike Litt von 1Live, Andry

Nalin und Mario de Bellis, die dem ein oder

anderem bestimmt ein Begriff sind. Aber wenn es

nur die wären, so würde diese Party nicht in den

Terminen stehen. Denn jetzt kommts: Miss Djax

aus den Niederlanden, Pascal F.e.o.s., neben Kollege

Sven, eines der Frankfurter Urgesteine des Techno

und very spezial an diesem Abend die Boogie Pimps

aus Thüringen, die ihren Sommerhit „Somebody

to love“ unter die Feiernden bringen werden.

www.kick-herford.de

TERMINE

EBM back to NEP#56 – NITZER EBB-Party

Date: 12. 12. 2003

Entry: ???

Location: Club Nightlife

(Ex-Ritz), Aachen

Pot

Ganjaman und Junior Randy @ FlaFla

Ganjaman und Junior Randy sehen sich weniger

in der Funktion als Musikinterpreten im eigentlichen

Sinne, sondern vielmehr als Übersetzer der in den

für viele Reggaefans noch unzugänglichen

Patoistexten verfassten Thematiken. „Patois“ ist

der in der Karibik und speziell auf Jamaika

gebräuchliche Dialekt der einfachen Bevölkerung,

der sich aus den unterschiedlichen Spracheinflüssen

wie dem Englischen, Afrikanischen und Indischen

entwickelte und formte. Inhalte solcher Texte sind

z. B. das korrupte System Babylons, soziale Unterdrückung

von Schwachen, Folgen von Rassismus

und Kolonialisierung sowie spirituelle Inhalte der

Botschaft RasTafaris, welche die Liebe zu allem

Leben ist. Jedoch werden diese Thematiken nicht

einfach adaptiert, sondern erfahren eine für uns

Westeuropäer greifbarere Interpretation und

Authentizität, die den weißen Mann wieder voll

ins Geschehen integriert und unsere Eigenverantwortlichkeit

am Weltgeschehen in aller Deutlichkeit

hervorhebt. Es gibt nur eine Welt. Deswegen: Think

global, but act local!!!

www.flafla.de

Safari – Techno, Trance, House Festival Götz Widman

Date: 25. 12. 2003

Entry: ???

Location: Kick, Herford

Gerade mal nur zwei Shows in Deutschland macht der

Mann. Allerdings eine davon in NRW. Da könnten die

Westfalen echt einmal stolz drauf sein. Doch wer oder

was ist Anthony B?! He is one for the Ladies! Anthony

B. („Fire Pon Rome“) ist ein Held in der Damenwelt

und ganz nebenbei einer der „hardest working man in

Reggaebizz“. Sein Tonträger-Output auf Jamaica,

unglaublich, aber wahr, zählt weit über 150 Singles. Der

bekennende Bobo Dread, der schon vor zwei Jahren die

Summerjam-Crowd mit seiner tighten Liveshow

verzückte, kombiniert gekonnt politisch motivierte Roots-

Lyrics mit schmissigen Ragga Riddims, sodass auch

Dancehall-Dons voll auf ihre Kosten kommen. Anthony

B spricht eher für die Vielfalt und Abwechslung, die mit

jamaikanischer Musik möglich ist.

Das Line up: Anthony B & Band

Ticket-Reservierung unter der unten angegebenen

Website.

www.u-club.de

www.riddim.de

Date: 12. 12. 2003

Location: FlaFla/Spunk

Entry: 5 Euros

Date: 27.11.2003

Entry: ???

Location:

Café Zapata im Tacheles

Achtung!

jeder Missbrauch von

Drogen ist gefährlich!

Wir wollen niemanden

dazu auffordern oder

animieren Drogen zu

konsumieren

17


Hanf Journal kommt in deine Region!

Nun kommt zusammen,

was zusammen gehört.

Lange hat es gedauert. Erst waren es die Berliner, dann die

Ösis, und dann sogar noch die Nordrhein-Westfalener, aber

nun, nun seid ihr dran. Denn endlich ist es soweit: für alle

LeserInnen des „Hanf Journal“ in Hessen, Baden-Württemberg,

Saarland und Rheinland-Pfalz brechen noch breitere Zeiten an.

Das „Hanf Journal“ druckt ab sofort immer drei Seiten zu den

bekifftesten, abgespultesten und sicherlich chilligsten Themen

eurer Region ab. Wenn das mal nicht toll ist, was?

Warum so viel Ehre, werdet ihr euch nun fragen. Warum

ausgerecht der Süd-Westen und nicht Bayern? Das können wir

euch sagen. Seit längerem hat sich nun schon eine Gruppe aktiv

für die Legalisierung im Rhein-Main Gebiet, die Hanf-Initiative,

stark gemacht. Und nach einigen Hin- und Hergemaile hatten

wir festgestellt, dass es super wäre in Zusammenarbeit für

euch eine Regionalausgabe herauszubringen. Damit ihr auch

wisst, was in der Region so alles abläuft und wie ihr euch aktiv

an einer Legalisierungsbewegung beteiligen könnt.

Sokratis Zacharopoulos wird für uns als Hanf Journal

Korrespondent im „seedwest“-Gebiet eure neue

Regionalausgabe managen. Zusammen mit ihm wollen wir

uns intensiv in die Politik mit einmischen. Und ihr könnt

exklusiv den Start dieser neuen Ära erleben. Wenn ihr besondere

Wünsche, Anregungen, Ideen oder Kritik habt, dann meldet

euch einfach bei ihm: redaktion.seedwest@hanfjournal.de!

Wie bisher bleibt das „Hanf Journal“ natürlich kostenlos. Aber

um möglichst viel Druck und Einfluss für eine humane

Drogenpolitik ausüben zu können, ist es wichtig, dass auch ihr

mithelft. Hat euer Head- oder Growshop schon das „Hanf

Journal“? Gibt es welche in euren Lieblings-Locations? Gibt es

andere Plätze, an denen wir „Hanf Journal“ auslegen könnten?

Wenn ihr Ideen habt, dann sagt es einfach den Besitzern, den

Vereinen oder euch selbst. Wer sich bereit erklärt 100 Stück

oder auch mehr zu verteilen oder auszulegen, bekommt jeden

Monat von uns – kostenlos – ein Paket mit dem „Hanf Journal“.

Natürlich liegen diesem Paket auch hin und wieder Geschenke

wie CDs, Tipps oder Filter bei.

Also lassen wir die Revolution auch im seedwesten beginnen.

Werner (ein Bayer) Graf

„Hallo - ich kiffe!“

Interview mit Verena Seipp, 24, Hanfaktivistin aus Darmstadt,

Pädagogikstudentin im 4. Semester, Mama von Julian, drei

Jahre. Um auf einen „grünen“ Zweig zu kommen, jobbt sie

nebenher auch noch an einer Tankstelle oder als Promoterin.

Das „Hanf Journal“ traf sich mit Verena an einem sonnigen

Sunday-Afternoon und wollte von ihr wissen, wie es dazu

kam, dass sie sich für die Re-Legalisierung aktiv einsetzt.

Hanf Journal: Warum setzt du dich für die Legalisierung

ein?

Verena: Ich möchte frei kiffen können und sehe keinen Sinn

im Verbot. Ich wollte auch schon immer meine konservativen

Eltern von der Sinnlosigkeit des Verbotes überzeugen und in

Hinblick auf Julian: Er soll offen und aufgeklärt erzogen werden,

auch im Bezug auf Drogen.

Hanf Journal: Hättest du ein Problem damit, wenn dein Sohn

Drogen konsumieren würde?

Verena: Nicht wenn er verantwortungsvoll damit umgeht

und das kann man lernen.

Julian nähert sich mit seinem Bobbycar.

Hanf Journal: Oder Julian, was denkst du über das

Engagement deiner Mutter?

Julian: Gugu, ikke. (lacht und bewirft mich mit einem

Duplostein)

Hanf Journal: Gilt das jetzt nur für Hanf oder für alle Drogen?

Verena: Ich finde; das gilt für alle Drogen. Je aufgeklärter

man ist, desto besser kann man die Gefahren einschätzen,

abwenden und die positiven Potenziale nutzen.

Hanf Journal: Wie hat es mit deinem Aktivismus angefangen?

Verena: Durch die „Grow!“ bin ich auf die „Zeig-Dich!-

Aktion“ aufmerksam geworden. Ich war total begeistert

davon und habe sofort eine Selbstbezichtigung ausgefüllt

und direkt eingeschickt.

Hanf Journal: Und, wie ging es dann

weiter?

Verena: Ich habe zuerst versucht meine

Freunde dafür zu begeistern, aber es

war nicht gerade einfach, da man seine

Adresse preisgeben muss und viele

befürchteten, dass irgendwann mal

die Polizei vor der Tür steht.

Hanf Journal: Hast du davor gar

keine Angst gehabt?

Verena: Nee, für mich war das

eine sichere Sache. Ich hätte auch

kein Problem damit zur Polizei zu

gehen und zu sagen: „ Hallo - ich

kiffe!“

Hanf Journal: Hast du keine

Angst davor den Führerschein

zu verlieren?

Verena: Nein! Ok . . . zur Polizei

würde ich nicht sofort gehen,

aber nur wegen der

diskriminierenden Führerscheinregelung.

Aber zu

meinem Konsum stehe ich!

Wenn ich auf der Straße

herumlaufe und ein Bier

trinke interessiert es

niemanden, aber ein Freund von mir wurde mit ´nem kleineren

Raucheckchen erwischt und hat den Führerschein deswegen

verloren und das als Passant!

Hanf Journal: Hat es dich nicht entmutigt, dass sich deine

Freunde nicht an der Aktion beteiligen wollten?

Verena: Nein! Ich habe dann mit einem Freund und 50 Kopien

der Aktion ein HipHop Konzert besucht. Ich hatte Kulis dabei

und habe die Leute an einer Wand unterschreiben lassen und

die Zettel eingesammelt. 40 Zettel haben wir zusammengekriegt

und eingeschickt.

Hanf Journal: Hast du das dann öfter gemacht?

Verena: Nee, ich habe dann etwas über den Million

MarijuanaMarch erfahren und von dem Hanfaktivisten Valentin

Batlle gehört, der nicht allzu weit weg von Darmstadt, in

Limburg, wohnt und noch Helfer suchte. Habe ihn erst

Seed west

15

Interview mit Verena Seipp

angerufen und bei einem Treffen haben

wir ausgemacht gemeinsam zum MMM

2002 nach Düsseldorf zu fahren. Dort

haben wir einen Aufklärungsstand aufgebaut.

Eine Woche später haben wir in

Limburg einen weiteren Stand organisiert.

Und später beim Schlossgraben-Fest in

Darmstadt konnten wir an einem einzigen

Tag 420 Unterschriften sammeln.

Hanf Journal: Wow! Habt ihr nur für

diese eine Aktion Unterschriften

gesammelt?

Verena: Nein, auch für „Ich habe gekifft“

von der Grünen Hilfe, aber „Zeig-Dich“

hat überwogen.

Hanf Journal: Wie ging es dann weiter?

Verena: Durch diese Aktionen habe ich

weitere Leute kennen gelernt, die sich

gerne für die Legalisierung einsetzen

wollten und wir haben verabredet, dass

ich wieder einen Stand in Darmstadt zum

MMM 2003 mache. Valentin hat mir dann

von der Hanf-Initiative erzählt, die

zeitgleich in Frankfurt einen Infostand

aufstellte und so habe ich mich mit denen

in Verbindung gesetzt. Beim MMM 2003

habe ich leider nur mit einem Tapeziertisch

und einem Freund dagestanden. Das war

ein mäßiger Erfolg. Aber wir haben

ausgemacht, wieder was in Darmstadt

zum Heinerfest zu organisieren. Das war

viel besser, weil wir mit der Hanf-Initiative

zusammengearbeitet haben. Wir waren

acht Leute, hatten das nötige Material und

Equipment und haben nach zwei Tagen

Infostand sogar eine spontane Demo über

das Festgelände gemacht. Das war super!

Hanf Journal: Warum machst du das

nicht öfter?

Verena: Ich würde ja gerne, aber mit

Kind ist das sehr anstrengend. Ich

bräuchte noch mehr Hilfe von Leuten die

z. B. in Darmstadt wohnen, dann schon.

Hanf Journal: Wo liegt das Problem?

Verena: Ich habe schon öfter aufgerufen,

Flyer verteilt, in der „Grow!“ annonciert

. . . die Leute sind einfach zu faul und

glauben vielleicht nicht an die Legalisierung.

Ich schon! Nur wer was tut kann was

verändern, darauf zu warten bringt nix!

Nur gut, dass es im Raum Rhein/Main

die Hanf-Initiative gibt, da sind einfach

mehr Leute beisammen um beispielsweise

Aufklärungsstände, Demos usw. zu

organisieren. Deshalb werde ich in

Zukunft auch selber aktiver werden

können.

Aufruf: Leute aus Darmstadt und

Umgebung unterstützt Verena bei ihrem

Kampf für die Relegalisierung von

Cannabis! Kontakt: veriseipp@gmx.de und

info@hanf-initiative.de oder fon: 0160 –

447 12 68

Das Interview führte Sokratis

Zacharopoulos

Unterstützen Sie deshalb die politische

Arbeit des DHV, privat oder als Firma.

Email: buz@ hanfverband.de

Tel: +49 (0) 30. 44 71 66 53

Lettestraße 3

10437 Berlin

mehr Infos unter www.hanfverband.de


16

Seed west

reclaim your space

Die Nachttanzdemo 2003 tanzt zum 9. Mal für urbane Freiräume

und Bewegungsfreiheit durch die Frankfurter City

Am 10. Oktober beanspruchten Demonstranten die Innenstadt Frankfurts als

Partyarea, kritisierten die Kulturpolitik in der Main-Metropole und verurteilten

die unsozialen und einseitigen Sparmaßnahmen im sozialen Bereich der Koch-

Regierung:

„Alternativen Locations wird durch penible Auflagenkataloge der Betrieb erschwert,

immer öfter Veranstaltungen durch das Einschreiten der Ordnungsbehörde

gestört, und im September musste schließlich das Frankfurter Space-Place

die Türen schließen: die Konzession wurde nicht verlängert.

Während sich beim Sound of Frankfurt Tausende berauscht von ein paar Stars

und jede Menge Alkohol über Frankfurts Zeil schieben, wird eine unkommerzielle

Partyveranstaltung der alternativen Partyszene, die nicht in Frankfurts Massenkulturprogramm

integriert ist, durch einen enormen Auflagenkatalog erschwert

bis unmöglich gemacht.

Die Ereignisse der letzten Monate in der Partyszene sind kein unerklärliches

Phänomen, sondern im Zusammenhang mit der Sicher-Sauber-Service-Politik

vieler deutscher Städte zu sehen. Vertreibung all dessen, was nicht zum Image

der schicken Metropole von Welt passt wird hier zum Gesetz gemacht.“ So die

Autonome Antifa F.

Zwischen 18 und 19 Uhr sammelten sich etwa 120 kritische Menschen am Startpunkt,

bis sich der Demonstrationszug , unterstützt durch fünf Wagen, mit Drum

´n Bass, HipHop, Punk und Techno, gefolgt von 15 Einsatzfahrzeugen und Bussen

der Polizei, in Bewegung setzte.

Die Beamten waren unfreundlich, aber zurückhaltend und ließen zu-nächst

durch ihre überzogene Präsenz bei einer friedlichen Demo kein rechtes Partyfeeling

aufkommen. Nach der Zwischenkundgebung auf der Zeil wuchs der Zug, zu

dem gegen Ende immer mehr Partypeople, angezogen von der Musik, stießen,

auf geschätzte 2000 Per-sonen an. Und die ließen sich das Feiern nicht mehr von

der Polizei verderben. So wurde bei der Afterparty bis zum Morgen der gelungene

Mix aus Politik und Fun gefeiert.

- next year - bigger, louder - nachttanzdemo.04 –

Infos unter: www.kulturoffensive.org, www.nachttanzdemo.net -

Wanted

Sokratis Zacharopoulos

Gesucht: Trend- und szeneläden ohne Hanf Journale

Ziel: zukünftige Auslage des Hanf Journals

Methode: Anzeigen (beim Hanf Journal, auf keinen

Fall bei der Polizei)

Wo: zentrale@hanfjournal.de

Belohnung: kleine Geschenke (z.B.: Drehmaschiene,

Grinder, CDs, ...)

Kommentar von Wolfgang Sterneck,

w.sterneck@sterneck.net

TANZEN FÜR VERÄNDERUNG

Die Nachttanzdemo 2003

Bei einer Nachttanzdemo sollte man erfahrungsgemäß

nicht so sehr auf die Details achten,

sondern immer mehr die Gesamtidee im Auge

behalten. Schon traditionell zogen auch dieses

Jahr wieder eine Handvoll Wagen durch die

Frankfurter Innenstadt, beanspruchten unter

dem Motto „reclaim your area“ die Straßen als

Dancefloor und den zunehmend kontrollierten

öffentlichen Bereich als Freiraum für eigene

nonkonforme Lebensformen.

Je nach Vorliebe stand dann für den einen der

Party-Spaß in Vordergrund, während andere

das Ganze in einen größeren politischen Zusammenhang

stellten. Dem Aufruf gelang es recht

sinnig beide Tendenzen miteinander zu verbinden:

„Frankfurt, das heißt: weltoffene

Metropole mit Flair, die sich ihrer multikulturellen

Zusammensetzung rühmt. Das heißt

tanzen beim Sound of Frankfurt, genießen der

Idylle beim Rosenfest, feiern der Helden beim

Ironman und so weiter und so fort. - Frankfurt,

das heißt auch: Vertreibung all dessen, was

nicht zum Image der schicken Metropole von

Welt passt. Das heißt rassistische Kontrollen

auf der Zeil, Abschiebungen nonstop vom

Frankfurter Flughafen, Schließung alternativer

Partylocations, Vertreibung von Wohnsitzlosen,

Kriminalisierung von Partys, Illegalisierung

von Wohnprojekten etc. Dieser Stadtpolitik

gemeinsam und entschieden entgegenzutreten

ist Ziel der nachttanzdemo.03 . . .“

Die Mitlaufenden bzw. Mittanzenden deckten

dann auch ein weites Spektrum der Alternativund

Jugendkulturen ab, von schrägen Drum&-

Basslern über die Post-Punk-Fraktion bis zu

den Hippie-Goa-Fraggle-Freaks, von der

Autonomen Antifa bis zu den ausdrücklich

dionysischen Party-VeranstalterInnen und nicht

zuletzt einem großen Haufen frei schwebender

Gestalten. Deutlich wurde dabei einmal mehr,

dass fernab der unterschiedlichen Rhythmen

und Codes im Underground immer wieder die

gleichen Bedürfnisse, Forderungen und Träume

zu Ausdruck kommen, die letztlich in gegenkulturellen

Freiräumen Gestalt annehmen.

Freiräume, in denen zumindest ansatzweise

eine gemeinschaftliche Entfaltung fernab der

Profit- und Gleichschaltungsmechanismen

möglich werden kann und die deshalb immer

mehr auf der bürokratischen Ebene mit unerfüllbaren

Auflagen des Ordnungsamtes oder

auch ganz direkt mit repressiven polizeilichen

Maßnahmen gezielt zerstört werden.

Dass die gutgemeinten Redebeiträge während

der Demo fast völlig untergingen, weil beispielsweise

an einer Stelle die übermotivierte Trommelgruppe

und der Generator den Sound

bestimmten, ist eher eine Randerscheinung.

Auch dass dann zum Abschluss mindestens

zwei Drittel der Demo noch an irgendeiner

Kreuzung darauf wartete, dass es weiter geht,

während einige Straßen entfernt kaum beachtetet

schon der Abschlussbeitrag lief, passt

treffend ins Bild. In das Bild einer bunten und

vielfältigen, manchmal eben auch chaotischen

Undergroundkultur, die sich nicht in die vorgefertigten

Schemen der Stadtherren pressen

lassen will, sondern an selbst gewählten Orten

tanzen will. Und Tanzen steht dann tatsächlich

nicht nur für Spass und Ekstase, sowie weitergeführt

auch für Veränderung - für das Ziel

radikaler Veränderung auf ganz unterschiedlichen

und dennoch eng miteinander verbundenen

Ebenen.

Das Hanf Journal sucht Head- und Growshops die noch keine Hanf Journale auslegen. Kennt ihr einen Shop der

das noch nicht tut, dann gibt uns die Adresse und wir kümmern uns darum das ihr auch in diesem Shop Hanf

Journale bekommt. Für fachdienliche Hinweise warten kifferfreundliche Belohnungen.

Vernünftige Wege in

der Drogenpolitik

Legalisierung von Hanf?

Unter diesem Motto fand am 21.10.2003 im Offenbacher Bücherturm

eine gut besuchte Podiumsdiskussion, gemeinsam organisiert

von der Hanf-Initiative und der Grünen Jugend

Offenbach, statt.

Vernünftige Wege in der Drogenpolitik wurden aufgrund ihrer

Komplexität mehr angerissen als in konkreten Modellen erklärt.

Max Plenert, drogenpolitischer Sprecher der GJ-Hessen erläuterte

das progressive Abgabemodell der Drogenfach-geschäfte,

mit streng einzuhaltender Altersbegrenzung und einer Art

Drogenführerschein, der zum Erwerb in diesen von Fachleuten

betreuten Läden notwendig wäre und eine eingehende

Aufklärung vor den Erwerb stellt.

Sascha Drescher, drogenpolitischer Sprecher und Mitglied des

Bundesvorstandes der Jungen Union vertrat die Nulltoleranzpolitik

seiner Partei und empfahl verstärkt auf Präventionsmaßnahmen

zu setzen und diese durch Tabak- und Alkoholsteuer

zu finanzieren. Mathias Jensen vom Suchthilfezentrum

Wildhof Offenbach sprach sich, im Publikum für eine Dekriminalisierung

ohne Legalisierung aus. Wolfgang Mali, beschäftigt

in der Offenbacher Jugendarbeit sprach sich gegen die Prohibition

und zur Trennung der Märkte aus, weil „Dealer eben

nicht nur Haschisch verkaufen“. Günther Merkens,

www.drogenelend.de und für die Re-Legalisierung, griff scharf

die Drogenhilfe als gewinnorientiert und kontraproduktiv an.

Sokratis Zacharopoulos, Sprecher der Hanf-Initiative

Neues an Argumenten war von den Befürwortern der

Prohibition auf dem Podium oder im Publikum nicht zu hören.

Längst widerlegte altbekannte Klischees, Unwahrheiten und

Vorurteile wie „Haschisch als Einstiegsdroge“, „Hasch macht

lasch“ oder „Wenn Haschisch legal wäre, würde mehr gekifft

werden“ dominierten. Auch wurden immer wieder dubiose

Studien ohne Quellenangabe in „In einer Studie wurde

festgestellt, dass...“-Manier, allerlei teils amüsant Falsches wie

„Cannabis lagere sich im Gehirn ab“ oder erschreckend Falsches

„Cannabis verursache bzw. fördere Epilepsie“ angeführt. Dies

beweist wieder mal, dass ein enormer Aufklärungsbedarf in

der Bevölkerung bei den Jugendlichen ebenso wie bei den

Erwachsenen besteht.

„Wir sind für die Re-Legalisierung von Cannabis gerade weil

wir den Jugendschutz im Auge haben. Zwei bis fünf Millionen

Kiffer, laut Schätzungen des BKA, die täglich ca. eine Tonne

Cannabis konsumieren, zeigen, dass die bisherige Drogenpolitik

vollkommen versagt hat!“ argumentierte Valentin Batlle

(Battle????), Aktivist der Hanf-Initiative und www.zeig-dich.de.

„Haschisch und Marihuana sind überall problemlos erhältlich.

In den Niederlanden mit ihrer liberalen Drogenpolitik kiffen

prozentual weniger Menschen als in Deutschland“, so Batlle

(????) weiter. „Das wirklich Schädliche an Hanf“, stellte Jo

Biermanski, Öffentlichkeitsreferent der Grünen Hilfe, fest „ist

nicht der Wirkstoff THC, sondern die Kriminalisierung der

Konsumenten, die niemanden schädigen, wo Lebensläufe

zerstört, Familien und Ehen auseinandergebrochen, Existenzgrundlagen

entzogen und gerade bei Jugendlichen die

Möglichkeiten der späteren Berufsauswahl eingeschränkt

werden.“ Abgesehen von der Überlastung der Gerichte, der

Polizei und den enormen Steuergeldern, die hierfür verschwendet

werden, ist eine wirksame Aufklärung eben nicht möglich,

wenn gerade jugendliche Hanfgebraucher stigmatisiert werden

und wegen zu erwartender Repressalien nicht offen in Schulen

oder anderen Einrichtungen über Drogen reden - und dadurch

aufgeklärt werden - können.

www.gruene-jugend-offenbach.de

www.junge-union.de

www.gruene-hilfe.de

www.hanf-initiative.de

Sokratis Zacharopoulos

Sokratis Zacharopoulos, Sprecher der Hanf-Initiative, vertritt die

Auffassung, dass ein aufgeklärter verantwortungsbewusster Umgang

mit Drogen, legalen wie illegalen, möglich sei, eine drogenfreie

Gesellschaft jedoch nicht.


Winterzeit . . . die Guerilla-Grower können sich ihre Ernte gönnen, für die Home-Grower ist aber das

ganze Jahr Saison. Also manchmal kann das schon richtig nerven, so ganz ohne Bewässerungssystem.

Und dann die Milbenplage . . . Nein, das ist wirklich kein einfaches Leben für naturbewusste

Antiprohibitionisten. Warum müssen wir immer an die Polizei denken, warum immer diese Sorgen wenn

es morgens um 8 an der Tür läutet? Auf die Dauer schadet dieser Stress und deshalb ein paar

Veranstaltungs-, Aktions- und Konzerthinweise . . . bleibt locker!!!

Highlight der [´solid]-Kampagne „Hanf muss

wieder heimisch werden“.

Verschiedene Foren/Workshops:

Hanfbewegung in Europa, Hanf in der Medizin,

Hanf in den Medien, Hanf Economy

Samstags chillige Bob-Marley-Gedächtnis-Party

Sonntags Preisverleihung des ['solid]-HanfWort-

Pokals 2003 und weitere Sachpreise.

Jury: Götz Widmann, Liedermacher, Bonn, Werner

Pieper, Autor/Verleger, Lörbach, Carsten Labudda,

Drogenpolitischer Sprecher ['solid], Weinheim

Die besten Arbeiten werden in der Zeitschrift „Die

Ware“ und in einem Sammelband veröffentlicht.

Junge Literaten bis 35 können ihre Geschichten/

Gedichte rund um den Hanf einsenden: ['solid]-

HanfWort-Pokal 2003, z. H. Carsten Labudda,

Hölderlinstr. 4, 69469 Weinheim,

carsten.labudda@solid-web.de

http://www.drogenpolitik.de und http://www.hanfaktion.de

Der selbst ernannte „gitarrenguerillero“ teilt einen

Abend lang seine Ansichten über Gott, die Welt

und deren skurrile Inhalte mit uns. Wir dürfen

gespannt sein, was er so an frischem Material im

Gepäck hat. Denn seine Themenbandbreite holt so

schnell keiner ein. Sex, Drugs und Rock’n’Roll sind

seine Lieblingstopics. Aber auch ganz alltägliche

Fragen, wie zum Beispiel, was wäre wenn man sein

Leben rückwärts lebt, wie funktioniert die Geschlechtertauschpille

und was hat Jesus mit Stoiber

zu tun, beschäftigen sein Künstlerhirn. Musikalisch

nicht sonderlich anspruchsvoll schrammelt er auf

seiner Gitarre zu dafür umso treffenderen Texten.

Nicht zum Feiern, sondern zum Zuhören.

Prädikat: Absolut sehenswert!

www.goetzwidmann.de

Konferenz „Hanf für Europa“

Date: 12. bis 1412. 2003

Entry: frei

Location:

Konferenzzentrum Juz

Piranha, Neuer

Messplatz, Mannheim

Götz Widmann – extremliedermaching

Fr., 5.12.,

Weinheim, Cafe Central,

Bahnhofstr. 19

Sa., 6.12.,

Alzey, Oberhaus,

Spießgasse 4

Mi., 10.12.,

Saarbrücken, Hellmut,

Nassauer Str. 14

Do., 11.12.,

Karlsruhe, Jubez, am

Kronenplatz 1

Sa., 13.12.,

Tübingen, Epplehaus,

Karlstr. 13

So., 14.12.,

Freudenstadt, Martinique,

an der B28

Marilyn Manson, selbst ernannter „Antichrist

Superstar“, ist ein Phänomen, das jeglicher greifbarer

Beschreibung trotzt. Als einer der kontroversesten

Musiker der 90er-Jahre bildet er ein

absolutes Extrem: von vielen vergöttert, von einigen

verabscheut und von den meisten wohl nie ganz

verstanden. Eines ist jedoch unumstritten: Marilyn

Manson bietet eine Show der Superlative auf der

Grotesk-Burlesk-Tour: Man darf auf spärlich

bekleidete Frauen hoffen, die sich in überdimensionalen

Absinth-Gläsern suhlen . . .

„I don’t see a question. Think about your question

and I will think about an answer. Is that fair?“ Das

könnte er euch antworten in seinem „Orakel, einer

Perversion der Natur, die es jedem menschlichen

Wesen erlaubt, zeitweise den Raum des Marilyn

Manson zu betreten.“

Das Orakel findet ihr auf seiner Homepage. Dort

dürft ihr es wagen den Meister zu fragen. Oder

lasst euch News von ihm aufs Handy schicken . .

www.marilynmanson.com und www.tickets.de

Technoarea: Small Talk (Berlin/elektro.tanz.

experimentell), Cyclone (Trier/elektro.tanz.),

C.L.Audio (Rheine/elektro.tanz.), Matthias

Heiderich (Bad Hersfeld/elektro.tanz.), DJ GAP

(Trier/elektro.tanz)

Housearea: Toby Dy (Blankenburg/Spielstaub),

Plattenspieler (Köln/www.x-flanger.de/

T.R.A.U.M.A./Melo Stripes Rec.), Ronan Dec

(Hannover/www.x-flanger.de/T.R.A.U.M.A.),

Midena (Trier/elektro.tanz.)

Zuerst hörst du nur den Sound, dann, wenn der

Rhythmus dich nicht mehr los lässt, tanzt du bis

zur totalen Erschöpfung. Mit letzter Kraft schleppst

du dich zur Bar, an der du langsam zu Boden sinkst

und mit erhobenen Händen um ein Glas Wasser

bettelst . . .

Alles nur in deinem Kopf . . . aber die Frau neben

dir hat bemerkt, dass du durstig bist und hält dir

ein Glas vor die Sonnenbrille – Grell?

Jedenfalls gibt es dort den puren Housegenuss und

Schranziges auf die Elekro-Ohren, was ihr daraus,

macht ist euch überlassen... J

Infos: www.elektro-tanz.de

TERMINE

Marilyn Manson

Date: 07.12.2003

Location: Festhalle

Frankfurt, Eingang

Hemmerichsweg

Entry: 35,20 Euro

Für alle die noch nicht wissen, was sie Weihnachten

schenken sollen. Und für alle, die Weihnachten doof

finden. Hier habt ihr die Gelegenheit eurem Dealer

etwas Gutes zu tun. Er hat schließlich für euch den

Kopf riskiert beim Umgehen der Prohibition. Im

Auftrag des Grüne Hilfe e. V.-Bundesnetzwerks

wird die GH Hessen auch in diesem Jahr, bedürftigen

Hanf-Inhaftierten als Zeichen der Solidarität

Weihnachtspakete zukommen lassen. Interessierte

Hanf-Häftlinge werden gebeten sich mit der GH

Hessen in Verbindung zu setzen. Man kann auch

Sachspenden einschicken, dann aber vorher bitte

bei uns nachfragen, denn es dürfen nur bestimmte

Dinge und gewisse Mengen in den Knast geschickt

werden.

Spenden mit Verwendungszweck „Knastpakete“

an die GH Hessen, Postbank Frankfurt, BLZ: 500

100 60, Konto: 91570-602

Grüne Hilfe Hessen, Untere Fuldaer Gasse 12, 36304

Alsfeld, Tel. 06 631 – 70 82 24 (DI + DO 16–18 Uhr)

Jo, 06 631 – 36 04 Uli, GH Rein-Main/Odenwald,

Tel. 01 73 – 4 76 56 01 Tim, 01 60 – 4 47 12 68 Sokratis

www.gruenehilfe.de

Busta’s back, baby! Watch out for the uh-uh and

the Take it of. Fett, fetter, am fettesten, noch krass

fetter, Busta Rhymes, die Maschienenpistole des

Raps ist auf Tour. Verpassen sollte niemand den

Grandmaster of Flowskills, denn mit seinen unverwechselbaren

Style rappt er wie kein zweiter.

Klassischerweise ist auch er im New Yorker Ghetto

aufgewachsen, aber kein anderer hat seine Glaubwürdigkeit

. Der Sound, den ihr zu hören bekommt,

hat nichts mit dem mainstream elavator HipHop

aus dem Radio zu tun. Wenn Busta Rhymes zum

Micro greift, liegen Kräuterdüfte in der Luft, chillige,

fette Beats und coole drums – was will man mehr?

Schaut auf seiner Hompage vorbei und hört euch

die Tracks von „It ain´t save no more“ online an.

www.bustarhymes.com

Seed west

Solidarität mit deinem Dealer

Pspychotronic Busta Rhymes on the road

Date: 20.12.2003, 22:00

Uhr

Location:Trier/Ex-Haus

Entry: 5 Euro

Date: 24.12.2003

Location: Zelle

Entry: Marijuana

03.12.2003,

Stuttgart, Messe

Congresszentrum B

05.12.2003,

Mannheim, Maimarkthalle

07.12.2003,

Offenbach/Main, Stadthalle

Offenbach

20.12.2003,

Saarbrücken, E-Werk

Entry: 35–42 Euro

Achtung!

jeder Missbrauch von

Drogen ist gefährlich!

Wir wollen niemanden

dazu auffordern oder

animieren Drogen zu

konsumieren

17

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine