Hanfjournal 02/04

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Hanfjournal 02/04

#27

Das Hanf ist frei

Die 63 Nutzhanf-Pflanzen, die auf der Hanfparade

2002 verhaftet wurden, sind nun wieder frei. Überlebt

haben die Haft jedoch nur acht Pflanzen, dem Rest

wird ewig mit dem Lied „Gebt das Hanf frei!“ gedacht.

Auch der Besitzer der Hanf-Pflanzen, der

Deutsche Hanf Verband (DHV), vertreten durch Georg

Wurth, wurde auf ganzer Linie freigesprochen.

Bei der Gerichtssitzung zu den 2002 beschlagnahmten

Nutzhanf-Pflanzen am 29.01.2004 in Berlin konnte

sich der DHV einen Freispruch erster Güte abholen.

Nach der Beschlagnahme der 63 Nutzhanfstauden

auf der Hanfparade 2002 folgte von Seiten der

Staatsanwaltschaft eine Anzeige wegen des Verstoßes

gegen das Betäubungsmittelgesetzes gegen den

Geschäftsführer des DHV, Georg Wurth, und den

Führerscheinexperten Theo Pütz. Nun wurde der

DHV freigesprochen, da der Missbrauch des Nutzhanfes

zu Rauschzwecken ausgeschlossen werden

kann und somit auch kein strafrechtlicher Tatbestand

gegeben war.

Gutachten zeigen, die dem Amtsrichter Michael Zimmermann

vor-lagen, bescheinigten, dass wohl mindestens 30 Gramm des

Nutz-hanfes auf einmal geraucht werden müssten und dies

kein Mensch vertragen würde. Somit war es nicht weiter

verwun-derlich, dass der Amtsrichter, der schon Grosse wegen

Cannabis in der Medizin frei sprach (Hanf Journal berichtete),

nicht anerkannte, dass es sich bei diesem Cannabis um

Betäubungs-mittel handele. Somit bestand kein Tatbestand für

eine Ver-urteilung.

Für Hans Christian Ströbele, der schon auf der Hanfparade

mit dem Slogan „Gebt das Hanf frei – und zwar sofort!“ für

einen Charthit über die Hanf-Stauden gesorgt hatte, war der

ganze Prozess schon lächerlich. Drei Gutachten zu Hanf-

Stauden, deren THC-Gehalt unter der Nachweisbarkeitsgrenze

lag. Dies stellte nicht nur aus Sicht des bekannten Kreuzberger

Bundestagsabgeordneten eine enorme Verschwendung deutscher

Steuergelder dar.

Sündenbock gefunden!

Spanien hetzt gegen Shops und Magazin

Die konservative spanische Regierung unter

Ministerpräsident Jose Aznar macht Stimmung gegen

Cannabis und dessen Unterstützer. Cannabis-Magazine

seien verantwortlich für die gestiegenen Konsumentenzahlen

unter Jugendlichen.

Während der letzten sechs Monate hat Innenminister

Angel Acebes wiederholt Vorschläge unterbreitet,

Grow Shops und Samenbanken schließen zu lassen.

Außerdem griff er Spaniens führende Pro-Cannabis-

Publikationen an. Diese seien Verteidiger des Kiffens

unter Teenagern. Ein Regierungsausschuss wird

demnächst Empfehlungen für die kulturelle Offensive

gegen Cannabis im März geben.

Die Regierung Aznars hat seit Herbst 2002 immer

wieder angedeutet die Cannabis-Kultur stärker verfolgen

zu wollen. Richtig auf den Weg gebracht

wurde die Offensive im Juli 2003 als der Innenminister

die steigenden Konsumentenzahlen unter spanischen

Jugendlichen auf den Einfluss von Magazinen wie

„Canamo“ zurückführte. Diese Publikationen würden

die Kids manipulieren, sagte er auf einer Pressekonferenz.

Daraufhin setzte er eine Expertenrunde ein, die prüfen

soll, welche Maßnahmen geeignet sind, solche

Manipulationen zu unterbinden. Dies könnten auch

Gesetze sein, die mit größerer Härte solch schädliches

Verhalten zu verhindern versuchen.

Seitdem fährt die spanische Regierung einen harten

Kurs gegenüber Cannabis. Ständig tauchen neue

„schockierende“ News auf, die zum Beispiel die

gestiegenen Konsumentenzahlen unter Jugendlichen

oder die qualitative Verbesserung des Cannabis in

den letzten Jahren beinhalten.

Und wie immer ist hier natürlich Politik im Spiel.

Im März stehen Wahlen in Spanien an und die konservative

Regierung hofft, sich mit diesem Sündenbock

Sympathien unter Eltern, Lehrern und Konservativen

zu sichern, so der Redakteur der Zeitschrift

„Canamo“, Gaspar Fraga.

Dabei solle sich die spanische Regierung lieber mal

mehr um den Alkohol- und Nikotin-Missbrauch

kümmern. Immerhin trinken 55 Prozent der spanischen

Teenager regelmäßig Alkohol, so Fraga.

Aber es ist nun mal wesentlich einfacher sich einen

Sündenbock zu suchen als sich ernsthafte Gedanken

um sinnvolle Prävention zu machen.

Martin Schwarzbeck

Hanf Journal

unabhängig, überparteilich, legal

www.hanfjournal.de Ausgabe Hanfparade 2003

AUSGABE 02/04 Kostenlos

. . . der Hanf noch immer illegal

Sieg für die Hanf Lobby (Christian Ströbele MdB; Stephan Hog (BND);

Georg Wurth (DHV); Theo Pütz (VfD) v.l.n.r.)

Das Urteil des Richters konnte nicht eindeutiger ausfallen. Die

Staatsanwältin beantragte zwar einen Freispruch wegen Verbotsirrtum,

worauf sich aber weder Georg Wurth noch Theo Pütz

einließen. Georg Wurth konterte„Ich sah damals keinen Rechtsverstoß

und ich sehe ihn heute immer noch nicht!“ Dieser Logik

folgte schließlich auch der Richter.

Das Urteil birgt nun einige Chancen, denn nun ist der Nutzhanf

definitiv frei. Auf der nächsten Hanfparade und auf der neuen

Hanffachmesse „Interhanf“ in Berlin kann nun nach Belieben

alles mit Nutzhanf verziert werden. Und so freute sich Georg

Wurth: „Bei der nächsten Hanfparade wird wahrscheinlich

mehr Hanf zu sehen sein. Auch Hanfmessen werden nun entspannter

mit dem Thema umgehen können und Faserhanf zur

Schau stellen.“ Wie der genau Umgang mit Nutzhanf nun

geregelt wird, wird wohl erst die schriftliche Urteilsbegründung,

die zum Drucktermin noch nicht vorlag, klären. Die spannendste

Frage wird dabei sein, ob nur wirtschaftlicher Umgang mit

Nutzhanf frei ist oder auch Privatpersonen vollkommen frei

mit dieser Pflanze umgehen dürfen. Der Logik folgend, dass

Nutzhanf kein Betäubungsmittel darstellt, dürfte dieser dann

auch nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fallen und so für

jeden zugänglich sein. Ob es wirklich so kommt, ist jedoch

noch fraglich, denn die Logik ist nicht gerade die erste Priorität,

wenn es in Deutschland um Drogenpolitik geht.

Ob die Staatsanwaltschaft Berufung einlegen wird, stand ebenfalls

noch nicht fest, jedoch kann man davon ausgehen, dass

sie nach dieser Blamage nicht an einem weiteren Prozess

interessiert sein wird.

In einem Artikel zu diesem Prozess in der „taz“ vom 30.01.2004

kommentierte Plutonia Plarre den Prozess passend: „Der

Verfolgungswahn, den die Ermittlungsbehörden bis zum Ende

an den Tag legten, indem sie auf Biegen und Brechen aus einem

ganz normalen Faserhanf eine berauschende Droge zu machen

suchten, ließ jedes Lachen im Halse stecken bleiben.“ Doch

wer sich mit der Drogenpolitik in Deutschland näher beschäftigt,

wird dieses Gefühl nicht zum ersten Mal gehabt haben.

Werner Graf

anderswo s.18

fun+action s.19

>>In dieser Ausgabe

05

07

11

... könnt ihr fett gewinnen.

Unsere Leserumfrage geht noch bis zum 18. Februar und

so haben alle, die es bisher verpeilt haben, immer noch

die Möglichkeit die tollsten Preise der Kifferszene abzuräumen.

Grow-Schrank, Drachentisch, Shisha, Samen

oder Booster – nichts für schwache Nerven und only

used by smokers. Einzige Bedingung: Um gewinnen zu

können müsst ihr bei der breitesten Leserumfrage der

Welt mitmachen.

*Unter der Rubrik „regional“ ab Seite 15 befinden sich, je nach

Region, die Ausgaben "Austria", "Berlin", "Pot", "SeedWest"und

"Überregional"

www.hanfjournal.de

news s.02

guerilla growing s.08

wirtschaft s.10

cool-tour s.12

regional* s.15

. . . lernt ihr demonstrieren.

Wisst ihr was echt nicht sein kann? Nein? Dann sagen

wir es euch! Es kann nicht sein, dass die Zahl der Demonstrationen

für die Legalisierung von Cannabis zurückgeht.

Und da immer alle weinen, dass sie nicht wüssten

wie man eine Demo organisiert, erzählt euch der Drogenaktivist

des Jahres 2003, Sokratis Zacharopoulus, wie

einfach das eigentlich ist.

. . . feiert Werner auf der Highlife.

Alle Jahre wieder findet in Utrecht die Hanfmesse für

den holländischen Hanfmarkt statt. Ein Stelldichein der

Szene und aller wichtigen Kiffer. Dass unser Chefredakteur

Werner Graf dort nicht fehlen durfte, ist dann ja

wohl auch klar, oder? Was er dort alles erlebt hat und wo

er feiern war, lest ihr alles auf Seite 11.


2

Das Eckthema:

Verreisen im Kopf

Herausgeber:

Agentur Sowjet GmbH

Lettestraße 3

10437 Berlin

tel.: 030/44675901

fax.: 030/44793286

email: zentrale@hanfjournal.de

news

Draußen ist es grau und düster – genau die richtige

Zeit, den Bildern im Kopf ein wenig mehr Farbe

zu verleihen. Deshalb schenken wir euch diesen

Monat einen ganzen Batzen historischer LSD-

Plotter, zum Ausschneiden und Selbstbeträufeln

(natürlich nur mit sauberem Leitungswasser).

Damit ihr endlich mal wisst, was sich eure Eltern

so unter die Zunge geschoben haben. Viel Spaß

damit!

Redaktion:

Werner Graf (V.i.s.d.P.), Martin Schwarzbeck

Mitarbeiter an dieser Ausgabe:

Hans Cousto, Andreas Schult, Raoul Rossmann, Claudia

Greslehner, Roland Grieshammer, Pol Sax, Oliver Nuss, Kerstin

Koch, Markus Berger, Erhan-K Gülsen Veit Schnetker, Dirk Rehahn,

Maulhelden, Dieter Beck;

Hanf Journal Pot: Adam Zawadsky

(redaktion.pot@hanfjournal.de)

Hanf Journal Austria: Elisabeth Trksak

(redaktion.austria@hanfjournal.de)

Hanf Journal SeedWest: Sokratis Zacharopoulos

(redaktion.seedwest@hanfjournal.de)

Layout:

Marc Emmerich

Illustration:

Lukas Tkotz, Marc Emmerich, Florian Rosenbauer

Fotos:

Privat / Im Auftrag des Hanf Journals / Dirk Rehahn

Korrektur:

Korrekturen-Text (Kerstin Thierschmidt)

Anzeigen:

Dirk Rehan

030/44793284

vertrieb@hanfjournal.de

Vertrieb:

Das Hanf Journal wird im gesamten deutschsprachigem Raum

verteilt. Gegen einen Betrag von 36,-€ jährlich kann das Hanf

Journal beim Herausgeber bezogen werden.

(Abonnement unter www.hanfjournal.de)

Druck:

Union Druckerei Weimar GmbH

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck nur mit Genehmigung des

Herausgebers. Manuskripte, Bilder und Beiträge sind willkommen,

es wird aber keine Haftung übernommen.

Im Sinne des Urteils des LG Hamburg vom 12. Mai 1998 - 312 0

85/98 distanziert sich der Herausgeber ausdrücklich von allen

Inhalten der angegebenen Internetadressen und Links.

Achtung jeder Missbrauch von Drogen ist gefährlich! Wir wollen

niemanden dazu auffordern oder animieren Drogen zu

konsumieren.

Besucht auch die Homepage www.hanfjournal.de

Impressum

Diese Zeitung wird durch den „primeline“-Vertrieb in Berlin,

München, Köln und Hamburg in den Kinos, Clubs und Kneipen

verteilt.

Hanfhistorie

„Der kalte Krieg“ oder

„DiscoFox und

Schickymicky“

Es war einmal . . . da wurde so manche spätere Hanf-Aktivistin

gerade eingeschult, andere lagen noch in den Windeln. Es war

das Jahrzehnt des Disco-Fox, der breiten Entdeckung von Pop,

Schulterpolstern und der Schickymicky-Droge Koks – die 80er.

Der (west-)deutsche Staatsapparat glaubte nach den wilden

70ern das Problem „Droge“ erkannt zu haben und trieb die

Ästchen der Prohibition in alle Bereiche des Lebens. Aufklärung

und Prävention waren die Zauberwörter. Es sollte Schluss sein

mit verführten Kindern, mit Polizeibeamten, die Oregano nicht

von Marihuana unterscheiden konnten und Koks nicht von

Waschmittel. Wie in den 70ern das Schweigen zelebriert wurde,

ging nun die Polizei mit echter Aufklärung, aber auch Ammenmärchen

in bester Prohibitionsmanier in Klassenzimmer,

Jugendzentren und Altenheime. Die Jugend musste vor den

Drogen doch gerettet werden! „Drogen“ wurden der gesellschaftliche

Alptraum. Filme wie „Christiane F.“ sollten das

Übel der Drogenszene zeigen. Zur Heroin-Nadel sei es nur ein

Atemzug – an einem Joint. In der Tat ließ eine Schwemme an

Heroin die Zahl der „Drogentoten“ in Höhen schnellen, die

heute nicht mehr vorstellbar ist. Denn es fehlte an Substitution

und echter Beratung. Selbsthilfegruppen betroffener Eltern,

aber auch die ersten z. T. heute noch bestehenden autonomen

Drogenberatungsstellen entstanden. Cannabis-Liebhaber

konsumierten eher im Verborgenen, bemüht, nicht aufzufallen

und sich vor den Armen des Gesetzes zu verstecken, aber

natürlich gab es sie. Die Zeit des Widerstandes war noch nicht

gekommen. Noch rüstete der repressive Staat zu „Keine Macht

den Drogen“.

Wie weltweit, so setzte ab 1980 auch in der BRD eine Verschärfung

des Drogenrechts ein. 1981 wurde mit dem Gesetz zur

Neuordnung des Betäubungsmittelrechts, der Betäubungsmittel-

Kostenverordnung (BtMKostV) und der Betäubungsmittel-

Außenhandelsverordnung (BtMAHV) noch herumgestückelt.

Am 28.07.1982 wurde das Betäubungsmittelgesetz (BtMG)

komplett neu gefasst. Mit einigen verschärfenden Konkretisierungen:

Anbau von Hanf wurde verboten, unabhängig vom

THC-Gehalt. Ausnahmen gibt es für wissenschaftliche

/medizinische Zwecke und die Rübenzucht. In Malaysia wurde

1983 für Cannabis-Besitz ab 200 Gramm sogar die Todesstrafe

eingeführt.

In dem Übereinkommen der Vereinten Nationen (UN) über

den unerlaubten Verkehr von Suchtstoffen und psychotropen

Substanzen von 1988 wurde unter anderem das Cannabis-

Verbot bekräftigt. Die Unterzeichner verpflichteten sich zu

Verhängung hoher Strafen beim illegalen Umgang und zu

besonderen Maßnahmen gegen den illegalen Anbau.

Gegen Ende des Jahrzehnts blitzte ein Hoffnungsschimmer

auf: Das erste Hanf-Museum Europas öffnet in Amsterdam

seine Tore, The Hash Marijuana Hemp Museum Amsterdam.

Ab 1989 erscheint der „BtM Kurier“ als erste deutsche Hanf-

Zeitung.

Und wenn euch heute Selbsthilfegruppen, auf grauem Papier

gedruckte Hanf-Informations-Bücher langweilig vorkommen,

dann fragt euch mal, wo wir heute ohne sie stehen würden

kommentar

Der erste Cannabistote

Martin Schwarzbeck

Vor kurzem ging eine zunächst beängstigende Meldung

von Großbritannien aus um die Welt. Ein 36

jähriger Brite sei als erster Mensch der Welt nachweislich

dem Kif zum Opfer gefallen. Über elf Jahre

hinweg soll er sechs Joints täglich geraucht haben

und eines Tages war er einfach tot.

So berichtete der Spiegel unter Verweis auf britische

Medien. Das kommt uns doch etwas merkwürdig

vor und zwar nicht nur, weil die Quelle nicht unbedingt

als Kompetenz in Drogenfragen gilt. Elf Jahre

lang keinerlei Probleme und dann plötzlich Tod

durch Cannabisvergiftung?

Also schauen wir uns doch mal die Umstände an,

unter denen dieser waghalsige Bericht publik wurde,

den der „Spiegel“ so unkritisch übernahm.

Am 29.01. wird Cannabis in Großbritannien von der

mittleren in die am wenigsten restriktive Kategorie

des britischen Drogengesetzes herabgestuft. Da

laufen die Konservativen natürlich Amok und ziehen

sämtliche Register. Cannabis sei heute aufgrund der

erhöhten Wirkstoffkonzentration viel gefährlicher

als früher heißt es da. Das sind doch Argumente, die

wir nur allzu gut auch von Deutschlands Konservativer

Front kennen. Und auch dieser mysteriöse

Todesfall, der übrigens schon über fünf Monate her

ist, wird plötzlich aus der Schublade gekramt.

Woher die berichtenden britischen Medien und der

Spiegel die Sicherheit nahmen, dass dieser Tod durch

Cannabis verursacht wurde, bleibt allerdings ungeklärt.

In der offiziellen Todesmeldung wurde der

Tod nämlich nur als unfallbedingt angegeben, mit

dem Zusatz „mögliche Cannabisvergiftung“. Einen

Nachweis dazu gab es nie.

Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit hat nämlich

den britischen toxikologischen Bericht noch mal

eingehend geprüft und festgestellt, dass die Todesursache

unklar bliebe, eine Cannabisvergiftung

jedoch ausgeschlossen werden könne. Zudem

beinhalte die britische Untersuchung methodische

und analytische Unzulänglichkeiten.

Tja, da drängt sich einem doch die Ansicht auf, dass

wir es hier mit einer eins A Verschwörung zu tun

haben, die nur dem Zweck dient, die allgemeine

Paranoia wieder etwas Hochkochen zu lassen. Ich

denke wir können weiterhin sorglos behaupten:

An den direkten Auswirkungen des Cannabiskonsums

ist noch niemand gestorben!

P.S.: Das das Kif gefährlicher ist, bloß weil es stärker

ist, ist übrigens auch absoluter Unsinn. Denn schließlich

müssen wir weniger Rauch einatmen um genauso

bekifft zu sein wie frühere Generationen.


Großbritannien:

Cannabis endlich Strafklasse C

Endlich ist es soweit: In Großbritannien wurde Cannabis

in die Klasse C degradiert. Diese enthält hauptsächlich

verschreibungspflichtige Medikamente. Das heißt, theoretisch

droht weiterhin eine Höchststrafe von zwei

Jahren auf Cannabis-Besitz, in der Realität müssen die

User allerdings mit nicht mehr als einer Verwarnung

rechnen.

Das Hanf Journal stellt fest: Haben also all die Ammenmärchen

um Cannabis-Tote den Sieg der Vernunft nicht

verhindern können?

Bekiffte Dauerläufer

Endocannabinoide, die körpereigenen Cannabis-ähnlichen

Botenstoffe, könnten für das euphorische Gefühl

verantwortlich sein, von dem Ausdauersportler immer

wieder berichten. Amerikanische Forscher stellten fest,

dass nach andauernder mäßiger Bewegung ein massiv

erhöhter Endocannabinoid-Spiegel im Blut nachgewiesen

werden kann. Sie spekulierten daraufhin, dass

das bekannte „Runners-High“ nicht wie bisher angenommen

von Endorphinen, sondern von Endocannabinoiden

verursacht wird.

Das Hanf Journal bestätigt: Wir wussten schon immer

das Sport gar nicht so schlimm ist.

Fixstern geräumt

Die repressive Hamburger Regierung hat es tatsächlich

geschafft. Ein Kapitel humaner Drogenpolitik ist zu

Ende. Der Fixstern, eine Hilfs- und Konsumeinrichtung

wurde unter massiver Polizeipräsenz geräumt und

somit endgültig geschlossen. Besetzt hatte ihn das Stadtteilbündnis,

um sicherzugehen, dass Drogenabhängige

weiterhin unter menschenwürdigen und hygienischen

Bedingungen konsumieren können.

Hanf Journal meint: Und dann beschweren sie sich wieder

über die Junkies auf der Strasse . . .

Gentest für Kiffer

Die CDU/CSU spinnt mal wieder rum. Jetzt hat sie

einen Antrag in den Bundesrat eingebracht, in dem sie

fordert einen genetischen Fingerabdruck auch bei so

genannter Einstiegskriminalität zu nehmen. Dazu gehört

auch der Besitz weniger Gramm Cannabis zum Eigenverbrauch.

Das Gesetz erlaubt eine solche Maßnahme

allerdings nur, wenn davon auszugehen ist, dass in

Zukunft gegen die Beschuldigten Strafverfahren von

erheblicher Bedeutung zu führen sind.

Hanf Journal erstaunt: Was die von uns denken müssen!

Christiana bleibt

widerspenstig

Verkaufsstände weg – Dope noch da

Wie steht’s jetzt eigentlich um den Freistaat Christiana? Vor

zwei Jahren verbreitete die dänische Regierung die Kampfansage

an die Bewohner der ehemals besetzten Siedlung, sie wolle

das Viertel normalisieren. Ein Wettbewerb zur Umgestaltung

wurde ausgeschrieben, von den dänischen Architekten jedoch

ignoriert. Kurz bevor die dänische Regierung dann kurzen

Prozess mit dem Kernpunkt des Streits, der Pusher Street,

machen wollte, schritt die Selbstverwaltung der Christianiter

ein.

Das Ende des Hasch-Verkaufs in der Vorzeige-Hippierepublik

geisterte einige Tage lang durch die Medien. Die Stände in der

Pusher Street wurden unter großer Aufmerksamkeit abgerissen

und die dänische Polizei zeigte sich froh, dass sie damit die

erwarteten Straßenkämpfe vermeiden konnte. Dies ist jedoch

kein Zug, der die Angst der Besetzer vor der Staatsgewalt

widerspiegelt, sondern ganz im Gegenteil ein geschickter

politischer Schachzug. Dadurch, dass nun das Hauptargument

gegen den derzeitigen Status des Ex-Kasernengeländes nicht

mehr existiert, wurde der dänischen Regierung der Wind aus

den Segeln genommen.

In der Realität sieht es jedoch etwas anders aus. Der Handel

mit illegalen Substanzen floriert weiter in Christiana, nur jetzt

etwas verdeckter und in ständiger Furcht vor den beinah

alltäglichen Polizeirazzien. „In den letzten zwölf Monaten hat

die Polizei mehr Razzien gemacht als in den letzten zwölf

Jahren“, so ein Mitarbeiter der zentralen Anlaufstelle Christianas.

Martin Schwarzbeck

news

Eine Klage vorm Verwaltungsgericht bewahrte einen 17-Jährigen

vor der Erkennungsdienstlichen Behandlung durch die Polizei.

Die hatte ihn zu dieser Prozedur vorgeladen, nachdem der

Jugendliche mit einem bisschen Gras an der österreichischschweizerischen

Grenze erwischt wurde und sich auch etwas

Weed aus Potsdam hatte schicken lassen. Dies seien jedoch

Jugendsünden und keineswegs Grund genug für einen Eintrag

in die „Verbrecherkartei“, war die Argumentation des Klägers.

Ein solcher Eintrag sei entwürdigend.

Zuerst hatte er nur Widerspruch gegen den Bescheid der Kripo

eingelegt. Dieser wurde dann acht Monate später negativ

beschieden, worauf der „Sünder“ mit Unterstützung seiner

Eltern vor Gericht zog.

Der Richter argumentierte ganz entsprechend des Klägers und

versetzte damit dem Polizeipräsidium einen erheblichen

Dämpfer. Die Erkennungsdienstliche Behandlung sei

rechtswidrig, beschämend und entwürdigend und außerdem

nur bei erheblichen Straftaten zulässig, wozu die Bagatelle des

Besitzes weniger Gramm Gras offensichtlich nicht zählt.

Die Polizei sah das ganz anders. Beim Kläger bestehe

Widerholungsgefahr und da ein erhebliches öffentliches

Interesse hinter der Aufklärung von Drogendelikten stehe, sei

die Erkennungsdienstliche Behandlung durchaus gerechtfertigt.

Erhebliches öffentliches Interesse – wer’s glaubt wird selig.

3

Das Eckthema:

Verreisen im Kopf

Saubere Hände

Keine Erkennungsdienstliche Behandlung für Kiffer

yoshi


4

Das Eckthema:

Verreisen im Kopf

news

Dreht euch nicht um ...

. . . der Blumendieb geht um!

Nirgendwo in Deutschland ist man davon verschont. Die aktuellsten

Fälle kommen aus Brandenburg. In Münster in Nordrhein-Westfalen

wurden schon 1999 mehr als hundert Fälle

registriert. In Schleswig-Holstein gab es im vergangenen Jahr

über 3.000 Fälle. Wie gesagt, nirgendwo ist man sicher. Die

Hortensiendiebe sind überall und terrorisieren harmlose

Gartenbesitzer.

Was häufig zunächst für Kaninchenfraß gehalten wird, entpuppt

sich bald als das Werk professioneller Blumendiebe. Mit fachgerechten

Schnitten werden die jungen Triebe aus der Mitte

der Pflanze entfernt. Für die Pflanze ist dies nicht gefährlich,

für die anonymen Botanikfreunde umso mehr. Denn ganz

Deutschland ist auf der Jagd nach den „Triebtätern im Blumenbeet“

(so der „Spiegel“). Die Polizei forscht intensiv nach der

Hortensien-Mafia und hat für Hinweise aus der Bevölkerung

gar eine Hortensien-Hotline eingerichtet. Und sogar die „Bild“-

Zeitung spekuliert wild mit, wer denn da sein Unwesen im

Vorgarten treiben könnte, sie vermutet, dass außerirdische

Mächte ihre Finger im Spiel haben.

Und warum interessiert das jetzt das Hanf Journal? Na, weil’s

flasht! Der Hortensie wird nämlich zumindest nachgesagt, dass

sie ein gewisses psychoaktives Wirkpotenzial beinhaltet. Unsere

Redaktion hat das zwar (noch?) nie ausprobiert, aber es heißt,

die Hortensie würde auch als Cannabis-Substitut missbraucht.

Das würde auch erklären, warum die Hortensiendiebe gerade

in den nachschubärmeren Wintermonaten besonders häufig

zuschlagen. Das Hanf Journal rät jedoch es in dieser Richtung

bei Experimenten zu belassen. In größeren Mengen genossen,

verursacht die Hortensie nämlich nichts weiter als Schwindel

und Störungen des zentralen Nervensystems. Da gibt es doch

wesentlich interessantere Cannabis-Ersatzstoffe.

Wer es dennoch nicht lassen kann, dem sei ein Besuch im Hortensiengarten

Pirna-Zuschendorf empfohlen, dort blühen nämlich

über 300 Sorten. Eine davon muss ja was taugen.

Martin Schwarzbeck

Marokko abhängig von Cannabis

Doch Einsicht führte nicht zur Verbesserung

Neueste Untersuchungen der marokkanischen Regierung zeigen

erstmals sogar amtlich, wie abhängig die marokkanische Wirtschaft

von Cannabis-Produktion und -verkauf ist.

Gewusst haben wir es schon lange: Marokko ist der größte

Hasch-Exporteur der Welt und kaum eine andere Bevölkerung

der Erde ist wirtschaftlich so vom Cannabis-Handel abhängig

wie Marokko. Nun ist es jedoch nicht mehr nur ein offenes

Geheimnis, sondern auch von den Behörden bestätigt, denn

jetzt hat Marokko das Tabu gebrochen und die Karten auf den

Tisch gelegt.

Über 800.000 Marokkaner leben vom Anbau von Cannabis.

Vom Verkauf und von Zuliefergeschäften fast nochmals so

viele. Eine Fläche von über 134.000 Hektar ist mit

Cannabis-Pflanzen bestückt und gut zwei Drittel

der Landwirte im Rif-Gebirge sind im

Drogengeschäft verwickelt.

Dies besagt zumindest das

Papier, das Marokko in Zusammenarbeit

mit dem

UNO-Büro für Drogenbekämpfung

erstellt hatte.

Für viele Experten sind

diese Zahlen zwar

immer noch weniger

als vermutet, zeigen

aber deutlich auf,

dass der Cannabis-

Anbau zu den wichtigstenAnbauprodukten

des

Landes gehören.

Leserbrief der Grünen Hilfe

Zu „Der Weg in die Freiheit“ (Hanf Journal 01/04)

Zum Hanf Journal-Beitrag (01/04) „Der Weg in die

Freiheit“ erreichte die Redaktion vom Grüne Hilfe-

Netzwerk e.V. (c/o Jo Biermanski, Untere Fulder

Gasse 12, 36304 Alsfeld, Fon: 0 66 31-70 82 24,

ichhabe@gekifft.de) folgende Erläuterungen des

Rechtsanwalts Dr. Leo Teuter ( Sophienstr. 46, 60487

Frankfurt, Fon: 0 69- 97 94 56 96/97) zur

Verdeutlichung des Sachverhalts:

„In dem Artikel ist immer wieder von Mindeststrafen

und Höchststrafen die Rede. Tatsächlich geht es aber

um eine Untergrenze der Höchststrafen. Das ist -

juristisch - ein großer Unterschied. Mindeststrafen

sind die Strafen, zu denen ein(e) TäterIn mindestens

verurteilt werden muss. Die deutsche Mindeststrafe

für ein Verbrechen nach §29 BtMG beträgt ein Jahr,

im minder schweren Fall drei Monate, ist aber immer

noch Verbrechen. Die deutsche Höchststrafe beträgt

übrigens 15 Jahre. Wenn also in Europa diskutiert

wird, die Höchststrafen nicht unter einem

vereinbarten Niveau festzulegen, hat das mit

Mindeststrafen nichts zu tun.“

Rund 210 Millionen Euro bringt den Bauern der Cannabis-

Anbau ein, was im Durchschnitt 2.100 Euro für jeden einzelnen

Bauern entspricht. So werden die Bauern – im Gegensatz zu

der schmuggelnden Mafia – mit dem Anbau nicht wirklich

reich, verdienen aber immer noch das Achtfache mehr als beim

Anbau von Getreide.

Dem Bericht zufolge machen die mafiösen Organisationen, die

das Hasch und Gras nach Europa schmuggeln, einen Umsatz

von rund 10,5 Milliarden Euro im Jahr. «Marokko hat einen

mutigen Schritt getan, indem es das Ausmaß des Cannabis-

Anbaus offen legte», betonte Antonio Maria Costa, Generaldirektor

des UNO-Büros für Drogenbekämpfung. «Nun muss

Europa sich daran machen, den Konsum unter den jungen

Leuten zu reduzieren.» Dass dies niemals Erfolg haben wird,

erwähnt er jedoch nicht. Die einzige Möglichkeit die Gelder

von der Mafia zu den Bauern umzuleiten, wäre eine vollkommene

Legalisierung. Alles andere spielt nur in die Hände der

Mafia. Ob Costa das nicht erkennt oder einfach nur genug

Schmiergeld von Seiten der Mafia bekommt, bleibt somit weiter

offen.

Werner Graf

>>

Wird Kermit der Frosch

Bundeskanzler?

Die Hanf Journal-Umfrage: Mitmachen noch erlaubt

Spannend ist es, endlich mal zu erfahren, wie unser

typischer Leser so aussieht, was Deutschlands Kiffer

wirklich wollen und vor allem: wen sie hassen. Von

bunt bis total durchgeknallt reicht inzwischen das

Spektrum an Antworten auf: „Deine Message an die

Menschheit“, aber auch die Rubrik Freizeitgestaltung

ist für so manche Überraschung gut.

Ihr wollt Details wissen? Na gut, wir wollen mal

nicht so sein. Ein besonders delikates gibt’s schon

mal vorab: Unsere älteste Leserin ist 70 Jahre alt –

whow, ne?

Aber ansonsten halten wir natürlich dicht, wir wollen

ja nicht die Ergebnisse beeinflussen. Nur soviel

noch: Der Ansturm war bisher phänomenal groß,

damit hätten wir niemals gerechnet. Dennoch lohnt

sich Mitmachen natürlich weiterhin, denn die

Gewinne sind noch nicht verlost und eure Meinung

interessiert uns nach wie vor.

Sagt uns was Deutschlands Kiffer denken!


Die große Hanf Journal-Umfrage klärt endgültig letzte offene Fragen rund um die Kifferwelt! Und deine Meinung

darf da natürlich nicht fehlen, oder? Als schnapp dir einen Stift, füll den Bogen aus und sag uns was geht. Du

traust dich nicht?

Du kannst entscheiden!!! Was wollen Deutschlands Kiffer

Wir garantieren Anonymität, nur wer beim dazugehörigen Gewinnspiel teilnehmen will, muss seine E-Mail-Adresse angeben, die vom Fragebogen getrennt und nach

der Ziehung gelöscht wird. We care for you! Einsendeschluss ist der 18. Februar 2004

Sonstiges: ________________________________________________

(optional) als: ____________________________________________________________

________________________________________________________________________

14. Welche Musikrichtungen bevorzugst du?

HipHop/Rap/Soul Reggae/Ragga/Dancehall Ska/Punk/Rock

House/Techno/Elektro/Drum’n’Bass Gitarrenmusik/ Liedermacher Pop

(optional) in: _____________________________________________________________

Im Berufsleben:

Angestellter Selbstständig

Schüler Azubi Student

________________________________________________________________________

13. Was machst du in deiner Freizeit?

Bundesland/Land:____________________________________________________

In der Ausbildung:

Handy: ______ Musik/CDs: ______ Rohlinge: ______ Klamotten:______

________________________________________________________________________

12. In welchen Bereichen achtest du auf Qualität?

Geschlecht: männlich weiblich

(Paraphernalia): ______ Nutzhanfprodukte: ______ Growingprodukte: ______

Alter: ________ Jahre

Legale Drogen (auch Kaffee!!): ______ illegale Drogen: ______ Kiffzubehör

________________________________________________________________________

So nun nur noch ein paar allgemeine Angaben und ab die Post, damit auch deine Meinung

zählt und deine Preise kommen.

1 2 3 4 5 6

________________________________________________________________________

11. Wieviel Geld gibst du durchschnittlich im Monat für folgenden

Sachen aus (in Euro)?

________________________________________________________________________

10.Unter den Medien, aus denen ich meine Informationen zum

Thema Cannabis beziehe, rangiert das Hanf Journal auf Platz:

________________________________________________________________________

9. Was fehlt im „Hanf Journal“? (Mehrfachnennung möglich)

________________________________________________________________________

8. Was ist das schlimmste am „Hanf Journal“? (Mehrfachnennung möglich)

ja, und zwar:______________________________________________ nein

________________________________________________________________________

21. Hattest du schon einmal wegen illegalen Rauschmitteln Kontakt

mit der Polizei?

ja nein

________________________________________________________________________

22. Deine Message an die Menschheit!

(Die Beste kommt auf die Titelseite!!)

Gewinnen, entscheiden, gewinnen!

Für die Grower unter euch:

So, dann wollen wir euch mal nicht länger auf die Folter

spannen. Hier sind die spektakulären Gewinne zur Umfrage.

Und damit keiner was Überflüssiges geschenkt kriegt, haben

wir sie geschickterweise in Gewinne für Grower und Gewinne

für Kiffer unterteilt. Einfach neben der E-Mail-Adresse auf

dem Fragebogen eure Wahl ankreuzen. Und noch mal zur

Erinner-ung: Wir wollen nur euer Bestes und deshalb ist

eure E-Mail-Addresse nur für das Gewinnspiel nötig und

wird danach vernichtet. Das 2Hanf Journal“-Team wünscht

toi, toi, toi.

Einen Black Box Growschrank! Die Black Box von der Firma hennepdesk

(www.hennepdesk.nl ; Tel.: 00 31-13-4 67 18 88) wird auf Seite 08 nochmal

ausführlich erklärt.

Drei No Mercy Pakete. Die enthalten jeweils CO2-Tabs, eine Lösung zur

Förderung der Bakterienkulturen, eine Flasche gibberelic acid (mehr darüber:

Seite 10), ein Poster und 100 feinste Samen (die gibt’s aber leider nur für

unsere Leser in Österreich und der Schweiz). No Mercy erreicht ihr unter

www.nomercy.nl oder Telefon 00 31-3 21-31 42 33.

Zehnmal je eine Packung Com Cat-Pflanzenstärkungsmittel von Zentauri.

(www.zentauri.de ; Tel.: 0 68 98-28 00 20)

Fünfmal je zehn Samen der Sorte „Master Ice“ von der Firma hempdesk

(www.hempdesk.info ; Tel. 00 31-13-4 67 18 88). Leider auch die nur für unsere

Leser aus Österreich und der Schweiz.

Drei GHE Bio-Boosters-Pakete. Die enthalten jeweils ein BioBloom, ein

BioRoots und ein BioProtect. (www.eurohydro.com ; Tel.: 00 33-5 62 06 08 30)

anderswo: ___ fun+action: ___

________________________________________________________________________

7. Was ist das beste am „Hanf Journal“? (Mehrfachnennung möglich)

news: ___ wirtschaft: ___ guerilla Growing: ___ cool-tour: ___ Regionalteil: ___

breiter Spaß: ___

________________________________________________________________________

6. Wie gut findest du die dazugehörigen Rubriken im

„Hanf Journal“? (1 bis 6 – eure Noten für die Redaktion):

Musik, Filme): ___ Neues aus deiner Region: ___ Reiseberichte: ___

Sonstiges: ________________________________________________

________________________________________________________________________

18. Kennst du Menschen, die Probleme mit Cannabis

haben?

ja viele ein paar einen nein keinen

________________________________________________________________________

19. Hast du schon gekifft?

ja nein

________________________________________________________________________

20. Hast du schon andere illegale Drogen konsumiert?

Drogenpolitik: ___ Hanfwirtschaft: ___ Growing: ___ Drogenkultur (Literatur,

________________________________________________________________________

________________________________________________________________________

4. Wie viele Leute lesen in deinem „Hanf Journal“

noch mit?

______ Personen

________________________________________________________________________

5. Wie interessant findest du folgende Themen

(von 1 = super spannend bis 6 = total langweilig):

Sonstiges: ________________________________________________

________________________________________________________________________

17. Was hindert dich daran mehr zu unternehmen?

ich find’s nicht wichtig keine Zeit Faulheit

Angst vor rechtlicher Verfolgung

keine Möglichkeiten in der Nähe

Für die Kiffer unter euch:

aus dem Head- /Growshop öffentliche Plätze (z. B. Kino, Club)

________________________________________________________________________

2. Wie regelmäßig liest du das „Hanf Journal“?

ist mein erstes Mal hin und wieder jeden Monat

________________________________________________________________________

3. Woher bekommst du dein „Hanf Journal“?

ich kriegs geschickt von einem Freund

Sonstiges: ________________________________________________

________________________________________________________________________

16. Welche Legalisierungsaktionen hast du schon

mitgemacht?

Hanfparade (Berlin) andere Hanfdemos

Selbstanzeigenaktionen Unterschriftenaktionen

öffentliche Bekenntnisse

a

1. Welche Person des öffentlichen Lebens kotzt dich am

meisten an?

15. Was würdest du wählen, wenn nächsten Sonntag

Wahlen währen?

SPD CDU/CSU Bündnis 90 / Die Grünen

FDP PDS Kermit den Frosch

Ich will Grow- oder Kifferkram gewinnen.

news

Deine E-Mail-Adresse:________________________________________________________________________________________________________________

(Wird nur für das Gewinnspiel benötigt und nicht mit deinen Antworten in Verbindung gebracht.)

Einen Drachentisch mit Bong drauf von der Firma Republic of Underground

(Durchmesser 68 cmm, Höhe 100 cm) im Wert von 475 Euro . Echt schickes

Teil! (www.higherspirits.de ; Tel.: 0 41 44-61 00 98)

Eine Shisha von Udopea Hannover/ Kaya Agypt Shisha. (www.kaya-agyptshishas.de

; Tel.: 05 11-1 31 91 27)

45 Flaschen von Sensatonics-Zaubertränken. (www.sensatonics.de ; Tel.:

0 30-53 33 88 69)

Zwölf Päckchen Knaster. (www.zentauri.de ; Tel.: 0 68 98-28 00 20)

Zehn Schlüsselanhänger von ROOR. (www.roor.de ; Tel.: 0 62 33-60 07 00)

Eine Uhr mit dem ROOR Logo. (www.roor.de ; Tel.: 0 62 33-60 07 00)

Fünf Kartenspiele von und mit den Mudbrains. (www.mudbrains.de)

Zehn Packungen Blunt Tip Tubes für die Freunde kolossaler Tüten. (www.drdonners.de

; Tel.: 0 60 82-92 85 46)

5

Ausgefüllter Fragebogen zurück an:

Hanf Journal, Lettestr. 3, 10437 Berlin oder per Fax 0 30/44 79 32 86 oder gleich unter www.hanfjournal.de


6

Das Eckthema:

Verreisen im Kopf

news

Afghanistan:

Deutschland legt sich doch mit

Warlords an

Deutsche Soldaten haben mit der Bekämpfung des

Schlafmohnhandels und Anbau in Afghanistan nichts zu

tun. Nur unter dieser Prämisse wurde die aktuellste

Erweiterung der dortigen Bundeswehrmission vom

Bundestag abgesegnet. Sorge um die deutschen Soldaten,

die sonst im Kleinkrieg mit den Warlords aufgerieben

werden könnten, war das treibende Motiv.

Und diese Sorgen sind wirklich nicht unbegründet. Nach

wie vor stellen die Warlords die mächtigste Instanz im

Land. Mit ihren Privatarmeen kontrollieren sie ganze

Landstriche und den darauf befindlichen Opiumanbau.

Sich ihnen in die Quere zu stellen, hat bis jetzt noch

niemand so richtig gewagt.

Doch jetzt kommt wohl alles anders. Denn der Posten

des Befehlshabers der internationalen Sicherheitstruppe

ISAF in Kabul wurde neu besetzt. NATO General Götz

Gliemeroth hat nun die Zügel in der Hand und ihn schert

es recht wenig, was der deutsche Bundestag so beschlossen

hat. Natürlich würden die deutschen Soldaten bei

der Bekämpfung des Opiumanbaus mithelfen. Tja, da

kann sich Verteidigungsminister Struck winden und

drehen wie er will, das letzte Wort hat nun mal die NATO.

Nicht nur diese Kompetenz macht den General so mutig.

Auch dass er in Kürze in Pension geht, hilft ihm sehr so

offen sprechen zu können, so ein Mitarbeiter. Nun denn,

da wurde unsere Regierung ja mal kräftig ausgebootet.

In Afghanistan geht es jetzt also doch dem Opium an

den Kragen. Den Anfang machten die Amerikaner Anfang

Januar 90 Kilometer vor der deutschen Residenz Kundus.

1,5 Tonnen Rohopium wurden dort beschlagnahmt und

ein geheimes Labor zerstört.

Ob das jetzt nur eine Vorzeigeaktion war, die den

Amerikanern den Ruf nehmen soll, zu nachsichtig

gegenüber den Warlords zu sein, oder ob solche Razzien

jetzt zur Regel werden, wird sich noch zeigen. Auch die

Frage, wie lange sich die regionalen Machthaber das

gefallen lassen, bis sie den Besatzungsmächten den Krieg

erklären, bleibt spannend.

Martin Schwarzbeck

Die Ausführungen in diesem Abschnitt zeigen mit aller Deutlichkeit

die Inkonsequenz im persönlichen Verhalten der Bundesdrogenbeauftragten

Marion Caspers-Merk betreffend Alkohol im Kontext der von

ihr proklamierten Drogenpolitik.

Unter dem Titel „Moderne Drogen- und Suchtpolitik“ findet man auf

der Eröffnungsseite des Themenschwerpunktes „Drogen und Sucht“

auf der Homepage des Bundesminis-teriums für Gesundheit und Soziale

Sicherung den folgenden Absatz zu Alkohol und Nikotin:

Gedächtnisstörungen der Bundesdrogenbeauftragten

„Die Drogenpolitik der Bundesregierung hat die früher einseitig

erfolgte Fixierung auf die illegalen Suchtmittel aufgehoben.

Nun stehen auch die legalen Drogen, wie Alkohol und Nikotin,

im Vordergrund der Aktivitäten.“

Im Absatz zu den vier Säulen der Drogenpolitik kann man auf

der gleichen Seite u. a. die hier folgende Aussage lesen:

„Angebotsreduzierung und repressive Maßnahmen tragen

dazu bei, dass das Ausmaß an Suchterkrankungen durch eine

verminderte Verfügbarkeit der Suchtmittel reduziert wird.“

In der Rubrik „Tabak/Alkohol“ des Themenschwerpunktes

„Drogen und Sucht“ findet man mehrere Ausführungen zu

den Risikofaktoren des Rauchens für die Gesundheit wie auch

zu wirksamen Maßnahmen zur Reduzierung des Tabakkonsums

, jedoch kein einziges Wort zur Alkoholabhängigkeit oder zu

Maßnahmen zur Reduzierung des Alkoholkonsums.

Im Rahmen der Vorstellung der Studie „Policymix hat den

größten Präventionseffekt“, die das ZEUS-Institut in Bochum

durchgeführt hat und die den Einfluss der Alkoholwerbung

auf den Alkoholkonsum bei Kindern und Jugendlichen

untersucht, erklärt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung,

Marion Caspers-Merk , auf der Website des Bundesministeriums

für Gesundheit und soziale Sicherung u.a.:

„1. Kinder und Jugendliche fühlen sich insbesondere durch

Imagewerbung stark angezogen. Die Werbung setzt aus diesem

Grund coole Musik, coole Gruppen, Spaß und Action als Mittel

bewusst ein. Deshalb möchte ich, dass in Deutschland auch im

Alkoholbereich zukünftig nur produktorientiert anstelle von

imageorientiert geworben wird. Es gibt diesbezüglich bereits

Verhandlungen des Bundesgesundheitsministeriums mit der

Alkoholindustrie durch eine freiwillige Selbstverpflichtung, diesen

Bereich zu regeln.

2. Einschränkungen der Werbung zum Schutz von Kindern und

Jugendlichen sind sinnvoll. [...]“

Feuer auf Caspers-Merk

1. Homepage Bundesministerium für Gesundheit und Soziale

Sicherung (BMGS): Themenschwerpunkt: Drogen und Sucht

www.bmgs.bund.de/deu/gra/themen/praevention/drogen/2326.cfm

2. Homepage BMGS: Internetfernsehen Themenschwerpunkt: gegen Drogen die und Prohibition Sucht:

Rubrik: Tabak/Alkohol

www.bmgs.bund.de/deu/gra/themen/praevention/drogen/2346.cfm

3. Homepage BMGS: Themenschwerpunkt: Drogen und Sucht:

Rubrik: Tabak/Alkohol: Studienergebnisse: Zwei neue

Studienergebnisse zu Alkohol und Tabak liegen vor.

www.bmgs.bund.de/deu/gra/themen/praevention/drogen/2346_2353.cfm

4. M. Caspers-Merk: Private Homepage: Streifzug. Außer den Bildern

zur Weinkultur werden auf dieser Seite u. a. ein Bild der „Ischteiner

Gugge“ zur Musikkultur (coole Musik), ein Bild des Volksfestes

„Ischteiner Nachtumzug“ (coole Gruppe) sowie ein Bild mit einem

„Traditionellen Fastnachtsfeuer“ (Spaß und Action) gezeigt.

[Rechtschreibfehler in der Originalfassung wurden in den hier

zitierten Passagen korrigiert.] www.caspers-merk.de/wkstreifzug.htm

Weinprobe, Quelle: www.caspers-merk.de/images/fotos/weinprobe.jpg

Bemerkenswert erscheint hier die Tatsache, wie die

Drogenbeauftragte auf ihrer persönlichen Homepage in der

Rubrik „Wahlkreis“ die Leser zu einem Streifzug durch ihren

Wahlkreis einlädt. Über acht landestypischen Bildern steht

wörtlich: „Auf dieser Seite möchte ich Sie zu einem kurzen

Streifzug durch meinen Wahlkreis einladen. Machen Sie sich

ein Bild von der Region, in der ich lebe und für deren Belange

ich mich vor Ort und in Berlin einsetze.“ Auf den Bildern macht

die Drogenbeauftragte auf subtile Weise auf die Belange der

Winzer und Weinkellereien aufmerksam. Drei der acht Bilder

stehen im direkten Zusammenhang mit dem Wein: Ein Bild

mit „Blick auf die Rheinebene und die Vogesen“ zeigt die

Schönheit der Weinberge in der Region, ein weiteres zeigt eine

Großaufnahme von Trauben mit dem Text „das ,Kulturgut’

dieser Region“ und das dritte Bild zur Weinkultur zeigt die

Drogenbeauftragte Marion Caspers-Merk höchstpersönlich

beim Einschenken (Drogenverteilen) bei einer Weinprobe.


Million Marijuana March Global March for Cannabis Liberation

Wie jedes Jahr seit 1998 sind alle Hanf-Aktivisten Anfang Mai

weltweit aufgerufen, Aktionen gegen die Prohibition durchzuführen.

Im Jahr 2003 wurde in über 250 Städten weltweit demonstriert.

In Deutschland fanden 13 Veranstaltungen zum Million

Marijuana March statt. Erstaunlicherweise fünf davon in Hessen.

Nicht schlecht für ein schwarz regiertes Land. In Darmstadt,

Frankfurt, Viernheim, Limburg und Lauterbach gingen

Aktivisten auf die Straße.

Dana Beal, berühmt geworden durch seine „Smoke-Ins“ in den

1960ern, ist der Mentor dieses internationalen Legalisierungs-

Events. Mit den Leuten von „Cures not Wars“ in New York

betreut er die Liste der Städte und Organisationen, welche sich

am MMM beteiligen. Sie entwerfen Poster, Flyer, Fähnchen,

Sticker und sammeln Geld um diese damit weltweit kostenlos

zu versenden! Warum machen die das? Damit DU endlich

gegen das Cannabis-Verbot aktiv werden kannst ohne dich um

Flyer und Plakate kümmern zu müssen. Was ohne Sponsoren

auch kaum zu finanzieren wäre, da wir wegen der Prohibition

diese horrenden Schwarzmarktpreise für unser Lieblings-

Agrarprodukt bezahlen müssen.

Am einfachsten ist es natürlich, nur die Flyer zu verteilen. Aber

wer würde nicht gerne seine eigene Stadt auf der Rückseite

stehen sehen? Dazu musst du etwas auf die Beine stellen. Zum

Beispiel einen Infostand:

Infostände muss man mindestens zwei Wochen vorher beim

Ordnungsamt anmelden. Dazu genügt ein formloses Schreiben.

In den meisten Fußgängerzonen gibt es feste Plätze für einen

Infostand. Einfach beim Ordnungsamt anrufen und fragen, wo

man Infostände aufbauen darf. Die können dir auch gleich

sagen, ob der Platz noch frei ist und was du weiterhin beachten

musst. Ein paar Tage nach der Anmeldung hast du dann eine

Erlaubnis in deinem Briefkasten. Wenn es länger dauert, will

dich wahrscheinlich jemand ärgern. Locker bleiben und persönlich

dran erinnern. Die Genehmigung musst du auf

Verlangen vorweisen. Das wird manchmal kontrolliert. Sie ist

gleichzeitig deine Durchfahrtsgenehmigung zum Be- und

Entladen, womit wir auch schon beim Equipment wären.

Zunächst brauchst du mindestens zwei Freunde die mitmachen,

einen Tapezier- oder Campingtisch, ein altes Bettlaken zum

Abdecken des Tisches und Infomaterial und/oder Unterschriftenlisten.

Deine Message kannst du auf das Laken pinseln, mit

einfacher Abdeckfarbe (Anm. d. Red.: Grün?) aus dem

Baumarkt: 500 ml kosten etwa fünf Euro. Denk auch an zwei

oder drei Klappstühle, sonst müsst ihr die ganze Zeit stehen.

Wir hatten auch schon ’ne Couch dabei - Couch rockt! Ein

Sonnenschirm und eine Plastikplane sind sehr praktisch für

den Fall, dass es regnen sollte. Ein Gartenpavillon ist natürlich

noch besser. Jetzt fehlen dir nur noch ein paar Steine, die du

auf die Flyer legen solltest. Sonst erklärt dir der Wind, warum

Flyer auch Flugblätter genannt werden!

Eine Kundgebung im Freien wird beim Ordnungsamt angemeldet.

Für eine Kundgebung ist ein Kleinbus oder ein Traktor

mit Anhänger am geeignetsten: ihr könnt alles gemütlich einen

Tag vorher dekorieren und aufbauen und habt eine fahrbare

Bühne für Redner, Bands etc. Deiner Fantasie sind keine Grenzen

gesetzt. Indoor kannst du auch eine Party organisieren.

Selbstverwaltete Jugend- und Kulturzentren sind hier die erste

Adresse zum Nachfragen. Meist ist dort bereits Bühnen-Equipment

und ähnliches vorhanden und ihr könnt euch voll und

ganz auf das Programm konzentrieren: Redner und Bands

einladen und Infomaterial besorgen. Es ist auch schon vorgekommen,

dass sich aus einer Veranstaltung eine „spontane“

Demonstration durch die Fußgängerzone entwickelt hat . . .

Eine „spontane“ Demo musst du nicht anmelden, denn sie ist

ja spontan. Für diese Variante kannst du natürlich vorher nicht

mit Flyern mobilisieren. Auch ein Wagen mit Anlage wird nicht

als spontan akzeptiert werden. Ein Banner (altes Laken,

Abdeckfarbe, zwei Besenstiele) kannst du aber trotzdem pinseln,

das dauert ja nicht lange. Auf alle Fälle solltet ihr eine Antwort

parat haben, um zu erklären weshalb ihr das plötzliche

Bedürfnis habt, „spontan“ zu demonstrieren. Trommel vorher

möglichst viele deiner Freunde zusammen. Allein macht das

nur halb soviel Spaß. Wenn ihr dann losdemonstriert kommt

es gut an, Flyer mit eurer Message drauf zu verteilen. Wenn

ihr Zip-Loc-Tütchen an die Flyer tackert, werden sie euch

garantiert aus den Händen gerissen. Bei allzu penetranten

Nachwuchskiffern auf Zip-Loc-Jagd bitte nachsichtig sein . . .

Peace!

Eine „unspontane“ Demonstration musst du vorher bei der

Polizei anmelden. Dazu muss ein Versammlungsleiter und eine

Route bestimmt werden. Außerdem müsst ihr bei der Anmeldung

bereits angeben, wie viele Demonstranten ihr erwartet.

Pro 50 erwarteter Demonstranten müsst ihr einen Ordner

stellen. Meist kostet es auch eine kleine Bearbeitungsgebühr.

Nach der Anmeldung werdet ihr zu einem informellen Gespräch

eingeladen. Bei diesem Gespräch werdet ihr über eure Rechte

und Pflichten informiert. Im Vorfeld solltest du zunächst im

Internet abchecken, welche anderen Hanf-Gruppen wie Grüne

Hilfe, Hanfparade, Hanffest, Hanf Initiative, Cannabis legal

usw. es vor Ort gibt und mit denen Kontakt aufnehmen. Die

helfen dir sicher gerne weiter. Auch Grow- und Headshops

solltest du ansprechen, abgesehen vom Flyer-auslegen sind sie

meist nicht nur an Umsatzzahlen interessiert und werden dich

gerne unterstützen.

Bei den Parteien und deren Jugendorganisationen solltest du

unbedingt anklopfen. PDS, die Grünen, [solid´], Grüne Jugend,

aber auch die Jungen Liberalen stehen solchen Aktionen meist

offen gegenüber und können euch mit Rat und Tat unterstützen.

Auf www.berlin.de/polizei/LKA/versammlungsbehoerde.html

sind unsere Hanf-Schädlinge ausnahmsweise einmal nützlich:

hier könnt ihr alles genau nachlesen und ein Formular zum

Anmelden einer Demo downloaden.

Nach der Anmeldung läuft alles wie gehabt: Bettlaken bepinseln

und Infomaterial besorgen. Auch das Hanf Journal kannst du

zum Beispiel kostenlos bestellen, deinen Flyer reinpacken und

es verschenken.. Falls du Mitstreiter suchst schreibe uns eine

Mail (redaktion@hanfjournal.de) oder poste im Forum von

news

www.hanfjournal.de, wir veröffentlichen dann in unseren

nächsten Ausgaben deine Angaben, damit sich Helfer bei dir

melden können. Eine/r muss nur den Anfang machen . . .

Infomaterial kannst du gegen Portokosten bei den aktiven

Organisationen beziehen, oder selber kopieren.

Weitere Infos und Kontakte zu möglichen Referenten findest

du unter:

www.hanfverband.de; www.drogenpolitik.org, www.zeigdich.de,

www.cannabislegal.de, www.gruene-hilfe.de,

www.hanf-initiative.de, www.cures-not-wars.org,

www.hanfjournal.de

7

Das Eckthema:

Verreisen im Kopf

Sokratis Zacharopoulos


8

guerilla growing

Das Guerilla Growing-Team präsentiert:

Indoor Growing #2

Optimale Versorgung von Grund auf :

Der Boden

Das letzte Mal habt ihr die Möglichkeit im Haus anzubauen

kennen gelernt. So ist der Hobbygärtner zwar unabhängig von

Mutter Natur, muss dafür aber sämtliche Umweltfaktoren selbst

kontrollieren. Jetzt fangen wir an die einzelne Bereiche zu

vertiefen. Dabei beginnen wir mit der Basis eines guten Grows:

dem Pflanzmedium, auch Substrat oder Erde genannt.

Um uns einen detaillierten Einblick in die Kunst des Indoor-

Growings zu verschaffen hat uns Nils seine Freundin Julia

vorgestellt, die in ihrer Stadtwohnung weder über Balkon noch

Garten verfügt. Als ich bei ihr eintreffe, erwartet mich neben

einer herzlichen Begrüßung eine ebenso fette Tüte. Julia hatte

nach meinem Besuch die prächtigen Big-Buds abgeerntet und

begleitend zu unserer Guerilla Growing-Reihe eine neue Saison

begonnen. Natürlich in ihrem mit weißer Folie ausgekleidetem

Grow-Schrank Marke Eigenbau.

„Bevor er jedoch wieder in Betrieb genommen werden konnte,

musste ich ihn gründlich reinigen und desinfizieren, damit es

keine bösen Überraschungen gibt“, seufzt Julia. „Es ist zwar

aufwendig, aber so kann ich verhindern, dass sich Schädlinge,

die sich möglicherweise eingenistet haben, sofort über die neue

Zucht hermachen.“

„Zum Keimen hab ich die Samen ca. 0,5 bis ein cm tief in kleine

Torftöpfe mit einem Anzuchterde-Gemisch gesteckt und leicht

gewässert. Für die ersten zwei Wochen wurden sie unter

Lumilux-Leuchtstoffröhren gestellt. Diese sind anfangs völlig

ausreichend und sparen dabei eine Menge Strom gegenüber

den Natrium-Dampf-Lampen ein. Um das richtige Spektrum

zu erreichen wurden je zwei blaue (Kaltton-) und rote (Warmton-

) Röhren verwendet. Erst nach zwei Tagen zeigten sich die

ersten Keimlinge, was eigentlich schon nach zwölf Stunden

möglich ist, aber auch bis zu 14 Tage dauern kann. Nach einigen

Tagen wurden die kleinen Pflänzchen in zwölf-cm-Plastiktöpfe

mit einer Substratmischung für das Wachstum gesetzt, wo sie

für weitere zwei Wochen unter den Leuchtstoffröhren wuchsen.

So lange, bis deren Leuchtkraft nicht mehr ausreichte und die

Leuchtstarke Natrium-Dampf-Lampe für die Wachstumsphase

zum Einsatz kam. Nach zwei bis drei Tagen erhielten sie ihren

Wachstumsschub und entwickeln sich seither prächtig“,

berichtet Julia.

„Damit sie später auch schön verzweigt und kompakt wachsen,

habe ich seit der zweiten Woche einen Schwenkventilator auf

niedrigster Stufe auf sie gerichtet“, erklärt Julia. Dabei entstehen

winzig kleine Verletzungen in den Fasern, die wie bei einem

Knochenbruch zusammenwachsen und hinterher wesentlich

stabiler sind. So werden die Sprossabschnitte dicker und bleiben

kürzer. Zudem verzweigt sich die Pflanze mehr, kleine und

buschige können dem Wind besser standhalten als lange und

dürre.

Wer verhindern will, dass die junge Pflanzen zu sehr in die

Höhe schießen und sich dabei zu sehr strecken, sollte weiterhin

auf den Lampenabstand achten. Ist er zu groß, leiden die

Kleinen an Lichtmangel und strecken sich nach dem Licht.

„Das ist nicht gut, schließlich wollen wir später reichlich Blüten

ernten, die an den Verzweigungen wachsen“, weiß Julia. Bei

Neonröhren zwei bis fünf cm und bei Natrium-Dampf-Lampen

30–90 cm, je jünger, desto größer der Abstand.

„Wenden wir uns nun dem Pflanzmedium zu“, sagt Julia,

während sie ein Stück Nepalesen in ihre hölzerne, mit

orientalischen Mustern verzierte Schale bröselt. „Hier gibt es

zwei grundsätzliche Methoden: organisch oder hydroponisch.

Organisch bedeutet Anbau auf lebenden Medien, in denen die

organischen Stoffe durch Mikroorganismen zersetzt und so in

o1

o2

Die Kleinen entwickeln sich prächtig

Die Komponenten für eine gute Mischung

(Sand, Cocos, Tongranulat, Hornspäne,

Urgesteinsmehl, Bittersalz, Guano;

von oben nach unten und links nach rechts)

eine für die Pflanze aufnehmbare Form umgewandelt werden.

Der Anbau auf toten Medien wie Hydroton, Perlit, Vermiculit

oder Steinwolle wird als hydroponisch oder auch hydrologisch

bezeichnet. Hier müssen die Nährstoffe in Salzform vorliegen

und zusammen mit dem Sauerstoff immer wieder zugeführt

werden. pH- und EC-Wert des Wassers müssen ständig

kontrolliert und exakt auf ihrem Niveau gehalten werden.

Während organische Medien eine gewisse Pufferfunktion

hinsichtlich des pH-Wertes und der Nährstoffversorgung haben,

reagieren unsere Schützlinge in Hydromedien schnell und

empfindlich auf Fehler“ rät Julia, während sie gerade einen

Kopf auf ihrer kleinen gläsernen Bong stopft. „Deswegen ist

der organische Anbau eher für den Anfänger geeignet, da sich

fehlerhafte Behandlung nur langsam auswirkt und so oft noch

korrigiert werden können, wenn es nicht zu schlimm ist. Dafür

können die Nährstoffe beim hydrologischen Anbau besser auf

die Bedürfnisse der Pflanzen abgestimmt werden.“

Moderne Entwicklungen auf dem Grow-Sektor lassen jedoch

eine Synthese beider Methoden zum hydroorganischen Growing

zu. Cocosfasern verhalten sich laut Julia ähnlich wie hydrologische

Medien. Aber auch Blumenerde kann mit Tongranulat,

Perlit oder Vermiculit vermischt werden. Sand z. B. macht das

Medium kompakter und erhöht die Wasserleitfähigkeit, dafür

enthält er weder Nährstoffe noch vermag er sie zu halten.

Tongranulat hingegen verbessert durch seine grobe Struktur

die Durchlüftung und speichert relativ viel Wasser. Perlit ist

ein durch Erhitzung aufgeschäumtes vulkanisches Glas, welches

aufgrund seiner unregelmäßigen Oberfläche gut Wasser und

Nährstoffe speichert, aber auch schnell entwässert und so einer

Versalzung vorbeugt. Vermiculit wiederum wird durch Erhitzen

aus Glimmer hergestellt und speichert noch mehr Wasser als

Perlit. Beide werden gerne beim Hydrogrowing eingesetzt,

finden aber auch als beliebte Zuschlagstoffe ihre Verwendung.

Es gibt sie in verschiedenen Kornstärken. Für Stecklinge sollte

immer die kleinste verwendet werden.

„Am besten ist meist eine Mischung verschiedener Medien,

um so ihre Vorteile zu kombinieren bzw. Nachteile auszugleichen.

Wichtig ist, dass das Substrat eine hohe Wasserhaltekraft

und Durchlüftung besitzt. Zudem sollte es leicht sauer

sein und einen guten Wasserablauf haben, denn Staunässe lässt

die Wurzeln innerhalb von 48 Stunden absterben“, warnt Julia.

Eine gute Substratmischung ergibt sich aus 70 Prozent Cocos-

Substrat, 20 Prozent Tongranulat und 10 Prozent Sand. Sie ist

von lockerer Struktur, speichert viel Wasser und Nährstoffe,

entwässert aber trotzdem gut und fördert ein rasches, stark

verzweigtes Wurzelwachstum. Um die Durchlüftung zu erhöhen

kann auch mehr Tongranulat und dafür weniger Cocos

und Sand verwendet werden. Der Nachteil dieser hydroorganischen

Erdmischung ist ihr etwas geringer Nährstoffgehalt,

vor allem an Spurenelementen mangelt es. Mit einigen

Zuschlagstoffen (siehe unten) ist das Problem aber schnell

behoben. „Das Mischen – vor allem mit Perlit und Vermiculit

– kann ein staubige Sache werden, deshalb am besten eine

Schutzmaske tragen“ rät Julia.


Für den Anfänger ist eigentlich das Beste, wenn er sich gute,

vorgemischte Kompletterde aus dem Grow Shop holt. Die

gibt’s von verschiedenen Produzenten. Da organische Medien

die Nährstoffe nur langsam abgeben, können Langzeitdünger

eingesetzt werden um den Nährstoffgehalt des Bodens auf

lange Sicht zu verbessern. Zum einen gibt es mineralische

Dünger wie Urgesteinmehl, das aus klein gemahlenem Gestein

besteht und vor allem Kalium und Phosphor liefert. Bittersalz

hingegen ist Magnesium in Salzform. Dann gibt es noch

Kalkstickstoff und Dolomitkalk, die vor allem Calcium und

Stickstoff liefern sowie den pH-Wert des Bodens stabilisieren.

Zum anderen sind da die Organischen wie Humus und Guano.

Aber auch Kompost, Stallmist oder Dung können verwendet

werden solange der Geruch nicht stört. Sie alle decken das

breite Spektrum der Nährstoffe weitestgehend ab. Als Stickstofflieferant

dienen Hornspäne – klein gemahlene Hörner und

Hufe. Im Prinzip können auch alle möglichen organischen

Abfälle wie Fischreste und Eierschalen mit eingearbeitet werden.

Dabei aber unbedingt darauf achten, das sie aus pestizidfreier

Produktion stammen. Sie sollten beim Untermischen gut verteilt

bzw. zerkleinert werden. In der Wachstumsphase sind stickstoffund

magnesiumhaltige Zuschläge sinnvoll, während es in der

Blütephase die phosphor- und kaliumhaltigen sind. „Ach, jetzt

hab ich mich wieder verquatscht. Ich wollte doch einen rauchen“

freut sich Julia nach langen philosophieren über growing und

zieht genüsslich an ihrer Pfeife.

Während sie noch den Qualm auspustet, fährt sie fort: „Wie

bereits erwähnt ist Staunässe tödlich für die Wurzeln, denn sie

mögen es gerne luftig und sauerstoffreich.“ Eine ungefähr drei

cm hohe Drainageschicht aus grobem Tongranulat oder Kies

am Boden des Topfes verhindert sie zuverlässig. Um in großen

Töpfen oder Beeten die Belüftung der Wurzeln zu verbessern,

können durchlöcherte Schläuche oder Röhren gelegt werden,

in die regelmäßig hineingepustet wird. Eine luftige

Bodenstruktur macht dies laut Julia jedoch weitestgehend

überflüssig.

Um in Erde Nährstoffe optimal aufnehmen zu können wird

ein pH-Wert zwischen 6,2 und 6,8 benötigt. Nur in diesem

Bereich liegen die Salze in leicht abbaubarer Form vor. Steigt

er über 7,2 werden die Nährstoff nicht nur schlecht aufgenommen,

sondern können sich sogar in toxische Salze verwandeln.

Der EC-Wert gibt den Nährstoffgehalt des Mediums an und

spielt vor allem im Hydro-Bereich eine wichtige Rolle.

„Für die Keimung gibt es verschiedene Methoden“, weiß Julia.

„Einige legen die Samen zwischen zwei feuchte Taschentücher

und pflanzen die Samen ein, sobald sie gekeimt haben.“ Dabei

müssen die Tücher immer gut feucht gehalten werden. Es ist

ebenfalls möglich die Samen mit einem viertel bis halben Liter

Erde zu mischen und flach in einer Schale auszustreuen. Sie

werden dann vorsichtig in Töpfe gesetzt, sobald sie gekeimt

haben. Etwas aufwendiger ist es die Samen in kleinen

Torfquelltöpfe keimen zu lassen und dann einzupflanzen. Die

geringste Gefahr für die Wurzeln besteht, wenn die Samen

direkt in die zur Vorzucht bestimmten Töpfe gesteckt werden.

Diese Methode ist für Julia die beste. Man kann zwar nicht

genau sehen, welcher Samen wirklich keimt und hat vielleicht

dadurch länger Zweifel ob alle kommen oder ob man noch

mal ein paar Samen nachsetzen muss, aber man kann auch

wirklich fast nichts falsch machen oder die Wurzeln schädigen.

„Die in den ersten Töpfen enthaltene Erde sollte Steck- und

Keimlingserde sein. Diese enthält weniger Nährstoffe als die

Kompletterde. Das ist wichtig, weil die ersten Wurzeln noch

recht empfindlich gegen Überdüngung sind. Diese Erde reicht

gewöhnlich für ein bis zwei Wochen, je nach Größe des Topfes

und Bedarf der Sorte. Danach muss mit Zugabe von Flüssigdünger

oder Umtopfen ausgeglichen werden“, seufzt Julia

schon wieder. Am Anfang natürlich schnell umtopfen, damit

die Babies immer genug Platz zum Entfalten haben. „Hanf ist

eine sehr anspruchsvolle Pflanze, vor allem wenn sie unter

Optimalbedingungen gezogen wird“, gibt sie zu bedenken,

„also achtet vor allem auf die ersten gelben Blätter, die ganz

unten entstehen. Ein sicheres Zeichen für Stickstoffmangel,

der am Anfang besonders häufig Auftritt, denn sie benötigen

ihn zum Blattwachstum.

Ich hoffe es war für euch genauso interessant wie für mich.

Beim nächsten Mal lernt ihr die Umweltfaktoren richtig zu

steuern.

Mit hanfigen Grüßen

Das Guerilla Growing Team

Neonröhren reichen für den Anfang

o3

guerilla growing

Achtung!

jeder Missbrauch von

Drogen ist gefährlich!

Wir wollen niemanden

dazu auffordern oder

animieren Drogen zu

konsumieren

9

Das Eckthema:

Verreisen im Kopf

Indoor Growing #2Tipps

1. Im Haus müssen sämtliche Umweltfaktoren – Licht,

Luft, Klima, Bewässerung und Nährstoffversorgung

- selbst bestimmt werden.

2. Ein Reflektor wie z.B. Mylarfolie oder weiße Farbe

erhöht die Lichtausbeute der Lampe(n).

3. Vor jeder Saison sollte alles gründlich gereinigt

und auch während des Grows stets auf Sauberkeit

geachtet werden.

4. Um Energie zu sparen reichen für die ersten

Wochen nach der Keimung Neonröhren aus.

5. Für die Blüte wird eine Natrium-Dampf-Lampe mit

mindestens 400W benötigt.

6. Ein auf die Pflanzen gerichteter Schwenkventilator

lässt die Pflanzen klein und buschig wachsen.

7. Der Abstand zu Lampe sollte immer so groß wie

nötig und so gering wie möglich sein.

8. Während organische Medien eine gewisse

Pufferfunktion gegenüber Versorgungsfehlern

besitzen, reagieren Pflanzen in Hydromedien sofort

und empfindlich auf Schwankungen im PH- oder EC-

Wert.

9. Das Substrat muss eine hohe Wasserhaltekraft

und gute Durchlüftung besitzen.

10. Bei Erde sollte Staunässe unbedingt vermieden

werden, weil sie innerhalb kurzer Zeit zum absterben

der Wurzeln führen kann.


10

Das Eckthema:

Verreisen im Kopf

wirtschaft

Sativa Sisters: Kind Sanctuary

Bed&Breakfast Vancouver BC

Diesmal gibt’s eine Produktpräsentation,

wie wir sie noch nie

hatten. Wir präsentieren: einen

Urlaub. Und natürlich nicht

irgendeinen, sondern einen

original Kifferurlaub in Kanada.

Genauer gesagt in Vancouver,

einer der Kiffermetropolen dieser

Welt. Das die Gesetzgebung in

Vancouver wesentlich relaxter ist

als bei uns, berichteten wir ja

schon öfters. Dass dort aber auch

das Gras besser und billiger als in

Berlin ist, das musste uns erst

einer unserer Mitarbeiter erzählen.

Der hat die süße kleine Herberge

„Sativa Sisters“ nämlich schon mal

genutzt und kam mehr als

begeistert zurück. „Die drehen dir

da einen Joint zur Begrüßung!“

waren seine euphorischen ersten

Worte. Und auch die weitergehende

Versorgung scheint nicht

allzu problematisch zu sein. Das

ganze ist zwar etwas teuer (die

Preise für Doppelzimmer variieren

zwischen 125 und 185

Kanadischen Dollar pro Nacht),

dafür wird man aber königlich umsorgt und nächtigt in

traumhafter Lage. Den Strand in Fußmarschnähe, Downtown

nur fünf Autominuten entfernt und dreißig Minuten bis zum

nächsten Skigebiet, was will man mehr?

Buchungen und Infos unter: Telefon: 001 (604) 671-9567

Oder per E-Mail: stay@theamsterdam.com

www.theamsterdam.com

D&E Ephedra Super Caps

Welch Wunder: Selbst im prüden

Deutschland gibt es noch so

manches Zauberkraut, das

zumindest theoretisch überall frei

zu haben ist. Das Ephedrakraut

ist eines davon. In konzentrierter

Form in Kapseln abgepackt gibt

Ephedrin Energie für lange

Nächte oder auch Tage. Im Prinzip

ist es mit dem bekannten Amphetamin

Speed eng verwandt, es

weist allerdings eine OH-Gruppe

mehr auf. Dadurch lässt es sich

schlechter ins Gehirn transportieren

als der Verwandte. Ergo:

weniger Wirkung bei gleichen

Risiken und Schädigungen. Dafür

ist es aber mit hundertprozentiger

Sicherheit ungestreckt, also

letztlich doch weniger schädlich.

In den USA haben sie das

Potenzial dieser Kapseln erst vor

kurzem erkannt und wollen sie

nun verbieten. Die Firma D&E

experimentiert deshalb auch

schon mit verschiedenen Ephedrafreien

Alternativen.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die tolle Alternative zu

illegalen Wachmachern, bei denen man halt doch nie weiß was

drin ist.

Die Kapseln gibt’s zum Beispiel bei:

www.fitness-ernaehrung.com

Wirtschaftsticker Was Kiffer bald bekommen werden

Nach dem Riesen-Erfolg mit ihren Düngern in Kanada plant nun Advanced Nutrients auch den europäischen Markt zu erobern. Auf der „HighLife“

stellten sie sich erstmals vor. +++ Dem schließt sich wohl auch Allie’s Wholesale Garden Supplies an und streckt derzeit seine Fühler nach Europa

aus. +++ Advanced Hydroponics of Holland hingegen ist ja schon länger auf dem Markt und bringt nun, wie auch einige andere Firmen, einen

neuen Booster auf den Grow-Markt +++ BioBizz überraschte die Szene mit einer neuen Samenreihe, genaue Geschmackstests liegen der Redaktion

aber leider noch nicht vor. +++ Ecoplanet BV versucht sich an einem Dünger, der so simpel wie möglich ist. Wie gut der wirklich sein wird, erfahrt

ihr wohl in der Growing-Sonderausgabe des Hanf Journals. +++ Der bekannte Gras-Schneider Kermit von der Firma Glawill Commerce scheint

wohl nun direkte Konkurrenz zu bekommen. In der Szene sprachen sogar einzelne von einem Plagiaten, was daran ist bleibt derzeit eher offen.

+++ Auch sehr kritisch wurden die neuen Pläne von Boy in der Hanf-Szene aufgenommen. Dieser plant eine zweite Messe in Barcelona / Spanien

(HighLife Beurs Barcelona) durchzuführen, und das obwohl die Spannabis wohl ein voller Erfolg zu werden scheint. +++ Die Firma Ikon

International beglückt dagegen die Szene mit guten News. Ein neuer hochwertiger Filter rundet ihr sonst schon gutes Angebot ab. Hier scheint

GHE wächst schnell

www.eurohydro.com

General Hydroponics Europe belegte den 162. Platz im Deloitte

Touche Tohmatsu’s Ranking der 500 schnellstwachsenden

europäischen Technologiebetriebe.

Um die am schnellsten wachsen-den Firmen herauszufinden,

schaute sich Deloitte die Einnahmen der letzten drei Jahre an

(2000-2002), berechnete den Prozentsatz des Einkommenswachstums

und verglich diesen unter allen Firmen.

Aufgrund der beispiellosen ökonomischen Herausforderungen,

mit denen der Technologiesektor derzeit konfrontiert wird,

haben die Firmen, die einen Platz auf besagter Liste verdienten,

signifikante Erfolge erbracht.

Wegen ihrer Visionen, Führung und Innovationen sind diese

Firmen vermutlich Schlüsselkräfte hinter Europas ökonomischem

Wachstum in den vorigen Jahren, so Karel Bakkes,

ein Partner des Programms.

„Wir führen das starke Wachstum unserer Firma auf mehrere

Faktoren zurück“, so Noucetta Kehdi von GHE:

- Eine verstärkte Fähigkeit im weltweiten Wettbewerb

mitzuhalten.

- Große Ansprüche an unsere Produkte bezüglich Innovativität

und Qualität.

- Eine starke Führung.

- Der Einsatz unserer Mitarbeiter und Unterstützer.

- Die exzellente Arbeit, die von unseren Distributoren und

Partnern geleistet wird.

Tel: +33 5 62 06 08 30 – Email: info@eurohydro.com

sich ein neuer europäischer Distributeur zu mausern. +++ Von

Mix’n’Ball, den Upperclass-Grindern gibt es nun den kleinsten Grinder

der Welt. Nano ist echt was für eine Portion. +++ Von Quantumhydro

konnte man auf der „HighLife“ ein wirklich gutes und neu durchdachtes

Pflanzenzuchtsystem entdecken. Leider hat Quantumhydro bisher noch

keinen Vertrieb, was sich aber hoffentlich bald ändern wird. +++ Ganz

neu und besonders geeignet für Pur-Raucher, wie der Hanf Journal-

Redaktion, gibt es nun von Smoking die neuen Master Papers. Extra

dünn und extra schmal, also nur was für die Chefs.

Edle Pfeife aus Bruyèr-Holz

www.smart-smoking.de

Dass sich die Firma „Tune“ Sorgen

um die Gesundheit der Kiffer

macht, ist ja nichts Neues. Mit

ihren Aktivkohlefiltern für Joints

und Bongs sind sie ja schon länger

auf dem Markt und retteten damit

schon manch verqualmte Lunge.

Dank der Aktivkohle werden die

Schadstoffe aus dem Rauch

gefiltert – der Rauch wird angenehm

mild, ohne merklich an

Wirkung zu verlieren.

Zu den bereits bekannten Pfeifenköpfen

für (Aktivkohle-gefilterte)

Bongs und Pfeifen aus Olivenholz

gesellt sich nun eine neue Pfeife

aus edlerem Material. Gefertigt

wird diese Pfeife aus dem

klassischen Holz für edle

Tabakpfeifen, dem wertvollen

Bruyère-Wurzelholz. Auch diese

Pfeife hat eine Aufnahme für die

(übrigens auch jointfähigen)

Aktivkohlefilter und dadurch den

einzigartig milden Geschmack.

Das Bruyèreholz ist äußerst hart,

hitzebeständig und geschmacksneutral.

Das hygienische Acrylmundstück ist ergonomisch

flach und lässt sich rückstandsfrei säubern. Neben diesen

Vorteilen muss noch erwähnt werden, dass diese Pfeife einfach

stylie aussieht und gut in der Hand liegt. Also nicht nur ein

Geschenk an deine Lunge.

unter www.smart-smoking.de und in 80 fortschrittlichen

Headshops


Wieder einmal hieß es Sachen packen, Pfeife suchen

und auf zur nächsten Messe. Dieses Mal sogar

nach Holland! Was will man also mehr, freies

Kiffen, viele Helden der Szene - und überhaupt,

ein Wochenende Party again, wer kann da schon

Nein sagen?

Na ich natürlich nicht und so schleppte ich mich

in unserem alten Opel Kadett von Berlin nach

Utrecht, um in voller Montur an der „HighLife“

in Utrecht teilzunehmen. Zwar schafften wir es

pünktlich am Freitag in der Halle zu erscheinen,

doch leider ging dann die Preisverleihung des

„HighLife“-Cups vollkommen an mir vorbei. Wer

sollte denn auch schon damit rechnen, dass diese

Preise am Freitag überreicht werden? Und wie

sollte ich es außerdem nach den ersten vier Pfeifen

auch dorthin schaffen? Ihr seht, es war fast unmöglich.

Aber das war alles nur halb so schlimm, denn

schließlich fand sich ja zum Beispiel Luc von

Paradiese Seeds direkt zum Fotoshooting bei mir

am Stand ein. Wenn der Prophet also nicht zum

Berg kommt, muss eben der Berg zum Propheten

kommen. Zumindest muss sich das Luc gedacht

haben und präsentierte mir stolz seine drei

Trophäen, darunter auch ein erster Platz.

Auch Henk von Hesi fiel mir auf einmal

um den Hals und freute sich wie ein

Schneekönig über den ersten Platz des

Growshops Hydroland Nimwegen.

Dieser hatte im Bereich “

Growshops Hydro” mit White Widow

gewonnen und seine Pflanzen mit

dem Dünger von Hesi verwöhnt. Die

neue Samenreihe vom Sjamaan

scheint ebenfalls ein voller Erfolg

geworden zu sein, denn schließlich

konnte auch er mir mit Stolz

seinen Pokal für den

ersten Preis im

Bereich Hydro

präsentieren.

Leider hat mich

dann zwar Mila

von Polli-nator

nicht gedrückt,

aber gewonnen

hatte sie

trotzdem, erster

Platz für ihren

Ice-O-Later.

„HighLife“ in Utrecht

Nachdem ich nun schon die Preisverleihung für die besten

Gras-Sorten verpasst hatte, musste ich natürlich versuchen,

wenigstens die weiteren Highlights auf der „HighLife“ aufzuschnappen.

Und so gab es am Freitag noch eine mit Spannung

angekündigte Präsentation von Canna. Keiner durfte sagen

was dort passieren wird und überhaupt war sowieso alles

super geheim. Später stellte sich dann heraus, dass nun auch

Canna eine neue Bioreihe auf den Markt schmeißen wird.

Näheres erfahrt ihr, wenn ich mich mal nüchtern mit der Materie

beschäftigen kann. Faszinierend war auf jeden Fall die Möglichkeit

sein Gras auf dem Canna-Stand testen zu lassen und

da ich grad noch ein bissi schlechtes „Swiss outdoor“ bei mir

hatte, reichte ich das doch gleich mal ein. Stolze 15,01 Prozent

THC, das haute mich dann doch vom Hocker. Und ich dachte

das wäre schlecht gewesen.

Besonders viel Spaß hatte ich auch auf dem Stand der Canna

Trade.ch, den erstens stand da immer ein warmer Kaffee für

mich bereit (danke Marco) und zweitens konnte man sich dort

nett niederlassen und wurde auch gleich noch in bester Pose

gezeichnet, große Klasse. Ganz große Klasse bewiesen auch

die Jungs und Mädels von iGrow, denn schließlich zeigten die

gleich mit einem Stinktier, wie gut ihre Filter wirken. Außerdem

wussten die auch wie man gut feiert. Denn am Samstagabend

lud uns (also mich und noch einen ausgewählten Rest) Canna

erst auf ein fettes Essen und dann auch noch auf eine rockige

Tranceparty ein. Über 20.000 Personen feierten die Entdeckung

der elektronischen Musik und ich rockte – dank Canna – in

der VIP-Lounge. Ganz großes Kino kann ich da nur sagen,

ganz große Party. Mein liebster Gruß gilt da noch Stephanosch

(www.fluus.ch) der mich mit auf die Gästeliste setzte – danke

und Bussi!

Neben den tollen Partys muss definitiv noch die Nachspeise

am Freitag, beim Ausstellerabend erwähnt werden. Wer gesehen

hatte wie Martin von Roor und Iris vom Greenhouse Kontor

diese verschlungen haben, wusste wie gut das sein musste.

Aber auch ich konnte mich nicht wirklich zurückhalten. Doch

da genug zum Kiffen bereitstand, war das mit der Verdauung

nicht mehr wirklich ein Problem, nur der Kaffee fehlte – aber

man kann ja nicht alles haben.

Sehr beeindruckend fand ich auch noch die Riesenbong auf

dem G-Spot-Stand. Wann wir die einmal wirklich einweihen

können wurde mir zwar nicht verraten, aber ich habe schon

mal dafür gesorgt, dass wir das auch wirklich machen. Wäre

ja zu schade, so ein Riesenteil ungenützt zu lassen. Die kleine

Variante der G-Spot-Bongs konnte ich dagegen schon mal zum

Testen mit nach Hause nehmen, mehr dazu aber im nächsten

Hanf Journal. Ganz toll waren auch die neuen Pfeifen und

Bongs von Molino. Eine bunte erschwingliche Glaspfeife erfreut

mein Herz ja immer. Auch wieder neu auf dem Bongmarkt ist

die Kuschelbong, nun aber auch im coolen Outfit, mit bunten

Farben und Flammenoptik. Somit kann man auch den Rauch

wieder sehen und hat was Stylishes in der Hand. Leider konnte

ich diese Bong bisher nicht testen, was sich aber vielleicht ja

noch ändern lässt.

Sehr wichtig war definitiv ein intensives Gespräch mit Martin

von Roor. Um was es genau ging, sag ich nur noch nicht! Haha,

nur soviel: Wir werden eure wildesten Bongträume verwirklichen.

Zumindest die drei kreativsten Wünsche werden wohl

erfüllt werden. Also seid gespannt. Ansonsten konnte ich noch

herausfinden, dass Nirvana bald einen Seed-Shop-Center of

Amsterdam eröffnen will. Faszinierend war auch The Crystalman

(www.crystalman.nl), der wohl der einzige Künstler der

Trichome sein dürfte.

Die Messe in Utrecht war mal wieder ein voller Erfolg und

machte echt viel Spaß, schließlich konnte man ja kiffen ohne

Ende und No Mercy sorgte mit Äpfeln, Birnen und Orangen

immer für einen ausgeglichenen Vitaminhaushalt. Zu Schluss

noch einen Gruß an die Entwickler des Kartenspiels Grow the

Plant, mit denen wir uns einen Stand teilten, hat echt Spaß

gemacht mit euch da rumzusitzen, zu kiffen und Tee zu trinken.

Das nächste Mal werdet ihr mich auf der CannaTrade.ch in

Bern treffen können. Geschenke, neueste Produkte und sonstiger

Klatsch und Tratsch dann bitte immer beim Hanf Journal für

mich abgeben oder einem der vielen Sträflinge geben. Kommt

sicher alles bei mir an.

Werner Graf

cool tour

11

Das Eckthema:

Verreisen im Kopf

Gewinnerliste des HighLife Cup 2004

im Bereich “Samenzucht”

Hydro

1. Double Gum (White Label)

2. Mr. Nice G 13xhashplant (The Sensi Seed Bank)

3. Nebula (Paradise Seeds)

Bio

1. X-Factor (Paradise Seeds)

2. Marley´s World (The Sensi Seed Bank)

3. Master Kush (White Label)

Outdoor

1. Early Skunk (The Sensi Seed Bank)

2. Biddy Early (Magus Genetics)

3. Gorilla (Paradise Seeds)

Haze Hydro

1. Jack Herer (The Sensi Seed Bank)

Haze Bio

1. Mother´s Finest (The Sensi Seed Bank)


12

Das Eckthema:

Verreisen im Kopf

cool tour

Als ich in der dritten Klasse das erste Mal ein Kassette von

Hans Söllner in meinen Händen hielt, wusste ich, nun bin ich

ein Revoluzzer! Zugegeben, verstanden hab ich damals noch

wenig, doch das der Staat wohl etliches an Scheiße baut, hat

er mir damals dann doch auch schon vermitteln können.

Nun, gut zehn Jahre später habe ich mich allmählich zu einem

angepassten Schreiberling gegen das System gemausert und

Hans Söllner? Na der, der kämpft immer noch – und immer

noch so radikal. Am 9. Februar ist nun seine neue CD im Handel

erschienen, sie heißt „OIWEI I“ und reiht sich ein in die Rubrik:

Danke, dass das endlich einer mal laut ausspricht, danke

Söllner! „Freiheit für Palästina. Keine Morde mehr im Heiligen

Land . . . Ein Nazi bleibt a Nazi – egal an welchem Ort.“

Zugegeben: Immer wieder regen sich Menschen über den

arroganten Auftrittsstil Hans Söllners auf. Auch ich bin immer

wieder frustriert, wenn nette Absagen von diesem Idol eintrudeln.

Aber ist es nicht in Wahrheit so, dass wir ihn gerade dafür

bewundern. Hans Söllner geht seinen Weg und es ist eben

seiner. Er lässt sich nicht kaufen, er lässt sich nicht vereinnahmen

und wenn er sich vor einen Karren spannen lässt, dann muss

es schon seiner sein.

„Hitler, Bush, Blair – international” Hans Söllner

Als nun seine neue CD in unserer

Redaktion eintraf und ich sie mit einem

Lächeln einlegte, wurde wieder ein

Gefühl in mir stark: Irgendwann werde

ich auch ein Revoluzzer sein – so wie

Söllner. Ein Kampf für die gute Sache,

gegen verlogene Politiker und gegen

das Totschweigen.

In seinen Prozessen geht es derzeit um

280.000 Euro, meist wegen Beleidigungen,

oder sagen wir besser wegen

seiner Meinung. Ob das gerecht ist?

Nein, schließlich sagt er ja das was ich

hören will. Dass ich die CD als Redakteur

geschenkt bekommen habe – eine

Sauerei – und das von Söllner, warum

bekomm nun grad ich die? Aber wie

sagt er schon so passend auf der besagten

neuen CD „Die Gerechtigkeit is a

schene Hure die mit dem Justizminister

bumst.“ Aber doch das net mit mir.

Also ich werd die 15 Euro nächste

Woche durch einen Kauf einer weiteren

CD nachreichen – und ihr solltet das

auch tun. Wirklich: absolute

Kaufempfehlung – allein um einen der

letzten Revoluzzer unseres Landes zu

unterstützen.

„Babylon muass verbrenner, mann –

waiß freiwillig net geht!“

Werner Graf

Max Romeo and „The Ethiopians“ in town!

Für alle Rocksteady- und Roots Reggae-Liebhaber ist es Zeit

für den Gang zur Dancehall. Denn ein ehrwürdiger Gast betritt

die hiesige Musiklandschaft: der etwas anrüchige, sozialistische,

56-jährige Roots-Sänger Max Romeo wird unter uns sein Feuer

versprühen und den Teufel damit ins All schicken. Gebt euch

auf keinem Fall der babylonischen Gangart von einem Schritt

vorwärts, zwei rückwärts hin, denn er wird von den nicht

minder geschichtsträchtigen „Ethiopians“ begleitet. Diese in

der Übergangszeit vom Ska zum Rocksteady entstandene Band

hatte nicht nur eine identitätsstiftende (home-grown) Wirkung

auf die Insel Jamaika, sondern entpuppte sich auch auf der

anderen Seeseite, England, in Abgrenzung zum bestehenden

Pop als erfolgreich. Der Punkt Originalität ließe sich bei diesem

Trio hinsichtlich einiger Formationsänderungen im Laufe der

Zeit allerdings doch eher bezweifeln.

Max Livingston Smith wurde 1947 in Kingston geboren, wo er

mit 14 ausgerissen als runaway kid auf eigene Faust groß

wurde. Seinen Spitznamen erwarb er sich bei einem Gespräch

mit einem Mädchen: deren Vater bekam die zwei morgens um

8 Uhr zu Gesicht und sah Max, als er später am Tage von der

Arbeit zurückkehrte, in der gleichen Position am selben Ort

wieder, er nannte ihn daher einen Romeo. Der Produzent Bunny

Lee kam darauf zurück und so entstand sein erstes Soloprojekt

unter „Max Romeo“. Durchschlagenden Erfolg sollte er

allerdings erst später mit einem etwas eigentümlichen Lied,

das für die damaligen Verhältnisse anrüchige und daher für

Furore sorgende Zeilen enthielt, genießen dürfen. Das von Lee

„Scratch“ Perry produzierte Stück „Wet Dreams“ erzählt die

Geschichte von einem undichten Dach, wie Romeo später den

Zensoren Englands verrät. „Every night I go to bed I have wet

dreams . . . “ überzeugte diese allerdings nicht von der Unzweideutigkeit

des Liedes, sodass es weiterhin seinen Platz auf dem

Index behielt, statt dessen jedoch den in den Charts veränderte:

Top Ten im Mai 1969. Es folgten einige nicht minder verstohlene

Songs, der kurze Versuch eines eigenen Labels (Romax) sowie

Produktionen mit Bunny Lee.

11.02. Darmstadt – Centralstation

12.02. Dortmund – Live Station

13.02. Stuttgart – Zapata

14.02. München – Muffathalle

15.02. Köln – Live Music Hall

17.02. Berlin – Kesselhaus-Kulturbrauerei

18.02. Hamburg – Fabrik

im Vorprogramm:

Ganjaman backed by Feueralarm

Der Preis der Demokratie wurde auf Jamaika schon immer mit

Gewalt im Wahlkampf bezahlt. Im Jahr 1972 war diese allerdings

besonders grausam. Viele der armen Städter und Rastafaris

schlossen sich der damaligen Opposition, der sozialistischen

People’s National Party (PNP), an. Man erhoffte sich Gutes

und viele Roots-Stücke dieser Zeit erzählen politische Geschichten,

wobei die Politiker mit Figuren des Alten Testaments

gleichgesetzt werden. So wollte auch Maxie mit „Press along

Joshua“ Michael Manley, Kopf der PNP, unterstützen und

inspirieren. Die PNP entschied sich jedoch für „Let The Power

Fall On I“ (ebenfalls von Max Romeo) als ihren Wahlkampfsong,

während der gläubige Rasta unter anderem mit Bob Marley

für die Parteikampagne über das Land tourte.

Einige Jahre später nahm Romeo sein Meisterwerk „War Ina

Babylon“ (’76) auf, in dem er mit „One Step Forward“ die

Verfehlungen der Politik zur Zeit der Wiederwahl der PNP

ankreidete. Obwohl Romeo die meisten Stücke selbst schrieb

oder mitschrieb und alle Stücke selbst singt, wurde der große

Verdienst für den Erfolg des Albums vor allem Produzent

Scratch Perry zugeschrieben. Wie auch immer brachte das

Titelstück mächtige Anerkennung mit sich, es war die Spitze

seiner Karriere.

Seitdem lebte Max Romeo in den USA, auf Jamaika und zuletzt

in Frankreich, wo er noch immer großen Erfolg hat. Er nahm

noch einige Produktionen mit Jah Shakka, Tapper Zukkie und

den Produzenten Mafia und Fluxy auf. Außerdem erschienen

viele verschiedene Neuveröffentlichungen alten Materials. Max

Romeo schafft es, bewusstseinsfördernde, religiös inspirierte

Stücke mit sozialen Fragestellungen satt ’rüberzubringen und

auf Konzerten traut man ihm auch in bereits reifem Alter noch

zu, einen flotten Wackel-Knie-Ska-Skank zu Uptempo Beats

aufs Parkett zu legen.

Raoul Roßmann

Achtung!

jeder Missbrauch von

Drogen ist gefährlich!

Wir wollen niemanden

dazu auffordern oder

animieren Drogen zu

konsumieren


Ketamin

TEIL VII: PSYCHOAKTIVA

In dieser Folge meiner kleinen Serie stelle ich die

immer beliebter werdende Substanz Ketamin

waschzettelartig vor. Teil 7 wird also eher von

praktischem Nutzen sein als rein einführender,

informativer Natur. Zu oft verwenden Discogänger

die Substanz unter falschen Voraussetzungen, was

zum einen die Erwartungshaltung des Users, zum

anderen auch das Setting angeht. Man gebrauche

nachfolgende Hinweise als Beipackzettel. Zu Risiken

und Nebenwirkungen fragen Sie bitte Ihren . . .

Ketamin wird auch CI-581 genannt, seine chemische

Bezeichnung lautet 2-(2-Chlorphenyl)-2-methylamino-cyclohexanon,

Summenformel: C13 H16 NOCI.

Ketamin gehört zur chemischen Wirkstoffklasse der

Phencyclidinderivate und ist mit Phencyclidin (PCP,

Angel dust, Peace Pill . . .) und Cyclohexylamin (z.

B. dem Arylcyclohexylamin Tiletamin) verwandt und

als Enantiomer bzw. Razemat (S- und R-Ketamin)

verfügbar. Die Substanz ist wasserlöslich (1 g in 5 ml

Wasser oder 14 ml Alkohol) bei einem pH-Wert von

3,5 bis 5,5. In der Regel enthalten Ketaminpräparate

50 oder 100 Milligramm Wirkstoff pro Milliliter

Lösung. Präservativ ist Benzethoniumchlorid.

Dosierungshinweise:

Oral: 200–450 mg; nasal: 50–150 mg; intramuskulär:

30–120 mg;

LD50 (Letale Dosis): Die letale, also bei 50 % der

Probanden tödlich wirkende Dosis wurde beim

Kaninchen mit 60 mg/kg i. v. angegeben (Boussarie

2001). Beim Menschen kann eine möglicherweise

tödliche Dosis ab 4,5 g erwartet werden. VORSICHT:

Es existiert kein Antidot (Gegengift) zu Ketamin!

Aufgrund der unfassbar schnell eintretenden und

heftigen Wirkung ist die intravenöse Injektion von

Ketamin nicht besonders populär.

Das dissoziativ wirkende Ketamin bindet physiologisch

an die NMDA-Rezeptoren und metabolisiert

in der Leber zu Norketamin (weist etwa 1/3 der

Ketaminpotenz auf) und Dehydronorketamin. Unter

„dissoziativen Drogen“ versteht man vereinfacht

gesagt, psychotrope Substanzen, die dem Nutzer

während des Rausches das Gefühl vermitteln, er sei

von seinem eigenen Körper oder sogar Bewusstsein

abgetrennt. Bei entsprechend hoher Dosierung hemmt

die Substanz das Schmerz- und Körperempfinden.

Der User durchlebt u. U. außerkörperliche Erfahrungen

und verschmilzt mit seiner Umgebung, d. h.

er ist nicht mehr in der Lage, sein Bewusstsein rational

von der Außenwelt abzutrennen. Er fühlt sich mitunter

wie im Traum und wird eins mit dem Universum.

Personen, die an folgenden Krankheiten, Verletzungen

und medizinischen Auffälligkeiten leiden, dürfen

keinesfalls Ketamin zu sich nehmen bzw. verabreicht

bekommen: Aorten- und Mitralstenose (Verengung

der Aorta oder Mitralklappe), Aortenaneurysma,

Augenverletzungen, Eingriffe im Nasen- und Rachenraum,

Eklampsie (schwangerschaftsbedingter

Krampfanfall), EPH-Gestose (Präeklampsie, Vorstufe

der Eklampsie), frischer Herzinfarkt, Glaukom,

Herzinsuffizienz, Herzklappenerkrankungen,

Schilddrüsenüberfunktion, Hypertonie (krankhaft

niedriger Blutdruck), koronare Herzkrankheiten,

Schädel-Hirn-Trauma, Nabelschnurvorfall, Tumor

der Nebenniere, psychiatrische Erkrankungen,

und/oder Gebärmutterwand-Einriss.

Langanhaltender chronischer Missbrauch führt zu

Toleranzausbildung. Die durch die entstehende

Toleranz stetig zu erhöhende Dosis begünstigt

Gedächtnisstörungen und im schlimmsten Falle sogar

Nerven- und Hirnschädigungen. Ketamin wird

notfallmedizinisch vom Notarzt und Rettungsdienst

appliziert. Ein K-User wird also im Falle einer solchen

medizinischen Verabreichung durch eine aufgebaute

Toleranz schwere Nachteile erleiden, sprich: Das

Medikament wirkt nicht, wie vorgesehen.

Ketamin ist ein rezeptpflichtiges Pharmakon, das

nicht dem BtmG unterstellt ist. Der private Handel

mit Ketamin ist verboten und wird gemäß der

arzneimittelgesetzlichen Bestimmungen geahndet.

Ketamin wird im Drogenscreening normalerweise

nicht untersucht. Bei Verdacht kann Ketamin

vermittels HPLC (Hochleistungsflüssigkeitschromatographie)

identifiziert werden. Das Abbauprodukt

Dehydronorketamin ist bis zu drei Tage im Urin

nachweisbar.

Markus Berger

Psychoaktiva

lsd, psilocybin, dmt, meskalin, dom, 2c-b, mda,tropeine, ibogain, harmanalkaloide, isoxazole, ketamin, salvia divinorum, pcp, Amphetamin und Methamphetamin,

Koffein, Cocain, Ephedrin, myristicin, safrol, mdma, ghb, mdea, bdb, opiate, heroin, methadon, fentanyle, valium, rohypnol, barbiturate

Hanfjournal Reihe:

Literatur und Drogen

Hermann Hesse

Das Lächeln des Weisen

Wer ihn in der Jugend nicht liebt, hat kein Herz; wer ihn im

Alter noch schätzt, keinen Verstand, könnte man, ein Wort

Arno Schmidts variierend, über Hermann Hesse sagen.

1877 als Kind frommer Pietisten geboren, wächst er zwischen

schwäbischen Kleinbürgern auf, lernt früh ihre Bigotterie

kennen und entflieht schließlich dem klösterlichen Schulalltag

des evangelischen Stifts Maulbronn. In „Unterm Rad“, seinem

ersten Roman, wird er mit seinen dogmatischen Lehrern

abrechnen.

Damit ist das Motiv der späteren Romane vorgegeben.

Jugendliche Rebellion, die Suche nach dem eigenen Ich, seinem

Platz in unserer Gesellschaft und eine gewisse romantische

Verklärung der Kindheits- und Jugendzeit.

Überhaupt die Romantik. Hesse sieht in ihr nicht den Spiegel

einer nach den napoleonischen Kriegswirren zerrütteten

deutschen Gesellschaft, sondern mystisches Naturverhältnis

und zauberhafte Verklärung des „natürlichen“ Lebens. Er wird

dieser Auffassung von Romantik ein Leben lang treu bleiben,

kein Wunder also, dass er auch sprachlich Vorbildern wie Raabe

und Keller verhaftet bleiben wird. In der Pose des Rebellen

bleibt er ein ewiger Konservativer.

cool tour

13

Das Eckthema:

Verreisen im Kopf

Aber er ist auch ein Suchender. 1911 bricht er zu

einer langen Indienreise auf. Über Ägypten und

durch den Suezkanal führt die lange Schiffspassage,

die damals groß in Mode ist. Er besichtigt Malaysia,

dann Sumatra, um schließlich in Indien die Weisheit

der Schamanen zu suchen. Er will der eigenen Seele

Herr werden, wie er in seinen Reiseaufzeichnungen

vermerkt.

Doch vorerst gilt es dem eigenen Verdauungsapparat

Herr zu werden, auch für heutige Indienfahrer

noch ein bekanntes Problem. So kommt er

zwangsläufig dazu, ständig Opium zu konsumieren,

denn damals wird das Rauschmittel noch in allen

Apotheken als probates Mittel gegen Diarrhoe

angeboten. Kein Wunder, dass er den Subkontinent

wie im Rausch durchlebt; in seinem Reisebericht

„Aus Indien“ erzählt er ausführlich davon.

Noch unter dem Eindruck der Indienreise entsteht

„Siddhartha“, die Geschichte eines jungen Inders

auf seinem Weg zur Weisheit, eine Mischung aus

Laotse und Buddha. „Dass Weisheit nicht lehrbar

sei, ist eine Erfahrung, die ich einmal im Leben

versuchen musste, dichterisch darzustellen,“

schreibt er über seine „indische Dichtung“.

Kurz danach, 1927, erscheint „Der Steppenwolf“,

der Hesse endgültig berühmt machen wird. Man

kann die Geschichte von der inneren Zerrissenheit

Harry Hallers vielleicht auch als Hesses Versuch

einer Aussöhnung des Denkens des 19. Jahrhunderts

mit der Moderne lesen. In den späten Sechzigern

entdecken Kaliforniens Blumenkinder das Buch

von der instinktiven Rebellion des Steppenwolfs

gegen die (klein-)bürgerliche Welt und lassen es so

noch einmal zu einem späten Bestseller werden.

Da hatte der Autor längst den Nobelpreis für

Literatur bekommen.

Pol Sax


14

Das Eckthema:

Verreisen im Kopf

Filmvorstellung

cool tour

Man muss ja noch

träumen dürfen

Dass an Flughäfen Wünsche in Erfüllung gehen können, könnt

ihr euch sicher alle vorstellen. Die Reise in ein fernes Land,

Träume von Sonne Strand und Meer oder einfach nur der Ausbruch

aus dem Abschiebeknast in Frankfurt. Ja, auf so einem

Flughafen ist allerlei Stoff zum Träumen.

In dem neuen Film von Veit Helmer dreht sich daher alles um

zwei Träumer auf dem Frankfurter Flughafen. Die eine ist die

indische Putzfrau Nisha, die ihren Sohn nach Deutschland

schmuggeln und Stewardess werden will. Der andere Alexej,

der aus dem Abschiebeknast flieht und nun illegal im Frankfurter

Flughafen arbeitet und lebt. Bei den nächtlichen Traumreisen

der beiden - Alexej träumt davon Pilot zu werden - überschneiden

sich ihre Wege. Wie zu erwarten beginnt damit eine multikulturelle

Liebesgeschichte, die ihresgleichen sucht. Gemischt

aus Realität und Traum zieht dieser Film durch den Untergrund

des Frankfurter Flughafens, in leerstehende Flugzeuge und zu

den Visionen von Menschen in unserer Nähe, die wir fast schon

vergessen hätten.

Der Film ist ein wunderbares Märchen, nicht aus dem Orient,

sondern aus Deutschland und traut sich, das Schicksal der

Illegalisierten und Verfolgten aufzugreifen. Er bringt einem

auf kitschige Art und Weise das Leiden, die Probleme und die

Träume dieser Randgruppen Näher. Kein Zeigefinger, kein

Mitleidgehasche, keine bösen Vorwürfe, sondern viel Phantasie

und durchgedrehte Figuren, wie den ziegenschnitzenden

Afrikaner, der vom Glück verfolgt wird, zeichnen dieses

Meisterwerk aus.

Solche Filme machen nicht nur Spaß beim Zusehen, sondern

stellen endlich einmal Menschen in den Mittelpunkt, die es

wirklich verdient haben.

Werner Graf

Bücher, die der Drogen-User kennen sollte

Standardwerke, Pflichtlektüre

Das literarische Pflichtprogramm für Drogen-User sollte ich kurz abreißen. So jedenfalls die Aufgabenstellung

seitens der Hanf Journal-Redaktion. Ein schwieriges Unterfangen, wenn man vier Werke vorstellen darf und noch

dazu selber Buchautor ist. Natürlich werde ich hier keines meiner Bücher vorstellen, ganz klar.

Auch klar, dass zuallererst Christian Rätschs Enzyklopädie der

psychoaktiven Pflanzen genannt werden muss. Das weltweite

Standardwerk der psychoaktiven Literatur kommt, wie so viele

Innovationen der Wissenschaft, aus Deutschland. Christian

führt in der mittlerweile schon sechsten Auflage sämtliche

Gewächse, also Pflanzen

und Pilze,

psychoaktiver Natur

auf, unterteilt in

große und kleine

Monografien und in

definitiv aktive,

vermutlich psychotrope

und angeblich

geistbewegende

Mitglieder globaler

Flora. Zu jeder

Pflanze erhält der

Leser umfangreiche

geschichtliche,

etymologische,

ethnische und

praktische Informationen,

z. B. zum

Gebrauch, zur Zubereitung,

für Ritual

und Medizin. Das

Werk umfasst knapp

950 Seiten, kostet 98

Euro und wird im

AT-Verlag Aarau

(Schweiz) verlegt.

Das sollte wirklich

jeder User haben.

Für den überzeugten

Hänfling sollte

Ronald Rippchens

und Hainer Hais

HanfHandBuch definitiver Standard sein. Wegen eines

Wortes wie „Hanfgenießer“ musste vor einigen Jahren eine

komplette Auflage stellenweise mit Edding geschwärzt

werden, was das Buch sofort in einen Kultstatus erhob

(schönen Gruß an Dieter Bohlen!). Der interessierte

Hanffreund wird in diesem Werk alles finden, was er oder

sie sucht: Hanf-Botanik, -Anbau, -Kultur und -Produktion,

Chemie und Inhalts-stoffe sowie Historisches, Vergnügliches

und natürlich auch Politisches. Das HanfHandBuch bietet

weiterhin Tipps und Wissenswertes zur Einnahme, zur

Wirkung, zur Verwendung als Heilmittel, zur allgemeinen

Hanf- und Legalisierungsdiskussion, zu den zahlreichen

Hanf-Artefakten und so weiter und so fort. Die Auswahl

hochkarätiger, cannabinoider Autoren ist ebenso Pflicht:

Mathias Bröckers, Jonathan Ott, Stefan Haag, Werner Pieper

und Frank Fuchs stimmen alle ein: Kiffer, kauft dies Buch!

Erschienen als Grüner Zweig 173 bei Wener Pieper’s Grüner

Kraft in Löhrbach.

Grübel, grübel . . . es gibt so viele wichtige Werke der

Drogen(forschungs-)szene. Was ist für den Kiffer noch

wichtig?

Eines der wichtigsten Drogenbücher ist und bleibt Timothy

Learys Politik der Ekstase. Das 1968 im Original erschienene

Buch ist das Non-Plus-Ultra der Psychedelikbewegung und

bringt sowohl dem Einsteiger als auch dem fortgeschrittenen

Psychoaktiva-Fan die Welt der Psychonautik, des Revoluzzertums

und der Obrigkeitsverachtung ins Haus. Nicht ohne

Grund ist dies literarische Erzeugnis der Drogenbefürworterszene

indiziert und darf in Deutschland nur per Gesichtskontrolle

(Bist du echt schon achtzehn? Zeig mir deinen Perso!)

abgegeben werden. Politik der Ekstase ist eine Kollektion

diverser Texte, Essays und Interviews von und mit Tim Leary,

der damals zur Gänze in seiner Blüte befindlich war. Die

deutschsprachige Version des essenziellen Schinkens ist 1982

im Volksverlag, 1997 im Raymond Martin Verlag erschienen.

Obgleich ich hier nun noch einige Dutzend Bücher

vorstellen müsste, beschränke ich mich als letztes auf

einen absoluten Klassiker der Cannabis-Literatur: Fitz

Hugh Ludlows Werk Der Haschischesser von 1857. Der

Philosoph und Haschischforscher Ludlow, seines

Zeichens Pythagoräer, erzählt in seinem Buch die

persönliche Liebesgeschichte zwischen ihm und dem

beliebten Cannabis-Produkt. In poetischer Weise legt

der Autor seine Erfahrungen in puncto Physiologie und

Psychologie des Haschischrausches dar und entführt

den Leser einmal mehr auf eine abenteuerliche geschichtliche

Reise. Es ist geradezu unglaublich, ohne zu viel

vorweg nehmen zu wollen, was für psychedelische Trips

man mit dem mal über-, mal unterbewerteten Haschisch

erleben kann. Jedem Kiffer werden angesichts der ungeheuren

Erfahrungen des Fitz Ludlow wohl die Augen

übergehen. Ich jedenfalls habe mit Cannabis derartige

Weltraumfahrten noch nie unternommen. Ob es die Zeit

ist oder der Stoff? Oder gar der geistige Background,

der heute ein anderer ist? Wir wissen es nicht und, so

glaube ich, wir

wollen es auch gar

nicht wissen. Mehr

Worte über ein Werk

zu verlieren, dass

man einfach gelesen

haben muss, wäre

reine Verschwendung.

Holt es euch

und lasst euch

verzaubern! Erschienen

in einer

Neuauflage im

Solothurn (Schweiz).

Markus Berger


Auf folgenden Seiten findet ihr Texte und Artikel, die in den jeweiligen Regionalteilen Berlin, Austria, Pot oder Seedwest erschienen sind.

Freigabe Berlin aktuell

Wohin will der Senat?

Zurzeit geht es ja heiß her in Berlin. Kiffen steht ganz oben auf

der Tagesordnung des Abgeordnetenhauses. Es besteht die

einmalige Chance tatsächlich einmal etwas zu verändern. Die

Möglichkeiten reichen von der relativ unnützen Erhöhung der

geringen Menge auf 15 Gramm (die gilt in der Realität nämlich

jetzt schon) bis zur kontrollierten Cannabis-Abgabe an Berliner

Kiffer.

Letztendlich muss jede dieser Möglichkeiten jedoch durch die

Hände des Senats, genauer gesagt, der Justiz und der Gesundheitssenatorin.

Wir wollten wissen, wie die Chancen stehen,

dass sich in dieser Richtung tatsächlich etwas bewegt und

interviewten dazu Gesundheitssenatorin Knake-Werner.

Die steht, wie wir uns gedacht haben, unseren Ideen sehr

kritisch gegenüber. „Die Idee eines Modellversuchs zur Abgabe

von Cannabis erscheint mir in der jetzt vorliegenden Form

noch nicht umsetzungsreif.“

Auch zu ihrer Ansage von der Lichtenberger Gesundheitskonferenz

2002, auf der sie die Erhöhung der geringen Menge auf

30 Gramm forderte, scheint sie nicht mehr zu stehen. „Meinen

Standpunkt, den ich auf dieser Konferenz vertreten habe, vertrete

ich nach wie vor. Ich bin aber der Überzeugung, dass wir

mit der Entkriminalisierung einer Menge von 15 Gramm in

der überarbeiteten Richtlinie schon eine erhebliche Verbesserung

für die Konsumenten erreichen werden.“

Nun, ja, ob das wirklich eine Verbesserung ist, sei dahingestellt.

Denn auch jetzt liegt die Grenze der geringen Menge schon bei

sechs bis 15 Gramm, wobei in den meisten Fällen die Verfahren

bei bis zu 15 Gramm eingestellt werden. Es würde sich also

gerade mal gar nichts tun.

Dass Frau Knake-Werner sich mit ihren Forderungen so zurückhält,

mag aber auch daran liegen, dass sie die Ineffektivität der

Repression nicht anerkennt. Sie vermutet entgegen aller Belege

weiterhin, dass ein Verbot den Konsum einschränken würde:

„Wenn also das Ziel in einer Einschränkung jeglichen Suchtmittelkonsums

liegt, so hat das Verbot bestimmter Suchtmittel

durchaus den Sinn, durch das erschwerte Angebot die

Nachfrage zu verringern.“

Aber es gibt auch Grund zur Hoffnung. Fragt man sie nämlich

ganz allgemein, was sie von einem toleranteren Umgang mit

Cannabisprodukten halte, antwortet sie auch sehr liberal: „Einen

toleranteren Umgang mit Cannabisprodukten halte ich

grundsätzlich für vernünftig. Dazu gehört die weitgehende

Entkriminalisierung von Konsumenten, die Möglichkeit, vor

allem jungen Menschen geeignete Hilfe und Unterstützung

zukommen zu lassen.“

Na, wenn das so ist Frau Knake-Werner, dann wünschen wir

uns nur noch, dass Sie mal ein bisschen Konsequenz zeigen

und diese Forderung mit einer wirklichen Bewegung im Bereich

Cannabis-Politik unterstreichen!

Wann kommt der

Modellversuch?

Anhörungen im Ausschuss für Gesundheit,

Soziales und Verbraucherschutz des

Berliner Abgeordnetenhauses.

Martin Schwarzbeck

„Politik live erleben“ hieß es am 8. Januar im Berliner

Abgeordnetenhaus. Denn dort wurde über Essenzielles

diskutiert. Nämlich die Freigabe von Cannabis. 15 oder 30

Gramm als geringe Menge oder gleich die kontrollierte Abgabe

als Modellversuch? Das waren die Themen, mit denen die

Politiker sich dort beschäftigten. Um den in diese Richtung

eher Ungebildeten etwas Vorwissen zu verschaffen, waren vier

Experten geladen. Georg Wurth vom Deutschen Hanfverband,

Professor Doktor Kleiber, Verfasser der gleichnamigen Studie

und Andreas Müller vom Amtsgericht Bernau versuchten

couragiert, die teilweise etwas weltfremden Ansichten der

Abgeordneten zum Thema zurecht zu rücken. Aber auch der

Feind hatte geladen. Frau Dr. Schulze vertrat vehement die

Ansichten der CDU.

So wurde es denn auch eine ambitionierte Diskussion. Wie

immer bei dem Thema Drogenpolitik krachten zwei völlig

fremde Weltanschauungen gegeneinander. Während die

Cannabis-Befürworter sprachen, waren Zwischenrufe und

demonstrative Privatgespräche bei der CDU genauso an der

Tagesordnung wie Beifall und Jubel aus den Zuschauerreihen.

Unerwarteterweise ging es tatsächlich die meiste Zeit um den

von uns forcierten Modellversuch. Drei der vier Experten

sprachen sich dafür aus, nur Frau Schulze war der Ansicht,

man könne die gefährdete Jugend nicht noch einer Droge

aussetzen (als ob es nichts zu kiffen gäbe, bloß weil es illegal

ist). Zahlreiche Vorurteile wurden während der Vorträge von

den Experten aus dem Weg geräumt. Dennoch war die

anschließende Diskussion der Parteien sehr kontrovers. Aus

den Reihen der CDU kam zum Beispiel die Frage, warum man

denn überhaupt Cannabis nehmen solle. Das müsse doch erst

mal erklärt werden. Na, ja, von jemandem, der trotz dermaßen

umfassender Aufklärung immer noch davon ausgeht, dass

Cannabis „eine der gefährlichsten Drogen“ (so CDU-

Abgeordneter Wansner) sei, von dem ist wahrlich nicht zu

erwarten, dass er das Wort „Genuss“ versteht.

Wir halten es da mit Herrn Ratzmann, dem Initiator dieser

Vorgänge. Ihm zufolge zeigt nämlich gerade diese ideologiebeladene

Debatte, dass wir dringend einen solchen Modellversuch

brauchen um offene Fragen zu klären.

Martin Schwarzbeck

Liebe Kinder, gebt fein Acht,

wir ha’m euch etwas mitgebracht.

Setz euch hin und seid nun still,

weil der grossstadtsurvivor das

nun mal so will.

Nachdem wir uns nun in unsere großen und bequemen

Ohrensessel zurückgezogen haben und unser großes schweres

Buch der wahren Märchen herausgekramt haben, ist es an der

Zeit euch endlich einmal ein Märchen zu erzählen. Aber

denkt nicht, dass auch wir uns von den bösen Verleumdungen

der Grimmschen Weichspüler leiten lassen, nein

bei uns gibt es wie gewohnt nichts als die Wahrheit,

und so auch bei diesem Märchen.

Es war einmal . . . es war wirklich einmal, ein kleines

Mädel namens Heidi. Heidi war ein lebendes Klischee.

Sie saß den ganzen Tag auf der Couch, hörte Bob

Marley und rauchte an ihrer Bong.

Obwohl sie es nicht wirklich wollte,

hatte dieser Lebensstil fatale Folgen.

Ständig war sie mit Asche bedeckt,

die Bong war nur noch versifft und

ihr Pudel war schon so verfilzt, dass

er eher einem Puttel glich. Da dies

die Eltern so beeindruckte gaben sie

ihr mit der Zeit einen neuen Namen:

Aschenputtel! Aschenputtel lebte nicht

alleine bei ihren Eltern, sie hatte zwei

Stiefschwestern. Die waren nicht halb so

assi drauf, aber dissten das faule Teil

dennoch wo es nur ging. So begab es sich

zum Beispiel mal, dass die beiden

auf Party gingen und Aschenputtel,

das in seinem Leben

noch keine Disco von innen

geseh’n hatte unbedingt

mitwollte. Das taugte den

beiden natürlich gar nicht!

Also heckten sie einen

genialen Plan aus. Sie

dachten sich, Aschenputtel

hängt so sehr an

seinem Weed, die geht

nicht mit wenn wir das

über den ganzen Fußboden

verteilen. Das muss sie dann

erst mal aufsammeln.

So begab es sich, das die Stiefschwestern

ihren hinterhältigen

Plan tatsächlich ausführten und all

das Weed verschütteten. Getrieben

von maßloser Gier stürzte sich Aschenputtel

zu Boden und sinnierte über die

vorstehende Problematik. Mit einem

nichtgekannten Eifer machte sie sich

über das Weed her.

Märchenstunde mit den

Die guten ins (Bong-)Töpfchen,

die schlechten ins Kröpfchen.

Die Wahrheit

über Aschenputtel

Keiner im ganzen Königreich mochte ermessen wie schnell

dies unser Aschenputtel bewerkstelligte und so konnte man

nach nur zehn Minuten einen sauber gerauchten Fußboden

entdecken. Nebenbei bemerkt war dies das erste Mal das

Aschenputtel den Boden gesäubert hatte. Und so hatte das

Aschenputtel – trotz getaner Arbeiter immer noch Zeit auf

Party zu gehen. Doch wie sollte sie sich nun motivieren – so

stoned wie sie war?

Unterstützen Sie deshalb die politische

Arbeit des DHV, privat oder als Firma.

Email: buz@ hanfverband.de

Tel: +49 (0) 30. 44 71 66 53

Lettestraße 3

10437 Berlin

mehr Infos unter www.hanfverband.de

ueberregional

15

Nach kurzem Grübeln und langem verpeilten Gucken fiel ihr

nur noch eine Person ein, die ihr helfen konnte: Ihr Dealer.

Und so machte sie sich auf den Weg um Motivation und Spaß

zu finden. Dem Dealer war sofort klar was der holden Maid

fehlte und kramte in seiner Tasche. Doch als sich herausstellte,

wie arm das Aschenputtel war, meinte er nur ganz gelassen:

„Aschenputtel, rüttel dich

und schüttel dich,

dann werf ich Speed

und Pillen über dich!“

Und so begab es sich, dass der Dealer und

das Aschenputtel intime Minuten

miteinan-der verbrachten. Aber immerhin

bekam es was es brauchte und flitzte

damit zurück zu seinen Stiefschwestern

die schon ab-marschbereit in der Tür

standen. „Und wo geht’s hin?“ fragte

Aschenputtel. Die Stiefschwestern

guckten verdrossen und antworteten:

„Auf die größte Singleparty des

Königreichs – der König sucht ’ne neue

Frau“. Jetzt hatten sie wohl keine Ausrede

mehr. Sie mussten Aschenputtel

mitnehmen. Das taten sie dann auch.

Auf der Party angekommen, war Aschenputtel

inzwischen so druff, dass sie total wild

abging. Da konnte der König sie quasi nicht

mehr übersehen. Und er sprach sie tatsächlich

auch an: „Sag mal, auf was bist du denn – so gut

wär’ ich auch gern drauf!“ Und schwupps hatte

auch der König ein Teil im Mund. Sie tanzten und

tanzten mehrere Tage lang. So lange bis die

Stiefschwestern irgendwann nur noch verdrossen

am Rand saßen und das

Aschenputtel nervten, dass

sie doch endlich gehen

wollten. Doch dank dem

ganzen Speed war an zu

Hause für Aschenputtel

noch lange nicht zu

denken und so schickte sie

die beiden Stiefschwestern

alleine fort. Als sie dann den

König erneut auf eine Nase

in die Toilette schleifte begab

es sich, dass beide in einer

wilden Fickorgie übereinander

herfielen und sich ewige Liebe

versprachen.

Als sie am nächsten Tag neben der

Toilette liegend wieder aufwachte, musste

sie erkennen, dass sich der König schon

längst vom Acker gemacht hatte und zog

verdrossen von dannen. Erst zu Hause

bemerkte die holde Maid, dass sie wohl

im Eifer des Gefechts ihren Schuh verloren

hatte – aber das war ihr dann auch scheißegal.

Und die Moral von der Geschicht:

Wer am längsten bleibt – ist meistens

dicht!

Eure grossstadtsurvivor

Achtung!

jeder Missbrauch von

Drogen ist gefährlich!

Wir wollen niemanden

dazu auffordern oder

animieren Drogen zu

konsumieren


16

ueberregional

Newsflash:

VerkehrsRazzias zu Nikolaus

Zwar sind folgende Zahlen schon über einen Monat

alt, aber dennoch aktuell. Allein in NRW haben

Polizisten am Nikolaus-Wochenende innerhalb von

24 Stunden 22.000 Autofahrer überprüft. Etwa 5,8

Prozent aller kontrollierten Autofahrer, nämlich

genau 1.279 dieser Verkehrsteilnehmer, wurden bei

einem Verkehrsverstoß ertappt. Und jetzt kommt’s:

60 Alkoholsünder und sagenhafte 17 sonstige Drogensünder

konnte die Polizei ermitteln. Eine Zahlenkonstellation,

die man nicht außer Acht lassen sollte.

Alkoholisierte Fahrer sind in dieser Statistik etwa

3,5mal häufiger vertreten als anderweitig drogeninduzierte.

Insgesamt wurden 44 Führerscheine

entzogen und 111 Anzeigen geschrieben.

Die ganze Aktion wurde bundesweit durchgeführt.

Insgesamt wurden an diesem Wochenende 75.000

Autos in insgesamt zehn Bundesländern überprüft.

Zwischen Auto-, Motorrad- und Lastwagenfahrer

wurden keine Unterschiede gemacht. Dennoch

legten die Beamten bei ihren Kontrollen den Schwerpunkt

auf junge Fahrer, die überdurchschnittlich

oft an Unfällen beteiligt sind. So waren 15.500 Fahrer

unter 25 Jahre alt. Bundesweit waren insgesamt

3.500 Beamten im Einsatz. Ebenso ein neuartiger

Drogenschnelltest namens „drugwipe“ (Hanf

Journal 01/04 ) als auch die klassische Methode

des Alkoholtests wurden zur Untersuchung

verwendet.

Ecstasy-Rekordfund in deutschem

LKW

Durch den französischen Zoll hat Frankreich den

bislang größten Ecstasy-Fund gemacht: Beamten

im Fährhafen Dünkirchen am Ärmelkanal stellten

852.528 Ecstasy-Tabletten sicher. Weiterhin wurden

116,8 Kilogramm Amphetaminsulfat-Pulver sowie

4,82 Kilo Amphetamin-Rohstoff in Form einer gelben

Flüssigkeit im gleichen LKW entdeckt.

Die Ware sollte nach Großbritannien geliefert

werden. Doch nun ist sie in der Obhut französischer

Gesetzeshüter.

Das Hanf Journal-Pot wünscht viel Spaß damit!

NOVA - Institut für Ökologie und Innovation

Ein Gedankenblase voller Fragezeichen mag dem regelmäßigem

Hanf Journal-Leser aus seinem Kopfe steigen. „Was hat das

denn hier zu suchen?“ Die Antwort: einfach erst mal weiterlesen.

Das NOVA-Institut wurde 1994 als privates und unabhängiges

Institut gegründet. Mittlerweile ist es beachtlich gewachsen

und umfasst die Fachabteilungen Nachwachsende Rohstoffe/

Marktforschung, Elektrosmog, Produktentwicklung und -

bewertung, Informationstechnologien (IT), EU-Strukturfonds

und Regionalentwicklung.

Alle Klarheiten beseitigt? OK, dann weiter im Text.

Das NOVA-Institut leitet Projekte und macht Studien über

stoffliche Nutzungen jeglicher Art. Von energetischer Nutzung

nachwachsender Rohstoffe bis hin zu Analysen über die

Auswirkungen elektromagnetischer Felder, beispielsweise

durch Handystrahlen, kann man auf der Homepage des Instituts

alles finden, was das alternative ökologische Herz begehrt.

Aber jetzt bloß nicht denken, dass es sich beim NOVA-Institut

um eine hängengebliebene Hippie-Kommune aus den 60ern

handelt! Dort arbeiten seriöse und renommierte Wissenschaftler,

die schon einiges an Fachpublikationen vorweisen können und

deutschlandweit einen etablierten Namen haben.

Publikationen wie „Hanfwirtschaft in NRW“, „Cannabis als

Heilmittel“, „Cannabis, Straßenverkehr und Arbeitswelt –

Recht, Medizin, Politik“ (welches voraussichtlich in einer der

nächsten Ausgaben des Hanf Journals rezensiert wird) oder

gar über die „Eigenschaften ukrainischer Hanf-Sorten“

bezeichnen nur einige der Themen, die natürlich nur Beispiele

genannt seien. Aber auch die Beratung von Betrieben, die sich

rund um das Thema „Hanf“ auseinandersetzen, umfassen die

Tätigkeiten des Instituts.

So viel zur Theorie. Die praktische Tätigkeit der Mitarbeiter

gestaltet sich auf Kongressen, Konferenzen, Symposien, Fachvorträgen.

„Hanf – Die Wiederentdeckung einer Nutzpflanze“,

„Anbau und Marktchancen von Hanf“, „Hanf – Ein Rohstoff

mit Zukunft. Experten stehen Rede und Antwort“ sind die Titel

einiger Vorträge, die an dieser Stelle ebenfalls nur exemplarisch

genannt seien.

Aber auch die Teilnahme und Mitorganisation der ICAM

(„Internationale Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin“

– das Hanf Journal Pot berichtete im Oktober letzten Jahres)

geht auf das Konto des NOVA-Instituts.

Menschenrechts-Demo in Graz

Am 20.05.2000 bildete sich eine spontane Demonstration

anlässlich der drei Todesfälle, die die „law and order“-Politik

der schwarzblauen Koalition als Nebenwirkungen mit sich

brachte.

In der Nacht vom 03. auf den 04.06.2000 starb ein 26-jähriger

Jugendlicher aus Sierra Leone, und nur ein paar Stunden später

noch ein 40-jähriger Slowake in Haft. Der dritte Tote war ein

mutmaßlicher Drogendealer, der am 19.06 vor seinem Auto

durch die Exekutive niedergestreckt wurde.

Die damalige Demonstration war nicht angemeldet und so

klebte am nächsten Tag Blut auf dem Asphalt. Das nur zur

allgemeinen Einstellung in Österreich.

Zum aktuellen Fall: Am 24.10.2003 wurden Christian S. und

Andreas F. unter dem Vorwand, über vier Kilogramm

Marihuana besessen bzw. verheizt zu haben, verhaftet. Bei

Christian S. handelt es sich um einen Künstler, der mit

Hanfblüten provokante Hanfbilder herstellen wollte. Andreas

F. gab an, dass es sich bei ihm, da er seit Jahren Hanf-Konsument

ist, um eine Anlage zur Eigenversorgung handelt. Nach einem

mehrstündigen Polizeiverhör, welches erst um 0:35 Uhr begann,

kam es zu Handgreiflichkeiten und übergriffen seitens der

Grazer Polizei. Des weiteren mussten die beiden Beklagten die

erste Zeit in unbeheizten Zellen mit 23-stündigen Schließzeiten

verbringen. Christian P. stellte sich am 31.10.2003 direkt der

Untersuchungsrichterin und wurde ohne weitere Anhörung

vom Fleck weg abgeführt. Es fand bis kurz vor der Demo keine

Einvernahme von Christian P. direkt statt.

Und wer steckt hinter den Kulissen? Elaborierte

Menschen, sprich gelehrte Menschen, die ganz

genau wissen, was sie da tun und sogar

internationale Referenzen aufweisen

können. Vielleicht hatte der ein oder andere

Leser ja schon einmal eine textuale

Begegnung mit einer der folgenden

Personen. Hauptsächlich sind es die

wissenschaftlichen Mitarbeiter, vier an

der Zahl, die den ganzen Laden in

Schuss halten und für beständigen

Output sorgen: Der Geschäftsführer

und somit „Mastermind“

Michael Karus, seines Zeich-ens

Diplom-Physi-ker, der Unternehmensberater

und Diplom-Ökonom

Sven Ortmann,

Dr. med Franjo

Grotenhermen,

welcher sich um die

Erforschung medizinischer

Aspekte

kümmert und, „last

but not least“, die

Diplom-Designerin

Marion Kupfer, die

den kulturellen Part

und die Öffentlichkeitsarbeitübernimmt.

Na lieber Leser, Gedankenblase geplatzt oder gewachsen?

Wer bis hierhin gelesen hat und seinen Datendurst nicht stillen

konnte, der will bestimmt noch mehr wissen. Kein Problem!

Weitere Infos sind erhältlich bei der rechts angegebene Adresse.

Adam Zawadski

Auf persönlichen Einsatz der Strafverteidigerin in dieser Sache

hin schaltete sich der EU-Menschenrechtsbeirat und die

österreichische Staatsanwaltschaft ein, um das Vorgehen der

österreichischen Beamten zu untersuchen. In diesem

Zusammenhang sind die drei oben genannten Personen

Angeklagte und Zeugen gegen den Staat in gleichem Sinn. Das

Ergebnis der Staatsanwaltschaft ist abzuwarten.

Am 20.12.2003 fand in Graz eine Demonstration gegen schwere

Mängel in der Interpretation und Umsetzung der österreich-

ischen Gesetzgebung statt. Die Demonstration begann gegen

14 Uhr am Grazer Schlossbergplatz und führte durch die

Herrengasse vor das Grazer Landesgericht, wo es zur Übergabe

der von Stefan B. verfassten Petition an den Schließposten und

zu einer Abschlusskundgebung kam.

Zur Demo selbst fanden sich geschätzte 100 Leute ein. Zum

Schutz der Demonstranten setzte die Polizei auf zehn Beamte

in Uniform, zu denen sich mindestens zwei Kripobeamte in

Zivil gesellten. Im Zuge der Kundgebung am Schlossberg

hielten Stefan B. und die Strafverteidigerin in diesem Fall eine

Ansprache. Danach setzte sich der Zug in Richtung Landesgerichtshof

in Bewegung.

Unser besonderer Dank gilt der Firma „The Hemp Company“

welche die Organisation der Kundgebung übernahm, der Firma

„Hanfparadies“ für die von ihr eingebrachten Sachspenden

und der österreichischen Hochschülerschaft für das zu

Verfügung gestellte Kopierzentrum.

NOVA – Institut für Ökologie und Innovation

Goldenbergstr. 2, D – 50354 Hürth, Germany

Tel.: +49-(0) 22 33-94 36-84, Fax: -83

E-Mail: contact@nova-institut.de

Internet: www.nova-institut.de

Weitere links:

www.eiha.org

www.naturfaser-wirtschaft.de

www.nachwachsende-rohstoffe.info

Commolus


Newssplitter

Bundesland Steiermark

Ein bescheidener Auszug

sichergestellter Suchtgifte 2003:

Der Wert des beschlagnahmten/konsumierten

oder weitergegebenen (laut den Geständnissen

der ausgeforschten Personen) Suchtgiftes beträgt

mindestens 312.000 Euro.

Im Vergleich zur Statistik für 2001 waren im

Vorjahr deutlich mehr Cannabis-Produkte im

Umlauf bzw. wurden von Dunkelziffern zu

bekannten Größen.

Im Detail – vor der Klammer die Gesamtmenge

im Umlauf samt Angaben über Konsum und

Weitergabe, in der Klammer die beschlagnahmten

Mengen:

Cannabispflanzen: 319 (172)

Marihuana (Cannabiskraut): 11.242 Gramm (4668)

Haschisch (Cannabisharz): 4.445 Gramm (0)

Kokain: 207 Gramm (203)

Heroin: 125 Gramm (0)

Ecstasy: 5.058 Stück (186)

Amphetamine (Speed): 77 Gramm (25)

LSD-Trips: 6 (6)

Nach einer Definition der Weltgesundheitsorganisation

gilt jede Substanz als Droge, die in

einem lebenden Organismus Funktionen zu

verändern vermag. Dieser erweiterte Drogenbegriff

erfasst nicht nur Cannabis-Produkte, Halluzinogene,

Stimulanzien, Schnüffelstoffe, Schlafund

Beruhigungsmittel, Alkohol, Tabakerzeugnisse,

Schmerzmittel Opiate und Kokain. Er

bezieht sich auch auf Alltagsdrogen wie z. B.

Kaffee und Tee und grenzt Drogen einerseits

sowie Genuss- und „Lebens“mittel andererseits

nicht mehr trennscharf voneinander ab".

Senf wirkt wie Cannabis

Meerrettich, Wasabi und Senf verdanken ihre

Schärfe so genannten Isothiocyanaten. Bei Hautkontakt

lösen sie Schmerz- und Entzündungsreaktionen

aus. Ein Team schwedischer und

amerikanischer Forscher hat jetzt entdeckt, dass

Senföl die gleichen Sinnesnerven reizt wie

Capsaicin aus Chilischoten und die Hanfsubstanz

Tetrahydrocannabinol (THC). Allerdings

bindet Capsaicin an den schärfeempfindlichen

Hitzerezeptor TRPV1, während Senf über andere

Mechanismen seine Wirkung entfaltet. Und

zwar auf ähnliche, aber noch nicht genau geklärte

Weise wie THC, berichtet das Team jetzt

in „Nature“: Beide Substanzen sprechen den

ANKTM1-Ionenkanal an, der wie auch TRPV1

zur Familie der „transient receptor potenzial“-

Kanäle gehört, die eine wichtige Rolle bei der

Signalübertragung und offenbar der Cannabis-

Wirkung spielen.

Rauch verriet Hanfplantage in Wohnung!

Anzeige gegen Mieter

Bei seiner Nachbarwohnung stiegen dicke

Rauchwolken durch das geöffnete Fenster – da

alarmierte am Dienstag ein Mann in Hainburg

(NÖ) die Gendarmerie. Da der Mieter nicht zu

Hause war, musste der Besitzer mit einem

Zweitschlüssel die Tür aufsperren – einfach so

(!). In einem kleinen Raum fanden die Beamten

eine sorgsam behütete Hanfplantage. Mit

Dampflampen wurden die Stauden bestrahlt –

durch die hohe Temperatur hatten sich dunkle

Rauchschwaden gebildet.

Die Gendarmen stellten außerdem mehrere

Wasserpfeifen, getrocknete und gepresste

Hanfblätter und verschiedene Hanfsamen sicher.

Gegen den Mieter – er gab an, seit Jahren täglich

einige Gramm Cannabis zu konsumieren –

wurde Anzeige erstattet.

Burschen „giftelten“

Ungeniert

Acht Jugendliche im Alter zwischen 14 und 19

Jahren rauchten vor Supermarkt mit ihren

Wasserpfeifen Cannabis-Kraut.

Amstetten. Völlig ungeniert konsumierten acht

Jugendliche in der Nacht vom 30. auf den 31.

Dezember 2003 auf dem Parkplatz vor einem

Supermarkt ihr Rauschgift. Die Gendarmerie

wurde gegen 22.45 Uhr von Augenzeugen

alarmiert, denen die Burschen verdächtigt

erschienen. Die Passanten vermuteten einen

Einbruch in das Geschäft. Doch als die Gendarmen

vor Ort eintrafen, bot sich ihnen ein

überraschender Anblick: Die Burschen saßen

seelenruhig auf Einkaufswagerln und rauchten

mit ihren Wasserpfeifen Cannabis-Kraut. Die

Beamten nahmen sie mit zum Gendarmerieposten

und beschlagnahmten die Pfeifen. Bei

einigen der Burschen wurden auch geringe

Mengen Cannabis sichergestellt.

Die Jugendlichen stammen aus Amstetten und

Blindenmarkt. Der Jüngste ist erst 14 Jahre, die

übrigen sind zwischen 16 und 19 Jahre alt. Sie

wurden nun wegen des Verstoßes gegen das

Suchtmittelgesetz angezeigt. Einige der Jugendlichen

sind amtsbekannt: Sie waren erst im

Sommer mit Rauschgift ertappt worden.

Passauer Hanftage

Vom 12. bis14.02.2004 wird Passau

zum Zentrum der Legalisierung in

Bayern. Aller Widerstände von

städtischer und politischer Seite zum

Trotz hat die Hanf Initiative mit viel

Solidarität vor Ort ein Rahmenprogramm

geschaffen, das Spaß und

Informationen verspricht. Gerade

wegen des Versuchs von politischer

Seite, eine öffentliche Diskussion

über Drogenpolitik zu verhindern,

hier sei nochmals Gerlinde Kaupa,

Drogenbeauftragte der CDU/CSU-

Bundestagsfraktion genannt (wir

berichteten in der Januar-Ausgabe),

die in der Presse vor einem „Kiffertreffen“

in Passau warnen ließ. „Die

Hanftage sind nichts anderes, als

eine Werbeveranstaltung für ein

gefährliches Produkt“ war zu lesen.

Nun, naturgemäß sehen wir das

anders: Es kann schon sein, dass an

diesem Tag ein paar bayerische Kiffer

mehr in Passau sein werden. Aber

muss vor diesen friedlichen Menschen

gewarnt werden? Sollten nicht

besser die Oktoberfest-Be-sucher vor

alkoholbedingten, gewalt-tätigen

Angriffen gewarnt werden? Oder

die Besucher der Hanftage vor

Übergriffen durch die Polizei?

Schauen wir uns doch einmal in

Deutschland um. In Köln, Darmstadt,

Flensburg, Rostock, München

und vor allem die 5000 Kiffer, trotz

Regens, auf der Hanfparade in

Berlin, überall kommen Menschen

zum friedlichen Demonstrieren

gegen falsche Gesetze und Verbote

zusammen. Die einzigen Menschen,

die bei diesen Demos aus der Rolle

fallen, sind grün Uniformierte! Und

jetzt setzen die Legalisierer eben ein

Zeichen in Passau. Die Message ist

klar: Kiffer gibt es überall. Eben auch

in so konservativen Bischofsstädten

wie Passau. Im Spiegel war zu lesen:

„Passau ist braun“ und damit war

keine Haschischsorte gemeint,

sondern das politische Klima. Ein

Grund mehr ein bisschen Farbe in

die Stadt an den drei Flüssen zu

bringen.

Also Leute, fahrt nach Passau und

zeigt Solidarität mit den verfolgten

bayerischen Kiffern. Schaut euch den

Dokumentarfilm „Haschisch“ über

die Haschisch-Produktion in Marokko

an. Oder besucht die Podiumsdiskussion

und sagt uns eure Meinung

zur Legalisierung. Highlight

der Passauer Hanftage ist natürlich

der Protestmarsch: „Freiheit allen

Hanfgefangenen“ und anschließend

die Inn-Ufer-Party mit zwei Locations

links und rechts vom Inn. Das

Hanf Journal wird natürlich auch

dabei sein und allen, die nicht

kommen konnten in der Märzausgabe

von den Hanftagen

berichten.

Infos: www.hanf-initiative.de

Mangas

ueberregional

12. – 14.02.2004 Passauer Hanftage - Programm:

Do. 12.02.2004 im Scharfrichter Haus

(Milchgasse 2)

19:00 Uhr „Haschisch“ Film von Daniel Gräbner

20:30 Uhr Filmgespräch mit dem Regisseur

21:00 Uhr Sound zum Entspannen in der Chill-Lounge I

Fr. 13.02.2004 im Café Unterhaus

(Höllgasse 12/Donaugelände)

16:00 Uhr Infomarkt: verschiedene Organisationen informieren über Hanf und

Drogenpolitik

20:00 Uhr Podiumsdiskussion: „Cannabis: Legalisierung oder Verbot?“

22:30 Uhr Sound zum Entspannen in der Chill-Lounge II

Sa. 14.02.2004 im Z.a.K.K.

(Unterer Sand 3-5) und der

Tabakfabrik (Mühltalstr. 9)

14:00 Uhr „Freiheit allen Hanfgefangenen“

Protestmarsch durch Passau, Start: Europaplatz – Ziel: Z.A.K.K.

16:00 Uhr Volksküche: heißer Hanfeintopf. für kalte Hände kostenlos!

20:00 Uhr Wir rocken zwei Locations links und rechts vom Inn

Eintritt für beide Locations einmalig 4 ¤!

im Z.A.K.K.:

Rebelflow HipHop aus Landshut

Osiris HipHop aus München

MMCCrew HipHop aus Landshut

EMKA Kif Hopaus Offenbach

DJ Sero Elektroklub Rumpenheim

DJ Rick Berson Breakbeatz, Reggae

in der Tabakfabrik:

The European translation of. Indiecore aus Straubing

Kitty Empire Noise/Post-Rock Regensburg

La Par Force Indie Punk aus Augsburg

Für eure Sicherheit hat die Grüne Hilfe eine 24-Stunden-Anwaltshotline für alle drei

Tage organisiert unter 0175/1070123 wird alles organisiert, falls was passiert. Die

Nummer steht auch auf unseren Flyern. Und damit nichts passiert: lasst die Bong und

anderes zu Hause!

Organisation: Hanf Initiative Passau in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für

Ambulante Kultur und Kommunikation (Z.A.K.K.), Organisation Herrschaftskritischer

Menchen (OHM), den Grünen Passau, der Grünen Jugend BY, PDS Passau, [solid´]

BY Unterstützerinnen: Grüne Hilfe e.V., Hanf Journal, Verein für Drogenpolitik,

www.zeig-dich.de, Deutscher Hanf Verband

17


18

Das Eckthema:

Verreisen im Kopf

anderswo

Dies ist die Anderswo-Rubrik, wobei man anderswo ja auch

auf andere Gedanken kommt, also nicht nur anderswo, sondern

auch anderswie. Und auch anderswohin, nämlich diesmal weg

vom Hanf, im übertragenen Sinn, quasi from the Mittelpunkt

to the Mittel zum Zweck. Der goldene Mittelweg, jeder kennt

ihn zumindest vom Hörensagen. Nur: ist das Angebot reichlich,

fällt es oftmals schwer auf ihm zu bleiben. In Spanien, dem

Land, in dem auf jedem zweiten Flachdach die der Marien

geweihten Pflanzen in den Himmel wachsen und sich Barkeeperinnen

zwischen zwei Bestellungen Kräuterzigaretten

drehen, wird man beinahe von selbst auf das Thema des

Missbrauchs gestoßen.

Um der unreflektierten Übernahme eines so fest etablierten

sozialen Lasters entgegenzuwirken kann es von Vorteil sein,

sich mit den eigenen (Rauch-) Ge-wohnheiten auseinanderzusetzen.

Für diejenigen, die mit übermäßigem Genussmittelkonsum

kein Problem haben (oder zu haben glauben), ist die

Lektüre dieser Zeilen dennoch nicht gänzlich umsonst. Denn

generell profitiert man davon, sich immer wieder Zeit zu

nehmen, um im eigenen Leben zwischen „brauchen“ bzw.

„müssen“ und „wollen“ zu unterscheiden, da äußere und

innere Freiheit mit der Abnahme der imaginären Zwänge

exponentiell ansteigen. Die letzten Feiertage etwa bieten viele

Übungsmöglichkeiten. Mein Vorschlag wäre, über den Satz

„Ich muss mit meiner Familie Weihnachten feiern“ zu reflektieren

(Muss ich? Natürlich nicht. Will ich? Wenn ja okay, wenn

nein, warum mach ich’s dann trotzdem und was passiert, wenn

ich’s nicht mache?) – da kann einem so manches Lichtlein

aufgehen.

Doch doch, wir sind immer noch beim Hanf. Denn wer sein

Leben im Kleinen im Griff hat, der hat’s auch im Großen. Und

viele Kleinigkeiten ergeben so manche Großigkeit. Viele kleine

selbst auferlegte Zwänge führen zu einem Körper-Geist-Seele-

Ungleichgewicht, also zu einer Unausgeglichenheit. Diese wird

natürlich am besten aufgehoben, indem man die Ursachen

ändert. Da dies in unserem System nicht wirklich Usus ist,

begnügt man sich meistens damit, ein Ersatzmittel zum Stopfen

der Löcher zu verwenden. Von hier zur Sucht ist es dann nur

mehr ein kleiner Schritt.

Sucht ist ein Verstandeszustand, der von der tief verwurzelten

Überzeugung beherrscht wird, man könnte ohne eine bestimmte

Substanz nicht überleben (obwohl man es ohne sie könnte)

bzw. man bräuchte mehr von dieser Substanz, als es wirklich

der Fall ist (wenn man sie wirklich zum Überleben braucht,

etwa, Nahrung – Fresssucht oder Liebe – abhängige Persönlichkeit).

Oft weiß man im Grunde, dass dies nicht stimmt,

handelt aber trotzdem danach, was einem das trügerische

Gefühl vermittelt, man hätte sich noch im Griff, obwohl dies

schon längst nicht mehr der Fall ist. Einen Zustand zu verstehen

heißt eben noch nicht wählen zu können. Ein Charakteristikum

der Sucht ist jedoch, keine Wahlmöglichkeit mehr zu haben.

Statements wie „Ich hab kein Problem mit Hanf“ bekam ich

mehr als einmal von Leuten zu hören, die immer einen Vorrat

zu Hause bunkern und auf meine Frage, ob sie schon mal daran

gedacht hätten, freiwillig z. B. eine Woche nicht zu kiffen,

verständnislos den Kopf schüttelten. Mit vielleicht nicht, aber

ohne offensichtlich schon. Und auch die „ohne nicht aber mit

schon“ gibt es, die nicht rauchen, wenn nichts da ist, und Kette

rollen, sobald vorhanden.

Sucht an sich hat nichts mit Falsch oder Richtig, Gut oder

Schlecht zu tun, sondern ist eine höchst individuelle Entscheidung.

Schon alleine deswegen kann es nicht an, dass in

unserem Rechtssystem die Auswahl an Dingen, von denen

man süchtig werden darf, limitiert ist. Wenn Larry Hagman

seine eigene und anschließend die Spenderleber in Grund und

Boden und sich selbst auf die Intensivstation säuft, findet man

das zwar tragisch, aber gleichzeitig selbstverständlich, dass

dies keine juristischen Konsequenzen hat. Heroin oder Koks

hingegen wären genauso selbstverständlich Sache der Justiz,

und eine solche Willkür der Moral kann und darf in einer so

genannten „Gesellschaft freier Bürger“ nicht sein.

Welchen Weg man geht, muss jeder selber entscheiden können,

nur sollte man sich der Konsequenz bewusst sein, dass Abhängigsein,

wie das Wort schon sagt, bedeutet, einen Teil der

Freiheit, die man von Natur aus besitzt, aufzugeben. Luft, Licht,

Wasser, Liebe und Nahrung sind die für das Überleben eines

jeden Menschen unabdinglichen Substanzen, alles was darüber

hinausgeht ist eine individuelle Entscheidung gemäß den

jeweiligen Neigungen. Laut dem amerikanischen Psychotherapeuten

Ron Smothermon kann der Prozess des Süchtigwerdens

in vier Schritten dargestellt werden: Nichtanerkannte Verant-

Fliegen statt Dröhnen

wortung für Erleben –

Übertragung der

Verantwortung auf

eine Substanz – Schaffung

von Überzeugungen

bezüglich der

Substanz, um ihre

Verwendung zu rechtfertigen

– Unangmessener

Gebrauch

der Substanz. Die

Sucht wird durch das

Bedürfnis, Recht zu

haben, fixiert, die

Substanz eignet sich

im Leben eine

außergewöhnliche

Macht an, die man

zuvor selber besaß

und weggegeben hat.

Gemeinerweise bleibt

ein Schatten dieser

Macht auch nach

Beendigung des

aktiven Teiles der

Sucht bestehen; wer

nikotinabhängig ist

oder war, weiß meist

nur allzu gut, dass es

hier ein klares

Vorher–Nachher gibt.

Es ist, denke ich, von Vorteil zu wissen, dass man durch dieses

Verhalten einen Teil seiner persönlichen Freiheit verliert. Ob

man das möchte oder nicht, bleibt dann immer noch die eigene

Entscheidung, so wie die, wo man den 24. Dezember verbringt.

Mit den sehr pragmatischen Worten von Ron Smothermon:

„Vielleicht wählen sie, ihr Suchtobjekt weiter zu benutzen,

trotzdem wird alles gut werden; wir werden alle leben, bis wir

sterben.“ Der Unterschied ist, wie wir leben, bis wir alle sterben.

Wer man ist, wählt man selbst. Irgendwann sollte man sich

davon verabschieden, seinen gegenwärtigen Zustand auf die

Vergangenheit, die Umstände oder das Wetter zu schieben,

und beginnen, wirklich Verantwortung für sein eigenes Leben

zu übernehmen. Um beim so praktischen Beispiel Weihnachten

zu bleiben: Wo man an diesem Tag ist, daran hat nicht die

Familie, die Erblast oder das Schicksal Schuld, sondern hängt

alleine davon ab, wo man mit seinen eigenen beiden Füßen

hingeht. Was und wie viel über die Sinnesorgane und die

Körperöffnungen in den Körper hineinkommt, beeinflusst

einfach automatisch den Geist, da diese beiden Formen des

Daseins untrennbar verbunden sind, auch wenn dies in unserer

Gesellschaft negiert oder ins verrufene esoterische Eck gestellt

wird. Was nicht weiter verwunderlich ist, hängen doch ganze

Wirtschaftszweige von dieser Überzeugung ab. Die Lebensweise

– auch die ganz profane – formt die Persönlichkeit. Das heißt,

je nachdem, was ich zu mir nehme bzw. in welcher Form und

Menge (Luft, Licht, Nahrung, Liebe) und wie ich lebe (gemäß

meinen essenziellen Bedürfnissen oder gegen sie), bin ich ein

anderer Mensch. Um diesen Satz besser zu verstehen, schlage

ich vor, es einfach selber mal zu versuchen.

Die Antiprohibitionsbewegung profitiert von einer starken

Suchtprävention alleine schon deshalb, weil die Vermittlung

ihrer Anliegen plausibler erscheint, wenn sie von Menschen

kommt, die selber mit den jeweiligen Substanzen umgehen

können. Jeder einzelne profitiert davon, indem er seinen eigenen

Lebensweg bewusster gestalten kann. In diesem Sinne ein gutes

neues Jahr aus Spanien.

Claudia Grehslehner


Cesare Borgia, 1475 in Rom geboren, hatte zeitlebens nur ein Ziel:

Macht, Macht und nochmals Macht. Dabei ging er über Leichen. Im

vergangenen Jahr sind zwei Spiele erschienen, die in Italien der

Renaissance angesiedelt sind: „Die Borgia” und „Princes of the

Renaissance” (PoR). In beiden Spielen repräsentieren die Mitspieler

eine Familie und damit einen Stadtstaat der Zeit. Ansehen und Reichtum

der eigenen Familie sind zu mehren, um Macht und den Sieg an sich

zu reißen. Unterstützung finden die Borgias, Medicis, Colonnas oder

Orsinis bei Künstlern wie da Vinci, Borticelli oder Bellini. Der Papst greift

immer wieder in die Machtspielchen ein und die Condottieri versuchen

auf kriegerischem Weg den Einfluss der gegnerischen Städte zu

schmälern. „Die Borgia” ist als Kartenspiel konzipiert und die einfachere

Variante zum Thema Renaissance, während „PoR“ kriegerischer und

wesentlich komplexer ist. Daher nur für erfahrenere Spieler zu empfehlen.

Beide Spiele sind in drei Spielphasen eingeteilt, die bei „Borgia“ enden,

sobald eine spielerabhängige Anzahl von Karten, bei „PoR“ sobald die

Ereignisse einer Dekade versteigert wurden. Wer die meisten Siegpunkte

hat, gewinnt. Soweit die Gemeinsamkeiten, es folgen die Unterschiede.

„Princes of Renaissance“

Autor: Martin Wallace

Verlag: Warfrog

Spieler: 3–6

Alter: ab 13

Dauer: 2 bis 3 h

Preis: mind. 24,50 Euro

(www.milan-spiele.de)

„Princes of Renaissance“

Die Borgia

Autor: Alexander S. Berg

Verlag: Phalanx Games

Spieler: 3–5

Alter: ab 12

Dauer: etwa 90 min

Preis: 25,95 Euro

(www.spielenet.de)

Ein typisches Martin Wallace-Spiel ist „PoR“, denn wie schon

im 1994 erschienenen „1630 Something . . .” bringt der größte

Status den Sieg. drei bis sechs Spieler übernehmen die Rolle

berühmter Condottieri-Familien. Es gilt, sich durch den Kauf

von Stadtplättchen der großen Städte wie Neapel oder Rom

auf deren Seite zu schlagen und für diese in den Krieg zu

ziehen und so deren Status zu erhöhen. Drei Dekaden lang

haben die Familien Zeit mit folgenden Aktionen zu gewinnen:

Truppen oder einen Verräter anheuern, ein Stadt-, Ereignisoder

das Papstplättchen zur Versteigerung anbieten, einen

Krieg vom Zaun brechen oder Passen.

Versteigern bedeutet: Mit der Aktion wird ein Plättchen zur

Versteigerung freigegeben, wer letztendlich das höchste Gebot

abgibt, zahlt und erhält das Plättchen. Stadtplättchen stellen

den Einfluss auf die großen Städte der Renaissance dar und

bringen am Spielende Siegpunkte. Da heißt es sich mit den

richtigen Kräften verbünden, manchen Krieg zu schlagen und

möglichst berühmte Künstler in den eigenen Dienst zu stellen.

Ein wichtiger Spielzug ist das Anleiern eines Krieges. So werden

die Statuspunkte der großen Städte und somit die Siegpunkte

am Ende des Spiels verändert. Voraussetzung sind eigene Truppen.

Dann bestimmt man, welche der großen Städte miteinander

Krieg führen sollen. Welche Condottieri-Familie als

Angreifer oder Verteidiger in den Krieg zieht, wird wie üblich

in dem Spiel durch eine Versteigerung bestimmt. Der Sieger

der Schlacht erhält einen Siegcounter. Außerdem bekommt die

Siegerstadt einen Statuspunkt dazu, der dem Verlierer

abgezogen wird.

Sobald das letzte Ereignisplättchen versteigert wurde, ist das

Spiel vorbei und die Siegpunkte werden ausgerechnet. Siegpunkte

gibt es für jedes Stadtplättchen, für einige Ereignisplättchen

und das Papstplättchen, für die mit dem meisten

Geld und Einfluss und die Siegcounter.

„PoR“ ist ein Spitzenspiel, allerdings nur für Leute mit Spielerfahrung,

da der Strategie- und Taktik- Faktor sehr hoch, der

Glücksfaktor dafür unbedeutend ist. Die schlichte Ausstattung

wird durch die Komplexität wettgemacht. Für alle, die auf

anspruchsvolle Spiele stehen, eine definitive Kaufempfehlung!

„Die Borgia“

“Princes of Renaissance“

“Die Borgia”

Ähnlich wie in „PoR“ versuchen drei bis fünf Familien in drei

Runden immer mehr Städte und deren Bewohner durch Ersteigern

von Karten oder durch Krieg an sich zu reißen. Städte

erhöhen die Macht, das Einkommen und bringen Siegpunkte.

Dort ansässige Ämter bringen Stimmen, Künstler, Siegpunkte

und außenstehende Familien erhöhen die Macht.

Stimmen sind notwendig für die Papstwahl, die jeweils am

Ende einer Runde stattfindet. Papst wird, wer in einer geheimen

Wahl die einfache Mehrheit aller Stimmen bekommt. Der Papst

verteilt anschließend Kardinäle (bringen jeweils drei Stimmen)

und Ämter. Außerdem bringt er Siegpunkte, die anders als bei

„PoR“ am Ende jeder Runde vergeben werden.

Je größer die Macht in den eigenen Städten ist, um so schwerer

sind sie von den Condottieri der Mitspieler zu erobern. Aber

nur mit einem Condottieri-Angriff kann man den Mitspielern

Städte und damit Siegpunkte wegnehmen. Der Angreifer entscheidet

sich, auf welche Stadt samt Bewohner er es abgesehen

hat und nimmt geheim so viele seiner Condottieris, wie er will.

Die angegriffene Stadt zählt die eigenen Machtpunkte und

kann diese ebenfalls mit Condottieris aufstocken. Es gewinnt

derjenige mit den meisten Machtpunkten.

Weitere Karten sind tödlich wie Gift oder Meuchelmörder, der

Spion stiehlt Karten, durch eine Heirat ist man zumindest vor

einem Mitspieler sicher. Den Papst hält man mit dem Priester

Girolamo Savonarola oder der Ämterkauf-Anschuldigung in

Schach, denn spielentscheidend ist Papa allemal.

Deshalb sollte man sich in den ersten beiden Runden möglichst

viele Siegpunkte durch Ersteigern und Erobern von Städten

sichern, um in der letzten Runde nicht auf die Siegpunkte des

Papstes angewiesen zu sein.

Ein Spiel für alle die anspruchsvolle Kartenspiele, Verhandeln,

geheime Wahlen und eine begrenzte Spieldauer mögen.

Grüße aus der Mäzenaten Lounge, hier qualmt’s richtig.

Veit und Kerstin

fun+action

19

Das Eckthema:

Verreisen im Kopf

die Maulhalde

Berlins

optisch

schönste

Wortband

Habt ihr auch so viele Probleme mit eurem Gehirn? Es

ist ja nicht mal die geringe Größe, die mich stört, mein

Hirn ist einfach das nervigste und störrischste Organ,

das ich habe. Es gehorcht einfach nicht. Man lernt drei

Tage für eine Prüfung und wenn man dann vor der

Kommission steht, ist plötzlich alles weg. Alles! Dann

steht man da, stotternd, schwitzend, und wenn man den

Raum verlässt, kommt die ganze Erinnerung zurück.

Warum macht mein Gehirn so was? Das ist doch so, als

würde ich Marathon laufen wollen und mein Herz sagt

plötzlich: „Dreißig Kilometer malochen? Ach nöö, da

habe ich ja mal gar kein Bock drauf.“ Und zack, fällt

man um – Herzversagen. Ein Organ ist doch dafür da,

einen am Leben zu erhalten, ja, einem zu dienen. Warum

erzählt mir das Ding dann in Gegenwart von hübschen

Frauen immer, ich wäre hässlich? Warum weiß es nie,

wie die Freundin meine Bruders heißt, wo ich sie doch

alle zwei Wochen sehe? Wieso kann es nicht mal die

einfachsten Preise zusammenrechnen, damit ich nicht

jedes Mal an der Kasse einen Schreck bekomme? Weshalb

kann es nicht einfach Radiomusik mögen, sodass ich

auch mal etwas anderes als meine PUR-CDs hören kann?

Warum ist es so unrhythmisch und lässt mich in der

Disko immer aussehen wie ein Presslufthammer?

Und dann beim Einschlafen! Man geht ins Bett, um zu

schlafen. Das muss mein Körper doch langsam geschnallt

haben. Aber mein Gehirn plappert einfach weiter. Wie

eine Waschfrau.

Schnack schnack schnack Morgen muss ich aber noch

abwaschen schnack schnack schnack Wie hatte Julia das

vorhin nur gemeint rasa rasa Hoffentlich ist es morgen

nicht glatt blapp blapp Ich muss ja noch die

Telefonrechnung begleichen.

Die ganze Nacht geht das manchmal. Und man dreht

sich von links nach rechts und von rechts nach links,

aber das Gehirn hält einfach nicht die Klappe, da kann

man aber auch nichts machen. Nicht mal den Kopf gegen

die Wand hauen. Das tut weh und es heißt dann schnack

schnack schnack Jetzt brummt mir aber der Schädel

blapp blapp Das war aber gar nicht gesund rasa rasa

Gleich morgen früh zum Onkel Doktor. Und man

bekommt das Hirn einfach nicht gebändigt. Trinke ich

Alkohol, fängt es an zu heulen, wie schlecht doch alles

ist, wie schön es doch mal war. Ziehe ich mir ’ne Tüte

rein ruft es Jippiee, los, hinein in den Waschbärenanzug

und dann werden wir ein paar Bösewichten mit unserer

Feuerblume eins überbraten! und beim Yoga braucht

man etwa 300 Stunden, um alle Gedanken auszublenden

und sich nur noch auf seinen Atem zu konzentrieren.

Also kurz gesagt, ich mag mein Gehirn nicht. Und ich

traue ihm nicht. Vorhin hat es mir erzählt, es wäre doch

komisch, mal eine Kolumne übers Gehirn zu schreiben.

Fandet ihr die grad komisch? Ich auch nicht!


20

Das Eckthema:

Verreisen im Kopf

fun+action

Hanf Journal hört auf zu rauchen

Der erste Zwischenbericht (Mann sind wir gut!)

Es war ja abzusehen, was die Jungs von

der Hanf Journal-Redaktion in die Hand

nehmen, wird auch gelingen! Und so ist

es zwar erfreulich – aber auch nicht weiter

verwunderlich, dass wir beiden Helden

immer noch nikotinfrei durch die Lande

ziehen.

Aber, wie macht man das? Kann das jeder

schaffen? Ist es überhaupt möglich und

kann man vom Nikotinentzug sterben?

Fragen über Fragen und natürlich haben

wir die Antwort, schließlich sind wir ja

jetzt Nichtraucher und leben immer noch.

Im Prinzip gibt es nur einen wahren Weg:

Die patentierte Hanf Journal-Scheiß-aufs-

Nikotin-Überlebensmethode.

Zutaten:

Mindestens zwei Rauchstoppwillige

Eine Tasche voll zehn Euroscheinen

Ein Haufen selbstüberschätzender Sprüche

Das ganze Erfolgsmodell funktioniert nun folgendermaßen.

Nachdem man sich über ein Jahr damit beschäftigt hat endlich

aufhören zu wollen, muss einer die Initiative ergreifen und

den oder die Beteiligten solange nerven, bis man sich auf ein

Datum zum Rauchstopp geeinigt hat. Je weiter der Termin weg

ist, desto einfacher sind die Mitstreiter zu überzeugen. Jetzt

darf bloß das Datum nicht vergessen werden (am Abend vorher

am besten nicht ganz soviel kiffen). Denn an diesem einen

entscheidenden Morgen gibt es eine elementar wichtige erste

Handlung: Kohle auf den Tisch. Jeder 10 Euro. Und dann erst

mal in den Supermarkt und fett Essen und Trinken holen und

die Purpfeife putzen. Denn ein Mund auf Nikotinentzug will

beschäftigt werden.

Eines muss von vornherein klar sein! Es geht hier nicht um

Geld, es geht hier nicht um Gesundheit und es geht auch nicht

um Ruhm und Ehre! Nein, hier geht es einzig und allein um

das Zeichen der Überlegenheit! Niemals darf man nur den

geringsten Zweifel daran aufkommen lassen, dass man selbst

der geborene Nichtraucher ist und dass dies alles kein Problem

ist. Mindesten 20mal täglich muss dem anderen diese Überlegenheit

zur Schau gestellt werden. „Alles kein Problem, der Jackpot

gehört ja eh schon mir!“

Ok, nun hätten wir es ja schon bis 15 Uhr geschafft. Na gut,

die halbstündlichen Purjoints haben uns ganz schön unter den

Redaktionstisch gepfiffen und das Zappeln unserer Beine hat

beinahe nicht mehr aufgehört, aber immerhin, 15 Uhr! Die Tüte

voller Brötchen ist inzwischen auch leer und unsere Kaumuskeln

rotieren wie wahnsinnig im Leerlauf. An Sitzen ist kaum mehr

zu denken. Es ist eindeutig, wir brauchen noch mehr Motivation.

Also noch mal 10 Euro auf den Tisch: Insgesamt 40 Euro, da

lohnt’s sich schon noch ein paar Stunden nicht zu rauchen, der

andere gibt bestimmt bald auf. (Scheiß Kapitalisten) Dieses

Motivationssystem lässt sich nach Belieben weiterführen. Bei

jeder kritischen Situation wird einfach nochmals um zehn Euro

erhöht. Wir hatten dies natürlich nicht nötig, auch dank der

exzessiv eingesetzten zweiten Motivationsmethode, der

psychologischen Kriegsführung.

So nun habt ihr also keine Ausrede mehr weiter Nikotin zu

konsumieren, denn schließlich wisst ihr ja nun wie man über

den ersten nikotinfreien Tag kommt. Wie man nun den Rest

des Lebens (Party, Kneipenbesuche, Betrunkensein, Frustschieben,

nach dem Essen, . . .) ohne Tabak verbringt und wie

man auch ohne Nikotin bekifft sein kann (Purjoints, Knaster,

Pfeifen, Vaporizer, Essen, . . .) erklären wir euch dann nächsten

Monat.

P. S.: Ach ja, auf Bestreben der restlichen Hanf Journal-Besatzung

wollen wir hier betonen, dass nur die Redaktion dem Nikotin entsagt,

der Rest bleibt Junkie! Ihr wisst also, wo die Helden sitzen.

Die Redaktion

Hanf Journal im Land der Wohnwagen:

Sensi Seeds @ Amsterdam

Medizinische Cannabis-Krautsamen

Sensi Seed Bank Amsterdam

Oudezijds Achterburgwal 150

1012 DV Amsterdam

Tel. +31 20-624 03 86

www.sensiseeds.com

Öffnungszeiten:

Sonntag-Mittwoch

11:00-18:00 Uhr

Donnerstag-Samstag

11:00-21:00 Uhr

Sensi Seed Bank Amsterdam

Nieuwendijk 26 A

1012 DV Amsterdam

Tel. +31 20-423 48 20

www.sensiseeds.com

Öffnungszeiten:

Montag-Freitag

11:00-18:00 Uhr

Samstag + Sonntag

11:00-0:00 Uhr

Um 13 Uhr sind wir bei der „Sensi Seed-Samenbank“

und lassen uns die gewachsenen Pflanzen zeigen. Sensi

Seeds ist das älteste der vielen Saatgutunternehmen,

die heute auf dem Markt vertreten sind. Zwei Jahrzehnte

Erfahrungen machen die Samenbank zum

maßgeblichen Unternehmen für Zucht und Verkauf

von medizinischem Cannabis-Saatgut. Sensi Seeds-

Sorten sind nachweislich von hoher Qualität, und man

weiß, dass das Saatgut die wichtigste Investition für

den Erzeuger darstellt. Abgesehen von den

Heilkräutersaaten bietet Sensi Seeds Bücher und Videos

zum Anbau und zur optimalen Nutzung von Cannabis

an. Außerdem gibt es zahlreiche Accessoires, mit denen

man seinen Lebensstil unterstreichen kann, beispielsweise

Kleidungsstücke und Körperpflegeprodukte aus

industriellem Hanf.

Im Sensi Seeds-zugehörigen Hanf-Museum um die

Ecke sitzt „Eagle Bill“ mit seinem Vaporizer, den wir

probieren dürfen. „Das Hanf-Museum ist das einzige

Museum in der Welt, aus dem Sie in euphorischer

Stimmung herauskommen“, meint der Vaporizing-

Manager. Seit im Jahre 1985 in Amsterdam das Hasch-

Marihuana-Hanf-Museum eröffnet wurde, haben fast

eine Million Interessenten diese permanente Ausstellung

besucht. Und noch immer ist das am Oudezijds

Achterburgwal 130 im Herzen des Amüsierviertels

gelegene Cannabis-Kultur- und Wissenszentrum eine

Informations- und Unterrichtsquelle für Besucher aus

allen Teilen der Welt.

Auf unserer Entdeckungsreise begleitet uns der Duft

echter Cannabis-Pflanzen und uns werden die Aspekte

des Hanfs erläutert. So zeigt eine Fotokollektion, wie

man auf traditionelle Weise afghanisches Haschisch

macht. Außerdem dokumentiert eine Sammlung von

Fotos, Postern und Zeitschriften die Entwicklung der

modernen Cannabiskultur vom 19. Jahrhundert über

das Jazz-Zeitalter bis hin zur heutigen Popkultur. Auch

die antiken Handwerkzeuge und Geräte, mit denen

Hanf im Laufe der Jahrhunderte zu Seil, Papier und

Textilien verarbeitet wurde, sind sehr eindrucksvoll.

Im Hydrokultur-Innengarten bewundern wir die

Pflanzen in ihren verschiedenen Wachstumsphasen

und bekommen so ein objektives Bild dieses besonderen

Gewächses vermittelt.

Wir schauen uns noch kurz im „Cannabis College“ um

und setzen uns dann mit Eagle Bill zurück in den „Sensi

Seeds Coffeeshop“, wo wir in gemütlicher Atmosphäre

ein anregendes Gespräch führen. Kurz darauf sind wir

im „Abraxas“, und diesen Bericht gibt’s in der März-

Ausgabe eures Hanf Journals.

Tour: Dirk Rehahn & Roland Grieshammer

Text: Roland Grieshammer


Die Hanfberatung im Hanf Journal

>>Erste Hilfe für Kiffer

Unglaublich aber wahr, da gibt es das Hanf Journal nun

schon im zweiten Jahr und anscheinend gibt es immer

noch Fragen rund um Cannabis. Ein deutliches Zeichen

für uns mit dem Hanf Journal doch noch weiter zu

machen und auch den Rest der Fragen endgültig zu

klären. Wenn du auch mithelfen willst dann schick

einfach deine Fragen hanfberatung@hanfjournal.de und

die Aufklärung kann weiter gehen.

David (ohne Alter und Wohnort) fragt:

„Hi

Ich habe mal eine Frage. Ich würde gerne Gras bei mir

zuhause anpflanzen, aber ich habe überhaupt keinen

Plan, was ich so zu beachten habe und was ich alles

dafür brauche. Könnt ihr mir bitte kurz und knapp

schreiben was ich brauche und was ich zu beachten

habe? Oder eine Seite im Netz, wo man das nachlesen

kann?

Danke im Voraus

David“

Kascha antwortet:

„Hi David.

Das kommt ganz darauf an, ob du drinnen oder draußen

anpflanzen möchtest. Ich gebe dir einfach mal einen

kurzen Überblick:

Zuerst brauchst du natürlich Samen oder Stecklinge.

Außerdem vernünftige Erde und einen guten Stellplatz

bzw. beim Anbau im Haus (so genannter Indoor)

Beleuchtung und Belüftung. Beachten solltest du vor

allem die Pflanzzeiten (April/Mai Aussaat) und ein

vernünftiges Verhältnis aus Bewässerung, Beleuchtung

und Düngung, denn nur dann ist das Ergebnis optimal.

Der Outdoor-Anbau, also draußen, ist meist eher einfach.

Du nimmst vernünftige Erde (nicht zu sandig, nicht zu

lehmig, am besten Erde aus deinem Growshop), schüttest

die in ein Loch und setzt den Samen oder Steckling rein.

Den Samen in einem Margarinebecher vorkeimen lassen

ist eine gute Idee, wenn du dir ansonsten schlecht merken

kannst, wo du den Samen hingepflanzt hast. Soll ja

vorkommen und man will ja nicht aus versehen drauf

latschen. Na ja, hin und wieder gießen und das wächst

dann von alleine.

Indoor kannst du viel mehr rumprobieren, normal auf Erde

anbauen oder hydroponisch, diese Lampe und jene

Bewässerung und die Sorte mit der anderen kreuzen (draußen

kann es sein, dass der Nutzhanf neben dem Vogelhaus deines

Nachbarn deine Pflanze bestäubt und du auf einmal lauter

nutzlose Samen in den Blüten stecken hast). Am besten guckst

du mal auf www.hanfjournal.de unter „Growing“ nach, da

findest du viele Berichte und Infos.

In Deutschland ist das alles aber immer noch verboten. Nur

die Bewohner der Niederlande oder von Belgien dürfen sich

Gedanken machen so etwas anzubauen. Der Staat will euch ja

beschützen.“

Anja (17) aus Hannover möchte Rat:

„ Ho,ho Kascha.

Ich brauch da mal deine Hilfe!! Ich kiffe jetzt seit guten drei

Jahren ohne Nebenwirkungen.

Aber hier bei uns gibt es nur zwei Leute, die gut verkaufen,

aber es heißt das scheppert so schön, weil da Schore (Heroin)

drin ist!! Also bitte hilf mir, woran erkennt man das? Ich hab

schon so gut wie jeden hier gefragt und keiner kann mir eine

Antwort geben . . . ich will rauchen ohne Schiss dass ich Schore

mitrauche, also bitte sage mir, wie ich es erkenne! Ich sag dann

schon mal danke.

Byebye“

Kascha antwortet:

„Hi Anja,

erst einmal danke ich dir für deine Frage. Das ist ein interessantes

Thema, zu dem es kaum verwertbare bzw. objektive

Informationen gibt. In der Tat ist es nicht unüblich, Dope zu

strecken. Dabei werden aber meistens eher „wirkungslose“

fun+action

Substanzen beigemischt, um es schwerer, größer oder

schöner zu machen (also Henna, Schuhcreme, Zucker,

Haarspray oder ähnliches) was nicht unbedingt zur

Folge hat, dass das Dope besser „scheppert“. Es ist

natürlich nicht gut, regelmäßig Schuhcreme und

Haarspray zu rauchen. Merke: gestrecktes Dope knallt

in der Regel nicht nur weniger, sondern ist auch

schädlicher.

Opiate wie Heroin und auch andere Drogen wie LSD,

mit denen Dope angeblich oft „gestreckt“ wird, sind

einfach viel zu teuer um sinnvolle Streckmittel zu sein.

Wenn du trotzdem befürchtest, dass in deinem Dope

Heroin sein sollte: Heroin schmeckt beim Rauchen eher

ziemlich bitter, das sollte dir schon auffallen. Es ist gibt

aber soweit ich weiß keinen dokumentierten Fall, in

dem Dope mit Opiaten gestreckt wurde. Absolute

Sicherheit, dass im Haschisch nur Haschisch ist, hat

man leider nur in kontrollierten Drogenfachgeschäften

und die gibt es dank der „der Volksgesundheit

dienlichen“ Betäubungsmittelgesetzgebung, die hier in

Deutschland üblich ist, leider nicht. Auch Drugchecking

für Cannabis habe ich leider bisher nicht erlebt, also

gilt weiterhin die Devise: Know your Dealer.“

Frank (20) aus Berlin fragt:

„Hi Kascha,

ich kiffe noch nicht so lange und habe der Einfachheit

halber meistens Pipe geraucht. Ich versuche aber immer

wieder Tüten zu drehen. Das klappt auch immer besser.

Nur verwirrt mich die riesige Anzahl verschiedener

Papers. Was ist da am besten? Dünne, dicke, schmale,

breite, lange, kurze? Meine Freundin klebt immer drei

kurze Zigarettenpapers zusammen, weiß aber auch

nicht mehr, warum. Also, was empfiehlst du?“

Kascha erklärt:

„Hallo Frank,

du hast recht, die Produktvielfalt bei Papers ist riesig

und nicht mehr sehr übersichtlich. Es gibt drei

wesentliche Unterscheidungsmerkmale: Material, Stärke

und Format.

Das Material kann z. B. Hanf, Flachs, Mischungen aus

beiden sein. Das ist hauptsächlich eine Sache des

Geschmacks und des Abbrennverhaltens. Probieren

geht über studieren.

Die Stärke unterscheidet sich in dicke Sorten, dünnere

und die hauchdünnen. Mit abnehmender Papierstärke

schmeckt man das Papier weniger und der Joint brennt

langsamer. Für langsam brennende Rauchware wie

Haschisch ist also dünneres Papier besser geeignet,

wenn’s schnell gehen soll, macht sich dickeres Papier

nicht schlecht. Schmeckt nur wie gesagt meist nicht.

Das Format ist der kontroverseste Punkt: es gibt breites

kurzes, langes schmales und auch alle anderen

Kombinationen. Die Länge ist klar: je länger das Paper,

desto länger der Joint. Viele meinen, mit breiten Papers

besser drehen zu können. Die Joints werden dann auch

oft umso dicker. So genannte „slim papers“ sind dann

eher für schmale, lange Joints geeignet. Weil die nicht

so dick gewickelt sind, raucht man auch weniger Papier.

Wenn man kurze Papers aneinander klebt, ist man nicht

mehr davon abhängig, ob die Tankstelle Longpapers

im Sortiment hat und kann die Größe auch individuell

festlegen (eins, zwei, drei oder vier Papers, alles ist

möglich. Man kann, wenn man will, übrigens auch

große Papers aneinander kleben.).

Außerdem gibt es übrigens noch Blunt Papers, mit

denen man sich so etwas wie Zigarren drehen kann,

sowie aromatisierte und bunte Papers (vor allem in

niederländischen Souvenirläden). Dass letztere der

Lunge sonderlich zuträglich sind, bezweifle ich

allerdings.“

21

Das Eckthema:

Verreisen im Kopf


22

fun+action

12.–14. 02. 2004

Hanftage in Passau

Siehe Artikel auf Seite 06

02. 03. 2004

Erscheinungstag des neuen Hanf Journal

www.hanfjournal.de

19.–21.3.2004

Bern (CH): Cannatrade.

Eine der international wichtigsten Hanfmessen öffnet

auch im Jahre 2004 in Bern wieder ihre Tore.

www.cannatrade.ch

01.-08. Mai 2004

Million Marihuana March

Die größte weltweite Legalisierungsaktion, mit Demos

in über 116 Städten. Ist eure Stadt auch schon mit

dabei? Nein, na dann liegt es wohl an euch aktiv zu

werden.

26. Juni 2004

Pott-Demo in Essen

Termine

In eigener Sache

Was für ein Monat! Die Diskussionen rund um ein

Modellprojekt in Berlin reißen nicht ab. Auch wenn

es unwahrscheinlich erscheint etwas bewegen zu

können, der Deutsche Hanf Verband und wir haben

es wieder einmal geschafft das Thema Drogenpolitik

in der Hauptstadt auf die Tagesordnung zu

setzen.

An alle, die schon bei der Umfrage mitgemacht

haben, ein herzliches „Danke“. Ihr könnt sicher

sein, dass wir all eure Anregungen und Ideen

nützen werden um die Zeitung für euch und für

die Legalisierungsbewegung zu verbessern. Einige

interessante Zwischenergebnisse haben wir ja schon

in diesem Heft vorgestellt.

Wir hoffen, dass ihr unsere Ideen und die Hinweise

zu der Durchführung einer Demo nützt, damit in

Deutschland endlich einmal was in Bewegung

kommt. Wer, wenn nicht wir, können die Legalisierung

erreichen? Es ist endlich an der Zeit aktiv

zu werden, den Mund haben wir lange genug

gehalten. Hauen wir also endlich auf die Kacke.

Wenn ihr etwas macht, sagt uns bitte auch Bescheid,

damit wir auch für eure Demo oder Legalisierungsaktion

werben können. (redaktion@hanfjournal.de).

Ansonsten wünschen wir euch noch einen highteren

Februar und vergesst nie, jeder ist seines eigenen

Glückes Schmied.

Euer

Werner Graf


Der „Hanf Journal“-Clubtest

Diesen Monat: Watergate

Gute Neuigkeiten!

Letztes Mal haben wir euch noch die Ohren vollgeheult,

dass es wirklich relaxte Partys (außer auf Privat) in Berlin

nicht mehr gäbe. Von wegen. Vor kurzem waren wir

tatsächlich auf einer!

Sammy Dee, Zip und Konsorten im „Watergate“. Ganz

großes Kino! Das „Watergate“ ist uns ja schon früher als

freundliche Location aufgefallen. Zwei Floors, viel Auslauf

und im Sommer der Garten zum Chillen machen es

beinahe ideal für jeden Ruhelosen. Und auch der Ausblick

ist, wie man ja inzwischen in so ziemlich jedem

Stadtmagazin nachlesen konnte, sehr genial. Da fehlte

quasi nur noch das richtige Publikum. Kranke Scheißer

statt gepflegter Studenten, grosse Augen statt torkelnder

Prolls. Wie auch immer das so vor sich geht, dass sich die

richtigen Leute am richtigen Ort versammeln, an diesem

Abend war es jedenfalls mal wieder soweit. Man war

unter sich – und das bis in die späten Mittagsstunden. Zu

genial virtuosen Sounds wurde gefeiert, was das Zeug

hält. Alles freut sich, alles grinst, alles tanzt. In diesem

Zusammenhang kam auch die wahrscheinlich recht

einzigartige Ausstattung des „Watergate“ voll zum Tragen:

Die Wasserspender im Flur. Ein geniales Konzept, das

endlich mal die Bedürfnisse eines feierwütigen Publikums

angemessen berücksichtigt. Eine ganze Reihe von

möglichen Schwierigkeiten wird damit von vornherein

ausgeschlossen. Man wird nicht komisch angeguckt wenn

man Wasser vom Klo holt und die Flasche passt auf alle

Fälle drunter. Auch die vielen Toilettenkabinen des

„Watergate“ kamen dem (sex?-)süchtigen Publikum sehr

entgegen.

Wie gesagt, eine Party, die so manchen kleinen Verpeiler,

Stolperer und Dummlaberer nachsichtig verzieh. Ein

Lächeln war auch für jeden noch so Fertigen zu haben.

Man hat sich halt lieb, ne? Das bestätigten auch die

zahlreichen menschlichen Knäuel auf den Couches rund

um die Tanzfläche.

Fazit: Geniale Party – das „Watergate“ sieht uns bald

wieder, mal gucken ob’s da immer so abgeht.

Programm (Februar ´04)

THU 05.02.2004

THE CRYSTAL METHOD

The Crystal Method [V2records, USA]

40oz [lodown, watergate]

Valis [style & the family tunes]

FRY 06.02.2004

HARD:EDGED FEAT. MATHEMATICS

Mathematics [Social Studies, Renegade, C.I.A., NYC]

Metro [hard:edged]

Defiant [hard:edged]

MC Soultrain

Waterfloor: BEST FRIENDS [BEST SEVEN NIGHT]

Daniel W. Best [Best Seven],

Eva B. [Best Seven],

Daniel „Störte“ Becker

SAT 07.02.2004

PLAYGROUND

Jesper Dahlbäck [Stockholm,Sweden]

Tom Clark [highgrade records]

Carsten Klemann [Watergate, Berlin]

Waterfloor: FEAT.: SLEEP ANOTHER DAY

Jens Bond [sleep another day]

Guido Schneider [Glowing Glisses, Pokerflat, Berlin]

THU 12.02.2003

WATERFLOOR: "MTV MASH PRESENTS !K7 CLASH"

k7 Clash System feat.: SST & Superdefekt

Shape!mod [Terranova]

!k7 dj team

FRY 13.02.2004

HARD:EDGED FEAT. NOISIA & REALTIME

Realtime [Monkey Bizness, DSCI4, USA]

Noisia [Payload, Nerve, Subtitles, Holland]

Metro [hard:edged]

Waterfloor: „FEMMES WITH FATAL BREAKS“

Madam Breaks [UK]

T-Ina

Christine Lang

SAT 14.02.2004

NEW KIDS ON ACID

Ricardo Villalobos [Playhouse, Cocoon, Berlin]

Ata [Playhouse, FFM]

Heiko M.S.O. [Playhouse, FFM]

Waterfloor: PLAYHOUSE VS. PERLON

Zip [Perlon]

STL [Perlon]

Polyester

Watergate

Falckensteiner Strasse 49A

Kreuzberg-Friedrichshain

(nähe U-Bahnhof Schlesische Str)

www.water-gate.de

Liebe Kinder, gebt fein Acht,

wir ha’m euch etwas mitgebracht.

Setz euch hin und seid nun still,

weil der grossstadtsurvivor das

nun mal so will.

Nachdem wir uns nun in unsere großen und bequemen

Ohrensessel zurückgezogen haben und unser großes schweres

Buch der wahren Märchen herausgekramt haben, ist es an der

Zeit euch endlich einmal ein Märchen zu erzählen. Aber

denkt nicht, dass auch wir uns von den bösen Verleumdungen

der Grimmschen Weichspüler leiten lassen, nein

bei uns gibt es wie gewohnt nichts als die Wahrheit,

und so auch bei diesem Märchen.

Es war einmal . . . es war wirklich einmal, ein kleines

Mädel namens Heidi. Heidi war ein lebendes Klischee.

Sie saß den ganzen Tag auf der Couch, hörte Bob

Marley und rauchte an ihrer Bong.

Obwohl sie es nicht wirklich wollte,

hatte dieser Lebensstil fatale Folgen.

Ständig war sie mit Asche bedeckt,

die Bong war nur noch versifft und

ihr Pudel war schon so verfilzt, dass

er eher einem Puttel glich. Da dies

die Eltern so beeindruckte gaben sie

ihr mit der Zeit einen neuen Namen:

Aschenputtel! Aschenputtel lebte nicht

alleine bei ihren Eltern, sie hatte zwei

Stiefschwestern. Die waren nicht halb so

assi drauf, aber dissten das faule Teil

dennoch wo es nur ging. So begab es sich

zum Beispiel mal, dass die beiden

auf Party gingen und Aschenputtel,

das in seinem Leben

noch keine Disco von innen

geseh’n hatte unbedingt

mitwollte. Das taugte den

beiden natürlich gar nicht!

Also heckten sie einen

genialen Plan aus. Sie

dachten sich, Aschenputtel

hängt so sehr an

seinem Weed, die geht

nicht mit wenn wir das

über den ganzen Fußboden

verteilen. Das muss sie dann

erst mal aufsammeln.

So begab es sich, das die Stiefschwestern

ihren hinterhältigen

Plan tatsächlich ausführten und all

das Weed verschütteten. Getrieben

von maßloser Gier stürzte sich Aschenputtel

zu Boden und sinnierte über die

vorstehende Problematik. Mit einem

nichtgekannten Eifer machte sie sich

über das Weed her.

Märchenstunde mit den

Die guten ins (Bong-)Töpfchen,

die schlechten ins Kröpfchen.

Die Wahrheit

über Aschenputtel

Keiner im ganzen Königreich mochte ermessen wie schnell

dies unser Aschenputtel bewerkstelligte und so konnte man

nach nur zehn Minuten einen sauber gerauchten Fußboden

entdecken. Nebenbei bemerkt war dies das erste Mal das

Aschenputtel den Boden gesäubert hatte. Und so hatte das

Aschenputtel – trotz getaner Arbeiter immer noch Zeit auf

Party zu gehen. Doch wie sollte sie sich nun motivieren – so

stoned wie sie war?

Achtung!

jeder Missbrauch von

Drogen ist gefährlich!

Wir wollen niemanden

dazu auffordern oder

animieren Drogen zu

konsumieren

berlin

15

Nach kurzem Grübeln und langem verpeilten Gucken fiel ihr

nur noch eine Person ein, die ihr helfen konnte: Ihr Dealer.

Und so machte sie sich auf den Weg um Motivation und Spaß

zu finden. Dem Dealer war sofort klar was der holden Maid

fehlte und kramte in seiner Tasche. Doch als sich herausstellte,

wie arm das Aschenputtel war, meinte er nur ganz gelassen:

„Aschenputtel, rüttel dich

und schüttel dich,

dann werf ich Speed

und Pillen über dich!“

Und so begab es sich, dass der Dealer und

das Aschenputtel intime Minuten

miteinan-der verbrachten. Aber immerhin

bekam es was es brauchte und flitzte

damit zurück zu seinen Stiefschwestern

die schon ab-marschbereit in der Tür

standen. „Und wo geht’s hin?“ fragte

Aschenputtel. Die Stiefschwestern

guckten verdrossen und antworteten:

„Auf die größte Singleparty des

Königreichs – der König sucht ’ne neue

Frau“. Jetzt hatten sie wohl keine Ausrede

mehr. Sie mussten Aschenputtel

mitnehmen. Das taten sie dann auch.

Auf der Party angekommen, war Aschenputtel

inzwischen so druff, dass sie total wild

abging. Da konnte der König sie quasi nicht

mehr übersehen. Und er sprach sie tatsächlich

auch an: „Sag mal, auf was bist du denn – so gut

wär’ ich auch gern drauf!“ Und schwupps hatte

auch der König ein Teil im Mund. Sie tanzten und

tanzten mehrere Tage lang. So lange bis die

Stiefschwestern irgendwann nur noch verdrossen

am Rand saßen und das

Aschenputtel nervten, dass

sie doch endlich gehen

wollten. Doch dank dem

ganzen Speed war an zu

Hause für Aschenputtel

noch lange nicht zu

denken und so schickte sie

die beiden Stiefschwestern

alleine fort. Als sie dann den

König erneut auf eine Nase

in die Toilette schleifte begab

es sich, dass beide in einer

wilden Fickorgie übereinander

herfielen und sich ewige Liebe

versprachen.

Als sie am nächsten Tag neben der

Toilette liegend wieder aufwachte, musste

sie erkennen, dass sich der König schon

längst vom Acker gemacht hatte und zog

verdrossen von dannen. Erst zu Hause

bemerkte die holde Maid, dass sie wohl

im Eifer des Gefechts ihren Schuh verloren

hatte – aber das war ihr dann auch scheißegal.

Und die Moral von der Geschicht:

Wer am längsten bleibt – ist meistens

dicht!

Eure grossstadtsurvivor

Get Reloadet!

Wer diese Anzeige ausschneidet

und damit einen Float bucht,

bekommt vom Hanf Journal

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Raumerstraße 7

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Fon: 0 30-4 42 60 57

Fax: 0 30-44 35 96 91

Öffnungszeiten

Mo.-Fr. 12-20 Uhr

Sa. 12-16 / 18 Uhr

info@elixier.de

www.elixier.de

Mitte der 90er noch in der Wörtherstraße, dann in der Kollwitzstraße,

zog es das Elixier in die Lychener Straße. Und seit

Anfang Dezember 2003 - nach etwa zehn Jahren - befindet sich

der Laden mit den ethnobotanischen Pflanzen in der Raumerstraße

7 direkt am Helmholtzplatz. Doch damit nicht genug:

Denn mittlerweile bestehen hier drei Läden in einem. Ganz

hinten gut sortierte Schallplatten (fast) jeden Genres, vorne

rechts Designerklamotten und ganz links der Elixier Shop mit

ethnobotanisch interessanten Pflanzen, Extrakten und Räucherwerk

aus aller Welt. Das ausführliche Literaturangebot

beschäftigt sich mit Themen von Aphrodisiaka bis Schamanismus.

Außerdem gibt es Drinks und Tees zum Testen, Duft- und

Badeöle, Räucherstäbchen und viele Absinth-Sorten. Weitere

Informationen, wie beispielsweise zum nächsten Einsatzort

der spacebar mit den Pflanzenelixieren und Kräutermischungen

von sensatonics (alkoholische Auszüge), werden gegeben.

Auch Aphrodisiaka und andere hedonistisch benutzte Pflanzen,

die aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften weltweit geschätzt,

verehrt und genutzt werden, sind hier im Programm. Trotz der

den Genusspflanzen abträglichen Pflanzeneinordnung

hierzulande hat Elixier viele neue ethnobotanisch bedeutsame

Spezies im Angebot der Pflanzenteile zum Räuchern. Die

Auswahl an legalen psychoaktiven Pflanzen erreicht besonders

ein angenehmes Stammpublikum im Alter von 15 bis 70, das

immer wieder gerne den euphorisierend-berauschenden

Waldmeister oder auch Extrakte von Salvia Divinorum

bevorzugt. Mit Verstand und guter Laune angewendet, wirken

diese Pflanzen, die seit vielen Generationen traditionell genutzt

werden, heilsam auf Körper und Seele und verschaffen Zustände

großer Freude und Kreativität.

In Zukunft wird es bei Elixier auch Lesungen und Vorträge zu

diesen Themen geben, und für den Sommer plant man

Veranstaltungen aller Art vor den Türen des Ladens.

Text & Photo: Roland Grieshammer

Wann kommt der Modellversuch?

Anhörungen im Ausschuss für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz des Berliner Abgeordnetenhauses.

„Politik live erleben“ hieß es am 8. Januar im Berliner

Abgeordnetenhaus. Denn dort wurde über Essenzielles

diskutiert. Nämlich die Freigabe von Cannabis. 15 oder 30

Gramm als geringe Menge oder gleich die kontrollierte Abgabe

als Modellversuch? Das waren die Themen, mit denen die

Politiker sich dort beschäftigten. Um den in diese Richtung

eher Ungebildeten etwas Vorwissen zu verschaffen, waren vier

Experten geladen. Georg Wurth vom Deutschen Hanfverband,

Professor Doktor Kleiber, Verfasser der gleichnamigen Studie

und Andreas Müller vom Amtsgericht Bernau versuchten

couragiert, die teilweise etwas weltfremden Ansichten der

Abgeordneten zum Thema zurecht zu rücken. Aber auch der

Feind hatte geladen. Frau Dr. Schulze vertrat vehement die

Ansichten der CDU.

So wurde es denn auch eine ambitionierte Diskussion. Wie

immer bei dem Thema Drogenpolitik krachten zwei völlig

fremde Weltanschauungen gegeneinander. Während die

Cannabis-Befürworter sprachen, waren Zwischenrufe und

demonstrative Privatgespräche bei der CDU genauso an der

Tagesordnung wie Beifall und Jubel aus den Zuschauerreihen.

Unerwarteterweise ging es tatsächlich die meiste Zeit um den

von uns forcierten Modellversuch. Drei der vier Experten

sprachen sich dafür aus, nur Frau Schulze war der Ansicht,

man könne die gefährdete Jugend nicht noch einer Droge

aussetzen (als ob es nichts zu kiffen gäbe, bloß weil es illegal

ist). Zahlreiche Vorurteile wurden während der Vorträge von

den Experten aus dem Weg geräumt. Dennoch war die

anschließende Diskussion der Parteien sehr kontrovers. Aus

den Reihen der CDU kam zum Beispiel die Frage, warum man

denn überhaupt Cannabis nehmen solle. Das müsse doch erst

mal erklärt werden. Na, ja, von jemandem, der trotz dermaßen

umfassender Aufklärung immer noch davon ausgeht, dass

Cannabis „eine der gefährlichsten Drogen“ (so CDU-

Abgeordneter Wansner) sei, von dem ist wahrlich nicht zu

erwarten, dass er das Wort „Genuss“ versteht.

Insgesamt ist diese Sitzung wohl als voller Erfolg für unsere

Bewegung zu verbuchen. Drei der vier Experten waren auf

unserer Seite und verstanden es mit einer klaren und logischen

Argumentation zu überzeugen. Die Wortführer der Parteien

(natürlich bis auf die CDU) gaben sich sehr aufgeschlossen.

Bloß die Position der SPD, die aufgrund der Regierungsbeteiligung

elementar ist für unser Anliegen, blieb noch unklar,

da ihr drogenpolitischer Sprecher noch Diskussionsbedarf in

der Partei sieht.

Wir halten es da mit Herrn Ratzmann, dem Initiator dieser

Vorgänge. Ihm zufolge zeigt nämlich gerade diese ideologiebeladene

Debatte, dass wir dringend einen solchen Modellversuch

brauchen um offene Fragen zu klären.

Martin Schwarzbeck

Freigabe Berlin aktuell

Wohin will der Senat?

Zurzeit geht es ja heiß her in Berlin. Kiffen steht ganz oben auf

der Tagesordnung des Abgeordnetenhauses. Es besteht die

einmalige Chance tatsächlich einmal etwas zu verändern. Die

Möglichkeiten reichen von der relativ unnützen Erhöhung der

geringen Menge auf 15 Gramm (die gilt in der Realität nämlich

jetzt schon) bis zur kontrollierten Cannabis-Abgabe an Berliner

Kiffer.

Letztendlich muss jede dieser Möglichkeiten jedoch durch die

Hände des Senats, genauer gesagt, der Justiz und der Gesundheitssenatorin.

Wir wollten wissen, wie die Chancen stehen,

dass sich in dieser Richtung tatsächlich etwas bewegt und

interviewten dazu Gesundheitssenatorin Knake-Werner.

Die steht, wie wir uns gedacht haben, unseren Ideen sehr

kritisch gegenüber. „Die Idee eines Modellversuchs zur Abgabe

von Cannabis erscheint mir in der jetzt vorliegenden Form

noch nicht umsetzungsreif.“

Auch zu ihrer Ansage von der Lichtenberger Gesundheitskonferenz

2002, auf der sie die Erhöhung der geringen Menge auf

30 Gramm forderte, scheint sie nicht mehr zu stehen. „Meinen

Standpunkt, den ich auf dieser Konferenz vertreten habe, vertrete

ich nach wie vor. Ich bin aber der Überzeugung, dass wir

mit der Entkriminalisierung einer Menge von 15 Gramm in

der überarbeiteten Richtlinie schon eine erhebliche Verbesserung

für die Konsumenten erreichen werden.“

Nun, ja, ob das wirklich eine Verbesserung ist, sei dahingestellt.

Denn auch jetzt liegt die Grenze der geringen Menge schon bei

sechs bis 15 Gramm, wobei in den meisten Fällen die Verfahren

bei bis zu 15 Gramm eingestellt werden. Es würde sich also

gerade mal gar nichts tun.

Dass Frau Knake-Werner sich mit ihren Forderungen so zurückhält,

mag aber auch daran liegen, dass sie die Ineffektivität der

Repression nicht anerkennt. Sie vermutet entgegen aller Belege

weiterhin, dass ein Verbot den Konsum einschränken würde:

„Wenn also das Ziel in einer Einschränkung jeglichen Suchtmittelkonsums

liegt, so hat das Verbot bestimmter Suchtmittel

durchaus den Sinn, durch das erschwerte Angebot die

Nachfrage zu verringern.“

Aber es gibt auch Grund zur Hoffnung. Fragt man sie nämlich

ganz allgemein, was sie von einem toleranteren Umgang mit

Cannabisprodukten halte, antwortet sie auch sehr liberal: „Einen

toleranteren Umgang mit Cannabisprodukten halte ich

grundsätzlich für vernünftig. Dazu gehört die weitgehende

Entkriminalisierung von Konsumenten, die Möglichkeit, vor

allem jungen Menschen geeignete Hilfe und Unterstützung

zukommen zu lassen.“

Na, wenn das so ist Frau Knake-Werner, dann wünschen wir

uns nur noch, dass Sie mal ein bisschen Konsequenz zeigen

und diese Forderung mit einer wirklichen Bewegung im Bereich

Cannabis-Politik unterstreichen!

Martin Schwarzbeck


Ja, scheiße, es ist immer noch Winter. Und, wir wollen euch ja nicht enttäuschen, aber das Ganze wird wohl

noch länger dauern. Also wird’s dringend Zeit, sich mal aus dem Bett zu schwingen und die Stimmung zu

heben. Wo und wie man das am besten macht lest ihr am besten hier nach.

TERMINE

The Liquid Drum’n’Bass

Date: jeden Donnerstag

Location: Sterling

Lounge

Entry: 4 Euro

Die m:breakz-Crew ist seit dem 4. Dezember 2003

in der Berliner Sterling Lounge mit der wöchentlichen

Veranstaltung „The Liquid Drum’n’Bass“

zuhause. Seit 1999 existiert die m:breakz-Crew um

die DJs Submode, Decon & Mistel bereits in Köln

und ist eine feste Institution der dortigen Drum’n’

Bass-Szene. Nun macht sich Tom Krupke aka Submode

auf, um die Reihe m:breakz in der Hauptstadt

zu etablieren. An seiner Seite stehen die beiden Ex-

Heidelberger Tilman Kristin aka Dextro und Roland

Grieshammer aka Roly, die seit den frühen Neunzigern

im Rhein-Neckar-Delta sowohl Parties organisiert

haben als auch selbst hinter den Plattentellern

standen. MC Massiw Le Ghaza wird die Reihe am

Mikrofon unterstützen. Mit der Sterling Lounge

haben m:breakz eine geeignete und feine Location

gefunden, in der die Atmosphäre einfach stimmt,

um ihre persönliche Definition von Drum’n’Bass

zu verwirklichen. Der „liquide“ Donnerstag soll

hier eine neue, feste Instanz im Herzen Berlins

werden, und man darf auf facettenreiche und

experimentelle Nächte in der Sterling Lounge

gespannt sein.

Führungen durch die Berliner Unterwelt

Date: jeden Samstag 12

+ 14 + 16 + 18 Uhr

Location: Badstraße

Ecke Hochstraße nähe

Gesundbrunnen

Entry: 9 Euro, ermäßigt

7 Euro

Zunächst einmal erscheint der Berliner Untergrund

weniger spannend als der anderer europäischer

Hauptstädte. Berlin hat keine Katakomben aus der

Zeit der Christianisierung wie Rom oder unterirdische

Bergwerksstollen wie Paris, die auf das 13.

Jahrhundert zurückgehen. Aber die wechselvolle

Geschichte Berlins hat auch im Untergrund ihre

Spuren hinterlassen. Ob nun die ersten Brauereianlagen,

die in den weichen Sandboden Berlins gebaut

wurden, die Relikte der NS-Zeit wie Luftschutzbunker

oder gar eine Flugzeugfabrik oder die

Hinterlassenschaften des Kalten Krieges wie Abhörund

Fluchttunnel - der Boden unter Berlin hat viele

Geschichten zu erzählen. Der Verein „Berliner

Unterwelten“ hat es sich zur Aufgabe gemacht

diese Welt zu erkunden. Seit 1997 erforscht er den

Berliner Untergrund und hat dabei schon so manchen

vergessenen oder verloren geglaubten Stollen

wieder entdeckt. Darüber hinaus macht er den

Underground auch noch für Interessierte zugänglich.

Jeden Samstag zum Beispiel gibt es Führungen

zum Thema „U-Bahn, Bunker und Kalter Krieg“.

Angucken lohnt sich!!

www.berliner-unterwelten.de

Gesundheitsausschuss

Date: 12.2./ 15.30 Uhr

Location:

Abgeordnetenhaus

Berlin Raum 311

Entry: for free

Vor kurzem erst haben wir das Abgeordnetenhaus

Berlins kräftig gerockt. Die Expertenanhörung zum

Umgang mit Cannabis in Berlin war ein voller Erfolg

(siehe Seite 16). Drei der vier geladenen Experten

haben sich auf ganzer Linie für uns und gegen

überkommene Vorurteile ausgesprochen. Selbst

Gesundheitssenatorin Knake-Werner ließ sich davon

überzeugen, dass Cannabis keine Einstiegsdroge

ist. Nur die CDU blieb wie gewohnt auf harter

Linie. Jetzt wird das ganze offiziell ausgewertet

und wenn es gut geht, verlässt am 12 Februar schon

eine Empfehlung den Gesundheitsausschuss. Der

entscheidet nämlich, worüber dann im Abgeordnetenhaus

abgestimmt wird. Hoffen wir also, dass

die CDU die Unsinnigkeit ihrer Quertreiberei einsieht

und die SPD sich endlich mal auf eine einheitliche

Linie einschießt (die dann hoffentlich auch

noch möglichst Cannabis-freundlich ist). Wer sich

das Ganze mal aus nächster Nähe angucken mag,

der surft einfach mal zu www.parlament-berlin.de,

sucht da den Besucherdienst und akkreditiert sich.

Kaum geöffnet, beehrt uns das Sanatorium in

Friedrichshain schon mit einer echten Innovation.

Lockeres Chilling auf bequemen Couches und

Kissen und dazu – Hörspiele. Ja, ihr habt richtig

gehört, echte Hörspiele. Was uns früher (und zum

Teil heut noch) so wunderbar beim Einschlafen

geholfen hat, soll uns jetzt stimmungsmäßig aus

der Eis- und Schneewüste Berlins entführen. Justus

Jonas und sein Team (wer sich nicht mehr richtig

erinnert: das sind die drei Fragezeichen) machen

jeden Dienstag Abend den Anfang. Danach gibt’s

dreißig Minuten Pause und dann was für Erwachsene

auf die Ohren – wir dürfen gespannt sein!

Genialerweise ist das Ganze auch noch umsonst

und freakigerweise wird es sogar moderiert. Vom

Radio NRJ-Moderator Roman. Wenn das mal keine

geeignete Flucht aus dem Nass-Kalt-Grau ist! Da

lohnt sich’s doch glatt, die Bong mal zuhause zu

lassen – der Entspannungseffekt dürfte derselbe

sein.

berlin

Anfang Februar ist es mal wieder so weit: Die

Berlinale tagt in der Hauptstadt. Das bedeutet nicht

nur, dass wir zahlreiche Welt- und Europapremieren

zu sehen kriegen, sondern sie bietet uns auch ein

hochinteressantes Rahmenprogramm. Da wäre zum

Beispiel der Berlinale-Talent-Campus, der vom

siebten bis zum zwölften Februar nun zum zweiten

Mal stattfindet. Hier wird jungen Filmschaffenden

die Möglichkeit gegeben, sich von echten Profis

und Oscar-Gewinnern ein paar Tipps und Tricks

verraten zu lassen. Aber damit nicht genug. Die

Berlinale beinhaltet zum Beispiel auch eine

Retrospektive mit amerikanischen Filmen aus den

60ern und 70ern, der Zeit der großen Wenden in

Hollywood. Außerdem gibt es spezielle Wettbewerbe

für Kinderfilme, Junge Filme und Kurzfilme.

Die Goldenen und Silbernen Bären werden wie

immer von einer siebenköpfigen Jury vergeben,

diesmal unter dem Vorsitz von Frances

McDormand, Oscar-Preisträger und Star des

Independent-Kinos. Mehr Infos und alle Spielpläne

gibt’s unter: www.berlinale.de

Hörspiele hören Puppetmastaz

Date: jeden Dienstag

Location: Sanatorium

(Frankfurter Allee 23)

Entry: for free

54. Internationale Filmfestspiele Berlin

Puppetmastaz, die rappenden Freaks mit den

Handpuppen besuchen die C-Base. Nachdem die

einzig wahren postmodernen Puppenspieler vor

kurzem ihr neuestes Video in den spacigen Räumlichkeiten

der C-Base gedreht haben, gibt es jetzt

eine Party, auf der sie selbiges wahrscheinlich auch

vorstellen. Partys sind selten in der C-Base, aber

wenn denn mal was los ist, dann lohnt es sich für

gewöhnlich. Eine echt abgefahrene Location

gegenüber von und mit Blick auf die Jannowitzbrücke,

gemanagt von einem Haufen Freaks mit

einem Garten der direkt an die Spree grenzt. Das

kann ja was werden. Dazu noch die wahrscheinlich

musikalischsten Handpuppen der Welt „making

bingobongo with your brain“ (Selbstbeschreibung),

die gleichzeitig auch die ersten Interpreten sind,

die offen zugeben nur Marionetten ihrer Texter und

Songwriter zu sein. Mr. Maloke Pit und Croucholina

werden uns niederrocken.

„Wir sind gekommen um den Planeten ins

Schwingen zu bringen. (O-Ton Mr. Maloke)

www.puppetmastaz.com

Date: 5.-15.2.

Location: Berlinale-

Palast und zahlreiche

weitere Kinos

Entry: je nachdem

Date: 26.2. / 23Uhr

Location: C-Base

Entry: 5 Euro

Achtung!

jeder Missbrauch von

Drogen ist gefährlich!

Wir wollen niemanden

dazu auffordern oder

animieren Drogen zu

konsumieren

17


Cannabis und die politischen

Parteien im Staate Österreichs

Hier findet ihr einen Überblick über die drogenpolitischen Positionen der wichtigsten österreichischen Parteien.

Österreichische Volkspartei (ÖVP)

Die ÖVP ist gegen eine Legalisierung von Cannabis oder eine

anderweitige Liberalisierung der Drogenpolitik. Die ÖVP-FPÖ-

Regierung hat 2001 eine Verschärfung des Suchtmittelgesetzes

(SMG) beschlossen. Die ÖVP betont zwar immer, dass sie für

das Prinzip „Therapie statt Strafe“ beziehungsweise „Hilfe

statt Strafe“ gilt und ihre Drogenpolitik auf vier Säulen (Prävention,

Therapie, Hilfe und dann Repression) beruht, aber angesichts

ihrer Haltung zur Cannabislegalisierung dürften das nur

Worthülsen sein. Obwohl die ÖVP nicht derart fanatisch und

unsachlich wie die FPÖ vorgeht, können sich einige ÖVP-

Politiker niveaulose Untergriffe gegenüber anderen Parteien

nicht verkneifen.

Anders verhalten sich konservative Parteien in anderen Staaten

(Schweiz, England usw.), so sprechen sich die Schweizer Christdemokraten

(CVP) für die Entkriminalisierung von Cannabis

aus. Davon ist die ÖVP nicht nur Lichtjahre entfernt, bei der

derzeitigen politischen Lage wird es ohne ihre Zustimmung

keine Gesetzesänderung geben.

www.oevp.at

Sozialdemokratische Partei

Österreichs (SPÖ)

Die Diskussion zur Drogenpolitik innerhalb der SPÖ scheint

noch nicht abgeschlossen zu sein. Während sich der Spitzenkandidat

bei der Nationalratswahl 2002, Alfred Gusenbauer,

im Wahlkampf mehrfach gegen eine Cannabis-Legalisierung

aussprach, sind mehrere Landespolitiker anderer Meinung.

Die eigenständige Jugendorganisation Sozialistische Jugend

(SJÖ) setzt sich schon seit Jahren für eine liberalere Drogenpolitik

ein und sorgte mit provokativen Aktionen für Aufregung. Aber

dennoch lehnt ein Großteil der SPÖ-Politiker und wohl auch

der SPÖ-Wähler eine Cannabislegalisierung ab.

Schaut man sich auf der Homepage der SPÖ um, wird man

enttäuscht, anscheinend ist das Thema Drogen und Drogenpolitik

für die SPÖ nicht besonders wichtig. Im Parteiprogramm

wird das Thema nur in einem Satz zur Gesundheitsvorsorge

erwähnt. So muss man die SPÖ an den Kommentaren ihrer

Politiker und ihrem Verhalten bei Entscheidungen der letzten

Monate und Jahre messen, etwa der Zustimmung zu den

Drogentests im Straßenverkehr oder der Kritik an der Verschärfung

des Suchtmittelgesetzes durch die ÖVP/FPÖ-Regierung

im Jahr 2001. Interessant ist auch die von der SPÖ-Politikern,

unter anderem Alfred Gusenbauer, mehrmals verwendete

Formulierung, dass man Süchtigen helfen, Dealer mit dem

Strafrecht verfolgen wolle, aber gegen die Legalisierung von

Cannabis sei, um nicht zum Drogenkonsum zu animieren. Was

ist mit der großen Mehrheit der Cannabis-Konsumenten die

mit ihrem Konsum keine Probleme hat und Cannabis als

Genussmittel verwenden? Warum sollen diese Personen denn

strafrechtlich verfolgt werden?

www.spoe.at

Die Sozialistische Jugend zur

Drogenpolitik

Die Sozialistische Jugend (SJÖ) ist zwar eine SPÖ-Organisation,

aber eigenständig. Das wird sowohl von der SPÖ wie auch von

der SJÖ immer wieder betont. Von Politikern anderer Parteien

wird das gelegentlich übersehen und so wird dann rein zufällig

der SPÖ die Position der SJÖ vorgeworfen. Und diese Positionen

sind bei einigen Themen, so auch der Drogenpolitik, sehr

unterschiedlich. So ist die SJÖ für die Cannabis-Legalisierung

und eine liberalere Drogenpolitik, die SPÖ nicht. Für die SJÖ

ist Drogenpolitik eines der Hauptthemen, während sich die

SPÖ möglichst davon fernhält. Aber kommen wir von den

Unterschieden zwischen SPÖ und SJÖ wieder zu den Positionen

der SJÖ, deren Vorsitzender Andreas Kollross beim Hanffeuer

2001 eine Rede gehalten hat.

Unter dem Titel „Lieber bekifft ficken, als besoffen fahren!“

startete die SJÖ im Juni 2001 in Steyr eine Aktion die für

Aufregung sorgte und ihnen eine Anzeige wegen Erregung

öffentlichen Ärgernisses einbrachte. Plakate, Broschüren und

weiteres Informationsmaterial, versehen mit dem Slogan, den

zuvor schon die Jungen Liberalen in Deutschland verwendeten,

wurden gedruckt und verteilt. SPÖ-Politiker distanzierten sich

von der Aktion, die FPÖ forderte sogar ein Verbot.

www.sjoe.at

Die Grünen

Die Grünen fordern die Legalisierung von Cannabis und

allgemein die Entkriminalisierung von Drogenkonsumenten.

Dies ist aus dem Grundsatzprogramm 2001 ersichtlich, auf der

Homepage der Grünen finden sich weitere Artikel zum Thema.

Das Thema Drogen hat bei den Grünen einen höheren

Stellenwert als bei anderen Parteien.

www.gruene.at

Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ)

Die FPÖ vertritt die extremste Position in der Drogendebatte.

Fern aller Fakten wird die absolute Drogenprohibition gepredigt.

Dabei scheut die FPÖ auch nicht davor zurück mit der Schweizer

Psychosekte VPM (siehe auch „Jugend ohne Drogen“)

zusammenzuarbeiten, von der sich selbst die Schweizer rechtskonservative

SVP und die deutsche CSU distanziert hat.

www.fpoe.at

Und zu allerletzt – das absolute „Highlight“:

Christliche Wählergemeinschaft (CWG)

Dafür stetzt sich die CWG ein:

„Wir fordern ernsthaften Schutz unserer Jugend vor Rauschgift,

Pornographie, Sekten, Gewaltdarstellungen in den Medien

und anderen zerstörerischen Einflüssen!“ – Amen!!

http://members.magnet.at/cwg/

Newssplit

Bundesland Steiermark

Ein bescheidener Auszug

sichergestellter Suchtgifte 2003:

austria

Der Wert des beschlagnahmten/konsumierten

oder weitergegebenen (laut den Geständnissen

der ausgeforschten Personen) Suchtgiftes beträgt

mindestens 312.000 Euro.

Im Vergleich zur Statistik für 2001 waren im

Vorjahr deutlich mehr Cannabis-Produkte im

Umlauf bzw. wurden von Dunkelziffern zu

bekannten Größen.

Im Detail – vor der Klammer die Gesamtmenge

im Umlauf samt Angaben über Konsum und

Weitergabe, in der Klammer die beschlagnahmten

Mengen:

Cannabispflanzen: 319 (172)

Marihuana (Cannabiskraut): 11.242 Gramm (4668)

Haschisch (Cannabisharz): 4.445 Gramm (0)

Kokain: 207 Gramm (203)

Heroin: 125 Gramm (0)

Ecstasy: 5.058 Stück (186)

Amphetamine (Speed): 77 Gramm (25)

LSD-Trips: 6 (6)

Nach einer Definition der Weltgesundheitsorganisation

gilt jede Substanz als Droge, die in

einem lebenden Organismus Funktionen zu

verändern vermag. Dieser erweiterte Drogenbegriff

erfasst nicht nur Cannabis-Produkte, Halluzinogene,

Stimulanzien, Schnüffelstoffe, Schlafund

Beruhigungsmittel, Alkohol, Tabakerzeugnisse,

Schmerzmittel Opiate und Kokain. Er

bezieht sich auch auf Alltagsdrogen wie z. B.

Kaffee und Tee und grenzt Drogen einerseits

sowie Genuss- und „Lebens“mittel andererseits

nicht mehr trennscharf voneinander ab".

Senf wirkt wie Cannabis

Meerrettich, Wasabi und Senf verdanken ihre

Schärfe so genannten Isothiocyanaten. Bei Hautkontakt

lösen sie Schmerz- und Entzündungsreaktionen

aus. Ein Team schwedischer und

amerikanischer Forscher hat jetzt entdeckt, dass

Senföl die gleichen Sinnesnerven reizt wie

Capsaicin aus Chilischoten und die Hanfsubstanz

Tetrahydrocannabinol (THC). Allerdings

bindet Capsaicin an den schärfeempfindlichen

Hitzerezeptor TRPV1, während Senf über andere

Mechanismen seine Wirkung entfaltet. Und

zwar auf ähnliche, aber noch nicht genau geklärte

Weise wie THC, berichtet das Team jetzt

in „Nature“: Beide Substanzen sprechen den

ANKTM1-Ionenkanal an, der wie auch TRPV1

zur Familie der „transient receptor potenzial“-

Kanäle gehört, die eine wichtige Rolle bei der

Signalübertragung und offenbar der Cannabis-

Wirkung spielen.

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austria

Newssplit

Rauch verriet Hanfplantage in Wohnung!

Anzeige gegen Mieter

Bei seiner Nachbarwohnung stiegen dicke

Rauchwolken durch das geöffnete Fenster – da

alarmierte am Dienstag ein Mann in Hainburg

(NÖ) die Gendarmerie. Da der Mieter nicht zu

Hause war, musste der Besitzer mit einem

Zweitschlüssel die Tür aufsperren – einfach so

(!). In einem kleinen Raum fanden die Beamten

eine sorgsam behütete Hanfplantage. Mit

Dampflampen wurden die Stauden bestrahlt –

durch die hohe Temperatur hatten sich dunkle

Rauchschwaden gebildet.

Die Gendarmen stellten außerdem mehrere

Wasserpfeifen, getrocknete und gepresste

Hanfblätter und verschiedene Hanfsamen sicher.

Gegen den Mieter – er gab an, seit Jahren täglich

einige Gramm Cannabis zu konsumieren –

wurde Anzeige erstattet.

Burschen „giftelten“

Ungeniert

Acht Jugendliche im Alter zwischen 14 und 19

Jahren rauchten vor Supermarkt mit ihren

Wasserpfeifen Cannabis-Kraut.

Amstetten. Völlig ungeniert konsumierten acht

Jugendliche in der Nacht vom 30. auf den 31.

Dezember 2003 auf dem Parkplatz vor einem

Supermarkt ihr Rauschgift. Die Gendarmerie

wurde gegen 22.45 Uhr von Augenzeugen

alarmiert, denen die Burschen verdächtigt

erschienen. Die Passanten vermuteten einen

Einbruch in das Geschäft. Doch als die Gendarmen

vor Ort eintrafen, bot sich ihnen ein

überraschender Anblick: Die Burschen saßen

seelenruhig auf Einkaufswagerln und rauchten

mit ihren Wasserpfeifen Cannabis-Kraut. Die

Beamten nahmen sie mit zum Gendarmerieposten

und beschlagnahmten die Pfeifen. Bei

einigen der Burschen wurden auch geringe

Mengen Cannabis sichergestellt.

Die Jugendlichen stammen aus Amstetten und

Blindenmarkt. Der Jüngste ist erst 14 Jahre, die

übrigen sind zwischen 16 und 19 Jahre alt. Sie

wurden nun wegen des Verstoßes gegen das

Suchtmittelgesetz angezeigt. Einige der Jugendlichen

sind amtsbekannt: Sie waren erst im

Sommer mit Rauschgift ertappt worden.

Menschenrechts-Demo in Graz

Am 20.05.2000 bildete sich eine spontane Demonstration

anlässlich der drei Todesfälle, die die „law and order“-Politik

der schwarzblauen Koalition als Nebenwirkungen mit sich

brachte.

In der Nacht vom 03. auf den 04.06.2000 starb ein 26-jähriger

Jugendlicher aus Sierra Leone, und nur ein paar Stunden später

noch ein 40-jähriger Slowake in Haft. Der dritte Tote war ein

mutmaßlicher Drogendealer, der am 19.06 vor seinem Auto

durch die Exekutive niedergestreckt wurde.

Die damalige Demonstration war nicht angemeldet und so

klebte am nächsten Tag Blut auf dem Asphalt. Das nur zur

allgemeinen Einstellung in Österreich.

Zum aktuellen Fall: Am 24.10.2003 wurden Christian S. und

Andreas F. unter dem Vorwand, über vier Kilogramm

Marihuana besessen bzw. verheizt zu haben, verhaftet. Bei

Christian S. handelt es sich um einen Künstler, der mit

Hanfblüten provokante Hanfbilder herstellen wollte. Andreas

F. gab an, dass es sich bei ihm, da er seit Jahren Hanf-Konsument

ist, um eine Anlage zur Eigenversorgung handelt. Nach einem

mehrstündigen Polizeiverhör, welches erst um 0:35 Uhr begann,

kam es zu Handgreiflichkeiten und übergriffen seitens der

Grazer Polizei. Des weiteren mussten die beiden Beklagten die

erste Zeit in unbeheizten Zellen mit 23-stündigen Schließzeiten

verbringen. Christian P. stellte sich am 31.10.2003 direkt der

Untersuchungsrichterin und wurde ohne weitere Anhörung

vom Fleck weg abgeführt. Es fand bis kurz vor der Demo keine

Einvernahme von Christian P. direkt statt.

Auf persönlichen Einsatz der Strafverteidigerin in dieser Sache

hin schaltete sich der EU-Menschenrechtsbeirat und die

österreichische Staatsanwaltschaft ein, um das Vorgehen der

österreichischen Beamten zu untersuchen. In diesem

Zusammenhang sind die drei oben genannten Personen

Angeklagte und Zeugen gegen den Staat in gleichem Sinn. Das

Ergebnis der Staatsanwaltschaft ist abzuwarten.

Am 20.12.2003 fand in Graz eine Demonstration gegen schwere

Mängel in der Interpretation und Umsetzung der österreich-

ischen Gesetzgebung statt. Die Demonstration begann gegen

14 Uhr am Grazer Schlossbergplatz und führte durch die

Herrengasse vor das Grazer Landesgericht, wo es zur Übergabe

der von Stefan B. verfassten Petition an den Schließposten und

zu einer Abschlusskundgebung kam.

Zur Demo selbst fanden sich geschätzte 100 Leute ein. Zum

Schutz der Demonstranten setzte die Polizei auf zehn Beamte

in Uniform, zu denen sich mindestens zwei Kripobeamte in

Zivil gesellten. Im Zuge der Kundgebung am Schlossberg

hielten Stefan B. und die Strafverteidigerin in diesem Fall eine

Ansprache. Danach setzte sich der Zug in Richtung Landesgerichtshof

in Bewegung.

Unser besonderer Dank gilt der Firma „The Hemp Company“

welche die Organisation der Kundgebung übernahm, der Firma

„Hanfparadies“ für die von ihr eingebrachten Sachspenden

und der österreichischen Hochschülerschaft für das zu

Verfügung gestellte Kopierzentrum.

Commolus


Los geht’s! Stürzen wir uns gemeinsam rein in den Wonnemonat

Februar, mit Terminen aus Kunst und Kultur für ganz Österreich:

Konzert: Mixtour 04 feat. The Herbaliser

DJ Beware, DJ Whatever. Ein absolut fettes Event

erwartet euch gleich zu Anfang des Monats:

I Proudly present:

The Austrian DJ Federation (www.adf.at) und

Lizenznehmer der International Turntablist

Federation, präsentieren ein Mixtape, auf dem die

besten DJs Österreichs ihre Turntablism-Skillz und

Musikalität unter Beweis stellen. Live wird die

Promotion-Tour von DJ Beware (DMC Hong Kong

Champion 2001-2003 und FM4-DJ) und DJ

Whatever (2facher ITF Austrian DJ Champion)

begleitet – jeder Gast erhält übrigens ein Tape an

der Abendkasse gratis zu seinem Ticket dazu!

Headliner des Abends sind Jake Wherry und Ollie

Teeba alias The Herbaliser vom Londoner Label

Ninja-Tune mit innovativen Clubsounds an der

Schnittstelle HipHop und Electronica. Weiters könnt

ihr euch auf einen fulminanten Breakdance-

Showcase der Austrian B-Boy Cup Champions 2003

freuen. 2nd Floor: hosted by DJ Rasputin & DJ

Crum

www.wuk.at

Global sounds carneval am Faschingsdienstag - seit

vielen Jahren der ultimative Carneval-Highlight

zum Feiern und Abtanzen, das bewährte Genussmittel

für Salsa-Abhängige, der Neurotransmitter-

Flash gegen Sonnenmangelerscheinungen. Dass

diese heiße Truppe aus dem kühlen Norden stammt,

würde man wohl kaum vermuten. Von Stockholm

aus hat sich Hatuey international einen Namen

gemacht, überzeugte mit seinen Acts nicht nur in

Europa, sondern sogar in Kuba und erreichte auch

Top-Ten-Plätze in diversen Latin Charts. Die

neunköpfige Band mit MusikerInnen aus Schweden,

Kolumbien, Kuba, Spanien und Venezuela besticht

durch kompakten Sound, präzises Timing und

entfesselte Rhythmik. Für das schweißtreibende

Powerplay an Congas, Percussion, Schlagzeug und

Bass sorgen die Südländer. Eine wohlproportionierte

Dosis intellektueller Kühle mischt sich mit

brodelnder Urkraft. Nach der Live-Show wird

lateinamerikanische Power-Dance-Music bis in die

Morgenstunden vom DJ-Mischpult serviert - von

Salsa bis Samba, von Latin Rock bis Electronic Beats.

Bar & Buffet: Exotic Drinks & Hot Snacks.

www.hatuey.com

Wann: 05.02.2004

Beginn:22.00 Uhr

Wo: WUK,Wien

Carnaval Latino – Salzburgs heißeste Tanzparty

Wann: 24.02.2004

Beginn: 20.00 Uhr

Wo:

Mühlbacherhofweg 5

A-5020 Salzburg

Tel: +43-6 62-84 87

84-0

Neun auf einen Streich bietet das Museum der

Moderne - neun japanische Ausnahmekünstler der

Manga- und Anime-Generation zwischen Tokyo-

Pop und Konsum-Wahn.

Die Bandbreite der gezeigten Ausstellungsstücke

ist enorm: Von Malerei über Installationen zu Videos

und Skulpturen ist alles zu finden, was der frischen

Generation im Spannungsfeld von Images der

Neuzeit und Trivialem der Vergangenheit Fläche

zur Reflexion bietet. Fast strategisch setzen

Hasegawa, Murakami und Co. ihre Bilderwelten

in Szene, bieten vielschichtige Bezugsrahmen zur

Interpretation.

Rasante Sozialisation, unüberschaubare Information,

ständige Konsumation: Die Objekte spiegeln

als Metaphern letztlich kein spezifisch japanisches

Bild wider - die Mechanismen des Heute greifen

global und zeigen in unterschiedlichem kulturellen

Umfeld spannende Parallelen zwischen Fernost

und West auf: Deterritorialisierung der Bilder durch

globale Images und Logos, durch Informationstechnik

und Konsum als Religion.

http://www.rupertinum.at

Wahre Meister auf den unterschiedlichsten Schlaginstrumente

sind die Mitglieder des Phoenix Percussion

Projects. Darüber hinaus bringen die Musiker

aber auch äußerst gekonnt Didgeridoo, Saxophone,

Flöten, afrikanische Harfe und Keyboard zum

Einsatz. Die Erforschung der unendlichen Möglichkeiten

der Improvisation, der direkten musikalischen

Begegnung verschiedener Kulturen,

Instrumente, Klänge, Stile und nicht zuletzt einfach

der musikalischen Persönlichkeiten sind die Basis

jedes Konzertevents.

Das musikalische Konzept ist einfach erklärt: Es

entstehen freie Improvisationen vor dem Hintergrund

traditioneller und moderner Musik aus

Westafrika, Lateinamerika, Australien, Arabien und

Europa. Im Mittelpunkt steht die spontane Kommunikation

durch die Weltsprache Musik, wobei

die speziellen rhythmischen „Dialekte“ der einzelnen

Musiker besonders betont werden. Aufgrund

der Offenheit wird jedes Konzert beeinflusst von

Zeitpunkt, Aufführungsort, Publikum, Akustik und

auch den eigenen momentanen Emotionen.

www.sargfabrik.at

austria

TERMINE

Ausstellung Tokio-Art

Wann: 14.02.2004

Wo: Wiener-

Philharmoniker-Gasse 9,

5020 Salzburg,

Tel: 80 42-25 43

Konzert: Phoenix Percussion Project

Wann: 27.02.2004

Beginn: 20.00 Uhr

Wo: Sargfabrik, Wien

Konzert Blumentopf support: Vier zu Eins

Wie kaum eine andere deutsche Rap-Crew haben

sich Blumentopf seit Erscheinen ihres ersten

Releases „Abhängen“ mit jeder weiteren Veröffentlichung

konsequent weiterentwickelt. Die Leser

des HipHop-Magazins Juice küren sie 2001 zur

besten Live-Band und wählen sie zur besten Rap-

Crew! 2002 sichern sie sich diesen Titel erneut.

Auf keinem der vorigen Alben wird die Bandbreite

und facettenreiche Vielfalt der fünf Münchner so

deutlich , wie auf „Gern gesehen“. Auch die Beats

und Cuts, die gesamte Instrumentalisierung und

die Arrangements sind ausgereift und überzeugen

als stets passende Basis für die Texte - mal opulent

und verspielt, mal super-reduziert. Auch HipHopunübliche

Songstrukturen ziehen einen in ihren

Bann.

Die Töpfe beherrschen ihr Handwerkszeug wie der

japanische Fünf-Sterne-Koch sein Tranchiermesser.

Deshalb ist dieses Album keine kalte Platte, sondern

ein acht Gänge Gourmet-Menü, ein klassisches und

modernes HipHop-Album, das mehr will, als sich

selbst zu genügen.

In der Musik von Rabih Abou-Khalil spiegeln sich

die reichen Erfahrungen eines Wanderers zwischen

den Kulturen. Geboren und aufgewachsen im Libanon,

ist er eng mit der orientalischen Überlieferung

verbunden, die er gänzlich assimiliert, aber auch

für neue Einflüsse geöffnet hat. In Europa lebend,

beschäftigte er sich intensiv mit europäischer Klassik

und Moderne wie auch mit dem amerikanischen

Jazz. In einem langfristigen Schaffensprozess gelang

es Rabih Abou-Khalil, die vielfältigen Erlebniswelten

zu integrieren. Als einer der herausragenden

Instrumentalisten auf dem Oud, der arabischen

Laute, wie auch als Komponist hat er sich mit einer

völlig eigenen Klangsprache profiliert. Seine zahlreichen

CD-Einspielungen dokumentieren ein faszinierendes

Spektrum von Solo-Aufnahmen über

Kammerensembles bis zu großen Besetzungen.

Fernab eines modischen Folklorismus überzeugt

Rabih Abou-Khalil mit einer Musik, die aus dem

Verständnis unterschiedlicher Traditionen zu

zeitgenössischen Ausdrucksformen findet.

Begründung der deutschen Schallplattenkritik für

den Jahrespreis 2002 an Rabbih Abh Khalil.

www.treibhaus.at

Wann: 14.02.2004

Wo: Cselley-Mühle,

Kultur-Aktionszentrum,

Sachsenweg 63, A-

7064 Oslip (Nähe

Eisenstadt)

Konzert: Rabih Abou-Khalil

Wann: 28.02.2004

Beginn:20.00 Uhr

Wo: Treibhaus, Tirol

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Newsflash:

VerkehrsRazzias zu Nikolaus

Zwar sind folgende Zahlen schon über einen Monat

alt, aber dennoch aktuell. Allein in NRW haben

Polizisten am Nikolaus-Wochenende innerhalb von

24 Stunden 22.000 Autofahrer überprüft. Etwa 5,8

Prozent aller kontrollierten Autofahrer, nämlich

genau 1.279 dieser Verkehrsteilnehmer, wurden bei

einem Verkehrsverstoß ertappt. Und jetzt kommt’s:

60 Alkoholsünder und sagenhafte 17 sonstige Drogensünder

konnte die Polizei ermitteln. Eine Zahlenkonstellation,

die man nicht außer Acht lassen sollte.

Alkoholisierte Fahrer sind in dieser Statistik etwa

3,5mal häufiger vertreten als anderweitig drogeninduzierte.

Insgesamt wurden 44 Führerscheine

entzogen und 111 Anzeigen geschrieben.

Die ganze Aktion wurde bundesweit durchgeführt.

Insgesamt wurden an diesem Wochenende 75.000

Autos in insgesamt zehn Bundesländern überprüft.

Zwischen Auto-, Motorrad- und Lastwagenfahrer

wurden keine Unterschiede gemacht. Dennoch

legten die Beamten bei ihren Kontrollen den Schwerpunkt

auf junge Fahrer, die überdurchschnittlich

oft an Unfällen beteiligt sind. So waren 15.500 Fahrer

unter 25 Jahre alt. Bundesweit waren insgesamt

3.500 Beamten im Einsatz. Ebenso ein neuartiger

Drogenschnelltest namens „drugwipe“ (Hanf

Journal 01/04 ) als auch die klassische Methode

des Alkoholtests wurden zur Untersuchung

verwendet.

Großrazzia am Paderborner

Busbahnhof

Ende letzten Jahres wurde es dann auch mal wieder

Zeit für eine erneute Investition in repressive Maßnahmen

seitens der Exekutive. Etwa 100 Polizeibeamte

haben Mitte Dezember 2003 am Paderborner

Busbahnhof eine Großrazzia durchgeführt. Der

Einsatz galt der offenen Rauschgiftszene in der

Stadt.

Insgesamt 40 Personen wurden vorläufig festgenommen.

Ob und wie viele der Verdächtigen wieder

auf freiem Fuß sind, ist unbekannt.

Ach ja: Außerdem stellten die Einsatzkräfte größere

Mengen an so genannten „Rauschgift“ sicher.

Unterstützt wurden die Beamten von der Bielefelder

Einsatzhundertschaft, zusätzlichen Kräften des

Paderborner Ordnungs-amtes sowie zwei Spürhunden.

Die Paderborner Polizisten holten zum

Schlag gegen die dort ansässigen Drogen-User aus

und griffen gegen Abend zu.

Die Einfahrten zur Buszentralstation wurden

systematisch abgeriegelt. Anschließend kontrollierten

die Beamten zahlreiche Verdächtige. Bei

einer ähnlichen Aktion im Sommer 2002 waren

etwa 50 Personen festgenommen worden („Zehn

kleine Jägermeister“ weniger als dieses Mal). Nach

Erkenntnissen der Paderborner Polizei hat sich die

offene Drogenszene in den Wintermonaten in die

Buszentralstation unter dem Königsplatz verlagert.

Vor allem in den Nachmittags- und den frühen

Abendstunden würden sich hier viele Konsumenten

und Dealer aufhalten. Verkauft werde Haschisch,

Marihuana, Kokain und Heroin, sagte ein Polizeisprecher.

Etwa 150 bis 180 Personen seien der so

genannten „Offenen Szene Paderborns“

zuzuordnen.

Ecstasy-Rekordfund in deutschem

LKW

Durch den französischen Zoll hat Frankreich den

bislang größten Ecstasy-Fund gemacht: Beamten

im Fährhafen Dünkirchen am Ärmelkanal stellten

852.528 Ecstasy-Tabletten sicher. Weiterhin wurden

116,8 Kilogramm Amphetaminsulfat-Pulver sowie

4,82 Kilo Amphetamin-Rohstoff in Form einer gelben

Flüssigkeit im gleichen LKW entdeckt.

Die Ware sollte nach Großbritannien geliefert

werden. Doch nun ist sie in der Obhut französischer

Gesetzeshüter.

Das Hanf Journal-Pot wünscht viel Spaß damit!

Review: Liquido 5 @ Forum Bielefeld

Wenn man seit mehreren Weekends nicht mehr auf der Piste

gewesen ist, dann freut man sich um so mehr endlich mal aus

seinen schnöden vier Wänden rauszukommen. Sternenzeit

20/12/2003: Anflug ans Forum in Bielefeld, circa fünf Minuten

Fußweg vom Hauptbahnhof. Langsam wurde es auch mal

wieder Zeit, sich von seinen Gedanken zu lösen und stattdessen

rauschenden dioynisischen Festen zu fröhnen.

Eintritt 10 Euro, nette Security und freundliches Personal. Auch

eine exotische Optik ward geboten, die in der nahezu visualsprädestinierten

Location aufgefahren wurde. Der verwinkelte

Space erzeugte mit seinen hohen Decken eine entsprechend

liquide Atmosphäre. Leider wussten viele der „hippen“ Partygäste,

denen oft der Sinn für die kleinen Dinge des Lebens

verwehrt bleibt, die entspannte Atmosphäre nicht zu schätzen.

Im Gegenteil: Die zwei großen „A’s“ unserer Zeit, „Alkohol“

und „Arroganz“, schienen der kategorische Imperativ einiger

„hippen Hippies“ zu sein. Einige der kleineren Geschöpfe, wie

z. B. niedliche Tanzmäuse wurden von diesen zwei „A’s“ und

von einem minimalen, aber druckvollen Set von C(omputer)

J(ockey) Durchreise zum Aufbruch veranlasst. Das Alien blieb

jedoch wacker bestehen, hatte es zuvor doch schon DJ Le Loup

verpasst. Obwohl der Traktor-CJ (Traktor ist ein digitales

Mixprogramm für den Computer Jockey) für die ein oder

andere Körperbewegung á la Ausdruckstanz sorgte, so konnte

das kleine Alien keinen Fuß fassen. Viele der hippen „A“-Leute

übersahen schlichtweg ihre Tanzgenossen. Sie traten jenen

Kiffer wie du und ich

Dies ist möglicherweise der Beginn einer (un)regelmäßigen

Reihe.

Gedacht ist diese Serie als Forum für Cannabis-User jeglicher

Couleur, jedoch weniger an den „Dicht-Plättern“ orientiert.

Vielmehr sollen Menschen, die aus medizinischen, psychischen,

sozialen, vielleicht gar finanziellen Motiven den Gebrauch

dieser vielfältigen Pflanze praktizieren, eine Möglichkeit geboten

werden sich an die Öffentlichkeit zu wenden. Dahinter steckt

die Absicht der Gesellschaft einen Spiegel vorzuzeigen, mal

zu gucken, welche Menschen warum und wie diverse

illegalisierte Substanzen gebrauchen.

Dabei ist dem Interviewten freigestellt, was er von sich

preisgeben will (Wohnort, Name, weitere Personalien).

Das Ziel, dass das Thema „Cannabis-Gebrauch“ wieder

verstärkt im öffentlich-rechtlichen Diskurs auftaucht und

vielleicht der ein oder andere einen „Aha“-Effekt erlebt.

Contact: redaktion.pot@hanfjournal.de

Adam Zawadzki (www.eve-rave.de)

Unterstützen Sie deshalb die politische

Arbeit des DHV, privat oder als Firma.

Email: buz@ hanfverband.de

Tel: +49 (0) 30. 44 71 66 53

Lettestraße 3

10437 Berlin

mehr Infos unter www.hanfverband.de

Pot

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sogar auf die Füße, kippten Flaschen um bzw. auf sie aus und

nahmen jenes nicht einmal zur Kenntnis, geschweige denn

entschuldigten sich dafür.

Gegen 6 Uhr, gerade, als nach einstündiger Schließung aufgrund

von Konzessionsauflagen wieder geöffnet wurde, legte dann

endlich auch mal der Live-Act mit seinen akustischen Darbietungen

los. Native Radio, jeweils 24 und 31 Jahre junge freundliche

Artgenossen, servierten den gestressten Feier-Kunden

fluffigen Morning-trance vom Feinsten. Da wurde die Hüfte

geschwoft und dem seinem Sein freien Lauf gelassen . . . Und

da war nix mit „Laptop-Live-Act“, nein: Die Jungs kamen

tatsächlich mit Hardware an und führten die noch Anwesenden/gerade

Eingetrudelten in mystisch-melancholische

Sphärenklänge.

Da bereits um 10 Uhr Ende sein sollte, heizte DJ Frank

Traumraum den Feiernden mit etwas hochgepeitschten und

psychedelischeren BPMs noch mal richtig Feuer in ihre Gesäße.

Zwar konnte das Alien seine Mixtechnik nicht konkret

klassifizieren, da jener wahrscheinlich aufgrund vorangeschrittener

Stunde sich eher am „Übergänge-Auflegen“ orientierte.

Doch mit seiner optimal-komplementären Titelauswahl traf er

genau den Zahn der Zeit.

Irgendwann setzte dann die natürliche Ermüdungs- und

Realitätsverzerrungsphase des Aliens ein, woraufhin es

beschloss seine Heimreise anzutreten. Obwohl der Zugtransfer

zunächst etwas anstrengend wirkte, besann sich das Alien

nichtsdestotrotz auf seine Feier-Reflexionen, an das Gute und

das Schlechte, welches beides nun mal zum Lauf des Lebens

gehören. „All diese Erfahrungen generieren meine momentane

Konsistenz“, resümierte das kleine Alien. Geistige und

emotionale Verdauungsprozesse hatten eingesetzt und so wie

der Zug durch Räume reist, so reisten auch die Gedanken des

Aliens durch die Zeiten, bis sie an ihrem Bestimmungsort und

somit zum Stehen kamen.

www.lightmotiv.net

www.eve-rave.de

Achtung!

jeder Missbrauch von

Drogen ist gefährlich!

Wir wollen niemanden

dazu auffordern oder

animieren Drogen zu

konsumieren


16

Pot

NOVA - Institut für Ökologie und Innovation

Ein Gedankenblase voller Fragezeichen mag dem regelmäßigem

Hanf Journal-Leser aus seinem Kopfe steigen. „Was hat das

denn hier zu suchen?“ Die Antwort: einfach erst mal weiterlesen.

Das NOVA-Institut wurde 1994 als privates und unabhängiges

Institut gegründet. Mittlerweile ist es beachtlich gewachsen

und umfasst die Fachabteilungen Nachwachsende Rohstoffe/

Marktforschung, Elektrosmog, Produktentwicklung und -

bewertung, Informationstechnologien (IT), EU-Strukturfonds

und Regionalentwicklung.

Alle Klarheiten beseitigt? OK, dann weiter im Text.

Das NOVA-Institut leitet Projekte und macht Studien über

stoffliche Nutzungen jeglicher Art. Von energetischer Nutzung

nachwachsender Rohstoffe bis hin zu Analysen über die

Auswirkungen elektromagnetischer Felder, beispielsweise

durch Handystrahlen, kann man auf der Homepage des Instituts

alles finden, was das alternative ökologische Herz begehrt.

Aber jetzt bloß nicht denken, dass es sich beim NOVA-Institut

um eine hängengebliebene Hippie-Kommune aus den 60ern

handelt! Dort arbeiten seriöse und renommierte Wissenschaftler,

die schon einiges an Fachpublikationen vorweisen können und

deutschlandweit einen etablierten Namen haben.

Publikationen wie „Hanfwirtschaft in NRW“, „Cannabis als

Heilmittel“, „Cannabis, Straßenverkehr und Arbeitswelt –

Recht, Medizin, Politik“ (welches voraussichtlich in einer der

nächsten Ausgaben des Hanf Journals rezensiert wird) oder

gar über die „Eigenschaften ukrainischer Hanf-Sorten“

bezeichnen nur einige der Themen, die natürlich nur Beispiele

genannt seien. Aber auch die Beratung von Betrieben, die sich

rund um das Thema „Hanf“ auseinandersetzen, umfassen die

Tätigkeiten des Instituts.

So viel zur Theorie. Die praktische Tätigkeit der Mitarbeiter

gestaltet sich auf Kongressen, Konferenzen, Symposien, Fachvorträgen.

„Hanf – Die Wiederentdeckung einer Nutzpflanze“,

„Anbau und Marktchancen von Hanf“, „Hanf – Ein Rohstoff

mit Zukunft. Experten stehen Rede und Antwort“ sind die Titel

einiger Vorträge, die an dieser Stelle ebenfalls nur exemplarisch

genannt seien.

Aber auch die Teilnahme und Mitorganisation der ICAM

(„Internationale Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin“

– das Hanf Journal Pot berichtete im Oktober letzten Jahres)

geht auf das Konto des NOVA-Instituts.

Blond wie James Bond . . .

Nein, blond ist der Elite-Agent Ihrer Königlichen Majestät

natürlich nicht. Wie sähe das denn auch aus?! Doch würde er

sich einer Haaranalyse unterziehen müssen, so wäre eine hellere

Haarfarbe sicherlich von Vorteil.

Die Haaranalyse gilt als ein angeblich unverzichtbares und

genaues Instrument. Es soll dazu beitragen Straftaten aufzuklären

und juristische Zweifel auszuräumen. Doch wie verhält

es sich mit der Signifikanz bzw. der tatsächlichen Aussagekraft

einer solchen Analyse, wenn man den Faktor „Haarfarbe“ mit

einbezieht?!

Um das herauszufinden haben sich einige schlaue Menschen

zusammengesetzt und sich nicht gegenseitig die Haare rausgerauft,

sondern miteinander den Kopf über genau diese Frage

zerbrochen. Wissenschaftliche Untersuchungsergebnisse einer

rechtsmedizinischen Arbeitsgruppe aus den Städten Heidelberg

und Mainz haben nämlich gezeigt, dass nicht alle gebräuchlichen

Analyseverfahren den Farbstoffgehalt im Haar ausreichend

berücksichtigen.

Wanted

Gesucht: Trend- und szeneläden ohne Hanf Journale

Ziel: zukünftige Auslage des Hanf Journals

Methode: Anzeigen (beim Hanf Journal, auf keinen

Fall bei der Polizei)

Wo: zentrale@hanfjournal.de

Belohnung: kleine Geschenke (z.B.: Drehmaschiene,

Grinder, CDs, ...)

Und wer steckt hinter den Kulissen? Elaborierte

Menschen, sprich gelehrte Menschen, die ganz

genau wissen, was sie da tun und sogar

internationale Referenzen aufweisen

können. Vielleicht hatte der ein oder andere

Leser ja schon einmal eine textuale

Begegnung mit einer der folgenden

Personen. Hauptsächlich sind es die

wissenschaftlichen Mitarbeiter, vier an

der Zahl, die den ganzen Laden in

Schuss halten und für beständigen

Output sorgen: Der Geschäftsführer

und somit „Mastermind“

Michael Karus, seines Zeich-ens

Diplom-Physi-ker, der Unternehmensberater

und Diplom-Ökonom

Sven Ortmann,

Dr. med Franjo

Grotenhermen,

welcher sich um die

Erforschung medizinischer

Aspekte

kümmert und, „last

but not least“, die

Diplom-Designerin

Marion Kupfer, die

den kulturellen Part

und die Öffentlichkeitsarbeitübernimmt.

Na lieber Leser, Gedankenblase geplatzt oder gewachsen?

Wer bis hierhin gelesen hat und seinen Datendurst nicht stillen

konnte, der will bestimmt noch mehr wissen. Kein Problem!

Weitere Infos sind erhältlich bei der rechts angegebene Adresse.

Das Hanf Journal sucht Head- und Growshops die noch keine Hanf Journale auslegen. Kennt ihr einen Shop der

das noch nicht tut, dann gibt uns die Adresse und wir kümmern uns darum das ihr auch in diesem Shop Hanf

Journale bekommt. Für fachdienliche Hinweise warten kifferfreundliche Belohnungen.

Adam Zawadski

Farbstoffe bzw. -pigmente (Melanin) im Haar reichern bestimmte

Substanzen, die dem Körper zugeführt werden, in hohem Maße

an. Wir wissen ja alle, welche Substanzen gemeint sind, nämlich

die, die vom BtmG als illegal eingestuft werden. Pigmente

fungieren als eine Art Träger bzw. Behälter für die Stoffe.

Die Arbeitsgruppe konnte beweisen, dass Menschen mit

dunklen Haaren mehr Drogen, deren oder andere Stoffe

einlagern als Menschen mit nicht-dunklen Haaren. Blonde

kommen deshalb beim Haartest eher ungeschoren davon, denn

eine helle Haarstruktur weist andere Eigenschaften auf als eine

dunkle. Man muss also nicht mehr zwangsläufig eine Blondine

sein, um bessere Karten beim strengen Arm des patriachalen

Gesetzes zu haben. Jeder Blondie, unabhängig vom Geschlecht,

könnte aus dieser Tatsache einen Nutzen für sich ziehen.

Doch auch innerhalb der Gruppe dunkelhaariger Artgenossen

sind die Ergebnisse nicht einheitlich. Nicht immer werden die

an Melanin gebundenen Stoffe ausreichend erfasst. Es bestehen

einfach zu große Anomalien zwischen den jeweiligen

Ergebnissen.

NOVA – Institut für Ökologie und Innovation

Goldenbergstr. 2, D – 50354 Hürth, Germany

Tel.: +49-(0) 22 33-94 36-84, Fax: -83

E-Mail: contact@nova-institut.de

Internet: www.nova-institut.de

Weitere links:

www.eiha.org

www.naturfaser-wirtschaft.de

www.nachwachsende-rohstoffe.info

Deswegen fordert Prof. Dr. Rainer Mattern, seines Zeichens

Ärztlicher Direktor des Instituts für Rechts- und Verkehrmedizin

am Universitätsklinikum Heidelberg und gleichzeitig Vorsitzender

der Deutschen Gesellschaft für Verkehrsmedizin, die

Einführung wissenschaftlich gesicherter, verbindlicher

Standards für die Haaranalyse. „Da die Analyse von Rauschmitteln

in Haarproben und ihre Interpretation sehr anspruchsvoll

ist, findet man Anbieter unterschiedlicher Qualität am

Markt“, erklärte Professor Mattern. Mitunter würden negative

Befunde geliefert, obwohl eine Belastung der Haare nachweisbar

wäre, oder umgekehrt könne es zu falsch-positiven Ergebnissen

kommen.

Um diese Rechtsunsicherheit zu beheben, haben die Deutschen

Gesellschaften für Verkehrsmedizin (DGVM), Verkehrspsychologie

(DGVP) und toxikologische und forensische Chemie

(GTFCH) kürzlich beschlossen, den derzeit anerkannten Stand

in gemeinsamen Kriterien der Entnahmebedingungen, der

Analysemethoden und der Beurteilung festzulegen und den

Stand der Wissenschaft entsprechend fortzuschreiben.

Damit Rechtsgleichheit und Rechtssicherheit gewährleistet

sind, müssen die zuständigen Fachministerien durch Erlass

festlegen, dass nur Analysenergebnisse aus anerkannten Labors

in Verfahren mit Rechtsfolgen verwendet werden dürfen. Die

Labors sollten verpflichtet werden, in Ringversuchen ihre

Leistungsfähigkeit auf dem Gebiet der Haaranalyse regelmäßig

nachzuweisen und somit die Kriterien der Fachgesellschaften

einzuhalten.

Vielleicht würde sich ja auch hier eine Undercover-Mission für

den Agenten der britischen Krone anbieten.

Adam Zawadzki


Der Frühling ist zwar noch nicht da, aber dafür präsentieren wir euch exklusiv: die Termine für den Monat Februar.

Da der Monat eh kürzer als andere ist und das EKG, der neue Schreiberling des Hanf Journals, aufgrund interkultureller

Studienreisen und intellektueller Missionierung verhindert ist, leider nur in abgespeckter, auf elektroide Tanzmusik

fokussierter Version.

Doch wie Goethe schon einmal schrieb: „Das Publikum beklagt sich lieber unaufhörlich, übel bedient worden zu sein,

als dass es sich bemühte, besser bedient zu werden.“ Denn durch Meckern und Labern wird die Welt nicht besser. Jeder

muss sein Schicksal schon selber in die Hand nehmen! Den wir haben nur dieses eine Leben, wofür wir auch niemand

anders verantwortlich machen können, außer uns selber. „Die Macht liegt in unseren eigenen Händen.“

Kostenlose Termin-Ankündigungen, Tipps oder was auch immer dir auf der Leber brennt, lieber Leser,

gehen an: redaktion.pot@hanfjournal.de

Earthbound

Date: 07. 02. / 22 Uhr

Entry: 8 Euro

Location:

Dorfbauernschaft 45,

48346 Ostbevern

Wieder einmal lädt die Earthbound-Crew zu einer

Goa der etwas anderen Art. Nachdem im letzten

Jahr die Location erfolgreich getestet, die

Nachbarschaft mit Korn besänftigt und der Brand

des Kaninchenstalls verkraftet wurde, ist diesen

Sommer sogar ein kleines Open Air geplant. Doch

bis die Outdoor-Saison losgeht, dauert es ja noch

ein bisschen. ABER zum Glück nicht mehr allzu

lange!

Was erwartet den Fräggel an diesem Abend?

Zunächst einmal die DJs Roberdo, Raphael,

Buddhas Source, Frequenzwandler, 3d Efex und

Suprise. Nicht zu vergessen die neue, fette Polaris-

Deko vom Eartbound und die UV-Tücher von

Yvonne, welche als Visum für phantasievolle

Sphären fungieren. Dazu noch Chill + Chai + Essen

und günstiges Bier. Es gibt sogar Zugverbindungen,

die es sogar dem Fahrer ermöglichen auch mal breit

zu sein: Der letzte Zug von Hbf Münster fährt um

23.05 Uhr und der erste von Ostbevern-Brock um

7.42 Uhr.

Also alles, was eine gute Party braucht. Und auch

noch zu humanen Preisen!

Info: 0 25 32/95 90 34, JensDima@hotmail.com

Ein Bericht für eine Akademie – von Franz Kafka

Date: 19. 0.2 / 20 Uhr

Entry: 7/9 Euro

Location: Wolfgang

Borchert-Theater,

Hafenweg 6-8, Münster

Der Star des Varietés ist ein menschgewordener

Affe. Als Clown und Artist hat er kaum noch

steigernde Erfolge. Die aufmerksam gewordene

Welt bittet ihn nun um einen Bericht über sein

äffisches Vorleben. Eingestreut in das Nummernprogramm,

das der Affe mit seinen fabelhaften

Bühnenpartnern allabendlich darbietet, berichtet

er heute Abend vor dem akademischen Publikum

tatsächlich von seiner Gefangennahme an der

Goldküste, der Überfahrt in einem Käfig im

Zwischendeck des Hagenbeckschen Dampfers und

von der lebensrettenden Erkenntnis, die Menschen

nachzuahmen und sich so einen Ausweg aus der

drohenden Gefangenschaft ins Varieté, in die Welt

der Kunst, zu verschaffen.

Ewa Teilmans inszeniert Kafkas berühmte

Erzählung auf einer Varietébühne: Der Affe tritt als

Clown auf, singt, tanzt und wendet sich in der

ergreifenden Schilderung seiner „Menschwerdung“

sehr persönlich an sein Publikum.

Info: 02 51/4 00 19, www.wolfgang-borcherttheater.de

Und wer vor 23 Uhr eintrudelt, der zahlt zwei

Euronen weniger Eintritt und bekommt noch einen

Begrüßungssekt. Schade nur, dass der reguläre Preis

nicht angegeben ist.

Das Line-up: Kein geringerer als DJ Nukem ist als

einer der Headliner genannt. Zudem sind auch

noch Oliver Klein, 3DJdirsch, Juan Casa und

Gourmet Funk die Leute, die die Grube bis zum

Anschlag füllen sollen. Als weitere Lockmittel für

elektroide Tanzliebhaber fungieren Peace Division,

Philo, Bleef und Shawn Elter. Für die entsprechenden

Visuals sorgt Ünn von Elektrolux/ Flowmotion

hr.

Als Xtra gibbet nä cocktailbar, Fresh Fruits For Free

(was eigentlich mittlerweile zum Partystandard

gehören sollte) und eine Bistro Lounge, die nicht

nur während der einstündigen Pause (wahrscheinlich

wegen der Sperrstunde) genutzt werden sollte.

Info: www.diegrube.de, www.trance4m.de,

www.dubedesaster.com, 0 29 83/85 88

Die Rückkehr von Nicolas Godin und Jean Benoit

Dunckel. Angeblich haben sich die nachdenklichen

Franzosen von „Air“ früher mal an Rockmusik

versucht. Mit echten Gitarren und so. Zum Glück

sind sie dabei nicht geblieben, sonst würden sie

vermutlich immer noch auf einem Hinterhof spielen.

Denn als sie mit ihren schwerelosen elektronischen

Klängen die großen Bühnen der Welt erobern, liegt

ihnen zu Recht bald ein ergebenes Publikum zu

Füßen.

Denn nicht nur der sanfte Elektropop der zwei

Gallier ist Weltklasse, auch ihre Live Shows sind

wahre Happenings aus Licht und Sound. Im Januar

2004 kehren die Elektroniktüftler mit ihrem neuen

Album „Talkie Walkie“ zurück, im Februar folgt

die Live-Umsetzung. Fürs Auge wird da einiges

geboten.

Wer es nach Bielefeld nicht geschafft hat, der hat

des Weiteren die Möglichkeit, am darauf folgenden

Samstag, dem 28. Februar seinen Fehler wieder gut

zu machen. Die zweite Chance bietet das Kölner

Palladium. Allerdings kostet das Ganze hier gleich

90 Centies mehr!

Info: www.ringlokschuppen.com

TERMINE

Clockwork 1 am. @ Grube

Date: 14. 02. / 21 Uhr

Entry: ?

Location: Grube

Winterberg/

Siedlinghusen

(Sauerland)

Pot

Das Party-Event, welches sich schon wacker seit

zehn Jahren hält. Seit dem es House in Münster

gibt, seit dem gibt es auch das Depot. Ein Club

außerhalb der city, welcher für seine after-hours

berüchtigt ist. Und das auch noch JEDES

Wochenende! Doch am Valentinstag geht im Depot

ein Liebesreigen der progressiven Art rund. „Funky

versus Progressiv“ steht auf den Fahnen geschrieben.

Eingeladen wurde hierfür Björn Mandry, der

seit einiger Zeit sehr erfolgreich energetischen

House auf Mauritius Music released. Die Mauritius

02 wurde unter anderem supported von Seb

Fontaine, Deep Dish, Paul van Dyk, Sander

Kleinenberg und Nick Warren. Zu guter Letzt wurde

der Track selbst auf Paul Oakenfolds „Perfecto“

Compilation gesichert und machte somit das Debüt

des Leverkuseners perfekt.

Supported wird Björn von D:Sweet, Mr. Jixxx und

dem Depot Resident Anthony Michael.

Ach ja: von 22 Uhr bis 3 Uhr gibbet FREIBIER!!!

Info: www.eve-rave.de, www.depot-online.de

Air – Live-Konzert Xperience 2– Fly into Liquid Dreams

Date: 21. 02. / 20 Uhr

Entry: 26,20 Euro

Location:

Ringlokschuppen,

Bielefeld

Elfenreigen – Valentinsedition

Der zweite Teil folgt flugs auf den ersten. Der

Erstling scheint ja echt positiv gelaufen zu sein.

Kein Wunder, bei dem schon fast überfettem Line-

Up. Leider konnte das Alien bis dato nicht

persönlich auf jener Feier gastieren, aber bei gleich

fünf angekündigten Live Acts kommt man schon

mal ins Grübeln. Mit dabei sollen sein Analog Pussy,

Hux Flux, Klopfgeister, Marathi und P.A.R.A.T.O.X.,

sie sollen die Tanzenden mit ihren technischen

Fertigkeiten in ungeahnte akustische Sphären

schicken..

Und watt iz mit dejn DI-JAYZ? Nun, da verhält es

sich wie folgt: Shwnodese, Iguana, Bim, Inkubator,

Mark Mindtune, Tamahuka, T-Gate, Toup &

Reizklang, Cubixx, kobold, Norman + Vassilee,

Jeee, Mountain, Matthias Thiel.

Ziemlich bunt zusammengewürfelt also und aus

allen vier Himmelsrichtungen kommen die postindustriellen

Schamanen angereist. Wahrscheinlich

ebenso das Publikum.

Ende des Communiques.

Info: 01 60/5 23 70 56, www.psygoa.de

Date: 14. 02. / 22 Uhr

Entry: ca. 10 Euro

Location Club Depot,

Münster

Date: 27. bis 29. 02. /

23 Uhr

Entry: ?

Location: Club

Synchron, Dortmund

Achtung!

jeder Missbrauch von

Drogen ist gefährlich!

Wir wollen niemanden

dazu auffordern oder

animieren Drogen zu

konsumieren

17


Ich bin als harter

Strafverfolger bekannt

Der Frankfurter Oberstaatsanwalt und Betäubungsmittelstrafrecht-Experte

Harald Hans Körner sprach in einem Interview

in der taz über Cannabis als Medizin. Hintergrund ist der

Freispruch eines Berliner Morbus-Crohn-Patienten (Hanf Journal

berichtete). Körner wörtlich: „Ich bin als harter Strafverfolger

von Drogenhändlern und -schmugglern bekannt. Schwer

Kranke sind aber Opfer und keine Täter. Sie haben Anspruch

auf jedwede Hilfe. Strafrecht sollte immer Ultima Ratio sein.

Wer schwer Kranken nicht mit medizinischer Behandlung,

sondern mit Verboten und Strafen begegnet, verkennt Sinn

und Zweck des BtmG.“

Das haben wir vom Hanf Journal schon lange erkannt. Aber

was ist denn nun Sinn und Zweck des BtmG? Dieses Gesetz

soll die Gesundheit der Bevölkerung erhalten und vor Missbrauch

schützen. Seit Jahren jedoch wird diese Zielsetzung

komplett verfehlt. Es konsumieren immer mehr und immer

jüngere Menschen verbotene Substanzen. Noch niemand hat

sich von einem Verbot abschrecken lassen, im Gegenteil: die

verbotenen Früchte sind nun mal die süßesten. Das einzige

was es bei den Betroffenen bewirkt und gerade bei denjenigen,

die ein problematisches Konsummuster aufweisen, ist, dass

nicht offen darüber gesprochen werden kann, da man sich der

strafrechtlichen Konsequenzen bewusst ist. Bei Cannabis, ebenso

wie bei allen anderen illegalisierten Drogen, ist das schädlichste

nicht die Substanz selbst, sondern die straf- und

verwaltungsrechtliche Repression der Konsumenten.

Bei den Betroffenen muss man jedoch unterscheiden. Es gibt

vier verschiedene Gruppen von BtmG-Opfern:

Zuerst uns ganz normalen Kiffer und Grower. die wir in

ständiger Angst vor Repression durch Polizei, Gericht und

Führerscheinstelle leben müssen. Schlimm genug . . .

Viel schlimmer jedoch hat es die Hanf-Gefangenen erwischt,

denn sie sitzen im Knast. Wie z. B. René Gorig, ein langjähriger

Aktivist der Grünen Hilfe, der zurzeit eine über dreijährige

Haftstrafe in Wittlich bei Trier absitzen muss. Und das nur

wegen Hanf!

Daneben gibt es die Gruppe der kiffenden Polizisten, Richter,

Ärzte oder auch Lehrer, die, abgesehen von allen anderen

Repressalien, auch noch ihren Job an den Nagel hängen müssen,

falls sie erwischt werden. Und genau das ist der Grund, weshalb

sich gerade diese Leute so selten outen. Gekifft wird überall .

. .

Am ungerechtesten trifft es jedoch die Patienten, denen man

das Medikament Cannabis vorenthält. Sie müssen entweder

leiden oder die teuren Produkte der Pharmaindustrie mit all

ihren Nebenwirkungen kaufen. Was für eine Wahl! Schlimmer:

es gibt eben Krankheitsbilder bei denen nichts außer Cannabis

hilft . . .

An dieser Stelle möchte ich dem progressiven Oberstaatsanwalt

Kerner folgende Frage stellen: „Wenn ein schwer Kranker nicht

in der Lage ist sich selbst mit Hanf zu versorgen und seine

Medizin für ihn künftig legal sein soll, warum macht sich sein

Cannabis-Fachhändler dann immer noch strafbar?“

Unterstützen Sie deshalb die politische

Arbeit des DHV, privat oder als Firma.

Email: buz@ hanfverband.de

Tel: +49 (0) 30. 44 71 66 53

Lettestraße 3

10437 Berlin

mehr Infos unter www.hanfverband.de

Sokratis Zacharopoulos

Passauer Hanftage

Vom 12. bis14.02.2004 wird Passau

zum Zentrum der Legalisierung in

Bayern. Aller Widerstände von

städtischer und politischer Seite zum

Trotz hat die Hanf Initiative mit viel

Solidarität vor Ort ein Rahmenprogramm

geschaffen, das Spaß und

Informationen verspricht. Gerade

wegen des Versuchs von politischer

Seite, eine öffentliche Diskussion

über Drogenpolitik zu verhindern,

hier sei nochmals Gerlinde Kaupa,

Drogenbeauftragte der CDU/CSU-

Bundestagsfraktion genannt (wir

berichteten in der Januar-Ausgabe),

die in der Presse vor einem „Kiffertreffen“

in Passau warnen ließ. „Die

Hanftage sind nichts anderes, als

eine Werbeveranstaltung für ein

gefährliches Produkt“ war zu lesen.

Nun, naturgemäß sehen wir das

anders: Es kann schon sein, dass an

diesem Tag ein paar bayerische Kiffer

mehr in Passau sein werden. Aber

muss vor diesen friedlichen Menschen

gewarnt werden? Sollten nicht

besser die Oktoberfest-Be-sucher vor

alkoholbedingten, gewalt-tätigen

Angriffen gewarnt werden? Oder

die Besucher der Hanftage vor

Übergriffen durch die Polizei?

Schauen wir uns doch einmal in

Deutschland um. In Köln, Darmstadt,

Flensburg, Rostock, München

und vor allem die 5000 Kiffer, trotz

Regens, auf der Hanfparade in

Berlin, überall kommen Menschen

zum friedlichen Demonstrieren

gegen falsche Gesetze und Verbote

zusammen. Die einzigen Menschen,

die bei diesen Demos aus der Rolle

fallen, sind grün Uniformierte! Und

jetzt setzen die Legalisierer eben ein

Zeichen in Passau. Die Message ist

klar: Kiffer gibt es überall. Eben auch

in so konservativen Bischofsstädten

wie Passau. Im Spiegel war zu lesen:

„Passau ist braun“ und damit war

keine Haschischsorte gemeint,

sondern das politische Klima. Ein

Grund mehr ein bisschen Farbe in

die Stadt an den drei Flüssen zu

bringen.

Also Leute, fahrt nach Passau und

zeigt Solidarität mit den verfolgten

bayerischen Kiffern. Schaut euch den

Dokumentarfilm „Haschisch“ über

die Haschisch-Produktion in Marokko

an. Oder besucht die Podiumsdiskussion

und sagt uns eure Meinung

zur Legalisierung. Highlight

der Passauer Hanftage ist natürlich

der Protestmarsch: „Freiheit allen

Hanfgefangenen“ und anschließend

die Inn-Ufer-Party mit zwei Locations

links und rechts vom Inn. Das

Hanf Journal wird natürlich auch

dabei sein und allen, die nicht

kommen konnten in der Märzausgabe

von den Hanftagen

berichten.

Infos: www.hanf-initiative.de

Mangas

12. – 14.02.2004 Passauer Hanftage - Programm:

Do. 12.02.2004 im Scharfrichter Haus

(Milchgasse 2)

19:00 Uhr „Haschisch“ Film von Daniel Gräbner

20:30 Uhr Filmgespräch mit dem Regisseur

21:00 Uhr Sound zum Entspannen in der Chill-Lounge I

Fr. 13.02.2004 im Café Unterhaus

(Höllgasse 12/Donaugelände)

Seed west

16:00 Uhr Infomarkt: verschiedene Organisationen informieren über Hanf und

Drogenpolitik

20:00 Uhr Podiumsdiskussion: „Cannabis: Legalisierung oder Verbot?“

22:30 Uhr Sound zum Entspannen in der Chill-Lounge II

Sa. 14.02.2004 im Z.a.K.K.

(Unterer Sand 3-5) und der

Tabakfabrik (Mühltalstr. 9)

14:00 Uhr „Freiheit allen Hanfgefangenen“

Protestmarsch durch Passau, Start: Europaplatz – Ziel: Z.A.K.K.

16:00 Uhr Volksküche: heißer Hanfeintopf. für kalte Hände kostenlos!

20:00 Uhr Wir rocken zwei Locations links und rechts vom Inn

Eintritt für beide Locations einmalig 4 ¤!

im Z.A.K.K.:

Rebelflow HipHop aus Landshut

Osiris HipHop aus München

MMCCrew HipHop aus Landshut

EMKA Kif Hopaus Offenbach

DJ Sero Elektroklub Rumpenheim

DJ Rick Berson Breakbeatz, Reggae

in der Tabakfabrik:

The European translation of. Indiecore aus Straubing

Kitty Empire Noise/Post-Rock Regensburg

La Par Force Indie Punk aus Augsburg

Für eure Sicherheit hat die Grüne Hilfe eine 24-Stunden-Anwaltshotline für alle drei

Tage organisiert unter 0175/1070123 wird alles organisiert, falls was passiert. Die

Nummer steht auch auf unseren Flyern. Und damit nichts passiert: lasst die Bong und

anderes zu Hause!

Organisation: Hanf Initiative Passau in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für

Ambulante Kultur und Kommunikation (Z.A.K.K.), Organisation Herrschaftskritischer

Menchen (OHM), den Grünen Passau, der Grünen Jugend BY, PDS Passau, [solid´]

BY Unterstützerinnen: Grüne Hilfe e.V., Hanf Journal, Verein für Drogenpolitik,

www.zeig-dich.de, Deutscher Hanf Verband

Achtung!

jeder Missbrauch von

Drogen ist gefährlich!

Wir wollen niemanden

dazu auffordern oder

animieren Drogen zu

konsumieren

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16

Wanted

Seed west

„. . . immer weiter machen und gebucht werden.“

Am 29.11.2003 war das Soundsystem Soundquake zu Gast in

der Saarbrücker Location „Schwarz“. Monster Bubbler HiFi

international tauten die Masse mit Duplates auf. Danach

begeisterte Soundquake mit overhyped tunes manch eingefleischten

Reggaefreak. Ein Nonstop-Programm der Superlative,

das vollbepackt war mit Reggae-/Dancehall-Schmuckstücken

und einem Dubplate-Repertoire von hoher Qualität. Die Jungs

haben uns an diesem Abend mit ihren mitreißenden Vibes

absolut überzeugt. Zuvor fanden sie noch die Zeit mit uns zu

reden . . .

Hanf Journal: Wer übernimmt bei euch welche Aufgaben?

Bimma: Till ist leider heute nicht da, er ist Selekta.

Rappa: Der Rappa, das bin ich. Ich bin auch Selekta und

Bimma ist MC. Mark ist unser Sound Engineer. Er passt darauf

auf, dass der Sound immer richtig ist. Knut (Zouk) ist Operator

und für die Effekts zuständig.

Hanf Journal: Ihr betreibt doch auch einen Plattenladen...

Bimma: Ja, wir sind inzwischen fünf Leute. Wobei der Laden

geführt wird von Knut und mir. Dann sind da noch zwei

Hauptangestellte und der Azubi für Bürokaufmann. Hin und

wieder haben wir noch ein paar Aushilfen. Wir sind da jeden

Tag von morgens 9 Uhr bis abends 18.30 Uhr. Fünf Tage die

Woche. Das ist richtige Arbeit.

Hanf Journal: Gibt es eine Platte, die am häufigsten verkauft

wird?

Bimma: Eine spezielle kann man nicht nennen. Aber es gibt

so ein paar Sachen, die immer wieder bestellt werden. Da würd

ich z. B. Tony Rebell’s „Jah is by my side“ dazuzählen. Oder

Dennis Brown und Barrington Levy Klassiker.

Hanf Journal: Also hauptsächlich Oldies?

Bimma: Nein. Natürlich auch neue Sachen wie Sean Paul.

Wir haben alles. Deswegen ist es schwierig fünf Platten zu

wählen. Es gibt einen Pool von 300 Platten, die dauernd gehen,

die immer wieder gekauft werden. Eine sticht da nicht hervor.

Hanf Journal: Ihr habt ja ohne Ende Dubplates. Wo nehmt

ihr die meisten Dubplates auf? In Jamaica, im Homestudio, auf

Festivals?

Rappa: Die meisten Dubplates? Das hält sich die Waage, wie

es sich gerade so ergibt. Aber die besten Dubplates bekommt

man direkt aus Jamaica, da der Vibe am besten ist, wenn man

selbst dabei ist. Manchmal, um ein paar Lücken auszumerzen,

muss man sich auch welche bestellen. Ein Homestudio haben

wir nicht. Auf Festivals haben wir auch schon gute Plates

gemacht. Das machen ja die Sentinel-Leute, Nadja und Elmar.

Beim Splash und auf dem Summerjam haben wir auch schon

welche gemacht. Aber wie gesagt, in Jamaica ist es am besten.

Bimma: Das war übrigens meine Idee vor zweieinhalb Jahren,

dass man einen Dubplate-Container auf das Gelände stellt.

Damals haben wir noch für das Splash gearbeitet um jamaicanische

Künstler zu buchen. Da dachte ich es wäre ein gutes

Gesucht: Plattenläden ohne Hanf Journale

Ziel: zukünftige Auslage des Hanf Journals

Methode: Anzeigen (beim Hanf Journal, auf keinen

Fall bei der Polizei)

Wo: zentrale@hanfjournal.de

Belohnung: kleine Geschenke (z.B.: Drehmaschiene,

Grinder, CDs, ...)

Argument, die Jungs für weniger Gage herzubekommen, wenn

man denen verspricht, dass hinter der Bühne oder auf dem

Gelände ein Dubplate-Studio steht, wo sie sich ein paar Extrabrötchen

verdienen könnten. Seitdem hat es sich etabliert. Auf

dem Rototom gibt es jetzt auch Dubplate Sessions oder auf

dem Summerjam.

Hanf Journal: Welche Projekte habt ihr momentan am

Laufen?

Bimma: Wir haben in unserem Plattenladen ein dickes Projekt

laufen: Wir bringen nämlich unsere erste LP raus mit einem

Upcoming Artist aus Köln: der Selecta von Kingstone. Er war

früher Selecta bei Soundquake und nennt sich Lazy Youth. Er

bringt jetzt ein Album raus und das erscheint exklusiv auf

Vinyl.

Hanf Journal: Gibt es auch Ziele, die ihr unbedingt anvisiert?

Bimma: Das Hauptziel ist ja, dass man immer weitermachen

kann, gebucht wird, wie z. B. heute in Saarbrücken, das ist

unser Ziel.

Rappa: Wichtig ist, dass man beim Auflegen gut und frisch

bleibt. Sonst kann man, bei all den coolen neuen Sounds aus

Deutschland, irgendwann nicht mehr mithalten und man wird

überholt. In Berlin z. B. gibt es jede Menge neuer Sounds, die

es gut drauf haben.

Das Hanf Journal sucht Head- und Growshops die noch keine Hanf Journale auslegen. Kennt ihr einen Shop der

das noch nicht tut, dann gibt uns die Adresse und wir kümmern uns darum das ihr auch in diesem Shop Hanf

Journale bekommt. Für fachdienliche Hinweise warten kifferfreundliche Belohnungen.

Hanf Journal: Bandulero?

Rappa: Bandulero? Klar die kenne ich, die sind cool. Die

vielen Sounds, die haben so viel Elan, die stecken all ihre Kraft

rein. Da dann mitzuhalten ist ganz schön schwierig. Till hat

jetzt gerade sein Diplom gemacht. Ich bin auch gerade dabei

und Jan, Mark und Knut sind sehr viel am Arbeiten. Dann auch

noch die Energie und die extra Zeit aufzubringen, geht nur

solange man noch mit Spaß und Liebe bei seinem Sound ist.

Wir kriegen ja auch kein Geld, das ist nur unser Hobby.

Bimma: Das muss man betonen, dass wir unsere Gage, die

wir kriegen, für Specials ausgeben und nicht für schnelle Autos.

Hanf Journal: Habt ihr vor, wie Rodigan bis ins hohe Alter

Sound zu machen?

Bimma : Noch geht es ja, ne! Ich kann mir schon noch zehn

bis 15 Jahre vorstellen. Nur ist es am Wochenende. Man kann

ja nicht sieben Tage die Woche arbeiten.

Rappa : Das Ding ist ja auch, dass man nicht nur freitags

oder samstags auflegt, sondern man ist stundenlang auf der

Autobahn und letztendlich ist das ganze Wochenende weg und

nicht nur der Abend. Rodigan hat schon zwei Herzinfarkte

gehabt. Der hat das schon teuer bezahlt.

Hanf Journal: Gibt es für euch eine Art Reggae- bzw.

Dancehall-Hauptstadt in Deutschland?

Rappa: Es gibt keine Hauptstadt. Es gibt Berlin, Hamburg,

Stuttgart, München. Die Städte haben alle ihre Zeit gehabt und

haben sie noch. In Hamburg war, als wir 94-95 angefangen

haben durch Deutschland zu tingeln, so ein besonderer Vibe.

Die Leute haben dort so richtig abgefeiert. Berlin hatte 97-98

so einen besonderen Hype. 2000 hat es ungeheueren Spass

gemacht in Stuttgart aufzulegen. Heutzutage ist es in München

ungeheuer dick. Die eigentliche Hauptstadt ist natürlich

Detmold. Objektiv gesagt ist Detmold die deutsche Reggae-

Hauptstadt!!!

Bimma: Das kann dir jeder Statistiker bestätigen.

Durchschnittlich pro Kopf stehen dort die meisten Leute auf

Reggae.

Hanf Journal: Unterstützt ihr Nachwuchssounds aus

Detmold? Und was würdet ihr denen raten?

Bimma: Ob wir die unterstützen? Ab und zu gibt man den

Leuten eine Chance. Aber uns hat ja auch keiner eine Chance

gegeben. Da muss sich jeder selber durchbeißen. Ich glaube,

wenn man selber ums Publikum kämpfen muss, sich selber

sein Publikum aufbauen muss, nur so kann man gut werden!

Hanf Journal: Ich bedanke mich recht herzlich für dieses

nette Gespräch

Bimma: Ja, alles gute und viel Spaß heute Abend.

Das Interview führte Sista


Und immer schön dran denken, wenn ihr auf dem Rückweg von einer Veranstaltung seid: Urin-, Speichelund

der neue Schweißtest sind freiwillig. Grundsätzlich verweigern mit dem Hinweis auf die Unzuverlässigkeit

der Tests. Mit einer Blutprobe, die könnt ihr leider nicht verweigern, wird nur der aktuelle Konsum

nachgewiesen. Ein Urintest hingegen kann auch noch nach Wochen der Abstinenz positiv ausfallen. Und

immer schön freundlich bleiben . . .

Kultprofessor Harald Lesch erklärt in seiner Sendung

„Centauri“ mit Erbsensuppe und Luftballons

das Universum und alles andere. „Centauri“ ist

eine Mischung aus „Sendung mit der Maus“ und

einer ganz normalen Schulstunde. Prof. Lesch: „Das,

was ich in den Sendungen mache, ist das, was mich

interessiert. Das muss ich mal ganz ehrlich sagen.

Ich habe eine Riesenliste mit Themen, die ich noch

nicht einmal angefasst habe, wo es einfach nur

darum geht: Ja, das muss jetzt mal gemacht werden,

darüber müssen wir mal reden. Wenn der Bayerische

Rundfunk mich lässt, dann werde ich so lange

weiter machen, bis sie mich aus dem Studio

rausschieben müssen.“ Und so erklärt er seit 1998,

was schwarze Löcher, Pulsare und Sternhaufen

sind. Wer wissen will was vor dem Urknall war,

kann im Web-Archiv von „Centauri“ sämtliche

Folgen von 1998 bis heute online anschauen . . .

Achtung Trekkies: Suchtfaktor!!!

www.br-online.de/alpha/centauri

Mit seinem dynamischen, rhythmusbetonten

Gitarrenspiel und seiner rauen Stimme will er

aufklären. In seiner Musik vereinigen sich Elemente

aus Rock’n’Roll, Folk und Punk. Einige der heißen

Eisen, die er in seinen Liedern aufgreift, sind die

Massenverdummung durch die kapitalistischen

Medien, die völkerrechtswidrigen Kriege, die

Perspektivlosigkeit jener Schulabgänger, deren

Eltern nicht zu den oberen Zehntausend zählen.

Billy produziert seine Platten aus Prinzip bei kleinen,

unabhängigen Firmen. Auch ohne Werberummel

sind sie Bestseller. Wenn Fidel Castro abdankt, ist

Bragg der letzte Propagandist des Sozialismus:

„Wenn du wirklich die Welt verändern willst, dann

zerschlage nicht McDonalds, sondern geh’ hinein

und gründe eine Gewerkschaft.“ Auf seiner

Homepage könnt ihr euch vorab ein komplettes

Konzert von ihm online anschauen!

www.billybragg.co.uk

Centauri und Space Night

Date: Mo.-So.

Nachtprogramm

Location: BR Alpha,

Internet

Entry: 0 Euro

Billy Bragg

Date: Di. 09.03.2004,

Location: Batschkapp,

Frankfurt

Date: Mi. 10.03.2004

Location: Röhre,

Stuttgart

Entry: 19 bis 23 Euro

Dr. Sascha Raabe, Mitglied des deutschen Bundestages,

im Wirtschaftsausschuss und Fachmann für

GATS und Werner Rätz von der Informationsstelle

Lateinamerika und im Koordinationskreis von

Attac-Deutschland , wollen mit euch über Welthandelsorganisation

(WTO) und Internationalen

Währungsfond (IWF), diskutieren. Denn sie

bestimmen die Regeln der Weltwirtschaft, obwohl

sie undemokratisch sind. Im Interesse immer

höherer Gewinne wird die Mitbestimmung der

Bürger als Hindernis aus dem Weg geräumt.

Verhandlungen finden hinter verschlossenen Türen

statt, um die Bevölkerung über die Folgen im

Unklaren zu lassen. Wenn über Schulen oder

Krankenversorgung, Zugang zu Trinkwasser oder

Medien nicht mehr gewählte, sondern unkontrollierbare

Instanzen im Profitinteresse multinationaler

Konzerne entscheiden, sollte man sich ernsthaft

Sorgen um die sowieso schon prekäre Zukunft der

Demokratie machen!

www.attac.de/offenbach

Was „Can“ für die 60er- und „Kraftwerk“ für die

70er-Jahre war, das waren die Berliner Soundtüftler

um Blixa Bargeld für das Jahrzehnt danach:

„Einstürzende Neubauten“. Aus den Krachmachern

sind Soundforscher geworden, die mit Technik und

Sachverstand alle möglichen Gegenstände auf ihre

Akustik untersuchen. Mit ihrer Geräuschmusik

treffen die „Neubauten“ den Nerv der Zeit und

werden in den 80er-Jahren zu Deutschlands

wichtigsten kulturellen Botschaftern. Auf Alben

wie „Halber Mensch“ 1985 oder „Tabula Rasa“ 1993

beweisen die Berliner ihr Gespür für Songstrukturen

und entdecken mit „Ende Neu“ 1996 gar den Pop

für sich. Stahlschlagzeug und Waschmaschine

landen in der Rumpelkammer der Musikgeschichte.

Vor Überraschungen, die liebgewordene Hörgewohnheiten

zum Einsturz bringen, ist man bei den

„Einstürzenden Neubauten“ bis zum heutigen Tag

trotzdem nie sicher. Wir dürfen also gespannt sein

. . .

www.neubauten.org

Seed west

TERMINE

Gats – Angriff auf die Demokratie

Date: Di. 17.02.2004,

19:00 Uhr

Location: Wiener Hof,

Offenbach

Entry: 0 Euro

Einstürzende Neubauten

Date: Mo.15.03.2004,

Location:

Batschkapp, Frankfurt

Date: Do. 11.03.2004,

Location: Stuttgart,

Theaterhaus Wangen

Entry: 20 Euro

Nachdem sich die Erfurter Jungs während der

letzten drei Jahre in die Herzen der Clubgänger

gespielt haben, ist nun ihr erstes Album erschienen.

Sie wollen nicht nur die Clubszene, sondern auch

die Konzertszene ansprechen und dazu bringen sie

ihren 1st decade-Weggefährten Warren Suicide mit.

Abseits vom Electro-Einheitsbrei fabrizieren

Northern Lite einen extrem tanzbaren Sound mit

rockender Note. Mit ihren einprägsamen Harmonie-

Linien und charismatischen Live-Gesang erzeugen

sie Spannungen, greifen nach ihren Zuhörern und

transportieren Emotionen. „Warren Suicide“ entstand

aus der Band „Linientreu“, englische Gitarrenmusik

mit düster-deutscher Elektronik samt extremer

Konzerte bis in die Fetischszene! Der Name

„Warren Suicide“ wurde zum Synonym für eine

politisch-unkorrekte Spielwiese ohne Grenzen. Es

folgte die Erschaffung der Person Warren und seiner

Welt. Eine zweidimensionale Comic-Welt, in der

niemand Kompromisse sucht.

www.northernlite.de

Northern Lite & Warren Suicide

Date: Di. 17.02.2004,

Location: Die Röhre,

Stuttgart

Date: Sa. 07.02.2004,

Location: Stereobar,

Frankfurt

Entry: 10 Euro

Mardi Gras.BB

Date: Do. 25.03.2004

20:00 Uhr

Location:

Centralstation,

Darmstadt

Entry: 6 Euro

Sie kommen aus Mannheim, klingen aber als wären

sie in New Orleans aufgewachsen und hätten den

Rhythm’n’Blues mit der Muttermilch aufgesogen:

die coolen Motown Clubs der 70er-Jahre sind ihre

musikalische Heimat. Wer sie nicht gesehen hat,

weiß nicht was Funk bedeutet, weiß nicht was rockt,

hat keine Ahnung von Blues, Rock’n’Roll und noch

viel mehr. Ein Vergangenheitstrip in die heißen

Nachtschuppen, wo es neben vielen schönen Frauen

und Männern vor allem haufenweise Drogen gab.

Der Sound ist sogar so retro, dass er schon wieder

modern klingt. die Posaunen, Trompeten, Flöten

und Vocals lassen schon mit dem ersten Ton die

schwüle Clubatmosphäre, angereichert mit lasziven

Bewegungen und verlockenden Düften, vor dem

geistigen Auge auferstehen und sorgen mit den

dezent unterlegten secondline grooves für richtige

Tanzlaune. Also Leute, das ist die Gelegenheit um

die Hosen mit dem weiten Schlag noch mal aus der

Mottenkiste zu holen . . .

www.hazelwood.de/mardigrasbb/index.php

Achtung!

jeder Missbrauch von

Drogen ist gefährlich!

Wir wollen niemanden

dazu auffordern oder

animieren Drogen zu

konsumieren

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