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Fachzeitschrift der fenaco-LANDI Gruppe • www.ufarevue.ch • 5 / 2011

Merkblatt «Bandwurmfinnen» Seite 43

Nachtruhestörung

vermeiden

Seite 18

Der «Metrac H7 X»

im Praxistest

Seite 26

Strategien gegen

die Krautfäule

Seite 40

Alternativen zur

Schweinesuppe

Seite 68


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Prolait sucht Impulse

Im Zürcher Berggebiet besichtigten

die Verantwortlichen des

Waadtländer Milchverbands

ein Regionalprojekt.

14

Spreu pressen

Die Spreu-Verwertung verbessert

die Wirtschaftlichkeit des Getreideanbaus,

wenn das Material

sich effizient sammeln lässt.

Maxi-Event

Die Getreidebranche traf sich

in Kirchberg und informierte

sich über Preise, Qualität

und Marktaussichten.

Eine regelmässige

Kontrolle des

Kartoffelbestands

hilft, die Krautfäule

in den Griff zu

bekommen.

Bild: agrarfoto.com

22

36

Tierschutz 2013

Einfache Baulösungen helfen, damit

auch Anbindeställe an die neue

Norm angepasst werden

können.

64

FENACO AKTUELL

Grosse Drehscheibe für kleine Dorfläden

Volg Frischdienst in Oberbipp 4

Verwaltungsentscheide 4

Auf ein Wort von Ferdinand Hirsig 5

MANAGEMENT

Auf eigene Rechnung und Gefahr

Wer hat Anrecht auf Direktzahlungen? 10

Kurzmeldungen 9

Prolait zu Besuch im Zürcher Oberland 14

Monatsfrage 16

Nachtruhestörung durch Erntearbeiten 18

Spürbar verbessert

Der «Metrac H7 X» von Reform im Praxistest 26

Kurzmeldungen 21

Spreu komprimieren – aber wie? 22

Lücke geschlossen – Deutz-Fahr mit neuen stufenlosen Traktoren 25

Bodenschutz: Mit «dicken Backen» aufs Feld 28

Erfolgstory: Gülle gemeinsam und effizient ausbringen 30

Produktneuheiten 32

PFLANZENBAU

Mechanische Unkrautbekämpfung

Die passenden Geräte zum richtigen Zeitpunkt 48

Kurzmeldungen 33

Rindergülle: Mineraldünger ohne Kali verwenden 34

Erfolgreiche Getreide- und Ölsaatenvermarktung 36

Strategien gegen die Krautfäule 40

NUTZTIERE

Schweinemast

4.5 % besser dank Benzoesäure 70

Bio-Seite: Gesundheitsplanung im Schweinestall 52

Kurzmeldungen 54

UFA aktuell: Die Seiten für den Tierhalter 55

Melkleistung ohne grosse Investitionen erhöhen 61

Potenzial in der Rindviehmast 62

Einfache Umbaulösungen für Anbindeställe 64

Milchvieh: Zuchtwert-Genauigkeit steigt 67

Alternativen zur Schweinesuppe 68

Unfallverhütung: Auf die Technik kommt es an 73

LANDLEBEN

Bäuerinnen und Landwirtinnen

Schriftsteller sprechen über ihre Bücher 76

Kurzmeldungen 75

Tipps für den Nutz- und Ziergarten 80

Rhabarberrezepte von Fina Schuler 85

Fabien Kolly ist gerne Bauer 86

Bandwurmfinnen beim Rind

Risikoanalyse auf Betriebsebene

LANDTECHNIK

MERKBLATT

INHALTSVERZEICHNIS

Heftmitte

info@ufarevue.ch

EDITORIAL

Roman

Engeler

Seit jeher ist das Wetter im Leben

der Menschen ein wichtiger

Bestandteil. Insbesondere interessieren

dabei die Vorhersagen, die

gerade für die Planung von

landwirtschaftlichen Arbeiten im

Acker- und Futterbau selbst heute

noch unerlässlich sind. Wetterprognosen

scheinen vermehrt auch für

die übrige Bevölkerung eine

zunehmend wichtigere Rolle zu

spielen, für einen Personenkreis also,

dessen Berufsalltag nur wenig von

der Witterung beeinflusst wird.

Dementsprechend unterschiedlich

fallen auch die Einschätzungen aus,

was als gutes oder schlechtes Wetter

gilt. So wird beispielsweise der

diesjährige überaus trockene und

sonnige Frühling von der Freizeitgesellschaft

mehrheitlich als gut und

schön eingestuft, während sich die

daraus resultierende Trockenheit für

die Landwirte da und dort zu einem

akuten Problem entwickelt hat.

Die Meteorologen wiederum sind in

der Bewertung des Wetters eher

zurückhaltender, nehmen lieber ihre

Statistiken zur Hand und kommentieren

dann im Vergleich mit dem

langjährigen Durchschnitt mit

Aussagen wie «zu trocken», «zu

kalt» oder «zu windig». Dies ruft

wiederum andere auf den Plan, auf

die möglichen oder auch unmöglichen

Ursachen für diese Abweichungen

hinzuweisen.

Übrigens: Haben Sie gewusst, dass

auf www.landi.ch immer die

aktuellsten Wetterinformationen –

Wetter-TV, regionale Prognosen,

Niederschlagsradar, Pollenprognosen

– verfügbar sind? Seit einiger

Zeit gibt es gar das «iPhone»-Wetter,

eine für dieses Smartphone

speziell konzipierte Applikation, die

sich in der Zwischenzeit zu einem

der meist gefragten «Apps»

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UFA-REVUE · 5 2011 3


FENACO

AKTUELL

Grosse Drehscheibe für

kleine Dorfläden

Die Volg-Gruppe ist gewachsen. Das zieht einen Ausbau der Infrastruktur und der Logistik

nach sich. In Oberbipp (BE) geht in diesen Tagen eine Verteilzentrale für Frischprodukte in

Betrieb. Von dort aus werden die Dorfläden westlich des Bareggtunnels beliefert.

Der Projektleiter vor Ort in Oberbipp

ist Erwin Stöckli, ursprünglich

Molkereimeister, leitete er die Toni

Milch in Zürich und stiess 2001 zum

Volg. Erwin Stöckli führt durch die Verteilzentrale,

zum Redaktionszeitpunkt

muss man dort noch einen Helm tragen,

denn es wird gehämmert und gemalt, es

werden Leitungen verlegt, Steckdosen

angebracht und Rabatten bepflanzt. Die

Betriebsamkeit ist gross. Denn ab dem

1. Mai ist diese Verteilzentrale in Betrieb.

Herr Stöckli, was ist eine Verteilzentrale?

Erwin Stöckli: Bei einer Verteilzentrale

werden Waren en gros angeliefert. Sie

werden gerüstet und kommissioniert,

das heisst in kleinere Chargen umverteilt

und an unsere kleinflächigen Volg-

Läden ausgeliefert. Jede Bestellung der

rund 800 Verkaufsstellen kommt zu uns.

Die neugebaute Frischprodukte-Verteilzentrale

in Oberbipp ersetzt das bis -

herige Verteilzentrum in Suhr. Mit den

drei Standorten Winterthur, Landquart

und Oberbipp sind wir verkehrstechnisch

ideal positioniert und nahe bei

den Kunden.

Erwin Stöckli sagt von sich, wenn sein

Vater einen Bauernhof gehabt hätte,

dann wäre er wahrscheinlich Landwirt

geworden. So aber widmet er sein

Berufsleben den nachgelagerten

Sektoren und sorgt dafür, dass in den

ländlichen Regionen die Dorfläden

mit Frischprodukten versorgt sind.

VERWALTUNG FENACO

CONSEIL D’ADMINISTRATION

Nachfolge geregelt

Der Verwaltungsrat der Anicom AG hat

Stefan Schwab (Bild links) zum Vorsitzenden

der Geschäftsleitung der Anicom

AG gewählt. Mit Stefan Schwab

wird die Vakanz, die durch den

plötzlichen Tod von Urs Schöb entstanden

ist, geschlossen.

Stefan Schwab wurde 1973 in

Walperswil geboren. Nach der

landwirtschaftlichen Ausbildung

besuchte er die Fachhochschule

für Landwirtschaft in Zolli -

kofen und schloss als Ing. Agr. FH, Fachrichtung

Agrarwirtschaft, ab. Beruflich

engagierte er sich von 1999 bis 2004 in

der Beratung und als Landwirtschaftslehrer

am Inforama Rütti. Seit Mai 2004

leitete er die Anicom Mittelland in Zollikofen.

Christian Probst (Bild rechts) wird neu

Leiter der Anicom-Niederlassung Mittelland.

Er ist auf einem Landwirtschaftsbetrieb

in Kammersrohr aufge-

wachsen und hat seine landwirtschaftliche

Ausbildung als Ing. Agr. FH in der

Fachrichtung Tierproduktion an der

Schweizerischen Hochschule

für Landwirtschaft

in Zollikofen abgeschlossen.

Christian

Probst arbeitet seit Dezember

2005 als Handelsmitarbeiter

bei

der Anicom Mittelland.

5 2011 · UFA-REVUE


BILD DES MONATS

PHOTO DU MOIS

AKTUELL

FENACO

AUF EIN WORT

EN UN MOT

Was ist der Vorteil des Standorts Oberbipp?

Wir entgehen damit dem Stau am Bareggtunnel

und sind näher bei den

Verkaufsstellen im westlichen Wirtschaftsgebiet,

zum Beispiel im Berner

Oberland, im Wallis oder in der Westschweiz.

Das ist für uns enorm wichtig,

weil die Produkte frisch am Morgen früh

in den Läden sein sollen. «Frisch und

TERMINE

AGENDA

Regionaltagungen der

fenaco-LANDI Gruppe

• Westschweiz: 12. Mai 2011

• Mittelland: 18. Mai 2011

• Ostschweiz: 20. Mai 2011

Delegiertenversammlung

fenaco:

Mittwoch, 22. Juni 2011

Die Rapsblüte war dieses Jahr früher als in den Vorjahren.

Alle erhoffen sich höhere Erträge, so auch der fenaco-Geschäftsbereich

Getreide, Ölsaaten, Futtermittel (GOF). Die Aussichten für die Vermarktung

der bevorstehenden Rapsernte sind gut. Der Absatz bei den Verarbeitern

ist gesichert, die Speiseölpreise liegen aktuell über dem Vorjahr und der

Presskuchen ist ein attraktiver Proteinträger aus dem Inland.

fründlich» ist nicht nur ein Werbespruch,

sondern unser Erfolgsrezept.

Die Verteilzentralen sind unsere Frische-

Drehscheiben.

Wie viele Lastwagen fahren täglich mit

Waren her?

Wir haben rund 40 Lieferanten, die ihre

Produkte täglich anliefern. Früchte und

Gemüse werden sogar zweimal täglich

angeliefert, zum Teil direkt ab Feld. Von

morgens früh bis abends spät wird in

Oberbipp im Zweischichtbetrieb gearbeitet.

Es ist eine Stunden- und Minutenlogistik.

Täglich fahren wir 16 Touren

von diesem Standort aus.

Was ist das Herzstück von Oberbipp?

Das ist ganz klar die ausgeklügelte Kälteund

Kühltechnik und die Informatiksysteme.

Wir haben verschiedene Klima -

zonen, mit unterschiedlichen Temperaturen

und Luftfeuchtigkeiten. Fleisch

muss stets relativ tief gekühlt sein und

die Kühlkette darf nie unterbrochen

Fortsetzung Seite 6

Innerhalb der fenaco hat der Detail -

handel in den letzten Jahren klar an

Bedeutung gewonnen. Volg und LANDI

haben sich in den hart umkämpften

Märkten mit eigenständigen Konzepten

gut behauptet und die Marktanteile

erhöht.

Die LANDI Schweiz AG hat ihre

Infrastrukturen in Dotzigen vor drei

Jahren ausgebaut und verfügt heute

über ein modernes, leistungsstarkes

Logistikzentrum. Die Entwicklung

dieses Unternehmens ist tatsächlich

aussergewöhnlich: Der Jahresumsatz

vor 22 Jahren entspricht heute einem

Wochenumsatz!

Stetig, aber nicht ganz so rasant

entwickelte sich der Lebensmitteldetailhandel

von Volg. Der Spezialist für

den kleinflächigen Detailhandel ist

heute in der Nische Dorfladen der

Marktleader. Das kontinuierliche

Wachstum hat dazu geführt, dass die

Verteilzentren aus allen Nähten

platzen. In diesen Tagen konnte nun

der Frischdienst Oberbipp in Betrieb

genommen werden, von wo rund 350

Verkaufsstellen westlich des Bareggtunnels

mit Frischprodukten beliefert

werden.

Auch in unserer Hauptverteilzentrale in

Winterthur wird gegenwärtig gebaut.

Seit zwei Monaten laufen die Bauarbeiten

für die Aufstockung des Büroteils,

die Bewilligung für den Ausbau des

Betriebsteils erwarten wir in diesen

Tagen. Somit können wir auch

zukünftig vom Standort Winterthur aus

alle Verkaufsstellen mit dem gesamten

Food-/Nearfood-Sortiment beliefern.

Diese Gesamtinvestitionen von 70

Millionen Franken in die Logistik

werden nicht nur Volg stärken, sondern

auch die Leistungsfähigkeit der

gesamten fenaco-LANDI Gruppe weiter

erhöhen.

Ferdinand Hirsig

Mitglied der fenaco-Geschäftsleitung

UFA-REVUE · 5 2011 5


FENACO

AKTUELL

Erwin Stöckli auf dem

Weg zum Herzstück

des Verteilzentrums –

der Kühl- und

Kälteanlagen.

25 Mio. Fr. wurden in

das Verteilzentrum

investiert. Der

Investitionsantrag war

von der fenaco-Verwaltung,

die zum grössten

Teil aus Bauern

besteht, bewilligt

worden. Erich Ackermann

(Leiter Frischdienst

Oberbipp) und

Projektleiter Erwin

Stöckli sorgen dafür,

dass alles rund läuft.

werden. Blattgemüse hingegen brauchen

eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit.

Woher kommt das Gemüse?

Wir sind ein wichtiger Absatzkanal für

landwirtschaftliche Produkte. Gemüse

und Obst beziehen wir vor allem vom

Obst- und Gemüsezentrum (OGZ) Ins,

aber auch direkt aus der Region. Mehr

als die Hälfte unseres Umsatzes erwirtschaften

wir mit Frischprodukten. Die

Frische der Produkte, die der Laden seinen

Kunden täglich anbietet, ist also

meist der entscheidende Faktor für den

Erfolg der Verkaufsstelle.

Welche Läden werden Sie von Oberbipp

aus beliefern?

In der Startphase bedienen wir rund

350 Läden, die westlich des Bareggtunnels

sind. Das sind Volg-Läden, dann

aber auch Läden von freien Detaillisten,

die mit uns zusammenarbeiten, Agrola-

Tankstellen-Shops und Visavis-Läden im

Oberwallis und in der Romandie. Mit

dem neuen Frischdienst können wir das

Expansionspotenzial für den westlichen

Teil der Schweiz anpacken.

Sie sprechen von Expansion, aber der Detailhandel

ist stark umkämpft. Was

macht Sie so sicher, dass Sie Erfolg haben

werden?

Wir konnten uns trotz der starken Konkurrenz

im Detailhandel in den letzten

Jahren sehr gut behaupten und haben

bewiesen, dass wir unser Geschäft verstehen

und beherrschen. Wir haben mit

Ferdinand Hirsig einen Chef, der strategisch

denkt und den Handel bestens

kennt. Wir haben eine kompetente Führungscrew

und engagierte Mitarbeitende

in allen Bereichen. Das bedeutet

auch Beständigkeit und ist eine innere

Stärke.

Was ist Ihre äussere Stärke?

Volg-Läden haben im Durchschnitt eine

Verkaufsfläche von etwas über 170

Quadratmetern. Das ist nicht viel und

die kleinsten Läden sind gar nur etwa

80m 2 gross. Das ermöglicht einen Einkauf

ohne grossen Zeitaufwand in einem

übersichtlichen Umfeld. Wir sind im

ländlichen Raum zu Hause: Die Leute

können zu Fuss einkaufen, auch Kinder

können selbstständig mit einer Einkaufsliste

zum Einkaufen geschickt werden.

Man kennt sich untereinander und

begrüsst einander mit Namen. Wir sind

also nahe bei unseren Kunden – sowohl

geografisch als auch emotional.

Jetzt vor der Eröffnung ist eine gewisse

Spannung spürbar?

Ja, aber das muss so sein. 120 Mitarbeitende

müssen von einem Tag zum anderen

die Verteilzentrale übernehmen.

Alles muss klappen. Das ist eine grosse

Aufgabe und eine grosse Herausforderung

für uns alle. Wir sind aber gut vorbereitet

und ich bin zuversichtlich, dass

die Belieferung der 350 Läden vom ersten

Tag an gut klappt.


6 5 2011 · UFA-REVUE


L Baumgartner,

Volg-Filialleiterin

Michaela Gamper,

Gemüsebäuerin

Michelle Schürmann,

Volg-Kundin

aus Stettfurt TG

Volg worauf Sie

..

sich verlassen konnen.

”Volg bleibt sich und seinen Werten treu:

freundliche Bedienung, persönliche Beratung, frische

Produkte von lokalen Produzenten und ein Angebot

für den täglichen Bedarf. Das zahlt sich aus – in

menschlicher und wirtschaftlicher Hinsicht. ”

Volg. Ist doch naheliegend.


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ARC gegen Zahlen-Allergitis

Seit 20 Jahren bewirtschaften wir einen

gemischten Landwirtschaftsbetrieb.

In diesen 20 Jahren haben wir

viele wichtige Entscheidungen gefällt,

zum Beispiel die Gründung einer

Betriebsgemeinschaft, den Neubau

eines Milchviehlaufstalls und

des Maschinenschopfs. Gemeinsam

wollen wir nun neue Visionen entwickeln.

Durch das vielseitige Programm

der landwirtschaftlichen Unternehmerschulung

ARC fühlten wir

uns angesprochen.

Am 4. Kurstag haben wir am Thema

Kommunikation gearbeitet. Wie

gebe ich eine Information weiter,

dass mein Gegenüber versteht, was

ich sagen möchte? Wie führe ich einen

konstruktiven Dialog oder mit

welchen Ohren höre ich eine Nachricht?

Dieses Wissen kann tagtäglich

in verschiedenen Situationen angewendet

werden.

Mit der betriebswirtschaftlichen

Analyse haben wir uns am 5. Kurstag

beschäftigt. Besonders wir Frauen

schauten dem «Zahlentag» mit

Skepsis entgegen. Doch nachdem

wir gelernt hatten, die Schlüsselzahlen

der Buchhaltung zu interpretieren

und die verschiedenen Betriebszweige

nach Rentabilität zu

vergleichen, war die «Zahlenallergie»

verflogen. Wir kennen nun die

Stärken und die Schwächen unserer

Betriebe. Mit dem 5. Kurstag ist der

erste theoretische Teil des ARC-Kurses

vorbei. Während den Sommermonaten

finden nun die gegenseitigen

Betriebsbesuche statt.

Wir sind froh, dass wir uns entschieden

haben, den Kurs gemein-

sam zu besuchen. Oft ist der Kurstag

am Abend noch nicht beendet. Das

Gehörte löst in den folgenden Tagen

noch weitere Diskussionen aus, somit

kommen wir unserer Vision einen

Schritt näher.

Cécile und Anton Waeber-Thalmann

aus Tafers (FR)

KURZMELDUNGEN

MANAGEMENT

HF-Ausbildungen:

Jetzt anmelden!

Die fenaco-LANDI Gruppe setzt

sich mit grossem Engagement für

die Ausbildung Agro-Kaufmann HF

und Agro-Techniker HF ein und

möchte damit junge Berufsleute für

eine Stelle in der LANDI Gruppe begeistern.

Motivierte Absolventen

bringen das Rüstzeug mit, sich in

verschiedenste Gebiete einzuarbeiten.

Oft übernehmen sie Führungsfunktionen.

Die Ausbildung zum Agro-Techniker

HF oder Agro-Kaufmann HF wird

heute schweizweit an sechs Standorten

angeboten. Voraussetzung ist

eine abgeschlossene Berufslehre,

vorzugsweise als Landwirt, Milchtechnologe,

Gärtner oder Geflügelzüchter.

Belastungsgrenze

Landwirtschaftliche Grundstücke

und Gewerbe dürfen nur

bis zur Belastungsgrenze mit

Grundpfandrechten (z.B. Hypotheken)

belastet werden.

Die Belastungsgrenze entspricht

der Summe des um

35% erhöhten landwirtschaftlichen

Ertragswertes und des

Ertragswertes der nichtlandwirtschaftlichen

Teile. Investitionskredite

und Betriebshilfedarlehen

dürfen die

Belastungsgrenze übersteigen.

Dr. Eduard Hofer, Heimberg

Aktuelle Lidlohnansätze

Mündige Kinder oder Grosskinder,

die im Haushalt oder auf dem Bauernbetrieb

ihrer Eltern oder Grosseltern

regelmässig gearbeitet haben,

können dafür bei der Hofübergabe

oder bei der Erbteilung eine Entschädigung,

den «Lidlohn», verlangen.

Der Lidlohnanspruch 2009 beträgt

für die Arbeit auf dem Betrieb

12200Fr. , jener für die Arbeit im

bäuerlichen Haushalt 10380Fr.

Auskunft: SBV Treuhand und Schätzungen,

Laurstrasse 10, 5201 Brugg,

056 462 51 11

www.sbv-treuhand.ch.

GVS auf Kurs

Der Landwirtschaft liche Genossenschaftsverband

Schaff hausen (GVS)

konnte 2010 seinen Umsatz auf

188.8 Mio. Fr. steigern (+8.4%).

Der konsolidierte Cash-flow der

Gruppe erhöhte sich auf 6.3 Mio. Fr.

im 2010. Für Regierungsrat Ernst

Landolt (auf dem Bild in der Mitte

zwischen GVS-Geschäftsleiter Ugo

Tosoni und Präsident Kurt Müller)

wurde neu Hanspeter Kern in den

Vorstand gewählt. Zum 100-Jahr-Jubiläum

wurde den Delegierten die

Festschrift «Unabhängig, engagiert,

solidarisch: 100 Jahre landwirtschaftlicher

Genossenschaftsverband

Schaffhausen» überreicht.

ISDN erschwert Mai -

erhebung

Die Strukturdatenerhebung für die

Direktzahlungen steht an. Im Kanton

Zürich und im Jura ist dies nur

noch via Internetverbindung mög-

lich. Was aber, wenn der Service Public

in den ländlichen Regionen zu

wünschen übrig lässt und oft nur eine

ISDN-Verbindung besteht? Lukas

Keller von der Abteilung Landwirtschaft

des Kantons Zürich sagt dazu:

«Bauern, die keinen ADSL-Anschluss

haben, sind technisch bei

der Maierhebung benachteiligt,

denn sie müssen die Formulare via

Telefonleitung, also via ISDN, ausfüllen.

Ich finde es stossend, dass

Bauern fast gezwungen sind, selber

Glasfaserkabel bis zur nächsten

schnellen Leitung zu verlegen. Wir

haben dieses Malaise des Service

Public auch schon dem Bundesamt

für Landwirtschaft mitgeteilt. Das

BLW empfahl beim Departement für

Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation

von Doris Leuthard vorstellig

zu werden.»

Agate bewerten

Seit Januar 2011 ist das Internetportal

www.agate.ch in Betrieb. Der

Student Florian Steinsiepe will her -

ausfinden, wie die Plattform bisher

benutzt wurde und schaltet deshalb

ab dem 9. Mai 2011 einen Fragebogen

via Link auf agate.ch. Wer Verbesserungsvorschläge

hat, soll unverzüglich

den Fragekatalog

anklicken.

Kontakt:

• Inforama Rütti, 3052 Zollikofen,

031 910 51 24.

markus.aerni@vol.be.ch,

• Feusi Bildungzentrum Bern,

3014 Bern, 031 537 34 34,

berufsbildung@feusi.ch.

• Institut Agricole Grangneuve,

Posieux, 026 305 55 50,

iagcftn@fr.ch.

• Strickhof Lindau, 8315 Lindau,

052 354 99 15.

claude.gerwig@bd.zh.ch

• LBBZ Schleuchthof, 6330 Cham,

041 227 75 51,

martin.pfister@zg.ch.

• LBBZ Plantahof, Landquart,

081 257 60 38,

konrad.merk@plantahof.gr.ch.

Tagesaktuelle Neuigkeiten

www.ufarevue.ch

UFA-REVUE · 5 2011 9


MANAGEMENT

Auf eigene Rechnung und Gefahr

DIREKTZAHLUNGEN Wenn die Bewirtschaftung von Flächen oder die Haltung

von Tieren nicht durch einen einzigen Landwirt allein erfolgt, sondern mehrere

Landwirte oder gar Nicht-Landwirte beteiligt sind, ist nicht immer klar, wem die Direktzahlungen

zustehen.

Andreas

Wasserfallen

Ein Landwirt verkaufte seine Tiere

und bewirtschaftet seinen Betrieb

neu viehlos. Seine Grünlandflächen

düngt er noch, die Nutzung erfolgt

jedoch durch andere Landwirte. Erhält

der viehlose Betrieb für diese Fläche

noch Direktzahlungen? Ähnliche Fragen

können sich bei Spezialkulturbetrieben

stellen, welche extensiv genutzte Wiesen

um den Futternutzen zur Bewirtschaftung

abgeben.

Die Grundvoraussetzungen für den

Bezug von Direktzahlungen sind in Art.

2 der bundesrätlichen Direktzahlungsverordnung

(DZV) umschrieben. Das

erste, in diesem Katalog enthaltene Kriterium

tönt auf den ersten Blick lapidar:

Es muss sich um einen Bewirtschafter

handeln, welcher einen Betrieb führt.

Bei näherem Hinsehen können sich daraus

aber schwierige Abgrenzungsfragen

ergeben, welche verschiedentlich zu

Gerichtsverfahren führten.

ve Rolle im täglichen Geschehen ausübt

und selber Hand anlegt. Eine bloss gelegentliche

Mithilfe genügt nicht, um als

Bewirtschafter oder als anspruchsberechtigte

Person gelten zu können.

Zur Betriebsführung gehört unter anderem

die Vorbereitung und das Treffen

von Entscheidungen sowie deren Umsetzung

und Kontrolle. Die Bewirtschaftung

umfasst sowohl die geistige Auseinandersetzung

mit dem betrieblichen

Geschehen als auch die praktische Ausführung.

Den Eigentums- oder Besitzverhältnissen

dagegen kommt keine

selbstständige Bedeutung zu. Zu fragen

ist etwa: «Wer trägt das unternehmerische

Risiko?», «Wessen Arbeitskraft und

Investitionen sind für die Produktion

entscheidend?» und «Wer hat den

Hauptnutzen?».

Keine Vermischung mit der

50 %-Regel In der Praxis wird das

Kriterium «auf eigene Rechnung und

Gefahr» nicht selten auch mit der in der

DZV enthaltenen Bestimmung vermischt,

gemäss welcher mindestens

50% der Arbeiten, die für die Bewirtschaftung

des Betriebs erforderlich sind,

von betriebseigenen Arbeitskräften ausgeführt

werden müssen. Als betriebseigene

Arbeitskräfte gelten die Betriebsleiterfamilie

und die Angestellten mit

ordentlichem Arbeitsvertrag. Lohnun-

Wer gilt als Bewirtschafter?

Vorab gilt es den Begriff «Bewirtschafter»

zu klären. Als Bewirtschafter gilt die

natürliche oder juristische Person oder

die Personengesellschaft, die einen Betrieb

auf eigene Rechnung und Gefahr

führt (Art. 2 Abs. 1 der landwirtschaftlichen

Begriffsverordnung, LBV).

Das Kriterium der Betriebsführung

«auf eigene Rechnung und Gefahr»

weist laut dem Bundesverwaltungsgericht

darauf hin, dass als Bewirtschafter

nur gelten kann, wer einen Betrieb tatsächlich

und unabhängig führt. Diejenige

Person ist als Bewirtschafter zu betrachten,

welche das wirtschaftliche

Risiko trägt, im Betrieb eine massgebende

Funktion bei der Führung und Entscheidfällung

einnimmt sowie eine akti-

10 5 2011 · UFA-REVUE


MANAGEMENT

ternehmer und andere im Auftrag arbeitende

Personen zählen nicht dazu. Es ist

durchaus möglich, einen Teil der Arbeit

durch einen Lohnunternehmer ausführen

zu lassen.

Für die Direktzahlungsberechtigung

spielt aber eine Rolle, ob das wirtschaftliche

Risiko nach wie vor beim Bewirtschafter

liegt oder ob es an einen anderen

Landwirt abgegeben wird. Mit

anderen Worten: auf bestimmten Flächen

im Auftrag Arbeiten ausführen zu

lassen, ist nicht das gleiche wie wenn

bestimmte Flächen vollständig einem

anderen Landwirt zur Bewirtschaftung

überlassen werden und dieser andere

Landwirt das Risiko trägt.

Bis vor das Bundesverwaltungsgericht

Die Frage, wer in einem bestimmten

Bereich «auf eigene Rechnung

und Gefahr» wirtschaftet, kann sich

nicht nur bei Flächen, sondern auch bei

der Tierhaltung stellen. Das Bundesverwaltungsgericht

hatte im vergangenen

Jahr einen Fall zu beurteilen, in welchem

es strittig war, ob ein Landwirt,

welcher bei der Betriebsstrukturdatenerhebung

eine Vielzahl von Schafen deklarierte,

für diese effektiv auch direktzahlungsberechtigt

war. Die Tiere wurden

grösstenteils auf dem Betrieb des

Landwirts gehalten und betreut, gehörten

aber einem Wanderschafhirten,

welcher auch die Entscheidungen im

Zusammenhang mit dem An- und Verkauf

der Schafe traf.

Für das Bundesverwaltungsgericht

war klar, dass der Landwirt den Betriebszweig

«Schafhaltung» nicht auf eigene

Rechnung und Gefahr führte. Die

Voraussetzungen zum Bezug von Direktzahlungen

für den Betriebszweig

«Schafhaltung» waren nicht erfüllt.

In einem anderen Fall, den das Bundesverwaltungsgericht

im letzten Jahr

zu beurteilen hatte, ging es um einen

Landwirt, der einen viehlosen Betrieb

führt. Für den Bezug von Direktzahlungen

meldete er unter anderem auch

zwei Parzellen an, welche im Eigentum

seines Nachbarn stehen, der einen

nicht-landwirtschaftlichen Pferdebetrieb

führt. Die fraglichen Flächen wurden

von beiden Betrieben bewirtschaftet

beziehungsweise genutzt: vom

Landwirt als Mähwiese für die Dürrfutterernte

und den Verkauf, vom Pferdehof

als Pferdeweide. Für das Bundesverwaltungsgericht

überwog der Nutzen

des Landwirts den Nutzen des Nachbarn

nicht derart, dass von einem

Hauptnutzen seitens des Landwirts hätte

gesprochen werden können. Auch in

diesem Fall waren die Voraussetzungen

für den Bezug von Direktzahlungen somit

nicht erfüllt.

Landwirtschaftliches Unternehmen

Soviel zum Begriff des «Bewirtschafters».

Weiter zu klären ist der zweite

Begriff, derjenige des «Betriebs». Als

Betrieb gilt ein landwirtschaftliches Unternehmen,

das rechtlich, wirtschaftlich,

organisatorisch und finanziell selbstständig

sowie unabhängig von anderen

Betrieben ist (Art. 6 Abs. 1 Bst. c LBV).

Diese Anforderung ist nicht erfüllt,

wenn der Bewirtschafter die Entscheide

zur Führung des Betriebes nicht unabhängig

von Bewirtschaftern anderer Betriebe

treffen kann oder die auf dem Betrieb

anfallenden Arbeiten ohne

anerkannte Gemeinschaftsform (Betriebsgemeinschaft,

Betriebszweiggemeinschaft)

mehrheitlich von anderen

Betrieben ausgeführt werden (Art. 6

Abs. 4 Bst. a und c LBV).

Das Bundesverwaltungsgericht hatte

im vergangenen Jahr die Frage zu beantworten,

ob ein Pferdezuchtbetrieb die

Voraussetzungen für den Bezug von Direktzahlungen

erfüllt, auch wenn über

mehrere Jahre kein nennenswerter

Ertrag daraus erwirtschaftet werden

konnte. Es hielt fest, dass das Landwirtschaftsgesetz

(LwG) eine einkommensabhängige

Begrenzung der Direktzahlungen

lediglich nach oben vorsieht.

Nach unten sei die Höhe des landwirtschaftlichen

Einkommens nicht begrenzt.

Demzufolge lasse sich das Ziel,

nur Betriebe zu unterstützen, die einen

Gewinn erwirtschaften, nicht auf das

LwG abstützen. Im Falle des Pferdezuchtbetriebs

hatten die kantonalen

Behörden aus Sicht des Bundesverwaltungsgerichts

deshalb den Direktzahlungsanspruch

zu Unrecht mit der

Begründung verneint, die Pferdezucht

könne mangels Ertrags nicht

als landwirtschaftlicher Betrieb im Sinne

der LBV qualifiziert werden.

Einfach ein paar

Pensionspferde auf

Koppeln halten und

den Lohnunternehmer

rufen reicht nicht, um

Direktzahlungen zu

erhalten.

Bild: agrarfoto.com, amw

Rechtlich selbstständig Die Frage,

was «rechtlich selbstständig» heisst,

war schon Gegenstand eines Bundesgerichtsurteils.

Eine Bauernfamilie hatte

UFA-REVUE · 5 2011 11


MANAGEMENT

einen Betrieb nicht verlassen, obwohl

der Pachtvertrag abgelaufen war. Sie

machten für die Zeit, in welcher sie den

Betrieb weder als Eigentümer noch als

Pächter bewirtschafteten, Direktzahlungen

geltend und argumentierten, die

tatsächlichen Leistungen, deren Erbringung

mit den Direktzahlungen gefördert

werden soll, würden ja erbracht.

Darauf komme es nicht allein an, hielt

das Bundesgericht fest. Selbstständige

rechtliche Bewirtschaftung setze notwendigerweise

voraus, zur landwirtschaftlichen

Nutzung eines Betriebes

berechtigt zu sein. Es könne nicht der

Sinn der gesetzlichen Regelung über die

Direktzahlungen sein, rechtswidriges

Verhalten zu fördern. Der Bauernfamilie

wurde für die Zeit, in welcher sie den

Hof zwar noch bewirtschaftete, jedoch

keinen Pachtvertrag mehr hatte, die Direktzahlungen

verweigert.

Analogien zum Steuerrecht Für

die Eingrenzung der Kriterien «auf eigene

Rechnung und Gefahr» und «selbstständig

und unabhängig» kann meiner

Meinung nach mindestens teilweise

analog der Rechtsprechung entschieden

werden, welche im Steuerrecht die

selbstständige von der unselbstständigen

Erwerbstätigkeit abgrenzt. Gemäss

der steuerrechtlichen Praxis beruht eine

selbstständige Erwerbstätigkeit im Allgemeinen

auf einer frei gewählten eigenen

Organisation, tritt nach aussen in

Erscheinung und wird auf eigene Rechnung

und Gefahr ausgeübt. Dagegen

wird bei einer unselbstständigen Erwerbstätigkeit

Arbeit auf bestimmte

oder unbestimmte Zeit gegen Lohn in

Abhängigkeit von einem Arbeitgeber

geleistet und man ist an Instruktionen

der Arbeitnehmer gebunden.

Wenn also zwei Landwirte so eng zusammen

arbeiten, dass der eine von

beiden mehr oder weniger nur noch an

die Instruktionen des «Partners» gebunden

ist und quasi Arbeit gegen

Lohn leistet, dann dürften auch die

Vor aussetzungen für den eigenständigen

Bezug von Direktzahlungen nicht

mehr erfüllt sein.

Andererseits ist es aber durchaus zulässig,

Teile von Betriebsflächen im

Auftrag bewirtschaften zu lassen, ohne

die Anspruchsberechtigung auf Direktzahlungen

einzubüssen. Dabei ist es allerdings

empfehlenswert, dies klar und

wenn möglich schriftlich zu regeln.

Folgen einer Falschdeklaration

Direktzahlungen können gekürzt oder

verweigert werden, wenn der Gesuchsteller

das Landwirtschaftsgesetz (LwG),

die Ausführungsbestimmungen oder die

gestützt darauf erlassenen Verfügungen

verletzt, zum Beispiel wenn er vorsätzlich

oder fahrlässig falsche Angaben

macht. Sanktionen erfolgen gemäss der

Richtlinie der Landwirtschaftsdirektorenkonferenz

zur Kürzung der Direktzahlungen.

Bei vorsätzlicher oder wiederholter

Verletzung von Vorschriften

können die Kantone die Gewährung

von Beiträgen bis höchstens fünf Jahre

verweigern.

Macht ein Gesuchsteller auf dem Erhebungsformular

geltend, er sei der Bewirtschafter

eines Betriebs, obwohl dieser

Betrieb nicht unabhängig ist, oder

gehören deklarierte Flächen oder Tiere

in Wahrheit nicht oder nur teilweise

zum Betrieb, so liegt eine Falsch -

deklaration in Bezug auf wesentliche

Anspruchsvoraussetzungen für Direktzahlungen

vor.

In dem oben erwähnten Fall betreffend

Schafhaltung wurden die Direktzahlungen

verweigert. Hingegen konnte

dem Landwirt nicht angelastet

werden, die falschen Angaben seien

fahrlässig oder vorsätzlich erfolgt. Laut

dem Bundesverwaltungsgericht hätte

eine zu sanktionierende Falschdeklaration

nur dann vorgelegen, wenn der

Landwirt objektiv betrachtet nicht in

guten Treuen davon ausgehen konnte,

Anspruch auf Direktzahlungen erheben

zu können. Dies war jedoch nicht der

Fall. Um Fehler beim Ausfüllen des Formulars

zu vermeiden, hatte er den

Ackerbaustellenleiter um Rat gebeten.

Dieser hatte ihm geraten, die Schafe zu

deklarieren. Laut dem Bundesverwaltungsgericht

durfte der Landwirt aufgrund

seines Wissenstands und seiner

persönlichen Verhältnisse auf die Auskunft

des Ackerbaustellenleiters vertrauen.

Ihm wurden für die Schafe zwar

keine Direktzahlungen ausgerichtet. Er

wurde aber nicht bestraft durch weitere

Direktzahlungs-Kürzungen.

Hobby-Schafhalter

erhalten in der Regel

keine Direktzahlungen

Bild: agrarfoto.com, amw

Autor Der Agronom

und Rechtsanwalt

Andreas Wasserfallen ist

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UFA-REVUE · 5 2011 13


MANAGEMENT

Prolait zu Besuch in der Ostschweiz

REGIONALPRODUKTE bieten den Konsumenten kulinarische Highlights,

erhalten die Wertschöpfung der Bauern und geben Impulse gegen festgefahrene Strukturen

in der Milchwirtschaft. Das sahen Vertreter von einer der grössten

schweizerischen Milchverbände, Prolait, im Zürcher Oberland.

Daniela

Clemenz

Michael

Dubach

ETH-Dozentin Dominique

Barjolle (3.v.l.)

besichtigt mit Prolait-

Verantwortlichen die

kleinste PMO, jene der

Käserei Girenbad, im

Zürcher Berggebiet.

Prolait ist eine der grössten Schweizer

Milchproduzentenorganisation.

1500 Mitglieder aus dem

Kanton Waadt, Neuenburg und

Freiburg produzieren über 240 Mio. kg

Milch. Mitte Februar 2011 reichte es

den Verantwortlichen von Prolait. Sie

beschlossen aus der Branchenorganisation

Milch (BOM) auszutreten. Der Präsident

Benjamin Henchoz aus Essertines-sur-Yverdon

(VD) bekräftigt im

Gespräch, dass sie nicht grundsätzlich

gegen eine Branchenorganisation seien,

sondern ihr Austritt solle ein strategisches

Fanal sein, denn auf Seiten der

Branchenorganisation vermissen sie den

echten Willen, die Milchmenge zu steuern.

Nun, zwei Monate später begeben

sich fünf Prolait-Verantwortliche auf eine

Exkursion. Mit dabei sind der Präsident

Benjamin Henchoz, der Geschäftsführer

Eric Jordan, sein Vize Daniel

Geiser, der Landwirt Marc Benoit aus

Romainmôtier (VD) und der Käser Jean-

Luc Bignens aus Gimel (VD). Organisiert

hatte den Ausflug die ETH-Dozentin

Dominique Barjolle. Sie ist der Meinung,

dass der Käsemarkt in der

Schweiz, vor allem in punkto Weichkäse

noch Marktpotenzial aufweise. So führte

sie die Prolait-Verantwortlichen zum

Regionalmarketingprojekt «natürli®»,

das 1992 vom heutigen Regionalmanagement

Pro Zürcher Berggebiet (PZB)

gegründet wurde und Mitglied beim

Gütesiegel «Das Beste der Region» ist.

Unter einem breiten Angebot verschiedener

Käsesorten aus der Region findet

sich eine breite Zahl von Weichkäsen.

Prolait hat bisher keine Erfahrungen

mit Weichkäse, denn 60 % der Prolait-

Milch fliesst in die Gruyère-Produktion

und die übrige Milch geht als Industriemilch

vor allem an die Cremo.

Kleine Strukturen, kleine Wege

Besichtigt wird die kleinste aller PMO

der Schweiz, nämlich jene der Käserei

Girenbad (ZH). Beteiligt sind acht Produzenten,

verarbeitet werden rund 1

Mio. kg Milch. Jeden ersten Dienstag im

Monat treffen sich die Genossenschafter

mit Christa Egli-Bieri. Die eidg. dipl.

Milchtechnologin HF ist für die Käseproduktion

verantwortlich und stellt gemeinsam

mit ihren Angestellten rund 15

Käsesorten her.

Am monatlichen Höck erfolgt das

Mengenmanagement. Preise werden

festgelegt, Qualitätsprobleme diskutiert

und es wird gefachsimpelt.

Einer von ihnen ist Hans Röthlisberger,

den die Prolait-Verantwortlichen

auch besuchen. Im letzten Milchjahr bezahlte

Christa Egli-Bieri ihren Produzenten

im Durchschnitt 98 Rp/kg Milch,

ausgehend von einem Basispreis von 88

Rappen plus Gehalts- und Qualitätszahlungen.

Am meisten profitieren momentan

die beiden Bauern mit Jerseykühen.

Sie erhalten aufgrund der

gehaltvollen Jerseymilch auf den Basispreis

24 Rappen mehr an Gehaltszahlungen.

Umgekehrt gibt es bei Qualitätsproblemen

rigorose Abzüge bis hin

zu Milchliefersperre.

Regionale Mengensteuerung

Geht der Absatz zurück, muss auch die

Milchmenge gekürzt werden und die

Bauern gleichen untereinander aus, erklärt

Hans Röthlisberger. Kann mehr geliefert

werden, wird auch das sachlich

und nüchtern geregelt. Es wird untereinander

konstruktiv nach Lösungen gesucht,

was bei der BOM heute nicht

möglich scheint.

Die BOM muss aber nicht nur die

Milchmenge in den Griff bekommen, es

gilt auch den Butterberg von momentan

rund 8500 t zu verwerten. Was macht

die PMO Girenbad mit dem Milchfett?

«Rahmverwertung ist kein Problem», erklärt

Christa Egli. Es sei schon vorgekommen,

dass sie Rahm dazukaufen

musste, denn sie braucht den Rahm für

die Doppelrahmweichkäse.

Käsevermarktung 10 % ihrer Käse

verkauft Christa Egli in ihrem «Chäsi-Laden»

oder an nahe Gastrobetriebe. Der

grosse Rest übernimmt der Logistikbetrieb

des Regionalmarektingprojektes,

wovon Alfred Bieri Geschäftsführer ist.

20 Käsereien des Zürcher Berggebiets

produzieren unter der Regionalmarke

«natürli®» über 150 verschiedene

hochwertige Rohmilchkäse. In Saland

befindet sich das Regional zentrum PZB

AG, eine Aktien gesell schaft, wo das Regionalmanagement,

Landwirte, Käsereien,

Privatpersonen und Gemeinden Aktionäre

sind. In diesem Zentrum ist der

Logistikbetrieb eingemietet. Das Gebäude

ist ausgestattet mit einem stattlichen

Tonsteingewölbe-Käsekeller, einer

Entwicklungs käserei, Verarbeitung,

14 5 2011 · UFA-REVUE


MANAGEMENT

Die Waadtländer-Prolait, Benjamin Henchoz, Eric Jordan,

Daniel Geiser, Marc Benoit und Jean-Luc Bignens auf

dem Hof der Familie Röthlisberger in Gibswil.

biet. Er ist mit den Käsern auf du und

du. Mit Reifung in seinen Tonsteingewölbe-Kellern,

mit Schmieren, Pflegen

und Weiterverarbeiten holt er das Maximun

an Aromen heraus. «Rund 50 %

des Aromas beim Käse entstehen bei

der Reifung», erkärt er. Ihn kann man

fragen, er gibt Auskunft - getreu dem

Natürli-Motto: «Uns können sie fragen,

WIR verraten ihnen unser Geheimnis.»

Käsermeisterin

Christa Egli-Bieri

mit einem Käselaib

«Girenbader Ur-

Eiche».

Alfred Bieri präsentiert geräucherten

Bio-Mozzarella - Sieger bei der

Bergkäse-Olympiade in Verona 2005.

Rüstung und einem Chalet, um Käsedegustationen

durchzuführen. Verkauft

werden die natürli-Produkte direkt ab

der Käserei, auf Märkten, an über 300

Detaillisten, 150 Gastrobetriebe und

zwei natürli-Läden im Zürcher Hauptbahnhof

und Winterthur. Geplant ist ein

neues Franchisingsystem, womit ein ergänzendes

Verkaufsnetz aufgebaut werden

soll.

Bieri ist ein Spezialist zur Veredlung

des Käses, ein so genannter Affineur. Er

kennt die Milchproduzenten, die Viehrassen,

das Klima im Zürcher Bergge-

Uns können Sie fragen Und das

Geheimnis sei, ein qualitatitativ einwandfreies

Ausgangsprodukt, nämlich

Rohmilch in bester Qualität. Je nach Käserei

werden sogar einzelne Anlieferungen

der Landwirte verarbeitet. Es entsteht

keine standardiersierte Qualität,

sondern ein Spitzenprodukt. Absolut

top sei eine so genannte sortenreine Käseproduktion,

wo von jeder Kuhrasse

die Milch separat verarbeitet werde. Ein

Beispiel ist der international prämierte

Blauschimmelkäse aus Jerseymilch. Die

Milch zusammenschütten ergäbe eine

Mischmilch, eine «Assemblage», wie es

Alfred Bieri nennt. Dabei gehen viele

charakteristische Aromen unter.

Handwerk, Tradition und Innovation

Ein weiteres Geheimnis ist

Handwerk und Tradition. Christa Egliist

in der dritten Generation am Käsen,

ihr Grossvater hat dort, wo sie heute pro

Tag bis zu sechs verschiedene Käse herstellt,

jeweils zwei Emmentaler-Laibe

pro Tag gemacht. Auf dieser Basis von

sorgfältigstem Handwerk werden neue,

innovative Käsesorten wentwickelt. Oft

ist ihr Vater Paul mitbeteiligt und gibt

wertvolle Impulse.

Strukturwandel Ein drittes Geheimnis

liegt an den landwirtschaftlichen

Strukturen. Für Spezialitäten braucht es

Chargen Rohmilch von höchster Qualität,

die mit grosser Sorgfalt von den

bäuerlichen Familienbetriebe im Zürcher

Berggebiet hergestellt werden.

Alfred Bieri macht sich diesbezüglich

Sorgen. Heute gäbe es in der Region

rund 165 Milchproduzenten, die für das

Regionalmarketingprojekt Milch produzieren.

Der Strukturwandel führt dazu,

dass der Nachwuchs auf den bäuerlichen

Familienbetrieben oft keine Existenz

mehr findet und immer öfters wird

auf Mutterkuhhaltung umgestellt.

Käsegeschichte Die Waadtländer-

Prolait-Vertreter machen sich auf den

Heimweg. Sie haben erfahren, jeder Käse

– eine Geschichte. Jeder Käse ein Extrakt

aus Landschaft, Know-how, Keller

und Leidenschaft, vergleichbar wie mit

der Weintradition des Waadtlandes.

Regionalprodukte sind keine Lösung

für 240 Mio. t Milch. Schweizweit werden

nur ca. 5 % der Milch via Spezialiäten

und Regionalprodukte vermarktet.

Aber lernen lässt sich aus diesen Struktur

doch einiges.


Autoren Daniela

Clemenz, UFA-Revue,

8401 Winterthur

Michael Dubach, Pro

Zürcher Berggebiet,

Regionalmanagement

Gujerstrasse 20,

8494 Bauma

www.prozb.ch

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UFA-REVUE · 5 2011 15


MANAGEMENT

UMFRAGE

Nachfragen, manchmal sinnvoll

Jeweils im Monat Mai müssen die

Landwirte für die Direktzahlungen

ihre Datenerhebung durchführen.

Dies geschieht je nach Kanton online

oder in Papierform. Eine repräsentative

Umfrage der UFA-Revue zeigte,

dass die überwiegende Mehrheit (80%)

der befragten Landwirte diese Maierhebung

normalerweise selbstständig erledigt.

Rund jeder Sechste (16%) benötigt

Tipps oder eine Beratung des Ackerbaustellen-Leiters.

Dies dürfte damit zusammenhängen,

dass bei den Agrar-

massnahmen ab und zu Änderungen

vorgenommen werden und sich die

Landwirte absichern möchten, die Formulare

auch korrekt ausgefüllt zu haben.

Andererseits gibt es auch Bauern,

welche über keinen PC verfügen und die

Erhebung durch den Ackerbaustellen-

Leiter machen lassen.

Nur gerade 4% der Bauern lassen die

Datenerhebung gegen eine Entschädigung

durch Dritte, wie zum Beispiel eine

Treuhandstellen, durchführen. Die

beiden Sprachgebiete unterscheiden

sich insofern, als

dass die Landwirte

in der

Deutschschweiz vermehrt Tipps oder

Beratung in Anspruch nehmen als ihre

Berufskollegen in der Romandie.

Nachfragen bei einem Ackerbaustellenleiter

sei manchmal sinnvoll, erklärt

der Agronom und Jurist Andreas Wasserfallen

und stützt sich dabei auf ein

Urteil des Bundesverwaltungsgerichts

aus dem Jahre 2010 (UFA-Revue Seite

12). Einem Landwirt konnte nicht angelastet

werden, falsche Angaben fahr -

lässig oder gar vorsätzlich gemacht zu

haben und dies, weil er den Ackerbaustellenleiter

beigezogen und um Rat gebeten

hatte. «Solche Rückfragen können

auch dazu beitragen,

Sorgfaltspflichtverletzungen zu vermeiden»,

fügt Andreas Wassenfallen an.

Erledigen Sie die Datenerfassung

für die Direktzahlungen

selbstständig?

Auftrag

an Dritte

6%

Selbständig

ausfüllen

88 %

Die aktuelle repräsen -

tative Umfrage wurde

vom Marktforschungs -

institut TransferPlus AG

in Stansstad im Auftrag

der UFA-Revue

im April 2011

durch geführt.

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Total Schweiz

Selbständig

ausfüllen

80 %

Tipps und

Beratung

16 %

Auftrag

an Dritte

4%

Selbständig

ausfüllen

78 %

Deutschschweiz

Westschweiz

Tipps und

Beratung

20 %

Tipps und

Beratung

6%

Auftrag

an Dritte

2%

16 5 2011 · UFA-REVUE


8. APRIL 2011

REGION

METTLEN ■ Der Präsident Bernhard

Gysel, Wilchingen SH,

blickt zurück auf ein für die

Schweizer Milchwirtschaft bewegtes

Jahr. Der Druck auf den

Milchpreis blieb nach wie vor

hoch. Auf der politischen Ebene

seien die Motion Aebi mit den

unendlichen Diskussionen rund

um eine Mengensteuerung sowie

die Beschlüsse der Branchenorganisation

Milch die

Dauerthemen gewesen.

So viel Käse importiert

wie noch nie

Wie Gysel erklärt, ist der Import

von 46 892 Tonnen Käse – so

viel wie noch nie – schlecht für

die schweizerische Milchwirtschaft.

Vor a lem beim Segment

Frischkäse habe sich der Import

in den letzten zehn Jahren verdoppelt.

Zum Glück sei die Verkäsungszulage

von 15 Rappen

pro Kilo vom Bund wieder zugesichert

worden. Durch die anhaltend

hohe Milchproduktion

würden die Butterberge zu einem

Dauerthema und es vorerst

auch bleiben, sagte Gysel.

Butterabräumung kostete PO

Ostschweiz 570 000 Franken

DOMAT/EMS ■ «Das ehrgeizige

Ziel wäre, bis Ende Juni den Verkauf

für das Grossägewerk in Domat/Ems

abgeschlossen zu haben»,

erklärt Paolo Giorgetta,

Projektleiter Standortentwicklung

Industrie vom Bündner

Amt für Wirtschaft und Tourismus,

auf Anfrage. Doch gesichert

sei dieser Termin noch lange

nicht. Denn zuerst müssen einmal

konkrete Angebote eingereicht

werden.

Konkursamt ist für

Verkauf zuständig

Gemäss Beat Caluori, Leiter

des Konkursamts Imboden, werden

diese Angebote auf Anfang

Mai erwartet. Aufgabe des Konkursamt

sei es im Moment, das

Ko lokationsverfahren – also die

Zusammenste lung der Forderungen

aler Gläubiger – abzuschliessen.

Obwohl der Verkauf über das

Konkursamt läuft, hat der Kanton

ein grosses Interesse an einem

erfolgreichen Weiterbetrieb

des Grosssägewerks. Deshalb

unterstütze der Kanton das Konkursamt

selbstverständlich, betont

Giorgetta. Da der Kanton

die erste Anlaufste le für Infor-

Auch die von den Michproduzenten

finanzierte Butterabräumung

brachte wenig Entlastung.

A leine die PO Ostschweiz kostete

die Butterabräumung 570 000

Franken. Gysel hofft, dass die

Branchenorganisation Milch

und die Swissness-Gesetzgebung

zur Verbesserung der

Marktlage beitragen. Geschäftsführer

Reto Rauch, der bei der

Gründung dabei war, hat seinen

Rücktritt erklärt. Gysel wörtlich:

«Reto hat Enormes geleistet.»

Die Arbeit wurde vorübergehend

neu aufgeteilt. Nach sechsjähriger

Tätigkeit als Präsident der PO

Ostschweiz erklärte Gysel seinen

OSTSCHWEIZ/ZÜRICH

Team / Die neue Ostschweiz-Regional -

ausgabe der «BauernZeitung» ist da.

Die Ostschweizer Redaktion besteht aus

Christian Weber und Jeanne Woodtli. SEITE 13

Neuer Präsident für die PO Ostschweiz

PO Ostschweiz / An der Delegiertenversammlung zieht die PO Ostschweiz Bilanz. Im Vorstand und der Geschäftsleitung gibt es Wechsel.

Der neue Präsident Mathias Eggenberger (links), der scheidende Präsident Bernhard Gysel und Walter Arnold. (Bild Mario Tosato)

Interessenten, aber noch keine Eingabe

Holzwirtschaft / Die im Konkurs stehenden Grosssägerei Domat/Ems

ist im Kollokationsverfahren. Nach wie vor wird ein Käufer gesucht.

Die Arbeiten im Grossägewerk

sind sti lgelegt. (Bild RaY)

mationen ist, wisse er, dass

ernsthafte Interessenten da sind.

Wie viele davon am Schluss dann

wirklich eine konkrete Eingabe

machen, sei aber noch offen.

Auf jeden Fa l hofft Giorgetta,

dank einem erfolgreichen Verkauf

möglichst viele Gläubiger

entschädigen zu können. Ebenfa

ls auf einen baldigen Käufer

hofft Markus Fischer, Präsident

von Graubünden Holz. Denn seit

dem Konkurs des Sägewerks in

Domat/Ems sei der Erlös für

Waldeigentümer um 20 bis 30

Prozent gesunken. Vor a lem für

die Gemeinden, die einen grossen

Teil des Waldes besitzen, sind

diese Verluste riesig. Aber auch

für die Landwirte, die zum einen

Waldbesitzer, aber auch Forstarbeiter

sind, habe die jetzige Situation

negative Auswirkungen.

Bündner Waldwirtschaft

ist lieferbereit

Um die Holzbeschaffung für

einen a lfä ligen neuen Betreiber

abzusichern, startete Graubünden

Holz eine Umfrage unter

Waldbesitzern über die Lieferbereitschaft.

Und das Resultat

zeigt, dass die Bündner Waldwirtschaft

lieferbereit ist. «Das

Sägewerk in Domat/Ems muss

rund 350 000 Kubikmeter Holz

im Jahr verarbeiten. Mindestens

150 000 Kubikmeter davon

könnten aus dem Bündner Wald

geliefert werden», so Fischer.

Auch hätten ihm umliegende

Kantone Lieferungen zugesichert.

Yvonne Rauch

Rücktritt als Präsident. Er wird

aber weiterhin im Vorstand bleiben.

Zum neuen Präsidenten

wurde Mathias Eggenberger gewählt.

Der gesamte Vorstand

wurde für eine weitere Amtsperiode

einstimmig bestätigt. Im

Auftrag des Vorstands informiert

AZA 3000 BERN 25 POSTCODE 1 100. JAHRGANG 8. APRIL 2011 – NR. 14 – FR. 2.20

BAUERNZEITUNG

O F F I Z I E L L E W O C H E N Z E I T U N G D E R B Ä UER L I C H E N O R G A N I S A T I ONE N D E R S C H W E I Z

BERN ■ Der Bundesrat lehnt die

Bruno Zuppiger / Der Präsident

Brandursache

weiter unklar

des Schweizerischen Gewerbeverbandes

sieht das Gewerbe im

Vergleich mit der Schweizer Landwirtschaft

benachteiligt. SEITE 3

SARGANS ■ Drei Wochen nach

dem Grossbrand der Marktha le

Sargans ist die Brandursache

noch nicht geklärt. Die Brandruine

wurde mittlerweile freigegeben.

In den nächsten Tagen

wird sie abgebrochen. Der Abbruch

werde von der Ermittlungen

eng begleitet, sagt Martin

Wi li, Präsident der Marktha lengenossenschaft

Sargans-Werdenberg.

Die Marktha lengenossenschaft

ist die Besitzerin der

Ha le, ein Neubau ist das klare

Ziel. Wann dieser erfolgen wird,

ist noch nicht klar. Ausserdem

würden auch weitere Standorte

geprüft, so Wi li. Ab dem 26. April

finden auf dem Areal in Sargans

wieder Schlachtviehmärkte

statt. Die Jubiläumsausstelung

«100 Jahre St. Ga ler Braunviehzuchtverband»

musste nach

dem Brand verschoben werden.

Sie findet neu am 16./17. April in

der Marktha le Wattwil statt.

jw

SEITE 9

OSTSCHWEIZ/ZÜRICH

Sennaria / Peter Limacher ist

der Käsemeister der «schönsten

Käserei Europas», der Sennaria

Surselva SA, direkt neben dem

Klosterhof in Disentis. SEITE 10

Raimund Beerli umfassend über

die Geschehnisse rund um die

nicht bewi ligten Mehrmengen

beziehungsweise Überlieferungen

im Milchjahr 2008/09. Am

18. November hat die PO Ostschweiz

eine Verfügung vom

Bundesamt für Landwirtschaft

erhalten.

Der Vorstand sei nicht bereit,

die nicht nachvo lzieh bare Strafaktion

zu akzeptieren. Deshalb

habe man auch eine Beschwerde

beim Bundesverwaltungsgericht

gegen die Verfügung des Bundesamt

für Landwirtschaft eingereicht.

Diese ist zurzeit noch

hängig.

Allgemeinverbindliche SMP-

Beiträge wieder eingezogen

Im vergangenen Jahr siegte

ein Antrag, die a lgemein ver -

bind lichen Verbandsbeiträge

nicht mehr direkt vom Milchgeld

abzuziehen. Stattdessen wurde

diese Aufgabe den Milch -

verbänden überlassen. Jetzt

wird das Rad wieder zurück -

gedreht.

Alfred Sutter, Appenze l, kam

mit seinem Antrag mit 239 Ja zu

53 Nein durch, dass die zwei vom

Bundesrat als a lgemeinverbindlich

erklärten Beiträge für das

Switzerland Cheese Marketing

und für das SMP-Basismarketing

per 1. Mai 2011 direkt der

Milchabrechnung belastet werden.

In der Diskussion wurde

einmal mehr die SMP für ihre

Trägheit und fehlende Weitsicht

kritisiert.

Mario Tosato

In der Nacht auf den 17. März entdeckte eine Polizeipatroui le das Feuer um 1.18 Uhr. Der hölzerne Teil der

24 Meter breiten und 105 Meter langen Marktha le brach weitgehend in sich zusammen. (Bild Kapo St. Ga len)

SARGANS ■ Vor drei Wochen ist

die Marktha le in Sargans bei

einem Grossbrand weitgehend

zerstört worden. Bis heute ist die

Brandursache laut Kantonspolizei

St. Ga len unklar. «Die Brandruine

wurde freigegeben. In den

nächsten Tagen wird mit dem

Abbruch begonnen – dieser wird

aber von den Ermittlungen weiter

begleitet», sagt Martin Wi li,

Brandursache weiter unklar

Bundesrat bleibt bei seinem Nein

Markthalle Sargans / Nach dem Grossbrand finden ab Ende April

wieder Schlachtviehmärkte auf dem Areal der Halle statt.

Zuchtviehexport / Am Donnerstag berät der Nationalrat die Wiedereinführung der Beihilfen. Chancen stehen gut.

Aussichten, dass der Nationalrat abgelehnt worden war. Bereits rat die gleiche geblieben. Die ment darauf hin, dass die Wiedereinführung

der Ausfuhrbei-

Wiedereinführung einer Ausfuhrbeihilfe

für Zucht- und Lösung zustimmen wird, stehen desrat dem Parlament empfohverzerrend

und seien ökonohilfen

seinen bisherigen Ent-

am nächsten Donnerstag dieser vor zwei Jahren hatte der Bun-

Ausfuhrbeihilfen wirkten markt-

Nutzvieh nach wie vor ab. In seiner

am Mittwoch verabschiedeten

sich 16 Kantone und von den wieder einzuführen.

dem international stark umstrit-

gut. In der Vernehmlassung hatlen,

die Exportförderung nicht misch ineffizient. Sie seien zuscheiden

widersprechen würde.

ten Ste lungnahme empfiehlt er Parteien die CVP und die SVP dafür

ausgesprochen. Acht Kanto-

Verhandlungen im Rahmen der aufrechterhalten werden kön-

Sie war 2007 mit Blick auf die ten. Sie könnten deshalb kaum

dem Nationalrat, in der Sondersession

von nächster Woche ne sowie die FDP und die SP waren

dagegen. Die WAK empfiehlt aufgehoben worden. Eine WTO- sicht des Bundesrats die Exportbleme

auf dem Milchmarkt und

Welthandelsorganisation (WTO) nen. Zudem verteuert nach An-

Elmar Bigger haben die Pro-

nicht auf eine von dessen Wirtschaftskommission

(WAK) ausgearbeitete

Vorlage einzutreten. Stimmen bei 1 Enthaltung, der rauf geeinigt, bis 2013 a le Exviehpreise

für inländische Käu-

Nutz- und Zuchttiermarkt zu sei-

dem Nationalrat mit 13 zu 10 Ministerkonferenz hatte sich daförderung

die Zucht- und Nutz-

deren Auswirkungen auf den

Vorlage zuzustimmen.

portsubventionen abzuschaffen. fer. Angesichts der grossen Kuhfleischimporte

der letzten Jahre Viehexport sei gerade für die

nem Vorstoss bewogen. Der

Die von der WAK präsentierte Ein WTO-Abschluss ist aber

Lösung geht auf eine parlamentarische

Initiative des St. Ga ler damit auch dieser Beschluss auflastung

des inländischen Rind-

mit der Aufhebung der Ausfuhr-

nach wie vor in weiter Ferne, und könne auf eine spezifische Ent-

Berglandwirtschaft wichtig. Und

Die WAK möchte den Viehexport

jährlich mit vier Mi lionen SVP-Nationalrats Elmar Bigger geschoben.

viehmarkts im Herbst auch nach unterstützung gebe der Bundesrat

ein Instrument zur Förde-

Franken unterstützen. Damit zurück. Bigger hatte diesen Vorstoss

unternommen, nachdem

den. Es sei zielführender, die rung der Landwirtschaft «leicht-

dem Alpabzug verzichtet wer-

wären für den Bund keine Mehrausgaben

verbunden. Die Mittel eine ähnlich lautende Motion

Bergbauern über Direktzahlungen

zu unterstützen. Zudem

Kommentar rechts

fertig» aus der Hand. hag

so len dem Topf für Direktzahlungen

entnommen werden. Die nommen, vom Ständerat aber nende Haltung ist beim Bundes-

weist der Bundesrat das Parla-

SEITE

2009 vom Nationalrat zwar ange-

Die Begründung für die ableh-

3

Mehrheit der Kantone

für Wiedereinführung

Der Ständerat sprach sich im letzten Herbst

übrraschend für die Einführung einer

f bei Einzonungenaus.

Für den Bundesrat sind die

Direktzahlungen zielführender

ein Anreiz geschaffen werden, überdiemensionierte

Bauzonen zu verkleinern. Das Instrument

ist Bestandteil des indirekten Gegenvorschla-

«Landschaftsinitiative». Jetzt hat die

i l t

Instrument «leichtfertig»

aus der Hand gegeben

Landwirtschaft tut sich mit Mehrwertabschöpfung schwer

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Rinaldo Lottaz / Der Freiburger

Milchproduzent aus Alterswil

kämpft für eine gerechtere

Entschädigung der verschäften

Milchqualitätskriterien. SEITE 31

4 Millionen

lohnen sich

Der Bundesrat lehnt es ab, vier

Mi lionen jährlich aus dem Topf der

Direktzahlungen zu nehmen und

diese vier Mi lionen in den Topf

für Ausfuhrbeihilfen für Zuchtvieh

als Beitrag je exportiertes Stück

Präsident der Marktha lengenossenschaft

Sargans-Werdenberg.

«Ein Neubau ist unser Ziel»,

sagt Wi li weiter. Wann und wo

sei aber noch nicht klar, es würden

weitere Standorte geprüft.

In der Nacht auf den 17. März

hatte eine Polizeipatroui le das

Feuer entdeckt. Der hölzerne Teil

der Ha le brach weitgehend in

sich zusammen. Der Gebäudeschaden

beträgt gemäss Schätzungen

über zwei Mi lionen

Franken. Die Jubiläumsausstellung

«100 Jahre St. Ga ler Braunviehzuchtverband

musste verschoben

werden. Sie findet neu

am 16./17. April in der Markthalle

Wattwil statt. Ab dem 26. April

finden auf dem Areal in Sargans

wieder Schlachtviehmärkte

statt. Jeanne Woodtli

in Angriff genommen. Sie wird die Mehrwertabschöpfung

a lerdings erst im August behandeln.

Die Landwirtschaf tut sich damit schwer.

Im Vorstand des Schweizerischen Bauernverbands

gab es ein Patt. (keystone)

KOMMENTAR

SEITE 2

Hans Rüssli

Zuchtvieh zu legen. Das überrascht

niemanden, der Bundesrat

war schon immer für die Abschaffung

dieser Exportbeihilfen. Er argumentiert,

dass diese Subventionen

international stark umstri ten

seien. Angesichts der grossen

Kuhfleischimporte sei es auch

nicht mehr nötig, nach dem Alpafahrt

den Kuhmarkt zu entlasten.

Kurzfristig gedacht mag der

Bundesrat recht haben. Langfristi

gedacht gibt man mit der Abschaffung

der Ausfuhrbeihilfen

für Zuchtvieh ein wichtiges Mi tel

zur Regulierung der Schweizer

Viehmärkte ohne Not aus der

Hand. Und das ausgerechnet jetzt,

wo derselbe Bundesrat im Rahmen

der Bilateralen I beabsichtigt,

mit der EU über einen Freihandel

in der Landwirtschaft zu

verhandeln. Tatsache ist, dass die

EU ihre Zuchtviehexporte in die

Länder ausserhalb der EU kräftig

subventioniert. Diese Exportsubventionen

verunmöglichen es beispielsweise

gerade jetzt der

Schweiz, Zuchtvieh in die Türkei

zu senden. Das Argument, dass

die Exportsubventionen international

umstri ten sind, kann man

so lange vergessen, bis der nächste

WTO-Abschluss kommt. Aber

so wie es heute aussieht, ist ein

WTO-Abschluss noch in weiter

Ferne. Kein Grund also, vorauseilenden

Gehorsam zu leisten.

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9

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erstattung über die Landwirtschaft in der Ostschweiz.

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UFA-REVUE · 5 2011 17


MANAGEMENT

Maschinenlärm – keine Musik

für alle Ohren

NACHTRUHESTÖRUNG Während die nichtlandwirtschaftliche Bevölkerung im

Garten und auf dem Sitzplatz Oasen der Ruhe sucht, steigt bei den Landwirten das

Arbeitspensum mit Säen, Silieren und Erntearbeiten.

Martin

Goldenberger

Mit dem Frühling haben viele Menschen

den Drang ihre Freizeit im

Garten und auf dem Sitzplatz zu

verbringen. In Ruhe ein Stück

Fleisch auf dem Grill braten, ein Glas

Wein trinken und mit Freunden die lauen

Abende im Gespräch geniessen. Das

gilt als Erholung und steigert die Lebensqualität

der ländlichen Bevölkerung

beträchtlich.

Die Bauern hingegen müssen das

schöne Wetter nutzen! Es gibt viel zu

tun auf den Feldern wie pflügen und eggen

für die Maissaat, Gras mähen und

silieren, Pflegemassnahmen bei Ackerkulturen

und weiteres mehr. Akribisch

werden die Wettervorhersagen verfolgt

und je nachdem, geht es nach den Stallarbeiten

nochmals zurück aufs Feld um

bis zum Eindunkeln oder bis spät in die

Nacht möglichst viel Arbeit verrichten

zu können.

Der Strukturwandel trägt das seine zu

verdichteten Arbeitszeiten bei, denn die

Betriebe werden immer grösser und die

Anzahl der zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte

sinkt. Um Arbeitsspitzen zu

brechen und spezialisierte Lohnmaschinen

bestmöglich einzusetzen, werden

oftmals die Nächte, Sonntage oder auch

christliche Feiertage zu Arbeitstagen.

Lärmwarnung Reklamationen bei

Gemeindebehörden und der Polizei

häuften sich in der Vergangenheit. Sind

Schönwetterperioden vorhersehbar,

zum Beispiel vor Pfingsten, bitten einzelne

kantonale Bauernverbände im Voraus

mit einer «Lärmwarnung» die nichtlandwirtschaftliche

Bevölkerung um

Verständnis. Eine gute Idee, welche sicherlich

eine Wirkung hat, aber kaum

alle Lärmbetroffenen erreicht.

Barrikaden Was ist denn nun erlaubt

und was nicht? Wann darf ein Polizist

dem Landwirt die Maschinen abstellen?

Dürfen Barrikaden auf

Quartierstrassen weggeräumt werden,

damit die Maschinen weiterhin durchfahren

können?

Nicht alles was rechtlich erlaubt ist,

wirkt nachhaltig und tut dem Ansehen

der Landwirtschaft gut! Wenn Bewoh-

Gesetzestexte

Art. 684 ZGB Immissionsschutz

III. Nachbarrecht · 1. Art der Bewirtschaftung

1 · Jedermann ist verpflichtet, bei der Ausübung seines Eigentums, wie namentlich bei dem Betrieb eines Gewerbes auf

seinem Grundstück, sich aller übermässigen Einwirkung auf das Eigentum der Nachbarn zu enthalten.

2 · Verboten sind insbesondere alle schädlichen und nach Lage und Beschaffenheit der Grundstücke oder nach

Ortsgebrauch nicht gerechtfertigten Einwirkungen durch Rauch oder Russ, lästige Dünste, Lärm oder Erschütterung.

Lärmschutz-Verordnung (LSV) vom 15. Dezember 1986, SR 814.41

In der LSV sind diverse Bestimmungen enthalten, welche die Landwirtschaft betreffen. Es sind dies u. a.: Art. 4 Grundsatz

1 · Die Aussenlärmemissionen beweglicher Geräte und Maschinen müssen so weit begrenzt werden: (A) – als dies

technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist und (B) – dass die betroffene Bevölkerung in ihrem

Wohlbefinden nicht erheblich gestört wird.

Anhang 6, Belastungsgrenzwerte für Industrie- und Gewerbelärm

1 Geltungsbereich

1 · Die Belastungsgrenzwerte nach Ziffer 2 gelten für den Lärm: (A) – von Anlagen der Industrie, des Gewerbes und der

Landwirtschaft; (B) – des Güterumschlages bei Anlagen der Industrie, des Gewerbes und der Landwirtschaft sowie bei

Bahnhöfen und Flugplätzen; (C) – des Verkehrs auf dem Betriebsareal von Industrie- und Gewerbeanlagen sowie auf

dem Hofareal von Landwirtschaftsbetrieben; (D) – von Parkhäusern sowie von grösseren Parkplätzen ausserhalb von

Strassen; (E) – von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen.

2 · Energie, Entsorgungs- und Förderanlagen, Luft- und Standseilbahnen, Skilifte sowie Motorsportanlagen, die

regelmässig während längerer Zeit betrieben werden, sind den Industrie- und Gewerbeanlagen gleichgestellt.

18 5 2011 · UFA-REVUE


MANAGEMENT

ner in einem Quartier Durchgangssperren

an einem Feiertag erstellen, damit

die Silierkette nicht mehr ungehindert

durchfahren kann (was im Kanton Aargau

vorgekommen ist), sollte bei jedem

Landwirt die Alarmglocken zu läuten

beginnen.

Was ist Lärm? Wenn Schall als unangenehm

und störend empfunden

wird, bezeichnet man ihn als Lärm. Ein

6-Zylindermotor tönt für die einen wie

Musik, für die anderen ist es nur Lärm

und Umweltverschmutzung. Lärm ist

nicht einfach fassbar. Das Zivilgesetzbuch

nimmt in Artikel 684 die Eigentümer

von Liegenschaften in die Pflicht,

indem übermässiger Rauch, Russ, lästige

Dünste, Lärm und Erschütterungen

zu Lasten der Nachbarn verboten wird.

Der Bund hat so dann in der Lärmschutzverordnung

(LSV) die wichtigsten

Eckpunkte geregelt (Kasten). Dem Laien

und auch dem Polizisten, der in der

Nacht oder am Sonntag gerufen wird,

nützen diese Bestimmungen aber wenig

für einen sofortigen Entscheid, weil zuerst

komplizierte Messungen getätigt

werden müssen. Klar ist aber der Grundsatz

von Art. 4 LSV, dass Aussenlärm-

Emissionen beweglicher Geräte und

Maschinen begrenzt werden müssen,

wenn dies technisch und betrieblich

möglich, aber für den Verursacher auch

wirtschaftlich tragbar ist. Als Ziel ist definiert,

dass die betroffene Bevölkerung

in ihrem Wohlbefinden nicht erheblich

gestört wird. Die Fragen, die sich für

den Ordnungshüter, sei es Polizei oder

Gemeindebehörde, stellen, sind:

• Ist ein sofortiger Arbeitsabbruch für

den Landwirt wirtschaftlich tragbar

(zum Beispiel, weil am kommenden

Arbeitstag Regen angesagt ist).

• Ist das Wohlbefinden der Nachbarn

erheblich gestört.

Oft müssen die Ordnungshüter unter

Zeitdruck Entscheidungen fällen.

Ruhezeitverordnung Lärmbelästigung

ist auch innerhalb des Wohn -

gebietes ein zunehmendes Problem

(Rasen schneiden, Motorsense, Motorsäge).

Verdichtetes bauen und der Anstieg

der Bevölkerungszahlen bewegen

viele Kantone und Gemeinden dazu,

klare Regeln aufzustellen. Dazu werden

die Polizeireglemente oder Gemeindeordnungen

angepasst, welche oft auch

ausserhalb des Baugebiets gelten. Landwirte

sind gut beraten, sich aktiv bei der

Erarbeitung solcher Grundlagen zu beteiligen

und Ausnahmeregelungen zum

Ausnahmeregelungen für

Erntearbeiten sind möglich.

Tabelle 1: Lärmbelastung

Quelle, Situation, Ort dB(A) Bemerkungen

Presslufthammer 130 Schmerzgrenze

Flugzeug

(> 100 t, Start-Distanz: 100 m) 110

Diskothek (Innenraum) 95 Gefahrenzone

Vorbeifahrender Personenzug 95 – 100

Lastwagen

(50 km/h, Distanz: 7.5 m) 85 – 95

Hupe 85 Risikoschwelle

Personenwagen

(50 km/h, Distanz: 7.5 m) 60 – 80

Angeregte Unterhaltung 65 Unbehaglichkeits- und

Ermüdungsgrenze

Unterhaltung 50

Personenwagen

(Leerlauf, Distanz: 7.5 m) 45 – 55

Ruhige Wohnung (Innenraum) 35 – 45

Blätterrauschen 25 – 30

Stille 0 Hörgrenze

Quelle: Lärmbelastung in der Schweiz, Bundesamt für Umwelt BAFU, 2009

Das physikalische Mass für Lärm ist Dezibel (dB). Eine Erhöhung eines dB-Wertes um 10' dB

entspricht für das Hörempfinden des Menschen einer Verdoppelung der Lautstärke.

Beispiel für saisonale Arbeiten wie die

Maisernte zu verankern. Ohne solche

Sonderregelungen ist es fast nicht möglich,

bei Reklamationen angefangene

Arbeiten während den Ruhezeiten gegen

den Willen von Nachbarn, aber mit

Zustimmung der zuständigen Organe

wie der Polizei, zu erledigen.

Bestehen solche Ruhezeit- und Feiertagsverordnungen,

in denen Lärm verursachende

und sonst wie störende Tätigkeiten

während der Mittagszeit (in

der Regel von 12.00 bis 13.00 Uhr) und

der Nachtzeit (ab 19.00/20.00 Uhr) sowie

an Sonn- und Feiertagen untersagt

sind, haben die darin bezeichneten Organe

(Polizei, Gemeindebehörde) die

Pflicht im Falle einer Widerhandlung

Abhilfe zu schaffen. In der Zeit von 22

Uhr bis 7 Uhr morgens ist in den meisten

Gemeinden jeder Lärm verboten,

der die Nachtruhe stört. Ausgenommen

sind nur kurzfristige Arbeiten zur Behebung

von Notständen oder dringende,

wetterabhängige Arbeiten für Landwirtschafts-

und Gärtnereibetriebe.

Steht der Nachbar bereits neben dem

Traktor oder fährt das Polizeiauto auf

den Hof, ist es meist zu spät für eine gütliche

Einigung. Werden Nachbarn und

Polizei im Voraus über Nachtarbeiten

informiert, kann man an das Verständnis

appelieren und eine Bewilligung erwirken.


Autor Martin

Goldenberger ist

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20 5 2011 · UFA-REVUE


KURZMELDUNGEN

LANDTECHNIK

SDF-Kompetenzzentrum

Same Deutz-Fahr will den Produktionsstandort

Lauingen (D) weiter in

Richtung Kompetenzzentrum für die

Hochleistungstraktoren ausbauen.

Bereits jetzt werden dort die Traktoren

aller vier Marken (Deutz-Fahr,

Same, Hürlimann und Lamborghini)

ab einer Leistung von 130PS gebaut.

In den nächsten vier Jahren wird das

Unternehmen rund 4 Mio. Euro jährlich

dafür investieren. Vorgesehen

ist, neben Schulungsräumen auch die

Deutz-Fahr-Academy weiter auszubauen

und insbesondere eine Teststrecke

zu bauen, so dass in Lauingen

künftig ein Training in Theorie und

Praxis möglich sein wird. Für 2011

plant Same Deutz-Fahr, in Lauingen

rund 5000 Traktoren zu bauen.

Rapid steigert Ergebnis

Rapid ist im Geschäftsjahr 2010 auf

den Wachstumskurs zurückgekehrt.

Das konsolidierte Betriebergebnis

erreichte 6.0 Mio. Fr. (+ 66 %), der

konsolidierte Reingewinn stieg auf

5.1 Mio. Fr. (+116 %) an. Insbesondere

das Industriegeschäft hat nach

dem schwierigen Vorjahr von einer

spürbaren Belebung profitiert, was

sich vor allem im Bereich der Rapid

Eigenprodukte (Einachser) positiv

ausgewirkt hat.

Silagefräse mit Hubgerüst

Für grosse Silagehöhen hat Fliegl die

Silagefräswalze «SFW 490 HG Duplex»

mit Hubgerüst entwickelt. Die

Fräswalze ist an ein stabiles Hub -

gerüst montiert. Bestückt mit einem

umlaufenden Kranz von Fräsmessern,

trennt sie senkrecht, ohne

Aushöhlen und Auflockern der Fräsfläche,

Mais- oder gehäckselte

Grassilage auf einer Breite von

2.50m und bis zu einer Höhe von

4.80m sauber vom Stock ab. Eine

solche Fräsarbeit verhindert ein

Nacherwärmen der Silage. Die Qualität

des Futters bleibt erhalten,

wichtig für hohe Leistungen aus

dem Grundfutter.

Der grosse Durchmesser der Fräswalze

von 49cm und die spezielle

Anordnung der entsprechenden

Messer verhelfen der Fräswalze mit

Hubgerüst zu hoher Leistung bei der

Entnahme. In einer Minute kann sie

bis zu sechs Kubikmeter Maissilage

abfräsen.

Zulassungsstatistik nach PS-Klassen

Nach wie vor werden in der Schweiz

die meisten Traktoren im Leistungssegment

von 81 bis 100PS in Verkehr

gebracht. Dies zeigt eine detaillierte

Analyse der UFA-Revue auf

Basis der Zulassungsstatistik für das

Jahr 2010. Demzufolge wurden von

total 2203 zugelassenen Maschinen

798 Traktoren (Vorjahr 781) in diesem

PS-Bereich neu immatrikuliert.

Zweitstärkste Kategorie ist ebenfalls

wie im Vorjahr das Segment von

101–120PS mit 589 Traktoren (Vorjahr

448). Ebenfalls gesteigert hat

sich die Kategorie von 61–80PS mit

357 Einheiten (Vorjahr 293), wogegen

der Bereich 121–140PS auf 187

Traktoren (Vorjahr 251) abgenommen

hat. Anzumerken bleibt, dass

bei der Einteilung in die PS-Klassen

nicht unterschieden wurde, ob die

PS-Angabe nach «ISO 14396», «ECE

R24» oder einer anderen Norm ermittelt

wurde. Die Werte basieren

Grafik: Traktorenzulassungen Schweiz

Anzahl Traktoren

900

800

700

600

500

400

300

200

100

0

Neue Grubber-Modelle

Den starr angebauten Kompakt-

Grubber «Kristall» bringt Lemken

nun in Arbeitsbreiten von 3, 3.50

und 4 m sowie

klappbar in Arbeitsbreiten

von

4, 5 und 6 m auf

den Markt. Im

Sommer 2011

folgen die aufgesattelten

klappbaren Varianten von

4, 5 und 6 m Arbeitsbreite, nächstes

Jahr schliesslich die Versionen

für den Systemträger «Gigant» in

den Arbeitsbreiten von 8 bis 12 m.

Der «Kristall» ist serienmässig

mit den neuartigen «Trimix» Scharen

(Bild) bestückt, die in einem Arbeitsdurchgang

drei Aufgaben bewältigen:

Die Scharspitze reisst den

Boden tief auf, die Flügelschare mischen

ihn und die angesetzten gedrehten

Flügel stürzen den Boden

noch einmal. Die zusätzliche Politur

der Flügel verbessert zudem das

Fliessverhalten. Dank dieser dreifachen

Effizienz der «Trimix» Schare

benötigt der «Kristall» von Lemken

weniger Zinken, was ihn besonders

leichtzügig macht. Auf diese Weise

mischt er den Boden praktisch so

gut wie drei- und mehrbalkige

Grubber.

zudem auf Angaben der jeweiligen

Hersteller. Meist verkauftes Modell

war 2010 der John Deere «6430»

mit 73 vor dem Fendt «211 Vario»

mit 72 Einheiten.

bis 60 61–80 81–100 101–120 121–140 141–160 161–180 181–200 201–250 251–300 ab 301

PS-Klasse

2009

2010

Subaru «Forester»

übergeben

Als Hauptgewinner des Know-how-

Wettbewerbs 2010 der UFA-Revue

wurde Stephan Bamberger aus Siglistorf

(AG) gezogen. Er gewinnt einen

Subaru «Forester 2.0X AWD

Advantage» und durfte den Schlüssel

dazu zusammen mit seiner Frau

Angela aus den Händen von Marco

Keller, Junior-Chef der gleichnamigen

Garage in Endingen (AG), und

von Martin Weber vom John-Deere-Importeur

Matra entgegennehmen.

Die Familie Bamberger bewirtschaftet

einen Betrieb mit Fresserund

Grossviehmast sowie Ackerbau.

Daneben haben sie ein Lohnunternehmen,

über das sie Arbeiten rund

um den Ackerbau, von der Saat bis

zur Ernte, anbieten.

Als regelmässiger Leser der UFA-

Revue und John-Deere Fahrer hat

Stephan Bamberger das Rätsel rund

um die neue Traktorenserie «5R»

von John Deere in der Juni-Ausgabe

2010 richtig gelöst und das entsprechende

Lösungswort per E-Mail der

Redaktion zugeschickt. Die UFA-Revue

gratuliert ihm und dankt Subaru

Schweiz, Agromont, New Holland

Center, Kuhn Center, Case-Steyr

Center, GVS-Agrar, Matra, Pöttinger,

Althaus, Lely und Serco Landtechnik

für die Partnerschaft bei diesem

Wettbewerb.

Das Bild zeigt den Gewinner Stephan

Bamberger zusammen mit seiner

Frau Angela, umrahmt von Marco

Keller (Keller AG, Endingen), der

das Auto ausliefern konnte, und von

Martin Weber, Marketingleiter bei

Matra in Lyss.

Tagesaktuelle Neuigkeiten

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UFA-REVUE · 5 2011 21


LANDTECHNIK

Spreu komprimieren – aber wie?

FORSCHUNGSPROJEKT Die Gewinnung und Verwertung von Spreu und Kurzstroh

verbessert die Wirtschaftlichkeit des Getreideanbaus, vorausgesetzt, das Material lässt

sich effizient sammeln und transportieren. Zusammen mit Partnern befasst sich die

Hochschule für Landwirtschaft (SHL) mit dem Sammeln und Verwerten von Spreu und

Kurzstroh.

Nicole

Berger

Nicolas

Froidevaux

Fritz

Marti

Bernhard

Streit

Spreu findet vor allem Verwendung

als Einstreumaterial. Denkbar ist

auch die Verwertung zur Energiegewinnung

(Biogas, Biomasse-Pellets).

Weitere Einsatzmöglichkeiten

werden untersucht. Die Spreugewinnung

kann die Wertschöpfung von Getreide-,

Ölfrucht- und Eiweisskulturen

verbessern. Allerdings ist der Transportaufwand

erheblich, um einen losen

Haufen Spreu unter Dach und Fach zu

bringen. Ein Kubikmeter Spreu wiegt

gerade mal 25– 50kg. Für lose Spreu

wären grosse Lagerhallen nötig, bedenkt

man, dass von einem Hektar Getreide

durchschnittlich über 50 Kubikmeter

(1– 2t/ha) gesammelt werden

können. Es ist offensichtlich, die Spreu

muss auf dem Feld gepresst oder sonst

irgendwie komprimiert werden. Im

Rahmen des Spreu-Projektes hat die

SHL im Sommer 2010 verschiedene

Presskonzepte getestet.

Messung des Feuchtegehalts

einer Spreuballe.

Pressen beschicken Zunächst

muss die Spreu vom Boden in die Presse

gelangen. Die Pickups kamen erstaunlich

gut mit der Spreu zurecht. Lediglich

eine Restschicht von etwa 10cm blieb

auf dem Feld zurück. Diese kann lokal

bei der Folgesaat stören. Elegant wäre

ein noch zu entwickelnder, seitlich hervorstehender

Einzug, der auf Spreu

optimiert würde. Mit diesem könnte

seitlich an den Spreuhaufen entlanggefahren

werden, um diese sauber Meter

für Meter abzutragen. Die stationären

Pressen, für das Pressen von Heu oder

Maissilage auf dem Hof, sind mit einer

Dosiereinrichtung ausgerüstet. Für die

Beschickung eignen sich Hof-, Teleskopoder

Frontlader sowie Abschiebe-, Dosier-

und Futtermischwagen oder ähnliche

Systeme. Als Besonderheit kam ein

traktorgezogener Laubsauger zum Einsatz.

Dieser Eigenbau saugte die Spreu

schnell und sauber auf und eignet sich

gut, um anschliessend eine stationäre

Presse zu beschicken. Der Laubsauger

hat während der Getreideernte freie Kapazitäten,

die genutzt werden können.

Fazit: Alle getesteten Beschickungsund

Transportmöglichkeiten können es

problemlos mit der Spreu aufnehmen.

Pressen im Praxistest Immer mit

der Idee, bereits vorhandene Maschinen

für das Spreupressen zu verwenden

oder sie mit wenig Aufwand dafür anpassen

zu können, wurde in der Folge

mit verschiedenen Ballenpressen experimentiert

(Tabelle). Bei der «LT Master»

wie auch bei der variablen Rundballenpresse

von John Deere hat sich gezeigt,

dass Spreu nicht den Weg des geringsten

Widerstandes wählt, sondern sich in

jeder Ecke staut und festsetzt.

Versuche mit Quaderballenpressen

Trotz diverser Öffnungen im

Presskanal verhielt sich die Spreu entgegen

allen Erwartungen erstaunlich kooperativ.

Das Material blieb zusammen

und liess sich einwandfrei pressen. Besonders

schön verdichtete Ballen zeigte

die New Holland «BB 940 A» mit geregeltem

Vorpresskanal. Der Spreuschwad

wurde mit dem Traktor zuvor etwas verdichtet.

Dies war bei der Krone «Big

Pack 890 XC» Quaderballenpresse

(80x90 cm) mit gesteuertem Vorpresskanal

nicht nötig. Zusätzlich angetriebene

Walzen über dem Pickup drückten

die Spreu etwas in Form. Auch die Quaderballenpressen

ohne gesteuerten Vorpresskanal

wie die Deutz Fahr «GP 81»

(80x90 cm) und die Welger «Champion

D 4000» (80x70cm) lieferten perfekte

Ballen. Die Welger-Presse war mit einem

aufklappbaren Bunker ausgerüstet.

Somit lässt sich diese Presse stationär

betreiben und von oben beschicken.

Die Ballen dieser Presse erschienen

22 5 2011 · UFA-REVUE


LANDTECHNIK

Tabelle: Erste Beobachtungen bei Rundballenpressen im Testeinsatz mit Spreu

Presse im Test Bemerkung Fazit

Rundballenpressen mit variabler Presskammer

New Holland Ballen blieben klein; Spreu quoll aus allen Ritzen; Material Einzug ungeeignet

«BR 750 A»

kommt zu wenig schnell in die Presskammer; Ursache:

vermutlich zu grosser Abstand zwischen Pick-up und Rotor

John Deere Spreu setzt sich im Rotor fest; es gelangt kaum Einzug ungeeignet

variabel «592» Spreu in die Presskammer

Rundballenpressen mit variabler Presskammer mit Maisausrüstung im stationären Einsatz

Taarup, Handarbeit nach dem Press und Wickelvorgang; wegen Presst schöne Ballen

«Bale in One»* glattem Förderband muss die Spreu angeschoben werden;

schnellste Presse im Test mit 2.5 Minuten pro Ballen

Orkel Beim Einlassen der Spreu in die Presskammer ist Handarbeit Presst schöne Ballen

«MP 8000 Compact» zum gleichmässigen Verteilen nötig; mit etwas Aufwand

könnten auch die Einfüllbleche verstellt werden. Zweitschnellste

Presse im Test mit 3.5 Minuten pro Ballen

«LT Master» Zum Transport des Materials werden Schnecken verwendet; Schnecken können

Wenn zu viel Material auf einmal kommt, neigen diese

verstopfen!

zum Verstopfen. Eventuell liessen sich die Übergänge und

Ballen sind aber schön

Einlässe spreufreundlicher gestalten.

*Die Presse «Bale in One» wird heute von Kuhn hergestellt und vertrieben.

schön verdichtet und gleichmässig geformt.

Mit der Welger «AP 730» war auch eine

gewöhnliche Hochdruckpresse im

Test. Etwas problematisch war der

gleichmässige Einzug der Spreu. Allerdings

wurden für die leichte Maschine

keine Schwaden angelegt. Sie wurde

einfach über den grossen Spreuhaufen

gezogen und stand dabei sehr schräg.

Die Presse förderte dabei neben stabilen

Ballen auch viel lose Spreu aus dem

Presskanal.

Fazit: Alle getesteten Quaderballenpressen

und die Hochdruckpresse funktionierten

zweckmässig. Bei den Rundballenpressen

erwiesen sich bisher nur

die stationäre Taarup «Bale in One»

(heute Kuhn) und die Orkel mit Maisausrüstung

als sofort einsatztauglich.

Die verschiedenen Pressen erzielten

bei Weizenspreu Raumgewichte zwischen

107 und 260kg/m 3 . Spreu lässt

sich damit um den Faktor 2– 10 komprimieren.

Handling der Ballen Was überraschte,

war die Tatsache, dass bei den

Quaderballen sogar die Bindung mit nur

vier Schnüren funktionierte. Natürlich

rieselt etwas Spreu von den Ballen herunter,

wenn man an die Kanten stösst.

Netzbindungen sind da unempfindlicher.

Unabhängig von den Bindemethoden

lassen sich aber alle Ballen problemlos

aufspiessen oder in die Zange

nehmen und haben dabei nur geringe

Rieselverluste. Diese sind vergleichbar

mit den Verlusten aus Strohballen mit

Häckselstroh.

Je nach Verwendungszweck sei aber

die noch perfektere Folienwicklung

empfohlen. Diese hat neben der Sauberkeit

noch zwei weitere positive Effekte.

Die Ballen können im Freien gelagert

werden, wodurch die

Lagerhaltungskosten sinken. Das Material,

das leicht feucht gepresst wurde,

blieb staubfrei beim Auspacken. Ein

Verderb durch Pilzbefall wurde nicht

festgestellt.

1 · Ein Mähdrescher

mit Spreusammler

beim Entleeren der

Spreu.

2 · Spreu findet eine

Verwendung als

Einstreu bei Milchkühen.

3 · Rundballenpresse

Taarup «Bale in One»

mit Maisausrüstung

und Dosiereinrichtung.

Beschickung mit

Teleskoplader.

Die lose Lagerung von Spreu kann

sich in Ausnahmefällen ebenfalls lohnen,

wenn die folgenden drei Bedingungen

gegeben sind: Es ist genügend überdachter

Lagerraum vorhanden, die

Ernteflächen liegen innerhalb eines Umkreises

von etwa 5km und es wird auf

einen Schlag viel lose Spreu benötigt

(zum Beispiel Hühnerhalle).

SHL bleibt dran Das Spreuprojekt

ist auf drei Jahre angelegt. Es werden etliche

weitere Fragestellungen untersucht.

Unter anderem ist vorgesehen,

die Logistiktests zu wiederholen und

einzelne Verfahren weiter zu entwickeln.

Möglicherweise verhält sich die

Spreu von Jahr zu Jahr ganz verschieden,

denn sie präsentiert sich mal trockener

mal feuchter, mal mit kürzerem oder

längerem, sowie mehr oder weniger

Strohanteil.

Die Pressen heben in den Versuchen

2010 nur wenige Ballen gepresst. Ob sie

in praxisnahen Langzeittests immer

noch reibungslos funktionieren, muss

sich noch erweisen.

Im laufenden Jahr sollen weitere Versuche

mit Pressen unternommen werden.

Auch die Frage des Einzugs in die

Presse ist noch nicht optimal gelöst. Die

Gruppe Agrartechnik strebt hier zusammen

mit den Projektpartnern aus Kostengründen

und besserer Praktizierbarkeit

eine Ein-Personen-Lösung an.

Unterstützt werden diese Forschungsarbeiten

von der Kommission für Technik

und Innovation (KTI) des Bundes.

Autoren Nicole Berger, Nicolas Froide -

vaux, Fritz Marti, Bernhard Streit,

Hochschule für Landwirtschaft (SHL),

3052 Zollikofen.

Im Test waren Maschinen folgender

Firmen und Lohnunternehmen, denen

die Autoren für ihre Unterstützung

danken:

Martin und Ueli Freudiger, Gals; Res

Fiechter und Team, Kappelen; Thomas

Wirz und Team, St. Urban; Anton

Bertschy, Bernhard Bürgy, Martin

Hertach und Xavier Meyer, Bellechasse;

Bernhard Märki, Witzwil; Barnabas

Kaufmann, Hanspeter Blum und Team,

Altishofen; Peter Stähli und Team,

Suberg; Serco Landtechnik, Oberbipp;

Paul Bähler und Junior, Meikirch.

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UFA-REVUE · 5 2011 23


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24 5 2011 · UFA-REVUE


Ausbau bei den Stufenlosen

FAHRBERICHT

LANDTECHNIK

DEUTZ-FAHR »AGROTRON TTV 400» An einer Händlerveranstaltung wurde sie

erstmals gezeigt, an der Sima in Paris erfolgte die öffentliche Präsentation und nun

konnte sie im praktischen Einsatz getestet werden: Die Baureihe «Agrotron TTV 400»,

welche die Lücke bei den stufenlosen Traktoren von Deutz-Fahr schliesst.

Ausgerüstet sind die «Agrotron TTV

410/420/430» mit einem 4 Liter 4-

Zylinder-Motor von Deutz, der mit

Common Rail, vier Ventilen pro Zylinder,

einer Abgasrückführung und mit

Turbolader samt Ladeluftkühler ausgerüstet

ist. Die maximalen Leistungen

(nach 2000/25 EC) betragen für die drei

Modelle 121, 130 und 142PS. Rein äusserlich

fällt die neu gestaltete Kühlerhaube

mit dem neuen Schriftzug auf,

was den Modellen einen frischeren Auftritt

verleiht. Innovativ ist das Lüftungskonzept.

Die Steuerung des Lüfters

(«eVisco»-Lüfter) erfolgt elektronisch, je

nach Lastzustand. Das soll einerseits

Treibstoff sparen, anderseits aber auch

die Geräuschentwicklung reduzieren.

Das stufenlose Getriebe stammt

von ZF (Eccom 1.3) und erreicht die für

die Schweiz gültige Höchstgeschwindigkeit

von 40km/h bereits bei einer Motordrehzahl

von 1400Umin. Das «TTV»-

Getriebe der neuen «Agrotron»-

Modelle zeichnet sich durch einen hohen

mechanischen Wirkungsgrad und

vier Arbeitsbereiche aus. In jedem Arbeitsbereich

wird bis zu 100% der Antriebsleistung

mechanisch übertragen,

so dass der hydrostatische Anteil auf ein

Minimum reduziert wird.

Wie alle anderen stufenlosen Modelle

von Deutz-Fahr können auch die

neuen «Agrotron TTV» mit drei Fahrstrategien

gefahren werden. Im «Automatik»-Modus

erfolgt die Wahl der gewünschten

Geschwindigkeit mit dem

Fahrpedal, wobei die maximale Geschwindigkeit

mit dem Bedienhebel

vorgegeben wird. Innerhalb dieser

Spannbreite kann der Fahrer dann mit

dem Fusspedal die Geschwindigkeit do-

sieren. Die Motordrehzahl wird von der

Elektronik passend zum jeweiligen Lastzustand

eingestellt.

Der «Zapfwellen-»Modus wird automatisch

beim Einschalten der Zapfwelle

aktiviert. Die gewünschte Motordrehzahl

kann über einen Knopf oder das

Handgas eingestellt werden, gefahren

wird mit Fahrpedal und Bedienhebel.

Im «Manual»-Modus (diesen braucht

man eigentlich gar nicht) dient das Fahrpedal

ausschliesslich als Gaspedal und

regelt so die Motordrehzahl. Die Geschwindigkeit

wird durch den Bedienhebel

bestimmt.

Eine aktive Stillstandsregelung,

«Power-Zero» genannt, hält den Traktor

unabhängig von Gefälle, Steigung oder

dem jeweiligen Lastzustand sicher und

ohne Betätigung der Handbremse, sobald

der Fahrer vom Gas geht. Weiter

zum Sicherheitspaket der «Agrotron

TTV 410/420/430» gehört auch die servo-unterstützte

Bremsanlage.

Zapfwellen Eine Besonderheit in

dieser Leistungsklasse ist die Heckzapfwelle

mit vier Geschwindigkeiten (540/

540E/1000/1000E). Die Drehzahlen

werden vorgewählt und dann elektrohydraulisch

geschaltet. Über das Heckhubwerk

wird bei aktivierter Zapfwellenautomatik

die Zapfwelle ein- und

ausgeschaltet. Eine Frontzapfwelle und

ein integriertes Fronthubwerk sind auf

Wunsch verfügbar.

Bei den «Agrotron TTV 410/420/430»

steht ein druck- und mengengeregeltes

Hydrauliksystem (Load-Sensing) zur

Verfügung. Die Fördermenge beträgt

110 l/min bei 200 bar Druck. 7 Steuergeräte,

5 hinten und 2 vorne, gehören

dazu, die in den Funktionen Heben und

Schwimmstellung blockiert sowie einfach

und doppelt wirkend verwendet

werden können. Jedes Ventil verfügt

über eine Mengenregulierung, die entnehmbare

Ölmenge aus dem separaten

Tank beträgt 36l. Das Hubwerk weist eine

Kraft von 6200kg auf und besitzt eine

automatische Schwingungstilgung.

Kabine Bei den «Agrotron TTV

410/420/430» verbaut Same Deutz-

Fahr die sogenannte «S-Class»-Kabine.

Das farblich abgestimmte Bedienkonzept

mit dem Bedienhebel «Power-

ComV» ist mittlerweile ebenso bewährt

wie bekannt. Neu gibt es als Option den

Isobus-kompatiblen «iMonitor», über

den nahezu alle Einstellungen visualisiert

werden können. Dieser Monitor

hat zudem auch USB-, Bluetooth- und

weitere Schnittstellen sowie einen Anschluss

für eine Rückfahrkamera.

Fazit Mit den neuen «Agrotron

TTV»-Modellen kann Deutz-Fahr eine

Lücke im bestehenden Programm seiner

stufenlosen Traktoren schliessen und so

in einem wichtigen PS-Segment nahezu

alle Getriebevarianten, vom einfachen

mechanischen, über das lastgeschaltete

bis hin zum stufenlosen Getriebe anbieten.

Die Produktion fing im April an und

wird nun Schritt für Schritt hochgefahren.


Mit der Baureihe

«Agrotron TTV 400»

schliesst Deutz-Fahr

eine Lücke bei den

Traktoren mit stufenlosen

Getrieben.

Bild: Johannes Paar

Autor Dr. Roman

Engeler, UFA-Revue,

8401 Winterthur

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UFA-REVUE · 5 2011 25


KNOW-HOW

PRAXISTEST

Spürbare Verbesserungen

»METRAC H7 X» Reform präsentierte die «X»-Serie seiner «Metrac»-Baureihe

erstmals im Herbst 2008. Anlass zur Entwicklung gaben die neuen Abgasnormen, die

Reform insofern nutzte, als dass man diese neue Generation von Zweiachsmähern

hinsichtlich technischer und sicherheitsrelevanter Aspekte, aber auch im Bedienkomfort

verbesserte.

Auf den Markt brachte Reform die

neue «Metrac X»-Baureihe im Jahre

2009, darunter auch das Spitzenmodell

«H7 X» bei den hydrostatisch

angetriebenen Zweiachsmähern.

Die Anforderung der Abgasgesetzgebung

erforderte damals neue Motoren

der Emissionsstufe 3a. Im Zuge dieser

Anpassung hat Reform dann aber auch

technische Verbesserungen bei der Antriebseinheit,

eine veränderte Kühlerposition

und einen neu entwickelten Multifunktionshebel

in die neue Baureihe

einfliessen lassen.

Motor Mit dem «VM D-754 SE3»

haben die Ingenieure einen wassergekühlten

Motor mit 70 PS Leistung (bei

2600 Umin, nach EG 97/68) gefunden,

der nicht nur die gesetzlichen Emissionswerte

erfüllt, sondern auch die gestellten

Anforderungen an mehr Leistung

und Drehmoment sowie an

geringere Verbrauchswerte erfüllt. Ein

wesentliches Merkmal dieses Motors ist

der zentrale Antriebsriemen, der die

Wasserpumpe, den Lüfter sowie die

Lichtmaschine antreibt und den üblichen

Keilriemen ersetzt. Da dieser zentrale

Antriebsriemen über einen automatischen

Mechanismus stets in

optimaler Spannung gehalten wird, ist

das Risikopotenzial für Motorschäden

reduziert.

Damit mehr Luftvolumen angesaugt

werden kann, wurde die Position des

Kühlers so verändert, dass ein Luftansaugen

aus dem Heckbereich möglich

wird. So wird einerseits saubere Luft angesaugt,

anderseits kann die Abwärme

frei entweichen.

Antrieb Der «Metrac H7 X» verfügt

über einen hydrostatischen Fahrantrieb

mit einem mechanischen Zweistufen-

Getriebe und elektrohydraulischer Umschaltung.

Die Geschwindigkeit kann so

stufenlos an die jeweiligen Arbeitsbedingungen

angepasst werden. Der Hydrostat

selbst kann wahlweise automotiv

(über das Gaspedal) oder manuell

(über den Multifunktionshebel) gesteuert

werden. Die automotive Steuerung

bietet den Vorteil, dass der Motor nicht

überlastet werden kann, wird doch bei

steigender Belastung automatisch die

Geschwindigkeit zurückgenommen. So-

Bruno Hobi aus

Mels (SG).

Praxisstimme zum Reform «Metrac H7 X»

Bruno Hobi bewirtschaftet zusammen mit

seiner Frau und seiner Familie oberhalb

von Mels (SG) einen Milchwirtschafts -

betrieb mit 23 Kühen und Aufzucht. Der

Betrieb liegt in der Bergzone 2 und ist für

die rationelle Bewirtschaftung auf eine leis -

tungsfähige Berglandtechnik angewiesen.

Diese Technik hat Hobi im letzten Jahr mit

dem neuen Zweiachsmäher «Metrac H7 X»

von Reform modernisiert. «Ich konnte die

Maschine im vergangenen Sommer zuerst

als Vorführgerät während rund 40 Stunden

im Einsatz testen und habe diesen Zwei -

achs mäher dann gleich gekauft», berichtet

Hobi.

Mit dem neuen «H7 X» hat er einen in die

Jahre gekommenen «Metrac 3003S» (rund

7000 Stunden) ersetzt. Gleichzeitig war es

ihm ein Anliegen, über etwas mehr Leis -

tung zu verfügen, damit die anstehenden

Arbeiten effizienter ausgeführt werden

können.

Der «Metrac H7 X» wird in erster Linie für

die Futterernte eingesetzt. Dazu passend

hat Hobi zudem ein neues Front-Scheibenmähwerk

(Pöttinger «Novaalpin 266B» mit

2.62m Arbeitsbreite) und einen Kreiselheuer

(Fella «TH 601 D Hydro» , mit 6.60 m

Arbeitsbreite) gekauft. Zudem wird der

Zweiachsmäher auch mit dem Düngerstreuer,

der Wiesenegge, der Kippschaufel

und einem Holzspalter sowie für Transportarbeiten

eingesetzt.

«Vor allem beim Mähen schätze ich das

hydrostatische, stufenlose Getriebe»,

betont Hobi. Es biete einfach mehr

Sicherheit. Zudem bewege sich die

Maschine sicher im Hang – Hobi kann all

seine Flächen (bis 35 % Neigung) damit

bewirtschaften – und sei in der Bedienung

Videofilm zu diesem

Artikel – jetzt auf

www.ufarevue.ch

einfach, so dass auch andere damit pro -

blem los fahren könnten.

Im Vergleich zur Vorgängermaschine fiel

Hobi sofort die Wendigkeit, die Hubkraft

und der Komfort auf. «Insbesondere die

staubfreie Kabine mit Klimaanlage, Radio –

darauf möchte ich nicht mehr verzichten»,

betont Hobi.

Schwächen am neuen «Metrac H7 X»

konnte Hobi bis jetzt noch nicht feststel -

len, so dass er hofft, die neue Maschine

ebenso lange wie den Vorgänger nutzen zu

können. Wünschbar wäre, so Hobi

abschliessend, eine 1000er Zapfwelle: «So

könnten wir den ‹Metrac› im stationären

Betrieb mit dem Holzspalter mit einer

reduzierten Motordrehzahl laufen lassen».

26 5 2011 · UFA-REVUE


PRAXISTEST

KNOW-HOW

Steckbrief

Reform «Metrac H7 X«

Motor: 4 Zylinder, 2.97 l Turbo-Motor,

Abgasstufe 3a, 85 l Tankinhalt

Leistung: 51.5 kW/70 PS bei 2600 Umin,

250 Nm Drehmoment beim 1800 Umin.

Getriebe: Hydrostatischer Fahrantrieb

mit mechanischem Zweistufen-Getriebe.

Antrieb: Allradantrieb, Vorderrad-Antrieb

abschaltbar, elektrohydraulische

Differenzialsperren vorne und hinten.

Zapfwelle: Lastschaltbare Motorzapfwelle

vorn und hinten (540).

Lenkung: Hydrostatische Allradlenkung

mit «Load-Sensing», umschaltbar auf

Front-, Heck- und Hundeganglenkung.

Hydraulik: Pumpe mit 24.2 l/min,

195 bar, maximal 10 Steckkupplungen

vorne und 8 hinten.

Hubkraft: 1500 kg (vorne), (optional

hinten 1500 kg).

Masse: Radstand: 1995 mm, Aussen -

breite: 2160 mm (bei 425er Bereifung),

Länge mit Hubwerk: 3580 mm, Höhe:

2185 mm, Wendekreis: 3.55 m (mit

Allradlenkung), Leergewicht: 2285 kg,

Gesamtgewicht: 3400 kg.

Angaben des Herstellers

wohl im Gelände wie für Transportarbeiten

gibt es je zwei Geschwindigkeitsbereiche.

keit. Dank der gleichmässigen und verspannungsfreien

Traktion aller vier

Räder geht die Maschine zudem mit der

Grasnarbe schonend um. Die Allradlenkung

von Reform ist bekanntlich

umschaltbar auf Front-, Heck- und Hundeganglenkung.

Besonders erwähnenswert

ist, dass die Vorder- und Hinterräder

gleichweit eingeschlagen werden

und somit exakt in derselben Spur laufen

und man den Lenkmodus schnell

und bequem, auch während der Fahrt

per Knopfdruck wechseln kann. Die Allradlenkung

«denkt» sogar mit, indem

Sensoren die Geradeaus-Stellung der

Räder melden, so dass der Wechsel von

Front- auf Allradlenkung und umgekehrt

automatisch erfolgen kann.

Hubwerk und Hydraulik Vorne

wird beim «Metrac H7 X» ein Drehwinkel-Hubwerk

mit elektrohydraulischer

Geräteentlastung einem integrierten,

hydraulischen Seitenverschub

(+/– 200 mm) verbaut. Die Hubkraft beträgt

1500 kg. Optional gibt es auch ein

Heckhubwerk mit Aussenbedienung,

ebenfalls schwingungsgedämpft und

mit einer Hubkraft von 1500 kg. Die Hydraulikpumpe

fördert das Öl mit

24.2 l/min bei einem Druck von 195 bar.

Maximal stehen zehn Steckkupplungen

vorne und acht im Heckbereich zur Verfügung.

Die lastschaltbaren Motorzapfwellen

(vorne und hinten) laufen mit 540 Umin.

Im Heck kann diese elektro-hydraulisch

zugeschaltet werden und verfügt über

eine automatische Anlaufsteuerung.

Vereinfachte Bedienung Mit

dem Einbau eines neuen multifunktionalen,

ergonomisch optimierten Bedienhebels

konnten bei der «Metrac X»-

Serie die vielen Einzelschalter in der

Kabine reduziert werden. Mit nur drei

Vierwege-Drucktaster und keinen Doppelbelegungen

der Tasten ist die Bedienung

einfach. Bei der Anordnung der

Funktionen (Bedienung von Front- und

Heckhubwerk, Seitenverschub und hydraulischer

Oberlenker sowie das Umschalten

der Vierrad-Lenkung) haben

sich die Entwickler von Reform bewusst

an den Rückmeldungen aus der Praxis

orientiert.


Die Kabine wirkt aufgeräumt,

der neue

Fahrhebel ersetzt viele

Knöpfe und Schalter.

Optional ist das

Heckhubwerk von

extern bedienbar.

Die Allradlenkung ermöglicht

dem «Metrac H7 X» eine gute Wendig-

Der «Metrac H7 X» ist das Topmodell

von Reform bei den hydrostatisch

angetriebenen Zweiachsmähern.

Autor Dr. Roman

Engeler, UFA-Revue,

8401 Winterthur

In loser Folge publiziert

die UFA-Revue unter

dem Titel «Praxistest»

Berichte über landwirtschaftliche

Maschinen,

in enger Zusammenarbeit

mit den je -

weiligen Herstellern,

Importeuren oder

Händlern.

www.agromont.ch

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UFA-REVUE · 5 2011 27


LANDTECHNIK

Mit dicken Backen aufs Feld

«ULTRAFLEX»-REIFEN Ein Landwirtschaftsreifen sollte sowohl ökonomischen wie

ökologischen Kriterien gerecht werden, will heissen, für den Bauern wirtschaftlich sein

und gleichzeitig seinen Boden schonen. Michelin glaubt, mit der «Ultraflex»-Technologie

dazu die passende Lösung gefunden zu haben.

Treibstoffeinsparung

von 8 %: Der gleiche

Traktor (Fendt «820

Vario») mit demselben

Anbaugerät (Grubber)

war in einer ersten

Überfahrt mit konventionellen

Reifen

(«Multibib», 1.4 bar

vorne und 1.6 bar

hinten) und in einer

zweiten mit einem

«Xeobib» (0.7 bar

vorne und 1 bar hinten)

bereift.

Landwirtschaftliche Maschinen wie

Traktoren oder Mähdrescher werden

immer grösser und schwerer, können

immer schneller fahren und dabei

höhere Lasten befördern, mit der Folge,

dass der Druck auf den Boden zunimmt,

die Gefahr von Verdichtungen wächst,

das Pflanzenwachstum gestört und der

Luftaustausch im Boden beeinträchtigt

werden. Der Schnittstelle zwischen Maschine

und Boden, dem Reifen, kommt

so eine zentrale Bedeutung zu.

«Ultraflex»-Technologie Reifenhersteller

Michelin hat dazu mit der «Ultraflex»-Technologie

einen Lösungsansatz

gefunden. Bereits vor einigen

Jahren wurde mit dem «Xeobib» ein erster

Reifen präsentiert, der mit dieser

neuen Technologie hergestellt wird und

sowohl im Feld wie auf der Strasse mit

einem Reifeninnendruck von weniger

als 1 bar gefahren werden kann.

Später folgte mit dem «Axiobib»

eine zweite Baureihe von Reifen,

die ebenfalls eine hohe Tragfähigkeit

mit niedrigem Luftdruck (unter 0.8 bar)

kombiniert und für grössere Traktoren

ab 220 PS konzipiert ist.

Für dieses Jahr bringt Michelin die

«Ultraflex»-Technologie nun auch für

Erntemaschinen («Cerexbib») und für

selbstfahrende oder angehängte Spritzen

(«Spraybib») auf den Markt. Reifen

mit «Ultraflex»-Technologie zeichnen

sich durch ihre besondere Konstruktion

der Karkasse aus. Spezielle Gummimischungen,

entsprechende Material -

verbindungen und eine optimierte

Wulstzone machen diese Karkassen besonders

flexibel und ermöglichen einen

grossen Einfederungsbereich bei grossen

Aufstandsflächen. Unabhängig von

der Geschwindigkeit können solche Reifen

gemäss Angaben von Michelin mit

niedrigen, bodenschonenden Luftdrücken

gefahren werden. Sie tragen dazu

bei, Kraftstoff zu sparen und letztlich die

Effizienz des landwirtschaftlichen Betriebs

zu steigern.

Zusammenarbeit mit Claas Der

«Cerexbib» wurde in Zusammenarbeit

mit Claas für den Einsatz auf Erntemaschinen

entwickelt und durfte von Claas

während einer gewissen Frist auch exklusiv

vermarktet werden. Diese Frist

läuft dieses Jahr nun ab, so dass auch

weitere Hersteller diesen Reifen in der

Erstausrüstung verwenden können. Der

«Cerexbib» ist momentan der einzige

Reifen auf dem Markt, der mit weniger

als 2 bar und unter 70 cm Reifenbreite

über 22 t Achslast tragen kann. Dank

seiner Einfederung ist die Aufstandsfläche

grösser als bei vergleichbaren Produkten,

was der Traktion förderlich ist

und den Boden schont. Zusätzlicher

Nutzen für die Konstrukteure von Erntemaschinen:

Bei gleicher Tragfähigkeit

der Reifen steht mehr Konstruktionsraum

im Achsbereich zur Verfügung,

oder die Maschinen können schmaler

dimensioniert werden.

Ebenfalls neu auf diese Saison macht

Michelin diese Technologie nun auch im

Segment der selbstfahrenden und angehängten

Spritzen verfügbar. Manche

Feldspritzen der jüngsten Generation

erreichen Arbeitsbreiten von bis zu

50 m. Der «Spraybib» trägt dieser Entwicklung

Rechnung: Er ist für Geschwindigkeiten

bis 65 km/h zugelassen und

kann dabei bis zu 6500 kg Gewicht pro

Reifen tragen. Die Stollen sind so gestaltet,

dass der Reifen gute Traktion und

hohen Fahrkomfort bietet.

Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue,

8401 Winterthur

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28 5 2011 · UFA-REVUE


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KNOW-HOW

ERFOLGSTORY

Problemloses Ausbringen von Gülle

FLIEGL PUMPFASS 8600 L Fliegl Agratechnik entwickelt seit mehr als 30 Jahren

innovative Produkte im Bereich der Gülletechnik. Davon haben sich auch vier Berner

Landwirte überzeugen lassen, die gemeinsam ein 8600 l Pumpfass mit einem

Schleppschlauchverteiler von Fankhauser angeschafft haben.

Gemeinsame Anschaffung

von leistungs -

fähiger Gülletechnik:

Thomas Schmid,

Samuel und Werner

Roder sowie Andreas

Jost (v.l.n.r.).

«Förderprogramm Boden»

Der Kanton Bern will den landwirtschaftlich genutzten Boden besser

schützen und die Ammoniak-Emissionen vermindern. Er lancierte auf

Anfang August 2009 das auf sechs Jahre angelegte «Förderprogramm

Boden». Das Projekt baut auf drei Säulen auf:

• Aus-, Weiterbildung und Beratung,

• Förderbeiträge für Massnahmen in den Bereichen «Bodenschonung»

und «Stickstoffeffizienz»,

• Kontrolle und Monitoring.

Der Perimeter umfasst die landwirtschaftliche Nutzfläche des Kantons

Bern (Acker- und Futterbaugebiet), wobei das Wohnortsprinzip gilt. Zur

Stärkung einer nachhaltig produzierenden Landwirtschaft sollen auf

freiwilliger Basis zusätzliche ökologische Leistungen (wie besonders

Boden schonende Anbausysteme und Verminderung des Risikos von

Bodenschadverdichtungen und Ammoniakverlusten) mit gezielten

wirtschaftlichen Anreizen gefördert werden. Es soll die breite Erkenntnis

geschaffen werden, dass diese zusätzlichen Leistungen nach einer

finanziell entschädigten Übergangszeit gleichzeitig auch ökonomische

Vorteile bringen.

Seit rund einem Jahr haben Thomas

Schmid, Werner und Samuel Roder

– sie führen ihren Betrieb in einer

Generationengemeinschaft – sowie

Andreas Jost aus Wengi, respektive Rupolsried

(BE) gemeinsam ein Pumpfass

von Fliegl mit einem Fassungsvermögen

von 8600 Litern in Betrieb. Auslöser

dieser Investition war einerseits ein gewisser

Erneuerungsbedarf (Schmid und

Roder besassen schon vorher gemeinsam

ein 5500-l-Fass), anderseits das

«Förderprogramm Boden» des Kantons

Bern (siehe Kasten), mit dem die Ressource

«Boden» als Bindeglied zwischen

Wasser und Luft stärker geschont und

gleichzeitig die Ammoniak-Emissionen

vermindert werden sollen.

Evaluation Ursprünglich hatten die

Landwirte ein noch grösseres Fass in

Planung, das man aber wegen den Ausmassen

wieder verwarf. Letztlich lagen

zwei Offerten auf dem Tisch, von denen

man dem Fliegl Pumpfass mit einem

Schleppschlauchverteiler von Fankhauser,

beides von Serco Landtechnik geliefert,

den Vorzug gab. Ausschlaggebende

Gründe für die vier Landwirte waren die

flexibel verwendbare Exzenterschneckenpumpe

beim Fass, die Zugänglichkeit

zum Verteilkopf des Schleppschlauchs

– dem eigentlich wichtigsten

Bestandteil der ganzen Maschine – und

schliesslich auch der angebotene Eintauschpreis

für das alte Güllefass.

Dass das Güllefass von Fliegl mit einem

Schleppschlauchverteiler eines anderen

Herstellers, nämlich von der Maschinenfabrik

Fankhauser kombiniert

wurde, liegt in der Beschaffenheit der

Gülle begründet. Viele ausländische

Verteilsysteme sind für die hiesigen Gegebenheiten

weniger geeignet. So ist in

der Schweiz die Gülle meist dicker und

mit Strohbestandteilen durchsetzt und

das gleichmässige Ausbringen von Gülle

in Hanglagen kann auch nicht jeder Hersteller

in gleicher Qualität garantieren.

Mit Tandemachse Behälter und

Rahmen des mit einem Rührwerk ausgestatteten

Güllefasses sind aus feuerverzinktem

Stahlblech gefertigt. Vorne

an der selbsttragenden Konstruktion

befindet sich die verstellbare Zugdeichsel.

Der Einfülldom mit einem Öffnungswinkel

von 90° dient zum Reinigen,

kann aber auch zum Befüllen des Fasses

benutzt werden. Die Schieber werden

hydraulisch geöffnet und geschlossen.

Das Fass mit einem Leergewicht gemäss

Hersteller in dieser Ausstattung von

4000kg ist mit einer Nachlauf-Tandemachse,

die bei Strassenfahrt hydraulisch

verriegelt werden kann, und mit einer

600er Bereifung ausgerüstet.

Der Schleppschlauchverteiler

stammt von Fankhauser («SP90/03»),

wird hydraulisch angetrieben, hat eine

Arbeitsbreite von 9m (Transportbreite

von 2.50m) und ist mit 30 Schläuchen

ausgestattet. Der Verteilkopf arbeitet

mit einem Rotor, der die rund um den

Behälter angeordneten Abgänge abwechslungsweise

freigibt. Der Rotor ist

zudem mit neun Messern ausgerüstet,

kann somit eine Häckselfunktion wahrnehmen.

Ein Fremdkörper- und Steinabscheider,

der über einen Schieber entleert

werden kann, ist ebenfalls

vorhanden.

Kleine Nachrüstungen Da die

vier Landwirte das gemeinsam beschaffte

Fass mit ihren eigenen Traktoren nutzen

und bei diesen Zugmaschinen wenig

Anpassungen vornehmen wollten, hat

man sich für die Variante mit einer

Obenanhängung entschieden. Bei den

Traktoren selbst mussten einige neu mit

einem freien Ölrücklauf bestückt werden.

Dies war zwar kein absolutes Muss,

aber bei einem hydraulisch angetriebe-

30 5 2011 · UFA-REVUE


KNOW-HOW

Steckbrief

Das Pumpfass von Fliegl mit 8600 l

Inhalt ist mit einem Schleppschlauchverteiler

von Fankhauser ausgerüstet

und verfügt über ein Tandemfahrwerk

mit Nachlaufachse.

nen Verteilkopf ist dies von Vorteil, ansonsten

ein Ölstau zu einer unerwünschten

Erhitzung des Öls und zu einer

Leistungsabflachung des Verteilers

führen kann.

Erfahrungsbericht Die drei Betriebe

haben ihre Beteiligung am neuen

Pumpfass aufgrund der anfallenden Güllemenge

festgelegt. Total sind dies pro

Jahr rund 5000m 3 , was dann gegen 600

Fassfüllungen ergibt. Eine weitere Auslastung

durch Fremdvermietung ist vorerst

nicht vorgesehen. Keine Komplikationen

gab es bis anhin auch bei der

Benutzung: «Bis jetzt sind wir, auch

dank des Witterung, immer gut aneinander

vorbeigekommen».

Übereinstimmend stellen die vier

Landwirte dem Gefährt ein gutes Zeugnis

aus. «Wir waren überrascht von der

Leistungsfähigkeit der Pumpe, ist doch

das Fass in weniger als 3 Minuten gefüllt

und auf dem Feld auch in dieser überaus

kurzen Zeit wieder entleert». Als äusserst

positiv wird die Nachlaufachse bewertet,

die wesentlich zur Bodenschonung

beiträgt. «Allerdings darf man

nicht vergessen, diese auf der Strassenfahrt

zu sperren, ansonsten das Fass

schon etwas ins Schlingern geraten

kann». Eher subjektiv werden die positiven

Auswirkungen auf das Pflanzenwachstum

beurteilt, das die vier als

besser einschätzen. «Da weniger Ammoniak

in die Luft entweicht, dürfte

demzufolge mehr Stickstoff den Pflanzen

zur Verfügung stehen».

Allerdings stellte man fest, dass in

eher trockenen Zeiten die Strohbestandteile

in den abgelegten Güllestreifen

zuwenig verrotteten, so dass hin und

wieder mit einer Wiesenegge nachgestriegelt

werden musste. Als verbesserungsfähig

wird zudem der Ansaugstutzen

betrachtet, der womöglich besser

fixiert werden könnte. Ebenso könnten

die Schläuche stärker dimensioniert

sein, da die Pumpe doch sehr leistungsfähig

sei und diese Schläuche dauernd

vibrieren würden. Als wichtiges Anzeigeinstrument

wird der Manometer an

der Stirnseite des Fasses betrachtet. «Da

sieht man auf einen Blick, wenn an einer

Stelle was faul ist».

Fazit Mit dem neuen 8600-l-Pumpfass

von Fliegl, ausgerüstet mit einer

Boden schonenden Nachlauf-Tandemachse

und einem 9m breiten Schleppschlauchverteiler

von Fankhauser haben

Thomas Schmid, Werner und Samuel

Roder sowie Andreas Jost eine überbetriebliche,

sinnvolle Investition ge -

tätigt. Dank Boden schonender und

emissionsarmer Ausbringtechnik werden

durch das «Förderprogramm Boden»

des Kantons Bern Beiträge ausgerichtet.


Pumpfass Fliegl

Fassinhalt: 8600 l.

Gesamtlänge: 7.05 m.

Behälterlänge: 4.35 m.

Leergewicht: 4000 kg.

Spurbreite: 1.85-2.00 m.

Gesamthöhe: 2.70 m.

Bremsen: Hydraulische

Bremsen, eingelöst auf

40 km/h.

Achsen:

Nachlauf-Tandemachse.

Schleppschlauch -

verteiler Fankhauser

«SP 90/30»

Arbeitsbreite: 9m.

Schlauchabgänge: 30.

Transportbreite: 2.50 m.

Gewicht: 950 kg.

(Herstellerangaben)

Autor Dr. Roman

Engeler, UFA-Revue,

8401 Winterthur

In loser Folge publiziert

die UFA-Revue unter

dem Titel «Erfolgstory»

Berichte über landwirtschaftliche

Maschinen.

Die Interviewpartner,

respektive Eigentümer

dieser Maschinen,

werden jeweils in

Zusammenarbeit mit

den entsprechenden

Herstellern oder

Importeuren ausgesucht.

www.sercolandtechnik.ch

INFOBOX

www.ufarevue.ch 5 · 11

UFA-REVUE · 5 2011 31


KNOW-HOW

NEUHEITEN

Neue Sätechnik von Pöttinger

Ladewagen mit ungesteuertem Pick-up

Die neue Pöttinger «Vitasem» Aufbaumaschine

setzt besondere

Massstäbe in der Sätechnik: Der

Schwerpunkt ist nahe am Traktor,

die «3-in-1»-Dosierung ermöglicht

raschen Saatgutwechsel und das

neue Doppelscheibenschar «Dual-

Disc» garantiert exakte Saatablage.

Eine perfekte Maschine in den Arbeitsbreiten

3 und 4 m für den Profibetrieb

mit konventioneller und

Mulch-Saat. Das neue Doppelscheibenschar-System

«Dual-Disc» sorgt

durch optimierte Scheibenstellung

am Schar für beste Saatablage auch

unter schwierigsten Bedingungen.

Die Ernterückstände werden zuverlässig

zur Seite geräumt. Die gross

dimensionierten «Dual-Disc»

schneiden die Pflanzenreste durch

und formen eine gleichmässige,

saubere Särille. Der Reihenabstand

von 12.5 cm ist das Optimum für

die Standraumverteilung und

gleichzeitig Basis für ertragreiche

Ernte. Die zentrale Arbeitstiefenverstellung

ermöglicht eine rasche

Anpassung an unterschiedliche Verhältnisse.

Für eine gleichmässige

Ablagetiefe werden alle Schare einzeln

über Druckrollen geführt,

Schardrücke bis 50 kg sind möglich.

Das Multifunktionssärad ermöglicht

den raschen Saatgutwechsel

zwischen Fein- und Normalsaat, so

dass Rüstzeiten reduziert. werden.

Althaus AG

3423 Ersigen

034 448 80 00

www.althaus.ch

Mit dem «Tigo S» bringt Lely als erster

Hersteller einen Förderschwingen-Ladewagen

mit ungesteuertem

Pick-up auf den Markt. Das neue

Pick-up mit einer Arbeitsbreite von

1.8m hat sich bereits als Detail des

Rotor-Ladewagens Lely «Tigo R» bewährt.

Der innovative Charakter

dieses Pick-ups liegt in der Konstruktion

des Streifbleches, das

durch die Formgebung eine verschleissanfällige

Kurvenbahnsteuerung

überflüssig macht und das

Pick-up wartungsfrei macht. Die

Konstruktion basiert auf fünf steuerungsfreien

Zinkenträgern. Insbesondere

in Kombination mit dem

engen Zinkenabstand von 54mm

sind eine saubere, verschmutzungsfreie

Futteraufnahme und eine hohe

Aufnahmekapazität gewährleistet.

Pick-up und Ladeaggregat sind nahe

beieinander angeordnet und sorgen

somit für eine ausgezeichnete Auf-

nahmeleistung. Mittels der verwindungsweichen

Konstruktion des

Aufnahmekorbes passt sich das

Pick-up allen Bodenunebenheiten

exakt an und garantiert exakte Rechensauberkeit.

Lely Schweiz, Bruno Spicher,

3186 Düdingen, 079 673 76 97

Karl Buob, 9404 Rorschacherberg

079 601 20 37, www.lely.com

Agiler Hoftrac im Pferdestall

Vor rund eineinhalb Jahren setzte

sich Familie Angliker, Pferdesportstall

Sigg, im zürcherischen Buchs

mit der Beschaffung eines universellen

Helfers für ihren Betrieb auseinander.

Bald war klar, dass es ein

wendiger, knickgelenkter Lader

sein soll, es wurden unterschiedliche

Fabrikate verglichen und ausprobiert

und die Entscheidung fiel

auf den Weidemann Hoftrac «1370

CX 50» mit Fahrerschutzdach. Aus-

schlaggebend waren nebst der

Wendigkeit, der Nutzlast und der

einfachen Bedienung natürlich die

hohe Verarbeitungsqualität sowie

der ruhige Lauf des Weidemann

Hoftracs.

Eingesetzt wird der Weidemann

«1370 CX 50» für alle Arbeiten rund

ums Pferd, von der Fütterung, über

das Einstreuen bis hin zum Misten.

Auch mit dem Reitplatzplaner und

der Walze können die Halle und die

Sandplätze perfekt und bis in die

Ecken aufbereitet werden. Speziell

geschätzt wird die gute Gelände-

gängigkeit rund um den Betrieb

oder natürlich auch das Auf- und

Abbauen von Parcours, anlässlich

der vielen Veranstaltungen, die auf

dem Betrieb stattfinden.

Bucher Landtechnik AG

8166 Niederweningen

044 857 26 00

info@bucherlandtechnik.ch

www.bucherlandtechnik.ch



Grosses Kino auf

ufarevue.ch

SCHLEPPSCHLAUCH-

VERTEILER






Die neusten

Online-Filme für die

Landwirtschaft auf

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NR. 1 IN TECHNIK

■ Verstopfungsfrei

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■ Tiefer Schwerpunkt

32 5 2011 · UFA-REVUE


KURZMELDUNGEN

PFLANZENBAU

Erste Ernteschätzung 2011

Der Bereich Statistik des schweizerischen

Bauernverbandes hat Mitte

April im Auftrag von «swiss granum»

eine erste Ernteschätzung vorgenommen.

Die Ernte wird zurzeit

auf rund 479 900 t Brotgetreide

(+16 000 t Saatgutproduktion),

61 400 t Futterweizen, 190 600 t

Gerste, 60 500 t Triticale und

73 000 t Raps geschätzt.

Die Aussaatflächen dürften somit

bei für den Brotsektor bestimmtem

Getreide stabil sein. Da das Wachstum

in vielen Regionen durch den

Mangel an Wasser gebremst wird,

muss diese erste Schätzung mit Vorsicht

betrachtet werden.

Die Aussaatflächen bleiben gegenüber

der letzten Kampagne für

Brotweizen stabil. Triticale nahm

um 300 ha ab. Die Aussaatflächen

bei Futterweizen stiegen um 140 ha

und bei Gerste um 530 ha.

Verzicht auf Schnäppchen!

In einer Resolution richteten die

Delegierten des Gemüseproduzentenverbandes

(VSGP) einen Appell

an den Handel und die Konsumenten,

es solle der gnadenlosen

«Wertvernichtungsaktionitis» Einhalt

geboten werden. Fragen der

Raumplanung als auch die verschiedenen

Landwirtschaftsdossiers halten

den Verband auf Trab, erklärte

VSGP-Präsident Hannes Germann

zudem an der Delegiertenversammlung.

Ein Damoklesschwert sei die

Doha-Runde und das geplante EU-

Freihandelsabkommen. Da verlangt

der VSGP vom Bundesrat, die Verhandlungen

abzubrechen.

Anfangs April wurde das Ertragspotenzial

der Getreidesorten im

Vergleich zum Vorjahr höher eingestuft:

+4% bei Dinkel, +3% bei

Gerste, +2% bei Roggen und Triticale.

Bei Futtergetreide und Brotweizen

wurde hingegen eine Abnahme

von 1% geschätzt.

Diese Werte sind gesamthaft gesehen

vergleichbar mit denjenigen

von 2010. Das Potenzial des Raps

wird höher als in den Vorjahren eingeschätzt,

+9%.

Groupe Minoteries auf

Erfolgskurs

Die Groupe Minoteries kann auf ein

ausgezeichnetes Jahresergebnis

2010 verweisen. Der Nettoertrag

stieg dank konsequenter Kostenreduktion

um 4.9% auf 7.4 Mio. Fr.

Der Umsatz reduzierte sich im Vergleich

zum Vorjahr um 5.7 % auf

125.4 Mio. Fr., verursacht durch die

Preisschwankungen bei den Roh -

stoffen. In diesem Geschäftsjahr

konnten die Absatzmengen konsolidiert

werden: Im Müllerei-Sektor

wurden 96219 t Weichweizenmehl

(-0.4%) und im «pet food»-Segment

9421t (+0.5%) generiert.

Die Brotweizenernte 2010 in der

Zentral- und Ostschweiz war stark

von Auswuchs betroffen. Die Auswuchsweizenmenge

2011 wird auf

rund 50 000t geschätzt. Die meteorologischen

Bedingungen bis zur

Ernte werden noch einen grossen

Einfluss auf die tatsächlich geernteten

Mengen haben. Die nächste Erhebung

von «swiss granum» wird

zusätzlich Ernteschätzungen für den

Körnermais, Eiweisspflanzen und

Sommerölsaaten berücksichtigen.

Leserreaktion «Düsenwahl»

UFA-Revue 4/2011, Seite 48

Dass man keine Antidriftdüsen zur

Unkrautbekämpfung einsetzen könne,

wie im Artikel erwähnt, stimmt

so nicht. Antidriftdüsen haben einen

integrierten Vorzerstäuber, der den

unerwünschten Feintropfenanteil reduziert.

Viele Spritzen sind mit kompakten,

luftansaugenden, Injektor-

Flachstrahldüsen ausgerüstet. Ich

selber setze diese Technik seit zwölf

Jahren ein, spritze damit auch Zuckerrüben

mit gutem Erfolg. Zudem

erlauben diese Düsen auch, die Abstandsauflagen

einzuhalten.

Armin Gantner, Zweidlen (ZH)

Neuer AGFF-Präsident

gewählt

Pierre Aeby ist wissenschaftlicher

Mitarbeiter am Institut Grangeneuve

in Posieux

(FR) und wurde

an der AGFF-Generalversammlung

zum neuen

AGFF-Präsidenten

gewählt. Er folgt auf Peter Thomet,

der vierzehn Jahre dieses Amt

inne hatte.

Schweizer Weine

im Aufwind

2010 wurde wieder mehr Schweizer

Wein konsumiert (+3.2%).

Gemäss dem Bericht «Das Weinjahr

2010», der vom Bundes amt

für Landwirtschaft publiziert

wurde, konsumierte die Schweiz

2010 ungeachtet seiner Herkunft

insgesamt 2.803 Mio. hl Wein,

was gegenüber dem Vorjahr einem

Anstieg um 46 564 hl

(+1.7%) entspricht. Diese Ent -

wicklung verläuft parallel zum Bevölkerungswachstum

in der

Schweiz.

Die Konsumzunahme, die 2010

beobachtet wurde, betrifft den inländischen

Weisswein (+2 %), den

ausländischen Weisswein (+7.8%)

sowie den inländischen Rotwein

(+4.2%). Der erneute Anstieg des

Konsums von Schweizer Wein

kompensiert den im Jahr 2009

verzeichneten Rückgang um

4.5%. Der Konsum von ausländischem

Rotwein ging hingegen um

12853hl zurück (-0.8%). 2010

machte der ausländische Wein

einen Konsumanteil von 62 % aus.

2010 betrug die Rebfläche der

Schweiz 14 942 ha. Die Ausweitung

der Rebfläche um 122 ha

gegenüber 2009 ist darauf zurückzuführen,

dass ab 2010 die Rebflächen

in den Genfer Grenzgebieten

(135 ha) mit berücksichtigt wurden.

Mit 5042 ha Rebfläche ist das

Wallis der grösste Weinbaukanton

der Schweiz, gefolgt von den

Westschweizer Kantonen Waadt

(3818 ha) und Genf (1433 ha).

Tagesaktuelle Neuigkeiten

www.ufarevue.ch

UFA REVUE · 5 2011 33


PFLANZENBAU

Rindergülle: Mineraldünger

ohne Kali verwenden

DIE DÜNGERBILANZEN von zahlreichen Betrieben – meist mit grossem Rindviehbestand

– zeigen Situationen, in denen die Anwendung von kalihaltigen Düngern aufgrund

der grossen Menge an verfügbaren Hofdüngern praktisch gleich Null ist.

Jean-François

Hulmann

Die Misch-Betriebe mit Rindviehhaltung

und Futterbau sind in der

Schweiz häufig. Die Hofdünger solcher

Betriebe sind kaliumreich. Dieser

Umstand bildet oft den beschränkenden

Faktor für das Gleichgewicht

des Düngers bezüglich der ÖLN Anforderungen.

Solche Betriebe brauchen für

die Ernährung ihrer Kulturen Dünger,

die nur Stickstoff (N) und Phosphor (P)

enthalten. Sie sind auch oft mit dem

Problem von tiefen Phosphor-Gehalten

in ihrem Grünfutter konfrontiert.

Versuche haben bewiesen, dass eine

ausgewogene Düngung der Wiesen mit

den Nährstoffen P und Magnesium

(Mg), vor allem in Böden mit viel K, die

Risiken von zu viel K im Futter reduziert.

Die neue Formel von «Nitrophos Rapid»

(20.10.0 + 3 Mg + 8 S) bietet eine interessante

Alternative zu den klassischen

Volldüngern für Misch-Betriebe Rindviehhaltung/Futterbau

an.

Die Formulierung von «Nitrophos

Rapide» wurde berechnet für

die Deckung des P-Bedarfes der meisten

Kulturen, ohne gleichzeitig zu viel Stickstoff

auszubringen. Die traditionelle

Düngung des Getreides im Herbst mit

30m 3 Gülle oder 30t Mist erlaubt allgemein

die Deckung des K-Bedarfs und

die Hälfte des P-Bedarfs der Kultur zu

decken. In der ersten Anwendung im

Frühling ausgebracht, bringen

300kg/ha «Nitrophos Rapide» 60 Einheiten

Stickstoff und 30 Einheiten P.

Diese Strategie erlaubt es, in einem einzigen

Durchgang den P-Bedarf des Getreides

zu decken, während die Empfehlungen

für die Aufteilung der

Stickstoff-Düngung respektiert werden.

Die Grunddüngung wird allgemein

im Herbst oder bei Wiederaufnahme

der Vegetation vorgenommen. Tatsächlich

ist der Bedarf der Pflanze an

Grunddüngern gleich wie seine N-Bedürfnisse.

Die Futteranalysen beweisen,

dass die Aufteilung der Düngergaben

von P und K die Gehalte P und K im Futter

ausgleicht. Bei einem Überschuss an

K erlaubt die Formulierung von «Nitrophos

Rapide», die Gaben von Phosphor

zwischen zwei Schnitte und so die Gabe

von Phosphor auf die Dauer der Vegetationszeit

aufzuteilen.

Darüber hinaus haben Magnesium

und Schwefel eine positive Auswirkung

auf den Gehalt von Mg und Eiweiss im

Futter. Eine ausgewogene und umsichtige

Düngung der Weiden garantiert

nicht nur die Stabilität in der botanischen

Zusammensetzung sondern auch

das mineralische Gleichgewicht und den

Reichtum an Proteinen im Futter.

Die Mängel an Phosphor von Futtermitteln

haben eine negative Wirkung

auf ihre Appetitlichkeit und dadurch auf

34 5 2011 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU

André Biedermann ist von der Formulierung überzeugt

André Biedermann bewirtschaftet in

Delsberg (JU) einen 60 ha grossen Betrieb

mit Rindermast, Pferdezucht, Ackerbau

(Weizen, Gerste, Silo-Mais, Raps,

Sonnenblumen, Soja) und mit Wiesen. Im

folgenden Interview äussert er sich über

den Einsatz von «Nitrophos Rapide».

UFA-Revue: Warum verwenden Sie

«Nitrophos Rapide»?

André Biedermann: Die Düngungsbilanz

meines Betriebs zeigt einen Mangel von

40–60 kg P/ha, während ich bei K knapp

bin. «Nitrophos Rapide» erlaubt mir, diese

Bedürfnisse ohne zu viel Stickstoff zu

decken und vor allem ohne K beizugeben.

Ausserdem ist das Verhältnis N/P perfekt.

300/kg/ha bringen 60 Einheiten aus

Stickstoff und 30 Phosphor.

Bei welchen Kulturen wenden Sie «Nitrophos

Rapide» an?

Ich habe es für die erste Gabe N Ende

Winter angewandt. 300 kg/ha erlauben,

mit einer Güllegabe im Herbst die

Grunddüngung ohne zusätzlichen

Durchgang in der Kultur zu ergänzen. Aus

dem gleichen Grund wende ich auch

400 kg/ha «Nitrophos Rapide» bei Raps an.

Die meisten meiner Wiesen werden als

Schnitt-Weiden benutzt. Im Sommer

wende ich «Nitrophos» zwischen den

Schnitten in Gaben von 150 kg/ha. Dieses

Jahr beabsichtige ich, es auch im Mais

anzuwenden, zusätzlich zum Mist.

Welches sind für Sie die Vorteile von

«Nitrophos»?

Der große Vorteil liegt in der Möglichkeit,

die Restgabe des P mit den ersten

Stickstoffgaben auszubringen. Das Kali-

Manko bedeutet eine Vereinfachung der

Planung und Anwendung der Düngung.

Auf meinem Betrieb wird Nitrophos unter

Berücksichtigung der Anzahl Tiere und des

Gehalts des Hofdüngers gezielt ausgebracht.

Ausserdem haben das darin

enthaltene Magnesium und Schwefel eine

zusätzliche positive Wirkung.

Werden Sie auch in Zukunft

«Nitrophos Rapide» einsetzen?

Ja, falls sich die Situation auf

meinem Betrieb mit der

Rindermast und dem Hofdünger

nicht ändert. «Nitrophos Rapide»

erlaubt es mir die Bedürfnisse

meiner Kulturen ohne

überflüssige Durchfahrten zu

decken.

die Aufnahme. P-Mängel haben auch

Auswirkungen auf den Stoffwechsel der

Kuh. Die wichtigsten Auswirkungen

sind Fruchtbarkeitsminderung und

Milchproduktions-Rückgang. In diesem

Fall wird ein Rückgang des Fettanteiles

und der Proteine in der Milch festgestellt.

Eine zu starke K-Düngung auf saurem

Boden reduziert die Aufnahme von

Kalzium und Natrium durch die Pflanzen.

Eine Überdüngung mit K erhöht

deshalb indirekt die Risiken von Tetanie

im Weideland, Milchfieber und Störung

der Fruchtbarkeit.

Die Schwefeldüngung wurde im

Futterbau lange ignoriert. Man war

überzeugt, dass der Bedarf an Schwefel

durch die Hofdünger gedeckt wurde.

Der Schwefel und der Stickstoff sind im

Stoffwechsel der Pflanze gebunden. Eine

gute Verfügbarkeit des S verbessert

die Effizienz der Nutzung von N und

verbessert so den Gehalt der Pflanzen

an Proteinen. Mit seinen Gehalten an

Mg und S ist «Nitrophos Rapide» ein

Dünger, der besonders für die Düngung

von Wiesen und Weiden geeignet ist.

Betriebe mit Rinderzucht und

auf sauren Böden haben mit einem NP

Dünger wie «Fertical» NP» (15.5.0 + 5.7

Mg) eine interessantere Alternative. Mit

seinen 13% Kalzium trägt «Fertical NP»

(zusätzlich zu einer Lösung ohne K) eine

kalkende Wirkung, die eine direkte positive

Wirkung auf die Mineralgehalte

der Futtermittel hat.

Zusammenfassung Der Reichtum

der Böden und Hofdünger von Rindern

an K haben direkten Einfluss auf die Mineralgehalte

des Futters. Die Futteranalyse

und die Hofdüngeranalyse sind

wichtig für die Berechnung der genauen

Düngung des Betriebes. Die Benutzung

von NP Düngern und die Respektierung

der Düngernormen erlauben die Reduktion

der Risiken von induzierten Mängeln

oder der Überversorgung mit Mineralen.

Je nach Böden und Betrieben,

bringen die Dünger «Nitrophos Rapide»

und «Fertical NP» zahlreiche an die Situationen

angepasste Lösungen.

Autor Jean-François

Hulmann, Landor

Beratungsdienst, 4127

Birsfelden

Gratis-Beratungstelefon

0800 80 99 60,

www.landor.ch,

info@landor.ch

INFOBOX

www.ufarevue.ch 5 · 11

KG 12.11

Gratis-Beratung

0800 80 99 60

0800 LANDOR

landor.ch

LANDOR

fenaco Genossenschaft

Auhafen, 4127 Birsfelden

Telefon 061 377 70 70

E-Mail info@landor.ch

Neue

Formulierung

Sommer aktion: pro Palett 1 Sack (50 kg) gratis

gültig bis Ende Juli 2011

Nitroplus

20.5.8 + 2 Mg, 3 Na, 3 S

Nitrophos

Rapide

20.10.0 + 3 Mg, 8 S

Die gute Wahl

der Schweizer Bauern


PFLANZENBAU

Die Getreidebranche trifft sich

RÜCKBLICK UND AUSBLICK AM MAXI-EVENT Über 260 Produzenten und

Getreidesammelstellen-Leiter, die dem Vermarktungsverbund Maxi angeschlossen sind,

informierten sich aus erster Hand über die Aktivitäten des fenaco-Geschäftsbereichs

Getreide, Ölsaaten und Futtermittel (fenaco GOF). Bei dieser Gelegenheit referierten

auch vier Persöhnlichkeiten der wichtigsten Schweizer Mühlen und Ölwerke.

1 · Die Referenten

Marc Müller (Groupe

Minoteries SA), Romeo

Sciaranetti (Swissmill),

Lorenzo Centonze

(Oleificio SABO) und

Christian Florin (Florin

AG) umrahmt von

fenaco Getreide- und

Ölsaatenverantwortlichen

Fortunat Schmid,

Pius Eberhard und

Heinz Mollet.

2 · Gäste am Maxi-

Event: Das Bundesamt

für Landwirtschaft

Hans-Ulrich Tagmann,

Urs Vock und Andreas

Berger im Gespräch

mit Fritz Stucki (2.v.r.

fenaco Kartoffel).

3 · Über 260 Teilnehmer

verfolgen mit

Interesse die Referate.

1

Teilnehmer am Maxi-Event sind

Produzenten, Getreidesammelstellenleiter,

Silochefs und LANDI-Verantwortliche.

Sie sind ein wichtiger

Teil der Wertschöpfungskette der

schweizerischen Getreideverarbeitung

und bringen mit ihrer Arbeit den Konsumenten

die Vorzüge von Suisse Garantie

näher.

Die fenaco legt jährlich am Maxi-

Event jeweils Rechenschaft über die vergangene

Vermarktungsperiode von Getreide

und Ölsaaten ab. Transparent, fair

und zu den besten Preisen ist abgerechnet

worden.

Dank gestiegenen Importpreisen bekommen

die Produzenten für ihre Brotgetreideernte

2010 mehr ausbezahlt als

im Vorjahr (UFA-Revue 04/2011, Seite

36). Die anspruchsvolle Vermarktung

war geprägt durch Zollsenkungen und

Auswuchs. Trotzdem vermochte die

fenaco ihre Verarbeiter ausreichend zu

versorgen und die Marktstellung mit

«Suisse Garantie» zu festigen, fasste Pius

Eberhard, Leiter Lebensmittel-Rohprodukte

fenaco GOF, das Geschehen in

der Brotgetreidevermarktung zusammen.

Heinz Mollet, Leiter fenaco GOF, ergänzte

mit der Situation des Futtergetreides.

Erneut sank 2010 das Angebot

an Futtergetreide im Inland. Positiv ist

zu vermerken, dass der Schlussabrechnungspreis

über dem Vorjahr lag.

Internationales Der Schweizer Getreidemarkt

sei im Vergleich zum Ausland

geradezu beschaulich, sagte Heinz

Mollet und fügt erklärend hinzu, dass

das Schwellenpreissystem stabilisierend

wirke. Abgekoppelt vom Ausland sind

aber auch die Schweizer Getreidepreise

2

nicht. Einen grossen Einfluss üben die

Wechselkurse (Euro, US-Dollar) aus. Die

extremen Preisvolatilitäten auf den globalen

Getreidemärkten seien nicht

durch Naturkatastrophen (Trockenheit

und anderes) verursacht, sondern durch

spekulative An- und Verkäufe, bestätigte

Heinz Mollet.

Verarbeiter und Müller Vor den

Herausforderungen, vor denen auch die

Verarbeiter und Müller stehen, referierten

der Generaldirektor Marc Müller

von der Groupe Minoteries SA, Romeo

Sciaranetti (Leiter Swissmill), Christian

Florin (Vorsitzender Geschäftsleitung

Florin AG) und Lorenzo Centonze (kom-

3

4 · fenaco-Geschäftsleitungsmitglied

Daniel

Bischof im Gespräch

mit dem Leiter der UFA

AG, Wendelin Strebel.

5 · Austausch unter

Experten: Didier

Kunkler (fenaco)

und José Dorthe

(Geschäftsführer der

LANDI Sarine AG).

36 5 2011 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU

6 · Pierre-Yves Perrin

ist Geschäftsführer des

schweizerischen

Getreideproduzentenverbands.

7 · fenaco-Geschäftsleitungsmitglied

Werner Kuert ist für

das Departement

Pflanzenbau verantwortlich.

8 · Gut gelaunt Hans

Winzeler, der Geschäftsführer

von

Delley Samen mit

seiner Mitarbeiterin

Caterina Matasci.

9 · fenaco-Geschäftsleitungsmitglied

Eugen Brühlmeier

spricht mit Bruno Kägi

(Präsident) und Max

Ulrich (Ge schäftsführer

der Getreide Mittelthurgau

AG).

10 · fenaco GOF setzt

mit Suisse Garantie für

Brotgetreide und

Ölsaaten neue

Massstäbe in der

Vermarktung.

11 · fenaco-Präsident

Lienhard Marschall mit

dem Agro-Star 2011,

John Dupraz.

merzieller Direktor der Oleificio SABO).

Diese vier wichtigsten Abnehmer von

Brotgetreide und Ölsaaten bekräftigen

ihr Bekenntnis zu einer produzierenden

Schweizer Landwirtschaft und zu Suisse

Garantie. Suisse Garantie sei glaubwürdig

und habe eine klare Botschaft, so

das Credo.

4 5

6 7

8 9

10

Ausblick Die Referenz bezüglich zukünftiger

Herausforderungen ist für

Marc Müller, Generaldirektor der Groupe

Minoteries SA, der Bericht «Vision

2025» des Bundesamtes für Landwirtschaft.

Diese Szenarien gäbe es zu berücksichtigen,

nicht nur für die Bauern,

sondern auch für das Müllereigewerbe.

Denn, wenn sie investieren, dann hätten

sie mit einer 40-jährigen Abschreibungsdauer

zu rechnen. Allerdings

prognostizierte der CEO der Groupe Minoteries

SA, dass der Margendruck auf

allen Stufen der Wertschöpfungskette

zunehmen werde.

11

Margendruck Im letzten Jahr hätten

sich die Problemkreise für die Getreidebranche

kummuliert, so wurde

das Schoggigesetz abgeschafft, der

Mehlzoll um 15 Franken reduziert, der

Eurokurs erodierte und plötzlich seien

die Agrarpreise in die Höhe geschnellt.

Dabei betonte der Leiter von Swissmill,

Romeo Sciaranetti, dass die Marktpartner

sich nicht in Probleme «verbeissen»

sollen, sondern es müsse gemeinsam

und partnerschaftlich nach Lösungen

gesucht werden.

Und Christian Florin, er führt erfolgreich

die Florin AG, die 1930 gegründet

wurde, unterstrich die gute Zusammenarbeit

mit fenaco GOF. Gemeinsam sei

es gelungen, das Image von Rapsöl zu

steigern.

Diversifikation Lorenzo Centonze

fasste die Her ausforderungen im Bereich

Ölsaaten zusammen. Seit 2002 hat

sich die Anbaufläche der Ölsaaten um

33% ausgedehnt. Aber es müsse die

Kulturenvielfalt gefördert und Differenzierungsmöglichkeiten

ausgeschöpft

werden, unter anderem auch mit Bio-

Ölsaatenanbau. Auch brauche es Mindestmengen,

um die verschiedenen

Kulturen erfolgreich zu vermarkten, wobei

auch die Sammelstellen vor logistischen

Hindernissen stehen werden.

Wohlwollend begrüsste der fenaco-

Präsident und Getreideproduzent Lienhard

Marschall die Botschaft der Verarbeiter.

Die fenaco verhandelt hart, aber

fair und stehe für Verlässlichkeit den

Marktpartnern gegenüber. Die Ernteaussichten

2011 seien gut und in der

Vernehmlassung der AP 2014-2017 seien

jetzt gemeinsam von der Branche

Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche

zukünftige Getreide- und Ölsaatenbranche

zu setzen.

Die Mittlerfunktion der fenaco im

Getreidemarkt unterstrich auch Fortunat

Schmid, der durch die Tagung führte.


Autoren Daniela Clemenz und Gaël

Monnerat, UFA-Revue, 8401 Winterthur

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UFA-REVUE · 5 2011 37


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Fortsetzung

Seite 42

38 5 2011 · UFA-REVUE


phyto-news

Reduktion von

Trockenheitsstress

Heuer stellt sich die Frage der Ertragsmaximierung

kaum. Da viele Felder

unter Trockenheitsstress leiden,

geht es eher um Schadensbegrenzung.

Gegen den Wassermangel hilft

nur Regen oder Bewässerung. Da viele

Betriebe nicht bewässern können,

sind Alternativen gefragt, die in heissen

und trockenen Regionen bekannt

sind. Eine wassersparende Bodenbearbeitung

hat einen grossen Einfluss

auf die spätere Wasserversorgung der

Pflanzen. Mit geringeren Bestandesdichten

kann das vorhandene Wasser

besser aufgeteilt und wenigstens ein

Teil der Ernte gesichert werden. Dann

gibt es Sortenunterschiede in der Trockenheitstoleranz.

Auch bei der Düngung

sollten Verfahren und Mittel gewählt

werden, die bei Trockenheit

bessere Wirkungen bringen. Hilfsmittel,

die bei der Versorgung der Pflanzen

ansetzen, sind Pflanzen-Stimulatoren

oder -Aktivatoren.

Dieses Jahr zeigten «Goëmar-Start»

im Obstbau und «Goëmar-Multi» im

Raps während der Blüte deutliche

Unterschiede. Während den wichtigsten

Wachstumsphasen werden

die Aminosäuregehalte durch das Algenfiltrat

erhöht und die Pflanze hat

dadurch weniger Trockenheitsstress,

weil die Assimilationseffizenz erhöht

wird. Folgende Empfehlungen könnten

in den nächsten Wochen den Kulturen

helfen, die Trockenheit besser

zu überbrücken:

• Zum Knollenansatz der Kartoffeln

«Goëmar-Start» (2 x 3 l/ha)

• In Zuckerrüben, Sonnenblumen

um Assimilation zu erhöhen «Goëmar-Multi»

(3 l/ha)

• Im Mais das im Süden erfolgreich

eingesetzte «Goëmar-Opti» (2 x

2.5 l/ha) um die Blütenanlage abzusichern.

Die richtige Herbizidwahl

im Mais

Es gibt wenige Kulturen, die so sensibel

auf Unkrautkonkurrenz reagieren wie

der Mais. Eine verpatzte Jugendentwicklung

kann der Mais während der

Vegetation nicht mehr aufholen. Die Jugendentwicklung

hat somit einen grossen

Einfluss auf die Ertragsentwicklung.

Gerade bei der Wasserknappheit in diesem

Jahr sollte man darauf achten, jede

mögliche Konkurrenz von Anfang an

auszuschalten.

Die Produktvielfalt an Maisherbiziden

ist heute sehr gross, so dass für alle möglichen

Unkrautsituationen eine Lösung

gefunden wird. Für den Landwirt ist es

vielfach schwierig, daraus die richtige

Wahl zu treffen. Das Ziel, den Mais

möglichst schnell und nachhaltig sauber

zu halten, wird mit einfachen Strategien

vielfach genau so gut erreicht, wie mit

Mehrfach-Cocktails.

Je nach Vorkultur (Grasmischungen)

kann es sinnvoll sein, vorgängig das Feld

mit «Roundup Max» (4 l/ha) sauber zu

machen. Bei Streifenfrässsaaten ist eine

Behandlung mit «Roundup Max» fast

zwingend. Als Basisprodukt für die Unkrautbekämpfung

im Mais wird «Successor

T» eingesetzt. Der grösste Vorteil

von «Successor T» ist seine lang anhaltende

Wirkung gegen alle Hirsenarten,

Amaranten und Schwarzer Nachtschatten.

Diese Unkräuter sorgten in der Ver-

Herbizidstrategien im Mais

Stadium Mais

Frühe Behandlungen

Bei Normalverunkrautung

Die Lösung gegen Ausdauernde wie

Blacken, Quecken, etc.

gangenheit oft zu unerwünschten Spätverunkrautungen.

Das Produkt enthält

die beiden Wirkstoffe Pethoxamid und

Terbuthylazine, die eine lange Wirkung

garantieren. «Successor T» bewährte

sich als Bodenherbizid in Mischung mit

allen möglichen Produkten.

Bei Gräserdurchwuchs oder etwas

späteren Behandlungen im Mais, hat

sich die Beimischung von «Task» sehr

gut bewährt. «Task» enthält Rimsulfuron,

das gegen Raygras und Quecken

sehr gut wirkt sowie Dicamba, das Blacken,

Disteln sowie Winden wegräumt.

Bei langer Trockenheit sind die Unkräuter

hartnäckiger und die Zumischung

von 0.5 l/ha «Gondor» erhöht die Wirksamkeit

merklich.

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UFA-REVUE · 5 2011 39


PFLANZENBAU

Nie unterschätzen

DIE KRAUTFÄULE IN KARTOFFELN trat im letzten Jahr zwar auf, aber die

Epidemie verlief weitgehend auf einem kontrollierbaren Niveau. Erfahrungsgemäss

verleitet ein tieferer Befallsdruck dazu, die Krankheit im Folgejahr zu unterschätzen.

Das darf nicht passieren, denn grundsätzlich kann die Krankheit über die ganze

Anbauperiode jederzeit auftreten.

Daniel

Strahm

Krautfäulefleck

auf der

Blattunterseite.

Die Krautfäule überwintert in der

Regel in Form von Pilzfäden auf

oder in befallenen Knollen im Lager

oder – bei milden Wintertemperaturen

– in Knollen, die auf dem Feld zurückgeblieben

sind. Als weitere Infektionsquellen

kommen dann noch

Abfallhaufen und Oosporen (die Dauersporen

des Pilzes) hinzu.

Nach Erreichen einer bestimmten

Temperatursumme nimmt die Gefahr eines

Primärbefalls zu. Dies vor allem,

wenn folgende Faktoren dazu kommen:

• Latent infizierte Knollen (auch ohne

deutlich sichtbaren Knollenbefall).

• Genügend Feuchtigkeit (rel. Luftfeuchtigkeit

über 90%) und wassergesättigte

Böden.

• Auch abgeschwemmte Dämme nach

heftigen Regengüssen mit freiliegenden

Stolonen und Wurzeln bilden ein

zusätzliches Potenzial.

• Primärherde können im ganzen Anbaugebiet

auftauchen.

• Primärstauden fallen oft in sich zusammen

und werden deshalb gerne

übersehen.

• Entwicklung der Krankheit und Herdbildung

im Anbau unter Flies. Sekundärbefall

nach Verbreitung der Krankheit

nach dem Abdecken der Felder.

• Spät gepflanzte Kartoffeln werden

auch in kleinen Stadien (bis 10cm)

befallen. Sehr wichtig bei anfälligen

Sorten.

• Ausfallkartoffeln in anderen Kulturen.

derung. Folgendes Vorgehen reduziert

die Gefahr eines starken Befalls:

• Prognosemodelle (z.B. Phytopre) und

Warnhinweise in der Fachpresse sowie

von Pflanzenschutzberatern weisen

auf Erstbefall hin. Diese Informationen

sind gut und daher wichtig für

den Entscheid der ersten Fungizidbehandlung.

Die Unsicherheit bei allen

diesen Hinweisen besteht darin, dass

man davon ausgeht, dass alle Primärherde

gefunden und gemeldet werden.

Die Praxis zeigt, dass es immer

wieder Primärstauden gibt, die zu

spät entdeckt oder auch nicht gemeldet

werden.

• Mit der ersten Behandlung nicht zu

lange warten. Behandlung spätestens

beim gegenseitigen Berühren der

Stauden in den Reihen (Faustregel).

• Die Produktwahl muss an die Anfälligkeit

der Sorte angepasst sein. Bei

Fehleinschätzungen mit Folgen

Die Ungewissheit am Saisonanfang ist

wann, wo und wie heftig die Epidemie

ausbricht. Damit richtig umzugehen

und die richtigen Massnahmen zur richtigen

Zeit zu treffen, ist die Herausfor-

40 5 2011 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU

Grafik 1: Wichtige Momente bei der Krautfäulebeobachtung

Vorauflauf, Auflaufen Blatt- und Längen- Stauden- Knospen- Blüte Blüte, Vergilbung/

Keimung Stauden- Stängel- wachstum schluss bildung Beeren- Abreife

höhe 5 cm Wachstum bildung

Staudenhöhe

10 cm

00 – 09 10 – 19 20 – 29 30 – 39 40 – 49 50 – 59 60 – 69 70 –89 90 – 99

Zum Saisonstart und Saisonende sind die Folgen einer Fehleinschätzung der Krautfäule gross.

Knollenfäule in einem Befallsstadium,

das optisch übersehen werden kann.

schwachanfälligen Sorten und geringem

Krautfäuledruck mit Kontaktfungizid.

Bei anfälligen Sorten oder erhöhtem

Druck teilsystemische oder

systemische Produkte einsetzen.

Mit Taubildung neue Infektionen

Mit der Taubildung ab August

verändert sich das Mikroklima in den

Grafik 2: Fungizidstrategie gegen die Kraufäule

hoch

Infektionsdruck

tief

Spritzstart Frühe Hauptwachstumsphase Hauptwachstumsphase Schlussspritzungen

Epoque Acrobat, Consento, Daconil Combi, Mapro, Ranman

Fantic M, Infinito, Revus MZ, Mancozeb Combi,

Ridomil Gold Tatoo C, Valbon Zetanil Combi

Acrobat, Consento, Daconil Combi, Infinito, Mancozeb Combi,

Mapro, Ranman

Sereno, Revus MZ, Tattoo C, Tanos, Valbon, Zetanil Combi

Electis, Chlorothalonil, Polyram, Rover Star, Trimanoc

Mapro, Ranman

Amistar, Bogard, Sico, Slick gegen Alternaria

10 – 19 20 – 29 30 – 39 40 – 49 50 – 59 60 – 89 90 – 99

Kartoffelbeständen auch bei vermeintlich

trockenen Witterungsverhältnissen.

Das kann genügen, dass sich die Krautfäule

spät, während dem Abreifeprozess,

unbemerkt einnistet. Ein zweiter

Grund kann sein, dass nach einer intensiven

Krautfäulesaison aus Spargründen

die Intervalle verlängert werden, was

die oben erwähnte Problematik verschärft.

Sporen der Krautfäule können in

die Knollenzone gelangen und die Qualität

der Ernte extrem gefährden.

Was kann dagegen unternommen

werden, um nicht den Ertrag kurz vor

der Ernte in Frage zu stellen? Beim Festlegen

der Intervalle muss die Taubildung

unbedingt berücksichtigt werden. Der

Abstand zwischen der letzten Behandlung

und der Krautvernichtung ist nach

gleichen Kriterien zu beurteilen. Für die

Abschlussbehandlung geeignet sind

Produkte mit einer Wirkung gegen den

Knollenbefall (antisporulierende oder

sporentötende Produkte wie z.B. Mapro

oder Ranman). Es gibt Pflanzenschutzfirmen,

die Fungizid und Krautvernichtungsprodukt

kombiniert empfehlen.

Das macht bei vorhandener Krautfäule

und regnerischer Witterung bei der

Krautvernichtung absolut Sinn.

Wahl der Fungizide Die Wahl des

Fungizides hängt von der Anfälligkeit

der Sorte, von der Witterung und dem

Epidemieverlauf ab. Das Angebot an

Pro dukten ist breit. Werden teilsystemische

und systemische Produkte

angewendet, müssen im Sinne einer

Antiresistenzstrategie solche mit unterschiedlichen

Wirkstoffgruppen angewendet

werden (Grafik 2).

Neues Produkt Neben zahlreichen

bewährten Produkten bietet die Firma

Bayer ein neues Produkt an. «Infinito»

enthält neben Propamocarb-hydrochlorid

den neuen Wirkstoff Fluopicolide,

der einer neuen Wirkstoffgruppe

(Acylpicolide) angehört. «Infinito» wirkt

sowohl translaminar wie auch systemisch.

Der Wirkstoff greift im Pilzzyklus an

mehreren Orten ein. Das Produkt wird

von der Firma für den Einsatz ab Vegetationsmitte

empfohlen. Es ist mit einer

Aufwandmenge von 1.6l/ha zugelassen

und darf nicht mehr als viermal pro Kultur

und maximal alle drei Jahre auf derselben

Parzelle angewendet werden.

«Infinito» ist in der Grundwasserschutzzone

S2 verboten.


Autor Daniel Strahm,

fenaco Pflanzenbauberatung,

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UFA-REVUE · 5 2011 41


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Fortsetzung

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Fortsetzung

Seite 51

42 5 2011 · UFA-REVUE


Bandwurmfinnen beim Rind

MERKBLATT PARASITEN

NUTZTIERE

MEIST ERST DURCH FINANZIELLE ABZÜGE nach der Schlachtung wird die

Bandwurm-Problematik bei finnenbelastetem Rindvieh bemerkt. Ein Finnenbefall

verursacht hohe Verluste. Mit einer Betriebsbesichtigung durch die Bestandestierärztin

oder den Bestandestierarzt können mögliche Risiken der Parasitenübertragung identifiziert

und geeignete Massnahmen zur Vermeidung weiterer Infektionen ergriffen werden.

Der Lebenszyklus des Rinderbandwurms

(Taenia saginata) mit dem

obligaten und einzigen Endwirt

Mensch umfasst ein Finnenstadium

im Zwischenwirt Rind (Grafik, folgende

Seite). Nach der Aufnahme von Wurmeiern

aus mit Kot kontaminiertem Futter

oder Wasser entwickeln sich die Finnen

in der Muskulatur des Rindes. Der

Mensch infiziert sich durch den Verzehr

von finnenhaltigem Fleisch, das ungenügend

gefroren oder erhitzt wurde.

Klinische Erscheinung Weder der

adulte Bandwurm beim Menschen noch

die Finnen beim Rind verursachen

Krankheitssymptome. Nur ein sehr starker

Befall des Rindes, die sogenannt generalisierte

Cysticercose, kann zu Leistungseinbussen

führen. Diese kommt in

der Schweiz jedoch nur sehr selten vor.

Rinder, die von Bandwurmfinnen befallen sind, zeigen meist keine

Krankheitssymptome. Beim Verkauf als Schlachttier kann belastetes

Fleisch aber zu schmerzhaften Preisabzügen führen.

UFA-REVUE · 5 2011 43


NUTZTIERE

MERKBLATT PARASITEN

Grafik: Entwicklungszyklus des

Rinderbandwurms

Verbreitung

und Diagnostik

4

1

Im Endwirt Mensch: Adulter Bandwurm

haftet mit seiner Kopfanlage mit vier

Saugnäpfen (1) im Darm. Sein Körper

besteht aus vielen 1 bis 2 cm langen

Bandwurmgliedern (2), die mit dem Stuhl

fortlaufend ausgeschieden werden. Die

darin enthaltenen, von Auge nicht sicht -

baren Eier (3) werden vom Zwischenwirt

aufgenommen.

Im Zwischenwirt Rind: Nach der Auf -

nahme der Eier entwickelt sich der

Parasit in der Muskulatur zu Finnen (4).

Dies sind kleine (erbsengrosse), flüssig -

keitsgefüllte Bläschen, in denen bereits

der Kopf des Bandwurms angelegt ist.

Wird damit befallenes Fleisch vom

Endwirt aufgenommen, beginnt der

Kreislauf aufs Neue.

Modifiziert nach Kayser et al.; Taschenlehrbuch

«Medizinische Mikrobiologie»;

Thieme 2005.

2

3

Verkalkte Finne,

wie sie häufig bei

Muskelschnitten

während der

Fleischkontrolle

gefunden wird.

Gemäss Meldungen von sechs Schlachthöfen

(469317 untersuchte Schlachttiere)

werden in der Schweiz bei 0.58%

der Schlachttiere Finnen gefunden. In

einer Studie mit zufällig ausgewählten

Schlachttieren wurden mit zusätzlichem

Untersuchungsaufwand während der

Fleischkontrolle 4.5% infizierte Tiere

entdeckt. Untersuchungen mit Bluttests

deuten auf ein Vorkommen von Bandwurmfinnen

bei sogar 8% der Schlachtkühe

hin. Jüngste Untersuchungen stellten

keine regionalen Unterschiede in

der Befallshäufigkeit fest.

Routinemässige Diagnostik am

Schlachttier Gemäss der Verordnung

des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements

(EVD) über die Hygiene

beim Schlachten (VHyS; SR

817.190.1) müssen alle Schlachtrinder

mit diversen Muskelschnitten kontrolliert

werden. Falls bei einem vorgeschriebenen

Muskelschnitt eine Finne

entdeckt wird, sehen die Vorschriften

ein Tiefgefrieren des gesamten Schlachttierkörpers

vor (Lagerung bei 0 bis 2°C

für einen Tag und anschliessend während

fünf Tagen bei – 20°C). Bei einem

massiven Befall wird der komplette

Schlachttierkörper als genussuntauglich

deklariert und als tierisches Nebenprodukt

entsorgt. Obwohl nur 30 bis 50%

der infizierten Schlachttiere bei der

Routine-Fleischkontrolle diagnostiziert

werden, entstehen dadurch grosse Verluste

für die Tierhalter. Bei Betrieben mit

Nachweis der Rindercysticercose sind

keine seuchenpolizeilichen Massnahmen

wie Meldepflicht, intensivierte

diagnostische Untersuchungen oder

zeitlich bedingte Auflagen für die

Fleischverwertung vorgeschrieben.

Diagnose am lebenden Tier Spezifische

Antikörper gegen die Finnen

können in einem Bluttest nachgewiesen

werden. Solche Tests sind auf Einzeltierbasis

nicht optimal, erlauben jedoch eine

zuverlässige Aussage auf Bestandesebene.

Etwa 70 Tage nach Beginn der

Infektion können diese Antikörper erstmals

nachgewiesen werden.

44 5 2011 · UFA-REVUE


MERKBLATT PARASITEN

NUTZTIERE

Risikofaktoren und Massnahmen

In einer Fall-Kontroll-Studie wurde gezeigt,

dass einige Faktoren in der Umgebung

des Betriebes einen bedeutenden

Einfluss auf das Ansteckungsrisiko haben.

Dazu zählen insbesondere:

• Futterflächen, die an Parkplätze, Eisenbahnlinien

oder an Freizeitarealen

wie Sportplatz oder Strandbad angrenzen,

oder welche in der Nähe von

Naherholungsgebieten liegen.

• «Innerbetriebliche» Faktoren wie die

Anwesenheit überdurchschnittlich

vieler Leute auf dem Betrieb (z. B. anlässlich

von Festen, Besichtigungen,

«Buurezmorge», Schlafen im Stroh).

Das von grösseren Veranstaltungen auf

dem Landwirtschaftsbetrieb ausgehende

Risiko wurde bisher kaum beachtet.

Bei fehlendem Kanalisationsanschluss

der Toiletten im Stall, aber auch von einer

Einliegerwohnung, einem Ferienhaus

oder von öffentlichen Toiletten

muss damit gerechnet werden, dass

Bandwurmglieder und -eier mit der Gülle

auf die Futterflächen gelangen. Auch

das Ausbringen von fremder Gülle kann

ein Risiko darstellen.

Verteilung bis 25 m Eine Streuung

von Bandwurmeiern vom «Absetzort»

einer Stuhlprobe in einem Umkreis von

bis zu 25m wurde beschrieben. Wiesen

mit erhöhtem Infektionsrisiko sollten

wenn möglich nicht als Weiden genutzt

werden. Im gut getrockneten und gelagerten

Heu sterben die Bandwurmeier

jedoch rascher ab. Wie lange diese Eier

unter welchen Bedingungen überleben

können ist in der Tabelle zusammengefasst.

In Naherholungsgebieten

ist die Gefahr, dass

Rinder mit Bandwurmeiern

kontaminiert

werden, besonders hoch.

Die Eier gelangen via

Menschenkot ins

Futter, vom Futter ins

Tier und der Mensch

wiederum steckt sich

durch finnenhaltiges

Fleisch an.

Tabelle: Überlebensdauer von

Bandwurmeiern

Grundlage

Zeitspanne

Weide

6 Monate

Silage (Hochsilo)

3 Monate

Gülle

mindestens 2 Monate

Heu (belüftet) 3 bis 10 Wochen

Fallbearbeitung auf Bestandesebene

Mögliche Infektionswege und

Risikofaktoren in einem betroffenen Betrieb

lassen sich erkennen. Mit einem

Bluttest bei Tieren, die mindestens eine

Saison Weidegang hatten, können

wichtige Hinweise über die Infektionssituation

im Bestand gewonnen werden

und es kann abgeschätzt werden, ob allfällig

weitere Schlachthofmeldungen zu

erwarten sind. Eine Behandlung von im

Bluttest positiven Tieren ist unter wirtschaftlichen

Gesichtspunkten nicht

durchführbar. Derzeit gibt es keinen

kommerziell erhältlichen Impfstoff.

Stuhluntersuchung Durch eine parasitologische

Stuhluntersuchung aller

Personen, die auf dem Betrieb häufig

anwesend sind, kann versucht werden,

Bandwurmträger zu identifizieren. Resultate

einer solchen Untersuchung unterliegen

dem Arztgeheimnis.

Vorbeugung Folgende vorbeugende

Massnahmen gegen die Kontamination

mit Bandwürmern können empfohlen

werden:

• Risikobehaftete Weiden und Futterflächen

heuen und Heu mindestens

zehn Wochen lagern (Bandwurmeier

reagieren empfindlich auf Trockenheit).

• Für Areale wie Strandbäder oder

Picknickplätze bei der Gemeinde die

Installation einer Toilette beantragen.

• Bei Grossanlässen mobile Toilette

aufstellen und Abwasser nicht auf die

Weide ausbringen.

• Neue Angestellte (inklusive Praktikanten)

auf Bandwurmbefall testen.

• Flächen möglichst nicht nutzen, die

gelegentlich durch Vorfluter oder wegen

Kanalisa tionsüberläufen überschwemmt

werden.

UFA-REVUE · 5 2011 45


NUTZTIERE

MERKBLATT PARASITEN

Analyse auf betroffenem Betrieb

Hohes Übertragungsrisiko

Risikofaktoren wenn möglich beseitigen

Mittleres Übertragungsrisiko

Risikofaktoren wenn möglich

minimieren oder beseitigen

Geringes Übertragungsrisiko

Abwasser / Düngung

Ebene Betrieb

• Hausabwässer in Güllegrube.

• Stalltoilette in Güllegrube (viele

Benutzer).

• Ausbringen von Abwasser aus

weiteren Haushaltungen (Einliegerwohnung,

Ferienhaus, öffentliche

Toilette usw.).

• Ausbringen von fremder Gülle.

• Unbekannter Status über Abwasserentsorgung.

• Stalltoilette in Güllegrube (wenige

Benutzer).

• Haushalt an Kanalisation angegliedert.

• Stalltoilette an Kanalisation angeschlossen.

• Kein Ausbringen von Haushaltsabwässern.

Fütterung

• Zeitspanne von Ausbringung der Gülle

bis Nutzung der Weide oder

Grünfutterfläche unter acht Wochen.

• Zukauf von viel Futter.

• Lagerzeit Heu unter zehn Wochen

(nicht belüftet).

• Lagerzeit Silage unter zwölf Wochen.

• Zeitspanne von Ausbringung der Gülle

bis Nutzung der Weide oder

Grünfutterfläche acht bis zwölf

Wochen.

• Zukauf von wenig Futter.

• Lagerzeit Heu unter zehn Wochen

(belüftet).

• Zeitspanne von Ausbringung der Gülle

bis Nutzung der Weide oder

Grünfutterfläche über zwölf Wochen.

• Kein Zukauf von Futter.

• Lagerzeit Heu über zehn Wochen

(belüftet).

• Lagerzeit Silage über zwölf Wochen.

Umgebungsfaktoren

• Angrenzende Bahnlinie zur Weide

oder Grünfutterfläche.

• Wanderwege durch Weide oder

Grünfutterfläche mit vielen Fussgängern.

• Stark frequentiertes Naherholungsgebiet.

• Weide oder Grünlandfläche geflutet

bzw. Zugang der Tiere zu Oberflächenwasser,

in das Abwässer geleitet

werden.

• Regelmässig Besucher auf dem Hof.

• Wanderwege durch Weide oder

Grünfutterfläche mit wenigen

Fussgängern.

• Mässig besuchtes Gebiet.

• Weide oder Grünfutterfläche geflutet

beziehungsweise Zugang der Tiere zu

Ober flächenwasser (Bach, Fluss, See).

• Gelegentlich Besucher auf dem Hof.

• Isolierte Lage der Weide oder

Grünfutterfläche.

• Kein Naherholungsgebiet.

• Tiere haben nur Zugang zu Leitungswasser.

• Selten Besucher auf dem Hof.

Impressum In loser

Folge publiziert die

UFA-Revue zusammen

mit Forschungs-, Bera -

tungs- und Fachinstitutionen

hilfreiche Merk -

blätter.

Autoren Med. vet.

Ramon Eichenberger

und Prof. Dr. Peter

Deplazes, Institut für

Parasitologie (IPZ),

Universität Zürich,

8057 Zürich; zusammen

mit dem Rindergesundheitsdienst

(RGD),

8315 Lindau

Herausgeber

RGD/Agridea, Eschikon

28, 8315 Lindau

Fotos IPZ, UFA-Revue

Layout/Publi kation

UFA-Revue

INFOBOX

www.ufarevue.ch 5 · 11

Ebene Landwirt / Familie / Personal

Parasitologische Stuhluntersuchung

aller Personen im Betrieb (Resultate

unterliegen dem Arzt geheimnis)

• Positives Ergebnis aus drei Proben

(Tag 1, 3 oder 5)

➠ Medizinische Behandlung durch

den Hausarzt.

Ebene Rind

Serologie von Tieren, die mindestens

eine Saison Weidegang hatten

(Achtung: Antikörper gegen Finnen

sind erst durchschnittlich 70 Tage nach

Infektion nachweisbar.)

• Viele Tiere seropositiv.

➠ Bestandesproblem: Weitere

Schlacht hof meldungen sind zu

erwarten.

Parasitologische Stuhluntersuchung

aller Personen im Betrieb (Resultate

unterliegen dem Arzt geheimnis)

• Negatives Ergebnis von drei Proben.

➠ Bei bestehendem Verdacht einer

Bandwurminfektion Untersuchung

wiederholen.

Serologie von Tieren, die mindestens

eine Saison Weidegang hatten

(Achtung: Antikörper gegen Finnen

sind erst durchschnittlich 70 Tage nach

Infektion nachweisbar.)

• Einige Tiere seropositiv.

➠ Möglicherweise «eingeschlepptes»

Problem, weitere Schlachthof -

meldungen sind möglich.

Parasitologische Stuhluntersuchung

aller Personen im Betrieb (Resultate

unterliegen dem Arzt geheimnis)

• Negatives Ergebnis von drei Proben.

➠ Wahrscheinlich keine betriebs -

eigene Quelle.

Serologie von Tieren, die mindestens

eine Saison Weidegang hatten

(Achtung: Antikörper gegen Finnen

sind erst durchschnittlich 70 Tage nach

Infektion nachweisbar)

• Keine Tiere seropositiv.

➠ Kein Bestandesproblem ersichtlich.

46 5 2011 · UFA-REVUE


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Technik der Unkrautregulierung

DIE MECHANISCHE BEKÄMPFUNG gegen Unkräuter nimmt stetig zu.

Der steigende Druck auf die Pflanzenschutzprodukte und die Zunahme der biologischen

Anbauflächen führen dazu, dass immer effizientere Maschinen für die Unkrautregulierung

entwickelt werden. Genau gleich wie bei der chemischen Bekämpfung werden

auch die Maschinen nicht in jedem beliebigen Kultur- oder Unkrautstadium eingesetzt.

Die traditionellen Hackgeräte, für

deren Handhabung eine Person

notwendig ist, haben den Beweis

schon lange erbracht, dass sie bei

der Unkrautbekämpfung zwischen den

Reihen wirksam sind. Gegenwärtig werden

diese Maschinen von den Herstellern

stark verbessert, damit das Hacken

mit nur einer Person möglich ist, die Geschwindigkeit

gesteigert und genauer

gearbeitet werden kann, um Schäden an

den Kulturen zu vermeiden. Genau wie

bei der chemischen hängt auch bei der

mechanischen Bekämpfung der Erfolg

vom Unkrautstadium ab. Die Verwurzelung

ist ausschlaggebend für die Empfindlichkeit

und je tiefer und strapazierfähiger

die Wurzeln sind, desto intensiver

muss der Hackvorgang erfolgen. Besonders

wichtig ist dies bei der

Unkrautbekämpfung in der Reihe. Bei

Mais oder Zuckerrüben bildet die Bearbeitung

mit der Gänsefusshacke oder

Garezinken zwischen den Reihen kein

Problem.

Der Striegel ist eine einfache und

vielfältig einsetzbare Maschine, die bei

verschiedenen Kulturen verwendet

werden kann. Die Wirksamkeit des

Striegels ist ein Kompromiss zwischen

Bekämpfung und Schutz der Kultur.

Wird der Striegel zu aggressiv eingesetzt,

entstehen Schäden an der Kultur.

Die Intensität der Unkrautregulierung

hängt ab von der Bearbeitungstiefe, der

Neigung der Zinken sowie der Arbeitsgeschwindigkeit.

Die Unkrautbekämpfung

ist dann erfolgreich, wenn sie auf

feinkrümeligem und gut nivelliertem

Boden erfolgt. Der Striegel sollte bei

trockener Witterung, in den späten

Morgen- oder frühen Nachmittagsstunden

eingesetzt werden, damit die ausgerissenen

Unkräuter möglichst abtrocknen.

Bei einer zu späten

Unkrautregulierung und bei schlecht

vorbereitetem Boden können beim

48 5 2011 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU

Trennen und bei der Wirksamkeit des

Striegels Probleme entstehen.

Die Unkrautregulierung mit dem

Striegel ist bereits vor dem Auflaufen

bestimmter Kulturen möglich. Wenn

zwischen der Bodenvorbereitung und

der Aussaat ein Abstand von zehn Tagen

eingehalten wird, erfolgt das Auflaufen

der Unkräuter und der Kultur versetzt,

wodurch ein Striegeldurchlauf vor dem

Auflaufen der Kultur möglich ist. Dennoch

setzt auch diese Bekämpfungsstrategie

eine genaue Einstellung der Arbeitstiefe

des Striegels und die richtige

Saattiefe voraus. Ziel ist, die Unkräuter

herauszuziehen ohne der Kultur Schaden

zuzufügen. Die Umsetzung dieser

Massnahme erfordert Fingerspitzengefühl

und je flacher ausgesät wurde, desto

grösser sind die Risiken für die Kultur.

Die Sternhacke besteht aus zwei

Reihen mit Hacksternen, die jede über

ein eigenes Druckreguliersystem verfügt.

Diese Systeme sind notwendig, damit

eine einheitliche Arbeitstiefe über

die gesamte Gerätebreite gewährleistet

ist. Im Vergleich zum Hackstriegel ist die

Sternhacke weitaus einfacher einzustellen.

Die wichtigsten Erfolgsfaktoren sind

die Arbeitstiefe und die Schnelligkeit

des Traktors. Sofern die Kulturen gut

eingewurzelt sind und das Unkrautstadium

nicht zu weit fortgeschritten ist,

entstehen beim Durchgang mit der

Sternhacke im Allgemeinen keine Probleme.

Ein letzter Hackdurchgang muss

unmittelbar vor dem Reihenschluss

erfolgen.

Bild: agrarfoto.com

Tabelle: Der Hackstriegel ist ein vielseitig einsetzbares Gerät. Nachfolgend eine Übersicht

über die Besonderheiten dieser Maschinen für unterschiedliche Kulturen.

Kulturen Blind striegeln

Striegeln im frühen Nachlauf Bemerkungen

Winter -

getreide

Mais

Ackerbohne

Erbsen

Lupinen

Soja

Kartoffeln

Zuckerrüben

Raps

Wiese

Einsatz möglich:

• Einsatz mit geringer Tiefe und

wenig Druck auf den Zinken

• Einsatz heikel

• in der Schweiz selten

angewendet

Empfohlen bei exakter Saattiefe.

Bei gleichbleibender Saattiefe

säen.

Einebnen der Dämme!

Nein

Nein, Saattiefe ungenügend

Die Hackmaschine ist jenes Gerät,

das in Bezug auf die Einsatzwerkzeuge

am meisten Möglichkeiten bietet. Sie

kann mit verschiedenen Typen von

Scharen und Einzelsternen ausgerüstet

werden. Bei Reihenkulturen ermöglichen

diese Elemente Hackdurchgänge,

Unkrautbekämpfung, eine Bekämpfung

grösserer Unkräuter und das Anhäufeln.

Der Schartyp und dessen Anzahl kann

je nach Stadium den Grad der Verunkrautung

auf der Parzelle beeinflussen.

Im Allgemeinen gilt, dass flache und

breite Scharen in einer Tiefe von 3cm

arbeiten, während die anderen Scharentypen

bis in eine Arbeitstiefe von 6 cm

reichen. Die Einzelsterne kommen oberflächiger

zum Einsatz und ihre Wirksamkeit

hängt von der Neigung der Reihe

und der Traktorgeschwindigkeit ab. Ist

die Kultur bereits gut entwickelt, kann

durch das Bedecken der Reihe mit Erde

das Auflaufen des Unkrauts verzögert

werden.

Im frühen Nachlauf der Kultur

und wenn die Reihen gut sichtbar sind,

können die wirksamsten Werkzeuge für

die Unkrautbekämpfung eingesetzt

werden. Ausser den Eigenschaften, welche

die Werkzeuge zur Unkrautbekämpfung

aufweisen, ist ein Schutzblech gegen

die Verschüttung der Kultur

notwendig. Wie bei der chemischen Bekämpfung

ist auch hier eine möglichst

rasche Kulturentwicklung wichtig, damit

die Bodendeckung ausreicht und

das Unkrautwachstum aufgrund des

fehlenden Lichts eingeschränkt werden

Einsatz: Ab Keimung der

Unkräuter, sofern das Getreide

gut im Boden eingewurzelt und

die Parzelle befahrbar ist.

Einsatzperiode: vom 3-Blattstadium

bis zum Schossen

(Höhe von 30 bis 50 cm).

Bei Labkraut später Einsatz:

Aufgerichtete Kultur mit Striegel

kämmen

Ab dem 3 – 4 – 5-Blattstadium

und wenn die Verwurzelung

genügend ist; bis zu einer Höhe

von 25 cm (6 – 10 Blätter)

Ab dem 3 – 4 – 5-Blattstadium bis

zu einer Höhe von 30 cm.

Ab dem 4 – 5-Blattstadium bis

zur Rankenbildung.

Ab dem 3 – 4 – 5-Blattstadium bis

zu einer Höhe von 30 cm.

Ab dem 4 – 5-Blattstadium bis zu

einer Höhe von 30 cm.

Höhe von 8 bis 20 cm.

Zwisch. den 2- und 6-Blattstadien.

Ab 4-Blattstadium bis zum

Rosettenstadium im Frühling.

Sobald die Parzelle befahrbar ist.

kann. Die mechanische Unkrautregulierung

sollte die Kulturentwicklung nicht

behindern. Damit die Reihen nicht verschüttet

werden, ist im Jungstadium das

Anbringen eines Ablenkblechs empfehlenswert.

Das richtige Stadium Für die Unkrautregulierung

muss bei der Wahl des

Geräts genau gleich wie bei der Wahl

der chemischen Produkte das Stadium

der Kultur und der Unkräuter berücksichtigt

werden. Hackstriegel und Hacke

können eingesetzt werden, solange die

Kulturentwicklung noch nicht zu weit

fortgeschritten ist, da Jungpflanzen die

Durchgänge mit den Hacken und Hacksternen

besser überstehen. Wird oberflächlich

und mit einer der Saat angepassten

Tiefe gearbeitet, ist eine

Bearbeitung auch vor dem Auflaufen

der Kultur möglich. Nach dem Auflaufen

muss jedoch zugewartet werden, bis

– je nach Kultur – das 3- oder 4-Blatt-

Kultur fürs Striegeln geeignet,

wenn sie gut im Boden

verwurzelt ist.

Saatmenge um 10 % erhöhen.

Kulturparzellen befahren, wenn

sie frostfrei sind.

Empfindlicheres Sommer -

getreide nicht bedecken und

sorgfältiger befahren.

Striegeln um die Mittagszeit,

wenn sich die Pflanze problemlos

biegt.

Sorgfältig fahren mit schwachem

Zinkendruck.

Vorsicht bei geringer Saattiefe;

die Kultur muss den Boden rasch

bedecken.

Bei Kulturen, die den Boden

nicht bedecken, ist das Risiko

einer späten Verunkrautung

gross.

Positive Wirkung auf den Boden

Vorsicht, Verletzungsgefahr

Zum Einebnen der Maulwurfs -

hügel, zur Lockerung der Wiese,

zur Verteilung von Mist und Gülle.

Quelle: Sammelmappe für Maschinenwesen des SRVA

UFA-REVUE · 5 2011 49


PFLANZENBAU

punkt wie das Auflaufen der Kultur erfolgt.

Ist eine mechanische Unkrautregulierung

geplant, muss die Saatdichte

um rund zehn Prozent erhöht werden,

damit die durch das Ausreissen erzeugten

Verluste kompensiert werden

können. Weiter wird empfohlen, die

Saatlinien zu bearbeiten, damit die Verwurzelung

der Anbaukultur im Vergleich

zu den Unkräutern gefördert

wird. Wird bei der Sortenwahl auf eine

breite Wuchsform geachtet, wird eine

raschere Bodendeckung erreicht und

der Unkrautdruck wirksam reduziert.

Das Kulturstadium ist

ein wichtiger Faktor

bei der mechanischen

Unkrautregulierung.

Bild: agrarfoto.com

Mit angepasster

Geschwindigkeit und

richtig eingestelltem

Hackgerät ist ein

leichtes Anhäufeln

möglich.

stadium erreicht ist, um das Unkraut mit

der Hacke oder dem Hackstern in der

Reihe zu bekämpfen. Beim Getreide

kann die Unkrautregulierung bis zum

Schossen erfolgen. Raps wird bis zum

Rosettenstadium und Zuckerrüben bis

zum 6-Blattstadium mit dem Striegel

bearbeitet. Bei Mais, Ackerbohnen, Lupinen

und Soja kann ein Striegeleinsatz

bis zu einer Pflanzenhöhe von 25 bis

30 cm erfolgen, bei Erbsen bis unmittelbar

vor der Rankenbildung.

Die klimatischen Bedingungen

und die Bodenbeschaffenheit beeinflussen

den Erfolg der mechanischen Unkrautregulierung

in hohem Masse. Der

Boden sollte wieder abgetrocknet sein

und es sollten trockene Wetterbedingungen

herrschen. Auf feuchten Böden

besteht das Risiko, dass die Kulturpflanzen

ausgerissen werden, zudem können

die ausgerissenen Unkräuter auf feuchtem

Boden erneut wurzeln. Daher empfiehlt

sich, die Unkrautbekämpfung am

späten Morgen oder frühen Nachmittag

vorzunehmen. In jedem Fall ist es ausserordentlich

wichtig, die Werkzeuge

genau einzustellen, damit an den Kulturen

keine Schäden entstehen.

Die mechanische Unkrautbekämpfung

kann mit entsprechenden Anbaumassnahmen

verbessert werden. Das

Anlegen von falschen Saatbeeten vor

der Aussaat bietet die Möglichkeit, den

Unkrautdruck massgeblich zu reduzieren,

sofern die Erde bei der Saat nicht zu

stark umgegraben wurde. Eine Zeitdauer

von 10 bis 15 Tagen zwischen der

Vorbereitung des Saatbeetes und der

Aussaat führt dazu, dass das Auflaufen

der Unkräuter nicht zum gleichen Zeit-

Eine Kombination zwischen mechanischer

und chemischer Bekämpfung

ist möglich. Mit dieser Methode kann

die Menge der ausgebrachten Herbizide

pro Hektare herabgesetzt werden. Wird

sie in Betracht gezogen, muss diese Variante

bei der Planung der Unkrautbekämpfungsstrategie

berücksichtigt werden.

Die Bodenbearbeitung zwischen

den Reihen führt immer wieder zum

Auflaufen neuer Unkräuter und zerstört

die Decke mit dem restlichen Herbizid.

Der letzte Durchgang muss somit immer

gleich vor dem Reihenschluss erfolgen,

damit das Auflaufen neuer Unkräuter

möglichst wirksam eingedämmt werden

kann.

Fazit Heute sind auf dem Markt zahlreiche

Geräte erhältlich. Ihre Wirksamkeit

ist massgeblich von den klimatischen

Bedingungen, dem Kulturstadium

und der Person, welche diese Maschinen

bedient, sowie deren Fingerspitzengefühl

abhängig. Bei der mechanischen

Unkrautregulierung erleichtert eine leistungsstarke

Technologie die Handhabung

der Geräte massgeblich. Die Konstrukteure

arbeiten bereits an der

nächsten Stufe, bei der die Maschinen

die Pflanzen erkennen und somit noch

gezielter und genauer eingesetzt werden

können. Die Entwicklung geht gar

noch weiter hin zu Robotern, die in der

Lage sein sollen, selbstständig Unkräuter

zu hacken oder auszureissen.

Autor Gaël Monnerat, UFA Revue,

1070 Puidoux

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50 5 2011 · UFA-REVUE


Fortsetzung

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Fortsetzung

Seite 60

UFA-REVUE · 5 2011 51


BIO-SEITE

Warum im Ausland abkupfern, was

die Schweiz schon lange hat?

BEGRIFFE WIE «TIERGESUNDHEITSPLAN» UND «GESUNDHEITSPASS» sind

in der Tierproduktion in aller Munde. Da solche Konzepte den Fokus auf die Gesundheit

statt die Behandlung legen, sind sie für Bio-Betriebe besonders interessant.

Jenny

Markov

Gesundheitspläne

umfassen

alle Aspekte der

Tierhaltung.

In Grossbritannien und Dänemark

wird zur Verbesserung der Tiergesundheit

der Einsatz von Tiergesundheitsplänen

(TGP) probiert und

auch in Deutschland und Österreich

werden derartige Pläne entwickelt.

Datengrundlage und Akzeptanz

Bei genauerem Hinsehen zeigt sich aber,

dass oft die Datengrundlage auf den Betrieben

nicht ausreicht, um einen TGP

zu erstellen. Dazu kommt, dass die Akzeptanz

und damit die Umsetzung der

Massnahmen auf den Betrieben sehr

unterschiedlich ist. Im Schlussbericht

«Umsetzung eines Tiergesundheitsplanes

unter Berücksichtigung sozio-ökonomischer

Gesichtspunkte auf ökologisch

wirtschaftenden Ferkelerzeugerbetrieben»

(Universität Kassel, 2008)

wird ein TGP vorgestellt, seine Effizienz

auf den 20 beteiligten Betrieben konnte

aber aufgrund der oben genannten Probleme

nicht abschliessend beurteilt

werden. In einer Umfrage zur Akzeptanz

der TGP stellten das Institut für ökologischen

Landbau und der Bioland Bundesverband

in Deutschland fest, dass

ein Bedarf und Interesse bei den Landwirten

besteht. Für die Umsetzung stehen

dabei jedoch die individuelle Anpassung

an den eigenen Betrieb und die

einfache Handhabung im Vordergrund.

Umgekehrt werden weitere Kontrollen

und zusätzliche Schreibarbeit befürchtet.

Dazu wird ein Betriebsrundgang gemacht.

Zur realistischen Beurteilung

sind aber zusätzliche Daten notwendig

(Reproduktionswerte, Schlachtauswertungen,

Behandlungsjournal, Laborresultate).

Je besser die Datengrundlage,

umso genauer können die Ziele festgelegt

werden (beispielsweise eine Senkung

der Ferkelverluste unter 15 %).

Entsprechend werden Massnahmen formuliert,

um diese Ziele zu erreichen, am

besten in Zusammenarbeit mit der Bestandestierärztin

und allen weiteren Beratern,

die auf dem Betrieb tätig sind.

Der TGP wird anschliessend in regelmässigen

Abständen überprüft und gegebenenfalls

werden neue Massnahmen

oder auch höher gesteckte Ziele festgelegt.

Gesundheitsplanung mit SGD

Die Schweizer Schweineproduzenten

sind ihren ausländischen Kollegen voraus

und haben bereits 1965 den

Schweinegesundheitsdienst (SGD) ins

Leben gerufen. Heute bietet der SGD

seinen Mitgliedern ein Gesundheitsmonitoring,

das alle wichtigen Punkte eines

Tiergesundheitsplans abdeckt. Die Betriebe

werden jährlich besucht, was

dem Wunsch der Landwirte nach nicht

zu vielen Kontrollen entspricht. Zusätzliche

Besuche werden je nach Bedürfnis

und Betriebssituation vereinbart und die

SGD-Tierärzte stehen jederzeit für Fragen

zur Verfügung.

freiheit sind SGD-A Betriebe unauffällig

für Räude, Läuse und Rhinitis atrophicans.).

Die aktuelle Gesundheitssituation

und der Einsatz von Impfungen und

Medikamenten werden auf dem Besuchsprotokoll

systematisch festgehalten

(insgesamt 34 beurteilte Punkte).

Abschliessend werden individuelle

Empfehlungen oder verbindliche Massnahmen

formuliert. Laboruntersuchungen

werden im Bedarfsfall bis zu einem

definierten Guthaben übernommen und

die Resultate in enger Zusammenarbeit

mit dem Bestandestierarzt analysiert.

Der Betriebsleiter kann zudem all diese

Informationen zu seinem Betrieb auf

dem Internetportal für seinen Tierarzt

oder Vermarkter freischalten. Die gute

Zusammenarbeit mit Futtermittelberatern,

Vermarktern, Tierärzten, Labors

und Behörden ist ein wichtiger

Stützpfeiler des SGD-Gesundheitsprogramms.

Durch die Übersicht über die

Mehrheit der Betriebe in der Schweiz

entsteht ein grosser Erfahrungsschatz

und neuartige Erkrankungen können

rasch entdeckt werden.

Mit Bio vertraut Obwohl der SGD

nicht auf Bio-Betriebe beschränkt ist,

Analyse Ist-Zustand Ein Gesundheitsplan

entsteht in mehreren Schritten.

Es beginnt mit der Feststellung der

aktuellen Situation: Hygiene, Management,

Stallbau, Fütterung, Gesundheit,

Prophylaxe und Medikamenteneinsatz.

Besuchsprotokoll, Tipps und

Massnahmen Die Richtlinien des

SGD legen die Grundanforderung an

Management (Tierverkehr, Reinigung,

Hygiene, Schädlingsbekämpfung) und

Gesundheit fest (zusätzlich zur Seuchen-

52 5 2011 · UFA-REVUE


BIO-SEITE

KURZMELDUNGEN

sind die SGD-Berater selbstverständlich

auch mit den speziellen Anforderungen

auf Bio-Betrieben vertraut und berücksichtigen

diese beim Ausarbeiten von

Empfehlungen und Massnahmen. Dazu

kommt, dass die Ziele des SGD wie die

Gesunderhaltung der Tiere, die Senkung

des Antibiotikaverbrauchs und der

Schwerpunkt Management- und Prophylaxemassnahmen

weitgehend mit

den Zielen der biologischen Tierproduktion

übereinstimmen. IP-Suisse macht

sich für das Gesundheitsmanagement

die Dienstleistungen des SGD zu Nutze,

die Betriebe sind verpflichtet auf Niveau

des Status SGD-A zu produzieren. Auch

die Mehrheit der Bio-Zuchtbetriebe ist

dem SGD angeschlossen, die Nutzung

der Dienstleistungen ist allerdings

sehr unterschiedlich. Von

den Bio-Mastbetrieben ist nur ein

kleinerer Teil Mitglied beim SGD.

Spezifische Lösungen

Wer Interesse an einer genaueren

Gesundheitsplanung

hat, setzt sich am besten

mit seinem SGD-Berater in

Verbindung und bespricht die Möglichkeiten

für seinen Betrieb. Eine gute Datengrundlage

(Betriebsauswertung)

und allenfalls gemeinsame Rundgänge

zusammen mit der Bestandestierärztin

und dem Zucht- oder Fütterungsberater

ermöglichen die Ausarbeitung eines

TGP im Rahmen des normalen SGD-Besuchs.

Auf Anfrage bietet der SGD auch

eine intensivere Bestandesbetreuung

für Einzelbetriebe oder die individuelle

Betreuung von Produktionsringen an, je

nach Bedürfnis und Aufwand zu unterschiedlichen

Preisen. Für die Umsetzung

des TGP bleibt aber am Ende jeder

selbst verantwortlich.


Bio-Markt wächst

Bio-Lebensmittel sind bei Herr und Frau

Schweizer gefragt, wie die Verkaufszahlen

2010 zeigen. Gemäss Bio-Suisse hat

der Absatz trotz Wirtschafts- und

Finanzkrise – wie in den Vorjahren –

zulegen können. Der Umsatz mit

landwirtschaftlichen Bio-Produkten ist

um 6.1 % auf 1.6 Mia. Fr. angestiegen.

2010 gab eine Person in der Schweiz

durchschnittlich 211 Fr. für Bio-Lebensmittel

aus. Der Bio-Anteil am gesamten

Lebens mittelmarkt beläuft sich mittler -

weile auf 5.7 %. Das Geschäft mit Bio-

Produkten läuft derzeit so gut, dass die

Nachfrage – wie etwa beim Getreide –

längst nicht mehr gedeckt werden kann.

Immer mehr Bio-Produkte müssen

importiert werden. Damit ange sichts des

wachsenden Marktes nicht noch mehr

Terrain ans Ausland verloren geht, sucht

Bio-Suisse Landwirte, die auf Bio

umstellen wollen – mit Erfolg. Bis

Anfang dieses Jahres haben sich 173

Bauernbetriebe zur Umstellung

angemeldet. Gegenüber 2010 entspricht

dies einer Verdoppelung.

Urs Brändli folgt auf Regina

Fuhrer

An der Bio-Suisse-Delegiertenversammlung

vom 20. April ist der Bio-Landwirt

Urs Brändli aus Goldingen (SG) zum

Nachfolger der langjahrigen Präsidentin

Regina Fuhrer gewählt worden. Neu in

den Vorstand gewahlt wurde auch

Claudia Lazzarini, Bio-Bäuerin und

Juristin aus Le Prese (GR). An der Frühjahresversammlung

stimmten die

Delegierten der Verbesserung des Bio-

Regelwerkes zu und sprachen sich für

zusätzliche Biodiversitätsrichtlinien aus.

Ein Tiergesundheitsplan muss

individuell auf die Gegebenheiten und

Bedürfnisse des Betriebs abgestimmt

werden. Eine gute Datengrundlage

mit vollständigen und detaillierten

Aufzeichnungen ist die Basis dazu.

Autorin Dr. med. vet. Jenny Markov,

Schweinegesundheitsdienst (SGD),

Büro Zürich-Ostschweiz, 8057 Zürich.

www.suisag.ch

INFOBOX

www.ufarevue.ch 5 · 11

Neues Schneckenkorn für

grossflächigen Einsatz

Zur grossflächigen Schneckenregulierung

steht mit «Sluxx» ein neues Korn zur

Verfügung, wie das Forschungsinstitut

für biologischen Landbau mitteilt. Mit

7 kg/ha liegt die empfohlene Dosierung

für alle Kulturen tief. Neben der

kleineren Korngrösse liegt dies daran,

dass der Wirkstoff bei «Sluxx» in höherer

Konzentration vorhanden ist. Während

«Sluxx» gemäss Bio-Verordnung in allen

Kulturen erlaubt ist, bleibt der Einsatz

für Bio-Suisse-Betriebe auf Sonnenblumen,

Zucker-, Futterrüben und Raps

sowie auf die ersten 14 Tage nach dem

Auflaufen der Kultur beschränkt. Für

eine gute Wirkung soll «Sluxx» sofort

gestreut werden, sobald man Schäden

durch Ackerschnecken entdeckt. Zur

Bekämpfung von Wegschnecken genügt

eine Randbehandlung. «Sluxx» ist in

Ihrer LANDI erhältlich.

UFA-REVUE · 5 2011 53


NUTZTIERE

KURZMELDUNGEN

Ziegen nur einmal melken?

BVD: Gealpte

Tiere beobachten

Während der Sömmerung ist die

Gefahr besonders gross, dass Rinder

mit Bovine Virus Diarrhoe

(BVD) angesteckt werden. Auf

grossen Alpen werden 2011 darum

zusätzliche Tests durchgeführt.

Ein Teil der jungen Tiere,

die noch nie mit BVD in Kontakt

kamen, wird vor und nach der

Sömmerung beprobt. Weisen diese

Tiere Antikörper auf, sind sie

während der Sömmerung mit

BVD in Berührung gekommen.

Das heisst, es befand sich trotz aller

Tests ein infiziertes Tier auf der

Alp. In einem solchen Fall werden

alle trächtigen Kühe, die den

Sommer auf der gleichen Alp verbracht

haben, bis zum Abkalben

gesperrt und die Veterinärdienste

versuchen, das für die Ansteckung

verantwortliche Tier zu finden.

Gealpte Tiere müssen gut

beobachtet werden. Bei

Schwachheit, Aborten oder

Fruchtbarkeitsproblemen gehört

auch BVD zu den möglichen Auslösefaktoren.

Für das Jahr 2012 wird eine gezielte

BVD-Überwachung durch

die Kontrolle von Tankmilch und

durch die Beprobung von Jungrindern

geprüft. Sollte das System

seine Wirksamkeit beweisen,

werden die Rindertests aufgehoben.

BVET

Tagesaktuelle Neuigkeiten

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Ziegen, die in der Spätlaktation pro

Tag nur noch einmal gemolken

Flüssig oder trocken?

Die Flüssigfütterung laktierender

Sauen kann Vorteile bringen, wie

ein Versuch in Haus Düsse (D) gezeigt

hat. Verglichen wurde eine

Spot-Mix Flüssigfütterung (zwei Abläufe)

mit einer Spot-Mix Trockenfütterung

(ein Ablauf). Total wurden

610 Würfe ausgewertet. Während

der 24-tägigen Säugezeit verloren

Sauen mit Flüssigfütterung 21.8 kg

Gewicht, jene mit Trockenfütterung

27.9 kg, also 2.6% weniger.

Video statt Eber

Um Sauen zur Besamung zu stimulieren,

braucht es nicht zwingend einen

Eber. Auch das Abspielen einer

DVD mit einem agilen Eber kann

helfen. Laut von der «SUS» zitierter

Praxiserfahrungen ist ein träger Eber

vor den Sauen nicht so wirksam wie

ein agiler Eber auf Video.

10 Jahre

Lineare Beschreibung

Seit zehn Jahren werden Schweine

in der Schweiz von der Suisag linear

beschrieben und die gewonnenen

Werte in die BLUP-Zuchtwertschätzung

integriert. Obwohl die Produktionsleistungen

laufend zunehmen,

blieben die Fundamentsmerkmale

konstant. Die Anzahl Zitzen steigt

laufend und hält so mit der Ferkelzahl

Schritt. Aktuell haben Edelschwein-Sauen

durchschnittlich

15.1 und Schweizer-Landrasse-Sauen

15 Zitzen.

werden, geben unabhängig von der

Fütterungsstrategie rund

20% weniger

Milch als mit

zweimaligem

Melken. Das

ergab eine Studie

der französischen

Forschungsanstalt

Inra mit 40 Alpen-

und Saanenziegen.

Dem

Nachteil der geringeren

Milchmenge steht

Magenwurmprobleme: Einfluss

des Absetzalters

Der Haemonchus contortus, auf

Deutsch «Roter Magenwurm», führt

in der Schaf- und Ziegenhaltung zu

bedeutenden wirtschaftlichen Verlusten.

An der deutschen Georg August

Universität wurde untersucht,

wie sich künstlich mit dieser Nematode

infizierte Lämmer entwickeln.

Demnach scheint das Absetzalter

(mit 6, 13 oder 21 Wochen) den

Grad der Infektion nicht zu beeinflussen.

Allerdings zeigten Lämmer,

die mit sechs Wochen abgesetzt

wurden, den grössten Blutverlust.

Die höchsten täglichen Gewichtszunahmen

wurden bei einem Absetzalter

von 13 Wochen gemessen. Auf

die Vokalisation und Ruhelosigkeit

der Lämmer hatte die Magenwurm-

Infektion keinen Einfluss.

die Einsparung von Arbeitszeit und

Futter gegenüber. Die Futteraufnahme

war bei einmaligem Melken

mit ad-libitum-Fütterung um 12%

und bei individueller Fütterung

aufgrund des Gewichts und der

Milchleistung gar um 28% geringer.

Die Zellzahl der Milch wurde durch

die unterschiedlichen Melkfrequenzen

nicht beeinflusst. Gemessen

am Verhalten und am Cortisolspiegel

schien das Wohlergehen

der Tiere durch einmaliges Melken

nicht negativ beeinflusst zu sein,

schreiben die Wissenschaftler.

Welches Licht für Hennen?

Hennen, die unter rotem Licht gehalten

werden, sind weniger aggressiv

(Hacken und Schmerzschreie) als

jene unter weissem Licht. Zudem

beginnen sie früher mit Legen als

Kolleginnen unter grünem oder

weissem Licht. Das zeigt eine Diplomarbeit

an der Schweizerischen

Hochschule für Landwirtschaft

(SHL). Auf den Futterverbrauch und

die Gewichtszunahme hatten die

verschiedenen Lichtfarben während

des Versuchs keinen Einfluss.

Zecken an Tieren

Die Zeckensaison dauert normalerweise

von März bis Oktober. Wie

beim Menschen sollen Zecken auch

an Tieren möglichst rasch entfernt

werden, um Erkrankungen zu verhindern.

Am besten wird die Zecke

mit einer Pinzette oder Zeckenzange

zwischen Kopf und Haut ergriffen

und gerade herausgezogen. Bleibt

ein Teil der Zecke im Fleisch, kann

es zu Entzündungen kommen.

Mehr Fleisch verspiesen

In der Schweiz wurden im Jahr 2010

insgesamt 3.3% mehr Fleisch konsumiert

als 2009. Der Pro-Kopf-

Konsum stieg von 52.4 auf 53.6 kg

(+2.3%). Am meisten zugelegt hat –

wegen verstärkter Absatzaktivitäten

und tieferer Verkaufspreise – das

Schweinefleisch (+3.9%), gefolgt

von Geflügel- (+3%) und Rindfleisch

(+2.9%).

54 5 2011 · UFA-REVUE


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UFA-REVUE · 5 2011 55


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EN ROUTE AVEC…

UFA-Rindviehspezialist Thierry Retornaz

Thierry Retornaz hat in Frankreich studiert

und gearbeitet, bevor er 2008 in

den UFA-Beratungsdienst eingetreten

ist. Als grosser Kenner der Milchproduktion

und Rindviehmast begleitet er mit

Engagement und Professionalität die

Betriebe seines Beratungsbereichs. Heute

nimmt er uns mit auf den Betrieb

Longchamp-Nicod in Malapalud in der

Region Echallens.

Kräfte gebündelt Alexandre

Longchamp und Dominique

Nicod besitzen je einen

Milchproduktionsbetrieb. In

ihren alten Stallgebäuden

waren sie platzmässig an

Grenzen gekommen. Es

standen hohe Investitionen

und viele Renovationen

an. Beide Betriebsleiter

sahen sich ähnlichen

Herausforderungen gegenüber.

So tat man sich im Jahr

2003 zu einer Betriebsgemeinschaft

zusammen und

baute einen Laufstall für 93

Grossvieheinheiten (GVE). Schon

früher hatte man im Maschinenbereich

zusammengearbeitet. Der

Gemeinschaftsstall bietet Platz für

80 Kühe und für die abzutränkenden

Kälber.

Herdenmanagement Die

grosse Milchviehherde

stellt hohe Anforderungen

ans

Management.

Gemolken wird ein Lieferrecht von

600000kg Industriemilch für Prolait. Im

neuen Stall befinden sich nur die laktierenden

Kühe. Die Galtkühe sind bei einem

Nachbarn untergebracht. Bis zum

Absetzen der Milch bleiben die Aufzuchttiere

auf dem Betrieb, bevor sie in

die alten Stallgebäude gebracht oder in

die Vertragsaufzucht gegeben werden.

Zuchtziele Alexandre Longchamp

und Dominique Nicod streben eine

Milchviehherde mit guten funktionellen

Merkmalen im Bereich der Fruchtbarkeit

und Langlebigkeit an, um die Aufzuchtkosten

auf mehrere Laktation verteilen

zu können. Aktuell gibt eine Kuh

auf dem Betrieb 8000kg Milch pro Laktation

mit 4.27% Fett und 3.35% Eiweiss.

Der Anteil erstlaktierender Kühe

beläuft sich auf einen Drittel.

Die Teilnahme an Ausstellungen hat

für die Betriebsleiter nicht höchste Priorität.

Aber wenn eine Kuh an solchen

Anlässen gute Resultate erzielt, wird

dies mit Freude zur Kenntnis genommen.

Besonders stark abgeschnitten hat

die Stadel-Tochter Unika (Jahrgang

2002) an der kantonalen Ausstellung in

Grange-Verney. Entsprechend wird sie

geschätzt.

Alexandre und Dominique haben ein

Besamungsregime entwickelt, mit dem

für sie eine optimale Wertschöpfung erzielt

wird. Alle guten Zuchttiere werden

mit vielversprechenden Red-Holstein-

Stieren besamt, der Rest mit Fleischrassen-Stieren.

Sämtliche Mastkälber wer-

Laufstall (2003) und Herde der Betriebsgemeinschaft Longchamp-Nicod.

Thierry Retornaz, 25470 Les Plains-et-Grands-Essarts (Frankreich)

Familie verheiratet mit Anne Maire, Kinder Léa (21),

Maëlle (16), Claire (13)

Geboren 15. Mai 1965

Ausbildung Agro-Techniker (1992); Berater im Milchkontroll -

verband Doubs und Rindviehspezialist im

UFA-Beratungsdienst Puidoux seit September 2008.

Hobbies Pferde, Mountainbike, Markt

Motto «Gut zuhören und dem Tierhalter helfen,

seine Ziele zu erreichen.»

Energie gegen Ketosegefahr

Eine erfolgreiche Startphase ist

enorm wichtig, damit die Kühe gesund

bleiben, viel leisten und lange

leben. Oft weisen Milchkühe in der

Startphase eine negative Energiebilanz

auf. Einerseits ist der Energiebedarf

anfangs Laktation hoch, andererseits

fressen die Kühe noch nicht

genug. Es mangelt an Glukose (Blutzucker).

Im Blut reichern sich Ketonkörper

an und belasten Stoffwechsel und Leber.

Zusätzlich verschlechtern Ketonkörper

die Fresslust und die Fruchtbarkeit.

Kein Einschüttstress Zur Verminderung

der Ketosegefahr bei Kalberkühen

eignen sich UFA-Ketonex und UFA-

56 5 2011 · UFA-REVUE


den direkt an einen Rindviehmäster in

der Region verkauft. Verkauft werden

pro Jahr auch sieben bis acht erstlaktierende

Zuchtkühe.

Effiziente und wirtschaftliche

Fütterung Die Kühe erhalten täglich

eine Mischration, die Maissilage,

Grassilage, Emd, Kartoffeln, Rapsstroh,

Puffersubstanz und den Mineralstoff

UFA 1115 enthält. Dazu steht den Tieren

ad libitum eine Heuballe zur Verfügung

(Futterraufe im Laufhof) und während

der Vegetationsperiode haben sie

freien Zugang zur Weide. Die Ergänzungsfütterung

erfolgt über zwei Kraftfutterstationen

mit dem Eiweisskonzentrat

UFA 249 (39% RP) und dem

Milchleistungsfutter UFA 244-8. Um die

Ketosegefahr zu minimieren, setzt der

Betrieb Longchamp-Nicod im ersten

Monat nach dem Abkalben 500g UFA-

Ketonex pro Kuh und Tag ein.

Gute Zusammenarbeit Der Fütterungsplan

im Herbst und Frühling erlaubt

es, eine ausgeglichene Ration zu

erreichen und die Futtervorräte gezielt

zu managen. Über die UFAG Laboratorien,

Sursee, wird das Grundfutter auf

seine Inhaltsstoffe analysiert. Die bei

Betriebsspiegel

Betriebsgemeinschaft

Alexandre Longchamp und

Dominique Nicod

Malapalud

1042 Assens

LN: 78 ha

Pflanzenbau: 12 ha Brot- und Futterweizen,

8 ha Gerste und Triticale, 12 ha

Silomais, Rest Kunst- und Naturwiesen,

Weiden

Tierhaltung: 95– 100 Red-Holstein

Kühe, 90 Stück Nachzucht (teils in

Vertragsaufzucht), Pensionspferde

Arbeitskräfte: Alexandre, Dominique

und ihre Väter

Swissherdbook eingeschriebene Betriebsgemeinschaft

nimmt an den monatlichen

Milchkontrollen teil. Die Kontrollresultate

werden an Thierry

Retornaz übermittelt, der die Herdenleistung

analysiert und Änderungen je

nach Handlungsbedarf beim nächsten

Betriebsbesuch oder via Telefon mitteilt.

Milchpreis Trotz den turbulenten

Zeiten in der Landwirtschaft blicken

Alexandre Longchamp und Dominique

Nicod positiv in die Zukunft. Politiker

und Landwirtschaftsgremien müssen

Lösungen finden und dabei den vielfältigen

Ansprüchen an die Schweizer

Landwirtschaft Rechnung tragen. Von

den aktuellen Problemen auf dem

Milchmarkt ist die Betreibsgemeinschaft

Longchamp-Nicod direkt betroffen. Nur

wenige Rappen mehr Milchpreis pro Kilo

beeinflussen das Einkommen bedeutend.

Auf dem Weltmarkt zeigt der

Trend punkto Milchpreisentwicklung in

die richtige Richtung.

Alexandre Longchamp

und Dominique Nicod

haben mit UFA-Ketonex

gute Erfahrungen

gemacht.

Unika (von Stadel),

Kategoriensiegerin an

der kantonalen Expo in

Grange-Verney (2008).

Ketonex EXTRA. Als Ergänzung zum üblichen

Leistungsfutter dient dieses Diätfutter

aus Propylenglycol und Niacin als

schneller Lieferant von Glukose und unterstützt

so die Energieversorgung nach

dem Abkalben. Weil UFA-Ketonex in

Würfelform erhältlich ist, fällt das lästige

Einschütten und damit der Stress für die

Kuh und den Tierhalter weg.

UFA-Ketonex EXTRA enthält

zusätzlich Beta-Carotin, Biotin, Spurenelemente

(teils organisch gebunden)

und die Vitamine A, D3, E. Einsatz:

Eine Woche vor dem Abkalben

anfüttern (200 bis 300 g), nicht zuwarten

bis die Ketose ausgebrochen

ist. 400 bis 600g während drei bis

sechs Wochen nach dem Abkalben.

UFA-REVUE · 5 2011 57


Nicole Meyer mit Que Sera.

HYPONA 791 Wellness, aus Liebe zum Pferd

LESE-FUTTER

À LIRE

Schweine entwurmen

Jeder Schweinebestand sollte

mindestens einmal pro Jahr

entwurmt werden. Eine gute

Gelegenheit bietet die aktuelle

Aktion auf dem UFA-Entwurmungsfutter.

Wichtig ist, alle

befallenen oder empfänglichen

Schweine zu behandeln. Gegen

Peitschenwürmer, die auf jedem

dritten Schweineproduktionsbetrieb

am Werk sind, richten

einmalige Gaben wenig aus. Es

ist eine Langzeitbehandlung

angezeigt.

«Mit HYPONA 791 Wellness dürfen

wir auch Pferde mit geringem Nährstoffbedarf

verwöhnen, ohne dass ihr

Temperament überschwappt», erklärt

Nicole Meyer aus Kallern (AG),

warum sie seit der Markteinführung

auf dieses Kombi-Futter setzt. Nicole

und Jürg Meyer halten zehn eigene

Pferde und nehmen Sport- und Ausbildungspferde

auf. Gras, Heu und

Stroh werden mit HYPONA 788 ergänzt.

Je nach Genetik und Beanspruchung

erhält ein Pferd an Stelle

von HYPONA 788 täglich 1 bis 2 kg

HYPONA 791. «So kommen alle Tiere

in den Genuss schmackhafter Ergänzungsfutter

und profitieren von wertvollen

Vitalstoffen», begründet Nicole

Meyer. Mit 0.9 mg/kg enthält

HYPONA 791 viel Selen, das für die

Muskeln und das Immunsystem

wichtig ist. Zusätze wie Sonnenblumenkerne,

Leinsaat, Kräuter, Johannisbrot,

Dinkelspreu und Apfeltrester

unterstützen Stoffwechsel und Darm.

Mit seinen mehrfach ungesättigten

Fettsäuren sorgt HYPONA 791 für

glänzendes Fell und der Eukalyptus-

Zusatz ist gut für die Atmung. HYPO-

NA-Futter ist in der LANDI erhältlich.

K.lit: Gut für Stallklima

und Geruch

Gerade auch, wenn die

Temperaturen wieder steigen,

wird die Regulierung des

Stallklimas zum Erfolgsfaktor in

der Tierhaltung. Das Streumittel

K.lit bindet Wasser, Ammoniak

und schlechten Geruch

wirkungsvoll. Der Krankheitsdruck

im Stall sinkt und die

Tiergesundheit wird besser. K.lit

ist in Ihrer LANDI erhältlich.

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Zeit sparen mit VARIO

Bis 120 Kälber pro Tränkeautomat

VARIO steht für eine flexible Förster-

Tränkeautomatengeneration, die

schwerpunktmässig in der Kälberaufzucht

eingesetzt wird. Bis zu 120 Kälber

können je nach Ausstattung an bis

zu vier Saugstellen gleichzeitig mit

Tränke versorgt werden (Synchro-

Feed). Den Tränkeautomaten gibt es

als «Stand Alone» oder als Systemmaschine

für den Anschluss an zentrale

Fütterungscomputer.

Flexibles Steuerungssystem

Das Steuerungskonzept ermöglicht

die flexible Nutzung vielfältiger Funktionen

wie die Tränketemperatur-gesteuerte

Heizungsregelung. Darüber

hinaus können an das Steuerungssystem

sämtliche Peripheriegeräte wie

der Kraftfutterautomat oder die Tierwaage

angeschlossen werden. Auch

eine Schnittstelle zum PC-

Programm «KalbManagerWIN»

ist vorhanden.

Saugschutz «Calf-

Protect» ist eine kostengünstige

Tränkestationserweiterung,

die Kälber

nach der Tränkeaufnahme

vom Besaugen anderer

Tiere abhält. Es

können damit Tränkestationen

ausgerüstet wer-

den, die mit einem Tränkeautomaten

von Förster-Technik verbunden sind.

Umfassender Service Der UFA-

Beratungsdienst verkauft, ver -

least und vermietet VARIO-

Tränkeautomaten und bietet

einen umfassenden Reparatur-

und Servicedienst

an. Informieren Sie sich

beim UFA Beratungsdienst

oder in Ihrer LANDI.

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sind mit hochwertigen

Baugruppen ausgestattet.

Probiotikum, das Legeleistung

stabilisiert

Bei Stress kann die Legeleistung

von Hennen einbrechen. Das

biotaugliche UFA-Antifex

enthält Bakterien, die natürlicherweise

im Darm vorkommen,

die Verdauung stabilisieren und

schädliche Keime wie E.coli

unterdrücken. Einsatz: 0.2–0.5 g

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UFA-REVUE · 5 2011 59


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Fortsetzung

von Seite 51

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Seite 66

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Mehr Liter pro Melkstunde

PRAXISGESPRÄCH

NUTZTIERE

WER DIE VOLLKOSTEN auf dem Milchproduktionsbetrieb reduzieren will, setzt

am besten bei den Arbeiten an, die täglich anfallen. Dazu gehört das Melken.

Nicht immer muss die Steigerung der Melkleistung mit hohen Investitionen einhergehen.

Auch das Überdenken der Melkroutine kann die Produktivität verbessern.

Von den Arbeiten in der Milchviehhaltung

macht das Melken rund

einen Drittel aus. Während beispielsweise

in Dänemark pro Arbeitskraftstunde

fast 130kg Milch gewonnen

werden, sind es hier zu Lande

um die 50kg. Melk Staller hat dieses

Optimierungspotenzial erkannt.

Fredy Sauber,

Melk Staller und

Ruedi Rathgeber sind

sich einig: Melk -

leistung steigern ja,

aber nicht auf

Kosten der Eutergesundheit

und

Milchqualität.

Melk Staller: Anderthalb Stunden

dauert bei mir eine Melkzeit, seufz. Mit

meinen 50 Kühen und meinem 2 x 4

Fischgerät-Melkstand muss sich etwas

ändern.

Ruedi Rathgeber: Fischgeräte verfügen

zwar über eine ausgereifte Bauform

und gute Übersicht. Aber anders als

beim Tandem bestimmt die langsamste

Kuh den Gruppenwechsel. Kannst du

den Melkstand erweitern? Je zusätzliche

Melkeinheit melkst du fünf bis sechs

Kühe mehr pro Stunde.

Melk Staller: Aber ich will niemanden

anstellen.

Ruedi Rathgeber: Bei guter Melkroutine

kann eine Person in einem Gruppenmelkstand

mindestens zwölf Melkzeuge

bedienen.

Fredy Sauber: Vorsicht! Hohe Melkleistungen

dürfen nicht auf Kosten

wichtiger Routinearbeiten wie der

Euterreinigung mit einem Tuch, dem

Vormelken und der fachgerechten Euterstimulation

gehen. Schlechte Milchqualität

und Probleme mit der Eutergesundheit

gehen ins Geld.

Ruedi Rathgeber: Wie hoch ist das

durchschnittliche Minutengemelk auf

deinem Betrieb?

Melk Staller: Etwa 2.3kg.

Ruedi Rathgeber: Bei einer idealen

Milchflusskurve werden pro Minuten

2.5kg gemolken. Der Schnitt bei den

«Je zusätzliche

Melkeinheit

melkst du fünf bis

sechs

zusätzliche Kühe

pro Stunde.»

Rassen Red Holstein und Holstein beträgt

gar 2.8. Vielleicht solltest du

schlecht melkbare Tiere konsequent

ausmerzen. Oder du optimierst die Euterstimulation:

15 Sekunden anrüsten

und nach 45 Sekunden anhängen.

Wichtig ist, dass das Melken beim Einsetzen

des Milcheinschusses beginnt –

nicht vorher, aber auch nicht viel später.

Mit etwa 40% hat das Eutervorbereiten

unter den Melkroutinearbeiten den

höchsten Anteil.

Melk Staller: Was hältst du von einem

Abnahmeautomat?

Ruedi Rathgeber: Das Abhängen der

Melkzeuge ist kaum der entscheidende

Faktor. Nur etwa 5% der Zeit werden

davon in Anspruch genommen.

Fredy Sauber: Sind die Euter regelmässig

schmutzig, muss die Boxenhygiene

und Stallgangreinigung unter die

Lupe genommen werden.

Ruedi Rathgeber: Eine zusätzliche

Kuh pro Stunde bringst du durch, indem

du aufs maschinelle Nachmelken verzichtest.

Auf dem Markt gibt es ausserdem

nachrüstbare Triebsysteme, welche

die Kühe schonend aus dem Melkstand

herausschieben. Automatisch gesteuerte

Ein- und Ausgangstüren sparen viele

Schritte und erhöhen die Kapazität. Der

Ein- und Austrieb nimmt im Schnitt

25% der Zeit im Melkstand in Anspruch.

Melk Staller: Die Kühe kommen gern

in meinen Melkstand und fühlen sich

wohl. Daran liegt es nicht. Als Warteraum

dient der Laufhof. Der Weg zum

Melkstand steigt leicht an und ist mit

trittsicheren Laufmatten versehen. Beim

Bau haben wir sorgfältig darauf geachtet,

Vibration und Kriechstrom zu vermeiden.

So sind alle Leitungen in den

Potenzialausgleich einbezogen worden.

Die Vakuumpumpe wurde auf Beton fixiert

und die Vakuumleitung weist keine

Winkel auf. Regelmässig wird die Melkanlage

von einer Fachperson überprüft.

Fredy Sauber: Nicht zu unterschätzen

ist der Faktor «Reinigung». Systeme mit

hohem Wasserfluss und konstantem Arbeitsdruck

– zum Beispiel 67l pro Minute

bei 5.5bar – machen eine Melkstandsäuberung

in Rekordzeit möglich.

Autor Matthias Roggli,

UFA-Revue, 3360

Herzogenbuchsee. Bei

diesem Artikel handelt

es sich um ein fiktives

Gespräch mit fiktiven

Personen. Die Emp -

fehlungen basieren auf

Angaben von Agroscope

Reckenholz-Tänikon.

INFOBOX

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UFA-REVUE · 5 2011 61


NUTZTIERE

Innovation statt Importe

EIN GUTES STÜCK RINDFLEISCH ist bei den Konsumenten nach wie vor gefragt.

Es gilt, die Produktionsprogramme laufend auf die neuesten Bedürfnisse auszurichten.

Damit lässt sich auch dem Druck von Rindfleischimporten entgegenwirken, wie die

Erfahrungen mit dem erfolgreichen «Swiss Quality Beef» zeigen. Aktuell sucht die Anicom

Betriebe, die Rinder ins Programm «High Quality Beef» liefern möchten.

Yvan

Meuwly

Spätestens nach der letzten BSE-

Krise sowie der Maul- und Klauenseuche-Hysterie

im Jahr 2001 wusste

jedermann, der sich mit der

Rindfleischproduktion befasst, dass nur

noch mit einer Qualitätsproduktion und

entsprechender Vermarktung der Anteil

von knapp 20% am Fleischkonsum gehalten

werden kann.

Herkunft Schweiz genügt nicht

Im Jahr 2010 ist der Rindfleischkonsum

in der Schweiz um 2% auf 11.2kg pro

Kopf gestiegen. Obwohl bereits heute

hervorragende Qualität produziert wird

und über 75% aller von der Anicom gelieferten

Banktiere im Zuschlagsbereich

von T+ oder bessert taxiert sind, wäre es

falsch, sich auf den Lorbeeren auszuruhen.

Es gilt, stetig an der Qualität respektive

neuen Produktionsprogrammen

zu arbeiten.

Noch zu oft geht man davon aus,

dass Produkte mit Herkunft Schweiz

und der heilen Bergwelt im Hintergrund

automatisch einen Mehrpreis

und starken Absatz garantieren. Doch

ebenfalls in benachbarten EU-Ländern

wie Deutschland, Italien oder Österreich

werden heute Top-Produkte produziert,

die sich grosser Beliebtheit erfreuen

– selbst bei Herr und Frau

Schweizer.

Export mit Grenzen Der viel umschwärmte

Fleischexport ins Ausland

beschränkt sich auf einen Silberstreifen

am Horizont. Wird die Essgewohnheit

und Kaufkraft berücksichtigt, so bleiben

nur noch wenige Millionen Konsumenten

übrig, die Schweizer Produkte kaufen

möchten. Höchste Priorität hat es

deshalb, zum inländischen Markt Sorge

zu tragen. Um den Rindfleischkonsum

nachhaltig stabil zu halten, bedarf es einer

fairen Zusammenarbeit auf allen

Stufen.

Mehr Mastrassen-Tränker Qualität

beginnt bei der Stierenwahl zur Besamung

der Kuh. Dank Spermasexing

und der ausgeprägten preislichen Differenzierung

bei den Tränkern (wegen erhöhtem

Angebot) ist der Anteil an

Mast rassen-Tränkern in den letzten

zwei Jahren von gut 26 % wieder auf

knapp 32 % angestiegen. Dies ermöglicht

dem Handel, vielen Muni- und

Rindermästern gutes Tiermaterial liefern

zu können.

Swiss Quality Beef – ein Erfolgsbeispiel

Die unterschiedliche Ausrichtung

der fleischverarbeitenden Unternehmen

auf die Kunden und

Konsumenten erfordert eine Differenzierung

in der Disposition der Banktiere,

ermöglicht es aber auch, einen

Mehrpreis zu realisieren.

Als klassisches und nachhaltig erfolgreiches

Beispiel gilt sicherlich das Produktionsprogramm

«Swiss Quality

Beef» (SQB). Dank einer vorbildlichen

Partnerschaft auf allen Stufen ist es gelungen,

den Absatz von leichten Bankmunis

in den letzten sieben Jahren um

ein Vielfaches zu erhöhen (Grafik 1).

Wurden anfänglich nur Edelstücke wie

Filet, Huft oder Entrecote via SQB vermarktet,

so ist heute der En gros-Handel

in der Lage, den ganzen Schlachtkörper

zu einem Mehrpreis unter dem

Namen SQB zu verkaufen. SQB steht in

vielen Regalen in direktem Konkurrenzkampf

mit dem ausländischen

Rindfleisch. Dank der kontinuierlich

hohen Qualität von SQB-Fleisch konnte

das Importrindfleisch etwas verdrängt

werden.

Kontinuität als Voraussetzung

Für einen solchen Erfolg braucht es Anstrengungen

auf allen Stufen. Ebenso

wichtig wie die Qualität ist die Kontinuität.

Nichts Schlimmeres als wenn ein

Produkt lanciert wird und nicht verfügbar

ist. Aus diesem Grund müssen Produzenten

gewillt sein, das ganze Jahr,

unabhängig von der Preisentwicklung,

ihre Tiere im optimalen Schlachtgewichtsbereich

zu liefen.

Vermarktung heute und morgen

Die Zeiten, in denen im Viehhandel die

Preistransparenz fehlte, unklare Einkaufsbedingungen

herrschten und keine

Taxation auf dem Waagschein ersichtlich

war, gehören längst der Vergangenheit

an. Der Viehhändler respektive Vermarkter

von heute muss dem

Produzenten viel mehr bieten, als nur

Tiere von A nach B zu verschieben und

eine Abrechnung zuzusenden.

So ist es heute selbstverständlich,

dass Tierproduzenten über die momentanen

Marktverhältnisse aufgeklärt werden.

Die tierschonende und fachkundige

Logistik erfordert viel Know how.

Entscheidend ist, mit möglichst wenig

Restriktionen und einer optimalen Postengrösse

zum nächstmöglichen Abnehmer

gelangen zu können. Am Schlachttag

werden die von der Proviande

bestimmten Taxationen dem Produzenten

mitgeteilt. Nur so ist es möglich, im

Zweifelsfall rechtzeitig Rekurs einzulegen.

Für die gelieferten Schlachttiere erhält

der Tierhalter innert weniger Tage

eine transparente Abrechnung.

62 5 2011 · UFA-REVUE


NUTZTIERE

Grafik 1: Liefermengen «Swiss Quality Beef»

1000

900

800

700

600

Prozent

500

400

300

200

100

0

2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010

Jahr

Grafik 2: Fleischigkeit von «High Quality Beef»

50

40

2008

2009

2010

30

Prozent

20

10

0

C H +T T –T A X

Fleischigkeit

HQB-Betriebe gesucht In der

Lancierung von viel versprechenden

Produktionsprogrammen nimmt der

Vermarkter eine wichtige Funktion

wahr. Zusammen mit einem innovativen

Abnehmer werden Ideen geprüft und

wenn möglich umgesetzt. Das erfordert

einen beachtlichen Aufwand, ist für die

Zukunft der inländischen Rindfleischproduktion

aber von hoher Bedeutung.

Aktuell ist die Anicom AG daran, mit

QM-Fleischrindern das Programm

«High Quality Beef» (HQB) aufzubauen.

Der bewusste Konsument wünscht nach

wie vor ein feinfasriges, marmoriertes

und vor allem gut gelagertes Stück Rindfleisch.

Diese Anforderungen lassen sich

mit dem HQB erfüllen. Wie die Erfahrung

zeigt, erreichen HQB-Tiere ideale

Schlachtresultate (Grafik 2). Das Absatzpotenzial

der Anicom AG ist noch nicht

vollumfänglich ausgeschöpft. Gesucht

werden professionelle Mastbetriebe,

die übers ganze Jahr fleischige Rinder

mit bis 310kg Schlachtgewicht und einer

Taxation von T+ oder besser anbieten

möchten.


Autor Yvan Meuwly, Niederlassungs -

leiter Anicom Ostschweiz, 9501 Wil.

www.anicom.ch

Infos zu HQB Die Produktion von

«High Quality Beef» (HQB) bietet

sichere Absatzmöglichkeiten. Interessiert?

Fragen Sie unsere Spezialisten in

Ihrer Region:

Wil: R. Gisler 079 291 82 86

Sursee: H. Dal Cere 079 417 87 14

Zollikofen: F. Zahnd 079 652 32 28

Payerne: G. Cattilaz 079 862 22 92

INFOBOX

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Aus den weiblichen

Masttieren

resultiert qualitativ

hoch stehendes

«High Quality Beef».

UFA-REVUE · 5 2011 63


NUTZTIERE

Einfache Umbaulösungen

für Anbindeställe

PER SEPTEMBER 2013 müssen Rinder-Standplätze, die den Stall-Check nicht erfüllen,

vergrössert werden. Es gibt Baulösungen, mit denen sich die Tierschutzvorschriften

ohne grosse Kosten erfüllen lassen. In einigen Fällen werden auch Ausnahmen gewährt.

Die Tierschutzgesetzgebung will sicherstellen,

dass Rinder beim Abliegen,

Aufstehen und Körperpflegeverhalten

nicht behindert sind,

aufrecht stehen können, genug Platz

zum Liegen haben und dass möglichst

keine Verletzungsgefahr besteht.

Beizug von Beratung Per 1. September

2013 gelten die Mindestmasse

der 2008 revidierten Tierschutzverordnung

auch für am 1. Juli 1981 bereits bestehende

Ställe mit sogenannten «Klammermassen».

Massgebend ist für alle

der «Stall-Check» (siehe Tabelle 1). Ausnahmen

gibt es für Alp- und Sömmerungsställe

(siehe Kasten). Kurzstandläger

mit Elektrobügel müssen 175cm

Tabelle 1: Stall-Check

Breite in cm Länge in cm

Standplätze

Jungtiere bis 400 kg im Kurzstand 90 145

Jungtiere über 400 kg im Kurzstand 100 155

Milchvieh mit Widerristhöhe von

über 130 cm im Kurzstand 110 165

Milchvieh mit Widerristhöhe von

über 130 cm im Mittellangstand 110 200

Liegeboxen

Milchvieh mit Widerristhöhe von

über 130 cm, wandständige Liegeboxen 120 240

Milchvieh mit Widerristhöhe von

über 130 cm, gegenständige Liegeboxen 120 220

Anpassungen sind notwendig, wenn die aufgeführten Abmessungen

unterschritten werden.

Ausnahmen für Alp- und Sömmerungsställe

Für Alp- und Sömmerungsställe gelten grundsätzlich die gleichen

Mindestmasse wie im «Stall-Check» der Tabelle 1. Ausnahmen gibt es

für Ställe, die am 1. September 2008 bereits standen und wo die Tiere

in der Regel nicht länger als acht Stunden pro Tag verweilen. Für Kühe

gilt in diesem Fall eine Standplatz-Breite von mindestens 99 cm und

Länge von mindestens 152 cm.

statt 165cm lang sein. Sind Anpassungen

nötig, lohnt sich der Einbezug von

Stallbau-Fachleuten. Im Folgenden werden

Umbautipps des Bundesamts für

Veterinärwesen (BVET) zusammengefasst.

Standplatz-Verlängerungen

Standplätze lassen sich verlängern, indem

ein Kantholz in den Kotgraben gelegt

wird. Ist der Kotgraben nicht genug

breit, kann er eventuell auf Kosten des

Stallganges vergrössert werden. An Stelle

eines Kantholzes kommen folgende

Lösungen in Frage:

• Einen Teil anbetonieren.

• Konstruktion mit T-Eisenkonsolen

und eingelegten Bodenbrettern bei

mechanischen Entmistungen.

• Der Stallgang wird zu einem flächendeckenden

Schwemmkanal umgebaut.

Wenn die Tiere auf die Weide

gehen, empfiehlt es sich, auf den Rost

eine Gummimatte zu legen. Sonst ist

der Rost zu wenig trittsicher.

Auf Gittern von Schwemmentmistungen

kann an den Standplatz

ein Brett angesetzt werden. Um die gewünschte

Höhe zu erreichen, werden

unter dem Brett kleine Kanthölzer platziert.

Deren Abstände wählt man am

besten so, dass sich jeder zweite Rost für

die Reinigung entfernen lässt. Ausserdem

gibt es Standplatz-Verlängerungsroste,

die allerdings eine gewisse Standplatz-Länge

voraussetzen.

Gummimatten auf dem Standplatz

sollen ganz nach hinten gezogen werden.

Den fehlenden Gummiteil am vorderen

Ende muss man nicht zwingend

ansetzen, wenn der betroffene Bereich

trocken bleibt und genügend eingestreut

wird.

Krippenanpassungen Die kuhseitige

Krippenwand darf bei Kurzständen

nicht höher als 32cm sein, die tierseitige

Krippenwanddicke maximal 15cm.

Für den Ersatz zu hoher Krippenhölzer

bieten sich bewegliche Gummileisten

an. Diese dienen als Futterbremse und

messen zusammen mit dem Krippenboden

maximal 42cm in der Höhe. War

die Anbindung am Krippenholz montiert,

muss beim Einsatz einer Gummileiste

auf einen beweglichen Anbindepunkt

mit vertikalem Gleitsystem

umgestellt werden.

Standplatz-Verbreiterung Unter

den Anbindevarianten stehen

Spreizketten, Seitenanbindungen und

Gleitkolben zur Verfügung. Flexible

Gurten können an Stelle von massiven

Trennbügeln verhindern, dass Kühe zu

schräg liegen. Zur Messung von Standplatz-Breiten

gilt nach wie vor das Achsmass

von Mitte Rohr zu Mitte Rohr.

Oder es wird von Wand zu Wand gemessen

und das Resultat durch die Anzahl

Tiere dividiert.

Stützen dürfen maximal die Hälfte

der Standplatz-Länge von der Krippenwand

entfernt sein. Beträgt die Distanz

zur Krippe weniger als 15 cm, muss der

Zwischenraum ausgefüllt werden.

Sonst besteht Verletzungsgefahr beim

Abliegen und Aufstehen. Im «Notfall»

ist eine Stütze im Liegebereich möglich,

sofern eine Seitenanbindung gegenüber

der problematischen Stütze

vorhanden ist und der Standplatz verbreitert

wird (z. B. auf 140 cm).

64 5 2011 · UFA-REVUE


NUTZTIERE

Solche Gurten verhindern, dass Kühe

schräg liegen und ihren Kolleginnen

den Platz stehlen oder sie verletzen.

Auch alte Boxenlaufställe erfüllen

die geforderten Abstände in Tabelle

1 teils nicht. Vor allem, weil früher meist

im Achsmass statt im Lichtmass (von

Trennbügel zu Trennbügel) gemessen

wurde. Für am 1. September 2008 bestehende

Liegeboxen ist bei hinten

nicht abgestutzten Bügeln in der Breite

eine Toleranz von 1 cm zulässig.

Ausnahmen? Für spezielle Fälle

sieht die Tierschutzverordnung Ausnahmen

vor. Begründete, schriftliche Gesuche

– mit Planunterlagen und von Beratung

und Tierhalter unterschrieben –

beurteilt das kantonale Veterinäramt.

Ausnahmen werden beispielsweise gewährt,

wenn der Betriebsleiter schon

alt, die Hofnachfolge nicht geregelt oder

die Verhältnismässigkeit einer Investition

nicht gegeben ist (begrenzende Aussenhülle,

Investitionsschutz).

Keine neuen Elektrobügel-Einrichtungen ab 2013

Ab 1. September 2013 dürfen keine neuen Standplätze mit Elektro -

bügel eingerichtet werden. Das heisst, keine neuen Anbindeställe mit

Elektrobügel und keine Vergrösserungen bestehender Ställe mit

Elektrobügel. Auf den dannzumal bestehenden Standplätzen wird der

Elektrobügel jedoch nach wie vor erlaubt sein, allerdings nur mit einem

bewilligten Netzgerät. Für neue und erweiterte Ställe sind diverse

aktive und passive Steuerungen im Handel, die als Alternative zum

Elektro bügel in Frage kommen (Tabelle 2).

Tabelle 2: Vergleich von Elektrobügel-Alternativen

Typ Wirk- Aufwand/ Tiersamkeit

Kosten gerechtigkeit

Passiv – Stopprohre

im Kopfbereich – niedrig +

Passiv – Nach hinten

klappbares Stopprohr

oder Bügel

im Nackenbereich 0 mittel +

Passiv – Frei

pendelnder Bügel im

Nackenbereich 0 mittel +

Aktiv – Pneumatisch

bewegter Bügel

mit Drehbewegung ++ hoch ++

– = gering; 0 = mittel; + = hoch; ++ = sehr hoch

Als Alternative zum herkömmlichen

Kuhtrainer werden pneumatisch

bewegte Bügel empfohlen.

Flexible Gummilappen an Stelle

des Krippenholzes.

Was ist bei grösseren Kühen?

Auch wenn Kühe eine Widderristhöhe

von 145cm oder mehr erreichen, müssen

Standplätze und Liegeboxen, die

den «Stall-Check» bestehen, von Gesetzes

wegen nicht angepasst werden. In

extremen Fällen könne aber die kantonale

Tierschutz-Vollzugsstelle entsprechende

Anpassungen verlangen, heisst

es beim Bundesamt für Veterinärwesen.

Abgesehen davon fördern grosszügige

Abmessungen das Tierwohl, die Tiergesundheit

und Tierleistung.

Rassenwechsel? Unter Umständen

kann es sinnvoll sein, auf eine kleinrahmige

Rasse umzustellen. Zur Wahl

stehen beispielsweise Jersey-Kühe. Sie

weisen eine Widerristhöhe von bloss

125cm auf und leisten dennoch um die

5000kg Milch pro Laktation mit einem

hervorragenden Gehalt von rund 6%

Fett und 4.2% Eiweiss. Gleich klein wie

Jersey-Kühe sind Grauvieh, Eringer und

Evolèner. Letztere drei Rassen haben

Stärken bezüglich Robustheit von Fundament

und Klauen. Dafür ist die Milchleistung

mit etwa 3500kg bei 4% Fett

und 3.3% relativ tief. Leistungsmässig

auf einem ähnlichen Niveau befinden

sich die Hinterwäldler, die mit 116cm

eine besonders geringe Widerristhöhe

aufweisen.

Wegen der geringen genetischen Varianz

besteht bei seltenen Rassen teils

Inzuchtgefahr.


D

Kantholz im Kotgraben zur

Standplatz-Verlängerung.

Verlängerung

Verlängerung des Standplatzes

mit T-Eisenkonsolen und eingelegten Bodenbrettern

bei mechanischen Entmistungen.

Standplatz-Verlängerung

bei Schwemmentmistungen.

Autor Matthias Roggli,

UFA-Revue, 3360

Herzogenbuchsee.

Die Empfehlungen zum

Umbau von Anbindeställen

und zu den

Elektrobügel-Alternativen

stammen von

Rudolf Hauser, Zentrum

für tiergerechte

Haltung, BVET.

Ausführliche Unterlagen

finden Sie unter www.

tiererichtighalten.ch

(> Rinder).

INFOBOX

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UFA-REVUE · 5 2011 65


Branchen

Nutzen Sie diese aktuellen Adressen

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FUTTERMITTEL

PFLANZENBAU

GVS AGRAR AG

8207 Schaffhausen

052 631 19 00

www.gvs-agrar.ch

Stähler Suisse SA

4800 Zofingen

062 746 80 00

www.staehler.ch

2942 Alle 058 434 04 10

2800 Delémont 058 434 04 20

1564 Domdidier 026 675 21 41

1470 Estavayer-le-Lac 026 663 93 70

3360 Herzogenbuchsee 062 956 62 25

3232 Ins 032 312 03 70

1733 Treyvaux 026 413 17 44

www.umatec.ch

Raufutter

www.raufutter.ch

Gratis-Infoline

0800 808 850

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Fortsetzung

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Fortsetzung

Seite 72

66 5 2011 · UFA-REVUE


GENETIK

Gut für Zuchtwert-Genauigkeit

NUTZTIERE

ANPASSUNG PRÜFPROGRAMME Die genomische Zuchtwertschätzung liefert heute

schon beim jungen Tier eine hohe Sicherheit. Im Sinne einer Qualitätssicherung soll die

Nachzuchtprüfung zwar beibehalten werden. Die Zuchtverbände und KB-Organisationen

wollen aber die Anzahl Prüfbetriebe reduzieren. Als willkommener Nebeneffekt dürfte sich

die Genauigkeit der Prüfresultate verbessern.

Gemessen an den bisher mit Prüf -

stieren besamten Tieren verringern

der Schweizer Braunviehzuchtverband

und swissherdbook die Prüfkapazität

um knapp 10%. In einem ersten

Schritt soll der Prüfeinsatz auf jene

Betriebe konzentriert werden, welche

die Einsatzbestimmungen für Prüfstiere

in der Vergangenheit gut eingehalten

haben und pro Jahr mindestens sechs

Laktationsabschlüsse aufweisen. Matthias

Schelling, Direktor von swissherdbook,

erklärt die Hintergründe und

Konsequenzen.

Holsteinzuchtverband:

Neuer

Prüfvertrag per

2012

Auch beim Holsteinzuchtverband

wird die

Anzahl Prüfstiere

angepasst, wie

Direktor Pascal Monte -

leone erklärt. Die

Anpassung entspreche

einer Reduktion von

zirka 10 % für die

Saison 2011/12. Wie

es danach weiter gehe,

sei noch offen. Im

Sommer erar beitet der

Vorstand des

Holsteinzuchtverbandes

ein neues

Prüfkonzept. Daraus

entsteht ein neuer

Vertrag sowie ein

neues Entschädigungskonzept.

Der neue

Prüfvertrag soll 2012 in

Kraft treten.

Matthias Schelling:

«Daten für Gesundheitsmerkmale

werden

in Zukunft mehr

Gewicht erhalten.»

UFA-Revue: Wie sicher sind genomische

Zuchtwerte?

Matthias Schelling: Werden die direkten

genomischen Zuchtwerte DGZW

mit traditionellen Abstammungszuchtwerten

kombiniert, ergeben sich Sicherheiten

für die genomisch optimierten

Zuchtwerte GOZW von 50 bis 65%. Die

GOZW-Sicherheiten bei Jungstieren liegen

damit über jenen der bisherigen

Zuchtwerte, aber nicht ganz auf dem Niveau

von Nachzuchtprüfungsresultaten.

Warum werden die Prüfprogramme noch

weitergeführt?

Ohne Nachzuchtprüfung gibt es keine

genomischen Zuchtwerte. Damit die

Sicherheit der genomischen Zuchtwerte

langfristig gesichert werden kann, müssen

wir dafür sorgen, dass die eingesetzten

KB-Stiere auch in Zukunft zuverlässige

Nachzuchtprüfungsresultate

erhalten. Ausserdem dient die Nachzuchtprüfung

auch der Qualitätssicherung

im Sinne einer Produkteprüfung!

Wie lange?

Ein Ende der Nachzuchtprüfung ist nicht

abzusehen, wohl aber eine Veränderung

der Strukturen. Die Geschwindigkeit der

Veränderungen hängt auch von der

Nachfrage der Züchter nach Jungstieren

mit GOZW ab. Es ist absehbar, dass die

KB-Organisationen eher weniger Stiere

in den Prüfeinsatz schicken werden.

Trotzdem müssen wir auch in Zukunft

mindestens ebenso zuverlässige Leistungsdaten

haben wie bisher.

Welche Kosteneinsparungen liegen drin

durch die Reduktion der Prüfprogramme?

Auf Seite der Zuchtorganisationen sind

die Einsparungen durch die Reduktion

der Prüfprogramme verhältnismässig

klein. Es geht vielmehr darum, die geringere

Anzahl Prüfstiere möglichst optimal

einzusetzen, damit den verbleibenden

Prüfbetrieben genügend

Prüfstiersperma zur Verfügung stehen.

Was bringen die Vertragskündigungen bei

kleinen Betrieben mit sich?

Prüfbesamungen auf ältere Kühe mit

Fruchtbarkeitsproblemen bringen dem

Prüfprogramm ebenso wenig wie Betriebe,

die den Prüfvertrag schlecht einhalten.

Damit eine Prüfstiertochter zur

Genauigkeit der Zuchtwerte ihres Vaters

beiträgt, ist ein möglichst zufälliger Ersteinsatz

ebenso massgebend wie eine

genügende Zahl gleichaltriger Vergleichstiere

auf demselben Betrieb. Die

Vergünstigungen für die Prüfbetriebe

rechtfertigen sich nur dort, wo verwertbare

Daten erhoben werden können.

Leider müssen die Betriebe ohne Vertrag

auf diese Vergünstigungen verzichten.

Diesen stehen aber weiterhin all

unsere Dienstleistungen zur Verfügung.

Bleiben die Entschädigungen der Prüfbetriebe

gleich hoch wie bisher?

Ja, diesbezüglich ist bei swissherdbook

keine Änderung vorgesehen.

Welche zusätzlichen Datenerhebungen

zur Tiergesundheit werden diskutiert?

Wirtschaftlich besonders bedeutend

sind Merkmale der Eutergesundheit und

Fruchtbarkeit. Demnach besteht in diesen

Bereichen ein grosser Bedarf für zusätzliche

Daten. Aber auch Stoffwechselkrankheiten

und die Klauengesundheit

interessieren. Ziel ist es, Zuchtwerte

für wirtschaftlich wichtige Gesundheitsmerkmale

zu generieren.

Interview Matthias Roggli, UFA-Revue,

3360 Herzogenbuchsee.

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UFA-REVUE · 5 2011 67


NUTZTIERE

Alternativen zur Schweinesuppe

DAS VERBOT von Gastro- und Fleischsuppen in der Schweinefütterung erhöht die

Preise alternativer Nebenprodukte. Auf einigen Betrieben kann es sich daher lohnen,

den Einsatz von Mischfutter zu steigern. Ob und wie der nötige Nebenproduktanteil für

Ausnahmebewilligungen bezüglich Höchstbestand und Gülle radius angepasst wird, ist

noch offen.

Urs

Berweger

Gastro- und Fleischsuppen sind Nebenprodukte

aus der Nahrungsmittelindustrie,

die sich zum Teil als

qualitativ hochwertige Futtermittel

erweisen. Müssen solche Nebenprodukte

entsorgt werden, fallen Kosten

an. Die Verfütterung an Schweine bietet

aus Sicht der Ökobilanz eine sinnvolle

Verwertung.

Per Ende Juni 2011 ist es verboten,

Gastro- und Fleischsuppen an

Schweine zu verfüttern. Hintergrund

sind die bilateralen Abkommen mit der

Europäischen Union, wo für die Verfütterung

von Speiseresten und vielen weiteren

tierischen Nebenprodukten seit

Jahren ein Verbot gilt. Die Schweiz

musste analoge Regeln zum Schutz vor

Tierseuchen übernehmen.

dieser Menge versorgt werden. Nötig ist

aber auch hier eine kostenintensive Hygienisierung,

um Seuchen vorzubeugen.

Höchstbestand und Gülleradius

Ein Problem mit dem Suppenverbot haben

besonders grössere Betriebe, die

seither den Höchstbestand bis ums

Doppelte überschreiten konnten, wenn

sie im öffentlichen Interesse Speisereste

verwerteten. Vor Schwierigkeiten stehen

auch Betriebe, die mehr als 50%

des Hofdüngers weiter als 6 bis 8km

fahren müssen. In beiden Fällen gibt es

Ausnahmebewilligungen, sofern ein Betrieb

den Gesamtbedarf an verdaulicher

Energie (VES) wie folgt deckt:

• 40% Lebensmittelprodukte

• 25% Molkereinebenprodukte oder

• 40% aus einer Kombination von Le-

Wegen Seuchengefahr Gemäss

Bundesamt für Veterinärwesen führte

das Verfüttern von Küchen- und Speiseresten

immer wieder zu Seuchenausbrüchen.

So seien alle vier Schweinepest-

Fälle im Jahr 1993 in den Kantonen

Bern und Freiburg auf Nebenprodukte

in der Futterration zurückzuführen. Von

verschiedenen Seiten wird diese Interpretation

jedoch in Frage gestellt. Seit

die Auflagen für das Erhitzen der Küchen-

und Speisereste verschärft worden

sind, gab es keine Seuchenausbrüche

mehr zu verzeichnen.

Für Biogasanlagen Insgesamt

werden hier zu Lande jährlich rund

200000t Speisereste an Schweine verabreicht.

Das sind etwa zwei Drittel der

total anfallenden Speiseabfälle aus

Schweizer Restaurants. Bis 50 landwirtschaftliche

Biogasanlagen können mit

68 5 2011 · UFA-REVUE


NUTZTIERE

bensmittel- und Molkereinebenprodukten

Diese Prozentanteile für Nebenprodukte

werden vom Bundesamt für Landwirtschaft

aktuell noch überprüft und

eventuell angepasst (Stand bei Redaktionsschluss).

Was ist noch erlaubt? Zu den

nach wie vor zugelassenen Lebensmittelprodukten

gehören: Amidofit, Bierhefe,

Brotabfälle, Gemüsesuppe, Kartoffelschälbrei,

Melasse, Teigwaren.

Fleischsuppe, Gastrosuppe und Feedamin

sind ab dem 30. Juni verboten. Bei

den Molkereinebenprodukten gibt es

keine Einschränkungen. Lactofit-Permelac,

Magermilch, Schotte, Schottenkonzentrat

sowie Glace- und Yoghurtabgang

dürfen weiterhin zum Einsatz

kommen.

Tabelle: Beispiel-Tagesration mit 40% Nebenprodukten

TS VES PUFA Rohprotein Lysin Kalzium Phosphor

kg MJ g g g g g

Weizenstärke 0.174 2.8 0.8 20.9 0.53 0.2 0.5

Melasse 0.23 3.3 0 30.3 0 0.8 0.1

Kartoffelschälbrei 0.443 5.6 0 48.7 2.7 1.1 1.3

UFA 346-5 0.733 10.8 9 104.1 3.91 6.7 4.2

UFA 383-5 0.377 5.4 3.8 150 13.37 6 3.6

3.45 kg Wasser

Bedarf 1.75 27.9 22.3 282 19.8 15.6 11.2

Manko/Überschuss 0.207 0 – 8.7 72 0.72 – 0.9 – 1.5

80 kg Zuwachs, Futterkosten pro Mastschwein: 109.12 Fr.

Kennzahlen: 22 % Trockensubstanz (TS), 14.26 MJ VES/kg TS, 0.74 g Lysin/MJ VES, Kalzium:Phosphor-Verhältnis 1.52 : 1,

0.49 g PUFA/MJ VES

Rationen vergleichen Während

die Nachfrage nach Nebenprodukten

gleich bleibt oder wegen den zunehmenden

Biogasanlagen steigt, nimmt

das Angebot ab. Da gewisse Betriebe

wegen dem «Gülleradius» oder der

Höchstbestandesverordnung gezwungen

sind, Nebenprodukte zu verfüttern,

müssen sie teuer einkaufen.

Es lohnt sich, Nebenprodukterationen

mit alternativen Fütterungskonzepten

zu vergleichen. Mischfutter wie das

UFA 361-6 (für säugende Sauen), UFA

362-6 (für tragende Sauen) oder UFA

331-4 (Universalmast NPr) weisen ein

hervorragendes Preis-/Leistungs-Verhältnis

auf.

Geringere Konzentration Die

Gesamtration muss den Bedarf des Tieres

an Energie, Protein (Aminosäuren),

Mineral- und Wirkstoffen decken. Die

Menge und Art des Futterfettes soll direkt

mit der Beschaffenheit des Körperfetts

zusammenhängen.

Die noch zugelassenen Nebenprodukte

enthalten einen geringen VES-

Gehalt. Mit Mischfutter lässt sich die

Nährstoffkonzentration in der Ration

steigern.

Als Ersatz von Fleischund

Gastrosuppen

eignen sich auch UFA-

Futter zu einem guten

Preis-/Leistungsverhältnis.

Bild: agrarfoto.com

Polyensäure und Vitamin E Eine

Mastration darf einen Polyensäuregehalt

von maximal 0.8g pro MJ VES enthalten.

Besonders zu beachten ist dieser

Punkt beispielsweise beim Einsatz von

polyensäurereichem Fett als Nebenprodukt.

Melasse und Schotte ergänzen

Fett gut, weil beide keine Polyensäuren

enthalten.

Für eine ausreichende Oxydationsstabilität

des Schweinefleischs ist beim Einsatz

von Futterfett auf eine entsprechende

Versorgung mit Vitamin E zu

achten. Vitamin E beeinflusst zusammen

mit Selen auch die Reproduktion.

Fazit Fütterungsumstellungen bergen

das Risiko geringerer Tierleistungen

sowie von Problemen mit der Schlachtqualität

und Tiergesundheit. Rationen

mit Nebenprodukten, die den neuen

Bestimmungen entsprechen, wollen gut

überprüft sein. Die UFA-Schweinespezialisten

können betroffenen Betrieben

wertvolle Unterstützung bieten.

Autor Urs Berweger,

UFA-Schweinespezialist,

UFA-Beratungsdienst,

9501 Wil.

Der UFA-Beratungsdienst

steht Ihnen zur

Planung und Über -

prüfung von Rationen

mit Nebenprodukten

gern zur Verfügung.

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UFA-REVUE · 5 2011 69


NUTZTIERE

Benzoesäure steigert Zuwachs

und Futterverwertung

SCHWEINEMAST Der Futterzusatzstoff VevoVitall führt zu wirtschaftlich

besseren Ergebnissen im Schweinestall. Neue Versuche der Universität Zürich

bestätigen und übertreffen bisherige Erkenntnisse.

Christophe

Colomb

UFA-Futter mit

VevoVitall wirken sich

günstig auf das

Stallklima aus. Sie sind

auch für Schweine

zugelassen, die nach

den Richtlinien von

Coop Naturafarm oder

IP-Suisse gehalten

werden.

Benzoesäure ist in Früchten und

Beeren enthalten. Als Zusatz im

Schweinefutter hat sie folgende Eigenschaften:

• Stärkung der antimikrobiellen Barriere

• Stabilisierung der Verdauung

• Erhöhung der Schmackhaftigkeit

(Aromatisierung)

• Leistungssteigerung und -sicherung

Gegen Keime Im Verdauungstrakt

hemmt Benzoesäure das Wachstum von

Keimen wie Escherichia coli und Hefen.

Dieser willkommene Effekt betrifft sowohl

den vorderen Teil des Verdauungstrakts

als auch den Dickdarmbereich.

Versuche der Universität Zürich

«VevoVitall» besteht zu 99.9% aus Benzoesäure

und ist in verschiedenen UFA-

Schweinemastfuttern (Tabelle) enthalten.

Der Säurezusatz wirkt sich auf den

Futterverbrauch und Tageszuwachs positiv

aus, wie eine kürzlich publizierte

Versuchsreihe der Universität Zürich erneut

beweist. In drei Versuchen wurden

je zwei Fütterungsvarianten mit und ohne

Benzoesäure untersucht:

• zwei unterschiedliche Rohproteinstufen

(Stickstoffversuch)

• reduzierter Phosphorgehalt ohne und

mit Phytase (Phytaseversuch)

• zwei unterschiedliche Fasergehalte

(Faserversuch).

Bis 14 % besser In allen drei Versuchen

bestand mit Benzoesäure eine

Tendenz zu verbesserter Leistung und

Nährstoffverdaulichkeit. Unabhängig

vom Proteingehalt im Stickstoffversuch

zeigten die mit Benzoesäure gefütterten

Tiere einen um 7 % höheren Zuwachs

und eine um 3% bessere Futterverwertung.

Im Faserversuch

steigerte Benzoesäure

den Zuwachs in der Jagerperiode

signifikant um 14%.

Für einen guten Maststart

Besonders überzeugend wirkte

sich VevoVitall in der Jagerphase

(25 bis 60 kg) aus. Das ist auch

die Zeit, während welcher einer

guten Tiergesundheit eine speziell

hohe Bedeutung zukommt.

Um in der Vormast das maximale

Fleischansatzpotenzial auszunützen,

lohnt es sich, die speziell konzipierten

UFA-Vormastfutter einzusetzen. Allerdings

müssen dazu mehrere Futtersilos

vorhanden sein.

Nicht nur in der Vor-, auch in der

Ausmast (60 bis 108 kg) liess sich eine

erfreuliche Wirkung von VevoVitall

feststellen.

Vielfach bestätigt Positive Ergebnisse

zeigte VevoVitall ebenfalls in zahlreichen

weiteren Versuchen. So etwa

auf dem UFA-Versuchsbetrieb Bühl,

Hendschiken (AG). UFA 331-3 mit VevoVitall

brachte im Exaktversuch eine

Verbesserung der Masttageszunahmen

um 2.5% (850 g/Tag) und der Futter-

Tabelle 1: UFA-Schweinemastfutter mit VevoVitall

VES Rohprotein Lysin Phosphor

MJ/kg

g/kg

UFA 321-3 Vormast 13.6 160 11.2 4.5

UFA 331-3 End- oder Universalmast 13.6 150 10 4

VES = Verdauliche Energie Schwein

70 5 2011 · UFA-REVUE


NUTZTIERE

verwertung von 2.4 % (2.41 kg/kg) gegenüber

dem Standardfutter. Viele

Schweinemäster profitieren heute auf

ihrem Betrieb von den Vorteilen des

Benzoesäure-Futterzusatzes (siehe Kasten).

Umweltfreundlich Wenn die Benzoesäure

im Dünndarm absorbiert worden

ist, bildet sich zusammen mit Glycin

die Hippursäure, die via Niere ausgeschieden

wird. So werden der Harn-pH

und dadurch die Ammoniakemissionen

gesenkt. Mit zunehmender Mastdauer

nimmt dieser Effekt noch zu.

Positiv für Atemwege Dank geringeren

Ammoniakemissionen verbessert

sich das Stallklima. In der Lunge

wird die Infektabwehr bedeutend durch

Ammoniak (NH3) gehemmt. Erkrankungen

der Atemwege werfen die Schweine

in ihrer Entwicklung zurück. Ab 20ppm

NH3 in der Luft ist die Situation problematisch.

Pragmatisches Holland Zurück

zum Stickstoffversuch der Universität

Zürich: Sowohl im Jager- als auch im

Ausmastfutter reduzierte 1% Benzoesäure

den pH-Wert des Harns statistisch

signifikant um 12%. In anderen Ländern

kamen Wissenschaftler auf ähnliche Ergebnisse.

Zusammen mit anderen Low-

Cost-Massnahmen reduziert VevoVitall

demnach den Ammoniakausstoss um

bis zu 42%. Die holländische Regierung

hat den Einsatz dieses Futterzusatzes

darum in das Massnahmepaket gegen

Ammoniakemissionen integriert.

Anita, Jean-Luc

und Camille Simon-

Vermot.

4.5 % mehr Zuwachs mit UFA 331-3

Jean-Luc und Anita Simon-Vermot besitzen einen Bauernhof auf 1100 m

über Meer in Cerneux-Péquignot, Brévine. Zum 26 ha grossen Betrieb

in der Bergzone II gehören 18 Kühe, deren Milch in der Dorfkäserei zu

Gruyère verarbeitet wird, sowie 22 Stück Jungvieh. Vor fünf Jahren

konnte Jean-Luc den Schweinemaststall der lokalen Käsereigenossenschaft

mieten. Zu Beginn setzte sich die Futterration aus 25 % Schotte

und UFA 331-5 zusammen. Um die Leistungen zu optimieren und

wegen einer starken Ammoniakkonzentration im Stall während dem

Winter entschieden der Betriebsleiter und sein Angestellter, einmal UFA

331-3 mit VevoVitall auszuprobieren. Die Luft- und Exkrementqualität

verbesserte sich sofort. Mit der Zeit liess sich auch eine Verbesserung

der Tageszunahmen und der Futterverwertung feststellen (Tabelle 2).

Obwohl UFA 331-3 etwas mehr kostet als UFA 331-5, ist Jean-Luc sehr

zufrieden und möchte nicht mehr zurück. Denn die Investition zahlt

sich durch höhere Leistungen im Mastschweinestall aus.

Tabelle 2: Resultate auf dem Betrieb Simon-Vermont

Tageszuwachs Futterverwertung

g

kg/kg

mit UFA 331-5 756 2.66

mit UFA 331-3 VevoVitall 790 2.60

Einfluss auf Hofdünger-Gehalt

Nachdem sich Ammoniak in die Atmosphäre

verflüchtigt hat, gelangt es via

Regen als Stickstoff zurück in Wiesen

und Wälder. Das Wurzelwachstum der

Bäume nimmt ab, was vermehrte

Sturmschäden zur Folge hat. Für den

Landwirtschaftsbetrieb finanziell relevanter

ist, dass Ammoniakverluste den

Stickstoffgehalt im Hofdünger reduzieren

und damit mehr Mineraldünger zugekauft

werden müssen.

Knochenstabilität? Zum Teil wurde

vermutet, die Absenkung des HarnpH

könnte dazu führen, dass Schweine

vermehrt Kalzium und Phosphor ausscheiden

würden. Im Versuch der Universität

Zürich blieben die Knochen

beim Einsatz eines Futters mit normalem

Phosphorgehalt und VevoVitall jedoch

bruchfest. Wie es in gehaltsreduzierten

Futtern (NPr) aussieht, muss

noch weiter untersucht werden.

Autor Christophe

Colomb, Schweine -

spezialist im

UFA-Beratungsdienst,

1070 Puidoux.

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Fortsetzung

von Seite 66

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Fortsetzung Seite 74

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Auf die Technik kommt es an

NUTZTIERE

UNFALLVERHÜTUNG IN DER RINDVIEHHALTUNG Dass Weiderinder unvorsichtige

Wanderer angreifen können, ist bekannt. Aber welche Massnahmen trifft der

Tierhalter, um sich bei unerlässlichen Eingriffen vor aggressivem Rindvieh zu schützen?

Der korrekte Umgang verlangt eine ruhige Arbeitsweise, umfassende Kenntnisse, vor

allem aber auch zeitgemässe Technik.

Der Ruf nach naturnaher Haltung

brachte den Tieren wohl mehr Freiheit

und Bewegung. Doch die individuelle

Pflege und Betreuung bleiben

auf der Strecke. Zahmheit wird von

Wildheit rasch dominiert. Daher steht

man jetzt beim Nutzvieh vor der unglücklichen

Tatsache, dass sich die über

Jahrtausende mühsam erarbeitete Domestikation,

das heisst Zähmung, die zu

einem Vertrauensverhältnis zwischen

Mensch und Tier führte, beim Freilaufrindvieh

wieder verflüchtigt.

Wer seine Tiere zähmt,

reduziert das Unfallrisiko

deutlich.

Drehen Kühe durch?

Immer wieder greifen Kühe Menschen

an. Meist sind ahnungslose Wanderer die

Opfer. Doch jetzt attackierte eine Herde

den eigenen Hirten. Drehen unsere Kühe

langsam durch?

Quelle: Sonntags-Blick

Unerlässliche Eingriffe wie beispielsweise

eine veterinärmedizinische

Behandlung, die künstliche Besamung,

Verlad und Transport oder auch die

Markierung der Jungtiere werden zunehmend

gefährlich und führen immer

wieder zu Unfällen. Dem Stand der

Technik entsprechende und fachgerecht

eingesetzte Einrichtungen und Hilfsmittel

sind eine bedeutende Voraussetzung

für Sicherheit im Umgang mit Rindvieh.

Zu den Bestandteilen eines gefahrlosen

Tier-Handlings gehören:

• Behandlungsstand.

• Korrekt erstellter Treibgang.

• Möglichkeit, ein einzelnes Tier problemlos

von der Herde zu trennen.

Tiere ansprechen Um Reaktionen

der Tiere vorauszusehen und richtig zu

interpretieren, muss man einige Besonderheiten

kennen. So hat das Rind zwar

wesentlich ein weiteres Blickfeld als der

Mensch. Der Bereich, den es klar sieht,

ist aber kleiner. Es nimmt Bilder am Rande

des Blickfeldes nur undeutlich wahr.

Bis zu 6 m entfernte Objekte erkennt

das Rind genau. Was weiter weg ist,

wird nicht mehr klar erkannt. Der rückwärtige

Raum bleibt im toten Winkel.

Nähert sich eine Person überraschend

von hinten, ist eine Abwehrreaktion des

Rindes zu erwarten. Sie anzusprechen,

ist deshalb eine der wichtigsten Verhaltensregeln

im Umgang mit Tieren.

Gänge abdecken mit Stroh Die

Hell-Dunkel-Anpassung der Pupillen

dauert beim Rindvieh zehnmal länger

als beim Menschen. Daher weigert sich

die Kuh, in einen dunklen Stall zu gehen

oder einen Schwemmkanal zu überqueren.

Gute Beleuchtung und Abdecken

mit Stroh schaffen Abhilfe.

Locken mit Futter Das Tier reagiert

sensibel auf unbekannte Geräusche.

Bei regelmässigem Kontakt gewöhnt

es sich an die Stimme des

Betreuers und erkennt ihn daran. Geruchs-

und Geschmackssinn sind ausgeprägter

als beim Mensch. Das Locken

mit bekanntem Futter im Kessel wirkt

Wunder. Unbekannte Gerüche, beispielsweise

Parfum oder fremde Personen,

können die Tiere beunruhigen.

Minimaldistanz Rinder sind Distanztiere.

Wenn die Minimaldistanz unterschritten

wird, kommt es zu Auseinandersetzungen

zwischen den Tieren,

aber auch zwischen Tier und Betreuer.

Die Distanz ist stark vom Tier und den

äusseren Umständen abhängig. Tiere

mit aggressiven Verhaltensauffälligkeiten

werden am besten von der Zucht

ausgeschlossen.

Der Ranghöchste sein Der Betreuer

muss auch die Herdenhierarchie

kennen, um bei Rangkämpfen nicht zwischen

die Fronten zu geraten. Es ist

wichtig, dass der Mensch von den Tieren

als ranghöher angesehen wird, also

Autorität über die Herde hat.

Haftpflichtversicherung Wilde

Tiere können durch intensiven Kontakt

und regelmässige Kontrollgänge an den

Umgang mit Menschen gewöhnt werden.

Dennoch lassen sich nicht alle Unfälle

vermieden. Allfällige Schäden

durch Nutztiere sollten deshalb bei der

Haftpflichtversicherung eingeschlossen

werden.


Beat

Burkhalter

Behandlungsstände

vereinfachen tier -

individuelle Eingriffe.

Gezielt ins Stall -

konzept integriert,

ermöglichen sie

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Separierung.

Autor Beat Burkhalter,

agriss, 5040 Schöftland.

Folgende Hilfsmittel

können bei der Bera -

tungsstelle für Unfall -

verhütung in der

Landwirtschaft (BUL)

bestellt werden:

• Checkliste «Rindvieh

und Wanderwege» für

Tierhalter und Wander -

wegverantwortliche

• Flyer für Wandernde

• Hinweistafel

«Kuhmütter schützen

ihre Kälber»

• Schild «Achtung Stier»

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UFA-REVUE · 5 2011 73


Marktplatz

Fortsetzung

von Seite 72

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3600; Futterraufe, 12-

teilig (6 Selbstfangabteile),

Fr. 1000;

Einachs-Anhänger, 5 t,

Metallbrücke, Fr. 500

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Pneu, 420-70 R28

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Pneu, 320-70 R20

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Pneu, 300-70 R20

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Räder, 15.0/70x18, 12

ply; Räder, 14.5/80x18,

12 ply; Räder,

11.5/80x15.3,

Vredestein AW,

Turbozyklon Huber;

Dieselpumpe zum

Tanken; Getreidesilos

Neuero, 18 t Inhalt;

Huckepack, zu

Kreiselegge Falc Fox;

Kranbahn für Silofräse;

Wurfgebläse Taurus;

Rapsschere Zürn,

mechanisch; Rohre, div.

von Silofräse Stocker

oder Gisi

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Frontladetraktor

Hürlimann 488, mit

Fronthydraulik und

Frontlader Alö 940,

3 Funktionen, Softdrive;

Getreidetrockner

Goldsaat; Spritzbalken

Birchmeier, 10 m;

Dieseltank, 1000 l, mit

100 % Wanne;

Rübengabel Alö, 2.1 m;

Heugebläse Aebi HG

10; Tandemmistzetter,

Muli, E65, mit 4

Walzenaggregat

079 243 75 25

Ladewagen Pöttinger

Boss 1 T, Jg. 1989, 6

Messer hydr. Picup,

hydr. Kratzboden und

hydr. Bremsen, Zustand

gut Fr. 4200

079 484 68 11

Kettenelevator

Kongskilde, L 6.30 m,

wenig gebraucht;

Körnergebläse mit

Zusatzförderer, guter

Zustand

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Master pro, 15 m,

vollhydr., Frischwassertank,

Test und Garantie,

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17'000; Anhängerspritze

Fischer, 18 m,

vollhydr., 2000 l,

Frischwassertank, Test

und Garantie

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Bremse, ab Mfk,

40 km / h; Holzkran

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Kran Hiab, mit

Holzgreifer, hydr.

Pumpe und Tank

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2-Achs Jumbo 2.55 x

6.4 m, Luftgefedert ab

Mfk, 40; 3-Achs

Dreiseitenkipper 24 t,

8.2 x 2.55 x 1.8m,

Aluaufbau mit

Rollplane ab Mfk 40;

Tandem Kipper 18t, 40

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Jumboanhänger mit

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m, Jumbo Tandem-Anhänger

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Waldsägen; Schlepprechen,

Worb und

Fassgabel; Heubelüftung,

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guter Zustand

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mit Schiebetüre, 3 nach

links und 3 nach

rechts öffnend

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1.2 m lang

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Setz-und Häufelkörper

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Brücke aus Holz;

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Zahnrad-Pumpen 2 x

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Aebi Loipfinger

an Fronthydraulik,

Arbeitsbreite 3.2 m,

Schnitthöhe

12–80 mm, perfekter

Schnitt, das Gras wird

geschnitten und wächst

besser nach, geringer

Kraftbedarf, top

Zustand, Fr. 1600

078 744 30 32

Fortsetzung

Seite 79

74 5 2011 · UFA-REVUE


Produzenten und Helden

KURZMELDUNGEN

LANDLEBEN

Die diesjährige Jahrestagung der

schweizerischen Gesellschaft für

Agrarwirtschaft (SGA) war dem Thema

«Bilder der Landwirtschaft im

21. Jahrhundert» gewidmet. Spannend

wurde dabei der Aspekt

«Selbstbild der Landwirtschaft» reflektiert.

Primär würden die Bauern

sich selber als Nahrungsmittelproduzenten

wahrnehmen und nicht

als Landschafts- oder Kulturlandbe-

Karins Kräutertipps

Rotklee-Risotto

Zwei bis drei Handvoll Rotkleeblüten

(Trifolium pratense) mitsamt

den dazugehörigen dreifiederigen

Blättchen sammeln.

Die rosa Blütenblättchen auszupfen.

Die Blütenböden und die grünen

Blätter zusammen mit einer gehackten

Zwiebel in Rapsöl andämpfen.

• 1 Tasse (¼ Liter) Reis mitdämpfen.

• 1 Liter heisse Bouillon während

des Kochens dazugeben.

• Die gezupften Rotklee-Blütenblättchen

unter das fertige

Risotto mischen.

• Nach Belieben Sbrinz dazugeben.

Karin Näf, Effretikon

www.kraeuterkurse.ch

wahrer. Auch berufliche Befriedigung

würden die Bauern vornehmlich

durch ihre Produktionserfolge

schöpfen, sogar bei den Bio-Bauern

sei das so, war das Fazit einer Studie

der Hochschule Luzern.

Es wundert daher nicht, dass die

Bauern die Wertschätzung der Gesellschaft

in erster Linie über den

Preis empfinden. Sind die Preise

schlecht, dann sei das Gefühl übermächtig,

dass die Konsumenten weder

das Produkt noch die Landwirtschaft

schätzen. Das wurde in einem

von SHL-Dozent Bruno Durgiai geleiteten

Workshop «Selbstbild Landwirtschaft»

festgehalten. Überraschungsgast

war der Allgäuer

Milchstreik-Aktivist Romuald

Schaber (Bild). Das Gefühl selber

Akteur zu sein und die Solidarität

der milchstreikenden Bauern un-

Adieu

Nach 19 Jahren

schweizerischer

Landfrauenverband

überlässt Ruth Streit (Bild) das

Präsidium des Landfrauenvereins

der neuen SBLV-Präsidentin, Christine

Bühler aus Tavannes (BE).

100 000 Mitglieder

Ende März konnte die Krankenkasse

Agrisano mit Roger Furrer, Landwirt

und dreifacher Familienvater aus

Aesch (LU), das 100000. Mitglied

begrüssen.

Filmgeschichte

Das Agrararchiv verfügt über eine

grosse Sammlung von Filmen über

die Landwirtschaft. Auf der Homepage

www.agrargeschichte.ch sind

einzelne Filmausschnitte aufgeschaltet,

zum Beispiel aus den Lehrund

Propagandafilmen des vergan -

genen Jahrhunderts (Milchgeschirr

unter der Lupe). Aber auch Unterhaltungsfilme

(Gotthelf-Verfilmungen)

und Autorenfilme. Filmisch

früh punkteten die Bäuerinnenverbände,

zum Beispiel mit einem Film

über die erste Berufsprüfung für

Bäuerinnen auf dem Schwand.

tereinander, habe vieles auf der Bewusstseinsebene

verändert, erklärte

er. Anschaulich nachzulesen in seinem

Buch «Blutmilch» (Pattloch-

Verlag, Fr. 27.90).

Spannend auch das Thema, welche

Bilder von Bauern in den Medien

vorherrschen. Warum widmet

beispielsweise das Fernsehen Bäuerinnen

und Bauern so viel Sendezeit?

Dieser Frage widmete sich die

Delegiertenversammlung des landwirtschaftlichen

Informationsdienstes

(LID), wobei Hansjörg Utz, Redaktionsleiter

«10vor10» und

aufgewachsen als Bauernsohn in

Oensingen, es auf den Punkt brachte.

Er sagte, dass die Bauern ihre Sache

sehr gut machen. Sie reden verständlich,

sind authentisch und

wecken Emotionen. Bauern seien

für die Fernsehzuschauer «Helden».

Ohne Mama und Ehefrau

Rund 5% der Schweizer Betriebe

sind quasi frauenlos – es gibt keine

Ehefrau und auch keine Mutter,

die mithelfen. Der Frage, wie

diese Betriebsleiter den Alltag ohne

Frauenpower bewältigen, ging die

ART-Forscherin Ruth Rossier mit einer

Auswertung der Zentralen Buchhaltungsdaten

nach. Die Betriebsgrösse

der Einmann-Betriebe

unterscheidet sich nicht von anderen

Betrieben, der Bio-Anteil ist

auch vergleichbar. Hingegen ist der

Anteil offene Ackerfläche grösser. Es

werden auch weniger Tiere gehalten

- die Arbeitskraft der Frau fehlt für

arbeitsintensive Betriebszweige wie

Geflügel- und Schweinehaltung.

Der Betriebszweig «Ferien auf dem

Bauernhof» wird kaum angeboten.

Das landwirtschaftliche Einkommen

ist pro ha tiefer als bei den vergleichbaren

Betriebsgruppen, hingegen

ist der Privatverbrauch pro

Verbrauchereinheit höher. Das

Durchschnittsalter der Betriebsleiter

beträgt 42 Jahre. Zwei Drittel von

ihnen haben einen Berufsabschluss

als Landwirt. Einmann-Betriebe sind

verteilt in allen Zonen zu finden, also

im Tal als auch im Berggebiet.

Verlosung

Landwirtinnen und

Bäuerinnen

Die UFA-Revue

verlost zehn

Bücher von

Annegret

Braun (Bild

rechts) mit

dem Titel

«Frauen auf

dem Land»

und fünf Bücher

von Werner

Wüthrich «Frauen

Land Frauen». Lesen

Sie das Interview mit den

Autoren Seite 84. Wenn Sie an der

Verlosung des Buches von Annegret

Braun teilnehmen möchten, schreiben

Sie uns eine SMS (90Rp) mit

KFL Annegret Name

Adresse an 9292.

Möchten Sie das Buch

von Werner Wüthrich

gewinnen, schreiben

Sie eine SMS mit KFL

Werner Name

Adresse an 9292.

Einsendeschluss:r 18. Mai 2011.

Gewinner 4/11

Bernhard Burg aus Murten, Balz

Dürst aus Wädenswil, Anyssa Ravessoud

aus Les Mont-de-Pully, Marta

Steinger aus Kottwil und Elisabeth

Gysin aus Wissen haben einen

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39Fr. gewonnen. Wer sich auch

noch einen Granomax besorgen

will, kann sich an seinen Birchmeier-Fachhändler

wenden. Auch in einigen

LANDI ist der Granomax erhältlich.

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75


LANDLEBEN

Bodenständig und unternehmerisch

BÄUERINNEN UND LANDFRAUEN Kürzlich sind zwei interessante Bücher über

Bäuerinnen erschienen. Annegret Braun porträtiert in ihrem Buch «Frauen auf

dem Land» eigenständige Landwirtinnen und stolze Sennerinnen von damals bis heute.

Werner Wüthrich überzeugt mit authentischen Texten aus dem Blickwinkel von

Bäuerinnen im Band «Frauen Land Frauen».

Werner Wüthrich (64)

ist auf dem Bauernhof

«im Schermen» am

Stadtrand von Bern

aufgewachsen. Er

studierte Theater -

wissenschaften,

Germanistik und

Philosophie in Wien

und lebt als Schriftsteller,

Theaterautor

und Dozent in Bern

und Wien.

www.wwuethrich.ch

Anlässlich der Tagung «Frauen in

der Landwirtschaft» und einer Lesung

trafen sich die beiden Autoren

in Bern mit der UFA-Revue zu einem

Gespräch.

Werner Wüthrich: Ist das Ihr erstes

Buch über Bäuerinnen und Landfrauen

oder haben Sie sich schon länger mit

diesem Thema beschäftigt?

Annegret Braun: Es ist mein erstes

Buch über Bäuerinnen. Beschäftigt hat

mich das Thema schon lange. Ich bin auf

einem Bauernhof aufgewachsen und

zwar in Münsingen, in Baden-Württemberg,

und habe während des Studiums

viel Frauen- und Familienforschung

betrieben.

Werner Wüthrich: In unserem

schweizerischen Münsingen gab es eine

sehr renommierte landwirtschaftliche

Schule. 1943 schloss dort mein Vater

seine Ausbildung zum Landwirt ab. Und

eine der Bäuerinnen, mit der ich Gespräche

geführt habe, hat auch auf dem

Schwand Münsingen ihre Ausbildung

gemacht.

UFA-Revue: Sie kamen

also beide über Ihre

Herkunft auf das Thema

Bäuerinnen?

Annegret Braun: Ich

wollte eigentlich ein

Buch über Glück schreiben.

An der Uni machten

wir eine Studie über die

Suche und das Erleben

von Glück im Alltag. Diese

Glücksgeschichten wollte ich veröffentlichen.

Das Projekt verzögerte sich

und da fragte mich die Verlegerin

Elisabeth Sandmann, ob ich

nicht ein Buch über Landfrauen

schreiben wolle. Diesem Vorschlag

stimmte ich begeistert zu.

Werner Wüthrich: Bei mir

gibt es verschiedene Beweggründe.

Ich möchte erstens die

Situation der Bäuerin von aussen

aufzeigen. Immer wieder sagten

mir die Bäuerinnen: Wen interessiert

das, was ich zu berichten

habe. Aber mir ist es wichtig. Ich versuche,

auch in meinen Schreibwerkstätten,

ein Anstifter zur Sprache zu sein.

Ein weiteres Motiv für das Buch ist mein

biographischer Hintergrund. Meine direkten

Vorfahren sind alles Bauernfamilien

aus dem Emmental. Ich bin am

Stadtrand von Bern in eine Bauernfamilie

hineingeboren, hatte also von Kindsbeinen

an Bäuerinnen um mich. Ich bin

der Zweitälteste und sollte eigentlich

ein Mädchen werden. Mein älterer Bruder

Paul, Jahrgang 1944, wurde, kaum

geboren, dem Vater zugeordnet und

ging mit ihm in den Stall und aufs Feld.

Ich bin dann quasi der Mutter zugewiesen

worden und war ihre

Hilfe im Alltag.

Annegret Braun: Das

ist erstaunlich, meistens

gehen die Bauernsöhne

mit auf’s Feld.

Werner Wüthrich:

Bei uns in der Familie war

das anders. Meine Mutter

war eine starke Persönlichkeit.

Als ich mich von

den Naturwissenschaften

abwandte und zu schreiben

begann, war sie meine erste, strenge

Leserin. Sie war auch dagegen, dass

ich den Weg des freiberuflichen Autors

ging. Bei einer meiner literarischen Auszeichnungen

bemerkte sie, dass auch

die Schriftstellerei «etwas» sei.

Annegret Braun: So nach dem

Motto «Nix gesagt, ist auch gelobt».

Werner Wüthrich: Ja, genau. Mein

eigentliches Thema, das mich schon jahrelang

begleitet, ist Stadt und Land und

die Widersprüche, die sich daraus ergeben.

Ich pendle biographisch und emotional

dazwischen.

Annegret Braun: Sie beschreiben in

einem Ihrer Texte eine Bäuerin, die zwischen

Stadt und Land pendelt, zwischen

dem Bauernhof und ihrer Arbeit in einem

Modegeschäft.

76 5 2011 · UFA-REVUE


LANDLEBEN

Werner Wüthrich:

Das finde ich faszinierend.

Bäuerinnen, die mit

Traditionen brechen. Diese

Entwicklung interessiert

mich, wobei ich versuche,

Gegenwart abzubilden und

nicht Mythen zu pflegen.

UFA-Revue: Die Landwirtschaft

gilt als traditionell und konservativ.

Sie, Frau Braun, zeigen ein erstaunliches

Bild von grosser Innovationskraft in

der Landwirtschaft und vor allem auf Seiten

der Frauen. So sei die erste Professorin

in Deutschland ausgerechnet im Fachbereich

Agrarwissenschaft berufen

worden.

Annegret Braun: Es hätte mich

nicht erstaunt, die erste Professorin in

der Medizin oder den Rechtswissenschaften

zu finden, aber nein, es war in

der Agrarwissenschaft. Die Agrarwissenschaftlerin

Margarete von Wrangell

spezialisierte sich auf Pflanzenernährung

und Düngung und hatte 1921 ihre

Antrittsvorlesung an der Universität in

Hohenheim. Ein weiteres Beispiel ist

Helene Charlotte von Friedland, die im

18. Jahrhundert mehrere Güter bewirtschaftet

hat. Sie verkaufte ihren

Schmuck, um in die Landwirtschaft zu

investieren, und unternahm Feldversuche

mit Wiesengräsern. Ein grosser

Bewunderer dieser Frau war Albrecht

Thaer, der die Agrarwissenschaft in

Deutschland begründete. Auch in der

biologischen Landwirtschaft haben

Frauen Pionierleistungen vollbracht, die

Schweizerin Maria Müller wurde zur

Wegbereiterin der organisch-biologischen

Landwirtschaft.

UFA-Revue: Wie war die Rolle der

Bäuerin normalerweise?

Annegret Braun: In den Familien

war es unterschiedlich, zum Teil haben

die Männer den Ton angegeben und die

Frauen mussten sich anpassen. Die

Frauen hatten aber oft ihre eigenen Refugien,

hielten Kleinvieh, verkauften Eier

oder Wurst. Im Zentrum stand immer

die Existenzfähigkeit des Betriebs, auch

beim Heiratsverhalten.

Werner Wüthrich: Das Unterordnen

illustriert eine Erzählung in meinem

Buch. Eine junge Frau findet in einem

jungen Bauern den Mann ihres Lebens

– die grosse Liebe. Sie besucht die Bäuerinnenschule,

lässt sich ausbilden, um in

den Hof ihres Bräutigams einzuheiraten.

In der Bäuerinnenschule trifft sie Frauen

in der gleichen Situation wie sie. Die

Bäuerin berichtet, wie sie Schritt für

Schritt in die traditionelle Rolle und den

Hof hineinwachsen. So haben sich die

Frauen gegenseitig eingeladen und lernten

die Betriebe ihrer Schulkolleginnen

kennen. Die Gastgeberin im zukünftigen

Bauernhaus war aber nicht die Ehefrau,

sondern die Schwiegermutter, welche

allen Eingeladenen auch den Sitzplatz

zuwies. Plötzlich, so erzählt die zukünftige

Bäuerin, sei ihr bewusst geworden,

in was für eine Rolle sie hineingedrängt

werde und dass sie das nicht könne und

wolle. Sie liess die Heirat platzen. Mich

als Theaterautor interessiert, wie es gelingt,

starre Rollen zu überwinden.

Annegret Braun: In meinem letzten

Buchkapitel habe ich fünf

heutige Landfrauen interviewt,

auch eine aus der

Schweiz. Interessant war,

wie alle versuchen, ihren

eigenen Weg zu finden.

Sie haben mit der Schwiegermutter

im selben

Haushalt gewohnt und

versuchten die Haushalte

zu trennen. Sie haben eigene

Bereiche aufgebaut

und so auch dem Betrieb ein eigenes

Profil gegeben.

UFA-Revue: Sie sprechen beide von

starken Frauen. Frau Braun, Sie beschreiben

die eher klein geratene Dora Prinz,

die schuftete wie ein Knecht. Sind starke

Frauen auch harte Frauen?

Annegret Braun: Es sind starke

Frauen im Sinne von selbstbewusst. Sie

haben klare Vorstellungen davon, was

sie wollen. Die eine Bäuerin in Bayern,

die Dirndlnäherin, die wirkt wohl auf

den ersten Blick sehr streng, aber als ich

sie persönlich kennenlernte, war sie

sehr herzlich. Sie hat viel anpacken müssen

und hat dadurch eine etwas raue

Schale entwickelt, aber sie geht liebevoll

mit ihren Kindern und Enkelkindern

um. Die Stärke beruht in der Bodenständigkeit.

In der Landwirtschaft gibt es immer

wieder Zeiten, die sehr hart sind.

Auch bei grossen Arbeitsspitzen müssen

die Kinder oder betagte Grosseltern versorgt

werden. Stärke im Sinne einer inneren

Willenskraft und im Bewältigen

einer grossen Arbeitsbelastung.

Werner Wüthrich: Ich kenne schon

harte und verbitterte Frauen. Aber das

sind Ausnahmen. Ich sehe auch keinen

Unterschied zwischen Bäuerinnen und

Frauen im Theater oder in den Städten.

Die Bodenhaftigkeit ist ein Merkmal

von Bäuerinnen, aber

nicht nur von Bäuerinnen.

UFA-Revue: Bäuerinnen

müssen extrem

viel leisten.

Annegret Braun:

Ja, das bringt der bäuerliche

Alltag mit sich.

Wenn der Betrieb vergrössert

wird, müssen

die Frauen das mittragen. Das Spannende

am Beruf der Bäuerin ist, dass man

nicht stehen bleibt, sondern dass man

sich weiterentwickeln, neue Betriebszweige

aufbauen kann. Die Bäuerin

muss ja auch finanziell etwas zum Hof

beitragen und sie sind auch stolz darauf.

UFA-Revue: Jeremias Gotthelf habe

in seinen Erzählungen die Buben mit Namen

versehen, Ueli oder Hans. Hingegen

Annegret Braun (48)

ist Bauerntochter und

lernte Krankenschwester.

Später

studierte sie Volks -

kunde und Europäische

Ethnologie. Heute

ist sie Lehrbeauftragte

an der Ludwig-Maximilians-Universität

in

München.

www.annegretbraun.de

UFA-REVUE · 5 2011 77


LANDLEBEN

braucht den Bezug zur Natur und die

Verwurzelung und Verantwortung gegenüber

dem, was die Bauernfamilie

von ihren Vorfahren übernommen haben.

Werner Wüthrich

und Annegret Braun

trafen sich anlässlich

der Tagung «Frauen

in der Landwirtschaft»

in Bern.

tauchen die

Mädchen meistens nur

als Meitli auf, schreiben Sie, Herr

Wüthrich. Sie, Frau Braun, zitieren, dass

ein Bauer tagelang mit seiner Frau nicht

mehr sprach, als ein Mädchen geboren

wurde. Sind diese Zeiten vorbei?

Annegret Braun: Wir sind zu Hause

vier Mädchen gewesen. Mein Vater

wurde manchmal gefragt, wie seine Reaktion

gewesen sei, als das vierte Kind

nochmals ein Mädchen war. Er hat immer

gesagt: Ich habe mich gefreut, dass

es gesund war. Er hat nie gesagt, dass er

sich vielleicht einen Jungen gewünscht

hätte.

Werner Wüthrich: Mein Grossvater

wollte, damals während des ersten

Weltkrieges, einen Hofnachfolger. Da

kam das erste Mädchen, das zweite und

das dritte. Und als meine Mutter mit

Jahrgang 1918 geboren wurde, sagte er

gegenüber der Hebamme: «Schon wieder

ein Mädchen und noch mit roten

Haaren.» Das war der Start von meiner

Mutter. Gut, dass diese Zeiten vorbei

sind.

Annegret Braun: Eine Bäuerin hat

sogar acht Mädchen zur Welt gebracht,

dann haben sie die Hebamme gewechselt.

Aber das nächste Kind war wieder

ein Mädchen. Nach einer Lesung habe

ich mich mit einer Bäuerin unterhalten,

welche erzählte, dass sowohl der Sohn

als auch die Tochter den Betrieb übernehmen

wollen, die Tochter ist die Ältere.

Die Option, dass eine Tochter den

Hof übernimmt, wird heute ausdiskutiert.

Die Frauen früher hätten wohl

auch gerne einen Hof übernommen,

aber es war klar, dass einer der Brüder

den Hof übernehmen würde.

Werner Wüthrich: Auch Bauernfamilien

sind in der Gegenwart angekommen.

Die Kinder werden nicht mehr zu

einer Hofnachfolge gedrängt. Ich weiss

von einem Betrieb, wo sich der Sohn bei

den Hofarbeiten etwas linkisch anstellt.

Wobei die Mutter das anders beurteilt.

Sie sagt, der Vater hätte keine Geduld

gehabt. Die Hoffnung für die Betriebsnachfolge

liegt dort auf der Tochter.

UFA-Revue: Wie sehen Sie die Arbeitsteilung

auf dem Hof?

Werner Wüthrich: Es gibt viele

Bauernpaare, die normal und vernünftig

ihre Betriebs- und Familienarbeit aufteilen.

Auch wenn die halbe Nachbarschaft

aufschreit, wenn plötzlich der Bauer seine

sechsjährige Tochter in den Kindergarten

bringt. Umgekehrt beteiligen

sich die Bäuerinnen an Entscheidungen,

die den Hof betreffen.

UFA-Revue: Der Begriff Unternehmer

taucht bei Ihnen beiden auf. Was verstehen

die Bäuerinnen darunter?

Annegret Braun: Eine Bäuerin erklärte

mir, sie sei Unternehmerin und

nicht Unterlasserin. Viele Bäuerinnen

machen die Buchhaltung, den Zahlungsverkehr,

Planungen, wirtschaftliche Berechnungen

und Preiskalkulationen.

Das sind unternehmerische Qualitäten.

Auch schon früher, mit der Haltung von

Kleinvieh und der Eiervermarktung, bewiesen

die Bäuerinnen unternehmerische

Qualitäten.

Werner Wüthrich: Der Begriff Unternehmer

ist ideologisch belastet.

Wenn wir das historisch betrachten,

dann waren Bäuerinnen und Bauern

über Jahrhunderte Überlebenskünstler.

Das Überleben betrachte ich als einen

Hauptteil der bäuerlichen Kultur. Das

Überleben gegenüber der Natur. Aber

eigentlich waren sie in dieser Überlebensthematik

ihres Hofes Unternehmer.

Wird Unternehmer hingegen mit Gewinnmaximierung

gleichgesetzt, dann

haben Bauernfamilien damit ein Problem.

Annegret Braun: Das Unternehmertum

darf nicht einseitig sein. Es

UFA-Revue: Leiden die Bäuerinnen

unter der Agrarpolitik?

Annegret Braun: Es ist schon

schwierig, sich immer neuen Begebenheiten

anzupassen. Es gibt inzwischen

Kurse der Landfrauenvereine, um die

Bäuerinnen sozusagen fit zu machen für

den Umgang mit agrarpolitischen Bestimmungen.

Werner Wüthrich: Agrarpolitik ist

in partnerschaftlichen Beziehungen permanent

ein Thema. Ich traf eine Bäuerin,

die immer Mühe hatte mit dem

Schreiben. Sie wurde Bäuerin, weil sie

mit den Händen arbeiten wollte. Sie findet

heute, dass sie vom Regen in die

Traufe gekommen ist. Angestellte vom

Bundesamt für Landwirtschaft haben

mein Buch «Die sie Bauern nannten» gelesen

und luden mich Mitte Januar für

eine Lesung ein. Bevor ich las, schaute

ich nach oben, quasi in den Himmel,

und dachte: Grossvater und Vater

schaut euch das an! Mein Grossvater

hatte nämlich ein eher rebellisches Potenzial

gegenüber dem Staat. Ich komme

aber nicht umhin anzumerken, dass

sich die Themen des Bundesamtes für

Landwirtschaft sehr gewandelt haben.

Man muss nicht mit allem einverstanden

sein, aber es hat auch bei den

Agrarexperten eine Entwicklung stattgefunden

und die Interessen der Bäuerinnen

haben Eingang in die Agrarpolitik

gefunden.

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