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Branchenübergreifende Zusammenarbeit

beim Breitbandausbau

Gemeinsame Erklärung der AG 2-Projektgruppe

»Branchenübergreifende Zusammenarbeit«

zum 6. Nationalen IT-Gipfel in München


Branchenübergreifende Zusammenarbeit

beim Breitbandausbau

Gemeinsame Erklärung der AG 2-Projektgruppe

»Branchenübergreifende Zusammenarbeit«

zum 6. Nationalen IT-Gipfel in München

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Inhaltsverzeichnis

Gemeinsame Erklärung zum Breitbandausbau.................................................................................................................................. 4

A. Neue Schwungkraft durch Zusammenarbeit..........................................................................................................................4

1) Versorgungslage mit Breitband ........................................................................................................................................................4

2) Synergiepotenziale beim Breitbandausbau...................................................................................................................................4

3) Status Quo und Zielsetzung..............................................................................................................................................................5

B. Acht Vorschläge für eine verbesserte Zusammenarbeit.........................................................................................................5

1) Transparenz von Informationen......................................................................................................................................................5

2) Verbesserte Rahmenbedingungen für Synergienutzung............................................................................................................6

3) Klärung von Sicherheitsfragen.........................................................................................................................................................7

4) Förderung von technischem Verständnis......................................................................................................................................7

5) Förderpolitik gezielt verbessern.......................................................................................................................................................7

6) Offener Zugang zu Breitbandinfrastrukturen..............................................................................................................................7

7) Best Practice.........................................................................................................................................................................................7

8) Kommunikation der Chancen..........................................................................................................................................................7

Teilnehmer der Projektgruppe................................................................................................................................................................. 8

Impressum..................................................................................................................................................................................................... 9


4 Branchenübergreifende Zusammenarbeit

beim Breitbandausbau

Gemeinsame Erklärung der AG 2-Projektgruppe

»Branchenübergreifende Zusammenarbeit«

zum 6. Nationalen IT-Gipfel in München

Gemeinsame Erklärung zum Breitbandausbau

Der zügige Ausbau des flächendeckenden Hochgeschwindigkeits-

Internets ist eine zentrale Herausforderung für den Wirtschaftsstandort

Deutschland. Er kann nur durch ein gemeinsames Zusammenwirken von

Wirtschaft, Politik und Verwaltung gelingen. Anknüpfend an die Breitbandstrategie

der Bundesregierung sind wir der Überzeugung, dass die

verstärkte Mitnutzung vorhandener Infrastrukturen erhebliche Synergieeffekte

ermöglicht, die den Breitbandausbau im Wege marktbasierter

Lösungen wirksam beschleunigen. Mit unserem gemeinsamen Engagement

möchten wir diesem Vorhaben neue Schwungkraft verleihen, um

das Ziel eines flächendeckenden Hochgeschwindigkeitsnetzes baldmöglichst

zu erreichen.

A. Neue Schwungkraft durch Zusammenarbeit

Vom Schulterschluss zwischen Wirtschaft, Politik und

Verwaltung soll ein starker Impuls für die erfolgreiche Vernetzung

aller Haushalte mit Hochgeschwindigkeits-Netzen

ausgehen. Gemeinsam möchten wir dazu beitragen,

dass bestehende Initiativen zur Nutzung von Synergien

beim Breitbandausbau vorangetrieben sowie neue Maßnahmen

eingebracht werden. Durch unser branchen- und

ressortübergreifendes Engagement wird die enge Einbindung

der relevanten Akteure bei der Entwicklung neuer

Perspektiven für den Breitbandausbau gewährleistet.

1) Versorgungslage mit Breitband

Die Breitbandversorgung in Deutschland hat – auch im

internationalen Vergleich – beachtliche Erfolge vorzuweisen.

Eine Internet-Grundversorgung mit Bandbreiten

von mindestens einem Megabit pro Sekunde ist heute nahezu

flächendeckend verfügbar. 1 Vielfach, insbesondere

in den Ballungszentren, sind bereits Bandbreiten über

50 Megabits pro Sekunde möglich. Damit ist das Ziel der

Breitbandstrategie der Bundesregierung, hochleistungsfähige

Breitbandanschlüsse von mindestens 50 Megabits

pro Sekunde für 75 Prozent der Haushalte bis zum Jahre

2014 verfügbar zu machen, ein Stück näher gerückt. Um

das darauf aufbauende Ziel der Breitbandstrategie einer

vollständigen, flächendeckenden Versorgung mit Hochgeschwindigkeitsnetzen

»möglichst bald« nach dem Jahre

2014 zu erreichen, sind jedoch zusätzliche Anstrengungen

erforderlich.

Für uns steht außer Zweifel, dass diese Bandbreiten

erforderlich sein werden, um die Zukunftsfähigkeit des

Wirtschaftsstandorts Deutschland zu erhalten und den gesellschaftspolitischen

Ansprüchen der Informationsgesellschaft

gerecht zu werden.

2) Synergiepotenziale beim Breitbandausbau

Wir möchten alle Synergiepotenziale beim Breitbandausbau

branchen- und ressortübergreifend künftig nutzbar

machen. Dies umfasst sämtliche vorhandenen und geplanten,

grundsätzlich für den Breitbandausbau geeigneten

Infrastrukturen in privater und öffentlicher Trägerschaft.

Nach einer vom BDI vorgestellten Studie aus dem Jahre

2010 erfordert die flächendeckende Versorgung mit Glasfaseranschlüssen

von mindestens 50 Megabits pro Sekunde

bis zum Jahre 2020 Investitionen in Höhe etwa 36

Milliarden Euro. 2 Davon entfallen bis zu 80 Prozent auf

Tiefbaukosten. Sollte es gelingen, nur 25 Prozent dieser

Kosten durch die Mitnutzung von Infrastrukturen einzusparen,

würde dies ein Einsparvolumen von bis zu sieben

Milliarden Euro ermöglichen. Dadurch könnten Projekte

zügiger umgesetzt, die Wirtschaftlichkeit erhöht und der

Netzaufbau insgesamt beschleunigt werden.

1 Laut Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie war dies Ende

2010 für 98,3 % der Haushalte gewährleistet.

2 Dieses Szenario setzt eine flächendeckende Versorgung mit 50 Prozent

VDSL sowie weiteren 50 Prozent FTTH voraus vgl. Prof. Raul L. Katz et

al.: Die Wirkung des Breitbandausbaus, New York/Olten (Schweiz) 2010.

Eine Studie des WIK geht sogar von Kosten bis 82 Milliarden aus; die

möglichen Synergieeffekte werden hier mit drei Milliarden Euro beziffert.


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beim Breitbandausbau

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Synergien beim Breitbandausbau lassen sich branchenübergreifend

insbesondere realisieren durch

• Zugang zu freien Glasfaserkabel- und/oder Leerrohrkapazitäten,

• Mitverlegung von freien Leerrohren bei öffentlichen

und privaten Baumaßnahmen sowie der

• Verlegung von Glasfaserkabel in vorhandenen Trassen

(Kabeltröge, Tunnel, Kanäle etc.).

3) Status Quo und Zielsetzung

Gemeinsam wollen wir innovative Maßnahmen zur Mitnutzung

vorhandener Infrastrukturen für den Breitbandausbau

vorantreiben. Das Vorhaben umfasst damit

die gesamte Dimension des Breitbandausbaus der nächsten

Jahre. Wir knüpfen an bestehende Initiativen von

Politik und Wirtschaft an, die auf eine Mitnutzung vorhandener

Infrastrukturen gerichtet sind. Wichtige Initiativen

wurden mit der Breitbandstrategie angestoßen,

insbesondere

• Aufbau und Weiterentwicklung des Infrastruktur- und

Breitbandatlasses,

• Bundesweite Intensivierung der Mitverlegung von Leerrohren,

• Aufbau einzelner Informationsstellen zu relevanten

Bauvorhaben seitens Länder und Kommunen,

• Einrichtung von Kompetenzzentren für Breitbandfragen

auf Länder- und Bundesebene,

• Einrichtung eines Beratungsgremiums bei der Bundesnetzagentur

(»NGA-Forum«) zu aktuellen Aspekten des

Netzausbaus,

• Steuerliche Anreize für Hauseigentümer zur verbesserten

Breitbandverteilung im Haus.

Bei der Umsetzung dieser Maßnahmen wirkt die Wirtschaft

maßgeblich mit und unternimmt zusätzliche

Anstrengungen, um den Breitbandausbau durch Synergiemaßnahmen

zu stärken. Hervorzuheben sind bilaterale

Abkommen von Fachverbänden, Kommunen und Unternehmen.

B. Acht Vorschläge für eine verbesserte

Zusammenarbeit

Wir haben acht Handlungsschwerpunkte definiert, über

die Synergieerfolge künftig praktisch besser erreicht werden

können. Sie nehmen Akteure aus Wirtschaft, Politik

und Verwaltung gleichermaßen in die Verantwortung.

1) Transparenz von Informationen

Transparenz und Verfügbarkeit von relevanten Informationen

sind elementare Grundlage für die Nutzung von Synergien

beim Breitbandausbau. Die Datengrundlage sollte

sämtliche Infrastrukturen umfassen, die für den Breitbandbauausbau

relevant sind.

(a) Breitbandatlas

Der Breitbandatlas bietet einen guten Überblick über die

jeweils aktuelle Versorgungslage in Deutschland. Er leistet

zugleich hilfreiche Orientierung für die weitere Ausbauplanung.

Die mit dem Breitbandatlas beabsichtigte Transparenz

zur Versorgungssituation erfordert auch für die

Zukunft entsprechende Datenzulieferungen aller Breitbandanbieter.

Um die praktische Relevanz sicherzustellen,

sind Aktualität, Präzision sowie Schnelligkeit der Auskünfte

zentrale Erfolgskriterien.

(b) Infrastrukturatlas

Der Infrastrukturatlas der Bundesnetzagentur ist ein unverzichtbares

Instrument zur Abbildung vorhandener

Infrastrukturen. Alle Akteure, die über geeignete Infrastrukturen

zum Ausbau verfügen, sind im Rahmen der

laufenden Weiterentwicklung angehalten, erforderliche

Informationen zuzuliefern. Dies gilt auch für die Infrastrukturen,

die sich im Eigentum oder Miteigentum von

Bund und Ländern befinden. Der Detaillierungsgrad an

Informationen soll sich dabei an den tatsächlichen Erfordernissen

orientieren.

Soweit die Zulieferung von Infrastrukturdaten in der

Vergangenheit teilweise noch schleppend verlief, bekennen

wir uns zu einer Intensivierung der Bemühungen durch

private und öffentliche Inhaber geeigneter Infrastrukturen

im Wege der freiwilligen Datenzulieferung. Sie kann zu

einer zeitnahen Verbesserung der Datengrundlage führen.

Dieser Ansatz steht unbeschadet neben dem Vorhaben der

Bundesregierung, der Bundesnetzagentur einen neuen, gesetzlichen

Auskunftsanspruch für den Infrastrukturatlas

zu verschaffen.

(c) Baustellendatenbank

Ein weiterer Baustein für die Nutzung von Synergien

kann die Einrichtung eines Baustellendatenbank sein.


6 Branchenübergreifende Zusammenarbeit

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Die frühzeitige Kenntnis von Tiefbauvorhaben ermöglicht

relevante Kosteneinsparungen, wenn sie in die Ausbauplanungen

für das Hochgeschwindigkeitsnetz intelligent

integriert werden. Zudem müssen Straßenarbeiten nicht

mehrmals durchgeführt werden, was zu einer Entlastung

der Anwohner führt. Dieses Vorhaben ist bereits in der

Breitbandstrategie der Bundesregierung verankert.

Nach unserer Überzeugung kommt es auf die konkrete

Ausgestaltung einer solchen Baustellendatenbank an. Die

Überlieferung der Daten obliegt den zuständigen Behörden,

der administrative Aufwand sollte dabei für alle Beteiligten

möglichst gering gehalten werden. Als Vorbild für

die Einrichtung eines solchen Verzeichnisses empfehlen

wir bestehende Initiativen auf Kreis- und Länderebene. In

einer nächsten Phase könnte diese über ein bundesweites

Zugangsportal erreichbar werden. Weitere Kriterien zu

Gestaltung, Verfahren einschließlich der Sicherstellung

von Aktualisierungen wären gemeinsam zu definieren.

(d) Breitbandzugang im Haus

Ähnlich wie bei anderen Infrastrukturen innerhalb von

Gebäuden (Strom, Gas, Wasser) sollten Hauseigentümer

die Installation des Breitbandverteilnetzes innerhalb von

Gebäuden vorantreiben. Mit den Möglichkeiten zur steuerlichen

Begünstigung nach § 35a EStG, die sich auf alle

Installationen eines Breitbandanschlusses von Gebäuden

und die Weiterführung der Breitbandverbindungen im

Haus sowie die jeweiligen Wohneinheiten bezieht, wurden

erste Anreize für eine Beteiligung der Eigentümer an den

Installationskosten für das Gebäudenetz geschaffen. Dieser

Ansatz muss etwa durch Aufklärungskampagnen über

die einhergehende Wertsteigerung der Immobilie und weitere

Maßnahmen gefördert werden.

2) Verbesserte Rahmenbedingungen für Synergienutzung

Damit die branchenübergreifenden Initiativen der Wirtschaft

für eine flächendeckende Breitbandversorgung

erfolgreich wirken, sind flankierende Maßnahmen der

Politik unverzichtbar. Die Bestrebungen der Bundesregierung

werden begrüßt, alle noch vorhandenen Hürden für

ein Engagement der Wirtschaft im Breitbandausbau zu

beseitigen. Je früher die Politik die Weichen stellt und Planungsklarheit

schafft, desto effektiver können die Umsetzungsmaßnahmen

der Wirtschaft folgen.

(a) Infrastrukturen privater Unternehmen

Besonderer Stellenwert für die Nutzung von Synergien

kommt der Versorgungsinfrastruktur zu. Die Nutzung

passiver Infrastrukturen (Trassen, Tröge und Tunnel etc.)

sowie der darin vorhandenen Glasfaserleitungen kann den

Breitbandausbau in vielen Regionen beschleunigen. Um

entsprechende Geschäftsmodelle zur Mitnutzung anzutreiben,

muss die Motivation durch lohnenden Ertrag gefördert

werden.

Im Bereich der Schienenverkehre würde eine dauerhafte

Ertragsbeteiligung des Bundes ein signifikantes und

dauerhaftes Hindernis zur Nutzung der Potenziale darstellen.

Wir teilen daher unumschränkt die Sichtweise des

Bundesrates, 3 zum Zweck der Synergienutzungen und der

Erfüllung der Breitbandziele bundesseitig von Ertragsbeteiligungen

bei breitbandbezogenen Vermarktungen abzusehen.

(b) Infrastrukturen der öffentlichen Hand

Damit künftig alle Synergiepotenziale durch Infrastrukturen

der öffentlichen Hand ausgeschöpft werden, halten

wir ein proaktives Handeln der zuständigen Behörden für

unabdingbar. Gezielte Maßnahmen könnten helfen, die

Kommunikation zwischen ausbauenden Unternehmen

und öffentlichen Stellen zu intensivieren:

(a) Die bedarfsorientierte Mitverlegung von Leerrohren

sollte bei allen relevanten Vorhaben vorangetrieben

werden. Die entsprechenden Planungsprozesse sollten

an die Bedürfnisse angepasst werden. Regelungen der

Kostentragung sind einvernehmlich zu finden.

(b) Behörden könnten im Wege von Verwaltungsvorschriften

verstärkt angehalten werden, die Wirtschaft auf

potenzielle Synergieeffekte für den Breitbandausbau

hinzuweisen.

(c) Der Widmungszweck von bislang ausschließlich dem

(Transport-) Verkehr gewidmeten öffentlichen Infrastrukturen

muss insoweit geöffnet werden, damit diese

künftig vereinfacht auch für Zwecke der Breitbandversorgung

genutzt werden können. Die Ausgestaltung

muss mögliche nachteilige Auswirkungen auf Nutzbarkeit

oder Betriebssicherheit der Verkehrsinfrastruktur

ausschließen.

(c) Synergien beim Zugang zu Gebäuden

Die Wirtschaftlichkeit des Aufbaus neuer Glasfasernetze

bis in die Häuser und Wohnungen hinein wird deutlich

verbessert, wenn gleichzeitig mit der Verlegung von Glasfaserleitungen

entlang der Straße auch alle anliegenden

Häuser mit angeschlossen werden können. Dies spart Kosten

und ist auch aus städtebaulichen, verkehrstechnischen

und umweltpolitischen Gründen vorteilhaft. Daher sollte

geprüft werden, die bisher schon bestehende Duldungspflicht

für die Errichtung von TK-Netzen auf privaten

Grundstücken auf den sogenannten »Hausstich«, also die

3 (Drucksache 108/11)


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Installation eines Netzabschlusspunktes im Keller, auszuweiten.

3) Klärung von Sicherheitsfragen

Als Hürde bei der Einbindung bestehender Infrastruktur

in Breitbandvorhaben erfolgt oftmals der Hinweis auf allgemeine

Sicherheitsbedenken. Diese werden unter Verweis

auf die physische Verwundbarkeit, aber auch auf virtuelle

Manipulation und dergleichen vorgetragen. Für die

Hebung von Synergien wäre daher nützlich, allgemeine,

sachlich geprüfte, verbindliche Leitlinien zu den Sicherheitsanforderungen

aufzustellen. Bei Erfüllung der Anforderungen

sollten die entsprechenden Synergiemaßnahmen

realisierbar sein.

4) Förderung von technischem Verständnis

Um die branchen- und ressortübergreifenden Aktivitäten

zu stärken, möchten wir das allseitige Verständnis der

technischen Anforderungen verstärken. Vertiefte Kenntnisse

von Abläufen fördern das gegenseitige Verständnis

und öffnen Möglichkeiten für gemeinsame Optimierungsvorschläge.

Darum unterstützen wir jegliche Maßnahmen,

durch die Inhaber, Betreiber und Hersteller aktiver und

passiver Infrastrukturen vorhandenes Wissen und Erfahrungen

austauschen. Insbesondere unterstützten wir die

laufenden Arbeiten technischer Standardisierung im Bereich

des offenen Netzzugangs sowie der Baumaßnahmen.

Gemeinsame Grundlage unseres Engagements ist ein

streng technologieübergreifender Ansatz. Daher beziehen

wir alle Maßnahmen sowohl auf eine leitungs- als auch auf

eine funkgebundene Breitbandversorgung.

5) Förderpolitik gezielt verbessern

Im Einzelfall ist denkbar, dass Synergien die Ausbaukosten

zwar reduzieren, ein Engagement der beteiligten

Akteure wirtschaftlich dennoch nicht darstellbar ist. In

diesem Fall regen wir an, adäquate Fördermaßnahmen zur

Realisierung dieser Synergiemaßnahmen zu prüfen. Dabei

sollte die Förderung an die möglichst weit reichende Nutzung

von Synergien geknüpft werden.

6) Offener Zugang zu Breitbandinfrastrukturen

Zukünftig wird jedes Unternehmen darauf angewiesen

sein, Zugang zu Netzen Dritter zu erhalten. Der Ausbau

von hochleistungsfähigen Breitbandinfrastrukturen setzt

das Zusammenwirken von Infrastrukturen auf unterschiedlichen

Ebenen – aktiv und passiv – voraus . Dieser

Ansatz wird von uns ausdrücklich und aktiv unterstützt.

Der Zugang sollte vorrangig als marktverhandelte Lösung

auf Vorleistungsebene gemäß den Empfehlungen des

NGA-Forums der Bundesnetzagentur branchenübergreifend

organisiert werden. Dort, wo der »Open Access« im

dargestellten Umfang funktionert, sollte regulatorische

Zurückhaltung geboten sein.

Für den Erfolg der Open-Access-Modelle ist die Interoperabilität

von Infrastrukturen auf unterschiedlichen

Ebenen erforderlich. Um die technischen sowie organisatorischen

Zugangsbedingungen stimmig zu gestalten,

werden branchenübergreifende Standards für die Zusammenschaltung

erarbeitet.

7) Best Practice

Die Projektgruppe stellt ein Portfolio von Beispielen zusammen,

die eine intelligente Zusammenarbeit beim

Breitbandausbau aufzeigen. Erste Beispiele werden zum

6. Nationalen IT-Gipfel vorgestellt. Schwerpunkt sind

Kooperationen zwischen TK-Unternehmen mit Versorgungs-

oder anderen Unternehmen sowie gemeinsame

Ausbauprojekte mit Kommunen. Die Förderung von Best-

Practice Modellen einschließlich der Konzeptentwicklung

und Prozessbegleitung ist ein wichtiger Schritt zur Realisierung

von Synergieeffekten; den Bundesländern sollten

eigene Spielräume eröffnet werden, regionale runde Tische

könnten eingerichtet werden. 4 Best Practice Beispiele sollten

verstärkt kommuniziert werden, um ein größeres Engagement

aller Akteure anzuregen.

8) Kommunikation der Chancen

Die Möglichkeiten für eine optimierte Nutzung von Synergien

und die Chancen, die sich aus dieser Initiative

ergeben, sollen möglichst breit in Wirtschaft, Politik und

nicht zuletzt vor Ort in den Kommunen, Gemeinden und

Landkreisen kommuniziert werden. Soweit dies möglich

erscheint, werden auf diese Weise auch noch weitere Akteure

auf die gesellschafts- und wirtschaftspolitisch zentrale

Herausforderung des Ausbaus hochleistungsfähiger

Breitbandnetze aufmerksam gemacht. Durch gute Beispiele

wird die Bedeutung der Synergienutzung untermauert.

In dem Sinne wird die Arbeit der Gruppe über den 6.

Nationalen IT-Gipfel fortgesetzt. Sie steht weiteren Akteuren

aus allen Branchen und Ressorts offen, die einen

substanziellen Beitrag zur praktischen Umsetzung von Synergieeffekten

beim Breitbandausbau leisten können und

wollen.

4 Dazu werden im Rahmen des IT-Gipfels – AG 2 – eigene Vorschläge erarbeitet.


8 Branchenübergreifende Zusammenarbeit

beim Breitbandausbau

Gemeinsame Erklärung der AG 2-Projektgruppe

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Teilnehmer der Projektgruppe

Die Projektgruppe wird von der Unterarbeitsgruppe

»Breitband der Zukunft« koordiniert, welche der AG 2

»Digitale Infrastrukturen als Enabler für innovative Anwendungen«

des 6. Nationalen IT-Gipfels 2011 in München

zuarbeitet. Die Projektgruppe wird ihre Arbeit im

nächsten Jahr fortsetzen.

Leitung

Dr. Michael Littger

Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. (BDI)

Jochen Schwarz

Alcatel-Lucent Deutschland GmbH

Unternehmen

Jürgen Apitz

Alcatel-Lucent Deutschland GmbH

Andreas Breuer

RWE AG

Stefan Grüter

Deutsche Bahn AG

Marcus Isermann

Deutsche Telekom AG

Anne Jost

Telefónica Germany GmbH & Co. OHG

Ralf Kudlek

Telefónica Germany GmbH & Co. OHG

Georg Merdian

Kabel Deutschland Vertrieb und Service GmbH

Marja von Oppenkowski

Kabel Deutschland Vertrieb und Service GmbH

Olaf Reus

Huawei Technologies Deutschland GmbH

Andreas Schröder

Vodafone D2 GmbH

Dr. Ernst Stangneth

Nokia Siemens Network GmbH & Co. KG

Dr. Remco Van der Velden

Telefónica Germany GmbH & Co. OHG

Martina Westhues

Deutsche Telekom AG

Ministerien/Behörden/Kommunen

Timm Brauckmüller

atene KOM GmbH / Breitbandbüro

Rainer Helle

Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr des

Landes Schleswig-Holstein

Dr. Robert Henkel

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

(BMWi)

Frank Krüger

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

(BMWi)

Dr. Dieter Pötschke

Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten

Brandenburg

Michael Reiss

Ministerium für Ernährung und Ländlicher Raum

Baden-Württemberg

Steffen Schmitt

Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation,

Post und Eisenbahnen

Verbände

Victor Fröse

Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU)

Jürgen Grützner

Verband der Anbieter von Telekommunikations- und

Mehrwertdiensten (VATM) e. V.

Wolfgang Heer

Bundesverband Glasfaseranschluss – BUGLAS e. V.

Simon Japs

ANGA Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber e. V.

Marc Konarski

Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation

und neue Medien e. V. (BITKOM)

Frank Krüger

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

(BMWi)

Ulrike Lepper

Bundesverband Breitbandkommunikation e. V. (BREKO)

Solveig Orlowski

Verband der Anbieter von Telekommunikations- und

Mehrwertdiensten (VATM) e. V.

Dr. Barbara Prätorius

Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU)

Dr. Klaus Ritgen

Deutscher Landkreistag

Simon Schmidt

Bundesverband Glasfaseranschluss – BUGLAS e. V.

Dr. Katrin Sobania

Deutscher Industrie- und Handelskammertag e. V.

(DIHK)

Dr. Stefan Thole

Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU)

Reiner Wünsch

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

(BMVBS)


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Impressum

Stand: Dezember 2011

ISSN: 0407-8977

Herausgeber:

Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI)

Abteilung Infrastruktur, Verkehr und Telekommunikation

Breite Straße 29

10178 Berlin

Telefon: 030 2028-0

www.bdi.eu

Ansprechpartner im BDI:

Dr. Michael Littger, LL.M.

T: 030 2028-1416

E-Mail: m.littger@bdi.eu

www.bdi.eu/informationsgesellschaft

Verlag:

Industrie-Förderung Gesellschaft mbH

Bildnachweis:

Kabel: © Stihl024 · Fotolia

Layout und Druck:

DCM Druck Center Meckenheim GmbH

www.druckcenter.de

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