berlin – brandenburg - Lilienthaler Online

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Heft 1/2009 12. Jahrgang - A46951

Der Lilienthaler

Zeitschrift der Landesverbände Berlin und Brandenburg im DAeC

Berichte von der Flugsaison

Winter 2008/09

Luftfahrt

Berlin-Brandenburg

Mit der Sonderbeilage des Kooperationsnetzwerkes

Fliegen in AFRIKA

in Gariep Dam u n d in Bo t s w a n a

Wellen ü b e r Wellen Be r i c h t vo m Wellenflugseminar

u n d Weiteres


Editorial

Ehrenamt, ehrenhaft, Ehrlichkeit

Liebe Leser des Lilienthalers,

es gibt schon bedenkenswerte Vorkommnisse

und Merkwürdigkeiten, die das Ehrenamt

als Funktionsträger mit allen seinen

Fassetten überdenkenswert machen. Der

persönliche Einsatz ist meist mit vielen

Einschnitten in der eigenen Zeitplanung

verbunden. Wenn aber dann, wie nachfolgend

geschildert, die Ehrenhaftigkeit und

Ehrlichkeit in Frage gestellt wird, überdenkt

man die Zeit, die in den verschiedenen ehrenamtlichen

Aktivitäten investiert wird.

Ob es im Bundesverband ist, hier trat Karl

W. Klossek nicht mehr als Sekovorsitzender

aus beruflicher Überlastung zur Wahl an. Ob

es der Sekovorsitzende im LV Brandenburg

ist, der zur Wiederwahl wegen der bekannten

Missstimmigkeiten nicht mehr für sein Amt

kandidiert. Auch der Schreiber dieser Zeilen

versucht wegen anderer Aktivitäten, sein Amt

als Präsident einem jüngeren Kandidaten weiter

zu geben.

Jede personelle Änderung bringt jedoch auch

die Möglichkeit eines Neuanfanges, aber gibt

es dann auch mehr Ehrlichkeit?

Das Ehrenamt hat neben der großen Verantwortung

für die übernommenen Aufgaben,

auch eine Einschränkung in der persönlichen

Zeitplanung zur Folge. Dazu kommt, dass die

so genannten Ehrenamtler eben nicht Angestellte

derjenigen sind, die diese Personengruppe

gewählt hat. Die Aufwandsentschädigungen

werden in der Regel nicht für die Zeit

der Tätigkeit, sondern für die angefallenen

Kosten an Fahrtkosten, Porti und Kommunikationsmittel

bezahlt. Dabei bleibt aber der Ärger,

der immer mit einem Amt verbunden ist. Dieser

Ärger bekommt meist der Lebenspartner zu

spüren, die Gedanken kann ein Ehrenamtler

eben nicht abschalten.

So gibt es schon viele Merkwürdigkeiten, um

zum Anfang dieser Zeilen zu kommen.

Der Artikel im letzten Lilienthaler zu den

Schleppkosten der WM in Lüsse aus der Feder

des Kassenwartes des Brandenburger Fliegerclubs

hätte eigentlich eine Gegendarstellung

der Lüsser verdient. Diese Gegendarstellung

ist jedoch von den Verantwortlichen mit den

Worten abgelehnt worden, auf dieses Niveau

begeben wir uns nicht. Das Zitat weiter, der

Lilienthaler wird von der Redaktion instrumentalisiert.

Auch eine Frage der Ehrlichkeit? nein

hier werden die demokratischen Spielregeln in

Frage gestellt.

Selbstverständlich wird die Redaktion keine

Artikel, Beiträge oder Leserbriefe einer Zensur

unterziehen. Bei Angriffen und als solches hat

es der WM Ausrichter in Lüsse verstanden,

wird aber die Redaktion eine Stellungnahme

oder Gegendarstellung einfordern. Grundsätzlich

sind Beiträge im Lilienthaler mit Angabe

des Autors nicht unbedingt die Meinung der

Redaktion.

Wie alle Mitglieder der Ostdeutschen Landesverbände

zwischenzeitlich mitbekommen haben,

ist eine neue Struktur in unserer gemeinsamen

Prüforganisation für Luftportgeräte ins

Leben gerufen worden. Die Luftsport-Landesverbände

Berlin, Brandenburg, Mecklenburg

Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und

Thüringen haben in einer über zwei Jahre dauernden

Findungsaktion, ein Luftsport Service-

Center Ost GmbH gegründet. Eine Organisation

von Fliegern für Flieger, als non profit

Firma. So jedenfalls der Ansatz, wir wollen

damit keine Gewinne oder Verluste machen,

ein Grat, der nur mit aller Hilfe gelingen kann.

Die Gebühren sind dabei gegenüber den bisher

bekannten, geringfügig höher. In den Preisen

enthalten sind hierbei aber noch nicht die

Unbekannte, die EASA Gebühren. Auch die

neue Luftkostverordnung, die nach Willen der

Behörde noch in diesem Monat im Bundestag

verabschiedet wird, schlägt erbarmungslos

zu. Die Gebühren für die Lizenz der Betriebe

werden sich vervierfachen. Trotz Intervention

des DAeC, wurde keine Rückstellung dieser

LuftkostVO. erreicht. Das Stammkapital der

Gesellschaft beträgt 25.200,-€, wobei jeder

Landesverband 1/6 Anteile hält. Vieles ist neu,

einiges ist noch zu verbessern, aber wir sind

auf einem guten Weg. Bedingung, alle müssen

mitmachen.

Hier kommt aber leider die nächste Merkwürdigkeit.

Obwohl allen Vereinen klar sein muss,

keine Ausbildung ohne Instandhaltungsvertrag

gemäß §17 LUFT BO, fehlen noch einige Vereine.

Auch bei einigen Querköpfen will es nicht

rein, dass die seit Jahren auf der Homepage

des DAeC und des LBA abgelegten Musterverträge,

die IHP´s, jetzt spätestens zum 01.04.09

vom LBA genehmigt vorliegen müssen. Ein

Verschieben der Umsetzung der EASA Gesetze

über den 01.04.09 hinaus, wird es nach

Aussage des LBA nicht geben.

Somit kein Fliegen ohne genehmigtes IHP,

auch wenn das Flugzeug eine gültige Nachprüfung

hat.

Ein größerer Verein will es einfach nicht wahr

haben und verlangt den Gesellschaftsvertrag,

die Finanzplanung und die Zielvorstellung im

Einzelnen als Entscheidungshilfe für den Beitritt

zur SCO-GmbH. Der Verein wäre ja mittelbares

Mitglied im Landesverband und müsse

Zugang zu den Unterlagen erhalten. Damit

kommt die oben erwähnte Ehrlichkeit wieder

ins Spiel. Es gibt scheinbar kein Vertrauen in

die Urteilsfähigkeit der gewählten Vorstände

der Landesverbände, ehrenhaftig-Ehrenamt.

Den eigenen Mitgliedern in diesem Verein

wird aber die Einsicht in die vom Vorstand des

Vereins abgeschlossenen Verträge verwehrt,

ehrenhaftig-Ehrlichkeit.

Auch die Differenzen zwischen einem Verband

und den Nutzern eines Förderflugzeuges geht

in diese Richtung. Wenn den Foren glauben

geschenkt wird, es sind dort einige Beiträge

die unter die Gürtellinie gehen, sind Ehrenamtler

im Einsatz, die sich mit den Beiträgen der

Mitglieder die Taschen voll stopfen. Scheinbar

denken die Schreiber dieser Beiträge, mit dem

Ehrenamt ist man nicht mehr ehrenhaft und

verliert damit seine Ehrlichkeit.

In der Hoffnung, dass uns trotz aller negativen

Einflüsse ein guter Start gelingt, wünsche ich

allen eine erfolgreiche und unfallfreie Saison

2009.

Klaus Engelhardt

Präsident LV Berlin

Geschäftsführer der SCO-GmbH (eh)

2

De r Li l i e n t h a l e r 1/2009


IMPRESSUM

"Der Lilienthaler"

Zeitschrift der Landesverbände

Berlin und Brandenburg im DAeC (Herausgeber)

Heft 1/2009, 12. Jahrgang

Redaktion "Der Lilienthaler"

Christa Stammnitz

Zoppoter Str. 24,

14199 Berlin

Telefon (030) 8924864

CStammnitz@t-online.de

Kontakt LV Berlin e.V.

Dieter Wittke

Handjerystrasse 49, 12161 Berlin

Telefon (030) 852 65 95

Titelbild:

Sunset am Chobe River

Heike Schweigert

Gestaltung und Layout:

Christa Stammnitz

Redaktionelle Mitarbeit:

Ingrid Tzschentke

Druck:

LASERLINE Digitales Druckzentrum

Bucec &Co. Berlin KG

Scheringstr. 1, 13355 Berlin

Vertragspartner der Deutschen Post-AG:

DAeC-Luftfahrtverband Berlin

"Der Lilienthaler" erscheint viermal

jährlich und wird den Mitgliedern der Landesverbände

Berlin und Brandenburg zugestellt.

Jahresabo für Vereine: Pro Person 6,00 Euro

Jahresabo für Einzelpersonen: 10,00 Euro

Konto.: Deutscher Aeroclub Berlin e.V.

Kontonr. 0584823107

BLZ 100 100 10, Postbank Berlin

Die Redaktion nimmt gern Texte und Fotos aus

allen Sparten des Luftsports entgegen und bittet

ausdrücklich um Mitarbeit. E-Mails mit Word-

Text-Dateien erleichtern die Arbeit.

Das Recht auf Kürzung bleibt vorbehalten.

Mit der Einsendung von Manuskripten und Fotos

versichert der Verfasser, dass er das alleinige

und uneingeschränkte Recht an ihnen besitzt.

Ein Vergütungsanspruch im Falle einer

Veröffentlichung besteht nicht.

Geschäftsstellen der Landesverbände:

Luftsport-Landesverband

Brandenburg e.V.

Flugplatz, 14959 Schönhagen

Telefon (033731) 17043, Fax 17077

www.luftsport-brandenburg.de

LLVBB@t-online.de

Luftfahrtverband Berlin e.V.

Schwalbenweg 14c, 14552 Michendorf

Telefon (033205) 249749 , Fax 249759

www.daec-berlin.de

daecberlin@t-online.de

Redaktionsschluss für Heft 2/2009:

12.06.2009

INHALT

Aktuelles

Jugendleitung im Amt bestätigt ...................................................................7

DAeC-Musterklagen.....................................................................................9

13th FAI World Glider Aerobatic Championship 2009...............................14

Luftsport Service-Center Ost GmbH (sco-gmbh)......................................29

Befähigungsüberprüfung ...........................................................................34

Lehrberechtigung, 50 Stunden-Regelung akzeptiert................................34

Veranstaltungen Büro Flugsicherheit.........................................................38

Termine.......................................................................................................39

Allgemeines

Fliegerhexen auf dem Roten Adler..............................................................4

Hexentreffen 2009........................................................................................5

Lost Squadron Recovery..............................................................................5

Fachmethodische Lehrprobe ......................................................................6

Im Windtunnelcamp......................................................................................6

Wieder ein Erfolg..........................................................................................7

Lilienthal-Zentrum in Stölln am ältesten Flugplatz der Welt .....................10

Ein Leben für die Technik........................................................................... 11

FLYTOP Training in Hamburg Boberg....................................................13

Sicherheitsstrategien für den Segelflug.....................................................14

Fluglehrer-Fortbildungslehrgang................................................................36

Engagieren! Einfluß nehmen!...Einmischen!..............................................37

BBAA e.V. BERLIN BRANDENBURG ein starker Standort

der Luft und Raumfahrt in Deutschland und Europa.................... 15-26

Segelflug

… wir konnten es nicht lassen....................................................................27

Fliegen in Botswana...................................................................................28

Wellen über Wellen....................................................................................30

Kein ELT Zwang für Segelfugzeuge in Frankreich ..................................34

Überprüfungsflüge in Segelflugvereinen !.................................................35

Drachen

Fast 200 Dreiecks-Kilometer im Flachland..................................................8

Motorflug

Deutschlandflug 2009................................................................................ 11

Was haben die Präzi´s im Plan..................................................................12

Ballon

20 Jahre „Berliner Ballonfahrer-und Luftschiffervereinigung“...................33

Fallschirm

Berliner Fallschirmsport.............................................................................38

De r Li l i e n t h a l e r 1/2009 3


Fliegerhexen auf dem Roten Adler

34. Treffen der Luftsportlerinnen in Deutschland

Heidemarie Körner hatte mich für den musikalischen

Teil des erstmals in Brandenburg

durchgeführten Hexentreffens engagiert.

Ich suchte mir im Saal vom „Landhotel“

Krausnick einen der hinteren Plätze, da ich

ja nur zu Beginn und am Ende gefragt war

und zwischendurch unbemerkt flüchten

wollte, wenn mich etwas weniger interessierte.

Es wurde aber eine Superveranstaltung,

die mich bis zum Ende fesselte.

Nach der Begrüßung sangen wir zu meiner Akkordeonbegleitung

das Brandenburglied „Märkische

Heide“. Heidemarie und ich hatten den

offiziellen Text mit Fliegerversen ergänzt, und

die Frauen sangen erfreut mit uns den neuen

Text.

Dagmar Behrendt, Schatzmeisterin des Luftsport-Landesverbandes

Brandenburg und

Schirmherrin über das Hexentreffen, zeigte

sich von einer völlig neuen Seite. In lustigen

selbst gebastelten Versen entwarf sie ein Bild,

wie namentlich die anwesenden „Hexen“ aus

allen Ecken Deutschlands angeflogen waren,

um das Hexentreffen zu erleben und begrüßte

alle herzlich.

chiert hatte, konnte er mit Fakten aufwarten,

die nur wenigen bekannt waren und bis zu

einer Teilnehmerin führten, die sich engagiert

und erfolgreich gegen das zeitweise Verbot

des Drachenfliegens in der DDR eingesetzt

hatte. Wir begriffen danach noch mehr, wie gut

es ist, dass der Freiheit beim Fliegen heute bedeutend

weniger Grenzen gesetzt sind.

- Phillip Scheffel erzählte anschaulich über

seinen Wandersegelflug von der Wasserkuppe

bis zum Balatonsee über die Hohe und Niedere

Tatra, von den Erlebnissen und Abenteuern

unterwegs und der großartigen Hilfe und Unterstützung

in Polen, Tschechien, der Slowakei

und Ungarn.

-Kati Suthau, Deutsche Meisterin im Motorkunstflug

2006, berichtete herzerfrischend,

wie sie schon als Kind vom Fliegen geträumt

hatte und ihr Traum in Erfüllung ging. Mit Hochachtung

sprach sie von ihren Fluglehrern und

der gründlichen Ausbildung in der DDR, wo

man auch ohne dicken Geldbeutel Kunstfliegerin

werden konnte. Sie weiß aber auch ihr

Glück zu schätzen, nicht im dichten Netz der

politischen Überprüfungen hängen geblieben

zu sein. Und als sie schließlich mit leuchtenden

Augen von ihren Kunstflugerlebnissen sprach,

wusste jeder, warum sie ihren Vortrag „Adrenalin

bis in die Fußspitzen“ genannt hatte.

- Jens Eisenreich stellte uns das neue Flugsicherheitsseminar

„FLY TOP“ vor, das er zusammen

mit anderen Experten auf den Weg

gebracht hat und nun erfolgreich in den Vereinen

durchführt. Dabei sprach er genau die

wunden Punkte an, die uns auch angesichts

des tragischen Unfalls in Brandenburg besonders

berühren - wie kann es passieren, dass

langjährig erfahrene Piloten und Fluglehrer

verunglücken?

Nicht nur Fehler sind die Ursache - es bedarf

einer umfangreichen Analyse des Verhaltens

in nicht vorhersehbaren Situationen und des

Die folgenden Beiträge waren von der Begeisterung

für das Fliegen getragen und durchweg

interessant:

- Dr. Claus Gerhard referierte über die Schönheit

des Drachenfliegens und seine Geschichte

in Brandenburg. Da er für Veröffentlichungen

auf diesem Gebiet in den Stasi-Akten recherkollektiven

Nachdenkens und Trainings im Verein,

um noch besser vorbereitet zu sein.

- Franziska Hinz ließ uns aus ihrer Richterperspektive

am Wettbewerb im Segelkunstflug

teilnehmen. Sie erwähnte, wie schwierig und

anspruchsvoll, aber auch schön diese Aufgabe

ist und dass sie es sich nicht leicht machen,

möglichst objektiv zu werten. Mir gefiel, dass

sie ebenso wie Kati Suthau ansprach, dass

man solche zeitraubenden Hobbys auch mit

dem Familienleben vereinbaren kann.

- Ein Gewinn für das Treffen war auch, dass

Ursula Hänle, die erste weibliche deutsche

Segelflugzeug-Bauerin, die in Brandenburg

geboren ist und heute in Havelaue lebt, als

Ehrengast begrüßt werden konnte. Teilnehmerinnen

erinnerten sich, dass ihre Väter bei

Ursula Hänle gearbeitet hatten und Visitenkarten

wurden ausgetauscht.

- Heidemarie hatte sich noch einen Quiz ausgedacht,

der alle ganz schön ins Schwitzen

brachte. Sie hatte dazu nächtelang im Internet

recherchiert und es sich wirklich nicht leicht

gemacht. Die höchste Bewertung der Antworten

erzielte übrigens Ursula Hänle, die aber

großzügig auf den Hauptpreis

einen Freiflug

verzichtete und lieber das Buch über die Fliegerei

nahm, das sie noch nicht kannte.

- Am Ende hatte auch ich noch sangesfreudige

„Hexen“ für Fliegerlieder, die wir teilweise umgetextet

hatten. Das „Lied der Fliegerfrauen“

hatte Premiere und für mich ging ein schöner

Tag zu Ende, während die „Hexen“ noch ins

„Tropical Island“ zogen.

Meine Bekannten vom VGC, von weither angereist,

waren begeistert, weil es wirklich keinen

Programmpunkt gegeben hatte, der die Reise

nicht gelohnt hätte.

Unser Dank gilt den Organisatoren. Mit ihrem

Gefühl für die Programmgestaltung und

die Auswahl der Redner haben sie den Nerv

getroffen und Brandenburg würdig vertreten.

Besonders hervorheben möchte ich das große

persönliche Engagement von Heidemarie Körner,

die viel Arbeit und Sachverstand in das

Projekt investierte und dabei von Monika Albrecht

und Sabine Fried sowie deren Ehemännern

unterstützt wurde.

Das 34. Hexentreffen wird allen noch lange in

guter Erinnerung bleiben.

Ingrid Fritz

4

De r Li l i e n t h a l e r 1/2009


Hexentreffen 2009

Steige hoch, du roter Adler, hoch über

Sumpf und Land,

der Funkspruch heute lautet: die Fliegerhexen

sind in Brand! Große, Kleine, Dünne,

Dicke, so sieht sie aus, die Fliegerclique,

Erscheinen hier mit List und Tücke, auf

dem Besen und der Krücke.

Sozusagen als Premiere übt die Cornelia eine

Schere.

Waltraud ist sehr virtuos, macht die Rollen

fehlerlos.

Hedwig, Tanja und Annette probieren eine Käseecke.

Jens Eisenreich wird langsam bleich.

Bei 1000 Fuß du meine Güte, das kommt ja

gar nicht in die Tüte!

Sybille, Sarah und Sabine machen eine gute

Miene. Transportieren auf den Flächen Gänschen

zu den nächsten Bächen.

Auf sein spektakuläres Projekt, spendiert

Dr. Scholze den Dreien nachher Sekt.

Sylvia, Kathrin und Susanne hauen alle in die

Pfanne. Fliegen seltsame Figuren, so berichten

es die Agenturen.

Männchen rückwärts unbeirrt, Franziska

Hinz kommt angeschwirrt.

Im Janus, Diskus und Milan, treten Ines und

Bettina auf den Plan.

Sie bilden eine Formation mit wunderbarer Rotation.

Chrysanti und Norgard sind in Fahrt, schwer

in Exxtasy vernarrt.

Der Drachen ist ein Leichtgewicht, Dr. Claus

Gerhard erstattet gleich Bericht.

Heike, Isabell und Nadja loopen ohne Laut,

denn der Wind ist abgeflaut.

Wandersegler Philipp weiß, ich bin jetzt hier im

Hexenkreis.

Beim Trudeln gibt es kein Pardon, Ingrid und

Heike sind die Liaison.

Mit einem Humpty wiederum, begeistern Sigrid,

Inga und Sue das Publikum.

Die Spannung steigt, man kalkuliert, Gisela

und Ingrid sind sehr talentiert.

Franziska ist gefragt wie nie, wer gewinnt in

welcher Kategorie?

Kathi Suthau ist erkoren als Favorit aller Juroren.

Motorkunstflug die Passion in allerhöchster

Präzision.

Jenseits jeder Konkurrenz erscheint ganz

keck die Prominenz.

Gill die Goldene hier im Bunde, kreuzt erst auf

zur Geisterstunde.

Bis dahin wollen wir nicht warten, sondern

ins Vergnügen starten!

Heidi spricht das Zauberwort, und alle landen

im Akkord.

Am Sonntag ist der Spuk vorbei, zum Teufel

mit der Hexerei.

Dagmar Behrendt

Die fünf weit auseinander im Eis liegenden

Lightnings sollen geborgen und wieder flugfähig

aufgebaut werden. Nach vorliegenden

Berechnungen und Messungen liegen die Maschinen

unter einer etwa 100 110 m dicken

Schicht von gepresstem Schnee. Die Maschinen

sollen in ihrer Struktur noch unbeschädigt

sein.

Mit einer eigens entwickelten Technologie sollen

die Flugzeuge einzeln herausgeschmolzen

werden. Um die Maschinen herum wird eine

Höhle freigelegt, um Demontagearbeiten zu

ermöglichen. Durch einen 600 x 250 cm weiten

Schacht sollen Tragflächen, Rumpf und Triebwerk

an die Oberfläche gehoben werden.

Von einer Bergung der beiden B-17 allerdings

wird abgesehen, weil die Struktur zu stark zerstört

und eine Restaurierung nicht möglich ist.

Ein weiteres Problem besteht darin, die schließlich

geborgenen Flugzeuge von der Ost- an die

Westküste Grönlands zu transportieren. Denn

nur hier existiert ein entsprechender Hafen zur

Lösung der weiteren Transportprobleme.

Dieter Hermann führte aus, dass Dutzende von

Zeitungen und Fernsehsendern bereits über

das Bergungsprojekt berichteten. Die Medien

brennen auf die erfolgreiche Durchführung

eines der letzten Bergungsabenteuer unserer

Zeit.

Zwei eigene Kamerateams des Vereins werden

die Bergung rund um die Uhr begleiten und natürlich

auch für die Sponsoren tätig sein.

Lost Squadron Recovery

Während des traditionellen „Mieter-Frühstücks“

der Flugplatz-Gesellschaft Schön-

Grönland und Island nach England erfolgen

die „Operation Bolero“ ein. Der Flug soll über

hagen zu Beginn des neuen Jahres erhielten

Dieter Hermann und Tim Hasler die aus London.

Die USA erfüllen damit eine verzweifelte Bitte

Möglichkeit, über das Projekt Lost Squadron

Recoevry zu informieren.

Die Wetterbedingungen sind schwierig und

zwingen die acht Maschinen zwischen Grönland

und Island zur Umkehr in Richtung Grön-

Beide gehören als Initiator und Projektleiter

bzw. als Leiter des Flugbetriebes dem Leitungsteam

des weltweit agierenden „Verein zur einer ebenen Fläche auf dem Inlandeis Grönland.

Die Piloten machen Notlandungen auf

Suche, Auffindung und Bergung historischer lands.

Land-, Wasser- und Luftfahrzeuge e. V.“ an. Die Besatzungen werden nach einigen Tagen

von der US-Navy geborgen. Die Maschinen

Im konkreten Fall geht es um die Bergung von verbleiben bis auf eine P-38, die bereits 1992

fünf historischen Flugzeugen vom Typ Lockheed

P-38 Lightning aus dem ewigen Festland- schen unter einer mächtigen Schneedecke.

geborgen wurde jedoch am Landeort. Inzwi-

Eis an der Ostküste Grönlands.

Das internationale Interesse von Luftfahrtmuseen

und privaten Oldtimer-Sammlern ist

Die Vorgeschichte: Im Sommer des Jahres

1942- genauer am 7. Juli - starten sechs Lockheed

P-38 und zwei Bomber vom Typ B-17 Maschinen, deren Erstflug am 11. Februar 1939

sehr groß. Von den fast 10.000 produzierten

Flying Fortress in den USA und leiten damit erfolgte, existieren heute nur noch eine Handvoll.

In Vorbereitung dieses Abenteuers, bei dem

etwa 400 technisch versierte, körperlich robuste

und wetterfeste Männer und Frauen benötigt

werden, fanden in Schönhagen in den

letzten beiden Jahren mehrere Sichtungs-,

Trainings- und Einweisungslehrgänge statt.

An den letzten Wochenenden im Januar und

Februar konnte man Wintercamping mit Dutzenden

der Auserwählten auf dem Flugplatz

Schönhagen beobachten.

Es wird eine spannende Zeit werden. Drücken

wir den Bergungsteams die Daumen und hoffen

auf den Erfolg.

Dr. Dieter Strüber

De r Li l i e n t h a l e r 1/2009 5


Fachmethodische Lehrprobe

im Windtunnelcamp

Die ersten Sekunden auf dem Luftpolster,

unterstützt von 2 Trainern, Foto: Dr. Strüber

Trainer Henrik Lindner wertet mit seinen

Nachwuchssportlern das Tunneltraining aus

Foto: Dr. Strüber

2. Die Prüfungskommission (Dieter Strüber

links; Marcus Finck) notiert alle relevanten

Beobachtungen, Foto: Torsten Kunke

Henrik Lindner und Torsten Kunke, beide

haben das Fallschirmspringen im FSV Eilenburg

erlernt, stehen derzeit in den Abschlussprüfungen

Zielspringen und trainingsmethodischer Analysen

des Windtunneltrainings für das Formationsspringen

vor.

an der Trainerakademie

in Köln.

Nach mehr als einem Jahrzehnt Mitgliedschaft

in der Sportfachgruppe Fallschirmsport

im bayerischen Altenstadt können sie

auf zahlreiche nationale und internationale

Meistertitel und Rekorde verweisen.

Mit den Noten „sehr gut“ erreichten sie zugleich

die Zulassung zu den Abschlussprüfungen, die

im Januar begannen und Ende März abgeschlossen

werden.

Die sportartspezifischen fachmethodischen

Klausuren schlossen sie mit der gleichen Note

ab.

Nach den Europameisterschaften

2007 in

Osijek (Henrik Lindner)

bzw. nach den Weltmeisterschaften

2008 in

Lucenec (Torsten Kunke)

beendeten sie ihre

sportlichen Laufbahnen

und übernahmen hauptamtliche

Trainerplanstellen

in der Sportfördergruppe.

Parallel zur

leistungs-sportlichen

Aktivität haben sie sich

das wissenschaftliche

Rüstzeug für diese Arbeit

angeeignet. Das Vierer-Formationsteam der Sportfördergruppe absolvierte innerhalb

einer Stunde 15 Trainingsabschnitte von je 120 Sekunden

Seit dem Jahr 2001 haben

im Luftstrom bei 200 km/h, Foto: Dr. Strüber

sie schrittweise die

Trainerlizenzen C, B und A erworben und ein

Studium an der Trainerakademie absolviert.

Jetzt befinden sie sich praktisch auf der Zielgeraden

und wollen die langjährigen Bemühungen,

die durch Selbstdisziplin, Fleiß und

Ehrgeiz gekennzeichnet waren, zum Erfolg

Die praktische fachmethodische Prüfung absolvierten

sie mit ihren Trainingsgruppen der

Sportfördergruppe im Windtunnel Argentuill

im Nordwesten von Paris. Der eigentlich dafür

vorgesehene Windtunnel in Bottrop war leider

nicht einsatzbereit.

führen.

Beide Prüfungskandidaten demonstrierten mit

In ihren Studienarbeiten stellen sie die Ergebnisse

sporttechnischer Untersuchungen im

Nachwuchsathleten bzw. mit Auswahlkadern

Trainingseinheiten im Windkanal.

Die beiden Prüfer, Trainerakademie-Dozent

Marcus Finck und der DAeC- Koordinator Dieter

Strüber, waren von dem konzentrierten und

dem fachlich-methodischen Agieren der angehenden

„Staatlich geprüften Diplom-Trainer

des DOSB“ überzeugt. Die Bewertung erfolgte

mit der Bestnote.

Der Monat März ist den mündlichen Prüfungen

vorbehalten. Danach wird die Sportfördergruppe

Fallschirmsport der Bundeswehr erstmals

über wissenschaftlich ausgebildete Trainer

verfügen.

Fachmethodische Lehrprobe im Windtunnelcamp

Dr. Dieter Strüber

Ehrungen der Sportjugend Berlin zur

Ehrungsveranstaltung am 05.11.2009

Die Förderung des ehrenamtlichen Engagements

im Kinder- und Jugendsport ist ein

wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Aus

diesem Grund führt die Sportjugend Berlin

seit 2004 Ehrungen für junge Ehrenamtliche

aus dem Bereich des Kinder- und Jugendsports

unserer Mitgliedsorganisationen und

auch der Sportjugend Berlin durch.

Donnerstag, der 05. November 2009, Beginn

19.00 Uhr (Coubertin-Saal), im Haus

des Sports bei der Sportjugend Berlin, Jesse-

Owens-Allee 2, in 14053 Berlin.

6

De r Li l i e n t h a l e r 1/2009


Volleyballturnier der Luftsportjugend

Wieder ein Erfolg

Das Abendessen ließen sich alle gut schmecken

und nutzten die Zeit nach dem Turnier

um sich für die Party in Schale zu schmeißen

oder einfach um sich zu erholen. Die

Siegerehrung fand im Gegensatz zu den

letzten Jahren noch am Samstagabend statt.

Zu dieser war auch der Präsident des Landesverbandes

NRW, Stefan Klett angereist,

der ein paar Grußworte sprach und Freigetränke

vom Landesverband spendierte.

Aus Berliner Sicht war man zufrieden mit der

spielerischen Leistung, konnte sich aber nur

auf den Plätzen 6 und 12 behaupten.

Am Sonntag genoss man dann das Frühstück

in der Mensa und machte sich gegen 11 Uhr

wieder auf die 600 km zurück. Alles in Allem

ein ereignisreiches, spaßiges Wochenende,

das im nächsten Jahr eine Fortsetzung finden

wird. Dann vielleicht an der Nordseeküste bei

den Gewinnern...

Die Berliner Teilnehmer. Ganz oben: Laura, Stehend: Marlo, Tom, Martin, Steffen, Levi,

Hockend: Dennis, Stefan, Eva, Markus, vorne liegend: Antje, Foto: Antje Behlendorf

In diesem Jahr wurde das Volleyballturnier re zuvor in Berlin) in einer Schule übernachtete.

Es gab hier eine Mensa in der genug Platz

vom Vize-Champion des Vorjahres ausgerichtet.

Die Jugendgruppen des Flugplatzes für alle war und wo auch eine komplette Küche

Bergneustadt auf dem Dümpel hatten zum mit Personal immer für genug Futternachschub

jährlichen Kampf um den Volleyballpokal sorgte.

geladen.

Gesättigt ging es dann in die Sporthalle, wo

man die in sich aufgenommenen Kalorien

Und auch in diesem Jahr ließen es sich 11 Teilnehmer/Innen

aus dem Landesverband Berlin de „Jeder-gegen-Jeden“. Wie man daraufhin

gleich wieder abbauen konnte. Gespielte wur-

nicht nehmen sich an diesem Kampf zu beteiligen:

Eva, Antje, Laura, Markus, Steffen, Levi, jede Mannschaft 12 Spiele; es waren zwar 14

dem Spielplan entnehmen konnte waren es für

Marlo, Dennis, Martin, Tom und Stefan bewiesen,

dass ihnen kein Weg zu weit ist um den allerdings nicht antrat. Kurz vor dem zweiten

Mannschaften angekündigt, von denen eine

Berliner Landesverband zu vertreten. Aufgeteilt

in zwei Mannschaften wollten sie den Po-

und Antje zerrte sich den Rücken, so dass

Spiel zog sich Stefan einen Wadenkrampf zu

kal erneut nach Berlin holen. Nach den ca. 600 vorerst nur mit „angezogener Handbremse“

km Anreise am Abend (gegen 23 Uhr) wurde gespielt wurde. Bis zur Mittagspause hatten

mit den „Gegnern“ des nächsten Tages noch beide Mannschaften ein durchwachsenes Ergebnis

erzielt. Die Mittagspause wurde zur

das eine oder andere Bier getrunken bevor es

dann ins Bett ging. Schon an dieser Stelle ein Regeneration genutzt; Stefan und Antje waren

danach wieder (fast) voll einsatzbereit.

großes Dankeschön an den Organisator Marco

Cronrath (stellvertretend für alle Helfer vor Ort), Der zweite Teil des Turniers war mit spannenden

Spielen (mit ein bzw. zwei Punkten

der es geschafft hat, dass Laura (grade 6 Jahre

alt!!!) mit Antje und Marlo in einem eigenen zu wenig) der Anstrengendere. Am Ende war

Raum übernachten konnte und noch nicht mal dann zwischenzeitlich das Zittern groß, ob es

was bezahlen musste! Ein riesiger Service, der denn für die Entscheidungsspiele um die ersten

4 Plätze gereicht hat. Diese fanden dann

es Antje als Mutter sicher einfacher gemacht

hat mitzufahren.

allerdings ohne Berliner Beteiligung statt.

Das kleine Finale entschied das Team aus

Am Samstag gab es dann ab halb 9 Frühstück Boberg für sich, das „richtige“ Finale gewann

um sich für den Tag zu stärken. Hier machte es das Team Flying Dutchman. Herzlichen Glückwunsch.

sich bezahlt, dass man (wie auch die zwei Jah-

Zum Abschluss sei den Organisatoren noch

einmal gedankt. Allen voran Marco Cronrath,

der mit wenig Schlaf aber dafür umso größerem

Einsatz versuchte es allen recht zu machen.

Auch uns ist er sehr entgegengekommen

mit dem Extrazimmer und dem Erlassen der

Gebühren für die Jüngste. Als Krönung bekam

Laura eine Urkunde als Jüngster Fan auf Platz 1!

Bedanken wollen wir uns auch bei Antje, die

wieder einmal die T-Shirts besorgte!

Wenn wir im nächsten Jahr wieder mitmischen,

dann hoffentlich mit mindestens 12 Spielerinnen

und Spielern, damit die Mannschaften

wenigstens komplett sind.

Stefan Adamczyk

Jugendleitung im Amt bestätigt

Stefan Adamczyk und Tom Müller sind für weitere

2 Jahre für die Geschicke der Luftsportjugend

Berlin verantwortlich.

Auf der Sitzung der Jugendwarte des Landeverbandes

Berlin am 22.1.wurden beide im

Amt bestätigt. Gemeinsam wollen sie auch in

den nächsten Jahren dafür sorgen, dass die

Jugendarbeit im Landesverband weiter verbessert

wird. So wollen beide versuchen die

Kommunikation zu und unter den Jugendlichen

zu verbessern und Sponsoren für Geld- und

Sachpreise zu finden. Des Weiteren hoffen

beide auf noch mehr Unterstützung aus den

Vereinen. Für Fragen, Anregungen und Kritik

jeder Art stehen beide immer zur Verfügung:

stefan.adamczyk@lsj- berlin.de Tom.Mueller@

lsj-berlin.de

De r Li l i e n t h a l e r 1/2009 7


Fast 200 Dreiecks-Kilometer im Flachland

Foto:Christian Barüske

Drachen über Altes Lager

Seit Tagen verspricht der Wetterbericht für

den 17. Juni gute bis sehr gute Thermik,

dazu wenig Wind und eine Wolkenbasis um

2000 Meter Dreiecksbedingungen, wie

man sie nicht allzu oft im norddeutschen

Flachland antrifft. Ich habe frei und fiebere

einem besonderen Flugtag entgegen: Werde

ich meinen persönlichen Rekord von

2003 überbieten? Damals schaffte ich 189

Dreiecks-Kilometer, und nur wegen eines

taktischen Fehlers wurden es zum Schluss

keine 200 vielleicht diesmal?

Die Vorbereitungen

Am Vorabend stürzt mich ein Telefonanruf in

herbe Verzweiflung: Peter kann wegen eines

dienstlichen Termins nicht schleppen. Stunden

später kommt zum Glück die Entwarnung: Er

steht mit seinem Trike immerhin bis mittags zur

Verfügung. Das muss reichen, denn schließlich

wollen nur Neithard und ich mit dem Drachen

auf Strecke gehen. Erwartungsvoll hebe ich

gegen 11 Uhr 45 im „Exxtacy“ von der kilometerlangen

Betonpiste in Altes Lager ab. Wenige

Minuten später folgt Neithard mit dem „Atos“.

Kleine Haufenwölkchen füllen überall den Himmel,

deren Basis noch bei 1500 Höhenmetern

liegt. Das sieht wunderschön und viel versprechend

aus. Auch die „Gleitis“ haben tatendurstig

ihre Winde aufgebaut, aber bei dem lauen

Lüftchen und der begrenzten Ausklinkhöhe

schaffen sie den Thermikeinstieg erst viel später.

Da ist unsere UL-Schlepp-Fraktion deutlich

im Vorteil.

Mental und navigationsmäßig bin ich gut vorbereitet.

Diesmal soll es keine nutzlosen Umwege

geben wie auf meinem Dreieckkurs vor

fünf Wochen, die Flugbeschränkungsgebiete

liegen außerhalb der gewählten Route, und die

Saufregionen, die ich aus

der Thermikkarte kenne

oder schon erlebt habe,

will ich geschickt umfliegen.

Während mein

Drachen aus 400 Metern

Schlepphöhe unglaublich

schnell in den Himmel

steigt, bietet sich mir ein

großartiges Panorama.

Die Sicht beträgt heute

mindestens 50 Kilometer,

denn in der Ferne glänzt

die „Tropical-Islands“-Halle,

und die ist noch ein paar

Kilometer weiter entfernt.

Oh Mann, was für ein Tag!

Anfängliche Hindernisse

Vorsichtig gleite ich mit dem Westwind an den

Waldrändern des Fläming entlang, immer möglichst

hoch unter den Wolken, denn die niedrige

Basis erlaubt keine thermischen Experimente.

Im Nu ist der dicke Sendeturm von Petkus erreicht,

und die Eisenbahnlinie Berlin-Dresden

rückt heran. Hier irgendwo lauert die erste

Absauffalle. Und tatsächlich, die Felder sehen

verdächtig grün aus und sind von kleinen Rinnsalen

durchzogen. Schon nervt das Vario mit

endlos tiefen Tönen, sodass ich gar nicht auf

den Höhenmesser schauen mag. Auch Neithard

kommt in dieser Gegend in Bedrängnis

und muss beinahe landen. Erst ein paar Kilometer

weiter im Süden finde ich wieder Aufwind

große Entspannung. Offenbar habe ich

eine Thermikreihung angeschnitten, denn jetzt

geht es zügig an Luckau und dem stillgelegten

Flugplatz von Alteno vorbei bis zur Dresdener

Autobahn welch ein Unterschied. An der B 87

Luckau, Foto: Claus Gerhard

fallen mir die ziegelroten Innenhöfe der neuen

Haftanstalt von Duben ins Auge, gegen deren

Bau die Einwohner vergeblich protestierten.

Quasi als Ausgleich besitzen sie eine Autobahnkirche.

Laut Karte beträgt mein Flugweg bisher 65 Kilometer,

genug für den ersten Dreieckschenkel,

denn voraus beginnt der Spreewald, touristisch

zwar interessant, aber thermisch mangelhaft.

Ich werfe einen Blick auf die Stadt Lübben, die

jüngst den 400. Geburtstag meines musikalisch-theologischen

Namensvetters (Paul Gerhardt)

feierte, dann geht es trotz Gegenwind

wunderbar leicht zurück nach Luckau. Hier

haben heute Schüler angedroht, ihre Schule in

die Luft zu sprengen. Hoffentlich nimmt das ein

gutes Ende! Das blaue Loch, das sich links am

Himmel auftut, will nun mit Fingerspitzengefühl

bewältigt werden. Also aufdrehen bis zum

Wolkenrand und mit der Geschwindigkeit des

besten Gleitens nach Südwesten steuern! Gespanntes

Warten in völlig ruhiger Luft. Gelingt

der Thermikanschluss voraus an den Wachtelbergen?

Irgendwann werde ich erlöst. Beim

entspannten Kurbeln über dem Wald kann ich

die Reste einer Luftwaffen-Munitions-Anstalt

mit Gleisanschluss betrachten, die die Sowjets

nach dem Krieg als Tanklager nutzten. Wegen

der Nähe zu den umliegenden Dörfern eine beklemmende

Vorstellung!

Fast abgesoffen

Unterwegs über der Rochauer Heide, wo

neuerdings Wölfe leben, beobachte ich die

Fluginstrumente genau. Der Gegenwind ist

mit 5 bis 10 km/h angenehm schwach, dementsprechend

gut geht es voran. Ich bin kaum

3 Stunden unterwegs, und schon liegen 100

Kilometer hinter mir. Das fühlt sich prächtig an

bis über Bärfang,

einem winzigen Nest

mitten in einer Waldschneise,

der erwartete

Aufwind einfach

ausbleibt. Während

ich krampfhaft überlege,

wo die Thermik

zu den tollen Wolken

über mir abreißen

könnte, ist der

Drachen bereits auf

500 Meter gesunken.

Wenn jetzt kein

Wunder geschieht,

geht meine Reise zu

Ende, aber das darf

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De r Li l i e n t h a l e r 1/2009


stehen im Wald um Dietersdorf nur hohe Kornfelder

zur Wahl, da fällt die Entscheidung nach

6 Flugstunden leicht: Ich lasse mich auf der

Wiese nieder.

Wolkenstraße, Foto: Claus Gerhard

Die Dorfbewohner haben den Drachen beim

tiefen Kreisen beobachtet und kommen neugierig

heran. Wie immer gibt es ein ungläubiges

Staunen über solche Flugleistungen, die

allein mit einem Deltaflügel in der Thermik entstehen,

während man heutzutage doch mindestens

mit einem Motor, wenn nicht gar mit

Triebwerken fliegt. Auf einem Kleintransporter

werde ich samt Drachen schließlich zurück

nach Altes Lager chauffiert, wo Neithard den

„Atos“ bereits verstaut hat. Trotz seines frühen

Fast-Absaufers schaffte er die Rückkehr nach

140 FAI-Dreieckskilometern. Mein Track zeigt

abends am Computer unglaubliche 197 Kilometer.

Gut, dass ich das Ergebnis nicht schon

vorher kannte. Vielleicht wäre ich sonst in

übertriebenem Ehrgeiz um die 200km-Marke

in Dietersdorf eingeschlagen.

Claus Gerhard

einfach nicht sein! Auf einmal rieche ich den

rettenden Bart, danach spüre ich ihn auch. Es

ist Kuhmist-Gestank, der mich einnebelt und

zügig nach oben trägt. Nase zu und durch,

denke ich, Hauptsache es bleibt ein ordentlicher

Aufwind! Unter der Wolke atme ich auf

und danke dem Milchvieh, das mir das Tor zum

Himmel öffnete.

Auf der Wolkenautobahn

In der glasklaren Höhenluft wirkt der letzte

Dreieckschenkel nun zum Greifen nahe:

Rechts voraus der Holzdorfer Bundeswehrflugplatz,

dessen Kontrollzone heute aktiv ist

und daher gemieden sein will, geradezu der

dunkel-grüne Kiefernforst der Annaburger Heide,

und links dahinter schlängelt sich im Gegenlicht

die silbrig glänzende Elbe. Dort vor

Belgern, der sächsischen Roland-Stadt, liegt

mein zweiter Wendepunkt. Zuerst muss ich

aber noch die schwarze Elster überfliegen, deren

schlankes Flussbett wie mit dem Lineal gezogen

die Landschaft unter mir zerschneidet.

Erstaunlicherweise gelingt der Sprung ganz

leicht, obwohl laut Thermikkarte Vorsicht geboten

ist. Während ich über Falkenberg wieder

genüsslich Höhe tanke, kommt das imposante

Eisenbahnkreuz mit seinen weitschweifigen

Verbindungs- und Kehrgleisen unübersehbar

ins Bild. Früher, bevor der Krieg alles verwüstete,

konnte man von hier aus in sieben verschiedene

Himmelsrichtungen verreisen. Über

dem ehemaligen Fliegerhorst von Lönnewitz,

dessen drei Kilometer lange Betonpiste gerade

teilweise zerschreddert wird, gleite ich weiter

südwestwärts auf die Elbe zu, wo mein Drachen

bereits Anschluss an die Spitzenthermik

der Annaburger Heide findet. Großer Jubel:

jetzt kann eigentlich nichts mehr schief gehen!

Über dem Fluss ist der Himmel blau, deshalb

wende ich rechtzeitig vorher in den Elbewiesen,

um nur ja den Kontakt zur Wolkenstraße

nicht zu verlieren, die mich nun zügig in 2000

Metern Höhe nach Norden führt. Diese Thermik

ist traumhaft: Manchmal steigt der „Exxtacy“ im

Geradeausflug kilometerweit, selten sind ein

paar Kreise nötig, dazu habe ich noch leichten

Rückenwind einfach herrlich! So kommt es

an diesem Hammertag, dass die letzten 55 Kilometer

buchstäblich wie im Flug vergehen und

ich mit Hilfe der verlässlichen Aufwindquellen

von Jessen und Oehna schon nach 70 Minuten

Altes Lager wieder erreiche.

Die Außenlandung

Es ist 17 Uhr 10, ich schwebe innerlich und äußerlich

in himmlischen Gefilden, während der

Fläming noch immer verlockend schöne Wolken

präsentiert. Freudetrunken steuere ich den

dritten Wendepunkt an, der mindestens bei

Treuenbrietzen, wo derzeit das Sabinchenfest

stattfindet, vielleicht sogar beim Segelflugplatz

Lüsse liegen könnte. Nachdem es über den

Kiefernwäldern problemlos vorangeht, lässt

die Thermik in den anschließenden Wiesen

schneller nach als vermutet. Nun rächt sich

meine Unbedachtheit. Ehe ich realisiere, dass

die Wolken kaum noch ziehen, ist es zu spät

für die Rückkehr über den endlosen Wald wie

schade. Ein letzter Versuch in 500 Metern an

einer kleinen Lichtung bringt zwar zerrissene

Heber, sie sind aber nicht mehr zentrierbar.

Also ist landen angesagt nur wo? Unter mir

bei Rietz lockt eine gemähte Wiese, hingegen

DAeC-Musterklagen

Der DAeC führt ein neues Musterverfahren

gegen TKG und EMVG-Bescheide aus den

Jahren 2003 und 2004.

Am 28. Januar 2009 hat die Bundesnetzagentur

einen Widerspruchsbescheid in dem

Verfahren an die Kanzlei, die den DAeC

vertritt, verschickt. Gegen diesen Bescheid

hat der DAeC am 9. Februar 2009 Klage

eingelegt. In der Vergangenheit hatte der

DAeC bereits die Bescheide aus den beiden

Jahren vor Gericht zu Fall gebracht.

Daraufhin hatte die Bundesnetzagentur

Ende 2007 neue Bescheide an die Vereine

gesendet, die auf einer neuen Rechtsgrundlage

basieren.

Der DAeC hatte seinen Mitgliedern

empfohlen, gegen diese Bescheide Widerspruch

einzulegen. Wie üblich hatte der

Widerspruchkeine aufschiebende Wirkung.

Die Beiträge mussten also zunächst entrichtet

werden. Sollte ein durch den DAeC

angestrebtes Musterverfahren erfolglos

bleiben, kann der vorsorglich eingelegte

Widerspruch kostenfrei zurückgenommen

werden.

Informationen über die Musterklagen unter:

www.daec.de/recht/frequenz.php

DAeC

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Endlich Start frei für

Lilienthal-Zentrum in Stölln am ältesten Flugplatz der Welt

Fotos: Jonny Dorf

Am 29. Januar 2009 überreichte Brandenburgs

Agrar- und Umweltstaatssekretär

Dietmar Schulze dem Otto-Lilienthal-Verein

Stölln e. V einen Fördermittelbescheid

in Höhe von 1,36 Mio Euro zum Umbau der

„Alten Brennerei“ in Stölln zum Lilienthal-

Zentrum. Nur die, die dabei gewesen sind,

wissen wirklich zu schätzen, was sich hinter

dieser sachlichen Mitteilung verbirgt.

Ganz am Anfang stehen die Stöllner selbst,

die sich eigentlich schon seit langem darüber

einig sind, von welch großer historischer Bedeutung

Lilienthals erste erfolgreiche Gleitflüge

mit selbst gebauten Flugzeugen auf dem

Gollenberg bei Stölln für die Menschheit sind.

Das Lilienthalfest um den 9. August (Tag des

tödlichen Absturzes von Otto Lilienthal) wurde

hier schon gefeiert, als in Deutschland noch

wenigen bewusst war, dass hier die Wiege der

Luftfahrt steht. Mit der Entwicklung des Luftsports

auf dem ältesten Flugplatz der Welt,

der Landung der IL 62 in Stölln, die als Flugzeugmuseum

und Standesamt mit dem Namen

„Lady Agnes“ (Agnes hieß die Frau von Otto

Lilienthal) jährlich Tausende Besucher anzieht

und der Anlage und Pflege von Gedenkstätten

am Gollenberg hat sich die kleine Gemeinde

den Namen „Otto Lilienthal“ redlich verdient.

Richtige Unterstützung „von außen“ kam 1990

mit der Gründung des Otto-Lilienthal-Vereins

e.V. In diesem Verein bemühen sich neben Historikern

und Wissenschaftlern Kommunalpolitiker

vom Havelland, die Bürgermeisterin von

Stölln und nicht zuletzt erfahrene Flieger des

FSV „Otto Lilienthal“ Stölln/Rhinow e.V. sowie

Vertreter des Luftsportlandesverbandes Brandenburg

e. V. darum, dass endlich Lilienthals

Erbe und Vermächtnis so beachtet und anerkannt

wird, wie es ihm gebührt. Prof. Dr. Wolfgang

Nitsche vom Institut für Aerodynamik der

TU Berlin ahnte bei seinem Umzug nach Stölln

noch nicht, wo er da gelandet war und ist heute

mit 8 Jahren Zugehörigkeit eines der langjährigsten

und sicher auch, was die Kenntnis der

Luftfahrt betrifft, erfahrensten Mitglieder des

Vereins. Aber inzwischen haben sich alle Vereinsmitglieder,

egal aus welchem beruflichen

Umfeld, zu Lilienthalspezialisten entwickelt.

Der Vereinsvorsitzende Horst Schwenzer, der

über die Kommunalpolitik zum Verein kam, lebt

förmlich für den Verein und dessen Anliegen.

Es ist vor allem dem außerordentlichen Engagement

und der großen Hartnäckigkeit dieser

Leute zu verdanken, dass es endlich gelungen

ist, auch die Landesregierung davon zu überzeugen,

dass Brandenburg als Wiege der Luftfahrt

seine besondere Verantwortung für Stölln

wahrnehmen muss.

Die Gaststätte „Zum 1. Flieger“, in der schon

Otto Lilienthal Quartier nahm, war schon immer

ein guter Treffpunkt traditionsbewusster

Besucher gewesen. Und deshalb war dieses

Restaurant in Stölln auch eine würdige Stätte

zur Übergabe des Fördermittel-Bescheids.

Heinz Schulz

Im Rahmen der Veranstaltung kam es zu regen

Gesprächen mit Piloten, deren fliegerische

Laufbahn aufs engste mit Stölln verbunden ist,

darunter Heinz Schulz, der 50 Jahre lang Segelflieger

ausbildete, seit 1952 auf dem Flugplatz

in Stölln aktiv war und ihn von 1956 bis

1982 leitete, und Klaus Reinhardt, ebenfalls

lange Fluglehrer und Funktionär im Verein in

Stölln. Dazu kam Rudolf Tkotz, der in Stölln

lebt und sich wie die beiden Piloten an vieles

gut erinnert, was die Stöllner schon für ihren

Otto Lilienthal auf die Beine gebracht haben,

wie sie z. B. den 1. Mai lieber zum Ausbau der

Gaststätte „Zum 1. Flieger“ nutzten, als dem

Aufruf zur Demonstration zu folgen. Jeder

von ihnen hat inzwischen selbst ein Stück Geschichte

mitgeschrieben, aber auch eine Fülle

von interessanten Dokumenten aus dieser Zeit

gesammelt und hier und da noch etwas dazu

besorgt, was älter als sie selbst ist. Wo sind die

Historiker, die sich dafür interessieren, es für

die Nachwelt aufzubereiten?

Heinz Schulz sagte treffend: „Die eigentlichen

Erben von Lilienthal sind wir Flieger. Die anderen

können das Erbe nur pflegen.“ Sollen die

anderen die Denkmäler setzen bei uns geht

es ums Fliegen, für das Otto Lilienthal sein

Herz, seinen Verstand, viel Mut und sein Leben

hergab. Manchmal wird das leider zu sehr

vergessen. Daraus, so war man sich in dieser

Runde einig, erwächst unsere besondere Verantwortung,

uns mit dem Leben, dem Gedankengut

und den Idealen Lilienthals vertraut zu

machen und es an unsere Kinder und Enkel

zu vermitteln. Und daraus ergibt sich auch die

Notwendigkeit, die einzubeziehen, die heute

auf dem ältesten Flugplatz der Welt das Fliegen

lehren.

Alte Brennerei

Das Lilienthalzentrum soll das Gedankengut

der Brüder Otto und Gustav Lilienthal auch für

die nachfolgenden Generationen bewahren

und anschaulich machen. Geschichte zum Anfassen,

aber auch erlebte Wissenschaft vom

Fliegen sollen hier geboten werden. Die Besucher

werden angeregt, durch Experimente und

Bastelarbeiten zu verstehen, worin die Kunst

des Fliegens besteht und welche Voraussetzungen

dazu notwendig sind. Damit wird der

museale Charakter des Zentrums ganz im

Sinne der Gebrüder Lilienthal ergänzt, die nicht

nur beeindruckende Vorträge, Schriften und

Zeichnungen zum Thema Menschenflug verfassten,

sondern auch pädagogisches Spielzeug,

unter anderem einen Steinbaukasten,

der heute noch im Angebot ist, herstellten,

weil sie erkannten, wie nachhaltig eigene praktische

Erfahrungen für die Aneignung und Anwendung

von Wissen sind.

Ingrid Fritz und

Jonny Dorf

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150 Jahre Hugo Junkers (1859-1935)

Ein Leben für die Technik

Foto: Junkers

Hugo Junkers gehört zu den größten Pionieren

der Luftfahrt, die er mit seinem Lebenswerk

maßgeblich beeinflusst hat. Er

wurde am 3. Februar 1859 in Rheydt geboren

und studierte ab 1878 in Berlin an der

Königlichen Gewerbeschule, der späteren

Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg.

Sein Examen als „Regierungs-

Maschinenbauführer“ legte er 1883 an der

THAachen ab.

Nach weiteren Studien- und Berufsjahren

gründete er 1892 in Dessau sein erstes Unternehmen.

„Hugo Junkers Civil-Ingenieur“, 1895

wurde daraus die „Junkers & Co.“ In diesem

Betrieb verwertete er sein bahnbrechendes

Patent des Kalorimeters, für das er viele internationale

Auszeichnungen erhielt. Auf Grundlage

dieser Technologie wurden Gasbadeöfen

produziert, die sehr schnell zu wirtschaftlichen

Erfolgen führten und als „Junkers-Thermen“

noch heute im Bosch-Konzern gebaut werden.

1897 wurde er Professor für Thermodynamik

an der TH Aachen und gründete dort die „Versuchsanstalt

Professor Junkers“. Diese finanzierte

er aus den Erträgen seiner Firma, um

neben seiner Hochschultätigkeit die Forschung

voranzutreiben.

Ab 1905 befasste sich Hugo Junkers mit der

Entwicklung neuartiger Dieselmotoren nach

dem Gegenkolbenprinzip, die stationär, aber

auch in Schiffen und LKWs eingesetzt wurden.

In seinem berühmten Patent von 1910 schlug

er ein futuristisches Flugzeug vor, das nur aus

einem dicken Hohlflügel bestand, in dem nicht

nur die Motoren und die Kraftstofftanks, sondern

auch die Passagiere Platz finden sollten.

1910 baute er in Aachen auch einen Windkanal

für systematische, aerodynamische Versuche.

Den ersten großen Meilenstein in der

Geschichte der Luftfahrt setzte Hugo Junkers

1915 mit dem Bau der J 1, des ersten Ganzmetallflugzeugs

der Welt. Aufgrund der dabei

gewonnenen Erfahrungen folgte 1919 die F 13,

das erste Verkehrsflugzeug der Welt, das ausschließlich

in Leichtmetall gebaut war. Daraus

entstand in den zwanziger Jahren eine ganze

Familie von erfolgreichen Flugzeugen, von der

W 33 über die G 24, G 31 und G 38 bis hin zur

legendären Ju 52.

Parallel dazu entwickelte Hugo Junkers auch

Flugmotoren, die nicht nur in seinen eigenen

Flugzeugen, sondern auch bei anderen Flugzeugfirmen

eingesetzt wurden. Besonderes

Ansehen erlangte Junkers mit der Entwicklung

der ersten erfolgreichen, sparsamen Flugdieselmotoren.

Vor allem Langstreckenflugzeuge

erzielten damit ihre großen Reichweiten.

Neben seinen Erfolgen im Flugzeug- und Motorenbau

spielte Hugo Junkers aber auch eine

Pionierrolle beim Aufbau des Luftverkehrs.

Seine „Junkers Luftverkehrs AG“ wurde zum

Grundstein der 1926 gegründeten Lufthansa.

Nach der Machtergreifung 1933 stand Hugo

Junkers den Aufrüstungsplänen der Nationalsozialisten

im Wege. Er wurde in einem

Geheimverfahren vorübergehend unter Hausarrest

gestellt und unter Androhung eines

Landesverratsprozesses zur Übereignung seiner

Flugzeug- und Flugmotorenwerke an das

Reich gezwungen. Er durfte die Stadt Dessau

und seine Firmen nicht mehr betreten und starb

am 3. Februar 1935, seinem 76. Geburtstag in

Gauting bei München.

Hugo Junkers hatte sich bewusst für die friedliche

und völkerverbindende Rolle des Luftverkehrs

eingesetzt. Er musste es nicht mehr erleben,

dass nur wenige Jahre später Flugzeuge

aus seinen Werken und unter dem Namen

JUNKERS als Kriegswaffe missbraucht, zu tragischer

Berühmtheit gelangen sollten.Weitere

Informationen unter www.junkers.de

Texte/Redaktion: Aviatic Verlag Junkers

Peter Pletschacher (Verlagsleitung)

Bernd Junkers

Deutschlandflug 2009

Für die Ausrichtung des Deutschlandflugs

2009 haben sich zwei Vereine/

Flugplätze beworben, die im kommenden

Jahr ihr 100jähriges Bestehen feiern: Bremen

und Bonn-Hangelar.

Am 10. Juni, Mittwochabend, wird der Wettbewerb

in Paderborn eröffnet. Die Wettbewerbsgruppe

wird Haxterberg anfliegen,

die Touringgruppe Lippstadt. Es wird noch

geprüft, ob für beide Gruppen beim Anflug

eine Sonder-Landewertung in Haxterberg

durchgeführt werden kann. Allen Piloten soll

die Teilnahme daran ermöglicht werden, um

am Abend einen Anflug-Landemeister zu

küren.

Die Wettbewerbsgruppe wird am Donnerstag

über Breitscheid-Haiger nach Aschaffenburg

fliegen, am Freitag nach Bad

Gandersheim. Ob am Samstag noch eine

Zwischenlandung vor dem Ziel Bremen erfolgt,

wird die Routenplanung ergeben.

Die Touringgruppe macht sich von Paderborn-Lippstadt

auf den direkten Weg nach

Idar-Oberstein. Hier ist touristisches Programm

geplant. Am Freitag wird über Gelnhausen

nach Bonn-Hangelar geflogen, am

Samstag Bremen ohne Umweg angesteuert.

Sowohl auf dem Startplatz Paderborn als

auch im Ziel Bremen erfahren wir umfassende

Hilfe sowohl durch die ansässigen

Vereine als auch von den Angestellten

der Flugplätze. Die ersten Besprechungen

weisen auf eine erfreuliche und ergiebige

Zusammenarbeit hin. Der Flugplatz Paderborn

unterstützt uns bei der Planung der Eröffnungsfeier

im Schützenhof. Die Bremer

Flugplatz GmbH empfängt uns bei der Ankunft

in der „Bremenhalle“, die Abschlussveranstaltung

soll im historischen Ratskeller

stattfinden.

Anflug- und Abstellgebühren werden in Bremen

nicht anfallen, für die Begleichung der

Abflugkosten der DFS wird noch eine Lösung

gefunden werden.

Die Ausschreibung ist als Download erhältlich.

www.deutschlandflug.daec.de

Wir laden Sie herzlich ein, mit Motorflugzeugen,

Motorseglern und Ultraleichtflugzeugen

den Deutschlandflug 2009 mitzufliegen.

Wir freuen uns über viele Teilnehmer!

Ihr Deutschlandflug-Team

De r Li l i e n t h a l e r 1/2009 11


Jahr 2009

Was haben die Präzi´s im Plan

Am Platz sind Übernachtungsmöglichkeiten

vorhanden, jedoch ist eine rechtzeitige Anmeldung

erforderlich. Die Organisationsgebühr

wird 75 Euro pro Flugzeug mit 2 Besatzungsmitgliedern

betragen, Gäste zahlen 20 Euro.

Vorgesehen ist das Abfliegen einer Fotosuch-

Strecke (Es wird für die WM-Starter auch Bodenzeichen

geben) mit vielen Suchbildern. Ein

Logger ist erforderlich, er kann auf Anforderung

(3 Wochen vorher) gegen eine Gebühr

von 15 Euro ausgeliehen werden.

Außerdem sind Landungen nach dem Präzisionsregelwerk

geplant. Die Reihenfolge dieser

beiden Tests richtet sich nach den Wetterbedingungen

vor Ort.

Noch herrscht „Winterruhe“ bei uns, aber

der Veranstaltungsplan ist natürlich schon

lange raus. Für alle, die es interessiert

mal reinschauen auf unsere Webseite www.

praeziflug.de.

Der Deutsche Präzisionsflug-Verein e.V. ist

der einzige deutsche Verein, der sich mit der

Motorflug-Disziplin „Präzisionsflug“ befasst. Er

ist nicht regional begrenzt und das bedeutet,

dass die (gegenwärtig 40) Mitglieder aus der

gesamten Bundesrepublik kommen können.

Dementsprechend sind auch die Aktivitäten

des Vereins nicht an einen bestimmten Ort

oder Flugplatz gebunden. Wie in der Satzung

des Vereins festgeschrieben, werden durch

die Vereinsmitglieder auch Veranstaltungen

und Wettkämpfe an anderen Flugplätzen unterstützt

und organisiert.

In diesem Jahr wird durch den Dt. Präzisionsflug-Verein

an dem Wochenende vom 11. und

12. Juli ein Trainingswettbewerb durchgeführt.

Er findet eine Woche vor der Eröffnung der

Weltmeisterschaften im Präzisionsflug in Torun

statt und wird am Flugplatz Rothenburg/Sa organisiert.

Das Training dient zwar in erster Linie

den deutschen WM-Startern zur Vorbereitung,

aber es sind auch alle interessierten Piloten

eingeladen, die ihre Fertigkeiten im Bildersuchen

testen und verbessern wollen. Auch die

elektronische Landeanlage ist vor Ort und es

sind Trainingslandungen vorgesehen.

Am Abend gibt es ein gemütliches Beisammensein

für die Teilnehmer und Gäste. Über

Tag besteht am FP Rothenburg die Möglichkeit

sich gastronomisch zu versorgen. Ein Imbiß für

die Crewmitglieder am Samstag ist in der Organisationsgebühr

enthalten.

Alle interessierten Piloten sind herzlich eingeladen,

sich an diesem Training zu beteiligen.

Ebenfalls möchte ich nochmals auf die diesjährige

Traditions-Rallye „Rund um Berlin“ hinweisen.

Auch hier hat unser Verein „die Hand im

Spiel“ sprich ist an der Organisation beteiligt.

Die Informationen darüber werden zu gegebener

Zeit wieder auf der entsprechenden

Webseite zu entnehmen sein.

Bis dann auf dem Flugplatz grüßt euch herzlich

Irene Gertel

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De r Li l i e n t h a l e r 1/2009


FLYTOP Training in Hamburg Boberg

Der Hamburger Aeroclub (HAC) Boberg e.V.

ist ein Segelflugverein inmitten Hamburgs.

Rund 300 Mitglieder fliegen dort nahezu an

sieben Tagen in der Woche. Zwar treffen

sich die Mitglieder einmal im Monat zur sogenannten

Monatsversammlung und werden

vom Vorstand stets über Neuerungen

informiert, doch bei einem solchen großen

Verein kommt das Miteinander oft zu kurz.

So wurde vor nahezu einem Jahr darüber

nachgedacht, ob ein FLYTOP-Training für

einen solchen Verein das richtige wäre.

Thorsten Frisch, Flugsicherheitsinspektor für

den Bereich Nord, hielt Anfang 2008 einen

Vortrag über Fehlermanagement und rührte

dabei schon ordentlich die Werbetrommel für

FLYTOP. Wesentliche Bedingung, die das

FLYTOP-Team an die trainingswilligen Vereine

stellt, ist eine Teilnahme von mindestens 80%

aller Vereinsmitglieder. Nach einer intensiven

Umfrage und Informationen an die Mitglieder

des HAC Boberg kamen immerhin ca. 90 Interessenten

zusammen. Eine Location zu finden,

in der sich 90 Leute für anderthalb Tage

unterbringen lassen, die sich selbst verpflegen

können, war nur eine der Herausforderungen.

Nachdem derartige organisatorische Dinge geklärt

waren, konnte der seit langem reservierte

Termin am 21./22. November 2008 endlich

bestätigt werden. Das FLYTOP-Team reiste

zu dritt an; hauptverantwortlich war Thorsten

Frisch. Ihn unterstützten Jens Eisenreich und

Ralf Keil. Pünktlich erschienen die 90 Teilnehmer

des Trainings. Nach der Vorstellung der

Referenten wurden wir gleich mit Wissensfragen

in Beschlag genommen. Jeder hatte einen

Fragebogen zu seinem Lieblingsflugzeug auszufüllen:

Höchstgeschwindigkeit, zulässiges

Gesamtgewicht, wo ist der Fahrwerkshebel,

Wasserballast u. ä. Schon da gab es die ersten

hochroten Köpfe zu beobachten. Nun forderte

Thorsten Frisch alle auf, einem außerplanmäßigem

Gesehen zu lauschen. Nach dem Ruf

„ACTION“ sollte jeder seine weiteren Handlungen

sofort aufschreiben. Ich für meinen Teil

muss gestehen, dass ich bei den Beispielen

sofort dachte: „Ohgott, lass mich nie tatsächlich

in diese Situation kommen!“. Nach bestem

Wissen und Gewissen wurde fleißig notiert,

was jeder für sich nun zu tun gedachte. Das

Erschrecken war allerdings groß! Kaum einer

hatte die Geschichte vorab so zu Ende gedacht

und sich mental vorbereitet, wie die Situation

tatsächlich zu retten gewesen wäre. Im Klartext

hieß das: Schlechte Karten und eine hohe gangen. Ohne die professionelle Moderation

Wahrscheinlichkeit, die Situation nicht heil und Anleitung des FLYTOP-Teams wäre das

überstanden zu haben, wäre der Fall wirklich sicherlich nicht möglich gewesen. Mit relativ

wenigen und einfachen Mitteln haben uns

plötzlich eingetreten.

Thorsten Frisch, Jens Eisenreich und Ralf Keil

Am Tag drauf betretene Mienen

wie deutlich würde man heute

noch aufgewiesen bekommen,

dass man trotz seines Eigengefühls,

sicher zu fliegen, immer

in eine Situation kommen kann,

die schon im Vorfeld hätte verhindert

werden können? Das

allerdings war ein Ziel des FLY-

TOP-Trainings, sich eben um die

Geschehen im Vorfeld gemeinsam

zu kümmern.

Der nächste Punkt war die Herausarbeitung

der Problemzonen

des Vereins. Hier wurde HAC Boberg.

Wer den Stab hält, darf reden: Kein Durcheinander mehr im

besonders auf eine vertrauliche

und nicht Einzelpersonen bezogene Sammlung ein Handbuch für ein besseres Vereinsleben,

von Themen, Wünschen und Zielen für den Fehlermanagement und Kommunikation an die

Verein geachtet. In langer Nachtarbeit hatte Hand gegeben. Fehleranalysen und Maßnahmen

sind dabei unseren eigenen Quellen ent-

das FLYTOP-Team diese Themen ausgewertet.

Wie eine große Kladde, für alle ersichtlich, sprungen. Das Feedback für das Training war

wurden die Problembereiche ausgehängt. Nun sehr gut. Schon am Abend danach standen

konnten die Teilnehmer diese nach Wichtigkeit die ersten Lobeshymnen auf unserer Vereinshomepage.

bewerten. Wie breit gefächert die einzelnen

Wünsche waren, hat mich an dieser Stelle sehr

verblüfft. Dann folgte ein praktisches Training Das erste Nachtreffen zum FLYTOP-Training

in richtiger vs. falscher Kommunikation in einer hat bereits statt gefunden. Diverse Arbeitsgruppen

haben schon Ergebnisse wie z. B.

Gruppe.

das Bilden einer Trainingsgruppe für Überlandflugneulinge

und ein Notausstiegstraining

Für die mit der höchsten Gewichtung versehenen

Themen wurden dann Arbeitsgruppen vortragen können. Das zweite Treffen liebevoll

FLYTOP-Revival genannt steht Ende

geschaffen. Diese werden sich auch nach dem

FLYTOP-Trainingstag weiter damit beschäftigen.

In Gruppen wurden Ziele und konkrete cherheitsbriefings an. Es soll dazu dienen, alle

Februar zusammen mit unseren jährlichen Si-

Projekte erarbeitet und schließlich für alle Mitglieder des HAC Boberg, die nicht an dem

schriftlich fixiert. Zeitpläne, Projektleiter und eigentlichen Training teilnehmen konnten, mit

eine Überwachung der Projekte wurden gemeinsam

beschlossen.

betreiben einen Teamsport und jeder sollte

ins Boot zu holen. Denn wir wissen nun: Wir

sich für den anderen mitverantwortlich zeigen,

Als Abschluss des Trainings gab es eine Zukunftswerkstatt.

Hier wurden alle motiviert, werden. So ausstaffiert können wir die Saison

seine Meinung sagen können und respektiert

dass es sich lohnt für einen sicheren und besseren

Verein in Zukunft einzutreten. Für mich angekündigten, spontanen Besuch des FLY-

2009 kaum erwarten und freuen uns auf den

war dies eines der Highlights dieser Veranstaltung:

Soviel Fantasie, gebündelt mit Hoff-

von unserer verbesserten Vereinsstruktur zu

TOP-Teams im Spätherbst, um dann weiter

nungen und Wünschen für die Zukunft, hätte schwärmen.

ich uns allen nicht zugetraut.

Inga Wiesner

Pressereferentin des

Fazit: nie zuvor sind so viele unserer Vereinsmitglieder

offen und ehrlich miteinander

Luftsportverbandes Hamburg e.V.

umge-

De r Li l i e n t h a l e r 1/2009 13


Sicherheitsstrategien für den Segelflug

Grundlagenstudie korrigiert Unfallprävention

gensky, dominiere nach wie vor die Gewohnheit,

nur den vollendeten Unfall zur Kenntnis zu

nehmen und frühestmöglich die breite Schublade

„Menschliches Versagen“ zu ziehen, um

offenkundigen Verbesserungsbedarf darin zu

begraben.

Segelflugpilotin Babette Demgensky, Flugschein seit 2001, Foto: Thomas Brückelt

Heiner S. ist als erfahrener Pilot mit dem te die Segelflugpilotin und Diplompsychologin

Windenstart vertraut. Nach längerer Pause Babette Demgensky eine wissenschaftliche

geht er mit einem Flieger aus alten Clubzeiten

an den Start. Nach dem Abheben hätte ihr detailliert insgesamt 212 ungemeldete kri-

Grundlagenarbeit. 40 Segelflieger „beichteten“

das Gerät rasch an Höhe gewinnen müssen. tische Ereignisse, die sie mit dem Instrumentarium

der Arbeitspsychologie analysierte. Die

Er reagiert zu spät. Auf 30 Metern bereits

kippt das Gerät über den linken Flügel ab Ergebnisse stellen eines der beliebtesten Klischees

der Unfall-Literatur, das „menschliche

und schlägt auf. Heiner S. überlebt schwer

verletzt.

Versagen“, endgültig ins Abseits:

Segelflug-Schüler Hans B. hat den Seitengleitflug

kurz vor der Landung oft geübt. unbewusste oder unbeabsichtigte Fehlhand-

Als häufigste potenzielle Unfallursache wurden

Beim ersten Alleinflug setzt er mit zu hoher

Geschwindigkeit an und überfliegt das zweiter Stelle stehen Fehler bei der Vor- oder

lungen während des Fluges identifiziert. An

Landezeichen. Erst knapp vor Pisten-Ende Nachbereitung des Fluges. Erst an dritter Stelle

folgt bei Fluglehrern, aber eben auch bei

hat er Bodenkontakt, kommt aber kurz vor

einem Waldrand noch zum Stehen.

Piloten und sogar Flugschülern das (risiko-)

bewusste Übergehen von Informationen und

Peter K. gehört zu den alten Hasen. Trotzdem

hat er beim Start das Heckrad über-

Regeln.

sehen, das für das Rangieren am Boden „Menschliches Versagen ist keine Unfallursache,

sondern eine Armutserklärung der Ursa-

angeflanscht wird. Erst in der Luft merkt

er, dass die Trimmung aus dem Lot ist. Mit chenuntersuchung!“ betont die junge Pilotin.

sportlicherer Figur wäre er unweigerlich „Unbewusste oder unbeabsichtigte Fehlhandlungen

kann man nicht als Versagen bezeich-

abgestürzt. Ihn rettet nur sein stattliches

Eigengewicht, mit dem er ausgleichen und nen. Sie werden von außen provoziert oder

eine Landung improvisieren kann.

ermöglicht. Der Pilot ahnt ja oft nicht einmal die

tatsächliche Gefahr. Hier ist der Lieferant des

Erfasst und untersucht werden beim Segelfliegen

nur Unfälle mit erheblichem Sach- und verlassen darf, dass ein Handgriff, der 99 mal

Fluggerätes gefordert, der sich nicht darauf

Personenschaden. 2007 waren das 92 von den gelungen ist, auch beim 100sten Mal wieder

insgesamt 254 Unfällen in der zivilen Luftfahrt. gelingt.“ Dabei verweist Demgensky auf die

Beinahe-Unfälle, die durchaus tödlich hätten Human Factors-Forschung, die in der Unfallanalyse

zunehmend an Bedeutung gewinnt.

enden können, bleiben im Erfahrungsschatz

der Clubs und Kameradschaften. Ihnen widme-

Lediglich im Feld der Flugunfälle, so Dem-

Nachdem die Psychologin die bisher unüberwindbar

erscheinende Methodenbarriere geknackt

hat, sollen die neuen Erkenntnisse nun

auf die Motor-Fliegerei bis hin zum Ultraleichtflugzeug

angewendet werden. Sie sieht sich

hier nicht in Konkurrenz zu den Unfallanalysten

des Bundesluftverkehrsamtes, die bisher

nur nach Sach- und Personenschäden aktiv

werden können. „Es gibt diese enorme Dunkelziffer

der Beinahe-Unfälle, die den Flugprofi

beunruhigt und deren Aufklärung der Industrie

handfeste Wettbewerbsvorteile bieten würde.“

Babette Demgensky

Literatur: Demgensky, Babette (2008). Human

Factors Ursachenanalyse zu Fehlhandlungen

beim Segelfliegen, unveröfftl. Manuskript auf

Anfrage.

Weitere Information:

Intelligenz System Transfer Potsdam GmbH,

Diplom-Psychologin Babette Demgensky,

Diplom-Psychologin Dr. Sibylle Birth, Menzelstraße

03, 14467 Potsdam

Telefon: 0331 - 280 39 79 Mobil: 0171 - 502 98 38

Intelligenz-System-Potsdam@t-online.de

Leserbriefe erwünscht

13th FAI World Glider Aerobatic

Championship 2009

Ende 2008 wurden die Segelkunstflugszene

von der kurzfristigen Absage des bislang vorgesehenen

Ausrichters der WM 2009 Frankreich

überrascht.

Inzwischen ist dafür der Tschechische Aero

Club in die Bresche gesprungen,so dass die

Austragung der Weltmeisterschaften im Segelkunstflug

2009 als gesichert gelten darf.

Als Austragungsort ist der Flugplatz Hosin

(LKHS) nahe Ceske Budejovice (Budweis) in

Tschechien vorgesehen. Zeitraum der Austragung:

10. 19. Juli 2009.

Der Deutsche Aero Club wird mit seiner Nationalmannschaft

mit 8 Piloten vertreten sein. Die

Namen der deutschen Teilnehmer werden zu

einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Gerd Ottensmann

Referent Segelkunstflug, SEKO DAeC

14

De r Li l i e n t h a l e r 1/2009


Auf vielen Säulen ruht dieser Standort:

- In Schönefeld entsteht mit dem BBI ein leistungsfähiger Flughafen für die Anforderungen des weltweiten Luftverkehrs,

- In Dahlewitz und Ludwigsfelde ist mit Rolls Royce Deutschland und MTU Aero Engines die Triebwerksindustrie zu Hause,

- In Brandenburg und Berlin bestehen viele kleine und mittlere Unternehmen, die mit der Triebwerksindustrie eng

zusammenarbeiten,

- In jeder A 380 fliegt auch ein Stück Berlin Brandenburg mit: Zulieferunternehmen aus der Region sind an diesem großen

Erfolg der europäischen Luftfahrtindustrie direkt beteiligt,

- Ingenieurdienstleistungsunternehmen sind an der Entwicklung neuer Technologien in der Luft und Raumfahrt beteiligt,

- Mit den Hochschulen, Fachhochschulen und Ausbildungseinrichtungen ist unsere Region Exportregion für den fachlichen

Nachwuchs in der Luft und Raumfahrt,

- Über 3000 Mitglieder in den beiden Regionalverbänden des Deutschen Aero Clubs Berlin und Brandenburg sind das

Fundament des Luft und Raumfahrtstandorts,

- Mit Stemme und Aquila kommen zwei berühmte Flugzeuge aus unserer Region.

Gemeinsames Dach ist die Berlin Brandenburg Aerospace Allianz e.V., der Verband, der für die Belange der Luft - und Raumfahrt in der

Region spricht.

Die BBAA ist Träger des vom Land Brandenburg geförderten Kooperationsnetzwerks Luftfahrt.

Lassen Sie sich informieren und zur Mitarbeit einladen.

Schauen Sie nach: www.bbaa.de

BERLIN BRANDENBURG

ein starker Standort der Luft und Raumfahrt in Deutschland und Europa

THE GERMAN CAPITAL REGION

MORE VALUE FOR YOUR INVESTMENT


Die Luft- und Raumfahrtindustrie als Schlüsselkompetenz für die

Hauptstadtregion

Berlin-Brandenburg Ein Standort mit Zukunft

Industrie Verkehr Mobilität Wachstum

Zukunft braucht Tradition

Erfolgreiches Netzwerk

aus Wirtschaft,

Wissenschaft und Politik

Berlin-Brandenburg ist die historische Wiege der deutschen Luft- und Raumfahrt. Die

Luft- und Raumfahrt hat in Berlin-Brandenburg eine lange Tradition und geht bis auf das

Jahr 1891 zurück. Damals begann Otto Lilienthal vor den Toren Berlins mit seinen ersten

Gleitflügen und seinen Bahn brechenden Untersuchungen zur Aerodynamik des Vogelfluges.

Damit war die deutsche Hauptstadtregion bereits vor hundert Jahren erster Impulsgeber

der heutigen nationalen und teilweise sogar der europäischen Konstellation der Luft- und

Raumfahrtindustrie.

Nach den stürmischen Anfängen der Luftfahrt und den rasanten Entwicklungen des

vergangenen Jahrhundert zeichnet sich die Luft- und Raumfahrtindustrie in Berlin-Brandenburg

heute durch hoch spezialisierte kleine und mittlere Unternehmen, wissenschaftliche

Institutionen und global agierende Konzerne wie Lufthansa, MTU und Rolls-Royce aus. Die

drei Kernunternehmen haben in den letzten Jahren in den Aufbau ihrer Geschäftsfelder und

dem Ausbau des Standortes Berlin-Brandenburg mehrere 100 Millionen Euro investiert.

Um diese Kernbetriebe hat sich eine Vielzahl von kleinen und mittleren Unternehmen

angesiedelt. Die Vielzahl der Forschungseinrichtungen und Institutionen, die in enger

Zusammenarbeit mit den hier ansässigen Unternehmen stehen, komplettieren das Bild

vom Luft- und Raumfahrtstandort Berlin-Brandenburg.

Wachstum und

Beschäftigung

Mit inzwischen 4.000 Arbeitsplätzen in Unternehmen und 200 Wissenschaftlern hat die

Luft- und Raumfahrt in Berlin- Brandenburg ihre Beschäftigtenzahl in den letzten zehn

Jahren nahezu vervierfachen können. Insgesamt arbeiten rund 18.000 Menschen in der

luftverkehrsbezogenen Wirtschaft in der Region Berlin-Brandenburg.

Foto: Lufthansa Bombardier Aviation Services

2


Foto: Stefan Neubauer/ BBAA

Die BBAA Berlin-Brandenburg Aerospace Allianz e.V. ist der regionale Wirtschaftsverband

der aufstrebenden Luft- und Raumfahrtindustrie in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg.

Er bündelt die Interessen seiner Mitglieder und stellt sie offensiv gegenüber Wirtschaft,

Politik und Öffentlichkeit dar. Assoziiert im BDLI (Bundesverband der Deutschen Luft- und

Raumfahrtindustrie e.V.) und eng verbunden mit den anderen Regionalverbänden vertritt der

Verband auch überregionale und internationale Interessen seiner Mitgliedsunternehmen.

Die BBAA wurde 1998 von elf Partnern gegründet und umfasst mittlerweile mehr als 90 Mitglieder.

Ein wichtiges Anliegen der BBAA besteht in der Unterstützung der kleinen und mittleren

Luft- und Raumfahrtunternehmen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Unterstützung bei

Innovationsvorhaben, die effektivere Gestaltung von Zuliefer- und Dienstleistungsketten

und die Überwindung von Markteintrittsbarrieren.

Mit dem jährlichen „Tag der Luft- und Raumfahrt Berlin-Brandenburg“ und der Verleihung

des Lilienthal-Preises organisiert die BBAA eine effektive Plattform für den Dialog zwischen

Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Darüber hinaus ist der Verband auf allen großen

internationalen Messen und Branchenausstellungen präsent. Der Verband setzt sich für die

zügige Umsetzung des neuen Hauptstadtflughafens BBI ein und unterstützt die ILA Berlin

Airshow.

Seit Anfang 2008 ist die BBAA Träger des Kooperationsnetzwerkes Luftfahrt in Berlin und

Brandenburg (GA Netzwerkpartner). Die Servicegesellschaft der BBAA, prop BB GmbH Berlin-

Brandenburg Aerospace Center (BBAC), übernimmt die Aufgaben des inhaltlichen Netzwerk-Managements.

Ziel des GA-Netzwerks ist der Erhalt und die Weiterentwicklung der

Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des Kooperationsnetzwerkes. Das Netzwerk wird vom Land

Brandenburg mit 70% gefördert.

Plattform für kleine und

mittlere Unternehmen

Wettbewerbsposition

der Branche und der

Netzwerkpartner

verbessern

Zwei Länder ein

Standort: Berlin

Brandenburg stärken

„Tag der Luft- und

Raumfahrt“

Lilienthal-Preis

www.lilienthal-stiftung.

de

www.brandenburg.de

Die 2005 begründete Netzwerkinitiative Triebwerkstechnik hat zum Ziel, die regionale

Zulieferstruktur nachhaltig zu verbessern und das in der Region vorhandene Potential aus

Wissenschaft und Wirtschaft mit den großen Triebwerks- und Systemherstellern zu verbinden.

Mit der 2007 von der BBAA initiierten Netzwerkinitiative Leichtbau werden die Potenziale der

Region im Bereich Leichtbau und neue Materialien für die Luftfahrt noch stärker erschlossen

werden.

Netzwerk-Initiativen

Triebwerkstechnik

und

Leichtbau

www.bbaa.de

3


4

Aerospace Network


Berlin-Brandenburg

5


Zukunft braucht Visionen

Airport BBI

Berlin Brandenburg

International

www.berlin-airport.de

Die Weichen für die Zukunft sind gestellt: Seit September 2006 wird der Flughafen Schönefeld

zum neuen Hauptstadt- Airport BBI ausgebaut. Ab 2011 wird der gesamte Flugverkehr der

Region Berlin-Brandenburg auf dem Airport im Südosten der Stadt konzentriert sein.

Das BBI- Konzept sieht einen modernen Flughafen mit kurzen Wegen vor, bei dem das

Terminal zwischen den beiden parallel angelegten Start- und Landebahnen liegt. Der BBI wird

ein Flughafen der neuen Generation: ein High-Tech-Airport mit besten Verbindungen, mit

internationalen Flügen, eigenem Autobahnanschluss und einem Bahnhof direkt unter dem

Terminal. Vorgesehen ist 2011 eine Startkapazität von 22 bis 25 Millionen Passagieren. Je nach

Passagierentwicklung kann der Flughafen für bis zu 40 Millionen Passagiere ausgebaut werden.

MATNET

Modern Airport, Testbed for

New Efficient Technologies

www.modern-airport.de

Mit über 20 Millionen Passagieren in 2007 erreichte Berlin Platz Drei in der Rangliste nach

Frankfurt und München und zählt schon jetzt zu einem der am stärksten wachsenden Flughäfen

in Europa.

Im Juli 2007 startete das von der BBAA, FAV, den Technologiestiftungen (TSB) von Berlin

und Brandenburg, der ZukunftsAgentur Brandenburg (ZAB) und Berlin Partner sowie der

Flughafengesellschaft Berlin Schönefeld ins Leben gerufene Projekt MATNET.

Mit einem breit angelegten technologieorientierten Dialog sollen Wirtschaft und Wissenschaft in

der Hauptstadtregion Gelegenheit erhalten, ihre Potentiale und Fähigkeiten bei der Realisierung

des Projekts BBI darzustellen und einzubringen. Dies trägt zur Profilierung der Hauptstadtregion

als Luftfahrtregion bei und eröffnet die Chance, den BBI als „Leuchtturmprojekt“ auch

international herauszustellen.

Foto: Berliner Flughäfen

6


Das weitere Wachstum der Luftfahrtbranche in Berlin und Brandenburg wird wesentlich von

der Verfügbarkeit geeigneter Fachkräfte abhängen. Die Unternehmen der Branche Luftfahrt in

der Hauptstadtregion engagieren sich mit besonderer Aufmerksamkeit im Bereich Aus und

Weiterbildung mit dem Ziel, ihre langfristigen Chancen an Standort zu erhalten und verbessern

zu können.

Das Thema Fachkräfteaus- und Weiterbildung gehört zu den Schwerpunkten der Netzwerkarbeit.

Die Mitgliedsunternehmen der BBAA sind ausbildungsstark. Unternehmen aus dem Bereich

Aus- und Weiterbildung, Personaldienstleister und Hochschulen erbringen durch spezialisierte

Angebote eine steigende Qualifikationsleistung.

Mit verschiedenen Bildungs-Initiativen wollen wir gemeinsam junge Menschen erreichen und

motivieren, sich für Berufe in der Luft- und Raumfahrtbranche zu entscheiden. Gute Verdienstund

Aufstiegsmöglichkeiten, eine abwechselungsreiche und vielseitige Berufswelt warten auf

die jungen Schulabgänger ob eine akademische, technische oder kaufmännische Ausbildung

und Laufbahn.

Fachkräftebedarf überall

- die Luftfahrtbranche

boomt

Chancen für eine solide

und umfangreiche Aus- und

Weiterbildung

www.trainico.de

www.lft-berlin.de

www.bfw.de

www.wfg-lds.de

www.stegmann-personal.de

www.dis-ag.com

www.date-up.com

Der anhaltende Aufschwung in der Luft- und Raumfahrtindustrie garantiert zudem sichere

Arbeitsplätze. Am neuen Hauptstadtflughafen BBI sollen rund 40.000 neue Jobs entstehen. Die

Zukunft wartet!

Eine Analyse des Aus und Weiterbildungsangebots in der Hauptstadtregion Berlin Brandenburg

zeigt, dass hier eine große Zahl von Bildungsangeboten für den Bereich Luftfahrt vorhanden ist,

die sich auf viele Träger und Institutionen verteilt.

Mit einer von der BBAA geplanten „Virtual Flight Academy“ sollen diese Angebote breiter

dar-gestellt und öffentlich zugänglich gemacht werden, um auf diese Weise eine große Wirkung

für den regionalen und überregionalen Markt zu entfalten. Virtuell sollen die Unternehmen,

Universitäten und Bildungsträger alles anbieten: von der Erstausbildung, dem Studium an Fachhochschulen

und Universitäten bis zur Ausbildung und Training von Piloten.

Virtual Flight Academy

www.wit-wildau.de

www.tu-cottbus.de

www.tfh-wildau.de

www.tu-berlin.de

Mit der Ausbildung in Berufen der Luftverkehrswirtschaft kann die Region Berlin Brandenburg

offensiv werben und in diesem Feld überregionale Anziehungskräfte entwickeln.

7

Foto: MTU Aero Engines


Luftsicherheitszentrum

Schönhagen

Showcase für moderne

und innovative

Sicherheitslösungen

www.edaz.de

www.sesambb.de

Flugzeugbau

„Made in Brandenburg“

Aquila und Stemme

Der FCC Berlin richtete

im Auftrag des DAeC und

der FAI die Segelflugweltmeisterschaften

aus

Partnerschaft

Am Flugplatz Schönhagen steht eine moderne Flughafeninfrastruktur zur Verfügung zusammen

mit weiteren positiven Standortfaktoren. Unterschiedliche neue Verfahren und Technologien

können hier problemlos erprobt werden. Ein Sicherheitszentrum in Schönhagen würde somit zum

Showcase für moderne und innovative Sicherheitslösungen. Berlin Brandenburg erhält damit die

Chance, einen zukunftsfähigen Wirtschaftskern mit neuem Wertschöpfungspotential zu bilden und

auszubauen. Ein weiterer Schritt für die erfolgreiche Etablierung und das anhaltende Wachstum

luftfahrtaffiner Industrie in der Region.

Verschiedene Unternehmen der Luftverkehrswirtschaft sowie der Sicherheitstechnik aus Berlin/

Brandenburg und anderen Teilen Deutschlands sind bereits in den Netzwerken NESIS, SesamBB

und der BBAA zusammengeschlossen. Weitere kooperierende Partner sind die Bundesanstalt

für Materialforschung (BAM) und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Diese

Netzwerke wollen gemeinsam das Konzept eines Luftsicherheitszentrums am Flugplatz Schönhagen

entwickeln und umsetzen.

Nicht nur im A 380 fliegen Berlin-Brandenburger Unternehmen mit: In der Region werden

auch selber Flugzeuge gebaut. Mit den Produkten von AQUILA Technische Entwicklungen und

STEMME aus dem Bereich des Leichtflugzeugbaus haben diese Unternehmen aus der Region

eine technologische Spitzenstellung errungen. Dabei spielt die Entwicklung von Leichtbau- und

Werkstoffen eine erhebliche Rolle in der Region.

Alle eint das Ziel gemeinsam noch weiter die Luft- und Raumfahrt als Schlüsselkompetenz von

Berlin-Brandenburg zu stärken und auch international für Investoren und neue Unternehmen

attraktiv zu sein. Dieser Aufgabe und dem Ziel verpflichtet, setzt die BBAA alle Kräfte ein,

um als Partner für Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ein Bindeglied zu sein, welches die

Zukunftsfähigkeit des Standortes sichert.

Mit den Landesverbänden Berlin und Brandenburg im DAeC haben die BBAA und

das Kooperationsnetzwerk Luftfahrt eine Partnerschaft begründet.

Wir wollen gemeinsam junge Menschen für das Fliegen und die Luftfahrt begeistern.

Foto: Stemme

Foto: Aquila

8


Foto: Rolls-Royce

Die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung ILA Berlin Airshow, die seit 1992 wieder in

Berlin am Flughafen Schönefeld alle zwei Jahre ihre Tore öffnet, gilt als eine der Weltmessen in

der Branche und ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Region. Mehr als 1000 Aussteller

aus über 40 Ländern über 300 Fluggeräte werden erwartet.

2008 präsentierte sich die Region Berlin-Brandenburg eindrucksvoll mit über 50 Ausstellern

auf dieser wichtigen Messe. Das auf der Ila2006 erfolgreich eingeführte International Suppliers

Center (ISC) wird als Plattform für die gesamte Zuliefer-Industrie weiter ausgebaut. Mit mehr als

100 Messe begleitenden Konferenzen wird die ILA2010 ihre Position als international führende

Konferenzmesse in der Luft- und Raumfahrt unterstreichen.

ILA Berlin Airshow

08. Juni - 13. Juni 2010

CareerCenter @ ILA

www.ila-berlin.de

Besuchen Sie uns!

In den Hallen

sowie im ISC

Die A 380 von Airbus absolvierte vor hier ihre Deutschlandpremiere.

Im neuen Super-Airbus fliegen Berlin-Brandenburger Unternehmen mit. Das Berliner Traditionsunternehmen

HOLMCO liefert die Bordkommunikation, PACE entwickelt Programme für die

Kabinenkonfiguration, FRANKE AQUAROTTER aus Ludwigsfelde baut Waschplatzsysteme für die

A380. Weitere Unternehmen führen Test und Engineering Leistungen durch.

Im Bereich Raumfahrt, Kleinsatelliten, GALILEO und Geoinformationswissenschaften greift

die Region ebenfalls nach den Sternen: 2005 wurde das GALILEO Anwendungszentrum Berlin-

Brandenburg mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik gegründet, 2006 ging die

RiBB (Raumfahrtinitiative Berlin-Brandenburg) an den Start, um die Raumfahrtkompetenzen

der Hauptstadtregion zu bündeln. Der DLR Kleinsatellit BIRD ist seit sechs Jahren zuverlässig im

Weltall unterwegs.

Zulieferer für A 380 aus

Berlin-Brandenburg

Ideas for New Investors

www.businesslocationcenter.

de

RIBB Raumfahrtinitiative

Berlin Brandenburg

www.fav.de

9


Karrierestart mit Perspektive

Jobs in der Luft- und Raumfahrtindustrie Berlin-Brandenburg

Kaum eine andere Branche in Deutschland bietet so gute Zukunftsaussichten im Berufsleben wie

die Luft- und Raumfahrtindustrie abwechselungsreiche Jobs, spannende Herausforderungen,

gute Karriere- und Verdienstmöglichkeiten!

„Take Off“

mit Zukunft

Unsere Unternehmen in der Region Berlin-Brandenburg suchen neue Mitarbeiter und haben

Ausbildungsplätze zu vergeben, Hochschulen bilden Sie aus der Fachkräftebedarf ist hoch!

Die Luftfahrt und der Luftverkehr wachsen steigen Sie jetzt ein und finden Sie Ihren

Traumberuf.

Die Luft- und Raumfahrt ist eine Wachstumsbranche im faszinierenden High-Tech-Sektor und

bietet in den kommenden Jahren eine Vielzahl von qualifizierten Arbeitsplätzen.

Die Bandbreite ist groß: Ob kaufmännische oder technische Berufe, ob Akademiker oder

Facharbeiter die Branche braucht Spezialisten mit Kopf und Feingefühl.

Spezialisten gesucht

Be Part of…

Flugzeuge von morgen sollen leiser, umweltschonender, leichter und Treibstoff sparender

sein schon jetzt entwickeln Unternehmen und Forschungseinrichtungen die notwendigen

Technologien für die Zukunft die Nachfrage nach Fachkräften und Visionären ist groß.

Die Luft- und Raumfahrt bietet eine Vielzahl von hoch qualifizierten Berufen an.

Kaufmännische Berufe Luftverkehrskauffrau, Servicekauffrau/ mann

‐ Technische Berufe Fluggerätemechaniker, Triebwerksmechaniker, Mechatroniker

‐ Akademische Ausbildung Luftverkehrsmanagement, Luftfahrt-Ingenieure, MBA,

‐ Designer

‐ Fluglotsen

‐ Bodenpersonal, Sicherheitsdienste

‐ Piloten, Stewardessen

Alle aufgeführten Berufe sind natürlich gleichermaßen für männliche und weibliche Bewerber

interessant.

Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der Vielzahl von Ausbildungen und Berufsmöglichkeiten.

Die Deutsche Lufthansa sucht zum Beispiel dieses Jahr über 4.000 neue Mitarbeiter.

Entwickeln Sie Ihre eigenen Ideen, wenn es darum geht, wie die Luftfahrt und

Luftverkehrswirtschaft der Zukunft aussieht!

10

Foto: Deutsche Lufthansa/ Dietmar Plath


Foto: Berliner Flughäfen/ Günter Wicker

Die ILA 2010 steht vor der Tür: Kommen Sie zum CareerCenter auf der ILA informieren Sie sich

direkt bei Unternehmen über Jobangebote und Perspektiven. Erleben Sie die Faszination Luft- und

Raumfahrt auf der ILA Berlin Airshow live!

Das CareerCenter der ILA bietet ein hervorragendes Forum, Schüler und Studenten für

eine Tätigkeit in der Zukunftsbranche Luft- und Raumfahrt zu begeistern. Kleinere und

mittelständische Unternehmen wie auch die Global Player der Branche können hier erste Kontakte

zu viel versprechenden Nachwuchskräften knüpfen.

Eine gute Ausbildung ist Gold Wert:

Mit den Ausbildungs- und Weiterbildungsunternehmen in der Region Berlin-Brandenburg sind wir

gut aufgestellt.

Mit der Initiative „Start 2 Fly“ wollen wir Schüler für die Luft- und Raumfahrt begeistern. Wir

gehen an Schulen, informieren Berufsberater und Lehrer, vermitteln Schülern Praktikumsplätze in

unserer Branche. Damit helfen wir Schülern in der Berufs- oder Ausbildungswahl und helfen den

Unternehmen, die Mitarbeiter von morgen schon heute kennen zu lernen. Die Initiative wurde von

der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dahme-Spreewald, TRAINICO, Netzwerk Zukunft und der

BBAA ins Leben gerufen.

Das Lufthansa- Unternehmen TRAINICO am Standort Schönefeld als Aus- und Weiterbildungsunternehmen

der Luftfahrt unterstützt Menschen dabei, sich für einen neuen Arbeitsplatz in der

Branche zu qualifizieren und stellt damit bedarfsgerechte Fachkräfte zur Verfügung.

Ideen „Made in Wildau“

An der Technischen Fachhochschule in Wildau lernen Sie die Luftfahrtbranche kennen!

Studiengänge Luftfahrttechnik/Luftfahrtlogistik sowie „Master in Aviation Management“ bilden

eine hoch qualifizierte Grundlage für den Start in eine spannende Branche.

Die Technischen Universitäten in Berlin und Cottbus bilden ebenso die Luftfahrt-Ingenieure der

Zukunft aus!

Personal- und Zeitarbeitsunternehmen sowie Fortbildungseinrichtungen vermitteln zielführend

und passgenau Arbeitsuchende an Unternehmen in der Luftfahrtbranche, so zum Beispiel die

Unternehmen Stegmann in Berlin, DIS AG in Potsdam, date-up und AviationPower.

In enger Partnerschaft mit der luftfahrttechnischen Industrie, ihren Zulieferern und Personaldienstleistungsunternehmen

bietet das Berufsfortbildungswerk (bfw) seinen Kunden ein

umfangreiches Qualifizierungsprogramm an.

Natürlich setzt dies auch gute schulische Leistungen in den bezogenen naturwissenschaftlichen

Fächern, aber auch Englisch sowie Sozialkompetenzen voraus.

CareerCenter

www.ila-berlin.de/

careercenter

08.-13.Juni 2010

ILA

Initiative „Start 2 Fly“

www.wfg-lds.de

www.trainico.de

www.lft-berlin.de

www.bfw.de

Sprungbrett in die Luftund

Raumfahrt

www.wit-wildau.de

www.tu-cottbus.de

www.tfh-wildau.de

www.tu-berlin.de

www.stegmann-personal.de

www.dis-ag.com

www.date-up.com

www.aviationpower.de

www.bbaa.de

Bundesverband der

deutschen Luft- und

Raumfahrtindustrie

www.bdli.de

11


aa_AZ_A4_V2_300dpi.pdf 06.03.2008 11:12:20 Uhr

Spitzentechnologien

für die Luft- und Raumfahrt aus

Berlin-Brandenburg

ob im Airbus A 380 oder in der Raumstation ISS

2011: Eröffnung BBI Berlin Brandenburg International

MATNET: Airport of the Future | Virtual Flight Academy | Innovationspartnerschaften

C

M

Y

CM

MY

CY

CMY

Foto: Berliner Flughäfen Foto: Lufthansa Bombardier Aviation

Foto: Rolls-Royce Foto: MTU

K

Berliner Flughäfen, Lufthansa, Rolls-Royce, MTU

und rund 80 Mitgliedsunternehmen aus dem Mittelstand, F & E Einrichtungen und Hochschulen

vereint im Netzwerk der BBAA!

Kooperationsnetzwerk Luftfahrt

Netzwerk-Initiativen Triebwerkstechnik und Leichtbau

EASC: Europäisches Sicherheitszentrum Flughafensicherheit

Business Aviation für die Hauptstadtregion

Themenpark Luftfahrt für Tempelhof

Lilienthal-Preis-Stiftung

Branchentransferstelle Luftfahrt

Qualifizierung/ Nachwuchs für die Luftfahrt

Der regionale Luft- und Raumfahrtverband

Besuchen Sie uns & erfahren mehr über den Luft- und Raumfahrtstandort Berlin Brandenburg.

www.bbaa.de

Airport Center | Mittelstraße 5/5a | 12529 Berlin | Telefon: +49.30.63 49 9595 | Fax +49.30.63 49 9596 | office@bbaa.de | www.bbaa.de

BERLIN-BRANDENBURG AEROSPACE

12


… wir konnten es nicht lassen...

Wieder trafen wir uns im Januar zu einer Saison in Gariep Dam /Südafrika

Sonne, 40 Grad und Wolken, wo andere

bei -26 Grad zu Hause bibbern. Viele Überschriften

könnte man finden, um das Erlebnis

aus dieser Südafrika-Saison zu beschreiben.

Trotzdem muss man am Ende sagen, ein voller

Erfolg. Tolle Wolkenstraßen aber auch Blaue

Tage mit Steigen von 5-7 m/s waren keine Seltenheit

und werden uns in guter Erinnerung

bleiben.

Also, auch in diesem Jahr trafen wir uns wieder

in Gariep Dam. Klaus Engelhardt, Torsten

Klette, Eberhard Wötzel (Jena), Klaus Warnke

(Hamburg), Peter Gaida mit Sohn Ralf, Werner

Steinbrecher, Hans Georg Grund und Peter

Wartig.

Alle waren echt zufrieden und wer noch Zeit

hatte, nutzte das schöne Wetter für ein paar

Tage in Kapstadt zum Entspannen. Das

brauchte man auch, denn wie oben beschrieben

viel und lange fliegen kann ganz schön

hart sein.

Erfolg von vor zwei

Fotos:Torsten Klette

Auch Carsten Lindemann war kurzfristig mit

seiner Frau zum Langstreckenfliegen angetreten.

Weltweit wurden in diesem Jahr die meisten

Tausender in Südafrika geflogen. Allein

der Wille reicht natürlich nicht, man braucht

schon ein bisschen Glück und vor allem Erfahrung.

Leider hat es bei mir und Torsten

Klette nicht ganz gereicht, nach 967 km ging

die Sonne unter, da war eben Feierabend. Wir

hatten zwar die Höhe, wir hätten die Strecke

abgleiten können aber leider, irgendwann ist

eben Schluss. Es gab auch noch einmal eine

zweite Chance in den Club der Tausender einzutreten,

leider waren wir da zur falschen Zeit

am falschen Ort, brauchten gar den Motor. Da

war der Tag gelaufen, der Pool rief uns dann zu

sich. Dort liegend haben wir gesehen, dass der

Tag so was von super wurde, leider ohne uns.

Andere haben es uns dann gezeigt. Eberhard

Wötzel, der bestimmt schon seit gefühlten 50

Jahren fliegt, hat an diesem Tag seinen ersten

Tausender gemacht. Glückwunsch von allen.

Natürlich hat auch Klaus Engelhardt in diesem

Jahr wieder ordentlich vorgelegt. Unglaublich,

über 30.000 km hat er in dieser Saison

„zusammen geloggert“. Er konnte an seinen

Jahren anknüpfen

und hat uns Jungen

mal wieder gezeigt,

was Leistung, Durchhaltevermögen

und Enthusiasmus

bedeutet.

Also ehrlich, jeden

Tag 8 bis 9 Stunden

im Cockpit, das ist

schon hart, ich meine

wirklich jeden Tag.

Da geht man schon

mal gern auch an den

Pool, aber Klaus war

hart. Respekt Klaus.

Leider gab es auch einige Zwischenfälle besonderer

Art. Dabei wurde das eine oder andere

Fahrwerk vergessen, Hauben sind bei Wind

aufgeklappt und anschließend zugeschlagen

aber auch bei einer Außenlandung, auf Grund

von Gewitter, wurde ein Flugzeug doch ziemlich

beschädigt auf einem Landestreifen. Ein

Pilot hat sein Flugzeug zum Cabrio gemacht.

Durch einen starken Thermikschlag haute er

mit dem Kopf oben an die Haube, plötzlich war

die Mütze weg und ein riesen Loch klaffte über

ihm im Haubenglas. Also 150 km im Cabrio

bis nach Hause… Auch starker Sturm hat sein

Tribut gezollt. Eine DG 1000 wurde durch den

Sturm aufs Kreuz gelegt Totalschaden.

Vielleicht hat der eine oder andere Lust bekommen?!

Meldet euch oder schaut mal auf

die Homepage www.soaring-adventures.com.

Da findet man noch mehr Bilder, Videos und

einige lustige Tagesberichte.

Ich wünsche uns allen eine erfolgreiche und

unfallfreie Saison in Deutschland. Bitte beachtet

die neuen Lufträume, auch bei den DMST

Regularien gibt es einige Neuerungen. Gern

kann ich helfen beim Thema Luftraum und Nutzung

von Aufzeichnungsgeräten.

Peter Wartig

Landesauswerter Berlin

Referent FAB Berlin

De r Li l i e n t h a l e r 1/2009 27


Fliegen in Botswana

Der Kalahari Flying Club ist seit fast 30 Jahren

in der Hauptstadt Gaborone etabliert, mit einem

wunderschönen Clubhaus direkt am Flughafen.

Dort und in Maun, dem Ausgangspunkt

für das Okavango Delta und die riesigen Salzpfannen,

können Clubmitglieder die Flugzeuge

der Clubs mieten, Flugunterricht nehmen und

das Land erkunden. Bis zum PPL(A) bilden

die Fluglehrer des Kalahari Flying Club neue

Pilotenanwärter aus. Botswana ist ein ICAO

Land, d. h. die Lizenz wird auch in anderen Ländern

anerkannt. Und ebenso umgekehrt. Wer

mit einem ausländischen PPL(A) nach Botswana

kommt und dort fliegen möchte, kann recht

unkompliziert eine Validation erhalten. Seitens

der Luftfahrtbehörde ist lediglich das Bestehen

der Luftrechtsprüfung sowie die Vorlage der

Lizenz und das aktuellen Medical erforderlich.

Das wird in der Regel innerhalb von 2 Tagen in

Gaborone oder in Maun erledigt.

Caravan im Anflug mit Löwe an der Landebahn

Das ganze Jahr über VFR fliegen, das geht

in Botswana! Über traumhaft schöne und

bizarre Landschaften, endlose Weiten,

Wüsten, Steppen und Sumpfgebiete. Der

Grossteil aller Flugplätze ist unbemannt,

der Luftraum unkontrolliert. Das ist fliegerische

Freiheit, die das Pilotenherz höher

schlagen lässt.

dieser Welt und das merken auch die Piloten.

Auf den Landebahnen im Delta trifft man Warzenschweine,

Impalas und viele andere Wildtiere

an. Das ist natürlich faszinierend, erfordert

aber auch besondere Pilotenkenntnisse

und Fertigkeiten. Diese können mit Fluglehrern

des Kalahari Flying Club individuell geübt werden.

Der Fliegerclub in Maun bietet das an.

Mit einer C172, die vielen

Piloten vertraut ist, kann

echtes “bush flying training”

gemacht werden.

Neben dem Okavango Delta sind die Chobe

Region im Norden, die Viktoriafälle auf Zambiaseite,

die gigantischen Salzpfannen und die

Kalahari Wüste Attraktionen, die man auf einer

Tour durch das Land nicht auslassen sollte.

Am Chobefluss und im Chobe National Park

bei Kasane gibt es die meisten Elefanten und

Nilpferde des Landes. Krokodile, Bueffel und

Loewen sieht man regelmäßig am Flussufer

bei den Bootsfahrten am Nachmittag. Und die

Sonnenuntergänge sind einfach unbeschreiblich.

Wie eine Mondlandschaft sehen hingegen die

Magkadigkadi Pans aus, Salzpfannen mit einer

Ausdehnung von 32.000 Quadratkilometern,

das kann man sich gar nicht vorstellen. Nach

der Regenzeit sind diese mit Wasser gefüllt, es

sieht aus wie ein riesiges Meer mitten in der

Wüste und Flamingos und Pelikane kommen

zu Tausenden zum Brüten. Wenn das Wasser

verdunstet ist, bleibt ein karges, trockenes

Okavango Delta, Foto: Heike Schweigert

Bekannt ist das Okavango Delta in Botswana,

es ist das grösste Binnendelta der Welt. Ein

Fluss verläuft sich in der Kalahari Wüste und

bildet diese einmalig schöne Landschaft und

Lebensgrundlage für ein artenreiches Tierparadies.

Hunderte von Elefanten, Büffeln,

Nilpferden, Zebras, Giraffen, Antilopen und

manchmal auch Löwen sind aus der Luft und

am Boden zu sehen. Der Mensch ist zu Gast in

Bushlandeplatz, Foto: Heike Schweigert

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De r Li l i e n t h a l e r 1/2009


Land zurück. Soweit man sehen kann Nichts.

Irre. Und hier ist nicht nur der Sonnenuntergang

faszinierend, auch der Mondaufgang

und der Sternenhimmel sind einmalig. Ich hab

noch keine Nacht dort erlebt ohne eine Sternschnuppe

zu sehen. Zebras und Gnus migrieren

zu tausenden zwischen dem Delta und den

Salzpfannen, ein Anblick, den man sonst nur

noch in Kenia und Tansania sehen kann.

Die Kalahari Wüste hat auch viele Gesichter.

Im Süden sind die roten Sanddünen, nach

einem Regenschauer sind diese mit blühenden

Blumen übersät. Im Norden ist die Wüste eine

Steppe, die nach der Regenzeit üppig grün ist.

Landepisten gibt es nur am Rand der Kalahari,

derzeit werden die ersten Camps, selbstverständlich

jedes mit einer Landepiste, auch im

Central Kalahari Game Reserve gebaut.

Wer noch mehr landschaftliche Abwechslung

möchte, kann von Botswana aus auch nach

Namibia, Südafrika oder Mozambique fliegen.

Hier gibt es tolle Kuesten, Berge, Canyons,

grosse Flüsse und vieles mehr.

Bizarre Formen im Okavango Delta, Foto: Heike Schweigert

Für mehr Infos > www.kalahari-flying-club.org

Ansprechpartner Heike Schweigert,

email kfc-maun@kalahari-flying-club.org,

tel +267-72868448

Luftsport Service-Center Ost GmbH (sco-gmbh)

Liebe Luftsportler,

der weitgehend in Dessau als Nachfolger

des alten LTB LV-Brandenburg, mit seinen

angestellten Mitarbeitern installierte

Betrieb ist nach anfänglichen und auch

hoffentlich verständlichen Anlaufschwierigkeiten,

nunmehr in einer zukunftsorientierten

Phase.

Wir haben die Geschäftsführung der von den

Landesverbänden gegründeten Gesellschaft

als Eure Service-Einrichtung auf weitgehende

Führung im Ehrenamt umgestellt. Hierbei

helfen einige Geschäftsstellen der Landesverbände,

auch mit den dort in den Vorständen

mitarbeitenden Personen. Sicherlich wird

dieser Zustand keine Dauerlösung, aber übergangsweise

aus wirtschaftlichen Gründen

nicht anders regelbar sein.

Bitte beachtet die nachfolgenden

Mailadressen und die Zuständigkeiten:

• Unter info@sco-gmbh.de sind alle Mitarbeiter,

auch die Ehrenamtler miteinander vernetzt.

• Der Leiter der Technik, Thomas Leszczenski,

ist unter leszczenski@sco-gmbh.de für alle

technischen Fragen erreichbar.

• Die Prüfaufträge, Pflege der Datenbanken,

Nachfragen über Bearbeitungsstände der

Prüfaufträge ist unter camo@sco-gmbh.de

zu erfragen. Dort steht uns Stefani Ecknig mit

Rat und Tat zur Seite. Sie wird ab 15.03.09

dort den Posten ausfüllen.

• Für die Buchhaltung zuständige und zu Fra

gen z. B. nach Rechnungen ist unter Buchhal

tung@sco-gmbh.de Sandra Cordes erreichbar.

• Die bekannten Telefonnummern und weitere

Kontaktadressen könnt Ihr auf der Webseite

unter www.sco-gmbh.de nachsehen.

Die Zulassung als Camo+ Betrieb für Wartung,

Prüfung und Instandhaltung, sowie die Verlängerung

der Zulassung des LTB II B-11 für die

AnnexII Flugzeuge, Winden und Fallschirme

werden rechtzeitig vor dem 31.03.09 vorliegen,

es wird noch an einigen Formulierungen in den

Handbüchern, gearbeitet.

Die Webseite mit dem Teil der überwachten

Umgebung ist in der Endfassung in Bearbeitung

und wird nach unserer Zeitplanung ebenfalls

zum 31.03.09 voll funktionsfähig für alle

Nutzer sein. Unsere beiden verantwortlichen

Webmaster arbeiten intensiv daran. Bereits

getätigte Eingaben werden von unserem Team

bearbeitet und jeweils den Änderungen in der

Programmgestaltung angepasst.

Wenn jedoch etwas nicht so läuft, wie Ihr es

Euch vorstellt, unter Info@sco-gmbh.de oder

direkt an den Geschäftsführer engelhardt@

sco-gmbh.de könnt Ihr Eure Sorgen, Anregungen,

Kritik und auch Lob loswerden.

Wir werden in Eurem Sinne daran arbeiten.

Klaus Engelhardt

Geschäftsführer der sco-gmbh

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Wellen über Wellen

Das diesjährige Wellenflugseminar der Interessengemeinschaft

Mittelgebirgsleewel-

besonders für Frühjahrsreisen in den Vorder-

Die Flugplätze der Provence rückten jetzt

le (mittelgebirgsleewelle.de) in Hannover grund. Dank der GPS-Logger und des OLC

am 14.2.09 gibt Anlass, darüber und über wurden immer mehr in Wellen größere Strecken

geflogen. Klaus Ohlmann hat von Serres

den Stand der Flugaktivitäten der jüngeren

Vergangenheit zu berichten. Mit ca. 90 aus Rekordflüge von weit über 1000 km in den

Teilnehmern auch aus Bayern und Baden- Alpen durchgeführt. Das 1999 begonnene

Württemberg war es eine außerordentlich Mountain Wave Projekt (MWP) führte dann in

informative gelungene Veranstaltung. den Anden folgerichtig zu noch größeren Flügen

bis über 3000 km (der sicherlich bedeutendste

Ein kurzer historischer Abriss:

Weltrekord).

Am Weserbergland fand man Wellen manchmal

aus dem Hangflug heraus, auch im Thüringer

Wald wurden Wellenflugerfolge gemeldet.

Der noch ungebrochene „Höhenrekord“ für

Flüge an niedrigen Hindernissen von Wilfried

Reinhardt führte 1968 am Deister bei Hannover

(350 m über Umland) mit 7800 m dort zur

bislang größten geflogenen Höhe.

Erst 1990 hat sich dann eine Segelflieger- und

Flugmeteorologengemeinschaft zwanglos gegründet,

die über das bekannte Internetforum

Berichte gesammelt und damit weitere auch

theoretische Projekte angeschoben hat. Das

wird fortgeführt und über die Fortschritte wird

jährlich auf einem Forum berichtet. Dieses

fand erstmalig 1990 in Bückeburg und dann

Die Leewellen wurden durch Flugaktivitäten

von Grunau und Hirschberg (Schlesien, heute

Polen) aus im März 1933 durch Zufall entdeckt

als ortsfest stehende Wellen mit Aufwinden

im Lee des Riesengebirges bei starkem

Wind. Joachim Küttner, der übrigens am 21.

September 2009 100 Jahre alt wird, hat dieses

Phänomen als erster physikalisch richtig erklärt.

Forschungsflüge führten schon 1940 bis

über 10.000 m Höhe. Grosse Projekte wurden

als Sierra Wave Projekt in den Jahren 1951

und 1955 mit Joachim Küttner als wichtigstem

Forschungspiloten und wissenschaftlichem

Berater durchgeführt. Das T-REX (terrain induced

rotor experiment) wurde 2006 ebenfalls in

der Sierra Nevada in den USA durchgeführt mit

ihm als einem der wichtigsten Wissenschaftler.

Unter Nutzung von großen Forschungsflugzeugen

wurden die wesentlichsten Messungen

gesammelt.

Wellen in Europa und mehr

Bei Sonnenaufgang von Klix aus Richtung riesengebirge, Foto: Carsten Lindemann

Wellen spielten von Ausnahmen abgesehen in

Europa hauptsächlich die Rolle des Diamantenlieferanten

für die Gold C. Im Osten fuhr

der ostdeutsche Flieger dabei nach wie vor in

das Riesengebirge, ansonsten versuchte der

westdeutsche Pilot hauptsächlich und vorerst

in Innsbruck erfolgreich zu sein, d. h.:

Im Dunkeln vor Sonnenaufgang Flieger aufbauen,

Gerangel um die Reihenfolge am Start,

Föhnkarte für 100 DM kaufen, Windenstart, auf

6000 m über dem Inntal im Lee des Patscherkofels

steigen, Klappen raus der nächste

bitte.

Mit der Entdeckung der wunderbaren Flugmöglichkeiten

in der Provence hatten die Franzosen

schon in den Siebzigern demonstriert,

dass Wellen auch gut für das Überland fliegen

sind. 1983 war das erste Dreieck über 1000 km

fällig Robert Prat auf ASW 20.

Wellen im Kleinen bei uns

Allerdings blieben die Aktivitäten nicht nur

auf Alpen, Anden, Sierra Nevada und Rocky

Mountains beschränkt. Eine immer größer werdende

Fliegergemeinschaft versuchte, wenn

auch auf viel kleinerer Flamme, die mitteleuropäischen

Möglichkeiten zu erkunden. Schon

in den Sechzigern wurden Wellenflüge und

auch Forschungsflüge am Schwarzwald (Uni

Freiburg) und am Teutoburger Wald und am

Deister bei Hannover (FU Berlin) durchgeführt.

Sie brachten erste wissenschaftliche Erkenntnisse

über Wellen auch bei sehr niedrigen

Hindernissen. Es gab schon erste Wellenprognosen

und natürlich viele zufällig gefundene

Wellen. In Oerlinghausen ging das, wenn

auch sehr selten, bei Nordostwind gleich nach

dem Windenstart auf Höhen bis über 2000 m.

weiter u. a. in Aschersleben, Ballenstedt, Bad

Gandersheim, Göttingen, Berlin und jüngst in

Hannover statt. Jörg Dummann ist der Organisator

und hat darüber beim OSTIV-Kongress

anlässlich der WM in Lüsse berichtet.

Kurzfassung der Vorträge

Zu den Vorträgen:

Andreas Gidde (Hameln) und später Rainer

Fröhlich (Eschwege) zeigten stimmungsvolle

Bilder von Flügen im Weserbergland und am

Hohen Meißner.

Prof. Etling (Hausherr der Tagungsräume) und

Christoph Knigge zeigten Laborexperimente

von Rotor- und Wellenströmungen, die sie in

einem Wasserkanal in Toulouse gewonnen

haben. Dabei wurde die thermische Schichtung

durch unterschiedlichen Salzgehalt simu-

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liert. Es war gut erkennbar, wie Rotoren sich

mit der Schichtung und der Geschwindigkeit

verändern. Diese Ergebnisse, die auch den

sogenannten Wassersprung (hydraulic jump)

enthalten, müssen dann noch auf die fast um

den Faktor 1000 geringere Dichte der Luft

übertragen werden.

Hendrik Hoeth stellte sein in Lund (Schweden)

entwickeltes Wellenvorhersagemodell RASP

vor, das bereits seit Monaten die Wellen in

Norddeutschland und am Schwarzwald simuliert.

Diese Vorhersage ist online s. o. frei erhältlich.

Es ist wünschenswert, dieses Modell

auch auf andere Regionen zu übertragen, um

so neben den vom DWD verbreiteten Leewellenvorhersagen

nach den Modellen LMK, SVG

und BLM zu fliegerischen Entscheidungshilfen

zu kommen.

Anm. des Verfassers.: Das LMK hat häufig zu

geringe und das RASP zu große Vertikalgeschwindigkeiten.

Joachim Krais (Blaubeuren) hat eine Analyse

mit statistischen Aufarbeitungen der Schwarzwaldflüge

bei Ostwind insbesondere Ende Dezember

2008 dargestellt, die z. T. wegen Luftraumbeschränkungen

nicht über 4000 m Höhe

aber bis 570 km weit führten. Die RASP-Vorhersagen

und die erflogenen Daten stimmten

schon recht gut überein was Position und

Steigen anbetrifft. Interessant waren die mit

einem Zandersystem aufgezeichneten Windmessungen,

die es später erlauben werden,

ein komplettes Strömungsbild zu erstellen. Aus

den Kreis der Teilnehmer wurde der Wunsch

geäußert, Zugang zu den Programmen der

statistischen Analysen zu bekommen.

René Heise (Berlin) hat numerische Modellierung

und Simulation von Leewellensystemen

vorgestellt und Modellbeispiele aus Europa und

der Andenregion gebracht. In einem weiteren

Vortrag wurden Ansätze der Einbindung von

empirischen Positionen des Systems Rotor-

Welle unter Nutzung von Wellenvorhersagen

und statistisch gefilterten Wellenaufwindbändern

in einem Geographischen Informationssystem

(GIS) dargestellt. GIS wird zunehmend

auch für die Meteorologie verwendet.

Alfred Ultsch und Philip Ohrndorf (Frankfurt/M.)

bemühten sich um die Differenzierung zwischen

Thermik und Welle anhand von GPS

Dateien im Bereich der Alpen. Die Aussagen

dazu sind noch schwierig und nicht eindeutig.

Anmerkung des Verfassers: Mithilfe von ergänzenden

meteorologischen Daten sollte es wohl

gehen, wenn es sich um Rekordflüge handelt.

Christop Maul (Franfurt/M.) zeigt aufbereitete

Satellitendaten (NOAA) eines Leewellenereignisses

(6.12.07) und Bilder vom Boden aus. Er

wies auf die Loops bei sat24.com hin.

Karl-Heinz Dannhauer (Leipzig/Aschersleben)

beschrieb das Harz-Föhn-Projekt mit ersten

interessanten Temperaturmessungen eines

einfachen Temperatur-GPS-Messsystems zum

Einbau auch in Segelflugzeuge. Die Ergebnisse

zeigen z. B., aus welchen Höhen in Luv

die Luft in Lee stammt und erklären somit einen

Teil des Absinkens in Lee hinter den Bergen.

Auch das ist hilfreich zur Konstruktion des

Strömungsbildes.

Herbert Horbrügger (Brandenburg) zeigte verschiedene

Thermikwellenflüge aus den letzten

Jahren, die bei guter Thermik und z. T. stärkerem

Wind stattfanden. Zum einen wurden

Beispiele für die bekannteren Thermikwellen

am isolierten Hindernis gezeigt, nämlich der

Wolke, die von unten kommend in die Zone

höherer Windgeschwindigkeit darüber hineinwächst

und somit einen Hangaufwind vor der

Wolke erzeugt. Zum anderen wird ein System

von Wolkenstrassen und Wellenaufwinden beschrieben,

wie es so doch relativ selten auftritt.

Da kommunizieren beide Systeme miteinander,

da auch die über den Wolken liegende Atmosphäre

zumindest leicht stabil geschichtet

und somit in sich ohne Berge schwingungsfähig

ist. Beide Phänomene treten ohne Einfluss

von Bergen auf.

Jürgen Dittmar beschrieb seinen wunderbaren

Flug vom 9.11.08 über 480 km von Klix aus

über das Zittauer Bergland, Isergebirge in das

Riesengebirge und weiter bis ins Altvatergebirge,

wo die tschechischen Segelflieger mit

Mikulovice einen ausgezeichneten Wellenstartort

besitzen, und wieder zurück. Das ist

wahrscheinlich die bislang größte Entfernung

im nichtalpinen Wellenflug von einem Startort

in Deutschland aus. Ihm gebührt zusätzlich die

Ehre, das Wellenfliegen von Deutschland aus

mithilfe seiner Klixer Fliegerkameraden nach

Polen und Tschechien erschlossen zu haben.

Der Verfasser berichtete über die Analysen zu

seinem Wellenflug vom 11.11.08 am Riesengebirge,

obwohl er sich bislang vorzugsweise mit

Wellen am Harz beschäftigt hat. Er ist ebenfalls

vom 9. - 11. November 2008 in Klix zum Wellenfliegen

gewesen. Die Aussichten für schöne

Wellenflüge am Harz schienen wegen der

nahenden Front von Westen geringer zu sein.

Schon in den Siebziger Jahren sind Mitglieder

des heutigen FCC Berlin mehrfach ins Riesengebirge

zum Wellenfliegen gefahren. Am

9.11. war nur ein kleinerer Flug möglich (Erfahrung

sammeln), am 10.11. gab es nur das, was

man segelfliegerisch als Gerödel bezeichnen

könnte. Der 11.11. entpuppte sich als ein wunderbarer

Flugtag, der bei relativ geringen Windgeschwindigkeiten

am Riesengebirge Wellenhöhen

bis 7000 m (von polnischen Fliegern

aus Jelenia Gora) und eine Strecke bis über

600 km erlaubte.

Abbildung 1 zeigt die Konstruktion des Strömungsbildes

aus den Daten der Sonden Prag

und Breslau, sowie aus aus Bodendaten von

der Schneekoppe (1608 m) und aus Hirschberg

(Jelenia Gora 340 m) und aus den NOAA

De r Li l i e n t h a l e r 1/2009 31


erücksichtigen, dass die Wellen

am Ostharz wegen der geringeren

Berghöhen in der Regel schwächer

sind und die besten Wellen eben im

Lee des Oberharzes (z. B. Wernigerode)

stehen. Von Berlin und Brandenburg

aus muss man entweder

nach Aschersleben für einen mehr

oder weniger langen Schlepp fahren

oder per Motorkraft gegen den Wind

z. B. nach Ballenstedt fliegen. Das

ist mit Motorseglern zumeist TMG

schon von Strausberg, Schönhagen,

Reinsdorf, Kyritz und Lüsse geschehen.

Die größte erreichte Höhe am

Harz ist 7200 m (ASK 16 von Lüsse

Fotos: Carsten Lindemann

Satellitenbildern. Diese zeigen schöne Wellenwolken

im Lee des Riesengebirges (Wellenlänge

10 - 12 km eher schwächerer Wind) und

auch am Harz mit etwa doppelter Wellenlänge

(stärkerer Wind).

Die gezeigten potentiellen Temperaturen, die

in etwa den Stromlinien entsprechen, sind in

Grad Kelvin (z.B 290°) angegeben. Es zeigt

sich, dass die potentielle Temperatur am Boden

in Prag in etwa mit den potentiellen Temperaturen

auf der Schneekoppe und in Hirschberg

übereinstimmt. So stellt das insbesondere

den starken Abfall der Strömung von 1600 auf

etwa 400 m dar, was den Schwingungsvorgang

einleitet.

Die Abbildungen 2 und 3 zeigen Bilder des

Fluges mit der Wellenwolke, die man früher als

Moazagotl bezeichnete.

Wellenfliegen

Das Wellenfliegen ist nun seit

kurzem ergänzt durch viele

Flüge in der Region Oberrheingraben.

Dazu gehören der

Schwarzwald und der Odenwald

bei Ostwind (kalt) und der

Pfälzer Wald bei Westwind. Im

Weserbergland kommt man zumeist

aus dem Hangwind bei

Süd bis Südwest, der viel häufiger

auftritt, in die Welle z.B. im

Lee des Vogler. Die manchmal

schöne Welle am Deister ist

wegen des Luftraums C von

Hannover leider kaum noch

ausfliegbar. Nach der Vereinigung

steht nun auch der Harz

(auch S SW aber auch bei

Ostwind) zur Verfügung, der

von den nahen niedersächsischen

Plätzen oder aber auch

von Aschersleben aus erreichbar

ist. Man muss allerdings

aus), die größten Strecken im norddeutschen

Wellenflugbereich liegen

bei etwa 350 km, wenn man nur den

reinen Wellenflug ohne Hangunterstützung

z.B. bei den Flügen aus

dem Weserbergland rechnet. Wenn

auch der Flug gegen den Wind mit

bis über 80 km/h Gegenwindkomponente

mühsam ist, der Rückflug

ist dann die wahre Pracht.

Von Klix aus kann man die Erschließung der

Riesengebirgswelle angehen, die übrigens bei

weit geringeren Windgeschwindigkeiten als am

Harz z.B. funktioniert bis herunter auf etwas

über 20 kn in der Pragsondierung und bis 35

kn auf der Schneekoppe bei S-SW. Geringe

Windgeschwindigkeiten erlauben natürlich große

Vorfluggeschwindigkeiten senkrecht zum Wind

parallel zu den Bergen. Es sind sogar mit einem

kurzen Schlepp Wellen schon bei Bautzen im

Lee der Hügel des Lausitzer Berglandes erflogen

worden, von denen aus man sich bis ins

Zittauer Bergland hinhangeln kann. Von dort

ist dann der Einflug über das Isergebirge ins

Riesengebirge möglich. Einfacher und schneller

ist es allerdings, mit Motorkraft gleich gegen

den Wind bis ins Zittauer Gebirge zu fliegen

(ca. 40 km Strecke). Es ist zu bemerken,

dass die tschechischen Segelflieger in diesem

Raum schon Wellenstrecken bis über 900 km

geflogen haben.

Wellenfliegen in unseren Raum ist zwar sehr

viel aufwendiger als jede Sommerthermikfliegerei,

aber sie erschließt fantastische Möglichkeiten

und Eindrücke mit neuen fliegerischen

Erfahrungen und Erkenntnissen, die unseren

Winter viel erträglicher machen können.

Elementarer Hochgenuss in großer Höhe währt

solange, bis die Füße dann doch kalt werden.

Carsten Lindemann

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20 Jahre „Berliner Ballonfahrer-und

Luftschiffervereinigung“

Charlottenburg in Berlin statt.

Die Wende kam!

Natürlich wollten wir so schnell wie möglich in

der Umgebung von Berlin Ballon fahren.

1991 konnten wir unseren ersten eigenen gebrauchten

Ballon mit dem Namen „Saarland“

vom Stuttgarter Ballonverein erwerben, wofür

acht Vereinsmitglieder jeweils 2000 DM spendeten.

1992 erwarben wir dann mit Unterstützung der

Firma „Berlin Chemie“ einen neuen Ballon mit

dem Kennzeichen D-OBCH und dem Firmennamen

als Logo.

Er leistete lange Zeit treue Dienste.

Foto: Rosemarie Gschwend

Im selben Jahr im Dezember stellte uns glücklicherweise

die „Bitburger Brauerei“ einen neuen

Ballon zur Verfügung mit dem Kennzeichen

D-OBBE. Nach vielen wunderschönen Fahrten

wurde er 2003 abgelöst durch einen neuen

Ballon mit dem Kennzeichen D-OEIN.

Seit 20 Jahren sind die Ballone der „Berliner

Ballonfahrer- und Luftschiffervereinigung

e.V.“ (BBLVe.V.) regelmäßig am Himmel

in der Berliner Umgebung zu sehen. Im

Laufe der Jahre haben unsere Mitglieder

mit unseren Ballonen an vielen Veranstaltungen

im In- und Ausland teilgenommen.

Bei Veranstaltungen in Frankreich, der Schweiz,

Österreich und Italien war unser Verein vertreten.

Auch an traumhaften Alpenüberquerungen

haben wir teilgenommen. Für dieses Jahr sind

wir schon bei verschiedenen Veranstaltungen

angemeldet.

Einer der schönsten Höhepunkte war sicherlich

die weltweit größte Ballonveranstaltung in

Albuquerque, New Mexico, USA.

Hunderte von Ballonen, darunter die ungewöhnlichsten

Sonderformen ließen die „Ballönerherzen“

immer wieder höher schlagen.

Viele Freundschaften entstanden, die regelmäßig

gepflegt werden. Bei diesen Treffen

leben unvergessliche Geschichten auf, die ein

schönes Gefühl von Gemeinschaft vermitteln.

Aber wie fing eigentlich alles an?

1988 war noch nicht daran zu denken, in Berlin

und Umgebung jemals Ballon zu fahren. Ballon

konnte man in Westdeutschland fahren.

Für Berliner war es immer mit großem Aufwand

verbunden.

Der Berliner Architekt und Ballonfahrer

Norbert Reimann fuhr zu diesem Zeitpunkt

einen Ballon der „Einbecker Brauerei“ in

der Umgebung von Einbeck.

Im Sommer 1988 hielt Norbert Reimann in

seinem Büro vor seinen Geschäftspartnern

einen Vortrag über Heißluftballonfahrten in

Albuquerque.

Die Idee, einen Heißluftballonverein zu

gründen, war geboren.

Und endlich war es so weit.

Am 16. Januar 1989 wurde der Verein mit

dem Namen „Berliner Ballonfahrer- und

Luftschiffervereinigung e.V.“ gegründet.

Der Name ging auf den 1881 gegründeten

„Berliner Verein für Luftschiffahrt“ zurück

und sollte dessen Tradition neu beleben.

Die Gegend um Grünenplan in der Nähe

von Einbeck sollte das Fahrgebiet des neuen

Vereins werden.

1989 wurde auch seitens der „Einbecker

Brauerei“ die Idee verwirklicht, in Grünenplan

jährlich eine Ballonveranstaltung zu

etablieren. Die Ausrichtung der Ballonveranstaltung

wurde dem Verein übertragen

und mit Regelmäßigkeit fand die „Grünenplaner

Ballonfiesta“ statt, das große Ereignis

der Region.

Am 30.10.1989 fand dann die Eintragung

in das Vereinsregister beim Amtsgericht

Das Berliner Umland mit seiner abwechslungsreichen

Landschaft entwickelte sich zum

bevorzugten Einsatzgebiet unserer Ballone.

Sponsoreneinsätze für die „Bitburger Brauerei“

führten uns kreuz und quer durch die neuen

Bundesländer. Bei diesen Fahrten konnten

wir unseren Gästen unvergessliche Eindrücke

an Bord unserer Ballone vermitteln.

Wer sich für Ballonfahren im Verein interessiert,

egal ob als Pilot im Korb, als Ballonverfolger

oder als Gast, ist bei uns jederzeit herzlich

willkommen.

Gerne geben wir Auskünfte über unser Hobby,

das uns immer auf’s Neue begeistert.

Kontakt : Berliner Ballonfahrer-und Luftschiffervereinigung

e.V., Rainer Fritsch

Tel: 030 365 48 45 oder 0179 211 58 09

e-mail: info@bblvev.de

Rainer Fritsch

De r Li l i e n t h a l e r 1/2009 33


Befähigungsüberprüfung

für Piloten und Fluglehrer

Gemäß des derzeitigen Entwurfs sollen

sich Piloten und Fluglehrer alle sechs Jahre

bzw. alle neun Jahre einer Befähigungsüberprüfung

unterziehen.

Der DAeC lehnt diese regelmäßigen Befähigungsüberprüfungen

für die im Luftsport

relevanten Lizenzen grundsätzlich ab.

Das EU-Parlament und der EU-Ministerrat haben

diese regelmäßigen Überprüfungen in der

Verordnung (EG) 216/2008 (Basic Regulation)

festgeschrieben. Im Anhang III (Grundlegende

Anforderungen für die Erteilung von Pilotenlizenzen)

heißt es:

Die theoretischen Kenntnisse und praktischen

Fertigkeiten müssen in angemessenem Umfang

aufrechterhalten werden. Die Erfüllung

dieser Anforderung ist durch regelmäßige Bewertungen,

Prüfungen, Tests oder Kontrollen

nachzuweisen. Die Häufigkeit von Prüfungen,

Tests oder Kontrollen muss dem mit der Tätigkeit

verbundenen Risiko angemessen sein.

Der DAeC hatte diese Überprüfungen schon

während der Konsulationsphase abgelehnt.

In der späteren Gesetzgebungsphase fand

Deutschland im Ministerrat nur wenig Unterstützung,

da solche Befähigungsüberprüfungen

in vielen Ländern schon seit Jahren

gängige Praxis sind.

Die Bedingungen für Fluglehrer-Prüfer (FIE)

sind kaum zu erfüllen. Auch zukünftige Behördenprüfer

müssten die Bedingungen erfüllen.

Wobei allerdings nach dem vorliegenden

Entwurf alle diejenigen als Prüfer tätig werden

können, die die Vorausetzungen erfüllen.

Wenn überhaupt dürften regelmäßige Befähigungsüberprüfungen

nur für jene Lizenzen

gelten, die nach Inkrafttreten des EU-Rechts

erstmals ausgestellt werden.

Statt der individuellen mündlichen Tests

müssten auch alternative Testformen in Gruppen

möglich sein. So sollten auch eLearning

und elektronisch unterstützte Prüfungen möglich

sein.

Anmerkung:

Oft wird gefordert, dass alle Fluglehrer diese

Überprüfungen abnehmen dürfen sollen. Der

Entwurf sieht dies nahezu auch so vor. Es werden

allerdings Maßnahmen vorgeschlagen, um

sicherzustellen, dass alle Prüfer die gleichen

Kriterien anlegen (Standardisierung).

DAeC

Lehrberechtigung

50 Stunden-Regelung

akzeptiert

gewandt. Es dauerte bis zum Frühjahr 2006 bis

das JAA Licensing Sectorial Team sich für eine

Lösung im Sinne der Luftsportler entscheiden

konnte und sich auf ein Arbeitspapier einigte.

In diesem Entwurf wurde das nach FCL und

FCL-Deutsch geforderte Minimum von 100

Stunden Lehrtätigkeit im Cockpit als einer von

zwei erforderlichen Nachweisen der Lehrkompetenz

in den letzten drei Jahren der Gültigkeit

der Berechtigung um mehr als die Hälfte auf

45 Stunden reduziert. Ende 2006 wurde entschieden,

die Forderung für FCL-Lehrer auf 50

zu reduzieren und als langfristige Ausnahme

anzuerkennen. Das bedeutete, dass die Änderung

der Bestimmung im normalen Gesetzgebungsverfahren

der JAA weiterlief, aber von

den Mitgliedsstaaten in der nationalen Gesetzgebung

bereits angewandt werden konnte. Der

DAeC verhandelte mit dem BMVBS und dem

LBA, um die nationale Anwendung zu erreichen.

Auf der Internetseite des LBA liegt die Veröffentlichung

aus dem Bundesanzeiger als

Download bereit (PDF Dokument siehe Seite

140, JAR-FCL 1.355):

http://www.lba.de/cln_009/nn_57316/Shared-

Docs/download/L/L1/L1__JAR-FCL1.html

DAeC

Da die Basic Regulation in absehbarer Zeit

nicht geändert wird (Dauer für eine Änderung

wären ca. 5 Jahre), beibt derzeit nur die Möglichkeit

auf Zeit, Form und Umfang der Überprüfungen

Einfluss zu nehmen.

Voraussichtlich wird der DAeC in seinem Kommentar

die Befähigungsüberprüfungen grundsätzlich

ablehnen, auch wenn die EASA dies,

mit Bezug auf die gültige Basic Regulation, mit

einem rejected quittieren wird/muss.

In Deutschland werden einige Lizenzen derzeit

unbefristet erteilt. Es wird geprüft, ob die Einführung

der Überprüfungen gegen die Besitzstandswahrung

verstößt.

Werden alle Lizenzen 2012 in EU-Lizenzen

umgewandelt, so fallen alle Überprüfungen auf

das Jahr 2018, 2024 usw. Es ist unmöglich eine

so hohe Anzahl von Prüfern vorzuhalten, dass

dieser Berg abgearbeitet werden könnte.

Die Gebühren für die Befähigungsüberprüfungen

werden die Kosten für den Unterhalt

einer Lizenz deutlich erhöhen.

50 Stunden reichen aus: Bei Verlängerungen

und Erneuerungen einer Lehrberechtigung

muss der Inhaber 50 statt der bislang geforderten

100 Stunden praktische Ausbildungstätigkeit

innerhalb von drei Jahren nachweisen.

Mit Inkrafttreten von JAR-FCL im Mai 2003

waren die 100 Stunden Pflicht geworden. Viele

Fluglehrer, die ehrenamtlich in Vereinen tätig

waren, hatten damit ein Problem. Es fehlten

die Flugschüler und damit Ausbildungsstunden,

mit denen die hohe Auflage erfüllt werden

konnte. Vor allem in kleinen Vereinen mit wenigen

Schülern mussten Lehrer auf die Verlängerung

der Berechtigung verzichten oder sich

einer Befähigungsprüfung unterziehen.

Fast fünf Jahre hat der DAeC gegen diese

Bestimmung gekämpft. In vielen Gesprächen,

Briefen und Stellungnahmen hatte der Verband

und seine Motorflugkommission an den

zuständigen Stellen in der Politik und den Behörden

auf die fatalen Konsequenzen für die

Vereine hingewiesen und nachdrücklich eine

Änderung verlangt. Im Frühjahr 2005 hatte

der DAeC auch Europe Air Sports (EAS) um

Unterstützung gebeten. EAS hat sich mit dem

Anliegen an die JAA (Joint Aviation Authorities)

Kein ELT Zwang für Segelfugzeuge

in Frankreich

Die Ankündigung im Fliegermagazin, dass

in Frankreich alle Luftfahrzeuge mit Ausnahme

von UL mit einem ELT auszurüsten

sind, hat bei deutschen Segelfliegern erhebliche

Sorgen für die anstehende Flugsaison

in Frankreich hervorgerufen.

Im Gespräch mit der französischen Luftfahrtbehörde

und dem Fliegermagazin

konnte festgestellt werden, dass es für die

Segelflugzeuge nur eine Empfehlung für die

Nutzung eines ELT oder PLB (Personal Locator

Beacon) gibt. Das original AIC (https://

www.sia.aviation-civile.gouv.fr/dossier%5

Caicfrancea%5CAIC_A_2008_10_EN.pdf)

zeigt unter Römisch II und III die Empfehlungen

auf.

DAeC

34

De r Li l i e n t h a l e r 1/2009


Überprüfungsflüge in Segelflugvereinen !

Sinn oder Unsinn ?

Diese Thematik ist nicht neu und dennoch

sei sie hiermit zur Diskussion gestellt !

Christa Stammnitz vom Lilienthaler rief mich

an, ob ich nicht wieder über das letzte VBG /

DAeC Seminar einen kleinen Artikel schreiben

könnte? Wofür und warum derartige Seminare

besucht werden sollten, darüber wurde ja bereits

in 2 Ausgaben ausführlich berichtet und

auch darüber, was den Interessenten dort erwartet.

Ich habe daher mit mir gerungen, denn

wir Luftsportler möchten uns ja nicht gegenseitig

langweilen und schon gar nicht in unserem

Lilienthaler.

Ich habe den Entschluss gefasst, in dieser

Ausgabe nun nicht allgemein über das Seminar

zu berichten. Diesmal möchte ich eine Thematik

aus dem Seminar zur Diskussion stellen,

welche unter anderem in Lautrach eine Rolle

spielte. Das Thema „Überprüfungsflüge“. In

Segelflugvereinen eine gängige Praxis. Auch

nach diesem Winter wird der Saisonstart in

den Vereinen so anlaufen. Befasst man sich

aber näher mit dem Thema, entwickeln sich

Fragestellungen, die sich wie üblich aus gesetzlichen

Tatsachen ergeben. Der Zweck des

Ganzen bzw. die gute und richtige Absicht ist

wohl jedem Piloten gegenwärtig.

Ob nun gerührt oder geschüttelt, aus dem

Strudel deutscher Gesetzgebungen, europäischer

Harmonisierung Stichwort „EASA“ und

dem Luftfahrtversicherungsrecht, ergibt sich

bekanntlich nicht immer ein genussvoller Mix

und doch müssen wir ihn verzehren.

Die gesetzlichen Regelungen zur Thematik

sind schon eindeutig, nur kreuzen diese das

eigentliche Anliegen, „die Verbesserung der

Flugsicherheit durch gegenseitige Überprüfung

nach längerer Flugpause“. Die Vorstellung das

Meer in einem Sieb abzutransportieren, erscheint

einem oft näher an der Realität, als so

mancher der gut bezahlten und doch teils weltfremden

Ergüsse, aus den hohen Häusern.

Zum Überprüfungsflug haben GPL Inhaber

und der Fluglehrer eines Vereins die Wahl

zwischen „Pest“ und „Cholera“. Als Halter der

Vereins - Lfz muss sich der Vorstand natürlich

fest auf die Seite der Überprüfungsflüge schlagen.

Passiert etwas, was wir alle nicht erhoffen,

muss der Halter schon ein paar Fragen

über sich ergehen lassen und belegen, dass

sein Lfz von einem Piloten mit gültiger Lizenz

geführt wurde. Genau an dieser Fragestellung,

wird sich auch der Versicherer des Lfz reiben.

Schnell ist dem Vorstand ein Organverschulden

nachzuweisen, sollten da Ungereimtheiten

auftauchen.

Die Praxis der Überprüfungsflüge stellt eine

gute Maßnahme dar, um für mehr Sicherheit zu

sorgen. Vorstand und der GPL Inhaber fühlen

sich dadurch auf der sicheren Seite und auch

der „überprüfende“ Fluglehrer ist arglos. Eine

trügerische Sicherheit?

Im Folgendem sei eine frei erdachte Variante,

gemixt mit authentischen Geschehnissen dargelegt.

Nun die „Pest“ zeigt sich darin, das Mitglied

Willi Ahnungslos rund 7 Monate nicht mehr

geflogen ist. Willi spricht Rudi Sorglos an, der

hat ihn als Fluglehrer ausgebildet. Mal ein oder

zwei Flüge zur Überprüfung einbauen, dass

lässt sich am Tage locker arrangieren.

Willi ist also GPL Inhaber, daher ist er KEIN

Flugschüler! Nach 90 Tagen „Abstinenz“ darf

Willi aber keine Gastflüge durchführen! Rudi ist

während des Überprüfungsfluges an Bord mitnichten,

in Funktion eines Fluglehrers.

Ein Überprüfungsflug dieser Art ist eine rein

vereinsinterne Angelegenheit, mit guter Absicht,

aber keineswegs gesetzlich gestützt.

In wie weit nun im Falle X ein Richter den Fluglehrer

Rudi als mitfliegenden „Überprüfer“ oder

„Trainer“ des Vereins anerkennt, dass käme

auf den Versuch an, so auch beim zuständigen

Versicherer. Diese Funktion „überprüfen“ ist

jedenfalls nicht klar definiert! Der Gesetzgeber

kennt nur Flugschüler, Fluglehrer, quasi

den verantwortlichen Piloten und den Fluggast

sowie das Besatzungsmitglied. Was für

eine Rolle spielt nun Rudi an Bord? Ihn z. B. in

der Fluggastrolle zu sehen, ist eine ernsthafte

Frage und zu diskutierende Angelegenheit. Ich

möchte mich da nicht festlegen.

Wird Rudi rechtlich als Gast gesehen, verstößt

Willi vorsätzlich gegen die 90 Tageregelung!

Gehen wir dabei vom Guten aus und legen die

Rolle von Rudi an Bord mal zur Seite, letztlich

steht da weiter die Frage nach dem verantwortlichen

Piloten an Bord. Diese ist schnell geklärt,

meist vorn im Lfz. Sitzt Rudi als Lehrer auf diesem

Platz, darf er Willi die Welt von oben zeigen,

nur die Überprüfung von Willi bliebe dabei

auf der Strecke. Sinn macht das Ganze ja nur,

wenn auf dem Sitz des „Verantwortlichen“ Willi

seinen Platz einnimmt. Fakt ist, Willi haftet im

Falle X gegenüber Rudi nach geltendem Recht,

in unbegrenzter Höhe, sollte da ...

Ist das Lfz. zudem nicht richtig „Sitzplatzunfallversichert“,

verschärft dies noch die Haftungsfrage.

Frage: Fliegt Willi da 3x alleine, ohne einen

„Überprüfer“ nun nicht besser?

Für Willi aus versicherungstechnischer Sicht

bzw. hinsichtlich der Haftungsfrage auf jeden

Fall, im Sinne seiner Flugpause und letztlich

in Hinsicht auf die Zielstellungen der Vereine,

eher wohl nicht.

Kommen wir nun zum Teil „Cholera“. An dieser

Stelle wenden wir uns dem Gedanken der

eingangs erwähnten, trügerischen Sicherheit

zu und bringen mal folgende Überlegung ins

Spiel.

Der Lehrer kennt Willi mehr als 10 Jahre. Willi

ist ein sehr guter Freund, Kamerad ein super

Flieger. Willi hat erst im letzten Jahr eine 500

km Strecke und 2x 300 km Strecken abgerissen.

Eigentlich müsste Willi ja auch mal über

die Fluglehrerausbildung nachdenken. Rudi

ist von Willis Können über Jahre hinweg überzeugt.

Die Überprüfung ist reine Routine.

Kann es da nicht sein, das Rudi sich fast blind

auf Willi verlässt? Umgekehrt ist es nicht anders.

Rudi war schon Fluglehrer im Verein als ich

Willi zum Fliegen kam. Es steht außer Frage,

mache ich, „Willi Ahnungslos heute einen Patzer,

nun dann habe ich ja einen Fluglehrer und

nicht irgend einen an Bord“ !!!

Es soll ja so nicht sein und doch gehen wir in

uns, verlässt sich trotz Absprache rein mental

Einer auf den Anderen und dem gemeinsamen

Können?! Willi und Rudi fliegen perfekt ihre

Platzrunde ab. Willi unterläuft ein Fehler, er

beendet z. B., wegen des mangelnden Trainingszustandes,

den Landeanflug etwas zu

früh. Bei Rudi unserem Lehrer, wirkt der „mental

bedingte Verzögerungsmoment“ und d. h.

Rudi greift verzögert in Willis verpatzten Landeanflug

ein. Willi ist sich seines Fehlers ggf.

gar nicht bewusst. Wer sonst, wenn er einen

Fehler erkennt, würde ihn bis zu Ende treiben

und das noch in Bodennähe?

Abgesehen vom Vorsatz, keiner von uns Piloten

leitet freiwillig, vorsätzlich einen Fehler

ein bzw. provoziert gar bewusst einen Crash.

De r Li l i e n t h a l e r 1/2009 35


Rudis zu spätes Eingreifen hilft nicht mehr

weiter, der Flieger ist klimperklar. Zur Freude

Aller sind beide Kameraden unverletzt. Nun

kann man meinen, Willi sei ein „Charakterschwein“

oder es ist so wie ich es versucht

habe anzudeuten, Willi war sich seines Fehlers

nicht bewusst. An dieser Stelle zerbricht eine

langjährige, tiefe Freundschaft, denn Willi trifft

die Aussage, welche authentisch ist. Hermann

Kleber hat einen ähnlichen Fall im letzten

Seminar in Lautrach dargeboten. Willi meint:

„Hätte Rudi nicht eingegriffen, wäre alles glatt

verlaufen. Vielleicht wären wir etwas hart aufgesetzt,

aber erst Rudis Handeln führte dazu,

dass eine Fläche Bodenberührung bekam.“

Das gut gemeinte Handeln im Sinne einer besseren

Flugsicherheit und nach den internen

Regelungen im Verein, wird für Rudi Sorglos

zum Verhängnis. Das Gegenteil von Gut ist

eben nicht Böse, sondern gut gemeint. Rechtlich

gesehen, wird Rudi durch sein unautorisiertes

Eingreifen in die Bedienhandlung des

Piloten, zum Schuldigen.

Lilienthalers, die Vereinskultur an. Diese ist

eng an die Charaktere der Kameradinnen und

Kameraden im Verein geknüpft. Wie werden

wir uns verhalten und den Fehlerfall behandeln?

Das Ganze ist ein echtes Thema! Leider

ist oftmals der Zeitgeist auf Abwegen, jenseits

der Ehrlichkeit und Einsicht unterwegs. Das

spiegelt sich 1:1 auch bei Unfällen im Straßenverkehr

wieder. Also beredet und diskutiert das

Thema. Bedenkt aber in Euren Diskussionen,

es geht nicht um Recht haben, denn die Weisheiten

von Heute, sind nur die Irrtümer von

Morgen !

Vier DIN A4 Seiten voll mit gefällten Urteilen,

ähnlich gelagert auch zum Thema Überprüfungsflüge,

hat Hermann Kleber über Jahre in

seinem persönlichen Fundus gesammelt und

zur Verfügung gestellt. Diese passen natürlich

nicht in eine kleine Zeitung. Wer aber weitere

Fragen hat, kann sich gern an Hermann

Kleber mit seinem Problem wenden. Dies

hat er uns freundlicher Weise so angeboten.

Hermann.Kleber@t-online.de

Schick

deinen Flieger

in den Himmel

„Pest“ oder „Cholera“, immerhin wir können

wählen.

Sicherlich, ich habe leicht überzogen, das Ganze

etwas provokant, aber auch bewusst etwas zynisch

dargeboten. Sollte es so aufgefasst werden,

ist das Ziel erreicht. Ihr sollt darüber im

Verein reden. Das Thema ist wie gesagt nicht

neu und doch brand aktuell. Jens Eisenreich

sprach da auch einmal, in einem Artikel des

An dieser Stelle, wenn auch mit etwas zeitlichem

Abstand, möchte ich mich wie üblich

im Namen aller Teilnehmer bei der VBG, insbesondere

bei Herrn Willi Schröder sowie bei

Hermann Kleber vom Luftsportverband Reinland

e.V. - DAeC, für dieses abermals gelungene

Seminar bedanken.

Bernd Streubel

Aero Club Berlin e.V.

Ein

Nachwuchsprojekt

der Luftsportjugend

Fluglehrer-Fortbildungslehrgang

Detlef Passlack fesselt seine Zuhörer mit seinem launigen,

aber mit vielen interessanten Hinweisen und Informationen

gespickten Vortrag, Foto: A.Leutz

Am Wochenende 21./22.2.2009 fand an der

TU-Berlin ein amtlich anerkannter Fortbildungslehrgang

für Segelflug- und Motorfluglehrer

statt.

Der Lehrgang stand unter der Leitung von Rainer

Selle und Achim Leutz; die zahlreichen

Teilnehmer kamen überwiegend aus den Landesverbänden

Berlin und Brandenburg,

aber auch aus anderen

Landesverbänden, wobei Klaus

Ohlmann, der extra aus Frankreich

anreiste, wohl zu den prominentesten

Teilnehmern gehörte.

Sie alle hörten höchst interessante

Vorträge der Referenten:

C. Lindemann (Segelfliegen in den

Europäischen Wintermonaten)

G. Bertram (Aktuelles zur Luftraumstruktur)

W. Fried (Aktuelle Rechts- und

Haftungsfragen)

J. Eisenreich (Analyse von Flugunfällen 2008),

D. Passlack (Fehlerketten und Analysen, sowie

Vortragstechnik)

B. Bartels (Strategie zur Nutzung von Flugwetter-Selbstbriefing)

K. Engelhard (Über das Luftsport Service-

Center Ost).

Achim Leutz

• Ihr braucht noch ein klasse

Event für Euer Flugplatzfest

oder Messestand?

• Ihr habt kein Personal

dafür?

• Ihr wollt was für die

Nachwuchsgewinnung tun?

• Und kosten soll‘s auch nichts?

Dann seid Ihr hier richtig!

Der Luftsport in Deutschland

braucht Nachwuchs in

allen Sparten. Besonders

bei den Segelfliegern und

Modellfliegern zeigen sich die

Folgen der demografischen

Entwicklung. Daher hat

die Luftsportjugend, in

Zusammenarbeit mit der Firma

Graupner Modellbau und dem

36

De r Li l i e n t h a l e r 1/2009


Haus der Luftsportjugend,

ein Projekt entwickelt, um

neue Wege zu Kindern und

Jugendlichen zu finden, die

sich bisher noch nicht mit

Modellbau oder Luftsport

allgemein beschäftigt haben.

Und hier kommt Euer Einsatz!

Ihr habt ein Event mit

viel Publikum, bei dem Ihr

auch Kinder und Jugendliche

erwartet wie zum Beispiel

ein Flugplatzfest. Hierfür

benötigt Ihr noch einen Punkt,

der Euer Fest bereichern soll.

Ihr meldet Euch bei uns, und

2 Modellflugsportler bauen

mit den Kids 50 Wurfgleiter

von Graupner, machen einen

Wettbewerb und haben als

Hauptpreis noch zwei Mal ein

Modellflugwochenende für je

zwei Personen im Haus der

Luftsportjugend in Laucha in

der Tasche.

Dies alles kostet Euch nichts!

Informationen zum Projekt,

Anmelde- und Ablaufhinweise

findet Ihr auf unserer

Website unter: http://

nachwuchs.luftsportjugend.com

Abonnieren Sie unseren kostenlosen

Newsletter Flugsicherheit

und Sie sind gut informiert!

Büro Flugsicherheit DAeC

E-Mail: o.gottschalg@daec.de

www.daec.de/flusi

Flugsicherheitsinfos, Unfallberichte und

Bulletins finden Sie auch unter:

www.bfu-web.de

Engagieren!

Einfluß nehmen!...Einmischen!

Das Wesen von Vereins- und Verbandsperiodika,

wie auch „DER LILIENTHALER“, ist

das Metier möglichst positiv darzustellen.

Es nützt aber nichts die Augen vor gravierenden

Problemen und Entwicklungen zu

verschließen.

Der Landesverband Brandenburg hat nun

drei Mitglieder weniger als das kleine (und

mindestens genauso arme) Bundesland Bremen,

943 zu 946. Ob wir wollen oder nicht, wir

müssen der Sache auf den Grund gehen. Bitte

lasst mich hier einen Versuch, und sei es nur

als Anregung zu weiterer Untersuchung, unternehmen:

Kaum ein Verein ist wohl von den großen Einflüssen

des Kommerzes und dessen Krisen

gefeit. Mehr noch, in Sachen Geldmangel

bekommen Ehrenamt und die nichtkommerziellen

Freizeiteinrichtungen als Erstes die Folgen

zu spüren. Auch ich fahre die 90km einfach

zu meinem Verein tendenziell nur noch,

wenn die Chancen zu fliegen gut sind und ich

nicht knapp 200km nutzlos auf Autobahn und

Landstrasse verbringe. (Wobei es natürlich

gute Gründe gibt, seinen Verein auch ohne unmittelbare

Flugaktivitäten zu besuchen.) Der

Spagat zwischen „ so billig wie möglich im Hier

und Heute fliegen“ und die Einrichtungen auch

für kommende Sportsfreunde der Zukunft zu

erhalten, ist nicht immer leicht. Mir ist noch ein

Satz aus den 90er-Jahren gut in Erinnerung,

als ich gerade nach Berlin-Brandenburg gezogen

war. „Ihr da oben wollt uns doch nur das

Geld aus der Tasche ziehen!“ Die „da oben“

war der Vorstand meines Vereines, welcher

wirklich nur kneipenbaulich bedingt bei der

Jahreshauptversammlung leicht überhöht an

einem Quertisch über dem Plenum saß. „Wir

da unten!“ waren die Mitglieder, welche gerade

über Lastschriftverfahren und eine Flugpauschale

abstimmen sollten. Dieser Einwand

ist leider sehr bezeichnend. Der Vorstand ist

im Verständnis nicht primus inter pares, demokratisch

gewählt, sondern „da oben“. Macht,

und ist sie noch so unbedeutend, wird immer

mit ihrem Missbrauch und unzulässiger Bereicherung

assoziiert. Das gibt es in der Tat auch!

Wie sehr sich eine semi-kriminelle Minderheit

aber selbst bloß stellt, erleben wir gerade. Was

de jure korrekt ist, kann durchaus unsportlich

verwerflich sein. Moral manifestiert sich in nicht

manifestierbaren Regeln, welche unser Zusammenleben

schöner machen. Ich behaupte

deshalb, dass 99% aller Vereinsvorstände und

Funktionäre nicht nur im Flugsport sich

einzig und allein ehrenamtlich dem Sport verschrieben

haben und diesen nachhaltig finanzieren

und solidarisch betreiben wollen.

Doch auch wenn es schwer zu vermitteln ist:

Die Fliegerei wird nach diesem „annus horribilis“

für einige Mitglieder mehr tatsächlich unerschwinglich

werden. Jeder Verein, welcher Mitglieder

aus falsch verstandener Solidarität und

Mitgefühl kostenlos über Monate, gar Jahre,

(Segel-)Flugzeuge nutzen lässt, geht selbst

den Gang alles Vergänglichen, vulgo Pleite.

Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden.

Wir sterben immer nur einen Tod.

Das sehe ich analog so für UNSEREN neuen

LTB, dem Service-Center-Ost GmbH! Dieser

Betrieb ist eine Einrichtung für uns Flieger, notwendig

geworden zur Erfüllung der Erhaltungsund

Prüfungsanforderung durch die Behörde

und dient letztlich nur unserer Sicherheit. Dieser

Betrieb muss sich tragen! Wir alle müssen

entscheiden, ob er grad so kostendeckend

mit niedrigsten Gebühren arbeiten kann oder

ob er sich rentieren, und die Früchte, sprich

Gewinne, wieder auf die Vereine ausschütten

oder ein paar Jahre Speck ansetzen darf. Beide

Modelle haben Charme, eine Mischung davon

geht gar nicht.

Ganz dumm mit Verlaub ist, sich für seinen

Verein oder entsprechendes Privatflugzeug, einen

anderen CAMO-LTB zu suchen, weil man

dem Service Center Ost „nicht traut“. Jedes

Vereinsmitglied, jeder Luftsportler/in im Geschäftsbereich

des SCO sollte sich verpflichtet

fühlen diese Idee zu unterstützen. Mir persönlich

wäre allein aus diesem Grunde schon die

Gesellschaftsform einer „eingetragenen Genossenschaft“,

e. G. lieber gewesen.

Helfen wir unserem Kind dem Service Center

Ost, auf die Beine! Melden wir jedes mögliche

Flugzeug dort an!

Unterstützen wir die Geschäftsleitung mit konstruktiver

Kritik.

Es kommt uns am Ende Allen zu Gute.

Nur so können wir Kosten senken und die Fliegerei

noch attraktiver machen.

Hubert Eckl

De r Li l i e n t h a l e r 1/2009 37


Berliner Fallschirmsport

Geschichte Gegenwart Zukunft

Veranstaltungen

Büro Flugsicherheit

Der Berliner Fallschirmsport begann 1955

nach der Wiedererlangung der Lufthoheit

in Deutschland mit der Gründung des FSC

Berlin e.V. In der Anfangszeit war das Fallschirmspringen

mit großen Mühen verbunden.

Man musste durch die „Zone“ reisen,

nur um am Wochenende einen Sprung in

West-Deutschland machen zu können. An

Springerei in der unmittelbaren Nähe der

Stadt war für die West-Berliner (in den

Vereinen FSC, VfF, Paraflug und später

Grounded Skydivers) und die Ost-Berliner

Springer, die zuerst in der GST organisiert

waren, aufgrund der politischen Lage gar

nicht zu denken. Natürlich war der Wunsch

nach einem eigenen Sprungplatz groß. Der

FSC hatte seine Heimat erst recht bescheiden

in Bad Gandersheim und dann schon

etwas komfortabler in Höxter, der VfF in

Meißendorf mit eigenem Clubhaus sogar,

der Paraflug in Hartenholm und der BFSV

in Kreuzbruch. Das waren zwar praktikable

Lösungen, aber zumindest allen West-Berliner

Springern blieb der hohe Reiseaufwand.

Trotz der Erschwernisse hatte der West-Berliner

Fallschirmsport in seinem DAeC-Landesverband

einen weit über dem Bundesdurchschnitt

liegenden Mitgliederanteil von ca. 30%. Auch

der Leistungssport hatte einen sehr hohen

Stand, was sich in einem Anteil von über 50%

am Bundeskader ausdrückte.

Mit der Wende kam dann endlich die Möglichkeit,

den alten Wunsch nach einem richtigen

Heimat-Sprungplatz zu realisieren. Die

Vereine FSC, VfF und BFSV begannen kurz

nach der Wende damit den Sprungbetrieb

gemeinsam zu organisieren und sprangen

zusammen erst gelegentlich in Kreuzbruch.

Der gemeinsame Mitgliederbestand betrug

über 600. Dann folgte der Zusammenschluss

zur FSG und es wurde Kreuzbruch als vorläufiger

Vereinsplatz etabliert. Nach engagierter

Suche und Sondierung wurde schlussendlich

Gransee als Standort für den ersten eigenen

Vereinsplatz der Berliner Luftsportgeschichte

gefunden. Das Startkapital war ausgezeichnet.

FSG und VfF hatten immer gut gewirtschaftet

und besaßen je eine Cessna 206 mit Soloy-

Turbine und der BFSV hatte eine AN2 und eine

Wilga aus der GST übernommen. Der Bestand

an Fallschirmen betrug weit über 40 Schirme

für Schüler und fortgeschrittene Anfänger und

5 Tandemsysteme. Durch die ausreichende

Eigenkapitalausstattung war es möglich, mit

Förderung durch Senatskredite und hohem

personellen Eigeneinsatz den beispiellosen

Aufbau des Sprungzentrums in Gransee zu realisieren.

Es gibt wohl keinen anderen Verein

in Deutschland, der einen vollständig ausgestatteten

Sprungplatz dieser Größenordnung

sein Eigen nennen kann. Der Betrieb des

Flug- und Sprungbetriebes musste aus personellen

Gründen an einen gewerblichen Partner

verpachtet werden. Wenn in wenigen Jahren

die Kredite abgezahlt sein werden, wäre der

Verein in der Lage, den Sport seiner Mitglieder

erheblich stärker zu fördern als in der Vergangenheit.

Doch wo steht der Verein heute? Der Mitgliederbestand

ist auf unter 100 gesunken. Der

Anteil am Bundeskader beträgt nur wenige Prozent.

Der Verein ist so gut wie gar nicht mehr

initiativ. Die Ausrichtung der Wettbewerbe und

die sportliche Initiative, die die ureigensten

und satzungsgemäßen Aufgaben des Vereins

sind, sind fast ganz auf den gewerblichen Partner

übergegangen, der natürlich bemüht sein

muss, einen wirtschaftlich tragfähigen Betrieb

zu realisieren.

Sollte die Geschichte des Berliner Fallschirmsports

damit zu Ende gehen, dass der Vereinssport

im Boden versickert und die Früchte der

unsäglichen Mühen der Vergangenheit der

heutigen Springergeneration verloren gehen.

Die hat allerdings offenbar gar keinen Bezug

zu den Errungenschaften, denn die waren ja

schon für sie da und mussten nicht mehr hart

erkämpft werden. Sie sollte allerdings so klug

und engagiert sein, das großartige Erbe zu

erhalten und zu nutzen und nicht leichtfertig

durch eventuellen Verlust der Gemeinnützigkeit

zu verspielen.

Peter A. Pfalzgraf

Landesreferent Fallschirmsport

Anmeldungen unter:

www. flugplatz-finsterwalde.de/ljvf2009

Das Büro Flugsicherheit beim DAeC veranstaltet

regelmäßig Sicherheitstrainings für

Privatpiloten und Luftsportgeräteführer.

Die Termine der Veranstaltungen und die

dazugehörigen Kontaktdaten sind auf der

Website www.daec.de unter „Termine“ zu

finden. Zur Eingrenzung kann die Rubrik

„Flugsicherheit“ und die Veranstaltungsart

„Lehrgänge“ ausgewählt werden. Um

Berichte mit Informationen und Bildern

zu den vergangenen Veranstaltungen des

Büro Flugsicherheit abzurufen, kann die

entsprechende Veranstaltung in der Auflistung

angewählt werden.

24. bis 28. April 2009:

36. Motorflug Sicherheitstraining, Nordhorn-

Lingen

mehr Info: MFST Nordhorn-Lingen 2008

Info und Anmeldung: Ralf Keil r.keil@daec.de

01. bis 05. Mai 2009

37. Motorflug Sicherheitstraining, Leipzig-Altenburg,

mehr Info: MFST Altenburg 2008

Info und Anmeldung: Ralf Keil r.keil@daec.de

01. bis 05. Mai 2009

38. Motorflug Sicherheitstraining Kyritz

mehr Info : MFST Kyritz 2008

Info und Anmeldung: Ralf Keil r.keil@daec.de

10. bis 15. Mai 2009

Sicherheitstraining für Ul, Mose, MF Bremgarten

- Gap mit Alpenflugeinweisung, Bericht

2007

Info und Anmeldung: Luftsportverband Rheinland

Pfalz, info@lsvrp.de

15. bis 26. Juni 2009

BFK Breitenförderkurs, Sicherer Gebirgssegelflug.

Samedan Schweiz, Info und Anmeldung:

Ottmar Gottschalg, flusi@daec.de

02. bis 14. August 2009

21. MPLG Multiplikatorenlehrgang, sicherer

Gebirgssegelflug, Saint Auban Frankreich,

amtlich anerkannte Fluglehrerfortbildung

Info und Anmeldung: Ottmar Gottschalg,

flusi@daec.de

06. bis 09. Sept. 2009

Sicherheitstraining für Ul, Mose, MF, Bremgarten

- Gap mit Alpenflugeinweisung, Bericht

2007

Info und Anmeldung: Luftsportverband Rheinland

Pfalz, info@lsvrp.de

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De r Li l i e n t h a l e r 1/2009


Termine 2009

Si t z u n gs-Te r m i n e LV Be r l i n:

Die Sitzungen des DAeC Landesverbands

Berlin finden um 19.30 Uhr im Sportlertreff

„Poseidon“ statt.

04.05.2009 Vorstandssitzung

21.09.2009 Vorstandssitzung

02.11.2009 Vorstandssitzung

Versammlungen der Jugendwarte 2009:

28.5., 17.9., 19.11.

jeweils um 18 Uhr im Poseidon (direkt vor der

SeKo)

Te r m i n e Ju g e n d:

28.-30.8.2009 Landesjugendvergleichsfliegen:

Segelflug 2009 in Neuruppin

Te r m i n e Al lg e m e i n:

1. - 5.Juni 2009: Streckenfluglehrgang Lüsse

Anmeldungen: engelhardt-berlin@t-online.de

4 - 7.06.09: In Lüsse Berliner D-Kaderfliegen

13.07. - 24.Juli 2009: IMGC2009 Militärmeisterschaft

in Holzdorf

24.07. - 02. August: 10. Offene Landesmeisterschaft

in Stölln/Rhinow, Organisatorische

Fragen sind an den Sportleiter und Vorsitzenden

des Flugsportvereins Stölln, Johannes

Hille (0179-9102715 oder info@edor.org), zu

richten.

04. - 06. September 2009: Der Ultraleichflieger-Club

Märkische Schweiz e. V. plant,

das European CT Meeting auf dem Verkehrslandeplatz

Eggersdorf (EDCE) durchzuführen.

Informationen dazu werden auf der

Website:http://www.euro-ct-meeting.ul-fliegerclub.de/

veröffentlicht.

01.02.- 31.10. 2009: UL- Jahressportflug 2009

Info: www.ul-fliegerclub.de, Kontakt: Werner

Hempel, Ernst-Thälmann-Str.60, 15344 Strausberg,

E-Mail: werner_hempel@arcor.de,

Tel: 0162 7536983

20.05 - 23.05.2009: 18. Sachsenmarathon

Gemeinsames Luftwandern mit UL‘s, UL Sonderlandeplatz

Brauna / Sachsen, Informationen

und Anmeldung unter:

Horst Kny, Tel: 0172 / 351 290 7, Email: sachsenmarathon@ulbrauna.de,

Web: www.ulbrauna.de

Te r m i n e Fa l l s c h i r m s p o r t:

LV-Brandenburg

24. 25. April: Schiedsrichter - WB, Schönhagen,

Klassische Disziplinen

25. 26. April: Pink - Springen, Neuhausen

01. 03. Mai: 10er Speed,Klatovy - CZE,Freifall

Formation

05. 06. Juni: Weltcup-Serie, Rijeka - CRO,

Zielspringen

06. 13. Juni: World Air Games,Turin - ITA,

alle Disziplinen

26. 28. Juni: Weltcup - Serie, Bled - SLO,

Zielspringen

04. 05. Juli: Zirkus am Himmel, Nardt,FS-

Sport-Präsentation

16. 27. JUli: World Games, Kaohsiung -

Taipeh, Ziel- und FF-Formation

17. 19. Juli: Weltcup - Serie, Altenstadt, Zielspringen

04. 09. August: Deutsche Meisterschaft,

Saarlouis, alle Disziplinen

07. 09. August: Weltcup - Serie,Belluno -

ITA, Zielspringen

12. August: 7. Senioren-Sport-Spiele des LSB

BB, Neuhausen, Zielspringen

15. 22. August: 34. CISM - WM,Lucenec -

SVK, Klassische Disziplinen

28. 30. August: Weltcup - Serie,

Zell am See - AUT, Zielspringen

05. 06. September: Nachtspringen AN-

28Magdeburg, alle Disziplinen

Im September: 2. Ostländer-LM / 9. SPEKON-

Pokal, Groß Rückerswalde, Zielspringen

14. 18. September: Rekord-Versuch Damen,

Eisenach, Freifall- Formations-Springen

25. 27. September: Weltcup - Serie,

Locarno - SUI, Zielspringen

LV-Berlin

10.04.2009: Beginn der Sprungsaison in Gransee

10.04.-19.04.: Lehrerlehrgang in Gransee mit

Arno Raulf, Gransee

15.05.-17.04.: Kappenflugseminar in Gransee

mit Nina Engel, Gransee

30.05.-01.06.: 16er-Springen mit Mike Vetter,

Gransee

23.06.-28.06.: 40er Formationen mit Kate Cooper,

Gransee

04.07.-06.07.: 2er Wettbewerb, Gransee

27.07.-02.08.: Trainingswoche 4er und Freefly

(Nils Predstrup), Gransee

28.08.-30.08.: Berliner Meisterschaften Fallschirmspringen,

Gransee

02.09.-06.09.: Atmonauti-Boogie mit Marco

Tiezzi, Gransee

03.09.-06.09.: Cumulus-Convention, Kappenformation,

Hungriger Wolf bei Itzehoe, mit

PETi

11.09.-13.09.: Kappenflugseminar in Gransee

mit Nina Engel, Gransee

Te r m i n e Pr ä z is i o ns f l u g:

11./12.07.2009: Präzisionsflug- Trainings-WK

für Solopiloten und Besatzungen FP Rothenburg/Sa

http://www.flugplatz-rothenburg-goerlitz.de/

13.-18.07.2009: Lande-Training Vorbereitung

WM für Solopiloten FP Rothenburg/ FP Torun

19.-26.07.2009: Weltmeisterschaft Präzisionsflug

FP Torun / Poland

28./30.08.2009: Traditions-Rallye „Rund um

Berlin“ FP Fürstenwalde

11./12.09.2009: Traditioneller Landewettbewerb

+ Senioren-Sportspiele LSB Brandenburg

FP Schwarzheide/Schipkau

Ve r a n s ta lt u n g s k a l e n d e r 2007 Sp o r t fa c h g r u p-

p e Mod e l l f l u g im LLV Br a n d e n b u r g e.V

6.Apr.: ,,Ostereierfliegen, 03238,Finsterwalde

FMSV Finsterwalde, Günter Heppe, 03531-

2259, StefanHeppe@t-online.de

9.Apr.: Osterfliegen, 03119 MFP Welzow,

MFC Senftenberg-Welzow, Wolfram Metzner,

03573-61230,w_metzner@gmx.de

14.April: Saisoneröffnung, F1 alle und UHU

CupF1, Lauchhammer, FMSV Frankfurt/O

Thomas Weimer, 03322-205067 thomasweimer2000@aol.com

29. April - 1. Mai: Modellflugjugendtreffen Indoor

Haus der LSJ, Laucha, 034462 3390,buero@hdlsj.de,http://www.hdlsj.de

1. Mai: F3J, 14974, MFP, MFC 90 Ludwigsfelde

DAeC 76/2007, Michael Brocks, Offene Vereinsmeisterschaft,

Wietstock, 030-7461167,

mm@mum-brocks.de

6. Mai: UHU Cup alle F3-Klassen,03238,

FP Finsterwalde, FMSV Finsterwalde, Günter

Heppe, Teilwettbewerb zur LJM 2006 der Spfg.

MD, 03531-2259 StefanHeppe@t-online.de

12.Mai - 13.Mai: Ranglistenwettbewerb für

Segelflugmodelle Nuthepokal 14974, MFP

MFC 90 Ludwigsfelde DAeC 76/2007, Michael

Brocks, Klasse F3J, Wietstock 030-7461167

mm@mum-brocks.de

19. Mai: Multi Task Segelflug, 15320, MFP

Gottesgabe, FMSC Neuhardenberg, Holger.

Au, Klasse F3B,033476-5270, Holger Au@tonline.de

24.-28.Mai: Bundesjugendvergleichsfliegen

Haus der LSJ, UHU Cup, alle Klassen, Laucha,

034462 3390 buero@hdlsj.de, http://www.

hdlsj.de

9. Juni: Landeswettbewerb, F1 alle und UHU

Cup1, Brücker Wiesen, Hans-Grade Gesellschaft

e.V, Stefan Gerlach, Spfg. MD,033845-

41294, StephanGerlach@gmx.net

09.-10.06.: Deutsche Jugendmeisterschaft

Klasse F3B-J, Herten/NW, DAeC 62/2007

10. Juni: UHU Cup alle F3-Klassen,

03238, FP Finsterwalde, FMSV Finsterwalde,

Günter Heppe, Teilwb. zur LJM 2006 der

Spfg. MD,03531-2259, Sängerstadtpokal,

StefanHeppe@t-online.de

16.-17.Juni: Flugplatzfest, SLP, FSV Siewisch,

Juergen-Kupke@emis-tc.de, Siewisch, Spfg. MD

7. Juli: Lieberose Pokal, F1A und F1H

15868 Lieberose, FMSC Lieberose, Manfred

Lindner, OT Behlow, 033671-2560

7.-8.Juli: Flugplatzfest, 03119,MFP Welzow,

MFC Senftenberg-Welzow, Wolfram Metzner,

03573-61230, w_metzner@gmx.de

De r Li l i e n t h a l e r 1/2009 39


The focal

point of aerospace

ILA Berlin Air Show

8. 13. Juni 2010

Flughafen Berlin-Schönefeld

www.ila-berlin.de

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