Samstag, 18. Oktober 2008 - Internetangebot von Dr.Joerg Sieger

joergsieger

Samstag, 18. Oktober 2008 - Internetangebot von Dr.Joerg Sieger

Pfarrei St. Peter

Gemeinde-

Kirche - Welt

Inhalt

3-5 Jugendkreuzweg

2008

6-8 Kirchenrenovation

St. Anton

9-15 Serie: Unsere

Kirchenheiligen

Paulus

16-19 Aufstieg oder

Untergang?

20-21 Brunch 2008

22 Spendenübergabe

Brunch

23 Mannheimer

Klarinettenensemble

24-25 Kinderbibeltag

2008

26-30 Impressionen

Patrozinium 2008

31 Kinderseite

Ausgabe 2/2008


Impressum

Ausgabe: 2/2008

Auflage: 800

Redaktion:

Manuela Frank Brigitte Grgas

Bernd Molitor Ludwig Müller

Gondulf Schneider Michael Veith

Ruth Zöller

Druckerei & Verlag KAROLUS GmbH


Jugendkreuzweg 2008

Palmsonntag 2008. Die Jugendlichen unserer evangelischen

und katholischen Gemeinden sind zu einem ökumenischen

Kreuzweg in die Antoniuskirche eingeladen. Kurz vor 18 Uhr

hat sich eine Gruppe von etwa 50 jungen Leuten in der Kirche

eingefunden, wo gerade letzte Vorbereitungen getroffen werden.

Was zunächst beginnt wie eine der üblichen Veranstaltungen,

zu denen man als Jugendlicher halt hingeht, damit die Eltern

zufrieden sind oder weil man persönlich angesprochen wurde,

verwandelt sich bald zu einem Gottesdienst von echter Tiefe.

Die jungen Leute, die die sieben Stationen in Gebeten, Bildern

und Gesten vortragen, haben sich ihren Kreuzweg selber ausgesucht.

Sie haben sich auf die Texte eingelassen, man spürt

ihre Betroffenheit angesichts der Parallelen, die zwischen dem

Leiden von Jesus und den vielfältigen Leiden in unserer heutigen

Zeit gezogen werden. Auch die Besucher in den Kirchenbänken

spüren das – es ist ungewöhnlich still für einen Jugendgottesdienst.

Und als gegen Ende alle eingeladen werden, ihre

persönlichen Bitten auf Zettel zu schreiben und an das dafür

vorbereitete Holzkreuz zu heften, gibt es fast keinen, der auf

seinem Platz bleibt.

Nach dem Gottesdienst stehe ich vor dem Holzkreuz; ich bin

neugierig, welche Wünsche die Jugendlichen haben. Und ich

lese ihre Anliegen:

„Herr, ich bitte, mach,

dass mein Opa noch lange leben kann.“

Generationenkonflikt?

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„Lass mich spüren, wo andere meine Hilfe brauchen.“

Egoismus?

„Lass mich den Druck der Gesellschaft aushalten.“

– Die Bitte macht mich betroffen. Immer wieder kehrt mein

Blick zurück zu diesem Zettel: „Lass mich den Druck der Gesellschaft

aushalten.“ Da hat jemand formuliert, was viele heute

empfinden, und betroffen bin ich, weil die Bitte von mir

stammen könnte; bis vor nicht allzu langer Zeit hätte ich sie

genau so formuliert. Hilflosigkeit und Auflehnung zugleich

liegen darin, angesichts der immer rücksichtsloseren Zerstörung

von Natur und von menschlichen Beziehungen, und die

Angst davor, in diesem bis zum Irrsinn beschleunigten Wettlauf

aller gegen alle irgendwann nicht mehr mithalten zu können.

Das Wort ‚Druck‘ steht stellvertretend für die mannigfaltigen

Zwänge angesichts der Schieflage unserer Gesellschaft. Er lastet

nicht nur auf den Jugendlichen, auf ihnen aber ganz besonders.

Was sollten sie auch anderes empfinden angesichts der

Tatsache, dass sie schon in der Schule gnadenlos auf Wettbewerb

getrimmt werden, dass sie dazu gezwungen sind, gegeneinander

statt miteinander zu lernen, weil sie zu den ersten zählen

müssen, um nach der Schule den gewünschten Ausbildungsplatz

zu bekommen. Und wenn ein Jugendlicher heute

einen Beruf erlernt hat, dann hat er nicht etwa ausgesorgt. Der

Kampf um einen Arbeitsplatz folgt, und ist der glücklich überstanden,

geht es nahtlos weiter, denn jetzt heißt es ‚Einsatz zeigen‘.

Leistungsbereitschaft wird gefordert, lebenslanges Lernen,

Flexibilität und Mobilität, um im Konkurrenzkampf vorne

zu bleiben. Alles, ausnahmslos alles hat sich dem totalen Markt

unterzuordnen; mitziehen oder untergehen heißt die Devise.

„Lass mich den Druck der Gesellschaft aushalten...“ –

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Es läuft etwas gehörig schief im ‚Ground Control‘ unserer guten

alten Erde, und wir alle spüren es an unserer eigenen inneren

Unzufriedenheit. Wir haben das Gespür dafür verloren, wie

wir miteinander umgehen und wofür wir eigentlich verantwortlich

sind. – Höchste Zeit, das Ruder herumzuwerfen!

„Was kann schon der einzelne tun?“, werden Sie vielleicht

einwenden. Aber so zu denken dient der Unterdrückung besserer

Ideen ebenso gut wie das ‚Teile und Herrsche‘ der Mächtigen.

Die systematisch betriebene Spaltung unserer Gesellschaft

verfolgt nämlich genau dieses Ziel: die Ohnmacht der Einzelnen

aufrecht zu erhalten und so die Entstehung neuer, besserer

Entwürfe für das Zusammenleben zu verhindern.

Deshalb müssen wir auf diejenigen hören, die den Ursachen

unserer Misere nachgehen und nach Wegen suchen, dieses lebensfeindliche

System zu überwinden. Es gibt diese Menschen.

Sie sind zwar noch in der Minderheit, aber ihre Zahl wächst

täglich. Und wir, die wir noch nicht alle Kraft zum Ringen um

die bloße Existenz brauchen und die hoffentlich noch etwas

anderes im Kopf und im Herzen haben als die Gier, selbst zu

den Mächtigen zu gehören, müssen uns mit ihnen zusammentun,

mit ihnen zusammen müssen wir die Widersprüche in unserer

Welt verstehen lernen, damit wir neue Wege finden können

und die Hoffnung wächst.

Wo wir diese Menschen finden können? Nun, ganz in unserer

Nähe. Sogar in unserer Pfarrei. Schauen Sie sich um, lesen Sie

die Veranstaltungshinweise im Pfarrbrief und in den Email-

Rundschreiben von St. Peter. Alle, die wissen wollen, können

wissen.

Bernhard Köhler

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Wann feiern wir wieder Gottesdienste in St. Anton?

Eigentlich sollte die Kirchenrenovation bereits Mitte Juni abgeschlossen

sein und der Einweihungsgottesdienst am 15. Juni

stattfinden.

Aber wie es bei Umbauten und größeren Renovierungsarbeiten

in der Regel abläuft, werden die geplanten Termine nie oder

auch nur annähernd eingehalten.

Es scheint fast so, dass Planung, Logistik und Ausführung bei

unserer Baumaßnahme nicht auf das Vorhaben abgestimmt

wurden.

Nach dem derzeitigen Stand der Arbeiten wird es noch einige

Wochen dauern, bis St. Anton wieder in vollem Glanz erstrahlt

und wir die Gottesdienste in unserer Kirche feiern können.

Die Fertigstellung der sogenannten Werktagskirche (hier sind

wir noch auf der Suche nach einem würdigen Namen; vorgeschlagen

wurde Marienkapelle oder Hedwigskapelle) verzögert

sich, weil die Klärung hinsichtlich einer optimalen und effektiven

Belüftung nicht abgeschlossen ist. Erst danach könnten die

Endarbeiten, wie Maler- und Verputzarbeiten sowie die Lampeninstallation

erfolgen.

Bei der Bestuhlung werden wir darauf achten, dass ein Großteil

der Stühle auch eine Kniemöglichkeit hat.

Im Hauptschiff der Antoniuskirche sind die Steinsetzarbeiten

bis auf den Taufplatz so gut wie abgeschlossen.

Der Altar, der ein Stück von der Chorwand weggerückt wurde,

wird in den nächsten Tagen seinen endgültigen Platz erhalten.

Derzeit wird die Chorwand mittels eines speziellen Trockenreinigungsverfahrens

gereinigt, weil die marode Ölheizung in

den letzten Jahren erhebliche Schmutzspuren auf dem Chorbild

hinterlassen hat.

Parallel dazu wird noch geprüft, ob notwendige Reparaturen

bei losen Verputzflächen notwendig werden.

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Viele kleine, aber auch größere Problemstellen haben bei den

Renovierungsarbeiten dazu geführt, dass der Fertigstellungstermin

schon frühzeitig in Zweifel gestellt wurde.

Wir hoffen, dass die neue Chorbeleuchtung wie die neuen

Hängeleuchten im Hauptschiff nicht nur verbrauchsgünstiger,

sondern auch beleuchtungstechnisch günstiger ausfallen wird.

Trotz aller sichtbaren Arbeitsfortschritte muss noch einiges

bewältigt werden, um das Projekt abzuschließen.

Ein Punkt muss noch angesprochen werden, weil in den letzten

Wochen massive Kritik hinsichtlich der Arbeiten am Eingangsbereich

der Antoniuskirche aus der Gemeinde laut wurde.

Die Glasbutzenwände wurden entfernt. Die Innenräume an diesen

Stellen werden in einem neuen Windfangbereich eingebunden,

damit wird auch die Gefahr von einströmender Kälte

in den Wintermonaten minimiert.

In den Nischen des Glaswindfangs werden künftig die Sandkästen

der griechischen Gemeinde untergebracht. Damit gehört

die Ecke im hinteren Bereich der Kirche, in der vieles abgestellt

wurde, der Vergangenheit an.

Am Eingangsbereich der Kirche hat sich aus optischer Sicht

einiges getan.

Die dort schon wild gewachsenen Koniferen haben die Kirchenfront

vom Erscheinungsbild alles andere als sehenswert

aussehen lassen. Außerdem haben sich die Wurzeln bereits in

den Abwasserrohren breit gemacht und das seit Jahren notdürftig

installierte Abwasserrohr des Kirchenturmes kann nun wieder

richtig eingesetzt werden.

Hinsichtlich des neuen Erscheinungsbildes wird der Gemeindeausschuss

in Kürze entsprechende Vorschläge ausarbeiten.

Wir glauben, dass die geplante Außenanlage auch den Gefallen

der Gemeinde finden wird.

Wie bei jeder Baumaßnahme gibt es Befürwortung und Ablehnung.

Bei unserem Umbau gab es Notwendiges und Wünschenswertes.

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Wir hoffen, dass beide Faktoren dazu beitragen, die Zukunft

unserer Gemeinde St. Anton langfristig zu sichern und als lebendige

Gemeinde weiterhin schöne und würdige Gottesdienste

feiern zu können.

Manfred Waldhofer

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Unsere Kirchenheiligen

Der Patron unserer Pauluskirche

- Paulus -

Nach Jesus selbst, ist der Apostel Paulus sicherlich die bedeutendste

Persönlichkeit des Neuen Testamentes. Dabei war der

Weg, den Paulus nahm, ein ganz anderer als der Weg der anderen

Apostel Jesu.

Der Name „Apostel Paulus“ steht für das Böse im Menschen -

er steht aber auch dafür, dass sich Menschen ändern können.

Der Apostel Paulus steht für Grausamkeit, steht aber auch für

Barmherzigkeit gegenüber seinen Mitmenschen. Der Apostel

Paulus steht für einen Menschen, der für seine Überzeugung

eingetreten ist. Er steht für einen Menschen, der für seine Überzeugung

gekämpft hat. Er steht für einen Menschen, der für

seine Überzeugung gestorben ist. Wer ist also dieser Apostel

Paulus?

Paulus wurde in Tarsus, in der damaligen römischen Provinz

Kilikien, einem Landstrich in der heutigen Südtürkei im

Grenzgebiet zu Syrien, um das Jahr 10 nach Christus geboren.

Diese Hafenstadt war damals ein bedeutendes Handelszentrum

mit einer größeren jüdischen Diasporagemeinde, wie es sie in

vielen Küstenstädten des Mittelmeerraumes gab. Tarsus hatte

etwa eine halbe Million Einwohner.

Paulus Vater, ein angesehener jüdischer Zeltmacher und Pharisäer,

vererbte ihm das römische Bürgerrecht, das nur eine Minderheit

der jüdischen Reichsbewohner besaß. Der jüdische

Name von Paulus war Saulus oder Sha’ul, sein Name als römischer

Bürger war Paulus.

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Nach dem Vorbild seines Vaters erlernte er den Beruf des Zeltstoffwebers.

Paulus galt als sehr gebildet, war der griechischen,

aber auch der hebräischen und aramäischen Sprache mächtig.

Die Kindheit und Jugend verbrachte Paulus in Tarsus. Später

ging er mit 18 oder 20 Jahren nach Jerusalem, um die Tempelakademie

zu besuchen und als Rabbiner in der Synagoge lehren

zu dürfen. Er studierte fleißig und wurde durch seine religiöse

Ausbildung zu einem eifrigen Pharisäer und zunächst zu

einem erklärten Feind des aufkommenden Christentums. Mit

großem Eifer ging Paulus gegen die Christen vor, weil er ihren

Glauben als Gotteslästerung ansah. In dieser Zeit wohnte Paulus

auch der Steinigung des heiligen Stephanus bei, in die er

einwilligte und die er aktiv unterstützte, ohne jedoch selbst zu

Steinen zu greifen.

Nach Abschluss seines Thora-Studiums begab sich Paulus auf

die Reise nach Damaskus. Dort wollte er die christliche Gemeinde

vernichten, in der er eine der größten Gefahren für die

jüdische Religion sah.

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Kurz vor seiner Ankunft in Damaskus

erschien ihm jedoch der

Gekreuzigte und rief ihn zur Umkehr

auf. Paulus stürzte blind zu

Boden und musste in die Stadt

hineingeführt werden. Dort nahm

sich Ananias, einer der Jünger

Jesu, seiner an. Er lehrte ihn die

frohe Botschaft, machte ihn wieder

sehend und nahm ihn durch

die Taufe in die Gemeinschaft der

Christen auf. So wurde durch

Gottes Gnaden einer der eifrigs-


ten Verfolger des Christentums zu einem der glühendsten Anhänger

Jesus Christus und seines Evangeliums.

Paulus wurde umgehend zum christlichen Missionar und Apostel

und somit zu einem der aktivsten und einflussreichsten Verkünder

Jesu Christi.

Anschließend ging Paulus für drei Jahre in die arabische Wüste,

um sich zu finden. Als er wieder nach Damaskus zurückkehrte

und in der Synagoge vom auferstandenen Messias predigte,

wurden die Juden aus Damaskus zornig und trachteten

ihm nach dem Leben. Im Dunkel der Nacht flüchtete Paulus

aus der Stadt, in der selbst einst die Christen zu verfolgen suchte.

Um seine Flucht so lange wie möglich unbemerkt zu lassen,

ließen ihn seine Freunde in einem Korb an einem Seil die

Stadtmauer hinunter.

Paulus begab sich nach Jerusalem, wo er den Kontakt zur

christlichen Urgemeinde suchte. Barnabas führte ihn in die

Schar der Jünger ein und stellte ihn Petrus vor. Später begleitete

Barnabas ihn auch auf seiner ersten Missionsreise.

In den folgenden Jahrzehnten, zwischen 40 und 60 nach Christus,

unternahm Paulus drei Missionsreisen im östlichen Mittelmeerraum,

die sein Leben bestimmten und gründete zahlreiche

Christengemeinden.

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Zusammen mit einem teilweise wechselnden Mitarbeiterstab

(z.B. Barnabas, Timotheus, Titus, Silas) brach Paulus in große

antike Städte auf, um sich dort längere Zeit niederzulassen.

Dabei versuchte er, christliche Gemeinden aufzubauen. Sobald

diese Gemeinden selbständig in der Lage waren, sich zu organisieren,

reiste Paulus in die nächste Stadt. Er missionierte in

den hellenisierten Großstädten, von wo aus die neuen Gemeinden

das Hinterland missionierten. Von anderen Städten aus

hielt Paulus Briefkontakt mit ihnen, um auf Probleme und aktuelle

Fragen zu antworten. Die beiden Korintherbriefe zeigen

dies anschaulich.

Die erste Missionsreise führte Paulus im Frühjahr/Sommer 46

n. Chr. nach Kleinasien, Mazedonien und Griechenland. Im

Sommer 48 n. Chr. begann die zweite Missionsreise. Sie führte

Paulus nach Syrien/Kilikien und dauerte bis ins Frühjahr 51 n.

Chr.

Paulus begann seine dritte Missionsreise im Sommer desselben

Jahres. Sie soll vier gedauert haben. Von Ephesus aus reiste

Paulus nochmals durch seine zuletzt gegründeten Gemeinden,

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um eine Kollekte einzusammeln und nach Jerusalem zu bringen.

Dort wurde er in Caesarea von den römischen Behörden

gefangen genommen und verhaftet. Nach längerem Hin und

Her wurde er schließlich nach Rom überstellt.

Anlass für die Festnahme

war die Anklage der Diasporajuden,

Paulus habe

einen Nichtjuden mit in

den Tempel gebracht.

Hierauf stand nach der geltenden

sadduzäischen Thoradeutung

die Todes-strafe,

die auch die Römer bei

solchen Vergehen zuließen.

Eine Auslösungszeremonie

für Nasiraer, die Paulus nach jüdischer Sitte bezahlen wollte,

um für die Juden seine Treue zum Judentum zu demonstrieren,

soll der Auslöser für diese Denunziation gewesen sein.

Um Paulus vor jüdischer Lynchjustiz zu schützen, griff die römische

Wache ein und nahm ihn in Schutzhaft. Nach einer

mehrmonatigen rechtlichen Auseinandersetzung, in deren Verlauf

Paulus den römischen Staathaltern die Christusbotschaft

verkündete und als römischer Bürger an den Kaiser appellierte,

wurde er schließlich gefangen nach Rom gebracht, um dort

seinen Rechtsanspruch vorzutragen. Auf dieser Schifffahrt erlitten

sie vor der Küste Maltas (Apg 27, 27) bzw. vor Kreta

Schiffbruch. Nach seiner Ankunft in Rom verfasste Paulus den

Philipperbrief, Epheserbrief, Kolosserbrief sowie den Brief an

Philemon.

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Paulus wurde in Rom eine Behausung zur Verfügung gestellt,

in der er jedoch gefangen war. Er wurde ständig von einem

Soldaten bewacht. Drei Jahre lang lebte er in seiner Wohnung.

Er war zwar Gefangener, durfte jedoch Besuch empfangen. Er

missionierte also von dort aus noch und leitete zusammen mit

Petrus die junge römische Gemeinde.

Paulus musste unter der Herrschaft Neros Rechnung über sein

Wirken ablegen. Der Legende nach traten Petrus und Paulus

gemeinsam Nero entgegen. Nero verurteilte wohl beide zum

Tode. Da Paulus römischer Bürger war, wurde er nicht ans

Kreuz geschlagen, sondern enthauptet. An den Stellen, an denen

nach der Hinrichtung sein abgeschlagener Kopf aufschlug,

sollen drei Quellen entsprungen sein. Über diesem Ort steht

deshalb heute die Kirche zu den drei Quellen (San Paolo alle

Tre Fontane).

Paulus wird oftmals mit einem Schwert dargestellt. Die Reliquien

des Paulus befinden sich in der Kirche San Paolo fuori le

mura in Rom.

Paulus ist nach der

Überlieferung des

Neuen Testamentes

der erste und wichtigste

Theologe der

Christentumgeschichte

und neben

Simon Petrus

der erfolgreichste

Missionar des Urchristentums.

Wegen seiner Missionsreisen wird er unter den

Heiden des Mittelmeerraums auch Völkerapostel genannt.

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Paulus ist der Patron der Weber, Teppichweber, Sattler, Seiler,

Korbmacher, Zeltwirker, Arbeiterinnen, Theologen und Seelsorger.

Er soll gegen Ohrenkrankheiten, Krämpfe, Angst, Blitz

und Hagel wirken sowie für Regen und eine fruchtbare Ernte

sorgen.

Sein Gedenktag ist am 29. Juni gemeinsam mit Apostel Petrus.

Gründe für das gemeinsame Fest liegen in der Lebensgeschichte

der beiden, die eng miteinander verbunden ist.

Manuela Frank

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Aufstieg oder Untergang?

Unsere Welt ist krank. Das ist nicht der Befund eines über sie

geneigten Arztes, sondern ein sicheres Gefühl in uns selbst, in

uns als den am höchsten entwickelten Organen dieser Welt.

Und von uns selbst geht die Krankheit aus. Eine kleine, irgendwo

in uns versteckte Fehlinformation hat uns vergessen

lassen, dass Organe Teile eines Ganzen sind und diesem auch

dienen müssen. Wie die Krebszelle, die durch einen winzigen

Fehler in der Erbinformation ihres Kernes vergessen hat, welchen

Platz sie im Organismus hat, und die nun kein höheres

Ziel mehr kennt als die möglichst rasche Vermehrung ihrer

selbst und ihres vordergründigsten Wohlergehens, so haben

auch wir zu wuchern begonnen. Der Stoffwechsel unserer

Wirtschaft hat sich grenzenlos ausgedehnt, und so verdrängen

wir nun immer mehr andere Organe der lebendigen Erde.

Die Tumoranalogie ist frappierend: Es ist nicht so sehr die Erschöpfung

der Ressourcen, durch die schließlich der Tod einzutreten

droht, denn noch lange ließe sich genügend Nahrung

und Energie fürs Weiterwuchern heranschaffen … nein, es ist

vor allem das andere Ende des gewaltig gesteigerten Stoffwechsels,

wo der Zusammenbruch sich ankündigt: Die Menschen

haben durch die Ausscheidungsprodukte ihrer Wirtschaft

die wichtigsten Senken bald bis zum Rande gefüllt. Luft, Wasser

und Boden können uns nicht mehr »entsorgen«. Waldvernichtung,

Ozonloch, Treibhauseffekt, Verschmutzung der Meere,

Erosion und Versauerung oder Versalzung der Böden, beschleunigtes

Artensterben in aller Welt, weiter explosionsartig

wachsende Städte mit 15 Millionen Einwohnern (bei denen

man aber kaum von »wohnen« sprechen kann und für die es

großenteils »nichts zu tun« gibt), alle zwei Sekunden der Hungertod

eines Kindes, und dennoch innerhalb meiner eigenen

Lebenszeit fast eine Verdreifachung der Erdbevölkerung – dies


sind zwar für viele von uns noch immer leicht verdrängbare

Symptome, wie ein ständiges schwaches Jucken. Doch wer tiefer

schaut, sieht längst, wie es unter die Haut geht, wie sich unsere

Metastasen schon bis in den letzten Winkel der Erde ausbreiten,

den ganzen Organismus mit ihren Giften überschwemmen.

Die Krankheit kam nicht plötzlich. Schon im erwachenden

Bewusstsein der frühesten Menschen mag sie sich angekündigt

haben, erfahren als Vertreibung aus dem Paradies. Die Propheten

aller Zeiten und Völker warnten vor ihrem weiteren Fortschreiten,

wenn sie auch die Symptome des einstigen Spätstadiums

noch kaum ahnen konnten. Dann gewöhnte man sich

allmählich an diesen Fortschritt, oft ohne großes Leiden. Wir

haben nur noch verschwommene Erinnerung an Gesundheit –

in Resten uralter Traditionen und aus Träumen, aus der Kindheit,

vielleicht aus der Erfahrung von Liebe. Doch nun pocht

der Schmerz, das alte Warnsignal, unüberhörbar. Spürbar

schwindet die Lebenskraft. Der Niedergang scheint unaufhaltsam.

Trauer und Zorn mischen sich.

Sollen wir in Depression und Hass versinken?

Sollen wir mit zynischem Sarkasmus dem lieben Gott seine

missratene Welt vor die Füße werfen?

Sollen wir uns in Würde auf das Ende vorbereiten?

Oder wollen wir uns noch einmal aufbäumen, die Symptome

neu sichten, eine treffendere Diagnose stellen, vielleicht gar die

kleine Fehlinformation an der Wurzel aufdecken, eine rettende

Therapie einleiten, unserer Welt Regeneration und neuen Aufstieg

ermöglichen?

Wer Kindern in die Augen schaut, weiß die Antwort.

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Dies ist die Einleitung zu Peter Kafkas Buch ‚Das Grundgesetz

vom Aufstieg‘. Kafka war Physiker und Systemtheoretiker am

Max Planck Institut für Astrophysik in Garching bei München.

Neben der wissenschaftlichen Arbeit in Kosmologie und relativistischer

Astrophysik arbeitete Kafka seit den siebziger Jahren

publizistisch über das Wesen des Fortschritts. Seit 1998 im

‚Unruhestand‘, hielt er weiterhin Vorträge und veröffentlichte

Artikel.

Schon früh wandte sich Peter Kafka gegen die Kernenergie und

gegen zu schnellen ‚Fortschritt‘. Er tat dies nicht als berührungsängstlicher

Technikfeind, sondern als einblickender Wissenschaftler.

Seine Überzeugung, dass die ‚globale Beschleunigungskrise‘

unausweichlich ist – was nicht Untergang bedeuten

muss! – führte dazu, „dass er die Untersuchung der

Schwarzen Löcher mehr und mehr anderen überließ, um sich

den schwarzen Löchern unserer Zivilisation zuzuwenden“

(Hans-Peter Dürr), wobei er seine Karriere opferte und

wenig Dank erntete.

Am 23. Dezember 2000 ist Peter Kafka gestorben. Zehn Wochen

hatte er Zeit, sich auf seinen Tod vorzubereiten. Anfang

Oktober war ein bösartiger Gehirntumor diagnostiziert worden.

Am 14. Oktober hielt er daraufhin einen feierlichen Abschiedsvortrag,

nachdem er zuvor noch mehrere Male mit leidenschaftlich

engagierten Reden mitgeholfen hatte, die politischen

Samstagsgebete in München zu etablieren. Auf seine

Todesanzeige ließ er den Ausspruch drucken:

„Leisten Sie Widerstand! Schämen Sie sich nicht, über Dinge

mitzureden, die Sie nicht ganz verstehen! Alles Wesentliche ist

nicht verstanden“.

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Die Bücher von Peter Kafka sind leider nicht mehr im Buchhandel

erhältlich, werden jedoch im Antiquariat (z.B. auf amzon.de)

immer wieder angeboten. Auszüge daraus, sowie viele

weitere sehr lesenswerte Aufsätze und Vorträge von Peter Kafka

finden sich im Internet, z.B. auf den Seiten

www.langelieder.de/kafka.html oder www.peterkafka.de

Wenn ich an Kopfweh leide und Neurosen,

mich unverstanden fühle oder alt,

wenn mich die guten Musen nicht liebkosen,

dann konsultiere ich den Dr. Wald.

Er ist mein Augenarzt und mein Psychiater,

mein Orthopäde und Internist.

Er hilft mir über jeden Kater,

ob er aus Kummer oder Kognak ist.

Er hält nicht viel von Pülverchen und Pillen,

doch umso mehr von Luft und Sonnenschein,

und kaum umfängt mich die sterile Stille,

rauscht er mir zu:

Dr. Wald

Bernhard Köhler

„Nun atme tief sie ein!“

Ist seine Praxis auch nicht überlaufen,

in seiner Obhut fühlt man sich gesund.

Und läßt mich Kreislaufschwäche einmal

schnaufen,

bin ich schon morgen ohne klinischen Befund.

Er bringt uns immer wieder auf die Beine,

und unsere Seele stets ins Gleichgewicht.

Verhindert Fettansatz und Gallensteine,

nur Hausbesuche macht er leider nicht.

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Brunch 2008


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Spenden für die Renovierung der

Antoniuskirche und die Arbeit des Perukreises

Am Beginn der letzten Pfarrgemeinderatssitzung übergaben

Vertreterinnen und Vertreter der Frauengemeinschaft und der

Familienkreise St. Paul den Reinerlös aus einem Brunch der

vor einigen Wochen im Gemeindezentrum St. Paul angeboten

wurde.

Insgesamt über 100 Mitglieder unserer Gemeinden haben dieses

Angebot angenommen und sich von den Familienkreisen

und der Frauengemeinschaft St. Paul bewirten lassen. Viele

Helferinnen und Helfer sorgten dafür, dass ein schmackhaftes

Buffet zustande kam, an dem man sich richtig satt essen konnte.

Nach Abzug der entstandenen Kosten verblieben für Aufgaben

des Perukreises und die Renovierung der Antoniuskirche je

275,-- €. Im Pfarrgemeinderat wurde der Einsatz aller mit lang

anhaltendem Beifall quittiert.

Gondulf Schneider


Mannheimer Klarinettenensemble

in der Pauluskirche

Zu einem außergewöhnlichen Konzert gastierte das Mannheimer

Klarinettenensemble am 2. Junisonntag in der Pauluskirche.

Die Musikerinnen und Musiker hatten sich bereiterklärt,

im Rahmen der Benefizkonzerte für die Renovierung der Antoniuskirche

aufzutreten.

In dem fast zweistündigen Programm wurden Stücke von

Bach, Bellini, Mozart u. a. gespielt, jeweils für das Klarinettenensemble

arrangiert. Die Darbietungen des Ensembles hätten

eine größere Zuschauerzahl verdient gehabt. Deshalb wird derzeit

überlegt, das Konzert im kommenden Jahr nochmals zu

wiederholen.

Der Reinerlös der Veranstaltung wird für die Renovierung der

Antoniuskirche verwendet.

Gondulf Schneider

Unser Bild zeigt die

Musikerinnen und

Musiker des MannheimerKlarinettenensembles

vor dem

Seiteneingang der

Pauluskirche

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Kinderbibeltag am 21. Juni 2008

Seit geraumer Zeit stand die Idee im Raum, den diesjährigen

Kinderbibeltag nicht mit den gewohnten Stationen sondern als

Musical zu gestalten. Schon vor Weihnachten hatten wir uns

das erste Mal getroffen, um Überlegungen in diese Richtung

anzustellen.

Dank der „Talita kum Band“, die viele Musicalvorlagen hatten

und auch Erfahrungen haben, lag das Thema bald fest: „Der

12jährige Jesus im Tempel“. Die Lieder von Hella Heizmann

lagen uns vor, es gab ein Drehbuch für die Sprechertexte und

so gingen wir an die konkrete Umsetzung.

Es gab drei feste Gruppen:

Eine, die unter professioneller Anleitung von Markus Wagner

die Kulissen baute,

eine, die sich angeleitet von Annegret Radburg und Heidi

Schmitt um Kostüme und Texte kümmerte

sowie die Kleineren, die mit Hilfe von Beate Heiler einen Reigentanz

zum Hosianna einstudierten.

Diese Gruppe bereitete gleichzeitig noch eine Marktszene für

die Ankunft in Jerusalem vor.

Pfarrer Schowalter probte mit seinen Viertklässlern im Religionsunterricht

schon einen Teil der Lieder.

Die Kinder lernten das Lied „In Gottes Haus“, das viele schon

kannten und probten unter Leitung von Margret Köhler und

Brigitte Schwarz von der Band Talita kum die Refrains der anderen

Lieder.

Um das Ganze auch biblisch zu untermauern, gab es um 10

Uhr eine Hinführung und ein erstes Hören des biblischen Berichtes

durch Marieluise Gallinat-Schneider und Beate Hintermayer-Tilly

in der Paul-Gerhardt-Kirche. Anschließend gingen


die Gruppen an die Arbeit. Diese wurde zwischendurch durch

drei Impulse unterbrochen. Einer lieferte Hintergrundinformationen

zum Judentum, z.B. warum Jesus mit 12 Jahren das erste

Mal in den Tempel durfte (Bar Mizwa, Religionsmündigkeit),

zum Tempel und zur Religion des Judentums. Ein anderer

befasste sich aufgrund des Liedes „Ohren auf“ mit dem

richtigen Hören. Ein Lied, das vom 12jährigen Ruben Kamlah

professionell als Solo vorgetragen wurde, heißt „Gebet Jesu“,

so dass sich ein Beitrag auch mit dem Beten befasste.

Um 15.30 Uhr kamen alle zur Generalprobe im Antoniushaus

zusammen. Während noch gehämmert und geklopft wurde und

noch farbfeuchte Kulissen hereingetragen wurden, kamen die

Ergebnisse des Tages zusammen.

Nach einer kurzen Pause wurde unser Musical um 17 Uhr den

Eltern, Großeltern und Gemeindemitgliedern präsentiert.

Ich denke, es hat viel Spaß gemacht und es war erstaunlich,

was nach der kurzen Zeit für ein Ergebnis erzielt werden konnte.

Es war ein langer und anstrengender Tag, aber man hat auch

gespürt, dass die Kinder mit ganzem Herzen dabei waren und

das Vorbereitungsteam, das sich stets unter der Leitung von

Karin Kollmann trifft, gerne die viele Arbeit in Kauf nahm.

Die ökumenischen Kinderbibeltage der Gemeinden St. Anton

und Paul-Gerhardt sind aus dem Leben der Südstadt nicht wegzudenken

und es ist toll, dass jedes Jahr zwischen 50 und 60

Kinder an diesem Tag teilnehmen.

Marieluise Gallinat-Schneider

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Patrozinium

Jugendgottesdienst in St. Anton


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Festgottesdienst in St. Paul


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Abendandacht in St. Peter


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G O S P E L K O N Z E R T

mit dem

Samstag, 18. Oktober 2008

19.30 Uhr in der Pauluskirche in

Bruchsal

EINTRITT auf allen Plätzen 8,00 €

(Abendkasse ab 18.00 Uhr geöffnet)

Kartenvorverkauf und Abendkasse –

beachten Sie bitte die entsprechenden

Ankündigungen.

Reinerlös für die Renovierung der

Antoniuskirche

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