Gemeinde-Kirche-Welt (Nr. 1/08 von April

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en christlichen Gruppen auch eine Kephaspartei gegeben,

nicht eindeutig zu schließen. Doch veranschaulicht dies immerhin

die Bedeutung, die Petrus für die gesamte Urkirche hatte.

Die sichere Tradition, dass

sich Petrus in Rom aufgehalten

habe, schlägt sich bereits im

Schluss des 1. Petrusbriefes

nieder. Ende der fünfziger

Jahre – zur Zeit der Abfassung

des Römerbriefes – scheint

Petrus allerdings noch nicht in

Rom gewesen zu sein. Paulus hätte in seinem ausführlichen

Postskript sicher auch Grüße an ihn bestellen lassen. Doch

auch die Zeugnisse der apostolischen Väter, wie der um 96 entstandene

1. Clemensbrief, weisen auf den Romaufenthalt des

Petrus hin. Seit der 2. Hälfte des 2. Jahrhunderts vermischt sich

die Kunde auch mit apokryphen und legendarischen Berichten.

Die Legendensammlungen des späten Mittelalters kennen noch

andere Quellen zum Leben des Petrus. Dort ist neben vielen

Wundererzählungen auch die bekannte Szene der Begegnung

mit Jesus vor den Toren Roms aufgezeichnet: Während der neronischen

Christenverfolgung bat die Gemeinde Petrus, die

Stadt zu seiner eigenen Sicherheit zu verlassen. Nach anfänglicher

Weigerung ließ er sich schließlich überreden und floh aus

Rom. Am Stadttor, an dem die Via Appia begann, sah er

Christus auf sich zukommen und fragte ihn: "Quo vadis

Domine – Wohin gehst Du, Herr?" Er antwortete: "Nach Rom,

um ein zweites Mal gekreuzigt zu werden." Da erkannte Petrus,

dass er sein Bekenntnis zu Christus nun vollenden sollte, und

kehrte um.

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