Ehre dem Amt - Kirche für morgen

kfm.ev.de

Ehre dem Amt - Kirche für morgen

1.2010

www.kirchefuermorgen.de

Ehre

dem Amt

Gemeinsam stark

Burghard Krause über

Pfarrer und Ehrenamtliche

Pfarrer als Trainer

Wie sich künftige Pfarrer

und Pfarrerinnen sehen

Liturgie-Seminar

Ehrenamtliche werden

zu Liturgen


Editorial & Inhaltsverzeichnis

Liebe Leserinnen und Leser,

Heftthema: Ehre dem Amt

das Ehrenamt ist ‚in’! „Die Kirchengemeinde

beruft zur Erfüllung

ihrer Aufgaben … ehrenamtliche

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Ihr Dienst wird von der

Kirchengemeinde, dem Kirchenbezirk

und der Landeskirche gefördert

und geschützt.“ So steht

es in unserer Kirchengemeindeordnung (§ 38a).

Und weiter: „Ehrenamtlicher und beruflicher

Dienst ... sind aufeinander bezogen.“ Wohl wahr!

Was aber heißt „aufeinander bezogen“? Wie ist

das Verhältnis zwischen Pfarrern und Ehrenamtlichen?

Klaus Eickhoff – selbst Pfarrer – spricht davon,

dass Hauptamtliche wie alle Christen Sünder –

und als solche Egoisten sind. Bei Pfarrerinnen

und Pfarrern entdeckt er dabei eine „von Minderwertigkeitsgefühlen

übertriebene Ehrsucht und

Eitelkeit … Man kann nichts loslassen, möchte

alles selber beherrschen, befürchtet Macht- und

Prestigeverlust.“ Bei manchen äußere sich der

Egoismus darin, dass man sich rühmt, „die Kunst

des Delegierens zu beherrschen“ – und dabei

verstehe man es nur, Dinge abzuwimmeln. Manchmal

äußere sich die Ehrsucht auch dergestalt,

dass Ehrenamtliche scheinbar geschult und eingesetzt

werden und das nur, „um eines Tages

selber gut dazustehen. Da ist man mehr Räuber

als Diener, mehr Mietling als Hirte“.

Alles nur Fantastereien eines Nestbeschmutzers?

Oder ist es gar mit dem „aufeinander bezogen

sein“ doch nicht so weit her? Sind es am Ende

vielleicht sogar die Ehrenamtlichen, die mit überzogenen

Erwartungen solche Pfarrer „produzieren“?

Bekommen die Ehrenamtlichen eben genau

den Pfarrer, den sie verdienen?

Wir wollen versuchen, mit dieser Ausgabe des Zitronenfalters

Antworten auf diese Fragen zu finden.

Pfarrer und Ehrenamtliche sollen dabei zu

Wort kommen. Dabei geht es nicht um Schuldzuweisung

– es geht auch nicht um das Pfarrertum

aller Glaubenden! Es geht um Freiheit! Um die

Freiheit, die wir als Kinder Gottes erleben, wenn

wir von uns selbst wegschauen können. Es geht

um Selbstlosigkeit – als Haupt- und Ehrenamtliche.

Darum, dass uns das „soli deo gloria vor falschen

Beweggründen bewahren“ kann (Eickhoff). In

diesem Sinne:

Viel Freude beim Lesen wünscht Ihnen

Ihr

Markus Haag,

Pfarrer in Gronau und Prevorst

2

Editorial Seite 2

Erwartungen … Seite 3

Nur gemeinsam sind wir stark Seite 4

Welche Ehre – das Amt Seite 6

Ehrenamtliche zur

Eigenverantwortlichkeit freisetzen Seite 8

Wie sich künftige Pfarrer

und Pfarrerinnen sehen Seite 9

Zur Neubestimmung des

Verhältnisses von Pfarrer/Pfarrerin

und Gemeinde Seite 10

„Wir wünschen uns

eine/n Pfarrer/in, der/die …“ Seite 12

Bausteine

Liturgieseminar –

ein Lebenszeichen der Gemeinde Seite 13

Gemeindeleitung neu definiert Seite 14

Gemeindeportät

Dann halt auch ohne Pfarrer … Seite 16

Kfm intern

Aus der Landessynode Seite 18

Impressum Seite 19

Zu guter Letzt Seite 20

Die Zitronen spritzen weiter!

Mehr zitronengetränkte Infos und Kommentare

finden sich auf unserer Homepage:

Neben aktuellen Reportagen, einem Zitat der

Woche und Berichten von den zurückliegenden

Synoden gibt es regelmäßig neue Zitronenspritzer

zu aktuellen Auffälligkeiten aus

Kirche und Gesellschaft. Auch das Archiv der

Zitronenspritzer lohnt sich durchzuklicken und

sich zu Gemüte zu führen. Ergänzungen zu

einzelnen Heft artikeln findet man unter www.

kirchefuer morgen.de/zitronenfalter, wo der

aktuelle Zitronenfalter und die bisher erschienenen

Ausgaben online zur Verfügung stehen.


Ehre dem Amt

Erwartungen …

Beim Thema Ehrenamt ist man ganz schnell bei den Erwartungen. Nicht erfüllte

Erwartungen erzeugen Frust auf beiden Seiten. Ein ehrenamtlicher Mitarbeiter

und ein Pfarrer waren bereit, dazu Stellung zu nehmen.

Der Ehrenamtliche

Ich habe mich damals sehr

gerne in der Jugendarbeit engagiert.

Ich wollte meinen Teil dazu

beitragen, dass sich Kinder und

Jugendliche in unserer Gemeinschaft

wohl fühlen. Oftmals bekam

ich aber den Eindruck, dass

Hauptamtliche gleich die ganze

Hand nahmen, sobald man ihnen

einen kleinen Finger entgegen

gestreckt hatte.

Außerdem fehlte mir von

Seiten einiger Hauptamtlicher

öfters die nötige Anerkennung

und Wertschätzung für

mein ehrenamtliches Engagement.

Ich empfand zum

Beispiel, dass die Aufmerksamkeit

für junge

Leute rasant abnahm,

sobald sie endlich

nach langem Werben

im Kreis der

Ehrenamtlichen

dabei waren.

Engagement

muss nicht

ständig belohnt

werden. Zur

Wertschätzung

gehört für mich

Kritik und Dankbarkeit,

schließlich sollte ehrenamtliches

Engagement auch

die Entwicklung der Persönlichkeit

fördern. Deshalb finde ich es

schade, wenn Ehrenamtliche in

unserer Kirche nicht den nötigen

Respekt und die Anerkennung bekommen,

die ihnen für ihre Arbeit

zustehen sollten.

Ich erwarte

Verlässlichkeit und

Verbindlichkeit

fotolia.com

Zur

Wertschätzung

gehört für mich

Kritik und

Dankbarkeit

Der Pfarrer

Welche Erwartungen und Wünsche

habe ich als Pfarrer an ehrenamtliche

Mitarbeiter?

Ich wünsche mir zuallererst, dass

sie nicht nur ihren Job tun. Positiv

formuliert: Ich wünsche mir begeisterte

Mitarbeiter, die mit ganzem

Herzen dabei sind. Sie sollen eine

Heimat in der Gemeinde haben und

anderen Heimat geben. Dafür sollen

sie sich nicht aufopfern, aber mit

Freude und Engagement ihre Aufgaben

anpacken, seien es nun zehn

Stunden in der Woche oder zwei

Stunden im Monat. Ich erwarte

Verlässlichkeit und Verbindlichkeit.

Denn zur Gemeindearbeit

gehören auch

Krisen und Zweifel,

und ich wünsche mir

gerade dann Mitarbeiter,

die durchhalten

und gemeinsam

mit

mir neue Wege

suchen.

Wie geht es mir

nun umgekehrt mit den

Erwartungen und Wünschen

der Ehrenamtlichen

an mich? Ich glaube,

dass die meisten

Ehrenamtlichen keinen

Chef wollen, der ihnen

sagt, wo’s langgeht. Sie suchen

vielmehr eine feste Ansprechperson,

die sie persönlich, fachlich

und geistlich fördert – im weitesten

Sinne eine Art Mentor. Mit einer

solchen Erwartungshaltung geht’s

mir gut, weil das meinem eigenen

Selbstverständnis entspricht.

Philipp Funke hat in verschiedenen

Gemeinden Erfahrungen als Ehrenamtlicher

gesammelt und studiert an

der CVJM-Hochschule in Kassel.

Dr. Hans Joachim Stein arbeitet als

Pfarrer gerne mit Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern in der Kirchengemeinde

Beilstein-Billensbach

zusammen.

3


Ehre dem Amt

Nur gemeinsam sind wir stark

In den letzten Jahren wird der Ruf nach einem „Mentalitätswandel“ der Gemeinden

in Richtung Beteiligungskirche immer lauter. Dr. Burghard Krause erläutert, was

das für das Verhältnis zwischen Pfarrerschaft und Ehrenamtlichen bedeutet.

Gemeinden

sollen lernen,

eigenverantwortlich

zu handeln und

sich nicht von

Hauptamtlichen

versorgen

zu lassen

Ehrenamtliche

dürfen nicht

Aufgabenempfänger

von

überlasteten

Hauptamtlichen

werden

4

Die Stichworte Betreuungs- und Beteiligungskirche

stehen für zwei unterschiedliche

Verständnisformen gestalteter

Kirche. Wollen wir weiter Kirche für

das Volk bleiben und uns nicht in die Nische

der Kerngemeinde zurückziehen,

müssen vor allem die Pfarrerinnen und

Pfarrer auch künftig dem Verlangen nach

einer Betreuungskirche entgegenkommen.

Gleichzeitig ist es aber wichtig,

dass sie sich die Frage stellen: Wie kann

es geschehen, dass die kasual betreuten

Gemeindeglieder „Lust auf mehr“ bekommen?

Primär aber ist es wichtig, das

neue Paradigma der Beteiligungskirche

zu fördern: Gemeinden sollen lernen, eigenverantwortlich

zu handeln und sich

nicht von Hauptamtlichen versorgen zu

lassen. Unsere Alltagswirklichkeit jedoch

ist noch weithin von einer verhängnisvollen

„Delegationsspirale“ 1 geprägt:

Vieles von dem, wozu die ganze Gemeinde

berufen ist, wird ans Pfarramt delegiert

und als Dienstleistung erwartet.

Das traditionelle Pfarrerbild ist darauf

zugeschnitten. Die Konsequenz dieses

eingespielten Musters ist, dass der vom

Neuen Testament geforderte Leib Christi

in seiner Vielfalt Existenz gefährdend

beschnitten wird.

Die Pfarrerinnen und Pfarrer leiden

zunehmend unter Funktionshäufung,

Stress verursachender Arbeitsverdichtung

und Motivationsverlust. Aber auch

den Gemeinden tut die Delegationsspirale

nicht gut: Sie bleiben unmündig, viel

zu stark vom pastoralen Vormund abhängig.

Ihre Gaben verkümmern, die

Christen strahlen nichts mehr aus, werden

sendungsfaul.

Sensibilitäten und Widerstände

In vielen Gemeinden gleicht die Beziehung

von Haupt- und Ehrenamtlichen

einem weithin verminten Gelände.

Pfarrerinnen und Pfarrer fühlen sich

durch die Aufwertung des Ehrenamts in

ihrer pastoralen Identität verunsichert.

Unter ihnen wächst das Bedürfnis, das

Spezifische ihres eigenen Berufes vor den

Begehrlichkeiten anderer zu schützen.

Aber auch die Ehrenamtlichen reagieren

häufig mit Abwehr und Überforderungssignalen.

Ihre Reizthemen: Werden

wir zu Lückenbüßern und „Sparschweinen“

einer Kirche in Finanznot? Und überhaupt:

Wollen die Hauptamtlichen wirklich

geteilte Macht und Verantwortung?

Lassen sie sich ein auf partnerschaftliches

Miteinander auf Augenhöhe? Was,

wenn Ehrenamtliche in Aufgaben hineinwachsen,

die bisher den Pfarrern vorbehalten

waren? Halten es beide Seiten

aus, hier und da zueinander in Konkurrenz

zu treten?

Sich zu neuem Glanz verhelfen

Das künftige Miteinander von Hauptund

Ehrenamtlichen kann nur gelingen,

wenn sich beide Seiten wechselseitig zu

neuem Glanz verhelfen. Dazu müssen

die Aufgabenbereiche beider Seiten klar

definiert werden. Unabdingbar ist eine

Atmosphäre von wechselseitiger Wertschätzung

und Achtung vor den Kompetenzen

der jeweils anderen Seite.

Worin besteht der „Glanz des Ehrenamts“?

Ehrenamtliche dürfen nicht Aufgabenempfänger

von überlasteten Hauptamtlichen

werden. Vielmehr sollen die

Mitarbeitenden in ihrem Engagement

entdecken: „Gott kann und will in seinem

Handeln nicht auf mich verzichten. Ich

bin ein einmaliges Original Gottes, ein

unersetzbarer, dringend gebrauchter Teil

des Leibes Christi.“

Diese Berufung Gemeindegliedern zuzusprechen

und lieb zu machen, wird

künftig eine zentrale Aufgabe der Hauptamtlichen

werden müssen. Wir brauchen

„Amateure“ – ganz wörtlich verstanden:

Liebhaber – des Reiches Gottes!

Und worin besteht der „Glanz des

Pfarramts“? Das Pfarramt muss ganz sicher

von Verwaltungs- und Organisationsaufgaben

entlastet werden. Es muss

sich frei kämpfen von Allmachtsfantasien,

vom eigenen Anspruch, für alles verantwortlich

zu sein. Künftig wird das


hober, pixelio.de

Hauptamtliche

helfen den Ehrenamtlichen

zur Mündigkeit

eines weithin selbst verantworteten Gemeindelebens.

Pfarramt – neben den klassischen Seelsorge-,

Amtshandlungs- und Verkündigungsaufgaben

– vor allem die Aufgabe

haben, Menschen zu befähigen und sie

zu ermächtigen, ihre Gaben zu entfalten

und auszuleben. Eine seiner Schlüsselfunktionen

wird sein, Gemeindeglieder

zur aktiven Mitarbeit zu befähigen. Es

geht um die Wiederentdeckung des allgemeinen

Priestertums. Der neue Glanz

des Pfarramts liegt in seiner Multiplikatoren-Funktion.

Trainer der Ehrenamtlichen

Im Bild gesprochen: Die Hauptamtlichen

dürfen nicht ständig die Funktion

des „Feldspielers“ in wechselnden Rollen

übernehmen, während die Gemeinde auf

der Zuschauertribüne sitzt und je nach

Leistung Beifall klatscht oder pfeift. Vielmehr

wird Aufgabe der Pfarrerinnen und

Pfarrer, der Diakoninnen und Diakone

sein, die Charismen im Leib Christi zu entdecken,

die Mitarbeitenden wie ein guter

Trainer zu fördern und herauszufordern.

Das EKD-Impulspapier „Kirche der

Freiheit“ betont, dass die Stärkung des

Ehrenamts „keineswegs zu einer Relativierung

des hauptamtlichen Dienstes,

sehr wohl aber zu dessen Veränderung“ 2

führt. Der Pfarrer oder die Pfarrerin sammelt

„einen Kreis von ehrenamtlich Beauftragten

um sich“ und wird so selbst

zum oder zur „leitenden Geistlichen

eines Netzwerkes von Ehrenamtlichen“ 3 .

Es geht hier nicht um eine neue Pfarrerzentrierung

– nicht Ehrenamtliche helfen

Hauptamtlichen bei der Bewältigung

ihrer Aufgaben. Vielmehr helfen die

Hauptamtlichen den Ehrenamtlichen zur

Mündigkeit eines weithin selbst verantworteten

Gemeindelebens. Das ist ein

Paradigmenwechsel, der Zeit braucht

und Widerstände hervorrufen wird, weil

er überkommene Identitäten in Frage

stellt und über Jahrzehnte eingeübte Rollenmuster

durchbricht.

Der diesem Artikel zugrunde liegende Aufsatz ist

in dem Heft „Brennpunkt Gemeinde“ 4-2008,

S.123ff erschienen (erhältlich über die AMD-

Homepage).

1

vgl. dazu: Wolfgang Bittner, Kirche – wo bist du?,

Zürich 1995, S.61ff.

2

Kirche der Freiheit, S.69

3

ebd., S.68

Dr. Burghard Krause ist Landessuperintendent

in der Hannoverschen

Landeskirche und Vorsitzender des

Theologischen Ausschusses der Arbeitsgemeinschaft

missionarischer

Dienste (www.a-m-d.de).

Der neue Glanz

des Pfarramts

liegt in seiner

Multiplikatoren-

Funktion

5


Ehre dem Amt

Welche Ehre – das Amt!

Am 5. Dezember 2009 wurde offiziell der Tag des Ehrenamtes begangen.

Ohne den unbezahlten Einsatz beherzter Menschen würde es in unserem

Staatswesen schlecht aussehen. In der Kirche wohl ebenso?

Karlfriedrich Schaller ist diesem Phänomen auf den Grund gegangen.

Allzu lange

und allzu

selbstverständlich

waren alle Gaben

im Pfarramt

eingesargt

„Evangelisch – Ehrenamt – Engagiert“

– so lautete das Motto der 11. Synode

der EKD in Ulm (25.-29 Okt. 2009) Als sei

das Ehrenamt ein Kennzeichen protestantischer

Kirchen. Was wird denn da gefeiert

und warum? Ich fürchte, es war

„der (finanziellen) Not gehorchend, nicht

dem eignen Triebe“ (Schiller, Anfangsvers

aus ‚Braut von Messina’). Solange

das Geld floss, machten die Hauptamtlichen

die Arbeit. Nun versiegen die Quellen,

die Arbeit jedoch bleibt – also braucht

man Hilfsarbeiter und nennt sie Ehrenamtliche.

Dabei sollte doch gerade die „Gemeinschaft

der Heiligen“ ein Vorbild für die Beteiligung

aller sein. Von Anfang an war

das Christentum eine Laienbewegung.

Aber schon wenige Jahrzehnte später

waren die ersten Ansätze zu einem Klerikertum

erkennbar. Manche beanspruchten

ein besonderes göttliches „Los“ (griech.:

kleros) für sich und seither

gibt es die Spannung zwischen

den sogenannten

„Laien“ und

den hauptamtlich

Bestellten.

Auch die Reformation

hat an der

Stelle keine

grundlegende Neuerung gebracht, trotz

dem „Priestertum aller Glaubenden“. Die

Kirchendefinition setzt eine spezielle

Führungsschicht voraus: „Dort, wo das

Evangelium rein gepredigt und die heiligen

Sakramente laut des Evangelii gereicht

werden“ (C.A. VII). Die lutherische

Kirche ist von Anfang an hierarchisch

strukturiert.

Bei den reformierten Kirchen hört sich

das dagegen so an: „Welches ist Christi

Kylch? Die sin Wort hört!“ sagt Zwingli.

Hier gibt es keine Unterschiede. Kein

Wunder, dass gerade von den reformierten

Kirchen aus Schottland und den Niederlanden

in Europa die kräftigsten Anstöße

zur Aufklärung kamen.

Seit den 90er Jahren wird nun plötzlich

das Ehrenamt wieder interessant.

Zunehmend wird entdeckt, dass die Beziehung

zwischen haupt- und ehrenamtlichen

Mitarbeitern ein „vermintes Gelände“

ist (K. Eberl, EKD-Synode). Hier

geht es um Kompetenzen, um Anerkennung

und Macht. Wenn es jedoch

stimmt, dass alle Gaben (und

damit auch alle Aufgaben) in der

Kirche dem einen Amt der Verbreitung

der frohen Botschaft dienen

sollen, dann könnten sich doch mit

einem solchen Amtsverständnis beide

Seiten einigen. Allzu lange und allzu

selbstverständlich waren alle Gaben im

Pfarramt eingesargt. „Herr Pfarrer, Sie

machet des scho!“ Ein Blick ins Pfarrerdienstgesetz

lehrt das Grausen, was dem

Multitalent da alles zugemutet wird.

© ArTo, fotolia.com

6


Ehre dem Amt

Nun pfeifen es die Spatzen aber von

den Dächern, dass z.B. nicht alle ordinierten

hauptamtlichen Theologen die

herrliche Gabe der Wortverkündigung

haben. Das ist auch nicht schlimm, das

gibt es in anderen Berufen ebenso. Sie

können dafür hervorragend organisieren

oder Gespräche führen. Das Tragische

am Pfarr-Beruf ist, dass ein Pfarrer (via

Gesetz und landläufiger Erwartung) die

Gabe des mitreißenden Predigens haben

muss. Andernfalls leiden viele Menschen

darunter – am meisten wohl der/die

AmtsinhaberIn selber.

Wenn jedoch das Hauptamt und das

Ehrenamt von ihrem Wesen her gleichgestellt

und gleich gefüllt sind, könnte es

doch unserer Landessynode ein Leichtes

sein, den Hauptamtlichen aufzuerlegen,

dass sie dafür Verantwortung tragen,

dass in jeder Gemeinde (ob mit oder

ohne PfarrerIn) „das Evangelium recht

gepredigt und die Sakramente lauter

verwaltet werden“. Sie haben dafür zu

sorgen. Ob sie dafür begabt sind, wird

der Heilige Geist weisen! Sie sollen Menschen

finden, die mit ihren Gaben den

Dienst der Verkündigung auch Sonntagvormittags

feiern können. Die meisten

Gemeinden dieser Welt leben

ohne PfarrerIn und

auch in unseren

Breiten können

sich nicht mehr

alle Gemeinden

eine/n

PfarrerIn

leisten.

Sollen wir – nach katholischem Hierarchievorbild

– Seelsorgeeinheiten bilden

und „ReisepfarrerInnnen“ bezahlen? Deren

Erfahrung zeigt, wie Gemeinden und Priester

darunter leiden (s. Zölibatsdiskussion

in der Schweiz)!

Dr. Beate Hofmann sagte auf der EKD-

Synode: „Damit Ehrenamt in der Kirche

zukunftsfähig bleibt, braucht es eine Metamorphose

der Rollenbilder von Hauptund

Ehrenamtlichen … Es ist ein Prozess,

der prägende Bilder von Betreuungsund

Versorgungskirche verabschiedet …

Dieser Wandel kommt nicht von allein, er

geht nicht schnell, er ist schmerzhaft und

er braucht eine gute Gestaltung und Begleitung.“

Das „Kanzelrecht“ aufgeben, wo sie

der Herr so schön in meine Hand gegeben

hat? Unmöglich! Aber um wen oder

was geht es denn überhaupt? Um „unsere

Macht und Herrlichkeit“ oder um

die befreiende Botschaft der

leidgeprüften Liebe Gottes?

Die „gute Gestaltung und

Begleitung“ auf diesem Weg

ist noch lange nicht in Sicht.

Wie lange noch müssen wir

uns auf „vermintem Gelände“

der Machtverteilung streiten

und dabei das eine Amt der

Welt vorenthalten: Gott loben,

das ist unser Amt?

Literatur:

Grabner-Haider, Anton,

2007,

Das Laienchristentum,

WBG.

Den Bericht der

EKD-Synode zum

Schwerpunktthema

finden Sie unter

www.kirchefuermorgen.de.

Karlfriedrich Schaller

ist Pfarrer im Ruhestand.

Er lebt in Tübingen

und stellt seine Erfahrungen

gerne

anderen Gemeinden

zur Verfügung.

7


Ehre dem Amt

Ehrenamtliche zur

Eigenverantwortlichkeit freisetzen

Ohne Ehrenamtliche geht in der Gemeinde fast nichts mehr. Die wichtige Rolle,

die Pfarrerinnen und Pfarrer im großen Konzert mit den Ehrenamtlichen spielen

können, beschreibt Siegfried Häußler.

positive Wechselbeziehung untereinander,

eine gemeinsame Identität und ein

gemeinsamer Auftrag. Die Gemeindeglieder

dienen einander mit ihren Gaben,

an ihrem Platz, zum Aufbau der Gemeinde,

damit sich Gottes Reich Bahn bricht

in dieser Welt.

Begleitung von

Ehrenamtlichen

als Kernaufgabe

des Pfarramtes

C. Nadale, pixelio.de

Vorbei sind vielerorts die Zeiten, in

denen Pfarrerinnen und Pfarrer als Alleinunterhaltende

das Gemeindeleben

gestalten. Gott sei Dank! Die „eierlegende

Wollmilchsau“ hat ausgedient, weil

diese Rolle sowohl die Amtsinhaber

überforderte als auch der Gemeinde

nicht gerecht wurde. Immer selbstverständlicher

werden heute viele Aufgaben

an Ehrenamtliche delegiert. Das Gemeindeleben

wird bunter und reicher durch

den Chor der vielen Stimmen. Pfarrer

werden entlastet.

Doch hier ist Vorsicht geboten. Es

kann hier nicht darum gehen, einfach

Aufgaben zu delegieren. Zu oft sind Ehrenamtliche

schon dadurch verschlissen

worden, dass sie an der falschen Stelle

eingesetzt und allein gelassen wurden.

Ebenso wenig können in einer Gemeinde

alle nach Belieben ihre (geistlichen)

Hobbys pflegen. Das führt zu einem beziehungslosen

Neben- oder gar konkurrierenden

Gegeneinander.

Freiräume eröffnen

Ein komplizierter Prozess, der sich

nicht einfach so ergibt. Es braucht dazu

das Wirken des Heiligen Geistes, der

begabt, beruft und verbindet. Und es

braucht Verantwortliche, die sich genau

dafür von ihm gebrauchen lassen. Verantwortliche,

die einen Blick dafür

haben, was in anderen steckt, und

ihnen helfen, das zu entdecken. Die den

Mut und das Vertrauen haben, anderen

Freiräume zu eröffnen, in denen sie entsprechend

ihrer Begabung und Berufung

wachsen und sich einbringen können.

Dabei müssen die Verantwortlichen

das Ganze der Gemeinde im Blick

haben und das Engagement der Einzelnen

und der Gruppen immer wieder darauf

beziehen können. Es braucht Menschen

mit Vision und Leitungsgaben,

die helfen können, eine gemeinsame

Richtung zu finden und Ziele zu beschreiben.

Pfarrerinnen und Pfarrern ist

eine solche Leitungsaufgabe in zentraler

Position übertragen. Sie brauchen

dafür eine gute Ausbildung und die nötigen

zeitlichen Freiräume. Mir fehlte

ersteres in Studium und Vikariat fast

vollständig, und um das zweite muss

ich in der Fülle der Aufgaben täglich

kämpfen. Ich plädiere dafür, die Begleitung

von Ehrenamtlichen als Kernaufgabe

des Pfarramtes zu sehen. Dies in

dem Bewusstsein, dass wir auch hier

Ergänzung durch andere – Ehrenamtliche

– benötigen.

8

Ein Leib, viele Glieder

Im Neuen Testament wird Gemeinde

als Leib mit vielen Gliedern (1. Korinther

12,12ff), als ein vernetzter Organismus

beschrieben. Kennzeichnend sind eine

Siegfried Häußler ist Pfarrer in der

Mauritiusgemeinde in Reichenbach/

Fils und leidenschaftlicher Förderer

von Ehrenamtlichen.


Ehre dem Amt

Wie sich künftige Pfarrer

und Pfarrerinnen sehen

Die Theologiestudenten und -studentinnen von heute sind die Pfarrerinnen und

Pfarrer von morgen. Sie geben Auskunft darüber, wie sie sich selbst im Beruf

einschätzen, wie sie die Arbeit von und mit Ehrenamtlichen bewerten und wie ihr

Traum von Gemeinde aussieht. Golde Wissner, selbst Theologiestudentin, befragte

23 Mitstudenten zu diesen Themen und bekam überraschende Antworten.

Kirche ist Priestertum aller Gläubigen,

getragen durch die Kraft, die Gott selbst

sendet.“

Klara, 22 Jahre, 6. Semester 1

Die Befragung zeigte, dass die Studierenden

die Bedeutung von „engagierten Ehrenamtlichen“

für die Zukunft der Kirche

sogar noch höher einschätzen als ihre eigene

theologische Ausbildung. Und der

„lebendige Glaube in der Gemeinde“ bekommt

in der Einschätzung mit Abstand

die größte Bedeutung. Man sieht also

bei den Pfarramtsstudenten eine hohe

Wertschätzung der Gemeinde und deren

Fähigkeiten und Möglichkeiten im Sinne

eines „Priestertums aller Gläubigen“.

Pfarrer als Trainer und Koordinator

Die zukünftige Rolle des Pfarrers wird

weniger traditionell im Sinne eines geistlich

überlegenen „Hirten“ gesehen, sondern

eher als Trainer und Supervisor seiner

aktiven Gemeindemitglieder.

„Hast du eine Vision davon,

wie Kirche aussehen sollte?“

In den Antworten der Studierenden auf

diese Frage wird die Sehnsucht nach

einer Kirche spürbar, die offen ist und für

jeden einen Platz hat. Eine Kirche, die

sich sozial engagiert und nach außen

Stellung bezieht und eine Kirche, die

glaubhafter wird und in der der christliche

Glaube sichtbar gemeinsam gelebt

wird.

„ … dass die Kirche für jeden einen Platz

hat. Einen Platz, wo er für und mit anderen

seine Gaben entfalten kann und Gemeinschaft

leben darf, ohne dass er

Angst haben muss, von dieser nicht anerkannt

zu werden.“

Simone, 31 Jahre, 11. Semester

1 Die Namen wurden anonymisiert, Semesterzahl,

Alter und Geschlecht stimmen mit den Angaben der

Befragten überein.

„Welche Bereiche sind für die Zukunft

der Kirche besonders wichtig?“

4

3,5

3

2,5

2

1,5

1

0,5

0

Frage 3

theologisch gut

ausgebildete

Pfarrer/innen

Engagierte

Ehrenamtliche

Schriftgemäße

Verkündigung

Lebendiger Glaube in

der Gemeinde

Einer für alle? Alle für einen?

Ich denke, es ist wichtig, dass nicht nur

die Pfarrer das Ehrenamt mehr schätzen

und fördern, sondern auch, dass die erfahrenen

und mündigen Gemeindemitglieder

die motivierten Pfarrer/innen unterstützen!

Regelmäßige gemeinsame

Supervisionssitzungen mit Haupt- und

Ehrenamtlichen könnten in der Gemeinde

für mehr Kommunikation und für weniger

Missverständnisse sorgen. Kurse

zur Teamfähigkeit und Motivationsübungen

für Ehrenamtliche sollten im Vikariat

für die angehenden Pfarrer angeboten

werden, damit sie praktisch lernen,

wie man auf Ehrenamtliche zugeht

und deren Talente fördert.

Wenn gemeinsam Visionen entwickelt

und umgesetzt werden, dann kann der

Traum von christlicher Gemeinschaft

Wirklichkeit werden!

Für eine glaubwürdige Kirche braucht es

die ganze Gemeinde.

Golde Wissner möchte auch Pfarrerin

werden. Sie war erfreut über die

begeisterten und engagierten Antworten

ihrer Kommiliton/innen. Wer

sich für eine ausführlichere Auswertung

der Befragung interessiert,

kann ihr an studiumfrage@web.de

eine Email schreiben.

Abb.: Ergebnisse

der Mittelwerte zu

der Frage „Welche

Bereiche sind für die

Zukunft der Kirche

besonders wichtig?“

Die Befragten konnten

zwischen 0 und 4

ankreuzen.

(0 = gar keine

große Bedeutung,

4 = große Bedeutung).

Der Pfarrer

als Trainer und

Supervisor

seiner aktiven

Gemeinde-

mitglieder

9


Ehre dem Amt

Zur Neubestimmung

des Verhältnisses

von Pfarrerinnen und

Pfarrern

und Gemeinde

Positionslicht

des Kfm-Vorsitzenden Friedemann Stöffler

Ganz oft begegnet mir in Gesprächen die Position: Kirche für morgen hat etwas gegen die PfarrerInnen.

Überrascht sind viele, wenn sie erfahren, dass mehr als 20% der Mitglieder von Kirche für morgen

Pfarrerinnen und Pfarrer sind. Aus unseren Veröffentlichungen lässt sich dazu – meinem Eindruck nach

– nichts finden, was dies wirklich untermauern könnte. Allerdings: Wir sind der Meinung, dass die heutige

Struktur des Pfarramts einer gründlichen Reform bedarf.

Das sind die Rahmenbedingungen

unter denen in Württemberg

eine Pfarrerin/ein Pfarrer arbeitet

(Württembergischen Pfarrgesetz §13 Absatz 2):

„Der Auftrag umfasst insbesondere

Predigt und Leitung des Gottesdienstes,

Taufe und Abendmahl, Amtshandlungen,

seelsorgerliche und diakonische Dienste,

Dienst an jungen Menschen in Schule,

kirchlichem Unterricht und Jugendarbeit,

Bibelarbeit und andere kirchliche Bildungsarbeit

mit Erwachsenen, Gewinnung

und Anleitung von Mitarbeitern

und weitere Leitungs-, sowie Organisations-

und Verwaltungsaufgaben.“ So ist

also unser Pfarramt strukturiert: Jede

Pfarrerin und jeder Pfarrer sollte ein „eierlegendes

Wollmilchschwein“ sein. Ich

kenne wenige Pfarrerinnen und Pfarrern,

die mit der Struktur des Pfarramts zufrieden

sind. Jede/r empfindet, dass die

Erwartungshaltungen, die auch in den

unterschiedlichen Ausschreibungen vorkommen,

überfordern. Halten wir fest:

Die an das Pfarramt gebundenen Erwartungen

sind in der Regel nicht leistbar

und damit wird man weder dem Pfarrer

bzw. der Pfarrerin noch den ehrenamtlichen

Mitarbeitenden in ihren Kompetenzen

und Fähigkeiten gerecht.

Was ist die theologische

Begründung für das Pfarramt?

Ich bitte um Verständnis, dass ich nur

wenige Gedanken anreiße – im Wesentlichen

nur auf die Bekenntnisschriften

eingehe – und nicht, was eine lohnende

Aufgabe wäre, auf die „norma normans“,

die Bibel selbst.

Für alle protestantischen Kirchen ist

zunächst einmal das „Priestertum aller

Gläubigen“ die Basis. Es steht prinzipiell

nicht im Widerspruch zu einem besonderen

Amt der „öffentlichen Wortverkündigung“.

Dass zu diesem Amt eine „ordnungsgemäße

Berufung“ gehört, wie es


10


Ehre dem Amt

in der Confessio Augustana formuliert

wird (CA XIV „rite vocatus“) sei hier unbestritten.

Die Rolle der Gemeinde in

Bezug auf das Pfarramt formuliert Luther

klar in seiner Schrift: „Dass eine

christliche Versammlung oder Gemeinde

Recht und Macht habe, alle Lehre zu beurteilen

und Lehrer zu berufen, ein- und

abzusetzen…“

Und was ist die Aufgabe der

Gemeinde?

Nach reformatorischem Bekenntnis

darf es ein Amt der öffentlichen Wortverkündigung

geben, das von der Gemeinde

(!) durch ordnungsgemäße Berufung

verliehen wird. Dieses Amt ist bei uns

das Pfarramt. Dieses Amt entbindet aber

die Gemeinde nicht davon, „alle Lehre zu

beurteilen“ sondern setzt sie dazu instand.

Eine wesentliche Aufgabe des

Pfarrers bzw. der Pfarrerin ist die Befähigung

der Gemeinde zur theologischen

Urteilsfähigkeit. Der Pfarrer/die Pfarrerin

ist dafür verantwortlich, dass rechte

Lehre geschieht, dass die Sakramente

recht verwaltet werden.

Folgerungen für das Verhältnis

von Ehrenamtlichen und

Hauptamtlichen, insbesondere

Pfarrerinnen und Pfarrern

1. Das Pfarramt ist das Amt innerhalb

der Kirche, das der Gemeinde hilft

und sie dazu befähigt, die notwendigen

Dienste wie Verkündigung, Sakramentsverwaltung,

Diakonie, Lehre,

Prophetie usw. zu praktizieren und

ordentlich auszuüben.

2. Pfarrerinnen und Pfarrer sind zeitlich

freigestellt, um in der Gemeinde den

Raum für diese Dienste zu schaffen.

So kann zwar der Pfarrer bzw. die

Pfarrerin auch predigen, Sakramente

austeilen, Seelsorger sein usw., aber

es sollte nicht die Regel oder gar die

absolute Forderung sein. Im Ordinationsversprechen

für württembergische

PfarrerInnen sind die entscheidenden

Verben „mithelfen“, „Sorge tragen“,

„Acht haben“.

3. Das Amt für die öffentliche Wortverkündigung

meint die theologische

Verantwortung für alle Verkündigungsdienste

in der Gemeinde. Der

Pfarrer bzw. die Pfarrerin muss diese

Verantwortung reformatorisch „sine

vi sed verbo“ – allein durch das Wort

und nicht durch Macht – wahrnehmen.

Strukturell müsste damit vollkommen

klar sein, dass der Pfarrer,

die Pfarrerin nicht gleichzeitig erste/r

oder zweite/r Vorsitzende/r des Kirchengemeinderats

sein kann.

4. Er/sie ist „Trainer“ der Gemeinde, der

den Gemeindegliedern hilft, immer

mehr Dienste selbst zu übernehmen.

5. Es würde unserer Kirche gut tun, sich

an der Praxis des Apostels Paulus zu

orientieren, der die Gemeinden ermahnt,

sie theologisch unterweist,

seelsorgerlich begleitet, aber alles

dafür tut, dass die Gemeinde selbst

mündig wird und nicht von ihm abhängig

ist. Er selbst übt keinerlei

strukturelle Macht aus.

6. So kann auch in unserer Kirche Gestalt

gewinnen, was Basis für jede christliche

Gemeinde ist: „Einer ist euer

Meister, ihr aber seid untereinander

Brüder“ und Schwestern (Mt. 23,8).

7. Pfarrerinnen und Pfarrer, wie alle anderen

Hauptamtlichen in der Kirche,

haben die Aufgabe „Ermöglicher“ zu

sein, Rahmenbedingungen zu schaffen,

dass „Laien“ Dienste übernehmen

können, zu denen sie ohne die

Unterstützung durch Hauptamtliche

nicht in der Lage wären. Sie schaffen

Rahmenbedingungen, dass jede und

jeder sich mit der Gabe, die er empfangen

hat, einbringen kann.

8. Eine Veränderung in diese Richtung

braucht Zeit, aber es ist höchste Zeit,

die Gemeinde zu dieser Mündigkeit

zu befähigen, ihr diese Mündigkeit

zuzutrauen und zuzumuten. Zielperspektive

allen kirchlichen Handelns

muss es sein, die gemeindliche Praxis,

die kirchliche Ordnung und die

Ausbildung für kirchliche Ämter in

diese Richtung zu verändern.

So gewinnt der Leib mit vielen Gliedern

Gestalt, dessen einziges Haupt Christus

ist. So wird aus einer Pfarrerskirche eine

Beteiligungskirche.

Friedemann Stöffler ist

Vorsitzender von „Kirche für morgen

und setzt sich auch als „Jakobiner“

für eine Neubestimmung des

Pfarramtes ein (siehe Rückseite).

Eine Aufgabe

des Pfarrers bzw.

der Pfarrerin ist

die Befähigung

der Gemeinde

zur theologischen

Urteilsfähigkeit

Die an das

Pfarramt

gebundenen

Erwartungen

sind in der

Regel nicht

leistbar

11


Ehre dem Amt

„Wir wünschen uns eine/n Pfarrer/in, der/die …“

Johannes Stahl, seit vier Jahren geschäftsführender Pfarrer in Eschenbach, hat die

Pfarrstellenausschreibungen des vergangenen Jahres durchgesehen und kommt zu

dem ernüchternden Schluss:

Alle Pfarrstellenausschreibungen

sind den a+b-Heften

(Für Arbeit

und Besinnung),

Jahrgang 2009,

entnommen.

„Es gibt noch immer Kirchengemeinden,

die suchen statt einer Pfarrerin/

eines Pfarrers die ‚eierlegende Wollmilchsau’.

Verräterisch sind Formulierungen

wie ‚sowohl … als auch’.

In manchen Gemeinden wurde möglicherweise

der zukünftige Schwerpunkt

der Gemeindearbeit nicht ausdiskutiert.

Man hat deshalb ganz salomonisch einfach

alle Schwerpunkte auf die Pfarrer-

Wunschliste gepackt –

wer weiß, vielleicht gibt es ja irgendwo

da draußen eine Pfarrerin/ einen Pfarrer,

die/ der alles kann und alles macht und

das jeweils auch noch als Schwerpunkt.

Fragt sich nur, ob der Pfarrer/ die Pfarrerin

bei so vielen Schwerpunkten physikalisch

gesehen überhaupt noch laufen

kann? Und ob bei den Ehrenamtlichen,

die bei solchen Alleskönnern zwangsläufig

zum Zuschauen verurteilt sind, dann

alles rund läuft?“

Amtliches

45

Pfarrstelle Traumhausen

Ausschreibung einer 75%-Stelle!

Kirchengemeinde: „Diasporagemeinde mit sechs

Teilorten (!), Dienstauftrag (75 %): Gottesdienst,

Seelsorge, Kasualien, Konfirmandenunterricht,

Religionsunterricht nach Deputat,

Kinderkirchvorbereitung, Familien-gottesdienste,

Mitarbeit bei ökumenischen Schulgottesdiensten

und Kinderbibeltagen, Leitung

der Gemeindeabende und Gemeindenachmittage,

Mitarbeit beim ökumenischen

Gesprächskreis, Gemeindeausflug, Öffentlichkeitsarbeit

für das wöchentliche Mitteilungsblatt

in Zusammenarbeit mit der Pfarramtssekretärin,

Vorsitz im KGR und Geschäftsführung.

Amtliches

„Wir wünschen uns eine/n Pfarrer/in,

der /die offen ist für unterschiedliche

Frömmigkeitsstile (…) und aufgeschlossen

für sowohl ländlich als auch

städtisch geprägte Menschen.“

Amtliches

„Erwünschte neue Entwicklungen und

Projekte: Neue Impulse in der Jugendarbeit,

Unterstützung der ambitionierten

kirchenmusikalischen Aktivitäten

(Durchführung von Bach-, Reger- und

Franck-Zyklen, welche von thematischen

Gottesdiensten begleitet werden),

100-Jahr-Feier in 2013, Verstärkte

Bemühungen in der Altenarbeit …“

Erwünschte Neuentwicklung: Jugendarbeit – Integration

von Russlanddeutschen, von Neuzugezogenen,

von Evangelischen der Teilorte

und von jungen Familien. Anstehend:

Renovierung von Kirchendach und Heizung.

Unsere Erwartungen an Fähigkeiten und Vorerfahrungen:

Wir freuen uns über jemanden, die/

der musikalisch begabt ist, die/der der Jugendarbeit

neue Impulse gibt, Mitarbeitende

der Jugendarbeit anleitet und begleitet und

die Kinderkirche fachlich gut anleitet.

Wünschenswert wäre Mitsingen im Kirchenchor

und ein offenes Ohr für Belange der

Gemeindeglieder und Mitarbeitenden.“

Amtliches

„Zum Dienstauftrag gehört der Seelsorgeauftrag

in der Justizvollzugsanstalt

mit ca. 15% des gesamten

Dienstauftrags (= 1/2 bis 1 Tag pro

Woche)…“

Amtliches

„Die seelsorgerliche Zuwendung zu

älteren Gemeindegliedern, die Arbeit

mit jungen Familien (…) und die

Jugendarbeit werden Schwerpunkte

sein.“

Amtliches

„Der Stelleninhaber soll Freude an der

Konfirmanden-, Kinder-, Jugend- und

Familienarbeit, sowie einer seelsorgerlichen

Begleitung in besonderen Situationen

sowie an Kranken- und Altenbesuchen

haben.“

Amtliches

„Schwerpunkte der Gemeindearbeit:

Mitarbeitergewinnung und -begleitung,

Koordination der Gemeindearbeit,

Kontakt zu den verschiedenen

Gruppen und Kreisen, Engagement für

Zielgruppe junge Familien. Weitere

Schwerpunkte: Erwachsenenbildung,

Förderung der Kirchenmusik.“

12


Bausteine

Liturgie-Seminar –

ein Lebenszeichen der Gemeinde

Aus den Reihen der Jakobusgemeinde in Tübingen kam im Blick auf den bevorstehenden

Ruhestand ihres Pfarrers der Vorschlag, ein Liturgieseminar anzubieten.

Gemeindeglieder, die sich zutrauten, die Liturgie im Gottesdienst selber zu gestalten,

sollten dafür geschult werden. Vor fünf und vor zwei Jahren entwickelten die

Pfarrerin Silke Harms und der Pfarrer Karlfriedrich Schaller dazu ein Liturgieseminar.

Insgesamt 18 TeilnehmerInnen lernten

an 6 Abenden, wie menschenfreundliche

Liturgie festlich und anrührend gestaltet

werden kann. Mit Videokameras und

Übungen, sowie dem „Ernstfall“ eines

Gottesdienstes entdeckten die TeilnehmerInnen

ihre Gaben.

Inhalte der Abende waren:

1. Was macht Gottesdienste lebendig?

(Gottesdienstraum/

Theorie des Gottesdienstes/

Rolle und Gewand eines Liturgen)

2. Richtig anfangen und weitermachen

(Liturgische Begrüßung/ Überleitung

zum Psalm, Eingangsgebet und Stille)

3. Singet dem Herrn ein neues Lied!

(Musik und Lieder: aussuchen,

finden, gestalten)

4. Lesen, dass der Funke überspringt

(Schriftlesung: Auswahl und

Einleitung)

5. Beten im Pulsschlag des Lebens

(Stellvertretendes Beten;

Dank- und Bittgebete formulieren,

Halleluja und Kyrie)

6. Komm, Herr, segne uns

(Abkündigungen und Segen)

Das Ziel dieser Schulung war, Gemeindeglieder

zu befähigen – außer der Predigt

– einen Gottesdienst zu planen und

zu gestalten. Die erste Auswirkung war

die Erkenntnis, dass alle Beteiligten den

Gottesdienst viel intensiver genießen

konnten als vorher. Gleichzeitig wuchs

die bange Erkenntnis, dass sich das alles

ganz locker anhört, aber dahinter doch

viel Überlegung und Übung steckt. Da

die Jakobusgemeinde jedoch schon intensivere

„Gemeindebeteiligung“ im Gottesdienst

lebte (Schriftlesung/ Dank- und

Fürbittegebete, Abkündigungen etc.) war

es kein so großes Abenteuer, einmal

wirklich einen Gottesdienst in Laienregie

durchzuführen. Das „Gesicht“ der Gottesdienste

blieb und bleibt erhalten.

Es ist erstaunlich zu beobachten, wie

schnell die anfängliche Unsicherheit

einer Souveränität gewichen ist und mit

welch großen Gaben diese ehrenamtlichen

Liturgen den Gottesdienst gestalten.

Für den/die PfarrerIn bedeutet dies

auf der einen Seite eine große Entlastung,

denn es ist „nur“ die Predigt für

den Gottesdienst zu erstellen, was bisher

die Hälfte der Vorbereitungszeit ausmachte.

Auf der anderen Seite zeigt sich

die Herausforderung, diese Predigt

schon am Montagabend ausformuliert

zu haben (was sich übrigens als große

Entlastung für den Rest der Woche herausstellte)

und die Toleranz, dass da in

dem Gottesdienst andere Lieder, andere

Gedanken, andere Gebete auftauchen,

als „man“ das sich selber gewünscht

hätte.

Karlfriedrich Schaller kam als Pfarrer

an der Jakobuskirche Tübingen

bis Februar 2009 in den Genuss der

ehrenamtlichen Liturgen.

Mit Hilfe von

Videokameras

und Übungen

entdeckten die

TeilnehmerInnen

ihre Gaben

13


Bausteine

Gemeindeleitung neu definiert

Pfarrer lernen von Managern. Gleichzeitig lenken sie den

Fokus auf ihr eigenes geistliches Leben. Wie beides

in einer Fortbildung zusammengeht und sogar

zusammengehört, schildert Johannes Eißler.

© Joachim Wendler, fotolia.com

Die Bedeutung

der bestehenden

„Gemeindekultur“

ist nicht zu

unterschätzen

Passt das zusammen:

Pfarrberuf und

Management? Tatsache

ist, dass heutige

Pfarrerinnen und Pfarrer

neben ihren „Kernaufgaben“

in Predigt, Seelsorge

und Unterricht oft vielfältige

Leitungsverantwortung übernehmen

müssen: Verwaltung,

Personalführung, Gebäude- und Finanzmanagement,

Konfliktbearbeitung

und Öffentlichkeitsarbeit sind einige dieser

Bereiche, die im Theologiestudium

und Vikariat kaum gestreift werden.

Nicht zuletzt krankt es oftmals an der

Fähigkeit zur Selbstorganisation und an

der richtigen Zeiteinteilung. Ganz zu

schweigen von fehlenden Absprachen

mit den Ehrenamtlichen in der Gemeindeleitung.

Kompetenzgewinn für Pfarrer

„Spirituelles Gemeindemanagement“

nennt sich eine Langzeitfortbildung für

Pfarrerinnen und Pfarrer, die hier Abhilfe

schaffen möchte.

Sie wird bereits zum

zweiten Mal in Zusammenarbeit mit dem

Greifswalder „Institut zur Erforschung

von Evangelisation und Gemeindeentwicklung“

zusammen mit der badischen

Landeskirche angeboten. „Man kann

Dinge besser machen, und das Evangelium

hat es verdient”, so Prof. Dr. Michael

Herbst aus Greifswald, der höchstpersönlich

als Referent bei den Kurswochen

im Stift Urach und im badischen Nonnenweier

mitwirkt.

Fünf Leitungskompetenzen möchte die

Fortbildung vermitteln:

Zeitgemäße Visionen für Gemeinde

und Kirche aus der Lektüre der Bibel

entwickeln

Beten und Planen verknüpfen –

Spiritualität als Offenheit für den

Geist Gottes

Leitbilder entwickeln, u.a. mit Hilfe

von Moderations- und Präsentationstechniken

Kommunikativen und partizipatorischen

Leitungsstil einüben

Marketing- und Managementtechniken

kennen lernen

Weg von der Behördenkirche

Der pommersche Bischof H.J. Abromeit

plädiert in der Einleitung seines Buches

zum „Spirituellen Gemeindemanagement“

für „ein am Endverbaucher orientiertes

Denken“. „Eine Einübung in marketingorientiertes

Denken kann darum

einer Kirche, die in der Gefahr steht, um

sich selbst zu kreisen, helfen, auf die

Menschen, für die sie eigentlich da ist,

zuzugehen. Kirchliches Leben wird heute

von vielen als eine Veranstaltung von

Kirchenleuten für Kirchenleute empfunden.

Diese staatsanaloge, behördenförmige

Organisationsform der Kirche ist

überholt.“ Die theologische Ausbildung

14


müsse sich „ausrichten an den Erfordernissen

des Berufsalltags späterer Pfarrerinnen

und Pfarrer“.

Vision, Konzept, Organisation

„Spirituelles Gemeindemanagement“

versteht sich daher auch als Crash-Kurs

in Sachen Organisation und Planung.

Klaus-Martin Strunk, Diplom-Kaufmann

und selbständiger Unternehmensberater

aus Münster versteht es, Managementfähigkeiten

auf lockere Art zu vermitteln.

Von der Vision geht es über die Analyse

und der Definition der Zielgruppe („relevanter

Markt“) zur Konzept-Entwicklung.

Beim Konzept sei neben der Strategie

(Plan) und der Struktur (Organisation)

die Bedeutung der bestehenden „Gemeindekultur“

nicht zu unterschätzen,

sagt Strunk. Folgende Fragen können

leitend sein: „Wofür stehen wir?“, „Was

sind unsere Prinzipien?“, „Wie steht es

mit unserem Glauben?“, „Welchen Stil

prägen wir?“. Ja, es gibt so etwas wie

eine Körpersprache der Gemeinde!

Nicht zuletzt gilt es aber, eine gute

Idee auf den Boden zu kriegen: Wie

sieht das Angebot genau aus? Was müssen

wir an Zeit und Geld investieren?

Welche Räume stehen dafür zur Verfügung?

Welches „Personal“ wird benötigt?

Welche Form von Öffentlichkeitsarbeit

ist geplant? Egal, ob es um ein Gemeindefest,

ein Osterfrühstück oder

einen Glaubenskurs geht, letztlich müssen

alle diese Punkte bedacht werden.

Geistlich leben und leiten

Aber „Spirituelles Gemeindemanagement“

will mehr sein als ein Managementkurs

für Ordinierte. Es geht darum,

auch im operativen Geschäft damit zu

rechnen, dass Gottes Geist lenkt und

leitet. Es war für mich eine neue Erfahrung,

mit Kollegen im Zweiergespräch

bei einem Gebetsspaziergang pfarramtliche

Probleme auszutauschen und ganz

konkret dafür zu beten. Andachten oder

gesungene Tagzeitengebete und das

tägliche „Bibel teilen“ strukturieren den

Tagesablauf der Kurswochen. Eine besondere

Herausforderung ist es, mit

dem Halbmarathonläufer Michael Herbst

frühmorgens zum Frühsport aufzubrechen.

Jede Kurswoche wird mit einem

Abendmahlsgottesdienst und der Möglichkeit

zur persönlichen Segnung abgeschlossen.

Michael Herbst ist überzeugt, dass

sich Management gut verträgt mit „Spiritualität

als gestaltetem Leben in der

Nachfolge Jesu Christi.“ „Wir wollen

geistlich führen und leiten und zielgerichtet,

strukturiert und professionell

Prozesse der Gemeindeentwicklung mitgestalten“,

so Herbst. Die Betriebswirtschaftslehre

nennt er eine „Kooperationsdisziplin“.

Von ihr lässt sich „die

prinzipielle Orientierung an den Menschen“

lernen.

Die Kurse sind ausgebucht

Bischof Abromeit, Prof. Herbst, K.-M.

Strunk sowie Dr. Peter Böhlemann vom

„Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung“

der westfälischen Landeskirche

haben das „Spirituelle Gemeindemanagement“

in den 90er-Jahren entwickelt.

Von 1999 an wurde die zweijährige

Fortbildung zunächst in Westfalen, dann

auch in Pommern, im Rheinland und im

Kloster Volkenroda (Evang. Kirche in Mitteldeutschland)

angeboten. Seit 2007

läuft das „Spirituelle Gemeindemanagement“

mit Hilfe der Ämter für missionarische

Dienste auch im Südwesten. Vier

Kurswochen – je Halbjahr eine – sowie

begleitende Supervisionsgruppen sorgen

für den nötigen Theorie-Praxis-Mix.

Ein Teilnehmer des hiesigen Kurses

2007/08 sagte: „Das war die beste Fortbildung

meiner gesamten Berufslaufbahn.“

Nach dem zweiten soll ein dritter

Durchgang im Februar 2011 starten. Vielleicht

könnte künftig noch ein stärkeres

Augenmerk auf das Verhältnis von Hauptund

Ehrenamtlichen gelegt werden.

Buchtipp:

Hans-Jürgen Abromeit u.a. (Hg.),

Spirituelles Gemeindemanagement.

Chancen – Strategien – Beispiele,

Göttingen 2001

Johannes Eißler ist Pfarrer beim Amt

für missionarische Dienste und gehört

zum Leitungsteam des „Spirituellen

Gemeindemanagements“ in

Baden-Württemberg.

Auch im

operativen

Geschäft damit

rechnen, dass

Gottes Geist

lenkt und leitet

15


Gemeindeporträt

Dann halt auch ohne Pfarrer …

Martin Allmendinger beschreibt das Gemeindeleben einer Landgemeinde, deren

Mitarbeiterschaft ihr breit gefächertes Gemeindeangebot auch während einer

längeren pfarrerlosen Zeit am Leben erhält.

Weißwurstfrühstück

nach dem

Gottesdienst

Gut vernetzt

zu sein

ist die

halbe Miete

Hohengehren ist eine Schurwaldgemeinde

im Kirchenbezirk Esslingen. Im

Zentrum des Gemeindelebens stehen die

Sonntagsgottesdienste in der Cyriakuskirche.

Im Gemeindeleitbild soll zum Ausdruck

gebracht werden, was diese kleine

Gemeinde ausmacht: „Wir wollen eine

warmherzige, einladende und in Jesus

Christus verwurzelte Gemeinde sein.

Deshalb setzen wir uns dafür ein,

dass viele Menschen die Liebe Gottes

erfahren und im Glauben wachsen,

dass Menschen in liebevoller Gemeinschaft

eine Heimat finden, die sich

im Alltag bewährt,

dass Menschen ihre Berufung von

Gott entdecken, mit ihren Gaben den

Menschen dienen und dadurch die

Welt verantwortlich mitgestalten.“

In einem außerordentlich guten Zusammenspiel

von Pfarramt (S. Häußler

war von 1997 – 2009 Pfarrer in Hohengehren,

s. Artikel S. 8), Kirchengemeinderat

und Gemeindebüro wird mit einer

sehr großen Zahl ehrenamtlich Mitarbeitender

ein erstaunliches Programm bewältigt.

Näheres unter www.hohengehren-evangelisch.de.

Im Jahresverlauf gibt es vielfältige Gelegenheiten

zur Begegnung der Gemeindeglieder.

Auch Menschen, die nicht zu

den Insidern zählen, lassen sich gerne

einladen oder beteiligen sich bei besonderen

Aktionen und Veranstaltungen.

Besonders ist, dass etliche Gelegenheiten

zur Tischgemeinschaft angeboten

werden. Etwa das Überraschungsmittagessen,

zu dem Viele etwas mitbringen

und so zu einem bunten, überraschenden

Buffet beitragen. Auch das Weißwurstfrühstück

nach dem Gottesdienst

und das Schlachtfest seien hier genannt.

Ehrenamtliche mit viel Potenzial

Zu einer großen Selbstverständlichkeit

ist es in Hohengehren geworden,

ehrenamtlich Mitarbeitende zu gewinnen,

zu begleiten und zu fördern. Dabei

bleibt immer im Blick, was jemand gut

kann und gerne tut: Sei es Rasen mähen

um die Kirche, den Grünschnitt abfahren,

die Kirche täglich auf- und zuschließen,

die Homepage gestalten oder Gottesdienste

im Team selbstverantwortlich

gestalten. Auch die Leitung der „Kinderarche“,

einer besonderen Kindergottesdienstform

parallel zum Zweitgottesdienst,

gehört dazu. Menschen bringen

sich ein beim Singen im Kirchenchor,

beim Musizieren im Posaunenchor,

beim Besuchsdienst,

der Gestaltung

der Schaukästen im Ort

und den vielen Angeboten

für Kinder, Jugendliche,

Erwachsene

und Senioren.

Sehr erfreulich ist

die Zusammenarbeit

im Distrikt und

in der Region. Mein

Eindruck ist, dass

dies weitgehend unter

dem unausgesprochenen

Motto läuft:

miteinander unterwegs

und gut vernetzt zu sein

ist die halbe Miete.

16


Zweitgottesdienst wöchentlich

Im letzten Jahr wurde ich immer mal

wieder als Prediger für den Zweitgottesdienst

„Rückenwind“ angefragt: Ein sehr

aktives Team, das aus mehreren Untergruppen

besteht, gestaltet diesen Gottesdienst

eigenverantwortlich – bis zum

Sommer in enger Zusammenarbeit mit

dem Pfarrer. Mit Ausnahme der Ferien

gibt es jeden Sonntag zwei unterschiedliche

Gottesdienste am Vormittag. Von

Zeit zu Zeit wird auch ein „Gottesdienst

miteinander“ gefeiert.

Tayomi – Tansania

Eine sehr aktive Partnerschaft zu einer

afrikanischen Jugendorganisation ist

nicht selbstverständlich. Der „Verein zur

Förderung der christlichen Jugendarbeit

in Tansania im Rahmen von Casfeta/

Tayomi“ wurde 1995 gegründet. Der bisherige

Pfarrer Siegfried Häußler koordiniert

die Zusammenarbeit und ist Vorsitzender

des Vereins. Über ihn kam die

Kirchengemeinde zu dieser besonderen

Partnerschaft. Wertvolle technische Geräte,

eine ganze Reihe hochqualifizierter

Computer und eine umfangreiche Solaranlage

waren Inhalt des kurz vor Weihnachten

verschickten Containers. Im

Frühjahr wird eine Gruppe von Spezialisten

zum Aufbau und zur Installation der

Solaranlage nach Tansania reisen.

Förderverein Senfkorn

Im März 2008 wurde der Förderverein

Senfkorn gegründet (www.senfkorn.eu).

Ziel des Vereins ist es, die „innovative

und fruchtbare Gemeindearbeit in der

Evangelischen Kirchengemeinde Hohengehren

(zu) unterstützen“. Als Gründe

werden genannt:

zusätzliches, verlässliches finanzielles

Standbein angesichts rückläufiger

Kirchensteuermittel

Zukunft der Gemeinde sichern über

das absolut Notwendige hinaus

Spielräume erhalten für eine

zeitgemäße Gemeindeentwicklung

und kreative Gestaltung

zusätzliche Anstellungen in kleinem

Umfang.

Als erstes Projekt wurde Anfang 2009

die Anstellung eines Kirchenmusikers

vor allem für das Musikteam im Zweitgottesdienst

teilfinanziert. Als zweites

Projekt sollte die Stelle eines Mitarbeiterreferenten

geschaffen werden. Da ich

durch meine Mitarbeit in der Kirchengemeinde

bereits bekannt war, wurde ich

dafür angefragt. Im Oktober 2009 wurde

ich als Mitarbeiterreferent auf der Basis

einer geringfügigen Beschäftigung angestellt.

Mitarbeiterbegleitung

Die Begleitung Ehrenamtlicher hat sich

gerade seit dem Wechsel von Pfarrer

Häußler nach Reichenbach als absolut

notwendig erwiesen. Die persönliche,

seelsorgerliche und fachliche Begleitung

der mehr als 180 Mitarbeitenden ist nun

besonders wichtig geworden. Im Januar

gab es einen Mitarbeitertag als Schulungs-

und Auftankangebot, der gut angenommen

wurde. Von Mai bis Juli veranstalten

wir Exerzitien im Alltag und im

Herbst ein Einkehrwochenende, weil die

geistliche Begleitung durch nichts zu ersetzen

ist.

Pfarrerlose Zeit

Zur Zeit befindet sich die Gemeinde

„im Wartestand“. Die Ausschreibung der

Pfarrstelle hat bisher keinen Erfolg gehabt.

Vielleicht hat ja dieser Artikel bei

der einen oder anderen Pfarrerin/Pfarrer

Interesse geweckt, zukünftig auf dem

Schurwald im Team mit vielen Mitarbeitenden

am Reich Gottes mitzubauen.

Martin Allmendinger, Denkendorf,

Diakon und Supervisor ist

Mitarbeiterreferent in der Evang.

Kirchengemeinde Hohengehren.

Kontakt:

martin.allmendinger@senfkorn.eu

Jeden Sonntag

finden zwei

unterschiedliche

Gottesdienste

statt

Die geistliche

Begleitung ist

durch nichts

zu ersetzen

17


kfm intern

Halbzeit in der Synode –

ein Interview mit dem Synodalen Matthias Böhler

Matthias Böhler ist seit 2007 Synodaler von Kirche für morgen des Wahlbezirks

Besigheim/Brackenheim. Tabea Hieber sprach mit ihm über seine Erfahrungen,

Wünsche und Visionen.

Im Bereich der

Jugendarbeit ist

Vernetzung

mit der Schule

und die

Schulseelsorge

ein Thema

Eines der

Ergebnisse ist,

dass Kirche

in der

Gesellschaft

immer weniger

präsent ist

18

Das dritte Jahr in der Synode – Zeit, um

eine Zwischenbilanz zu ziehen. Welche

Erfahrungen prägten dich in den ersten

beiden Jahren?

Die erste Zeit war auf jeden Fall eine

Zeit des Einarbeitens und geprägt vom

Zuhören und Kennenlernen. In die verschiedenen

Abläufe und Arbeitsprozesse

der Synode musste ich mich erst einmal

hineinfinden und mich orientieren. Viele

Themen, mit denen wir uns in der Landessynode

beschäftigen, waren für mich

neu. Das macht die Arbeit aber auch sehr

spannend und vielseitig.

Neben den drei jährlichen Tagungen

der Landessynode gibt es eine ganze

Reihe weiterer Aufgaben. Wo liegt dein

Schwerpunkt?

Ich bin Mitglied im Ausschuss für Bildung

und Jugend. Hier haben wir uns

zum Beispiel mit dem Papier zur Bildungspolitik

der Ev. Landeskirchen von

Baden und Württemberg beschäftigt

und eine ausführliche Beratung in der

Plenarsitzung der Synode vorbereitet.

Außerdem gehört zu unserem Aufgabengebiet

der Religionsunterricht und die

Arbeit der ev. Kindertageseinrichtungen.

Im letzten Jahr haben uns die Ergebnisse

der Studie zur Konfirmandenarbeit beschäftigt

und wir sind dabei, daraus Folgerungen

und Konsequenzen abzuleiten.

Im Bereich der Jugendarbeit ist Vernetzung

mit der Schule und die Schulseelsorge

ein Thema.

Außerdem bin ich Mitglied im Sonderausschuss

„Musik“, der zur Vorbereitung

einer Schwerpunkttagung der Landessynode

zum Thema „Musik in der Kirche

im nächsten Jahr eingesetzt wurde.

Welche Wünsche und Visionen hast du

im Blick auf die nächsten Jahre?

Nicht nur in innerkirchlichen Kreisen

ist die ‚Sinus Milieu Studie’ zurzeit in

aller Munde. Eines der Ergebnisse daraus

ist, dass Kirche in der Gesellschaft immer

weniger präsent ist. Sie ist nur noch in

maximal drei von zehn lebensweltlichen

Milieus in Deutschland beheimatet.

Ich wünsche mir, dass wir diese Entwicklung

Ernst nehmen und in den

nächsten Jahren mit aller Kraft daran arbeiten,

für die unterschiedlichsten Menschen

in unserer Kirche Räume zu öffnen,

in denen sie ihren Platz finden und

Hilfe und Unterstützung für ihr Leben erfahren.

Ich hoffe, unsere Beratungen

und Diskussionen gerade im Zusammenhang

mit dem Schwerpunkttag „Musik in

der Kirche“ oder auch dem „Jahr des

Gottesdienstes 2012“ können hier die

richtige Stoßrichtung vorgeben – hin zu

mehr Vielfalt und Beteiligung in unserer

Landeskirche, damit wir dem Anspruch

„Volkskirche“ zu sein, weiter gerecht

werden können.

Bleibt für dich Zeit, neben deinem Beruf

und deinem Engagement in der Synode,

dich ehrenamtlich in der Gemeinde einzubringen?

Natürlich bin ich durch das Amt in der

Landessynode schon gut beschäftigt.

Aber es macht mir Spaß, mich auf ganz

unterschiedliche Weise musikalisch in

der Gemeinde einzubringen. Ich leite

einen Posaunenchor, übernehme Orgeldienste

und spiele ab und zu Klavier in

einer Lobpreisband. Im Sommer leite ich

zusammen mit meiner Frau Bernike eine

Familienfreizeit in unserem Bezirksjugendwerk.

Herzlichen Dank für das Gespräch.

Ich danke dir für dein Engagement und

wünsche dir Gottes Segen.

Matthias Böhler ist Synodaler von

Kirche für morgen im Wahlbezirk

Besigheim/Brackenheim

und lebt mit seiner Familie in

Bönnigheim-Hofen.


Aktuelle Bücher

von Johannes Stockmayer:

Wann, wenn nicht wir

Warum es an der Zeit ist

mit dem Bau der Arche Noah

zu beginnen. Verschlafene

Gemeinden oder

aufgewecktes Christsein

Eine kritische Analyse

Concepcion Seidel

EUR 16,95

Leinen los!

Wie das Schiff Gemeinde

wieder in Fahrt kommt.

Gemeindearbeit beginnt

mit dem eigenen Herzen

und endet an der Tür

zu Gottes Ewigkeit

Francke Verlag

EUR12,95

Zu erhalten in jeder Buchhandlung

oder bei Johannes Stockmayer

Gemeinderberatung

Leberbachstr. 7, 72555 Metzingen

Tel.: 07123-61129,

E-Mail: onesimus@t-online.de

www.onesimus-dienste.de

Impressum

Der Zitronenfalter wird herausgegeben von

Kirche für morgen e.V.,

Am Auchtberg 1, 72202 Nagold

Fon: 0700-36693669 Fax: 0721-151398429

info@kirchefuermorgen.de

www.kirchefuermorgen.de

Erscheinungsweise

3 x jährlich. Bestellung (auch weitere Exemplare) bei

der Geschäftsstelle. Die Zusendung ist kostenlos.

Bankverbindung

EKK Stuttgart, BLZ 520 604 10, Konto 419 435

Wir danken allen, die durch ihre Spende die

kostenlose Weitergabe des Zitronenfalters

ermöglichen.

Redaktionsteam

Marc Stippich, Grunbach (sti) (ViSdP), Claudia

Bieneck, Malmsheim (cb), Pina Gräber-Haag, Gronau

(pg), Markus Haag, Gronau (mh), Tabea Hieber,

Markgröningen (th), Thomas Hofmann-Dieterich,

Haigerloch (thd), Cornelia Kohler, Ostfildern (ck)

Werner Lindner, Winnenden (wl), Johannes Stahl,

Eschenbach (js), Karlfriedrich Schaller, Tübingen (kfs).

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und über die Geschäftsstelle

Anzeigenpreisliste: lindner-service@gmx.de

FAX: 07195-979759

Bildnachweis Titel: © A.Fischer, fotolia.com

Praxis für

Therapie und Beratung

Cornelia Kohler

Systemische Familientherapeutin

Heilpraktikerin

Evangelische Theologie (Staatsexamen)

Einzelne, Paare, Jugendliche, Familien

die in Lebenskrisen geraten sind

die unter Stress, Angst, Depressionen

oder anderen Belastungen leiden

die Neuorientierung suchen, vielleicht auch

in ihrer Gottes-Beziehung

Zeppelinstraße 10

73760 Ostfildern-Kemnat

Tel. (07 11) 93 31 76 68

info@therapiepraxis-kohler.de

www.therapiepraxis-kohler.de


Zu guter Letzt

Buchtipp:

Klaus Eickhoff,

Harmlos-Kraftlos-

Ziellos:

Die Krise der Predigt

und wie wir sie

überwinden,

SCM R. Brockhaus,

2009.

Ein Brief, der (noch)

nie geschrieben wurde

kabarett

Das Tübinger

Kirchenkabarett

„Die Jakobiner“

nimmt regelmäßig

kirchliche

Eigenheiten

auf’s Korn.

So auch die

Pfarrerzentriertheit,

die in vielen Köpfen

herrscht, wie

nebenstehendes

Lied zeigt.

Ein Fernsehspot

zu den „Jakobinern“

findet sich unter

http://tiny.cc/

jakobiner.

Der Pfarrer wird‘s schon richten

Das hier ist die Geschichte von einem braven Mann,

auf den gar stets Verlass ist und der auch alles kann.

Wenn einmal im Gemeindehaus die Wasserleitung leckt,

wenn unsre Kirche bis zum Hals in Schwierigkeiten steckt:

Dann heißt es Pfarrer vor, da rufen sie im Chor:

Refrain:

Der Pfarrer wird‘s schon richten, der Pfarrer hat‘s im Blut,

der Pfarrer der kann alles, nur der Pfarrer macht es gut.

der Pfarrer wird‘s schon richten, wir haben ja zum Glück

den guten alten Pfarrer - unser bestes Stück.

Ist d’Kirche neu zu bauen, so muss der Pfarrer ran.

Er ist der Bauexperte, der alles richten kann.

Und wenn ein Jubilar will Gratulanten zu dem Feste,

so ist dabei nur einer hier der Allerbeste.

Nur er kann es allein, es muss der Pfarrer sein!

Refrain

Es gibt in unsrer Kirche gar viel zu tun

auch viele Ehrenamtliche, die sollen nicht ruh’n.

Man braucht sie bei den Festen und Kreisen hier und dort.

Doch einer kann im Gottesdienst nur lehren uns das Wort,

denn das ist seine Pflicht.

Liebes Gemeindeglied!

Unsere Kirchengemeinde steht vor

einer tiefgreifenden Reform. Es hat

sich gezeigt, dass bei 2150 Seelen

eine seelsorgerliche Betreuung

durch nur einen Pfarrer nicht gewährleistet

werden kann. Deshalb

hat der Kirchengemeinderat folgende

Maßnahmen eingeleitet: Je ein Kleinbezirk

unserer Kirchengemeinde ist

einer offiziellen Hausgemeinde zugeordnet.

Diese Hausgemeinden

werden von öffentlich berufenen Ältesten

geleitet. Sie sind berechtigt,

Gottes Wort zu predigen, Hausgottesdienste

incl. Abendmahl zu

leiten und Amtshandlungen vorzunehmen.

Sie werden im engen Kontakt

mit dem Pfarramt unterrichten,

taufen, konfirmieren, trauen und

beerdigen. Wenn Sie also eine Amtshandlung

wünschen, wenden Sie

sich bitte an die für Sie zuständige

Hausgemeinde. Diese wird dem

Pfarramt die vollzogene Amtshandlung

melden, damit sie ordnungsgemäß

ins Kirchenbuch eingetragen

wird. Sie können auch eine andere

Hausgemeinde wählen, die Ihnen

aus anderen als örtlichen Gründen

näher liegt.

Sie werden sich fragen: „Was tut

denn unser Pfarrer nun noch den

ganzen Tag?“ Die Predigt im Sonntags-Gottesdienst

obliegt mir weiterhin.

Endlich finde ich genügend

Zeit und Stille zur Vorbereitung.

Daneben werde ich mich vor allem

um die Schulung und Begleitung

der Ältesten kümmern.

Wir sind gewiss, dass Sie bald erfahren,

wie viel wirksamer wir nun

einzelnen Familien und Personen

zur Verfügung stehen können.

Herzlich grüßt Sie – auch im

Namen aller Ältesten

Ihr Pfarrer ........

(nach einer Idee

von Klaus Eickhoff)

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