LOK Magazin Lückenschluss 1984 (Vorschau)

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12

LOKMagazin

FAHRZEUGE: „Ludmilla“ in der Werkstatt,

Elektrotriebzug 1440 für Niedersachsen

GESCHICHTE: DB-Dampf-Abschiede

1967, Bundesbahn-Alltag in Iserlohn

Dezember 2014 | EUR 7,90 A: EUR 8,90 | CH: CHF 15,80 | BeNeLux: EUR 9,30

LOKMagazin

AKTUELLES | FAHRZEUGE | GESCHICHTE

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LOKMagazin

Reihe 146: Wie eine

Werbelok entsteht

Lückenschluss 1984

Darum wuchs das Netz im Harz zusammen

Baureihe 218

Immer seltener, immer beliebter

Heizhaus Selzthal einst und jetzt


Exklusiv und gratis nur

für Abonnenten –

die Fotoedition »Eisenbahn in den 50erund

60er-Jahren«

2015 erhalten Sie als Abonnent von LOK MAGAZIN mit jeder

Ausgabe ein Exemplar der Fotoedition »Eisenbahn in den 50erund

60er-Jahren«. Die Karten – zum Sammeln, zum

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erscheinen in limitierter Auflage.

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EDITORIAL

Rudolf Heym

Verantwortlicher Redakteur

Zu meiner ersten Sonderfahrt …

… fuhr ich im Juni 1 971 . Mit der 50 1 490 und der 86 608 ging es

durch das Erzgebirge. Ich war damals 1 7 Jahre alt. Helmut Lohmann

hatte 1 969 auf zwei Dampfsonderfahrten zwar schlechteres

Wetter, aber bereits entschieden mehr Erfahrung. Ein nettes Bild

zeigt seinen damals fünfjährigen Sohn neben dem Zylinder der

055 567 (Seite 90). Dreimal dürfen Sie raten, was aus dem Steppke

wurde … Natürlich arbeitet er heute bei der Bahn!

Eigentlich war unsere Regel stets, im großen Fahrzeugporträt

nur Loks und Triebwagen vorzustellen, die auf eine gewisse Bewährung

im täglichen Alltag verweisen können. Aber dieses Mal

machen wir es anders: Ein 1 440 für das Elektronetz Niedersachsen

Ost, kurz ENNO, stand gerade erst in Berlin auf der Innotrans.

Wenn Sie noch nicht wissen, was „Verkehrspurpur“ ist, müssen Sie

zur Seite 46 blättern. Gerade habe ich mir im Stillen vorzustellen

versucht, wie wohl eine 44er in solch einer Farbgebung ausgesehen

hätte. Leicht schrill, oder? Sagen Sie es aber bitte nicht weiter …

Ihnen wie stets viel Freude und Gewinn beim Blättern, Schauen

und Lesen im LOK MAGAZIN.

Herzlich Ihr

Die Ausfahrt aus

dem Bahnhof

Meinerzhagen

am 26. Okto ber

1969: Vorspannlok

ist die

57 2070, als

Zuglok fungiert

055 567. Wie

viele von uns

wurden bei

solch einer

Fahrt zum Fan?

Manfred Lohmann

LOKMagazin 12 | 2014

3


INHALT

Lieblingslok:

Baureihe 218

DB: Hochbetrieb im Allgäu 8

2006 wird das S-Bahn-Bw

Friedrichsfelde Privatbahnen: geschlossen Alter 403 in neuem 90 Lack

20

AKTUELL

DB

Umleiter: Hochbetrieb im Allgäu 8

Baureihe 218: Deutliche Einbußen 1 2

Bahnindustrie

Siemens: Neue Thameslink-Züge 1 4

Privatbahnen

National Express: 403 in neuem Lack 1 6

Saarbahn: Jetzt bis nach Lebach 1 7

Museum

EF Untermain: Eine T 3 fürs Rhönzügle 20

DDM: 01 -Festival auf der Schiefen Ebene 22

TITEL

Half heimlich Krupp?

Vor 30 Jahren baute die Reichsbahn

im Harz eine nach 1 945 als Reparation

abgebaute Meterspurstrecke neu auf 32

Zum Titelbild

8. Oktober 1 988, ein trüber Herbstmorgen,

feuchte Schienen, nasses Laub: Das wird

harte Arbeit für 99 7233 und 7231 , die in

Ilfeld noch die Kreuzung mit einem P-Zug

abwarten, bevor sie ihren Kohlenzug hinauf

in den Harz nach Silberhütte ziehen werden

Österreich

Wien: Hauptbahnhof eröffnet 26

S & H: Flexity Outlook am Traunsee 27

Schweiz

SBB: Standort Erstfeld bleibt erhalten 29

Weltweit

Frankreich: Kooperation SNCF/DB 30

Rubriken

Leserbriefe, Händler, Impressum 1 1 3

Vorschau 1 1 4

Rudolf Heym

4


HEFT 12 | 2014

LOKMagazin

www.lok-magazin.de

74

Eisenbahnknoten Selzthal

54

12

Heft

Dezember

2014 100 Letmathe – Iserlohn

FAHRZEUGE

Graphitgrau und Verkehrspurpur

Das große Fahrzeugporträt stellt die noch

in der Auslieferung befindlichen Coradia

Continental der Reihe 1 440 von Alstom für

das Elektronetz Niedersachsen Ost vor 46

Selig bei Lokführer Seligmann

Matthias Bacher aus der Schweiz ist ein

ganz großer Fan der Baureihe 21 8. Als Kind

fuhr er mit ihr zur Schule, und seither hat

ihn diese DB-Lok nie wieder losgelassen 54

Pro Umlauf 160 Tonnen Rohstein

In Stassfurt in Sachsen-Anhalt fahren auf

einer gut zugänglichen Werkbahn noch

elektrische 600-mm-Lokomotiven 64

Strom nach Sowjet-Norm

Baureihe 1 32: Wolfgang Dittrich arbeitete

in Karl-Marx-Stadt als Fahrzeugelektriker.

Viel zu tun hatte er mit den sowjetischen

Großdieselloks der Reihen 1 30 – 1 32 66

Zeit für Dich

Das „Bahnland Bayern“ hat seine bisherige

Werbelok 111 017 durch eine modernere

abgelöst. Es ist die 1 46 246, die nun

in weiß und blau durchs Land fährt 72

LOKMagazin 12 | 2014

GESCHICHTE

Auf Moor erbaut, doch stabil

Der Eisenbahnknoten Selzthal der ÖBB 74

Das historische Bild

Bahnhof Hausen im Tal 84

Vier alte Preußen im Einsatz

Zwei schöne Dampf-Rundfahrten 86

Ruhrviadukt Witten

Die liebste Fotostelle von Jens Grünebaum 94

Vergessen …

1 987 sah Erfurt den Morop-Kongress.

Nichts erinnert heute mehr daran 96

Stichbahn

Nur sechs Kilometer sind es von Letmathe

nach Iserlohn. Doch die sind interessant 1 00

Mit Genehmigung auf Tour

Dampfloks in Polen 1 974 1 04

DEFA-Felsen

Spuren: Teutschenthal – Salzmünde 1 1

Schlusspunkt

1 981 – 1 1 8 035 nachts in Erlangen 1 1 5

5


AKTUELL

ZUG DER ZEIT

richten-Ticker Polizeiauto kontra Zug Verhaltensgestört +++ Nachric

Ein Streifenwagen der Polizei stieß am Morgen Im Raum Stuttgart wies die DB Ende Septem -

achrichten

des 7. Oktober auf einem Bahnübergang in ber auf mögliche Zugverspätungen aufgrund des

Münsingen auf der Schwäbischen Alb mit einem Cannstatter Volksfestes hin. Ein Mitarbei ter ging

cker Triebwagen zusammen. +++ Nach bisherigen

dabei jedoch ein Stück zu weit und schrieb

Nachrichten-Ticke

Erkenntnissen übersah der Polizist das Rotlicht eigenmächtig als Lauftext auf den Anzei getafeln:

des Bahnübergangs. Glücklicherweise wurden „Es ist mit Verspätungen, überfüllten Zügen und

hten-Ticker weder der Lokführer noch die beiden Fahrgäste

+++ verhaltensgestörten Nachrichte

Personen zu rechnen“. Sein

oder die Polizisten verletzt. Der Sachschaden Arbeitgeber zeigte sich aber wenig begeistert

beläuft sich auf rund 20.000 Euro.

AWA

und bestellte ihn zum Rapport.

AWA

6


ZUG DER ZEIT

Intensive Gehversuche

In Mühldorf und in Kempten werden die neuen viermotorigen Dieselloks

der Baureihe 245 bereits planmäßig eingesetzt. In Sandwich-Manier

waren 245 006 und 007 Ende September mit einem Regionalzug auf der

Allgäubahn bei Günzach unterwegs

G. Dillinger

hten-Ticker +++

Ozeanblau-Beige lebt

Einst war die ozeanblau-beige Lackierung der

Bundes bahn bei Eisenbahnfreunden weitgehend unbe -

liebt. Doch die Zeiten ändern sich: Heute erfreut sich die

vor 40 Jahren eingeführte Lackierung großer Beliebtheit

r +++ Nacrric+

und verkörpert vor allem für junge Eisenbahnfreunde so

etwas wie die „gute, alte Eisenbahn“. So kam anlässlich

n-Ticker +++ der Herbsttage Nachrichten

im Eisenbahnmuseum Bochum-

Dahlhausen die 215 082 der Aggerbahn mit passenden

M. Henschel

Bm-Wagen zum Einsatz

LM

LOKMagazin 12 | 2014 7


AKTUELL

Gut ausgelastet war der EZ 45191 Bludenz – Hallein; dennoch reichte die Leistung der 233 285 am 4. Okto -

ber, um ihn durch die engen Kurven der Allgäubahn im Bereich Oberstaufen zu ziehen

F. Löffelholz

UMLEITERVERKEHR

Hochbetrieb im Allgäu

Die kurven- und steigungsreiche Allgäubahn weist im Regelfall viele freie Fahrplantrassen aus. Das

sieht gang anders aus, wenn die nicht elektrifizierte Strecke wieder einmal für Umleiterzüge benutzt

werden muss. Der diesjährige Herbst-Umleiterverkehr kam erstmals ohne die Baureihe 225 aus

Drei, teilweise internationale

Nacht zugpaare und bis zu zehn

Güterzüge pro Tag haben die

ÖBB zwischen 28. September

und 1 2. Oktober über Kufstein –

München – Kempten – Lindau

umgeleitet. Grund dafür war einmal

mehr die baustellenbedingte

Sperrung der Arlbergbahn. Im

Gegensatz zur letzten Sperrung

im Jahr 201 1 kamen dieses Mal

keine DB-225 mehr zum Einsatz.

Stattdessen zogen die ÖBB

mehrere ihrer 201 6-Dieselloks

heran, die sowohl im Güter- als

auch im Personenverkehr ge -

sich tet wurden. Den Großteil des

Güterverkehrs bewältigte DB

Schen ker jedoch mit der Bau -

reihe 233 in Solotraktion sowie

mit vereinzelten 247. Für die

Baureihe 21 8 verblieben nur we -

ni ge Leistungen im Nachtzugverkehr.

Neben der Strecke über

Kempten diente für ein Güterzugpaar

auch jene über Mem -

min gen als Umleitungsroute.

Weitere Güterzüge umfuhren

den Arlberg weiträumig über

Stuttgart – Singen – Schweiz. FL

Am 29. September passierte ein Umleitergüterzug in Richtung München die Ortschaft Zell

R. Wirtz

8


DEUTSCHE BAHN

DB | NEWS

Seit September sind in Berlin wieder einige S-Bahn mit Werbung

unterwegs. Hier wirbt 481/482 071 für die „Grüne Mitte“ S. Schrader

S-BAHN BERLIN

Jetzt wieder mit Aussenwerbung

Nach langer Pause gibt es seit Ende September neue Werbe-S-

Bahnen in Berlin. Hintergrund ist, dass DB Regio kürzlich wieder

im großen Stil die Flächen der Regional- und S-Bahnen für

kommerzielle Werbezwecke Dritter freigibt. Das war seit einem

Verbot durch Bahnchef Mehdorn etwa 2002 nicht mehr der Fall.

Die neuen Werbe-S-Bahnen sind 481 /482 071 für die Wohnungsbaugesellschaft

„Grüne Mitte“ und 481 /482 092 für die Bonitäts -

auskunft „Creditsafe“. Es sind auch schon wieder ein paar neue

Züge hinzugekommen mit anderen Motiven. Ferner gibt es noch

diverse getaufte Züge (wie 481 001 „Bernau“) und die Jubiläums-S-

Bahnen zum 90. Geburtstag der S-Bahn Berlin.

SSB

KOOPERATION DB/CD

Nationalparkbahn erfolgreich

Rund drei Monate nach dem Start der neuen Linie U 28 (siehe

LM 9/1 4, S. 29), konnten die Betreiber der Strecke sowie die

tschechischen und deutschen Besteller eine erste positive

Zwischenbilanz ziehen: In Sebnitz passierten im Tagesdurchschnitt

750 Fahrgäste die Grenze, in Schöna saßen an der Grenze 930

Fahrgäste täglich im Zug. Auf der gesamten Strecke verkehren

täglich acht Züge in jede Richtung im Zwei-Stunden-Takt. Zum

Einsatz kommen DB-Triebwagen der Baureihe 642. LBH

Ein DB-Triebwagen der Baureihe 642 mit tschechischem Lokpersonal

im CD-Bahnhof Rumburk am 14. August

L. Brüggemann

DB gegen Graffiti

Die Deutsche Bahn will Graffiti-

Sprayern mit Sensoren im Boden und

Wärmebildkameras auf die Spur

kommen. Der jährliche Schaden

durch Graffiti geht in die Millionen.

„Die Täter bewegen sich zukünftig

nicht mehr ungesehen, da wir mit

modernster Technik große Flächen

absichern werden", sagte der Leiter

Objektschutz bei der DB, Hans-Hilmar

Rischke. Erschütterungsempfindliche

Sensoren sollen in der Nähe von

Zügen oder auf Bahnanlagen in den

Boden eingelassen werden. Auch

mobile Wärmebildkameras sollen zum

Einsatz kommen, erklärte Rischke.

Nach Angaben der Bahn aus dem

April 2014 kostete das Beseitigen von

Graffiti-Schäden im vergangenen Jahr

6,6 Millionen Euro. LM

Mittel stagnieren

Beim Parlamentarischen Abend der

Parlamentsgruppe Schienenverkehr

des Deutschen Bundestages, hat

Werner Gatzer, Staatssekretär im

Bundesministerium der Finanzen, der

Forderung der Bundesländer nach

einer Erhöhung der Regionalisierungsmittel

für den Schienenpersonennahverkehr

(SPNV) von 7,3 auf 8,5 Milli -

arden Euro ab 2015 eine Absage

erteilt. Gatzer sieht in der bloßen

Erhöhung und dynami schen Fort -

schreibung der Mittel, wie von den

Verkehrsministern gefordert, keine

Lösung: „Wir müssen auch die

Strukturen hinterfragen. Es ist zu

überprüfen, ob Effizienzpotentiale

genutzt werden, welche Prioritäten

gesetzt werden müssen und ob

Einsparpotentiale bestehen. Denn es

stimmt zumindest nachdenklich,

wenn zwischen den Ländern die

Preise pro Zugkilometer deutlich

abweichen.“ Bis heute besteht noch

keine Einigung über die Höhe, Auf -

teilung und Dynamisierung der Mittel

für den SPNV, die der Bund an die

Länder für die Bestellung von SPNV-

Leistungen zahlt. Die Zahlungen en -

den 2014. Bund und Länder müssen

sich bis dahin über die Fortschreibung

der Finanzierung einigen, sonst kön -

nen die Länder ihre Nahverkehrs -

leistungen bei den Eisenbahnver -

kehrs unternehmen nicht weiter

be stellen. Die Länder fordern eine

Erhöhung der Gelder auf 8,5 Milliar -

den Euro jährlich und eine Dynamisie -

rung von mindestens 2 %. LM

LOKMagazin 12 | 2014 9


AKTUELL

DB | NEWS

Dachau – Altomünster verzögert sich

Am 17. November sollte die Inbetrieb -

nahme der Strecke Dachau – Altomüns -

ter als elektrifizierte S-Bahn-Strecke

erfolgen. Weil die Bahnsteige zu diesem

Zeitpunkt aber noch nicht fertig gestellt

sind, kann noch kein re gulärer

Zugbetrieb durchgeführt wer den. Die

Inbetriebnahme der zukünftigen S2 ver -

schiebt sich daher auf den Fahrplan -

wechsel im De zember 2014. LM

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DB erstreitet Schadenersatz

Die Deutsche Bahn hat in einem Kartell -

verfahren Schadenersatz von Liefe ran -

ten erstritten. Dabei geht es um Karb -

on bürsten, die vier Unternehmen von

1988 bis 1999 geliefert hatten. „Wir

haben uns auf Grundsätze eines Ver -

gleichs geeinigt", sagte der Leiter der

Sondereinheit für Kartellschadenersatz,

Tilman Makatsch. Mit mehreren euro -

pä ischen Staatsbahnen hatte die Bahn

vier Hersteller auf Schadenersatz in

mittlerer zweistelliger Millionenhöhe

verklagt. Karbonbürsten werden für

Stromabnehmer benötigt. „Unser Ziel

ist es, dass sich in einigen Jahren kein

Lieferant mehr traut, der DB über -

teuerte Produkte anzubieten", sagte

Makatsch.

LM

1. Klasse: WLAN kostenfrei

Zum diesjährigen Fahrplanwechsel am

14. Dezember wird für ICE-Fahrgäste

der 1. Klasse der bisher noch kosten -

pflichtige WLAN-Internetzugang

kostenfrei möglich sein. Wenn sich das

Angebot technisch bewährt, soll es

auch für Kunden in der 2. Klasse

ausgeweitet werden. Für Bahnhöfe

plant die Bahn, von den insgesamt 120

mit Hotspots ausgerüsteten Bahnhöfen

die 24 größten mit neuer WLAN-Technik

auszustatten.

AWA

Die Fernverkehrs-120 werden auch anders eingesetzt, wie hier 120

108 bei einer Überführung am 29. September bei Mainaschaff M. Mann

DB FERNVERKEHR

Nur wenige Preiserhöhungen

Bahnfahren soll komfortabler werden – aber auch das Hochpreis-

Image verlieren. Erstmals seit vielen Jahren werden Zugtickets in

diesem Jahr nicht teurer, zumindest in der 2. Klasse des

Fernverkehrs. „Wir wollen unseren treuen Kunden vermitteln, dass

die Wettbewerbssituation eine andere geworden ist", bekannte

Ulrich Homburg, Personenverkehrs-Vorstand der DB. Auch die

Bahncards bleiben im Preis stabil, und die Buchungsgebühr von

fünf Euro für Sparpreise am Schalter wird gestrichen. Die Bahn

greift stattdessen dort zu, wo sie es kann - oder wo es nicht so weh

tut. Tickets im Nahverkehr werden um durchschnittlich

1 ,9 Prozent teurer. Dies gilt für Länder-Tickets oder das Schönes-

Wochenende-Ticket. Viele Verkehrsverbünde haben sich kräftigere

Aufschläge genehmigt. Wer sein Ticket umtauschen will, muss

künftig 1 7,50 Euro statt 1 5 Euro bezahlen. Und Kunden, die zum

Bezahlen die Kreditkarte zücken oder Paypal nutzen wollen,

bekommen ein „Zahlungsmittelentgelt" aufgebrummt. Die

Passagiere der 1 . Klasse, oft Geschäftsreisende, dürften den

Aufschlag von im Schnitt 2,9 Prozent verkraften können. Sie

bekommen im Gegenzug auch etwas dafür – neben dem

kostenlosen Internet eine Gratis-Reservierung von Sitzplätzen, die

bislang mit 4,50 Euro zu Buche schlägt.

LM

DB FERNVERKEHR

Änderungen zum Fahrplanwechsel

Zum europaweiten Fahrplanwechsel am 1 4. Dezember hat die

Deutsche Bahn (DB) ihr Fernverkehrsangebot teilweise

umstrukturiert und vor allem auf nachfragestarken Linien

ausgeweitet, während schwächer frequentierte Verbindungen

aufgegeben werden. So wird beispielsweise auf der Achse Berlin –

Hamburg durch eine zusätzliche Verbindung am Freitag und am

Montag das Angebot für Wochenendpendler und Tagestouristen

verbessert. In Nordrhein-Westfalen verstärken zwei zusätzliche

durchgehende ICE-Verbindungen pro Tag und Richtung das bereits

dichte Taktangebot zwischen dem Ballungsraum Rhein/Ruhr,

Frankfurt Flughafen und Mannheim/Stuttgart. Dagegen entfallen

die EC-Züge entlang der Mosel ebenso wie die Direktverbindung

von Norddeutschland ins Rottaler Land.

LM

10


DEUTSCHE BAHN

Lesen

Sie noch oder

sammeln

Sie schon?

Am 1. September verließ der erste Güterzug nach Zhengzhou den

Bahnhof Hamburg-Billwerder für seine 17-tägige Fahrt F.-B. Timm

DB SCHENKER

Neuer Güterzug nach China

Viele freundliche Worte auf Deutsch und Chinesisch begleiteten am

1 . September die Abfahrt von 1 45 007 aus dem Terminal in

Hamburg-Billwerder. Ziel des Container-Zugs ist das 1 0.21 4 km

entfernte Zhengzhou in Zentralchina. Die Reise hat, wie schon aus

den Erläuterungen von DB-Schenker-Chef Karl-Friedrich Rausch

hervorging, durchaus nicht nur Symbolcharakter: Die Tarife liegen

bei der Hälfte der Luftfracht, der Zug ist doppelt so schnell wie das

Schiff. In westlicher Richtung wird inzwischen schon zweimal die

Woche gefahren, seit 201 2 hat DB Schenker nach eigenen Angaben

insgesamt 40.000 Container transportiert.

Dem Premierenzug in Ostrichtung sollen weitere folgen: „Wir

wollen einen regelmäßigen Dienst aufbauen“, sagte Rausch. Als

Konkurrenz zum Hamburger Hafen – dort stammt jeder dritte

Container aus China oder geht dorthin – soll die Verbindung nicht

gelten, eher als ergänzende Alternative. Die Züge müssen

unterwegs zweimal die Spur wechseln. Zwischen Deutschland und

China werden zwei Routen genutzt: Nördlich geht es über Sibirien

und die Mongolei, südlich über Kasachstan, Weißrussland und

Russland.

Ziele in Deutschland sind neben Hamburg, Duisburg, Wackersdorf

und Leipzig. In China geht es nach Shenyang, Zhengzhou, Peking

und Shanghai. Geladen werden neben Textilien auch Automobilund

Elektronikteile. Die Reise von Hamburg nach Zhengzhou

dauert laut DB rund 1 7 Tage.

FBT

Erstmals seit Jahren werden Fernverkehrsfahrkarten in der 2. Klasse nicht

teurer. Ist das ein Schritt in die richtige Richtung?

Ja, die jährlichen Preiserhöhungen waren nicht mehr gerechtfertig

Ja, aber nur ein erster Schritt – der Fernbus ist noch deutlich billiger

Nein, steigende Kosten müssen an den Kunden weitergegeben werden

LOK-MAGAZIN INTERNET-UMFRAGE

Abstimmen und Ergebnisse unter: www.eisenbahnwelt.de

Umfrage aus LM 11: Wir fragten nach Ihrer Meinung zur Abstellung der erst 22

Jahre alten Pendolinos der Baureihe 610. 68,7 % unserer Leser halten die Züge

für besser als ihre Nachfolger, 18,7 % haben keine Meinung, da sie die Züge nicht

kennen und 12,5 % halten eine Einsatzdauer von 22 Jahren für angemessen.

LOKMagazin 12 | 2014

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AKTUELL

DB | NEWS

Bäderbahn gefährdet

Die Bäderbahn in Ostholstein (Teile der

KBS 140) wird ihr Gesicht deutlich

wandeln. Künftig soll Personenverkehr

zwischen Lübeck und Puttgarden nur

noch auf der neuen, zweigleisigen

Strecke bestellt werden, die in

Zusammenhang mit der festen Feh -

marn beltquerung entlang der Autobahn

A1 errichtet wird. Die bisherige Strecke

entlang der Badeorte soll offensichtlich

stillgelegt werden. Mit der Region soll

eine Buskonzept zur Anbindung der

nicht mehr bedien ten Stationen

erarbeitet werden.

FBT

München: S-Bahn-Ausschreibung

Die Münchner S-Bahn steht vor einer

großen Veränderung: Die Bayerische

Eisenbahngesellschaft (BEG) will die

Verkehre „in einem wettbewerblichen

Verfahren neu vergeben“. Wie die BEG

Anfang Oktober weiter mitteilte, soll

das eigentliche Verhandlungsverfahren

mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb

voraussichtlich im Lauf des

Jahres 2015 beginnen. Nach BEG-

Informationen sind in den letzten

Jahren bereits Planungen gelaufen, die

sich u.a. mit den Auswirkungen

mehrerer Betreiber auf das S-Bahn-

Netz befassten. Derzeit würden

Infrastrukturvoraussetzungen (Bau der

zweiten Stammstrecke), Fahrzeug -

situation und Kapazitäten analysiert.

Der neue S-Bahn-Vertrag soll ab 2018

laufen.

FBT

218 412 verlässt am 3. Oktober den Bahnhof Wissembourg als RB

18822 auf dem Weg nach Neustadt (Weinstraße) G. Dillinger

BAUREIHE 218

Deutliche Einbußen

Vielerorts fallen zum anstehenden Fahrplanwechsel Leistungen für

die Baureihe 21 8 weg. Grund dafür ist zum großen Teil der

anlaufende Einsatz der Baureihe 245 an den Standorten Kempten,

Mühldorf und Frankfurt. Aber auch Verluste von Streckenleistungen

durch verlorene Ausschreibungen sind zu berücksichtigen: So endet

der traditionelle 21 8-Einsatz Braunschweiger Lokomotiven zwischen

Hannover und Goslar/Bad Harzburg. Werksneue LINT-54-Triebwagen

der OHE-Tochter erixx übernehmen hier den Verkehr für die

nächsten 1 5 Jahre. Auch die bisher von Mainz aus eingesetzten Lokomotiven

werden dort zukünftig nicht mehr benötigt, da die Leistungen

im Rahmen einer Ausschreibung an ein Tochterunternehmen

der Regentalbahn gehen. Damit endet auch der planmäßige Einsatz

der Baureihe 21 8 nach Frankreich. Bis Ende Oktober verkehrte noch

der sogenannte Weinstraßenexpress an Sonn- und Feiertagen von

Koblenz über Bad Kreuznach und Neustadt (Weinstraße) mit einer

Lok und drei Doppelstockwagen in den französischen Grenzbahnhof

Wissembourg.

GD/LM

Götterdämmerung für die Braunschweiger 218: Am 4. Oktober war die 218 451 noch bei Derneburg im

Vorharz unterwegs; am 14. Dezember werden diese Einsätze Geschichte sein

J. Grünebaum

12


DEUTSCHE BAHN

BAUREIHEN | TICKER

Baureihe 103

Es kommt Bewegung in den 103-Bestand: Die

Frankfurter 103 235 wird im kommenden Jahr ins

Werk Dessau einrücken, um dort eine IS-700-

Untersuchung zu erhalten. Ihre Schwesterlok soll

hingegen ihre hessische Heimat verlassen und zum

Fahrplanwechsel im Dezember 2014 den Münchener

103-Bestand verdoppeln, der ja nur aus dem

Einzelstück 103 245 besteht.

LM

Personalschulung in Hessen: 245 003 am 16. September

am neuen Eppsteiner Tunnel

H. Scheiba

BAUREIHE 245

Einsätze werden ausgeweitet

Auch im Rhein-Main-Gebiet kommen die neuen 245

ins Rollen: Am 1 6. September fanden mit 245 003 und

005 Probefahrten auf der Strecke Frankfurt – Limburg

statt. Grund waren Personalschulungen wegen der zum

Fahrplanwechsel im Rhein-Main-Gebiet bevorstehenden

Ablösung 21 8 auf der Nidder- und Horlofftalbahn,

für die DB Regio Hessen zunächst fünf 245 benötigt.

Auch in Mühldorf und Kempten werden die neuen

Loks der 21 8 zum Fahrplanwechsel einige Einsätze

abnehmen. Derzeit werden die Loks im Allgäu und in

Oberbayern in erster Linie in Sandwich-Manier im

Regionalbahnverkehr eingesetzt. Auf der Strecke

Mühldorf – Landshut können mitunter auch Solo-245

vor Doppelstockwagen beobachtet werden. Noch

Zukunftsmusik ist der Einsatz der Loks vor den Sylt-

Shuttle-Zügen im hohen Norden.

LM

Baureihe 430

In intensiven Verhandlungen zwischen der DB AG

und der Bombardier Transportation konnte in den

vergangenen Wochen kein Einvernehmen über die

Modalitäten einer Bestellung von zehn weiteren

Fahrzeugen der Baureihe 430 für die S-Bahn-

Stuttgart gefunden werden. Offener Punkt laut Bahn

ist eine unübliche Verlagerung der Hersteller -

verantwortung von Bombardier auf den Kunden DB,

insbesondere in Bezug auf die Schiebetritte, die von

der DB im Sinne ihrer Kunden nicht akzeptiert

werden können. Die DB hat Bombardier daher

aufgefordert, bis zum 23. Oktober 2014 ein auch in

diesem Punkt akzeptables Angebot vorzulegen.

Andernfalls sieht sich die DB gezwun gen, auf die

Bestellung der zehn Züge zu verzichten. LM

Baureihen 611, 612

Seit Mitte September setzt die DB ZugBus Regio -

nalverkehr Alb-Bodensee auf den Strecken Stutt -

gart – Tübingen – Aulendorf und Stuttgart – Tübin -

gen – Horb planmäßig nur noch Triebzüge der

Baureihe 612 ein. Die in erster Linie von DB Regio

Sachsen über nommenen Züge haben die

schadanfällige Baureihe 611 auf den genannten

Relationen ersetzt.

LM

BAUREIHEN-NEWS

Baureihe 363

Einsätze der Baureihe V 60 im Streckendienst sind selten

geworden. Hier durchfährt die Hagener 363 652 am 19. Sep -

tember mit einer Sonderübergabe aus Schwerlastwagen den

ehemaligen Bahnhof Hagen-Hengstey (Aufnahme: J. Grüne -

baum). Im Hintergrund ist das Pumpspeicherkraftwerk der

RWE zu erkennen. Vom einstigen Bahnsteig ist nicht mehr

viel zu erkennen.

JG

LOKMagazin 12 | 2014

Baureihe 610

Am 26. September wurden vier Triebwagen der Baureihe 610

von DB Regio Hof nach Hamm zum DB Stillstandmanagement

überführt (Aufnahme: Th. Szymanowski). Die Triebzüge 006,

007, 010 und 013 waren bereits seit längerem wegen

diverser Schäden abgestellt. Die letzten Einsätze haben die

verbliebenen Züge zwischen Nürnberg und Furth im Wald

beziehungsweise Weiden in der Oberpfalz.

TS

13


AKTUELL

Dem engen britischen Lichtraumprofil angepasst sind die Class-700-Züge für London Siemens (2)

SIEMENS

Thameslink und Vectron-Zulassung

Der britische Verkehrsminister Patrick McLoughlin und Jochen

Eickholt, Chef der Siemens-Bahnsparte, haben zusammen mit

Cross London Trains und Govia Thameslink Railway Limited auf

der Innotrans 201 4 in Berlin den neuen Zug vom Typ Desiro City

präsentiert. Es handelt sich um die drei ersten Wagen der Class 700

für die Londoner Thameslink-Strecke. Insgesamt sind 55 zwölf- und

60 achtteilige Triebzüge bei Siemens bestellt worden.

Die dieselelektrische Variante des Vectron hat die Inbetriebnahmegenehmigung

für Deutschland erhalten. Gerald Hörster, Präsident

des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA), und Andreas Thomasch, Leiter

Abteilung Fahrzeuge und Betrieb des EBA, übergaben am 24. Sep -

tember auf der Innotrans die Inbetriebnahmegenehmigung. Der

auch für den Reisezugdienst vorgesehene Diesel-Vectron hat eine

Leistung von 2.400 kW und fährt 1 60 km/h schnell.

LM

Der Diesel-Vectron ist rund einen Meter länger als die E-Variante

INDUSTRIE | NEWS

Newag: Impuls-Triebwagen bestellt

Die polnische Koleje Mazowieckie (KM)

hat bei Newag zwölf E-Triebwagen des

Typs Impuls bestellt, die zwischen

Januar und November 2015 ausgeliefert

werden sollen. Newags Ursprünge als

Hersteller von Schienenfahrzeugen

reichen bis ins Jahr 1876 zurück.

Die fünfteiligen Einhei ten sind 90,4 m

lang; in Doppeltraktion nutzen sie die

maximale Bahnsteig länge der Region.

Der Auftragswert liegt bei umgerechnet

61,5 Millionen Euro, 59 % davon

übernimmt die EU. Zudem verhandelt

KM mit Stadler und Pesa, um die

vorhandenen vierteiligen Flirt- bzw. Elf-

Triebzüge um eine Sektion zu

verlängern. Damit wären auch diese

Züge optimal an die Bahnsteiglängen

angepasst.

LM

Pesa: Weitere LINK für die DB

Für das Dieselnetz Allgäu, das DB Regio

kürzlich gewonnen hat, hat der Konzern

nun bei Pesa in Polen 26 dreiteilige

Dieseltriebzüge des Typs LINK bestellt.

Der Vertrag hat ein Investitionsvolumen

von rund 100 Millionen Euro. Der

Einsatz soll ab Dezember 2017

erfolgen. Dies ist der dritte Abruf aus

dem 2012 abgeschlossenen Rahmen -

vertrag über maximal 470 Triebzüge.

Bestellt hat die DB bereits zwei- und

dreiteilige Link (36 Stück) für das

Sauerlandnetz und neun Garnituren für

die Dreieichbahn. Diese Züge sollen ab

Ende 2016 laufen.

LM

14


Faszination Nahverkehr

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AKTUELL

Die Aufarbeitung eines zunächst vierteiligen 403/404-Zug in der Netinera-Werkstatt in Neustrelitz macht

Fortschritte. Ende September zeigt sich dieser 403 bereits in frischem Lack

B. Schulz

NATIONAL EXPRESS

Der 403 in neuem Lack

Neu lackiert zeigte sich im September der 403 001 als erstes Fahrzeug eines Zuges, der für den

Bahnbetreiber National Express ab 2015 vor allem als Werbeträger eingesetzt werden soll

Die Bemühungen zur Rettung

der verbliebenen 403/404 haben

sich ausgezahlt. Dank eingegangener

Spenden blieb zehn Wagen

die letzte Fahrt zum Schrott -

händler erspart. Auf Vermittlung

des Eschenauer Kulturlokschuppen

e.V. zeigte National Express,

der große britische Verkehrskonzern,

starkes Interesse an den

ehemaligen Parade-Zügen der

Bundesbahn. Die deutsche Tochter

National Express Rail GmbH

(NX Rail) mit Sitz in Düsseldorf,

hat vom Eigentümer einen Zug

ab 201 5 für 1 5 Jahre angemietet,

der in Neustrelitz aufgearbeitet

wird. Dieser soll als Werbeträger

für die von NX Rail gewonnenen

SPNV-Leistungen RE 7 und RB

48 durch Nordrhein-Westfalen

rollen. Geplant ist ein mindes -

tens vierteiliger Zug, bestehend

aus zwei Kopfwagen 403 und

zunächst zwei Großraum-Mittelwagen

404.0. Zur Erhöhung der

Sitzplatzkapazitäten sollen die

Versorgungscontainer aus Lufthansa-Zeiten

ausgebaut werden.

Darüber hinaus ist auch die

Nachrüstung von digitalem Zugfunk

und PZB 90 vorgesehen.

Hier steht die Abstimmung mit

dem EBA noch aus. BS

Mit vorschriftsmäßiger Arbeitskleidung lackieren zwei Netinera-Mitarbeiter

einen der ehemaligen DB-403 in Neustrelitz

B. Schulz

16


PRIVATBAHNEN

PRIVATBAHNEN | NEWS

Volksfeststimmung in Lebach anlässlich der Eröffnung des letzten

Saarbahn-Teilstücks am 5. November

R. Schedler

SAARBAHN

Jetzt bis nach Lebach

Die Saarbahn hat ihr Ziel erreicht. Seit dem 6. Oktober ist auch das

letzte Teilstück von Heusweiler bis Lebach in Betrieb. Somit kann

nun die komplette Linie S1 vom französischen Saargemünd über

Saarbrücken bis Lebach befahren werden. Aus diesem Anlass

fanden einen Tag zuvor Sonderfahrten zum Nulltarif auf dem

neuen, 9,2 Kilometer langen Teilstück für die Bevölkerung statt,

einhergehend mit einem Volksfest auf dem ehemaligen

Bahnhofsvorplatz. In Lebach treffen nun Saarbahn und Deutsche

Bahn zusammen. Die DB gelangt mit 628 über die Kursbuchstrecke

681 von Saarbrücken über Wemmetsweiler und Illingen

nach Lebach. Die Saarbahn verkehrt vom Stadtgebiet Saarbrücken

über Riegelsberg und Heusweiler nach Lebach, der Stadt im

Mittelpunkt des Saarlandes. Sie nutzt ab Walpershofen die Trasse

der ehemaligen Köllertalbahn, deren Personenverkehr im

September 1 985 eingestellt wurde. Die Fertigstellung des letzten

Teilstückes stellte Planer und Ingenieure vor große Herausforderungen:

Die Wiederherstellung des Viaduktes in Eiweiler und die

Renovierung des knapp 500 Meter langen Spitzeichtunnels

zwischen Eiweiler und Landsweiler. Insgesamt wurde die 44

Kilometer lange Strecke in sieben Etappen fertiggestellt. Begonnen

hat alles mit der Inbetriebnahme des ersten Teilstückes von

Saarbrücken nach Saargemünd am 24. Oktober 1 997. RS

Die 146 522 fährt mit einem InterConnex aus Richtung Berlin in den

Leipziger Hauptbahnhof ein

L. Brüggemann

Schnelle City-Bahn

Vom 3. bis 28. November 2014 testen

die City-Bahn Chemnitz (CBC) und der

Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS)

auf der Pilotstrecke des Chemnitzer

Modells zwischen Stollberg und

Chemnitz Hauptbahnhof ein beson -

deres Angebot. In diesem Monat gibt

es zusätzliche Expressfahrten auf der

Linie 522. Die mit E522 gekennzeich -

neten Fahrten werden in Chemnitz

nicht an jeder Haltestelle halten, um

so eine Fahrzeit von ca. 30 Minuten

zwischen Stollberg und Chemnitz

Zentralhaltestelle zu realisieren.

Zusatzzüge werden wieder an den

Adventswochenenden verkehren. LM

HSB: Ilfeld-Verkehr

Das Land Thüringen strebt an, zum

1. März 2015 mit den Harzer

Schmalspurenbahnen (HSB) einen

neuen Verkehrsvertrag über weitere

fünf Jahre für den Verkehr zwischen

Nordhausen und Ilfeld im jetzigen

Umfang abzuschließen. Das erklärte

Anfang Oktober der Thüringer

Verkehrsminister Christian Carius

(CDU) nach Vertragsgesprä chen mit

den Gesellschaftern in Erfurt. 2013

wurden auf dem Streckenabschnitt

rund 250.000 Fahrgäste gezählt.

Parallel will Carius erreichen, dass die

HSB die Zusammenarbeit mit dem

Dampflokwerk Meiningen „auf allen

Gebieten substantiell weiterent -

wickelt“. Laut Verkehrsministerium

habe sich auch der HSB-Geschäfts -

führer zuversichtlich gezeigt, „dass

wir die bestehende Kooperation mit

dem Dampflokwerk Meiningen auch

zukünftig mit Leben erfüllen werden.“

Hintergrund ist die Idee, in Wernige -

rode eine gläserne Werkstatt zu

bauen, um dort alle Arbeiten an den

HSB-Fahrzeugen durchzuführen. LM

Aus für InterConnex

Die Veolia Verkehr GmbH wird ihren

eigenwirtschaftlich betriebenen

Fernzug InterConnex zum Fahrplan -

wechsel im Dezember einstellen. Der

Zug verkehrt zwischen Leipzig und

Warnemünde über Berlin und Rostock

und wird mit NOB-Marschbahnwagen

und Loks der Baureihe 146 gefahren.

Als Gründe für die Ein stellung führt

Veolia zu hohe Trassen gebühren von

DB Netz und die starke Konkurrenz

der Fernbusse an, die die Strecke

Berlin – Leipzig schon ab 10,- Euro

anbieten.

LBH

LOKMagazin 12 | 2014

17


AKTUELL

650 056 in Olbernhau-Grünthal bei der Rückfahrt von Neuhausen nach Freiberg auf der Flöha-Brücke am

27. September; die Zukunft dieses Streckenabschnitts ist ungewiss M. Bergelt

PRIVATBAHNEN | NEWS

Stromlieferant gesucht

Keolis Deutschland sucht per Aus -

schreibung einen Lieferanten von Bahn -

strom inklusive Ausgleichsenergie im

Bahnstromnetz der DB Energie. Der

Bahnstrom ist für drei SPNV-Netze in

Nordrhein-Westfalen und Nordhessen,

die unter dem Markennamen „euro-

bahn“ betrieben werden, vorgesehen.

Der Vertrag soll für das Kalenderjahr

2015 gelten, er kann um ein weiteres

Jahr verlängert werden.

LM

120 Jahre Dessau – Wörlitz

Aus Anlass des 120-jährigen Strecken -

jubiläums fand am 22. September 2014

ein Zusatzfahrbetrieb statt. Zum Ein satz

auf der touristisch geprägten Strecke

kommen die beiden von der DWA

Dessau gebauten Triebwagen „Fürst

Franz“ (ex 670 005) und „Fürstin Loui -

se“ (670 006). Sie sichern den Mitt -

woch, Sonnabend und an Sonn- und

Feierta gen in der Saison angebotenen

Fahrbetrieb zwischen Dessau und dem

UNESCO-Welterbe Wörlitzer Park ab.

Im Jubiläumsjahr wurden von April bis

September sogar tägliche Fahrten an -

ge boten. Seit 2011 ist nach der Insol -

venz der Anhaltini schen Bahn-Gesell -

schaft (ABG) die Dessauer Verkehrsund

Eisen bahngesellschaft (DVE) für

den Zug betrieb verantwortlich. RB

FREIBERGER EISENBAHN

Nebenstrecken-Rundfahrt

Der RS1 650 056 der Freiberger Eisenbahn befuhr für Fotofreunde

am 27. September einige Nebenbahnen rund um Freiberg (Sachs).

Dabei wurden die Streckenäste nach Brand-Erbisdorf, Marienberg

und Neuhausen befahren. Insbesondere auf dem Abschnitt

Olbernhau-Grünthal – Neuhausen (Erzgeb) war es der erste Einsatz

dieser Baureihe und könnte zugleich die letzte Zugfahrt gewesen

sein. Seit 2001 wird dieser Abschnitt der Nebenbahn Pockau-

Lengefeld – Neuhausen nicht mehr planmäßig befahren. MB

Am 22. September pendelte „Fürst Franz“ zwischen Dessau und

Wörlitz, hier im Bahnhof Oranienbaum

R. Bäzold

18


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PRIVATBAHNEN

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Nur noch als Sitzwagen dient dieser ehemalige ÖBB-Steuerwagen

eines 4010-Triebzuges, der bei Euromaint in Delitzsch für den Einsatz

im Hamburg-Köln-Express (HKX) umgebaut wurde

B. Schulz

HKX

Eigene Wagen mit EBA-Zulassung

Nach Vorlage aller dafür notwendigen Unterlagen hat das EBA

Ende September die Zulassung für vier Typen von modernisierten

Reisezugwagen der ehemaligen Triebzug-Baureihe 401 0 der ÖBB

für den Betrieb in Deutschland erteilt. Von den jetzt zugelassenen

vier Fahrzeugtypen (zwei unterschiedliche Endwagen sowie je ein

Großraum- und Abteilwagen) sind derzeit insgesamt sechs

Fahrzeuge von Euromaint Rail Deutschland GmbH im Werk

Delitzsch für den Einsatz in Deutschland umgebaut und

weitgehend fertiggestellt worden. Die Reisezugwagen wurden nach

modernen Standards komplett überarbeitet: Die Höchstgeschwindigkeit

wurde auf 1 60 km/h festgelegt, dafür musste das

Bremssystem grundlegend überarbeitet werden. Auch der

Brandschutz der Wagen erfüllt nun die aktuellen Anforderungen.

Zudem wurden die Wagen mit elektronischen Reservierungsanzeigen

und geschlossenen WC-Systemen ausgestattet sowie mit

WLAN und Steckdosen am Platz. Noch in diesem Jahr sollen die

ersten Wagen in Dienst gestellt werden.

BS

Gediegen-elegant wirkt das neue Interieur der HKX-Wagen, die jüngst

aufgearbeitet wurden

B. Schulz

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LOKMagazin 12 | 2014

19

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AKTUELL

Mit einem passenden Güterzug aus alten Länder- und Reichsbahn-Wagen absolvierte die 89 7373 ihre

Probefahrt nach rund 20 Jahre langer Aufarbeitung durch die Eisenbahnfreunde Untermain D. Walk (2)

EISENBAHNFREUNDE UNTERMAIN

Prachtstück fürs Rhönzügle

Bislang war die bayerische GtL 4/4 98 886 die Paradelok auf der Rhön-Museumsbahn Fladungen –

Mellrichstadt. Jetzt bekam der Lokalbahn-Veteran „Konkurrenz“ in Form einer preußischen T 3, die als

89 7373 nach jahrelanger Aufarbeitung nun betriebsfähig ist

Rund 20 Jahre dauerte die Aufarbeitung

der 1 902 von Humboldt

gebauten 89 7373, die zuletzt bei

der SWEG in Dienst gestanden

hatte. Am 1 0. und 1 1 . Oktober

wurde die Lok erstmals beim

Rhönzügle der Öffentlichkeit

vorgestellt – leider nur kalt, da

noch einige Bescheinigungen

für den Einsatz fehlten.

Zum 7. Rhöner Wurstmarkt in

Ostheim standen zwei Loks zwischen

Fladungen und Ostheim

unter Dampf: 98 886, die seit

mehreren Jahren die Hauptlast

des dortigen Museumsverkehrs

trägt und derzeit die einzige betriebsfähige

98.8 ist. Dann gab

und der 1 903 bei Hohenzollern

als Werklok gebaute B-Kuppler

„Alfred“, der nach Ablauf der

Kesselfrist eine neue Untersuchung

benötigt, seine vorläufige

Abschiedsavorstellung. Angeboten

wurden vier Zugpaare, wobei

das mittägliche Zugpaar als

GmP gefahren wurde. Ergänzt

wurde das Angebot durch Sonderfahrten

der Erfurter Bahn, die

mit einem Regio Shuttle den Anschluss

von Schweinfurt über

Mellrichstadt nach Ostheim herstellte.

LM

Sie ist ein echtes Schmuckstück geworden, die 89 7373, die hier vor

dem Fladunger Güterschuppen vor sich hin dampft

20


MUSEUM

TERMINE

Als Vorspannlok vor einem ITL-Güterzug war die Museumslok E 77 10

am 20. September bei Muldenhütten unterwegs

Ch. Schröfl

DB MUSEUM

E 77 10 im Güterzugdienst

Die in Dresden als betriebsfähige Museumslok unterhaltene E 77 1 0

des DB Museums Nürnberg hatte am 20. September einen Einsatz

der außergewöhnlichen Art: Sie diente dem Plangüterzugpaar der

ITL von Dresden-Friedrichstadt nach Freiberg i. Sa., die für die Papierfabrik

in Weißenborn Zellstoffprodukte transportiert, als Vorspannlok.

Zum Saisonabschluß im Eisenbahnmuseum Dresden

wurde die Aktion am 1 1 . Oktober in ähnlicher Form wiederholt. CS

ULMER EISENBAHNFREUNDE

58 311 fährt Regionalzüge

Am 21 . September brachte die 58 31 1 einen Sonderzug der Eisenbahnfreunde

Witten nach Winterberg. Am Zugschluss lief eine V 36

mit. Da in Winterberg keine Abstellmöglichkeit besteht, wurden die

RE 1 0997, 1 0462, 1 0463 und 1 0470 zwischen Bestwig und Winterberg

mit der Sonderzuggarnitur gefahren.

HD

Nach einem verregneten Tag brach am 21. September kurz die Sonne

durch, als 58 311 den RE 10463 nach Winterberg brachte H. Dahlhaus

06.12.2014

Mit Volldampf nach Goslar

Sonderzug mit 01 1066 von Dülmen

über Münster und Osnabrück zum

Goslarer Weihnachtsmarkt.

Info: www.westfalendampf.de

06.12.2014

Mit 01 1075 nach Aachen

Sonderfahrt von Rotterdam und

Herzogenrath nach Aachen.

Info: www.stoomstichting.nl.

06.+07.+14.12.2014

Dampfzug Hessencourrier

Sonderzüge von Kassel nach Naumburg

und zurück.

Info: www.hessencourrier.de

13.12.2014

Sonderzug nach Goslar

Mit dem „Rheingold“ von Hamburg

nach Goslar, ab Hildesheim mit 41 096.

Info: www.nostalgiezugreisen.de

13.12.2014

Dampfzug zur Bergparade

Sonderfahrt nach Schwarzenberg und

Schlettau mit 52 8154.

Info: www.dampfbahnmuseum.de

13.12.2014

Schienenbus-Sonderfahrt

Mit dem Uerdinger Schienenbus

„RevierSprinter“ ab Dorsten zum

Weihnachtsmarkt nach Hattingen

(Ruhr). Info: www.revier-sprinter.info

14.12.2014

Weihnachtsmarkt-Express

Sonderzug mit 78 468 von Tecklenburg

über Lengerich nach Osnabrück.

Info: www.eisenbahn-tradition.de

20.12.2014

Schienenbus nach Straßburg

Mit dem „Roten Flitzer“ von Stuttgart

zum elsässischen Weihnachtsmarkt in

Straßburg. Info: www.foerdervereinschienenbus.de

21.12.2014

Weihnachtsdampf auf der WLE

Mit 78 468 von Ennigerloh und Beckum

über Neubeckum nach Münster.

Info: www.eisenbahn-tradition.de

27.12.2014

Dampfzug nach Westerburg

Der Dampfsonderzug der Treysaer

Eisenbahnfreunde kommt von

Schwalmstadt über Limburg nach

Westerburg. Info: www.erlebnisbahnhof-westerburg.de

28.12.2014

Dampfzug im Vorharz

Von Bornum nach Derneburg über

Bockenem mit Dampflok 89 7513.

Info: www.dbg-hildesheim.de

31.12.2014

Dampfzugfahrt zur Marienbrücke

Sonderfahrt mit 52 8154 von Leipzig

nach Dresden, zum Silvesterfeuerwerk.

Info: www.dampfbahnmuseum.de

LOKMagazin 12 | 2014

21


AKTUELL

Die Frank furter 01 118 und 01 533 aus Österreich am 20. September auf Rampenfahrt M. Weltner (2)

64 491 leistete Schubdienste

DDM NEUENMARKT-WIRSBERG

Schiefe Ebene 2014

Sechs 01 -Lokomotiven (01 1 1 8, 1 50, 202, 509, 533 und 1 075) sowie

38 1 301 und 64 491 sorgten am 20. und 21 . September für Volldampf

auf der Schiefen Ebene. 1 3 Dampfzüge bezwangen täglich

die Rampe von Neuenmarkt-Wirsberg nach Marktschorgast, immer

mit mindestens einer 01 an der Zugspitze, während die P 8 und die

64 als Schubloks fungierten. Zahlreiche Doppelbespannungen, wie

mit 01 1 50 und 01 202, ließen Erinnerungen an alte Hofer

Dampflokzeiten wach werden.

LM

Die nächtliche Lokparade in Neuenmarkt-Wirsberg mit sechs 01-Lokomotiven

M. Behrla

22


MUSEUM

Gastlok 01 1075 aus den Niederlanden diente der 01 509 der PRESS als Vorspann

Die beiden einst in Hof stationierten 01 202 und 01 150 fahren aus Neuenmarkt-Wirsberg aus

M. Weltner

M. Knappe

LOKMagazin 12 | 2014 23


AKTUELL

Ohne Halt passierte 052 988 am 29. September den Bahnhof Hausen im Tal (siehe auch S. 84/85) mit sei -

nem charakteristischen Wasserturm, der einst der Firma Faller als Vorbild für ein Modell diente R. Schulze

MUSEUM | NEWS

Wagen zurück in Sachsen

Im LM 9/14, S. 23, konnten wir den

vom Förderverein Historische West -

säch si sche Eisenbahnen (FHWE) er -

wor benen Abteil-Personenwagen be -

reits im Bild vorstellen. Im Zuge des

Aufbaus des historischen Reisezuges

„Wilzschhaus Nostalgie-Express“ kauf -

te der FHWE dieses historisch äußerst

wertvolle Fahrzeug im Frühjahr 2014

von der ÖGEG. Kurz vor dem VII. WCd-

Festival gelang nun die Überführung

des Wagens von Ampflwang nach

Wilzschhaus. Seit dem 11. September

2014 steht der Di Sa 13 im Bahnhof

Schönheide Süd wieder auf sächsi -

schen Gleisen. Infos über den Wagen

und den geplanten Museumszug:

www.fhwe.de

LM

NLME benötigt Geld

Die Niederlausitzer Museumseisenbahn,

die zwischen Finsterwalde und

Crinitz historische Züge rollen lässt,

benötigt Geld, um den Fahrbetrieb im

Jahr 2015 sicherzustellen. Laut

„Lausitzer Rundschau“ werden rund

65.000 Euro benötigt, um die rund

15 Kilometer lange Strecke durch

Austausch von Schwellen betriebs -

sicher zu halten. Gesichert sind noch

die für den 6. und 7. De zember

anberaumten Nikolausfahrten. LM

IG WUTACHTALBAHN

Fotozüge mit 052 988

Am 29. September fuhr ein Fotogüterzug mit 50 2988 bei

herrlichem Herbstwetter durchs Donautal. Dabei war die Lok als

052 988 beschildert. Der Zug bestand aus Tds- und Eaos-

Güterwagen. Von Tuttlingen fuhr man zunächst bis Sigmaringen,

von dort ging es mit dem Tender voraus nach Storzingen. Dem

dortigen alten Bahnhof droht im kommenden Jahr der Abriss. Nach

diesem Abstecher fuhr der Zug bis Mengen, anschließend ging die

50 leer auf Drehfahrt über Lauchertal – Hanfertal – Sigmaringen,

um dann in Mengen den Zug für die Rückfahrt nach Tuttlingen zu

bespannen. Noch nicht sicher ist die Zukunft der Lok: Im

Dezember 201 4 läuft die Kesselfrist der 1 942 gebauten Lok ab. RS

Anlässlich des 25. Geburtstages der Partnerschaft zwischen Lehrte

und Staßfurt verkehrte am 28. September ein Sonderzug mit der

042 096, hier im rückgebauten Bahnhof Förderstett M. Frühwein

24


Die schönsten

Seiten der Bahn

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AKTUELL

Vogelperspektive vom Aussichtsturm Bahnorama: Blick auf das neue Bahnhofsareal mit dem teilflächig gebauten

Rautendach und zwei Nahverkehrstriebwagen der Reihe 5047

M. Inderst

HAUPTBAHNHOF ERÖFFNET

Design-Monster in Wien

Die ÖBB Holding AG bezeichnet den neuen Wiener Hauptbahnhof als Jahrhundertprojekt, die Kritiker

sehen ihn als neuen Einkaufstempel mit (besserem) Gleisanschluss. Mit viel politischer Prominenz wurde

die neue Verkehrsstation am 10. und 11. Oktober eröffnet

Mit der Eröffnung stehen in der

„BahnhofsCity Wien Hauptbahnhof“

auf 20.000 m² gleich

90 Geschäfte unterschiedlicher

Branchen zur Verfügung, die

sich auf drei Ebenen verteilen

und sogleich von den Besuchern

gestürmt wurden. Zum Eröffnungsakt

gehörten auch verschiedene

Informationsstände

der ÖBB, ein Showprogramm,

aber auch eine Fahrzeugausstellung

mit drei Taurus-Werbelokomotiven

(Frontrunner, Siemens,

Cobra) und zwei Vollreklame-Talent-Triebwagen

(Wien-Hauptbahnhof

und Kombi-Ticket), wobei

eine Lok besichtigt werden

konnte. Am zweiten Eröffnungstag

wurde der neu beklebte Red

Bulletin Fashion Train (1116.248

samt bunt beklebter Garnitur)

vorgestellt.

26

Der neue Wiener Hauptbahnhof

entstand als Verbindungsbauwerk

auf den Flächen des alten

Süd- und Ostbahnhof.

Endlich ein Hauptbahnhof

Dieses Dreieck mit den beiden

Kopfbahnhöfen wurde städtebaulich

derart umgestaltet, sodass

im südlichen Verlauf dieses

Areals ein neuer Durchgangsbahnhof

mit zwölf Bahnhofgleisen

und fünf Bahnsteigen errichtet

wurde.

Die Teilinbetrieb nahme erfolgte

zum Dezember 201 2: Seitdem

halten mehrere S-Bahn- und

REX-Züge dort, Fernverkehrszüge

befahren ihn nur. Die Phase 2

folgt im Dezember 201 4: Es stehen

dann alle zehn Bahnsteiggleise

zur Verfügung, allerdings

befinden sich die Zulaufstrecken

im östlichen Bahnhofsteil noch

im Bau. Deren Fertigstellung soll

dann zur Vollinbetriebnahme

zum Fahrplanwechsel 201 5 als

Phase 3 erfolgen. Erst damit wird

der Hauptbahnhof seine künftige

Drehscheibenfunktion erfüllen

und der komplette Fernverkehr

nur mehr über diesen

bahnhof abgewickelt.

Mehr Halte ab Dezember

Der Fahrplanwechsel 201 4 bedeutet

für den Hauptbahnhof

eine Verkehrsausweitung, indem

als Vorgriff für die volle Inbetriebnahme

einige Fernverkehrsverbindungen

dort halten werden.

Im Endausbau wird der

Bahnhof von ca. 1 .1 00 Zügen

täglich frequentiert. Die Gesamtbaukosten

betrugen rund eine

Milliarde Euro.

MI


ÖSTERREICH

ÖSTERREICH | NEWS

Der IVB-Triebwagen 320 fährt am 9. Oktober 2014 in den Bahnhof

Vorchdorf ein, links daneben steht der abgestellte ET 23.105 M. Inderst

STERN & HAFFERL

Flexity Outlook auf der Traunseebahn

Bereits im Sommer 2008 kamen Flexity Outlook-Triebwagen der

Innsbrucker Verkehrsbetriebe auf die Traunseebahn, wo der

Hersteller Bombardier mangels geeigneter Möglichkeiten in

Innsbruck die behördlichen Abnahmefahrten vornehmen ließ. Der

erste Einsatz dieses Gliederzuges führte zum leihweisen Einsatz

nicht benötigter Garnituren auf dieser ca. 1 5 Kilometer langen

Strecke von Vorchdorf-Eggenburg nach Gmunden-Seebahnhof. Die

positive Resonanz führte zur Anmietung des ET 320 ab Oktober

201 1 , dem im April 201 2 der ET 307 als zweites Fahrzeug folgte.

Beide Fahrzeuge sind bis 201 5 angemietet und wickeln derzeit den

Gesamtverkehr auf der Traunseebahn ab. Seit dem 1 0. März 201 4

finden dort die Bauarbeiten zur Verlegung des Seebahnhofes mit

Anbindung an die Gmundner Straßenbahn statt.

MI

Autozüge mit LTE-Loks

Das Angebot der LTE Logistik- und

Transport Group mit Niederlassungen in

seiben europäischen Ländern umfasst

neben dem Transport von Agrar-,

Chemie- und Mineralölprodukten (inkl.

Gefahr gut), Bau- und Roh stoffen,

kombinier tem Verkehr, Überführung

von Schien enfahrzeugen auch die

Beförderung von Autos in speziellen

Zügen. Einer der bekanntes ten

Leistungen ist der G 42986 mit

Mercedes-Geländewagen zwischen

Graz und Bremerhaven (Aufnahme mit

185 529 der LTE in Spital am Phyrn, E.

Saßmann). In der Gegenrichtung

werden regelmäßig mit Volkswagen-

Kleinbussen beladene Züge als G 41889

von Neuss nach Graz und weiter nach

Koper geführt. LTE ver fügt derzeit über

rund 20 Diesel- und Elloks

verschiedener Bauarten.

ES

Wegen Bauarbeiten an der Strecke Villach – Jesenice wurden im August zahlreiche Züge durch das

Rosental umgeleitet: 2016 082 und 2016 045 überquerten am 8. August 2014 auf ihrer Fahrt von

Jesenice nach Klagenfurt mit einem Güterzug den Viadukt in Feistritz

M. Müller

LOKMagazin 12 | 2014

27


AKTUELL

ÖSTERREICH | TICKER

1042.520 im Rheingold-Design

Nachdem die ehemalige ÖBB-Lok

1042.520 der Schweizer Centralbahn

ihre Beklebung für den GeraMond-

Verlag verloren hatte, erhielt sie ein an

die ersten Rheingold-Züge angeleh n -

tes Farbschema. Die Lok wird ver -

stärkt vor Sonderzügen in Richtung

Österreich eingesetzt, unter anderem

im Charterverkehr nach Tirol, Salzburg

und die Steiermark.

MI

LILO: Neuer Lokschuppen

Stern & Hafferl, Betriebsführer der

Linzer Lokalbahn (LILO), errichtete im

Gemeinschaftsbahnhof Eferding einen

neuen Lokschuppen mit Werkstatt.

Das multifunktionale Gebäude wurde

im Rahmen eines Tags der offenen Tür

am 7. November 2014 im Beisein

politischer Prominenz eröffnet. Die

Bevölkerung hatte dabei die Möglich -

keit, sich von den Vorzügen des neuen

Gebäudes und der Werkstatteinrichtungen

selbst zu überzeugen, zudem

wurde eine Fahrzeugschau geboten.

Als besonderes Attraktion für die Anund

Abreise bot die LILO eine kosten -

lose Beförderung in ihren Zügen von

13:00 Uhr bis Betriebsschluss an. Ein

weiterer Neubau entsteht gerade in

Vorchdorf.

MI

StLB haben drei Wagen gekauft

Um den starken Schülerverkehr in den

Morgenstunden reibungslos abwickeln

zu können, haben die Steiermär -

kischen Landesbahnen im Mai 2014

drei nicht mehr benötigte CityShuttle-

Zwischenwagen von den ÖBB gekauft.

Die Wagen der Gattung Bmpz-l sind

auf den Netzen der ÖBB, DB und SBB

zugelassen, einer sogar zusätzlich auf

MAV-Gleisen.

MI

StLB mit starkem Güterverkehr

In der Region rund um Gleisdorf und

Weiz haben sich große Industrie -

betriebe angesiedelt, die für ein

erhebliches Güterverkehrsaufkommen

auf der Lokalbahnstrecke Gleisdorf –

Weiz verantwortlich sind. Neben

Transformator-Transporten von ELIN

kommen noch Autoteiletransporte der

österreichischen Zubehörhindustrie,

aber auch Einzelwagenladungsverkehre

hinzu. Das Verschubgüterzugpaar,

meist mit einer ER 20 bespannt,

verkehrt werktags von Weiz nach

Gleisdorf, von Montag bis Freitag

gegen 14:00 Uhr nach Gleisdorf, an

Samstagen fährt dieser Zug bereits am

späten Vormittag. Die Zeiten für die

Rückleistung hängen vom

Arbeitsumfang in Gleisdorf ab. MI

5047.071 + 087 am 4. Oktober mit dem R 3185 nahe der Haltestelle

Oepping bei der Talfahrt Richtung Linz-Urfahr

M. Leitner

MÜHLKREISBAHN

Erst Inselbetrieb, später Straßenbahn

Die 58 km lange Mühlkreisbahn verbindet die oberösterreichische

Landeshauptstadt Linz mit der im nördlichem Mühlviertel

gelegenen Gemeinde Aigen-Schlägl. Ein betriebliches Problem

stellt die 385 Meter lange Donaubrücke in Linz dar, über die die

Bahn an das übrige Netz der ÖBB angebunden ist. Sie ist am Ende

ihrer Lebensdauer angekommen und wird in nächster Zeit abge -

rissen. So soll die Mühlkreisbahn ab 201 5 zu einem Inselbetrieb

werden. In Rottenegg wird eine provisorische Werkstatt ein -

gerichtet. Eine von der ÖBB gern gesehene Betriebseinstellung ist

nicht möglich, da zwischen dem Land Oberösterreich und den ÖBB

ein noch bis 201 9 gültiger Verkehrsdienstvertrag besteht, der den

Betrieb bis dahin sichert. Bis zu diesem Zeitpunkt verkehren noch

die Triebwagen der ÖBB-Reihen 5047 und 5022 auf der

landschaftlich sehr reizvollen Mühlkreisbahn. Bei einigen Zügen

kommen zeitweise sogar Fahrradwagen zum Einsatz, um den

starken Radtourismus bewältigen zu können. Langfristig sollen

Teile der Strecke umgespurt und ins Netz der Linzer Straßenbahn

integriert werden.

ML

Am 14. Oktober verließ die 2016.901 mit dem Verschubgüterzug

71522 den Bahnhof Weiz M. Inderst

28


SCHWEIZ

Alltagsbetrieb im Bahnhof Erstfeld am 24. September mit einem klassischen Re 10/10-Gespann mit einem

Güterzug. Rechts ist der Rechteck-Lokschuppen zu sehen J. Schramm (2)

SBB

Standort Erstfeld bleibt erhalten

Erstfeld, am Fuß der Gotthardstrecke, ist heute ein wichtiger

Einsatzort für Personal und Triebfahrzeuge. Mit der Eröffnung des

Gotthard-Basistunnels, voraussichtlich 201 6, wird sich das Bild

allerdings ändern. Die schnellen Züge sowie ein Teil des

Güterverkehrs werden dann den Weg durch den Tunnel nehmen.

Um diesen Bedeutungsverlust und die damit verbundene

Reduzierung an Arbeitsplätzen abzufedern, haben die SBB in

Zusammenarbeit mit dem Kanton Uri einige Maßnahmen

eingeleitet. Einerseits wird in Erstfeld ein „Erhaltungs- und

Interventionszentrum“ (EIZ) errichtet, welches für den Unterhalt

und die Sicherheit im Tunnel verantwortlich zeichnen soll. Ein

moderner Feuerlöschzug wurde bereits in Erstfeld stationiert. Ein

gleiches Zentrum wird am Südende des Tunnels, in Biasca,

errichtet. Durch das EIZ werden in Erstfeld 60 neue Arbeitsplätze

geschaffen. Als zweiter Schritt wurde jetzt entschieden, dass in

Erstfeld zum Dezember 201 4 ein Lokpersonal-Depot entstehen soll.

Im ersten Schritt werden hier 1 7 Lokführer-Stellen für den

Personenverkehr geschaffen. Zusätzlich ist im Gespräch, in Erstfeld

Ausbildungsplätze zu schaffen; allerdings ist der Eigenbedarf der

SBB hierfür zu gering, so dass eine Kooperation mit anderen

Ausbildungsbetrieben im Kanton Uri angestrebt wird.

JS

Die orange Fahrgebung sorgte bei den Be 4/12- Triebzügen der RBS

für die Namen „Mandarinli“, unter dem sie bekannt wurden

LOKMagazin 12 | 2014

SCHWEIZ | NEWS

RhB: preiswerte Herbst-Tickets

Ein beliebtes Angebot aus den 1980er-

Jahren erlebt eine Neuauflage: Im

Rahmen der Herbstaktion „Silberdistel“

bietet die Rhätische Bahn (RhB) im

Zeitraum vom 20. Oktober bis 30.

November 2014 erneut Zwei-

Tageskarten für das gesamte RhB-

Streckennetz bereits ab 27 Schweizer

Franken an. Im Preis nicht inbegriffen

sind Zuschläge und Sitzplatzreservierung.

Das Angebot kann an allen RhB-

Bahnhöfen sowie auch im Internet

(www.rhb.ch/silberdistel) bezogen

werden.

LM

RBS: Fahrgäste gestalten Züge

Auf der Linie S7, mit 24.000 Fahrgästen

täglich die am stärkste genutzte Berner

S-Bahn-Linie, sollen bis zum Jahr 2020

neue Züge den Verkehr über nehmen.

Die heute zwischen Bern und Worb

verkehrenden Be 4/12-Triebzüge aus

den 1970er-Jahren erreichen langsam

das Ende einer wirtschaftlichen

Nutzung. Für die Beschaffung der

neuen Züge hat sich der Regional -

verkehr Bern-Solothurn (RBS) etwas

ganz Neues einfallen lassen: Bis zum

10. November 2014 konnten Fahrgäste

und andere Interessierte auf der

Crowdsourcing-Plattform „Atizo“ ihre

Ideen für die neuen Züge eingeben. Die

Ideen werden nach den Kriterien

„massentauglich“, „umsetzbar“ und

„nachhaltig“ bewertet und gehen ggf. in

das Pflichtenheft für die neuen Züge

ein. Die besten Ideen werden darüber

hinaus auch prämiert. Bis 2016 soll klar

sein, welcher Lieferant die neuen Züge

bauen darf; die ersten sollen bereits

2018 in den Betrieb gehen. Bis 2020

wird das letzte „Mandarinli“ (so

genannt wegen ihrer Farbgebung)

ausscheiden.

JS

29


AKTUELL

Hochgeschwindigkeitszüge im Pariser Gare de l’Est: Seite an Seite stehen ein ICE der DB und ein TGV-

Duplex der SNCF in der beeindruckenden Bahnhofshalle

W. Hugo

SNCF

Weitere Kooperation mit der DB

10 Millionen Fahrgäste sind seit Eröffnung des Hochgeschwindigkeitsverkehrs zwischen Deutschland

und Frankreich am 9. Juni 2007 in ICE oder TGV an die Seine oder zurück gefahren. Daher verlängern

die DB und die SNCF ihre Zusammenarbeit im grenzüberschreitenden HGV-Verkehr bis 2020

Die weitere Zusammenarbeit im

gemeinsamen Tochterunternehmen

Alleo wurde während der

diesjährigen InnoTrans in Berlin

vereinbart und sieht weitere Verbesserungen

im schnellen Reiseverkehr

zwischen Deutschland

und Frankreich vor.

30

paare zwischen Stuttgart und Paris

werktags von vier auf fünf erhöht.

Mehr Züge nach Paris ...

Auch zwischen Frankfurt/Main

und Paris wird das Angebot auf

werktäglich sechs anstatt der

heute fünf Zugpaare ausgeweitet.

Davon werden vier auf der

bisherigen Route über Kaiserslautern

und Saarbrücken und

zwei über Straßburg verkehren.

Dank der neuen HGV-Strecke ist

Frankfurt/Main mit Paris über

Straßburg um bis zu 1 5 Minuten

schneller in dann rund 3,5 Stunden

verbunden.

... und auch nach Marseille

Zusammen mit dem Zugpaar

Frankfurt/Main – Straßburg –

Lyon – Marseille gibt es dann

täglich bis zu drei Direktverbindungen

pro Richtung zwischen

Noch schneller

Im Frühjahr 201 6 ist die Inbetriebnahme

des zweiten Bauabschnitts

der französischen HGV-

Strecke TGV Est Européen

geplant. Damit wird sich die

Fahrtzeit von Stuttgart nach Paris

um 30 Minuten verkürzen.

Paris ist von der baden-württembergischen

Landeshauptstadt

dann nur noch rund 3 Stunden

1 0 Minuten entfernt. Die Fahrtzeit

zwischen München und Paris

reduziert sich damit auf etwa

5 Stunden 40 Minuten. Außerdem

wird die Anzahl der Zugden

Wirtschaftszentren Frankfurt/Main,

Mannheim und der

elsässischen Metropole Straßburg.

Karlsruhe und Straßburg

sind dann im europaweiten Verkehr

so zentral angebunden wie

nie zuvor: Bis zu sieben ICEund

TGV-Verbindungen der Kooperation

werden dann in beide

Richtungen verkehren.

Neueste Fahrzeuge

Auch bei der Fahrzeugflotte gibt

es Verbesserungen. So wird die

DB die neueste ICE 3-Generation,

die Baureihe 407, einsetzen.

Sie ergänzt die SNCF-Hochgeschwindigkeitsflotte

mit dem

seit Ende 201 2 verkehrenden

TGV Euroduplex. Die modernen

Züge bieten nicht nur mehr

Komfort für die Fahrgäste, sondern

punkten zusätzlich mit

mehr Zuverlässigkeit und weniger

Energieverbrauch. WOH


WELTWEIT

WELTWEIT | NEWS

Makellos aufgearbeitet zeigte sich die 1943 von Davenport/USA gebaute

Lok 4389 am 20. September in Veendam

J. Böttcher

NIEDERLANDE

175 Jahre Eisenbahn gefeiert

Der 1 75. Geburtstag der Eisenbahn in den Niederlanden war Anlass

für die Museumsbahn STAR, am 20. und 21 . September zum zweiten

Mal ihr Dampflokfest „Stadskanaal onder Stoom“ zu veranstalten.

Neben eigenen Fahrzeugen (www.stadskanaalrail.nl) kamen auf

der Museumsstrecke von Veendam nach Musselkanaal zahlreiche

Gastfahrzeuge, wie die 65 01 8 der SSN, der Triebwagen der Reihe

Plan U von Stichting DE-III, die amerikanische Kriegslok 4389 vom

Stoomtrein Goes-Borsele, die Lok 657 des Museum Buurtspoorweg

aus Haaksbergen und die Diesellok 2225 der Stichting Museum Materieel

Railion zum Einsatz.

JB

NORWEGEN

Wachablösung auf der Flamsbahn

Ende der 1 990er-Jahre hatte auf der Flamsbahn Flam – Myrdal die

El 1 7 (Henschel/NEBB 1 981 /1 987) den Gesamtbetrieb von der El 1 1

übernommen. Diese Einsätze sind jetzt Geschichte: Seit Fahrplanwechsel

im Juni 201 4 wird eine Flamsbahn-Garnitur mit einer neuen

El 1 8 bespannt. Am 22. August 201 4 übernahmen El 1 8 den Gesamtbetrieb.

Zwei El 1 7 sind seither noch in Flam als Reserve hinterstellt;

es kommen in der Regel nur noch vier silberne El 1 8 (zwei je Zug)

zum Einsatz.

MK

Rumänien: DB Schenker aktiv

DB Schenker Rail Romania SRL,

ehemals Logistic Services Danubius

SRL (LSD) ist als Bahndienstleister seit

2000 im Werksbahnbetrieb, sowie bei

der Traktion von Ganzzügen und mit

logistischen Leistungen an mehreren

Standorten in Rumänien präsent.

Darüber hinaus ist das Unternehmen

landesweit mit mehreren Rangier -

standorten vertreten. DB Schenker

verfügt in Rumänien über rund 35 Lo -

komotiven (Aufnahme: R Wyhnal). LM

Polen: Neuer Name im Güterverkehr

Das zur Captrain-Gruppe gehörende

Eisenbahngüterverkehrsunternehmen

ITL Polska mit Sitz in Wroclaw änderte

im Oktober 2014 seinen Namen und

wird zukünftig unter der Firmierung

Captrain Polska am polnischen Markt

präsent sein. Mit diesem Schritt wird

der Zugehörigkeit zur Captrain-

Gruppe auch namentlich Ausdruck

verliehen. Captrain Polska wurde im

Jahr 2006 als Tochterunternehmen

der ITL Eisenbahngesellschaft mbH

gegründet und erbringt seit 2009

Schienengüterverkehrsleistungen in

Polen sowie grenzüberschreitende

Transporte. Im Jahr 2011 wurde die

ITL organisatorisch in die Captrain-

Gruppe integriert. Seitdem berichtet

die Captrain Polska direkt an die

Captrain Deutschland GmbH. LM

In Sandwich-Manier werden die Flamsbahn-Züge mit zwei El 18 bespannt

M. Knappe

LOKMagazin 12 | 2014 31


TITELTHEMA

WIEDERERÖFFNUNG STRASSBERG – STIEGE

Half heimlich Krupp?

KRAFTAKT 1983 baut die DR eine

Schmalspurstrecke wieder auf.

Das war damals eine Sensation und ist

es heute noch. Und es ist eine Geschichte

von Mangelwirtschaft und Erfindergeist

Drei aufgebockte O-Wagen hat

die 99 7243 im Herbst 1984 bei

der Ausfahrt in Eisfelder

Talmühle im Schlepp. Sie

enthalten Braunkohle für das

Heizwerk in Silberhütte

Rudolf Heym

32


LÜCKENSCHLUSS IM HARZ

LOKMagazin 12 | 2014

33


TITELTHEMA

Die 99 5903, geschmückt mit Fähnchen, zog den Eröffnungszug am 30. November 1983 von Stiege nach

Straßberg. Im Harz kann es da schon mächtig schneien – Ankunft in Güntersberge W. Steinke/Slg. D. Endisch

F

reitag, am 30. November 1 983: Dichte, graue

Wolken hängen über den Wäldern des Unterharzes.

Der erste Schnee bedeckt die Harzhochfläche.

Was als leichter Flockenwirbel beginnt,

verwandelt sich binnen kürzester Zeit in ein dichtes

Schneetreiben. Trotz des ungemütlichen Wetters

versammeln sich viele Menschen auf dem kleinen

Bahnhof in Stiege – die Reichsbahndirektion

Magdeburg hat zur Eröffnung der wiederaufgebauten

Schmalspurbahn nach Straßberg eingeladen.

Doch der überraschende Wintereinbruch

wirft den gesamten Programmablauf der Deutschen

Reichsbahn über den Haufen.

Das Rednerpult ist inzwischen von Schnee bedeckt.

Lediglich Werner Müller, der Vizepräsident

DR-Kursbuch 1981: Noch klafft die Lücke

34

für Anlagen der Rbd Magdeburg, hält um 1 0 Uhr

eine kurze Rede und zerschneidet dann symbolisch

das weiße Band. Damit gilt die Strecke Straßberg

– Stiege als eröffnet.

Anschließend steigen Müller und die anderen

geladenen Gäste in den bereitstehenden Sonderzug,

der aus der grünen Mallet-Maschine 99 5903

und den so genannten Traditionswagen besteht.

Gegen 1 0.30 Uhr verlässt der Zug den Bahnhof

Stiege.

Vorsichtig tasten sich Lokführer Manuel Berger

und Heizer Dieter Hellmund mit der 99 5903

durch das Schneegestöber. Der Fahrplan des

Dienstpersonenzuges (Dstp) 27678 ist aufgrund

der Witterungsunbilden nur noch Makulatur. Mit

25 Minuten Verspätung erreicht der Eröffnungszug

Güntersberge, wo er bereits von zahlreichen

Schaulustigen erwartet wird. Begleitet von einer

Kapelle begeben sich die Ehrengäste zur Gaststätte

„Goldener Löwe“, wo die DR die offizielle Feierstunde

abhält. Nur wenige Anwesende wissen,

dass von der ersten Idee für den Wiederaufbau bis

zum heutigen Tag gut zehn Jahre vergangen sind!

Das Ende schien um 1970 schon nah

Anfang der 1 970er-Jahre besaß die als „Selketalbahn“

bekannte Strecke Gernrode (Harz) – Alexisbad

– Straßberg/Harzgerode endlich wieder eine

Zukunft. Das war nicht immer so. Seit Mitte der

1 960er-Jahre verzeichnete die Reichsbahndirekti-


LÜCKENSCHLUSS IM HARZ

Frisch geschottert: Am 7. Oktober 1983 – in der DDR war das der 34. Tag der Republik – war die Diesellok

199 301 im Bahnhof Friedrichshöhe zur Arbeit vor Bauzügen im Einsatz Gernot Gattermann

on Magdeburg auf der Selketalbahn rückläufige

Beförderungsleistungen im Personen- und Güterverkehr.

Außerdem fehlten der Reichsbahn Arbeitskräfte

und Material für die Unterhaltung der

Infrastruktur, sodass die Gleise zusehends auf Verschleiß

gefahren wurden.

Parallel dazu gewann der Kraftverkehr als neues

Massentransportmittel immer mehr an Bedeutung.

Außerdem setzte auch in der DDR zaghaft

die Motorisierung der Bevölkerung ein. Diese Entwicklung

schlug sich in den langfristigen Konzepten

der Verkehrsplaner nieder.

Die üblichen DDR-Probleme

Der 1 966 vom Rat des Bezirkes Halle (Saale), zu

dem der Kreis Quedlinburg damals gehörte, beschlossene

Generalverkehrsplan sah die Stilllegung

der Selketalbahn bis 1 974 vor. Der Quedlinburger

Kreistag billigte diese Entscheidung Anfang

1 970. Der Rbd Magdeburg konnten diese Beschlüsse

nur recht sein. Die auf der Bimmelbahn

eingesetzten Lokomotiven und Wagen hatten

meist ihre Nutzungsgrenze erreicht. Außerdem

konnten im Frachtverkehr aufgrund des eingeschränkten

Lichtraumprofils keine Rollwagen eingesetzt

werden. Alle Güter mussten daher im

Bahnhof Gernrode mühsam umgeladen werden,

was die Kosten für die Betriebsführung in die

Höhe trieb. Entsprechend den politischen Vorgaben

bereitete die Rbd Magdeburg schrittweise die

LOKMagazin 12 | 2014

Stilllegung der Strecke Gernrode (Harz) – Alexisbad

– Straßberg/Harzgerode vor.

Doch nur kurze Zeit später zeigte sich, dass der

Ausbau der Straßen im Selketal deutlich länger als

zunächst geplant dauern würde. Außerdem fehlten

dem zuständigen VEB Kraftverkehr Ballenstedt zusätzliche

Omnibusse und Lastkraftwagen, um die

Beförderungsleistungen der Schiene übernehmen

zu können.

Allein die Flussspatgrube in Straßberg, einer

der wichtigsten Kunden der Bimmelbahn, verlud

ab 1 972 täglich etwa 200 Tonnen. Damit mussten

Diese schöne Halle aus GHE-Zeiten musste leider

später abgerissen werden W. Steinke/Slg. D. Endisch

35


TITELTHEMA

Was für ein herrliches Motiv: „Lachen Sie nicht! Auch Sie werden mal alt!“ steht am Hilfstender der

kleinen 99 6101. Bild vom Schottereinbau bei Friedrichshöhe vom 7. Oktober 1983

Gernot Gattermann

WEICHEN IN STIEGE: HALF HEIMLICH KRUPP?

Nie darauf geachtet, bei der Recherche zum Beitrag entdeckt: Einige Weichen in Stiege lieferte Krupp!

nser Autor Dirk Endisch betonte auf

Uausführliche telefonische Nach -

frage: Es gibt in den amtlichen Unter -

lagen der Reichsbahn keinerlei Hinweis

darauf, dass irgendwelche Hilfe aus

dem Westen gekommen ist.

Um so interessanter und rätselhafter ist

ein Rundgang auf dem Bahnhof Stiege:

Betrachtet man die Rückfallweichen,

fallen die Schwellenprägungen „Krupp

83 SW 7“ auf. Das kann nur bedeuten:

Hersteller Krupp, Montagejahr 1983,

Schmal spurweiche mit Krüm mungs -

grad 1:7. Oder? Auch Thyssen ist einmal

vertreten.

Lediglich eine Weiche, die erste aus

Richtung Eisfelder Talmühle, weicht

davon ab und wurde ganz offensichtlich

aus Resten und Gebrauchtmaterial

zusammengeschweißt. Was war da

1983 los? Ein Geschäft, über das man

nicht sprach? Sollte dieses Prestige-

Objekt als lupenrreine DDR-Leistung

gefeiert werden, ohne Hilfe des

„Klassenfeindes“?

Wir vertrauen auf Sie, liebe Leser.

Vielleicht ist jemand damals dabei

gewesen und weiß mehr …

36


LÜCKENSCHLUSS IM HARZ

die Pläne hinsichtlich des Verkehrsträgerwechsels

zu den Akten gelegt werden.

Zunächst erhielt die Selketalbahn am 5. September

1 972 den Status eines technischen Denkmals.

Als solches sollte die Strecke langfristig als

Verkehrsmittel und Touristenattraktion erhalten

bleiben. Das Ministerium für Verkehrswesen

stimmte am 1 7. September 1 973 dem Weiterbetrieb

der Selketalbahn zu.

Zwei Teilnetze verbinden

In diesem Zusammenhang beschloss das Ministerium

auch den Wiederaufbau des 1 946 als Reparationsleistung

demontierten Abschnitts Straßberg –

Stiege. Eine entsprechende Machbarkeitsstudie lag

bereits 1 974 vor. Für diese Entscheidung gab es im

Wesentlichen zwei Gründe: Zum einen konnte damit

der Fahrzeugaustausch zwischen der Selketalbahn

sowie der Harzquer- und Brockenbahn vereinfacht

und zum anderen der Rollwagenverkehr

von Stiege aus bis nach Straßberg und Harzgerode

verlängert werden. Damit konnte die Rbd Magdeburg

den Einsatz der Schmalspur-Güterwagen im

Selketal beenden.

Eindruck von den Vorarbeiten am Planum in

Friedrichshöhe (Frühjahr 1983) W. Steinke/Slg. D. Endisch

Oktober 2014: Der 187 017 rollt von Straßberg kommend ein. Rechts liegt ansteigend das Gleis nach

Eisfelder Talmühle. Nur diese Weiche dort ganz rechts ist ganz offenbar ein DR-Eigenbau Rudolf Heym (2)

LOKMagazin 12 | 2014

37


TITELTHEMA

1 978 formulierte Ziel, die Strecke Straßberg – Stiege

bis 1 980 wieder in Betrieb zu nehmen, ein

frommer Wunsch.

Zustand des Stationsgebäudes Friedrichshöhe

1983 – es blieb nur der Abriss W. Steinke/Slg. D. Endisch

Doch trotz dieser Vorteile verfolgte die Rbd

Magdeburg das als „Investitionsvorhaben Selketalbahn“

bezeichnete Projekt, dem das Ministerium

für Verkehrswesen am 1 5. Juni 1 976 zugestimmt

hatte, nur halbherzig, da ihr nicht genügend Baukapazitäten

zur Verfügung standen. Damit war das

Eine Krise bringt Bewegung …

Dies änderte sich 1 981 mit der Energiekrise in der

DDR. Der VEB Pyrotechnik Silberhütte musste

sein mit schwerem Heizöl betriebenes Heizkraftwerk

durch ein neues Kohlekraftwerk ersetzen.

Der ab 1 982 errichtete Neubau sollte aber nicht

nur die Werkanlagen, sondern auch den benachbarten

VEB Vereinigte Holzwerke Silberhütte sowie

einige Ferienheime in Alexisbad mit Wärme

versorgen. Das Kraftwerk benötigte daher in den

Wintermonaten täglich rund 1 80 Tonnen Braunkohle,

was einem jährlichen Transportaufkommen

von etwa 30.000 Tonnen entsprach!

Diese Menge konnte jedoch weder mit Lastkraftwagen,

noch mit Schmalspur-Güterwagen von

Gernrode aus befördert werden. Lediglich von

Nordhausen aus konnte im Rollwagenverkehr die

Brennstoffversorgung sichergestellt werden. Damit

wurde der Wiederaufbau der Strecke Straßberg

– Stiege de facto über Nacht zu einem volkswirtschaftlich

wichtigen Vorhaben.

Die für den Bau notwendigen Unterlagen entstanden

binnen weniger Monate unter der Leitung

99 246 mit Schotterzug auf der Selkebrücke bei Straßberg (km 23,0). Dort kippte im November 1983 ein

Selbstentladewagen um. Er konnte nicht geborgen werden und wurde vor Ort zerlegt Slg. Dirk Endisch

38


LÜCKENSCHLUSS IM HARZ

Exakt zur Zeit der Leipziger

Montagsdemonstrationen,

am 20. Oktober 1989,

wurde dieses Bild in

Eisfelder Talmühle

aufgenommen. Es zeigt

einen langen Kohlenzug

nach Silberhütte mit

199 863 und 99 7233

Rudolf Heym

LOKMagazin 12 | 2014

39


TITELTHEMA

des in Dresden ansässigen Entwurfs- und Vermessungsbetriebes

der DR (EVDR). Mitarbeiter der

Forstwirtschaft räumten noch 1 981 den alten Bahndamm

von Bäumen und Büschen. Anschließend

begannen die Vermessungsarbeiten. Außerdem

wurden die noch vorhandenen Brücken und

Durchlässe geprüft, die aber alle ersetzt werden

mussten.

Erste Arbeiten am Planum 1982

Ab September 1 982 begannen Mitarbeiter des VEB

Tiefbau Halle (Saale), Betriebsteil Bernburg, damit,

von der ehemaligen Anschlussstelle „Fluor“ bei

Straßberg aus das Planum in Richtung Güntersberge

vorzubereiten. Allerdings konnte das alte

Gleisbett nicht mehr verwendet werden, da es vielerorts

als Forst- oder Wanderweg genutzt wurde.

Der alte Schotter wurde abgetragen und für den

Bau des neuen, breiteren Planums genutzt.

Als ein Problem erwies sich die Unterbringung

der Arbeitskräfte, da in der näheren Umgebung

nicht genügend Quartiere zur Verfügung standen.

Das Bahnbetriebswerk Blankenburg erhielt daher

den Auftrag, auf dem Gelände des Bahnhofs Friedrichshöhe,

dessen baufälliges Stationsgebäude im

August 1 983 abgetragen wurde, einige Bungalows

zu errichten, die bereits am 5. März 1 983 von den

ersten Bauarbeitern bezogen wurden.

Ende März 1 983 wurde an insgesamt fünf Stellen

am Planum gearbeitet. Zuerst wurden die

Baumstümpfe gerodet und die alte Packlage abgetragen.

Anschließend wurde das Planum verbreitert

und neuer Schotter aufgetragen. Zeitgleich begannen

die Räumung der Entwässerungsgräben

sowie die Erneuerung der Brücken und Duchlässe.

Die Tiefbauarbeiten endeten am 31 . August 1 983 in

Güntersberge, wo sich die zwei Baukolonnen aus

Richtung Straßberg und Albrechtshaus trafen.

STIEGE: RÜCKFALLWEICHEN UND WENDESCHLEIFE

Vorgeschriebene Fahrwege im Bahnhof Stiege: Diese Zugfahrten können fast alle erfolgen, ohne dass

eine Weiche von Hand gestellt werden muss, nur in vier Fällen muss das einmal geschehen (Pfeil) D. Stroner

Richtung Hasselfelde, rechts das

Gleis der Wendeschleife R. Heym

ie ewig an Arbeitskräftemangel

Dleidende Deutsche Reichsbahn

unternahm alles, um ihren Betrieb auch

mit wenig oder gar keinem Personal

abwickeln zu können. Ein bis dahin

geltendes Tabu wurde in Stiege und

dann auch in anderen Bahnhöfen

gebrochen: der Einsatz von

Rückfallweichen.

olche Weichen gab es bis dahin nur

Sbei Straßenbahnen oder straßen -

bahn ähnlichen Betrieben, bei der

„großen“ Eisenbahn waren sie tabu. Ihr

Wirkprinzip: Eine Weiche wird mit einer

Rückstellvorrichtung versehen, meist

eine starke Feder, im Harz verwendet

man Hydraulikzylinder. Die Weiche

steht in einer Richtung (spitz befahren)

fest. Vom Herzstück her darf sie aus

beiden Richtungen befahren werden,

also aus einer Richtung auch „aufge -

schnitten“ werden. Die Hydraulik zieht

nach dem Aufschneiden die Zungen

wieder in Grundstellung zurück.

Gestellt werden kann die verschlossene

Weiche natürlich auch. Die Weichen -

laternen und Stellhebel sind gelb

lackiert und somit weithin erkennbar.

Ein Signal mit zwei weißen Lampen

zeigt dem Personal an, dass die Zungen

sicher anliegen.

40


LÜCKENSCHLUSS IM HARZ

Bereits einige Monate zuvor, am 23. April 1 983,

waren die ersten Mitarbeiter des DR-Gleisbaubetriebes

in Stiege eingetroffen, wo sie mit den Vorbereitungen

für den Gleisvortrieb begannen. In

diesem Zusammenhang entstand in Stiege ein Lagerplatz

für die vormontierten 1 5 Meter langen

Gleisjoche und den benötigten Schotter.

Auch die Diesellok 199 301 mit dabei

Am 1 5. Juni 1 983 lagen die ersten 50 Meter

Streckengleis von Stiege aus in Richtung Straßberg.

Dort begann wenig später der Gleisbau in

Handarbeit. Am 31 . August 1 983 hatte die Straßberger

Kolonne die Selkebrücke am Kilometer 23,0

erreicht, die durch einen Neubau ersetzt werden

musste. Zu diesem Zeitpunkt liefen die Verlegearbeiten

aus Richtung Stiege auf Hochtouren. Durch

den Einsatz eines Raupendrehkrans und eines

Jochverlegezuges, der von der Diesellok 1 99 301

bespannt wurde, gingen die Arbeiten zügig voran.

Die DR griff dabei auch auf Arbeitskräfte der Polnischen

Staatsbahnen zurück.

Mitte August 1 983 war Albrechtshaus erreicht,

bevor am 1 1 . September 1 983 die Gleisanlagen in

Friedrichshöhe fertiggestellt waren. Am 1 5. Oktober

1 983 endete der Einsatz des Jochverlegezuges

rund 250 Meter vor der Selkebrücke am Kilometer

23,0. Die Lücke zwischen den beiden Gleisen

konnte erst nach der Fertigstellung der Brücke geschlossen

werden. Am 29. Oktober 1 983 wurde das

letzte Schienenstück eingebaut.

Gleisbaumaschine aus Österreich

Noch während des Streckenvortriebs begann das

Einschottern der Gleise. Allerdings wurden aus

Zeitgründen bis zum Herbst 1 983 nur zwei Drittel

der Bettungsstärke erreicht, sodass der Personenverkehr

erst im Sommer 1 984 … weiter auf S. 44

Fahrt durch die Schleife in Stiege: P 14462 mit der 99 7222 am 30. Juni 1987 nach Alexisbad

Hans-J. Lange

LOKMagazin 12 | 2014

41


TITELTHEMA

MENSCHEN BEWEGEN DIE BAHN

Heizer bei der

Eröffnung am

30. November 1983

war Dieter Hellmund

(oben), Lokführer war

Manuel Berger. Am

3. Juni 2014 fuhren

Marko Kowalski und

Jörn Müller die

99 6001

99 7231 und 7233 kämpfen sich am

4. August 1989 mit einem Güterzug das

Behretal hinauf. Der hintere Teil des Zuges

mit Braunkohlen geht nach Silberhütte

Rudolf Heym

Werner Steinke/Slg. Dirk Endisch (2); Hans-J. Lange

42


LÜCKENSCHLUSS IM HARZ

LOKMagazin 12 | 2014

43


TITELTHEMA

Hasselfelde bei der Eröffnung des Personenverkehrs am 3. Juni 1984: Interessanter als Lok 99 6001 und

Zug P 14464 sind eigentlich die Fans von damals: Wer erkennt sich da alles wieder?

Hans-J. Lange

aufgenommen werden konnte. Für den Schottereinbauzug

setzte das Bahnbetriebswerk Wernigerode

planmäßig die mit einem Hilfstender gekuppelte

99 61 01 ein. Die 1 E1 -Neubaulok 99 7246

bespannte hingegen den Schotterpendel zwischen

dem Steinbruch Unterberg und dem Lagerplatz in

Stiege, der meist viermal täglich verkehrte.

Für die Stopfarbeiten setzte die DR ab 29. September

1 983 die UNIMA II ein. Die moderne meterspurige

Nivellier-, Hebe-, Rück- und Stopfmaschine

der österreichischen Firma Plasser &

Theurer hatte die Reichsbahn eigens 1 983 für den

Wiederaufbau der Verbindung Straßberg – Stiege

beschafft.

Der Bau der Schleife in Stiege

Parallel zu den Arbeiten an der Schmalspurbahn

wurden die Bahnhöfe Silberhütte, Straßberg und

Stiege umgestaltet. In Stiege begann beispielsweise

am 1 7. August 1 983 der Bau der in Europa einmaligen

400 Meter langen Wendeschleife, mit der

der Betriebsablauf erheblich vereinfacht werden

konnte. Außerdem wurde in Silberhütte der Anschluss

„Rinkemühle II“ umgebaut und für das

Kohlekraftwerk eine neue Anschlussbahn errichtet.

Diese fädelte am Kilometer 1 8,1 aus und wurde

am 6. Februar 1 984 abgenommen.

Zu diesem Zeitpunkt hatte die Rbd Magdeburg

die Vorbereitungen für die Aufnahme des Güterverkehrs

auf der Neubaustrecke Straßberg – Stiege

weitgehend abgeschlossen. Am 1 2. Februar 1 984

traf 99 7234 mit dem ersten Braunkohlenzug aus

Nordhausen Nord in Silberhütte ein. Der Fahrplan

sah zunächst drei Nahgüterzugpaare vor, die in

erster Linie für die Versorgung des Heizkraftwerks

vorgesehen waren. Des Brennstofflager musste

umgehend aufgefüllt werden, da die DR aufgrund

noch notwendiger Baumaßnahmen auf dem Abschnitt

Eisfelder Talmühle – Stiege ab 26. März

1 984 für einige Wochen den Güterverkehr einstellen

musste.

Der zweite Teil des Investitionsvorhabens umfasste

neben der Erneuerung der Viadukte zwischen

Eisfelder Talmühle und Stiege auch die Umgestaltung

der Bahnhöfe Stiege und Eisfelder

Talmühle sowie die notwendigen Restarbeiten an

der Neubaustrecke. Allerdings verzögerte der lange

Winter den Fortgang der Arbeiten erheblich. So

konnte beispielsweise die Wendeschleife in Stiege

erst am 1 0. Mai 1 984 fertiggestellt werden.

Doch am 3. Juni 1 984 war es dann soweit: Die

99 6001 fuhr mit dem P 1 4461 als erstem Zug von

Gernrode aus über Straßberg, Güntersberge und

Stiege nach Hasselfelde. Die erste Fahrt von Gernrode

durch die Wendeschleife in Stiege nach Eisfelder

Talmühle folgte am 6. Juni 1 984.

Seither besteht wieder die Möglichkeit, mit der

Bimmelbahn von Gernrode nach Nordhausen oder

Wernigerode zu fahren und das hoffentlich noch

viele Jahre.

Dirk Endisch

44


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FAHRZEUGPORTRÄT

Der 1440 603 am 13. August 2014 in

Hannover Hbf auf der Rückfahrt von

Tests bei Rotenburg/Wümme – noch

ohne alle Anschriften Jürgen Hörstel

CORADIA CONTINENTAL-REIHE 1440

Graphitgrau und Verkehrspurpur

FRONTPARTIE CRASH-OPTIMIERT In ungewohnt schrillen Farben

kommen die neuen 1440er für das ENNO-Netz – Elektro-Netz

Niedersachsen Ost – daher. Jürgen Hörstel nimmt sie unter die Lupe

46


CORADIA CONTINENTAL-REIHE 1440

LOKMagazin 12 | 2014 47


FAHRZEUGPORTRÄT

Ein Coradia Continental – es ist der 1440 306 für die S-Bahn Rhein-Ruhr – während der Endabnahme bei

Alstom in Salzgitter (Februar 2014). Interessant das kurze Stück Stromschiene an der Halle Jürgen Hörstel

B

ei ENNO, dem Elektro-Netz Niedersachsen

Ost, handelt es sich um die beiden Strecken

Hannover – Wolfsburg und Hildesheim –

Braunschweig – Wolfsburg. Nach der Verkehrsausschreibung

vom Sommer 201 4, bei der sich die

„metronom Eisenbahngesellschaft mbH“ durchsetzen

konnte, gehen bereits die ersten neuen

Triebwagen vom Typ Coradia Continental aus dem

Hause Alstom in die Erprobung. Planmäßig beginnt

der Betrieb jedoch erst im Dezember 201 5.

Wir stellen das Streckennetz und die neuen Fahrzeuge

schon einmal vor.

Was fährt zur Zeit noch?

Das ENNO-Netz gehört zu den letzten Bereichen

Niedersachsens, die in den Wettbewerb, sprich in

die Ausschreibung von Verkehrsleistungen, gegangen

sind. Bislang ist dort noch DB Regio unterwegs,

meist mit Wendezügen aus n-Wagen und

Loks der Reihen 1 1 2 oder 1 43 und mit Triebzügen

der Reihe 425 zwischen Hannover und Wolfsburg.

Zwischen Braunschweig und Wolfsburg fährt die

Regionalbahn-Linie nach Stendal mit Dieseltriebwagen

der Reihe 642 unter Fahrdraht, da im weiteren

Linienverlauf die Stammstrecke Oebisfelde –

Stendal neben der „ICE-Rennbahn“ Hannover –

Berlin beim Ausbau Ende der 1 990er-Jahre nicht

mehr elektrifiziert worden ist.

48

Auch zwischen Hildesheim und Braunschweig

sind noch häufig Dieseltriebwagen der Baureihe

628 anzutreffen. Der durchgehend zweigleisige

Ausbau konnte dort Ende 201 2 abgeschlossen werden,

sodass zeitaufwendige Zugkreuzungen des

Nahverkehrs mit der ICE-Linie Berlin – Braunschweig

– Hildesheim – Frankfurt (Main) – Süddeutschland

nun nicht mehr notwendig sind. Für

das derzeitige Nahverkehrsangebot mit teilweise

mehrstündigen Taktlücken reicht aber offenbar die

Kapazität eines 628 aus.

Schnellerer Fahrplan im ENNO-Netz

Im neuen Fahrplan ab Ende 201 5 sind im ENNO-

Regionalverkehr dank der Höchstgeschwindigkeit

von 1 60 km/h kürzere Fahrzeiten vorgesehen: Die

beiden Städte Wolfsburg und Braunschweig werden

in 1 9 statt bisher 24 Minuten verbunden, was

dem Beschleunigungsvorteil der elektrischen Traktion

gegenüber Dieseltriebwagen zu verdanken ist.

Auch zwischen Hildesheim und Braunschweig

reduziert sich die Fahrzeit, und zwar von 33 auf 28

Minuten. Auch dort wird das Angebot erstmals auf

einen attraktiven Stundentakt an Werktagen verdichtet.

Gleichzeitig werden vor allem auf der nunmehr

durchgängigen Linie Hildesheim – Braunschweig

– Wolfsburg höhere Platzkapazitäten

angeboten.


CORADIA CONTINENTAL-REIHE 1440

Innotrans Berlin 2014: Feierliche Übergabe mit einem Kuchen in Form des 1440: von links nach rechts Jan

Görnemann (Metronom), Hennig Brandes und Detlef Tanke (ZGB), Martin Lange (Alstom) Jürgen Hörstel

Im Sommer 201 4, also rund eineinhalb Jahre

vor der Betriebsaufnahme im Dezember 201 5,

wurde die Verkehrsausschreibung von den beteiligten

Aufgabenträgern bzw. Bestellern durchgeführt,

unter Federführung des Zweckverbands

Großraum Braunschweig (ZGB) und unter Mitwirkung

der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen

mbH (LNVG) sowie der Region Hannover.

Zu vergeben waren jährlich rund 2,1 Mio. Zugkilometer

für eine Laufzeit von zehn Jahren ab Ende

201 5. Anfang August 201 4 wurde der Sieger mit

dem „wirtschaftlichsten Angebot“ bekanntgegeben:

die „metronom Eisenbahngesellschaft mbH“

mit Sitz in Uelzen.

Metronom fährt bereits seit Ende 2003 zwischen

Bremen, Hamburg und Uelzen mit Doppelstockwagen

und Loks der Baureihe 1 46, Ende 2005

kam die Linie Uelzen – Hannover – Göttingen hinzu,

Ende 2007 die Linie Cuxhaven – Hamburg

(mit TRAXX DE/Baurehe 246). Alle von Metronom

eingesetzten Fahrzeuge gehören zum Fahrzeugpool

der LNVG.

Coradia Continental von Alstom

Im Vorfeld der ENNO-Ausschreibung hatte auch

der ZGB begonnen, einen eigenen Fahrzeugpool

aufzubauen. Dafür wurde die ZGB-Tochtergesellschaft

„Regionalbahnfahrzeuge Großraum Braun-

LOKMagazin 12 | 2014

So sehen heute noch die Züge in der zukünftigen

ENNO-Region aus: 112 mit ex-„Silberlingen“ J. Hörstel

schweig GmbH“ (RGB) gegründet, die Ende 201 2

bei Alstom 20 elektrische Triebzüge vom Typ Coradia

Continental bestellt hat. Die reine Investition

für die Triebwagen lag bei etwa 1 06 Mio. Euro, der

Gesamtauftrag jedoch bei knapp 1 90 Mio. Euro, da

auch die gesamte Wartung über einen Zeitraum

von 20 Jahren im Vertrag enthalten ist. Gute Vor-

49


FAHRZEUGPORTRÄT

aussetzungen hierfür hat Alstom durch den neuen

Werkstattstandort Braunschweig im ehemaligen

Ausbesserungswerk bereits geschaffen.

Die vierteiligen ENNO-Triebzüge gehören zur

Alstom-Fahrzeugfamilie des Regionaltriebwagens

Coradia Continental. Seit 2008 wurden in Salzgitter

insgesamt 1 41 derartige Triebwagen, allerdings

in der „klassischen Form“, ohne crash-optimierte

Front, gebaut.

Diese Fahrzeuge sind schwerpunktmäßig im

Regionalverkehr in Bayern (DB Regio in den E-Netzen

Augsburg, Würzburg und Passau sowie Agilis

DAS AW BRAUNSCHWEIG UND SEINE WANDLUNG ZUR ALSTOM-WERKSTATT

eit Frühjahr 2011 betreibt der Fahr -

Szeughersteller Alstom – in der

Region mit den Werken Salzgitter und

Stendal schon gut vertreten – einen

neuen Instandhaltungs-Stützpunkt in

Braunschweig. Stand ort ist das ehe -

malige Dampflok-AW an der Borsig -

straße südlich des Rangier bahnhofs,

das nach dem Ende der Dampflokzeit

bei der Bundesbahn 1977 geschlossen

worden war.

Abgesehen von Nutzungen durch den

DB-Brückenbauhof oder als Lagerfläche

stand die große AW-Richthalle lange

Zeit leer. An die „große Zeit“ des AW

Braunschweig erinnert noch heute das

Lokdenkmal der Schnellzugdampflok

01 1063, die als eine der letzten Loks

im AW noch optisch aufgearbeitet und

1977 vor dem Braunschweiger

Hauptbahnhof aufgestellt wurde.

Der 1949 gegründete Verein

Braunschweiger Verkehrsfreunde e. V.

(VBV) residiert seit 1978 mit seiner

recht ansehnlichen Fahrzeugsammlung

im Bereich des westlichen Anheiz -

schuppens im ehemaligen AW, heute

als „Lokpark Borsigstraße“. Für frühere

Pläne, die großen AW-Hallen für ein

Technik-Museum zu nutzen, gab es

leider nicht genügend Unterstützer.

Nach teils jahrzehntelangem Leerstand

hat Als tom die große Richthalle nun

wieder mit Leben erfüllt. Als Zielgruppe

gelten vor allem private Eisenbahn -

verkehrsunternehmen, die selbst

keine Werkstätten vorhalten können

oder wollen. Schwerpunkte sind

Reparaturen, Instandsetzungen nach

Unfällen, Hauptuntersuchungen und

Modernisierungsarbeiten. Neben vier

jeweils 170 Meter langen Hallen -

gleisen wurde ein fünftes Gleis

Anfang 2014 fertiggestellt.

Bis Ende 2015 wird das Werk durch

zwei zusätzliche Gleise für die

täglichen Wartungsaufgaben der

ENNO-ET sowie eine 80 Meter lange

Waschanlage und eine

Unterflurdrehbank erweitert. Auch

wird die rund 1,5 Kilometer lange

Anschlussbahn zum AW elektrifiziert.

INFO DAZU IM NETZ UNTER:

Braunschweiger Eisenbahn-Geschichte

http://www.eisenbahngeschichte-bs.de/

BSW-Gruppe VT 08

http://www.vt08.de/startseite-vt08.html

Lokpark Braunschweig des VBV

http://www.lokpark.de/startseite-lokpark.html

Verein Braunschweiger Verkehrsfreunde e.V.

http://www.vbv-bs.de/

1976 war die (traurige) Hauptbeschäftigung der Mitarbeiter des AW Braunschweig die Zerlegung von

Dampfloks. Im Februar 2014 werden in der Rohbau-Halle Wagen für des ENNO-ET montiert J. Hörstel (2)

50


CORADIA CONTINENTAL-REIHE 1440

Die Coradia-Continental „Classic“, noch ohne crash-optimierte und somit flachere Frontansicht: 440 902

für Agilis, rechts 440 306 für DB Regio, beide für Einsätze in Süddeutschland vorgesehen Jürgen Hörstel

im E-Netz Regensburg) und im Großraum Bremen

bei der NordWestBahn als Regio-S-Bahn im Einsatz.

Die in den letzten Jahren veränderten Vorschriften

haben auch zu erhöhten Anforderungen an die

Kollisionssicherheit der Wagenkästen geführt, was

sich in Form der neuen Norm EN 1 5227 ausdrückt.

Ziel ist es, die passive Sicherheit zu erhöhen und

die Führerstands- und Fahrgastbereiche bei einem

Zusammenstoß besser zu schützen. In der Fahrzeugfront

wurden daher neben der verlängerten

Kupplungsstange mit einem Stoßverzehrer insgesamt

vier Absorber montiert, die sich bei einer Kollision

kontrolliert verformen und dabei möglichst

viel Energie aufnehmen.

Alles wird durch den neuen, rund 1 ,2 Meter längeren

GFK-Vorbau verdeckt, dessen neu gestaltetes

Design mit einer geschwungenen

Linienführung und den integrierten

Scheinwerfern im Vergleich

mit der flach gestalteten

Front der bisherigen 440 viel

freundlicher wirkt. Die ab diesem

Jahr auszuliefernden Coradia

Continental erhalten die veränderte

Kopfform.

Baureihe: 1440 (nach NVR)

Die Baureihenbezeichnung lautet

1 440, nunmehr vierstellig,

was durch das neue Fahrzeugeinstellungsregister

(National

Die seitliche Sicht zeigt deutlich, wie wuchtig die

Crash-Norm den Kopf des 1440 macht Jürgen Hörstel

CORADIA-CONTINENTAL (2008 – 2010)

Typ Anzahl Baujahr(e) Betreiber/EVU Nummernreihe

3-Teiler 26 2010 DB Regio 440 301 – 326

18 2010 Agilis 440 401 – 418

18 2010 NordWestBahn 440 330 – 347

4-Teiler 48 2008 – 2010 DB Regio 440 001 – 048

8 2010 Agilis 440 101 – 108

5-Teiler 6 2010 DB Regio 440 201 – 206

17 2010 NordWestBahn 440 210 – 226

Summe: 141 (alle ohne „crash-optimierte“ Front)

LOKMagazin 12 | 2014

51


FAHRZEUGPORTRÄT

Der ENNO-ET 1440 103 bei einer Probefahrt in

Hannover Hbf im August 2014

Jürgen Hörstel

Das „R“ steht für „reservierte Plätze“ im ersten

Wagen des Triebzuges

Jürgen Hörstel

Blick in den Mehrzweckbereich – Sitze in gleicher

Farbe wie außen an den Türen

Jürgen Hörstel

Vehicle Register – NVR) möglich geworden ist –

aber an das sich Eisenbahner und Bahnfreunde angesichts

der seit 1 968 genutzten dreistelligen Baureihen-Bezeichnungen

erst einmal gewöhnen

müssen!

Die vierteiligen ENNO-Triebwagen erhalten pro

Wagenteil eine Doppeltür für den Fahrgastwechsel,

TECHNISCHE DATEN IN KÜRZE

Fahrzeuganzahl 20

Betriebseinsatz ab Dezember 2015

Energieversorgung

15 kV / 16,7 Hz

Nennleistung

2.900 kW

Höchstgeschwindigkeit

160 km/h

Zugbeeinflussung

LZB/PZB

Länge über Kupplung

73,3 m

Maximale Fahrzeughöhe

4,28 m

Fahrzeugbreite

2,92 m

Einstiegshöhe über SO

ca. 800 mm

Doppeltüren je Seite 4

Sitzplätze 192

Klappsitze 43

Stehplätze bei 4 Personen/m 2 257

Fahrradabstellplätze mindestens 6

Einer der 2.-Klasse-Großraumbereiche mit den in

Grau gepolsterten Sitzen

Jürgen Hörstel

was dem Charakter eines Regional-Triebwagens

entspricht. Die Türen heben sich durch ihre weiße

Farbe deutlich von der Grundfarbe des Zuges „Graphitgrau“

ab. Die Dachneigungen und die Blenden

rund um die Führerstandsfenster werden auch in

Weiß abgesetzt.

Neben den Türen werden mehrere Quadratmeter

große Bereiche sehr auffällig in „Verkehrspurpur“,

einer Mischung aus Magenta, Pink und Violett,

lackiert, um die in dem jeweiligen Abschnitt

der Züge liegenden Sondernutzungen zu kennzeichnen.

Dies betrifft am hinteren Zugende den

Bereich der 1 . Klasse, in den beiden mittleren Wagen

das behindertengerechte WC und den Mehrzweckbereich

mit Fahrradabstellplätzen.

Darüber hinaus bekommen diese Flächen

große Piktogramme, z. B. das Fahrrad- oder Rollstuhl-Symbol,

damit schon bei der Einfahrt des Zuges

die „richtigen“ Einstiegsbereiche erkennbar

sind.

Ein weiteres neues Piktogramm ist das „R“ für

reservierbare Plätze im ersten Wagen. Ein Teil der

Sitzplätze soll über ein Reservierungssystem vorgebucht

werden können, eine Neuerung im Regionalverkehr

(die Metronom vor einigen Jahren aber

52


CORADIA CONTINENTAL-REIHE 1440

Fenster in V-Form: Im Führerstand des ENNO-1440. Blick während der Innotrans 2014 in der Hauptstadt

auf den gegenüber stehenden LINT 54 für die LNVG, ebenso von Alstom geliefert

Jürgen Hörstel

schon einmal im Großraum Hamburg angeboten

hatte). Die Sitzpolsterung – meist Reihenbestuhlung,

nur wenige vis-à-vis-Sitze – ist ähnlich dem

Außendesign mit grauen Farbtönungen ausgeführt,

nur die Sonderbereiche heben sich durch

Sitzpolster in „Verkehrs-Purpur“ ab – wobei man

im Reservierungs-Wagen davon abgesehen hat,

den ganzen Wagen in dieser Farbe zu polstern.

Eine Besonderheit ist die Ausrüstung der

ENNO-Züge mit Linienzugbeeinflussung (LZB),

die trotz der „nur“ bei 1 60 km/h liegenden Höchstgeschwindigkeit

auf der Ausbaustrecke zwischen

Lehrte und Wolfsburg für eine dichtere Zugfolge

genutzt werden soll.

Vier fahren bereits zur Probe

Mit den ersten vier fertiggestellten ENNO-Triebwagen

begannen bereits im Sommer 201 4 Probe- und

Messfahrten im Vorfeld des Zulassungsverfahrens,

u. a. auf der Strecke Bremen – Hamburg sowie im

Raum Nürnberg.

Offiziell wurde ein ENNO-ET auf der Innotrans

im September 201 4 in Berlin präsentiert. Dabei

handelte es sich um den dritten Zug, bestehend

aus den vier Einzelwagen 1 440 1 03, 1 441 1 03, 1 441

LOKMagazin 12 | 2014

603 und 1 440 603. Die beiden Mittelwagen erhalten

somit die Baureihenbezeichnung 1 441 .

Die Serienfertigung der übrigen 1 6 Fahrzeuge

war ab Oktober 201 4 geplant. Die Auslieferung soll

ab Juni 201 5 beginnen, damit ausreichend Zeit für

Schulungsfahrten ist. Ähnliche Fahrzeuge aus der

Alstom-Fahrzeugfamilie Coradia Continental sind

bereits ab Ende 201 4 bei der Deutschen Bahn im

Einsatz (siehe Kasten unten). Jürgen Hörstel

WEITERE EINSATZGEBIETE

B

auartähnliche Fahrzeuge kommen bereits ab Dezember

2014 bei der Rhein-Ruhr-S-Bahn auf den Linien S 5

Dortmund – Hagen und S 8 Hagen – Mönchengladbach

zum Einsatz. DB Regio hat hierfür 28 dreiteilige Züge mit je

170 Sitzplätzen beschafft.

Ab Mitte 2016 werden crash-optimierte Coradia

Continental auch im Elektro-Netz Mittelsachsen auf den

RE/RB-Linien im Bereich Dresden – Chemnitz – Hof und

Chemnitz – Elsterwerda fahren. Der abzuschließende

Verkehrsvertrag umfasst 5,7 Mio. Zugkilometer pro Jahr

und läuft bis Ende 2030. Hierfür beschafft der

Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) für seinen

Fahrzeugpool 13 dreiteilige und 16 fünfteilige Züge.

53


FAHRZEUGE

MEINE LIEBLINGSBAUREIHE

Selig bei Lokführer Seligmann

BAUREIHE 218 Matthias Bacher ist ein großer Fan der roten Einmotorer.

Selbstverständlich erkennt er den Motortyp am Klang, denn schon als Kind

fuhr er mit der 218 zur Schule und die Gleise lagen hinterm Gartenzaun

Südlicher geht es auf deutschen Gleisen

nicht: Die 218 462 hat mit einem RE gerade

Oberstdorf verlassen und überquert nun den

Gebirgsfluss Breitach (21. Juni 2008)

Felix Löffelholz

54


LIEBLINGSBAUREIHE 218

Auch die mit abgasoptimierten MTU-4000-Motoren neueren Datums ausgerüsteten Loks sind teils in der

Lage, ordentlich Ruß auszustoßen. Das beweist die 218 495 in Friedrichshafen Stadt …

Felix Löffelholz

A

lles fing wohl damit an, dass ich direkt an einer

Bahnlinie aufgewachsen bin: in Laufenburg

(Baden) an der Hochrheinbahn, direkt

an den Gleisen und nahe dem Bahnhof Laufenburg

Ost, die Flügelsignale der Ausfahrt Richtung

Säckingen direkt vor dem Fenster. Fuhr ein Güterzug

am Haus vorbei, tanzten die Tassen und Teller

in den Schränken. Aber wir alle waren das gewöhnt,

das war völlig normal ...

Schon als kleiner Junge interessierte ich mich

für die Züge, ihre Waggons und Lokomotiven. Es

war die Zeit der großen, purpurroten Dieselloks

der Baureihen 21 2 (V 1 00), 21 8 (V 1 60) und

220/221 (V 200), noch mit grünen Personenzügen

aus Dreiachsern (3yg), Vierachsern (4yg) bzw. den

Eilzügen Basel – Lindau aus den ebenfalls grünen

26,4-Meter-Schnellzug-Abteilwagen.

Als ich dann ab der 5. Klasse 1 975 ins Gymnasium

nach Säckingen (das spätere Bad Säckingen)

musste, brachte mich die Eisenbahn zur Schule

und wieder nach Hause. Vermutlich in dieser Zeit

begann die Diesellok der Reihe 21 8 zu meiner

LOKMagazin 12 | 2014

Lieblingslok zu werden – und ist es bis heute geblieben.

Völlig fasziniert schaute und hörte ich zu,

wenn sie anfuhr und dabei mit pfeifendem Turbolader

ihre bullige Kraft demonstrierte. Etwas, was

die wesentlich kleinere und schwächere 21 2, die relativ

selten auch einmal zum Einsatz kam, nicht zu

leisten vermochte – klang es doch immer überfordert

und fast abgewürgt, wenn ein Exemplar dieser

Baureihe sich bemühte, den Nahverkehrszug in

Bewegung zu versetzen. Meistens bestand der aus

sechs der unbequemen und mächtig schüttelnden,

aber nicht kaputt zu bekommenden Umbau-Dreiachsern

oder vier der bereits deutlich ruhiger laufenden

Umbau-Vierachsern. Wie souverän und

leicht die selbe Übung mit einer 21 8 ablief ...

Ach ja: die alten Wagen!

Mit den Jahren kamen dann die „Silberlinge“ mit

Scheibenbremsen, die damals ganz neu waren und

völlig leise über die Schienen glitten. Plötzlich war

es so ruhig, ich fühlte mich im „Eilzugwagen-Paradies“,

wie ich es still und leise für mich nannte ...

55


FAHRZEUGE

Im Rahmen der „Schwarzwaldbahn-Tage“ begegnete unser Autor in Triberg zum ersten Mal der 218 105

und war völlig begeistert. Der TEE-Lack steht der Lok aber auch wirklich gut …

Matthias Bacher

Relativ schnell wurden die „Silberlinge“ dann

aber „klapprig“, kein Vergleich zur Dauerhaftigkeit

der alten 26,4-Meter-Schnellzug-Abteilwagen von

1 954. Übrigens: Sowohl die 3yg wie die 4yg als

auch die ersten „Silberlinge“ verfügten in der ers -

ten Klasse über einen fulminanten Sitzkomfort. Da

waren noch richtige Plüsch-Sessel eingebaut. Auch

die zweite Klasse hatte zwar klebrige Plastik-Bezüge,

aber immerhin Federkern-Polsterung (die bei

der Schüttelei der 3-Achser auch nötig waren). Sitz-

Komfort-Strukturen, die man heute meist vergeblich

sucht, obwohl ja gerade damals auch gespart

werden musste: Die Umbauwagen verdeutlichen ja

sehr einprägsam, dass gar kein Geld da war. Heute

wäre Geld in Massen vorhanden, aber es fließt in

die völlig falschen Kanäle!

Die V 200 nur am Rande erlebt

Die wirklich große Baureihe 220/221 blieb den

Eilzügen Basel – Lindau vorbehalten, welche in

Laufenburg immer nur durchdonnerten, mit

durchaus beeindruckend schwerem und tiefem

Ton. So richtig nahe gekommen bin ich dieser Baureihe

aber dann doch nie.

Dies war wohl auch deshalb so, weil sie – da

„auf Verschleiß“ gefahren in viel zu straffen Fahrplänen

der gerade abgelösten Dampfloks und wegen

ihrer zwei Motoren im Unterhalt extrem aufwendig

– relativ schnell wieder ausgemustert wurde.

Da war mir die 21 8 dann doch viel näher, die ja

auch stehen blieb, wieder anfuhr – und vor allem

fuhr ich mit.

Ein Lehrer nimmt die Eisenbahn durch!

Irgendwann in diesen ersten Jahren im Gymnasium

nahm einer der Lehrer mit uns die Eisenbahn

durch, samt Güterverkehr mit Frachtpapieren, die

wir auszufüllen lernten! Die Folge war, dass ich begann,

alle am Haus vorbeifahrenden Züge genau

zu protokollieren: welche Lok, welche Wagen und

wieviele; pünktlich oder zu spät. So wuchs mein

Interesse an der Eisenbahn stetig weiter.

Diese Aufzeichnungen sind heute leider unauffindbar.

Was davon noch übrig ist, sind meine Erinnerungen

an die damals verkehrenden Loktypen

sowie die Personenwagen in grün, blau und im

Pop-Design der 1 970er-Jahre sowie später in ozeanblau-beige.

Auch die grünen Behelfs-Packwagen

MD4is, welche ein wenig wie ein Bretterverschlag

aussahen, aber immerhin über Drehgestelle verfügten,

gefielen mir sehr gut, vor allem in Kombination

mit den „Silberlingen“.

56


LIEBLINGSBAUREIHE 218

DIE 218 IST SEINE ABSOLUTE FAVORITIN

Matthias Bacher, Jahrgang 1965, ist

aufgewachsen an der Hochrheinbahn.

Direkt neben den Gleisen am Bahnhof

Laufenburg (Baden) Ost wurde ihm

das Eisenbahn-Virus schon früh

eingepflanzt – und bekannterweise ist

es ja unheilbar. So nahm die Sache

ihren Lauf. Er wurde zwar nicht

Eisenbahner, aber Eisenbahn-Fan! So

oft es geht, reist er mit dem Zug.

Seine absolute Vorliebe gilt den

lokbespannten Personenzügen mit

ihren Lokomotiven und Wagen ab

Epoche III bis heute und der guten

alten mechanischen Technik.

1991 zog er um ins Bahnland Schweiz

an den Vierwaldstättersee und damit

an die Nordzufahrt zur welt berühm -

ten Gotthardbahn. 1998 folgte ein

weiterer Umzug innerhalb der

Eidgenossenschaft an den Thunersee

und damit an die Nordzufahrt zur

Lötschberg-Simplon-Achse.

Beruflich hat er nichts mit der

Eisenbahn zu tun – dennoch begegnet

er ihr nahezu jeden Tag, da er – wie

früher zur Schule – heute damit zur

Arbeit fährt. Das alles auch

fotografisch zu dokumentieren,

Ein Traum wurde war: Matthias Bacher in der 218 105

passiert jedoch erst seit 2008. Derzeit

ist Matthias Bacher dabei, all seine

Eisenbahnerlebnisse zu Papier zu

bringen. Selbstverständlich gibt es auch

eine Modellbahn. Lange Zeit war das

die alte 12-V-LEGO-Eisenbahn mit

Signalen und elektrischen Weichen,

seit 16 Jahren ist es Spur N.

Im Sommer 2007 fuhren Kemptener 218 Umleiterzüge ins österreichische Vils, darunter auch die 218 199.

Hier passiert sie am 6. August 2007 gerade die Grenze bei Pfronten-Steinach

Felix Löffelholz

LOKMagazin 12 | 2014

57


FAHRZEUGE

2009 durchfährt ein Zug mit Tunnelaushubmaterial Wilchingen-Hallau (CH) an der Hochrheinstrecke

Die im Text erwähnte 218 409 mit einem IRE bei Nonnenhorn am Bodensee (27. Juli 2013) Felix Löffelholz (2)

58


LIEBLINGSBAUREIHE 218

Drei der 21 8er, welche mich immer wieder zur

Schule oder zurück brachten, sind in dieser Erinnerung

ebenfalls noch präsent: Da ist zunächst die

21 8 286 (ausgemustert 2004), welche mit dem

Versuchsanstrich für das spätere orientrote Farbschema

einfach auffällig war, dann die 21 8 282

(ausgemustert 2006) und die 21 8 1 57, welche 2005

an DB-Autozug nach Niebüll (Sylt-Shuttle) umstationiert

wurde und dort mit Baujahr 1 971 auch

201 3 noch immer in Betrieb stand! Leider fehlt sie

nun in der Bestandsliste von 201 4.

Fargebung ist Geschmackssache

Der orientrote Anstrich mit dem Lätzchen gefiel

mir ganz besonders gut, wesentlich besser als purpurrot

oder ozeanblau-beige oder das aktuelle Verkehrsrot

mit dem weißen Balken. Interessanterweise

ist gerade dieser orientrote Anstrich bei

vielen Fans verpönt – ich weiß nicht warum. Ob

orientrot oder verkehrsrot spielt hierbei für mich

nicht die wesentliche Rolle; es ist das Lätzchen,

was der 21 8 einfach besonders gut zu Gesicht

stand.

Wesentlicher Punkt beider Schemata ist die seitlich

versetzt angebrachte Loknummer, welche das

absolut zeitlose Design dieser Maschinen phantastisch

unterstreicht. Nach meinen Unterlagen

blieb leider keine „Lätzchen-21 8“ erhalten; „meine“

21 8 1 57 behielt es jedoch äußerst lange.

Bemerkenswert waren auch zwei Zwischenfälle

aus dieser Zeit. Mein „Schulzug“ hatte mich gerade

nach Hause entlassen, als der überholende Eilzug

Basel – Lindau überraschend hielt, es gab ein

Problem mit der 221 und es sollte getauscht werden

(so etwas gab es damals noch; von wegen

„falscher“ Geschäftsbereich). So fuhren beide Loks

auf die Weiche zu und fuhren sich derart in die

Flanken, dass eine entgleiste und die Gleise ganz

grausam verbogen wurden. Es hat mich als kleiner

Junge sehr beeindruckt, wie da 79 Tonnen einfach

so zur Seite gewuchtet wurden.

Beim anderen Vorfall hatten Lausbuben auf der

langen Geraden zwischen Hauenstein und Laufenburg

Ost Betonplatten auf das Gleis gelegt, was

den Tank der darüberfahrenden Diesellok aufriss

und diese dann tropfend bei uns vor dem Haus

stand.

Traum aller Jungs: Garten am Gleis

Dadurch, dass unser Garten direkt an den Bahndamm

grenzte und das Gebüsch dort unten bei der

riesigen Magnolie für mich Abenteuer-Spielplatz

pur war, wo Aussichts- und Unterstandplätze eingerichtet

wurden und sich zum Bahndamm durch-

Harten Winterdienst hatte die 218 458 am 30. Januar 2010 auf der Außerfernbahn Kempten – Reutte in

Tirol zu leisten, aufgenommen im Bahnhof Jodbad-Sulzbrunn

Felix Löffelholz

LOKMagazin 12 | 2014

59


FAHRZEUGE

Die Ulmer 218 439 beim

nächtlichen Tankstopp im heimat -

lichen Betriebshof im Jahr 2009

Franz Moosbrugger

60


LIEBLINGSBAUREIHE 218

gearbeitet wurde, war ich natürlich immer ganz

nahe dran am Geschehen auf den Gleisen, beim

Bahnübergang und bei den Flügel-Signalen. Noch

heute liebe ich es, auch außerhalb von Bahnhöfen

ganz nahe am Gleis die Züge zu beobachten ...

Zum Fahrplanwechsel 201 3/201 4 wurden mit

21 8 396 und 21 8 343 die letzten zwei 21 8er vom Betriebswerk

Haltingen und damit von der Hochrheinbahn

(meiner „Heimatbahn“) abgezogen,

nachdem dort 1 985 einmal bis zu 20 Stück stationiert

gewesen waren. 61 1 er, 628er und „Walfische“

der Reihe 641 übernahmen ihre Aufgaben.

21 8 343 wurde hierbei immerhin nur nach Ulm

umstationiert, so ist sie nicht ganz aus der Welt für

mich und ich bin ihr 201 4 in Lindau auch bereits

begegnet. 21 8 396 hingegen ist in Braunschweig

gelandet und fährt dort u. a. auch nach Bad Harzburg

mit der wunderschönen Formsignalbrücke.

Ein unverwüstliches Fahrzeug

Vieles ist gekommen und gegangen – meine Baureihe

21 8 jedoch ist noch immer da. Es ist schon erstaunlich:

Die in den 1 960er-Jahren entwickelten

und in einer Anzahl von ca. 400 Stück zwischen

1 971 und 1 979 gebauten Maschinen sind derart robust

und vor allem ausgereift, dass sie noch heute,

nach gut 40 Jahren, oftmals sogar mit dem ursprünglichen

Antriebsmotor, unverzichtbare und

zuverlässige Arbeitspferde sind. Entgegen aller Abstellungsgerüchte

erhalten aktuell immer wieder

Exemplare eine neue Hauptuntersuchung, in aller

Regel Vertreterinnen der 4. Bauserie, so z. B. die

Ulmer 21 8 409 mit TB-1 1 -Motor im März 201 4.

Manch ein sogenannt „modernes“ Erzeugnis der

Industrie von heute kann von derartigen Eckwerten

nicht einmal träumen – und kommt vor allem

nicht derart zeitlos elegant daher ...

Ulm und die schöne Donaubrücke

Regelmäßig fuhr ich in den 1 970er- und 1 980er-

Jahren auch mit dem Zug zu Tante Christel und

Onkel Rudi nach Neu-Ulm; von Laufenburg über

Schaffhausen, Singen, Radolfzell und Friedrichshafen

bis zum Ulmer Hauptbahnhof, wo die beiden

mich stets abholten. Natürlich war eine 21 8 an

all diesen Zügen, die aus „Silberlingen“ oder aus

den erwähnten 26,4-Meter-Abteilwagen bestanden.

Onkel Rudi zeigte mir den großen Bahnhof

von Ulm, erklärte die abzweigenden Strecken und

ich weiß gar nicht mehr, wie oft wir auf der schönen

Eisenbahnbrücke über die Donau standen, mit

Blick auf die Ulmer Altstadt und das Münster, geduldig

Zug um Zug beobachtend. Selbstverständlich

wurden dort auch Münzen „umgeprägt“ von

den schweren Lokomotiven.

Auch heute noch, wenn ich Tante Christel besuche,

ist ein Spaziergang über die Eisenbahnbrücke

fester Programmpunkt, um wie einst am Ulmer

Hauptbahnhof ausführlich Züge zu beobachten.

Die wunderschöne Brücke jedoch ist leider in der

LOKMagazin 12 | 2014

Lokführer Tobias Nöser fuhr am 29. Juli 2009 einen

der letzten Einsätze der 218 260 Felix Löffelholz

Zwischenzeit mit extrem hohen Schallschutzwänden

völlig verschandelt worden, von den Zügen

sieht man da rein gar nichts mehr (nur noch das

Schleifstück am Stromabnehmer der Lok). Auch

aus den Zügen heraus ist der weit bekannte und

Klassische Silhouetten: In Hergatz pausierte die

218 490 am 19. November 2011 Felix Löffelholz

61


FAHRZEUGE

Die erwähnte 218 343 war lange in Haltingen stationiert, ehe sie nach Ulm kam. Hier durchfährt sie mit

einer weiteren 218 Günzach mit dem EC 1290 München – Zürich am 28. September 2014 Felix Löffelholz

vielleicht schönste Eisenbahnausblick in Deutschlands

Süden auf Donau und Ulmer Münster nun

nicht mehr möglich.

Zwangsläufig hat die Brücke für mich als Beobachtungsposten

ausgedient und ich begebe mich

direkt zum Ulmer Hauptbahnhof für meine Zugbeobachtungen,

wobei vor allem die ICE 1 von und

nach München und selbstverständlich „meine“

21 8er von und nach Friedrichshafen für mich von

Interesse sind. Manchmal bleibe ich auch auf der

Ulmer Seite direkt an der Donau, wo die zweigleisige

Dieselstrecke der Südbahn nach Friedrichshafen,

in deren Verlauf sich übrigens auch 201 4 noch

diverse Flügelsignale finden lassen, sehr gut beobachtet

werden kann.

Mit 218er-Doppeltraktion durch’s Allgäu

Meine Militärzeit 1 992 in Sonthofen im Allgäu

brachte ebenfalls regelmäßige Bahnreisen mit

sich, einmal mehr mit jeweils einer oder zwei Loks

der Baureihe 21 8 am Zug. Der Eilzug Basel – Lindau

bestand oft stilrein aus vier ozeanblau-cremefarbenen

Abteilwagen, bespannt mit der farblich

passenden 21 8.

Von der Hochrheinstrecke ging es auf die Bodenseegürtelbahn

mit teilweise enorm schönen

Abendstimmungen bei Ludwigshafen und Radolfzell.

In Lindau war Umsteigen angesagt auf den

EuroCity Zürich – München, welcher auf der wunderschönen

Allgäubahn von zwei 21 8ern in Doppeltraktion

bespannt war – auch 201 4 ist das noch

so – speziell auf der Steigung aus Lindau heraus

und weiter bis Oberstaufen ein unglaublicher Ohrenschmaus.

Ab Fahrplanwechsel 1 992/93 verkehrten

vorübergehend auch Haltinger 21 8 planmäßig

auf der Allgäubahn, sodass mir dort die

eine oder andere Maschine von der Hochrheinbahn

begegnete.

Da bleibt einem nur der ALEX

Die Wagen waren seinerzeit entweder deutsche

oder schweizerische UIC-Z-EuroCity-Wagen; in

den SBB-Garnituren lief manchmal sogar noch ein

grüner Bm-RIC-51 -UIC-Abteilwagen aus den

1 970er-Jahren mit (aus zolltechnischen Gründen

für Reisende nach Bregenz). Speziell im Winter ergaben

sich in der tief verschneiten Allgäu-Landschaft

manchmal fast unwirkliche Abendstimmungen

entlang der Geleise ...

Aus Zeitersparnisgründen – bahnbrechenden 1 5

Minuten – verkehren die EC Zürich – Lindau –

München heute in der Regel über Memmingen.

Man verpasst so den schönsten Teil der über

Kempten trassierten, zweigleisigen Allgäubahn.

62


Will man sich diesen Genuss weiterhin gönnen,

muss man den EC in Lindau verlassen und umsteigen

auf den ALEX, der dann in Immenstadt

noch mit dem Ast aus Oberstdorf (samt Speisewagen)

zur gemeinsamen Weiterfahrt nach München

vereinigt wird.

Lindau gehört für mich auch heute noch zu jenen

räumlich nicht ganz so sehr entfernten Orten,

an welchen ich „meine“ Baureihe 21 8 nach wie vor

noch genießen kann, mit Augen und Ohren – insbesondere

die Doppeltraktions-Ausfahrten vor EC-

Zügen der SBB in Richtung Allgäubahn nach

München oder dem aus ÖBB-Wagenmaterial gebildeten

IC Innsbruck – Münster, der zwischen

Lindau und Stuttgart mit 21 8er-Doppeltraktion bespannt

wird.

Pilgerreise in die 218-Hochburg Mühldorf

Es hatte etwas von einer Pilgerfahrt – ähnlich wie

2005 ins Dampflok-Mekka Meiningen: die Reise

im April 201 4 von Thun über Bern – Zürich – Lindau

– München nach Mühldorf (Oberbayern), ins

Reich der Südostbayern-Bahn (SOB), die dort eines

der derzeit noch größten 21 8er-Betriebswerke unterhält.

Eine stattliche Anzahl meiner heiß geliebten

21 8er durfte ich dort sehen und hören, vorwiegend

mit dem klangstarken TB-1 1 motorisiert. Auch

lernte ich eine für mich neue, sehr beeindruckende

Diesel-Lok kennen: die riesige sechsachsige „Class

77“ (Reihe 247), die in der Region lange Kesselwagenzüge

bespannt und einen der 21 8 mit TB-1 1

durchaus ebenbürtigen Sound erzeugt, Turbolader-

Pfeifen inklusive.

Dank an Lokführer Seligmann

Absoluter Höhepunkt war jedoch eine Führung

durch die „heiligen Hallen“ der SOB: spontan durfte

ich da hinein und sogar eine 21 8 von innen anschauen

(es war die 21 8 404, Baujahr 1 976 von

Krupp mit TB-1 1 n). Lokführer Seligmann machte

das möglich – war ich selig, Mann!

Draußen standen unter anderem „meine“ (=

von meiner Modellbahn) 21 8 498 und 21 8 356 (dabei

die „356“ leider schadhaft mit Brandschaden

am Motor, ganz aktuell vom Wochenende des

1 2./1 3. April 201 4) und vor dem Depot zu Gast die

21 8 249 aus Karlsruhe, die ich im Herbst 201 3 im

Bauzugeinsatz in Erzingen gesehen hatte. Auch

21 8 405, deren Lokführer im Februar 201 4 in Lindau

eine so klangkräftige Anfahrt hingelegt hatte,

war mal wieder daheim.

Leider fand sich in einer Ecke des Geländes

auch die potentielle Nachfolgerin für all diese

Herrlichkeit in Gestalt der immerhin formschönen

245 008, der neu entwickelten Dieselversion der

Reihe 1 45/1 85, die bereits ab Sommer 201 4 diverse

21 8er-Umläufe übernommen hat. So war ich gerade

noch rechtzeitig, um noch möglichst viele 21 8er

in Aktion erleben zu dürfen. Matthias Bacher

LOKMagazin 12 | 2014

GeraMond Verlag GmbH, Infanteriestraße 11a, 80797 München

LIEBLINGSBAUREIHE 218

Alle Hersteller,

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63


FAHRZEUGE

Solch eine Begegnung funktioniert natürlich nur mit etwas Regie: Das ist die Brücke der Werkbahn über

die Strecke Magdeburg – Güsten, oben ist die Werklok Nummer 2 im Einsatz (29. März 2014) Markus Behrla

GRUBENLOK EL 12

Pro Umlauf 160

Tonnen Rohstein

SODAWERK STASSFURT Eine 600-

Millimeter-Werkbahn mit elektrischen

Loks fährt für die Chemieindustrie

D

as zur polnischen Ciech-Gruppe gehörende

Sodawerk in Staßfurt in Sachsen-Anhalt ist

ein auf die Herstellung von Ammoniak-

Soda und Natron spezialisiertes Chemieunternehmen.

In Staßfurt werden seit über 1 30 Jahren die

Kalk stein- und Steinsalzvorkommen aus dem Umland

zu hochwertigen Chemikalien weiter verarbeitet.

Von der Glasherstellung über die Seifenund

Waschmittelproduktion bis hin zum Backpulver

reicht das Einsatzspektrum der im Staßfurter

Werk erzeugten Produkte.

Für die Bedienung des normalspurigen Werkbahnnetzes

mit Anschluss an den Bahnhof in

Staßfurt werden V 60 (DR) vorgehalten. Am Tagebau,

an der Straße auf halber Strecke zwischen

Staßfurt und Förderstedt gelegen, hat die von der

Löderburger Baustoff- und Transport GmbH betriebene

rund 3,5 Kilometer lange Feldbahn ihren

Ausgangspunkt. Auf dem dortigen Gelände befindet

sich auch der geräumige Lokschuppen mit

Werkstatt, in dem insgesamt sechs Lokomotiven

des LEW-Typs EL 1 2 zu Hause sind.

Der gewonnene Kalkstein wird über Brecher

zerkleinert und in einem großen Verladebunker

zwischengelagert. Die zwei für den täglichen Betrieb

benötigten Maschinen pendeln mit jeweils

vier grünen vierachsigen Drehgestell-Loren vom

Verladebunker ins Werk und befördern pro Umlauf

rund 1 60 Tonnen Gestein.

Gut zu fotografieren

Wegen fehlenden Ausweichmöglichkeiten auf der

Strecke sind nacheinander je zwei Vollzüge ins

Werk und die Leerzüge zurück zum Bunker unterwegs.

Schöne Motive für Eisenbahnfotografen gibt

es mehrere an der in weiten Teilen problemlos zugänglichen

Strecke. Besonders schön ist die

Brücke über die DB-Linie von Güsten über Staßfurt

nach Magdeburg. Von dort geht es weiter nach

Südwesten und an einer unbefestigten Straße entlang

erreicht die Werkbahn den Bahnübergang an

der Thomas-Müntzer-Straße im Stadtgebiet von

Staßfurt, bevor das Gelände des Sodawerks berührt

wird.

Markus Behrla

64


GRUBENLOK EL 12

Dieses Foto wurde am Verladebunker aufgenommen. Jeweils vier Wagen bilden einen Zug. Die Lok 1 wird

mit dem ganzen Zug langsam unter der Schüttvorrichtung durchgezogen

Markus Behrla

EL 12: IHRE TECHNIK GANZ KURZ

nsgesamt 36 Exemplare des Typs

IEL 12 baute der VEB Lokomotivbau-

Elektrotechnische Werke Hennigsdorf

zwischen 1951 und 1962 für Käufer in

der DDR und UdSSR. Einige der Loks

arbeiten heute noch, und zwar in

Staßfurt (Sachsen-Anhalt).

Etwas eigenartig sehen sie aus, die

der Hersteller als Grubenlokomotiven

bezeichnete. Sie fahren über Tage und

teilweise neben einer Landstraße. Der

Lokomotivführer regelt die Schüttung

auf die Wagen, während eine

Spillanlage den Vier-Wagen-Zug unter

der Fallöffnung vorbeizieht. Man

muss nicht lange warten, es ist mit

zwei Zügen und kurzen Pausen immer

Bewegung auf dem Gleis.

An den Lokomotiven musste etwas

gewerkelt werden, denn nicht alle

Details entsprechen den Hennigs -

dorfer Werksskizzen. Der Aufsatz für

den Stromabnehmer ist für eine

Gruben lok mit niedrig hängendem

Fahrdraht gedacht. Die Einfach -

fahrleitung in Förderstedt/Staßfurt

muss jedoch auch Straßenfahrzeuge

passieren lassen und hängt dem

entsprechend hoch. Deshalb wurde ein

Aufsatz montiert, der die kurzen

Lokomotiven noch skurriler aussehen

lässt.

Die Fahrzeuge der Achsfolge Bo mit der

Spurweite von 600 Millimeter haben

eine Länge von 5.500 Millimeter und

einen Radstand von 1.600 Millimeter.

Die Höchstgeschwindigkeit ist mit

25 km/h ausgewiesen. REINER PREUß (=)

Zeichnung Slg. RP

LOKMagazin 12 | 2014

65


FAHRZEUGE

BAUREIHE 132

Strom nach Sowjet-Norm

EIN FAHRZEUG-ELEKTRIKER BERICHTET Statt zu elektrifizieren, setzte die DR

auf Diesel-Elektrik aus der Sowjetunion. Strom fließt in jedem Land der Welt

gleich. Doch oft nicht so, wie man will. Wolfgang Dittrich weiß ein Lied davon …

I

ch bin seit 1 975 bei der Eisenbahn, habe von

1 975 bis 1 977 im Bw Karl-Marx-Stadt, Betriebsteil

Hilbersdorf, Triebfahrzeug-Elektriker gelernt

und war als solcher bis 1 991 dort beschäftigt.

Unser Bestand setzte sich in der Mitte der 1 970er-

Jahre aus Loks der Baureihen 50, 1 20, 1 31 und 1 32

zusammen. Viel Erfahrung sammelte ich an der

66

Baureihe 1 32. Bis 1 992 waren von ihr ständig zwischen

20 und 26 Maschinen im Bw Karl-Marx-

Stadt beheimatet.

Alles in allem waren die Loks robust und bei ordentlicher

Wartung auch wenig störanfällig. Dazu

trugen auch die ca. 200 (!) Änderungsmitteilungen

bei, die im Lauf der Jahre herausgegeben und rea-


BAUREIHE 132

132: VERSCHIEDENE SCHALTPLÄNE

132 001 – 064

132 065 – 380

132 381 – 485

132 486 – 520

132 521 – 600

132 601 – 703

ür diese sechs Nummerngruppen

Fder Baureihe 132 gab es bei der

Deutschen Reichsbahn unter -

schiedliche Schaltpläne, die auf den in

der UdSSR gültigen GOST-Norm

basierten.

auf diese Weise mit etlichen Störungen zu tun und

konnte sie fast immer beseitigten.

Das raubte aber außer Zeit mitunter auch Nerven,

besonders dann, wenn die Störung ungenau

beschrieben war. Bei manchen Fehlern ließ sich

durch die Erfahrung die Ursache erahnen, andere

wiederum waren Unikate. Am schlimmsten waren

die „Manchmal“-Fehler, weil sie bei der Suche im

Stand meist nicht auftraten. Um sie zu finden,

musste ein Elektriker bei einer Planleistung mitfahren.

Ärger mit der 132 638

Von zwei Fehlern der „Kategorie Unikat“ will ich

hier berichten: Eines Tages, es war Anfang 1 986,

kam die 1 32 638 geschleppt im Bw an. Der Eintrag

im Reparaturbuch lautete: „Fahrkreis wird nicht

aufgebaut. Zuglaufstörung!“ Ich befragte den Lokführer,

was er außerdem bemerkt hätte. Er antwortete

mir: „Als ich in Riesa vom D 573 wegfahren

wollte, trat der Fehler zum ersten Mal auf. Damit

sich das Umspannen nicht verzögerte, setzte die

Vor 30 Jahren war das ein alltäglicher Dienst: Die

Lok 132 009 am 16. Oktober 1984 auf Bergfahrt

unterhalb der Eisenacher Wartburg Rudolf Heym

lisiert wurden. Die Elektrik der Lokomotiven war

zwar kompliziert, aber nicht störanfälliger als bei

anderen Baureihen. Für die unterschiedlichen Ausführungen

gab es sechs verschiedene Schaltplanvarianten

nach GOST-Norm – GOssudarstwenny

STandard. Das war die sowjetische bzw. russische

Normenbestimmung vom Hersteller (siehe Kasten

rechts). Die Pläne mussten abhängig von der Betriebsnummer

verwendet werden, sonst führte

eine Fehlersuche eventuell in die Irre. Es gab auch

einen Schaltplan nach TGL-Norm, aber er enthielt

so viele Fehler, dass er faktisch unbenutzbar war.

Wenn die Loks auch alle vom selben Hersteller

und nach dem selben Zeichnungssatz gebaut worden

waren, hatte doch jede von ihnen ihre Eigenarten,

was sich zusätzlich bei der Fehlersuche bemerkbar

machte. Im Lauf der Jahre bekam ich es

LOKMagazin 12 | 2014

Es gab auch einen Schaltplan

nach TGL-Norm, aber er enthielt so

viele Fehler, dass er faktisch

unbenutzbar war.

übernehmende Ellok der Baureihe 243 meine Lok

um. Nach etwa fünf Metern gab es einen Ruck,

dann standen wir wieder. Der Lokführer der 243

meinte, ich solle die Zusatzbremse lösen, aber sie

war gelöst. Beim nächsten Anfahren musste die

243 einiges an Leistung aufbieten, um meine Lok

umzusetzen. Danach versuchte ich, den Fehler einzugrenzen

und stellte fest, dass die Fahrmotortrennschütze

trotz Fahrschalter in Nullstellung eingeschaltet

waren. Beim Auslegen des LSS A3

(Steuerung Erregung) schalteten sie ab.

Der nächste Fahrversuch war erfolgreich, aber

beim Abschalten blieben die Trennschütze wieder

dran. Nach dieser Schilderung war mir klar, wieso

die Lok nur so schwer geschleppt werden konnte.

Bleiben die Trennschütze eingeschaltet, entsteht

die Wirkung einer Kurzschlussbremse, weil

Gleichstrom-Reihenschlussmotoren durch den

Restmagnetismus Energie erzeugen. Das war auch

dem Lokführer verständlich. Um zu ermitteln,

weshalb die Trennschütze den Schaltbefehlen

67


FAHRZEUGE

Fahrt in leichtem Gefälle: Der Personenzug Bad Brambach – Plauen ober Bahnhof – Zwickau mit der gut

gepflegten 132 626 am 19. September 1985 bei Rebersreuth im Vogtland

Rudolf Heym

In der Arbeitsgrube unter der 132 375: Links hinter

dem Radsatz der Fahrmotor 1

Wolfgang Dittrich

nicht folgten, baute ich die Hilfsschaltung auf, mit

der es möglich ist, die Fahrsteuerung ohne Dieselmotor

zu prüfen, und schaltete von Fahrstufe 0

nach 1 und zurück. Der Fehler war noch vorhanden.

Nun suchte ich im Schaltplan die entsprechenden

Positionen und testete mit einer einfachen

Prüflampe, bis zu welcher der Pluspol anlag. An

einer Stelle, an der normalerweise schon Minuspotential

anliegt, war jedoch noch Pluspotential vorhanden.

Dadurch blieben die Fahrmotortrennschütze

angesteuert. Die Ursache war ein abgebrochener

Kabelschuh. Er wurde durch die vier mit

ihm an einem Magnetventil angeschlossenen Kabelschuhe

gehalten, gab aber keinen Kontakt mehr.

Nachdem er ersetzt war, funktionierte die

Fahrsteuerung wieder. Kleine Ursache – erstaunliche

Wirkung!

Fehler erst bei Betriebstemperatur

Eine weitere komplizierte Fehlersuche bescherte

mir 1 32 569. Sie war beinahe täglicher Gast in der

Werkstatt, weil die Zentrale Elektrische Energieversorgung

(ZEV) immer wieder vom Symmetrie-

Überwachungsgerät abgeschaltet wurde. Mitunter

musste auf nur 70 Kilometer Fahrt (Riesa – Chemnitz)

bis zu 40 mal wieder eingeschaltet werden!

Das ging den Lokführern natürlich mächtig auf die

Nerven.

Mehrere meiner Kollegen hatten sich schon an

dieser Lok versucht, aber keinen konkreten Fehler

gefunden. Beim ersten Test am Heizprüfstand trat

der Fehler nicht auf. Um den realen Betriebszustand

(Erwärmung des Heizumrichters) nachzubilden,

erhöhte ich die Leistungsaufnahme des

Wasserwiderstandes bis ca. 300 kW und wartete

auf das Auftreten des Fehlers.

Dabei beobachtete ich die Messgeräte für

Gleichspannungsanteile und Frequenz sowie den

Oszillographen. Nach ca. zehn Minuten erschien

68


BAUREIHE 132

Fahrt in leichter Steigung mit ordentlicher Last: Sandzug im Muldental bei Narsdorf am 23. April 1982: An

der Spitze qualmt die 132 575, hinten schiebt – mit weniger Dreck – die 50 3523

Detlef Winkler

auf dem Oszillographenbild ein Einschnitt in der

positiven Halbwelle, der Gleichspannungsanteil

lag bei 30 V und die ZEV wurde abgeschaltet.

Jetzt musste es schnell gehen. Zu diesem Zweck

hatten mein Kollege und ich schon vor dem Test

neben dem Heizumrichter einen weiteren Oszillographen

betriebsbereit aufgestellt. Nachdem die

Umrichtersteuerung mittels Hilfsschaltung in Betrieb

genommen war, prüften wir, ob die Thyristoren

die Zündimpulse aufnahmen. Der fünfte und

der siebente taten dies nicht, weil die Gate-Anschlüsse

(Press hülse) lose waren. Nachdem wir sie

angelötet hatten, waren die Messwerte beim nächsten

Test wieder in Ordnung. Die Erfahrung aus

dieser Fehlersuche: Gründlich tes ten, weil viele

Fehler erst bei Betriebstemperatur auftreten.

Dreieck, weil etliche Fahrmotorschäden auf ihr

Konto gingen. Wurde diese Stelle mit einer Geschwindigkeit

von 1 20 km/h in Fahrstufe 1 5 befahren,

sprach oft das Erdschlussrelais an. Was genau

in den Fahrmotoren ablief, lässt sich nur vermuten.

Ich halte es für möglich, dass die Motoren an

dieser Stelle durch starkes Einfedern des Radsatzes

einen Schlag erhielten, der die Schleifkohlen kurzzeitig

vom Kommutator trennte. Dadurch entsteht

bei ca. 600 V ein Lichtbogen. War ein Erdschluss

aufgetreten, mussten die Lokführer den betroffe-

Die Kreideanschrift am Luftschacht gibt den

Peilstand des Motoröls wieder Wolfgang Dittrich

Das Bermuda-Dreieck von Seerhausen

Ein weiteres Kapitel sind durch Spannungsüberschlag

beschädigte Fahrmotoren vom Typ ED 1 1 8.

Ende der 1 980er-Jahre traten diese sehr häufig auf.

Allein im Bw Karl-Marx-Stadt-Hilbersdorf mussten

1 988 insgesamt 88 Fahrmotoren deswegen ausgewechselt

werden. Dafür gab es mehrere Ursachen.

Eine war die aus Kostengründen nicht ausgeführte

Neuisolierung.

Eine andere bestand in einer Stelle mit schlechter

Gleislage zwischen den Bahnhöfen Riesa und

Seerhausen. Die Lokführer nannten sie Bermuda-

LOKMagazin 12 | 2014

69


FAHRZEUGE

Die 132 033 war unter Wolfgang Dittrichs Fittichen.

Das Bild zeigt ihre Ausfahrt aus Riesa in Richtung

Karl-Marx-Stadt am 20. Dezember 1978 Rudolf Heym

nen Fahrmotor ermitteln und ausschalten. Wurde

die Lok zur Reparatur abgestellt, schauten wir Elektriker

uns zuerst die Shuntierungsschütze (Feldschwächung)

an. Dort war in der Regel ein Kontaktpaar

durch Einbrand beschädigt. An der

Einerstelle der Kabelnummer ließ sich der Fahrmotor

zuordnen. Dieser wurde dann besichtigt,

Die im Text erwähnte 131 011 hatte ein ausgesprochen

ruppiges Anfahrverhalten

Ralph Lüderitz

was meist ein schlimmer Anblick war: Der Kommutator

stumpf und schwarz verfärbt, die Lackierung

innen am Gehäuse beschädigt, die Bürstenhalter

mit Schmelzperlen übersät.

Fanden wir nun noch Brandlöcher in den Wicklungsbandagen,

musste der Fahrmotor auf jeden

Fall getauscht werden. Das bedeutete für sechs

Leute zwei Tage Arbeit an der Vierspindel-Achssenke!

Waren die beschriebenen Überschlagsspuren

nicht stark ausgeprägt, wurde der Fahrmotor

aufgearbeitet.

Das lief folgendermaßen ab: alte Bürstenhalter

ausbauen, Motor innen reinigen, Kommutator abschmirgeln,

Motor mit Druckluft ausblasen, mit

Schellack streichen (so weit zugänglich), neue Bürs

tenhalter und neue Schleifkohlen einbauen,

Schleifkohlen einschleifen und Isolationswert

messen. Lag dieser bei drei Mega-Ohm oder höher,

überstand der Fahrmotor etliche weitere Kilometer.

Vom Fahrmotor 3 von 1 32 033 weiß ich, dass er

nach solch einer Aufarbeitung noch 33.000 Kilometer

in Betrieb war. Dann wurde die Lok zur

Hauptuntersuchung V 6 in das Raw Cottbus gebracht.

Kabel an der 131 – eine Schufterei!

Im Bw Karl-Marx-Stadt-Hilbersdorf wurde Anfang

der 1 980er-Jahre eine Spurkranz-Schweißanlage

errichtet. Zweck dieser Anlage war es, durch Aufschweißen

der Spurkränze die Nutzungsdauer der

Radreifen zu verlängern. Dazu wurden die Drehgestelle

von der Lok abgebaut, die Radreifen mit

Gasbrennern vorgewärmt, unter Pulver aufgeschweißt

und mit einer Unterflur-Radsatzdrehmaschine

auf Maß gebracht. Loks mit Kegelringfederantrieb

(Baureihen 1 43 und 1 55) konnten nicht

bearbeitet werden.

Zum Aus- und Einbau der Drehgestelle wurden

oft Leute aus dem Bereich TU (zu dem auch ich

gehörte) mit herangezogen. So kam ich in den „Genuss“,

an Loks der Baureihe 1 31 Fahrmotoren abbzw.

anzuklemmen. Die Schwierigkeit bestand

darin, dass bei diesen Maschinen die vier Kabel

(Fläche je 1 85 mm 2 ) pro Fahrmotor an einer Stelle

aus dem Lokkasten geführt sind (bei der Baureihe

1 32 sind es zwei Stellen).

Das Abklemmen war noch einigermaßen machbar,

beim Anklemmen wären zwei Hände mehr

nötig gewesen. Die Kabel mussten nämlich mittels

Schellen und Ketten abgefangen werden, damit sie

nirgends scheuern. Nach Abschluss dieser Arbeit

waren wir immer mehr als schmutzig.

Zum Schluss musste die Drehrichtung der

Fahrmotoren geprüft werden. Dazu wurde die Lok

in Betrieb genommen und mit jedem Fahrmotor

einzeln verfahren. War alles in Ordnung, konnte

die Lok außerhalb der Anlage auf die Abholung

warten.

Weil ich eine Fahrberechtigung hatte, erledigte

ich öfter dieses Umsetzen. Die Loks der Baureihe

70


BAUREIHE 132

Die 132 444 am 27. Mai 1990 an der Blockstelle Leinakanal zwischen Fröttstädt und Gotha

Rudolf Heym

1 31 haben ein ausgesprochen ruppiges Anfahrverhalten.

Das ist zum einen durch das Übersetzungsverhältnis

der Fahrmotoren für 1 00 km/h bedingt,

zum anderen liegt es an der Grunderregung

des Traktionsgenerators. Dieser speist bei der 1 31

auch die Drehstrom-Lüftermotoren und erzeugt

schon bei Leerlauf des Dieselmotors (320 min-1 )

eine Spannung von 1 40 V. Der Lokführer, der bei

einer Anfahrt mit Zug nicht vor dem Schalten in

Fahrstufe 1 die Zusatzbremse anlegte, provozierte

eine Zugtrennung.

Besonders unangenehm ist mir 1 31 01 1 vom Bw

Weißenfels in Erinnerung geblieben. Ich hatte den

Auftrag, die Lok aus der Schweißanlage zu ihrem

Abstellplatz am Lokschuppen 1 umzusetzen. Der

Motor war schon in Betrieb, also konnte es gleich

losgehen. Ich legte die Zusatzbremse mit 1 ,5 bar an

und schaltete in Fahrstufe 1 . Sofort wurden 3,5 kA

Fahrstrom angezeigt. Als ich die Zusatzbremse um

0,5 bar gelöst hatte, war im Nu die Mitte der Drehscheibe

erreicht. Ich schaltete die Leistung ab, die

Maschine blieb stehen.

Weiterfahren war mir zu gefährlich, ich fuhr

von der Drehscheibe wieder herunter und startete

einen neuen Versuch. Diesmal ließ ich die Leis -

tung zugeschaltet und regelte mit der Zusatzbremse.

Das funktionierte. Bei der Fahrt von der Drehscheibe

war dieses Spiel nochmals nötig.

Wolfgang Dittrich

LOKMagazin 12 | 2014

DAS BUCH ZUM THEMA:

Sven Bürgel, Michael Dostal

Baureihen 230 – 242

Die Ludmilla-Familie: alle Varianten

Bekannt ist sie als

„Ludmilla“, weil sie im

sowjetischen Lugansk

gefertigt wurde: die

Diesellokomotive der

Baureihe V 300. Einst

nur für die Deutsche

Reichsbahn unter -

wegs, findet sich die

Baureihe seit vielen

Jahren auch im

Westen der Republik.

Die Bahnexperten

Sven Bürgel und

Michael Dostal

präsentieren Ihnen die

beliebte Lok in allen

Facetten und Varianten: kompetent geschrieben, attraktiv

illustriert und mit vielen technischen Zeichnungen.

160 Seiten, ca. 180 Abbildungen, 19,3 x 26,1 cm,

Hardcover, 29,99 Euro

ISBN-13: 978-3-95613-004-5

71


FAHRZEUGE

Blau steht ihr gut! Das Design der neuen Bahnland-Bayern-Lok wurde an das ihrer Vorgängerin angelehnt

und verfeinert. Charakteristisch wiederum die beiden unterschiedlich gestalteten Seiten Uwe Miethe (3)

WERBELOK 146 246

Zeit für Dich

VON MAXL ZU TRAXXL Bayern hat

als „Bahnland“ nun eine neue Lok als

Botschafterin in blau-weißen Farben

I

n Bayern ist man bei der Bayerischen Eisenbahngesellschaft

(BEG), die den Regional- und

S-Bahn-Verkehr im Freistaat plant, finanziert

und kontrolliert, sehr stolz auf das gute Angebot

im Schienennahverkehr des Landes und bewirbt

dieses unter der Marke „Bahnland Bayern“.

Mit dem Slogan „Zeit für Dich“ auf weiß-blauem

Rautenmuster warb seit dem November 201 0

die 111 017 als erste Botschafterlok für das Bahn-

land Bayern. Sie wurde später auf den Namen

„Maxl“ getauft. Maxl sollte eigentlich nur ein Jahr

lang in dieser Beklebung fahren, am Ende wurden

daraus aber stolze vier Jahre.

Am 1 7. September 201 4 wurde nun im Nürnberger

Hauptbahnhof die Nachfolgerin der 111 017

als neue Bahnland-Bayern-Lok präsentiert: eine

moderne, in Nürnberg beheimatete TRAXX P 1 60

AC, die 1 46 246. Sie kommt seitdem auf den

Strecken Nürnberg – Würzburg – Frankfurt (Main)

und München – Passau zum Einsatz. Zur Präsentation

in Nürnberg zeigte sich neben der neu beklebten

1 46 246 auch noch einmal ihre Vorgängerin

111 017 in weiß-blau. Maxl übergab quasi den

Staffelstab an seine Nachfolgerin „Traxxl“.

In den Tagen nach der Ablösung wurden in

München die blau-weißen Folien von der 111 017

wieder entfernt. Seitdem fährt sie unauffällig in rot

bei DB Regio Oberbayern.

Uwe Miethe

72


WERBELOK 146 246

Routiniert verwandelten die Männer der Firma

DigiCut in drei Tagen die rote 146 246 in der DB

Regio Werkstatt Nürnberg mit Folien und Farbe in

die neue Botschafter-Lok des Bahnlandes Bayern

Drei Tage nach der Vorstellung: RE 4619 Frankfurt – Würzburg bei Aschaffenburg

LOKMagazin 12 | 2014

Michael Mann

73


GESCHICHTE

2003 wurde diese

herrliche Lokparade

aufgestellt

Eduard Saßmann

DER EISENBAHNKNOTEN SELZTHAL

Auf Moor erbaut, doch stabil

TREFFPUNKT FÜR HISTORISCHE EVENTS Die Heizhaus- und Bahnhofsanlagen

von Selzthal zählten seit jeher zu den bedeutendsten „Drehscheiben“ des Bahn -

betriebes in Österreich. Selzthal ist der Schnittpunkt von vier Hauptstrecken

74


DER EISENBAHNKNOTEN SELZTHAL

N

LOKMagazin 12 | 2014

achdem die Aktien-Gesellschaft der k. k. pr.

Kronprinz Rudolfs-Bahn (KRB) die „Concession

zum Baue und Betriebe einer an die

Kaiserin-Elisabeth-Westbahn (KEB) anschließenden

Eisenbahn von St.Valentin nach Villach nebst

Flügelbahnen“ erhalten hatte, begannen im Frühjahr

1 867 die Bauarbeiten.

Bereits am 1 5. August 1 868 konnte der erste Teil

der eingleisigen Bahn verbindung zwischen St. Valentin

(KEB) und Steyr und am 7. Oktober 1 869

der darauf folgende Abschnitt Steyr – Küpfern

eröffnet werden.

Der nächste Streckenteil von Küpfern nach Rottenmann

führte über Hieflau durch eine wildromantische,

jedoch unwegsame und „Gesäuse“ genannte

Landschaft, wo sich der Bahnbau in den

engen Felsenschluchten als äußerst schwierig erwies.

75


GESCHICHTE

Ansicht der Bahnanlagen von Selzthal im Jahr 1900, aufgenommen von der Westseite

Grössing/Slg. E. Saßmann

In Selzthal, einer kleinen bäuerlichen Ansiedlung

am Zusammenfluss der Enns und dem Paltenbach,

sollte in der billig erworbenen Moorlandschaft

ein Abzweigbahnhof zur bereits von der

KEB geplanten Strecke Bischofshofen – Selzthal

entstehen.

Kein stabiler Grund: Moor

Die Arbeiten gestalteten sich jedoch sehr aufwendig,

da die Festigung des sumpfigen Bodens erst

nach dem Setzen zahlreicher Holzpiloten und dem

Verlegen einer Schotterdecke gelang. In dieser ursprünglich

Selzthal-Liezen benannten Station waren

anfänglich nur einige Bahnhofsgleise sowie

ein zweigleisiges Heizhaus mit Wasserstation und

einige Dienstgebäude vorhanden.

Am 1 0. November 1 872 hatte die Kaiserin Elisabeth-Bahn

die Konzession für den Bau der eingleisigen

Strecke Bischofshofen – Selzthal erhalten

und im Jahr darauf begannen die Bauarbeiten. Die

vorhandenen Bahnanlagen in Selzthal wurden in

der Folge von beiden Bahnverwaltungen als Gemeinschaftsbahnhof

betrieben, wofür das Aufnahmegebäude

an der Westseite verlängert sowie eine

zusätzliche Heizhausanlage für die KEB errichtet

wurden. Am 6. August 1 875 wurde der Bahnbetrieb

nach Bischofshofen aufgenommen, damit

war Selzthal ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt

geworden.

Am 1 . Januar 1 890 übernahm der Staat die in finanzielle

Schwierigkeiten geratene KRB und wenige

Jahre später, am 24. Juni 1 884 aus demselben

Anlass auch die KEB. Da in diesem Bereich der

Monarchie die Nord-Süd-Verbindungen wesentlich

mehr Bedeutung als die Ost-West-Strecken besaßen,

versuchten die kaiserlich-königlichen österreichischen

Staatsbahnen (k.k.St.B.) aus wirtschaftlichen

Gründen, den Hauptverkehr nicht

mehr über die private (und damit konkurrierende)

k.k.priv. Südbahn-Gesellschaft (SB) abzuwickeln,

sondern über die nunmehr im Eigentum befindliche

ehemalige KRB.

Heizhaus wird erweitert

Das infolge dieser Maßnahme erheblich ansteigende

Verkehrsaufkommen erforderte in Selzthal

bald eine Erweiterung der Bahnhofs- und Heizhausanlagen.

Das Langheizhaus gegenüber dem

Aufnahmegebäude wurde 1 902 abgerissen, um

Platz für zusätzliche Gleise zu schaffen und als Ersatz

dafür am westlichen Bahnhofskopf ein achtständiger

Rundschuppen errichtet. Dieser erhielt

ab 1 907 noch weitere neun Lokstände.

Noch ein Bahnanschluss

Seit dem Jahr 1 869 bemühte sich auch Ober -

österreich um eine kürzere Bahnverbindung von

Linz nach dem Süden. Für die zwischen 1 901 und

1 906 gebaute Pyhrnbahn wurde die östliche Einfahrt

in Selzthal ab 1 905 neu trassiert und der

Bahnhof mit umfangreichen Erdaufschüttungen

für die Verlegung zusätzlicher Gleisanlagen erwei-

76


DER EISENBAHNKNOTEN SELZTHAL

Der Gleisplan des Bahnhofes und der Zugförderung mit dem Stand des Jahres 1970

ÖBB/Slg. E.Saßmann

Der nach dem Bombenangriff vom 1. April1945 schwer beschädigte Ringlokschuppen mit Lokomotiven

der Reihe 57.10-35. Das Aufräumen war wegen der Blindgänger überaus gefährlich Slg. Eduard Saßmann

LOKMagazin 12 | 2014

77


GESCHICHTE

Die Bekohlungsanlagen von Selzthal im Frühjahr 1969, rechts der Teudloff-Kohlenkran und die Hochbunkeranlage.

Die 52er hat Mischvorwärmer und Giesl-Saugzuganlage erhalten

Eduard Saßmann

tert. Am 20. August 1 906 konnte die nunmehr

vierte über Selzthal verlaufende Bahnlinie eröffnet

werden. Sie verband ab diesem Zeitpunkt auch

Böhmen und Prag auf schnellstem Wege mit dem

Hafen Triest und brachte eine neuerliche Steigerung

des Verkehrsaufkommens.

In den Jahren 1 91 0 – 1 91 3 erfolgte deshalb der

Bau eines neuen Insel-Bahnhofes. Im Fernverkehr

kreuzten sich hier die internationalen Schnellzüge

der Ost-West-Routen (Budapest/Wien – Schweiz –

Frankreich) mit denen der Nord-Süd-Relationen

(Berlin/Prag nach Italien/Triest).

Andere Verkehrsströme nach 1918

Nach dem Ende des Weltkrieges verlagerten sich

diese Verkehrsströme auf andere Strecken, die innerösterreichischen

Verbindungen

Graz – Salzburg/Innsbruck,

Wien – Bischofshofen und Linz

– Graz, welche über Selzthal

führten, behielten aber ihre Bedeutung.

Die Bahnhofs- und Zugförderungsanlagen

wurden auch in

den Zwischenkriegsjahren weiter

ergänzt und modernisiert. Im

Jahr 1 924 erhielt der Bahnhof

78

BESTAND JANUAR 1945

Baureihe

eine neue Sicherungsanlage, welche die Fahrdienstleitung

mit den sechs Stellwerken I bis VI

verband. Beim Ringlokschuppen ersetzte man

1 932 die Handdrehscheibe durch eine moderne 23-

Meter-Scheibe.

Nach Übernahme der BBÖ durch die Deutsche

Reichsbahn im Jahr 1 938 erfolgten in dem nunmehr

als Bahnbetriebswerk bezeichneten ehemaligen

Heizhaus Selzthal zahlreiche Verbesserungen

der Infrastruktur. Ab 1 942 wurde ein zweiter Kohlenkran

in Betrieb genommen und 1 943 wegen der

inzwischen eingesetzten Lokomotiven der Baureihe

52 die Lokstände 1 , 2, 3, 7, 8 und 9 in der Rotunde

verlängert.

Zu Beginn des Jahres 1 945 hatte der in Friedenszeiten

etwa 1 50 Köpfe umfassende Personalstand

des Bahnbetriebswerkes

Selzthal einen Höchststand mit

374 Bediensteten erreicht.

Stückzahl

52 10

57.2 12

75.7 2

86 8

92.22 4

Frieden und Wiederaufbau

Am 1 . April 1 945 wurden die

Bahnanlagen bombardiert, wobei

der Ringlokschuppen und elf Lokomotiven

schwer beschädigt

wurden. Einen guten Monat später,

am 1 1 . Mai 1 945 besetzte die


DER EISENBAHNKNOTEN SELZTHAL

Bei der Brennstoff-Versuchslok 52.4364 ist die besondere Ausführung des Messtenders 9793.130 mit der

linksseitig verschlossenen Kabine gut zu erkennen

Eduard Saßmann

Sowjetarmee die Stadt und die chaotische Lage

normalisierte sich langsam. Bereits am 20. Mai

1 945 konnte mit einem Zugpaar der Verkehr zwischen

Selzthal und St. Michael wieder aufgenommen

werden, und ab 3. September 1 945 verkehrten

auf allen von Selzthal ausgehenden Linien wieder

einige Züge.

Die stark beschädigten Heizhausanlagen wurden

in den folgenden Jahren wieder provisorisch

instandgesetzt. Im Januar 1 947 waren in der als

Zugförderungsleitung III eingestuften Dienststelle

267 Bedienstete beschäftig.

Mit 47 Loks ergab sich ein relativ

hoher Bestand, doch waren viele

von ihnen abgestellt. Die drei

MAV-Loks der Reihe 424 wurden

vorwiegend auf der Pyhrnstrecke

eingesetzt, aber schon Ende 1 947

an die Zfltg. Linz abgegeben.

Im Zuge der Neuorganisation

des Zugförderungswesens bei

den ÖBB wurde ab 1 . April 1 954

Selzthal zu einer Zugförderungsstelle

(Zfst.) abnormiert. Der

Dampflokbestand reduzierte

sich dabei von 38 auf 32 Maschinen,

die Anzahl der Bediensteten

BESTAND JANUAR 1947

Baureihe

von 322 auf 266. Ab dem 1 1 . Oktober 1 956 hielt

mit der Reihe 2060 erstmals die Dieseltraktion

Einzug.

Stückzahl

15 1

39 1

52 14

57 10

58 2

59 2

75 3

86 6

92 2

93 2

424 (MAV) 3

Weitere Elektrifizierungen

Nach Abzug der Besatzungstruppen im Jahr 1 955

konnte auch mit der Elektrifizierung weiterer

Strecken begonnen werden. Im Bahnhof Selzthal

gestaltete sich die Mastsetzungen sehr aufwendig,

denn es mussten wegen dem morastigen Untergrund

– wie zu Beginn des Eisenbahnzeitalters in

Selzthal – umfangreiche Pilotierungsarbeiten

vorgenommen

werden.

Aus Anlass der feierlichen

Eröffnung des elektrischen Betriebes

nach Bischofshofen traf

am 27. Mai 1 959 sogar ein Sonderzug

mit Ehrengästen der Regierung

in Selzthal ein. Trotz des

nun ansteigenden elektrischen

Betriebes erhielt die Zfst. Selzthal

noch im selben Jahr eine moderne

Hochbekohlungsanlage.

Ab dem 26. Mai 1 962 wurde

die als Brennstoff-Versuchslok

ausgerüstete 52.4364 (Krenau;

LOKMagazin 12 | 2014

79


GESCHICHTE

Am 3. März 1969 wird die 78.609 in Selzthal für ihre Rückfahrt nach Amstetten gewendet

Eduard Saßmann

1 496/ 1 944) in Selzthal beheimatet. Sie besaß am

Führerstand, in der Feuerbüchse und in der Rauchkammer

Messeinrichtungen, um die Qualität der

importierten Steinkohle zu testen und wurde in einem

speziellen Dienstplan mit ausgewählten

Stammpersonalen eingesetzt. Der mit einer Einrichtung

zum Wiegen ausgestattete Tender

9793.1 30 ermöglichte dabei die Feststellung der

FAHRZEUGBESTÄNDE 1960 – 2003

Reihe 1960 1965 1970 1975 1980 1985 1990 1995 2000 2003

52 18 21 12 – – – – – – –

152 1 1 – – – – – – – –

86 5 2 – – – – – – – –

989 1 4 – – – – – – – –

92 3 4 – – – – – – – –

2060 3 4 4 5 4 6 4 – – 2

2062 – – – – – – – 3 2 –

2067 – – – – – – – 1 2 2

1040 – – – – – – – – 11 3

1041 – – – – – – – – 5 4

1245 – – – – 5 5 5 11 – –

1161 – – – – 1 – – – – –

1063 – – – – – – – – 5 12

1067 – – – – – 2 2 – – –

1080 – – 1 6 4 6 3 – – –

4030 – – – – – – – – 5 4

80

verbrauchten Kohlenmengen. An Bahndienstfahrzeugen

waren damals neben einem Hilfszug auch

die Henschel-Schneeschleuder 986.1 02, der Klima-Schneepflug

985.205 sowie die fahrbare Vorheizanlage

01 .044 (ex 657.1 766; Hanomag

8858/1 91 8) vorhanden.

Am 26.September 1 964 wurde der elektrische

Betrieb nach St. Michael aufgenommen und nach

Sanierung des Bosrucktunnels,

am 30. September 1 965, auch

von Selzthal bis Spital am Pyhrn.

Bereits am 23. Mai dieses Jahres

war als erste Ellok die 1 080.06

von der Zfltg. Innsbruck nach

Selzthal umstationiert worden,

sodass auf der Dienststelle nun

alle drei Traktionsarten vorhanden

waren.

Dampfloks entbehrlich

Der Bahnhof erhielt zu dieser

Zeit ein modernes Drucktastenstellwerk

und am 23. November

1 965 konnte im Güterbahnhof

der neue Ablaufberg in Betrieb

genommen werden. Nach Aufnahme

des elektrischen Betriebes

bis St. Valentin/Amstetten


DER EISENBAHNKNOTEN SELZTHAL

Die im Bahnhof seit 1992 als Denkmal aufgestellte 52.7046 erinnert an den einst regen Dampfbetrieb

Am 4. Januar 1993 warteten die 1067.004, 1045.014 und 1080.01 auf nächste Einsätze Eduard Saßmann (2)

LOKMagazin 12 | 2014

81


GESCHICHTE

Blick in die Zugförderungsanlage vom Berghang des südlich gelegenen Dürrenschöberls

Eduard Saßmann

Ende September 1 971 wurden die Dampflokomotiven

in Selzthal entbehrlich und die zuletzt noch

vorhandenen 52.739, 798, 836, 855, 1 098, 1 1 98,

2425, 3943, 441 5, 6966, 6972 und 7064 an die

Zugförderungsleitung Linz abgegeben werden, wo

noch Bedarf an Dampflokomotiven bestand. Heute

erinnert die 1 992 am Bahnhof als Denkmal aufgestellte

52.7046 (WLF; 1 6499/1 943) an die fast 1 00-

jährige Epoche des Dampfbetriebes in dieser Region.

1977: Alles elektrisch

Für die Diesellokomotiven wurde anstelle der bis

dahin verwendeten fahrbaren Tankanlage am 1 4.

Dezember 1 976 eine stationäre Anlage errichtet.

Ab dem 25. September 1 977 wurde auch der elektrische

Betrieb zwischen Spital am Pyhrn und Linz

aufgenommen, womit nun alle von Selzthal ausgehenden

Strecken elektrifiziert waren.

Ab dem Jahr 1 980 begann schließlich die bis

1 994 andauernde Renovierung der nach Kriegsende

nur notdürftig sanierten Gebäude des Inselbahnhofes.

Neben der Modernisierung von Büros,

Kassen- und Wartesälen wurde auch die historische

Bausubstanz der Fassaden mit den Jugendstilelementen

mustergültig restauriert. Im Zuge

dieser Arbeiten wurde 1 983 ein neues Frachtenmagazin

und 1 993 anstelle der Fußgängerbrücke über

die Gleise eine Unterführung errichtet.

Am 1 . Januar 1 980 waren neben jeweils vier

2060ern und 1 080ern auch schon fünf Lokomotiven

der Reihe 1 245 und eine 1 1 61 er in Selzthal sta-

82


DER EISENBAHNKNOTEN SELZTHAL

tioniert. In den folgenden Jahren konzentrierten

die ÖBB hier zahlreiche Triebfahrzeuge der bereits

älteren Baureihen 1 067, 1 040, 1 041 ,1 1 41 , 4030,

2062 und 2067.

Zu Beginn der 1 990er-Jahre wurde Selzthal

auch als Veranstaltungsort bekannt, da die „ÖBB-

Erlebnisbahnen“ und private Eisenbahnclubs die

fotogenen Heizhausanlagen oft für ihre „Bahn-

Events“ nützten. Von diesen Treffen historischer

Dampf- und Elektrolokomotiven mit den zahlreichen

Sonderzügen in die umliegenden reizvollen

Gegenden profitierte übrigens auch die Touristikbranche.

Im Dezember 2000 erhielt die seit 1 997 als

„Traktionsstandort“ bezeichnete Dienststelle Selz -

thal erstmals auch modernere Lokomotiven. Diese

LOKMagazin 12 | 2014

1 063er lösten damals die bereits in Ausmusterung

befindlichen Maschinen der Reihen 1 040/1 041 ab.

Für ihre Instandhaltung wurde neben der bestehenden

Werkstätte ein Schnellreparaturstand errichtet,

in dem auch Fristarbeiten bei den Reihen

1042/1142, 1044 und 1016/1116 durchgeführt werden

konnten. Unverständlicherweise wurde diese

Anlage nach nur fünf Jahren (!) bei gleichzeitiger

Auflösung der örtlichen Werkstätte (Technische

Services) stillgelegt.

Seit dem 1 4. Dezember 2003 besteht bei den

ÖBB auch keine Zuordnung von Triebfahrzeugen

zu einem Traktions-Standort, da diese seither nur

mehr bestimmten TS-Servicestellen zwecks Instandhaltung

zugewiesen werden.

Eduard Saßmann

83


GESCHICHTE

DAS HISTORISCHE BILD

Bahnhof Hausen im Tal

E

in wenig hat die Hohenzollerische Landesbahn

den Charakter einer Länderbahn im

Kleinformat. Als sie 1 899 u. a. nach dem

preußischen Kleinbahngesetz gegründet wurde,

waren die schwäbischen Fürstentümer der Hohenzollern

schon seit 1 850 zu einem Regierungsbezirk

mit Sonderrechten des Königreiches Preußen geworden.

Dadurch blieb bis 1 952 eine gewisse Eigenständigkeit

der „Hohenzollerischen Lande“ bewahrt.

Im Bild vom 1 5. April 2004 zuckelt die HzL-Diesellok

V 1 51 durch den malerischen Bahnhof Hau-

84


DAS HISTORISCHE BILD

sen im Tal (Baden). Auf den 42 Kilometern durch

das Obere Donautal auf der Schwäbischen Alb verlief

die heutige DB-Strecke zwischen Sigmaringen

und Tuttlingen auf einem Abschnitt in Württemberg,

auf drei Abschnitten in Baden und auf vier in

Hohenzollern.

LOKMagazin 12 | 2014

Interessant: Der südlichste Punkt Preußens indes

ist sogar noch weiter entfernt, nämlich ganz

nah an der bayerischen Allgäubahn im Gebiet Achberg-Esseratsweiler,

nur acht Kilometer vom Bodenseeufer,

bis 1 973 eine Exklave des Landkreises

Sigmaringen …

Andreas Janikowski

85


GESCHICHTE

DB-SONDERFAHRTEN 1969

Vier alte Preußen im Einsatz

DURCH DAS BERGISCHE LAND Wer weiß, wieviele Eisenbahnliebhaber

von heute im Jahr 1969 von diesem Dampf-Virus befallen worden sind?

Manfred Lohmann war bei zwei schönen Sonderfahrten dabei und erinnert sich

I

m März und Oktober 1 969 durchquerten Lokomotiven

der alten preußischen Bauarten T 1 6.1 ,

G 8.1 und G 1 0 vor Sonderzügen mit Eisenbahnfreunden

auf heute teilweise nicht mehr existierenden

Strecken das Bergische Land und den

westlichen Teil des Sauerlands. Zwei Lokomotiven

der Gattung T 1 6.1 (094 638 und 094 653) beför-

derten am 1 2. April 1 969 einen Zug von Wuppertal-Vohwinkel

über Velbert nach Heiligenhaus und

kehrten über Düsseldorf-Rath wieder zurück.

Eine weitere Rundfahrt fand am 26. Oktober

1 969 mit einer G 8.1 (055 567) von Düsseldorf

über Hagen, Lüdenscheid, Marienheide und Remscheid-Lennep

statt. Dabei wurde der Zug von Ha-

86


DB-SONDERFAHRTEN 1969

Ein optisches Schauspiel erster Güte,

aber garantiert auch ein akustisches:

Vorbeifahrt der 57 2070 als Vorspannlok

der 055 567 von Brügge in Richtung

Meinerzhagen am 26. Oktober 1969

Helmut Dahlhaus

gen bis Remscheid-Lennep von einer G 1 0, es war

die 57 2070, unterstützt, die von dort mit drei

„Kurswagen“ die Rückfahrt nach Hagen antrat,

während die 055 567 mit den übrigen Wagen über

Solingen nach Düsseldorf zurückkehrte.

Die zum Einsatz gekommenen Loks gehörten

zu den letzten noch aktiven Exemplaren ihrer bis

LOKMagazin 12 | 2014

Anfang der 1 960er-Jahre noch weit verbreiteten

Baureihen. Sie entsprachen den seit Anfang des

20. Jahrhunderts bei der Preußischen Staatsbahn

geltenden Konstruktionslinien für Heißdampf -

lokomotiven und wiesen daher weitgehend einheitliche

Baumerkmale auf, wie z. B. eine lange,

schmale Feuerbüchse. G 8.1 und G 1 0 waren im

87


GESCHICHTE

Nach dem Umrangieren in Wülfrath war die 094 638 wieder Vorspannlok vor der 094 653. Schön zu

erkennen, wie völlig unterschiedlich die Kessel beider Loks sind

Manfred Lohmann

Regelfall beide mit der Tenderbauart 3 T 1 6,5 gekuppelt,

die 1 6,5 m 3 Wasser und 7,0 Tonnen Kohlen

aufnehmen konnte.

Universell einsetzbar: die G10

Die Eh2-Type der Gattung G 1 0 war 1 91 0 entstanden

und mit 60 km/h Höchstgeschwindigkeit in

erster Linie für den Güterverkehr vorgesehen. Bis

1 925 wurden für die deutschen Bahnen rund 2.700

Exemplare ausgeliefert, daneben noch mehrere

hundert für das Ausland. Der Kessel entsprach

weitgehend dem der seit 1 906 gebauten P 8 (Baureihe

38.1 0). Ihre Leistung betrug 1 .1 00 PSi und

durch ihre Achslast von nur 1 5,3 Tonnen war sie

universell einsetzbar.

Am Ende ihrer Dienstzeit wurde oft der Rangierdienst

ihr letztes Arbeitsfeld. Die bei der Sonderfahrt

zum Einsatz gekommene 57 2070 des Bw

Hagen/Bestwig (später noch für Sonderdienste Bw

Betzdorf) fuhr noch bis zu ihrer Ausmusterung im

September 1 970 mit ihrer alten Bezeichnung.

G 8.1, die meist gebaute Länderbahnlok

1 91 2 erschien mit einer Achslast von 1 7,5 Tonnen

die aus der leichteren, bereits 1 902 gebauten Gattung

G 8 weiterentwickelte G 8.1 (55.25-56), die im

schweren Güterverkehr und später im Rangierdienst

verwendet wurde. Bis 1 921 wurden 4.958

Maschinen gebaut. Damit war die Dh2 die zahlenmäßig

stärkste Länderbahngattung.

Mit einer Leistung von 1 .260 PSi war die G 8.1

etwa 1 5 Prozent leistungsfähiger als die G 1 0. Sie

war in Preußen die erste Güterzuglok, bei der ein

von 1 2 auf 1 4 bar erhöhter Dampfdruck zur Anwendung

kam. Die bei der Abschiedsfahrt eingesetzte

055 567 war in Hohenbudberg stationiert

und wurde am 29. November 1 970 ausgemustert.

Zwischen 1 933 und 1 940 wurden 691 Maschinen

mit einer vorderen Laufachse versehen und so

zur Bauart 1 ’Dh2. Damit konnte die Höchstgeschwindigkeit

der Umbauten von 55 auf 70 km/h

angehoben und die mittlere Achslast von 1 7,5 auf

1 6,2 Tonnen reduziert werden, wodurch die als

Baureihe 56.2-9 geführte G 8.1 -Variante nun auch

im Streckendienst auf Nebenbahnen eingesetzt

werden konnte.

Die T 16.1 – erst durch die V 90 zu ersetzen

Die für den Steilstreckenbetrieb und schweren

Rangierdienst entwickelte Eh2-Tenderlok der Gattung

T 1 6.1 (Baureihe 94.5-1 8) wurde zwischen

1 91 4 und 1 924 in einer Stückzahl von 1 .236 Einheiten

beschafft. Ähnlich wie bei der G 8.1 war die

T 1 6.1 mit 1 7 Tonnen Achslast eine verstärkte Ausführung

der von 1 905 bis 1 91 5 gebauten T 1 6, die

nur eine Achslast von 1 5 Tonnen aufwies.

Ihre ursprüngliche Höchstgeschwindigkeit von

40 km/h konnte nach Änderungen des Laufwerks

auf 60 km/h angehoben werden, wodurch sich die

Einsatzmöglichkeiten im Streckendienst erweiter-

88


DB-SONDERFAHRTEN 1969

Schmuddelwetter am 13. April 1969 in Wuppertal-Vohwinkel, aber die Begeisterung ist trotzdem ungebrochen:

Helle Aufregung auf dem Bahnsteig vor der Abfahrt des Sonderzuges mit zwei T 16.1 H. Dahlhaus

ten. Mit einer Zylinderleistung von 1 .070 PSi war

sie zwar leistungsschwächer als die G 8.1 mit 1 260

PSi, dies wirkte sich aber im unteren Geschwindigkeitsbereich

auf stärkeren Steigungen, insbesondere

wegen der fehlenden Tendermasse und

des höheren Reibungsgewichtes kaum auf die

zulässigen Anhängelasten aus. Hier lag z. B. auf einer

Steigung von 25 Promille, bei einer Geschwindigkeit

von 20 km/h für die G 8.1 und G 1 0 die

zulässige Last bei 345 Tonnen, während die T 1 6.1

auch 335 Tonnen erreichte. Bei einer Geschwindigkeit

von 55 km/h und einer schwachen Steigung

von nur 3 Promille übertraf dagegen vor allem die

G 8.1 mit 720 Tonnen die 585 Tonnen der T 1 6.1 .

Durch den Einsatz der T 1 6.1 konnten nun fast

alle Zahnradbahnstrecken im Reibungsbetrieb befahren

werden. Für diese Einsätze (z. B. Boppard –

Simmern, Dillenburg – Gönnern) erhielten zahlreiche

Loks als zusätzliches drittes Bremssystem

eine Riggenbach-Gegendruckbremse

Nicht jede Lok war gleich

Auffallende Unterschiede zeigten die Silhouetten

der beiden eingesetzten 94er. Die 094 653 (vor

1 968: 94 1 653) besaß keinen Speisedom und so

konnte der Vorwärmer auf dem Kesselscheitel angebracht

werden. Anders die 094 638 (94 1 638):

Ihr Speisedom ließ hierfür keinen Platz und der

Vorwärmer musste linksseitig, in tieferer Position,

auf dem Kessel angeordnet wurde.

LOKMagazin 12 | 2014

Die 1 920 bis 1 924 an die Reichsbahn ausgelieferten

Nachbauten der alten Preußin (Nummern

94 1 501 – 1 740) besaßen ab Werk einen Speisedom.

Daher musste es sich bei der 094 653 um einen

Tauschkessel aus einer älteren Lieferung gehandelt

haben. Beide 094er erlebten das Jahr 1 970

nicht mehr. Die 094 638 wurde am 1 9. September

1 969 ausgemustert, die 094 653 folgte am 3. Dezember

1 969.

Die Niederbergbahn nach Heiligenhaus

Bespannt mit 094 638 vom Bw Wuppertal-Vohwinkel

und 094 653 vom Bw Hagen Güterbahnhof

befuhr der aus mehreren Plattform-Personenwagen,

drei Vorkriegs-Schnellzugwagen und einem

preußischen, dreiachsigen Abteilwagen (mit Bremserhaus)

bestehende Zug zunächst bis Oberdüssel

die heutige S-Bahnstrecke Vohwinkel – Neviges –

Essen. In Oberdüssel begann die mit Unterbrechungen

zwischen 1 888 und 1 926 gebaute, Niederbergbahn

genannte und heute zum Radweg

umgebaute 26 Kilometer lange Nebenstrecke nach

Essen-Kettwig. Nach der Ausfahrt Wülfrath folgte

die bogenreiche Steigung nach Tönisheide, ehe die

Innenstadt von Velbert in einem großen Bogen

umfahren wurde. Hierbei überquerte der Zug auf

der sogenannten Eulenbachbrücke eine größere

Senke im Velberter Stadtgebiet.

Mit einer Länge von 1 68 Meter und einer Höhe

von 40 Meter war das mit sieben Pfeilern ausge-

89


GESCHICHTE

Doppeltraktion im Volmetal zwischen Hagen und Brügge mit 57 2070 und 055 567. Die Zugverfolgung

fand wohl in der Mehrheit mit dem „Käfer“ statt, wie dieser herrliche Schnappschuss zeigt Manfred Lohmann

Der Sohn des Autors vor der G 8.1. Er wurde

übrigens Eisenbahner …

Manfred Lohmann

führte Bauwerk bei seiner Fertigstellung 1 91 5 die

größte aus Naturstein gemauerte Brücke in der

Preußischen Rheinprovinz. Nach kurzer Fahrzeit

wurde über das für Zustellfahrten noch nutzbare

Streckenteil Heiligenhaus erreicht. Der weitere

Streckenabschnitt nach Essen-Kettwig war bereits

1 961 demontiert worden. Die Verbindung zwischen

Velbert und Heiligenhaus blieb bis 1 995 erhalten.

1 999 wurde auch der Streckenteil Velbert –

Wülfrath stillgelegt, sodass die Städte Velbert und

Heiligenhaus keine Eisenbahnanbindung mehr

besitzen.

Von Heiligenhaus aus trat der Zug seine Rückfahrt

an, wobei nun beide Loks, an das bisherige

Zugende gekuppelt, rückwärts die Führung bis

Wülfrath übernahmen. Dort wurde die Fahrtrichtung

geändert und beide 094er setzten sich wieder

an die Spitze des Zuges, der nun auf die Angertalbahn

in Richtung Ratingen wechselte, die 1 969

noch in voller Länge befahrbar war (ab 1 983 nur

noch Kalksteinverkehr zwischen Rodenhaus und

Ratingen). In Ratingen existierte noch der direkte

Anschluss an die Güterzugstrecke Duisburg –

Düsseldorf in Richtung Düsseldorf (heute nur

noch Richtung Duisburg), wo der Zug hinter Düsseldorf-Rath

– also unter Umgehung des Hauptbahnhofs

– auf die Hauptstrecke in Richtung Wup-

90


DB-SONDERFAHRTEN 1969

Auf der Steilrampe Erkrath – Hochdahl musste 094 638 schieben. Dort fühlte sich die T 16.1 offenbar

völlig in ihrem angestammten Element. Herrlich auch der preußische Abteilwagen … Manfred Lohmann

pertal geleitet wurde. Hierbei war nun die Steilrampe

von Erkrath nach Hochdahl zu befahren,

die mit einer Steigung von 33,3 Promille nach der

Höllentalbahn im Schwarzwald mit 55 Promille die

stärkste Neigung einer Hauptbahn in Deutschland

aufweist.

Immer schon ein Arbeitsrevier der T 16.1

Auf der Erkrather Rampe herrschte seit der Erbauung

1 841 zunächst Seilzugbetrieb, wobei eine ortsfeste

Dampfmaschine am Ende der Rampe den

Antrieb der Seilwinde übernahm. Dieses Prinzip

bewährte sich aber nicht und wurde dahingehend

geändert, dass das Seil durch eine Umlenkrolle in

Hochdahl mit einem talwärts fahrenden Zug oder

einer einzeln fahrenden Lokomotive verbunden

wurde und so die Zuglokomotive bei der Bergfahrt

deutlich unterstützt werden konnte.

1 927 wurde der Seilzugbetrieb aufgegeben und

mit nun immer leistungsfähiger gewordenen Lokomotiven

das Nachschieben der Züge eingeführt.

Hierbei kam überwiegend die Baureihe 94 zum

Einsatz, in den letzten Jahren vor der Elektrifizierung

auch 44er und zeitweise auch eine 85er.

Schwere Güterzüge benötigten neben einer Vorspannlok

– meist einer 50er – teilweise noch zwei

Schiebeloks!

LOKMagazin 12 | 2014

In Düsseldorf-Rath wurde die den Sonderzug

seit Wülfrath führende 094 638 für die Rampenfahrt

als Schiebelok an das Zugende rangiert und

die 094 653 übernahm in Richtung Wuppertal die

Zugspitze.

Vor dem Erreichen von Wuppertal-Vohwinkel

änderte der Zug seine Fahrtrichtung und es ging in

Rückwärtsfahrt über einen noch bis 1 989 befahrbaren

Abschnitt der Solinger Strecke bis Solingen-

Gräfrath. Dort war das letzte Ziel der Sonderfahrt

erreicht und mit 094 653 als Zuglok und 094 638

am Zugende fuhr der Zug nach Wuppertal-Vohwinkel,

zum Ausgangspunkt, zurück.

Die Rundfahrt der G 8.1 und der G 10

Die Rundfahrt mit den Schlepptenderloks begann

in Düsseldorf. Der Zug bestand aus der 055 567

vom Bw Hohenbudberg, einem zweiachsigen

Gepäckwagen, sechs zweiachsigen Plattform-Personenwagen,

einem zweiachsigen Postwagen und

einem in der Mitte des Zuges eingestellten vierachsigen

Gesellschaftswagen. Auf der Fahrt nach

Hagen war ebenso die Steilrampe Erkrath – Hochdahl

zu befahren, wobei der Zug auf der Rampe

von einer 094 nachgeschoben wurde.

Im Norden Hagens konnte der Zug ohne Rangieraufwand

gewendet werden, der Wasservorrat

91


GESCHICHTE

Der Sonderzug mit den beiden preußischen Schlepptenderloks hat Hagen-Eckesey erreicht. Dort wurde

die G 10 gedreht und vor der G 8.1 ging es weiter durch das Volmetal nach Brügge

Helmut Dahlhaus

wurde ergänzt und als Vorspann setzte sich die in

Hagen Güterbahnhof beheimatete 57 2070 vor die

055 567. Nach dem Durchfahren des Goldberg-

Tunnels, der seit 1 91 0 die Umfahrung der Hagener

Innenstadt ermöglicht, gelangte der Zug in das

Volmetal, welchem er bis Brügge folgte. Dort wurde

die als Vorspann fahrende 57 2070 an das Zug -

ende umgesetzt und rückwärts fahrend verließ der

Zug das Volmetal, um auf einer 6,6 Kilometer langen

Steigungsstreck das 1 40 Meter höher gelegene

Lüdenscheid zu erreichen.

Warum waren 96er in Lüdenscheid?

Die Neigung war mit 28 Promille zwar geringer als

auf der Erkrather Rampe (33 Promille), dafür wies

aber die krümmungsreiche Strecke zusätzlichen

Widerstand auf. Es kam noch hinzu, dass der steile

Abschnitt nach Lüdenscheid teilweise durch

Wald führt, was das Befahren bei Laubfall deutlich

erschwerte. Aus diesen Gründen wurden von 1 930

bis 1 933 drei schwere D’Dh4v-Mallet-Loks der Baureihe

96 zum Schieben in Brügge stationiert

Der Sonderzug erreichte Lüdenscheid ohne

Schwierigkeiten und fuhr dann in gleicher Fahrzeugreihung

nach Brügge zurück. Dort wechselte

die 57 2070 wieder in ihre Vorspannposition und

die Fahrt wurde im Volmetal bis Meinerzhagen

fortgesetzt, wo Wasser genommen wurde. Auf diesem

Abschnitt findet seit 1 986 kein Personenverkehr

mehr statt; die Strecke wird aber noch für die

Abfuhr von Schotter aus dem in Krummenerl ansässigen

Schotterwerk benutzt, welches über eine

Stichstrecke mit Meinerzhagen verbunden ist.

Meinerzhagen ist seit Februar 201 4 aber wieder

über Marienheide – das nächste Ziel der Rundfahrt

– und Dieringhausen von Köln aus erreichbar. Im

Jahr 201 6 soll auch der Abschnitt Meinerzhagen –

Brügge wieder für den Personenverkehr verfügbar

sein, sodass Lüdenscheid auch wieder aus dem

Kölner Raum angefahren werden kann.

Durch das Wippertal und über die Wupper

Ab Marienheide benutzte der Zug nun die „Wippertalbahn“

genannte Strecke über Wipperfürth

nach Bergisch-Born und Remscheid-Lennep, die

bis 1 995 abgebaut wurde. Hierzu musste in Marienheide

die Fahrtrichtung geändert werden und

die 57 2070 wechselte an das bisherige Zugende,

um nun rückwärts die Führung zu übernehmen.

In Remscheid-Lennep teilte sich der Zug. Die 57

setzte mit drei „Kurswagen“ die Fahrt nach Wuppertal-Oberbarmen

fort, wo wieder die Fahrtrichtung

zu ändern war und dieser Zugteil mit der nun

vorwärts fahrenden 57 nach den restlichen 21 Kilometern

seine Rundfahrt in Hagen beendete.

Der übrige Zug verließ mit der nun führenden

055er Remscheid-Lennep in entgegengesetzter

Richtung und kehrte über Remscheid, die Müngs -

tener Brücke und Solingen zum Ausgangspunkt

Düsseldorf zurück.

Manfred Lohmann

92


GESCHICHTE

FOTOGRAF UND AUTOR

Ruhrviadukt

Witten

Jens Grünebaum, geboren 1968 in

Bochum, ist verheiratet und hat

einen Sohn Sören. Originalton

Grünebaum: „Er liebt auch die

Eisenbahn, und er ist noch

schlimmer als ich!“ Jens Grünebaum

ist Lokführer bei DB Schenker. Die

Liebe zur Bahn kam bei ihm durch

die Märklin-Modelle seines Vaters

mit ungefähr vier Jahren. Zum Hobby

Fotografie kam er in den 1980er-

Jahre, als die 221 verschwanden.

94


MEINE LIEBSTE FOTOSTELLE

V

on den drei „Wittener Köpfen“, wie der

Helenenberg, der Hohenstein und der

Wartenberg auch genannt werden, hat man

einen wunderschönen Blick auf das Ruhrtal zwischen

Witten und Wengern sowie auf den Wittener

Ortsteil Bommern.

Hier kreuzt die Eisenbahnlinie Witten – Wengern

– Hagen-Vorhalle die Ruhr. Zwischen 1 91 3

und 1 91 6 wurde das große Ruhrviadukt errichtet.

Neben einigen anderen Brückenschlägen an

der Ruhr gehört das gut 600 Meter lange Bauwerk

sicher zu den imposantesten. Gebaut wurden

Betonbögen, mit Ruhrsandstein verblendet,

sowie drei große Stahlträgerbögen über den

Mühlengraben, einen künstlich angelegten Seitenarm

zur Stromerzeugung.

Durch Weltkrieg und Inflation wurde erst am

4. Oktober 1 926 der Güterverkehr in Richtung

Wengern und Vorhalle eröffnet. Der Personenverkehr

begann sogar erst im Mai 1 934. Bereits

1 979 wurde diese Verbindungsstrecke in Richtung

Wuppertal und Köln wieder stillgelegt. Der

Personenverkehr von Witten über Wengern und

Oberwengern nach Hagen hielt ganze fünf Jahre

länger. Seitdem gibt es keinen regelmäßigen

Personenverkehr mehr über diese wunderschöne

Ruhrquerung.

Jens Grünebaum

LOKMagazin 12 | 2014 95


GESCHICHTE

MUSEUMSBAHNHOF ERFURT WEST

Vergessen …

MOROP 1987 Mit der Dampflok

durch die Plattenbauten im

Erfurter Norden – der

MOROP-Kongress

1987 bot auch

so etwas

96

Mit der 94 1292 ging es durch

den Erfurter Norden zum

Museumsbahnhof Erfurt West

Martin Weltner


MUSEUMSBAHNHOF ERFURT WEST

Sommer 1982: Für die Fotografen perfekt gestellt, Stangen unten und am Nachmittag ideal ausgeleuchtet:

die preußische T 14 mit der DR-Nummer 93 230. Die Lok steht heute in Dieringhausen Martin Weltner

E

s war das Jahr 1 987, im September sollte in

und um Erfurt der Morop-Kongress stattfinden.

Mein Chef bestellte mich zu sich. Ich

höre noch seine Worte: „Ich ordne dich vom 4. bis

zum 14. September nach Erfurt West ab und hoffe, es

verläuft alles zu aller Zufriedenheit, denn du kennst

dich dort aus!“ Das war ein großer Vertrauensbeweis,

den ich so gut wie möglich bestätigen wollte.

Die Deutsche Reichsbahn und der angeschlossene

Modellbahn-Verband wollten sich weltoffen

geben. Es wurde alles getan, damit die Teilnehmer

des Kongresses und die Besucher in Bezug auf ihr

Hobby, kulturell und gastronomisch nur mit positiven

Eindrücken in ihre Heimat zurückkehrten.

Auf dem wieder voll funktionsfähigen Traditionsbahnhof

Erfurt West, in dieser Zeit sogar wieder

mit einem Fahrdienstleiter besetzt, wurde eine

große Fahrzeug-Ausstellung mit Dampf-, Dieselund

Elektrolokomotiven aufgefahren.

Zusätzlich wurde ein Dampfzug-Pendelverkehr

mit dem damaligen Traditionszug zwischen Erfurt

Hbf und Erfurt West eingerichtet. Die Erfurter Verkehrsbetriebe

setzten ihren historischen Straßenbahn-Triebwagen

92 zum Westbahnhof ein.

Am 4. September ging es am frühen Morgen

los. Ich hatte die Aufgabe, mit der 1 1 2 379 zwei

Lokzüge vom Bw Erfurt nach Erfurt West zur bringen.

Der erste und recht schwere Zug bestand aus

243 044, 78 009, 1 7 1 055 mit drei früheren preußi-

LOKMagazin 12 | 2014

schen Reisezugwagen, der 92 503, 93 230, 55 669

(die 20 Jahre zuvor als letzte ihrer Gattung den

Lokbahnhof Erfurt West verlassen hatte) und der

86 501 als Schiebelok. Die 86 501 war mit Lokpersonal

der Einsatzstelle Annaberg-Buchholz besetzt.

Vor der Abfahrt musste noch der „Präsidenten“-

SVT (1 83 252) mittels Notkupplung, die von uns

drei Lokführern unter Fluchen und Wettern herbeigewuchtet

wurde, hinter die 86 501 gekuppelt

werden. Dann ging es endlich los, und ab Erfurt

Berliner Straße hatten 1 1 2 379 und 86 501 Höchstleistung

zu liefern, um die stetige Steigung nach

Erfurt West zu bezwingen. Nach der Ankunft fuhr

die 86 501 zum reaktivierten Lokbahnhof West,

um die sehr zusammengeschrumpften Betriebsstoffe

zu ergänzen.

Zweiter Lokzug, und dann in die Kantine!

Wir begannen mit dem Aufbau der Ausstellung.

Danach musste ich mit der 1 1 2 379 noch einmal

ins Bw Erfurt, um den zweiten Lokzug zu holen.

Dieser bestand aus 91 1 34, damals nicht betriebsfähig,

der ehemaligen Trusetal-Lok 99 4532 (auf einem

Schmalspurlok-Transportwagen) sowie drei

preußische Güterzugwagen und dem Personenwagen.

Nach dem Rangieren in Erfurt West und als

alles perfekt stand ging es mit der 1 1 2 379 zurück

ins Bw Erfurt. Jetzt war ein Kantinengang angesagt!

97


GESCHICHTE

Im Sommer 1987 war prachtvolles Wetter: Der Andrang im Bahnhof Erfurt West belegt das Interesse an

der alten Eisenbahn. 38 1182 ist mit einem Zug vom Erfurter Hbf eingetroffen

Ralph Lüderitz

Erfurt West – Nottleben 1964: Museumszüge

fuhren später nur noch bis Bindersleben

R. Heym

Danach kam die dritte und letzte Arbeit für diesen

4. September: Die 65 1 049 kam am Abend unter

Dampf von Staßfurt ins Bw Erfurt. Wir übernahmen

die Lok und brachten sie allein in den

Lokbahnhof Erfurt West, restaurierten und versorgten

die Maschine und machten nach einem

sehr langen Tag endlich auch Feierabend. Die von

uns selbst betreuten 74 231 und 89 631 1 waren in

den Wochen zuvor von uns neu lackiert bzw. auf

Hochglanz gebracht worden.

Ende der Dampfzeit 1966

Die folgende Woche brachte viel Arbeit. Alle Mitglieder

unserer Erfurter Arbeitsgemeinschaft gaben

sich die größte Mühe, einen reibungslosen

Traditionsbetrieb durchzuführen. So mussten die

unter Dampf stehenden Loks bekohlt, entschlackt

und beaufsichtigt werden. Zusätzlich gastierten

noch andere Lokomotiven, die die Sonderzüge der

nächsten Tage für die Morop-Teilnehmer bespannen

sollten.

Das war „großer Bahnhof“, so etwas Erfurt West

nach 1 966 nicht mehr erlebt, vorher wohl auch

nie! 1 966 waren nur noch die erwähnte 55 669

und 38 351 als Exot im Einsatz, um den Betrieb auf

der Nebenbahn zwischen Erfurt und Nottleben zu

bewältigen.

Der Streckenzustand zwischen Bindersleben

und Nottleben war dermaßen schlecht, dass kurz

nach der Verdieselung der Strecke 1 966 der Personenverkehr

eingestellt wurde. Güterverkehr gab es

ab diesem Zeitpunkt nur noch nach Bindersleben,

um den Erfurter Flughafen zu versorgen.

Verpflegung aus dem Mitropa-Wagen

Aber zurück zum Morop-Kongress: Die Tage vergingen

recht schnell. Ich beschäftigte mich als

Kohlenlader, Lokheizer, Lotse und teilte die Loks

und ihre Personale für den Traditionsbetrieb nach

Erfurt ein. Auch erledigte ich die Kohlenabrechnung

der einzelnen Loks an die zugehörigen Betriebswerke,

denn Ordnung war auch bei der Deutschen

Reichsbahn oberstes Gebot. Um die Lokund

Zugpersonale zu verpflegen, war ein moderner

Mitropa-Wagen da.

Jeden Abend gab es ein freudiges Zusammensein

mit meinen AG-Mitgliedern und den verschiedenen

Personalen. Egal, ob in unseren Ver-

98


MUSEUMSBAHNHOF ERFURT WEST

Nichts bleibt, wie es ist: 1926 eröffnet bildete der

Erfurter Westbahnhof 1987 die Kulisse einer

schönen Fahrzeugschau. Heute, 2014, stehen exakt

dort edle, teure Eigenheime Rudolf Heym (2)

einswagen oder in der nahe gelegenen Gartengaststätte:

Es wurde viel gegessen, getrunken, erzählt

und gelacht. Die Akteure konnten in einem modernen

Schlafwagen übernachten, der in einem zusätzlich

verlegten Gleis auf dem Westbahnhof

stand.

Der Kongress und die Fahrzeug-Ausstellung mit

dem dazugehörigen Traditionsbetrieb gingen am

1 3. September, einem Sonntag, zu Ende. Der vorletzte

Dampfzug wurde von Erfurt Hbf nach Erfurt

West in Doppelbespannung von 86 501 und 86 333

befördert, was ein würdiger Abschluss für diese

Großveranstaltung war. Auch wenn es heute die

Strecke, den kleinen Lokbahnhof, die Arbeitsgemeinschaft

und einen Teil der Fahrzeuge nicht

mehr gibt – egal ob betriebsfähig oder nicht betriebsfähig

– gilt allen Akteuren, Enthusiasten und

Ehrenamtlichen, die 1 987 soviel bewerkstelligt haben,

großer Respekt.

Heute bleibt nur die Erinnerung …

Am Montag, dem 1 4. September 1 987, wurde die

Fahrzeug-Ausstellung wieder abgebaut. Der Veltener

Traditionszug verließ am Sonntag bereits den

Erfurter Westbahnhof, bespannt mit 65 1 049 und

94 1 292. Wieder bildeten wir zwei Lokzüge:

– Lokzug I bestand aus 86 501 , 86 333 und 74 1 230,

die nach einem langen Pfiff abdampften.

LOKMagazin 12 | 2014

– Lokzug II wurde von 1 1 2 756 vom Bw Schwerin

bespannt. Dieser bestand aus folgenden Fahrzeugen:

der 55 669, 78 009, 92 503, 91 1 34, 93 230 mit

dem Schmalspur-Transportwagen und darauf befindlichen

99 4532, der 1 7 1 055 mit den preußischen

Schnellzug- und Güterwagen, den modernen

Fahrzeugen 243 044 mit Schlaf-, Speise- und

Abteil-Sitzwagen und als Schlussfahrzeug dem

SVT. Im Bw Erfurt wurden die Fahrzeuge neu sortiert,

um in richtiger Reihenfolge in ihre Heimatorte

zu gelangen.

Das waren elf turbulente Tage, die unfall- und

störfrei verliefen. Fehlen noch zwei Ausstellungsobjekte:

95 027 verließ Erfurt bereits am Sonnabend,

dem 1 2. September. Was mit der 89 1 004

und zwei preußischen Abteil- und zwei preußischen

Güterwagen geschah, wird Stoff für eine andere

Geschichte werden … Michael Lüdecke

99


GESCHICHTE

ISERLOHN – LETMATHE

Stichbahn

SEIT 1965 UNTER STROM Sie ist nur

sechs Kilometer lang, aber seit fast

50 Jahren elektrifiziert. In den 1980er-

Jahren konnte man mit Eilzügen

von Iserlohn bis Aachen durchfahren

E

ine der kürzesten elektrifizierten Bahnstrecken

Deutschlands liegt im westlichen

Sauerland und verbindet die Stadt Iserlohn

mit der Ruhr-Sieg-Strecke Hagen – Siegen. Die nur

sechs Kilometer lange Strecke ist Teilstück einer

längeren Bahnverbindung, die zwischen 1 864 und

1 885 entstand und auf einer Länge von 25 Kilometern

Letmathe im Lennetal über Iserlohn, Hemer

und Menden mit Fröndenberg an der Oberen

Ruhrtalbahn verband.

Seit 1864 Eisenbahn in Iserlohn

Zunächst gebaut wurde von der Bergisch-Märkischen

Eisenbahn (BME) kurz nach Eröffnung der

ebenfalls zur BME gehörenden Ruhr-Sieg-Strecke

das heute elektrifizierte Stück von Letmathe nach

Aus der DB-Streckenkarte von 1958

In Iserlohn warten am 16. November 1986 die

Garnituren nach Dortmund (links) und Aachen.

Noch knapp drei Jahre fuhren damals Züge nach

Menden und Fröndenberg Alle Fotos Christoph Riedel

Iserlohn als Stichbahn. Auf diesem Teil der Strecke

Letmathe – Fröndenberg konnte am 31 . März 1 864

der Verkehr aufgenommen werden. Gut acht Jahre

später ging das andere Streckenende zwischen

Fröndenberg und Menden, ebenfalls als Stichstrecke,

am 7. August 1 872 in Betrieb.

Bevor in zwei Etappen die Lücke zwischen Menden

und Iserlohn geschlossen werden konnte, wurde

– ausgehend von Menden – ein Teilstück der

hier abzweigenden Hönnetalbahn nach Neuenrade

fertiggestellt. Erst 1 882 erreichte der Schienenstrang

das sieben Kilometer von Menden entfernte

Hemer und drei Jahre später, nach weiteren acht

Schienenkilometern, konnte der Betrieb auf der

Gesamtstrecke zwischen Letmathe und Fröndenberg

aufgenommen werden.

Zum Abzweigbahnhof wurde Iserlohn im Jahr

1 91 0, als eine weitere Strecke nach Schwerte im

Ruhrtal ihren Betrieb aufnahm.

An beiden Enden der Linie Letmathe – Fröndenberg

entstanden Bahnbetriebswerke. In Letmathe

gab es zunächst nur eine Lokstation, die 1 887

zu einem Bahnbetriebswerk mit zwölfständigem

Lokschuppen ausgebaut wurde.

Überwiegend preußische Maschinen taten dort

Dienst, mit Indienststellung von Diesellokomotiven

und Uerdinger Schienenbussen ab den 1 950er-

Jahren verloren nicht nur die Letmather Dampf -

loks ihre Daseinsberechtigung, auch das Bw wurde

1 960 zur Außenstelle des Bw Schwerte herabgestuft

und 1 966 aufgelöst. Bemerkenswert ist noch,

dass im Bw Letmathe für einige Jahre die neuen

100


ISERLOHN – LETMATHE

Dampflokomotiven der Baureihe 65 beheimatet

waren, die auch auf der benachbarten Hönnetalbahn

Dienst taten.

Viele Jahre Uerdinger und V 100

Wesentlich früher, schon im Jahr 1 954, war das am

anderen Ende der Strecke gelegene Bw Fröndenberg

aufgelöst worden. Wie bereits erwähnt,

lösten ab Mitte der 1 950er Jahre Uerdinger Schienenbusse

der Bahnbetriebswerke Letmathe und

Bestwig im Personenverkehr für fast 30 Jahre die

Dampflokomotiven ab. Zum Fahrplanwechsel

1 984 wurden sie durch Wendezuggarnituren ersetzt,

die mit Hagener Loks der Reihe 21 2 bespannt

waren. In dieser Zeit verkehrten die Züge nicht in

der Relation Letmathe – Fröndenberg, sondern

LOKMagazin 12 | 2014

Iserlohn heute: In Höhe der Formsignale (oben)

wurde das neue Empfangsgebäude quer errichtet.

Vom alten Bahnhof blieb das Bahnsteigdach

rechts, an dem die RB nach Hagen wartet,

während links ein 648 nach Dortmund bereit steht.

Es gibt keine Weichenverbindung!

101


GESCHICHTE

Der Eilzug Iserlohn – Aachen hat am 17. Mai 1987 den Abfahrtsbahnhof Iserlohn wenige Minuten zuvor

verlassen und nähert sich nun dem ersten Halt in Letmathe an der Ruhr-Sieg-Strecke

fuhren weiter bis Unna an den Hauptstrecken

nach Paderborn und Hamm, während die Züge

der Hönnetalbahn nur zwischen Neuenrade und

Menden oder Fröndenberg pendelten.

Im Mai 1 989 kam dann das Aus für das mittlere

Streckenstück Menden – Iserlohn, das Teilstück

Menden – Fröndenberg wurde fortan von den Zügen

der Hönnetalbahn bedient.

Eilzüge mit weiten Laufwegen

Doch zurück in die Zeit der 1 960er-Jahre, die mit

der Elektrifizierung der Ruhr-Sieg-Strecke auch für

die Eisenbahn in Iserlohn umwälzende Neuerungen

mit sich brachten. Zusammen mit der Hauptstrecke

von Hagen nach Siegen wurde nämlich im

Mai 1 965 auch auf dem Streckenstück Letmathe –

Iserlohn der elektrische Zugbetrieb aufgenommen,

sodass es von diesem Zeitpunkt an nicht nur

die durchgehenden Fahrten von Letmathe in Richtung

Fröndenberg, sondern zwischen Iserlohn und

Letmathe Eilzüge unter Fahrdraht gab, die bereits

früher bestehende Verbindungen ins Rheinland

fortsetzten. So gab es beispielsweise im Jahr 1 958

auf der Strecke drei Eilzugpaare zwischen Iserlohn

und den rheinischen Großstädten Aachen, Köln,

Mönchengladbach und Düsseldorf. Mitte der

1 960er-Jahre fuhren die Züge überwiegend Aachen

an, nun allerdings als Nahverkehrszüge.

Die drei Zugpaare in Richtung Aachen/Mönchengladbach

wurden später wieder zu Eilzügen

aufgewertet und verkehrten auch noch 1 985. Montags

bis samstags wurde während des Sommerfahrplans

früh um 6.1 5 Uhr mit dem E 31 72 eine

Direktverbindung nach Mönchengladbach angeboten,

die Züge endeten an Feiertagen allerdings

schon in Düsseldorf. Der vier Stunden später (Iserlohn

ab um 1 0.1 2 Uhr) folgende E 31 76 verkehrte

täglich bis Aachen, an Sonn- und Feiertagen endete

der Zuglauf in Mönchengladbach. Dritter im

Bunde war der E 31 78, der nachmittags um 1 6.25

Uhr Iserlohn verließ und ebenfalls die Kaiserstadt

Aachen zum Ziel hatte. Samstags war ebenfalls

Mönchengladbach Hbf Endstation.

In der Gegenrichtung bot nur der Frühzug (E

31 71 /Iserlohn an 9.1 1 Uhr) an Werktagen eine Verbindung

Aachen – Iserlohn, die beiden anderen

Eilzüge liefen lediglich in der Relation Mönchen -

gladbach – Iserlohn und Düsseldorf – Iserlohn.

102


ISERLOHN – LETMATHE

Für die Besucher der Tropfsteinhöhle wurde eigens der Haltepunkt Letmathe-Dechenhöhle angelegt, den

der aus Mönchengladbach in Richtung Iserlohn verkehrende Eilzug am 17.Mai 1987 ohne Halt passiert

Der Eilzug 31 75 Mönchengladbach – Iserlohn erreichte

seinen Endpunkt um 1 5.51 Uhr, während

der E 31 77 von Montag bis Freitag eine späte Reisemöglichkeit

von der Landeshauptstadt Düsseldorf

nach Iserlohn ermöglichte. Dieser Zug traf

um 21 .40 Uhr in Iserlohn ein. Ergänzt wurde das

Angebot an Eilzügen durch einen nur sonntags

verkehrenden E 31 79, der, von Aachen kommend,

um 23.38 Uhr in Iserlohn eintraf.

Abellio übernimmt

Heute sind diese Eilzugverbindungen längst Geschichte.

Nachdem DB Regio als Anbieter im Dezember

2007 den Personenverkehr sowohl auf der

Ruhr-Sieg-Strecke als auch auf dem Iserlohner

Streckenast an die Firma Abellio verloren hatte, kamen

auf beiden Strecken elektrische Triebwagen

des Typs FLIRT zum Einsatz, die auch heute noch

attraktive Zugverbindungen ins Ruhrgebiet oder in

Richtung Siegen/Frankfurt anbieten.

Stündlich verkehren je ein Regionalexpress und

eine Regionalbahn, sodass sich auf beiden Verbindungen

ein Halbstundentakt ergibt. RE 1 6 kommt

von Essen Hbf als zweiteilige Triebwageneinheit,

LOKMagazin 12 | 2014

die in Letmathe getrennt wird. Ein Triebwagen

läuft nun weiter auf der Ruhr-Sieg-Strecke in Richtung

Siegen Hbf, während der andere Zugteil Iserlohn

ansteuert.

In der Gegenrichtung erfolgt die Zusammenführung

der beiden Zugteile ebenfalls in Letmathe.

RB 91 läuft in der Relation Hagen Hbf – Siegen

Hbf/Iserlohn. Auch hier werden die beiden Zugteile

in Letmathe getrennt bzw. wieder vereinigt.

Zusammen mit den Regionalbahnen in Richtung

Schwerte und weiter nach Dortmund verfügt die

Bergstadt Iserlohn damit über ein durchaus attraktives

Zugangebot.

Neuer Bahnhof in Iserlohn

Schade ist allerdings, dass der Bau des neuen Empfangsgebäudes

in Querlage eine mögliche Reaktivierung

des in Richtung Ruhrtal führenden

Streckenstücks praktisch unmöglich gemacht hat.

Zwar wäre es prinzipiell möglich, ein Gleis neben

dem Bahnhofsgebäude vorbei zu führen, die teilweise

Überbauung der Strecke zwischen Iserlohn

und Hemer wird solche Pläne aber wohl dauerhaft

verhindern.

Christoph Riedel

103


GESCHICHTE

Schneidemühl (Pila) am 6. Juli 1975: links die Ty 51-60 und rechts daneben Ty 43-25

Alle Fotos Christian Klink

DAMPFLOKOMOTIVEN IN POLEN

Mit Genehmigung auf Tour

ALTEN PREUSSEN UND VIEL MEHR Vor 40 Jahren wagt Christian Klink eine

erste Reise nach Polen. Noch hat er nur Schwarz-Weiß-Filme im Gepäck.

1975 fährt er erneut los, mit Diafilmen und einer Genehmigung aus Warschau

E

s geht durch herrliche pommersche Landschaft,

über Konitz und durch die Tucheler

Heide erreiche ich Preußisch Stargard. Dann

überquere ich die mächtige Weichsel und die Nogat,

ihren Mündungsarm. Dirschau habe ich links

liegen gelassen, und gleich bin ich in Marienburg.

Parallel zur Straßenbrücke verläuft die Eisenbahnbrücke,

die sich noch immer im Wiederaufbau befindet.

Die Feste Marienburg, unmittelbar an der

Nogat gelegen, ist ein imposanter Gebäude-Komplex,

originalgetreu wieder aufgebaut, ein Anziehungspunkt

für Touristen.

Auf der wichtigen Bahnlinie, die direkt unterhalb

der Burg verläuft, herrscht reger Betrieb, Reisezüge

fast durchweg mit Ok 1 , Güterzüge meist

mit Ty 4 (44er der DR), überwiegend ölgefeuert.

Ein zur Burganlage gehörender Turm ist offen und

104

frei zugänglich; von da oben hat man einen hervorragenden

Blick auf die über die Brücke führende

Bahntrasse. Und man kann unbeobachtet fotografieren.

Einheitsloks und Amerikaner

Ich fahre mit dem Zug nach Dirschau; im Bw entdecke

ich bei der Vorbeifahrt eine Oi 1 (24er der

DR) und Ty 4, aber auch die 1 ’E-Amerikaner vom

Ty 246 sind dazwischen. Ich unterhalte mich mit

einem Lokführer und erfahre, dass die Ty 4 Öl zum

Bw Dirschau gehören und dass die Brücke nur mit

1 0 km/h befahren werden darf.

Auf der Rückfahrt komme ich mit einem Uniformierten

ins Gespräch; er berichtet mir ganz freizügig,

dass er zur Brückenbewachung gehört, das

Bauwerk wird rund um die Uhr bewacht.


DAMPFLOKOMOTIVEN IN POLEN

Im Bahnbetriebswerk Posen gelang am 3. Juli 1975 das Bild der Neubaulok Ol 49-70, rechts eine OK 1

Ich bin auf dem Weg nach Süden, über Marienwerder

und Graudenz erreiche ich Thorn. Mein Interesse

gilt der Bahntrasse zwischen Thorn und

Bromberg. Und die verläuft dort in herrlichen Kiefernwäldern,

ideal für Aufnahmen. Das Angebot

ist reichhaltig, alle interessanten Loks kommen da

vorbei, auch die Pm 2, die DR-03.

Den Ort der Kindheit gefunden

Am nächsten Tag will ich den Sprung nach Oberschlesien

wagen, das können durchaus 400 Kilometer

werden. Ich fahre über Gnesen und komme

nach Schroda, wo ich die Schmalspur-Schlepptenderloks

der Reihe Px 48 finde. Ich durchfahre die

schönen Städte Jarotschin und Krotoschin mit

ihren auffallend großen Marktplätzen. Mein Ziel

für jenen Tag ist der Campingplatz Turawa bei Oppeln.

Mit Oppeln habe ich die Bezirksstadt meines

Heimatortes erreicht. Bald bin ich in der Kreisstadt

Leobschütz, und ein paar Dörfer weiter in meinem

Heimatort Stolzmütz.

Dort finde ich alles so wieder wie aus den Kindheitserinnerungen

gespeichert. Zustände, Eindrücke

und Empfindungen sollen hier nicht weiter

erörtert werden, nur so viel: Die Dampfeisenbahn

fährt noch immer wie einst.

Doch meine Polen-Zeit nähert sich dem Ende.

Über Glatz und Waldenburg, dort regiert der elek-

LOKMagazin 12 | 2014

trische Betrieb, geht es gleich weiter nach Hirschberg.

Ty 5 (Reichsbahn-50er) bespannen dort die

Güterzüge, TKt 48 fahren die Personenzüge ins

Riesengebirge und Schnellzüge haben eine Pt 47

vorgespannt.

Der 28. Juli 1 974, ein Sonntag, ist mein letzter

Tag in Polen. Über Lauban, wo ich noch die Pt 47

mit schweren Zügen erleben kann, fahre ich zum

Grenzübergang Görlitz. Die Kontrollen verlaufen

problemlos, nur die zwei Stunden Wartezeit sind

ärgerlich. Auch die Transitfahrt über die Dresdner

Autobahn zum Übergang Hirschberg-Rudolphstein

verläuft glatt, die Formalitäten sind in 1 5 Minuten

erledigt. Um 20.00 Uhr bin ich wieder auf

BRD-Boden.

Am nächsten Tag habe ich dann rund 450 Kilometer

vor mir; unterwegs nehme ich noch in Lichtenfels

den letzten verbliebenen Dampf-Reisezug

über die Schiefe Ebene mit, und in der Rhön erwische

ich den N 8029 von Bad Neustadt nach Bischofsheim,

beide Züge mit der Baureihe 50. Dann

geht es zügig heimwärts.

Ein faszinierendes Unternehmen, mit einem

Schuss Abenteuer gewürzt, ist zu Ende. Mit vielen

Eindrücken und Erlebnissen. 1 6 Tage war ich unterwegs,

habe 3.800 Kilometer durch teils sehr

schöne, ursprüngliche Landschaften zurückgelegt,

habe dabei die unterschiedlichsten Menschen ken-

105


GESCHICHTE

Schneidemühl (Pila), 6. Juli 1975: Die Ok 22-1, erste Lok ihrer Baureihe, mit dem P 5821 nach Stargard

nengelernt. Und alles ohne jeglichen Zwischenfall,

nicht einmal wurde ich kontrolliert!

Mit meiner Fotoausbeute bin ich den Umständen

entsprechend recht zufrieden, bedauere im

Nachhinein jedoch, keine Dia-Filme verwendet zu

haben. Aber eine Wiederholung im Jahr 1 975 habe

ich mir fest vorgenommen.

Zuerst Türkei, dann Polen

Die Planungen für 1 975 laufen. Bei der DB werden

zum Fahrplanwechsel Ende Mai die 01 .1 0 aus

Rheine abgestellt. An größeren Unternehmungen

plane ich im Frühjahr eine Reise mit meinem Bruder

in die Türkei und im Sommer wieder nach Polen.

Von den Erkenntnissen meiner vorjährigen

„Schnuppertour“ möchte ich nun profitieren, vorausgesetzt,

die polnischen Behörden spielen

wunschgemäß mit.

Anfang Januar schreibe ich wieder nach Warschau,

und bereits vier Wochen später erhalte ich

die überraschende Mitteilung, dass ab September

1 974 die Bestimmungen gelockert sind und fünf

Normalspur-Bahnbetriebswerke für Fotografen zugänglich

sind (Malbork, Choszczno, Sierpc, Pyskowice

und Jaworzyna).

Gleich nach der Rückkehr aus Rheine schreibe

ich erneut nach Warschau. Neben der Bitte um

eine Fotogenehmigung für die besagten Heizhäuser

äußere ich den verwegenen Wunsch, auch in

den Bahnhöfen Dirschau, Schneidemühl, Bromberg

und Thorn fotografieren zu dürfen. Das hatte

ich ja bereits im Vorjahr bei verschiedenen Gelegenheiten

zum Ausdruck gebracht.

Inzwischen treffe ich Reisevorbereitungen, am

1 . Juli 1 975 werde ich fahren. Die Reisepapiere sind

komplett. Meine Ausrüstung habe ich durch eine

Super-8-Kamera und einen Fotoapparat erweitert.

Nur mein guter VW „Käfer“ ist der selbe. Eine Woche

vor dem Start erhalte ich die ersehnte Post aus

Warschau: Neben einem Anschreiben die Fotogenehmigung!

Zu den fünf Betriebswerken auch für

die von mir gewünschten Bahnhöfe! Bei allem Optimismus

– damit konnte ich nicht unbedingt rechnen;

umso größer ist meine Freude.

Bei der Bahnpolizei melden

Dann geht es los. Die Grenzkontrollen verlaufen

problemlos, ich komme gut voran mit erstem Ziel

Posen. Auf der Hauptbahn scheint alles in Diesel-

Hand zu sein. Obwohl erst früher Nachmittag, verweist

mich der Chef des Bahnhofs auf den nächsten

Morgen. Ich nutze die Zeit und suche meinen

Bw-Begleiter vom Vorjahr auf, lasse mir dabei meine

in polnisch verfasste Fotogenehmigung übersetzen.

Der wichtigste Passus ist gewiss der, wonach

ich mich an jeder Dienststelle zuerst bei der

Bahnpolizei zu melden habe!

Wie vereinbart bin ich am Folgetag pünktlich

um 6.30 Uhr zur Stelle. Wir gehen gleich zur

Bahnpolizei; hier scheint gerade so etwas wie

106


DAMPFLOKOMOTIVEN IN POLEN

12. Juli 1975: In Dirschau (Tczew) glänzt die Ok 1-410 vor dem gewaltig langen Eilzug 620 nach Eylau

Die Pm 2-28 (03 224) setzt in Schneidemühl vom Personenzug 4017 von Torun ab (6. Juli 1975)

LOKMagazin 12 | 2014

107


GESCHICHTE

Am 12. Juli 1975 rangiert in Dirschau die Oi 2-29. Es ist die 24 092 (am 15. Oktober 1976 ausgemustert)

Die Genehmigung aus Warschau vom 20. Juni 1975

mit dem Wunsch nach „sonnigen Tagen“ Chr. Klink

Schichtwechsel stattzufinden. Wir werden in einen

Nebenraum gebeten, wo wir warten sollen. Das

dauert über eine Stunde! Dann werden wir endlich

ins Büro gebeten, wo sich neues Personal eingerichtet

hat. Es folgen endlose Gespräche untereinander

und mit mir, meine Genehmigung wird immer

wieder rumgereicht und von jedem mehrfach

gelesen. Und vor allem wird laufend und sehr engagiert

telefoniert! Ich bin sprachlos, hatte ich mir

doch alles recht unkompliziert vorgestellt!

Keine Probleme im Bw

Aber zumindest weiß ich jetzt, wer auf Bahngelände

das Sagen hat. Schließlich kommt ein junger

Polizist, der mich zum Bw geleitet. Dort melden

wir uns beim Chef, einem deutschsprachigen

Herrn, sehr nett und aufgeschlossen. Und endlich

kann ich fotografieren, was ich sogleich ausgiebig

tue. Im Bw herrscht reger Betrieb, fast ausschließlich

Dampf. Die Maschinen sind durchweg gut gepflegt,

machen einen guten Eindruck. Und auch

die Menschen, denen ich hier zwangsläufig über

den Weg laufe, sind ausnahmslos sehr zugänglich.

Nach zwei Stunden bedanke und verabschiede ich

mich im Bw, bei der Polizei und am Bahnhof.

Ich setze mich in mein Auto, mache ein paar

Notizen, überdenke den heutigen Tag. Das war also

die erste Bewährungsprobe für meine Fotogenehmigung.

Ich konnte letztendlich freizügig fotografieren,

aber die vorausgegangenen stundenlangen,

zähen und komplizierten Verhandlungen machten

mich nachdenklich.

Diese Nachdenklichkeit kam nicht ohne Grund:

Nun schaltet sich die polnische Staatssicherheit

ein! Lesen Sie weiter im Heft 1 /201 5 …

108


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GESCHICHTE

Die 100 719 im Sommer 1984 in Salzmünde an der Rampe für den Straßenroller

Ralph Lüderitz

SPURENSUCHE

DEFA-Felsen

TEUTSCHENTHAL – SALZMÜNDE Mit

einer Kreuzung auf freier Strecke ohne

Gleisverbindung zur Halle-Hettstedter

Eisenbahn bot diese kurze Bahn

nicht nur einen interessanten Aspekt

D

ie Strecke Teutschenthal – Salzmünde war

eine normalspurige preußische Nebenbahn

in Sachsen-Anhalt. Sie wurde am 22. Oktober

1 888 eröffnet und führte vom Bahnhof Teutschenthal

an der Halle-Kasseler Eisenbahn in das

Städtchen Salzmünde und zum dortigen Hafen am

Ufer der Saale.

Interessant ist, dass ab 1 896 die Halle-Hettstedter

Eisenbahn (HHE) die Gegend westlich von Halle

bis zum Harzvorland erschloss und dabei im

Süden von Salzmünde die bestehende Strecke

überquerte, ohne eine Verbindung zu dieser herzustellen

– man konkurrierte ja auch miteinander!

Bereits 1 962 musste der Verkehr zwischen

Bennstedt und Salzmünde wegen Oberbaumän-

geln eingestellt werden. Und nun, da es unter dem

gemeinsamen Dach der Deutschen Reichsbahn

auch keine Konkurrenz mehr gab, wurde ein interessanter

Inselbetrieb geschaffen: Für die Empfänger

von Wagen in Salzmünde, die weiterhin auf die

Bedienung angewiesen waren, richtete die Rbd

Halle einen Straßenroller-Transport von Salzmünde

Süd an der Halle-Hettstedter Strecke nach Salzmünde

ein. Weit war der Weg für den Culemeyer

nicht, etwas mehr als ein Kilometer musste auf der

Straße zurückgelegt werden. Unvorstellbar! Natürlich

würde man heute mit dem Lkw gleich von A

bis Z durchfahren.

Von Teutschenthal aus wurde noch in den

1 980er-Jahren bis Bennstedt gefahren, denn von

dort führte ein Anschlussgleis zur Zuckerfabrik in

Langenbogen. Diesen Güterverkehr erledigte eine

V 60 vom Bahnhof Teutschenthal, aber es gibt

auch Bildbeweise für Dampfloks der Baureihe

52.80 des Bw Röblingen.

Von Zappendorf nach Spanien?

Eine Streckenwanderung ist auch heute noch – obwohl

viele Spuren inzwischen verwischt sind –

hochinteressant: In Salzmünde steht noch das

schöne Empfangsgebäude aus gelbem Klinker, es

ist Wohnhaus und Tierarztpraxis. Große Speicher

in der Nähe zur Saale lassen erahnen, was hier

110


SPURENSUCHE

Brücke der HHE über die Trasse in Salzmünde RH (4)

Teutschenthal: Im Rücken ging es nach Salzmünde

Preußisches Brückengeländer in Zappendorf

Bei Bennstedt liegt noch ein Stück Gleis

früher für ein reger Güteraustausch stattgefunden

haben muss. Nach Süden verließ die Strecke das

Städtchen, heute nutzen Kleingärtner die Trasse,

um zu ihren kleinen Paradiesen zu gelangen. Gut

erhalten – und noch mit Gleisen – überquert die

Halle-Hettstedter Strecke bald unseren Weg. Es

geht im Tal der Salza entlang und leicht bergan (sie

mündet in die Saale, daher der Name).

Es folgt Zappendorf, wo ein Kaliwerk einen

Gleisanschluss besaß, sehr gut erhalten ist die

Siedlung mit den Wohnhäusern. Weiter schlängelt

sich die Trasse durch Gärten und landwirtschaftlich

genutzte Flächen. Weiße Kalkfelsen leuchten

in der Sonne: Dort drehte die DEFA ihren Klassiker

„Fünf Patronenhülsen“, der 1 960 in die Kinos

kam, ein Heldenepos über die Kommunisten im

Spanischen Bürgerkrieg. Erwin Geschonnek spielte

eine Hauptrolle, dazu die damals noch recht unbekannten

Manfred Krug, Ulrich Thein und Armin

Müller-Stahl, heute ein Hollywood-Weltstar!

Bei Bennstedt findet man noch einen Gleisrest

im Überweg, doch im weiteren Verlauf bis Teutschenthal

ist die alte Trasse teilweise nur noch zu

erahnen. Kurz vor dem Bahnhof steht auf einem

Gleisstummel – praktisch den ersten Metern der

Bahn – die 201 001 abgestellt. Das Areal wird heute

vom Gleisbau Röblingen als Abstell- und Rangieranlage

genutzt.

Rudolf Heym

LOKMagazin 12 | 2014

LAGE, DATEN, FAKTEN

Teutschenthal – Salzmünde

Spurweite

1.435 mm

Streckenlänge

8,6 km

Eröffnung 22. Oktober 1888

Einstellung

GV Bennstedt – Salzmünde 1962

PV Teutschenthal – Bennstedt 22. Mai 1966

Weiter aber Inselbetrieb mit Kö in Salzmünde und

Anschlussbedienung Teutschenthal – Bennstedt

Gesamtstilllegung 31. Dezember 2001

Wanderung: Teile der früheren Trasse im Raum Salzmünde

sind heute Rad- bzw. Fahrweg. Ab Zappendorf bis

Teutschenthal ist die frühere Strecke weitestgehend nicht

mehr erkenn- und begehbar.

111


AKTUELL

LESERBRIEFE

LOK MAGAZIN

Postfach 40 04 09, D – 80702 München

Tel. (089) 13 06 99-750, Fax (089) 13 06 99-700

redaktion@geramond.de, www.lok-magazin.de

Bei gelungenem Farbdesign wirkte die Frontpartie der RABe 526

nicht besonders gefällig und klobig (Kreuzlingen Juli 2001) Ulf Degener

Zum Porträt „Eine Idee aus der

Schweiz“ im LM 11/14:

Die in ihrer Spätphase recht aggressiv,

aber glücklos agierende

MThB hatte ab 1 996 zur Beschleunigung

des Verkehrs auf

der von den SBB übernommenen

Strecke am südlichen Bodensee

(„Seelinie“) zahlreiche

GTW 2/6 in der Ursprungsform

beschafft. Das sehr kantige Design

wurde bei den Nachfolgemustern

anderer Bahnen nicht

übernommen. Ulf Degener

Zum Vectron-Porträt „Richtungsweisend“

im LM 10/14:

Dem Lobgesang des Autors auf

die neue Vectron-Plattform muss

ich als Lokführer entschieden wi-

dersprechen! Ewig lange Aufrüstzeiten,

brettharte Sitze, zu

tiefes Führerpult mit Beinfreiheit

für Liliputaner, primitive

Sonnenschutzrollos, fehlende

Seitenfenster, unübersichtliche

Displays in Bezug auf Hlb-, Hllund

Bremszylinderdruck und

vor allem permanente Fehlmeldungen

und Störungen aufgrund

von Software-Fehlern und

Billig-Bauteilen machen zumindest

die Baureihe 1 93 beim Personal

zu einer der unbeliebtesten

Lokomotiven. Diese Kritik kann

ich nach vielen Erfahrungen auf

den 1 93 804 und 806 (EVB/

MWB-Mietlok) und 1 93 209

(SBB-Mietlok) detailliert belegen!

Leider ist bei den meisten der

neuen Schienenfahrzeuge heute

wohl nur noch der Kostendruck

zulasten solider Konstruktion

und erprobter Ausrüstung maßgebend.

Matthias Hille, Lokführer

Zur Meldung auf Seite 31 im

LM 10/14:

Ich fürchte, Sie haben eine Tod -

sünde begangen, indem Sie den

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Buchhandlung Mahnke

27265 Verden Große Str. 108

Roland Modellbahnstudio

28217 Bremen Wartburgstr. 59

Buchhandlung Decius

30159 Hannover Marktstr. 52

Train & Play KG

30159 Hannover Breite Str. 7

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40549 Düsseldorf Willstätterstr. 15

Buchhandlung Emil Müller

42287 Wuppertal Meckelstr. 59

Technoshop Modelleisenbahn

46238 Bottrop Scharnhölzstr. 258

Buchhandlung Scheuermann

47051 Duisburg Sonnenwall 30

Fachbuchhandlung Jürgen Donat

47058 Duisburg Ottilienplatz 6

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48145 Münster Warendorfer Str. 21

Buchhandlung H. Th. Wenner

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Buchhandlung Diekmann

63739 Aschaffenburg Steingasse 2

Buchhandlung Kunkel

63814 Mainaschaff Milanstr. 6a

Buch & Zeitschr.-Agentur Harrassowitz

65205 Wiesbaden Kreuzberger Ring 7 b – d

Buchhandlung Dr. Kohl

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70176 Stuttgart Leuschnerstr. 35

Buchhandlung Wilhelm Messerschmidt

70193 Stuttgart Schwabstr. 96

Buchhandlung Albert Müller

70597 Stuttgart Epplestr. 19C

Eisenbahn-Treffpunkt Schweickhardt

71334 Waiblingen Biegelwiesenstr. 31

Osiandersche Buchhandlung GmbH

72072 Tübingen Unter dem Holz 25

Buchhandlung Beneke

72074 Tübingen Gartenstr. 16

Kiosk Sternplatzpassage

73312 Geislingen Stuttgarter Straße 90

Bauer Modelleisenbahnen

74613 Öhringen Marktstr. 7

112


LESERBRIEFE / HÄNDLERVERZEICHNIS / IMPRESSUM

tschechischen Diesellok-Klassiker

T 478.1 mit den Nachfolgegattungen,

die wegen ihrer Form

die Spitznamen Brille bzw. Taucherbrille

tragen, verwechselten!

Die gezeigte Lok T 478.1 01 0

ist in der Tschechei unter verschiedenen

Kosenamen bekannt,

etwa „Zamracena“ (Finstergesicht)

oder „Bardotka“. Sie erfreut

die Fans wegen ihres gelungenen

Aussehens, aber vor allem

aufgrund des einzigartigen

„Konzertes“ ihres schalldämpferlosen

Dieselmotors.

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Fachbuchzentrum & Antiquariat Stiletto

80634 München Schulstr. 19

Eisenbahn Treffpunkt Schweickhardt

86391 Stadtbergen Wankelstr. 5

Buchhandlung Jakob

90402 Nürnberg Hefnersplatz 8

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90419 Nürnberg Bucher Str. 109

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90478 Nürnberg Schweiggerstr. 5

Friedrich Pustet

94032 Passau Nibelungenplatz 1

Buchhandlung Kleinschmidt

95028 Hof Ludwigstraße 13

Schöningh Buchhandlung

97070 Würzburg Franziskanerplatz 4

LOKMagazin 12 | 2014

Zum Beitrag „Wirklich keine

Zukunft?“ im LM 10/14:

In den östlichen – neuen – Bundesländern

wiederholt sich seit

25 Jahren das, was DB und Staat

im Westen um 1 980 erledigten:

Den kompletten Rückzug der

Bahn aus der Fläche.

Sebastian Krug, Nürnberg

Wenn die Leute aber auch alle

Auto fahren (müssen), weil Arbeits-

und Einkaufsstätten dezentral

auf der grüne Wiese liegen,

nützt eine schöne Bahn im

Tal überhaupt nichts.

Gerhard Richter, Meißen

In der Fotokiste gefunden:

Im Spätsommer 1 960 wurde

im Bahnhof Ansbach die Tenderlok

70 023 vor einem Personenzug

aufgenommen.

Eckart Westphalen, Hamburg

Österreich

Buchhandlung Herder

1010 Wien Wollzeile 33

Modellbau Pospischil

1020 Wien Novaragasse 47

Technische Fachbuchhandlung

1040 Wien Wiedner Hauptstr. 13

Leporello – die Buchhandlung

1090 Wien Liechtensteinstr. 17

Leykam Buchhandels GmbH

8010 Graz Stempfergasse 3

Belgien und Niederlande

B.V.S. – Shop-Eisenbahnbüchershop

8200 Brugge 2 Stationslaan 2

van Stockum Boekverkopers

2512 GV Den Haag Westeinde 57

Nr. 399 | 12/14 | Dezember | 53. Jahrgang

LOKMagazin

Internet: www.lok-magazin.de

Gegründet von Karl-Ernst Maedel †

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Stuiber

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beiter

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Friedhelm

Ernst,

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Feldmann,

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Alfred

Alfred

Gottwaldt,

Gottwaldt,

Markus

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Inderst,

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Udo

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Kandler,

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Andreas

Andreas

Knipping,

Knipping,

Hans-J.

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Lange,

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Uwe

Uwe

Miethe,

Miethe,

Eduard

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Saßmann,

Saßmann,

Malte

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Werning,

Szymanowski,

Hans-B.

Malte

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Verantwortlich für den redaktionellen Inhalt: Rudolf Heym;

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VORSCHAU

TITELTHEMA

Der Neige-ICE 411/415

AKTUELL

Abschied vom 610er

1 994, vor 20 Jahren, wurden sie bestellt, die

ersten ICE-Einheiten mit Neigetechnik. Ende

201 5 soll das Re-Design der Züge beginnen.

FAHRZEUGPORTRÄT

Die bayerische S 3/6

Zeno Pillmann

Der Ur-Pendolino der Baureihe 61 0 geht in den

Ruhestand. Anlass, Erfolge und Niederlagen der

Neigetechnik zu bilanzieren.

GESCHICHTE

Bahnhof Schwarze Pumpe

Uwe Miethe

Andreas Knipping stellt die bekannteste und wohl

schönste deutsche Schnellzugdampflok aus der

Länderbahnzeit ausführlich vor.


NICHT VERPASSEN: DAS LOK MAGAZIN 1/2015 – MIT EINER GANZ

BESONDEREN ÜBERRASCHUNG – ERSCHEINT AM 5. DEZEMBER 2014!

Uwe Miethe

Für das größte Braunkohlen-Veredlungswerk der

Welt errichtete die DR einen neuen Bahnhof. In

langen Zügen wurden die Werktätigen befördert.

Hans Kirsche

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SCHLUSSPUNKT

Alles schläft am 22. Januar 1981,

nur die alte Bundesbahn nicht:

118 035 in Erlangen Hbf mit Postund

Expressgutwagen

Gert Nowak


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Faszinierende Bilderwelten.

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Bitte einsteigen: 27 stimmungsvolle Tram-Motive in diesem Wandkalender

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sFr. 26,90 € 17,99

ISBN 978-3-86245-788-5

Faszination Technik

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