Zwei Leben einer Kriegerin

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Zwei Leben einer Kriegerin

später kam die Räuberbande zu ihr und ernannten sie zum Oberhaupt, denn der alte Räuber

war gegangen und hatte einen Brief hinterlassen, indem stand, dass sein Zeit um war und sie

seine Nachfolgerin sei. Sie nahmen dies an und drängten Isabella dazu nun ihr neues

Oberhaupt zu sein. Sie willigte ein, aber es war keine Freude dahinter sondern tiefe Leere. Sie

wusste nicht was sie davon halten sollte, dass der alte Anführer fort war und die Bande

einfach sich selbst überlassen hatte.

Inzwischen war Isabella 22 und sie empfand keine wirkliche Lust an diesem Getümmel, aber

sie kannte es nicht mehr anders und sie wusste nicht, was sie sonst tun sollte.

Bald lag das Dorf in Schutt und Asche und sie waren mit ihrer Beute fort. In der Nähe eines

Abhangs machten sie Rast.

Die Räuber unterhielten sich und tauschten ihr gerade Erlebtes aus und lachten über die

Dummheit der Dorfbewohner, doch Isabella fand an diesem Tag nicht einmal die Geduld sich

das Spektakel anzuhören, geschweige denn darüber zu lachen. Sie stand auf und ging an den

Rand der Klippe, denn dort hörte sie nicht mehr das Gelächter der ’Idioten’.

Sie schloss die Augen und hob ihr Gesicht nach oben gen Himmel. Der Wind umschmeichelte

ihr Gesicht und spielte mit ihren Haaren.

Waren nicht in Wahrheit sie die Narren, dass sie dachten immer so leben zu können? War das

gar die Absicht des alten Anführers gewesen? Hatte er sich erhofft, dass die Bande

auseinander fiel? Oder hatte er sich erhofft, sie würde eine Söldnertruppe oder gar eine

Einheit zum Schutze eines Dorfes daraus machen? Siecher hatte sie ihm davon erzählt, dass

sie solche Pläne hatte, aber sie hatte nie daran gedacht dies umzusetzen...

Sie stöhnte verzweifelt auf. Hatte sie drei Jahre lang die Bande so weitergeführt, obwohl der

alte Anführer dies nicht so gewollt hatte? Aber warum hatte er dann nicht alles verändert?

Isabella sah nach unten. Es glitzerte in der Sonne, also musste da unten ein Fluss sein!

Sie wollte sich umdrehen, um wieder zu ihrer Bande zu gehen, aber sie rutschte aus und fiel...

Dunkelheit!

Als Isabella erwachte, lag sie in einem Bett und konnte sich nicht bewegen. Ein alter Mann in

zerschlissener Kleidung kam an ihr Bett gehumpelt und wechselte ihre Bandagen. Er sprach

zu ihr wie zu einer er Tochter und sie hatte das Gefühl zu Hause zu sein. Dann schlief sie wieder

ein.

Als sie nun erwachte, hörte sie den alten Mann mit einem anderen reden, verstand aber nicht,

worüber sich die beiden unterhielten. Als sie merkten, dass sie erwacht war, kamen sie beide

an das Bett und sahen nach ihr. Der jüngere musste etwas älter als sie selbst sein. Er war groß,

stark und hatte einen ehrlichen Blick, der einen immerzu prüfend beobachtete. Der alte Mann

war sehr eingefallen und einen etwas matten Blick. Er schien krank zu sein.

Die beiden Männer kümmerten sich so gut um Isabella, ohne Fragen zu stellen, dass sie bald

wieder aus dem Bett konnte und sogar wieder mit dem Schwert und ihrer Peitsche üben

konnte. Auch der jüngere von beiden trainierte mit dem Schwert und er schien wirklich sehr

gut zu sein. Die Zeit verging und obwohl Isabella ihr Haar immer kurz getragen hatte, weil sie

um ihre Familie getrauert hatte, ließ sie nun ihr Haar wachsen, als der Jüngere ihr sagte, dass

sie mit längeren Haaren sicher gut aussehen würde.

Doch dann wurde der alte Mann bettlägerig und als seine Zeit gekommen war, beichtete er

ihr, dass er der alte Anführer gewesen war und genau gewusst hatte, wer sie war, als er sie am

Ufer des Flusses gesehen hatte. Er zeigte ihr die Narbe an seinem Arm, die sie ihm damals

zugefügt hatte, als sie ihn gebissen hatte. Er erklärte ihr, dass ihn ein Brief erreicht hatte, dass

die Mutter seines Sohnes gestorben sei und er hatte sich entschlossen sich zur Ruhe zu setzen,

denn er wollte nicht mehr rauben und morden. Er hätte hier den Frieden und die Erfüllung

gefunden, dann starb er. Isabella und der Sohn, Rallo, beerdigten den Toten und sie beide

wussten, dass sie keine Menschen für den Frieden waren, aber sie würden wenigstens

versuchen die Ungerechtigkeit dieser Welt mit ihren Schwertern zurück zu drängen. Sie

schworen es auf ihr Blut und ihrem Schwert: Das Leben bewahren und zusammen sterben!

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