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Ausreichend kontrolliert - KWR

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Ein Großbauvorhaben im

Ein Großbauvorhaben im Hochbau: Auf der Baustelle arbeiten zahlreiche Unternehmen gleichzeitig nebeneinander. Die Ausführungsphasen der einzelnen Firmen überlappen sich gegenseitig und greifen ineinander. Die Örtliche Bauaufsicht, die ansonsten keine anderen Aufgaben wie etwa die Planung zu erfüllen hat, hat Hochbetrieb: Es ist zu koordinieren, zu organisieren, zu überwachen und immer schön brav an den Bauherrn zu berichten – damit dieser auch weiß, was auf seiner Baustelle vorgeht. Nahezu täglich werden gerade erst fertig gestellte Ausführungsund Detailplanungen vom Planer des Bauherrn auf die Baustelle angeliefert. Nach diesen Plänen ist zu bauen. Der Planer schickt komplexe Armierungspläne, die die Anordnung der zu verlegenden Eisen in horizontalen Schnitten von jeweils 20 Zentimetern zeigen. Er stellt Detailpläne zur Verfügung, welche die Montagedetails von Wand- und Deckenkonstruktionen abbilden. Fehler in der Planung. Die Pläne sind mangelhaft. Das offenbart sich allerdings erst bei der Ausführung. Die ausführenden Unternehmen machen letztlich Mehrkosten wegen mangelhafter Planung geltend. Sie behaupten, die Mängel nicht erkannt zu haben und dazu aufgrund der Komplexität der Pläne auch nicht verpflichtet gewesen zu sein (keine Überspannung der Warnpflicht). Sie haben ihre Prüf- und Warnpflicht nicht verletzt. Der Auftraggeber muss die Mehrkosten an die Auftragnehmer bezahlen. Hätte jemand die Mängel vor der Ausführung der jeweiligen Bauteile erkannt, hätte ein Großteil der Mehrkosten verhindert werden können. Vom Planer selbst ist „nichts mehr zu holen“, weil er mittlerweile insolvent geworden Spezialisiert: Die ÖBA hat Sachverständigenstatus. Ihr muss bei einer Planung natürlich „mehr auffallen als einem Bäcker“. Architektur ohne Grenzen

BAURECHT istockphoto ist. Der Auftraggeber kommt auf die Idee, sich zumindest teilweise bei der ÖBA zu „regressieren“. Schließlich war diese ja ständig überwachend vor Ort und verdingt sich selbst außerdem als „Ziviltechniker GmbH“. Es stellt sich die Frage, ob ihr die Planungsmängel nicht auffallen hätten müssen. Soll-Ist-Vergleich. Laut Definition umfasst die ÖBA die Leistungen der Bauüberwachung und Koordination, die Termin- und Kostenverfolgung, die Qualitätskontrolle, die Rechnungsprüfung, Bearbeitung von Mehr- und Minderkostenforderungen, Übernahme und Abnahmen, Mängelfeststellung und -bearbeitung sowie die Dokumentation vor und während der Ausführung und bis zum Ende der Gewährleistungsphase. Kurz gesagt: die Überwachung, Koordination und Kontrolle des Bauablaufes. Die Projektvorbereitungs- und die Planungsphase sind demnach für die ÖBA nicht relevant. Eine wesentliche Leistung der ÖBA ist also: Prüfung der Ausführung auf Übereinstimmung mit der Planung. Also ein Soll-Ist-Vergleich. Dazu ist zunächst erforderlich, das Soll, die Planung, zu kennen. Nur so kann eine Übereinstimmung mit der Ausführung überhaupt schlüssig festgestellt werden. Ob dieser Vorgang nun rein mechanisch vor sich gehen kann oder aber auch eine inhaltliche (Richtigkeits-) Prüfung der Planung umfassen muss, kann nicht generell gesagt werden. Nach der Prüf- und Warnpflicht des § 1168a ABGB muss der Auftragnehmer die ihm vom Auftraggeber zur Verfügung gestellten Ausführungsunterlagen, Pläne etc. prüfen und – so er darin einen Mangel erkennt – den Auftraggeber deutlich davor warnen. Aber: Diese Prüf- und Warnpflicht des § 1168a ABGB gilt nur für Werkverträge – also Verträge, die auf die Erbringung einer Werkleistung, mit Der Metallbau macht’s möglich. Lichtdurchflutet Bauen dank perfekter Metallbautechnik. Von der präzisen Planung bis zur erstklassigen Ausführung. Dafür steht ALU-FENSTER: Im Zeichen der Qualität. www.alufenster.at

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