Katalog LET'S CEE Film Festival 2014

LETSCEE

FILM

FESTIVAL

2.–11. OKT. 2014 IN WIEN

www.letsceefilmfestival.com


WWW.CINEPLEXX.AT

OHNE

CINEPLEXX

Editorial

Magdalena Żelasko & Wolfgang P. Schwelle

Festivaldirektoren

Festival Directors

FOTOS: ROBERT MARCUS KLUMP

WÄRE

MISS PIGGY

Inserat

Cineplexx

NUR EINE SAU.

ÖSTERREICHS GANZ GROSSES KINO.

19 MAL IN ÖSTERREICH.

Es ist so weit: Von 2. bis 11. Oktober 2014 bringt das LET’S CEE Film Festival auch heuer wieder

jede Menge legendäre Arthouse-Klassiker und brandaktuelle Festival-Hits, ideenreiche Kurzfilme

und ausgezeichnete Dokumentarfilme, packende Dramen und ergreifende Love-Stories,

spannende Thriller und schräge Komödien nach Wien. Insgesamt werden über 90 hervorragende

Produktionen aus Zentral- und Osteuropa im Urania Kino, im Actor’s Studio, im

Village Cinema und in anderen Spielstätten gezeigt. Präsentiert werden diese in Originalsprache

mit deutschen oder englischen Untertiteln, die meisten davon als Österreich-Premiere.

Abseits der Leinwand bietet LET’S CEE Cineasten und Kinofreunden übrigens ein breites Angebot,

das von hochkarätigen Master Classes über Konzerte mit Filmmusik bis hin zu Branchentalks

reicht. Apropos: Nach den meisten Vorführungen gibt es ein moderiertes Gespräch

mit einer Person, die maßgeblich an der Entstehung des jeweiligen Filmes mitgewirkt hat.

Eine ganze Reihe von Branchengrößen wie István Szabó, Branko Lustig, Aida Begić, Cristi Puiu

oder Milcho Manchevski werden dem Publikum hier Rede und Antwort stehen. Dass wir es

zum dritten Mal geschafft haben, unser Filmfestival zu veranstalten, verdanken wir einmal

mehr einer Reihe von aufgeschlossenen Partnern, allen voran Cineplexx International, sowie

natürlich und in allererster Linie unserem Team. Ohne die ehrenamtliche und großartige Mithilfe

von vielen, oft sehr jungen und sehr gut ausgebildeten Leuten (einige wenige sind jetzt

sogar schon das dritte Jahr mit dabei, die meisten davon sind übrigens Frauen) wäre eine

Initiative, wie die unsere, nicht umzusetzen. Die Namen all jener, die heuer mitgeholfen haben,

finden Sie in diesem Katalog. An dieser Stelle: Vielen, vielen Dank! Was uns gar nicht freut:

Die Kulturabteilung der Stadt Wien unterstützt uns zwar erstmalig, aber leider nur mit einem

mehr oder weniger symbolischen Betrag. Vom auf staatlicher Ebene zuständigen Bundeskanzleramt

für Kunst und Kultur werden wir überhaupt nicht gefördert. Von dort erhielten wir

lediglich Absagebriefe. Dass sich die Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung in

den letzten Jahrzehnten massiv verändert hat und damit auch die kulturellen Bedürfnisse andere

geworden sind, scheint man da wie dort zu verschlafen. Wobei sich die Politik nicht nur

hierzulande gerne Blößen gibt: Von Russland und der Türkei, den zwei größten Ländern im

CEE-Raum, werden wir von ebenfalls nicht unterstützt. Offensichtlich werden Produktionen

über verfolgte Oppositionelle und benachteiligte Minderheiten von den dortigen Machthabern

eben nicht gerne gesehen. Unseren Kurs werden wir deswegen aber trotzdem nicht

ändern und die Vorfreude auf eine schöne Festivalzeit lassen wir uns davon auch nicht verderben.

In diesem Sinne: LET’S CEE you soon und viel Vergnügen!

The time has come: From October 2nd to October 3rd, 2014, the LET’S CEE Film Festival

will once more bring lots of legendary art-house classics and current festival hits,

inspired short films and excellent documentaries, absorbing dramas and gripping love

stories, exciting thrillers and hilarious comedies to Vienna. A total of over ninety productions

from Central and Estern Europe will be shown in the Urania Kino, the Actors Studio,

the Village Cinema and other theatres. They will be presented in their respective original

languages with German or English subtitles, most of them as Austrian premieres. LET’S

CEE will offer all cineasts and friends of cinema a wide array of off-screen activities, from

top-class Master Classes to concerts featuring film scores and talks with industry professionals.

Speaking of which: Most screenings will be followed by a moderated discussion

with a person who has been involved in the making of the respective film. A number of

industry greats will be available for questions from the audience, including István Szabó,

Branko Lustig, Aida Begić, Cristi Puiu, or Milcho Manchevski. We owe the fact that we managed

to arrange the third iteration of our Film Festival, once more, to our forthcoming

and open-minded partners - first and foremost Cineplexx International, and of course

our very own team. Without the voluntary and extraordinary help of our many, often

young and very well trained staff (some of whom are with us for the third year running,

and most of them are women), an initiative like ours would be impossible to set in motion.

You can find a list of all those who have put in a tremendous amount of effort to

help us this year in this catalogue. We would like to use this opportunity to say: Thank

you all so very much! However, there is not only reason for joy: While the city of Vienna

does support us for the very first time this year, it does so with an amount that can only

be called symbolic. The Federal Chancellary for the Arts and Culture provided no support

at all. We received only rejection letters. It seems to have escaped the attention of those

responsible that the composition of the Austrian population has changed radically in

the past decades - and so have the cultural needs. But it is not only the national politics

that show flaws: Neither Russia nor Turkey, the two larges countries in the CEE regions,

were willing to support us. It seems that productions dealing with the opposition and

discriminated minorities do not meet the taste of the ruling powers. But we will stay our

course despite all this adversity and we will not allow it to ruin our beautiful festival. In

this spirit: LET’S CEE you soon and enjoy yourself!

2 Grußwort Christof Papousek Editorial 3


Grussworte

Best Wishes

Christof Papousek

Geschäftsführender Gesellschafter der CINEPLEXX International GmbH

Managing Partner of the CINEPLEXX International GmbH

FOTO: CONSTANTIN FILM

Hier entsteht das Vertrauen

in eine Bank, die in

Österreich verwurzelt und

weltweit verzweigt ist.

Und das ist die Kombination, die MEINE BUSINESS-BANK ausmacht.

Die Raiffeisen Bank International ist nicht nur Österreichs ”

internationalste“ Bank

mit einem der größten Bankennetzwerke in Zentral- und Osteuropa. Sie steht auch

für Kundennähe, ausgezeichnetes Produktwissen und zukunftssichernde Innovationskraft.

Durch die Einbettung in die größte Bankengruppe des Landes bietet sie

ihren Kunden zusätzliche Stabilität und Sicherheit. www.rbinternational.com

Das LET’S CEE Film Festival findet heuer bereits zum dritten Mal in Folge in Wien statt.

Zehn Tage lang wird Kinoliebhabern und Cineasten ein vielfältiges Filmprogramm mit

hochwertigen Produktionen aus Zentral- und Osteuropa geboten. Das Festival bietet den

Besuchern eine hervorragende Möglichkeit, hochkarätige Filmproduktionen aus unseren

östlichen und südöstlichen Nachbarländern kennenzulernen. Zu sehen sind zahlreiche

Originalfassungen mit deutschen und englischen Untertiteln. Die sorgsam ausgewählten

Meisterwerke aus der CEE-Region sind in den drei Kinos Urania, Actor's Studio und im Village

Cinema Wien Mitte zu sehen. Neben aktuellen Produktionen, Klassikern, Arthouseund

Autorenfilmen werden auch beliebte Kassenschlager gezeigt. Wien als multikulturelle

Metropole im Herzen Europas ist der ideale Schauplatz für ein derartiges Festival. Die enge

historische, kulturelle und wirtschaftliche Verbundenheit der Stadt mit den CEE-Ländern ist

der beste Beweis dafür. Es ist uns von Cineplexx International und Constantin-Film eine große

Freude als Presenting Partner des LET’S CEE Film Festivals mit an Board zu sein. Als führender

Kinobetreiber in zahlreichen CEE-Ländern sind wir mit der Wirtschaft, der Kultur und

den Menschen der gesamten Region eng verbunden. Es ist uns darüber hinaus ein Anliegen,

den völkerverbindenden Charakter dieses Festivals zu unterstützen und den Österreicherinnen

und Österreichern sowie den Migrantinnen und Migranten aus der Region die

herausragende Filmkunst unserer Nachbarn näher zu bringen. Ganz besonders freut es uns,

dass wir heuer den zweifachen Oscar-Gewinner Branko Lustig in Wien begrüßen dürfen.

Wir wünschen allen Gästen ein interessantes und spannendes LET´S CEE Film Festival 2014!

This year’s LET´S CEE Film Festival will be the third consecutive iteration already, again

taking place in Vienna. Over a period of ten days, it will offer cineasts a rich programme

of high-level film productions from Central and Eastern Europe. The programme

features several original versions with German and English subtitles. The carefully selected

masterpieces from the CEE regions will be screened in the Urania, Actors Studio

and Village Cinema Wien Mitte theatres. Apart from current productions, classics, art

house and authors’ films, the selection will also feature popular box office hits. Being

a multicultural metropolis in the very heart of Europe, Vienna is the ideal stage for a

festival of this kind. The city’s historical, cultural and economic connections to the CEE

countries serve as the best proof for that. We at Cineplexx International and Constantin-Film

are very glad to serve as presenting partners of the LET’S CEE Film Festival.

As the leading film theatre operator in many CEE countries, we are closely tied to the

economy, culture, and the people of these regions. In addition to that, one of our core

motivations is to support the positive way in which this Festival seeks to create bridges

between nations, and also to introduce the audience, be they Austrians or migrants,

to the distinguished cinematic art of our neighbours. We are especially glad and honoured

to welcome two-time Academy Award winner Branko Lustig to Vienna this

year. We wish all the guests an interesting and exciting LET’S CEE Film Festival 2014!

4 Grußwort Christof Papousek

Grußwort Christof Papousek 5


Sebastian Kurz

Bundesminister für Europa, Integration und Äußeres

Federal Minister for Europe, Integration and Foreign Affairs

FOTO: Felicitas matern

ERFOLGS-

GESCHICHTEN

aus erster Hand!

Vorurteile

abbauen.

Motivation

schaffen.

Menschen mit Migrationshintergrund, Organisationen,

Schulen und Betriebe, die zeigen, wie’s geht – sie alle bilden

ZUSAMMEN:ÖSTERREICH. Mehr als 300 Integrationsbotschafter

stehen für erfolgreiche Integration durch Leistung. Jeder

von ihnen hat es geschafft. Wie? Das erzählen sie bei

(Schul-)Besuchen im ganzen Land.

„ZUSAMMEN:ÖSTERREICH“

AN DEINER SCHULE

„ZUSAMMEN:ÖSTERREICH“

IN DEINEM VEREIN

„ZUSAMMEN:ÖSTERREICH“

IN DEINEM BETRIEB

Zu der bewährten Organisation und dem erwartbaren Erfolg des LET’S CEE Film Festivals

möchte ich Ihnen herzlich gratulieren. Ihr – von der kulturpolitischen Sektion des

BMEIA gefördertes - Projekt bringt eine Vielzahl von Menschen zusammen und begeistert

durch Filme, die Wertvorstellungen vermitteln und für ein friedliches Miteinander,

jenseits von Vorurteilen und Intoleranz, bedeutend sind. Mit Ihrem Engagement tragen

Sie maßgeblich dazu bei, dass Diversität in der europäischen Gesellschaft nicht nur akzeptiert,

sondern auch geschätzt wird. Mehrsprachigkeit ist gelebte Realität und ein wichtiger

Bestandteil der europäischen Kulturvielfalt. Auch das wird in Ihrem Projekt deutlich.

Kunst ist ein kostbares Gut, das Kulturen verbindet und uns Menschen hilft, einander zu

verstehen, einander zu tolerieren und einander zu bereichern. Somit ist sie ein Schlüssel

zur Integration und ein Wegbereiter für Toleranz und Sensibilität. Kunst ist für eine vorurteilsfreie

Gesellschaft von größter Bedeutung. Dies zeigt sich in der Institution des LET’S

CEE Film Festivals auch dieses Jahr, das mit einem breiten Filmaufgebot aus Mittel- und

Osteuropa eine große Anzahl von Menschen erreicht, zum Nachdenken anregt und zum

Austausch einlädt. Ein gemeinsames Interesse verbindet hier die Kulturen, nämlich das des

ganzheitlichen Dialogs und der Zusammenarbeit auf nationaler und internationaler Ebene.

Mithilfe Ihres Projekts wird dieser interkulturelle Dialog unterstützt und erfreulich gestärkt.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Gute und weiterhin viel Erfolg für die Zukunft.

I would like to express my heartfelt congratulations on the well-proven organisation and

the, albeit expectable, success of the LET’S CEE Film Festival. Your project - also sponsored

by the cultural politics section of the Federal Ministry for Europe, Integration and Foreign

Affairs - brings a large number of people together and inspires with a great selection of

films that transport values and are essential for a peaceful co-existence, far from prejudice

and intolerance. Your work and commitment are a significant contribution to diversity

becoming not only accepted, but appreciated in European society. Multilingualism is an

integral part of our living reality and a key component of Europe’s cultural diversity. This

is also evident in your project. Art is a precious good that connects cultures and helps

people better understand, tolerate and mutually enrich one another. This makes art a key

to integration and a guiding light towards tolerance and mutual understanding. Art is of

immeasurable importance to a society that is free of prejudice. This is shown again this

year in the institution of the LET’S CEE Film Festival, which reaches a large number of people

with its selection of films from Central and Eastern Europe, providing food for thought

and giving opportunities for discourse. A mutual interest connects these different cultures,

one for dialogue and cooperation on a national and international level. Your project

helps support international dialogue and influences it in a very positive and delightful

way. With this in mind, I wish you the very best and continued success for the future!

www.zusammen-oesterreich.at

www.facebook.com/zusammenoesterreich

Grußwort BM Sebastian Kurz 7


Film ab für pünktlichen Versand.

Sie freuen sich auf großes Kino aus Zentral- und Osteuropa. GLS sorgt dafür, dass alle Filme

beim LET‘S CEE Film Festival in Wien ankommen. Pünktlich und sicher.

Das bewegte Bild, der Film, ist auch seit weit mehr als hundert Jahren

faszinierender und unverzichtbarer Teil unseres Kulturlebens.

Dabei werden Inhalte vermittelt, die nicht nur unterhalten, sondern

auch den Blick auf andere Länder und Kulturen ermöglichen.

Wien hat durch seine Geschichte einen engen wirtschaftlichen und

kulturhistorischen Bezug zu den Ländern Zentral- und Osteuropas,

eine Brückenfunktion nimmt unsere Stadt hier noch heute ein.

Beim dritten LET'S CEE Film Festival, das eine Auswahl der besten

Filme aus Zentral- und Osteuropa zeigt, steht dieser interkulturelle

Dialog im Fokus der Veranstaltungen. Ich wünsche den Veranstalterinnen

und Veranstaltern viel Erfolg und allen Besucherinnen und

Besuchern schöne cineastische Erlebnisse.

For more than a century, moving pictures or “movies” have been

a fascinating and essential facet of our cultural life. Beyond mere

entertainment, they open up windows to other countries and

cultures. Due to its historical background, Vienna is closely interrelated

with the countries of Central and Eastern Europe in terms

of economic activity and cultural heritage. It is still known as a

bridgehead to the CEE. Intercultural dialogue is also a clear focus

of the third LET'S CEE Film Festival, which shows a selection of

top films from Central and Eastern Europe. I wish the organisers

the best of success for the festival, and plenty of great movie moments

for the audience.

Dr. Michael Häupl

Bürgermeister und Landeshauptmann von Wien

Mayor and Governor of Vienna

FOTO: Constantin film

Grußwort Bürgermeister Michael Häupl 9


Official Film Festival Wine

inhaltsverzeichnis

Table of contents

Editorial

Editorial

Seite 03

Rahmenprogramm

Fringe Events

Seite 36

Vielversprechende Debütfilme

Promising Debuts

Seite 130

www.Liliac.com

Grußwort Christof Papousek

Best Wishes Christof Papousek

Grußwort Sebastian Kurz

Best Wishes Sebastian Kurz

Seite 05

Seite 07

Eröffnungsfilm White God

Opening Film White God

Abschlussfilm Redirected

Closing Film Redirected

Seite 39

Seite 41

Polnisches Wochenende

Polish Weekend

Junge Generation

Young Generation

Seite 134

Seite 138

Grußwort Michael Häupl

Best Wishes Michael Häupl

Seite 09

István Szabó

István Szabó

Seite 42

Schulkino/Educational Morning

School Cinema/Educational Morning

Seite 140

Inhalt

Content

Seite 11

Festivals zu Gast

Visiting Festivals

Seite 45

Integrationskino

Integration Cinema

Seite 143

Sponsoren, Förderer & Partner

Sponsors, Supporters & Partners

Seite 16

Spielfilm-Wettbewerb

Feature Film Competition

Seite 51

Kurzfilme außer Konkurrenz

Shorts Out of Competition

Seite 144

Kuratoren

Curators

Seite 19

Dokumentarfilm-Wettbewerb

Documentary Competition

Seite 69

Master Classes

Master Classes

Seite 153

Juroren

Jury

Seite 22

Kurzfilm-Wettbewerb

Short Film Competition

Seite 89

Film & Musik

Film & Music

Seite 158

Zu Gast bei LET'S CEE

Guests of LET'S CEE

Seite 24

Antikriegsfilm-Klassiker

Anti War Movie-Classics

Seite 95

Film & Talk

Film & Talk

Seite 162

Festivalkinos

Festival cinemas

Seite 29

25-The Retrospective

25-The Retrospective

Seite 105

Location-Partner, Partyline

Location-Partner, Partyline

Seite 165

Preise

Awards

Seite 32

Turbulenzen des Kommunismus

Tubulences of Communism

Seite 121

Team

Team

Seite 170

Das Programm im Überblick

Programme Overview

Seite 34

Wo die Liebe hinfällt

Love is a funny thing

Seite 125

Impressum

Imprint

Seite 172

Inhaltsverzeichnis 11


Und wieder

danke. danke sehr.

Thank you. Thank you very much.

Die VDFS verteilt die aus Kabel- und Leerkassettenvergütung sowie weiteren urheberrechtlichen

Ansprüchen anfallenden Tantiemen an Filmschaffende aus den Bereichen Regie, Kamera, Schnitt,

Filmarchitektur, Kostümbild und Schauspiel.

Sie sorgt durch Gegenseitigkeitsverträge mit ausländischen Schwestergesellschaften für Tantiemen aus dem Ausland.

Die VDFS nimmt auch soziale und kulturelle Aufgaben wahr und setzt sich für ein modernes (Film) Urheberrecht ein.

Als Direktoren des LET‘S CEE Film Festivals bedanken wir uns bei all jenen Personen (und

damit auch bei jenen Organisationen, für die eben diese im Falle des Falles stehen), ohne

die wir dieses Festival nicht veranstalten hätten können. Wir danken allen und jedem ganz

explizit und ganz besonders. Wer nicht dabei war, kann sich wohl nur schwer vorstellen, was

einige von den Genannten auch heuer wieder für das Festival geleistet haben. Allen in der

Folge angeführten Namen gebührt daher unser großer und respektive sogar unser größter

Dank. Und zwar ohne jegliche Reihung abseits einer alphabetischen. Und im Wissen, dass

die Liste nicht ganz gerecht ist, denn: Manche haben nur sehr wenig, aber doch etwas zum

Gelingen des LET‘S CEE Film Festivals beigetragen, und manche sehr, sehr viel. Hier exakt

abzuwägen, ist freilich ein Ding der Unmöglichkeit. Bei unseren Sponsoren und Partnerunternehmen

haben wir versucht, alles, was wir an Unterstützung gekriegt haben, so gut es

ging oder sogar darüber hinaus mit Gegenleistungen abzugelten. Bei unseren MitarbeiterInnen

ging das natürlich nicht. Einfach weil uns dazu nach wie vor die Mittel fehlen. Was wir

ihnen geben konnten, war die Gelegenheit, Teil eines fantastischen Projekts zu werden und

das Wissen, dass es ohne sie dieses Festival nie gegeben hätte. Und da fast alle von denen,

die wir hier erwähnen, dazu beigetragen haben, dass die Arbeit rund um das Festival keine

Qual, sondern in allererster Linie eine große, oft anstrengende, aber sehr sinnvolle Herausforderung

geworden ist, bedanken wir uns gleich doppelt. Danke, und nochmals danke.

Sollten wir jemanden, trotz größter Sorgfalt, vergessen haben zu erwähnen, gilt dem- oder

derjenigen nicht nur ebenfalls unser Dank, sondern natürlich auch jetzt und hier gleich

eine Entschuldigung: Sorry, das tut uns leid. Und wir versprechen jetzt schon: Wir werden

das nachholen und jeden der vergessenen Namen im nächsten Katalog erwähnen.

As the directors of the LET’S CEE Film Festival, we wish to thank all those people (and

also the organisations they represent) without whose help this festival would never have

been possible. We thank each and every one individually. People who were not involved

cannot possibly imagine just what some of these people did for this festival again

this year. To all those mentioned below we owe our gratitude and greatest thanks, in

no other order but the alphabetical. And we know that the list still does not do full

justice to all: Some made small but important contributions to the success of the LET’S

CEE Film Festival, while others did so very, very much. All the work was immeasurably

valuable and thus it is absolutely impossible to weigh the individual contributions.

We did our best to return all the support of our sponsors and partners adequately or

even more than that by providing services in return. That is of course something that

we could not do for our personnel, simply because we still lack the financial means

to do so. What we could provide them with was the experience of having worked on

a fantastic project and the certainty that this festival would never have been possible

without them. And because almost all of those listed here have contributed a lot

to making the work on this festival a great, often tiring, but very rewarding challenge

rather than an ordeal, we want to thank them again. Thank you, thank you so very much.

If, despite our greatest care, we forgot to mention somebody, we not only want to thank

you, but also to apologise right here and now: We are really very sorry. And we promise

right now: We will make up for that and mention each name we forgot this time around

in next year’s catalogue.

Magdalena Żelasko & Wolfgang P. Schwelle

Festivaldirektoren

Festival Directors

VDFS GenmbH Bösendorferstraße 4/12, 1010 Wien t: 01/504 76 20 f: 01/504 79 71 office@vdfs.at www.vdfs.at

Danksagung 13


Akademischer Lehrgang

Videojournalismus

Details siehe www.wifiwien.at/283494

Lehrgangsdauer: 13.10.2014 – 13.6.2015 (400 Lehreinheiten)

Weiterbildung

Adobe Lightroom

Effizienter Workflow für anspruchsvolle Digitalfotografen/-innen

Details siehe www.wifiwien.at/283164

Kursdauer: 13. – 22.10.2014 (16 Lehreinheiten)

Weiterbildung

3D-Modelling mit ZBrush

Details siehe www.wifiwien.at/282184

Kursdauer: 20. – 22.10.2014 (24 Lehreinheiten)

Weiterbildung

Videoschnitt mit

Adobe Premiere Pro

Details siehe www.wifiwien.at/282064

Kursdauer: 30.10. – 7.11.2014 (32 Lehreinheiten)

Weiterbildung

Animationen und Effekte

mit Adobe After Effects

Details siehe www.wifiwien.at/282074

Kursdauer: 14. – 22.11.2014 (32 Lehreinheiten)

Ausbildung zum

Creative Video Designer

Details siehe www.wifiwien.at/282234

Lehrgangsdauer: 12.1. – 4.3.2015 (108 Lehreinheiten)

Achleitner Carl, Adrian Stefan, Aioanei Natan, Akbaba Eser, Alam Tanzim, Albiez Nicole,

Aleksandrova Katerina, Amel Milan, Andrasic Jelena, Angerer Matthias, Anghel Cristiana,

Antic Aleksandra, Ardelean Sergiu, Asböck Melanie, Ayerbe Hoyos Sophia, Aykac Kerim,

Babić Gaby, Baich Alena, Baumann Gunther, Bayirli Erkin, Beck Alfred Michael, Beck Amrei,

Benedik Barbara, Berlinski Maga Natalia, Berndl Ruslana, Bernhard Julia, Bernhard Lea,

Bielecka Magdalena, Bieńkowska Hanna, Bilevska Anna, Biron Georg, Blahut Stephan,

Bohuslav Thomas, Brandlechner Daniel, Bräuhofer Manuel, Braun Kathrin, Bukowiecka

Agnes, Bürgers Maret, Cieślik Marzena, Ciutacu Lorena, Cornisteanu Irina, Coros Andra,

Czajkowski Wiktor, Crnko Gordana, Červinka Lubomír, Decourcey Melanie, Dedic Tajda,

Demeter Iringó, Dibowski Nora, Dimmel Gloria, Disoski Meri, Djezić Selver, Dolezal

Teresa, Dolezal Vit, D'Sa Shanti, Dudek Martin, Dudkiewicz Monika, Dybaś Boguslaw,

Echerer Mercedes, Eder Fritz, Effenberger Philipp, Ehmann Christina, Eichtinger Martin,

Einzenberger Susanne, Emminenz Emma, Engelmann Julia, Enzinger Liza, Eppensteiner

Barbara, Falk Jasmin, Feest Thomas, Figl Christin, Fijałkowski Sławek, Filipova Zornitza,

Fillips Bettina, Fink Tone, Fischnaller Lukas, Floigl Eva, Foremniak Krzysztof, Forstner Martina,

Föderl-Schmid Alexandra, Franklin Anna, Fraueneder Iris, Fuchshuber Niklas, Furmaniewicz

Iwona, Gabl Valerie, Gasimova Leyla, Gatternig Paul, Gerersdorfer Michael, Gily

Bernhard, Glawogger Andrea, GLS-Kuriere, Golański Michał Tadeusz, Götz Alina, Greuling

Matthias, Gričar Nika, Grill Daniela, Gruber Sigrid, Grubmüller Michaela, Gulshen Ersin,

Hackl Sabine, Haderer Chris, Hadžić Muhamed, Halada Alex, Halilbasic Senad, Halilbasic

Zenja, Handl Karl, Haselsteiner Bernhard, Harris Marcus, Hauser Christian Peter, Hauss

Astrid, Havranek Niko, Heinrich Helen, Heller Andrea, Heschl Matthias, Hofferer Robert,

Holder Lisa, Hollenthoner Alina, Holt Robert L. mit Familie, Holzapfel Patrick, Hoppala

Kollektiv, Horvath Andreas, Hribar Lena, Hruby Sophie, Huber Stefan, Humer Barbara,

Husagić Ahmed, Ince Rüya, Inou Simon, Iwanowska Halina, Izvolskaya Natasha, Janjić

Dragomir, Jakubec Christian, Jarolimek Katharina, Jäger Christian, Jesenko Alexandra,

Jodkowski Agnes, Jusińska Marta, Kaburek David, Kala Eve-Külli, Kapl Christina, Kastelic

Michael, Kauk Anna, Kavin Jakub, Khakpour Toumaj, Kienböck Rainer, Klatev Stefan, Kleer

Eva, Klemenjak Stefan, Klemm Kathrin, Klimkiewicz Michał, Klump Robert Marcus, Kofler

Michael, Kogler Claudia, Kostić Miša, Kollwig Alexandra, Kopeć Teresa, Kostial Dewi,

Kottal Claudia, Kowalczyk Agnieszka, Kowalska Monika, Kowaluk Katarzyna, Köhler Diana,

Krammer Martin, Kranzelbinder Gabriele, Krausz Esther, Krischke Alina, Kukla Łukasz,

Kukla Marcin, Kuliga Adela, Kurkjian Helen, Künster Martin, Lang Ilona, Langhammer

Christian, Lastovkova Adela, Lederer Martina, Lehenbauer Daniela, Leichtfried Markus,

Lewandowska Paulina, Lichtkoppler Elisabeth, Lindenberg Aap Clemens, Linek Magdalena,

Lipka Radek, Lorkowski Artur, Löwer Raffaela, Lubej Markus, Ludvik Katharina, Lustig

Branko, Maestrelli Dina, Mahel Katharina, Mair Thomas, Maierhofer Sabine, Malenšek

Anja, Marszałkowska Magdalena, Marz Stefan, Matic Uschi, Mauser Caroline, Mayrhofer

Mathias, Memić Nedad, Menasse Robert, Mikic Natasa, Miloradović Uroš, Mosser Peter,

Mujović Denis, Muñoz Víctor M., Müller Johanna, Müller Werner, Müllner Monika, , Nadj

Kristina, Nadjafkhani Katayun, Neichl Brigitte, Nelska Liliana, Nemeth Doris, Nemetz Daniela,

Nenning Andrea, Neu Elisabeth, Neviera Vytas, Niftaliyev Elgün, Noll Theresa, Novak

Ana, Ockermüller Kurt, Odorowicz Agnieszka, Ovtcharov Todor, Ortiz Tamara, Osipova

Anastasia, Pachler Gabi, Paetzold Anne, Pakisch Eva, Palacz Jerzy, Palzer Michael, Paneva

Teodorova Milena, Papousek Christof, Patscheider Markus, Pawlas Axel, Perschon Tobias,

Peter Susanne, Petkovic Jennifer, Pfeifenberger Linda, Pfeiffer Matthias, Pilić Ivana,

Piotrowski Wanda, Pitsch Andrea, Platzer Hannah, Poor Sheila, Popović Nataša, Possert

Magdalena, Postel Dagmar, Pöder-Innerhofer Walter, Puktalović Siniša, Purivatra Mirsad,

Purkart Isabella, Rabl Alice, Raczek Tomasz, Radda Chris, Radić Miron, Radosavljevic Maja,

Ranacher Ruth, Rauch Johanna, Rathkolb Oliver, Raunjak Kurt, Redlhammer Georg, Rehak

Jackie, Reichmuth Lena, Reif Bettina, Reis Leonhard, Renner Wolfgang, Resch Carina, Resetarits

Daniela, Rheinfels Anna, Riahi T. Arash, Riahi T. Arman, Rille Johanna, Rinčić Luka,

Roemer Françoise, Ropac Marlene, Rotar Petra, Ruppert Celia, Rusu Gabriela, Salzgeber

Ramona, Sarkis Thomas, Schlögl Stefanie, Schmid Jennifer, Schmidt Isabel, Schöninger

Christian, Schörgendorfer Doris, Schrammel Lisa, Schüller Cornelia, Schwarz Daniela,

Semmler Barbara, Sidl Günther, Simek Daniela, Sirucek Barbara, Sladek Nikita, Sommerer

Susanne, Song Eunyoung, Spöri Tobias, Spörl Axel, Steiner Sandra, Sticker Ajda, Stoilova

Rumina, Struppe Ursula, Svetel Ana, Šećerbegović Ismar, Šešić Rada, Teichmann Roland,

Teuschl Angelika, Thiele Eberhard, Thiele Christina, Todorovic Milena, Trušnovec Gorazd,

Umuhire Eliane, Unger Mirjam, Ungerböck Andreas, Ungerer Andreas, Urosevic Marina,

Vajda Katalin, Valent Alexandra, Van den Heuvel Renger, Varadin Dejana, Velskaya Nastya,

Vismara Daniela, Vit Veronika, Vladusic Jana, Vosicky Lukas M., Vucicevic Iva, Weislein

Stephanie, Werndl Kristina, Werner-Lobo Klaus, Wesely Peter, Wiedermann Sandra,

Wiesinger Nikola, Więckowski Wojciech, Wilfer Marie-Christine, Wimmer Michael, Wimmer

Theresa, Winter Jacqueline, Wirth Ulrike, Wojciechowska Katarzyna, Woller Ernst,

Wondrak Manfred J., Wurmlinger Ernst, Yazdanpanah Ramin, Yilmaz Göksen, Zagarova

Ekaterina, Zangl Adriana, Zankl Michael, Zelasko Stanisław, Zens Iris, Zenz Geraldine, Zieliński

Filip, Ziembicka Ewa, Ziemlewska Anna, Zimmermann Angelika, Zwerger Patrick

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Danksagung 15


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seit 1839

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Further Media and Marketing Partners

Main Partners and Supporters

FILMNEWEUROPE.COM

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Further Supporters

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16 Sponsoren, Förderer, Partner

Sponsoren, Förderer, Partner 17


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kuratoren

Curators

Tomasz Raczek

Kurator für den Spielfilm-Wettbewerb

Curator of the feature film competition

Tomasz Raczek, geboren 1957 in Warschau, ist einer der angesehensten Filmkritiker Polens,

Journalist und Verleger. Nach seinem Studium der Theaterwissenschaften an der Theater-Akademie

in Warschau hat er einige Fernseh- und Radiosendungen initiiert und moderiert

und Beiträge für mehrere Fachzeitschriften geschrieben. Tomasz Raczek war auch Herausgeber

und Chefredakteur der polnischen Ausgabe des Playboy. Als Programmdirektor

des Verlagshauses Gruner+Jahr Polska hat er unter anderem die Wochenzeitschrift Gala auf

dem polnischen Pressemarkt etabliert. Er war literarischer Leiter von mehreren polnischen

Theatern und stellvertretender Direktor des zweiten Programms des öffentlich-rechtlichen

Rundfunks. Im Jahr 2009 gründete er zwei TV-Kanäle sowie ein digitales Radio mit Filmmusik,

welche er bis 2011 leitete. 2002 folgte sein eigener Verlag Latarnik, den er bis heute führt.

Tomasz Raczek, born in Warsaw in 1957, is one of the mostly respected film critics in

Poland, journalist and publisher. After completing his drama studies at the Theater

Academy in Warsaw, he has initiated and presented several television and radio broadcasts

and has written articles for various professional journals. Tomasz Raczek was

also the publisher and first editor of the Polish edition of Playboy. As program director

of the publishing house Gruner+Jahr Polska he introduced, among others, the

weekly magazine Gala to the Polish press market. He used to be the literary director

of several Polish Theaters and deputy director of Poland’s second public-service

television channel. In 2009 Tomasz Raczek founded two TV channels and a digital

radio channel featuring film music, which he headed until January 2011. He

is also the director of his own publishing house, Latarnik, which he founded in 2002.

FOTO: Adam Harry Charuk

Rada Šešić

Kuratorin für den Dokumentarfilm-Wettbewerb

Curator of the documentary competition

Rada Šešić, geboren 1957 in Bjelovar/Kroatien, studierte und arbeitete in Sarajevo bevor

sie 1993 nach Utrecht übersiedelte. Sie ist Filmemacherin, Kritikerin, Journalistin und

Filmdozentin und hat bereits bei mehreren internationalen Filmfestivals (International

Documentary Film Festival Amsterdam, International Film Festival Rotterdam, Sarajevo

Film Festival, Dok Leipzig und International Film Festival of Kerala) als Kuratorin oder

Jurymitglied mitgewirkt. Šešić lehrt seit vielen Jahren an der Universität von Amsterdam,

ist Gastdozentin an der Filmhochschule in Genf sowie an der Anadolu Universität

in der Türkei und hat mehrere Workshops in Europa und Indien konzipiert und geleitet.

Ihre Kurz- und Dokumentarfilme gewannen mehrere Auszeichnungen, wurden auf

über 40 internationalen Filmfestivals präsentiert und im MoMA in New York archiviert.

Rada Šešić, born 1957 in Bjelovar in Croatia, studied and worked in Sarajevo before

moving to Utrecht in 1993. She is a filmmaker, a critic and film professor and has

worked at several international film festivals (International Documentary Film Festival

Amsterdam, International Film Festival Rotterdam, Sarajevo Film Festival, DOK Leipzig

and International Film Festival of Kerala in India) both as a curator and a jury member.

Rada Šešić has been teaching at the University of Amsterdam for many years

and is a visiting lecturer at the Film School in Geneva and at the Anadolu University

in Turkey. She has also planned and held several workshops in Europe and India. Her

short films and documentaries have won several awards and were presented at over

40 international film festivals. Her films have been archived at the MoMA in New York.

Kuratoren 19


FOTO: Jörg burger

20 Kuratoren

Arash T. Riahi

Kurator für den Kurzfilm-Wettbewerb

Curator of the short film competition

Arash T. Riahi, 1972 im Iran geboren, lebt seit 1982 in Österreich. Nach seiner Zeit als

Student der Film- und Geisteswissenschaften an der Universität Wien war er freier Mitarbeiter

des ORF, unter anderem bei den Sendungen nitebox und kunst-stücke. 1997

gründete er gemeinsam mit Kollegen die Film- und Medienproduktionsfirma Golden

Girls Filmproduktion. Riahis Filmschaffen umfasst eine Reihe von Dokumentarfilmen,

Werbespots, Musik-Videos, Kurz- und Experimentalfilmen, darunter auch die mehrfach

international prämierte Familiengeschichte Exile Family Movie oder das Cross-Mediaprojekt

Everyday Rebellion, das er mit seinem Bruder Arman realisierte. Sein

erster Spielfilm Ein Augenblick Freiheit aus dem Jahr 2008 erhielt 31 internationale Auszeichnungen

und war der österreichische Kandidat für den Auslands-Oscar 2010. Seit

2010 arbeitet er auch als Dramaturg, unter anderem beim MEDIA Programm SOURCES 2.

Arash T. Riahi, born 1972 in Iran, has been living in Austria since 1982. After graduating in

film studies and humanities at the University of Vienna, he worked as a freelancer for the

Austrian TV Channel ORF on television programmes such as nitebox and kunst-stücke. In

1997, together with some of his colleagues, he founded the film and media production

company Golden Girls Filmproduktion. His body of work comprises various award-winning

documentaries, commercials, music videos, short and experimental films, including

the internationally acclaimed and award-winning documentary Exile Family Movie, or

the cross-media project Everyday Rebellion which he realised with his brother, Arman.

His first feature film For a Moment, Freedom from the year 2008 received thirty-one international

awards and was Austria’s candidate for the Best Foreign Language Film of

The Year at the Academy Awards in 2010. He is also working as a dramatic advisor and

has been a group leader at the MEDIA scriptwriting programme SOURCES 2 since 2010.

Arman T. Riahi

Kurator für den Kurzfilm-Wettbewerb

Curator of the short film competition

Arman T. Riahi wurde 1981 im Iran geboren und ist in Wien aufgewachsen. Er studierte

Medientechnik und arbeitete als Grafik- und Screendesigner in London. Seit 2005 ist er

als Regisseur und Autor für verschiedene Film- und Fernsehproduktionen tätig. Unter anderem

gestaltete er Sendungen für die Donnerstag Nacht im ORF. Zu seinen wichtigsten

Arbeiten zählen die Dokumentarfilmreihe Momentum – What drives you (2008-2012), die

fünfteilige TV-Dokumentation Africa Race (2013) und der Kinodokumentarfilm Schwarzkopf

(2011), der als Eröffnungsfilm bei der 17. Ausgabe des Sarajevo Filmfestivals gezeigt

wurde und den Publikumspreis bei der Diagonale gewonnen hat. Arman T. Riahis erster

Film mit seinem Bruder Arash, das Cross-Media-Projekt Everyday Rebellion (2014), wurde

bisher auf über 40 internationalen Festivals gezeigt und gewann mehrere Preise, wie

beispielsweise den Publikumspreis beim CPH:DOX Copenhagen International Documentary

Film Festival, den Cinema for Peace Award 2014 oder den CIVIS Media Online Preis.

Arman T. Riahi was born in Iran in 1981 and grew up in Vienna. He studied media technology

in Vienna and worked as a graphic and screen designer in London. He has been

working as a director and author for several film and TV productions such as the Donnerstag

Nacht format on Austrian state television ORF since 2005. His most important

works include the film series Momentum – What drives you (2008-2012), the five-part TV

documentary Africa Race (2013), as well as the feature documentary Schwarzkopf (2011)

which premiered as the opening film of the 17th Sarajevo Film Festival and won the

Audience Award at the Diagonale film festival. Arman T. Riahi’s first film with his brother

Arash, the feature documentary and cross-media project Everyday Rebellion (2014),

was screened at over 40 international film festivals and won several awards like the

CPH:DOX Politiken Audience Award at the Copenhagen International Documentary

Film Festival 2013, the 2014 Cinema for Peace Award, or the CIVIS Online Media Prize.

Fight against Piracy

Exklusivität

LET ΄S FIX

COPYRIGHT !

Festplattenabgabe

Vertragsautonomie

Auskunftspflichten

Noch immer die Basis

Urheberrecht Eigentumsrecht

für unabhängige Produktion

und kulturelle Diversität

Persönlichkeitsrechte

Filmurheberrecht

Die Interessenvertretung der Film- und Musikwirtschaft in Österreich ∙ www.filmandmusicaustria.at

drecht

Verlässlicher

Rechtssch

F

&

M

A

Film and Music Austria


Gunther Baumann

Spielfilm-Wettbewerb

Feature film competition

Anna Franklin

Dokumentarfilm-Wettbewerb

Documentary competition

Andreas Horvath

Dokumentarfilm-Wettbewerb

Documentary competition

Gabriele Kranzelbinder

Spielfilm-Wettbewerb

Feature film competition

Clemens Aap Lindenberg

Kurzfilm-Wettbewerb

Short film competition

Robert Menasse

Kurzfilm-Wettbewerb

Short film competition

Kurt Ockermüller

Spielfilm-Wettbewerb

Feature film competition

Jerzy Palacz

Dokumentarfilm-Wettbewerb

Documentary competition

Eliane Umuhire

Kurzfilm-Wettbewerb

Short film competition

Nastya Velskaya

Kurzfilm-Wettbewerb

Short film competition

Gunther Baumann ist Chefredakteur von

FilmClicks. Er wurde 1952 in Köln geboren

und übersiedelte mit 16 Jahren nach

Wien. Unmittelbar nach der Matura begann

er bei der Tageszeitung Die Presse

als Journalist zu arbeiten. Mit 26 Jahren

gründete er das österreichische Musikund

HiFi-Magazin Vox. Später folgten

viele Jahre als Film- und Kulturredakteur

sowie als internationaler Reporter für

den Kurier. 2006 wurde er Filmchef bei

der neuen Tageszeitung Österreich. 2013

gründete er FilmClicks. Baumann hat zwei

Bücher geschrieben und zudem mehrere

Theaterstücke und Musicals übersetzt.

Gunther Baumann is the editor in chief

at FilmClicks. He was born in 1952 in Cologne

and moved to vienna agh the age

of sixteen. After graduating form high

school, he started working as a journalist

for Die Presse. At age twenty-six, he

founded the Austrian music and HiFi

magazine Vox, followed by many years

of working as an editor on film and

culture and as a reporter for the Kurier.

In 2006 he took lead of the film department

at the daily newspaper Österreich.

He founded FilmClicks in 2013. Baumann

also wrote two books and translated

several theatre plays and musicals.

Die Engländerin Anna Franklin ist zur Zeit

Chefredakteurin von Film New Europe

(www.filmneweurope.com), einer der größten

europäischen Nachrichtenagenturen für

die Filmbranche mit Sitz in Warschau. Franklin

kann auf eine ebenso bunte wie erfolgreiche

Laufbahn verweisen: So war sie etwa als

Journalistin bei der BBC und Channel Four sowie

bei The Times und The Guardian. Und so

hat sie in London kommunale Kulturevents

organisiert und unter anderem die Internationalen

Filmfestspiele von Cannes, das Moskauer

Filmfestival sowie das Denver Film Festival

beraten. Jahrelang hat sie zudem eine

eigene TV-Produktionsfirma in Prag geleitet.

English-born Anna Franklin is the current

editor-in-chief at Film New Europe

(www.filmneweurope.com), one of

Europe’s larges news agencies on the

film industry, based in Warsaw. Franklin

looks back at a colourful and successful

career: She worked as a journalist for

the BBC and Channel Four, as well as The

Times and The Guardian. In London, she

organised local culture news and worked

as an advisor for the Cannes Film

Festival, the Moscow International Film

Festival and the Denver Film Festival.

She has also led her own TV production

company in Prague for several years.

Andreas Horvath ist ein österreichischer

Fotograf und Filmemacher. Er wurde 1968

in Salzburg geboren und studierte Fotografie

in Wien sowie Multimedia Art in

seiner Geburtsstadt. In den 1990er Jahren

arbeitete er, der auch mehrere Bildbände

veröffentlichte, vorwiegend als freischaffender

Fotograf. Seit 1999 entstehen

Dokumentarfilme, bei denen er allein für

die Regie, die Kamera, den Schnitt und

teilweise auch die Musik verantwortlich

zeichnet. Für seine Arbeit erhielt er unterschiedliche

Stipendien und Auszeichnungen,

darunter erste Preise auf Festivals in

Chicago, Saarbrücken oder Karlovy Vary.

Andreas Horvath is an Austrian photographer

and filmmaker. He was born in 1968

in Salzburg and studied photography in

Vienna and Multimedia Art in his home

city. In the 1990s, when he also published

several picture volumes, he worked

predominantly as a freelance photographer.

Since 1999 he has been making

documentaries in which he alone is responsible

for the directing, filming, editing

and, partly, for the music as well.

His work was sponsored by different

scholarships and received acknowledgments

such as first prices at film festivals

in Chicago, Saarbrücken and Karlovy Vary.

Gabriele Kranzelbinder kam 1968 in Klagenfurt

zur Welt. Sie studierte Rechtswissenschaften

in Wien, Paris und Rom. Ab 1994

organisierte sie Film-, Theater- und Kunstprojekte

und arbeitete im Filmverleih sowie

bei diversen Filmproduktionen in Österreich

und Italien. Danach machte sie sich als

unabhängige Produzentin mehrerer Kurzfilme

sowie als Entwicklerin von Spiel- und

Dokumentarfilmstoffen einen Namen. Seit

2001 wurden unter ihrer Ägide zahlreiche

Spiel- Dokumentar- und Experimentalfilme

hergestellt, viele davon mit internationalen

Partnern. Seit 2007 ist sie Eigentümerin

der KGP Kranzelbinder Gabriele Production.

Gabriele Kranzelbinder was born in Klagenfurt

in 1968. She studied law in Vienna,

Paris and Rome. In 1994, she also started

organising film, theatre and art projects

and working in film distribution and on

several film productions in Austria and

Italy. After that she proceeded to make a

name for herself as an independent producer

of several short films and developer

of feature film and documentary materials.

Numerous feature films, documentaries

and experimental films have been completed

under her under her patronage,

many of them in cooperation with international

partners. She has been the owner

of KGP Kranzelbinder Gabriele Production.

Clemens Aap Lindenberg wurde 1961

in Wien geboren. Nach privatem Schauspielunterricht,

unter anderem bei Wilfried

Baasner und Dorothea Neff, bestand

er 1985 die Bühnenreifeprüfung. Danach

spielte er unter anderem bei den Wiener

Festwochen, im Ensembletheater und

im Theater in der Josefstadt in Wien sowie

im Tiroler Landestheater, aber auch

in zahlreichen Filmen, so etwa zuletzt in

Die Wälder sind noch grün von Marko Naberšnik.

Lindenberg, der 2012 für einen

Nestroy-Preis nominiert war, arbeitet als

Film- und Theaterschauspieler und Sprecher

immer wieder auch in Deutschland.

Clemens Aap Lindenberg was born in Vienna

in 1961. After taking private acting

lessons with instructors such as Wilfried

Baasner and Dorothea Neff, he passed

his final exam to become a stage actor

- the Bühnenreifeprüfung. He then acted

at the Vienna Festival, the Ensemble

Theatre and the Theater in der Josefstadt

in Vienna, the Tyrolean State Theatre in

Innsbruck, but also in severals films, most

recently in Marko Naberšnik's Die Wälder

sind noch grün. Lindenberg, who was nominated

for a Nestroy Award in 2012, also

works frequently in Germany as a film

and theatre actor and voice-over speaker.

Robert Menasse wurde 1954 in Wien geboren.

Er studierte Philosophie, Germanistik

und Politikwissenschaft in Wien, Salzburg

und Messina. 1981 bis 1988 war er Gastdozent

an der Universität Sao Paulo in Brasilien.

Seit seiner Rückkehr arbeitet er vorwiegend

als Essayist und Romancier. Menasse

war unter anderem Writer in Residence

an der New York University und Artist in

Residence der Stadt Amsterdam. Zuletzt

erschien von ihm 2012 Der Europäische

Landbote. Die Wut der Bürger und der Friede

Europas im Zsolnay Verlag. Im selben Jahr

wurde auch der Dokumentarfilm Grenzfälle

– erzählt von Robert Menasse abgedreht.

Robert Menasse was born in Vienna in

1954. He studied philosophy, german

philology and political sciences in Vienna,

Salzburg and Messina. He worked as a

guest lecturer at the University of Sao Paulo,

Brazil, from 1981 to 1988. Since his return,

he has been working as a writer of essays

and a novelist mainly. Menasse worked

as a Writer in Residence at the New York

University and Artist in Residence of the

city of Amsterdam. His most recent work

was Der Europäische Landbote. Die Wut der

Bürger und der Friede Europas, published

by the Zsolnay Verlag in 2012. In the same

year, the documentary Crossing Borders -

narrated by Robert Menasse was finished.

Der in Wien geborene Regisseur Kurt

Ockermüller (Jahrgang 1948) hat in seiner

Geburtsstadt an der Hochschule für Musik

und darstellende Kunst Film und Fernsehen

sowie an der Universität Theaterwissenschaften

und Philosophie studiert. Seit

1978 ist er Regisseur fürs Fernsehen, das

Theater und das Kino. Seit 1980 produziert

er zudem Fernseh- und Kino-Werbespots.

Ockermüller war unter anderem Regisseur

von Folgen der TV-Serien Schlosshotel

Orth und Ein echter Wiener geht nicht unter.

Sein Spielfilm Echte Wiener – Die Sackbauer-Saga

liegt bei den Zuschauerzahlen

im Kino seit 1981 auf dem vierten Platz.

Kurt Ockermüller (born in Vienna in

1948) studied Film and Television at the

University for Music and Performing

Arts as well as Philosophy and Theatre

Studies at the University of Vienna. He

has been directing for TV, theatre and

cinema productions since 1978 and

producing TV and cinema commercials

since 1980. Ockermüller has directed

several episodes of the cult TV shows

Schlosshotel Orth and Ein echter Wiener

geht nicht unter. His feature film Echte

Wiener - Die Sackbauer-Saga is ranking

fourth in attendance figures since 1981.

Der Kameramann und Fotograf Jerzy

Palacz stammt aus Polen und hat sein

Handwerk dort an der legendären Filmschule

in Łódź sowie an der Filmakademie

in Wien gelernt. Seit 1981 lebt

und arbeitet er in Österreich und in

Luxemburg. Palacz, der unter anderem

wiederholt mit Ulrich Seidl und Goran

Rebić gedreht hat, ist Mitglied des

Verband Österreichischer Kameraleute

AAC. Er hat immer wieder auch in der

Werbebranche und als Fotograf gearbeitet

und zuletzt den Kamerapreis der

Österreichischen Filmakademie 2014

für Shirley, Visions of Reality gewonnen.

Cameraman and photographer Jerzy

Palacz was born in Poland and

learned his handiwork at the legendary

National Film School in Łódź

and at the Vienna Film Academy.

He has been living and working in

Austria and Luxemburg since 1981.

Palacz, who filmed several times

with Ulrich Seidl and Goran Rebić,

is a member of the Austrian Association

of Cinematographers (AAC).

He often worked in the advertising

industry and recently won the Austrian

Film Academy’s camera award

2014 for Shirley, Visions of Reality.

Die Schauspielerin Eliane Umuhire kam

1987 in Kigali in Ruanda zur Welt. Während

ihres Wirtschaftsstudiums an der

National University in Butare nahm sie als

Mitglied der dortigen Theatergruppe „Les

Stars du Theatre” an verschiedenen Festivals,

Workshops und Aufführungen teil.

2008 kehrte sie nach Kigali zurück, wo sie

von Ruandas führender Theatergruppe

„Mashirika” aufgenommen wurde. Seitdem

hat sie mit ersten Hauptrollen in Bühnenstücken,

in TV-Serien und bei Hörspielen

von sich reden gemacht. Seit 2010 arbeitet

sie mit der ebenfalls aus Ruanda stammenden

belgischen Schauspielerin und

Regisseurin Carole Karemera zusammen.

Actress Umuhire Eliane was born in 1987

in Kigali, Rwanda. While studying economics

at the National University in Butare,

she took part in many festivals, workshops

and performances as a member of the

theatre group “Les Stars du Théâtre”. She

returned to Kigali in 2008, where she joined

Rwanda’s number one theatre group “Mashirika”.

Since then, she has made a name

for herself with first leading roles in stage

performances, TV shows and radio dramas.

She has been working together with Belgian

actress and director Carole Karemera,

who was also born in Rwanda, since 2010.

Die Produzentin Nastya Velskaya kam

1974 in Moskau zur Welt. Sie hat an der

Lomonossow-Universität ebendort Russisch

und russische Literatur studiert

und das Filmproduktionsgeschäft am

Gerassimow-Institut für Kinematographie

gelernt. Velskaya hat 15 Jahre lang

für die Fernseh- und Filmindustrie gearbeitet.

Sie war ausführende Produzentin

der russischen Versionen von internationalen

Showformaten wie Who Wants

To Be A Millionaire, The Weakest Link, Pop

Idol and Ugly Betty. Seit 2012 leitet sie ihre

eigene Produktionsfirma, mit der sie sich

auf Dokumentationen spezialisiert hat.

Producer Nastya Velskaya was born

in 1974 in Moscow. She studied Russian

language and literature at the

Lomonosov Moscow State University

and studied film production at the

Gerasimov Institute of Cinematography.

Velskaya has worked for the TV

and movie industry for 15 years. She

was an executive producer for the

Russian adaptions of international

show formats like Who Wants To Be A

Millionaire, The Weakest Link, Pop Idol

and Ugly Betty. She has been running

her own production company since

2012, focusing on documentaries.

22 Juroren Juroren 23


Zu gast bei

let’s Cee

Guests of LET'S CEE

Fakhraddin Dadashov

Musiker Latif

Instrumentalist Latif

Mina Đukić

Regisseurin The Disobedient

Directress The Disobedient

09.–11.10.

07.–09.10.

Monika Effenbergerová

Produzentin The Godfather’s Story

Producer The Godfather’s Story

08.–09.10.

Stefan Adrian

Festival Manager des Filmfestival goEast in Wiesbaden

Executive Director of the film festival goEast in Wiesbaden

10.–12.10

Nilay Erdönmez

Darstellerin Watchtower

Actress Watchtower

02.–06.10.

Živko Anočić

Darsteller Hush

Actor Hush

07.–09.10.

Fanfara Transilvania

Balkan Brass Band aus Rumänien

Balkan Brass Band from Rumania

08.–10.10.

Ruslan Batytskyi

Regisseur Ukrainian Lessons

Director Ukrainian Lessons

07.–12.10.

Anna Franklin

Jury Dokumentarfilm-Wettbewerb

Jury documentary competition

08.–12.10

Elton Baxhaku

Regisseur Scandal

Director Scandal

Aida Begić

Regisseurin Bridges of Sarajevo

Directress Bridges of Sarajevo

09.–12.10.

02.–04.10

Eldar Gafarov

Musiker Latif

Instrumentalist Latif

Salman Gambarov

Komponist, Arrangeur und Musiker/Latif

Composer, Arranger and Instrumentalis

09.–11.10.

03.–06.10.

WIR SIND

WIEN!

Tatjana Božić

Regisseurin Happily Ever After

Directress Happily Ever After

Enzo Brandner

Kameramann Amsterdam Express

Cinematographer Amsterdam Express

Jowita Budnik

Darstellerin Papusza

Actress Papusza

07.–09.10

09.–12.10.

10.–12.10.

Katarzyna Gondek

Regisseurin Hosanna

Directress Hosanna

Iva Grahor

Programmkoordinatorin Festival of Tolerance

Program Cordinator Festival of Tolerance

Stere Gulea

Regisseur I Am an Old Communist Hag

Director I Am an Old Communist Hag

05.–09.10.

05.–08.10.

08.–10.10.

Wien ist international,

weltoffen und lebensfroh.

Wie die Menschen,

die hier leben.

Wir sorgen mit unserer

Politik dafür, dass es auch

in Zukunft so bleibt.

24 Zu Gast bei LET’S CEE

Eriona Çami

Regisseurin Scandal

Directress Scandal

09.–12.10.

Una Gunjak

Regisseurin The Chicken

Directress The Chicken

05.–12.10.

www.wien.spoe.at

Tel. 535 35 35 und auf


Valentin Hotea

Regisseur Roxanne

Director Roxanne

07.–12.10.

Mitja Licen

Kameramann & Drehbuchautor The Tree

Cinematographer & Writer The Tree

06.–08.10.

Toma Peiu

Drehbuchautor Start Anew World

Writer Start Anew World

03.–06.10.

Luka Rinčić

Film- und Bildungsprogramm-Koordinator beim Festival of Tolerance

Film- and Educational Program-Coordinator at Festival of Tolerance

05.–08.10.

Dmytro Tiazhlov

Produzent Ukraine_Voices

producer Ukraine_Voices

08.–10.10.

Viesturs Kairišs

Regisseur Pelican in the Desert

Director Pelican in the Desert

02.–05.10.

Dan Lungu

Autor I Am an Old Communist Hag

Author I Am an Old Communist Hag

09.–12.10.

Snezana Penev

Produzentin Monument to Michael Jackson

Producer Monument to Michael Jackson

07.–09.10.

Ayaz Salayev

Regisseur The Bat

Director The Bat

09.–12.10.

Elżbieta Towarnicka und Band

Sopransolistin Filmmusik

Soprano Soloist Film Music

04.–06.10.

Tinatin Kajrishvili

Regisseurin Brides

Directress Brides

06.–08.10.

Branko Lustig

Kurator Antikriegsfilm-Klassiker/Educational Morning

Curator Anti-war Classic series/Educational Morning

05.–08.10.

Eva Pervolovici

Regisseurin Marussia

Directress Marussia

02.–05.10.

Rada Šešić

Kuratorin des Dokumentarfilm-Wettbewerbs und Moderatorin

Curator of the documentary competition and presenter

02.–04.10.

Max Tuula

Produzent The Term

Producer The Term

08.–10.10.

Hüseyin Karabey

Regisseur Come to my Voice

Director Come to my Voice

09.–12.10.

Mirjana Lustig

Festival of Tolerance

Festival of Tolerance

05.–08.10.

Viktória Petrányi

Produzentin White God

Producer White God

02.–04.10.

Jani Sever

Regisseur Adagio

Director Adagio

09.–12.10.

Ana Ularu

Darstellerin I Am an Old Communist Hag

Actress I Am an Old Communist Hag

11.–12.10.

Peter Kerekes

Regisseur Velvet Terrorists

Director Velvet Terrorists

10.–12.10.

Milcho Manchevski

Regisseur Before the Rain

Director Before the Rain

11.–12.10.

Natasa Popović

Festivaldirektorin Festival of Tolerance

Festival Director Festival of Tolerance

05.–08.10.

Riina Sildos

ProduzentinI Won't Come Back/Love is Blind

Producer I Won't Come Back/Love is Blind

09.–10.10.

Ulay

Künstler Ulay

Artist Ulay

02.–05.10.

Fatmir Koçi

Regisseur Amsterdam Express

Director Amsterdam Express

09.–12.10.

Vitaly Manskiy

Regisseur Pipeline

Director Pipeline

05.–07.10.

Sonja Prosenc

Regisseurin The Tree

Directress The Tree

06.–08.10.

Mentor Shala

Produzent Three Windows and a Hanging

Producer Three Windows and a Hanging

04.–07.10.

Eliane Umuhire

Jury Kurzfilm-Wettbewerb

Jury short film competition

09.–12.10.

Olga Korotko

Regisseurin Dove on the Roof

Directress Dove on the Roof

07.–12.10.

Meelis Muhu

Regisseurin PMR

Directress PMR

05.–08.10.

Anca Puiu

Produzentin The Death of Mr. Lazarescu

Producer The Death of Mr. Lazarescu

02.–06.10.

Krzysztof Skonieczny

Regisseur Hardkor Disko

Director Hardkor Disko

03.–05.10.

Nastya Velskaya

Produzentin Nepal Forever

Producer Nepal Forever

02.–04.10.

Joanna Kos-Krauze

Regisseurin Papusza

Directress Papusza

10.–12.10.

Denés Nagy

Regisseur Soft Rain

Director Soft Rain

09.–12.10.

Cristi Puiu

Regisseur The Death of Mr. Lazarescu/Bridges of Sarajevo

Director The Death of Mr. Lazarescu/Bridges of Sarajevo

02.–06.10.

Aysun Gizem Soysaldi

Schauspieltrainerin Come to my Voice

Acting Mentor Come to my Voice

09.–12.10.

Emilis Vėlyvis

Regisseur Redirected

Director Redirected

09.–12.10.

Damjan Kozole

Regisseur Ulay

Director Ulay

02.–05.10.

Pyotr Magnus Nedov

Regisseur Kosherland

Director Kosherland

09.–12.10.

Isa Qosja

Regiesseur Kukumi/Three Windows and a Hanging

Director Kukumi/Three Windows and a Hanging

04.–07.10.

István Szabó

Regisseur Sunshine

Director Sunshine

02.–05.10.

Matúš Vizár

Regisseur Pandas

Director Pandas

09.–12.10.

Bartosz Kruhlik

Regisseur The Heat

Director The Heat

09.–12.10.

Kristina Norman

Regisseurin PMR

Directress PMR

05.–08.10.

Tomasz Raczek

Kurator des Spielfilm-Wettbewerbs und Moderator

Curator of the feature film competition and presenter

02.–12.10.

Attila Szász

Regisseur The Ambassador to Bern

Director The Ambassador to Bern

06.–07.10.

Tomasz Wasilewski

Regisseur Floating Skyscrapers

Director Floating Skyscrapers

03.–05.10.

János Kulka

Darsteller The Ambassador to Bern

Actor The Ambassador to Bern

06.–07.10.

Ivan Ostrochovsky

Regisseur Velvet Terrorists

Director Velvet Terrorists

10.–12.10.

Ursula Ratasepp

Darstellerin Love is Blind

Actress Love is Blind

04.–06.10.

Marcin Szczygielski

Autor

Writer

02.–12.10.

Scot Williams

Darsteller Redirected

Actor Redirected

09.–12.10.

Mait Laas

Regisseur Lisa Limone and Maroc Orange

Director Lisa Limone and Maroc Orange

03.–05.10.

Luiza Pârvu

Regisseurin Start Anew World

Directress Start Anew World

03.–06.10.

David Rauch

Produzent The Godfather’s Story

Producer The Godfather’s Story

08.–09.10.

Petra Szőcs

Regisseurin The Execution

Directress The Execution

10.–12.10.

Sanja Živković

Regisseurin Maria’s Episode

Directress Maria’s Episode

09.–12.10.

26 Zu Gast bei LET’S CEE

Zu Gast bei LET’S CEE 27


• Über 600 Sprachkurse

FEstivalKinos

Festival cinemas

• Eine große Auswahl an

Bewegungs- &

Gesundheitskursen

• Vorträge zu Reisen,

Kunst & Kultur

Dies alles und mehr erwartet

Sie an der VHS Wiener Urania.

Ein Besuch lohnt sich!

VHS WIENER URANIA

VHS WIENER URANIA

VHS WIENER URANIA

VHS WIENER URANIA

jahresprogramm 2014/15

jahresprogramm 2014/15

jahresprogramm 2014/15

jahresprogramm 2014/15

www.vhs.at/urania +43 1 891 74-101 000

www.vhs.at/urania +43 1 891 74-101 000

www.vhs.at/urania +43 1 891 74-101 000

www.vhs.at/urania +43 1 891 74-101 000

Dr. Günther Sidl

Direktor der VHS Wiener Urania

Managing Director, VHS Wiener Urania

Die VHS Wiener Urania liegt als Bildungs- und Veranstaltungszentrum

im Herzen Wiens. Wir sind ein offenes Haus mit einem breiten

Angebot. An unserer Volkshochschule wird Sprachenvielfalt gelebt.

Über 25 Sprachen, darunter u. a. Bulgarisch, Kroatisch, Litauisch,

Polnisch, Rumänisch, Russisch, Tschechisch und Türkisch, können

in über 600 Kursen erlernt werden. Wir freuen uns besonders, das

Let’s CEE Film Festival mit der überaus großen Filmauswahl aus

Zentral- und Osteuropa bei uns willkommen heißen zu dürfen.

The Centre for National Education in the Viennese Urania lies in

the heart of Vienna. Our institution is open to all and offers a wide

range of courses. Linguistic diversity is an integral part of life at

our school. We offer more than six hundred courses for learning

over twenty-five languages, including Bulgarian, Croatian, Czech,

Lithuanian, Polish, Romanian, Russian and Turkish. We are especially

glad to welcome the LET’S CEE Film Festival with its wide

range of films from Central and Eastern Europe in our house.

FOTO: Vhs Urania

FOTO: Cineplexx

Urania Kino

In der Urania befindet sich eines der historisch bedeutendsten

Kinos Wiens. Das am Donaukanal liegende Jugendstilgebäude

ist ein wichtiges Wahrzeichen der Stadt und

dient schon seit seinen Anfangstagen als Kino, Sternwarte

und Bildungseinrichtung zugleich. Neben 269 Sitzplätzen,

verteilt auf Balkon und Parterre, locken Filmfreunde

ein extrabreiter Reihenabstand von 1,3 Metern, eine neue

Leinwand und digitale Film- und Tontechnik in Dolby SRD.

The Urania is home to one of Vienna‘s historically most important

cinemas. The Art Nouveau building situated on the

Danube canal is a landmark of the city and has been used as

a cinema, observatory and educational institution since the

day it was built. Apart from its 269 seats distributed across

balcony and ground floor, the cinema‘s most attractive features

include extra wide aisles between the rows measuring

1,3 metres, a brand-new screen as well as state of the

art digital equipment and sound technology in Dolby SRD.

Actor’s Studio

Dieses Kino liegt mitten in der historischen Altstadt,

nur wenige Gehminuten vom Stephansdom entfernt.

Benannt nach der berühmten Schauspielerwerkstatt

in New York, gilt dieses kleine, aber feine Kino als beliebter

Treffpunkt für Filmfreunde und richtet sich

auch außerhalb des Festivals an ein Publikum, das anspruchsvollere

Produktionen bevorzugt. Die insgesamt

221 Plätze sind auf drei geräumige und kürzlich renovierte

Kinosäle mit jeweils 88, 71 und 62 Sitzen verteilt.

This cinema lies in the heart of Vienna’s historic city centre,

only a short walk from St. Stephen’s Cathedral. Named

after the famous Actors Studio of New York, this

small but fine cinema is a favourite meeting point for

film enthusiasts. It addresses an audience that prefers

high-quality productions. Its total of 221 seats is distributed

over three spacious cinemas with 88, 71 and 62

seats each, all three of which were renovated recently.

Tel +43 1 891 74-101 000 / www.vhs.at/urania

Festivalkinos 29


FOTOs: Herta Hurnaus, Michael Rausch-schott, Anna Blau

FOTO: Cineplexx

Let’s Cee on

the road

Brunnenpassage

In der im 16. Wiener Gemeindebezirk gelegenen Brunnenpassage können

Menschen verschiedener Herkunft an Kunstprojekten mitarbeiten

und sich so besser kennenlernen. Unter der Anleitung von professionellen

Künstlern wird hier geprobt, produziert und schließlich auch auf der

Bühne gestanden. Die Teilnahme an allen Veranstaltungen ist dabei gratis.

In the Brunnenpassage, situated in Vienna’s sixteenth district, people of all

backgrounds can work together on art projects and get to know each other

better. Instructed by professional artists, they can rehearse, produce and

take to the stage here. Participation in all of the activities is free of charge.

VIENNAFAIR The New Contemporary

Die VIENNAFAIR The New Contemporary findet auf dem Gelände der

Messe Wien statt und gilt mittlerweile als die wichtigste internationale

Plattform für zeitgenössische Kunst aus Zentral-, Ost- und Südosteuropa.

Die Messe hat sich in den letzten Jahren als einzigartiges Sprungbrett

für Galerien und Kunstschaffende etabliert, indem ein spannender

Raum für anregende Dialoge und Positionen geschaffen wurde.

VIENNAFAIR The New Community is held on the premises of the Messe Wien

and has become to be seen as the most important international platform for

contemporary art from Central and Eastern Europe. This fair is the only one

to have established itself as a stepping stone for galleries and artists in the

past years by offering an exciting space for inspiring dialogue and opinions.

Village Cinema Wien Mitte

Artis International

Österreichisches Filmmuseum

Das im Jahr 2000 gegründete, beliebte Premierenkino kann

nicht nur mit seinen zehn Sälen und der neuesten technischen

Ausstattung punkten, sondern auch mit seiner zentralen

Lage. Das vielseitige Programm bietet großes Kino für

jeden Geschmack. Europäische Independent-Produktionen

finden hier nämlich ebenso Platz wie große Hollywoodblockbuster,

Synchronfassungen ebenso wie Filme in Originalsprache.

2014 wird das Village Cinema Wien Mitte zum

ersten Mal Austragungsort des LET‘S CEE Film Festivals sein.

This popular premiere cinema, founded in 2000, not only

boasts ten theatres and the newest in technological

equipment, but is also located in the centre of Vienna. The

diverse programme offers great cinema for all tastes. European

independent productions are represented as well

as huge Hollywood blockbusters, either in their original or

dubbed versions. The Village Cinema Wien Mitte will host

the LET’S CEE Film Festival for the very first time in 2014.

Das Artis International mit seinen insgesamt sechs Sälen ist

aus der Wiener Kinolandschaft schon lange nicht mehr wegzudenken.

Technisch auf dem neuesten Stand, überzeugt dieses

gemütliche, verwinckelte Innenstadtkino sein Publikum mit

einem breiten Angebot, das von großen Blockbuster-Produktionen

bis hin zu hochwertigem Arthouse-Kino reicht – und das

alles in englischer Originalfassung! Dieses breitgefächerte Angebot

und die ideale Lage mitten im Zentrum Wiens machen

das Artis International zu einem wahren Publikumsmagneten.

The Artis International cinema and its six theatres have been

an indispensable part of Viennese cinema infrastructure. This

snug, somewhat labyrinthine cinema in the very centre of

the city convinces with state-of-the-art technology and a

wide range of films from blockbuster productions to highclass

art house cinema - all of them in their English original

versions! This wide range of films and its central location within

Vienna make the Artis International a true crowd-puller.

Das Österreichische Filmmuseum wurde im Jahr 1964 von

Peter Konlechner und dem Filmemacher Peter Kubelka gegründet.

Ziel war es, ein Zentrum zu schaffen, in dem unter

bestmöglichen Bedingungen Filme und filmbezogene Objekte

gesammelt, archiviert, restauriert, bewahrt, erforscht,

präsentiert und vermittelt werden. Der 2003 neu gestaltete

Filmsaal wurde 1989 von Kubelka zu einem „unsichtbaren

Kino“ umgebaut, bei dem die Architektur selbst in der

Wahrnehmung der Besucher vollständig zurücktreten soll.

The Austrian Film Museum was founded in 1964 by Peter

Konlechner and filmmaker Peter Kubelka. Their goal was to

create a centre where films and film-related objects could

be collected, archived, restored, preserved, studied and presented

under the best possible conditions. The film theatre,

which was refashioned in 2003, was rebuilt by Kubelka in

1989 into an ‘invisible cinema’ – its architecture was designed

in such a way as not to impair the perception of the audience.

öster REICH ist, ...

„... wo VIELFALT

dynamische Unternehmen

inspiriert!“

ÖSTERREICHISCHER

GEWERBEVEREIN

30 Festivalkinos

Der ÖGV bewegt.

WWW.GEWERBEVEREIN.AT


32 Preise

Preise

Awards

Tone Fink

Künstler und Filmemacher

Artist and filmmaker

Tone Fink, 1944 in Vorarlberg geboren, hat sich nach

seinem Studium an der Akademie der Bildenden

Künste in Wien in verschiedensten künstlerischen

Bereichen einen hervorragenden Namen machen

können. Als Zeichner und Maler kann er ebenso auf

ein umfangreiches und anerkanntes Werk zurückblicken

wie als Objekt- und Performancekünstler

sowie als Filmemacher. Mit seiner Vielseitigkeit, die

sich ständig neu orientiert, gehört Fink seit langem

zu den beständigsten Vertretern moderner österreichischer

Kunst.

Tone Fink was born in Vorarlberg in 1944. After his

studies at the Academy of Fine Arts in Vienna, he

was able to make a great name for himself in various

artistic fields. His oeuvre as an illustrator and

painter is as abundant and critically recognised

as that of Tone Fink the object and performance

artist and filmmaker. His versatility and ability to

readjust constantly makes Fink one of the most

enduring representatives of modern Austrian art.

Die vom Ausnahmekünstler Tone Fink geschaffene Urania ist eine aus Aluminium gegossene und 36 cm hohe Statuette

mit sehr weiblichen Formen, die jeweils gemeinsam mit einem Geldpreis an die von einer Jury bestimmten

Gewinner des Spielfilm-, des Dokumentarfilm- und des Kurzfilm-Wettbewerbs des LET’S CEE Film Festivals

übergeben wird. Die Idee zu diesem Preis wie auch zum Stern der Urania, einem sehr aufwändig gestalteten,

schweren und wertvollem Unikat aus Kristall, das als Lifetime Achievement Award einmal jährlich von der

Festivalleitung an eine herausragende Persönlichkeit aus der Filmbranche für deren Lebenswerk verliehen

wird, hatte der in Wien lebende Filmproduzent und Kulturmanager Robert Hofferer. Aber nicht nur das: Hofferer

und seine Firma Artdeluxe treten heuer bereits zum dritten Mal auch als Stifter aller offiziellen Preise auf – die

drei Uranias für die Sieger der drei Wettbewerbe, die damit verbundenen Geldpreise und der Stern der Urania

werden allein von ihm finanziert. Dem nicht genug, sponsert er zudem noch den Kurzfilmwettbewerb als solchen

mit einer sehr stattlichen Summe. Hofferer: „Ich weiß durch meine Arbeit, welch großes und bei weitem nicht ausgeschöpftes

kreatives und wirtschaftliches Potential Zentral- und Osteuropa in filmischer Hinsicht haben. Es ist von

großer Bedeutung, anerkennend, weitsichtig und visionär eine Plattform dafür zu etablieren.“ Der Gewinner des Publikumspreises

des Kurzfilmwettbewerbs wird übrigens dieses Jahr wieder von Vienna International Hotels & Resorts

nach Łódź zum Festival CINERGIA geschickt, wo er im andel’s Hotel 7 Nächte als Artist in Residence verbringen, den

Siegerfilm auf dem Festival präsentieren und die weltberühmte Filmschule besichtigen kann. Die Kosten für die

Flugtickets übernimmt die Polnische Botschaft in Wien. Ebenfalls neu: Jeder, der in einem der drei Wettbewerbe mit

einer lobenden Erwähnung der Jury geehrt wird, bekommt von LE CLOU eine Uhr der Marke Nick van Hill überreicht.

The ‘Urania’ is a 36 centimetres-high cast aluminium statuette with very female forms designed by exceptional artist

Tone Fink – together with a financial reward, the Urania is awarded to the winners of the LET’S CEE Film Festival’s

Feature Film Competition, Documentary Competition and the Short Film Competition, who are determined by the

jury. Viennese film producer and culture manager Robert Hofferer had the idea for this award as well as for the Star

of the Urania award, a very elaborate, heavy and valuable unique piece made of crystal, which is awarded to an extraordinary

personality from the film industry for their lifetime achievement by the festival organisation once a year.

But not only that: Hofferer and his company Artdeluxe will be sponsoring all official awards for the third consecutive

year - the three Urania Awards for the winners of the respective competitions as well as the financial rewards, and

the Star of the Urania award are sponsored exclusively by Robert Hofferer. In addition to that, he is also sponsoring

the Short Film Competition with a very formidable sum. Hofferer: “I know from my professional experience what great

untapped creative and economic potential lies hidden in Central and Eastern Europe in terms of film. Providing

it with an adequate platform is an act of great importance, acknowledgment, insight and vision. As in the previous

years, the winner of the Short Film Competition’s audience award will again be sent to the CINERGIA festival in Łodź

by Vienna International Hotels & Resorts; there he or she can spend seven nights at the andel's Hotel as an Artist in

Residence, present the winning film of the LET'S CEE Film Festival and visit the world-famous film shool. The travel

expenses will be covered by the Polish embassy in Vienna. Another new feature: All participants who receive an honourable

mention by the jury in either of the three competitions will receive a Nick van Hill watch from LE CLOU.

32 Grußwort Christof Papousek

Grußwort Christof Papousek 33


34 Spielplan

Donnerstag, 02.10.

22:00 Uhr

White God

Village Cinema

Freitag, 03.10.

10:00 Uhr

Sunshine

Filmmuseum

15:00 Uhr

Kurzfilme

Abseits der Norm

Village Cinema

17:00 Uhr

Kurzfilme

Freunde & Fremde

Village Cinema

18:00 Uhr

Ulay

Urania Kino

18:00 Uhr

Bridges of Sarajevo

Village Cinema

18:30 Uhr

Floating Skyscrapers

Actor's Studio

19:00 Uhr

Watchtower

Village Cinema

20:15 Uhr

The Death of Mr.

Lazarescu

Urania Kino

20:45 Uhr

Pelican in the

Desert

Actor’s Studio

21:15 Uhr

Hardkor Disko

Village Cinema

Samstag, 04.10.

11:00 Uhr

Tulpan

Urania Kino

13:00 Uhr

Marussia

Urania Kino

14:00 Uhr

Lisa Limone and

Maroc Orange

Village Cinema

14:00 Uhr

Kurzfilme Leben & Tod

Village Cinema

15:15 Uhr

Bridges of Sarajevo

Urania Kino

16:00 Uhr

Die Blechtrommel

Village Cinema

17:45 Uhr

White God

Urania Kino

18:45 Uhr

Pelican in the

Desert

Actor's Studio

19:00 Uhr

Love is Blind

Village Cinema

20:00 Uhr

Sunshine

Urania Kino

21:00 Uhr

Floating Skyscrapers

Actor's Studio

21:15Uhr

The Mighty Angel

Village Cinema

Sonntag, 05.10.

11:00 Uhr

The Double Life

of Véronique

Urania Kino

14:00 Uhr

Underground

Urania Kino

14:00 Uhr

Lisa Limone and

Maroc Orange

Actor’s Studio

15:00 Uhr

Kurzfilme

Am Wendepunkt

Village Cinema

16:00 Uhr

Three Windows

and a Hanging

Actor’s Studio

17:00 Uhr

The Mighty Angel

Village Cinema

18:15 Uhr

Watchtower

Village Cinema

19:00 Uhr

Don‘t Look Back,

My Son

Urania Kino

19:15 Uhr

Karnaval

Village Cinema

20:45 Uhr

PMR

Actor‘s Studio

21:15 Uhr

Kukumi

Urania Kino

21:15 Uhr

Love is Blind

Village Cinema

Montag, 06.10.

15:00 Uhr

Kurzfilme

Verspielt

Village Cinema

16:30 Uhr

PMR

Actor‘s Studio

17:00 Uhr

Pipeline

Village Cinema

18:30 Uhr

Three Windows

and a Hanging

Actor‘s Studio

19:15 Uhr

The Tree

Village Cinema

20:00 Uhr

Brides

Urania Kino

20:45 Uhr

Pipeline

Actor‘s Studio

21:30 Uhr

The Ambassador

to Bern

Village Cinema

22:15 Uhr

13 Tzameti

Urania Kino

Dienstag, 07.10.

15:00 Uhr

Kurzfilme

Abseits der Norm

Village Cinema

16:00 Uhr

The Tree

Actor’s Studio

17:00 Uhr

The Ambassador

to Bern

Village Cinema

18:00 Uhr

Hush

Urania Kino

19:00 Uhr

The Disobedient

Village Cinema

20:15 Uhr

Roxanne

Urania Kino

20:45 Uhr

Happily Ever After

Actor’s Studio

21:30 Uhr

Brides

Village Cinema

Mittwoch, 08.10.

15:00 Uhr

Kurzfilme

Freunde & Fremde

Village Cinema

16:00 Uhr

Happily Ever After

Actor’s Studio

17:00 Uhr

Hush

Village Cinema

18:00 Uhr

Monument to

Michael Jackson

Urania Kino

18:15 Uhr

The Disobedient

Actor’s Studio

19:15 Uhr

I Am an Old

Communist Hag

Village Cinema

20:30 Uhr

The Godfather’s Story

Urania Kino

20:45 Uhr

The Term

Actor’s Studio

21:30 Uhr

Ukraine_Voices

Village Cinema

Donnerstag, 09.10.

14:00 Uhr

Ukraine_Voices

Urania Kino

15:00 Uhr

Kurzfilme

Leben & Tod

Village Cinema

16:00 Uhr

Kurzfilm-Wettb.

Block 1

Urania Kino

16:00 Uhr

The Term

Actor’s Studio

18:30 Uhr

I Am an Old

Communist Hag

Actor’s Studio

18:45 Uhr

I Won’t Come Back

Urania Kino

19:00 Uhr

Monument to

Michael Jackson

Village Cinema

20:30 Uhr

Die Wälder sind

noch grün

Actor’s Studio

20:45 Uhr

Scandal

Actor’s Studio

21:15 Uhr

Come to My Voice

Urania Kino

21:15 Uhr

Amsterdam

Express

Actor’s Studio

Freitag. 10.10.

16:00 Uhr

In the fog

Village Cinema

16:30 Uhr

I Won’t Come Back

Actor's Studio

17:00 Uhr

Come to My Voice

Actor’s Studio

18:00 Uhr

Papusza

Urania Kino

18:00 Uhr

Redirected

Village Cinema

18:30 Uhr

The Japanese Dog

Village Cinema

19:00 Uhr

Scandal

Actor’s Studio

19:00 Uhr

Nepal Forever

Actor’s Studio

20:30 Uhr

Jack Strong

Village Cinema

20:45 Uhr

Velvet Terrorists

Actor’s Studio

21:00 Uhr

Kurzfilm-Wettb.

Block 2

Urania Kino

21:15Uhr

Amsterdam Express

Actor’s Studio

21:30Uhr

No Man's Land

VHS Urania

Samstag. 11.10.

14:00 Uhr

Kurzfilme

Am Wendepunkt

Actor’s Studio

14:00 Uhr

Nepal Forever

Actor’s Studio

14:00 Uhr

Roxanne

Village Cinema

15:00 Uhr

The Japanese Dog

Actor’s Studio

16:00 Uhr

Kurzfilme

Verspielt

Actor’s Studio

16:15 Uhr

The Godfather’s

Story

Village Cinema

17:00 Uhr

I Am an Old

Communist Hag

Actor’s Studio

18:00 Uhr

Kurzfilm-Wettb.

Block 2

Actor’s Studio

18:30 Uhr

The Bat

VHS Urania

19:15 Uhr

I Won’t Come

Back

Actor’s Studio

20:00 Uhr

Papusza

Actor’s Studio

20:30 Uhr

Before the Rain

VHS Urania

21:00Uhr

Kurzfilm-Wettb.

Block 1

Actor’s Studio

21:30Uhr

Velvet Terrorists

Actor’s Studio

22:00Uhr

Redirected

Urania Kino

34 Grußwort Christof Papousek


36 Rahmenprogramm

Donnerstag, 02.10.

Freitag, 03.10.

Samstag, 04.10.

20:00 Uhr

Eröffnung des LET'S Cee Film Festivals

Urania Kino

Invitations only

10:00 Uhr

Master Class István Szabó

(inkl. Screening Sunshine)

Filmmuseum

17:00 Uhr

Lesung

Marcin Szczygielski

Actor’s Studio

16:15 Uhr

Master Class

Aida Begić

Actor’s Studio

18:30 Uhr

Screening Marussia

Brunnenpassage

19:00 Uhr

Screening Ulay

VIENNAFAIR

20:15 Uhr

Screening

Watchtower

Brunnenpassage

21:00 Uhr

Partyline

Ost Klub

FREUDE SCHENKEN

Eine Adresse für alle Gutscheine: gutschein.oeticket.com

Sonntag, 05.10.

10:00 Uhr

Master Class Ulay

VHS Urania

13:00 Uhr

Master Class

Cristi Puiu

VHS Urania

17:30 Uhr

Diskussion Branko Lustig,

Alexandra Föderl-Schmid

& Oliver Rathkolb

Urania Kino

20:00 Uhr

Film & Musik: Konzert

Elżbieta Towarnicka

VHS Urania

21:00 Uhr

Partyline

Cafe Leopold

Montag, 06.10.

08:30 Uhr

Integrationskino

Artis International

09:00 Uhr

Educational Morning

(inkl. Screening Lauf

Junge, lauf!)

Artis International

10:30 Uhr

Integrationskino

Artis International

16:00 Uhr

Master Class

Branko Lustig

Artis International

18:30 Uhr

ZUSAMMEN:ÖSTERREICH mit

Integrationsminister Sebastian Kurz

Urania Kino

Invitations only

21:00 Uhr

Partyline

Cafe Leopold

Dienstag, 07.10.

18:00 Uhr

NYC CareerTalk inkl.

Screening von Kurzfilmen

Actor’s Studio

21:00 Uhr

Partyline

Cafe Leopold

WEL LNESS

WEEKENDER

ABENTEUER

Mittwoch, 08.10.

21:00 Uhr

Partyline

Cafe Leopold

Donnerstag, 09.10.

09:00 Uhr

Schulkino (inkl. Screening

Roxanne)

Urania Kino

10:30 Uhr

Integrationskino

Urania Kino

14:00 Uhr

Master Class

Riina Sildos

Actor’s Studio

17:00 Uhr

fair.versity Talk inkl.

Screening von Kurzfilmen

Village Cinema

20:30 Uhr

Film & Musik: Konzert

Fanfara Transilvania

Ost Klub

Freitag. 10.10.

Samstag. 11.10.

36 Grußwort Christof Papousek

09:00 Uhr

Schulkino (inkl.

Screening Papusza)

Apollo - Das Kino

16:00 Uhr

Master Class

Milcho Manchevski (inkl.

Screening Before the Rain)

Actor‘s Studio

09:00 Uhr

Integrationskino

Village Cinema

Apollo – Das Kino

20:00 Uhr

Award Ceremony

Urania Kino

Invitations only

11:30 Uhr

Integrationskino

Village Cinema

Apollo – Das Kino

22:00 Uhr

Partyline

The Box

19:30 Uhr

Film & Musik:

Live-Vertonnung Latif

VHS Urania

21:00 Uhr

Partyline

Cafe Leopold

KULINARIK

SHOP PING

Diese und noch viele mehr gibt es auf

Österreichs vielseitigem Gutscheinportal

gutschein.oeticket.com


Eröffnungsfilm 39

Spielfilm. Ungarn / Deutschland / Schweden 2014

Sprache Ungarisch, Englisch mit engl. UT

Länge 119 min.

Format DCP

Farbe

38 Grußwort Christof Papousek

Tomasz Raczek

Dieser Film ist eine raffinierte Hommage an das

Werk eines großartigen ungarischen Regisseurs,

Miklós Jancsó. In Übereinstimmung mit dem magischen

Realismus erzählt er die Parabel über eine

Welt, in der überflüssige, allumfassende Gewalt

zum Ausrotten der menschlichen Zivilisation führt.

Die Kontrolle über die Welt übernehmen … Hunde.

Wie in Planet of the Apes führt uns der Regisseur

durch eine fremde, doch dem Anschein nach bekannte

Welt. Groteske vermischt sich mit Anschuldigung,

um dann in eine sanfte Film-Poesie zu gleiten.

This film is an intricate tribute to the work of the

great Hungarian director Miklós Jancsó. In the convention

of magical realism, it tells the parable of a

world in which the excessive, omnipresent violence

of the human race leads to its extinction. The

heirs of this world are … dogs. Just like in Planet

of the Apes, the director leads us through an alien,

but strangely familiar world. Grotesque fuses with

accusation, only to glide into gentle film poetry.

Eröffnungsfilm

white god

Fehér isten

Lilis Eltern sind geschieden. Als ihre Mutter für längere Zeit verreisen muss, zieht die 13-Jährige zu ihrem Vater.

Und zwar gemeinsam mit ihrem klugen Hund Hagen, den der Vater aber nur ungern in seine Wohnung

lässt. Als sich eine Nachbarin über das Tier beschwert, die Verwaltung für den Besitz eines Mischlings

mehr Geld verlangt und Lili wegen Hagen ihren Platz im Jugendorchester verliert, setzt ihr Vater den Hund

kurzerhand vor die Tür. Von da an sucht das Mädchen den Hund und der Hund das Mädchen. Was sich

nach einer harmlosen Lassie-Geschichte anhört, entwickelt sich bald zu einem tierischen Rachethriller. Hagens

Odyssee, die ihn mehr und mehr mit der Grausamkeit der Menschen konfrontiert, endet in einem Aufstand

seiner Artgenossen gegen ihre Peiniger. Kornél Mundruczós ebenso bewegender wie bissiger Film

ist metaphorisch vielschichtig; so spielt er etwa nicht zufällig vor dem Hintergrund eines autoritären Regimes

und einer zunehmend intoleranten Gesellschaft. Er funktioniert aber auch ohne Interpretation hervorragend

und beinhaltet Szenen, die mit zu den stärksten des Kinojahres gehören. Den eigentlichen Stars

der Produktion, den Mischlingsbrüdern Body und Luke aus Arizona, standen übrigens 250 weitere Hunde

aus ungarischen Tierheimen zur Seite. Unglaublich, aber wahr: Was man sieht, ist keine Animation, sondern echt.

Lili’s parents are divorced. When her mother has to go out of town for a longer period of time, the thirteen-year-old

moves to her father. Namely, with her smart dog Hagen whom Lili’s father only reluctantly

tolerates in his apartment. When the neighbour complains about the cross-breed, the building administration

charges him for owning a pet and Lili loses her spot in the youth orchestra because of the animal, he

finally throws the dog out. Thus, the girl’s search for her dog begins, while he is looking for her, too. What

sounds like an innocent Lassie story, soon develops into an animalistic revenge thriller. Hagen’s odyssey, which

confronts him more and more with the cruelty of human beings, ends in the uprising of him and his fellow

conspecifics against their tormentors. Kornél Mundruczó’s moving as well as biting movie is metaphorically

multi-faceted. It is no coincidence that the background of the plot is an authoritarian regime and an increasingly

intolerant society. However, the film perfectly works without interpretations at all, too, and contains,

furthermore, scenes that rank among the most powerful ones of this cinematic year. The actual stars

of this production, the cross-breed brothers Body and Luke from Arizona, were strongly supported by 250

dogs from Hungarian animal shelters. Unbelievable but true: This is not an animation, it is genuinely real.

Regie Kornél Mundruczó

Drehbuch Kata Wéber, Kornél Mundruczó,

Viktória Petrányi

Kamera Marcell Rév

Schnitt Dávid Jancsó

Musik Asher Goldschmidt

Ton Thomas Huhn, Gábor Balázs

Produzenten Viktória Petrányi, Eszter Gyárfás

Koproduzenten Karl Baumgartner, Michael Weber,

Viola Fügen, Fredrik Zander, Gábor Balázs,

Jessika Ask

Darsteller

Lili Zsófia Psotta

Dániel Sándor Zsótér

Elza Lili Horváth

Alter Mann Szabolcs Thuróczy

Bev Lili Monori

Hundefänger Gergely Bánki

Produktion Proton Cinema, Pola Pandora Filmproduktions,

Filmpartners, The Chimney Pot

Vertrieb/Kontakt THE MATCH FACTORY

Biografie Kornél Mundruczó

Kornél Mundruczó, 1975 in Ungarn geboren, studierte

Theater- und Filmregie in Budapest. Für seinen ersten

Spielfilm Pleasant Days erhielt er 2002 einen Silbernen

Leoparden in Locarno. In Cannes präsentierte er 2005

Johanna, eine filmische Opernadaption über Jeanne

d’Arc, die in der Reihe Un Certain Regard lief. Tender

Son: The Frankenstein Project wurde wiederum für die

Goldene Palme nominiert und der Spielfilm Delta

ebendort mit dem FIPRESCI-Preis ausgezeichnet. Als

Theaterregisseur hat er unter anderem für die Wiener

Festwochen und das Thalia-Theater in Hamburg inszeniert.

2014 gewann Kornél Mundruczó schließlich

mit White God den ersten Preis in der Reihe Un Certain

Regard in Cannes.

Filmografie Kornél Mundruczó (Auswahl)

2014 White God

2010 Tender Son: The Frankenstein Project

2008 Delta

2002 Pleasant Days

Grußwort Christof Papousek 39


Closingfilm 41

Spielfilm. Litauen / Großbritannien 2014

Sprache Litauisch, Englisch, Russisch dt. UT

Länge 115 min

Format DCP

Farbe

Closing Film

Redirected

Vier Freunde begehen einen Raubüberfall. Sie wollen ein illegales Casino in London stürmen, sich das Geld

schnappen und dann nach Malaysia abhauen, um sich dort an sonnigen Stränden künftig mit billigem Alkohol

und billigem Sex zu vergnügen. Aber so genial der Coup ihrer Meinung nach auch geplant ist, er geht

trotzdem schief. Zwar erbeutet die Amateurbande eine Million Pfund, aber die bösen Jungs, die sie berauben,

wollen sie nicht so einfach ziehen lassen. Irgendwie schaffen sie es aber trotzdem noch ins Flugzeug.

Kaum in der Luft, beginnt ein Vulkan in Island Unmengen von Asche auszuspucken und den Flugverkehr

über Nordeuropa lahmzulegen: Es kommt zur Notlandung, und statt im Tropenparadies finden sich die

vier in einem postsowjetischen Land mit einem unaussprechlichen Namen wieder ... in Litauen – wo

sie sich mit Schmugglern, Killern, Prostituierten, korrupten Cops, wilden Fantasien und einem Kulturschock

herumschlagen und überdies ihre Freundschaft neu entdecken müssen. Mit Redirected ist Emilis

Vėlyvis in seiner Heimat ein echter Box-Office-Hit gelungen. Die Mischung aus Actionstreifen, Thriller,

Krimi und Komödie im Guy-Ritchie-Stil verspricht Unterhaltung pur – aufgrund diverser Gewalt- und

Nacktszenen und ziemlich rüder Sprache ist der Film allerdings nur für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.

Four friends commit an armed robbery. All they want to do is storm a clandestine casino in London, grab

the whole money and run off to Malaysia to finally entertain themselves with cheap alcohol and even cheaper

sex on the sunny beaches. But as brilliant as they think their idea is planned out, things do not go

as smoothly as they had hoped. Although they manage to steal a million pounds, the madmen they robbed

the money from will not let them escape so easily. Anyway, somehow the four of the them make it

onto the plane, but as soon as they are up in the sky, they already have to make a forced landing because

of Iceland’s volcano starting to expel loads of ashes, paralysing the entire air traffic above Northern

Europe. Instead of a tropic island, they find themselves in a post-soviet country with an unpronounceable

name ... in Lithuania – where they have to deal with smugglers, killers, prostitutes, corrupt cops, wild

phantasies, with a tremendous cultural shock and, moreover, they are forced to redefine their old friendship.

With Redirected Emilis Vėlyvis succeeded in creating a real blockbuster in his home country. The mixture

of action movie, crime thriller and comedy in the style of Guy Ritchie promises pure entertainment

that is due to explicit scenes and quite rude language only advised for viewers from age 16 onwards.

Regie Emilis Vėlyvis

Drehbuch Emilis Vėlyvis, Jonas Banys, Lewis Britnell

Kamera Feliksas Abrukauskas

Schnitt Emilis Vėlyvis, Chris Blunden, Gintare Sokelyte

Musik Paulius Kilbauskas, Domas Strupinskas

Kostüm Vitalis Čepkauskas

Maske Jurgita Globyte, Egle Mikalauskaite, Bozena

Moisejenko

Produzenten David Boaretto, Alastair Clark, Asta

Liukaitytė, Daiva Jovaišienė, Donatas Šimukauskas,

Norbertas Pranckus, Andrius Paulavičius, Jacqueline

Quella, Rachel Rubey, Urtė Vaicekauskaitė

Darsteller

Golden Pole Vinnie Jones

Michael Scot Williams

Johnny Gil Darnell

Tim Oliver Jackson

Ben Anthony Strachan

Doncius Artur Smolyaninov

Produktion Kinokultas, Wellington Films

Vertrieb/Kontakt FilmConfect Home Entertainment

GmbH

Biografie Emilis Vėlyvis

Bevor sich der 1979 in Litauen geborene Regisseur,

Drehbuchautor und Schauspieler Emilis Vėlyvis dem

Film zuwandte, hat er Kunst sowie Malerei in Vilnius

und Warschau studiert. Mit Redirected präsentiert

er nun seinen dritten Kinofilm. Und wie bereits bei

seinen ersten beiden Werken Zero. Alyvine Lietuva

(2006) und Zero 2 (2010) vermischt er auch hier Action,

Gewalt und Komödie, was ihm den Ruf als litauischer

Guy Ritchie einbrachte.

Filmografie Emilis Vėlyvis

2014 Redirected

2010 Zero 2

2006 Zero. Alyvine Lietuva

40 Grußwort Christof Papousek

Grußwort Christof Papousek 41


EINE NEUE DIMENSION

DER ÄSTHETIK

István Szabó

István Szabó zählt zu den international bekanntesten und bedeutendsten ungarischen Regisseuren

und Drehbuchautoren. Sein Handwerk hat er an der Akademie für Theater- und

Filmkunst in Budapest gelernt. Bereits seine erste Regiearbeit, Zeit der Träumereien, wurde

1965 in Locarno als bester Debütfilm ausgezeichnet und machte ihn zur Führungsfigur

einer neuen Generation von ungarischen Filmschaffenden. 1980 gelangen Szabó mit Der

grüne Vogel sowie mit Vertrauen gleich zwei weit über die Landesgrenzen hinaus vielbeachtete

Erfolge. Ab diesem Jahr drehte er hauptsächlich international finanzierte Koproduktionen.

Der in Berlin mit einem Silbernen Bären für die beste Regie ausgezeichnete

Film Vertrauen wurde außerdem für einen Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger

Film nominiert, ebenso die drei Meisterwerke, die er in der Folge mit Klaus Maria Brandauer

in der Hauptrolle drehte: Mephisto (1981), Oberst Redl (1985) und Hanussen (1988).

Mephisto gewann letztendlich einen Academy Award und darüber hinaus in Cannes

eine Silberne Palme für das beste Drehbuch. Dort wurde Szabó zudem für seinen Film

Hanussen als bester Regisseur ausgezeichnet. Neben seiner Tätigkeit beim Film arbeitete

der mittlerweile 76-Jährige immer wieder auch als Opernregisseur. So inszenierte er etwa

1985 Wagners Tannhäuser an der Pariser Oper sowie 1993 Il Trovatore von Giuseppe Verdi

an der Wiener Staatsoper. Darüber hinaus hielt er regelmäßig Vorlesungen zur Filmgeschichte

etwa in London, Berlin oder Wien. Szabó gilt als sensibler Beobachter von Gesellschaften

im Zeichen von Diktatur und Fremdbestimmung. Im Mittelpunkt seiner oft

von Identität und Anpassung handelnden Geschichten steht dabei meist das Schicksal

von Menschen unter dem Einfluss historischer Ereignisse. Beim LET’S CEE Film Festival

2014 ist der große Filmemacher, wie bereits im Vorjahr, wieder zu Gast. Er wird eine Master

Class abhalten und seinen Film Sunshine vorstellen. Höhepunkt seines diesjährigen

Besuches wird aber eine Preisverleihung sein: Nach Turhan Bey und Branko Lustig erhält

dieses Jahr nämlich István Szabó den Stern der Urania für sein großartiges Lebenswerk.

István Szabó

Regisseur und Drehbuchautor

Director and Writer

István Szabó is amongst Hungary’s internationally best known and most significant directors

and screenwriters. He learned his handiwork at the Academy of Theatrical and

Cinematic Arts in Budapest. His very first work as a director, The Age of Illusions, was

rewarded as the best debut film at the Locarno International Film Festival in 1965 and

made him the figurehead of a new generation of Hungarian filmmakers. In 1980, Szabó

managed to create two internationally recognised and successful films, Green Bird

and Confidence. From then on, he directed mainly internationally funded co-productions.

Confidence, which won a Silver Bear at the Berlin Film Festival, was also nominated

for an Academy Award for Best Foreign Language Film, as well as the three masterpieces

he filmed with Klaus Maria Brandauer: Mephisto (1981), Oberst Redl (1985) and

Hanussen (1988). Mephisto went on to win an Academy Award and also won a Silver

Palm in Cannes for the best screenplay. It was also there that Szabó won the award as

best director for the film Hanussen. Apart from working in the film industry, the now

76-year-old frequently worked as an opera director as well. He staged Wagner’s Tannhäuser

at the Paris Opera in 1985 and Giuseppe Verdi’s Il Trovatore at the Vienna State

Opera in 1993. In addition, he held regular lectures on the history of film in London,

Berlin and Vienna. Szabó is known as a sensitive observer of societies marked by dictatorship

or heteronomy. His stories, which often deal with identity and adaptation,

revolve around the fate of individuals under the influence of historic events. Like last

year, the great filmmaker will again be a guest at the LET’S CEE Film Festival 2014. He

will hold a master class and present his film Sunshine. However, the apex of his visit

will be an award ceremony: After Turhan Bey and Branko Lustig, Istvan Szabó will be

awarded the Star of the Urania Lifetime Achievement Award for his extraordinary work.

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42 István Szabó

Grußwort Christof Papousek 43


Festivals

zu Gast

Sarajevo Film Festival

Das Sarajevo Film Festival hat sich mit rund 100.000 Besuchern pro Jahr

mittlerweile zu einem der führenden Filmfestivals auf dem Kontinent entwickelt.

Gegründet wurde es von Mirsad "Miro" Purivatra 1995 während vor

den Toren der belagerten Stadt noch der Balkankrieg tobte. Heute gilt das

Festival als eine der wichtigsten Anlaufstellen für die gesamte südosteuropäische

Filmproduktion. Denn obwohl mittlerweile auch Produktionen aus

aller Welt gezeigt werden, bilden Filme aus der Region immer noch den

Hauptfokus des Programms. Zudem hat sich das Festival mit Workshops

und Master Classes um die Förderung des bosnischen Filmnachwuchses

verdient gemacht. Die hohe Qualität der gezeigten Filme und der Charme

der geschichtsträchtigen Stadt veranlassen übrigens jede Menge internationale

Gäste (darunter regelmäßig sogar Weltstars wie Angelina Jolie,

Brad Pitt, Morgan Freeman, Bono und Gérard Depardieu) dazu, im August

nach Sarajevo zu kommen, um dort ihre neuesten Werke vorzustellen.

With an average of around 100,000 visitors each year, the Sarajevo

Film Festival has become one of the continent’s leading film festivals.

It was founded by Mirsad "Miro" Purivatra in 1995, while the Balkan

war was still raging in and around the besieged city. Today, the

festival is one of the most significant centres of the entire Eastern European

film production industry. Although the festival features productions

from all over the world by now, the focus is still on regional

productions. Also, the festival has made great efforts in promoting and

advancing Bosnian film talent through its workshops and master classes.

The high level of quality of the featured films, as well as the charm

of this historical city guarantee that a great number of high-class international

guests (including superstars such as Angelina Jolie, Brad

Pitt, Morgan Freeman, Bono and Gérard Depardieu) visit Sarajevo in

the month of August to introduce and present their newest projects.

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Sarajevo Film Festival 45


46 Festivals zu Gast Festivals zu Gast 47

Episodenfilm. Frankreich / Bosnien und

Herzegowina / Schweiz / Italien / Deutschland /

Portugal / Bulgarien 2014

Sprache Russisch, Deutsch, Italienisch,

Französisch, Bosnisch, Katalanisch mit engl. UT

Format DCP

Farbe und Schwarz-Weiß

Künstlerische Leitung Jean-Michel Frodon

Animation François Schuiten, Luís Da Matta

Almeida

My Dear Night

Regie Kamen Kalev

Our Shadows Will

Regie Vladimir Perišić

The Outpost

Regie Leonardo di Costanzo

Princip, Text

Regie Angela Schanelec

Das Spektrum Europas

Regie Cristi Puiu

The Bridge of Sighs

Regie Jean-Luc Godard

Reflections

Regie Sergei Loznitsa

Zan’s Journey

Regie Marc Recha

Album

Regie Aida Begić

Sara and her Mother

Regie Teresa Villaverde

The Bridge

Regie Vincenzo Marra

Little Boy

Regie Isild Le Besco

Quiet Mujo

Regie Ursula Meier

Produktion Cinétévé, Obala Art Centar, Bande a

Part Films, Mir Cinematografica, unafilm, Ukbar

Filmes, The First World War Centenary Mission,

France 2 Cinéma, Rai Cinema, RTS

Vertrieb/Kontakt Indie Sales

BRIDGES of sarajevo

Ponts de Sarajevo

Unter der künstlerischen Leitung von

Jean-Michel Frodon vereint dieser anspruchsvolle

und berührende Omnibusfilm

dreizehn Geschichten, die sich mit

Sarajevos Rolle während der vergangenen

100 Jahre beschäftigen. Das Projekt, das

2014 bei den Internationalen Filmfestspielen

von Cannes seine Weltpremiere

feierte, entstand unter der Mitwirkung

von ebenso vielen Regisseuren und Regisseurinnen,

die verschiedenen Generationen

angehören und aus Ost- und Westeuropa

kommen. Unter den Filmschaffenden, die in

Bridges of Sarajevo ein äußerst differenziertes

Bild der Stadt zeichnen, befinden sich auch

große Namen wie Jean-Luc Godard oder

Isild Le Besco. Die Episoden sind einzigartig

und so unterschiedlich wie ihre

Erzähler: Während Ursula Meier und Vincenzo

Marra Sarajevo aus der Perspektive

von Neuankömmlingen zeigen, gewährt

etwa Aida Begić dem Publikum Einblick in

eine Stadt, in der sie ihr ganzes Leben verbracht

hat. Manche Beiträge erzählen von

menschlichen Schicksalen, andere wiederum

rücken geschichtliche Aspekte in den

Vordergrund und beleuchten Ereignisse wie

den Ausbruch des Ersten Weltkriegs oder

die Belagerung der Stadt in der ersten Hälfte

der 1990er Jahre. Verbunden werden die

Episoden durch Animationen zwischen den

Beiträgen, die von ihnen losgelöst ebenfalls

ein künstlerisches Eigenleben entwickeln.

Under the artistic direction of Jean-Michel

Frodon, this ambitious and

touching omnibus film includes thirteen

stories exploring the role of Sarajevo

over the past 100 years. Thirteen directors

representing different generations

coming from Eastern and Western Europe

were involved in the project, which

had its world premiere at the 2014 International

Film Festival in Cannes. Among

these filmmakers, who draw a highly

differentiated picture of the city in Bridges

of Sarajevo, are also some famous

names such as Jean-Luc Godard or Isild

Le Besco. The episodes are unique and as

different as their narrators: while Ursula

Meier and Vincenzo Marra show Sarajevo

from the perspective of first timers, Aida

Begić allows the audience insights into

a city where she has spent all her life.

Some episodes portray human destinies,

while others focus on historical aspects

and illustrate events such as the outbreak

of World War I or the siege of the

city in the first half of the 1990s. The episodes

are linked by animated drawings

which, isolated from the episodes, develop

an artistic life of their own as well.

THREE WINDOWS

AND A HANGING

„Ich und drei andere Frauen wurden während

der Abwesenheit unserer Männer vergewaltigt!“.

Nach langer Zeit bricht Lushe

das Schweigen und spricht mit einer

ausländischen Journalistin über den Balkan-Konflikt

und ihr Schicksal. Das macht

sie aus gutem Grund anonym. Denn kaum

kommt etwas ans Tageslicht, was den

Männern ihres kosovarischen Dorfes mit

deren chauvinistischer Stammtischromantik

nicht in den Kram passt, gibt es massive

Probleme. Angeführt vom Bürgermeister

steigen die Männer dann auf die

Barrikaden. Die Angst vor der Schande,

dass auch die eigene Frau ein Opfer gewesen

sein könnte, ist jedenfalls omnipräsent.

Das Motto lautet Verdrängung und Vertuschung

anstelle von Vergangenheitsbewältigung.

Nachdem rauskommt, dass

Lushe geredet hat, wird sie als Lügnerin

beschimpft. Mehr noch: Sie soll sogar aus

dem Dorf vertrieben werden. Somit ist

es nicht das Verbrechen selbst, das im

Mittelpunkt von Isa Qosjas ebenso bildgewaltigem

wie intensivem Drama steht. Die

Schuldfrage stellt sich erst gar nicht. Vielmehr

geht es um die wichtige Aufarbeitung

von irreversiblen Ereignissen. Und

um die doppelte Opferrolle der Frauen in

einem ruralen Patriachat, in dem die Ehre

des Mannes mehr zählt als das Wohlergehen

des weiblichen Geschlechts.

„Der beste kosovarische Spielfilm seit

dem Zerfall Jugoslawiens“ (Cineuropa).

“Three other women and I were raped

while our men were away!” Lushe breaks

her silence after a long time and talks to

a foreign journalist about her fate in the

Balkan war. She has good reason to do so

anonymously. As soon as the conservative

men of her village in Kosovo hear things

that disturb their chauvinistic romance,

there is bound to be massive trouble.

Then the men, led by the mayor, climb

the barricades. The fear of the shame that

one’s own wife might have been a victim

of rape is ever present. The general rule is

to suppress and hush up the past instead

of facing it. When word comes out that

Lushe shared the truth, she is accused of

being a liar. Even worse: She faces banishment

from the village. Thus, it is not the

actual crime that is in the centre of Isa Qosja’s

visually intense and captivating drama.

The question of guilt is irrelevant. Rather,

the important process of coming to terms

with irreversible events is what stands in

the focus, as well the women who are

victims twice over in this rural patrimony

where the man’s honour ranks far above

a woman’s well-being. "The best feature

film from Kosovo to date" (Cineuropa).

Spielfilm. Kosovo / Deutschland 2014

Sprache Albanisch mit engl. UT

Länge 93 min.

Format DCP

Farbe

Regie Isa Qosja

Drehbuch Zymber Kelmendi

Kamera Gökhan Tiryaki

Schnitt Agron Vula

Ton Igor Popovski

Szenenbild Zeni Ballazhi

Kostüm Krenare Rugova

Produzenten Shkumbin Istrefi, Mentor Shala

Koproduzent Nicole Gerhards

Darsteller

Lushe Irena Cahani

Nifa Leonora Mehmetaj

Zadja Aurita Agushi

Beni Orik Morina

Hasani Sylë Kuqi

Alush Xhevat Qorraj

Produktion CMB Productions

Vertrieb/Kontakt CMB Productions

Biografie Isa Qosja

Der albanische Regisseur Isa Qosja wurde 1947 im

heutigen Montenegro geboren. Er hat die Filmakademie

in Belgrad absolviert und sich danach als Autor

und Regisseur vieler Kunst- sowie Dokumentarfilme

und am Theater einen Namen gemacht. Das

bekannteste Werk dieser Zeit ist Proka (1984). Nach

einer langen Schaffenspause erhielt Qosja 2005 für

sein Comeback Kukumi viel Zuspruch, so gab es

etwa beim Sarajevo Filmfestival den Special Jury

Príze. Es sollte dann weitere neun Jahre dauern bis

Three Windows and a Hanging als erster offizieller

Film aus dem Kosovo heuer ebendort seine Premiere

im Wettbewerb feiern konnte.

Filmografie Isa Qosja (Auswahl)

2014 Three Windows and a Hanging

2005 Kukumi

1988 Guards of the fog

1984 Proka

46 Grußwort Christof Papousek

Grußwort Christof Papousek 47


22.04.X

–28.04.2015

Wiesbaden

Dokumentarfilm. Russland 2013

Sprache Russisch, Englisch, Nepali mit engl. UT

Länge 90 min.

Format DCP

Farbe

Festivals zu Gast 49

Festivals

zu Gast

goEast

48 Festivals zu Gast

Das in Wiesbaden stattfindende Filmfestival goEast wurde im Jahr 2001 von Claudia

Dillmann gegründet. Die Direktorin des Deutschen Filminstituts weckte damit Erinnerungen

an eine alte und vorübergehend in Vergessenheit geratene Tradition, denn

bis Ende der achtziger Jahre hat man im Westen, da wie dort, immer wieder den Blick

über die Mauer gewagt und sogenannte osteuropäische Filmwochen organisiert. Im

ersten Katalog des Festivals war jedenfalls Folgendes zu lesen: „Es ist an der Zeit, sich zu

öffnen, für Gedanken, Bilder, Mythen und Geschichten der östlichen Nachbarn. Für ihre

Kultur. Für ihre Filme“. Mittlerweile ist goEast zu einer weithin beliebten Institution geworden.

Über 200 namhafte Gäste kommen jedes Frühjahr in der hessischen Hauptstadt

zusammen und genießen eine Woche lang den kinematografischen Austausch

zwischen Ost- und Westeuropa in einem der schönsten Kinos Deutschlands: in der Caligari

FilmBühne. Im Wettbewerb um einen der vier Hauptpreise des von Stadt und

Land geförderten Festivals laufen übrigens sowohl Spiel- als auch Dokumentarfilme.

Wiesbaden’s goEast film festival was founded by Claudia Dillmann in 2001. With

this, the director of the German Film Institute reinstated an old and almost forgotten

tradition, being that Eastern European film weeks served to throw a glance over

the wall every now and then until the late eighties. As the festival’s very first catalogue

read: “The time has come to open up, for the thoughts, images, myths and stories

of our eastern neighbours. For their culture. For their films.” Meinwhile, goEast

has become a widely popular institution. More than 200 international guests gather

in the Hessian capital each year and enjoy a week of cinematographic exchange

between Eastern and Western Europe in one of Germany’s most beautiful

cinemas: the Caligari FilmBühne. The competition for one of the main awards, sponsored

by the state and the city, involves feature films as well as documentaries..

15. X

Festival

des mittel-X

und

osteuropäischen

Films

nepal forever

Nepal foreva

Mütterchen Russland ist auch nicht mehr

das, was es einmal war. Zumindest nicht

für Sergei und Viktor. Die beiden führenden

Mitglieder einer kommunistischen

Splittergruppe in St. Petersburg haben

sich bereits vor langer Zeit von der für sie

zu progressiv gewordenen KP abgewandt.

Durch schrille Inszenierung und mit eigenwilligen

öffentlichen Auftritten versuchen

sie, die alten politischen Traditionen am

Leben zu erhalten. Das Motto dabei lautet:

Aufmerksamkeit um jeden Preis. Sergei

und Viktor bereitet aber nicht nur der Verfall

des Kommunismus innerhalb der russischen

Grenzen Kopfzerbrechen – auch in

Nepal geht es mit ihrer Ideologie offenbar

bergab. Und so eilen die beiden ewiggestrigen

Clowns ihren Gesinnungsgenossen

im fernen Königreich kurzerhand zu Hilfe.

Ihr Ziel: den dort vorherrschenden Bruderzwist

zwischen Leninisten und Maoisten

zu beenden. Für die angestrebte Weltrevolution

müssen eben alle an einem Strang

ziehen. Was wie eine perfekt inszenierte

Mockumentary mit einem kongenialen

Comedy Duo in der Hauptrolle anmutet,

entpuppt sich als echter Dokumentarfilm.

Als dokumentarische Groteske, bei der

nichts hinzuerfunden wurde und die mit

einfachen filmischen Mitteln auf ebenso

amüsante wie erschreckende Weise zeigt,

welche absurden Auswüchse ein rückwärtsgewandtes

Weltbild haben kann.

Even Mother Russia is no longer what

she used to be. At least not for Sergei

and Viktor. The two leading members of

a communist faction in St. Petersburg

have long since turned their backs on

the CP, which has become much too progressive

for them. By means of wayward

activities and unconventional public appearances

they try to keep old political

traditions alive. Their motto is: arousing

attention at any cost. However, Sergei

and Viktor not only worry about the

decline of communism within Russia's

borders – in Nepal, too, their ideology

seems to be rapidly declining. Hence, the

two reactionary clowns set out to come

to the rescue of their fellow comrades in

the distant kingdom. Their goal: to end

the fraternal strife between Leninists and

Maoists. After all, all comrades have to act

in concert for the intended world revolution

to occur. What seems like a perfectly

made mockumentary starring a congenial

comedy duo turns out to be a true documentary.

A grotesque documentary to

which no fictional elements were added

that shows by way of simple cinematographic

means, in a highly amusing but also

appalling manner, the absurd spin-offs

resulting from a reactionary world view.

Regie und Drehbuch Aljona Polunina

Kamera Dmitry Rakov

Schnitt Aljona Polunina

Musik Victor Mors

Produzenten Alexander Rodnyansky,

Sergey Melkumov, Nastya Velskaya

Produktion Studio 013

Vertrieb/Kontakt Studio 013, Nastya Velskaya

Biografie Aljona Polunina

Bevor die 1975 in Tuapse in Russland geborene

Aliona Polunina ein Drehbuch- und Regiestudium

am Gerassimow-Institut für Kinematographie in

Moskau absolvierte, hat sie Malerei studiert und

für Mode- und Lifestylemagazine gearbeitet. Seit

Jahren konzentriert sie sich erfolgreich auf den Dokumentarfilm.

Vor allem für ihr Werk The Revolution

That Wasn’t erhielt sie auf vielen Filmfestivals großen

Zuspruch.

Filmografie Aljona Polunina (Auswahl)

2013 Nepal Forever

2008 The Revolution That Wasn't

2007 Women Above

2006 Saint Place

Grußwort Christof Papousek 49


Spielfilm-

Wettbewerb

Feature film competition

Tomasz Raczek

Kurator für den Spielfilm-Wettbewerb

Curator of the feature film competition

FOTO: Adam Harry Charuk

Der diesjährige Spielfilm-Wettbewerb zeigt, wie unterschiedlich und inspirierend

die zeitgenössischen Kinematografien Mittel- und Osteuropas für

das Weltkino sind. Sie entwickeln sich von Jahr zu Jahr weiter, ohne dem Einfluss

Hollywoods zu erliegen. Ihren Charakter verleihen ihnen immer noch

Autorenfilme, die wir als „Independent Filme“ bezeichnen könnten, wenn

nicht die Tatsache wäre, dass sich an ihrem Entstehen staatliche Institutionen

beteiligen, die in den jeweiligen Ländern die Filmkultur unterstützen.

Ein neues Phänomen stellen wiederum immer mehr multikulturelle

Produktionen dar. Vielleicht repräsentieren deshalb Filme aus

diesem Teil Europas eher die Persönlichkeit ihrer Autoren, als die

Tradition und Kultur der Länder, aus denen sie stammen. Sie werden

immer universeller und dadurch wird ihre Botschaft auch deutlicher

und kommt beim internationalen Publikum immer besser an.

Heuer nehmen am Spielfilmwettbewerb Filme teil, die von ganz unterschiedlichen

Interessen der Filmemacher zeugen: vom geschmackvollen

Arthouse Kino (White God, Papusza), über Kino mit publizistischem Anspruch

(Roxanne, Come to My Voice, Monument to Michael Jackson, Hush,

Brides), bis hin zum Genrekino (The Godfather's Story, I Won’t Come Back).

Ich glaube, dass sowohl die Jury als auch die Zuschauer vor keiner leichten

Aufgabe stehen werden, wenn sie den Sieger wählen müssen. Zieht

man nämlich die verschiedenen Kriterien in Betracht, wird einmal der

eine, dann wieder der andere Film der Beste sein. Ich persönlich finde

das Mosaik am besten, das die neun Filme des Spielfilmwettbewerbs bilden.

Es überzeugt davon, dass der Blick Richtung Osten die Augen öffnet.

This year’s feature film competition shows the diversity found within

the contemporary cinematography of Central and Eastern Europe and

how it inspires global cinema. It develops further each year without succumbing

to the influence of Hollywood. It’s character is still defined by

authors’ films which we could call “independent films”, but for the fact

that national institutions which support film culture in their respective

countries are regularly involved in their making. A new phenomenon,

however, is a growing number of multicultural productions. Maybe this

is why films from this area of Europe rather represent the personalities

of their respective author instead of the culture and traditions of the

countries they were made in. They become more and more universal,

making their message more clear and also making it more acceptable

for international audiences. This year’s feature film competition

will feature films that show the different interests of their makers: from

tasteful art house cinema (White God, Papusza), cinema with a populistic

claim (Roxanne, Come to My Voice, Monument to Michael Jackson,

Hush, Brides), to genre cinema (The Godfather's Story, I Won’t Come Back).

I believe that the jury as well as the audience will be faced with a difficult

task in choosing a winner. Because when you take into account

the different criteria, then the deserving winner will constantly change.

Personally, I prefer the mosaic formed by these nine films featured

in the competition. It shows that looking East truly opens one’s eyes.

50 Grußwort Christof Papousek Spielfilm-Wettbewerb 51


Spielfilm-Wettbewerb 53

Tomasz Raczek

Im Gefängnis kann man wegen verschiedener Delikte

landen, wegen schweren und ganz leichten.

Die Schuld der Gefangenen kann offensichtlich

und selbstverschuldet sein (Kriminaldelikte) oder

zweifelhaft (politische Sachen). Man kann dort zum

ersten Mal oder wiederholt landen. Man kann die

Chance, wieder entlassen zu werden um ein normales

Leben zu führen, bekommen oder nicht.

Aber ein Leben ist eben ein Leben und geht weiter

– auch im Gefängnis. Die Gefangenen atmen, essen

und arbeiten dort. Sie lieben und werden geliebt.

Ihre verliebten Frauen besuchen sie so oft sie können,

aber nicht selten ist das zu wenig. Dann haben

sie noch eine Chance: Heiraten hinter Gittern.

You can end up in prison for various crimes, for

serious and less serious ones. The inmates’ guilt

can be obvious and self-inflicted (criminal offence),

or doubtable (political matters). You can

end up there for the first time, or repeatedly. You

can get the chance to be released and return to

living a normal life, or not. But a life is a life and

it goes on - even in prison. The inmates breathe,

eat and work there. They love and are loved back.

Their loving girlfriends visit them as often as they

can, but usually, that is not enough. In that case,

they have another chance: Marrying behind bars.

Brides

Patardzlebi

Nutsa, eine attraktive Schneiderin, lebt in einem Vorort von Tiflis. Ihr Freund Goga verbüßt in einem abgelegenen

Gefängnis eine zehnjährige Haftstrafe. Weshalb man ihn eingesperrt hat, bleibt ein Geheimnis. Der Zuschauer

erfährt überhaupt wenig von Goga, aber dafür umso mehr über Nutsa, die sich alleine um ihre beiden Kinder

kümmern muss. Als es heißt, dass verheiratete Frauen ihre Männer künftig einmal monatlich treffen dürfen,

vollziehen Goga und Nutsa hinter den kargen Gefängnismauern die Trauung. Dennoch entfernen sie sich mit zunehmender

Dauer der Haftstrafe voneinander. Und finden in den wenigen Stunden vergänglicher Zweisamkeit

vorsichtig wieder zueinander. Das in tristen Farben sowie mit eindringlichen Bildern erzählte und sehr gut gespielte

atmosphärisch dichte Drama, das bei der Berlinale 2014 einen Publikumspreis gewann, hat überdies einen

politischen Hintergrund. Im postsowjetischen Georgien sind nämlich viele Leute wegen kleiner Delikte streng

bestraft worden. Auch der Mann von Regisseurin Kajrishvili ist inhaftiert gewesen und erst im Zuge einer Amnestie

freigelassen worden. Die beiden sind immer noch ein Paar und arbeiten zudem immer wieder zusammen, so

etwa auch bei diesem Film. Ob die Geschichte von Nutsa und Goga ebenfalls gut ausgeht, erfährt man im Kino.

Nutsa is an attractive dressmaker and lives in a suburb of Tiflis. Her boyfriend serves a 10-year sentence

in a secluded prison. Why he got arrested is not mentioned in the film, it remains a secret. In

general, the viewer does not get to know a lot about Goga, but about Nutsa, who in the meanwhile

has to look after their two children all alone. As it is announced that soon married women will be allowed

to visit their husbands in prison once a month, Goga and Nutsa decide to get married behind

the prison walls. However, as time goes by they depart from each other more and more. Still, they carefully

find back together in a few hours during a fading but intimate togetherness. Narrated with

dull colours and emphatic images, the well-played atmospherically dense drama, which won the Berlinale

Audience Award in 2014, actually has a political background. Namely, in Post-Soviet Georgia

many people were punished in draconic ways for of small crimes. Also, the husband of the director

Kajrishvili was arrested and only released as part of an amnesty. They are still a pair and work together,

even in this film. If the story of Nutsa and Gogo ends happily as well, will only be revealed on screen.

Spielfilm. Frankreich / Georgien 2014

Sprache Georgisch mit engl. UT

Länge 93 min.

Format DCP

Farbe

Regie Tinatin Kajrishvili

Drehbuch Tinatin Kajrishvili, David Chubinishvili,

Kamera Goga Devdariani

Schnitt David Guiraud

Ton Vano Gvaradze, Todd Warren

Musik Rim Laurens

Kostüm Maka Jebirashvili

Maske Madonna Chanturia

Produzent Tinatin Kajrishvili

Darsteller

Nutsa Mari Kitia

Levan Sergo Buiglishvili

Goga Giorgi Maskharashvili

Young Bride Anuka Grigolia

Liza Nita Kalichava

Bachana Giorgi Makharadze

Nutsa’s Mutter Tamar Mamulashvili

Produktion Ad Astra Films, Gemini, Millimeter Film

Vertrieb/Kontakt Rézo Films

Biografie Tinatin Kajrishvili

Tinatin Kajrishvili wurde 1978 in Georgien geboren.

2001 schloss sie ihre Ausbildung zur Filmregisseurin

an der Universität für Theater und Film Schota

Rustaweli in Tiflis ab. Seit dieser Zeit arbeitete sie

an mehreren Kurzfilmen und Dokumentationen.

2014 veröffentlichte sie ihren ersten langen Spielfilm

Brides, mit dem sie unter anderem den dritten

Platz des Panorama Audience Award der Berlinale

belegt hat. Brides wurde außerdem für das Tribeca

Film Festival ausgewählt.

Filmografie Tinatin Kajrishvili

2014 Brides

2012 Harale

52 Spielfilm-Wettbewerb

Grußwort Christof Papousek 53


Spielfilm-Wettbewerb 55

Tomasz Raczek

Wenn sich der Krieg im alltäglichen Leben wie

ein Giftstoff im Blut ausbreitet, ändert sich die

Verhältnismäßigkeit: die täglich wichtigen Dinge

verlieren ihre Dringlichkeit und das, was einem als

unvorstellbar absurd vorkam wird zum Alltag. In

einem kurdischen Dorf müssen zwei Frauen, eine

junge und eine alte, den wichtigsten Mann ihres

Lebens befreien: für die eine ist es der Sohn, für

die andere der Vater. Er wurde unter Verdacht der

Aufbewahrung von Waffen gefangen genommen

und kann nur dann wieder freikommen, wenn die

Frauen freiwillig die Gewehre aushändigen. Was

aber, wenn die Anklage falsch ist? Zu Hause gibt

es nämlich keine Waffen und Temo sitzt immer

noch im Gefängnis. Das Blut wühlt auf, aber keine

der Frauen fällt in Ohnmacht. Im Krieg, auch in einem

unausgesprochenen, zählt nur das Handeln.

When war spreads through everyday life like

poison through one’s veins, the importance of

things changes: the important matters of everyday

life lose their significance and what used

to be incredibly absurd becomes a routine. In a

Kurdish village, two women, one of them old

and theo other young, must leave the most important

man in their lives: the former’s son and

the latter’s father. He was imprisoned under the

suspicion of hiding weapons and will only be released

if the women hand over those weapons.

But what if the accusation is wrong? There are

no weapons hidden in their house, and Temo is

still in prison. Their blood might boil, but neither

of them loses her head. In war, even in an undeclared

one, the only thing that counts is to act.

come to my voice

Were Dengê Min

In einem kurdischen Bergdorf im Osten der Türkei machen sich eine alte Frau namens Berfé und ihre Enkelin

Jiyan große Sorgen: Temo, Sohn der einen und Vater der anderen sowie der einzige Mann im Haushalt,

wurde als vermeintlicher Freischärler von der Gendarmerie verhaftet. Deren Kommandant glaubt, dass

die Bewohner Gewehre verstecken und will daher alle Männer so lange einsperren, bis ihre Familien aufgeben

und die Waffen aushändigen. Das Problem dabei: Es gibt keine Waffen, jedenfalls keine, von denen Berfé

und Jiyan etwas wüssten. In ihrer Verzweiflung versuchen die beiden, sich ein Gewehr zu beschaffen, das

sie für ihren geliebten Temo eintauschen wollen. Berfé wendet sich an einen ehemaligen Verehrer, dann an

einen Schmuggler, und schließlich führt sie ein langer Fußmarsch zu Verwandten in die Stadt. Die alte Frau

beweist auf ihrer Reise Mut und Beharrlichkeit, und ihre Enkelin erfährt, wie man sich in der Welt der Erwachsenen

durchschlägt. Hüseyin Karabey berichtet gelassen, in klassischer Erzählweise, ebenso ernsthaft wie mit

leiser Komik, von einem harten Leben unter Repressionen und von herzlichem Gemeinschaftssinn. Er verwebt

dabei realistische, fast schon dokumentarisch anmutende und poetisch-märchenhafte Elemente auf

verschiedenen Erzählebenen zu einem kunstvollen Ornament. Variety schrieb: „Ein wunderschönes Drama.“

In a Kurdish mountain village in eastern Turkey, an old woman named Berfé and her granddaughter Jiyan are in

distress: Temo, Berfé’s son and Jiyan’s father and the only man in the house, was imprisoned under the accusation

of being an insurgent. The local chief constable believes that the villagers are hiding weapons and plans

to keep all men imprisoned until all families hand over their weapons. The problem is: there are no weapons,

at least none that Berfé and Jiyan know of. Desperate as they are, they try to get hold of a rifle somewhere,

which they can then exchange for their beloved Temo. Berfé first turns to a former suitor, then a smuggler and

finally takes a long march to her relatives in the city. On her journey, the old woman shows courage and persistence

and her granddaughter learns how to survive as a grown-up. Hüseyin Karabey’s serene, classic narration

of a cordial sense of solidarity in a harsh life under constant repression is as serious as it is intertwined with

silent humour. He connects realistic, almost documentary elements with others reminiscent of poetry and

fables on several narrative levels, to form an aesthetic ornament. Variety wrote: "A beautifully crafted drama."

Spielfilm. Türkei / Deutschland / Frankreich 2014

Sprache Kurdisch, Türkisch, Englisch mit engl. UT

Länge 90 min.

Format DCP

Farbe

Stabliste

Regie Hüseyin Karabey

Drehbuch Hüseyin Karabey, Abidin Parıltı

Kamera Anne Misselwitz

Schnitt Baptiste Gacoin

Musik Serhat Bostancı, Ali Tekbaş, A. İmran Erin

Sound Design Gregor Arnold, Miroslav Babić

Szenenbild Fatih Özçelik, Hülya Karakaş

Kostüm Filiz Karaldı

Produzenten Hüseyin Karabey, Emre Yeksan

Darsteller

Berfe Feride Gezer

Jiyan Melek Ülger

Temo Tuncay Akdemir

Yaşlı Dengbej Muhsin Tokçu

Mendo Ali Tekbaş

Ruhat Kadir İlter

Produktion ASI Film, Neue Mediopolis

Filmproduktion, Cine Plus Filmproduktion, EZ Films

Vertrieb/Kontakt EZ Films

Biografie Hüseyin Karabey

Hüseyin Karabey wurde 1970 in Istanbul geboren, wo

er später auch Film studierte. Seine Spielfilme sind stark

von seinen Aktivitäten innerhalb der Demokratiebewegung

der 1990er Jahre sowie von seinen früheren

Arbeiten als Dokumentarfilmer beeinflusst. Sein Spielfilmdebüt

Gitmek: My Marlon and Brando erschien 2008

und wurde für das 37. Rotterdamer Internationale Film

Festival ausgewählt. Karabey war darüber hinaus auch

einer von sechs Regisseuren des Episodenfilms Do Not

Forget Me Istanbul. Sein neuer Spielfilm Come to My

Voice war 2014 auf der Berlinale zu sehen.

Filmografie Hüseyin Karabey (Auswahl)

2013 Come to My Voice

2012 Typ-F - Der Film

2011 Do Not Forget Me Istanbul

2008 Gitmek: My Marlon and Brando

2001 Silent Death

54 Spielfilm-Wettbewerb

Grußwort Christof Papousek 55


Spielfilm-Wettbewerb 57

Tomasz Raczek

Französicher Film noir auf tschechische Art. Eine

Geschichte, die auf dem Leben des Gangsters František

Mrázek basiert. So rührend, dass fast 300.000

Tschechen ins Kino gingen, um sie kennen zu lernen.

Und so schmerzhaft, dass die Familie des Verbrechers

den Produzenten des Filmes verklagt hat.

Im Hintergrund der kriminellen Tätigkeit des Hauptdarstellers

beobachtet man ein sehr gut widergespiegeltes

gesellschaftliches und politisches Panorama

Tschechiens im Moment der Transformation

vom Kommunismus in den Kapitalismus. Obwohl

wir das Gefühl haben, einen zügig erzählten Krimi

zu sehen, lernen wir in Wirklichkeit einen wichtigen

Ausschnitt der Geschichte eines osteuropäischen

Landes vom Ende des 20. Jahrhunderts kennen.

French film noir in Czech fashion. A story which

is based on the life of gangster František Mrázek.

So touching that almost 300,000 Czechs went

to the cinema to hear it. And so painful that

the gangster’s family sued the film’s producer.

Against the background of the protagonist’s criminal

activities, we see a very well shown social

and political panorama of the Czech Republic

in the moment of transformation from communism

to capitalism. Although we get the feeling

of watching a breathless crime movie, we actually

learn about an important part of an Eastern European

country at the end of the twentieth century.

THE GODFATHER’S STORY

Príbeh kmotra

František ist zwar kein guter Schüler, zeigt aber schon früh großes geschäftliches Talent und jede Menge kriminelle

Energie. Als junger Mann weiß er die Gelegenheiten, die die ersten Lockerungen in der kommunistischen

CSSR mit sich bringen, jedenfalls bereits bestens zu nützen. Er stielt teure Grabsteine von Friedhöfen

und verkauft sie als Baumaterial weiter. Er schmuggelt digitale Uhren in das Land und gestohlene Antiquitäten

außer Landes. Ein ebenso junger, unbestechlicher Ermittler namens Cajthami will ihn stoppen, merkt

aber bald, dass sein Gegner Freunde in der Partei und bei der Polizei hat. Es beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel,

das auch nach dem Fall des Eisernen Vorhangs andauert. Da wittern František und seine Kumpanen sogar

die Chance, das wirklich große Geld zu machen, etwa durch die Privatisierung von Staatsunternehmen, um

so gesellschaftlich ganz nach oben aufzusteigen. Doch das Vorhaben hat seinen Preis, und schließlich scheuen

sie auch vor Mord nicht mehr zurück. In The Godfather‘s Story prallen zwei gegensätzliche Welten hart

aufeinander – hier der Glaube an das Recht des Stärkeren und da der Glaube an die Gerechtigkeit. Die raffiniert

inszenierte und actiongeladene Mafiageschichte beruht im Kern auf wahren Begebenheiten und

ist in ihrem Heimatland sowohl von den Kritikern als auch vom Publikum bestens angenommen worden.

František is an underachiever at school. However, he is a talented young man with a great sense for business,

who is not afraid to take part in criminal activities. At least, he knows exactly how to benefit from the

already collapsing system of the Soviet Union. He takes every opportunity to make a profit. František has no

problem with stealing expensive gravestones from cemeteries and selling them as construction material or

importing digital watches while exporting stolen antiquities. The same-age incorrupt investigator Cajthami

is willing to stop the crook, but has to face the fact, that his enemy already made friends within the police

and communist party. A cat-and-mouse game starts, which lasts even after the fall of the Iron Curtain, and

František makes for the future – a future full of money, wealth and prestige. He and his dubious companions

decide to privatize state-owned corporations in order to achieve their goal. Their project is costly, but not

only in terms of money - murders are fixed points on their agenda. The Godfather’s story is the story of a

divided world, where law is on the side of the powerful but hope for the weak is still alive. A gripping mafia

movie with great staging, based on a true story that has enthused not only the Czech critics and audience.

Spielfilm. Tschechien 2013

Sprache Tschechisch mit engl. UT

Länge 99 min.

Format DCP

Farbe

Stabliste

Regie Petr Nikolaev

Drehbuch Petr Nikolaev, Miroslav Oščatka

Kamera Ramunas Greicius

Schnitt Adam Dvorák

Ton Jakub Cech

Produzenten David Rauch, Petr Nikolaev

Darsteller

František Vedral Ondřej Vetchý

Standa Tipl Jan Vondráček

Zuzana Vica Kerekes

Čestmír Cajthaml Lukáš Vaculík

Rotný Bohoušek Kryštof Hádek

Produktion U.F.O. Pictures, Take One Take

Vertrieb/Kontakt U.F.O. Pictures

Biografie Petr Nikolaev

Der tschechische Regisseur und Drehbuchautor Petr

Nikolaev wurde 1957 in Prag geboren. Er hat an der

Filmhochschule FAMU in Prag studiert. Nach seinem

Abschluss ging er nach Frankreich, wo er sich mit

Jobs wie Eisverkäufer und Plakatierer durchschlagen

musste. Später produzierte er Lehrfilme und

unterrichtete bis 1992 an der privaten Filmhochschule

ESRA Regie. 1992 kehrte er nach Prag zurück,

wo er seitdem viele Fernseharbeiten, aber auch

Dokumentar- und Kinofilme dreht. So adaptierte er

etwa 1997 den Bestseller Wonderful Year von Michael

Viewegh und 2011 näherte er sich mit Lidice dem

Thema Zweiter Weltkrieg.

Filmografie Petr Nikolaev (Auswahl)

2014 The Godfather’s Story

2011 Lidice

2009 Knights of Blood

1997 Wonderful Years That Sucked

56 Spielfilm-Wettbewerb

Grußwort Christof Papousek 57


Spielfilm-Wettbewerb 59

Spielfilm. Kroatien 2013

Sprache Kroatisch mit engl. UT

Länge 86 min.

Format DCP

Farbe

Regie und Drehbuch Lukas Nola

Kamera Mirko Pivčević

Schnitt Slaven Zečević

Musik Jura Ferina, Pavao Miholjević

Ton Dubravka Premar

Produzenten Ankica Jurić Tilić, Hrvoje Pervan

Tomasz Raczek

Wie kann man sich aus der Falle des schlechten Lebens

retten? Der Falle schlechter Gefühle, verletzender

Reaktionen, ständiger Gewalt und mangelndes

Glück? In Bebas Familie sind alle Familienmitglieder

seit Generationen vom Bösen gezeichnet.

Kann Beba diesen Teufelskreis durchbrechen? Hat

es denn einen Sinn, wenn es so scheint, als wäre

man der Welt sowieso egal? Für wen würde es sich

lohnen? Was, wenn ihre Tochter dem Schmerz,

der Aggression und der Ungerechtigkeit seitens

ihrer Nächsten auch nicht entkommen kann?

How can you get out of a bad life? A trap of bad

feelings, insulting reactions, constant violence

and the lack of happiness? All members of Beba’s

family have been marked by evil for generations.

Can Beba break out of that vicious circle? Does that

even make sense, when it seems as the world does

not care, anyway? Who would it make sense for?

What if her daughter also cannot escape the pain,

aggression and the injustice of their loved ones?

hush

Šuti

Welche Chancen hat ein Kind, das aus einer vom Pech verfolgten, von Leid geplagten und von Gewalt beherrschten

Familie stammt? Facettenreich zusammengesetzt aus einem Vater, der im Gefängnis saß, einem mürrischen

und brutalen Großvater, einer kränklichen, charakterschwachen Großmutter und einem ebenso besitzergreifenden

wie schwierigen Onkel? Hat Beba, Mutter eines Babys, eine Chance, diesen Teufelskreis zu durchbrechen und

ihre Tochter zu einer glücklichen, innig geliebten Person heranwachsen zu lassen? Das mehrfach preisgekrönte,

außergewöhnliche Drama, das die Grenzen zwischen Bestimmung und Hoffnung tänzelnd umspielt, basiert auf

wahren Begebenheiten. Der Autor und Regisseur Lukas Nola durchkämmte die Geschichten zahlreicher Familien

in den Akten verschiedener Sozialhilfeeinrichtungen, bis er bei der traurigsten von allen anlangte. „Sie hat sich in

mein Gedächtnis eingebrannt und ich konnte mich nicht davon lösen. So lange, bis der Film gedreht war.“ Die Geschichte

dieser Familie, die von Generation zu Generation immer wieder denselben zwischenmenschlichen Horror

durchlebt, ohne Liebe zu erfahren, wird von einfühlsam komponierter Filmmusik getragen, die Tiefe und Hoffnung

zugleich gibt. Der kroatische Film soll eine Warnung an unsere Achtsamkeit sein: zu Gewalt schweigt man nicht.

What chances does a child have in the world, coming from a family that is haunted by bad luck, tormented

by suffering and controlled by violence? A family that consists of complex members, such as a father who

has been in prison before, a grumpy and brutal grandfather, a sickly and weak grandmother and a possessive

and difficult uncle? Does Beba, the mother of a child, have the chance of breaking this vicious circle in order

to bring up her daughter to be a confident, happy and dearly loved person? The multiple award-winning,

exceptional drama, playfully blurring the line between fate and hope, is based on real events. The author

and director Lukas Nola searched for hours through the pitiful stories of numerous families in the files of

various social institutions, only to reach the saddest of all stories eventually. "It just burned itself into my

memory and I couldn't get rid of it. Until the movie was shot." The story of this family, undergoing the same

circle of interpersonal horror repeatedly from generation to generation without experiencing any kind of

love, is carried by a perceptively composed soundtrack that expresses profoundness and hope at the same

time. This Croatian film serves as a warning to us and our emotional awareness: do not silence the violence.

Darsteller

Beba Tihana Lazović

Vater Milan Pleština

Mutter Lana Barić

Mirko Živko Anočić: Mirko

Braco Bernard Tomić

Jelena Ksenija Pajic

Produktion Kinorama i HRT

Vertrieb Kinorama

Biografie Lukas Nola

Lukas Nola wurde 1964 in Zagreb geboren. Er

startete seine Filmkarriere mit TV-Filmen bereits

in den frühen 1990er Jahren. 2003 schloss er sein

Regie-Studium an der Academy of Dramatic Art

in Zagreb ab. Heute ist Nola sowohl als Autor als

auch als Regisseur international anerkannt. Bei den

Filmfestspielen in Pula konnte er mit seinen Filmen

Each Time We Part Away, Russian Meat, Celestial Body

und Alone, für die er auch die Drehbücher schrieb,

zahlreiche Golden Arena Awards gewinnen. Der Filmemacher

arbeitet auch als Dozent an der Zagreb

Academy of Dramatic Art.

Filmografie Lukas Nola (Auswahl)

2013 Hush

2007 True Miracle

2001 Alone

2000 Celestial Body

1997 Russian Meat

1994 Each Time We Part Away

58 Spielfilm-Wettbewerb

Grußwort Christof Papousek 59


Spielfilm-Wettbewerb 61

Tomasz Raczek

Ein Roadmovie russischer Art. Anja wird zu Unrecht

der Besitz von Drogen vorgeworfen. Blitzschnell

wird sie zur Outsiderin. Um der ungerechten

Rechtsstrafe zu entkommen, versteckt sie sich zuerst

im Waisenhaus, um sich dann auf den langen

Weg nach Kasachstan zu begeben, wo sie laut Versprechen

einer Freundin ein warmes und liebvolles

Zuhause finden kann. Aber der Weg ist sehr lang,

gefährlich und garantiert das Erreichen des Zieles

nicht. Nebenbei beobachten wir Russland, das

wir aus den Fernsehnachrichten so nicht kennen.

A road movie in Russian style. Anja is unjustly accused

of drug possession. In the blink of an eye,

she becomes an outsider. To escape her unjust

punishment, she first hides in the orphanage,

and then sets out towards Kazakhstan, where a

friend promised her that she could find a warm

and loving home. But the way is long and perilous

and there is no guarantee that she will reach

her goal. In the course of the story, we get to

see Russia in a way we do not see in the news.

I WON’T COME BACK

Ya ne vernus

Anya, eine sehr erfolgreiche und zugleich recht verschlossene Studentin, gerät durch einen Freund in Schwierigkeiten

und sieht sich plötzlich auf der Flucht vor der Polizei. Da sie nicht nur hübsch, sondern auch sehr jung

aussieht, kommt sie in einem Waisenhaus unter. Dort trifft sie auf das frühreife und elternlose Mädchen Christine,

das nach dem Rest ihrer Familie suchen will. Christine scheint Anya zumindest für den Moment Hoffnung in ihrer

verzweifelten Lage zu geben. Gemeinsam begibt sich das ungleiche Paar per Anhalter auf eine erschütternde

und unvorhersehbare Odyssee quer durch ein oftmals bedrohlich wirkendes Russland. Das Ziel ist Kasachstan,

wo angeblich Christines Großmutter lebt. Die Reise wird für beide Protagonisten zum Wendepunkt ihres Lebens.

Ilmar Raags neuester Film basiert eigentlich auf einem Theaterstück. Er handelt vom puren Überleben, vom

Zwang, schnell erwachsen zu werden, von Familienwerten sowie von Freundschaft... und davon, wie sinnvoll

es ist, sich auf andere Menschen einzulassen. In der internationalen Koproduktion kontrastieren weite, schöne

Landschaften mit der direkten emotionalen Dynamik, die zwischen den beiden hervorragend gespielten Hauptcharakteren

herrscht. Ein ergreifendes Drama, das einen auch noch lange nach dem Abspann nicht loslässt.

Anya, a highly successful, yet very withdrawn university student, gets into trouble because of a friend

and suddenly finds herself on the run from the police. Since she is not only pretty but also looks very

young, she manages to hide in an orphanage where she meets Christine, an early-maturing orphaned

girl who wants to find the rest of her family. Christine seems to give Anya hope in her desperate situation,

at least for the moment. Together the ill-matched couple embarks on a heartbreaking and unpredictable

hitchhiking odyssey across Russia that often looks threatening to them. They are heading for Kazakhstan,

the alleged home of Christine's grandmother. For both protagonists, the trip will finally become

the turning-point in their lives. Ilmar Raag's latest film is actually based on a stage play. It is about mere

surviving, about the necessity to grow up quickly, about family values and friendship... and about how

much sense it makes to get involved with other people. In this international co-production, the beautiful

wide landscapes are in contrast with the dynamic emotional interaction prevailing between the

two leading characters. A moving drama that will stay with you long after the final credits have rolled.

Spielfilm. Russland / Estland / Finnland /

Weißrussland / Kasachstan 2014

Sprache Russisch mit engl. UT

Länge 109 min.

Format Blu-ray

Farbe

Regie Ilmar Raag

Drehbuch Jaroslava Pulinovich

Kamera Tuomo Hutri

Schnitt Tambet Tasuja

Ton Lev Ezhov

Musik Panu Aaltio

Szenenbild Anastasia Karimulina

Kostüme Natalia Sokolova

Maske Galina Ponomareva

Produzenten Natalia Drozd, Sergey Selyanov

Koproduzenten Riina Sildos, Aleksi Bardy,

Oleg Silvanovich, Viktoria Shamlikashvili

Darsteller

Anya Polina Pushkaruk

Kristina Victoria Lobacheva

Andrey Lyutsius Andrey Astrakhantsev

Dima Morozov Sergey Yatsenyuk

Natalia Ivanovna Olga Belinskaja

Großmutter Galina Mochalova

Produktion CTB Film Company

Vertrieb/Kontakt Visit Films

Biografie Ilmar Raag

Der 1968 in Estland geborenen Regisseur und Drehbuchautor

Ilmar Raag studierte an der Universität von

Tartz und später an der Ohio University in den USA.

Nach jahrelanger und erfolgreicher Tätigkeit für das

öffentlich-rechtliche Fernsehen konzentriert er sich

seit 2007 voll auf seine Karriere als Filmemacher. Sein

Spielfilm The Class ist mit 25 Auszeichnungen und über

70 Festival Einladungen der bis heute erfolgreichste

estnische Film. Auch Love is Blind wurde bereits auf diversen

Festivals gezeigt und prämiert, wie zum Beispiel

mit dem Publikumspreis des Arras Film Festival 2013 in

Frankreich.

Filmografie Ilmar Raag (Auswahl)

2014 I Won’t Come Back

2013 Love is Blind

2012 A Lady in Paris

2007 The Class

60 Spielfilm-Wettbewerb

Grußwort Christof Papousek 61


Spielfilm-Wettbewerb 63

Tomasz Raczek

Balkanische Auffassung der Marketingkraft, die

vielleicht im Stande ist, das von Gott und der

Menschen vergessene Dorf ins Scheinwerferlicht

zu rücken. Vielleicht. Verrückte Ideen machen aus

Manchen Millionäre, aus anderen Don Quijotes. In

der abwechselnd lebhaften und bedrückenden

Groteske mischen sich die Stimmungen und Besessenheiten

der Welt um die Jahrtausendwende.

Es herrscht der Glaube an die magische Fähigkeit

des großen Idols, Wunder bewirken zu können

– Michael Jackson scheint hier fast der Gott des

Glücks und des Wohlstands zu sein. Man spürt auch

rechts-nationale Obsessionen der Macho-Männer,

die an Bedeutung verloren haben. Hier ist der

Teufel am Werk. Und der Gott lebt nicht mehr…

The Balkan perception of the power of marketing

that might just blast a village forgotten by God

and the world into the spotlight. Might. Crazy

ideas make some people millionaires, other Don

Quixotes. This story that switches between hilariousness

and gloom is a mixture of all the moods

and obsessions of the world at the turn of the

century. There is a belief in the great idol’s magical

power to work miracles - Michael Jackson

almost seems to be the god of luck and prosperity.

We also feel the nationalist obsessions of the

macho men, who have lost their importance. This

is the Devil’s work. And God no longer lives…

MONUMENT TO

MICHAEL JACKSON

Spomenik Majklu Džeksonu

In einer sterbenden serbischen Stadt wird ein altes, noch aus der kommunistischen Ära stammendes Denkmal

abgerissen. Marko, ein Friseur und Tagträumer, der kurz vor der Scheidung von Ljubinka steht, setzt sich in den

Kopf, mit einer aberwitzigen Idee die von ihm enttäuschte große Liebe seines Lebens zurückgewinnen und die

Zukunft der Stadt zu retten: Wo das kommunistische Denkmal stand, möchte er eine Statue von Michael Jackson

aufstellen und überzeugt seine Freunde, ihm dabei zu helfen. Aber der Bürgermeister hat andere Pläne und bedient

sich einer gewaltbereiten nationalistischen Bewegung, um Markos Traum zu vereiteln. In seiner Verzweiflung

fälscht der einen Brief: Der große Michael Jackson kündigt darin an, höchstpersönlich zur Einweihung des

Denkmals zu kommen. Marko kann mit dieser Finte den Bürgermeister und alle anderen auf seine Seite ziehen.

Die Stadt scheint aufzuleben, die Bewohner schauen plötzlich hoffnungsfroh in die Zukunft und der Friseur kann

sogar Ljubinkas Herz zurückerobern. Als der große Tag der Einweihung kommt, passiert allerdings eine Katastrophe:

Die Nachricht von Michael Jacksons Tod erreicht die Stadt. Eine ebenso herzliche wie bittersüße dunkle Komödie,

zugleich eine Art bizarrer Balkan Western. Beste Unterhaltung und beste Qualität für ein breites Publikum.

In a dying Serbian town, an old monument dating back to the Communist era is pulled down. Marko, a hairdresser

and daydreamer, who is about to be divorced from Ljubinka, comes up with a mind-blowing idea to

win back the love of his life who is severely disappointed in him, and at the same time ensure the future of his

hometown: in place of the Communist monument, he wants to raise a statue of Michael Jackson and brings

his friends to help him. However, the town's mayor has his own plans and responds with a gang of racist

thugs bent on shattering Marko's dream. Desperate, the latter produces a forged letter in which the great Michael

Jackson himself announces his intention to come to the inauguration of the monument. With this trick,

Marko succeeds in winning over the mayor and everybody else. The town seems to come to life again; all of a

sudden, its inhabitants look into the future optimistically again, and the hairdresser even manages to win back

Ljubinka's heart. However, on the day of the great inauguration, disaster strikes: the town is hit by the news

of Michael Jackson's death. A black comedy that is both heart-warming and bitter-sweet, and at the same

time some kind of weird Balkan Western movie. Great entertainment of superior quality for a broad public.

Spielfilm. Serbien / Deutschland / Mazendonien /

Kroatien 2014

Sprache Englisch, Serbisch mit engl. UT

Länge 95 min.

Format DCP

Farbe

Regie Darko Lungulov

Drehbuch Darko Lungulov

Kamera Mathias Schöningh

Schnitt Dejan Urošević

Musik Dejan Pejović

Sound Design Hrvoje Štefotić

Ton Suzana Perić

Szenenbild Kiril Spaseski

Kostüm Zora Mojsilović-Popović

Produzenten Snežana Penev, Darko Lungulov,

Mike Downey

Koproduzenten Felix Eisele, Katja Siegel, Julia

Kleinhenz, Bernhard Stegmann, Ognen Antov, Aneta

Lesnikovska, Boris Matić

Darsteller

Marko Boris Milivojević

Ljubinka Nataša Tapušković

Dusan Dragan Bjelogrlić

Doki Toni Mihajlovski

Dragan Branislav Trifunović

Darinka Mirjana Karanović

Produktion This and That, Papa Films, AV MEDIEN

PENROSE, Dream Factory, AKA Film, Propeler Film

Vertrieb/Kontakt Films Boutique

Biografie Darko Lungulov

Der serbische Regisseur und Drehbuchautor Darko

Lungulov, geboren 1963, zog Anfang der 1990er Jahre

in die USA, wo er am City College of New York Film &

Videoproduktion studierte. Sein erster Spielfilm Here

& There wurde von den Kritikern hochgelobt und gewann

bei seiner Premiere auf dem Tribeca Festival in

New York einen begehrten Preis. Die dunkle Komödie

Monument to Michael Jackson ist Lungulovs zweiter

Spielfilm und feierte im Juli 2014 beim Karlovy Vary

International Festival seine Premiere.

Filmografie Darko Lungulov (Auswahl)

2014 Equals

2014 Monument to Michael Jackson

2009 Here & There

2004 Escape

62 Spielfilm-Wettbewerb

Grußwort Christof Papousek 63


Spielfilm-Wettbewerb 65

Tomasz Raczek

Die Welt der Roma kann bunt und musikalisch

geprägt sein, ist aber oft auch grau – grau vom

Staub der zurückgelegten Kilometer –, grauenvoll

und einsam, weil immer am Rande einer Gesellschaft

aufgebaut. Es ist schwierig, in dieser Welt zu

leben und noch schwieriger, ihr zu entkommen.

Besonders wenn man eine sensible Seele eines

Dichters hat. Papusza ist der Künstlername der hervorragenden

Roma-Dichterin, Bronisława Wajs, die

gegen ihren Willen durch den polnischen Dichter

Jerzy Ficowski zum Star der Hochkultur wurde.

Ohne Einwilligung und Akzeptanz der Gemeindeältesten.

Und ohne Recht, sich darüber zu freuen.

The world of the Gypsies can be colourful and

filled with music, but it is often grey - grey from

the dust of the miles they put behind them - terrible

and lonely, always on the fringes of society.

It is hard to live in that world and even harder

to escape from it. Especially when you have the

tender soul of a poet. Papusza is the pseudonym

of the excellent Roma poet Bronisława Wajs who

became a star in high cultural circles against her

will, thanks to Polish poet Jerzy Ficowski. Without

the consent or blessing of the village elders.

And without a right to be happy about it.

PAPUSZA

Bronisława Wajs sah sich als Romni die längste Zeit ihres Lebens mit Vorurteilen und gesellschaftlichen Zwängen

der polnischen Gesellschaft konfrontiert. Und litt zudem darunter, dass sie es als Frau auch innerhalb ihres

Clans von Kindheit an nicht leicht hatte. So wollte sie zwar, durfte aber nicht zur Schule gehen. Um ihre Gedichte

verfassen zu können, bringt sie sich das Lesen und Schreiben selbst bei. Gefangen in einer arrangierten

Ehe, trifft sie 1949 auf den polnischen Literaten und Wissenschaftler Jerzy Ficowski. Der erkennt ihre große

Begabung und publiziert ihre Werke in der Originalsprache und zudem in polnischer Übersetzung. Mit dem

künstlerischen Weg, den Papusza (Puppe auf Romani) einschlägt, stellt sie das traditionelle Rollenbild der Frau

in der Roma Community in Frage, weshalb sie von ihrer eigenen Familie geächtet und aus ihrer ethnischen

Gruppe ausgeschlossen wird. Der Film erzählt in bestechender Schwarz-Weiß-Ästhetik die wahre Geschichte

des tragischen Schicksals der ersten und einzigen weiblichen Roma-Dichterin. Getragen von mitreißender traditioneller

Musik und hervorragenden Dialogen in Romani, versteht sich der Film auch als ein Versuch, ein wenig

von der Kultur der Roma zu vermitteln und der Volksgruppe damit ein Stück ihrer Würde zurückzugeben.

Bronisława Wajs, a Romani, has been confronted with prejudices and social restraints within the Polish society

most of her life. Besides, from childhood on, she has always had struggles within her clan because of the mere

fact that she was a woman: she was not allowed to go to school, even though she badly wanted to. Thus, in order

to be able to write her poems, she taught herself to read and write. In 1949, while trapped in an arranged marriage,

she meets the Polish writer and scientist Jerzy Ficowski. He recognises her big talent and publishes her

work not only in the original language, but also in Polish. By taking the artistic path, Papusza (which is Romani

for doll and also Wajs’ Romani name) questions the traditional female role model within the Romani community

and is thus ostracised by her own family and excluded from her ethnical group. By means of impressive

black-and-white aesthetics, the movie tells the true story of the one and only Romani poetess’s tragic destiny.

Supported by thrilling traditional music and outstanding dialogues in Romani, the movie further considers itself

as an attempt to impart some of the Romani culture in order to restore a piece of the ethnic group’s dignity.

Spielfilm. Polen 2013

Sprache Polnisch, Romani mit engl. UT

Länge 131 min.

Format DCP

Schwarz-Weiß

Regie und Drehbuch Joanna Kos-Krauze,

Krzysztof Krauze

Schnitt Krzysztof Szpetmański

Kamera Krzysztof Ptak, Wojciech Staroń

Sound Mateusz Adamczyk, Jarosław Bajdowski,

Sebastian Witkowski

Musik Jan Kanty Pawluśkiewicz

Produzent Lambros Ziotas

Darsteller

Papusza Jowita Budnik

Jerzy Ficowski Antoni Pawlicki

Dionizy Zbigniew Waleryś

Czarnecki Artur Steranko

Wanda Ficowska Joanna Niemirska

Julian Tuwim Andrzej Walden

Produktion Telewizja Polska S.A., Canal+ Polska &

Studio Filmowe, KADR, Argomedia sp. z o.o.

Vertrieb/Kontakt New Europe Film Sales

Biografie Joanna Kos-Krauze und Krzysztof Krauze

Eines der kreativsten polnischen Regieduos sind Joanna

Kos-Krauze (geboren 1972) und Krzysztof Krauze (Jahrgang

1953). Joanna Kos-Krauze arbeitete ursprünglich

für das Fernsehen, in der Werbebranche und als

Dokumentarfilmerin. Krzysztof Krauze ist seit seinem

Studium an der Filmhochschule in Łódź als Regisseur,

Drehbuchautor, Schauspieler und Produzent tätig. Die

beiden blicken auf eine langjährige gemeinsame Filmkarriere

zurück. Ihre Zusammenarbeit begann 1999 mit

dem Film Debt, der jüngst zu einem der bedeutendsten

polnischen Filme der letzten 20 Jahre gewählt wurde.

Ihre Produktionen wurden nicht nur in ihrer Heimat

mehrfach mit Preisen ausgezeichnet, sondern gewannen

auch viele internationale Preise.

Filmografie Joanna Kos-Krauze und Krzysztof Krauze

(Auswahl)

2013 Papusza

2006 Saviour Square

2004 My Nikifor

1999 Debt

64 Spielfilm-Wettbewerb

Grußwort Christof Papousek 65


Spielfilm-Wettbewerb 67

Tomasz Raczek

Die rumänische Art, mit Informationen, die der

kommunistische Sicherheitsdienst aufhebt, umzugehen.

In einem Land, in dem sich Verwandte

auf Grund der Securitate gegenseitig verraten und

anklagen, gibt es für positive Überraschungen

keinen Spielraum. Tavi Ionescu ist ein netter, aber

ein wenig unreifer Mann unter vierzig. Er hat die

Büchse der Pandora geöffnet und muss jetzt mit

den Konsequenzen klar kommen. Er kann sowohl

jemanden verlieren als auch jemanden finden. Alles

hängt davon ab, ob er rechtzeitig erwachsen wird.

The Romanian way of dealing with information

collected by the communist intelligence service.

In a country where close relatives betray and

accuse each other before the Securitate, there

is no room for positive surprises. Tavi Ionescu is

a nice, but somewhat immature man in his thirties.

He has opened Pandora’s box and must

now deal with the consequences. He can lose

someone, as well as find someone. Everything

depends on whether he will grow up in time.

ROXANNE

Zwanzig Jahre nach der rumänischen Revolution erfährt der Kleinunternehmer Tavi aus seiner Geheimdienstakte,

dass er womöglich Vater ist. Seine Freundin Roxana soll laut Securitate-Angaben ein paar Monate nach ihrer

Trennung einen Sohn namens Viktor entbunden haben. Um Gewissheit zu erlangen, beginnt der nette, aber

unreife Enddreißiger, eigene Nachforschungen anzustellen. Aber tatsächlich passiert das Gegenteil: Im Verlauf

der Zeit kommen immer mehr komplizierte und hässliche Wahrheiten ans Licht, Wahrheiten, die sein Leben

und das seines engsten Umfelds zunehmend auf den Kopf stellen. Zum ersten Mal in seinem Leben muss er

wirklich reife und gewichtige Entscheidungen treffen. Roxanne, das Spielfilmdebüt von Valentin Hotea, ist eine

Geschichte über Freundschaft, Verrat und Mut. Auf persönlichen Erfahrungen des Regisseurs beruhend, handelt

sie aber auch davon, welche Folgen Fehler der Vergangenheit für das gegenwärtige Leben und sogar auf das

künftiger Generationen zeitigen können. Nicht zuletzt wird zudem die Frage gestellt, wie man mit Wahrheiten

umgehen soll, die Böses anrichten und wie sehr das Politische das Private beeinflussen kann. Ein realistisch

inszeniertes und schnörkelloses Politdrama, das zuletzt im Hauptwettbewerb von Locarno zu sehen war.

Twenty years after the Romanian Revolution, Tavi, a small business owner in his late thirties, manages to read

his secret service file and finds out about a potential son he never knew of. His ex-girlfriend Roxana supposedly

gave birth to a son named Viktor a few months after the couple’s break-up. To get closure eventually, nice but

slightly immature Tavi starts his own investigations. However, as things go further, he discovers more and more

complicated facts about the past and finally gets to know the ugly truth that not only turns his life upside down,

but also the lives of his closest family and friends. For the first time in his life he has to make mature and significant

decisions like an adult. Roxanne, the feature film debut of Valentin Hotea, is a story about friendship, betrayal and

courage. Based on the director’s personal experiences, this movie is about the effect mistakes from the past can

have on one’s present life and even upon future generations. Last but not least, the questions arise how to avoid a

truth that will do such harm and even ruin one’s life and what intense influence politics can have on private matters.

A realistically staged and straight political drama that was last featured in the main competition of Locarno.

Spielfilm. Rumänien / Ungarn 2013

Sprache Rumänisch mit engl. UT

Länge 98 min.

Format DCP

Farbe

Regie Valentin Hotea

Drehbuch Ileana Muntean, Vali Hotea

Kamera Alex Sterian RSC

Schnitt Eugen Kelemen

Ton Tamás Zányi

Szenenbild Mălina Ionescu

Kostüm Cireşica Cuciuc

Maske Dana Roşeanu

Produzenten Samaranda Sterian, Ada Solomon,

Iona Drăghici

Koproduzenten Emoke Vagasi, Gabi Antal

Darsteller

Tavi Şerban Pavlu

Roxana Diana Dumbravă

Sandu Mihai Călin

Coca Valeria Seciu

Crețu Adrian Văncică

Oana Corina Moise

Produktion Hi Film

Vertrieb/Kontakt Films Boutique

Biografie Valentin Hotea

Valentin „Vali“ Hotea kam 1967 in Rumänien zur Welt.

Nachdem er 1995 sein Studium an der Film- und Theaterakademie

in Bukarest abgeschlossen hat, führte er

bei einigen Kurzfilmen Regie, die weltweit bei verschiedenen

Festivals reüssieren konnten. Die Produktionen

The Big Adventure und The Lesson wurden jeweils sogar

als beste Debütfilme ausgezeichnet. Nachdem er

zu Beginn seiner Karriere vor allem bei Musikvideos,

Werbespots und TV-Shows Regie geführt hat, arbeitete

er schließlich als Drehbuchautor und Regisseur von

Dokumentarfilmen und Fiktion-Serien für das rumänische

Fernsehen.

Filmografie Valentin Hotea (Auswahl)

2013 Roxanne

2009 Sailor’s Daughter

1997 The Lesson

1994 The Big Adventure

66 Spielfilm-Wettbewerb

Grußwort Christof Papousek 67


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dokumentarfilmwettbewerb

Documentary competition

Filmemacher müssen ihr eigenes persönliches Manifest schaffen: eine Weltsicht, einen

persönlichen Stil und einen einzigartigen filmischen Blickwinkel für ihre Erzählweisen,

so sagte es Peter Wintonick, der verstorbene kanadische Meister des Dokumentarfilms

in seinem Credo, das starke, mutige und sinnvolle Dokumentarfilme unterstützt.

Unsere Auswahl ist ein Ausdruck genau dieser Qualitäten. Alle Filme tragen einen klaren Fingerabdruck

ihres jeweiligen Regisseurs. Sie wurden ohne Rücksicht auf persönliche Grenzen

gedreht, manche von ihnen sogar ohne Grenzen zwischen fiktiven und dokumentarischen

Elementen. Sie erforschen kreative Räume, um etwas Einmaliges und Neues zu erschaffen.

Einige Filme, wie Velvet Terrorists von Peter Kerekes, Pelican in the Desert des Opern- und Filmregisseurs

Viesturs Kairišs oder Happily Ever After von Tatjana Božić, kennzeichnen sich durch

innovative und fortschrittliche Erzählweisen. Dies sind sehr unterschiedliche Filme, doch sie

öffnen alle jene Räume, die für Betrachtung und Selbstreflexion nötig sind. Die lettischen und

kroatischen Filme weisen dabei eine besonders verblüffende Bildsprache auf, in der nicht einfach

nur Bilder aufgenommen werden, sondern vielmehr Geschichten in ihren Bildern eingefangen

und diese Geschichten damit interpretiert werden. Abgesehen von diesen filmtechnischen

Besonderheiten spiegelt unsere Auswahl auch sehr stark die Realität um uns herum

wider. Die Filme sind kühn, gradlinig und mutig. Der Dokumentarfilm The Term, realisiert von

einem Team engagierter russischer Filmemacher Pavel Kostomarov, Aleksei Pivovarov und

Alexandr Rastorguev reflektiert die heutige Geisteshaltung der russischen Bürger. Die Welt

blickt derzeit gebannt auf Russland und die Handlungen seiner Politiker. Wohin führt uns

alle dieser Weg? Vitaly Mansky, ein in der Ukraine geborener Großmeister des Dokumentarfilms,

bereiste sieben Länder, angetrieben von der Idee, uns einen Blick auf die Lebensgemeinschaften

entlang der Gasleitungen zu geben, die sich von Sibirien bis nach Westeuropa

erstrecken. Wie verschieden sind wir? Oder besser, wie sehr ähneln wir uns? Auch im Film

PMR von Kristina Norman und Meelis Muhu geht es indirekt um Russland. Gezeigt wird die

politische Lage in Transnistrien, einem Teil Moldawiens mit russischsprachiger Bevölkerung.

Die meisten Filme in unserer Auswahl wurden wie dieser mit einer bestimmten Art

von Charme, einer ausgeklügelten Ironie, sogar einer Leichtigkeit realisiert, ganz unabhängig

von der Ernsthaftigkeit ihrer Themen und der Geschichten, die sie erzählen.

Scandal von Elton Baxhaku und Eriona Çami ist schließlich ein couragierter

Dokumentarfilm über die Lesben- und Schwulenbewegung in Albanien. Bei all

diesen Filmen ist bemerkenswert, wie es die Regisseure schaffen, zwei grundlegende

Eigenschaften bewegter Bilder umzusetzen - Information und Emotion. Damit bieten

wir jedem Besucher, sowie auch jedem der Regisseure, die Gelegenheit, seinen persönlichen

Standpunkt zu den wichtigen Themen, die unsere Auswahl behandelt, zu beziehen.

Rada Šešić

Kuratorin für den Dokumentarfilm-Wettbewerb

Curator of the documentary competition

Filmmakers must create their own personal manifesto: a world-view, an author’s style,

a unique cinematic Point of View to his or her storytelling, said Peter Wintonick, the

late Canadian documentary maestro in his author’s credo that supports strong, daring,

meaningful documentaries. Our selection expresses these qualities exactly; all films

have a strong filmmakers’ imprint. They are made without personal boundaries, some

even without borders between fictional or documentary elements. They negotiate

a creative space to deliver something unique and refreshing. Several films like Velvet

Terrorists by Peter Kerekes or Pelican in the Desert by opera and film director Viesturs

Kairišs, or Happily Ever After by Tatjana Božić, distinguish themselves by an innovative,

forward-thinking approach to storytelling. These are very different films, but all three

open up the space needed for contemplation and self reflection. The Latvian and Croatian

films have a particularly intriguing cinematography that does not simply shoot

images. It translates images into a story and interprets the story while doing so. Apart

from these cinematic qualities, our selection very strongly depicts the reality around

us; the films are quite bold, straightforward and bravely done. The documentary The

Term by a Russian team of devoted documentary makers: Pavel Kostomaraov, Aleksei

Pivovarov and Alexandr Rastorguev, reflects today’s state of mind of Russian citizens. All

eyes are currently on Russia and the moves of its politicians. Where are we all heading?

Vitaly Mansky, an Ukrainian-born documentary giant, travelled through seven countries

driven by the idea to give us a closer look at the communities along the gas pipes that

start in Siberia and head towards western Europe. How different are we? Or better to

ponder on, how similar we actually are. Russia is also indirectly present in the film PMR

by Kristina Norman and Meelis Muhu that depicts the political reality of Transnistria, a

part of Moldova with a Russian speaking population. This one and most of our films

in the selection are done with a specific charm, sophisticated irony, even lightness,

no matter that the stories address serious topics. Scandal, by Elton Baxhaku and Eriona

Çami, is a courageous documentary on the LGBT community in Albania. In all our

films it is remarkable how makers succeeded to establish two important qualities of

moving images – information and emotion. Therefore, each viewer, as well as the filmmaker,

is offered to take a stand towards these relevant issues depicted in our selection.

Dokumentarfilm-Wettbewerb 69


Dokumentarfilm-Wettbewerb 71

Rada Šešić

Dieser charmante und persönliche Essay, der seine

Premiere in Rotterdam feierte, erforscht die

Beständigkeit von Gefühlen und Beziehungen.

Die Regisseurin macht sich auf intelligente und

filmtechnisch ansprechende Art selbst zur Hauptdarstellerin.

Beginnend bei ihrer aktuellen Beziehung,

die in der Auflösung begriffen ist, reflektiert

sie über ihre ehemaligen Partner, im Bestreben

zu verstehen, wieso alle ihre großen Lieben der

Vergangenheit angehören. Mit seiner Mischung

aus persönlichen Archivaufnahmen, einem fröhlichen

Begleitkommentar und seiner spezifischen

filmischen Sprache, die Elemente von Fiktion und

Dokumentation vereint, ist dies ein äußerst lustiger,

fesselnder und unterhaltsamer Debütfilm.

Having premiered in Rotterdam, this charming

personal essay examines the endurance of emotions

and relationships. The filmmaker makes herself

the main character, doing so in an intelligent

and cinematically exciting manner. Starting with

her current relationship that is falling apart, she revisits

her ex partners, seeking to understand why

all her big loves are now in the past. With footage

from her private archive, a lucid voice-over and a

specific cinematic texture that blends elements

of fiction and documentary, this debut is funny,

compelling and entertaining at the same time.

HAPPILY EVER AFTER

Tatjana Božić befürchtet, dass die Beziehung zur großen Liebe ihres Lebens nicht mehr lange halten wird. Wieder

einmal. Doch damit soll nun Schluss sein. Die Filmemacherin begibt sich auf Spurensuche nach den Ursachen

ihrer vermeintlichen Beziehungsunfähigkeit, um ihr gegenwärtiges Verhältnis zu retten. Um durch Gespräche

ein Muster in den verunglückten Beziehungen ausfindig zu machen, spürt sie einen Lebensabschnittspartner

nach dem anderen auf. Was gar nicht so einfach ist, wie sich herausstellt. Denn die romantische Zweisamkeit

mit ihrer ersten Liebe Pavel aus Moskau ist etwa kaum vergleichbar mit dem selbstaufopfernden Verhältnis zum

kroatischen Macho Vjeran. Auch die Trennungsgründe variieren. Oder sitzt die Wurzel allen Liebesübels am Ende

vielleicht doch in der Kindheit? Ein lose gestricktes Gewebe aus Videotagebucheinträgen, Interviews mit Verflossenen

und Home Movies aus Kinderjahren wird zur emotionalen Achterbahnfahrt durch Božić‘ Vergangenheit

– mit Haltestellen in ganz Europa. Das Langfilmdebüt der gebürtigen Kroatin ist ein ebenso unverblümtes

wie zugleich intimes und obendrein humorvolles Selbstporträt, das en passant blinde Flecken leidenschaftsgesteuerter

Psychen erhellt und kulturelle Unterschiede in der Beziehungsführung und Rollenverteilung aufzeigt.

Tatjana Božić is afraid that the relationship with the great love of her life might be over soon. Again. But enough is

enough. In order to save her current love, the filmmaker starts out to search for the reasons that have caused her

perceived incapacity to have a lasting relationship. She tracks down her temporary partners one after the other

to talk with them and find a pattern in her unsuccessful relationships. As it turns out, this is not at all easy, for her

first romantic love, with Pavel from Moscow, can hardly be compared with the self-sacrificing relationship she

had with the Croatian macho Vjeran, for instance. The reasons for separating, too, were different in each case. Or

can the root of all love troubles possibly be found in her childhood? A loosely arranged set of video diary entries,

interviews with former lovers and home movies from childhood years turn into an emotional roller coaster ride

through Božić's past – with stops across all of Europe. This full-length debut feature by Croatian-born Božić is a

self-portrait which is as outspoken as it is intimate and funny; en passant it illuminates blind spots of passion-driven

minds and shows cultural differences in the way in which relationships are maintained and roles are distributed.

Dokumentarfilm. Kroatien / Niederlande 2014

Sprache Englisch

Länge 83 min.

Format DCP

Farbe

Regie Tatjana Božić

Drehbuch Tatjana Božić, Alexander Goekjian

Kamera Ton Peters

Schnitt Boudewijn Koole

Musik Alex Simu

Ton Dennis Kersten

Produzenten Boudewijn Koole, Iris Lammertsma

Zelovic Productions (NL)

Produktion JvdW film, IKON, Factum,

Zelovic Productions

Kontakt/Vertrieb Witfilm

Biografie Tatjana Božić

Tatjana Božić wurde 1971 im heutigen Kroatien

geboren. Sie hat in Russland Fernsehjournalismus

und Dokumentarfilm sowie an der London School

of Economics mit dem Fokus auf Menschenrechte

studiert. Nachdem sie vorübergehend für die BBC

gearbeitet hat, drehte sie zahlreiche und teilweise

im kroatischen Nationalfernsehen verbotene

Dokumentarfilme, in deren Mittelpunkt die Zivilgesellschaft

und das Schicksal kroatischer Frauen

standen. 1999 gründete Božić zudem in Zagreb die

Non-Profit-Produktionsfirma Fade In.

Filmografie Tatjana Božić (Auswahl)

2014 Happily Ever After

2002 Dear Suz

2001 Distorted Reflections

1999 Just About Oasis

70 Dokumentarfilm-Wettbewerb

Grußwort Christof Papousek 71


Dokumentarfilm-Wettbewerb 73

Rada Šešić

Dies ist mit Sicherheit eine der einprägsamsten

Dokumentationen dieser Saison. Der lettische Filmund

Opernregisseur Kairišs Viesturs zeigt eine mythische

Welt am östlichsten Zipfel der EU, genannt

Lettgallen. Die großartige Kameraarbeit von Gints

Bērziņš erzeugt eine metaphysische Dimension, in

der dieses Land gezeigt wird; eine Wüste, gleichzeitig

aber ein faszinierendes Reservat uralter Kulturen,

Tierarten und Musik. Bedächtig, mit einem großartigen

Sound und der ausgeklügelten Filmsprache

seines Regisseurs, führt dieser Dokumentarfilm

das Publikum auf eine Reise zu unbekannten Orten,

erstaunlich und voller spirituellen Reichtums.

This is certainly one of the most memorable

documentaries of this season. Latvian film and

opera director Kairišs Viesturs portrays the mythical

world at the most eastern point of the EU

border called Latgale. A metaphysical dimension

is evoked by the brilliant camera work of Gints

Bērziņš, depicting the amazing land that seems

like a desert, but also an intriguing reservation

of ancient cultures, species and music. Slow-paced,

with great sound and the sophisticated film

language of its director, this documentary takes

the audience on a journey to lesser known

spaces, spiritually rich and visually remarkable.

PELICAN IN THE DESERT

Pelikāns tuksnesī

Der in eindrucksvollen Bildern erzählte Dokumentarfilm führt in die Region Lettgallen an den östlichen Rand

der Europäischen Union. Der Regisseur Viesturs Kairišs porträtiert die Bewohner eines Dorfes in Lettland und

ihren stark von religiösen Riten, Armut und Provinzialismus geprägten einzigartigen Alltag. Ob Marienprozession,

Sonntagsmesse oder Totenmahl: die Menschen in seinem Film, aus ihrer ursprünglichen Heimat geflohene

russisch-orthodoxe Christen, wirken stets irgendwie abwesend, in sich gekehrt und sogar in Gesellschaft einsam.

Nämlich „einsam wie ein Pelikan in der Wüste“. Der Titel des Dokumentarfilms verweist dabei auf ein Bild einer

jüdischen Legende, der zufolge ein Pelikan mit seinem eigenen Blut seine hungrigen Kinder ernährt. Apropos:

Früher war die Bevölkerung in manchen Städten dieser Gegend bis zu 90 Prozent jüdisch. Kairišs wirft in seiner

Produktion einen sehr persönlichen und gleichzeitig poetischen Blick auf die Landschaft, die Menschen und das

Leben in seiner Heimat. Gleichzeitig eröffnet er dem Zuseher auch die Möglichkeit, den Alltag der dort lebenden

Menschen mit der eigenen Lebenssituation sowie den eigenen Werten und Riten zu vergleichen. Vor allem aber ist

Pelican in the Desert ein Film über das drohende Verschwinden einer ganzen Kultur beziehungsweise Zivilisation.

This documentary with its striking images takes us to the region of Latgale at the eastern border of the

European Union. Director Viesturs Kairišs portrays the inhabitants of a village in Latvia and their unique

daily routine mostly shaped by religious rituals, poverty and parochialism. St. Mary's procession, Sunday

mass or funeral banquet: the people in his film – Russian Orthodox Christians who had to flee their original

homes – always appear somehow distant, introverted and lonely, even when in company. Or more

exactly, “as lonely as a pelican in the desert”. The title of the documentary refers to a metaphor from

a Jewish legend according to which a mother pelican feeds her hungry young with her own blood. Apropos:

In former times, up to 90 per cent of the population in some towns of this region were Jewish. In

his film, Kairišs takes a very personal and at the same time poetical look at the scenery, the people and

the life in his home country. Simultaneously, he provides the audience with an opportunity to compare

the everyday lives of the people living there with their own situation, their own values and rites. But above

all, Pelican in the Desert is a film about the imminent disappearance of an entire culture or civilisation.

Dokumentarfilm. Lettland 2014

Sprache Lettisch, Russisch mit engl. UT

Länge 70 min.

Format DCP

Farbe

Stabliste

Regie und Drehbuch Viesturs Kairišs

Kamera Gints Bērziņš

Ton Aleksandrs Vaicahovskis

Schnitt Andra Lejniece-Dorsh

Produzent Roberts Vinovskis

Produktion Locomotive Productions

Vertrieb/Kontakt Locomotive Productions,

Zanda Dūdiņa

Biografie Viesturs Kairišs

Im Jahr 1971 in Riga geboren widmete sich Viesturs

Kairišs nach seinem Studium der Theater- und Filmregie

an der Lettischen Kulturakademie sowohl der

Bühne als auch dem Film. Sein Debüt als Opernregisseur

hatte er 1999 mit Tschaikowskys Eugen

Onegin, wofür er auch den Großen Musikpreis von

Lettland erhielt. Es folgen zahlreiche prämierte und

von der Kritik positiv aufgenommene Operninszenierungen

wie etwa Wagners Ring der Nibelungen

im Jahr 2007. Für sein Spielfilmdebüt Leaving by the

Way erhielt Kairišs eine Auszeichnung für den besten

lettischen Film 2001.

Filmografie Viesturs Kairišs (Auswahl)

2014 Pelican in the Desert

2009 Lohengrin from Varka Crew

2006 The Dark Deer

2004 Romeo and Juliet

2001 Leaving by the Way

Grußwort Christof Papousek 73


Dokumentarfilm-Wettbewerb 75

Rada Šešić

Die russische Wirtschaft basiert größtenteils auf

dem Export von Gas. Dieser poetische Dokumentarfilm

beobachtet die Lebensgemeinschaften

entlang dieser unglaublich langen Pipeline, die

sich von Sibirien bis nach Westeuropa erstreckt.

Der Filmemacher führt uns in sieben europäische

Länder, die alle durch dieses gigantische Projekt

verbunden sind und zeigt unterschiedlichste Ansätze

und Ideologien. Der bekannte Dokumentarfilme

Vitaly Mansky fängt den Geist der Menschen

entlang dieser Route ein und zeigt einige weniger

bekannte Aspekte, indem er, einen manchmal

durchaus ironischen, Einblick in versteckte Orte

und unbekannte Seiten der Menschen gewährt.

The Russian economy is largely based on the

supply of gas to the rest of the world. This observational,

poetic documentary focuses on the

communities along this amazingly long pipeline

that starts in Siberia and ends in Western Europe.

Along the way, the filmmaker takes us to

seven European countries connected by this gigantic

project, unveiling various approaches to

and ideologies of life. Capturing the spirit of the

people living along this route, the well-known

documentary maker Vitaly Mansky points out

some less obvious sides, peeking, sometimes

ironically, into places’ and people’s hidden sides.

Pipeline

Truba

In einer Art faszinierender Expedition folgt der in der Ukraine geborene und in Moskau lebende Regisseur

Vitaly Mansky der russischen Urengoi-Pomary-Uschhorod-Pipeline, die Gas aus dem eisigen Westsibirien

bis in den Golf von Biscaya transportiert. Der in 104 Tagen und in sieben Ländern gedrehte, bildgewaltige

Dokumentarfilm zeigt jene Menschen (und dazwischen immer wieder auch jene Tiere), die über, an oder

neben der Trasse leben – und wie sie auf vielfältige Weise miteinander verbunden sind. Der Bogen reicht

dabei von indigenen Rentierzüchtern bis zu orthodoxen Priestern, von Gorbatschow-kritischen Veteranen

bis zu Putin-verehrenden Tuba-Bläsern, von marienanbetenden Polinnen über aufgebrachte Roma bis

hin zu Karneval feiernden Kölnern. Mansky zeigt sie an den unterschiedlichsten Orten und in verschiedensten

Situationen. Bei der Arbeit und beim Eisfischen, auf Hochzeitsfesten und bei Begräbnissen oder auf der

Flucht. Obwohl er direkte Kommentare vermeidet, gerät die ebenso fesselnde wie scharfsinnige Dokumentation

allein schon durch den gezeigten Gegensatz zwischen den unterschiedlichen Lebenswelten

der Besitzenden und Besitzlosen auch zu einem politischen Statement. Mehrfach ausgezeichnet, unter anderem

2013 beim Karlovy Vary International Film Festival mit dem Preis für den besten Dokumentarfilm.

On his fascinating expedition the director Vitaly Mansky, who was born in the Ukraine and lives in Moscow, follows

the Russian Urengoy-Pomary-Uzhgorod pipeline that transports gasoline from the freezing cold of West Siberia to

the Bay of Biscay. The visually stunning documentary, filmed over a period of 104 days in seven countries, portrays

the people (and, once in a while, the animals) who live at, around or next to the pipeline route, and shows how everything

is connected in manifold ways. The spectrum of different people not only covers reindeer breeders, orthodox

priests, veterans critical of Gorbachev and Putin-loving musicians playing the tuba, but also Polish women praying

to Virgin Mary, upset Romani people and Germans from Cologne celebrating carnival. Mansky illustrates them in

different places and in a wide range of situations. At work, while ice fishing, at weddings and funeral ceremonies

or on the run. Even though he tries to avoid direct commentaries, the captivating and keen-minded documentary

almost turns into a political statement, if only because of the enormous contrast between the worlds of the people

that have almost everything on the one hand, and those who have nothing on the other. The film was multiply

awarded for the best documentary on several occasions, such as the Karlovy Vary International Film Festival.

Dokumentarfilm. Russland / Tschechien /

Deutschland 2013

Sprache Russisch, Ukrainisch, Polnisch,

Tschechisch, Deutsch mit engl. UT

Länge 117 min.

Format DCP

Farbe

Regie und Drehbuch Vitaly Mansky

Kamera Alexandra Ivanova

Schnitt Evgenie Izmalkov, Andrey Sirobaba,

Andrey Paperniy

Ton Dmitry Nazarov

Produzenten Vitaly Mansky, Simone Baumann,

Vít Klusák, Natalia Manskaya, Filip Remunda,

Tereza Horská

Produktion Vertov.Real Cinema, Czech Television,

Hypermarket Film, Saxonia Entertainment

Vertrieb/Kontakt Deckert Distribution

Biografie Vitaly Mansky

Der 1963 in Lemberg zur Welt gekommene Vitaly

Mansky absolvierte das Gerassimow-Institut für

Kinematographie in Moskau und gilt heute als einer

der renommiertesten russischen Regisseure

und Produzenten im Bereich Dokumentarfilm. Seit

seinem Debüt 1988 hat er bei mehr als 30 Filmen

mitgewirkt, die weltweit auf Festivals gezeigt und

ausgezeichnet wurden. Er ist außerdem Mitbegründer

des russischen Nationalpreises Lavrovaya Vetv

(Lorbeerzweig), mit dem die besten Dokumentarfilme

des Landes ausgezeichnet werden und Vorsitzender

des jährlichen Art Doc Fest in Moskau.

Filmografie Vitaly Mansky (Auswahl)

2014 The Eternal Light

2013 Pipeline

2011 Motherland or Death

2008 Virginity

2002 Broadway: Black Sea

74 Dokumentarfilm-Wettbewerb

Grußwort Christof Papousek 75


Dokumentarfilm-Wettbewerb 77

Rada Šešić

Nicht jeder in Europa weiß, wo Transnistrien liegt.

Als Teil der Republik Moldawien, des statistisch

ärmsten Landes in Europa, hat es starke Abspaltungstendenzen

und zeigt offen seine Neigung zu

“Mütterchen” Russland. Mit einem eigenen Präsidenten,

einer eigenen Währung und einer Armee

erwarten die Bürger einen Aufschwung durch die

Abspaltung, doch die Region wird von keinem

Staat als Land anerkannt, nicht einmal von Russland

selbst. Dieser Film beobachtet mit viel Humor

und Charme die Präsidentenwahlen und die Hoffnungen

des Spitzenkandidaten auf eine Wiederwahl.

Dieser wird als Mann des Volkes präsentiert,

der besonders den weiblichen Wählern nahe steht.

Not all Europeans know where Transnistria is. A

part of the Republic of Moldova, statistically the

poorest European country, it has the tendency

to separate, with Transnistria openly showing its

incli-nation towards “mother” Russia. With their

own president, currency and army, the citizens

expect the separation to bring prosperity, but

the region is not recognised by a single foreign

nation, not even Russia. This observational, quite

humorous and charmingly made film follows the

presidential elec-tions and the reelection aspirations

of the main candidate, picturing him as a

man of the people, especially the female voters.

PMR – In The State

of Limbo

PMR

Transnistrien – oder wie die amtliche Eigenbezeichnung lautet, die Pridnestrowische Moldauische Republik (PMR)

– ist ein von keinem anderen Land der Welt anerkannter Staat am Rande Europas. Seit vielen Jahren winkt hier der

nach eigener Ansicht nach unersetzliche Präsident Igor Smirnow von den Tribünen der Hauptstadt seinem Volk zu.

Unter seiner charismatischen Führung ist der Aufbau eines souveränen Staates auf den Ruinen der Sowjetunion

und auf dem Boden der einstmals reichsten Industrieregion Moldawien mittlerweile praktisch gescheitert. Zwar

gibt es eigene Grenzkontrollen, eine eigene Armee, eine eigene Währung und vieles mehr, was auch andere Staaten

haben. In Wahrheit ist Transnitstrien aber alles andere als unabhängig, sondern völlig auf das Wohlwollen Russlands

angewiesen. Vor Präsidentschaftswahlen tauchen üblicherweise auch oppositionelle Kandidaten mit ihren

Plänen auf, wie man den auf Grund gelaufenen Kahn vielleicht doch noch flott kriegen könnte. Der Kampf um die

Führung dieses unsichtbaren Landes wird dabei sehr schnell sehr emotional. Meelis Muhu und Kristina Norman

ist mit ihrer politischen Farce ein sehr kurzweiliger, unterhaltsamer und hochaktueller Dokumentarfilm geglückt,

der durchaus auch durch seinen Humor besticht – wenngleich einem das Lachen mitunter im Hals stecken bleibt.

Transnistria – also known by the official self-appellation “Pridnestrovian Moldavian Republic” (PMR) - is

a country on the edge of Europe, unrecognised by the rest of the word. For many years now Igor Smirnow,

according to his own judgement the republic’s irreplaceable president, has been waving to his

people from the capital’s stands. Under his charismatic leadership, the building of a sovereign state on

the ruins of the USSR and in the once richest industrial region of Moldavia practically failed. Although

Transnistria conducts own border controls and has an own army and currency, it is far from independent.

In fact it entirely depends on Russia’s benevolence. Whenever there are presidential elections,

usually oppositional candidates show up with plans on how to get the country running again. However,

the fight over the leadership of this invisible country quickly becomes very emotional. Meelis Muhu

and Kristina Norman were successful in making their political farce an entertaining and highly topical

documentary that is quite captivating – even though now and then one chokes on one’s own laughter.

Dokumentarfilm. Estland 2014

Sprache Russisch mit engl. UT

Länge 80 min.

Format DCP

Farbe

Regie und Drehbuch Meelis Muhu,

Kristina Norman

Kamera Meelis Muhu

Schnitt Meelis Muhu, Julia Tomberg

Ton Kristina Norman

Produzent Meelis Muhu

Produktion In-Ruum

Vertrieb/Kontakt Kristina Norman

Biografie Meelis Muhu

Meelis Muhu wurde 1972 in Estland geboren und

schloss 1992 ein Wirtschaftsstudium sowie 1996 ein

zweites Studium an der Pädagogischen Universität

Tallinn ab. Danach arbeitete er beispielsweise für

das Fernsehen und als Berater im Bereich Film und

Kino im estnischen Ministerium für Kunst und Kultur.

Heute ist er vor allem als Regisseur und Produzent

von Dokumentarfilmen in Tallinn tätig.

Biografie Kristina Norman

Kristina Norman wurde 1979 in Estland geboren

und studierte an der Kunstakademie in Tallinn. Sie

arbeitet als Dokumentarfilmerin und zählt mittlerweile

zu den international erfolgreichsten Künstlerinnen

Estlands. Unter anderem war sie 2009 mit

ihrem Projekt After-War auch die jüngste Vertreterin

ihres Landes auf der Biennale in Venedig.

Filmografie Meelis Muhu

2014 PMR

2012 Counted Noses

2008 Alyosha

1999 Lurjus

1995 Wikmani poisid

Filmografie Kristina Norman

2014 PMR

2011 A Monument To Please Everyone

2006 The Pribalts

76 Dokumentarfilm-Wettbewerb

Grußwort Christof Papousek 77


Dokumentarfilm-Wettbewerb 79

Rada Šešić

Scandal ist der erste längere Dokumentarfilm über

die LGBT-Bewegung in Albanien. Der Name selbst

weist auf deren nie endenden Konflikt hin: Angst,

Einsamkeit, Isolation (Albanisch “ska” - non, “ndal”

- stop). Faszinierende Charaktere bekennen sich

furchtlos zu ihrer Sexualität, erzählen leidenschaftlich

ihre persönlichen Geschichten und reflektieren

sowohl über ihren eigenen als auch den sozialen

Konflikt. Aufregendes Archivmaterial, fesselnde

Interviews und beobachtende Szenen zeigen die

wichtigen Aspekte der LGBT-Bewegung in einer

solch traditionellen Gesellschaft. Ein starker und

wichtiger Film für diese Region, der auch einige

ironische und amüsante Geschichten bereithält -

wie ein Regenbogen, der die Sitzbänke vor dem

Präsidentenpalast in Tirana in bunte Farben taucht.

Scandal is the first ever long documentary about

the LGBT movement in Albania. The title itself

sug-gests its permanent struggle: fear, solitude,

isolation (in Albanian Ska - non, Ndal - stop).

Appealing characters fearlessly come out as gay,

telling their personal stories compassionately

while reflecting their individual and social struggle.

Exciting archive material, compelling interviews

and observation-al sequences reveal interesting

aspects of the LGBT movement Albania’s

traditional society. A strong and important film

for this region, which also has some ironic and

amusing stories, like a rainbow coloring the benches

in front of the Presidential Palace of Tirana.

Scandal

SkaNdal

Scandal ist der erste lange Dokumentarfilm über die LGBT*)-Bewegung in Albanien. Die höchst erstaunliche

Geschichte handelt davon, wie es diese soziale und politische Bewegung in nur fünf Jahren geschafft hat,

bis in das Herz der konservativen Gesellschaft vorzudringen. Sie erzählt von den Erfahrungen, deren ebenso

intelligente wie mutige Gründer dieser Bewegung in dieser Zeit gemacht haben. Und von den Schicksalen

und Erlebnissen der jungen Menschen, die hier erstmals völlig offen, mit ihren Namen und ohne Masken

davon berichten, wie die Bewegung ihr Leben verändert hat. Man sieht die LGBT-Aktivistinnen und Aktivisten

bei Partys und dabei, wie sie in sozialen Netzwerken kommunizieren, denen sie einen guten Teil ihres

Erfolges verdanken. Und erfährt etwas über den Weg von ersten Maßnahmen wie dem Streichen der

Bänke vor dem Präsidentenpalast in Tirana mit Regenbogenfarben bis hin zur Eröffnung einer internationalen

Ausstellung zu diesem Thema im Nationalen Historischen Museum. Der Film ist aber zugleich auch

eine Hommage an jene, die unter den Kommunisten aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verfolgt wurden

und ist eine klare Ermutigung für jene, die immer noch Angst haben sich zu outen. Und nicht zuletzt

ist „Ska ndal”, zu Deutsch „Nicht aufhören“, natürlich auch das: eine klare Aufforderung zum Weitermachen.

Scandal is the first long documentary about the LGBT social movement in Albania. The highly astonishing

story shows how the social and political movement succeeded in entering the heart of the deeply conservative

society in only five years. It tells the experiences gained by the intelligent and brave founders of the

movement in the past years. It deals with the fate and stories of young people, reporting their experiences

and how the movement affected their lives, for the first time in history without any masks and under their real

names. The LGBT activists are shown at parties or while communicating in social networks, which they owe a

big part of their success to. Viewers get to know the long path of LGBT actions from the beginning until now,

such as painting the benches in front of the presidential palace in Tirana in the colours of the rainbow, or the

opening of an international exhibition about the topic in the National Historical Museum. The film is not only

a tribute to all the people who where persecuted because of their sexual orientation during the communist

times, but a clear encouragement to all those who are still too afraid to out themselves. And last but, not

least, "Ska ndal“, which means "Don’t stop“ in Albanian, is simply that: a definite call to carry on and continue.

*) Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender

Dokumentarfilm. Albanien 2014

Sprache Albanisch, Englisch mit engl. UT

Länge 64 min

Format Full HD file

Farbe

Regie Elton Baxhaku, Eriona Çami

Drehbuch Kristi Pinderi, Xheni Karaj

Kamera Elton Baxhaku

Schnitt Elton Baxhaku

Sound Eriona Çami

Musik Xheni Karaj

Produzent Erjon Tela

Produktion Chuchu production

Vertrieb/Kontakt Elton Baxhaku

Biografie Elton Baxhaku

Nach dem Abschluss seines Studiums der Politikwissenschaft

an der Universität Tirana wechselte Elton

Baxhaku auf die Film- und Multimediaakademie

Marubi, ebenfalls in Tirana. Dort ließ er sich zum

Regisseur ausbilden. Für seine Kurzdokumentation

Book wurde er 2012 beim Balkan Food and Film Festival

in Pogradec Albanien für die beste Dokumentation

nominiert.

Biografie Eriona Çami

Eriona Cami studierte Rechtswissenschaften an der

Universität von Tirana sowie Regie an der Film- und

Multimediakademie Marubi. Seitdem führte sie

bei insgesamt 21 Kurzfilmen Regie oder Co-Regie.

Agustin war ihr bislang größter Erfolg.

Filmografie Elton Baxhaku (Auswahl)

2014 Scandal

2014 T.R.E.N

2014 Roma People in Albaniaî

2014 Protikî

2013 100 years of Albanian Postî

Filmografie Eriona Çami

2014 Scandal

2013 100 Years of Albanian Post

2013 Agustin

78 Dokumentarfilm-Wettbewerb

Grußwort Christof Papousek 79


Dokumentarfilm-Wettbewerb 81

Dokumentarfilm. Russland / Estland 2014

Sprache Russisch mit engl. UT

Länge 83 min

Format DCP

Farbe

Rada Šešić

Was passiert als nächstes? Die Welt blickt derzeit

auf die Politik Russlands. Dieses enorme Filmprojekt

zeigt die politische Realität Russlands und leistet

einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der

sozialpolitischen Wahrnehmung des russischen

Volkes und seiner Einstellung zur Regierung und

zeigt ein Bild der vielseitigen und starken Opposition.

Dies ist einer der diesjährigen Pflichtfilme

aus der europäischen Dokumentarfilmszene. Engagierte

Filmemacher haben über einen langen

Zeitraum Material gesammelt, um diesen Film

über die Helden von heute und jene von morgen

zu machen, die in der Opposition stehen

und Alternativen anbieten, die für alle relevant

sind. Dieser mit Leidenschaft gedrehte, beobachtende

Dokumentarfilm ist gespickt mit dramatischen

Sequenzen und lädt zum Nachdenken ein.

This huge film project is a map of the political reality

of Russia and is an amazing asset to understanding

the sociopolitical awareness of the Russian

people and their attitude towards the government,

as well as Russia’s versatile and strong opposition.

This is a must see film from this year’s European

documentary scene. Dedicated filmmakers

were daringly creating documentary bulletins for

a long period, capturing today’s heroes and those

of tomorrow, the ones in opposition, proposing

alternatives relevant for all. This passionately done,

observational documentary is full of dramatic sequences

and leaves also space for contemplation.

the Term

Srok

The Term gibt einen Einblick in das Leben führender Oppositioneller in Putins Russland, und zwar wie es sich vor

dem Konflikt mit der Ukraine gestaltete. Im Mittelpunkt stehen Alexei Navalny, der es vom Anti-Korruptions-Blogger

bis zum Präsidentschaftskandidaten schaffte, Ksenia Sobchak, ein TV-Sternchen und Putins Patentochter, die

sich schließlich der Opposition zuwandte sowie deren Freund, der Liberale Ilya Yashin, der linksradikale Politiker

Sergei Udaltsov und schließlich die Mitglieder der mittlerweile weltbekannten Punkband Pussy Riot. Die Kamera

beobachtet die Protagonisten bei Protestkundgebungen und im Gerichtssaal, auf den Straßen von Paris und

bei der Arbeit im Büro in Moskau, im Arrestantenwagen, auf Partys und in Cafés. The Term, ursprünglich eine Art

Cross-Media-Online-Projekt und der wohl meistdiskutierte Dokumentarfilm des Landes, ist eine Geschichte über

den Kampf für Gerechtigkeit und eine bessere Welt. Sie erzählt davon, wie Widerstand – hier gegen den Kreml –

zum Sinn des Lebens werden kann. Der durchaus bissige Film folgt weniger der historisch korrekten Chronologie

der Ereignisse als der Entwicklung der Innenwelt der gezeigten Oppositionellen. Obwohl die drei Regisseure

sehr genau beobachten, lassen sie dem Zuseher stets die Möglichkeit, eigene Schlussfolgerungen zu ziehen.

The Term allows a glimpse into the lives of leading opposition members in Putin’s Russia before the Ukraine

conflict. The film focuses on Alexei Navalny, who started out as an anti-corruption blogger and ended

up as a presidential candidate, Ksenia Sobchak, a TV starlet and Putin’s goddaughter who turned

to the opposition, liberal Ilya Yashin, left-radical politician Sergei Udaltsov and the members of the

world famous punk rock band Pussy Riot. The camera follows the protagonists to protests and court

rooms, on the streets of Paris, during office work in Moscow, in police cars, on parties and in cafes. The

Term, originally a cross-media online project and the country’s most discussed film, is a story about the

fight for justice and a better world. It shows how resistance – in this case against the Kremlin – can become

the meaning of life. This cynical film does not follow the historically accurate chronology of events,

but rather shows the development inside the members of the opposition. Although the three directors

observe very accurately, they still leave enough room for the audience to draw their own conclusions.

Regie Aleksei Pivovarov, Pavel Kostomarov,

Aleksandr Rastorguev

Drehbuch Alexei Pivovarov

Kamera und Schnitt Elena Khoreva, Pavel Kostomarov,

Dmitry Kubasov, Kirill Kulagin, Maxim Pakhomov,

Aleksandr Rastorguev, Sofia Rodkevich, Irina Shatalova

Ton Georgy Yermolenko

Produzenten Alexei Pivovarov, Sarkis Orbelyan, Pavel

Kostomarov, Alexandr Rastorguev, Elena Svetikova

Koproduzenten Maria Gavrilova, Max Tuula

Produktion LLC Aviator Production

Vertrieb/Kontakt Marx Film

Biografie Alexei Pivovarov, Pavel Kostomarov und

Aleksandr Rastorguev

Der 1974 in Moskau geborene Journalist und Dokumentarfilmer

Alexei Pivovarov schrieb und produzierte nach

einer langjährigen Tätigkeit beim größten unabhängigen

russischen Fernsehsender NTV zahlreiche Doku-Dramen

über den Zweiten Weltkrieg, die sich stark von der offiziellen

sowjetischen Geschichtsauffassung distanzierten.

Auch der in Südrussland geborene Alexandr Rastorguev,

der an der Theaterschule in Sankt Petersburg promovierte,

arbeitete eine Zeit lang für NTV. Seine Dokumentarfilme

wurden bei verschiedenen internationalen Filmfestivals

gezeigt und mehrfach ausgezeichnet. 2011 und 2012

drehte Rastorguev zwei Filme mit dem 1975 in Moskau

geborenen Pavel Kostomarov. Der vor allem als Regisseur

und Kameramann arbeitende Kostomarov wurde unter

anderem 2010 auf der Berlinale mit dem Silbernen Bären

für seine Kameraarbeit bei dem Film Mein Sommer mit

Sergej ausgezeichnet.

Filmografie Alexei Pivovarov (Auswahl)

2011 Betrayal: The Story of Vlasov’s Second Shock Army

2010 The Captive Heroes of Brest

Filmografie Pavel Kostomarov (Auswahl)

2012 I Don’t Love You

2004 Life in Peace

Filmografie Alexand Rastorguev

2010 Malki i Mamki

2001 Mommies

80 Dokumentarfilm-Wettbewerb

Grußwort Christof Papousek 81


Dokumentarfilm-Wettbewerb 83

Rada Šešić

Ein eindringlicher, fesselnder Film, der die wichtige

Rolle von Filmschaffenden bei der Bildung einer

öffentlichen Meinung anschaulich demonstriert.

Ein Kiewer Paar, Filmregisseur und Kameramann

Dmytro Tiazhlov und Produzentin Ella Shtyka, haben

neun Regisseure in einem Indie-Lab-Workshop

versammelt, um uns die Realität der Ukraine

näher zu bringen. Der Film erforscht verschiedene

Elemente der dynamischen ukrainischen Zivilgesellschaft

und setzt einen wichtigen öffentlichen

Diskurs über die heute so wichtigen Fragen zu

Demokratie, autoritären Regimen, pluralistischen

Gesellschaften, wirtschaftlichem und politischem

Zerfall und dem Verlust von Werten in Gang.

Welche Bedeutung haben Recht und Unrecht

in der heutigen ukrainischen Gesellschaft und

was ist das Rezept für eine perfekte Demokratie?

An urgent, compelling film that vividly demonstrates

the important role of filmmakers in forming

the public opinion. A Kiev-based couple, film director

and cinematographer Dmytro Tiazhlov and

producer Ella Shtyka, have gathered nine directors

as a part of an Indie Lab workshop, with the

idea of bringing the reality of the Ukraine closer

to us. Exploring various elements of the Ukraine's

vibrant civil society, the film puts in motion crucial

public discussion on contemporary relevant

questions on democracy, authoritarian regime,

pluralist society, economical and political malaise

and loss of values. What is the sense of right

and wrong in the contemporary Ukrainian society,

what is the recipe for the perfect democracy?

UKRAINE_VOICES

Letztlich gewalttätige Demos in Kiew, die Annexion der Krim durch Russland, der blutige Aufstand der Separatisten

im Osten des Landes – die Ukraine kommt seit Monaten nicht mehr zur Ruhe. Mit Ukraine_Voices ist

es gelungen, den Vorabend dieser Ereignisse aus einer Art Vogelperspektive zu betrachten und damit vielleicht

ein wenig greifbarer zu machen. Der topaktuelle Dokumentarfilm von Dmytro Tiazhlov und Ella Shtyka

besteht aus acht Episoden, allesamt produziert von jungen Filmemachern. Sie porträtieren Landsleute bei

deren Versuch, das Land nach eigenen Wünschen mitzugestalten. Da kann sich etwa ein orthodoxer Bischof

nicht mehr mit den Vorgaben seiner Kirche identifizieren und verlässt das Kloster, um fortan als LGBT-Aktivist

tätig zu sein. Und ein Tierschützer, der seit 20 Jahren in einer baufälligen Hütte in einem Naturreservat lebt,

macht klar, warum er genau dort auch weiterhin ausharren will. Ein urbaner Nomade lebt ohne offizielle Identität

– und möchte diesen Zustand ebenfalls unbedingt beibehalten. Last, but not least hätte ein Journalist

gerne gehabt, dass die Ukraine sich der EU annähert. Er startet daher einen Facebook-Aufruf... der letztlich

zu den Protesten auf dem Kiewer Maidan führt. All das geschieht in einem System, in dem freie Meinungsäußerung

und Demokratie mehr Wunschdenken als gelebte Realität sind. War die Katastrophe absehbar?

Ultimately violent demonstrations in Kiev, the annexation of the Crimea by Russia, the bloody separatist

uprising in the east of the country – the Ukraine has not been at peace for months. Ukraine_Voices

allows a look at the harbingers of these events from a bird's eye view, making them appear somewhat

more tangible. The highly topical documentary by Dmytro Tiazhlov and Ella Shtyka features eight episodes,

all of them produced by young filmmakers. They portray their fellow countrymen in their attempts

to help shape the country according to their own wishes. For instance, an orthodox bishop is no longer

able to relate to the guidelines specified by his church and leaves the monastery to become an LGBT activist.

And an animal rights activist, who has been living for 20 years in a run-down cabin situated in

a natural reserve, explains why he chooses to stay out there also in the future. An urban nomad is living

without any official ID – and also wants to maintain this situation by all means. Last, but not least, a journalist

who would have liked the Ukraine to draw closer to the EU starts a Facebook appeal... which ultimately

leads to the protests on Kiev's Maidan Square. All this happens within a system in which free speech

and democracy are more wishful thinking than living reality. Could the crisis have been foreseen?

Dokumentarfilm. Ukraine 2014

Sprache Ukrainisch, Russisch mit engl. UT

Länge 78 min.

Format Blu-ray

Farbe

Künstlerische Leitung Dmytro Tiazhlov

Produktion New Kyiv production

Vertrieb/Kontakt New Kyiv production

Identification Negative (Bez pasportu)

Regie Kristina Liulchenko

In the Fields (U poli)

Regie Andrei Litvinenko

Right to protest. The beginning (Pravo na protest.

Pochatok)

Regie Aksynia Kurina

Under the Bridge (Pid mostom)

Regie Jeanne Dovhych

More than Nikolai (Ne prosto Mykolai)

Regie Oksana Shornik

Penalty of Justice (Penal’ti pravosuddya)

Regie Slavik Bihun

Exarch

Regie Nadia Parfan, Maria Stoyanova

Love... Share

Regie Anastasiya Khonyakina

Produktion New Kyiv

New Kyiv wurde 2001 von Ella Shtyka gegründet,

um Dokumentarfilme über gesellschaftliche Themen

und Probleme in der Ukraine zu realisieren.

Die Produktionsfirma organisiert unter anderem

Workshops für junge Filmemacher wie Indie Lab, in

deren Rahmen Ukraine_Voices entstand.

Biografie Dmytro Tiazhlov

Dmytro Tiazhlov wurde 1976 in Dnipropetrowsk in

der Ukraine geboren. Er studierte in Kiew Film- und

Theaterwissenschaft und war viele Jahre lang als

Kameramann in allen filmischen Genres tätig, bis

hin zur Animation. 2009 wurde seine Dokumentation

I Am A Monument To Myself mit dem Preis für den

besten ukrainischen Film ausgezeichnet. Von ihm

stammt die Idee und Konzeption der Dokumentation

Ukraine_Voices.

82 Dokumentarfilm-Wettbewerb

Grußwort Christof Papousek 83


Dokumentarfilm-Wettbewerb 85

Rada Šešić

Ulay ist der Künstlername von Frank Uwe Laysiepen,

eines bekannten Performancekünstlers, dessen Arbeit

mit Maria Abramovic Kultstatus erlangt hat.

Als der berühmte Künstler von Amsterdam nach

Ljubljana zog, plante der slowenische Regisseur

Damjan Kozole einen Dokumentarfilm über ihn.

Doch während der Vorbereitungen zu den Dreharbeiten

wurde bei Ulan Krebs diagnostiziert und

das Filmprojekt nahm vollkommen andere Züge

an. Die Chemotherapie ist nun Teil des Dramas;

Genesung, Hoffnungen und Pläne folgen. Während

er auf sein Leben zurückblickt, seine künstlerischen

Errungenschaften und seine Freundschaften,

legt Ulay seine Philosophie an dieses,

sein bisher wichtigstes Projekt an - seine Heilung.

Ulay is the pseudonym of Frank Uwe Laysiepen,

known as a conceptual artist whose work with

Marina Abramovic achieved an iconic status.

Slovenian director Kozole, who has built a reputation

for his profound fiction films, planned to

make a documentary on the famous artist who

had moved from Amsterdam to Ljubljana. While

preparing for the film, Ulay was diagnosed with

cancer. The film project became something totally

different. Chemotherapy is now part of the

drama; recovery, doubts, plans follow. Looking

back on his life, his artistic exposures, friendships,

Ulay mirrors his philosophy in his, so far,

most important project - his healing process.

Ulay

Project Cancer

Der Film zeigt ein Jahr aus dem Leben von Ulay, einem ursprünglich aus Deutschland stammenden polyglotten

Pionier der Performance-, Konzept-, Körper- und Polaroidkunst. Eine kurz vor Drehbeginn diagnostizierte

Krebserkrankung macht aus dem geplanten Porträt über Ulay letztlich eine Dokumentation über eine „Lebewohl“-Reise.

Diese beginnt am 11.11.2011 in Ljubljana, wo sich Ulay einer Chemotherapie unterziehen muss.

Als sich sein Gesundheitszustand leicht verbessert, beschließt er, Freunde und Freundinnen in aller Welt zu besuchen.

Die erste Station ist Berlin, wo er bei einer Filmpremiere seiner ehemaligen Lebens- und Kunstgefährtin

Marina Abramović vorbeischaut. Danach geht es nach New York und schließlich nach Amsterdam, wo er

viele Jahre gelebt hat. Ulay hat gemeinsam mit Abramović in den 1970er und 1980er Jahren eine Reihe von

aufsehenerregenden Performances entwickelt, die sich vor allem auch mit physischen Grenzen beschäftigten.

Und wie damals geht es in diesem Film nicht unbedingt um die Darstellung seiner Person, sondern um die

Transformation, die ein Körper – in diesem Fall durch eine Krankheit – durchmacht. Regisseur Damjan Kozole:

„Für Ulay stellte der Überlebenskampf sein größtes Kunstprojekt dar“. Der Film handelt von moderner Kunst,

hat aber zugleich eine starke humanistische Dimension. Absolut sehenswert. Ulay und Damjan Kozole werden

zur Aufführung von Project Cancer bei der Vienna Art Fair 2014 anreisen und für ein Q&A zur Verfügung stehen.

The film shows one year in the life of Ulay, a polyglot pioneer of performance, concept, body and Polaroid

art, originally coming from Germany. As the artist was diagnosed with cancer just before the shooting

started, what was planned as a portrait about Ulay ultimately became a documentary about his

“farewell” journey. The journey starts on 11/11/2011 in Ljubljana, where Ulay has to undergo chemotherapy.

When his health slightly improves, he decides to visit his friends all over the world. His first stop is

in Berlin, where he attends a film premiere of his former partner in life and art, Marina Abramović. Next

he travels to New York and finally to Amsterdam, where he used to live for many years. In the 1970s and

1980s, Ulay developed a series of spectacular performances in collaboration with Abramović, which above

all were also dealing with physical boundaries. Similarly, the present film is not exactly a presentation

of his person, but of the transformation occurring in a body – in this case as a result of a disease. Director

Damjan Kozole: “For Ulay, the fight for survival is his biggest art project.” The film is about modern art,

but at the same time has a strong humanist dimension as well. Absolutely worth seeing. Ulay and Damjan

Kozole will attend the showing of Project Cancer at the Vienna Art Fair 2014 and will be available for Q&A.

Dokumentarfilm. Slowenien 2013

Sprache Slowenisch, Englisch,

Bosnisch mit engl. UT

Länge 91 min.

Format DCP

Farbe und Schwarz-Weiß

Stabliste

Regie Damjan Kozole

Drehbuch Tevž Logar

Kamera Matjaž Mrak

Schnitt Jurij Moškon

Musik Silence

Sound Design Julij Zornik

Produzent Danijel Hočevar

Produktion Vertigo Emotionfilm

Vertrieb/Kontakt Vertigo Emotionfilm

Biografie Damjan Kozole

Damjan Kozole wurde 1964 in Brežice in Slowenien

geboren und ist einer der renommiertesten slowenischen

Filmemacher. Schon mit 22 Jahren feierte

er sein Debüt mit The Fatal Telephone, einem der

ersten Independent-Filme in Ex-Jugoslawien. 2003

wurde sein Film Spare Parts für den Goldenen Bären

in Berlin nominiert. Laut Sight & Sound zählt dieser

Film zu den zehn wichtigsten Filmen des Neuen

Europas. 2005 ehrte ihn das American Film Institute

mit einer Retrospektive in den USA und Kanada.

2009 hat er mit dem Film Slovenian Girl den Grand

Prix und Best Director Award in Girona (Spanien)

gewonnen.

Filmografie Damjan Kozole (Auswahl)

2013 Ulay

2012 Long Vacation

2009 Slovenian Girl

2008 Forever

2005 Labour Equals Freedom

2003 Spare Parts

2000 Porn Film

1987 The Fatal Telephone

84 Dokumentarfilm-Wettbewerb

Grußwort Christof Papousek 85


Dokumentarfilm-Wettbewerb 87

Rada Šešić

Was bedeutete es, im Kommunismus ein Rebell

oder gar Revoluzzer zu sein? Der slowakische Regisseur

Kerekes, bekannt für seine großartige Cooking

History, kehrt zurück mit einem schlauen, erhellenden

und unterhaltenden Film, der ernste menschliche

Geschichten erzählt. Drei Menschen, die in ihrer

Jugend Widerstand gegen das Regime geleistet

hatten, zeigen nun die Methoden, mit denen sie es

unterminiert haben, sie erzählen nach, wie sie in

ihren antikommunistischen Aktionen Sprengstoff

eingesetzt haben. Ihre sorgfältig geplanten politischen

Aktionen, spielerisch inszeniert von Kerekes,

werden mit einer guten Portion Sympathie und

Charme gezeigt. Der Film verbindet auf aufregende

Weise fiktive und dokumentarische Elemente.

What did it mean to be a rebel or even a revolutionary

under communism? Slovakian director Kerekes,

known for his amazing Cooking History, returns

with an equally witty, lucid and entertaining film

that depicts serious human stories. Three people

who in their youth opposed the rigorous regime

are now revealing their methods of undermining

it, elaborating and reenacting their colourful ways

of using explosives in anti-communist actions.

Their well planned political acts, playfully directed

by witty and resourceful Kerekes, are shown with

sympathy and charm. The film uses elements of

fiction and doc-umentary in an exciting manner.

VELVET TERRORISTS

Zamatoví teroristi

Wie leben als Terroristen verfolgte Dissidenten eigentlich privat? Was wurde aus den Widerstandskämpfern

der kommunistischen Tschechoslowakei nach dem Zerfall der Sowjetunion? Fragen wie diesen spürt

der im Regie-Kollektiv entstandene Dokumentarfilm Velvet Terrorists in Form von Porträts dreier Männer

nach, die in Attentate auf den totalitären Einparteienstaat oder dessen Symbole nach 1968 verwickelt waren.

So erwischte man etwa Stano bei dem Versuch, ein Sprengstoffpaket unter der Tribüne eines Maiaufmarschs

zu platzieren – nur seine Trunkenheit verhinderte das Gelingen des Anschlags. Nach einigen Jahren

im Gefängnis arbeitet er heute am Bau. In seiner Freizeit geht er fischen. Oder sucht sein Glück in der Liebe.

Jene Ironie, die nicht bereits in den Lebensläufen der Männer selbst liegt, fügt ihnen die einfallsreiche Inszenierung

hinzu. In Reenactments dürfen die (Anti-)Helden ihre geheimen Operationen nachspielen, die

einst vereitelt wurden. Dabei kommen ihre romantischen Freiheitsideale genauso zum Ausdruck wie ihre

Agentenfantasien und ihre Gewaltbereitschaft. Trotz satirischem Unterton nimmt Velvet Terrorists seine Protagonisten

aber ernst. Im Mittelpunkt stehen deren Probleme und Hoffnungen – im Hinblick auf das politische

Zusammenleben im Großen genauso wie in ihren zwischenmenschlichen Beziehungen im Kleinen.

What kind of private life do dissidents pursued as terrorists live? What ever became of the resistance fighters of

communist Czechoslovakia after the breakdown of the Soviet Union? The documentary Velvet Terrorists created

by a group of directors investigates these and similar questions by portraying three men who were involved

in attempts to disrupt the totalitarian single-party state or its symbols after 1968. Stano, for instance, was

caught attempting to place a bag full of explosives under the grandstand of a May Day demonstration – only

his drunkenness prevented the success of the plot. Today, after some years in prison, he is a construction worker.

In his leisure-time, he goes fishing. Or is on the lookout for love. The imaginative mise-en-scène adds a further

amount of irony to the men's already bizarre lives. The (anti-)heroes are given the opportunity to re-enact their

secret operations that had previously failed. In doing so, they express their romantic ideals of freedom as well

as their secret agent fantasies and their readiness to use violence. However, despite the satirical undercurrent,

Velvet Terrorists takes its protagonists quite seriously. The focus is on their problems and hopes – both in terms of

political cohabitation in a wider context and with respect to their interpersonal relationships on the small scale.

Dokumentarfilm. Slowakei / Tschechien / Kroatien 2013

Sprache Slowakisch, Tschechisch mit engl. UT

Länge 87 min.

Format DCP

Farbe

Regie und Drehbuch Pavol Pekarčík, Ivan Ostrochovský,

Peter Kerekes

Kamera Martin Kollár

Schnitt Marek Šulík, Zuzana Cséplő

Sound Tobiáš Potočný, Peter Lenděl

Musik Marián Čurko

Produzenten Peter Kerekes, Filip Remunda, Vít Klusák,

Siniša Juričić, Ivan Ostrochovský, Pavol Pekarčík

Produktion Tschechisches Fernsehen,

Slowakischer Rundfunk, Hypermarket Film,

Nukleus Film, sentimentalfilm, partizanfilm

Vertrieb/Kontakt Deckert Distribution

Biografie Pavol Pekarčík, Ivan Ostrochovský, Peter Kerekes

Die drei gebürtigen Slowaken Pavol Pekarčík (*1972, Georgenberg),

Ivan Ostrochovský (*1972, Sillein), Peter Kerekes

(*1973, Kaschau) sind nicht nur fast gleich alt, sondern haben

auch ziemlich zeitgleich ihr Studium an der Hochschule für

Musische Künste Bratislava absolviert. Bevor das Trio mit Velvet

Terrorists ihr erstes Projekt im Kollektiv realisierte, arbeiteten

Pavol Pekarčík und Ivan Ostrochovský bereits wiederholt

gemeinsam an (Kurz-)Filmen, wie etwa Karakorum (2005)

oder Uli Blaho (2008). Zur selben Zeit verfolgte Peter Kerekes

eigene Projekte, wie die Gründung eines Ateliers für Fiktionsund

Dokumentarfilm (gemeinsam mit Dušan Hanák) oder

die Umsetzung des Dokumentarfilms Cooking History (2009),

welcher unter anderem mit dem kanadischen Hot Docs-Preis

und dem Leipziger FIPRESCI-Preis prämiert wurde.

Filmografie Pavol Pekarčík

2008 Uli Blaho

2005 Karakorum

Filmografie Ivan Ostrochovský

2010 Ilja

2000 Pietro Pascalo

2008 Uli Blaho

2005 Karakorum

Filmografie Peter Kerekes

2009 Cooking History

2004 Über die Grenze – Fünf Ansichten von Nachbarn

2003 66 seasons

2003 The Legends and Morytates of Ladomirova

86 Dokumentarfilm-Wettbewerb

Grußwort Christof Papousek 87


Kurzfilmwettbewerb

Short Film Competition

Über den Begriff der „Freiheit“ wird neuerdings viel diskutiert. Wer ist frei, wer ist es

nicht, und wie fühlt sich diese Freiheit denn eigentlich an? Welche Freiheit ist echt,

welche nur ein größeres, schöneres Gefängnis? Die Freiheit des einen mag die Gefangenschaft

des anderen bedeuten, und der Freie in den Augen des Gefangenen nur

einer Illusion von Freiheit erlegen, der er sich noch dazu freiwillig ergibt. Der Einäugige

ist der Blinden König, sagt man. Doch wenn die Blinden sich erheben, können sie

sich der Dunkelheit überhaupt entledigen und sich von ihren Fesseln befreien, ohne

dass der Einäugige ihnen den Weg weisen, ihnen seine Sicht aufoktroyieren muss?

Unsere Freiheit ist also stets von anderen abhängig. Und das ist im Angesicht der

weltweiten Konflikte heutzutage klarer denn je. Es stehen sich Weltanschauungen

gegenüber, Größenwahn ist zur Tagesordnung geworden und der Leviathan hält seine

hässliche Fratze täglich in die Handykameras. Und all diese gegenläufigen „Freiheiten“

hinterlassen den Beigeschmack einer alten Weltordnung, der die Menschen nicht

mehr vertrauen, der sie nur gehorchen, weil sie um ihr ohnehin schon kurzes Leben

fürchten. Eine Weltordnung, die mit dem Kalten Krieg und den Wirtschaftskrisen mit

dem Anfang ihres Endes konfrontiert war, ohne dass bis heute das Ende in Sicht ist.

Im diesjährigen Kurzfilmwettbewerb des LET’S CEE Film Festivals spiegelt sich höchst

interessant, oftmals klug und überraschend, die Auseinandersetzung mit dieser für

unsere Zeit so relevanten Frage wider. Wie schmeckt unsere Freiheit, wie fühlt sie

ich an? Wir standen vor einer schwierigen Entscheidung, denn das Niveau der Einreichungen

war erstaunlich hoch und der Bezug zum Thema, ob subtil oder eindeutig,

oftmals sehr fein herausgearbeitet, mit Lokalkolorit und den universellen, kulturellen

Attributen versehen, die gute Filme ausmachen. Ob es nun Beiträge sind

wie der ukrainische Streifen Ukrainian Lessons, der beklemmende, polnische Sci-Fi-

Film Albert oder die selbstreflexive und humorvolle serbische Produktion Ukronija.

Bei der Sichtung der vielen Einreichungen wurde uns wieder einmal klar, wie unterschiedlich

wir alle den Begriff „Freiheit“ und seine Beschaffenheit definieren, wie

subjektiv diese Freiheit eigentlich ist und wie fragwürdig das menschliche Bestreben,

diese unsere Freiheit jemand anderem aufzuzwingen. Nichtsdestotrotz verbinden

alle Kulturen und Völker „Freiheit“ mit gewissen humanistischen Prinzipien

wie Selbstbestimmung, Mobilität, Meinungsäußerung, körperliche und psychische

Unversehrtheit, und der Ausübung „freiheitlicher“ Rechte, die ein jeder Mensch haben

sollte. Schließlich ist der Humanismus das Grundprinzip, auf das wir uns als

gemeinsamen Nenner interkulturell einigen können, wenn es um „Freiheit“ geht.

Arash und Arman T. Riahi

Kuratoren für den Kurzfilm-Wettbewerb

Curators of the short film competition

The term „freedom” has become a topic of discussion again in recent times. Who is

free and who is not, and how does this freedom actually feel? Which freedom is real

and which is just a larger, prettier prison? The freedom of some might mean the

lack of freedom for others, and those who are free might just be fooled by the illusion

of freedom in the eyes of the unfree - an illusion to which they surrender gladly

of their own free will. In the land of the blind, the one-eyed man is king, so they say.

But when the blind rise up, can they conquer the darkness and break their chains, without

the one-eyed man having to show them the way, to impose his view on them?

Thus, our freedom always depend on others. That is all the more obvious, regarding

the ongoing conflicts around the world. Ideologies clash, megalomania has become

commonplace, and the Leviathan reels its ugly head directly into the cameras of our

smartphones every day. And all this opposing „freedoms” leave the bitter taste of an

old world order that people no longer trust, one they only follow because they fear

for their already fragile and short lives. A world order that already faced its end with

the Cold War and economical crises, but that end remains out of sight until today.

This year’s LET’S CEE Film Festival’s Short Film Competition will reflect the highly

interesting, often clever and surprising ways in which this matter, which is all the

more relevant nowadays, is dealt with. What does our freedom taste like, how

does it feel? We were once more faced with tough decisions, being that the quality

of all the submissions was surprisingly good and that the relevance to the topic

was often carved out very intricately, adorned with local colours as well as universal

cultural attributes, which are all essential to making good films. This applies to all

the entries, from the Ukrainian film Ukrainian Lessons to the haunting Polish science

fiction film Albert, or the self-reflecting and funny Serbian production Ukronija.

While we were reviewing the submissions, it once more became clear to us how differently

we all define the term „freedom” and its configuration, how much this freedom

actually depends on the respective point of view, and just how questionable the human

ambition to force one’s own interpretation of freedom upon others really is. Nonetheless,

all cultures and peoples relate the term „freedom” to certain humanist principles such

as self-determination, mobility, freedom of speech, physical and physical integrity, and

being able to exercise the „liberal” rights every human veing is entitled to. After all, it is

that humanism that we all can agree upon as a guiding principle to defining „freedom”.

FOTO: Jörg burger

Kurzfilm-Wettbewerb 89


Block 1 Block 1 Block 1 Block 1 Block 1 Block 1

The Chicken

Albert

Ucronia (Ukronija)

Ukrainian Lessons

Kosherland

Invisible Spaces (Ukhilavi sivrtseebi)

GER/CRO 2014 | 15 min.

Sprache/Language: Bosnisch mit engl. UT/ Bosnian w. Engl. ST

Regie/Director: Una Gunjak

POL 2014 | 24 min.

Sprache/Language: Polnisch mit engl. UT/ Polish w. Engl. ST

Regie/Director: Daniel Wawrzyniak

SRB 2014 | 29 min.

Sprache/Language: Serbisch mit engl. UT/ Serbian w. Engl. ST

Regie/Director: Marko Backović

UKR 2013 | 29 min.

Sprache/Language: Ukrainisch mit engl. UT/ Ukrainian w. Engl. ST

Regie/Director: Ruslan Batytskyi

GER/LAT 2013 | 16 min.

Sprache/Language: Russisch mit engl. UT/ Russian w. Engl. ST

Regie/Director: Pyotr Magnus Nedov

GEO/USA 2014 | 10 min.

Sprache/Language: Georgisch mit engl. UT/ Georgian w. Engl. ST

Regie/Director: Dea Kulumbegashvili

Die sechsjährige Selma freut sich, dass ihr Vater sie nicht vergessen

hat, obwohl er gerade an der Front kämpft. Ein Kamerad bringt der

Familie zu Selmas Geburtstag nämlich ein Geschenk: ein lebendes

Huhn. Als Selma begreift, dass die Familie das Huhn köpfen und verspeisen

möchte, versucht sie, es zu retten. Was wie eine Geschichte

über die Schönheit und rettende Kraft kindlicher Naivität beginnt, entpuppt

sich als fesselnde Alltagsbeobachtung einer Familie, die unter

den Schrecken des Krieges lebt. Man erwartet sich die Rettung des

Tieres, doch das Resultat ernüchtert. An einem Ort, an dem es keine

Kindheit gibt, werden auch keine Tiere gerettet. Wo der pure Überlebenstrieb

herrscht, ist kein Platz für die versöhnende Kraft der Natur.

Albert arbeitet und lebt offenbar sogar in einer düsteren Manufaktur, in

der zahlreiche Arbeiter mit einem nicht näher beschriebenen Produkt

hantieren. Dessen Textur erinnert an Filmmaterial, doch was es tatsächlich

ist, wird nicht verraten. Und ob es hier hergestellt oder zerstört wird,

bleibt ebenso ein Geheimnis wie der Ort und die Zeit der Handlung. In

Alberts Welt, die eine ohne Botanik und Sonnenstrahlen, ja ohne Leben

zu sein scheint, dominieren graue Farben. Die Fabrik selbst steht

unter ständiger Videoüberwachung. Aus den vielen Lautsprechern

ertönt immer wieder eine Stimme, die den Arbeitern Instruktionen erteilt.

Klar komponierte Cinemascope-Bilder erzählen von der Sehnsucht

nach Leben in einer von Leblosigkeit dominierten Industriegesellschaft.

Irgendwo in Serbien: Zwei perspektivenlose junge Männer treffen

sich auf einer Parkbank. Bier, frauenfeindliche Kommentare, Gespräche

über Guy-Ritchie-Filme. Ein harmloses Witzchen resultiert in einem

Kopfschuss, und ein konstruierter Gewaltreigen voller Absurditäten

jenseits jeglicher Logik nimmt seinen Lauf. Die Uchronie ist eine

literarische Gattung, die sich der Frage des „was wäre wenn“ widmet.

Das Ende des Films kommt auf seinen Anfang zurück, der neu erzählt

wird. Der Streit eskalliert nicht, ja er entsteht gar nicht erst. Die Frage,

wie die vorhin erzählten Gewalt-Episoden nun verlaufen wären,

wird nicht beantwortet. Eine schwarze Komödie über die Möglichkeit

der Deeskalation, vollgepackt mit skurrilen Gangster-Karikaturen.

Eine ukrainische Kleinstadt, die ihre besten Tage schon hinter sich hat.

Die meisten Bewohner leben von der örtlichen Mine, in der die Männer

tagtäglich in der Dunkelheit schuften. Sie wirken emotionslos

und erstarrt, wie ihre Umgebung. Als eine neue Lehrerin auftaucht,

löst das freilich eine gewaltige Dynamik aus. Ein junger Mann verliebt

sich in sie, doch das neue Glück ist nur von kurzer Dauer, weil die

neue Bewohnerin von Minenarbeitern verschleppt wird. Denn wo die

Emotion stillsteht, löst Liebe animalische Aggression aus. Der durch

das Fehlen jeglicher Zukunftsperspektiven aufgestaute Hass entlädt

sich visuell einprägsam. Schönheit und Kultur fallen der blinden Zerstörungswut

zombiegleicher Männer in Gewaltexzessen zum Opfer.

„Je mehr man sieht, desto trübseliger wird man. Weil man dann versteht,

wie wenig man in Wahrheit ändern kann.“ Diese Aussage kommt

im Kurzfilm Kosherland ausgerechnet von einem Polizisten mit hellseherischen

Fähigkeiten. Am hellichten Tag trinkt er mit dem Verbrecher

Jarik Wodka, während zwei von dessen Freunden beim jüdischen Greisler

nebenan Schutzgeld eintreiben. Dass auch der Polizeikamerad vom

Unheil im Laden lange nichts mitbekommt, da er sich gerade am Klo

erleichtert, macht Pyotr Magnus Nedovs Blick auf staatliche Sicherheitsautoritäten

nicht weniger zynisch. Das Kosherland befindet sich hier in

der lettischen Provinz, doch der finale Gewaltreigen skizziert ein Bild

staatlicher Ignoranz, das wohl vielerorts seine traurige Gültigkeit hat.

Der Wecker läutet, eine Frau steht auf. Sie zieht sich an. Im Hintergrund

hängt ein großes Kreuz. Sie serviert das Frühstück und bittet ihren Mann

zu Tisch. Der ist Priester und in seine Bibel vertieft. Vor dem Frühstück

wird gebetet. Die herumzappelnde kleine Tochter der beiden macht

auch mit. Die Dominanz des Vaters ist omnipräsent. Der Wunsch der

Frau, einen Buchhaltungskurs zu machen, um auch etwas dazuzuverdienen,

erzeugt nicht einmal einen lauten Konflikt, sondern verebbt, als

ob er gar nicht ausgesprochen wurde. Unprätentiös und leise erzählt

Regisseurin Dea Kulumbegashvili von Kleinfamilienhierarchien unter

einem religiösen Patriarchat. Die titelgebenden unsichtbaren Räume

sind die der Emotionen der Frau, die hier gelähmt sind und stillstehen.

Six-year-old Selma is happy that her father has not forgotten her despite

the fact that he is fighting in the war. One of his comrades brings the

family a present for Selma’s birthday: a living chicken. When Selma understands

that her family wants to decapitate and eat the chicken, she

tries to save it. What starts out as a story about the beauty and saving

grace of a child’s naivety, becomes a compelling study of the life of a

family surviving the horrors of war. The audience expects the animal to

be saved, but the final result is shattering. In a place where there is no

room for childhood, no animals are spared either. Where the urge to survive

reigns supreme, the reconciling power of nature remains unheeded.

Albert works and even seems to live in a dark factory, where a large number

of workers seem to be handling an undisclosed product. That product’s texture

resembles film material, but we never learn what it actually is. Whether

the product is in fact being manufactured or destroyed at the factory also remains

a mystery, as well as the location and time of the action. Albert’s world,

which seems to be one without plants, sunshine, even without actual life, is

dominated by shades of grey. The factory itself is under constant video surveillance.

A voice giving instructions emanates from the many loudspeakers

spread throughout the factory. Clearly composed cinemascope images tell

the story of a longing for life in an industrial society dominated by lifelessness.

Somewhere in Serbia: Two young men without perspectives meet

on a park bench. Beer, chauvinistic jokes, conversations about Guy

Ritchie movies. An innocent jokes results in a head shot, and a constructed

violent frenzy filled with absurdities far from logic. Ucronia is a

genre of fiction that deals with alternative reality and „what if”-scenarios.

The end of the film loops back to its beginning, which is told

anew. The quarrel does not run out of hand, it does not even happen.

The question of how the previously shown violent episodes

will play out now remains unanswered. A black comedy about the

possibilities of de-escalation, filled with bizarre caricature gangsters.

A Ukrainian town, its glory days long gone. Most inhabitants live

off the local mine where the men work away their days in darkness.

They seem unemotional and rigid, just like their surroundings. But

when an attractive new teacher arrives, a tremendously dynamic

series of events is triggered. A young man falls in love with

her, but their happiness is not meant to last, as she is abducted

by the miners. Where emotion stands still, love triggers animalistic

aggressions. The hatred, accumulated in years without a

perspective, explodes in striking pictures. Beauty and culture fall

victim to the blind rage of zombie-like men in excesses of violence.

“The more you see, the unhappier you become. Because you start understanding,

just how little you can actually change.” This statement from Kosherland

comes from a policeman who, of all people, has psychic powers. He

drinks vodka with the criminal Jarik in broad daylight, while his two accomplices

extort protection money from the Jewish shop owner next door. The

fact that the other policemen notices nothing as well because he is having

a prolonged session on the toilet makes Pyotr Magnus Nedov’s portrait of

security authorities no less cynical. This Kosherland is located in the Latvian

countryside. Its final frenzy of violence draws a picture of the sheer ignorance

of the authorities; one that is all too accurate in many places of the world.

The alarm rings, a woman rises from sleep. She dresses. A large cross

is hanging on the wall in the background. She serves breakfast and

calls her husband to the table. He is a priest, absorbed in the Bible. A

prayer before breakfast. The couple’s fidgety and restless little daughter

joins in. The father’s presence is dominant. The woman’s wish to visit a

bookkeeping course so she can earn a little extra money does not even

cause a conflict, it just ebbs away quietly, as if never uttered. Director

Dea Kulumbegashvili tells an unpretentious and quiet story about domestic

hierarchies in a religious patrimony. The namesake invisible spaces

are the woman’s emotions, which are paralysed and in a standstill.

90 Kurzfilm-Wettbewerb

Kurzfilm-Wettbewerb 91


Block 2 Block 2 Block 2 Block 2 Block 2 Block 2 Block 2

Soft Rain (Lágy eső) The Heat (Żar) Pandas (Pandy) The Execution (A kivégzés)

Maria’s Episode (Marijina epizoda) February 8 Months (8 Ay)

HUN/BEL 2013 | 29 min.

Sprache/Language: Ungarisch m. engl. UT/

Hungarian w. Engl. ST

Regie/Director: Dénes Nagy

POL 2013 | 24 min.

Sprache/Language: Polnisch mit engl. UT/

Polish w. Engl. ST

Regie/Director: Bartosz Kruhlik

SVK/CZE 2013 | 11 min.

Regie/Director: Matúš Vizár

HUN/ROU 2014 | 14 min.

Sprache/Language: Rumänisch mit engl. UT/

Romanian w. Engl. ST

Regie/Director: Petra Szőcs

SRB/CAN 2014 | 25 min.

Sprache/Language: Serbisch mit engl. UT/Serbian w. Engl. ST

Regie/Director: Sanja Živković

Maria kehrt nach Jahren im kanadischen Exil nach Serbien zurück.

Sie besucht ihre Großmutter, die ein einsames Leben in einem Pflegeheim

führt. Deren geräumige Altbauwohnung, voller Spuren der

Vergangenheit, ist leblos und verstaubt. Doch Marias Freude auf das

Wiedersehen wird getrübt: Die Großmutter erkennt in ihr lediglich

Manuela, eine fiktive Figur aus ihrer liebsten spanischen Seifenoper.

Die meisten Anzeichen von Erinnerung der Großmutter erweisen

sich als eine Gefühlsverwirrung zwischen Realität und Fernsehfiktion.

Als Maria sie wieder in ihre Wohnung führt, scheint es ihrer Erinnerung

kurzfristig besser zu gehen. Doch wenn die Vergangenheit pathologisch

erlischt, bleibt nur noch die Schaffung neuer Realitäten.

Maria returns to Serbia after years of living in Canada. She visits her

grandmother, who is living a lonely life in a care home. Her large apartment

in an old building is uninhabited, the traces of the past covered

in dust. But Maria’s initial joy is severely disappointed: Her grandmother

does not recognise her, but takes her for Manuela, a fictional character

from her favourite Spanish telenovela. Most hints of remembrance

prove to result from the grandmother’s confusion of phantasy

and reality. When Maria takes her back to her apartment, her memory

seems to improve for a short time. But when the past dwindles in

sickness, the only thing that remains is the creation of new realities.

RUS 2014 | 26 min.

Sprache/Language: Russisch mit engl. UT/ Russian w. Engl. ST

Regie/Director: Ruslan Magomadov

Tschetschenien, Februar 1944. Ein Wolf tötet ein Schaf zweier mittelloser

Brüder, die sich daraufhin auf die Jagd nach dem Tier machen. Sie

laufen, springen und pirschen durch die einsame Schneelandschaft.

Klirrende Kälte, Gefahr und Mühsal überall. Hier in der winterlichen Natur

lebt man nicht, man überlebt. Manchmal auch nur zufällig: Durch

die lange und erfolglose Jagd nach dem Wolf entgehen die Hirten zeitgleich

der verlustreichen Deportation ihres gesamten Dorfes durch die

UdSSR-Staatsgewalt. Wieder folgen sie Spuren, doch statt Wolfspfoten

im Schnee handelt es sich nun um Fußabdrücke und Blut. Das menschenfeindliche

Gebirge und die Gefahren der Natur erhalten plötzlich

eine neue Konnotation: Unmenschlich ist nur der Mensch selbst.

Chechnya, February 1944. A Wolf kills one of the sheep owned by two poor

brothers who then start hunting the animal. They run, jump and sneak through

the lonely snow-covered countryside. Biting cold, danger and toil everywhere.

People do not live in this winterly realm, they survive; sometimes by

mere chance: While they are away hunting the wolf, the two brothers evade

the deportation of their entire village by Soviet authorities, accompanied by

many casualties. Again, they follow a trail - only instead of a wolf’s trail, they

now follow one of footsteps and blood. The hostile mountains and dangerous

nature, which seem to hold no love for men, suddenly appear in a different

light: It is man himself who holds the least love for his fellow human beings.

TUR/FRA 2013 | 20 min.

Sprache/Language: Türkisch mit engl. UT/ Turkisch w. Engl. ST

Regie/Director: Hüseyin Aydın Gürsoy

Der Pensionist Halit führt zusammen mit seiner Tochter ein ruhiges Leben

in einem Bergdorf in der Türkei. Jeden Donnerstag um Punkt 17

Uhr ruft sein Sohn Mustafa an, der als Soldat an einer nicht näher beschriebenen

Front noch acht Monate lang seinen Militärdienst ableisten

muss. Die Stimme des Sohnes gibt Halit immer wieder neue Energie.

Die Kamera löst sich selten vom Protagonisten, der zwischen Stammcafé,

seinem Hof und seinen Feldern pendelt. Und jedes Mal, wenn er

einen Kalenderzettel abreisst, die Tage und Stunden bis zum lang ersehnten

wöchentlichen Anruf zählt. Die Inszenierung fingiert in ihren

ruhigen Cinemascope-Bildern eine falsche Romantik der Entschleunigung.

Eine berührende Erzählung über Krieg, fernab von jeglicher Front.

Retired worker Halit lives a quiet life with his daughter in a mountain

village in Turkey. His son Mustafa, serving another eight months as a

soldier on a front that is not described in detail, calls every Thursday at

5 p.m. sharp. Hearing his son’s voice gives Halit new vigour each time.

The camera rarely leaves the protagonist’s side while he walks from

his favourite cafe to his house and back to his fields; and each time he

rips off another leaf of the calendar, counting the days and hours until

the weekly phone call. The camerawork with its calm cinemascope

imagery feigns a false romanticism of deceleration. A touching

story about the effects of war, far away from the actual front lines.

Nach dem Tod seiner Mutter hat der Jugendliche Dani

viele Jahre im Waisenhaus verbracht. Nun arbeitet er für

einen Schweinezüchter, der ihn adoptiert hat. Dani ist in

seine ihm weitgehend unbekannte Klassenkameradin

Zsófi verliebt. Dass er sich von ihr angezogen fühlt, kann

er kaum verbergen; doch zu viel mehr als sie stillschweigend

zu beobachten, ist er nicht fähig. Seine Liebe

kann er ihr jedenfalls nicht zeigen. Dabei ist er kein angry

young man, wie ihn das gesellschaftskritische Kino

Osteuropas gerne häufig portraitiert. Vielmehr steht

seine Figur für die Tragik eines Pubertierenden, dessen

Umgebung ihm bislang nicht mit empathischen Fähigkeiten

ausstatten konnte. Seine Gefühle sind gelähmt

und entladen sich in Selbst- und Fremdzerstörung.

Young Dani spent many years in an orphanage after his

mother’s death. Now he works for a pig farmer who adopted

him. Dani is in love with his classmate Zsófi, whom

he scarcely knows at all. He can hardly hide that he is

attracted to her; but he is not capable of doing much

more than just observe her silently. He cannot show her

his love, that much is certain. However, he is not one of

those angry young men which the socio-critical Eastern

European cinema seems to have a preference for.

His character rather stands for the tragedy of a pubertal

youngster. His feelings are paralysed and break through

in acts of destruction of oneself as well as others.

Der Jugendliche Michael fährt mit dem Zug zum ersten

Treffen mit einer neuen Freundin. Ein SMS-Flirt während

der Reise zeugt von großer Sehnsucht. Eine schüchterne

Begrüßung, ein wortloser Spaziergang durch ein einsames

Städchen, gemeinsames Eisessen, Händchenhalten

und der erste Kuss am See. Diese unbeschwerte Atmosphäre

wird schlagartig von einem Unbekannten zerstört,

der Michael obsessiv verfolgt und nicht mehr von ihm ablässt.

Was in der Stille der Sommerhitze wie ein halbstarker

Scherz beginnt, endet in einer psychisch aufreibenden

Gewaltentladung. The Heat reiht sich ein in die Kurzfilmtradition

der pessimistischen Coming-Of-Age-Geschichten,

die 2008 Two Birds etabliert hat. Und handelt

vom Ende der Kindheit, vom Tod des Teen Spirits.

Young adolescent Michael takes the train to his first

date with a new girlfriend. Their flirting via SMS indicates

great longing. A timid hello, a silent walk through a

lonely town, a shared ice cream, holding hands and the

first kiss by the lake. This unburdened atmosphere is

suddenly disturbed by a stranger who follows Michael

like a man obsessed. What first seems like an adolescent

joke in the summer heat, ends in a psychologically

gruelling breakout of violence. The Heat takes its

place in the short film tradition of pessimistic comingof-age

stories established in 2008 by Two Birds. A story

about the end of childhood, the death of the teen spirit.

Das evolutionäre Überleben liegt weder in der Macht

der stärkeren noch der intelligenteren Spezies. Vielmehr

bleiben die Lebewesen dem Planeten erhalten, die sich

am schnellsten Umweltveränderungen anpassen. Ausgehend

von Darwins Theorie und anhand der evolutionsbiologischen

Entwicklung des Pandabären, kreiert

Matúš Vizár eine komplex animierte zivilisationskritische

Abrechnung damit, wie der Mensch mit der Natur umgeht.

Die Animationen erinnern stark an Bildungsvideos

aus dem Schulunterricht und andere kindlich-edukative

Zeichentrickfilme. Von der Entstehung des Tiers über

die Domestizierung in an Gefängnisse erinnernde Zoos

bis hin zu einer möglichen Zukunftsvision entwirft Vizàr

ein Bild unseres perversen Natur(miss)verständnisses.

Survival is neither the privilege of the strongest nor

the more intelligent species. Rather, those lifeforms

that adapt to changed environmental conditions

most quickly remain on the planet. Based on Darwin’s

theory of evolution and the biological evolution of the

Panda bear, Matúš Vizár creates a complexly animated

illustration of how humans trat nature. The animations

resemble educational videos shown at school and

other educational children’s films. From the animal’s

origins, its domestication in zoos reminiscent of prisons,

up to a vision of a possible future, Vizár creates an

image of our perverted (mis)understanding of nature.

Ein Mädchen spricht über die Hinrichtung eines Ehepaars.

Ihr Tonfall erinnert dabei an die Schilderung

eines Alltagserlebnisses. „Ceaușescu spielen“ – das ist

das, was unter Kindern in der Stadt Cluj im Jahr 1990

gerade angesagt ist. Am Schulhof stellen drei von ihnen

die Hinrichtung des Diktators und seiner Frau nach. Im

sinnfreien Spiel liegt ein heilendes Potential. In ihm wird

die Welt wahrgenommen, remodelliert, interpretiert,

hinterfragt und womöglich auch begriffen. Womit es

auch Basis für die Entwicklung von Persönlichkeitsmerkmalen

ist. Die Umwandlung einer Hinrichtung in

ein Spiel spricht für eine potentielle Verarbeitung von

Traumata. Doch ein Jahr nach Ceausescus Sturz ist nicht

die Zeit für Heilung – am Ende bleibt nur noch Gewalt.

A girl talks about the execution of a married couple.

Her tone remains casual. „Playing Ceaușescu” is common

among the children of Cluj in 1990. Three of them

enact the execution of him and his wife in the school

yard. This child’s play holds a healing potential. It has

the power to perceive, remodel, interpret, question

and maybe even understand the world, making it the

foundation for the development of character and personality.

The conversion of an execution into a game

indicates the potential processing of traumas. But only

one year after Ceaușescu's downfall is not the time

for healing - all that remains in the end is the violence.

92 Kurzfilm-Wettbewerb

Kurzfilm-Wettbewerb 93


Zusammenhänge

verstehen.

Atlas3 | 2014

Menschen, Länder, Städte

Eine Verlagsbeilage der

Republik Korea

대한민국

Bundesministerium für Inneres

GZ.: BMI-OA1211/0038-I/2013

Ausschreibung

auf Grund des Bundesgesetzes vom 25. Jänner 1989, BGBl. Nr. 85

I.

Die Funktion „Leitung der Abteilung I/7 (EU-Angelegenheiten) im Bundesministerium für Inneres“ ist mit

Wirksamkeit vom 1. Jänner 2014 neu zu besetzen und gelangt daher zur Ausschreibung im Sinne des Ausschreibungsgesetzes

1989, BGBl. Nr. 85/1989 in der geltenden Fassung.

Der Monatsbezug beträgt bei Beamtinnen oder Beamten in der Verwendungsgruppe A1, Funktionsgruppe 6

mindestens bru to € 3.003,60 und bei Vertragsbediensteten beträgt das Entgelt in der Entlohnungsgruppe v1

Bewertungsgruppe 4 monatlich mindestens bru to € 3.710,70. Der Bezug erhöht sich eventue l auf Basis der

gesetzlichen Vorschriften durch anrechenbare Vordienstzeiten sowie sonstige mit den Besonderheiten des

Arbeitsplatzes verbundene Entlohnungsbestandteile.

I.

Bewerberinnen oder Bewerber für diese Funktion haben folgende Erfordernisse zu erfü len:

a) die österreichische Staatsbürgerschaft,

b) die vo le Handlungsfähigkeit,

c) die persönliche und fachliche Eignung für die Erfü lung der Aufgaben, die mit der vorgesehenen Verwendung

verbunden sind,

d) abgeschlossenes Hochschulstudium, vorzugsweise Studium der Rechtswissenschaften.

Darüber hinau sind folgende Fähigkeiten und besonderen Kenntnisse erforderlich:

e) umfassende Kenntnisse und Erfahrungen auf den mit der ausgeschriebenen Leitungsfunktion verbundenen

Aufgabengebieten einschließlich der Rechtsvorschriften und Richtlinien;

f) profunde Kenntnisse der Organisation und Arbeitsweise des Bundesministeriums für Inneres und der

Sicherheitsverwaltung;

g) sehr gute Kenntnisse zumindest einer lebenden Fremdsprache, vorzugsweise Englisch;

h) sicheres Auftreten und besonderes Geschick in der Verhandlungsführung, einschließlich Verhandlungen

im internationalen Bereich, insbesondere auf EU-Ebene;

i) Eigeninitiative, Entscheidungsfreudigkeit sowie besonderes Koordinierungs- und Organisationsvermögen;

j) Beherrschung moderner Methoden des Verwaltungsmanagements und der Mitarbeiterführung.

Die unter Punkt e) bis j) angeführten, von den Bewerberinnen oder Bewerbern erwarteten Kenntnisse und

Fähigkeiten werden bei der Eignungsbeurteilung mit gleicher Gewichtung berücksichtigt.

II.

Der ausgeschriebenen Funktion kommen im Wesentlichen folgende Tätigkeiten und Aufgabenbereiche zu:

Leitung der Abteilung I/7 (EU-Angelegenheiten), welche folgende Aufgabenbereiche umfasst:

Koordinierung und zusammenfassende Behandlung sowie strategische Planung und Grundsatzpositionierung

a ler den Wirkungsbereich des Bundesministeriums für Inneres berührenden Angelegenheiten im Bereich

der Europäischen Union, ausgenommen die in den Wirkungsbereich der Abteilung I/4 fa lenden Angelegenheiten

der internationalen Strategie; Angelegenheiten der EU-Grundsatzpolitik und EU-Institutionen;

Dokumentation des Rechtsbestandes der Europäischen Union; Wahrnehmung von finanziellen Förderungsmöglichkeiten

aus EU-Programmen und Beratung der Fachabteilungen bei der Antragste lung für EU-Förderungsprojekte;

Büro des Bundesministeriums für Inneres an der Ständigen Vertretung Österreichs bei der

Europäischen Union (Außenste le Brüssel).

IV.

Bewerbungen um die ausgeschriebene Funktion sind samt Lebenslauf an „das Bundesministerium für

Inneres, zu Handen des Leiters der Sektion I, Herrengasse 7, 1014 Wien“ zu richten und gelten als fristgerecht,

wenn sie bis 18. November 2013 bei der oben angeführten Ste le eingelangt sind.

Gemäß § 6 Absatz 1 des Ausschreibungsgesetzes 1989 haben die Bewerberinnen oder Bewerber in ihrem Bewerbungsgesuch

die Gründe anzuführen, die sie für die Bekleidung der ausgeschriebenen Funktion als geeignet

erscheinen lassen.

Gemäß § 5 Absatz 2a des Ausschreibungsgesetzes 1989 wird darauf hingewiesen, dass Erfahrungen aus qualifizierten

Tätigkeiten oder Praktika in einem Tätigkeitsbereich außerhalb der Dienstste le, in deren Bereich

die Betrauung mit dem ausgeschriebenen Arbeitsplatz (Funktion) wirksam werden so l, erwünscht sind.

Gemäß § 5 Absatz 2b des Ausschreibungsgesetzes 1989 sowie § 7 Absatz 3 B-GBG wird darauf hingewiesen,

dass Bewerbungen von Frauen um die ausgeschriebene Funktion besonders erwünscht sind und bei der Entscheidung

über die Besetzung dieser Funktion besonders berücksichtigt werden.

Wien, am 2. Oktober 2013 454508

Für die Bundesministerin:

SC Dr. Einzinger

elektronisch gefertigt

Stellenausschreibungen

WIEN ENERGIE Bundesforste Biomasse Kraftwerk GmbH

Ausschreibung einer Geschäftsführungsfunktion

Gem. §§ 1 und 2 des Bundesgesetzes über Transparenz bei der Ste lenbesetzung im staatsnahen Unternehmensbereich

(Stellenbesetzungsgesetz) wird bekannt gegeben, dass bei der WIEN ENERGIE Bundesforste

Biomasse Kraftwerk GmbH die Besetzung einer Geschäftsführungsfunktion vorgesehen ist.

Die WIEN ENERGIE Bundesforste Biomasse Kraftwerk GmbH, eine Tochter der Wien Energie GmbH,

ist ein Unternehmen des Wiener Stadtwerke Konzerns und hat ihre Hauptgeschäftstätigkeit in der Betreibung

des größten Wald-Biomassekraftwerks Österreichs.

Vorausgesetzt werden eine entsprechende Vorbildung und eine mehrjährige einschlägige Berufserfahrung

in Leitungsfunktionen. Die bisherige Tätigkeit so l die Wahrnehmung von unternehmensstrategischen

Entscheidungen, idealerweise in einem kommunalen Umfeld, umfasst haben. Branchenkenntnisse

und die diesbezüglichen wirtschaftlichen und rechtlichen Zusammenhänge setzen wir voraus.

An persönlichen Eigenschaften sind uns wichtig:

Fähigkeit zur MitarbeiterInnenmotivation, Zukunftsorientierung, ergebnisorientierte Denk- und Handlungsweise,

Verantwortungsfreude und Verhandlungsgeschick.

Bewerbungen sind bi spätestens 13.11.2013 an die Generalversammlung der WIEN ENERGIE Bundesforste

Biomasse Kraftwerk GmbH, per Adresse Wiener Stadtwerke Holding AG, z.Hd. Frau Marie la

Fulir-Mü ler, BA, Thomas-Klestil-Platz 14, 1030 Wien, mit Vertraulichkeitshinweis zu richten.

Die Wiener Stadtwerke sind daran interessiert, den Anteil an Frauen in Leitungsfunktionen zu erhöhen.

Frauen sind daher besonders nachdrücklich zur Bewerbung eingeladen. 454459

Die Generalversammlung

www.hi l-international.com

Die Salzburger Verkehrsverbund GmbH ist ein hundertprozentiger Tochterbetrieb des Landes Salzburg; sie hat in den 18 Jahren

ihrer Existenz viel erreicht, hat aber auch in den kommenden Jahren viele Herausforderungen zu bewältigen. Auf Grundlage des

aktue len Ste lenbesetzungsgesetzes schreibt der Eigentümer die oberste Funktion aus:

Geschäftsführer/in – SVV

mit nachweisbarer Expertise in Verkehrsplanung, Rechtsfragen, Führung, Finanzierung

Mit derzeit 21 Mitarbeiter/innen nimmt das Unternehmen eine

Fü le von Aufgaben wahr, die zum Großteil in den §§ 17/18 des

ÖPNRV-G festgehalten sind. Im Zentrum steht die nachhaltige,

strategische wie operative Gestaltung des Personennah- und

Regionalverkehrs. Mit dieser geht u.a. die Ausschreibung,

Beste lung von Verkehrsdienstverträgen, Leistungsabrechnung,

Maximierung von Förderungen, Entwicklung neuester

elektronisch äußerst a traktiver Angebote, Leitung des knapp

gehaltenen Personenstabes, Verhandlungsführung auf/in verschiedensten

Ebenen/Gremien, u.v.a. einher.

Um die vielen Stakeholders bestens zufriedenzuste len, sind

die obgenannten Kompetenzen in sehr guter Qualität notwendig.

Zudem sollten Sie aus einer Organisation ähnlicher Größe

wie der SVV kommen. Als Grundqualifikation ist ein technisches

und/oder rechtsbezogenes Studium mit profunden

BWL-Kenntnissen erforderlich, zusätzlich sollten exzellente

Verhandlungsfähigkeiten vorhanden sein.

Da die Position zum einen durch das Zusammenwirken einzelner

Kooperationspartner/innen wie knapper Ressourcen

bestimmt ist, zum anderen aber die Kleinheit der Struktur viele

Projekt ermöglicht, werden Sie eine sehr interessante, sehr

fordernde Position antreten können. Diese wird – je nach Berufspraxis

– mit ca. EUR 5.000,– brutto/Monat an Fixum dotiert

sein und auch eine zusätzliche Prämie beinhalten können.

Laufen wird der DV über max. 5 Jahre mit Wiederbeste lungsmöglichkeit

bei entsprechender Leistungserbringung.

Senden Sie Ihre Bewerbung unter Wahrung der Bewerbungsfrist

bis zum 12.11.2013 an HILL International, Itzlinger

Hauptstraße 18/2, 5020 Salzburg, Tel: 0662/871656, E-Mail:

office@hi l-salzburg.at

Bundesministerium für Inneres

GZ.: BMI-OA1211/0039-I/2013

Ausschreibung

auf Grund des Bundesgesetzes vom 25. Jänner 1989, BGBl. Nr. 85

I.

Die Funktion „Leitung der Abteilung IV/4 (zentrale Dienste) im Bundesministerium für Inneres“ ist mit

Wirksamkeit vom 1. Jänner 2014 neu zu besetzen und gelangt daher zur Ausschreibung im Sinne des Ausschreibungsgesetzes

1989, BGBl. Nr. 85/1989 in der geltenden Fassung.

Der Monatsbezug beträgt bei Beamtinnen oder Beamten in der Verwendungsgruppe A 1, Funktionsgruppe 6

mindestens bru to € 3.003,60 und bei Vertragsbediensteten beträgt das Entgelt in der Entlohnungsgruppe v1

Bewertungsgruppe 4 monatlich mindestens bru to € 3.710,70. Der Bezug erhöht sich eventue l auf Basis der

gesetzlichen Vorschriften durch anrechenbare Vordienstzeiten sowie sonstige mit den Besonderheiten des

Arbeitsplatzes verbundene Entlohnungsbestandteile.

I.

Bewerberinnen oder Bewerber für diese Funktion haben folgende Erfordernisse zu erfü len:

a) die österreichische Staatsbürgerschaft,

b) die vo le Handlungsfähigkeit,

c) die persönliche und fachliche Eignung für die Erfü lung der Aufgaben, die mit der vorgesehenen Verwendung

verbunden sind,

d) das besondere Ernennungserfordernis für die Ernennung auf eine Planste le der Verwendungsgruppe A 1

des A lgemeinen Verwaltungsdienstes oder einer hinsichtlich der Ernennungserfordernisse gleichzuwertenden

Verwendungsgruppe einer anderen Besoldungsgruppe (Anlage 1 zum Beamten-Dienstrechtsgesetz

1979, BGBl. Nr. 333/1979),

Darüber hinau sind folgende Fähigkeiten und besonderen Kenntnisse erforderlich:

e) Umfassende Kenntnisse und Erfahrungen auf den mit der ausgeschriebenen Leitungsfunktion verbundenen

Aufgabengebieten einschließlich der Rechtsvorschriften und Richtlinien;

f) Eingehende Kenntnisse der Organisation des Bundesministeriums für Inneres und der Sicherheitsverwaltung

sowie des Wachkörpers Bundespolizei;

g) Sehr gute organisatorische Fähigkeiten, Verhandlungsgeschick, Eigeninitiative und Entscheidungsfreudigkeit;

h) Beherrschung moderner Methoden des Verwaltungsmanagements und der Mitarbeiterführung.

Die unter Punkt e) bis h) angeführten, von den Bewerberinnen oder Bewerbern erwarteten Kenntnisse und

Fähigkeiten werden bei der Eignungsbeurteilung mit gleicher Gewichtung berücksichtigt.

II.

Der ausgeschriebenen Funktion kommen im Wesentlichen folgende Tätigkeiten und Aufgabenbereiche zu:

Leitung der Abteilung IV/4, welche folgende Aufgabenbereiche umfasst:

„Verwaltung des beweglichen Vermögens der Zentra leitung; Amtsaussta tung und Amtsausrüstung (sofern

nicht die Zuständigkeit der Abteilung IV/1 berührt wird); Kantinenwesen; Abfa lbewirtschaftung; zentrale

Inventarisierungs-, Ausrüstungs- und Materialverwaltungsevidenz; Hausverwaltungsangelegenheiten; Fuhrpark

der Zentra leitung; Bescha fungsvorgänge und Abschluss von Verträgen in diesen Angelegenheiten im

Rahmen der von der Abteilung IV/5 erste lten Richtlinien; Wirtschaftsste le des Bundesministeriums für

Inneres; Angelegenheiten der Lagerhaltung; Druckereicluster; Angelegenheiten der Amtskassa (Zahlste le).“

IV.

Bewerbungen um die ausgeschriebene Funktion sind samt Lebenslauf an „das Bundesministerium für

Inneres, zu Handen des Leiters der Sektion I, Herrengasse 7, 1014 Wien“ zu richten und gelten als fristgerecht,

wenn sie bis 18. November 2013 bei der oben angeführten Ste le eingelangt sind.

Gemäß § 6 Absatz 1 des Ausschreibungsgesetzes 1989 haben die Bewerberinnen oder Bewerber in ihrem Bewerbungsgesuch

die Gründe anzuführen, die sie für die Bekleidung der ausgeschriebenen Funktion als geeignet

erscheinen lassen.

Gemäß § 5 Absatz 2a des Ausschreibungsgesetzes 1989 wird darauf hingewiesen, dass Erfahrungen aus qualifizierten

Tätigkeiten oder Praktika in einem Tätigkeitsbereich außerhalb der Dienstste le, in deren Bereich

die Betrauung mit dem ausgeschriebenen Arbeitsplatz (Funktion) wirksam werden so l, erwünscht sind.

Gemäß § 5 Absatz 2b des Ausschreibungsgesetzes 1989 sowie § 7 Absatz 3 B-GBG wird darauf hingewiesen.

dass Bewerbungen von Frauen um die ausgeschriebene Funktion besonders erwünscht sind und bei der Entscheidung

über die Besetzung dieser Funktion besonders berücksichtigt werden.

Wien, am 2. Oktober 2013 454506

Für die Bundesministerin:

SC Dr. Einzinger

elektronisch gefertigt

Wissenschaftliche/r Leiter/in

für das Zentrum für Soziale Innovation

Das ZSI ist ein unabhängiges, weltweit erfolgreiches Non-Profit-Unternehmen, das durch Forschung, Bildung, Beratung

und Koordination von Netzwerken die Gestaltung von Innovationen, Innovationsprozessen und Innovationssystemen

unterstützt. Der wissenschaftlichen Leitung teilt gemeinsam mit dem kaufmännischen Geschäftsführer

die Geschäftsführungsverantwortung, sowie die Letztentscheidung in internen und strategischen Fragen.

Wir erwarten ein sozialwissenschaftliches Doktorat/PhD, mindestens 15 Jahre Berufserfahrung in einschlägigen Tätigkeitsfeldern,

davon 10 Jahre oder mehr in leitender Funktion.

Wir bieten eine Leitungsfunktion mit breit gefächerten Aufgabengebieten, ein engagiertes und kompetentes Team

in einem international hervo ragend vernetzten Institut.

Arbeitgeber und Dienstort: Zentrum für Soziale Innovation, 1150 Wien

Arbeitsbeginn: ehestmöglich ab Mi te 2014

Bezahlung nach ZSI Gehaltsschema: € 4.300, Überzahlun gemäß Einstufung durch Vordienstzeiten, Dienstvertrag

nach öste reichischem Angestelltengesetz

Bitte richten Sie Ihre Bewerbung inkl. Lebenslauf und Unterlagen (Publikationsliste, AnsprechpartnerInnen für persönliche

Referenzen, Dienstzeugnisse, Auflistung der von ihnen akquirierten bzw. koordinierten Projekte) in deutscher

oder englischer Sprache bis 10. Dezember 2013 per E-Mail an institut@zsi.at

Detaillierte Informationen unter www.zsi.at

Sa./So., 12./13. Oktober 2013, Nr. 200 45

Tageszeitung für Fortgeschri tene

elektronisch gefertigt

Stellenausschreibungen

WIEN ENERGIE Bundesforste Biomasse Kraftwerk GmbH

Ausschreibung einer Geschäftsführungsfunktion

Gem. §§ 1 und 2 des Bundesgesetzes über Transparenz bei der Ste lenbesetzung im staatsnahen Unternehmensbereich

(Ste lenbesetzungsgesetz) wird bekannt gegeben, dass bei der WIEN ENERGIE Bundesforste

Biomasse Kraftwerk GmbH die Besetzung einer Geschäftsführungsfunktion vorgesehen ist.

Die WIEN ENERGIE Bundesforste Biomasse Kraftwerk GmbH, eine Tochter der Wien Energie GmbH,

ist ein Unternehmen des Wiener Stadtwerke Konzerns und hat ihre Hauptgeschäftstätigkeit in der Betreibung

des größten Wald-Biomassekraftwerks Österreichs.

Vorausgesetzt werden eine entsprechende Vorbildung und eine mehrjährige einschlägige Berufserfahbisherige

Tätigkeit soll die Wahrnehmung von unternehmensstrategischen

Entscheidungen, idealerweise in einem kommunalen Umfeld, umfasst haben. Branchenkenntnisse

rechtlichen Zusammenhänge setzen wir voraus.

ation, Zukunftsorientierung, ergebnisorientierte Denk- und Handdie

Generalversammlung der WIEN ENERGIE Bundesforste

Biomasse Kraftwerk GmbH, per Adresse Wiener Stadtwerke Holding AG, z.Hd. Frau Marie la

Die Funktion „Leitung der Abteilung IV/4 (zentrale Di

Wirksamkeit vom 1. Jänner 2014 neu zu besetzen un

schreibungsgesetzes 1989, BGBl. Nr.

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12./13. Oktober 2013, Nr. 200

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Blindtext

9 0 0 7 7 3 1 0 0 0 3 0 0 0 1 7 0 2

P.b.b. Verlagspostamt 1030 Wien/02Z033976 T

ÖSTERREICHISCHE TAGESZEITUNG SEIT 1703

Nr. 079/Dienstag, 22. April 2014 € 1,00 www.wienerzeitung.at

Dissident im Exil

Der Chinese Chen Guangcheng kämpft

in den USA gegen Abtreibungen Seite 6

Leeres Gefängnis

Das umstrittene Schubhaftzentrum in

Vordernberg steht praktisch leer Seite 7

Erster Weltkrieg

Kriegsschicksale auf der Schallaburg

und „Das Attentat“ im ORF Seiten 19 und 23

Foto: ORF/DOR Film/Petro Domenigg

Jerusalem/Teheran/Wien. Bis

Donnerstag ist Außenminister Sebastian

Kurz in Israel, am Samstag

reist er zu Israels Erzfeind

Iran weiter. Die Reise nach Israel

musste aufgrund eines Streiks

der israelischen Diplomaten verschoben

werden und wird nun

nachgeholt. Israel liege Kurz besonders

am Herzen, „nicht nur

weil Österreich mit Israel gute Beziehungen

pflegt, sondern auch,

weil es um ein Signal hinsichtlich

der historischen Verantwortung

geht“, hieß es aus dem Außenamt.

Heute, Dienstag, sind ein Besuch

und eine Kranzniederlegung

in der Holocaust-Gedenkstätte

Yad Vashem geplant, anschließend

wird Kurz mit Israels Außenminister

Avigdor Lieberman

und der Nahost-Chefverhandlerin

Tzipi Livni zusammentreffen. Am

Nachmittag steht ein Empfang bei

Staatspräsidenten Shimon Peres

auf dem Programm, am Mittwoch

folgen Gespräche mit dem palästinensischen

Präsidenten Mahmoud

Abbas und Außenminister

Riyad al-Maliki.

Der darauf folgende Iran-Trip

des Außenministers ist nicht unumstritten.

Kurz wird in Israel,

das Hardliner im Iran gerne als

„kleinen Satan“ bezeichnen, wohl

Warnungen vor allzu freundlichen

Kontakten mit Teheran zu

hören bekommen. Gleichzeitig

hoffen Wirtschaftsvertreter auf eine

Öffnung des Landes und auf

Zugang zu den reichen Gasvorkommen

– immerhin will sich Europa

aus der energiepolitischen

Umklammerung Russlands befreien.

Kurz versuchte im Vorfeld,

alle israelischen Bedenken auszuräumen.

„Österreich wird jedenfalls

sowohl die Situation der

Menschenrechte als auch das

Atomprogramm thematisieren“,

hieß es aus seinem Büro. ■

Besuchsreigen bei den Erzfeinden Israel und Iran.

Minister

Kurz auf

heikler

Mission

Seite 4

Wien. Der Fall Hannes Kartnig

und SK Sturm wird am Mittwoch,

rund zwei Jahre nach der Urteilsverkündung

in erster Instanz, am

Obersten Gerichtshof (OGH) in

Wien verhandelt. Der Prozess in

Graz hatte ein Jahr gedauert und

mit der Verurteilung von Ex-

Sturm-Präsident Hannes Kartnig

und sieben Mitangeklagten im Februar

2013 geendet. Das Urteil

fiel besonders für Kartnig hart

aus: Er wurde zu einer unbedingten

Haftstrafe von fünf Jahren

und 6,6 Millionen Euro Geldstrafe

verurteilt. Berufung und Nichtigkeitsbeschwerde

seitens der Verteidiger

waren die Folge, auch

Staatsanwalt Johannes Winklhofer

legte Berufung ein.

Der OGH hat nun die Möglichkeit,

das ganze Verfahren oder

auch nur Teile daraus nochmals

verhandeln zu lassen, die Schuldsprüche

und Strafen zu verändern

oder den Spruch der ersten Instanz

zu bestätigen. ■

OGH entscheidet

über Ex-Sturm-Boss

Hannes Kartnig

Seite 18

Kiew/Moskau. Der russischsprachige

Osten der Ukraine wurde

auch während der Osterfeiertage

von blutiger Gewalt erschüttert

und kommt nicht zur Ruhe. Mehrere

Tote und Verletzte meldeten

moskautreue Aktivisten in der

Stadt Slawjansk. Ihre Posten seien

angegriffen worden – angeblich

vom ukrainischen ultranationalistischen

Rechten Sektor. Dieser

hingegen streitet jegliche Beteiligung

ab und behauptet, der

Angriff sei das Werk russischer

Geheimdienste.

Moskau und Kiew beschuldigen

einander inzwischen täglich,

nichts für eine Entspannung zu

tun. Der russische Außenminister

Sergej Lawrow warf der von den

USA unterstützten Führung in Kiew

Unfähigkeit vor. Die ukrainische

Regierung will indes die aktive

Angriffsphase des „Anti-Terror-Einsatzes“

wieder aufnehmen,

um die prorussischen Uniformierten

zu entwaffnen. ■

Lage in Ostukraine

weiterhin äußerst

angespannt

Seite 3

Wien. „Demenz geht uns alle an“,

sagt Diakonie-Direktor Michael

Chalupka. Denn betroffen sind davon

nicht nur die Erkrankten,

sondern auch deren Angehörige.

Und die Zahl der Demenzkranken

dürfte in den kommenden Jahren

in Österreich noch dramatisch ansteigen.

Mit 130.000 im Jahr 2020

rechnet die Diakonie und fordert

deshalb von der Bundesregierung

eine umfassende Strategie für den

Umgang mit Demenz.

Der Hauptgrund für die Zunahme

der Krankheit, deren Ursachen

noch immer weitgehend unklar

sind und gegen die es kein

wirksames Heilmittel gibt, liegt in

der steigenden Lebenserwartung.

Jeder zwanzigste Senior unter 70

Jahren ist dement, bei den über

90-Jährigen ist es bereits jeder

Dritte. Man dürfe Demenzkranke

nicht einfach abschieben, sondern

müsse ihnen einen fixen Platz in

der Gesellschaft einräumen, betont

Chalupka. ■

Demenz ist auf dem

Vormarsch: 130.000

Betroffene bis 2020

Seite 9

Im Gedenken an den Aufstand

zu Ostern 1916 marschieren

Maskierte durch Dublin. Seite 3

Für die Länder-Budgets werden

die Spitäler immer belastender.

Seite 8

Die Wiener Linien sind am

Mittwoch bis 6.30 Uhr nur im

Notbetrieb unterwegs. Seite 14

Die Champions League macht

zwei Mal binnen 24 Stunden in

Madrid Station. Seite 17

US-Fotokunst von Francesca

Woodman ist erstmals in Wien

zu sehen. Seite 20

Wie man heilig wird: Das

geistige Erbe von Johannes XXIII.

Seite 21

Die Gemeinwohl-Ökonomie

setzt sich gegen ihre Kritiker

zur Wehr. Seite 25

KOMMENTARE

Thomas Seifert: Die Wahlen in

Syrien sind eine Farce und eine

vergebene Chance. Seite 2

Amer Albayati: Warum Muslime

aus Österreich in den syrischen

Jihad ziehen. Seite 2

Christina Böck: Senioren poltern

charmanter. Seite 20

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Wien

Bregenz

Eisenstadt

Graz

Innsbruck

Klagenfurt

Linz

Salzburg

St. Pölten

WETTER

Damaskus. Die syrische Führung

hat trotz des Bürgerkriegs für den

3. Juni eine Präsidentenwahl angesetzt.

Das Staatsfernsehen gab

den Termin am Montag unter Berufung

auf den Parlamentspräsidenten

bekannt. Präsident Bashar

al-Assad hat sich zwar noch nicht

zu einer Kandidatur für eine dritte

Amtszeit geäußert, seine Verbündeten

in Russland und im Libanon

gehen jedoch von einer

Teilnahme und einem Sieg des

Amtsinhabers aus. Die Aufständischen

reagierten mit Spott. Auch

westliche Länder und mehrere

Golf-Staaten haben eine Wahl bereits

als „Parodie der Demokratie“

bezeichnet.

Assad kämpft seit drei Jahren

gegen einen Aufstand, der sich zu

einem Bürgerkrieg ausgeweitet

hat. In dem Konflikt sind mehr

als 150.000 Menschen getötet

worden. Millionen Syrer sind auf

der Flucht – nicht nur vor den Repressionen

der Regierungstruppen,

sondern auch vor der strengen

Herrschaft radikal-islamischer

Gruppierungen, die in dem

Konflikt mitmischen. Die Gewalt

hält weiter an. Bei Luftangriffen

auf Aleppo starben am Wochenende

nach Angaben der Opposition

dutzende Menschen. ■

Syrien setzt trotz Aufstand Präsidentenwahl für Juni an.

Seite 5

Abstimmung

im Bürgerkrieg

Bashar al-Assad besucht

die koptische Siedlung

Maaloula, die seine Armee

jüngst von den Rebellen

erobert hat. Foto: ap/Sana

ation, Zukunftsorientierung, ergebnisorientierte Denk- und Handlungsweise,

Verantwortungsfreude und Verhandlungsgeschick.

die Generalversammlung der WIEN ENERGIE Bundesforste

Biomasse Kraftwerk GmbH, per Adresse Wiener Stadtwerke Holding AG, z.Hd. Frau Marie la

Wien, mit Vertraulichkeitshinweis zu richten.

nen zu erhöhen.

Frauen sind daher besonders nachdrücklich zur Bewerbung eingeladen. 454459

ist ein hundertprozentiger Tochterbetrieb des Landes Salzburg; sie hat in den 18 Jahren

ihrer Existenz viel erreicht, hat aber auch in den kommenden Jahren viele Herausforderungen zu bewältigen. Auf Grundlage des

mit nachweisbarer Expertise in Verkehrsplanung, Rechtsfragen, Führung, Finanzierung

BWL-Kenntnissen erforderlich, zusätzlich so lten exze lente

Da die Position zum einen durch das Zusammenwirken einzelner

Kooperationspartner/innen wie knapper Ressourcen

bestimmt ist, zum anderen aber die Kleinheit der Struktur viele

Projekt ermöglicht, werden Sie eine sehr interessante, sehr

fordernde Position antreten können. Diese wird – je nach Berufspraxis

– mit ca. EUR 5.000,– brutto/Monat an Fixum do-

Der ausgeschriebenen Funktion kommen im Wesentlich

Leitung der Abteilung IV/4, welche folgende Aufgabenbereiche umfasst:

„Verwaltung des beweglichen Vermögens der Zentralle

nicht die Zuständigkeit der Abteilung IV/1 berührt wi

Inventarisierungs-, Ausrüstungs- und Materialverwalt

park der Zentra leitung;

Rahmen der von der Abteilung IV/5

Inneres; Angelegenheiten der Lagerhaltung; Druckereic

Bewerbungen um die ausgeschriebene Funktion sind

Inneres, zu Handen des Leiters der

gerecht, wenn sie bis 18. November 2013 bei der oben angeführten Ste le eingelangt sind.

Gemäß § 6 Absatz 1 des Ausschreibungsgesetzes 1989 ha

werbungsgesuch die Gründe anzuführen, die sie für die Bekleidung der ausgeschriebenen Funktion als geeignet

erscheinen lassen.

Gemäß § 5 Absatz 2a des Ausschreib

lifizierten Tätigkeiten oder Praktika

die Betrauung mit dem ausgeschriebenen Arbeitsplatz

Gemäß § 5 Absatz 2b des Ausschreibungsgesetzes 1989

dass Bewerbungen von Frauen um die ausgeschriebene

scheidung über die Besetzung dieser Funkt

Wien, am 2. Oktober 2013

elektronisch gefertigt

Wissenschaftliche/r Leiter/in

für das Zentrum für Soziale Innovation

Das ZSI ist ein unabhängiges, weltweit erfolgreiches Non-Pro

tung und Koordination von Netzwerken die Gestaltung von Innovationen, Innovationsprozessen und Innovationssystemen

unterstützt. Der wissenschaftlichen Leitung teilt gemeinsam mit dem kaufmännischen Geschäftsführer

die Geschäftsführungsverantwortung, sowie die Letztentscheidung in internen und strategischen Fragen.

Wir erwarten ein sozialwissenschaftliches Doktorat/PhD, mindestens 15 Jahre Berufserfahrung in einschlägigen Tä-

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Donnerstag ist Außenminister Sebastian

Kurz in Israel, am Samstag

reist er zu Israels Erzfeind

Iran weiter. Die Reise nach Israel Der darauf folgende Iran-Trip

des Außenministers ist nicht unumstritten.

Kurz wird in Israel,

das Hardliner im Iran gerne als

Max.

10°






den Termin am Montag unter Berufung

auf den Parlamentspräsidenten

bekannt. Präsident Bashar

al-Assad hat sich zwar noch nicht

zu einer Kandidatur für eine dritte

Amtszeit geäußert, seine Verbündeten

in Russland und im Libanon

gehen jedoch von einer

Teilnahme und einem Sieg des

Amtsinhabers aus. Die Aufständischen

reagierten mit Spott. Auch

Syrien setzt trotz Aufstand Präsidentenwahl für Juni an.

Numero 334 Freitag, 4. April 2014 15. Jahrgang

Nächste Zeitreisen-Nummer am 2. Mai; Hauptthema: Wie es die „Wiener Zeitung“ 1848 den Habsburgern zeigte.

Dreifach-Nuss; zur Zeitreisenlotto-Teilnahme genügt eine richtige (Teil-)Antwort.

ZEITREISEN-NUSS NUMERO 334

1. FRAGE: Welcher öst.-ung. Thronfolger residierte im Belvedere in Wien-Landstraße?

Für Tüftler: Wann war das? Renovierte er das Gebäude? Wo stand er politisch? Hatte er Demokratie-Pläne?

Schätzte er die Ungarn/die Slawen? War er für Frieden? Wen heiratete er?

2. FRAGE: Welcher türkische Sultan siegte im 16. Jh. in der Schlacht von Mohács?

Für Tüftler: Wann wurde gekämpft? Was bedeutete 3 Jahre später der Name des Sultans für

Wien? Welcher König fiel bei Mohács? Was gewann Habsburg dadurch? Auf welche Weise?

3. (ORCHIDEEN-)FRAGE: Führte Sehnsucht nach der Donaumetropole den Literaten

Balzac anno 1835 nach Wien bzw. in die Vorstadt Landstraße? Besaß Balzac damals

viel Ansehen als Romanautor? Welche Brotberufe hatte er ursprünglich ausgeübt?

Wie und wann gelang ihm der Durchbruch als Schriftsteller? Wie gestaltete sich sein

Privatleben? Welche Bedeutung hatten Frauen in seinem Leben? Heiratete er jemals?

ZUSATZORCHIDEE zum Thema Literaten und Vorstadt Landstraße: Wann lebte Robert Musil

wo im 3. Wiener Gemeindebezirk? Zu welcher eher wenig bekannten Novelle inspirierte

ihn seine Wohnumgebung? Welchem berühmten Gasthof ist das kleine Werk gewidmet?

ZEITREISENLOTTO: Nussknackern winkt ein Buchpreis. (Teil-)Antworten zu Nuss Nro.

334 sollen bis Montag, dem 2. Juni, einlangen. Kennwort: ZEITREISEN. Post:

„Wiener Zeitung“/Prof. Alfred Schiemer, MQM 3.3, Maria-Jacobi-Gasse 1, 1030

Wien. Fax: (01) 206 99-433. E-Mail: alfred.schiemer@wienerzeitung.at ■

■ AUFGELESEN Nuss ■ AUSERLESEN Faksimile

Annonce in der „Wiener Zeitung“ vom 8. April 1809 mit eher ungewöhnlichem Angebot.

Bilder: Archiv/J. Blümel, ...Wiener Vorstädte ..., Bd. B. Die Landstraße, Wien 1885/M. Girardi, Das Palais Rasumofsky, Wien 1937/Stiche der Zeit

leiner

Zeitensprung,

ehe wir uns dem 19.

Jahrhundert in dem Ort vor

Wiens Mauern widmen, der

einmal Nikolaivorstadt hieß:

Am 17. Juli 1515 zog Kaiser

Maximilian I. mit Böhmens

und Ungarns König Wladislaw

durch die schon so bezeichnete

„landstrazz“ zum

Wiener Kongress.

Den Schaulustigen boten

sich farbenprächtige Szenen.

In Scharlachtuch gehüllten

Bürgern ritten Ratsherren

der Donaumetropole

in Silberharnischen voran.

Den eigentlichen Zug führten

Reiter aus Ungarn, Mähren,

Polen, Österreich sowie

der österreichische Adel in

blanker Rüstung an. Ihnen

folgten Maximilian, Wladislaw

und auch dessen Bruder

Sigismund, der König von

Polen; ebenso waren hohe

Frauen vertreten, so die ungarische

Prinzessin Anna.

Für die Landstraßer war

es d a s Fest. Dass durch den

Fürstenkongress bzw. die

dort erfolgte Besiegelung dynastischer

Heiraten bereits

elf Jahre später die Donaumonarchie

erstehen sollte,

ahnten sie freilich nicht.

K

och weniger hätte man

sich in der Gegend vor

dem Stubentor träumen lassen,

dass ganze 300 Jahre

nach der Zusammenkunft

ein noch größerer Wiener

Kongress über das Schicksal

europäischer Völker entscheiden

würde. Wobei nota

bene für die Vorstadt

Landstraße anno 1814/15

mancher Gulden der gerne

feiernden Kongressteilnehmer

abfallen sollte . . .

So weit sind wir aber gar

nicht. Denn uns sticht bei

der Suche nach Landstraßer

Episoden aus der Zeit nach

1800 ein Inserat in der

„Wiener Zeitung“ vom

Sonnabend, den 8. April

1809, wegen dessen Formulierung

ins Auge.

N

ngeboten wird in der

Anzeige ein schönes

herrschaftliches Haus, mit

oder ohne Meubeln, schönen

Stallungen, und sehr

grossem Garten. Zur Gegend

erfährt man: Auf der

Landstrasse Hauptstrasse

oben in der angenehmsten

und gesundesten Lage.

Das wäre nichts Besonders.

Aus dem Rahmen fällt

jedoch das Offert des Hausinhabers

– seine Realität ist

täglich (im Sinne von jederzeit)

zu verlassen (= in

Miete zu vergeben), zu verkaufen,

oder (...) gegen ein

kleines, oder mittelmäßiges

Haus in der Stadt zu

vertauschen. Dem Mann ist

jede Variante recht, er will

offenbar nur eines – weg!

A

eider können wir nach

205 Jahren den Inserenten

auf der Landstrasse

oben im Hause Nr. 153,

nahe an der Artilleriekaserne

nicht einfach fragen,

was ihn zu der ungewöhnlichen

Annonce veranlasste.

Etwas anderes können

wir hingegen leicht tun. Wir

blättern in der „WZ“ vom 8.

April 1809 zum Titelblatt.

Und finden unter Datumszeile

Wien u.a. die Stelle:

Am 6. April sind Se. (= Seine)

kaiserl. Hoheit der Erzherzog

Carl zur Armee abgegangen.

Dabei erliessen

Höchstdieselben (= Carl) einen

Armeebefehl, der mit

den Worten beginnt: Der

Schutz des Vaterlandes

ruft uns zu neuen Thaten.

L

etzt wissen wir, was es

geschlagen hat! Napoleon,

der Wien bereits 1805 besetzt

hatte, stand wieder

zum Sprung bereit. (Am 13.

Mai 1809 nahm er die Stadt

ein.) Wir dürfen also annehmen,

dass sich der Besitzer

des Hauses nahe an der Artilleriekaserne,

einem militärisch

exponierten Punkt,

nicht wohl in seiner Haut

fühlte und umziehen wollte.

Ob es gelang? Wie auch

immer, niemand kam im

Raum Wien um die französischen

Besatzer herum. Man

erlebte harte Zeiten. Krieg

überrollt alles und alle. Zum

Glück blieben Kaiserstadt

wie Umland nach 1809 sehr

lange von direkten Kriegseinwirkungen

verschont.

J

elchen Segen Friede

allein für die Kultur

bedeutet, lässt sich am

Landstraßer Leben im 19.

Jahrhundert schön ablesen.

Damals etablierte sich die

Vorstadt vor allem als Heimstätte

von Musik und Tanz.

Zwei Beispiele:

● In dem an der Grenze zu

Erdberg erbauten Palais des

russischen

Grafen/Fürsten

Andrej Rasumofsky (1752–

1836), einem Förderer Ludwig

van Beethovens (1770–

1827), führte man im Noch-

Friedensjahr 1808 erstmals

die „Schicksalssymphonie“

des Meisters auf (Adresse

nun: Rasumofskyg. 23-25).

● Der Gasthof zur Goldenen

Birne, in dem u. a. der junge

Josef Lanner (1801–1843)

als Geiger brillierte, mauserte

sich im Biedermeier zum

Tanzlokal der Tanzlokale.

Sein ins Nachbarhaus hineingebauter

Saal heißt „Annentempel“

(großes Annenfest

am 26. Juli) und war

von den wildesten Tänzern

der Kaiserstadt begehrt.

Ebenso sah der Boden vor

dem Stubentor berühmte Literaten.

Drei seien genannt:

● Honoré de Balzac (1799–

1850) fand in der „Goldenen

Birne“ 1835 (zerstört 1934;

nun Wohnhaus Landstraßer

Hauptstraße 31) Quartier.

● Im Hinterhaus der „Goldenen

Birne“ wohnte einige

Zeit Adalbert Stifter (1805–

1868), der noch andere

Landstraßer Domizile hatte.

● Marie v. Ebner-Eschenbach

(1830–1916) lebte

nach dem Umzug aus Mähren

1863 zuerst in der Landstraßer

Hauptstraße 74. ■

W

■ In der Vorstadt

Landstraße spielte

man einst nicht nur

in der „Birne“ auf.

Der wilde Tanz vor dem Stubentor

■ NACHGELESEN Nicht nur 205 Jahre zurückgeblättert Von Alfred Schiemer

Kopfnuss: Am oben abgebildeten

Ufer der Wien

wurde um 1800 welcher

der fünf Sinne strapaziert?

Geknackte Kopfnuss: Der

Geruchssinn. Die Wien

stank mit dem Abfall von

Gerbern etc. zum Himmel!

Blick um 1800 über die Wien (rechts Stubenbrücke) auf Vorstadt Landstraße (links Invalidenhaus). Repros: T. Sternisa (8)/S. Koch

A. Rasumofsky (l. ob.); dessen Palais (daneben) diente Beethoven (l. u.) für eine Uraufführung. H. de Balzac (r. ob.) sah bei der „Birne“ die Landstraße

etwa wie auf dem Stich daneben (Bild mit zwei Kirchen: Lage bis 1784); Skizze in grüner Farbe: Gäste vor „Birne“. R. u.: M. v. Ebner-Eschenbach.

enste) im Bundesministerium für Inneres“ ist mit

Wirksamkeit vom 1. Jänner 2014 neu zu besetzen und gelangt daher zur Ausschreibung im Sinne des Ausschreibungsgesetzes

1989, BGBl. Nr. 85/1989 in der geltenden Fassung.

Der Monatsbezug beträgt bei Beamtinnen oder Beamten in der Verwendungsgruppe A 1, Funktionsgruppe 6

mindestens brutto € 3.003,60 und bei Vertragsbediensteten beträgt

Bewertungsgruppe 4 monatlich mindestens bru to € 3.710,70. Der Bezug erhöht

gesetzlichen Vorschriften durch anrechenbare Vordienstzeiten sowie sonstige mit den Besonderheiten des

Arbeitsplatzes verbundene Entlohnungsbestandteile.

I.

Bewerberinnen oder Bewerber für diese Funktion haben folgende Erfordernisse zu erfü len:

a) die österreichische Staatsbürgerschaft,

b) die vo le Handlungsfähigkeit,

c) die persönliche und fachliche Eignung für die Erfü lung der Aufgaben, die mit der vorgesehenen Verwendung

verbunden sind,

d) das besondere Ernennungserfordernis für die Ernennung auf eine Pl

des Allgemeinen Verwaltungsdienstes oder einer hinsichtlich der Ernennungserf

tenden Verwendungsgruppe einer anderen Besoldungsg

1979, BGBl. Nr. 333/1979),

Darüber hinau sind folgende Fähigkeiten und besonderen Kenntnisse erforderlich:

e) Umfassende Kenntnisse und Erfahrungen auf den mit der ausgesch

nen Aufgabengebieten einschließlich der Rechtsvorschriften und Richtlinien;

f) Eingehende Kenntnisse der Organisation des Bundesministeriums für Inneres und der Sicherheitsverwaltung

sowie des Wachkörpers Bundespolizei;

g) Sehr gute organisatorische Fähigkeiten, Verhandlungsgeschick, Eigeninitiative und Entscheidungsfreuh)

Beherrschung moderner Methoden des Verwaltungsmanagements und der Mitarbeiterführung.

Die unter Punkt e) bis h) angeführten, von den Bewerberinnen oder Bewerbern erwarteten Kenntnisse und

Fähigkeiten werden bei der Eignungsbeurteilung mit gleicher Gewichtung berücksichtigt.

I.

Der ausgeschriebenen Funktion kommen im Wesentlich

Leitung der Abteilung IV/4, welche folgende Aufgabenbereiche umfasst:

„Verwaltung des beweglichen Vermögens der Zentralle

nicht die Zuständigkeit der Abteilung IV/1 berührt wi

Inventarisierungs-, Ausrüstungs- und Materialverwalt

park der Zentra leitung; Bescha fungsvorgänge und Abschluss von Verträgen in diesen Angelegenheiten im

Rahmen der von der Abteilung IV/5 erste lten Richtlinien; Wirtschaft

Inneres; Angelegenheiten der Lagerhaltung; Druckereic

Bewerbungen um die ausgeschriebene Funktion sind

Inneres, zu Handen des Leiters der Sektion I, Herrengasse 7, 1014 Wien

gerecht, wenn sie bis 18. November 2013 bei der oben angeführten Ste le eingelangt sind.

Gemäß § 6 Absatz 1 des Ausschreibungsgesetzes 1989 ha

werbungsgesuch die Gründe anzuführen, die sie für die Bekleidung der ausgeschriebenen Funktion als ge-

Gemäß § 5 Absatz 2a des Ausschreibungsgesetzes 1989 wird darauf hing

lifizierten Tätigkeiten oder Praktika in einem Tätigkeitsbereich außerhalb der Dienstste le, in deren Bereich

die Betrauung mit dem ausgeschriebenen Arbeitsplatz

Gemäß § 5 Absatz 2b des Ausschreibungsgesetzes 1989

dass Bewerbungen von Frauen um die ausgeschriebene

scheidung über die Besetzung dieser Funktion besonders berücksichtigt werden.

Für die Bundesministerin:

SC Dr. Einzinger

Wissenschaftliche/r Leiter/in

für das Zentrum für Soziale Innovation

Das ZSI ist ein unabhängiges, weltweit erfolgreiches Non-Pro

tung und Koordination von Netzwerken die Gestaltung von Innovationen, Innovationsprozessen und Innovationssystemen

unterstützt. Der wissenschaftlichen Leitung teilt gemeinsam mit dem kaufmännischen Geschäftsführer

die Geschäftsführungsverantwortung, sowie die Letztentscheidung in internen und strategischen Fragen.

Wir erwarten ein sozialwissenschaftliches Doktorat/PhD, mindestens 15 Jahre Berufserfahrung in einschlägigen Tämindestens

brutto

Bewertungsgruppe 4 monatlich mindestens bru to

gesetzlichen Vorschriften durch anrechenbare Vordiens

Arbeitsplatzes verbundene

Bewerberinnen oder Bewerber für diese Funkti

a) die österreichische Staatsbürgerschaft,

b) die vo le Handlungsfähigkeit,

c) die persönliche und fachliche Eignung für die Erfü lung der Aufgaben, die mit der vorgesehenen Verwendung

verbunden sind,

d) das besondere Ernennungserforder

des Allgemeinen Verwaltungsdienstes oder einer hi

tenden Verwendungsgruppe einer anderen Besoldungsg

1979, BGBl. Nr. 333/1979),

Darüber hinau sind folgende Fähigkeiten

e) Umfassende Kenntnisse

nen Aufgabengebieten einschließlich der Rechtsvorschriften und Richtlinien;

f) Eingehende Kenntnisse der Organisation des Bund

tung sowie des Wachkörpers Bundespolizei;

g) Sehr gute organisatorische Fähigkeiten, Verhan

digkeit;

h) Beherrschung moderner Methoden des Verwaltungsmanagements und der Mitarbeiterführung.

Die unter Punkt e) bis h) angeführten, von den Be

Fähigkeiten werden bei der Eignungsbeurteilung mit gleicher Gewichtung berücksichtigt.

Der ausgeschriebenen Funktion kommen im Wesentlich

Leitung der Abteilung IV/4, welche folgende Aufgabenbereiche umfasst:

„Verwaltung des beweglichen Vermögens der Zentralle

nicht die Zuständigkeit der Abteilung IV/1 berührt wi

Inventarisierungs-, Ausrüstungs- und Materialverwalt

park der Zentra leitung;

Rahmen der von der Abteilung IV/5

Inneres; Angelegenheiten der Lagerhaltung; Druckereic

Bewerbungen um die ausgeschriebene Funktion sind

Inneres, zu Handen des Leiters der

gerecht, wenn sie bis 18. November 2013 bei der oben angeführten Ste le eingelangt sind.

Gemäß § 6 Absatz 1 des Ausschreibungsgesetzes 1989 ha

werbungsgesuch die Gründe anzuführen, die sie für die Bekleidung der ausgeschriebenen Funktion als geeignet

erscheinen lassen.

Gemäß § 5 Absatz 2a des Ausschreib

lifizierten Tätigkeiten oder Praktika

die Betrauung mit dem ausgeschriebenen Arbeitsplatz

Gemäß § 5 Absatz 2b des Ausschreibungsgesetzes 1989

dass Bewerbungen von Frauen um die ausgeschriebene

scheidung über die Besetzung dieser Funkt

Wien, am 2. Oktober 2013

elektronisch gefertigt

Wissenschaftliche/r Leiter/in

für das Zentrum für Soziale Innovation

Das ZSI ist ein unabhängiges, weltweit erfolgreiches Non-Pro

tung und Koordination von Netzwerken die Gestaltung von Innovationen, Innovationsprozessen und Innovationssystemen

unterstützt. Der wissenschaftlichen Leitung teilt gemeinsam mit dem kaufmännischen Geschäftsführer

die Geschäftsführungsverantwortung, sowie die Letztentscheidung in internen und strategischen Fragen.

Wir erwarten ein sozialwissenschaftliches Doktorat/PhD, mindestens 15 Jahre Berufserfahrung in einschlägigen Tä-

Frauen sind daher besonders nachdrücklich zur Bewerbung eingeladen. 454459

ist ein hundertprozentiger Tochterbetrieb des Landes Salzburg; sie hat in den 18 Jahren

ihrer Existenz viel erreicht, hat aber auch in den kommenden Jahren viele Herausforderungen zu bewältigen. Auf Grundlage des

c) die persönliche und fachliche Eignung für die Erfü lung der Aufgaben, die mit der vorgesehenen Verwend)

das besondere Ernennungserforder

Darüber hinau sind folgende Fähigkeiten

e) Umfassende Kenntnisse

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f) Eingehende Kenntnisse der Organisation des Bund

tung sowie des Wachkörpers Bundespolizei;

g) Sehr gute organisatorische Fähigkeiten, Verhan

digkeit;

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Die unter Punkt e) bis h) angeführten, von den Be

Fähigkeiten werden bei der Eignungsbeurteilung mit gleicher Gewichtung berücksichtigt.

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Rahmen der von der Abteilung IV/5

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Bewerbungen um die ausgeschriebene Funktion sind

Inneres, zu Handen des Leiters der

gerecht, wenn sie bis 18. November 2013 bei der oben angeführten Ste le eingelangt sind.

Gemäß § 6 Absatz 1 des Ausschreibungsgesetzes 1989 ha

werbungsgesuch die Gründe anzuführen, die sie für die Bekleidung der ausgeschriebenen Funktion als geeignet

erscheinen lassen.

Gemäß § 5 Absatz 2a des Ausschreib

lifizierten Tätigkeiten oder Praktika

die Betrauung mit dem ausgeschriebenen Arbeitsplatz

Gemäß § 5 Absatz 2b des Ausschreibungsgesetzes 1989

dass Bewerbungen von Frauen um die ausgeschriebene

scheidung über die Besetzung dieser Funkt

Wien, am 2. Oktober 2013

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davon 10 Jahre oder mehr in leitender Funktion.

Das Zukunftsmagazin der Nr. 21 l 12. Februar 2014

future

Energiesparen mit Komfort:

Die Häuser von morgen

Die Zukunft

des Bauens

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Wien

Bregenz

Eisenstadt

Graz

Innsbruck

Klagenfurt

Linz

Salzburg

St. Pölten

WETTER

hat trotz des Bürgerkriegs für den

3. Juni eine Präsidentenwahl angesetzt.

Das Staatsfernsehen gab

den Termin am Montag unter Berufung

auf den Parlamentspräsidenten

bekannt. Präsident Bashar

al-Assad hat sich zwar noch nicht

zu einer Kandidatur für eine dritte

Amtszeit geäußert, seine Verbündeten

in Russland und im Libanon

gehen jedoch von einer

Museen | Galerien | Radio | Tipps | Kirchenmusik

rogramm unkte

Mit Österreichs

umfangreichstem

Radioprogramm

Der Kultur-Führer von Samstag, 19., bis Freitag, 25. Oktober 2013

Viktor Gernot

Als kabarettistische Wurfübungen betitelt er

sein jüngstes Soloprogramm „Im Glashaus“

– zu hören in „Contra“ am Sonntag auf Ö1.

■ Museumsstücke

Der erste Rausch der

Menschheitsgeschichte

■ Hör-Punkt

Zum 90er: Radio Ö1

gratuliert Carl Djerassi

Viktor Gernot

Menschheitsgeschichte

Wiener Journal

21. März 2014

Das Magazin der

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Der ewige Reiz eines alten Rituals / Brautkleider und Biobräute / Survivaltipps für Eheleute

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Die Österreichische Tageszeitung seit 1703

3 | 2013

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Was bringt Komplementärmedizin?

Das gute Leben

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Fürstenkongress bzw. die

dort erfolgte Besiegelung dy-

Episoden aus der Zeit nach

1800 ein Inserat in der

kaufen, oder (...) gegen ein

kleines, oder mittelmäßigegangen.

Dabei erliessen

Höchstdieselben (= Carl) eierlebte

harte Zeiten. Krieg

überrollt alles und alle. Zum

Birne“ 1835 (zerstört 1934;

nun Wohnhaus Landstraßer

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Wir erwarten ein sozialwissenschaftliches Doktorat/PhD, mindestens 15 Jahre Berufserfahrung in einschlägigen Tätigkeitsfeldern,

davon 10 Jahre oder mehr in leitender Funktion.

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davon 10 Jahre oder mehr in leitender Funktion.

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Wir bieten eine Leitungsfunktion mit breit gefächerten Aufgabengebieten, ein engagiertes und kompetentes Team

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2014 jährt sich der Beginn des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal, jener des Zweiten zum 75.

Mal. Branko Lustig hat genau deshalb für das LET’S CEE Film Festival eine Retrospektive von

Antikriegsfilmen kuratiert. Die ausgewählten Filme sollen sowohl an Verbrechen der Vergangenheit

gemahnen als auch ein eindeutiges Zeichen gegen Gewalt, Faschismus, Rassismus

und Diskriminierung setzen. Der zweifache Oscarpreisträger und Holocaust-Überlebende

wird zudem bei einem von der Chefredakteurin der Tageszeitung Der Standard, Alexandra

Föderl-Schmid, moderierten Gespräch mit Oliver Rathkolb die Frage erörtern, welche Herausforderungen

mit der Bewahrung einer nachhaltigen Erinnerungs- und Gedenkkultur

verbunden sind. Dabei wird auch die 1994 von Steven Spielberg zusammen mit Branko

Lustig, Karen Kushell and Gerald R. Molen ins Leben gerufene Shoah Foundation vorgestellt

- die größte multimediale Sammlung von Zeitzeugnissen von Holocaust-Überlebenden

weltweit und der beim Festival of Tolerance in Zagreb gedrehte Kurzfilm Games gezeigt.

2014 marks the 100th anniversary of World War I and the 75th anniversary of World War II.

For this occasion, Branko Lustig has curated and anti-war film retrospective for the LET’S

CEE Film Festival. The selected films are meant to both remind us of the crimes of the

past as well as send a clear signal against violence, fascism, racism and discrimination.

The two-time Academy Award winner and surviver of the Holocaust will also discuss the

challenges of preserving a continuous culture of remembrance in a conversation with

Oliver Rathkolb, hosted by the editor-in-chief of Der Standard, Alexandra Föderl-Schmid.

This opportunity will also be used to introduce the Shoah Foundation, founded in 1994

by Steven Spielberg in cooperation with Branko Lustig, Karen Kushell and Gerald R. Molen

- the biggest collection of multimedia sources of Holocaust survivors in the world

- and to show the short film Games, filmed at the Festival of Tolerance in Zagreb.

antikriegsfilm-

Klassiker

Anti War Movie-Classics


FOTO: Universität Wien

FOTO: Luka Paić/JFF

FOTO: MATTHIAS CREMER

Branko Lustig wurde 1932 im damaligen Königreich Jugoslawien geboren. Aufgrund seiner jüdischen

Herkunft war er als Kind zwei Jahre in Auschwitz und Bergen-Belsen interniert. Bereits

mit 24 Jahren war er Produktionsleiter des vielprämierten Weltkriegsdramas Don‘t Look Back, My

Son. Nachdem er auch immer wieder als Schauspieler tätig gewesen war und an verschiedenen

Film- und Fernsehproduktionen mitgewirkt hatte, emigrierte er 1988 in die USA. 1995 erhielt

Lustig für Schindler's List als einer der Produzenten einen Academy Award sowie einen Golden

Globe. 2001 wurden ihm für Gladiator diese beiden Preise erneut verliehen. Auch einige seiner

weiteren Hollywood-Produktionen wurden durch Auszeichnungen gewürdigt, etwa Projekt: Peacemaker

(1997), Black Hawk Down (2001), Kingdom of Heaven (2005), A Good Year (2006) und American

Gangster (2007). Seit 2008 ist er zudem Ehrenpräsident des Festivals of Tolerance in Zagreb.

Branko Lustig was born in 1932 in the former Kingdom of Yugoslavia. Due to his Jewish origins,

he spent two years of captivity in Auschwitz and Bergen-Belsen as a child. At the young age of 24,

he was the production manager of the multiple award-winning World War drama Don’t Look Back,

My Son. He also worked as an actor and was involved in various film and TV productions before

emigrating to the United States in 1988. In 1995, Lustig won an Academy Award and a Golden

Globe as one of the producers of Schindler’s List. He repeated that success in 2001 with Gladiator.

Several of his other Hollywood productions won numerous award, such as Project: Peacemaker

(1997), Black Hawk Down (2001), Kingdom of Heaven (2005), A Good Year (2006) and American Gangster

(2007). He has been the honorary president of the Festival of Tolerance in Zagreb since 2008.

Oliver Rathkolb

Universitätsprofessor am Institut für Zeitgeschichte

Professor at the Department of Contemporary

History of the University of Vienna

Branko Lustig

Produzent und Ehrenpräsident des Festivals of Tolerance

Producer and Honorary President of the Festival of Tolerance

Alexandra Föderl-Schmid

Chefredakteurin der Tageszeitung Der Standard

Chief Editor of Austrian newspaper Der Standard

Der Historiker Oliver Rathkolb (geb. 1955 in Wien) ist Universitätsprofessor

am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien und

unter anderen Sprecher des Initiativkollegs „Europäische Historische

Diktatur- und Transformationsforschung“ der Universität

Wien sowie Mitglied des wissenschaftlichen Beirats für das „Haus

der Europäischen Geschichte“ beim Europäischen Parlament.

Historian Oliver Rathkolb (born in 1955 in Vienna) is a professor

at the Department of Contemporary History of the University

of Vienna, speaker of the Doctoral College „European

Historical Dictatorship and Transformation Research” of the

University of vienna, and member of the advisory board for

the House of European History at the European Parliament.

Antikriegsfilm-Klassiker 97


98 Antikriegsfilm-Klassiker

Antikriegsfilm-Klassiker 99

Spielfilm. Deutschland / Polen / Frankreich /

Jugoslawien 1979

Sprache Deutsch, Italienisch, Hebräisch, Polnisch,

Russisch

Länge 142 min.

Format DCP

Farbe

Regie Volker Schlöndorff

Drehbuch Jean-Claude Carrière, Volker Schlöndorff,

Franz Seitz Jr.

Kamera Igor Luther

Schnitt Suzanne Baron

Musik Maurice Jarre, Friedrich Meyer

Regieassistenz Branko Lustig

Produzenten Franz Seitz, Eberhard Junkersdorf

Darsteller

Oskar Matzerath David Bennent

Alfred Matzerath Mario Adorf

Agnes Matzerath Angela Winkler

Jan Bronski Daniel Olbrychski

Maria Matzerath Katharina Thalbach

Musiker Meyn Otto Sander

Produktion Seitz Filmproduktion

Kontakt/Vertrieb Seitz Filmproduktion

Biografie Volker Schlöndorff

Volker Schlöndorff (geboren 1939 in Wiesbaden) zählt

seit vielen Jahren zu den bedeutendsten Regisseuren

und Drehbuchautoren Deutschlands. Über den Umweg

eines Studiums der Politikwissenschaft gelangte

er zum Film, wo er zunächst als Regieassistent von

Louis Malle, Alain Resnais und Jean-Pierre Melville

tätig war. Mit der Verfilmung des Grass-Stücks Die

Blechtrommel gelang ihm 1979 sein bisher größter

Erfolg. Das Werk brachte ihm die Goldene Palme in

Cannes sowie den Oscar für den besten fremdsprachigen

Film ein und öffnet ihm auch die Tür zu einigen

internationalen Großproduktionen mit Starbesetzung.

Schlöndorff produzierte zudem viele Dokumentarfilme

und inszenierte immer wieder auch Opern und

Bühnenwerke.

Filmografie Volker Schlöndorff (Auswahl)

2014 Diplomatie

1991 Homo Faber

1990 The Handmaid’s Tale

1985 Der Tod eines Handlungsreisenden

1979 Die Blechtrommel

1965 Der junge Törless

die Blechtrommel

The Tin Drum

Danzig 1927: An seinem dritten Geburtstag

beschließt der frühreife Oskar

Matzerath (dargestellt vom großartigen

David Bennent) nicht mehr zu wachsen

und sich so der Welt der Erwachsenen

zu verweigern. Geistig entwickelt er sich

freilich sehr rege weiter und in puncto

Libido ist er kaum zu bremsen. Immer

dabei hat er seine Blechtrommel, mit

der er lautstark gegen den Aufstieg der

Nazis und sonstige Unbillen des Lebens

protestiert. Und wenn ihm jemand sein

Spielzeug wegnehmen will, dann setzt

er sogar noch etwas drauf: ein schrilles

Kreischen, das selbst Glas zerspringen

lässt. Erst nach Kriegsende wird vieles

anders. Volker Schlöndorffs meisterhafte

Beststeller-Adaption von Günter Grass‘

lange Zeit als unverfilmbar gehandelten

Roman thematisiert als einer der ersten

deutschen Filme die Verstrickungen des

Mittelstands in den Aufstieg des Nationalsozialismus.

Die Blechtrommel ist ein

extrem vielschichtiger und großartig besetzter

Film, kraftvoll, opulent und grotesk

zugleich. Eine Mischung aus realistischer

Erzählkunst und ausufernder Fantasien,

aus Horror-, Heimat- und Sexfilm, ergänzt

mit Elementen des Slapsticks und der Parabel,

des heroischen Dramas und der politischen

Satire. Der Film wurde 1979 mit

der Goldene Palme und ein Jahr später

in Los Angeles als Bester fremdsprachiger

Film mit einem Oscar ausgezeichnet.

Gdansk, 1927: On his third birthday, Oscar

Matzerath (played by the great David Bennent),

a very premature boy for his young

age, decides not to grow any more in

order to deny himself to the adult world.

Nevertheless, he continues to grow highly

quick-witted while his libido turns out to

be equally unstoppable. One thing Oscar

always carries with him is his very own tin

drum. Loudly, he uses it to protest against

the rise of the Nazis and other adversities

of life. And whenever there is someone

trying to take his toy away from him, he

goes the extra mile: he just cries so shrilly

that even glass shatters. Only after the

end of the war, some things change.

Volker Schlöndorff’s masterful adaption of

the long-time seemingly unscreenable novel

by Günter Grass addresses as one of the

first German movies the entanglement of

the middle class in the rising of National Socialism.

The Tin Drum is an extremely complex

and brilliantly casted movie; powerful,

opulent and grotesque all at the same time.

It is a combination of realistic storytelling

and sprawling fantasies; of horror, Heimatand

sex film; complemented by elements of

slapstick and parable and also of heroic drama

and political satire. In 1979, the movie

was awarded the Golden Palm. Additionally,

only one year later, it was honoured with

an Oscar for Best Foreign Language Film.

DON’T LOOK BACK, MY SON

Ne okreći se sine

Der Widerstandskämpfer Neven Novak

kann aus einem KZ-Deportationszug fliehen

und macht sich auf den Weg nach

Zagreb, um seinen neunjährigen Sohn

Zoran aus einem Waisenhaus zu entführen.

Doch der mittlerweile von faschistischen

Ideologien geprägte Sohn macht

es dem Vater schwer, sein Vertrauen zu

gewinnen. Als der Junge realisiert, dass

sein Vater ein Kämpfer gegen das Regime

ist, weigert er sich, mit ihm zu kommen.

Konfrontiert mit der Feindseligkeit des

Sohnes beginnt Neven mit aller Kraft um

ihn zu buhlen. Die realistische Erzählung

vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs

kommt ohne Kitsch und Gloria für

die Seite der Partisanen aus. Der eindringlich

gespielte Klassiker bildet vielmehr unter

Verzicht auf Schwarz-Weiß-Malerei die

Charaktere in ihrer ganzen Komplexität

ab, inklusive ihrem Lebenshunger auf der

Suche nach Vereinbarkeit mit ihren Werten.

Im Unterschied zu anderen Kriegsdramen

werden die Konzentrationslager

selbst nicht gezeigt, vielmehr stehen die

Angst vor Verfolgung und davor, jederzeit

enttarnt oder entdeckt zu werden,

im Mittelpunkt. Don’t Look Back, My Son

ist ein in der jugoslawischen Filmgeschichte

unvergesslicher, packender und

sehr bewegender, streckenweise richtig

beklemmender Film. Zu den Produzenten

des 1956 gedrehten Streifens gehörte

übrigens der junge Branko Lustig.

Resistance fighter Neven Novak manages

to escape from a deportation train to a death

camp and heads for Zagreb, where he

plans to abduct his nine year old son Zoran

from an orphanage. But the father’s plan

is complicated by the son’s now being

indoctrinated with fascist ideology, making

it hard to win his trust. When the boy

realises that his father fights the regime,

he refuses to come with him. Confronted

with his son’s hostility, Neven puts all his

efforts into winning him over. This realistic

story, set before the background of WWII,

manages to get along without any kitschy

glorification of the Partisans. This captivatingly

played classic rather shows the full

complexity of its characters, including their

lust for life while trying to come to terms

with their inner values - all this by refusing

to paint its characters in black and white.

In contrast to other wartime dramas, the

death camps are not shown; rather, it is the

fear of prosecution and of being discovered

and caught at any minute, that stands

in the centre. Don’t Look Back, My Son is

an unforgettable, captivating, extremely

moving and partly downright haunting

part of Yugoslav filmmaking history. One of

the producers of this film from 1956 was a

certain young man named Branko Lustig.

Spielfilm. Jugoslawien 1956

Sprachen Serbokroatisch, Deutsch mit engl. UT

Länge 111 min.

Format 35mm

Schwarz-Weiß

Regie Branko Bauer

Drehbuch Branko Bauer, Arsen Dikli

Kamera Branko Blažina

Schnitt Boris Tešija

Musik Bojan Adamic

Produktionsdesign Zelimir Zagotta

Darsteller

Neven Novak Bert Sotlar

Vera Lila Anders

Zoran Novak Zlatko Lukman

Ivica Dobri Mladen Hanzlovsky

Leo Radojko Ježić

Ivicin Otac Stjepan Jurčević

Produktion Jadran Film

Kontakt/Vertrieb Jadran Film

Biografie Branko Bauer

Der aus Dubrovnik stammende Regisseur Branko

Bauer (1921–2002) begann seine Karriere 1949 als

Dokumentarfilmer. In den 1950er und 1960er-Jahren

zählte er zu den renommiertesten und populärsten

Filmemachern Jugoslawiens. Während dieser

Zeit entstanden Publikumserfolge wie Face To

Face, Three Girls Named Anna oder eben auch Don‘t

Look Back, My Son. Bauer, der später hauptsächlich

für das Fernsehen arbeitete, führte außerdem bei

der berühmten und erstmals 1976 ausgestrahlten

jugoslawischen TV-Serie A Farm in Mali Rit Regie.

Filmografie Branko Bauer (Auswahl)

1963 Face to Face

1959 Three Girls Named Anna

1957 Men Only

1956 Don’t Look Back, My Son

1955 Millions on the Island

98 Grußwort Christof Papousek


100 Antikriegsfilm-Klassiker

Spielfilm. Deutschland / Österreich / Kanada /

Ungarn 1999

Sprache Englisch, Französisch mit engl. UT

Länge 181 min.

Format 35mm

Farbe und Schwarz-Weiß

Regie István Szabó

Drehbuch István Szabó, Israel Horovitz

Kamera Lajos Koltai

Schnitt Michel Arcand, Dominique Fortin

Musik Maurice Jarre

Ton Glen Gauthier

Szenenbild Attila Kovács

Kostüm Györgyi Szakács, Imre Béres

Produzenten Andras Hamori, Robert Lantos

Koproduzenten Danny Krausz, Lajos Óvári

Darsteller

Ignatz Sonnenschein / Adam Sors / Ivan Sors

Ralph Fiennes

Valerie Sonnenschein Jennifer Ehle

Valerie Sors Rosemary Harris

Greta Rachel Weisz

Maj. Carole Kovács Deborah Kara Unger

Andor Knorr William Hurt

Produktion Alliance Atlantis Communications,

Kinowelt Filmproduktion, Eurimages

Vertrieb/Kontakt Serendipity Point Films

Biografie István Szabó

Gleich vier Produktionen des 1938 in Budapest geborenen

Regisseurs und Drehbuchautors wurden für

den Oscar in der Kategorie „Bester fremdsprachiger

Film“ nominiert. Mephisto mit Klaus Maria Brandauer

in der Hauptrolle konnte die Auszeichnung schließlich

auch gewinnen. Bei den Internationalen Filmfestspielen

von Cannes gewann Szabó mit diesem Film

1981 auch eine Silberne Palme für das beste Drehbuch.

Die zweite Silberne Palme folgte im Jahr 1988,

als Hanussen prämiert wurde. Neben seiner Filmkarriere

war Szabó auch als Opernregisseur tätig, so hat er

etwa an der Wiener Staatsoper Il trovatore inszeniert.

Eine ausführliche Biografie finden Sie auf Seite 42.

Filmografie István Szabó (Auswahl)

2012 The Door

2004 Being Julia

1999 Sunshine

1981 Mephisto

1980 Der grüne Vogel

100 Grußwort Christof Papousek

SUNSHINE

The Taste of Sunshine

„Sonnenschein“, so heißt das Destillat,

mit dem die gleichnamige Budapester

Familie Mitte des 19. Jahrhunderts zu

Wohlstand kommt. Während einer der

Söhne des Likörfabrikanten Emmanuel

als loyaler Richter Karriere macht, wird

der andere zum Regimegegner. Um

weiteren gesellschaftlichen Aufstieg

bemüht, ändern schließlich beide ihren

Nachnamen in Sors. Enkel Adam, schon

in jungem Alter mit Antisemitismus konfrontiert,

geht noch weiter: Er konvertiert

zum Christentum. Später gewinnt er als

Fechter eine olympische Goldmedaille.

Trotzdem entkommt auch er der Verfolgung

durch die Nazis nicht. Der Film erzählt

die bewegende Geschichte einer

ungarisch-jüdischen Familie von 1848

bis 1956. Der wichtigste Repräsentant

jeder Generation wird von Ralph Fiennes

dargestellt, der seinerseits von einem

tollen Ensemble unterstützt wird. Ebenfalls

herausragend: Lajos Koltais präzise

und ästhetisch eindrucksvolle Kameraführung.

Und natürlich István Szabós

brillante Erzählweise. Dieser nutzt auch

in Sunshine die Erlebnisse seiner Protagonisten,

um Geschichte gekonnt transparent

zu machen. Es geht somit nicht

allein um politische Umbrüche, sondern

auch um (jüdische) Identität und um

Liebesprobleme. Sunshine ist ein tiefsinniger

und beeindruckender Film, der einen

letztlich mit ruhiger Würde entlässt.

„Sunshine“ – that’s the name of a liquor

and also the name of a Budapestian family,

that gained wealth with its alcohol.

The factory owner Emmanuel has two

sons, one of them goes in for a career as

a loyal judge, while the other one becomes

a political opponent of the regime.

To move up the social leader, both changes

their surname into Sors. Emmanuels

grandson Adam, who has been

exposed to anti-Semitism from a very

young age, takes it even one step further

by converting to Christianity. Still, he is

not able to escape the persecution of

the Nazis. This film is telling the story of

a Jewish family in Hungary from 1848 to

1956. Ralph Fiennes represents the most

important characters of each generation

and is supported by a great cast. Lajos

Kolatis outstanding camera work is both

accurate and aesthetically pleasing. The

brilliant narrative style of István Szabós

makes the story transparent by focusing

on the personal experiences of the main

characters. Sunshine does not simply describe

the political changes at that time,

but also focuses on (Jewish) identity

and problematic love stories. Sunshine

is a profoundly impressive film, that leaves

the audience calm and thoughtful.

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F ILMMAG AZI N

09/14

A MOST WANTED MAN Philip Seymour Hoffman in seiner letzten großen Rolle MAPS TO THE STARS David Cronenberg und John

Cusack im Gespräch HORRORFILM Teil 2 der Retrospektive im Filmmuseum LUDWIG WÜST Ein Porträt DIPLOMATIE Volker Schlöndorff

über seinen neuen Film NIGHT MOVES Kelly Reichardts Umwelt-Thriller ROBERT WISE Eine Hommage zum 100. Geburtstag

DIE WÄLDER

SIND NOCH GRÜN

The Woods Are Still Green

August 1917. In Europa tobt der Erste

Weltkrieg mit infernalischer Zerstörungskraft.

Die Truppen der Österreichisch-Ungarischen

Monarchie kämpfen an der

Südfront gegen die des Königreichs Italien.

Der Fluss Isonzo ist Schauplatz eines

blutigen Stellungskrieges um Berge und

Täler, mit unzähligen Toten auf beiden

Seiten. Inmitten der Hölle des Krieges,

im Trommelfeuer aus tausenden Geschützen,

Giftgas- und Fliegerangriffen:

ein böhmischer Hauptmann großbürgerlicher

Herkunft namens Jan Kopetzky

und der Kärntner Handwerkersohn Jakob

Lindner. Die beiden halten, als einzige

Überlebende eines Artillerieangriffs, einen

abgelegenen Beobachterposten

hoch oben in den Julischen Alpen. Der

Hauptmann ist schwer verwundet und

der junge, unerfahrene Soldat wurde

erst kürzlich zur Front eingezogen. Da

die nächste Angriffswelle der italienischen

Armee unmittelbar bevorsteht,

darf die strategisch wichtige Feuerlenkstelle

nicht verlassen werden. Jakob

bleibt mit dem sterbenden Offizier daher

auf Posten. Die einzige Verbindung

nach außen ist ein Feldtelefon. Das an

Originalschauplätzen gedrehte, überaus

authentische und sehr intime filmische

Kammerstück handelt von Freundschaft,

Würde und Menschlichkeit inmitten der

völligen Irrationalität des ersten industrialisierten

Krieges der Weltgeschichte.

August 1917. World War I is raging through

Europe with an infernal destructiveness.

Austrian-Hungarian troops are

fighting against the Kingdom of Italy at

the southern front line. The river Isonzo

and the surrounding mountains and valleys

are the spectators of a bloody trench

warfare with countless dead people on

both sides. In the midst of the hells of

war and drumfire, bursting grenades and

bodies, poison gas attacks and air raids,

there are two survivors – the upper middle

class Bohemian captain Jan Kopetzky

and Jakob Lindner, the son of a Carinthian

craftsman. Both, the only people left alive

after an artillery attack, hold an isolated observation

post high up the Julian Alps. The

captain is severely injured and the young,

inexperienced soldier was only recently

drafted to the front. Expecting the imminent

danger of a new wave of attacks, it

is highly risky to leave the strategically important

position. That is why Jakob decides

to stay with the dying officer. And the only

connection to the outside world is a field

telephone. Filmed in original locations, this

authentic and intimate cinematic chamber

play deals with friendship, dignity and humanity

amidst the extreme irrationality of

the first industrialised war in world history.

Spielfilm. Österreich / Slowenien 2014

Sprachen Deutsch

Länge 107 min.

Format DCP

Farbe

Stabliste

Regie Marko Naberšnik

Drehbuch Marko Naberšnik, Robert Hofferer

Kamera Milos Srdic

Schnitt Jan Lovse

Ton Matjaz Moraus Zdesar

Musik Michael Wollny

Produzent Robert Hofferer

Darsteller

Jakob Lindner Michael Kristof

Jan Kopetzky Simon Serbinek

Der General Clemens Aap Lindenberg

Karl Hafner Kristian Hodko

Produktion Artdeluxe

Vertrieb/Kontakt Thimfilm Filmverleih

Biografie Marko Naberšnik

Marko Naberšnik wurde 1973 in Maribor geboren.

Nach einem Gaststudium an der Filmakademie

New York im Jahr 1996 absolvierte er das Fach Regie

an der Staatlichen Akademie für Theater, Radio,

Film und Fernsehen in Ljubljana. Die während dieser

Zeit entstandenen Kurzfilme wurden wiederholt

auf internationalen Festivals ausgezeichnet. Sein

Spielfilmdebüt 2009 als Regisseur und Drehbuchautor,

Rooster’s Breakfast, war zugleich Sloweniens

Kandidat im Rennen um den Oscar . Mit seinem

zweiten Spielfilm Shanghai Gypsy gewann er am

World Film Festival Montreal 2012 dann den Preis

für das beste Drehbuch.

Filmografie Marko Nabersnik (Auswahl)

2014 Die Wälder sind noch grün

2012 Shanghai Gypsy

2007 Rooster´s Breakfast

Grußwort Christof Papousek 103


25-THE RETROSPECTIVE

Bernard Bier zum ersten Mal in Wien erhältlich

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Im Rahmen von „25–The Retrospective“ haben zahlreiche renommierte FilmkritikerInnen

aus aller Welt den ihrer Ansicht nach jeweils besten Spielfilm gewählt, der im Verlauf

der letzten 25 Jahre (also seit dem Fall des Eisernen Vorhangs) in jenen 25 Ländern

produziert worden ist, die von LET’S CEE abgedeckt werden. Von diesen 25 Siegerfilmen

werden beim Film Festival heuer aber aus organisatorischen Gründen nur zehn

gezeigt. Darunter befinden sich absolute Kultfilme wie The Double Life of Veronique von

Krzysztof Kieślowski, Underground von Emir Kusturica, In the Fog von Sergei Loznitsa, No

Man’s Land von Danis Tanović, der rumänische The Death Of Mr. Lazarescu von Cristi Puiu

oder Before the Rain von Milcho Manchevski. The Bat aus Aserbaidschan, der makabre

Gangsterthriller 13 Tzameti aus Georgien, Kukumi, eine Komödie aus dem Kosovo sowie

Tulpan aus Kasachstan ergänzen das vielseitigen Programm, das im nächsten Jahr fortgesetzt

werden wird. Filme wie Jan Svěráks Kolya aus Tschechien, Satantango von Béla

Tarr aus Ungarn, My Joy aus der Ukraine (ebenfalls von Sergei Loznitsa) oder Andrei Swjaginzews

The Return aus Russland werden erst nächstes Jahr auf dem Programm stehen.

An der Umfrage teilgenommen haben unter anderem der Filmkritiker Thomas Abeltshauser

aus Berlin, seine Kollegen Anna Bielak aus Warschau, Giulia Dobre aus Bukarest

und Báron György aus Budapest, Maria Chalkou, Chefredakteurin von Filmicon aus Griechenland,

Matthieu Darras vom San Sebastian Film Festival, Eberhard von Elterlein von der

Berliner Morgenpost, Ernesto Diezmartínez von der Zeitung Reforma aus Mexiko, Duma

Dana vom Magazin Film aus Rumänien, Nenad Dukic von Radio Belgrad, Elsa Demo aus

Albanien, Jan Pieter Ekker aus den Niederlanden, Juan Carlos González A. von Kinetoscopio

in Kolumbien, Carmen Gray vom Dazed & Confused Magazine aus England, der

Australier Richard Haridy von Quickflix, Christian Jungen von der NZZ, der Filmhistoriker

Lauri Kärk aus Estland, Salome Kikaleishvili aus Georgien, Blagoja Kunovski aus Mazedonien,

Jochen Kürten von der Deutschen Welle, Daniel Lindvall von Film International aus

Schweden, Demetrios Matheou vom englischen SundayHerald, der irisch-amerikanische

Filmemacher und Kritiker James McDonald, die persische Essayistin und Filmkritikerin

Minou Moshiri, Michael Omasta vom Falter aus Österreich, Pamela Pianezza, Chefredakteurin

des französischen Tess Magazine, Vuk Perović vom öffentlichen Rundfunk in Montenegro,

Rod Quinn vom australischen ABC Radio, Tomasz Raczek vom polnischen Latarnik,

Nick Roddick vom englischen Evening Standard, der deutsche Filmhistoriker Hans - Joachim

Schlegel, Marcel Štefančič von Mladina aus Slowenien, die Kritikerlegende David

Sterritt aus den USA, Ioana Stupariu vom Telegraf aus Rumänien, Gorazd Trušnovec von

Ekran aus Slowenien, Nina Tsyrkun vom Magazin Iskusstvo Kino aus Russland, Andreas

Ungerböck vom Ray Magazin aus Österreich, Denis Valič aus Slowenien, Božidar Zečević

vom Filmograf aus Serbien und viele andere. Ihnen allen gebührt unser großer Dank!

Several renowned film critics from all over the world have chosen what they personally believe

to be the best film that was produced in the past twenty-five years (i.e. since the fall of the Iron

Curtain) in the twenty-five countries covered by the LET’S CEE Film Festival four out “25 - The

Retrospective”. However, for organisational reasons, only ten of these twenty-five films will be

shown at this year’s Festival. These include cult films such as The Double Life of Véronique by Krzysztof

Kieślowski, Emir Kusturica’s Underground, In the Fog by Sergei Loznitsa, No Man’s Land by

Danis Tanović, the Romanian feature The Death Of Mr. Lazarescu by Cristi Puiu, or Before the Rain

by Milcho Manchevski. The programme, which will be continued next year, will be completed by

The Bat from Azerbaijan, the morbid gangster thriller 13 Tzameti from Georgia, Kukumi, a comedy

from Kosovo, and Tulpan from Kazakhstan. Films including Jan Svěráks Kolya from the Czech

Republic, Satantango by Béla Tarr from Hungary, My Joy by Ukrainian director Sergei Loznitsa,

or Russian director Andrei Swjaginzew’s The Return will be included in next year’s programme.

The following film critics participated in the survey: Thomas Abeltshauser from Berlin, his

colleagues Anna Bielak from Warsaw, Gulia Dobre from Bucharest and Báron György from

Budapest, Maria Chalkou, editor of Filmicon from Greece, Matthieu Darras of the San Sebastian

Film Festival, Eberhard von Elterlein from the Berliner Morgenpost, Ernesto Diezmartínez

from the Reforma newspaper in Mexico, Duma Dana of the Romanian Film magazine, Nenad

Dukic from Radio Belgrade, Elsa Demo from Albania, Jan Pieter Ekker from the Netherlands,

Juan Carlos González A. from Kinetoscopio in Colombia, Carmen Gray from Dazed &

Confused Magazine in England, Richard Haridy from Australia’s Quickflix, Christian Jungen

of the NZZ, film historian Lauri Kärk from Estonia, Salome Kikaleishvili from Georgia, Blagoja

Kunovski from Macedonia, Jochen Kürten of the Deutsche Welle, Daniel Lindvall of Film International

in Sewden, Demetrios Matheou of the Sunday Herald in England, Irish-American

filmmaker and critic James McDonald, Persian Essayist and film critic Minou Moshir, Michael

Omasta of the Falter magazine in Austria, Pamela Pianezza, editor in chief of French Tess

Magazine, Vuk Perović of the public broadcasting service in Montenegro, Rod Quinn of Australia’s

ABC Radio, Tomasz Raczek of Polish Latarnik, Nick Roddick of the Evening Standard

in England, German film historian Hans Joachim Schlegel, Marcel Štefančič of Mladina in

Slovenia, legendary critic David Sterritt from the USA, Ioana Stupariu of the Telegraf in Romania,

Gorazd Trušnovec of Ekran in Slovenia, Nina Tsyrkun from the Iskusstvo Kino magazine

in Russia, Andreas Ungerböck of the Austrian Ray Magazine, Denis Valič from Slovenia, Božidar

Zečević of Filmograf in Serbia and many more. We would like to express our gratitude!

25-Retrospektive 105


106 25-The Retrospective

25-The Retrospective 107

Spielfilm. Frankreich / Georgien 2005

Sprache Französisch, Georgisch, Deutsch mit engl. UT

Länge 93 min

Format 35mm

Schwarz-Weiß

Regie Géla Babluani

Drehbuch Géla Babluani

Kamera Tariel Meliava

Schnitt Noémie Moreau

Ton Elias Ludović

Musik Arnaud Taillefer

Szenenbild Bernard Péault

Maske Delphine Birarelli, Raphaële Thiercelin

Kostüm Sabine Solin

Produzenten Géla Babluani, Jean-Baptiste

Legrand, Fanny Saadi

Darsteller

Sébastien George Babluani

Jacky Aurélien Recoing

Zeremonienmeister Pascal Bongard

Alain Fred Ulysse

Patenonkel Nicolas Pignon

Jean-François Godon Philippe Passon

Produktion Quasar Pictures, Solimane

Productions, MK2 Productions

Vertrieb/Kontakt MK2 Diffusion

Biografie Géla Babluani

Das Filmemachen liegt Géla Babluani in den Genen.

Sein Vater Temur ist immerhin Gewinner eines Silbernen

Bären bei der Berlinale. Géla wurde 1979 in Tiflis

geboren, im selben Jahr, in dem sein Vater die Ausbildung

an der Staatlichen Theaterhochschule abschloss.

Seine Kinder schickte Temur Babluani zum Studium

nach Frankreich, wo Géla schließlich auch seinen ersten

Kurzfilm, À fleur de peau, fertigstellte. Sein bis dato

bedeutendster Film ist aber 13 Tzameti, der unter anderem

beim Sundance Film Festival ausgezeichnet

wurde und 2010 als 13 von Géla Babluani selbst für den

amerikanischen Markt neu verfilmt worden ist.

Filmographie Géla Babluani

2010 13

2006 The Legacy

2005 13 Tzameti

2002 À fleur de peau

13 TZAMETI

Der georgische Einwanderer Sébastien

arbeitet irgendwo an der französischen

Küste an der Renovierung eines Hauses.

Dabei hört er immer wieder Gespräche

des Hauseigentümers mit, in denen der

unter anderem von seinem letzten großen

Coup spricht. Sébastian erkennt,

dass der morphiumsüchtige Monsieur

Godon in kriminelle Aktivitäten verstrickt

sein dürfte. Als Godon eines Tages einer

Überdosis zum Opfer fällt, sieht der junge

Arbeiter die Chance gekommen, der

Armut zu entfliehen. Er entwendet einen

Umschlag mit Anweisungen, die ihn in

eine abgelegene Villa führen. Dort wird

er bereits erwartet – als Teilnehmer an einem

makabren Spiel, in dem eine seltsame

Halbwelt-Gesellschaft auf das Leben

von dreizehn armen Schluckern wettet.

13 Tzameti ist ein formidabel inszenierter,

mitreißender, sehr intensiver und

zugleich makabrer nihilistischer Gangsterthriller.

In puncto Thematik fühlt man

sich streckenweise durchaus zu Recht an

große Vorbilder wie The Deer Hunter gehen

und Battle Royale erinnert, aber auch

Bezüge zu Hostel und zu der Saw-Reihe

wurden von der fast durchwegs sehr

wohlgesonnenen Kritik hergestellt

Géla Babluanis Film, der unter anderem

Auszeichnungen beim Sundance Festival

in den USA und bei den European

Film Awards erhielt, war übrigens auch

beim Publikum bislang ein klarer Erfolg.

Sébastien, an immigrant from Georgia, is

renovating a house by the French coast.

While working, Sébastien eavesdrops on

a conversation of Monsieur Godon, the

house owner, talking about his last coup.

He recognizes that Monsieur Godon is not

only a morphine addict, but must also be

involved in some criminal activities. The

day Godon dies of an overdose is the day

that changes Sébastiens life forever. It is

his chance to flee from poverty and an

uneventful life. He steals an envelope with

secret information on the next coup, which

leads him to a hidden villa. Soon he beco-

mes part of a macabre game, involving a

society of shady people, betting on the lives

of thirteen poor wretches. 13 Tzameti is an

ambitious, absorbing, very intense and at

the same time macabre gangster-thriller.

The plot is reminiscent of renowned productions

like The Deer Hunter and Battle Royale,

race reviews also draw parallels to Hostel

and the Saw-series. Géla Babluani's film, that

has been awarded by the jury of the Sundance

Festival in the US and also at the European

Film Awards, does not only fascinate

the critics, but also impresses the audience

with its disturbing and nihilistic attitude.

the bat

Yarasa

Der erste international beachtete Film, der

nach dem Untergang der Sowjetunion im

unabhängigen Aserbaidschan entstand,

ist eine nostalgische Liebeserklärung an

die Blütezeit und das Sterben des Stummfilms.

Yarasa erzählt in faszinierenden Ellipsen

von einer fatalen Liebesgeschichte

im und um das Kino. Er ist eine Ode an

die Fantasie, bei der mal humorvoll und

mal tragisch auf die Unvereinbarkeit von

Kunst und Leben geblickt wird. Zur Story:

Ein älterer Wissenschaftler verliebt sich

in die Kartenverkäuferin Turan, die eine

Karriere als Schauspielerin einschlägt.

Sie heiraten, und gemeinsam verbringen

sie viele Stunden im Kino. Der Kunstliebhaber

merkt nicht, dass er eines Tages

nicht mehr der einzige Mann im Leben

von Turan ist. Als schließlich der Tonfilm

in Aserbaidschan ankommt, bekommt

der Mann einen Schock und erblindet.

Turan lädt ihren Liebhaber fortan sogar

in ihr Haus ein. Die beiden versuchen,

seine Anwesenheit vor dem erblindeten

Gatten zu verheimlichen. Die Grenzen

zwischen Film und Liebe verwischen,

und der Tod des Stummfilms entwickelt

sich auch zur lebensbedrohlichen Gefahr

für Turan. Regisseur Ayaz Salayev beschreibt

eine poetische und allegorische

Geschichte des Kinos, die das Publikum

voller Anspielungen auf die westliche

Welt der Musik, Literatur und des Kinos

in eine andere Zeit und Welt versetzt.

The first internationally acclaimed film

produced in independent Azerbaijan after

the downfall of the Soviet Union is a

nostalgic declaration of love to the heyday

and death of the silent film. In a fascinating

elliptic style Yarasa tells the fatal

love story in and about the cinema. It is

an ode to phantasy, while considering the

incongruity of art and life at times humorous,

at times tragical. About the plot: An

elderly scientist falls for the ticket clerk

Turan, wo is embarking upon a career as

an actress. The both of them get married,

and together they spend a great many

hours in the movie theatres. The old art

lover does not even notice that he soon

is not the only man in Turan’s life anymore.

When the sound film finally reaches

Azerbaijan, the man is shocked and goes

blind. Now, Turan is not even embarrassed

anymore to invite her lover into her home.

And so, the two of them are forced to try

to hide their affair from the blind husband

in silence. The lines between film and love

get blurry, and eventually, the death of

the silent film becomes a life threatening

danger for Turan. The director Ayaz Salayev

describes a poetic and allegorical

story of cinema which takes the audience

with all those references to the western

world of music, literature and cinema

completely into another time and space.

Spielfilm. Aserbaidschan 1995

Sprache Aserbaidschanisch mit dt. UT

Länge 78 min.

Format 35mm

Farbe

Regie Ayaz Salayev

Drehbuch Kamal Aslanov, Ayaz Salayev

Kamera Antonina Korotnitskaya, Bagir Rafiev, Yuri

Varnovski

Schnitt Rafiqa Ibrahimova, Tamara Narimanbekova

Ton Teymur Abdullayev

Musik Nazim Mirishly

Szenenbild Fatma Gurbanova

Produzent Saday Akhmedov

Darsteller

Turan Mariya Lipkina

Agabay Rasim Balayev

Nuru Tolib Khamidov

Produktion Interturan

Vertrieb/Kontakt Arsenal Distribution

Biografie Ayaz Salayev

Der Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler

Ayaz Salayev wurde 1960 in der aserbaidschanischen

Hauptstadt Baku geboren. Seine Studien

absolvierte er zuerst in Moskau am Staatlichen Institut

für Kinematographie und danach an der Akademie

der Wissenschaften in Aserbaidschan, wo er

sich intensiv mit dem Filmschaffen seines Landes

auseinander setzte. Im Jahr 1995 erschien sein

Spielfilm The Bat, der unter anderem beim Filmfestival

in Angers in Frankreich mit einem Grand Prix

ausgezeichnet wurde. Salayev, der seit vielen Jahren

an verschiedenen Bildungseinrichtungen und

Universitäten Film unterrichtet, wurde im Jahr 2000

auch als „Verdienter Künstler Aserbeidschans“ ausgezeichnet.

Filmografie Ayaz Salayev (Auswahl)

2009 Ehram TV

1995 The Bat

106 Grußwort Christof Papousek

Grußwort Christof Papousek 107


108 25-The Retrospective

25-The Retrospective 109

Spielfilm. Mazedonien / Frankreich /

Großbritannien 1994

Sprache Mazedonisch, Englisch, Albanisch,

Französisch mit dt. UT

Länge 113 min.

Format 35mm

Farbe

Regie und Drehbuch Milcho Manchevski

Kamera Manuel Teran

Schnitt Nicolas Gaster

Musik Anastasia

Ton Peter Baldock

Kostüm Caroline Harris, Sue Yelland

Szenenbild Sharon Lomofsky, David Munns

Produzenten Judy Counihan, Cedomir Kolar,

Sam Taylor, Cat Villiers

Darsteller

Anne Katrin Cartlidge

Aleksander Rade Šerbedžija

Kiril Grégoire Colin

Zamira Labina Mitevska

Annes Mutter Phyllida Law

Produktion Aim Productions, Noe Productions,

Vardar Film

Vertrieb/Kontakt Polyfilm

Biografie Milcho Manchevski

Der 1959 in Mazedonien geborene Milcho Manchevski

ist Regisseur und Drehbuchautor. Aber nicht

nur das: Er schreibt Romane und Essays, photographiert,

unterrichtet und ist als Performancekünstler

aktiv. Das von ihm für Arrested Development 1992

gedrehte Musikvideo Tennessee wurde vom Rolling

Stone auf Platz 69 der besten Musikvideos aller Zeiten

gewählt. Manchevskis Spielfilmdebüt Before the

Rain (1994) erhielt neben dem Goldenen Löwen

bei den Filmfestspielen von Venedig auch eine

Oscar-Nominierung. Seine Spiel-, Kurz- und Dokumentarfilme

wurden auf über einhundert Festivals

gezeigt und oft prämiert.

Filmografie Milcho Manchevski (Auswahl)

2013 Venice 70: Future Reloaded

2010 Mothers

2007 Shadows

2001 Dust

1994 Before the Rain

BEFORE THE RAIN

Pred doždot

„Die Zeit stirbt nie, der Kreis ist nicht vollendet“.

Diese enigmatischen Worte eines

orthodoxen Priesters zu Beginn des Films

werden sich als programmatisch erweisen.

Gewalt zirkuliert hier, die Raum-

Zeit-Logik unterlaufend, wie ein Virus

und verbindet drei Geschichten über die

Liebe beziehungsweise ein Kloster, ein

Londoner Restaurant und ein winziges,

mazedonisches Dorf: Der junge Mönch

Kiril gewährt dem albanischen Mädchen

Zamira, das einen Mord begangen haben

soll und deshalb von bewaffneten

Männern verfolgt wird, Schutz. Anne,

die Verlegerin einer Fotoagentur in London,

hat ein Verhältnis mit Aleksandre,

einem serbisch-mazedonischen Kriegsfotografen,

und möchte endlich mit ihrem

Ehemann reinen Tisch machen. Dazu

sucht sie sich jedoch den falschen Ort

zur falschen Zeit aus. Aleksandre wiederum

muss nach seiner Rückkehr in sein

Heimatdorf erkennen, dass aus ehemals

friedlichen Nachbarn erbitterte Feinde

geworden sind. Diese drei Teile einer

einzigen Geschichte nehmen sowohl

inhaltlich wie auch motivisch aufeinander

Bezug. Vor dem Hintergrund schwelender

ethnischer Konflikte im jungen

Staat Mazedonien verwebt Milcho Manchevski

in seinem oscarnominierten und

in Venedig mit einem Goldenen Löwen

ausgezeichneten Regiedebüt drei Erzählstränge

– betitelt als Worte, Gesichter,

Bilder – zu einem großen, poetischen

und mitten ins Herz treffenden Film.

"Time never dies. The circle is never round.“

These enigmatic words of an orthodox

priest at the beginning of the film will prove

to have a programmatic task. Violence

circles through this storyline like a virus, adjusted

to the logic of space and time, and

combines three stories about love – more

precisely, it connects an isolated monastery,

a restaurant in London and a tiny Macedonian

village. The young monk Kiril grants the

Albanian girl Zamira who is being tracked

by armed men after allegedly committing

a murder a place to hide out. Anne, publisher

at a photo agency in London, has an

affair with Aleksandre, a Serbian-Macedonian

war photographer, and wants to finally

clear the air with her husband. To tell him

the truth, she, unfortunately, picks the wrong

place at the wrong time. Aleksandre, on the

other hand, has to realize after his return to

his home village that once peaceful neighbors

have turned into hostile enemies. These

three parts of one single story refer to each

other not only by means of content but also

of motifs. In a context of smoldering conflicts

in the young country of Macedonia,

Milcho Manchevski interweaves three plot

lines, constructed of incisive words, faces and

images, to one great, poetic film that moves

you to the core. With his captivating directing

debut he was nominated for an Academy

Award and won the Golden Lion in Venice.

THE DEATH OF

MR. LAZARESCU

Moartea domnului Lăzărescu

Herr Lăzărescu leidet an Kopfschmerzen

und Erbrechen. Von seiner heruntergekommenen

Wohnung in einem

anonymen Bukarester Plattenbau aus

ruft er die Ambulanz. Als diese nach

langem Warten endlich auftaucht, beginnt

eine nächtliche Odyssee von Spital

zu Spital, von Diagnose zu Diagnose.

Dass der Gesundheitszustand von Herrn

Lăzărescu wirklich bedrohlich ist, wird

immer deutlicher, doch die Krankenhäuser

sind überfüllt und das Personal

ist überarbeitet. Allein die Sanitäterin

Frau Mioara weicht nicht von seiner

Seite. Der Regisseur und Drehbuchautor

Cristi Puiu hinterlegt die nächtliche

Irrfahrt mit düsteren, trostlosen Bildern

von dokumentarischer Qualität. Auf die

Idee zu diesem Film brachte ihn neben

der Verzweiflung über die Ineffizienz

des staatlichen Gesundheitsapparats

seiner Heimat auch die Auseinandersetzung

mit seiner eigenen Hypochondrie.

Puiu schuf ein bewegendes Drama,

das in Rumänien mittlerweile als stilprägendes

Nationalepos gilt. Die Auszeichnung

mit dem Preis Un Certain

Regard 2005 in Cannes war die erste

große internationale Anerkennung für

die aufstrebende Filmnation. Zwei Jahre

später konnte mit Cristian Mungius

4 Months, 3 Weeks and 2 Days ein rumänischer

Film den ebendort verliehenen

Hauptpreis mit nach Hause bringen.

Mister Lăzărescu is suffering from headaches

and vomiting. From his shabby

apartment in an anonymous industrialised

apartment block in Bucharest, he thus

calls the ambulance. After a long wait, it

finally arrives. But this was only the beginning

of an upcoming night-time odyssey

from hospital to hospital, from diagnosis

to diagnosis. It gets ever more clear that

Mister Lăzărescu’s physical condition is critical,

but the hospitals are just too crowded

and the staff is overworked. Only Miss Mioara,

a paramedic, is not leaving his side.

Director and screenwriter Cristi Puiu highlights

the nightly odyssey with dreary

pictures of documentary quality. He came

up with the idea for this movie not only

due to his despair over the inefficiency of

his homeland’s public health care system,

but also thanks to the examination of his

own hypochondria. Puiu created a moving

drama, which is meanwhile considered a

style-defining national epic in Romania.

The honouring with the Un Certain Regard

award in Cannes in 2005 was the first

big international acknowledgement for

the aspiring film nation. Only two years

later, another Rumanian movie, namely

Christian Mungiu’s 4 Months, 3 Weeks and

2 Days, brought home the Golden Palm.

Spielfilm. Rumänien 2005

Sprache Rumänisch mit engl. UT

Länge 153 min.

Format 35mm

Farbe

Regie Cristi Puiu

Drehbuch Cristi Puiu, Răzvan Rădulescu

Kamera Oleg Mutu, Andrei Butica

Schnitt Dana Bunescu

Sound Constantin Fleancu, Cristian Tarnovetchi

Musik Andreea Păduraru

Szenenbild Cristina Barbu

Kostüme Cristina Barbu

Produzenten Alexandru Munteanu,

Bobby Păunescu, Anca Puiu

Darsteller

Dante Remus Lăzărescu Ion Fiscuteanu

Mioara Avram Luminița Gheorghiu

Leo Gabriel Spahiu

Sandu Sterian Doru Ana

Misu Dragos Bucur

Mariana Monica Barladeanu

Produktion Mandragora Movies

Vertrieb/Kontakt DC Communication/Mandragora

Biografie Cristi Puiu

Cristi Puiu wurde 1967 in Bukarest geboren. Mit

dem Medium Film kam er erstmals bereits während

seines Malereistudiums in Genf in Kontakt.

Dennoch widmete er sich zunächst der primär der

Bildenden Kunst und nur nebenbei dem Drehbuchschreiben.

Mit seinem ersten Spielfilm Stuff and

Dough konnte er 2000 bei der Quinzaine des Réalisateurs

in Cannes Premiere feiern und zahlreiche

Preise gewinnen. The Death of Mr. Lazarescu ist Cristi

Puius bislang größter Erfolg.

Filmographie Cristi Puiu

2014 Bridges of Sarajevo

2013 Three Exercises of Interpretation

2010 Aurora

2005 The Death of Mr. Lazarescu

2004 Cigarettes and Coffee

2001 Stuff and Dough

108 Grußwort Christof Papousek

Grußwort Christof Papousek 109


110 25-The Retrospective

Spielfilm. Frankreich / Polen / Norwegen 1991

Sprache Französisch, Polnisch mit engl. UT

Länge 98 min.

Format 35mm

Farbe

Regie Krzysztof Kieślowski

Drehbuch Krzysztof Kieślowski, Krzysztof Piesiewicz

Kamera Sławomir Idziak

Schnitt Jacques Witta

Musik Zbigniew Preisner

Produzent Leonardo De La Fuente

THE DOUBLE LIFE

OF VÉRONIQUE

Podwójne życie Weroniki

Demner, Merlicek & Bergmann

Darsteller

Véronique/Weronika Irène Jacob

Weronikas Tante Halina Gryglaszewska

Die auffällige Frau Kalina Jędrusik

Dirigent Aleksander Bardini

Weronikas Vater Władysław Kowalski

Produktion Sidéral Productions, Norsk Film, Canal+

Vertrieb/Kontakt MK2 Diffusion

Biografie Krzysztof Kieślowski

Krzysztof Kieślowski gilt bis heute als einer der einflussreichsten

europäischen Filmregisseure. 1942

in Warschau geboren, begann er mit 15 Jahren ein

Studium an der Warschauer Hochschule für Theaterwissenschaften.

Später wurde er auch an der renommierten

Staatlichen Hochschule für Film, Fernsehen

und Theater in Łódź aufgenommen. Nach

einigen Kurz- und Dokumentarfilmen erlangte er

mit der zehnteiligen Reihe The Decalogue internationale

Bekanntheit, deren Episoden A Short Film

About Killing und A Short Film About Love mehrfach

ausgezeichnet wurden. Seine größten Erfolge feierte

Kieślowski jedoch mit der sogenannten Drei-Farben-Trilogie.

Für Three Colors: Red erhielt er unter

anderem auch eine Oscar-Nominierung für die beste

Regie. Kieślowski starb 1996 in Warschau.

Filmografie Krzysztof Kieślowski (Auswahl)

1994 Three Colors: Red

1994 Three Colors: White

1993 Three Colors: Blue

1991 The Double Life of Véronique

1989-1990 The Decalogue

1988 A Short Film About Love

1988 A Short Film About Killing

1979 Camera Buff

Weronika lebt in Polen und ist eine begnadete

Sängerin. Sie leidet an einer

schweren Herzerkrankung. Véronique,

die in Frankreich lebt und ihr zum Verwechseln

ähnlich sieht, ist ebenfalls der

Musik verfallen. Und auch sie leidet an

einer Herzschwäche. Beide sind zudem

am gleichen Tag geboren und Linkshänderinnen.

Und das sind noch lange nicht

alle Gemeinsamkeiten. Als Weronika bei

ihrem ersten großen Konzert stirbt, spürt

Véronique, das etwas Schreckliches passiert

ist. Wie sie auch sonst Zeit ihres

Lebens das Gefühl hatte, mit jemandem

anderen durch ein ebenso unsichtbares

wie rätselhaftes Band verbunden zu sein.

Und dann ist da noch ein mysteriöser

Puppenspieler, zu dem sie sich hingezogen

fühlt und durch den sie eines Tages

sogar erkennt, dass sie Weronika (oder

sich selbst) schon einmal für einen kurzen

Augenblick begegnet ist. Das symbolreiche

und poetische Filmmärchen

(mit der großartigen Irène Jacob in einer

Doppelrolle) ist ein Liebeslied auf den

Zufall und das Schicksal, das Übersinnliche

und die Sensibilität, auf die Gefühle

und auf die mitunter unheimliche Kraft

der Ahnung. Dem brillianten polnischen

Autorenfilmer Krzysztof Kieślowski ist –

unter anderem mit fein komponierten

Bildern und bezaubernder ätherischer

Musik – zweifellos ein filmhistorisch

bedeutendes Meisterwerk gelungen.

Weronika lives in Poland and is an exceptionally

gifted singer. She suffers from a

serious heart condition. Véronique, who

lives in France and looks almost exactly the

same as Weronika, is also in love with music.

And she suffers from a weak heart, too.

Moreover, both were born on the same day

and both women are left-handed. And these

are just a few of their many similarities.

When Weronika dies at her first big concert,

Véronique feels that something awful

must have happened. The feeling of being

connected to somebody else by a mystical,

invisible bond accompanies her through

her whole life. And then, there is this mysterious

puppeteer she feels attracted to and

who helps her realise one day that she must

have even met Weronika (or herself ) once

before in a brief moment of her life. The

symbolic, poetically filmed fairy tale (starring

the great Irène Jacob in a double role)

is a love song to coincidence and destiny, to

the supernatural and sensitivity, to the role

of feelings and the eerie power of intuitiveness.

The brilliant Polish filmmaker Krzysztof

Kieślowski admirably accomplished to create

such an exceptionally significant masterpiece

in the history of film, using perceptively

composed pictures and charmingly

aesthetic music amongst other things.

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25-The Retrospective 113

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in the fog

V tumane

1942, die deutsche Wehrmacht hält die

westliche Grenze der UdSSR besetzt

und nur wenige Partisanen leisten Widerstand.

Der gutmütige Arbeiter Sushenya

ist zur falschen Zeit am falschen

Ort. Nach einem Sabotageakt werden

drei seiner Kollegen erhängt, da sie einen

Zug entgleisen ließen. Nur er wird

unerwartet wieder frei gelassen. Schwer

gezeichnet kehrt er zu seiner Familie

zurück, wo er sich mit Anschuldigungen

seiner ehemaligen Mitstreiter konfrontiert

sieht und der Kollaboration

verdächtigt wird. Eines Nachts klopfen

zwei Partisanen an seine Tür - einer davon

ist sein alter Freund und Nachbar

Burov - und fordern Rache. Sushenya ergibt

sich widerstandslos, um eine Strafe

zu empfangen, die er nicht verdient hat.

Doch im Wald, am Ort der geplanten

Exekution angekommen, wird er von

zwei Unbekannten gerettet. Das Blatt

wendet sich plötzlich und nun liegt es

in Sushenyas Hand, über Leben und

Tod zu entscheiden. Der ukrainische

Regisseur Sergei Loznitsa schuf mit In

the Fog ein emotionales Drama über

Schuld und Moral in Zeiten des Krieges.

Im minimalistischen Stil, mit ruhigen

Bildern und wenigen Schnitten zeichnet

der Filmemacher den Leidensweg

seiner Protagonisten nach, die der Logik

des Krieges Folge leisten. Klar wird,

was klar ist: Letztens Endes ist jeder

selbst für sein Handeln verantwortlich.

In 1942, the western border of the USSR has

been occupied by German Armed Forces

and only few partisans still make a stand.

The good-natured worker Sushenya finds

himself at the wrong place at the wrong

time. After derailing a train, three of his

colleagues are hanged for sabotage. Unexpectedly,

only Sushenya is released after a

tough interrogation and returns to his family

severely scarred by these events. Back

home, his former comrades-in-arms accuse

and suspect him of being a collaborator.

One night, two partisans - one of them his

old friend and neighbour Burov – come

to his door and demand revenge. Sushenya

surrenders unresistingly and faces his

penalty, although he does not deserve it.

Taken into the woods, where he is supposed

to be executed, Sushenya is saved by

two strangers. Suddenly the tide is turning

and Sushenya is in control of life and death.

With In the Fog Ukrainian director Sergei Loznitsa

created an emotional drama about

fault and morality at times of war. In a minimalist

style with calm images and only

little cutting the director traces the protagonist's

long way of suffering, which reflects

the logic of war. In the end, what has

already been clear becomes evident: everyone

is responsible for their own actions.

Spielfilm. Deutschland / Russland / Lettland /

Niederlande / Weißrussland 2012

Sprache Russisch mit dt. UT

Länge 127 min.

Format DCP

Farbe

Regie Sergei Loznitsa

Drehbuch Sergei Loznitsa

Kamera Oleg Mutu

Schnitt Danielius Kokanauskis

Ton Vladimir Golovnitski

Kostüm Dorota Roqueplo

Make up Tamara Frid

Produzent Heino Deckert

Darsteller

Sushenya Vladimir Svirski

Burov Vlad Abashin

Voitik Sergei Kolesov

Grisha Nikita Peremotovs

Anelya Julia Peresild

Koroban Kirill Petrov

Produktion ma.ja.de fiction, GP Cinema Company,

Rija Films, Lemming Film, Belarus-film

Vertrieb/Kontakt Polyfilm

Biografie Sergei Loznitsa

Der Ukrainer Sergei Loznitsa kam 1964 im heutigen

Weißrussland zur Welt. Nach einem Studium

der Angewandten Mathematik absolvierte er zu

Beginn der 1990er-Jahre die russische Filmhochschule.

Sein Hauptaugenmerk galt viele Jahre dem

Dokumentarfilm. Oft beschäftigte er sich dabei mit

der russischen Provinz und der Geschichte der Sowjetunion.

Für Blockade erhielt er 2005 einen Nikita,

den wichtigsten russischen Filmpreis. Loznitsas

erster Spielfilm My Joy war ebenso für die Goldene

Palme in Cannes nominiert wie zwei Jahre später In

the Fog, für den er schlussendlich auch den FIPRES-

CI Preis mit nach Hause nehmen konnte.

Filmografie Sergei Loznitsa (Auswahl)

2014 Bridges of Sarajevo

2014 Maidan

2010 My Joy

2012 In The Fog

2005 Blockade

2002 The Settlement

kunstkanal, ulrichgasse 1, 1020 wien, www.kunstkanal.at

Grußwort Christof Papousek 113


114 25-The Retrospective

25-The Retrospective 115

Spielfilm. Kosovo 2005

Sprache Albanisch, Serbisch, Englisch,

Koreanisch mit engl. UT

Länge 107 min.

Format 35mm

Farbe

Regie Isa Qosja

Drehbuch Mehmet Kraja, Isa Qosja

Kamera Menduh Nushi

Schnitt Agron Vula

Musik Naim Krasniqi

Ton Stjepan Suskovic

Kostüm Κrenare Rugova

Produzent Gani Mehmetaj

Darsteller

Kukumi Luan Jaha

Mara Anisa Ismaili

Hasan Donat Qosja

Gafurri Shkumbin Istrefi

Zarifja Yllka Gashi

Roja Fatmir Spahiu

Produktion Kosovo Film, Pristina

Verleih/Vertrieb Isa Qosja

Biografie Isa Qosja

Der albanische Regisseur Isa Qosja wurde 1947 im

heutigen Montenegro geboren. Er hat die Filmakademie

in Belgrad absolviert und sich danach als Autor

sowie Regisseur vieler Kunst- sowie Dokumentarfilme

und am Theater einen Namen gemacht.

Das bekannteste Werk dieser Zeit ist Proka (1984).

Nach einer langen Schaffenspause erhielt Qosja

2005 für sein Comeback Kukumi viel Zuspruch, so

gab es etwa beim Sarajevo Film Festival den Special

Jury Award. Es sollte dann weitere neun Jahre

dauern bis Three Windows and a Hanging als erster

offizieller Film aus dem Kosovo heuer ebendort

seine Premiere im Wettbewerb feiern konnte. Auch

dieser Film hat den Spezial Jury Award bekommen,

nur am Rande bemerkt.

Filmografie Isa Qosja (Auswahl)

2014 Three Windows and a Hanging

2005 Kukumi

1988 Guards of the fog

1984 Proka

KUKUMI

Die schwarze und zugleich sehr poetische

sowie intelligente Komödie handelt

von drei Insassen einer psychiatrischen

Anstalt, die sich nach dem Ende des Kosovo-Kriegs

plötzlich in Freiheit wiederfinden.

Das serbische Militär ist ebenso weg

wie das Pflegepersonal, und Kukumi, Mara

und Hasan irren daher sehr bald ziemlich

ziellos und wie verlorene Kinder auf einer

Art Selbstfindungstrip durch das zerstörte

Land. Sie wollen Leute treffen und

mit der Bahn reisen. Und sie sehnen sich

nach Liebe und träumen auch davon, mit

anderen zu schlafen. Aber bei der Erfüllung

dieser elementaren menschlichen

Bedürfnisse und Wünsche stoßen sie auf

Hindernisse, und dass sich andere über

sie lustig machen, ist nur eines davon.

Als sie schließlich endlich in das Dorf von

Hasans Bruder kommen, werden sie dort

nicht wirklich willkommen geheißen. Die

Bewohner befürchten sogar, dass ihre

Geisteskrankheit ansteckend sein könnte.

Der Film, eine berührende Metapher auf

die Freiheit und eine höchst gelungene

Mischung aus vermeintlicher Hoffnungslosigkeit

und echtem Optimismus, wurde

unter anderem bei den Filmfestivals in

Sarajevo und Venedig ausgezeichnet.
 Es

handelt sich dabei um den ersten Film

aus dem Kosovo seit dem Kriegsende

im Jahr 1999 und den ersten Film von

Regisseur Isa Qosja seit siebzehn Jahren.

This poetic and clever black comedy deals

with three patients from a mental institution

who all of a sudden regain their liberty

after the Kosovo War ends. Realizing that

both the Serbian military and the nursing

staff are gone, Kukumi, Mara and Hasan

find themselves wandering aimlessly like

lost children on a journey of self-discovery

through the destroyed country. They

want to meet all kinds of people and love

to travel by train. They long for love and

happiness and dream of sleeping with

somebody for the first time after all those

years. However, trying to satisfy their wishes

and elementary human needs turns

out to be a quite difficult task seeing as

they encounter a number of obstacles.

People laughing at them and making

fun of them is only one of many more to

come. When they finally arrive at Hasan’s

brother’s village, Kukumi, Mara and Hasan

don’t feel welcome at all. Quite the contrary:

people are seriously afraid to catch

their "contagious" mental diseases. The

film – a touching metaphor about freedom

and a highly successful combination

of alleged hopelessness and real optimism

– was awarded amongst others at the film

festivals in Sarajevo and Venice. Kukumi

is both the first movie from Kosovo since

the end of the war in 1999 and the director,

Isa Qosja’s first one in seventeen years.

NO MAN’S LAND

Ničija zemlja

1993. Der serbische Soldat Nino findet sich

plötzlich mit den beiden bosnischen Soldaten

Čiki und Cera in einem Schützengraben

wieder. Und das Mitten im Niemandsland,

zwischen den Fronten. Bereits der

Beginn der tiefgründigen, schonungslosen

und zugleich skurrilen Kriegssatire ist hochexplosiv:

Der für tot geglaubte Cera wurde

als Falle für Helfer auf eine Miene gelegt,

die bei der kleinsten Bewegung hochzugehen

droht. Während sich Nino und

Čiki gegenseitig beschuldigen, den Krieg

begonnen zu haben, bemerken sie, dass

sie sich nur gemeinsam aus dieser brenzligen

Lage befreien können. Als Cera auf

einmal Lebenszeichen von sich gibt und

französische Blauhelmsoldaten sowie britische

Journalisten auftauchen, droht die

Situation zu eskalieren. Danis Tanović zeigt

mit seinem kammerspielartig inszenierten

Film nicht bloß ganz allgemein die Sinnlosigkeit

des Krieges auf, er lässt auch kein

gutes Haar an der Rolle, die die neutrale

UN und die internationalen Medien in Bosnien

gespielt haben. Inmitten der depressiven

Grundstimmung schafft er es aber

immer wieder, durch schwarzen Humor

und Slapstick-Einlagen das Publikum zum

Grinsen zu bringen. Die mit einem Oscar,

einem Golden Globe und einem Satellite

Award ausgezeichnete Produktion lässt am

Ende trotzdem eine wichtige Frage offen:

Darf man über Krieg eigentlich lachen?

1993. On the front line, in the midst of

no man’s land, Nino, a Serbian soldier,

finds himself in a trench with two Bosnian

soldiers, Čiki and Cera. The beginning of

this profound, relentless and at the same

time bizarre war satire is highly explosive:

In order to set a trap for helpers, Cera,

who is believed to be dead, is laid onto a

mine which can go off at the slightest movement.

While Nino and Čiki blame each

other for having started the war, they realise

that in order to save themselves

they need to work together. The situation

threatens to escalate, when Cera suddenly

shows a sign of life and both French Blue

Helmets and British Journalists show up.

With his chamber-play-like staged film,

Danis Tanović not only illustrates how

futile war in general is but also excoriates

the role the neutral UN and the international

media had played in Bosnia.

Despite of the depressive under-tone,

the dark humour and slapstick comedy

in the film consistently succeed in

making the audience grin. Having won

an Oscar, a Golden Globe and a Satellite

Award, this film still begs the question

whether we should be laughing at war.

Spielfilm. Bosnien-Herzegowina / Slowenien /

Großbritannien / Italien / Belgien / Frankreich 2001

Sprachen Bosnisch, Serbisch, Kroatisch,

Französisch, Deutsch, Englisch mit engl. UT

Länge 98 min.

Format 35mm

Farbe

Regie Danis Tanović

Drehbuch Danis Tanović

Kamera Walther van den Ende

Schnitt Francesca Calvelli

Musik Danis Tanović

Produzenten Marc Baschet, Frédérique

Dumas-Zajdela, Cédomir Kolar

Darsteller

Čiki Branko Đurić

Nino Rene Bitorajac

Ceréa Filip Šovagović

Jane Livingstone Katrin Cartlidge

Feldwebel Marchand Georges Siatidis

Soft Simon Callow

Produktion Fabrica, Man’s Films, Studio Maj,

Noé Production

Vertrieb/Kontakt Polyfilm

Biografie Danis Tanović

1969 im ehemaligen Jugoslawien geboren, studierte

der Bosnier Danis Tanović zuerst Film in Sarajevo und

später in Brüssel. Sein Filmdebüt No Man’s Land aus

dem Jahr 2001 erhielt insgesamt 42 Preise, darunter die

Goldene Palme für das beste Drehbuch sowie einen

Oscar und einen Golden Globe, beide jeweils in der

Kategorie bester fremdsprachiger Film. Sein semidokumentarisches

Spielfilmprojekt An Episode in the Life

of an Iron Picker wurde 2013 mit einem Silbernen Bären

auf der Berlinale ausgezeichnet. Tanović ist neben seiner

Regiearbeit politisch aktiv und Mitbegründer der

bosnisch-herzegowinischen Partei Naša stranka.

Filmografie Danis Tanović (Auswahl)

2014 Tigers

2013 An Episode in the Life of an Iron Picker

2010 Circus Columbia

2009 Triage

2005 Hell

2001 No Man’s Land

114 Grußwort Christof Papousek

Grußwort Christof Papousek 115


25-The Retrospective 117

Spielfilm. Kasachstan / Russland / Deutschland /

Polen / Schweiz 2008

Sprache Kasachisch, Russisch, mit dt. UT

Länge 100 min.

Format 35mm

Farbe

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Tulpan

Der Seemann Asa kehrt nach Hause zurück.

Sein bisheriges Leben auf hoher See will er

gegen ein Dasein als Nomade in der kasachischen

Steppe und Familienglück eintauschen.

So lautet jedenfalls sein Plan, an dessen

Umsetzung er freilich kläglich scheitert.

Denn: Ohne Frau bekommt ein junger Mann

hier keine Schafherde, und ohne hübsche

Ohren bekommt er keine Frau – zumindest

nicht Tulpan, das einzige unverheiratete

Mädchen im passenden Alter weit und breit.

Für die wiederum sind Asas abstehende und

große Ohren eben ein unüberwindbares

Ehehindernis. Der lässt sich jedoch nicht so

schnell von seinem Ziel abbringen. Um den

ruhigen Alltag seiner Heimat einzufangen,

unterbricht Sergey Dvortsevoy in seinem

ersten und vielfach preisgekrönten Langspielfilm

die eigentliche Handlung immer

wieder und fügt ebendort dokumentarisch

anmutende Bilder der familiären Lebenswelt

der Nomaden ein. Mit einer Handkamera

filmend bleibt er stets ganz nah an

den Menschen und Tieren dran, wobei er

durch den reduzierten Einsatz von Schnitten

diese Nähe noch verstärkt. Tulpan ist eine

sympathische und unterhaltsame Romanze

beziehungsweise sogar eine „grenzenlos

vergnügliche Komödie“ (The Herald Sun) und

vermittelt zwischen Dokumentation und Fiktion

changierend eindrucksvolle Einblicke in

die ferne Gegenwart einer alten Lebensform.

Having completed his military service,

young sailor Asa comes back home from

his life on the high seas which he is willing

to exchange for a simple and happy

family life as a nomad in the Kazakh steppes

from now on. At least, that is what he

had planned – but life takes him through

twists and turns and doesn’t stick to a

plan at all: For young men won’t get his

flock of sheep without a wife, and with

his large and prominent ears Asa won’t

get a wife – or in his case: Tulpan, the only

single girl at an appropriate age far and

wide. But for her, in turn, Asas big and

protruding ears are an absolutely insurmountable

no-go. However, Asa is not

quite ready to give up so quickly. To capture

the calm everyday life of his home,

Sergey Dvortsevoy actually interrupts

the plot line of his first and numerously

awarded full-length feature film to add

seemingly documentary pictures of the

nomadic people’s everyday surroundings.

Shooting only with a hand camera he

stays really close to the people and animals,

increasing this effect even further

with the use of reduced editing. Tulpan

is a likeable, entertaining romance and

even a “boundlessly enjoyable comedy”

(The Herald Sun) that connects documentary

and fiction with breathtaking insights

into the far present of an old life style.

Regie Sergey Dvortsevoy

Drehbuch Sergey Dvortsevoy, Gennadij Ostrowskij

Kamera Jolanta Dylewska

Schnitt Petar Marković, Isabel Meier

Sound Olivier Dandré, Eric Tisserand, Peter Bäcker,

Williams Schmit

Szenenbild Roger Martin

Kostüme Gaziza Korshiyeva

Maske Tomasz Matraszek

Produzenten Karl Baumgartner, Raimond Goebel

Koproduzenten Valerie Fischer, Thanassis Karathanos,

Yelena Yatsoura, Henryk Romanowski,

Bulat Galimgereyev, Gulnara Sarsenova

Darsteller

Asa Askhat Kuchinchirekov

Boni Tulepbergen Baisakalov

Samal Samal Yeslyamova

Ondas Ondasyn Besikbasov

Beke Bereke Turganbayev

Nuka Nurzhigit Zhapabayev

Produktion Cobra Film AG, Eurasia Film, Pallas

Film, Slovo Studios, Filmcontract

Vertrieb/Kontakt Pandora Film

Biografie Sergey Dvortsevoy

Sergei Dvortsevoy wurde 1962 in Kasachstan geboren

und hat in Moskau Film studiert. Nach seinem

Abschluss drehte er vorwiegend Dokumentarfilme,

für die er auch mehrere internationale Preise erhielt.

So wurde die Produktion Bread Day (1993) beispielsweise

mit dem Joris Ivens Award beim internationalen

Dokumentarfilmfestival in Amsterdam

prämiert. Sein erster Langspielfilm Tulpan wurde

2009 für den Best Feature Film bei den Asia Pacific

Screen Awards nominiert – und hat ebendort auch

gewonnen.

Filmografie Sergey Dvortsevoy (Auswahl)

2008 Tulpan

1999 Highway

1996 Paradise

1998 Bread Day

Grußwort Christof Papousek 117


118 25-The Retrospective

Spielfilm. Jugoslawien / Frankreich / Deutschland /

Bulgarien / Ungarn / Tschechien 1995

Sprache Serbisch mit dt UT

Länge 170 min.

Format 35mm

Farbe

Regie Emir Kusturica

Drehbuch Emir Kusturica, Dušan Kovačević

Kamera Vilko Filać

Schnitt Branka Čeperac

Ton Marko Rodić

Musik Goran Bregović

Kostüm Nebojsa Lipanović

Szenenbild Miljen Kreka Kljaković

Produzenten Karl Baumgartner, Maksa Ćatović,

Pierre Spengler, Milorad Vučelić

Darsteller

Marko Miki Manojlović

Blacky Lazar Ristovski

Natalija Mirjana Joković

Ivan Slavko Štimac

Jovan Srdjan Todorovic

Produktion CiBy 2000, Barrandov Studios, Komuna,

Mediarex / ETIC, Novo Films, PTC, Pandora,

Tchapline Films

Vertrieb/Kontakt Pandora Film

Biografie Emir Kusturica

Der 1954 in Sarajevo geborene Emir Kusturica ist als

Regisseur, Drehbuchautor, Schauspieler, Produzent

und als Gitarrist der Band The No Smoking Orchestra

tätig. Er ist serbischer und französischer Staatsbürger.

Kusturica studierte Regie an der berühmten

FAMU in Prag. Seine Filme wurden vielfach ausgezeichnet,

beispielsweise mit zwei Goldenen Palmen,

einem Silbernen und einem Goldenen Löwen sowie

einem Silbernen Bären. Somit zählt er heute zu den

international erfolgreichsten und renommiertesten

Filmemachern der Welt. Mit seinen politischen Ansichten

hat er freilich immer wieder auch für heftige

Reaktionen gesorgt.

Filmografie Emir Kusturica (Auswahl)

2008 Maradona by Kusturica

2004 Life is a Miracle

1998 Black Cat, White Cat

1995 Underground

1981 Do You Remember Dolly Bell?

118 Grußwort Christof Papousek

Underground

Podzemlje

1941. Die deutsche Wehrmacht marschiert

in Jugoslawien ein und die Freunde Marko

und Blacky sind plötzlich schwer beschäftigt.

Als Schwarzhändler ebenso wie

als Widerstandskämpfer. Aus Freunden

werden aber Rivalen, als sich beide in die

schöne Schauspielerin Natalja verschauen.

Schließlich muss sich Blacky in einem

Bunkerlabyrinth unter Belgrad verstecken,

wo er fortan mit anderen Partisanen fleißig

Waffen produziert, die Marko wiederum

um viel Geld an diverse Kunden verkauft.

Zu Kriegsende droht das Geschäft zu erliegen.

Da hat Marko eine rettende Idee: Er

lässt Blacky und dessen Freunde im Untergrund

im Glauben, die Besetzung der Stadt

würde weiter andauern. Emir Kusturica hat

mit seiner bildgewaltigen, monumentalen

und sehr pathetisch angelegten Politgroteske,

die letztlich als ein erfrischend politisch

unkorrektes Geschichtsepos über den

Vielvölkerstaat Jugoslawien daherkommt,

unter anderem die Goldene Palme in Cannes

gewonnen. Die vielschichtige und streckenweise

wildgewordene Kriegs-Überlebens-Komödie

ist von den Kritikern, die bei

„25-The Retrospective“ mit abgestimmt haben,

praktisch zum besten Film der letzten

25 Jahre aus der gesamten Balkanregion gewählt

worden. Besonders zu begeistern vermag

übrigens auch der von Goran Bregović

beigesteuerte Soundtrack des bereits heute

als Filmklassiker gehandelten Meisterwerks.

1941. The German Armed Forces invade

Yugoslavia, and suddenly the friends Marko

and Blacky are quite busy as black market

dealers as well as freedom fighters. However,

the friends turn into rivals, when the

both of them fall in love with the breath-taking

actress Natalija. Eventually, Blacky has

to hide below Belgrade in a labyrinth of

bunkers, where he henceforth produces

weapons with other partisans, which Marko,

in return, sells to a variety of clients for

an awful lot of money. At the end of the war

the business threatens to stand still, but

Marko has the perfect solution: He makes

Blacky and his friends in the underground

believe that the invasion of the city never

stopped and still goes on. Emir Kusturica

won multiple awards such as the Golden

Palm in Cannes with his visually stunning,

monumental and solemn political grotesque,

which comes across as a refreshing,

politically incorrect historical epic about the

multi-ethnic state of Yugoslavia. The multi-faceted

and partially wild war surviving

comedy has been acclaimed by the critics

of our this year’s series „25-The Retrospective“

to be virtually the best movie from the

whole Balkan region produced in the past

25 years. Especially enthusing is the phenomenal

soundtrack provided by Goran Bregović

which adds the icing to this cake of a

masterpiece and makes it a true film classic.

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TO BERN

A berni követ

Der Politthriller ist der Debütfilm des Regisseurs

Attila Szász und berichtet von

den dramatischen Ereignissen am 16. August

1958, als zwei junge ungarische Einwanderer

in die Botschaft ihres Landes in

Bern eindringen und den diplomatischen

Vertreter als Geisel nehmen. Die beiden,

die zwei Jahre zuvor beim Aufstand in

Budapest als Freiheitskämpfer an vorderster

Front standen, handeln aus politischen

Motiven. Während die Schweizer

Polizei das Gebäude umstellt und auf der

Straße eine Gruppe von ungarischen Immigranten

zu demonstrieren beginnt, liegen

hinter den verschlossenen Türen der

Botschaft die Nerven blank. Die Situation

scheint unlösbar. In seiner Heimat wurde

der Film von der Kritik fast durch die Bank

positiv aufgenommen. Gelobt wurden

insbesondere die hohe Qualität des vom

derzeit wohl besten Filmautoren des Landes

Norbert Köbli verfassten Drehbuchs

sowie die gelungene, atmosphärisch

dichte Inszenierung, die streckenweise einem

klaustrophobisch anmutenden Kammerspiel

entspricht und vor allem gegen

Ende des Films Spannung pur verspricht.

Die Geschichte basiert auf einer wahren

Begebenheit, ist jedoch recht frei erzählt.

Dies vor allem auch deswegen, weil der

Vorfall und seine Hintergründe von allen

Seiten vertuscht und Unterlagen vernichtet

oder gezielt manipuliert worden sind.

This political thriller represents the debut

of director Attila Szász and reports on the

dramatic incidences from August 16th

1958, when two young Hungarian immigrants

forcibly entered their country’s

embassy in Bern and took the ambassador

hostage. Both of the intruders, who

were standing as freedom fighters at the

sharp end of the uprising in Budapest

two years earlier, act on political motifs.

While the Swiss police is surrounding

the building and a group of Hungarian

immigrants is starting to demonstrate

on the street, everyone’s nerves are on

the edge both behind and in front of the

locked doors of the embassy. The precarious

situation seems to be unsolvable.

Critically acclaimed in its home country,

the film was especially praised for the

hight quality of its screenplay, written

by probably one of Hungary's currently

best screenwriters, Norbert Köbli, and its

successful, atmospheric setting, which

at times resembles a seemingly claustrophobic

chamber play and increases

suspense until the end of the film. The

story, based on true events, is told quite

loosely. The reason for this free interpretation

of the happenings is a cover-up of

the whole incident and its backgrounds,

when documents were deliberately destroyed

and intentionally manipulated.

Spielfilm. Ungarn 2014

Sprache Ungarisch, Deutsch mit engl. UT

Länge 76 min.

Format DCP

Farbe

Regie Attila Szász

Drehbuch Norbert Köbli

Kamera András Nagy H.S.C

Schnitt László Hargittai H.S.E

Ton Csaba Major

Musik Gergely Parádi

Szenenbild Zsuzsa Horváth

Kostüm Tünde Kemenesi

Maske Réka Görgényi, Kyra Klucsarits, Klári Szinek

Produzenten Tamás Lajos, Tamás Mink

Koproduzenten István Galambos, Zsolt Valkony,

Judit Bíbó

Darsteller

Koroknai János Kulka

Ábel Tamás Szabó Kimmel

Bános József Kádas

Hajni Rozi Lovas

Vermes Rémusz Szikszai

Lambert Laszlo I. Kish

Produktion Film Positive Productions

Vertrieb/Kontakt Film Positive Productions

Biografie Attila Szász

Nachdem der 1972 geborene Attila Szász Mitte der

1990er Jahre sein Studium an der Universität für

Theater- und Filmkunst in Budapest abgeschlossen

hatte, arbeitete er als Filmkritiker und als Trailer-Editor.

Später gründete er auch eine eigene

Vertriebs-Firma. 2002 wurde er schließlich Chefredakteur

von Ungarns größtem Filmmagazin VOX.

Im Jahr darauf führte er bei seinem ersten Werbefilm

Regie. 2004 schrieb und drehte er seinen ersten

Kurzfilm Now You See Me, Now You Don't, der auf

über 100 Film Festivals in 34 Ländern gezeigt wurde

und 18 Preise gewonnen hat.

Filmografie Attila Szász (Auswahl)

2014 The Ambassador to Bern

2005 Now You See Me, Now You Don't

Grußwort Christof Papousek 121


122 Turbulenzen des Kommunismus Turbulenzen des Kommunismus 123

Spielfilm. Rumänien 2013

Sprache Rumänisch, Englisch mit engl. UT

Länge 94 min.

Format DCP

Farbe

Regie Stere Gulea

Drehbuch Stere Gulea, Vera Ion, Lucian Dan

Teodorovici

Kamera Vivi Drăgan Vasile

Schnitt Alexandra Gulea

Ton Cristian Tarnoveţchi RSC

Musik Vasile Șirli

Produzenten Andrei Boncea, Cristina Dobrioiu

Darsteller

Emilia Luminita Gheorghiu

Tucu Marian Râlea

Alice Ana Ularu

Alan Colin Blair

Frau Stroescu Valeria Seciu

Catalin Andrei Hutuleac

Produktion MediaPro Pictures

Vertrieb/Kontakt MediaPro Distribution

Biografie Stere Gulea

The Moromete Family, der bekannteste Film des 1943

geborenen Regisseurs und Drehbuchautors stammt

aus dem Jahr 1987. In dieser atmosphärisch dichten

Familiengeschichte nahm Stere Gulea bereits die rumänische

Revolution vorweg, die letztendlich im Jahr

1989 folgen sollte. Fortan trat Gulea auch vermehrt als

politischer Aktivist in Erscheinung. 1991 führte er als

einer von drei Filmemachern bei dem Dokumentarfilm

The University Square – Romania Regie, der die Proteste

gegen die neokommunistische Regierung nach dem

Sturz von Ceaușescu filmisch in Szene setzt.

Filmografie Stere Gulea (Auswahl)

2013 I Am An Old Communist Hag

2009 Weekend with my Mother

1994 State of Fact

1993 Fox: Hunter

1991 University Square - Romania

1988 The Moromete Family

1983 Bear Eyes

1978 The Green Grass of Home

I AM AN OLD

COMMUNIST HAG

Sunt o babă comunistă

Die 60-jährige Emilia (Luminita Gheorghiu

in einer Paraderolle) und ihr Mann Tucu

führen in ihrer kleinen Wohnung in der

rumänischen Provinz ein ruhiges Leben.

Als ihre nach Nordamerika ausgewanderte

Tochter am Telefon ankündigt, gemeinsam

mit ihrem Verlobten auf Besuch zu kommen,

ist die Freude groß. Allerdings ist sie

nur von kurzer Dauer: Die jungen Leute

gestehen nämlich, dass sie in finanziellen

Schwierigkeiten stecken und deswegen

vielleicht sogar ihr Haus verlieren werden.

Emilia, die immer schon die Verheißungen

des Kapitalismus kritisch beäugt und genauso

lang eine Schwäche für den Kommunismus

hat, beschließt, sich gemeinsam

mit Tucu für ihre schwangere Tochter

ohne Rücksicht auf Verluste ins Zeug zu legen.

Dass sie, die ihre beste Zeit unter der

Diktatur Ceaușescus gehabt haben will,

auch noch Teil eines Filmprojektes über

das Leben in Rumänien vor 1989 werden

soll, macht die Lage nicht einfacher. Stere

Guleas Komödie, die auf dem gleichnamigen

Bestseller basiert, ist höchst unterhaltsam,

obwohl sie durchaus auch tragische

Elemente enthält. Der Film handelt nicht

etwa von der Verklärung des Kommunismus,

wie es vordergründig scheint,

sondern davon, wie es der menschliche

Geist immer wieder schafft, angenehme

Erinnerungen zu behalten und unangenehme

Erinnerungen zu verdrängen.

Sixty-year-old Emilia (Luminita Gheorghiu

in a classic role) and her husband

Tucu live a calm provincial life in their

little flat in a small Romanian town. When

their daughter, who emigrated to North

America a few years back, suddenly gives

them a call to announce her visit

together with her fiancé, the parents

couldn't be happier. Unfortunately, the

euphoria doesn’t last long: as it turns out,

the young couple is almost on the brink

of bankruptcy and even losing their beloved

house. Emilia, who critically eyed

the promises and perks of capitalism

from the beginning and always preferred

communism instead, decides together

with Tucu to help her pregnant daughter

no matter what happens. However,

things do not get easier when the old

lady, who is convinced of the fact that

she lived her best years under the dictator

Ceaușescu, is supposed to be part of

a film project about life in Romania before

1989. Stere Gulea’s comedy based

on the bestseller with the same name is

highly entertaining while containing tragic

elements at the same time. The film

is actually not about the romanticisation

of communism, as it may look like at first

sight, but about the capability of the human

mind to repeatedly forget bad memories

and only keep the pleasant ones.

JACK STRONG

Ryszard Kukliński war zu Zeiten des Kalten

Krieges Oberst der polnischen Volksarmee

und einer der wichtigsten CIA-Agenten im

ganzen Ostblock. Zwischen 1972 und 1981

hat er 40.000 Seiten Dokumente über Waffensysteme

und Aufmarschpläne des Warschauer

Pakts an die USA weiter gegeben.

Jack Strong, so sein Pseudonym, wollte dadurch

nach eigenem Bekunden verhindern,

dass die Sowjets seine Heimat im Kriegsfall

in ein nukleares Schlachtfeld verwandeln.

Ob er als Held oder als Verräter betrachtet

werden muss, ist unter seinen Landsleuten

bis heute umstritten. Der gleichnamige Spionagethriller,

in Polen ein Kassenschlager,

erzählt seine nervzerfetzend spannende Geschichte.

Als Offizier mit Zugang zu streng

geheimem Militärplänen des Warschauer

Paktes befand er sich nämlich durch all die

Jahre hindurch unter ständiger Beobachtung

der sowjetischen Spionageabwehr,

was für ihn und seine Familie de facto permanente

Lebensgefahr bedeutete. Das

Skript zu diesem authentischen und hervorragend

inszenierten Zeitgeschichtsdrama ist

zum Teil in Zusammenarbeit mit der CIA entstanden

und basiert auf einer umfassenden

internationalen historischen Recherche. Dabei

haben auch einige hochrangige Persönlichkeiten

mitgewirkt, wie etwa Zbigniew

Brzeziński, der nationale Sicherheitsberater

von Jimmy Carter und Jerzy Koźmiński, der

ehemalige polnische Botschafter in den USA.

Ryszard Kukliński was colonel of the

Polish People’s Army during the Cold

War and one of the most important CIA

agents in the entire Eastern Bloc. Between

1972 and 1981, he handed over

40.000 pages worth of documents about

weapons systems and war strategies of

the Warsaw Pact to the USA. According

to his own statement, Jack Strong, so his

pseudonym, tried to prevent the Soviets

from turning his home into a nuclear

battle field in the case of war. Until today

it is highly controversial among his fellow

countrymen whether he should be

considered a hero or a traitor. The homonymous

spy thriller, a blockbuster in Poland,

tells his nerve-wracking story. As an

officer with access to top secret military

plans of the Warsaw Pact, Jack Strong was

under surveillance of Soviet counterintelligence

during all these years which meant

permanent life threatening danger

for him and his family. The script about

this authentic and excellently staged drama

of contemporary history was partly

developed in collaboration with the CIA

and is based on an extensive international

historical research. Even high-ranking

personalities such as Zbigniew Brzeziński,

Jimmy Carter’s national safety advisor,

and Jerzy Koźmiński, the former Polish

ambassador to the USA, were involved.

Spielfilm. Polen 2014

Sprache Russisch, Polnisch, Englisch mit engl. UT

Länge 128 min.

Format DCP

Farbe

Regie Władysław Pasikowski

Drehbuch Władysław Pasikowski

Kamera Maciej Lisiecki

Schnitt Jarosław Kamiński

Ton Jan Freda, Kacper Habisiak, Marcin Kasiński

Musik Jan Duszyński

Produzenten Klaudiusz Frydrych, Sylwia Wilkos,

Roman Gutek

Koproduzenten Piotr Zygo, Paweł Świst,

Dominique Lesage, Magdalena Kubicka-Sak,

Sebastian Kulczyk

Darsteller

Jack Strong Marcin Dorociński

Hania Maja Ostaszewska

Daniel Patrick Wilson

Ivanov Dimitri Bilov

Sue Dagmara Domińczyk

Kulikov Oleg Maslennikov

Produktion Scorpio Studio

Vertrieb/Kontakt Scorpio Studio

Biografie Władysław Pasikowski

Der Filmregisseur, Drehbuchautor und Schriftsteller

Władysław Pasikowski wurde 1959 in Łódź, Polen,

geboren. Er studierte Kulturwissenschaft an der Universität

Łódź und Regie an der dortigen Kunsthochschule.

Für seinen Debütfilm Kroll aus dem Jahr 1991

gewann er beim polnischen Filmfestival Gdynia den

Debütpreis und einen Spezialpreis der Jury. Bekannt

wurde er durch seinen zweiten Film Pigs aus 1992.

Pasikowski wird vor allem wegen seiner Darstellungsweise

und seines Galgenhumors oft mit Quentin

Tarantino verglichen.

Filmografie Władysław Pasikowski (Auswahl)

2014 Jack Strong

2012 Aftermath

2001 Reich

1994 Pigs 2

1992 Pigs

1991 Kroll

122 Grußwort Christof Papousek

Grußwort Christof Papousek 123


Wo die Liebe hinfällt 125

Spielfilm. Großbritannien / Albanien / Niederlande /

Deutschland 2014

Sprache Englisch, Albanisch, engl. UT

Länge 107 min.

Format DCP

Farbe

17fm Letscee 297x105_Layout 1 15.09.14 14:45 Seite 1

16. Oktober bis 30. November 2014

Filmmuseum / Viennale

John Ford

Bis 15. Oktober 2014

Land of the Dead. Horrorfilme 1968–1987

Bis 15. Oktober 2014

Finnland – der Film

Mit Peter von Bagh durch das finnische Jahrhundert

9. und 10. Oktober 2014

In person: Laure Prouvost

Augustinerstraße 1, 1010 Wien, T +43/1/533 70 54

www.filmmuseum.at

amsterdam express

Der Traum vom Eigenheim treibt den dreißigjährigen

Albaner Bekim nach Amsterdam.

Seine Freundin Marta lässt er in Tirana

zurück, um in den Niederlanden das große

Geld zu machen. Dort angekommen, reicht

es jedoch bloß zum Job als Müllmann. Frustriert

und unzufrieden mit den Verdienstmöglichkeiten

in dieser Branche, wechselt

Bekim auf Anraten des zwielichtigen Van

Doom ins Drogen- und Rotlichtmilieu. Und

gerät so schon bald in einen verhängnisvollen

Strudel aus Gewalt und Verbrechen.

Man kennt diesen Stoff aus diversen Hollywoodfilmen,

doch Fatmir Koçis neuer

Film überzeugt trotzdem. Der Regisseur beschäftigt

sich seit Jahren mit einschlägigen

Problematiken und bedient sich geschickt

der Genre-Konventionen, um auf soziale

Missstände der Utopie Europa aufmerksam

zu machen. Erschreckend akkurat beschreibt

er die kriminellen Machenschaften

im Dunstkreis der Amsterdamer Unterwelt,

wo Rauschgift- und Menschenhandel den

Alltag bestimmen. Am Ende, so die Botschaft,

gehe es immer nur um Geld – sowohl

in Tirana als auch in Amsterdam. Was

auf der Strecke bleibt, ist die Liebe. Als Bekim

schließlich nach Albanien zurückkehrt,

folgen ihm seine Probleme auf dem Fuße.

Amsterdam Express ist eine tiefschürfende

und bedrückend realistisch inszenierte Milieustudie,

in der Action nicht zu kurz kommt.

The dream of being a homeowner brings

thirty-year-old Bekim from Albania to

Amsterdam. He leaves his girlfriend Marta

behind in Tirana to make big money in

the Netherlands. However, once arrived

there, all he manages to get is a job as a

garbage man. Frustrated and unhappy

with the income opportunities in this industry

and allured by the shady character

Van Doom, Bekim switches to the drugs

and sex trade. Soon he is swirled into a

precarious spiral of violence and crime.

Although this is a story well-known from

various Hollywood movies, Fatmir Koçi's

new film cannot fail to impress. For several

years, the director has focussed on

this kind of problems, using the genre's

conventions to draw attention to social

abuse in the Utopia of Europe. With appalling

accuracy, he describes the wheelings

and dealings within the sphere of

Amsterdam's criminal community, where

drug and human trafficking is part of

everyday life. The film's message is that,

eventually, it's all about money – whether

in Tirana or in Amsterdam. What is lost on

the way is love. When Bekim finally returns

to Albania, his problems follow him

hot on his heels. Amsterdam Express is an

in-depth study of a particular social environment,

directed in an oppressively realistic

manner, with strong action scenes.

Regie Fatmir Koçi

Drehbuch Fatmir Koçi, Jonathan Preece

Kamera Enzo Brandner

Schnitt Max Vonk

Ton Dirk Copper, Gerben Kokmeijer

Kostüm Stela Laknori

Maske Inka Houtzager

Produzenten Blerim Destani, Rozeta Feri

Darsteller

Bekim Blerim Destani

Van Doom James Biberi

Marta Flonja Kodheli

Anna Natasha Goulden

Grijs Renne Gjoni

Deki Dritan Kastrati

Produktion KKOÇI Productions

Vertrieb/Kontakt Space Frame Film

Biografie Fatmir Koçi

Fatmir Koçi wurde 1959 in Tirana, Albanien geboren.

Er studierte Schauspiel und Filmregie an der

dortigen Kunsthochschule und arbeitet seither als

Regisseur von Spiel- und Dokumentarfilmen. Seine

Produktionen beschäftigen sich mit der Geschichte

und Gegenwart seines Heimatlandes und den soziokulturellen

Spannungen am Balkan. Koçis Filme sind

bei mehreren internationalen Filmfestivals gelaufen,

so etwa in Venedig, Cannes, Montreal und Thessaloniki

und wurden auch wiederholt ausgezeichnet.

Filmographie Fatmir Koçi (Auswahl)

2014 Amsterdam Express

2008 Time of the Comet

2001 Tirana Year Zero

1998 The Golden Ice Cream

1998 Super Balkan

1995 Alternative Head

Grußwort Christof Papousek 125


126 Wo die Liebe hinfällt

Wo die Liebe hinfällt 127

Spielfilm. Türkei 2013

Sprache Türkisch

Länge 96 min.

Format DCP

Farbe

Spielfilm. Estland 2013

Sprache Estnisch mit engl. UT

Länge 97 min.

Format DCP

Farbe

Regie und Drehbuch Can Kılcıoğlu

Kamera Tayman Teki

Schnitt Kurgu Çiçek Kahraman

Musik Okan Kaya

Produzentin Doğa Kılcıoğlu Esen

Darsteller

Alis Serdar Orçin

Demet Tülin Özen

Gülay İpek Bilgin

İsmail Sait Genay

Cihan Vedat Erincin

Eray Sarp Aydınoğlu

Produktion Delice Films

Vertrieb/Kontakt Alpha Violet

Biografie Can Kılcıoğlu

Can Kılcıoğlu wurde 1982 in Izmir geboren und hat

an der Universität Galatasaray in Istanbul Film studiert.

Sein Kurzfilm The Cat On The Road wurde mit

mehreren Preisen ausgezeichnet. Karnaval ist nun

sein Spielfilmdebüt, der seine Weltpremiere beim

International Film Festival Istanbul 2013 feierte.

Biografie Can Kılcıoğlu (Auswahl)

2013 Karnaval

2007 The Cat On The Road

2006 Corridor

KARNAVAL

Der 36-jährige Junggeselle Alis ist vor allem

eins – ein Träumer. Sein Vater hat ihn

daher endgültig vor die Tür gesetzt und

er muss in seinem Auto leben. Nach einigen

beruflichen Misserfolgen und verzweifelten

Versuchen seiner Mutter, ihm

doch noch irgendwie Arbeit zu vermitteln,

findet Alis schließlich einen Job als

Staubsaugervertreter. Sein Vorführmodell

„Karnaval“ wird ihm dabei im Laufe der

Zeit zu einem treuen imaginären Freund.

Schließlich verliebt er sich aber doch noch

so richtig, nämlich in die rebellische und

einfühlsame Hochzeitstortenbäckerin Demet,

die freilich ein ebenso schräger Vogel

ist, immer noch bei ihrem Vater wohnt und

davon träumt, nach Istanbul zu ziehen.

Die unterhaltsame Liebesgeschichte zwischen

zwei Einzelgängern, die ähnlicher

und zugleich unterschiedlicher nicht sein

können, ist gespickt mit einer großen Portion

Ironie und erzählt von ganz normalen

Menschen, die sich außerhalb der gesellschaftlichen

Normen ihre eigene Welt erschaffen.

Doch diese gerät aus den Fugen,

als „Karnaval“ plötzlich verschwindet. Mit

seinem unterhaltsamen und bittersüßen

Debütfilm thematisiert Can Kılcıoğlu das

Leben jener „unsichtbaren“ jungen Menschen

im anonymen türkischen Großstadtdschungel,

die sich von familiären

Zwängen befreien wollen, um ein selbstbestimmtes

Leben führen zu können.

Alis, a 36-year-old bachelor, is one thing

in particular: a dreamer. So his father

has finally kicked him out of the house,

and he must now live in his car. After a

few professional failures and desperate

attempts by his mother to find some

kind of work for him, Alis finally gets a job

as a sales rep for vacuum cleaners. Over

time, his demo model “Karnaval” turns

into a faithful imaginary friend. One day,

he seriously falls in love with Demet, a

rebellious and sensitive wedding cake

baker, who is an equally odd bird, still

lives with her father and dreams of moving

to Istanbul. This enjoyable love story

between two mavericks who could not

be more similar and more different at

the same time is full of ironic moments

and tells the story of two ordinary people

who create a world of their own

outside the limits of social conventions.

But this world is shaken when “Karnaval”

suddenly disappears. In his entertaining,

bittersweet debut feature, Can Kılcıoğlu

portraits the life of those “invisible” young

people in Turkey's anonymous urban jungles

who want to break free from family

bondage to lead a self-determined life.

LOVE IS BLIND

Kertu

Kertu, eine sanfte und schüchterne Frau

Mitte 30, lebt noch zu Hause, unter dem

strengen Regiment ihrer Eltern. In ihrem

Dorf, wo sie die Post austrägt, gilt sie als

ein wenig verrückt. Nach dem Mitsommerfest

verschwindet sie gemeinsam mit

dem hoffnungslosen Trinker und immer

noch gut aussehenden Frauenhelden Villu

– und wird am nächsten Tag verstört in

dessen Haus unter einem Bett versteckt

gefunden. Für ihre Familie und die ganze

Gemeinde ist sofort alles klar: Kertu ist vergewaltigt

worden. Ihr tyrannischer Vater

fordert sie dazu auf, Anklage gegen den

Mann zu erheben. Dabei sind die beiden

schlicht und einfach ein Liebespaar. Als

der schwer erkrankte Villu nach Tallinn

verschwindet, um sich dort medizinisch

behandeln zu lassen, scheint sich die

Aufregung wieder ein wenig zu legen.

Nach seiner Rückkehr stellt er Kertus Vater

zur Rede, und erfährt, dass deren Leben

noch viel grausamer verlaufen ist, als er

gedacht hat. Brillante Darsteller und ein

formidabler Soundtrack sind nur zwei der

vielen Stärken dieses ungewöhnlichen

Dramas über Vorurteile, gesellschaftliche

Zwänge, Sucht, Krankheit und vor

allem natürlich die große Liebe zweier

Außenseiter. Die rührende Love Story

war 2013 an den estnischen Kinokassen

ein echter Renner und avancierte auch

bei diversen Festivals zum Publikumshit.

Kertu, a gentle and timid woman in her

mid-thirties, is still living at home, under

her parents' strict rules. In her village,

where she delivers the mail, she is

deemed a bit simple-minded. After the

Midsummer Festival she disappears together

with Villu, a hopeless drunkard but

still rather handsome womanizer – and

on the next day is found in his house, distracted

and hiding under a bed. For her

family and the whole village it is evident

that Kertu must have been raped. Her

tyrannical father demands that she press

charges against the man. And yet, the

two have simply become lovers. When

the seriously ill Villu sets out for Tallinn

in order to get medical treatment, the

uproar seems to settle down a bit. After

his return he confronts Kertu's father and

learns that her life has been even more

gruesome than he would have thought.

Brilliant actors and a formidable soundtrack

are only two of the many strong

points of this unusual drama about prejudices,

social constraints, addiction,

illness and above all the great love between

two misfits. The heart-rending love

story was a huge box-office hit in Estonia

in 2013 and was also tremendously

successful at a number of film festivals.

Stabliste

Regie Ilmar Raag

Drehbuch Ilmar Raag

Kamera Kristjan-Jaak Nuud

Schnitt Tambet Tasuja

Ton Horret Kuus

Musik Mari Pokinen

Kostüm Anu Lensment

Produktionsdesign Jaagup Roomet, Kristjan Suits

Produzentin Riina Sildos

Darsteller

Kertu Ursula Ratasepp

Villu Mait Malmsten

Jüri Peeter Tammearu

Malle Leila Säälik

Anu Külliki Saldre

Produktion Amrion Production

Vertrieb/Verleih Paul Thiltges Distributions

Biografie Ilmar Raag

Der 1968 in Estland geborenen Regisseur und Drehbuchautor

Ilmar Raag studierte an der Universität

von Tartz und später an der Ohio University in den

USA. Nach jahrelanger und erfolgreicher Tätigkeit

für das öffentlich-rechtliche Fernsehen konzentriert

er sich seit 2007 voll auf seine Karriere als Filmemacher.

Sein Spielfilm The Class ist mit 25 Auszeichnungen

und über 70 Festival Einladungen der bis heute

erfolgreichste estnische Film. Auch Love is Blind

wurde bereits auf diversen Festivals gezeigt und

prämiert, wie zum Beispiel mit dem Publikumspreis

des Arras Film Festival 2013 in Frankreich.

Filmografie Ilmar Raag (Auswahl)

2014 I Won’t Come Back

2013 Love Is Blind

2012 A Lady in Paris

2007 The Class

126 Grußwort Christof Papousek

Grußwort Christof Papousek 127


Wo die Liebe hinfällt 129

Spielfilm. Türkei / Frankreich / Deutschland 2012

Sprache Türkisch mit engl. UT

Länge 96 min

Format DCP

Farbe

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WATCHTOWER

Gözetleme kulesi

Ein einsamer Wachturm, umgeben von

dichtem Nadelwald in den wolkenverhangenen

Bergen der Schwarzmeerküste. Das

ist der Schauplatz einer Zwangsgemeinschaft

zweier beschädigter Seelen auf der

Flucht vor der Vergangenheit. Um zu vergessen,

hat sich Nihat hierher in das einsame

Dasein als Brandmelder zurückgezogen.

Seine Selbstvorwürfe wegen eines

schrecklichen Autounfalls verfolgen ihn

jedoch nach wie vor. Nur selten steigt er in

das Tal zu einer abgelegenen Raststation

hinab. Einmal trifft er dabei auf die schöne

Studentin Seher, die sich hier mit ihrem

Baby vor ihrer Familie versteckt und als Reisebegleiterin

und Kellnerin durchschlägt.

Auch sie trägt ein dunkles Geheimnis mit

sich. Ihre letzte Hoffnung werden schließlich

Nihat und sein verborgenes Refugium.

„Situation normal“, bestätigt dieser per

Funk seinen Kollegen wiederholt, dass

kein Waldbrand in Sicht ist. Doch normal

ist an dieser Situation nur das Patriarchat

und die konservative Moral des ländlichen

Anatoliens. Wie in ihren bisherigen,

oft dokumentarischen Arbeiten, beweist

Pelin Esmer auch in Watchtower ihr Gespür

für schwelende soziale Probleme und

unterdrückte Emotionen in ihrer Heimat.

Das Ergebnis: Eine sensibel erzählte und

ergreifende Charakterstudie mit starkem

Schauspiel und ohne stilistische Schnörkel.

A lonely watchtower, surrounded by dense

coniferous forest in the cloud-capped

mountains of the Black Sea coast. This is

the setting of the forced companionship

of two damaged souls trying to escape

their past. In order to forget what happened,

Nihat has retreated to this place to

lead the lonely existence of a fire watchman.

However, he is unable to stop blaming

himself for a terrible car crash. Only

very rarely does he climb down into the

valley to visit a remote road service area.

On one occasion, he meets Seher, a beautiful

student hiding from her family with

her baby, struggling along as a travel companion

and waitress. She, too, harbours a

dark secret. Finally, Nihat and his hideaway

become her last hope. „Situation normal”,

he confirms repeatedly to his colleagues

when no forest fire is in sight. But what

is normal about this situation are just the

patriarchal system and the conservative

moral values of rural Anatolia. As in her

former work, often in the form of documentaries,

Pelin Esmer shows her sure feeling

for the lingering social problems and

suppressed emotions in her home country

also in Watchtower. The result: a gripping

character study told with sensitivity, showing

powerful acting without stylistic frills.

Regie und Drehbuch Pelin Esmer

Kamera Özgür Eken

Schnitt Ayhan Ergürsel, Pelin Esmer

Sound Recording Kasper Munck-Hansen

Sound Design Marc Nouyrigat

Sound Mix Frédéric Théry

Produzenten Tolga Esmer, Nida Karabol Akdeniz,

Pelin Esmer

Koproduzenten Mustafa Dok, Guillaume de Seille

Darsteller

Nihat Olgun Şimşek

Seher Nilay Erdönmez

The Boss Menderes Samancılar

The Driver Kadir Çermik

The Mother Laçin Ceylan

The Father Rıza Akın

Produktion Sinefilm, Arizona Films,

Bredok Filmproduction

Vertrieb/Kontakt Visit Films

Biografie Pelin Esmer

Pelin Esmer wurde 1972 in Istanbul geboren. Nach

ihrem Abschluss in Soziologie hat sie an der Kadir

Has Universität in Istanbul unterrichtet und als

Regieassistentin an vielen türkischen und internationalen

Projekten mitgearbeitet. 2005 gründete

sie ihre eigene Produktionsfirma. Viele ihrer Dokumentarfilme

wurden auf internationalen Festivals

ausgezeichnet. Ihre erste Feature-Dokumentation

The Play ist weltweit sogar auf über 50 Festivals

gelaufen und unter anderem mit dem „Best New

Documentary Filmmaker Award" beim Tribeca Film

Festival bedacht worden.

Filmografie Pelin Esmer (Auswahl)

2012 Watchtower

2009 10 to 11

2005 The Play

Grußwort Christof Papousek 129


130 Promising Debuts

Promising Debuts 131

Spielfilm. Serbien 2014

Sprache Serbisch mit engl. UT

Länge 112 min.

Format DCP

Farbe

Spielfilm. Rumänien 2013

Sprache Rumänisch mit engl. UT

Länge 85 min.

Format Blu-ray

Farbe

Regie Mina Đukić

Drehbuch Mina Đukić

Kamera Đorđe Arambašić

Schnitt Ivan Vasić, Dragan von Petrović

Kostüm Suna Kažić

Ton Nikola Medić, Jakov Munizaba,

Vladimir Uspenski, Zhe Wu

Maske Marija Kovačević, Tatjana Lipanović

Produzenten Mina Đukić, Nikola Ležaić,

Vladan Cvetkovic

Koproduzenten Maximilian Leo, Jonas Katzenstein

Darsteller

Leni Hana Selimović

Lazar Mladen Sovilj

Erzähler Minja Subota

Cora Danijel Šike

Jovan Ivan Đorđević

Junger Lazar Raslav Sekulović

Produktion Film House Kiselo Dete

Vertrieb/Kontakt Visit Films

Biografie Mina Đukić

Mina Đukić wurde 1982 in Sombor (Serbien) im

ehemaligen Jugoslawien geboren. 2008 gründete

sie gemeinsam mit Nikola Ležai und Uroš Tomi die

Filmproduktionsgesellschaft Kiselo Dete, um anspruchsvolle

Independentfilme im Bereich Fiktion

und Dokumentation umzusetzen. Sie inszenierte

mehrere Kurzfilme, die auf nationalen und internationalen

Filmfestivals ausgezeichnet wurden. Ihr

Spielfilmdebüt The Disobedient wurde auf dem Cinema

City Film Festival in Novi Sad mit den Awards

für den besten Film, die beste Regie und die beste

Schauspielerin ausgezeichnet.

Filmografie Mina Đukić (Auswahl)

2014 The Disobedient

2012 Poslednji kaskader

2003 Gotovo mitski

THE DISOBEDIENT

Neposlušni

Es ist das Begräbnis seines Vaters, das

den Weltenbummler Lazar in seine Heimat

zurückkehren lässt. Dort trifft er auf

Leni, seine beste Freundin aus Kindheitstagen,

die ihm nun als erwachsene Frau

gegenübersteht. Ein starkes Gefühl der

früheren Verbundenheit ist sofort wieder

da, wenngleich die Jahre der Trennung

natürlich ihre Spuren hinterlassen haben.

Die beiden brechen zu einer wilden Fahrradtour

durch die prachtvolle, ausgedörrte

Landschaft des nördlichen Serbiens auf.

Und benehmen sich dabei wie zwei junge

Menschen, die lautstark und ungestüm

gegen das Erwachsensein rebellieren.

Doch im Verlauf der Reise tauchen Fragen

auf, mit denen vor allem Leni nicht

gerechnet hätte. The Disobedient ist eine

Art Hohelied auf die Jugend. Mina Đukić

ist mit ihrem ebenso besinnlichen wie

ausgelassenen Film eine romantische Komödie

gelungen, die vom Erwachsenenwerden

handelt, die aber auch zeigt, wie

schön das Leben sein kann, wenn man

einen Seelenverwandten wiederfindet.

Und wie kompliziert, wenn plötzlich auch

andere Gefühle ins Spiel kommen. Herausragend:

Die wunderbaren Landschaftsaufnahmen

und die Kameraführung, bei

der sich die Regisseurin – anstatt einem

vorgefertigten Skript zu folgen – auf

das Gefühl des Teams für das Einfangen

des richtigen Augenblicks verlassen hat.

Globetrotter Lazar returns home to attend

his father's funeral where he meets Leni,

his best friend from childhood days, who

has meanwhile grown up to be a woman.

A strong feeling of their former connectedness

soon flares up again, although

the years of separation have obviously

left some traces. They embark on a wild

bicycle trip together across the gorgeous,

sun-baked landscape of Northern Serbia –

two young people loudly and vehemently

rebelling against adult life. However, in the

course of their trip, questions come up

which Leni in particular has not expected.

The Disobedient is a film praising the virtues

of youth. Mina Đukić's romantic comedy

is both thought-provoking and high-spirited.

It is a coming-of-age film that also

shows how wonderful life can be if you

reconnect with your soul mate. And how

complicated, if suddenly other feelings get

in the way. Outstanding: beautiful landscape

scenes and cinematography where the

director – instead of following a predetermined

script – has relied on the team's

sense of timing to catch the right moment.

THE JAPANESE DOG

Câinele Japonez

Was muss passieren, damit ein Mensch

seine unendliche Einsamkeit überwinden

kann? Der alte Costache (dargestellt

von Victor Rebengiuc, dem wohl besten

rumänischen Schauspieler seiner Generation)

lebt als Bauer in einem kleinen Dorf,

das von schweren Überflutungen heimgesucht

wurde. Die haben nicht nur sein

Heim zerstört, sondern auch seine Frau

in den Tod gerissen. Costache ist jetzt jedenfalls

völlig allein. Es kommt zu einem

Wiedersehen mit seinem Sohn Ticu, der

vor 20 Jahren nach Japan ausgewandert

ist und dort eine Familie gegründet hat.

Trotz unterschiedlicher Erwartungen und

Vorstellungen müssen Vater und Sohn

auf schmerzliche Art und Weise erkennen,

wie sehr sie sich in all den Jahren innerlich

voneinander entfernt haben. Als Ticu

schließlich wieder nach Japan zurückkehrt,

scheint nichts zurückzubleiben außer einem

kleinen Roboterhund, den Ticus Sohn

beim Abschied seinem Großvater schenkt.

In ruhigen, ausdrucksstarken Bildern, die

der unberührten Schönheit der Natur

eine Hauptrolle zukommen lassen, erzählt

Tudor Christian Jurgiu auf ebenso einfühlsame

wie lyrische Weise von Wiederbegegnungen

und von Abschieden, von

Erwartungen und von Enttäuschungen

sowie von Versöhnung. Ein überaus beeindruckender

Debütfilm und aus gutem

Grund Rumäniens Oscar-Kandidat 2015.

What needs to happen before a man can

overcome his endless loneliness? Old Costache

(played by Victor Rebengiuc, most

likely Romania’s best actor in his generation)

is a farmer in a small village afflicted by

heavy floods. The floods not only destroyed

his home, but also killed his wife. Costache

is all alone now. He meets his son Ticu

again, who emigrated to Japan twenty years

earlier and started a family of his own

there. Despite their differing views and expectations,

father and son must painfully

realise just how far away they have drifted

from one another. When Ticu finally leaves

to return to Japan, it seems as though nothing

else remains but a small robot dog

which Ticu’s son gave to his grandfather

as a parting gift. Tudor Christian Jurgiu

tells an emphatic and lyrical story about

reunions and goodbyes, expectations and

disappointments and about reconciliation,

told in in calm, expressive pictures of