Portait Nicola Buck - RAUEN Coach-Datenbank

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Portait Nicola Buck - RAUEN Coach-Datenbank

Gespräche

auf Augenhöhe

Nicola Buck ist Mentalcoach für junge Unternehmer und

Geschäftsführer. Ihre Kunden schätzen ihre Spezialisierung, denn

sie eröffnet ihnen neue Perspektiven, Denkweisen und Blickwinkel.

Als Unternehmerehefrau weiß sie über ihre fachliche

Qualifikation hinaus, auf was es ihren Klienten ankommt und

kennt die Herausforderungen, denen sie sich stellen müssen.

Die Geschichten, die Unternehmer

und Geschäftsführer zu Nicola Buck

führen, sind oft ähnlich: Beispielsweise

leiten sie ein kleines, mittelständisches

Unternehmen, in dem der Generationswechsel

stattfindet. Plötzlich wird der Sohn

vom Kollegen zum Chef, der nunmehr alleine

an der Spitze des Unternehmens steht.

Die Möglichkeit zur Rückversicherung

nach oben fehlt, als alleiniger Entscheidungsträger

ist er für das Wohl und Wehe

der Firma verantwortlich. Nun sieht er sich

mit völlig neuen Aufgaben betraut. Investitionsentscheidungen

wollen getrof fen, die

Ausrichtung des Unternehmens festgelegt

und Krisen bewältigt werden. Der richtige

Umgang mit Mitarbeitern ist gefragt, von

Fachaufgaben findet ein Wechsel zu Führungsaufgaben

statt.

Ein anderer Unternehmer hat mit einem

kleinen Unternehmen mit fünf Mitarbeitern

den Nerv der Zeit getroffen. Das Geschäft

floriert, der Mitarbeiterstamm

wächst von fünf auf dreißig Köpfe. Auch bei

ihm findet ein schneller Wechsel von fachbezogenen

Aufgaben zur Führungsrolle

statt und tiefgreifende Entscheidungen über

Investitionen und Kredite stehen an.

Viele junge Unternehmer und Geschäftsführer

befinden sich in ähnlichen Situationen.

Sie stehen an einer Schwelle, die

Aufgaben mit sich bringt, die sie vor völlig

neue Herausforderungen stellen. Und oft

auch vor Probleme, die unüberwindlich

scheinen. Dazu kommen Partnerschaft,

Hausbau, Familiengründung. Die Frage

»Wie bekomme ich alles unter einen Hut?«

ist für sie ein großes ema.

Probleme und Sorgen treten auf, für die

Freunde und Familie kein Verständnis haben

oder die damit nicht belastet werden

sollen. Die dünne Luft auf der Spitze des Unternehmens

scheint noch dünner zu werden.

Selbst durch das Gefühl, dass etwas

nicht stimmt, weiß die junge Führungskraft

nicht, wo die grundlegenden Probleme liegen,

oder wie eine Lösung aussehen kann:

Die Ursache des Problems liegt oft im Unterbewussten,

dem nicht Offensichtlichen.

Was fehlt, ist ein Sparringspartner, der

kompetente Fragen stellt, das Problem zu -

sammen mit dem Unternehmer ergründet

und mit ihm gemeinsam herausfindet, wo

die Hemmschwellen liegen. Einen solchen

Partner finden viele in Nicola Buck, Mentalcoach

für junge Unternehmer und Geschäftsführer.

Ein Sparringspartner

Die frühere Heilpraktikerin hat viele Jahre

mit verhaltensauffälligen Kindern mit

ADHS gearbeitet, bevor sie sich dazu entschied,

»meinen Werkzeugkoffer zu erweitern,

um auch mit den Eltern arbeiten zu

können«, so Buck. Noch während ihres fünf

Semester dauernden Lehrgangs am sportwissenschaftlichen

Institut der Universität

Salzburg entschied sie sich für die Zielgruppe

der jungen Unternehmerinnen und Unternehmer.

Ab diesem Zeitpunkt war für sie

klar, welcher Aufgabe sie sich zukünftig widmen

möchte. Die Spezialisierung »empfinde

ich als absoluten Vorteil«, so Buck.

Auf dem inzwischen weit gefächerten

Markt für Coaching hat sich Nicola Buck

mit der Konzentration auf junge Unternehmer

und Geschäftsführer eine Nische gesucht,

in der sie sich wohl fühlt. Methodisch

setzt sie auf Mentalcoaching.

Mit einem erfolgreichen Unternehmer

und Geschäftsführer eines Großunternehmens

verheiratet, ist Nicola Buck selbst Teil

eines sehr großen Familienunternehmens.

Sie weiß daher, welche Sorgen eine Füh-

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Bilder: Marcela Mayer (10), Buck (1)

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ungskraft beschäftigen. Ihre Kunden nehmen

teilweise mehrere hundert Kilometer

Anfahrt in Kauf, um mit ihr zusammen an

sich zu arbeiten. »Coaching behandelt ein

ganz klares Anliegen, einen Leidensdruck«,

so Nicola Buck.

»Bei allen, die hier herkommen, ist Zeitund

Selbstmanagement ein ema«, erzählt

sie. Im Alter zwischen 25 und 40, einer

Höchstleistungsphase, in der sehr viele Lebensbereiche

Anforderungen an die Führungskräfte

stellen, stelle sich die Frage, »wie

viel Arbeit ist für mich wirklich noch gesund

und effizient?«, so Buck. Junge Unternehmer

seien oft »ganz schön am Schleudern,

weil sie gar nicht mehr alles unter einen Hut

bekommen.« Mehr Mut zu haben, einen

Schritt weiter zu gehen, in den Job hineinzuwachsen

und fest im Sattel zu sitzen sind Herausforderungen,

denen sie sich stellen müssen.

Zudem ist die Führungsaufgabe heute

wesentlich komplexer als früher. »Du

kannst nicht mehr alles machen«, erklärt sie.

Lindau am Bodensee

Nicola Buck sitzt in ihrem Coaching Raum.

Angenehme Atmosphäre, dezente Beleuchtung,

vor dem Fenster ein akkurat gepflegter

Rasen. Für das Gespräch ist sie bestens vorbereitet,

auf dem niedrigen Beistelltisch hat

sie Unterlagen, Kaffee und Wasser vorbereitet.

Der Raum ist klar strukturiert. Nur das

Wesentliche, das sie für ihre Coaching-Sitzungen

benötigt, ist vorhanden. Dazu gehört

ein Flipchart, zwei bequeme Sessel, eine

Liege. In einem Sideboard sind einige

Unterlagen untergebracht, an der Wand

hängen moderne Gemälde, Stehleuchten

und Pflanzen runden die Atmosphäre ab.

Die Nähe zum Bodensee lässt sich erahnen,

denn nur ein paar hundert Meter trennen

Nicola Bucks Geschäftsräume vom Ufer.

Weder Schreibtisch, noch Computer lenken

vom gegenseitigen Gespräch ab.

Dabei beinhalten die Aufgaben von Nicola

Buck wesentlich mehr, als ein nettes Gespräch

mit ihren Kunden zu führen. Es geht

darum, mit dem Coaching ein gesetztes Ziel

zu erreichen.

Ziele werden formuliert

Ihre Kunden verfolgen in ihrer Zielsetzung

oft »sehr emotionale Ziele«, erzählt Buck.

Oft würden die emen ihrer Kunden aus

dem Rollenwechsel heraus entstehen. Der

Umgang mit Mitarbeitern, Krisenbewältigung

und Investitionsentscheidungen sind

Dinge, die auf einmal gefragt sind. An dieser

Stelle offenbaren sich Engpässe, die zuvor

unbekannt waren und zu unüberwindbaren

Herausforderungen werden können.

Oft sind dafür Automatismen verantwortlich,

die schon in der Kindheit erlernt wurden

und noch immer im Unterbewusstsein

nachwirken. Aus den Problemen, mit denen

ihre Kunden zu Buck kommen, werden gemeinsam

Ziele entwickelt. Ein solches Ziel

ist nicht auf konkrete Handlungen und Aktionen

hin formuliert, sondern lautet beispielsweise

»Ich möchte mehr Freiraum.«

Oftmals geht es »um eine Entlastung, oder

zumindest eine gefühlte Entlastung«, beschreibt

sie. Dabei sei genau das, so Buck,

sehr schwierig umzusetzen. »Bei den Kunden,

die hier sitzen, steht an erster Stelle das

Unternehmen«, erklärt sie. Es sei schwer

und stehe auch nicht in ihrem Sinne, ihnen

etwas davon wegzunehmen.

Das Hamsterrad

Nicola Buck steht auf, geht zum Flipchart

und schlägt ein Tortendiagramm auf, das sie

mit einem Kunden erarbeitet hat. Die Stücke

sind in verschiedene Rollen eingeteilt,

die der Unternehmer in seinem Leben hat.

Ihre anteilige Größe ist die Bedeutung, die

er ihnen zumisst – das größte Stück gehört

dem Unternehmen. »Im unternehmerischen

Denken ist einfach verankert, dem

Unternehmen so viel Raum zuzugestehen«,

erklärt sie dazu. »Das Unternehmen sitzt bei

so einer Familie als Familienmitglied am

Tisch.« Doch der Unternehmer möchte

mehr Freiheit. Er hat erkannt, dass er sich in

einem Hamsterrad befindet. Doch das Problem

ist: Woher soll der Freiraum kommen?

Nicola Buck erklärt: »Freiraum ist nicht

unbedingt nur zeitlich, sondern auch gefühlt

definiert. Wenn dir jemand die Möglichkeit

gibt, einen Freiraum zu spüren, ob

es nun ein wirklicher, oder ein gespürter

Freiraum ist, dann ist das dem Gehirn letztendlich

egal«, erläutert sie. Sie gibt in einem

solchen Fall Elemente für den Alltag mit auf

den Weg, mit deren Hilfe der Unternehmer

wieder öfter durchschnaufen kann. Er wird

dadurch leistungsfähiger und kann klarer

denken.

Doch was ist Coaching?

Coaching im Allgemeinen zu definieren ist

gar nicht so einfach, muss Nicola Buck zugeben.

Denn »jeder belegt es anders«, so Buck.

Coaching ist eine Disziplin, die ursprünglich

aus dem Sport und dem Management

kommt, heute jedoch in einer Vielfalt von

Lebensbereichen eingesetzt wird. Letztendlich

sei Coaching »aber immer eine Dienst-

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»Bei meinen Kunden steht an erster

Stelle das Unternehmen.«

Die Geschäftsräume von Nicola Buck in Lindau.

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leistung, bei der es um professionelle Unterstützung

geht«, definiert sie. Beim Coaching

stehen immer zwei Personen in direktem

Kontakt: Der Coach und der Coachee, der

Klient. Mentalcoaching, das Nicola Buck anbietet,

ist eine spezielle Methodik, bei der sie

den Einzelnen als Individuum betrachtet.

»Mental« steht dabei für die Werkzeuge und

Techniken, die Buck im Coaching anbietet.

»Das Coaching kommt aus dem Kunden

selbst heraus«, erläutert sie. »Er merkt, er hat

irgendwo einen Engpass, er hat irgendwo etwas,

das ihn limitiert.«

Das Coaching ist eine professionelle Begleitung

und ein individueller Lernprozess.

Mentalcoaching ist dabei eine sehr fundierte

Methodik und enthält unter anderem Aspekte

der Neurobiologie und Gehirnforschung.

Inhalte des Coachings

»Coaching behandelt ein ganz klares Anliegen,

einen Leidensdruck. Man redet über eine

Sache und klärt sie«, erläutert Nicola

Buck. Oft stelle sich dabei heraus, dass das

Anliegen, mit dem der Kunde zu ihr kommt,

nicht das grundsätzliche ist. So präsentierte

sich das Problem manches Kunden »als die

Spitze des Eisbergs«, so Buck. Sich selbst

und die eigenen Handlungsweisen distanziert

zu betrachten, Probleme zu erkennen

und zu vermeiden sowie Denk- und Handlungsweisen

eine neue Richtung zu geben

ist hingegen das, was Nicola Buck ihren

Kunden bietet. Diese erhalten deshalb in

den Gesprächen ein ehrliches Feedback. Nicola

Buck stellt auch kritische Fragen, fordert

ihre Klienten, um schließlich herauszufinden,

welcher Teil des Eisbergs sich unter

der Oberfläche verbirgt.

Nicola Buck steht erneut auf, schlägt eine

andere Seite auf dem Flipchart auf und erklärt

einige Inhalte des Mentalcoachings.

Dazu zählen, neben kognitiven Fähigkeiten

wie Konzentration und Gedächtnisleistung,

auch »die wirklichen Stellschrauben«, wie

sie Nicola Buck nennt: Emotionale Fähigkeiten,

persönliche Einstellungen, sich innere

Ressourcen bewusst zu machen. Es sei wichtig

zu erkennen, dass viele Dinge nicht geändert

werden können, die Einstellung dazu

hingegen schon.

Was Coaching nicht ist

Wenn Nicola Buck über das Coaching

spricht, wird klar, dass sie nicht zu jenen gehört,

die ihren Kunden das Blaue vom Himmel

versprechen. Sie ist ehrlich, sagt, was

möglich ist und zieht klare Grenzen, an denen

ihr Leistungsspektrum aufhört. So zieht

sie eine deutliche Abgrenzung zwischen

Coaching und Psychotherapie. Im Gegensatz

zum Psychotherapeuten arbeite ein

Coach ausschließlich mit gesunden, stabilen

Menschen. Auch wenn sich Buck interdisziplinär

der Techniken der Psychotherapie

bedient, sei die Trennung deutlich in der

Zielsetzung zu sehen, betont sie. »Coaching

ist eine sehr zielgerichtete Begleitung zu

sehr gegenwärtigen Anliegen, die vor allem

im Berufsleben blockieren.«

Eine weitere Abgrenzung zieht sie zwischen

Coaching und Consulting. »Consulting

ist eine Beratung, in der jemand sein

Fachwissen transportiert«, erklärt sie. Einen

Prozess zu begleiten und Prozessoptimierung

zu betreiben »kann ein Coach nicht

primär leisten.«

Ebenso sei ein Coach nicht mit einem

Trainer zu verwechseln: Im Coaching ste-

hen die Anliegen des Einzelnen im Vordergrund,

Training findet hingegen meistens in

Gruppen statt. Dabei werde »der Trainingsinhalt

von außen vorgegeben und ist für alle

gleich«, so Nicola Buck. Im Gegensatz zum

Coaching gehe es dabei nicht um eine Veränderung,

sondern um eine Verbesserung

von Fähigkeiten.

Eigenverantwortung ist das »A und O«

Für ein erfolgreiches Coaching sei schlussendlich

Eigenverantwortlichkeit nötig, erklärt

Nicola Buck. Schließlich ist Coaching

auch ein Stück weit Hilfe zur Selbsthilfe. Eine

grundlegende Veränderungsbereitschaft

sei jedoch bei allen ihrer Kunden vorhanden,

so Nicola Buck. Die meisten »kommen

zwei- bis vierwöchentlich für zwei bis drei

Stunden. Mehr geht auch nicht, weil sie in

den Sitzungen sehr gefordert sind«, erzählt

sie. Nach sechs bis acht Terminen »sind sie

erst einmal gut aufgestellt, um die Inhalte

und das neu Erlernte in den Alltag zu transferieren«,

erklärt Nicola Buck.

Nach sechs bis acht Wochen fragt sie in

einem Feed-Back-Gespräch nach, wie die

Zeit nach dem Coaching verlaufen ist. Auch

gebe es Kunden, die sich im Anschluss für

ein Tutoring entscheiden und damit Nicola

Buck für eine lange Zeit zu einer Begleiterin

werden lassen. Schließlich lernt Nicola

Buck ihre Kunden mit den Sitzungen und

den intensiven Gesprächen sehr gut kennen.

Manche gingen sogar »so weit zu sagen,

ich kenne sie mittlerweile besser als ihre

Frau«, erzählt Nicola Buck. »Das verneine

ich jedoch immer: Ich kenne Sie einfach nur

anders.«

Manuel Hodrius

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»Das Coaching

kommt aus dem Kunden selbst heraus.«

Nicola Buck Coaching

Schwesternberg 8

88131 Lindau

Telefon (08382) 6044770

info@buckcoaching.de

www.buckcoaching.de

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