2-16 3M™ Gebläse- und Druckluft-Atemschutz

kuennethknoechel

2-16 3M™ Gebläse- und Druckluft-Atemschutz

2-2

Atemschutz

Vorschriften und Normen

Nach VBG 1 § 4 (2) hat der Arbeitgeber Atemschutz

zur Verfügung zu stellen, wenn Versicherte

gesundheitsschädlichen, insbesondere

giftigen, ätzenden oder reizenden Gasen,

Dämpfen, Nebeln oder Stäuben ausgesetzt sein

können. Vorher ist allerdings durch den Arbeitgeber

jede Maßnahme zu ergreifen, bautechnisch

einen zusätzlichen Einsatz von Atemschutz

zu verhindern.

Gefährdungsanalyse

Auswahl und Einsatz der Atemschutzgeräte

sind durch eine Gefährdungsanalyse zu ermitteln.

Der Unternehmer ist verpflichtet, u.a.

folgende Überprüfungen durchzuführen:

• Art und Umfang des Risikos

• Risikodauer

• Risikowahrscheinlichkeit für den Arbeitnehmer.

Ebenfalls in Betracht zu ziehen sind besondere

Gefahrensituationen. Auch darf das Tragen von

Atemschutz keine ständige Maßnahme sein.

Der Unternehmer muss feststellen, um welchen

Schadstoff es sich handelt und in welcher Konzentration

er vorhanden ist. Diese ist u.U. durch

eine Luftprobenentnahme am Arbeitsplatz zu

ermitteln.

Atemanschlüsse

Teil jedes Atemschutzgerätes ist nach EN 134

der Atemanschluss. Man unterscheidet u.a. folgende

Arten:

• Vollmaske nach DIN EN 136

• Halbmaske nach DIN EN 140

• Filtrierende Halbmaske nach EN 149: 2001

• Vollschutzanzüge mit integriertem Atemschutz

Voraussetzungen für den Einsatz

Für den Einsatz von Filtergeräten muss die Umgebungsatmosphäre

mindestens 17 Vol.-% Sauerstoff

enthalten. Filtergeräte dürfen nicht bei

unbekannten oder sich nachteilig verändernden

Schadstoffkonzentrationen benutzt werden.

Die Filterklassen werden entsprechend der Art

der Schadstoffe und Wirkungsweise der Filter

festgelegt (siehe Tabelle).

Gasfilter schützen nicht vor Partikeln, Partikelfilter

nicht gegen Gase. Treten beide gleichzeitig

auf, ist ein Kombinationsfilter zu verwenden.

Die Gebrauchsdauer von Atemfiltern ist abhängig

von der Belastung. Das Ende der Gebrauchsdauer

von Gasfiltern und Kombinationsfiltern,

die gegen Gase eingesetzt werden,

ist am Auftreten von Geruchs-, Geschmacksoder

Reizerscheinungen auf der Reinluftseite zu

erkennen. Bei einigen Filtern ist eine maximale

Gebrauchszeit vorgeschrieben bzw. ist ein

Warnsystem eingebaut.

Wahl des richtigen Atemfilters, z.B.

• organische Gas und Dämpfe

Kennfarbe / Filterklasse: braun / A2

• anorganische Gase und Dämpfe

Kennfarbe / Filterklasse: grau / B2

• Ammoniak Kennfarbe / Filterklasse: grün / K2

• wie Gasfilter, jedoch mit zusätzlichem Schutz

gegen Schwebstoffe

Kennfarbe / Filterklasse: braun-weiß / A2 - P2

Kennfarbe / Filterklasse: grau-weiß / B2 - P2

• wie Gasfilter, jedoch mit zusätzlichem

Schutz gegen Schwebstoffe und Partikel

der Filterklasse P3

Kennfarbe / Filterklasse: braun-weiß / A2 - P3

Kennfarbe / Filterklasse: grau-weiß / B2 - P3

Kennfarbe / Filterklasse: gelb-weiß / E2 - P3

Kennfarbe / Filterklasse: grün-weiß / K2 - P3

• organische Gase und Dämpfe

Filterklasse: A2

• anorganische Gase und Dämpfe

Filterklasse: B2

• Schwefeldioxid Filterklasse: E2

• Ammoniak und zusätzlicher Schutz gegen

Schwebstoffe und Partikel der Filterklasse P3

Filterklasse: K2 - P3


Atemschutz

Die Auswahltabelle

für wirkungsvollen Atemschutz

Einweg Einweg/Mehrweg

FFP1* FFP2S* FFP2SL* FFP3* A1P1* A2P2* ABE* ABEK* Druckluft

Schleifen / Schneiden / Bohren

Rost x x

Zement x x

Spachtelmasse / Füller x x

Mauerwerk / Beton x x(quarzh.) x (quarzh.)

Holz x x x

Farben / Lacke x x x

Rostschutzanstriche x x x

Anti-Fouling-Lacke x x

Stein, Quarz unter MAK x x

Stein, Quarz über MAK x x

Eisen x x

Stahl hochlegiert x x

Kobalt / Berylium x x

Kühlschmierstoffnebel

Schweißen

x x

unlegierte Materialien x x x

hochlegierte Materialien x x

Zink x x x

Löten x

Asbest (Arbeiten im geringen Umfang) x x

Verarbeitung von Glas-/Mineralfasern

Reinigen

x x x

Waschbenzin / Nitroverdünnung

Spritzen

x

Kunstharzlacke x x

Isocyanate - lösemittelhaltig x x

Dispersionsfarbe

Pflanzenschutzmittel

x x (x)

- wässrige Lösung x x

- organisch / verdampfend

Lackieren / Streichen

x x

lösemittelbasierende Lacke x (x)

wassermischbare Lacke (lösemittelhaltig)

Abbeizen

(x) (x)

organische Lösemittel xAX x

ammoniakhaltig

Kleben

x x

lösemittelhaltig

Umgang mit

x x x

- Schwefeldioxid x (x) x

- Hydrogenchlorid x (x) x

- Schimmel / Pilze x x

- Bakterien x

- Dieselruß / Rauche x x (x)

AX = AX-Filter erforderlich bei Dichlormethan-Konz. > MAK x = empfohlener Filter (x) = nicht unbedingt erforderlich

*Die Auswahl des richtigen Atemschutzes ist abhängig von den Schadstoffen und deren Konzentrationen (MAK-Werte). Es obliegt dem Anwender, vor Einsatz

eines Atemschutzgerätes genau zu prüfen, ob die eingesetzten Atemschutzmasken den Anforderungen bezüglich Gefahrstoff und Konzentration entsprechen.

Bitte beachten Sie die Hinweise in den Gebrauchsanleitungen der jeweiligen Atemschutzmaske.

2-3


Atemschutz

Filteratemschutz

Grundinformationen

Für Schadstoffe sind Grenzwerte vorgeschrieben, die am

Arbeitsplatz nicht überschritten werden dürfen. (MAK, TRK-

Werte). Ist die Konzentration der Stoffe höher, muss man sich

gegen sie schützen.

Funktionsweise und Filtertypen

Prinzip des Filterschutzes ist es, die Luft vor dem Einatmen

von gesundheitsschädlichen Bestandteilen zu befreien. Dazu

werden spezielle Filtermaterialien benutzt, die den jeweils

vorhandenen Schadstoffen angepasst sein müssen. Daher ist

es wichtig zu wissen, welche Schadstoffe vorliegen. Gasfilter

schützen vor Gasen, wobei mehrere Arten von Gasen und

entsprechende Filtertypen unterschieden werden. Partikelfilter

schützen vor Staub, Rauch, Spray und Nebel – Kombinationsfilter

vor beidem.

Klasseneinteilung Gasfilter

Klasse 1 Aufnahmevermögen: gering

(verwendbar bis 1000 ml/m3 )

Klasse 2 Aufnahmevermögen: mittel

(verwendbar bis 5000 ml/m3 )

Klasse 3 Aufnahmevermögen: groß

(verwendbar bis 10000 ml/m3 )

Je größer das Aufnahmevermögen des Filters, desto

• längere Standzeit bei gleicher Gaskonzentration

• größer die mögliche Schadstoffkonzentration

• höher der Atemwiderstand

Klasseneinteilung Partikelfilter

Klasse P1 Filterleistung: gering

Klasse P2 Filterleistung: mittel

Klasse P3 Filterleistung: groß

Je größer das Rückhaltevermögen des Filters, desto

• geringere Leckage, d.h. höherer Schutz

• größer mögliche Schadstoffkonzentrationen

• höher der Atemwiderstand

Wählen Sie die richtige Schutzstufe!

Die Standzeit der Filter hängt von der Filterklasse, den Umgebungsbedingungen

(Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Schadstoffgehalt

...) sowie des Luftbedarfs des Benutzers ab. Gasfilter sind

dann erschöpft, wenn der Geruch bzw. Geschmack des Gases

spürbar wird; Partikelfilter und partikelfiltrierende Halbmasken,

wenn der Atemwiderstand merklich ansteigt.

Einsatzgrenzen

Die Einsatzgrenzen sind abhängig vom gewählten Filter und

von der Maskenart:

Halbmaske

Vielfaches des Grenzwertes bei Verwendung mit

• Partikelfilter der Klasse P1: 4 (A)

• Partikelfilter der Klasse P2: 10 (B)

• Partikelfilter der Klasse P3: 30 (B)

• Gasfilter: 30

Vollmaske

Vielfaches des Grenzwertes bei Verwendung mit

• Partikelfilter der Klasse P1: 4 (A)

• Partikelfilter der Klasse P2: 15 (B)

• Partikelfilter der Klasse P3: 400

• Gasfilter: 400

Einschränkungen:

(A) Nicht gegen Tröpfchenaerosole, Partikeln krebserzeugender

oder radioaktiver Stoffe, Mikroorganismen und

Enzyme

(B) Nicht gegen Partikeln radioaktiver Stoffe, Viren und

Enzyme.

Bei Gasfiltern müssen zusätzlich die Filterklassen beachtet

werden, von der die maximal zulässige Konzentration abhängt.

Bei AX-Filtern gelten ebenfalls spezielle Regeln, die

die Dauer und zulässige Konzentration festlegen.

2-9


2-16

Atemschutz

3M Gebläse- und Druckluft-Atemschutz

Atmen unter härtesten Bedingungen

Die Zufuhr unbelasteter, sauberer Atemluft

in extrem schadstoffbelasteten Arbeitsbereichen

ist unerlässlich für ein gesundes

Arbeiten. Speziell für die „harten“

Arbeitsumgebungen wurde ein vielfältiges

Gebläse- und Druckluft-Atemschutzprogramm

entwickelt. Neben einem optimalen

Schutz standen bei der Entwicklung

dieser Systeme vor allem höchster

Tragekomfort, ideale Luftzuführung sowie

die sinnvolle Kombination verschiedener

Schutzfunktionen im Vordergrund.

Der modulare Aufbau der Systeme ermöglicht

es, auf die individuellen Anforderungen

eines Arbeitsplatzes einzugehen. Die

Höhe der Schadstoffkonzentration, Dauer

der Schadstoffbelastung, Arbeitsbedingungen

wie Hitze und starke körperliche

Anstrengung gehören zu den Auswahlkriterien

für ein individuelles Schutzsystem.

Es wird unterschieden zwischen:

• von der Umgebungsluft abhängigen

Gebläsesystemen und

• von der Umgebungsluft unabhängigen

Druckluftsystemen.

Gebläse-Atemschutzgeräte bestehen aus

einem Atemanschluss (Helm, Haube,

Maske), einem batteriebetriebenen Gebläse

und einem oder mehreren Filtern,

die aus der Umgebungsluft feste und/

oder gasförmige Schadstoffe herausfiltern.

Der Atemschutz wird bei diesen

Geräten durch einen permanenten Überdruck

im Kopfteil erreicht. Für den Einsatz

von Druckluft-Systemen ist ein Kompressor

erforderlich. Über einen Druckluftregler

kann der Luftstrom zum Kopfteil individuell

eingestellt werden.

Vorteile dieser Systeme:

• Modularität – damit Sie flexibel bleiben

• Kombination von Schutzfunktionen –

Atem-, Kopf-, Gesichts- und Augenschutz

• Kein Atemwiderstand – für leichteres

Arbeiten

• G26-frei – für alle Mitarbeiter geeignet

• Keine Tragezeitbegrenzung – bedeutet

höhere Produktivität

• Hoher Tragekomfort – heißt verbesserte

Akzeptanz

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine