zur Handlungshilfe

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Psychische Belastungen beurteilen – aber wie? Eine betriebliche Handlungshilfe für Gefährdungsbeurteilungen

vermögen etwa durch ständig wiederkehrende, einfache

manuelle Verrichtungen führen zu dieser Beeinträchtigung.

Ein Mangel an Pausen oder an Kommunikations- und

Kontaktmöglichkeiten begünstigen den Monotoniezustand.

Herabgesetzte Wachsamkeit

Dieser Zustand wird in der DIN-Norm definiert als ein „bei

abwechselungsarmen Beobachtungstätigkeiten langsam

entstehender Zustand mit herabgesetzter Signalentdeckungsleistung

(z.B. bei Radarschirm- und Instrumentenfeldbeobachtungen)“.

Das für abverlangte Beobachtungsfähigkeiten

(z.B. Sichtkontrolle der Beschichtungsqualität

von Coils) notwendige Niveau an Aufmerksamkeit kann

nicht dauerhaft gewährleistet werden. Je länger die Tätigkeit

dauert, desto mehr sinkt die Wachsamkeit - und das,

obwohl bei Auftauchen eines Signals oder Fehlers schnelles

Eingreifen nötig ist.

Psychische Sättigung

Auch dieser Zustand beruht auf qualitativer Unterforderung,

weil nur Bruchteile von menschlichen Kenntnissen

und Fähigkeiten abverlangt werden. Allerdings ist er im

Unterschied zur Monotonie durch eine stark affektbetonte

Ablehnung der Tätigkeit gekennzeichnet. Ärgerliche Ablehnung,

Überdruss und „innere Kündigung“ können zu deutlichem

Leistungsabfall und Motivationsverlust führen.

Methoden und Instrumente

In der betrieblichen Praxis gilt es nun zu ermitteln, ob die

psychischen Arbeitsbelastungen so stark sind, dass sie die

geschilderten negativen psychischen Beanspruchungsfolgen

hervorrufen können. Anders ausgedrückt: Diejenigen

Arbeitsbedingungen, die als Risikofaktoren für die Gesundheit

der Beschäftigten zu betrachten sind, müssen mit Hilfe

geeigneter Methoden oder Instrumente herausgefunden

werden. Denn Ziel dieser Ermittlung ist es, erforderliche

Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes zur

Vermeidung oder Verringerung von Gesundheitsgefährdungen

im Betrieb umzusetzen.

Instrumente zur Ermittlung psychischer Fehlbelastungen

sind die Selbsteinschätzung der Beschäftigten oder die so

genannte Fremdeinschätzung durch Arbeitsschutzexperten,

bei der Arbeitsbelastungen von außen beurteilt werden.

Sowohl die Selbst- als auch die Fremdeinschätzung kann

mittels Fragebögen oder Checklisten durchgeführt werden.

Auch das Interview ist eine gelegentlich angewandte Methode.

Die Beurteilung der Arbeitsbelastungen wird hierbei

durch Fremdeinschätzung vorgenommen.

Für eine erste Analyse der gesundheitlichen Gefährdungen

durch psychische Belastungen ist ein Fragebogen, den die

Beschäftigten selbst ausfüllen, empfehlenswert. Natürlich

wird dies nur dann eine hohe Rücklaufquote erhalten, wenn

die Beschäftigten darüber informiert sind, wozu dieser Fragebogen

dient und von wem er veranlasst ist. Hierzu sollte

auch - wie im ersten Schritt beschrieben - die Unterweisung

genutzt werden: Dabei kann eine Aufklärung über psychische

Belastungen und ihre möglichen gesundheitlichen

Auswirkungen sowie über das gesamte Verfahren der Gefährdungsbeurteilung

vorgenommen werden. Auch gilt es

den Beschäftigten zu vermitteln, welchen Stellenwert die

Befragung hat. Deutlich muss hervorgehoben werden, dass

es sich nicht um eine der vielen Mitarbeiterbefragungen

handelt, mit der z.B. Zertifizierungsauflagen erfüllt werden.

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