Arbeiten mit Gespür - Arbeiterkammer Wien

wien.arbeiterkammer.at

Arbeiten mit Gespür - Arbeiterkammer Wien

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MITGLIEDERZEITSCHRIFT DER AK WIEN

betrieb

Arbeiten

mit Gespür

Besser als jede Maschine:

Der „siebte Sinn“ im Job

wirkt Wunder

bildung

So ungerecht

ist Schule

wissen

Den Ärger

weglachen

steuer

So gibt's Geld retour

In der Heftmitte zum Herausnehmen:

10 Schritte zur Arbeitnehmerveranlagung

Fe b r u a r ■ 02/10

Ich zahle

nicht!

Krise: Wer die Last tragen soll


Fotos: Thomas Lehmann, Erwin Schuh

Nicht auf

unsere Kosten

FÜR DIE KRISE GEZAHLT HABEN BIS

JETZT VOR ALLEM DIE ARBEITNEH-

MERINNEN: Mit dem Verlust von Arbeitsplätzen

und mit ihrem Steuergeld, mit dem

der Staat Banken vor dem Ruin gerettet

hat. Und weil das alles viel Staatsgeld gekostet

hat, wird jetzt schon wieder vom

„ausgabenseitigen” Sparen geredet. Es

steht zu befürchten, dass es dabei um

Kürzungen geht, die meist wieder die ArbeitnehmerInnen

treffen. Und das, obwohl

Unternehmen und Vermögen ohnehin begünstigt

werden. Wir rechnen vor, wo die

Ungerechtigkeiten liegen und was geschehen

muss. Ab Seite 4.

■ WER BESONDERS GUT IST IN SEI-

NEM JOB, ist oft auch besonders zufrieden.

Denn gute, kreative Arbeit hat nicht

immer nur etwas mit Talent zu tun, sondern

auch mit dem richtigen Umfeld: mit

fairen Vorgesetzten, guter Bezahlung, netten

KollegInnen und genügend Entfaltungsspielraum.

Wir stellen Ihnen drei Arbeitnehmer

vor, die ihren Job besonders

gut, aber auch besonders gern machen,

und erklären, wie das Gespür für die Arbeit

in jedem geweckt werden kann. Ab S. 10

■ ER RECHERCHIERT SEIT 40 JAH-

REN immer auf der Spur von sozialen

Missständen und kann mit seinen kritischen

Reportagen auch ein ganz junges

Publikum begeistern. Günter Wallraff erzählt,

warum er immer noch an eine bessere

Welt glaubt, wie er sie verändern will

und was das alles mit Marathon-Läufen zu

tun hat. Ab Seite 25

Viel Spaß beim Lesen!

Wolfgang

Mitterlehner

DIE NÄCHSTE AK FÜR SIE ERSCHEINT AM 2. MÄRZ 2010

Inhalt F

aktuell

service

magazin

E B R U A R

4 Wir zahlen nicht!

Belastungen für ArbeitnehmerInnen, damit das Budget nach der Krise wieder

ins Lot kommt? Jetzt sollen Reiche und Banken zahlen, sagt die AK.

7 Hol dir Geld zurück!

Machen Sie die Arbeitnehmerveranlagung. Es lohnt sich für Geringverdiener

ebenso wie für Familien. Das zeigen drei Beispiele.

9 Daher klagen wir Meinl

Anleger-Verluste bei Meinl European Land: Die Arbeiterkammer hat drei neue

Klagen eingebracht.

10 Arbeiten mit Gespür

Wer mit Gespür hackelt, ist besser als jede Maschine. Damit sich Arbeitnehmer

so entfalten können, müssen Bezahlung, Kollegen und Aufgabe passen.

13 Die Tipps im Februar

13 So ist die Bankomatcard sicher 14 TIPP Kinder: Was Sie absetzen können •

Steuerveranlagung im Internet • Holen Sie sich Ihr Geld zurück 15-18 GELD ZU-

RÜCK VOM FISKUS 10 Schritte zur Arbeitnehmerveranlagung • Neu! Alle aktuellen

Infos. Stand Jänner 2010 19 TIPP Ihre Rechte auf Dienstreisen • MIT: Berufsorientierung

für Mädchen in Handwerk und Technik 20 TEST Billiger

Flug, hoher Preis

21 „Nacktscanner“ Kundenkarten

22 Gleiche Leistung, schlechtere Noten. In unseren Schulen

geht's schwer ungerecht zu. Vor allem Kinder ärmerer Eltern fliegen schnell

aus dem Bildungssystem.

22 Schluss mit unerbetenen Telefonanrufen!

24 Einkaufen und Gutes tun. Die AK und die Stadt Wien verteilen

den Faire Chancen Einkaufsplan.

24 Vorsicht, Handywerbung mit heimtückischen Fallen!

28 Lachen Sie den Ärger weg. Lachen ist gesund. Trotzdem bringt

es ein Erwachsener gerade einmal auf 15 Lacher pro Tag. Ein Ausflug in die

Untiefen unseres Zwerchfells.

Rubriken 26 INTERVIEW Gleiche Chancen, gleicher Lohn?

27 FREIZEIT Bunte, schräge Events 30 RÄTSEL 31 LESER

IMPRESSUM Herausgeber & Medieninhaber: Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, 1040 Wien, Prinz-Eugen-Strasse 20-22

Mit den verlegerischen Agenden beauftragt: Leykam Druck, 8054 Graz, Ankerstr 4 Redaktion: Ute Bösinger, Peter Mitterhuber, Wolfgang Mitterlehner,

1040 Wien, Prinz-Eugen-Str 20-22 Redaktionssekretariat: Sylvia Wokert Konzept & Gestaltung: B.A.C.K. Grafik- & Multimedia GmbH, 1070

Wien, Neubaugasse 8/2/1. Stock Mitarbeiter:Thomas Angerer, Jürgen Bischof, Cornelia Breuß, Christian Fischer, Lisi Gradnitzer, Michaela

Kollmann, Thomas Lehmann, Franz Mangelberger, Gerhard Penkner, phoe-nixen, Christian Resei, Martin Saringer, Erwin Schuh, Doris Strecker,

Olivia Weiss, Ulrike Weiss Coverfoto: Mischa Nawrata Hersteller: Leykam, Let’s Print, Herstellungsort Neudörfl. Verlagsort Wien. Namentlich

gezeichnete Kommentare müssen nicht mit der Meinung der AK Wien übereinstimmen.

OFFENLEGUNG GEMÄSS MEDIENGESETZ, §25: Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, 1040 Wien, Prinz-Eugen-Straße 20-22; PRÄ-

SIDENT: Mag. Herbert Tumpel; AUFGABENSTELLUNG: Interessenvertretung der ArbeitnehmerInnen; DIE BLATTLINIE entspricht jenen Grundsätzen,

die im Arbeiterkammergesetz 1992 BGBl. Nr. 626/1991 idgF festgehalten sind.

ISSN 1028-463X Redaktionsschluss: 28. Jänner 2010

2 A K F Ü R S I E | F E B R U A R 2 0 1 0 NOCH FRAGEN? http://wien.arbeiterkammer.at


Foto: picturedesk.com | F1 Online | Berndhard Lang

Managerbezüge sollen neu

geregelt werden, fordert

die Arbeiterkammer

standpunkt I

Neue Regeln

für Manager

Es läuft einiges schief bei der

Beurteilung von Managergehältern:

Belohnt werden hohe Risiken

für die Unternehmen und

die Gewinnmaximierung auf

kurze Sicht. Der kurzfristige Gewinn

der Aktionäre zählt oft

mehr als das nachhaltige Wirtschaften

und der Erhalt der Arbeitsplätze.

„Wir brauchen

neue Spielregeln für Managergehälter.

Die EU-Kommission

und Deutschland haben dazu

bereits erste notwendige

Schritte gesetzt, jetzt ist Österreich

an der Reihe“, forder AK-

Direktor Werner Muhm.

standpunkt II

Beim Klima

handeln

Vor kurzem hat der Landwirtschaftsminister

die Klimabilanz

für 2008 vorgelegt. „Damit

wurden die drastischen Versäumnisse

der vergangenen

Jahre in der Klimapolitik offensichtlich“,

sagt Christoph

Streissler, Klimaexperte der AK.

„Mit der bisherigen Klimaschutzpolitik

können die auf

der internationalen Konferenz

von Kyoto vereinbarten Ziele

nicht erreicht werden.“ Die AK

will daher mehr Investitionen in

die thermische Sanierung. Das

schafft Arbeitsplätze und hilft

dem Klima mehr als die geplante

Förderung ineffizienter

Biogasanlagen.

NOCH FRAGEN? http://wien.arbeiterkammer.at

aktuell

Mehr Ganztags-Schulplätze!

Arbeiten und Kinder haben:

Das ist in Österreich immer

noch besonders

schwierig. Die Unterrichtsministerin

hat eine Umfrage unter

den Eltern von allen 700.000

Schülern bis 14 Jahren gemacht.

Ergebnis: Längst nicht

alle, die eine ganztägige Betreuung

ihrer Kinder wollen, bekommen

sie auch. Insgesamt fehlen

rund 230.000 Plätze.

„Besonders dramatisch sieht

es auf dem Land aus“, sagt Gabriele

Schmid, Leiterin der AK

Bildungsabteilung. Während in

Wien 46 Prozent der SchülerInnen

im Pflichtschulalter eine

Nachmittagsbetreuung bekommen,

gibt es das im Burgenland

nur für 15 Prozent und in Niederösterreich

nur für etwa 14

Kinder sind ganztägig gut betreut, Eltern können beruhigt zur Arbeit:

Das muss für alle Eltern, die es wünschen, möglich werden

Prozent“, sagt Schmid. „Kein

Kind soll schlechte Lernchancen

haben, weil es keine Betreuung

gibt”, so Schmid. „Es ist

höchste Zeit, das Angebot an

Ganztagsschulen auszubauen

und die Qualität bei den Angeboten

in den bestehenden Einrichtungen

zu verbessern.“

(siehe dazu auch S. 22/23)

rudi klein www.kleinteile.at

F E B R U A R 2 0 1 0 | A K F Ü R S I E 3

Foto: Thomas Lehmann


a

thema

Wir zahlen

nicht!

Belastungen für ArbeitnehmerInnen, damit das

Budget nach der Krise ins Lot kommt? Jetzt sollen

Reiche und Banken zahlen, sagt die AK.

Wenn im Supermarkt die Scanner-Kassa

anschlägt, freut sich

der Finanzminister. Ein günstiger

Liter Milch um 79 Cent –

gut 7 Cent davon sind Mehrwertsteuer.

Eine Kiste Bier um

15,99 Euro – in der Rechnung sind knapp

2,70 Euro Mehrwertsteuer enthalten. Oder

im Kleidergeschäft: Kostet der Wintermantel

fürs Kind 69 Euro, dann stecken im

Preis 11,50 Euro Mehrwertsteuer.

Ganz anders, wenn in der Börse Wien

ein Spekulant Aktien kauft. Egal, ob ein

Cent oder eine Million Euro das Konto

wechselt: Gibt der Makler am Computer

das „Ok“ für die Transaktion, ist im umgesetzten

Betrag genau keine Steuer enthalten.

Die Börsenumsatzsteuer wurde in

Österreich im Jahr 2000 abgeschafft.

Schieflage bei der Steuer

Lockerer Umgang mit dem Beitrag der

Reichen zum Staat: Das hat seit den 90-er

Jahren des vorigen Jahrhunderts zu einem

riesigen Loch in der österreichischen

Staatskasse geführt. Der Verzicht auf die

Börsenumsatzsteuer ist nur ein Beispiel.

Abgeschafft wurde etwa auch die allgemeine

Vermögenssteuer, riesige Vermögen

können steuerfrei in so genannten Privatstiftungen

vermehrt werden, für Aktiengesellschaften

und GmbH wurde die Gewinnsteuer

gesenkt, oder es gibt keine

Erbschafts- und Schenkungssteuer mehr.

4 A K F Ü R S I E | F E B R U A R 2 0 1 0

Inzwischen kommen bereits zwei Drittel

der Steuereinnahmen aus der Lohnsteuer

und aus der Mehrwertsteuer, also direkt

aus den Brieftaschen der ArbeitnehmerInnen

und PensionistInnen.

Die Schieflage beim Steueraufkommen

wird jetzt, in der Krise, zum Problem. Die

Regierung hat mit milliardenschweren Banken-

und Konjunkturpaketen gegengesteuert.

„Die Rettungsmaßnahmen haben

vor allen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

mit ihren Beiträgen finanziert“, sagt

AK Präsident Herbert Tumpel, „jetzt wollen

und sollen sie nicht noch einmal dafür zur

Kassa gebeten werden.“ Das freilich droht,

wenn der Finanzminister jetzt das Budgetdefizit

zurückfahren will.

Belastungen drohen

Bei der so genannten Budgetkonsolidierung

will der Finanzminister einen „ausgabenseitigen

Schwerpunkt“ setzen. „Aber

was heißt das?“, fragt Tumpel: „Wenn in der

Schulverwaltung Geld eingespart werden

kann, dann brauchen wir die Mittel für mehr

Ganztagsschulen. Oder: Wir brauchen

mehr Geld für die Pflege.“ Jedenfalls müsse

aufgepasst werden, „dass für das Geld da

ist, was wir für die Arbeitnehmerinnen und

Arbeitnehmer dringend brauchen.“

Der AK Präsident lehnt es auch ab, „dass

am Schluss vielleicht noch Massensteuern

wie die Mehrwertsteuer erhöht werden.“

Nicht die ArbeitnehmerInnen sollen zahlen,

Foto: Thomas Lehmann


Budgeteinnahmen: S

ZWEI DRITTEL DER STEUERN kommen in

Österreich aus der Lohnsteuer und der

Mehrwertsteuer. Für die Lohnsteuer werden

in Summe 20 Milliarden Euro automatisch

von Löhnen, Gehältern und

Pensionen abgezogen. Ebenso automatisch

wird die Mehrwertsteuer

kassiert, wenn jemand etwas einkauft

– insgesamt 21,9 Milliarden

Euro, die ebenfalls hauptsächlich

von ArbeitnehmerInnen und PensionistInnen

bezahlt werden. Damit

tragen ArbeitnehmerInnen

und PensionistInnen in Österreich

die Hauptlast des Steueraufkommens.


zahlen & fakten

NOCH FRAGEN? http://wien.arbeiterkammer.at

Meh

41,9


chwere Schieflage bei der Steuerlast

Lohnsteuer

rwertsteuer

Milliarden

Gewinn-, Kapital-,

Verbrauchssteuern

und sonstige

22,9 Milliarden

EIN DRITTEL DER STEUERN ist der

Rest, der für den Staat noch zur Lohnsteuer

und zur Mehrwertsteuer dazukommt.

Enthalten sind vergleichsweise bescheidene

7,2 Milliarden Euro Steuern auf Unternehmensgewinne,

dazu kommen Steuern

auf Zinsen, Verbrauchssteuern wie die Mineralölsteuer

und sonstige. Minimal ist

der Anteil der vermögensbezogenen

Steuern. Der Hintergrund: In Österreich

gibt es etwa keine allgemeine

Vermögenssteuer mehr, wurde die Erbschafts-

und Schenkungssteuer abgeschafft,

können riesige Vermögen steuerfrei

in so genannten Privatstiftungen

vermehrt werden.


thema a

Belastungen befürchtet

SO SCHAUEN STEUERZAHLER AUS: Die

Arbeiter bei Bombardier in Wien bauen

Straßenbahn- und U-Bahn-Garnituren. „Im

Moment sind wir ehrlich froh, dass es eine

Arbeit gibt“, sagt Arbeiterbetriebsrat Leopold

Sedlak. Aktuell ist der Betrieb ausgelastet.

„Die Hochblütezeit ist vorbei, aber

wir kommen jetzt 2010 noch halbwegs

über die Runden.“ Ein Arbeiter bei Bombardier

verdient im Schnitt 2.300 Euro

brutto, zahlt davon 736 Euro Lohnsteuer

und Sozialabgaben – und noch einmal

Mehrwertsteuer bei jedem Einkauf.

„Wennst einkaufen gehst, zahlst die Steuer,

und wennst ein Sparbuch hast zahlst

noch einmal die Steuer“, sagt Leopold

Sedlak. Er befürchtet Belastungen, wenn

die Regierung im Budget spart: „Die holen

sich’s immer in der Masse.“

F E B R U A R 2 0 1 0 | A K F Ü R S I E 5


a

thema

AUCH SIE ZAHLEN REGELMÄSSIG STEUER: Die

VerpackerInnen in einer Großfleischerei in Wien

bekommen 1.600 Euro brutto, gehen am Monatsende

mit 1.200 Euro netto heim. Und: „Je höher

die Arbeitslosigkeit, desto weniger wird gekauft.

Das trifft dann wieder uns“, sagt Betriebsrat Karl

Dober. Spart der Bund im Budget, „kanns nicht

sein, dass nur bei den Arbeitern gespart wird“,

sagt er. Und ein Bankenabgabe „gehört sowieso“.

sondern „jene, die am meisten von den Krisenmaßnahmen

profitert haben“. Das, so

Tumpel, seien in erster Linie die Banken.

Banken sollen zahlen

Im Zuge der Krise wurde ein Schutzschirm

über die Finanzwirtschaft gestülpt. Insgesamt

wurden 90 Milliarden Euro zur Verfügung

gestellt, mit denen der Staat entweder

für Kredite zwischen den Banken haftet

oder sich direkt an Banken beteiligt, um sie

zu stützen. Durch die Haftungen wurde der

Geldmarkt zwischen den Banken wiederbelebt,

und von den Direktzuwendungen

an die Banken profitieren auch jene Institute,

die in der Folge ebenfalls mitgerissen

worden wären.

Für die direkte Beteiligung an Banken

sind bereits 6,9 Milliarden Euro geflossen.

Zwei Banken musste der Staat komplett

übernehmen, die Kommunalkredit und die

Hypo Alpe Adria. Und bei der ganzen Aktion

könnte der Bund bereits drei Milliarden

Euro verloren haben: eventuell 2,7 Milliarden

für die Beteiligung an Kommunalkredit

und Hypo Alpe Adria – und sicher 294 Millionen

Euro Dividendenausfall von Banken,

die aktuell nicht zahlen können.

„Vom Bankenpaket hat der ganze

Bankensektor profitiert, also muss auch

der gesamte Banksektor einen Beitrag zur

6 A K F Ü R S I E | F E B R U A R 2 0 1 0

Bewältigung der Krise leisten“, sagt Tumpel.

Er fordert deshalb, wie in den USA, eine

Bankenabgabe.

Zur Bewältigung der Krise ist es auch

höchste Zeit, die Steuerbelastung gerecht

zu verteilen. Die Gewinn- und Besitzeinkommen

sind zwischen 2000 und 2008

um 56 Prozent gestiegen, die Gewinn- und

Unternehmenssteuern aber nur um 44

Prozent. Bei den Löhnen war die Entwikklung

umgekehrt – obwohl die Bruttolöhne

nur um 31 Prozent zunahmen, wurde um

47 Prozent mehr Lohnsteuer gezahlt. „Das

ist ungerecht. Wir brauchen eine gerechtere

Lastenverteilung“, sagt Tumpel.

Bei den vermögensbezogenen Steuern

ist Österreich eine Steueroase. Im Durchschnitt

der EU-Länder werden dreimal so

hohe vermögensbezogene Steuern eingehoben

wie in Österreich. Tumpel: „Hätten

wir hier EU-Niveau, hätten wir vier Milliarden

Euro Mehreinnahmen pro Jahr.“ Und

dabei ginge es keinesfalls darum, dass

kleine Häuslbauer zahlen müssten.

Vermögen besteuern

Das reichste Tausendstel in Österreich hat

genauso viel Geldvermögen wie die komplette

untere Hälfte der Haushalte. Oder eine

andere Zahl: Nur auf vier Prozent der

Sparkonten liegen mehr als 20.000 Euro.

Von den wenigen, die mehr haben, besitzen

einige aber oft Unsummen.

„Besteuern wir Vermögen“, sagt deshalb

der AK Präsident, „das können wir tun

ohne Gefahr für Konunktur und Arbeitsplätze.“

Dafür hat die AK ein Paket, das 2,8

Milliarden Euro bringt. Mehr im Kasten

rechts. ■ T.A./P.M./O.W.

Foto: Thomas Lehmann


vorgestellt

AK Präsident Herbert Tumpel:

„Besteuern wir Vermögen“

So sollen

Reiche zahlen

EINEN BEITRAG DER REICHEN UND

DER BANKEN ZUR BEWÄLTIGUNG DER

KOSTEN DER KRISE: Das fordert die AK.

Denn noch wird in Österreich Arbeit zu

hoch, Vermögen zu gering besteuert. Die

AK hat ein Paket, das 2,8 Milliarden Euro

zusätzlich bringt.

■ Vermögenszuwachssteuer: Wenn

Privatpersonen in Österreich derzeit

Wertpapiere wie Aktien kaufen und mindestens

ein Jahr halten, dann ist ihr Gewinn

komplett steuerfrei. Das entspricht

nicht internationalem Standard.

■ Gerechte Besteuerung von Privatstiftungen:

Wer sein Vermögen in eine

Privatstiftung einbringt, zahlt derzeit

nur bei der Gründung Steuer. Kassiert

die Privatstiftung aber zum Beispiel Dividenden

aus Firmenbeteiligungen, ist

keine Steuer mehr fällig. Das muss geändert

werden, fordert die AK.

■ Finanztransaktionssteuer: Derzeit ist

keine Steuer auf den Umsatz fällig, wenn

etwa an der Börse Aktien verkauft werden

– in zwölf EU-Ländern und der Schweiz

gibt es so eine Steuer allerdings schon.

■ Banken-Abgabe: Das milliardenschwere

Bankenpaket nutzt vor allem

den Banken selber. Dafür sollen sie eine

Abgabe zahlen.

■ Manager-Gehälter begrenzen: An

der Spitze der großen Unternehmen wird

immer noch verdient, als gäbe es keine

Krise. Die Forderung der AK: Mehr als

500.000 Euro Monatsgage sollen die Firmen

nicht mehr von der Steuer absetzen

können.

Foto: Lukas Beck


Foto: Christian Fischer

Hol dir Geld zurück!

Machen Sie die Arbeitnehmerveranlagung.

Es lohnt sich. Das zeigen drei Beispiele.

1 Geld

für Familienkasse

Michael Musser und seine Frau haben

zwei Kinder, die 7-jährige Sophie und

den 3-jährigen Maximilian. Für Familien wie

die Mussers gibt es jetzt mehr Geld: Eltern

können seit dem Jahr 2009 die Betreuungskosten

für ihre Kinder in der Steuererklärung

geltend machen. Dazu kommen

für die Mussers 220 Euro pro Kind und

Jahr an Kinderfreibeträgen. Weil die Familie

vorsorgt, können die Mussers auch Kosten

für die Pensionsversicherung und die Zusatzkrankenversicherungen

der Kinder absetzen.

Insgesamt kommen sie so auf voraussichtlich

523 Euro Steuergutschrift.

Noch arbeitet Frau Musser Teilzeit und betreut

ihre Kinder selbst. Wenn sie mehr ar-

HOLEN SIE SICH IHRE STEUER

VOM FINANZMINISTER ZURÜCK!

DIE AK STEUERSPARTAGE 2010

steuer a

Versicherungen, Pensionsvorsorge: Familie

Musser hat alles am Tisch, was zählt für

die Arbeitnehmerveranlagung. Es könnten

rund 520 Euro an Steuerrückzahlung werden.

„Darauf verzichten wir nicht“, sagt

Michael Musser

treuungskosten absetzen für jedes Kind bis

zum Alter von 10 Jahren. „Wir machen die

Veranlagung jedes Jahr. Wer kann es sich

heute schon leisten, etwas zu verschenken?“

sagt Michael Musser.

2 Zuschuss

fürs Hobby

Eigentlich verdient Gabrijel Kristo im

zweiten Lehrjahr als Universalschwei-

Foto: Lisi Gradnitzer beiten möchte, kann sie jetzt auch die Be-

Obwohl Gabrijel noch keine Lohnsteuern

zahlt, lohnt sich für ihn die Arbeitnehmerveranlagung:

plus 95 Euro Negativsteuer

ßer mit 660 Euro brutto so wenig, dass er

keine Steuern zahlt. Doch gerade auch

Geringverdiener können sich mit der Arbeitnehmerveranlagung

Geld vom Finanz-

>

F E B R U A R 2 0 1 0 | A K F Ü R S I E 7


a

Foto: Lisi Gradnitzer

steuer

Elvira Ibrics Tochter Medina kam 2007 zur Welt. Weil sie damals keine Veranlagung gemacht

hat, können sie und ihr Mann rückwirkend insgesamt 616 Euro geltend machen

minister holen. Gabrijel Kristo mag seinen

Job. „Dazu braucht’s eine ruhige Hand und

gute körperliche Verfassung. Die hole ich

mir im Sport“, sagt er. Im Take-won-do bereitet

er sich auf die österreichischen

Staatsmeisterschaften vor und rechnet

sich einen Platz im vorderen Spitzenfeld

aus. „Da ist mir jeder Euro recht. Und da ist

es gut, dass sich auch für Leute wie mich

die Arbeitnehmerveranlagung lohnt“, sagt

er. Für 2009 wird er sich die Negativsteuer

von 95 Euro vom Finanzamt holen. Stefan

Moser ist seit September im 1. Lehrjahr

und verdient Brutto 495 Euro. Für ihn gibt

es 24 Euro an Negativsteuer. „Immerhin,

einmal mehr ist Kino ist damit drin“, sagt er.

3 Ausgleich

für 2007

Die Arbeitnehmerveranlagung verpasst

hat Elvira Ibric im Jahr 2007.

8 A K F Ü R S I E | F E B R U A R 2 0 1 0

Das war das Jahr, in dem die Geburt ihrer

Tochter Medina im Herbst alles in ihrem Leben

verändert hat. Elvira Ibric ging in Karenz

und steht seit zwei Monaten wieder 32

Stunden pro Woche hinter der Ladentheke

bei Anker Brot in der Opernpassage.

Bis zu fünf Jahre rückwirkend, also heuer

noch für die Jahre 2005, 2006, 2007,

2008 und 2009 können ArbeitnehmerInnen

ihre Veranlagung machen und bekommen

dann das Geld sogar mit Zinsen zurück.

„Besser als jedes Sparschwein“, freut

sich Elvira Ibric. Auch ihr Mann, ein Rettungssanitäter

beim Grünen Kreuz hat

noch die Veranlagung für 2007 offen. Weil

er während der Karenz seiner Frau alleine

für die Familie gesorgt hat, hat er noch Anspruch

auf den Alleinverdienerabsetzbetrag.

Für die kleine Familie bringt das dann

voraussichtlich ein willkommenes Zubrot

von 616 Euro. ■ FRANZ MANGELBERGER

> AK-STEUERSPARTAGE

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ENTWEDER SIE HABEN sowieso Steuerabschreibposten

– oder Sie können auf

eine der Fragen unten JA sagen. Dann

lohnt sich die Arbeitnehmerveranlagung

jedenfalls:

Sie waren nicht das ganze

Jahr berufstätig?

Sie haben so wenig verdient,

dass Sie keine Lohnsteuer

gezahlt haben?

Pendeln Sie täglich mehr als 20

km zur Arbeit oder können keine

Öffis benutzen?

Haben Sie eine neu errichtete

Wohnung gekauft oder ein Haus

gebaut?

Arbeiten Sie neben Ihrem Studium

oder haben Sie sich für

den Beruf weitergebildet?

Waren Sie AlleinverdienerIn

oder AlleinerzieherIn?

Sie haben Kinder im Kindergarten

oder in der Volksschule und

zahlen einen Betreuungsbeitrag?

JA

JA

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JA

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ARBEITNEHMERVERANLAGUNG:

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Fotos: Christian Fischer

Daher klagen wir Meinl

Anleger-Verluste bei Meinl European Land: Die Arbeiterkammer

hat drei neue Klagen eingebracht.

Können Sie sich noch an

die Werbung mit dem

Sparschwein erinnern?

Mein Schwein ist nicht

faul? „Positiv formulierte Verkaufsprospekte

über Meinl European

Land (MEL)-Zertifikate,

und über das Risiko wurde

nicht ausreichend informiert

und aufgeklärt“, kritisiert AK

Konsumentenschützer Harald

Glatz. Die Arbeiterkammern

wurden im Herbst 2007 von

Anfragen überschwemmt -

Tausende KonsumentInnen

suchten Rat. „Viele haben ihren

Bausparer oder ihr hart Erspartes

für die Zertifikate geopfert,

weil sie als sicheres Produkt

verkauft wurden“, so Glatz. Insgesamt

hat die AK 650 Konsumentenfälle

analysiert.

Viele Klagen

Die AK führt 14 Verfahren.

Kürzlich hat die AK drei neue

Klagen gegen die Meinl Bank,

ihre Vertriebstochter Meinl

Success und in einem Fall gegen

Julius Meinl eingebracht.

Es soll abgeklärt werden, dass

Irrtum bzw. arglistige Irreführung

wegen der irreführenden

Angaben in den Verkaufsprospekten

vorliegt. „Immerhin

wurden die MEL-Zertifikate als

sichere Anlage in Zeiten stark

schwankender Aktienmärkte

angepriesen. Sie wurden als

Aktien eines österreichischen

Unternehmens dargestellt, die

sich weitgehend in Streubesitz

befinden“, erklärt Glatz.

Weiters hat die AK seit Februar

2008 zehn Klagen wegen

mangelhafter Risikoaufklärung

gegen AnlageberaterInnen von

Meinl Success, und den Bera-

√ vorgestellt

AK für mehr Anlegerschutz

■ Gruppenklagen rasch umsetzen: Das Justizministerium soll die

Möglichkeit der Gruppenklagen einführen, damit AnlegerInnen einfacher

zu ihrem Recht kommen. Mehrere KonsumentInnen könnten

sich zusammenschließen, um gemeinsam und kostengünstiger

gleichartige Ansprüche gegen dasselbe Unternehmen einzuklagen.

■ Bessere Infos: Mit einer bindenden Produktkennzeichnung soll

für KonsumentInnen auf einen Blick die Information über Risiken erkennbar

und klar sein. Bei der so genannte „Ampelkennzeichnung“

bedeutet Rot etwa: eingesetztes Geld kann (zur Gänze) verloren gehen;

Gelb: Kapital bleibt erhalten, Verzinsung ist jedoch nicht sichergestellt;

Grün: Kapital und Verzinsung sind sichergestellt.

Falsche

Sicherheit

geld a

Im Anlegerprospekt wurde den

Kleinanlegern „zusätzliche

Sicherheit durch breite geografische

Streuung“ versprochen.

Am Ende verloren die von der

AK vertretenen Kleinanleger im

Durchschnitt rund 16.000 Euro.

Deshalb klagt die AK, so AK

Konsumentenschützer Glatz

terfirmen EFS Euro Finanz Service

Vermittlungs AG und OVB

eingebracht. In zwei Musterverfahren

bekam die AK recht:

Meinl Success und der Beraterin

von EFS ist eine schuldhaft

falsche Beratung vorzuwerfen.

Sie müssen den AnlegerInnen

den entstandenen Schaden ersetzen.

Beide Urteile sind noch

nicht rechtskräftig.

Dass die Werbung in wesentlichen

Punkten irreführend

war, bestätigte auch der Oberste

Gerichtshof der AK im Jänner

2009.

Hoher Schaden

„Durchschnittlich 16.000 Euro

pro Anleger beträgt der Schaden“,

sagt Glatz. „Es kann

nicht sein, dass Konsumenten

nur draufzahlen und Unternehmen

nur an ihren Gewinn denken.

Die Anleger haben hunderte

Millionen Euro zu beklagen,

die Meinl Bank hunderte

Millionen Euro verdient“, kritisiert

Glatz. Die Glaubwürdigkeit

der Banken leidet ohnehin

wegen der Finanzkrise und

unklarer Produkte. Produkte

werden wie Sparbücher verkauft,

als risikoarm und sicher.

Sie sind es aber nicht.“ ■ .

F E B R U A R 2 0 1 0 | A K F Ü R S I E 9


a

betrieb

Arbeiten mit

viel Gespür

Wer mit Gespür hackelt, ist besser als jede Maschine.

Damit sich Arbeitnehmer so entfalten können,

müssen Bezahlung, Kollegen und Aufgabe passen.

Es ist eine Art Fehlersuchspiel im

Nanometerbereich *: Etwa 15 Minuten

blickt die Biologie-Laborantin

Irmgard Fischer konzentriert

durchs Mikroskop auf hauchdünne,

in lila oder rot gefärbte Zellschnitte

von Muskelgewebe. Dann hat sie die

krankhaften Gewebeveränderungen gefunden,

kann sie markieren und beschreiben

und die Erforschung der Ursachen

von Muskelschwund ist wieder einen kleinen

Schritt weiter. Kollegen bescheinigen

Irmgard Fischer einen besonderen Blick

1 0 A K F Ü R S I E | F E B R U A R 2 0 1 0

für Gewebeschnitte, ihre Versuchsanordnung

gelingt schnell, obwohl sie wie alle

anderen nach Vorschrift arbeitet. Sind

das allein ihre zwölf Jahre Berufserfahrung?

Ein besonderes Talent?

Unsichtbares Wissen

„Ich bin einfach genau da, wo ich immer

sein wollte“, sagt sie selbst. „Ich habe immer

über Bilder besser gelernt als über

Texte, ich habe Interesse für Details und

mache meine Arbeit gerne. Das ist alles.“

* 1 Nanometer ist ein milliardstel Meter

Fotos: Christian Fischer

Vielleicht nicht ganz: Wer in seinem Beruf

zu den Besten zählt, wer besser ist als

so manche Maschine, kann besonders gut

abrufen, was Wissenschaftler „unsichtbares

Wissen“ nennen. „Das steht in keiner

Jobbeschreibung , aber es fließt in viele

Entscheidungen im Arbeitsprozess maßgeblich

ein“, sagt die TU-Professorin Ina

Wagner, Expertin für die ethnografische

Untersuchung von Arbeitsprozessen. Dazu

IRMGARD FISCHER ist Laborantin im Biozentrum

Max F. Perutz Laboratories in der

Bohrgasse. Sie arbeitet mit in einem Forschungsprojekt

über ein Eiweiß, das bei

der Erkrankung Muskelschwund eine wichtige

Rolle spielt. „Ich darf eigenständig

arbeiten, Experimente vom ersten bis zum

letzten Schritt durchführen.“ Sie ist bekannt

für ihr „gutes Auge“. Und sie ist

motiviert: „Es macht mich stolz, bei einer

Forschung dabei zu sein, die vielleicht einmal

kranken Menschen zugute kommt.“

NOCH FRAGEN? http://wien.arbeiterkammer.at


kommt bei Irmgard Fischer wie bei vielen,

die mit Gespür arbeiten, eine starke innere

Motivation: „Ich habe das Krebsleiden meines

Großvaters erlebt. Dass ich jetzt an der

Erforschung einer schweren Krankheit beteiligt

bin, macht mich stolz“, erzählt sie.

Ina Wagner ist Professorin für

multidisziplinäres Design und

computerunterstütztes kooperatives

Arbeiten an der TU Wien

Foto: Christian Fischer

„Schweißen lernt man nicht aus Büchern“,

meint Ulf Schersching. Der gelernte Reparaturschlosser

hat auf Schweißer umgesattelt.

Einer seiner Jobs: bis zu 20 Meter lange

Rundmeißel aus Stahl maßgenau auf

die richtige Weite für das jeweilige Bohrloch

hintergrund

betrieb a

ULF SCHERSCHING schlägt sich als Leiharbeiter

durchs Leben. Zuletzt hat er riesige Bohrer

für Großbaustellen aufbereitet, ein Job, der

ihm Spaß gemacht hat, und in dem er so gut

war, dass er hofft, dorthin, nach der Winterflaute

auf den Baustellen, wieder kommen zu können.

„Alles, was ich kann, habe ich, nachdem

ich den Schweißerpass gemacht habe, von einem

hervorragenden Kollegen gelernt“,sagt er.

an der Großbaustelle bringen. „Wenn man

den Schweißerpass gemacht hat, weiß

man in etwa, wie es geht. Richtig arbeiten

lernt man nur in der Praxis. Und ich hatte

einen tollen Kollegen als Lehrmeister.“

Lernen durch Abschauen

Abschauen, nachmachen – Schersching

ist ein Musterbeispiel für die erfolgreiche

Vermittlung des „unsichtbaren Wissens“.

„Lernen aus Beobachtung ist besser als

jedes Lehrbuch. Da wird unsichtbares

Unsichtbares Wissen wird unterschätzt

„ALLES, WAS WIR AUS DEM

BAUCH HERAUS TUN, wird unter

Organisationssoziologen als unsichtbares

Wissen beschrieben“,

sagt Prof. Ina Wagner von der TU

Wien. Sie befasst sich seit Jahren

mit der Beschreibung von

Arbeitsprozessen.

■ Beispiele gibt es in jeder

Branche: Stahlarbeiter erkennen

an der Verfärbung des Stahls, in

welchem Stadium sich ihr Werk-

stoff befindet, lange bevor es die

Messinstrumente anzeigen und

sind in ihrem Handeln oft der Maschine

voraus. Es gibt Untersuchungen,

die zeigen, dass

Schreibkräfte längst nicht nur

einfach abtippen, was man ihnen

vorlegt. Sie bringen automatisch

ihr Stilempfinden mit ein, verbessern

Texte. Bezahlt werden Sie

aber nur fürs einfache Tippen.

■ In der Ausbildung wird schon

heute immer mehr auf die Vermittlung

unsichtbaren Wissens

gesetzt, etwa in der Krankenpflege.

„Gelernt wird eigentlich am

besten durch Zuschauen oder

durch Lehrvideos: Dabei kann

man viel besser als durch nachlesen

auch kleine Gesten, Körperhaltungen,

Reaktionen sehen, die

man dann fast automatisch nachmacht,

weil man sie intuitiv lernt“,

sagt Ina Wagner.

F E B R U A R 2 0 1 0 | A K F Ü R S I E 1 1


a

betrieb

BOJAN MILOSEVIC auf dem Weg nach oben: Für die Firma Kone kontrolliert der

23-jährige Elektroanlagentechniker neue Aufzüge. Wenn es klemmt, ahnt er

schon, wo er nach dem Fehler suchen muss. Sein Gespür für die Arbeit hat er

erst im zweiten Anlauf entfaltet, nachdem er in der Firma mit der Unterstützung

von Betriebsrat Franz Spacek genau da eingesetzt wurde, wo er wirklich

gut ist.

Wissen vermittelt“, sagt die Wissenschaftlerin

Ina Wagner.

Ulf Schersching muss sich als Leiharbeiter

durchschlagen, kennt immer wieder

wechselnde Teams gut. Dennoch ist ihm

die gute Zusammenarbeit mit den Kollegen

ganz wichtig. „Wenn ein Kollege Hilfe

braucht, bin ich da. Und ein andermal zeigt

der mir was.“

Die ehrliche Anerkennung

von

Kollegen und Vorgesetzten,

die sich

auch in einer angemessenenBezahlungniederschlägt,

ein gutes

Betriebsklima: „Das

sind ganz wichtige

Betriebsrat Franz Spa-

Voraussetzungen,

cek (Firma Kone)

um mit Spaß und

innerem Engagement und auch Gespür

bei der Arbeit zu sein“, sagt auch Michael

Lenert, Arbeits- und Organisationspsychologe

der Arbeiterkammer.

Das Drumherum muss passen

Dass das Drumherum passen muss, zeigt

die Geschichte des 23-jährigen Bojan Milosevic.

Der gelernte Elektroanlagentechniker,

ist für die Firma Kone auf Wiener Baustellen

unterwegs. „Ich weiß einfach, wo

1 2 A K F Ü R S I E | F E B R U A R 2 0 1 0

ich nach dem Fehler suchen muss. Wenn

ein Aufzug klemmt, will ich wissen, warum

und vorher höre ich nicht auf“, sagt er. Er

hat inklusive Lehre gerade sieben Berufsjahre,

aber oft schafft er ein Problem aus

der Welt, für das andere oft doppelt so lange

brauchen.

Das war nicht immer so. „Es gab

schwierige Zeiten für mich, da war ich einfach

im falschen Team und nahe dran aufzuhören.“

Doch in der Firma fand sich einer,

der sich für den damals jungen Mitarbeiter

stark machte. Unter der Fittich von

Betriebsrat Franz Spacek bekam Bojan

Milosevic neue Aufgaben, wurde passend

zu seinen Interessen eingesetzt und plötzlich

passte alles. Und Bojan Milosevic hatte

all das, was ihn eben auch zum gefragten

Handwerker macht: Spaß an der Arbeit,

die wachsende Anerkennung der Kollegen

und gute Zukunftschancen.

Kreativität fördern

„Auf Dauer kann nur gut arbeiten, wer sich

in seiner Firma und mit seiner Arbeit wohlfühlt“,

bestätigt AK-Psychologe Michael

Lenert. „Leider gibt es viel zu viele Firmen,

die das nicht ernst nehmen. Dumm für sie.

Denn sie schaden nicht nur ihren Beschäftigten:

Sie verzichten auch auf einen großen

Teil an Kreativität ihrer MitarbeiterInnen.“

■ UTE BÖSINGER

Foto: Christian Fischer

tipps

So nutzen Sie

Ihr Gespür

„AUCH WENN ES KAUM JEMAND ZUGIBT:

Alle wichtigen Entscheidungen im Beruf

werden gefühlsmäßig gefällt. Und das gilt

für alle Berufsgruppen vom Portier bis

zum Chef“, sagt AK-Arbeitspsychologe Michael

Lenert. Dabei ist nicht jedes Gefühl

ein guter Berater. Aber wem es gelingt, mit

Gespür zu arbeiten, der ist innerlich beteiligt

und der läuft auch weniger Gefahr,

auszubrennen. Und das können Sie nutzen,

in jedem Beruf.

■ Es fängt mit der Berufswahl an: Machen

Sie, was Ihnen Spaß macht, wo Sie

ganz schnell das Gefühl haben: Hier bin ich

richtig. Wenn Sie sich unsicher sind: Nehmen

Sie nicht einfach die erstbeste Gelegenheit

wahr. Probieren Sie in Ruhe aus,

was Ihnen liegt und hören Sie dabei gut in

sich hinein.

■ Passt das Team? Ganz wichtig für die

Entfaltung bei der Arbeit: Passen Sie zu

den Kollegen, passen die Kollegen zu Ihnen?

Wenn Sie von Anfang an spüren, dass

Sie in ein Team passen, wird es auch gut.

Wenn Sie gleich spüren: Das wird nie etwas,

sollten Sie dieses Gefühl auch ernst

nehmen.

■ Nähe und Distanz: Nicht jeder ist jeden

Tag gleich: Viele können an einem Tag sehr

eng im Team arbeiten, an einem anderen

Tag sind sie lieber für sich. Wieviel Nähe

oder Distanz man gerade braucht, trägt

entscheidend zum Wohlbefinden und zur

Tagesform bei. Versuchen Sie, diese „Tagesform“

möglichst zu nutzen: Arbeiten

Sie an Tagen, in denen Ihnen Nähe gut tut,

möglichst im Team. Ziehen Sie sich an Tagen,

an denen Sie mehr Distanz brauchen,

mehr zurück.

■ Arbeitsrhythmus: Die einen lieben

schnelles Arbeiten, andere sind besser, wenn

sie etwas mehr Zeit haben. Entscheidend ist

oft nur das Ergebnis. Wenn möglich, suchen

Sie also Ihren eigenen Rhythmus.

■ Suchen Sie Ihre Nische: Von fünf Kollegen,

die den gleichen Beruf haben, können

fünf etwas anderes besonders gut. Das,

was Ihnen am leichtesten von der Hand

geht, könnte Ihre persönliche Nische sein,

wo Sie Ihr Talent am besten entwicklen

können.

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RECHT:

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und geben Sie Ihre Mitglieds-

Nummer an. Sie finden sie auf

der Heftrückseite (neben Ihrem

Namen) und auf Ihrer AktivKarte.

ak direkt I

Die Info-Nummern

der Arbeiterkammer

Telefon-Info Mo–Fr 8–15.45 Uhr für die kurze Auskunft

über Recht, Geld, Schutz bei der Arbeit

Wählen Sie 501 65, und dann …

■ zum Arbeitsrecht ...................................................... 201

■ zur Elternkarenz ....................................................... 201

■ zum Lehrlings- und Jugendschutz ......................... 201

■ zur Steuer ................................................................. 207

■ zur Pensions-, Kranken-, Unfallversicherung ...... 204

■ für Konsumenten

(Mo-Fr 8-12 h)............................................................. 209

■ Sicherheit, Gesundheit und Arbeit .........................208

■ Insolvenzen

(Mo-Do 8-14h) .............................................................342

■ Gleichbehandlungsfragen ........................................346

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service

So ist die Bankomatcard sicher

Die Bankomatkarte ist in

fast jeder Brieftasche zu

finden. Mit der Karte und

dem persönlichen PIN-

Code können Sie rund um die

Uhr weltweit an Bankomaten

abheben, aber auch an gekennzeichnetenBankomatkassen

zahlen. Wir geben Ihnen

Sicherheitstipps für Ihre Bankomatkarte:

■ Bewahren Sie Ihre Bankomatkarte

sorgfältig auf und

schreiben Sie niemals den

PIN auf. Geben Sie Karte und

Code auch niemals an Dritte

weiter.

■ Vereinbaren Sie ein Bankomatkarten-Limit,

das Ihren

Bedürfnissen entspricht.

Bedenken Sie: Je höher das Limit,

desto höher das Risiko im

Missbrauchsfall.

■ Bei Verlust oder Diebstahl:

Lassen Sie die Bankomatkarte

sofort sperren. Die Sperre

muss nach dem neuen Zahlungsdienstgesetz

sofort darauf

wirksam sein.

■ Falls Ihnen vor der Sperre

durch einen Missbrauch

Schaden entstanden ist,

haften Sie nicht, wenn Sie

Karte und Code sorgfältig aufbewahrt

haben. Wenn man Ihnen

leichte Fahrlässigkeit

nachweisen kann, haften Sie

mit bis zu 150 Euro. Wenn

man Ihnen grobe Fahrlässigkeit

nachweist, müssen Sie

eventuell einen höheren Schaden

bis zur Höhe des vereinbarten

Kartenlimits tragen.

■ Machen Sie eine Anzeige

bei der Polizei. Die Bank

braucht für das weitere Verfah-

ak direkt II

Brauchen Sie eine

persönliche Beratung?

Terminvereinbarung Mo – Fr 8– 14 Uhr wenn Ihre Ansprüche

nachgerechnet werden müssen oder Sie mehr Infos brauchen

Wählen Sie 501 65, und dann für...

■ Arbeitsrecht ............................................................. 341

■ Elternkarenz ............................................................. 341

■ Lehrlings- und Jugendschutz................................. 341

■ Steuer ........................................................................341

■ Pensions-, Kranken- und Unfallversicherung.......344

■ Sicherheit, Gesundheit und Arbeit..................... 208

■ Insolvenzen

ren eine polizeiliche Verlustoder

Diebstahlsmeldung.

■ Zieht der Bankomat die

Karte ein, informieren Sie

gleich Ihre Bank! Außerhalb

der Bankzeiten rufen Sie den

Sperrdienst an. Im Zweifelsfall

lassen Sie die Bankomatkarte

sperren.

■ Bricht der Bankomat den

Abhebungsvorgang ab und

Sie erhalten kein Geld, sind

sich aber nicht sicher, ob das

Geld von Ihrem Konto abgehoben

wurde oder nicht: Schreiben

Sie Uhrzeit und Standortnummer

des Bankomaten auf

und melden Sie den Vorfall der

zuständigen Bank. Jeder Bankomat

hat ein Bankomat-Journal,

auf dem aufgelistet ist, ob

tatsächlich Geld ausbezahlt

wurde oder nicht.

(Mo-Do 8-14h)........................................................342

■ Gleichbehandlungsfragen....................................346

F E B R U A R 2 0 1 0 | A K F Ü R S I E 1 3

Foto: Erwin Schuh


s

service | geld

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Steuertipps

für Eltern

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tipp

Holen Sie

sich Ihr

Geld zurück

DIE STEUERREFORM WURDE

IM APRIL 2009 BESCHLOS-

SEN und trat rückwirkend zum

1. Jänner 2009 in Kraft.

■ Die meisten Firmen haben

die Abrechnungen deshalb im

April/Mai noch einmal gemacht

und zuviel einbehaltene Lohnsteuer

ausbezahlt.

■ Wenn das bei Ihnen nicht

geklappt hat, können Sie sich

die zuviel gezahlt Lohnsteuer

einfach mit der ArbeitnehmerInnenveranlagung

2009 zurückholen.

Die Abgabe des Formulars

L1 genügt.

1 4 A K F Ü R S I E | F E B R U A R 2 0 1 0

Im Jahr 2009 ist eine Steuerreform

in Kraft getreten, die

wesentliche Neuerungen beinhaltet.

Die AK hat sich mit

Erfolg für die schnelle Reform

des Steuertarifes eingesetzt. Er

bringt eine Entlastung für ArbeitnehmerInnen

von bis zu

1.350 € jährlich für all jene, die

Steuern zahlen. Und auch darüber

hinaus gibt es eine Reihe

von Entlastungen, die Sie jetzt

erstmals mit der Arbeitnehmerveranlagung

2009 geltend machen

können.

■ Für Familien mit Kindern

gibt es im wesentlichen zwei

Entlastungen: AlleinerzieherInnen

und Familien mit Kindern

können einerseits den Kinderfreibetrag

geltend machen und

andererseits auch erstmals Kinderbetreuungskosten

absetzen.

tipp

Kinder: Was Sie

absetzen können

TIPPS von Martin Saringer

Steuerexperte der AK Wien

■ Der Kinderfreibetrag für

Kinder, die mit Ihnen im Haushalt

leben und für die Familienbeihilfe

bezogen wird, beträgt

grundsätzlich 220 € im Jahr.

Wenn beide Eltern soviel verdienen,

dass sie Steuern zahlen,

dann kann der Kinderfreibetrag

auch von beiden beantragt werden.

In diesem Fall beträgt er für

jeden jeweils jährlich 132 €. In

der Arbeitnehmerveranlagung

müssen Sie anzukreuzen, ob einer

allein die 220 € oder ob

beide je 132 € absetzen wollen.

■ Der Kinderfreibetrag steht

Ihnen auch dann zu, wenn Sie

Unterhalt für nicht in Ihrem Haushalt

lebende Kinder zahlen. In

diesem Fall beträgt der Kinderfreibetrag

132 € jährlich pro Kind.

■ Außerdem können Sie pro

Kind 2.300 Euro Kinderbe-

treuungskosten geltend machen:

Voraussetzung dafür ist,

dass die Kinder zu Beginn des

Jahres 2009 noch nicht zehn

Jahre alt waren, und dass einer

der beiden Elternteile Familienbeihilfe

für die Kinder bezieht.

Für behinderte Kinder, für die

auch erhöhte Familienbeihilfe

bezogen wird, können die Kosten

bis zum 16. Lebensjahr abgeschrieben

werden. Die Kinder

müssen in einer öffentlichen

oder privaten Kinderbetreuungseinrichtung

(Kindergarten,

Krippe, Hort, Internat) oder von

einer pädagogisch qualifizierten

Person (wie etwa einer Tagesmutter)

betreut werden.

■ Sie können nur die Kosten

für die Betreuung, nicht aber

für Verpflegung, oder Nachilfe

geltend machen. Die Betreuungskosten

müssen in der Abrechnung

klar ersichtlich sein.

■ Achtung: Etwaige steuerfreie

Zuschüsse Ihres Arbeitgebers

zur Kinderbetreuung müssen

von den Kinderbetreuungskosten,

die Sie geltend machen,

abgezogen werden.

Steuerveranlagung im Internet

DIE ARBEITNEHMERVERANLAGUNG UND DIE EINKOMMENSSTEUERERKLÄRUNG können Sie in Papierform

auf den vom Finanzamt vorgedruckten Formularen, aber auch papierlos im Internet online einreichen. Sie

finden den Zugang auf der Internetseite des Finanzministeriums unter www.bmf.gv.at

■ Das Finanzamt hat mit online-Erklärungen weniger Arbeit. Für Sie als Steuerzahler hat eine online-

Veranlagung folgende Vorteile: Sie können ohne Amtswege rund um die Uhr von zu Hause aus die Veranlagung

machen. Sie können sich die voraussichtliche Steuergutschrift sofort berechnen lassen. Sie können

ebenfalls elektronisch und ohne außer Haus zu gehen die Änderung Ihrer persönlichen Daten etwa bei einem

Umzug oder eine Berufung, eine Änderung eventueller Vorauszahlungen oder von Ratenvereinbarungen beantragen

oder Ihr aktuelles Steuerkonto abfragen.

■ Für eine Online-Veranlagung brauchen Sie einen PC oder Laptop sowie einen Internet-Anschluss.

Eine spezielle Software ist nicht erforderlich. Sie müssen allerdings ihren eigene persönlichen Zugangscode

beantragen.

■ Dafür müssen Sie auf der Website des Finanzministeriums rechts unter Finanzonline den roten Button

„registrieren“ anklicken und werden dann weitergeleitet. Nach erfolgreicher Anmeldung bekommen Sie Ihre

Zugangserkennung per RSA-Brief mit der Post zugestellt. Achtung: Diese Zugangserkennung sollten Sie

sorgsam aufbewahren. Sie ist Ihr persönlicher Zugang zu Ihrer Steuerbehörde.

■ Sie können sich Ihren Steuerbescheid vom Finanzamt elektronisch oder auf Papier zuschicken lassen.

Beachten Sie dabei, dass bei der elektronischen Zustellung schon die Hinterlegung in der Databox als

Zustellung gilt.


GELD ZURÜCK VOM FISKUS

iche Chancen will,

sie ein.

PK_P

EXTRA

HOLEN SIE SICH IHR GELD ZURÜCK!

■ Schenken Sie keinen Steuer-Euro her. Die Arbeitnehmerveranlagung

kann beim zuständigen Wohnsitzfinanzamt beantragt werden

– und zwar für die letzten 5 Jahre (heuer also noch für das

Jahr 2005). Alles, was Sie dazu brauchen, ist das Formular L1

(bei jedem Finanzamt und zum Download

unter www.holdirdeingeldzurueck.at).

Sie können Ihre Veranlagung auch online

machen, unter www.bmf.gv.at

■ In diesen Fällen sollten Sie die Arbeitnehmerveranlagung

machen:

> Sie waren nicht das ganze Jahr

AK Präsident Tumpel:

„In 10 Schritten zeigen

wir Ihnen, wie Sie

Steuern zurück holen."

durchgehend berufstätig oder hatten

schwankende Bezüge. Persönliche Daten

eintragen, Punkte 1, 2, 5, 10.

> Sie haben Kinder für die Sie Familienbeihilfe

beziehen. Punkte 3, 4, 9.

> Sie haben Kinderbetreuungskosten gezahlt. Punkt 9.

> Sie zahlen Unterhalt für Kinder. Punkt 9.

> Sie zahlen keine Lohnsteuer, aber Sozialversicherung. Einfach

persönliche Daten eintragen, Punkte 1, 2, 10. Sie bekommen bis

zu 110 Euro Steuergutschrift bezahlt. Bei Anspruch auf das

Pendlerpauschale gibt es ab 2008 bis 240 Euro, Punkt 7.

> Sie haben eine neue Genossenschafts- oder Eigentumswohnung

gekauft oder ein Haus gebaut. Punkt 6.

> Sie sind neben Ihrem Studium berufstätig oder haben sich für

den Beruf weitergebildet. Punkt 7.

> Sie waren AlleinverdienerIn oder AlleinerzieherIn. Punkte 3, 4, 9.

> Sie haben nicht gearbeitet, waren AlleinerzieherIn. Punkte 4, 9.

> und bei weiteren Abschreibmöglichkeiten Punkte 6, 7, 8.

ACHTUNG! Sie müssen eine so genannte Pflichtveranlagung

machen, wenn Sie im betreffenden Kalenderjahr • zusätzliche

nicht lohnsteuerpflichtige Einkünfte von mehr als 730

€ jährlich hatten (Formular E1) oder • mehrere Arbeitgeber

gleichzeitig hatten • Krankengeld der Gebietskrankenkasse

oder • Bezüge aus dem Insolvenzentgeldfonds bekommen

haben • Auszahlungen durch die Bauarbeiterurlaubskasse erhalten

haben • einen nicht zustehenden Freibetrag lt. Freibetragsbescheid

bei der Lohnabrechnung berücksichtigt hatten

• den Alleinverdiener/erzieherabsetzbetrag oder das Pendlerpauschale

in der Firma beantragt haben, obwohl Sie die Voraussetzungen

nicht erfüllt haben.

NOCH FRAGEN? http://wien.arbeiterkammer.at

Neu! Mit allen aktuellen Infos. Stand 01/10.

10 SCHRITTE ZUR ARBEITNEHMERVERANLAGUNG

SO FUNKTIONIERT DAS FORMULAR L1

Für die Arbeitnehmerveranlagung 2009 wurde am Formular einiges

geändert. Außerdem gibt es auch erstmals zwei Beilagen.

Wenn Sie Kinder haben benötigen Sie zusätzlich die Beilage L1k

und wenn sie ausländische Einkünfte oder Pensionen beziehen

u.ä.m benötigen Sie die Beilage L1i.

1.

2.

ANGABEN ZUR PERSON

Hier ist Platz für Ihre persönlichen Daten: Name, Versicherungsnummer,

Familienstand.

DERZEITIGE WOHNANSCHRIFT

Hier tragen Sie Ihre Adresse ein...

EHEPARTNER/IN UND ALLEINVERDIENERAB-

3. SETZBETRAG

Hier tragen Sie die Daten Ihres Ehepartners ein und

können den Alleinverdienerabsetzbetrag beantragen.

ANGABEN ZU DEN KINDERN, ALLEINERZIEHER-

4. ABSETZBETRAG UND MEHRKINDZUSCHLAG

Wenn Sie Anspruch auf den Alleinerzieherabsetzbetrag

haben, dann beantragen Sie ihn hier. Hier müssen Sie auch

angeben für wie viele Kinder Sie Familienbeihilfe,

für mehr als 6 Monate bezogen haben.

Zusätzlich können Sie hier auch den

Mehrkindzuschlag beantragen (Voraussetzung:

Zumindest zeitweise Familienbeihilfe

für mindestens 3 Kinder bezogen;

Familieneinkommen übersteigt € 55.000,–

nicht). Der Mehrkindzuschlag beträgt pro

Kind monatlich € 36,40.

Mehr für Alleinverdiener und Alleinerzieher

Als AlleinverdienerIn oder AlleinerzieherIn bekommen Sie bis

grundsätzlich 364 € jährlich. Der jährliche Absetzbetrag erhöht

sich bei einem Kind um 130 €, beim zweiten Kind um zusätzlich

175 € und bei jedem weiteren Kind um zusätzlich 220 €.

Als AlleinverdienerIn gelten Sie, wenn Sie im Kalenderjahr

■ mehr als 6 Monate verheiratet waren, mit Ihrem Partner im

gemeinsamen Haushalt gelebt haben und dieser nicht mehr als

F E B R U A R 2 0 1 0 | A K F Ü R S I E 1 5


10 SCHRITTE ZUR ARBEITNEHMERVERANLAGUNG: Wir erklären Ihnen das Form

2.200 € (ohne Kind) oder 6.000 (mit Kind) jährlich verdiente.

■ oder in einer Lebensgemeinschaft lebten, für mindestens

1 Kind mehr als 6 Monate Familienbeihilfe bezogen und der

Partner nicht mehr als 6.000 € jährlich verdiente.

Als AlleinerzieherIn gelten Sie, wenn Sie im Kalenderjahr

■ mehr als 6 Monate nicht in einer Ehe-/Lebensgemeinschaft

lebten und für mindestens 1 Kind mehr als 6 Monate Familienbeihilfe

bezogen.

Wichtig!

■ Sie sind entweder Alleinverdiener oder Alleinerzieher. Beide

Absetzbeträge können Sie nicht in Anspruch nehmen!

■ Der Alleinverdiener- oder der Alleinerzieherabsetzbetrag muss

– auch wenn er bereits bei der Lohnverrechnung während des

Jahres berücksichtigt wurde – in der Arbeitnehmerveranlagung

nochmals angekreuzt werden!

Tipp! Auch wenn Sie im Antragsjahr nichts verdient, aber für

mindestens 1 Kind mehr als 6 Monate Familienbeihilfe erhalten

haben, bekommen Sie den Alleinverdiener-/Alleinerzieherabsetzbetrag

plus Kinderzuschläge gutgeschrieben.

WER ZAHLTE IHNEN LÖHNE, GEHÄLTER, BEZÜGE,

5. PENSIONEN?

Hier tragen Sie einfach die Anzahl der Arbeitgeber ein,

bei denen Sie im betreffenden Kalenderjahr beschäftigt waren

oder die Zahl der Stellen, die Ihnen Pensionen ausbezahlt haben.

HINWEIS: Sie brauchen keine Lohnabrechnungen oder Jahreslohnzettel

beizulegen!

SONDERAUSGABEN, DIE BARES GELD WERT SIND

6. Wenn Sie für sich, Ihren Ehepartner oder

Ihr Kind (für das Sie Familienbeihilfe beziehen)

Kranken-, Unfall-, Renten- oder Lebensversicherung

bezahlen, sind das Sonderausgaben

– ebenso wie etwa der Kirchenbeitrag. Sie

können diese Ausgaben geltend machen und

bekommen dafür Geld zurück.

Für diese Sonderausgaben gibt es Höchstgrenzen:

■ Versicherungsprämien zu Personenversicherungen (freiwillige

Kranken-, Unfall-, Renten-, Lebensversicherungen). Die Bestätigung

für das Finanzamt bekommen Sie immer Anfang des

nachfolgenden Jahres von Ihrer Versicherung zugeschickt.

■ Aufwendungen für Genussscheine, junge Aktien.

■ Aufwendungen für Wohnraumschaffung und Sanierung

Wichtig!

Bei der Wohnraumsanierung sind – im Gegensatz zur Wohn-

1 6 A K F Ü R S I E | F E B R U A R 2 0 1 0

raumschaffung – nur Rechnungen eines befugten Unternehmers

zulässig (Material und Montage).

So viel Sonderausgaben können Sie geltend machen

Für die Höhe dieser Sonderausgaben gibt es Grenzen. Die untere

Grenze macht 240 € jährlich aus. Geringere Beträge werden automatisch

beim Arbeitgeber berücksichtigt. Die Höchstgrenze hängt

davon ab, ob Sie allein, mit Partner, mit oder ohne Kind(er) sind.

Tipp! Wenn Sie für mindestens 3 Kinder Familienbeihilfe beziehen,

können Sie einen Erhöhungsbetrag für Sonderausgaben

(wie etwa Rentenversicherungen oder Kreditrückzahlungen)

beantragen.

Höchstbetrag jährlich bis 2 Kinder ab 3 Kindern

ohne Alleinverdiener/Alleinerzieherabsetzbetrag 2.920 € 4.380 €

mit Alleinverdiener/Alleinerzieherabsetzbetrag 5.840 € 7.300 €

Hinweis!

Bei höheren Einkommen (beginnend mit 36.400 € jährlich) wird

der absetzbare Betrag reduziert – ab 60.000 € jährlich gibt es

diese Sonderausgaben nicht mehr.

Tipp! Sonderausgaben werden nur in dem Jahr berücksichtigt,

in dem sie bezahlt wurden. Sollten die Kosten in einem

Jahr voraussichtlich höher sein als der jeweilige Höchstbetrag,

kann man versuchen, mit Akontozahlungen die Kosten auf

zwei Jahre aufzuteilen; oder man finanziert die Kosten über ein

Darlehen. Dann setzt man die Kreditrückzahlungen ab.

Andere Sonderausgaben

■ Kirchenbeiträge: maximal 200 € jährlich.

■ Freiwillige Weiterversicherung in der Pensionsversicherung

oder Nachkauf von Schulzeiten

■ Spenden an mildtätige Organisationen, begünstigte Spendensammelvereine

und an begünstigte Forschungs- und Lehreinrichtungen

u.a.m

Tipp! Sonderausgaben kann man im Rahmen der eigenen

Höchstbeträge auch für seinen (Ehe-)Partner, seine (Ehe)-Partnerin

oder für seine Kinder (wenn Familienbeihilfe bezogen

wird) geltend machen.

WERBUNGSKOSTEN sind Ausgaben, die im Zusammenhang

mit Ihrer beruflichen Tätigkeit stehen,

7. wenn sie nicht bereits bei der Lohnabrechnung

be rück sichtigt wurden:

■ Gewerkschaftsbeiträge

■ Pendlerpauschale

■ Pflichtbeiträge an die Gebietskrankenkasse auf Grund einer

NOCH FRAGEN? http://wien.arbeiterkammer.at


ular L1 zur Arbeitnehmerveranlagung in 10 Schritten.

geringfügigen Beschäftigung sowie für mitversicherte Angehörige.

Als Pflichtbeiträgen zählt die E-Card-Gebühr!

Diese Ausgaben sind im Formular bei den Kennziffern 717,

718 und 274 einzutragen.

Geld zurück für PendlerInnen: Das Pendlerpauschale

Wer täglich an den Arbeitsplatz pendeln muss, kann das Pendlerpauschale

beantragen. Die Höhe dieses Pauschales ist abhängig

von der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte und davon,

ob die Benützung eines öffentlichen Verkehrsmittels möglich

und zumutbar ist. Fährt kein öffentliches Verkehrsmittel

oder ist die Wegzeit unzumutbar

lang, so erhält man das große Pendlerpauschale,

ansonsten das kleine Pendlerpauschale,

gestaffelt nach Entfernung. (Genaueres

in der AK Broschüre Steuer sparen)

Andere Werbungskosten wie etwa:

■ Arbeitsmittel (etwa Computer, Fachliteratur)

■ beruflich veranlasste Internetkosten

■ Reisekosten für Dienstreisen ohne oder mit geringerem Ko s -

tenersatz des Arbeitgebers

■ Fortbildungs- und Ausbildungskosten

■ Umschulungskosten

■ Kosten einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung

und Familienheimfahrten

■ sonstige Werbungskosten (zB Betriebsratsumlage)

■ Studiengebühren, wenn Sie neben dem Studium arbeiten.

Diese Kosten wirken sich aus, wenn sie in Summe höher sind als

das Werbungskostenpauschale von 132 € jährlich. Sind sie niedriger,

werden sie durch das Pauschale bereits in der Lohnverrechnung

vom Arbeitgeber berücksichtigt:

Werbungskosten für bestimmte Berufsgruppen

Anstelle der tatsächlichen Kosten können bestimmte Berufsgruppen

(zB Heimarbeiter, Vertreter...) einen einkommensabhängigen

Pauschalbetrag beantragen.

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AUSSERGEWÖHNLICHE BELASTUNGEN

sind nicht alltägliche Ausgaben, die zwangsläufig ent-

8. stehen.

Mit Selbstbehalt

Diese Kosten wirken sich nur aus, wenn Sie den Selbstbehalt in

Summe überschreiten:

■ Krankheitskosten (Zahnersatz, Arzt-/Spitalskosten, Allergiekosten)

■ Begräbnis-/Grabsteinkosten, sofern sie nicht

durch den Nachlass gedeckt sind

(jeweils maximal 4.000 €)

■ Kosten für Kinderbetreuung bei

AlleinerzieherInnen

■ Kurkosten

■ andere außergewöhnliche Belastungen

(zB Pflegeheimkosten)

Hinweis!

Der Selbstbehalt ist abhängig vom Einkommen bzw der familiären

Situation. Zur Orientierung: Der Selbstbehalt macht ungefähr

einen Bruttomonatsgehalt/-lohn aus (Genaueres in der AK Broschüre

Steuer sparen).

Diese Kosten sind bei den Kennziffern 730 bis 735 einzutragen.

Ohne Selbstbehalt

■ Katastrophenschäden (zB Hochwasser, Erdrutsch)

■ Unterhaltsleistungen für im Ausland lebende Kinder (50 € mo-

natlich pro Kind)

Außergewöhnliche Belastungen bei Behinderung

können Sie ab einer 25%igen Erwerbsminderung geltend machen

– auch für den (Ehe-)Partner, wenn Ihnen der Alleinverdienerabsetzbetrag

zusteht. Aufwendungen werden mit einem Freibetrag

(abzüglich Pflegegeld) abgegolten. Zusätzlich absetzbar

sind Kosten der Heilbehandlung und Hilfsmittel. Außerdem gibt

es Pauschalbeträge bei Diätverpflegung und – bei Gehbehinderung

– für das eigene Auto oder für Taxikosten (bei mindestens

50% Gehbehinderung). Mehr in der AK Broschüre Steuer sparen.

Tipp! Bei außergewöhnlichen Belastungen durch Behinderung

können Sie für höhere Aufwendungen an Stelle der

Pauschalbeträge auch die tatsächlichen Kosten (abzüglich

Pflegegeld) geltend machen.

KINDER, KINDERFREIBETRAG, UNTERHALT,

9.

AUSSERGEWÖHNLICHE BELASTUNGEN

In der neuen Beilage L1k können Sie noch beantragen:

> den Kinderfreibetrag: Dieser beträgt für jedes haushaltszugehörige

Kind grundsätzlich 220 €. Wenn beide Elternteile Steuern

zahlen, kann dieser Freibetrag auch aufgeteilt werden. In

F E B R U A R 2 0 1 0 | A K F Ü R S I E 1 7


www.akwien.at

Neu! Alle aktuellen Infos. Stand 01/10.

10 SCHRITTE ZUM GELD

Wir erklären das Formular L1 zur Arbeitnehmerveranlagung in 10 Schritten.

diesem Fall bekommen beide Elternteile jeweils

132 €. Zahlen Sie Unterhalt für ein nicht haushaltszugehöriges

Kind, steht Ihnen der Kinderfreibetrag in

Höhe von 132 € zu. In der Beilage müssen Sie lediglich

ankreuzen, welcher Freibetrag Ihnen zusteht.

> den Unterhaltsabsetzbetrag: Wenn Sie für ein Kind Unterhalt

zahlen, das nicht mit Ihnen im gemeinsamen Haushalt lebt und

für das Sie keine Familienbeihilfe beziehen, erhalten Sie einen Unterhaltsabsetzbetrag

gestaffelt pro Kind. Monatlich 29,20 € fürs erste

Kind, 43,80 € fürs zweite Kind, 58,40 € für jedes weitere Kind.

Auch außergewöhnliche Belastungen für Ihre Kinder können

Sie hier eintragen

> Ab dem Jahr 2009 können erstmalig auch Kosten für die Kinderbetreuung

abgesetzt werden. Voraussetzung dafür ist, dass

das Kind zu Beginn des Kalenderjahres das zehnte Lebensjahr

noch nicht vollendet hat. Die Betreuung muss in öffentlichen oder

privaten Institutionen (Kindergärten, Horte etc) oder durch eine pädagogisch

qualifizierte Person erfolgen (Tagesmutter etc). Pro Kind

können jährlich bis zu € 2.300,– abgeschrieben werden.

> auswärtige Berufsausbildung von Kindern (110 € pro Monat

> Aufwendungen für behinderte Kinder: ab 25% Behinderung

Pauschalbetrag je nach Grad der Behinderung (ohne Pflegegeld).

Zusätzlich absetzbar: Kosten der Heilbehandlung und

Hilfsmittel, bei Diätverpflegung zusätzlich Pauschalbeträge. Ab

50% Behinderung (bei erhöhter Familienbeihilfe) 262 € Pauschalbetrag

monatlich und Schulgeld für eine Sonder(-Pflege-)

Schule oder Behindertenwerkstätte (ohne Pflegegeld), außerdem

Kosten der Heilbehandlung und Hilfsmittel absetzbar.

Außerdem gibt es Pauschalbeträge bei Diätverpflegung. Unter

25% Behinderung werden nur tatsächliche Kosten (ohne Pflegegeld)

berücksichtigt, die den Selbstbehalt für außergewöhnliche

Belastungen übersteigen.

KONTODATEN EINTRAGEN, UNTERSCHREIBEN

10.

UND AB DIE POST

Machen Sie erstmalig die ArbeitnehmerInnenveranlagung

oder hat sich etwas geändert, dann müssen Sie – und das

ist neu – diesmal erstmalig den sogenannten BIC und den sogenannten

IBAN angeben (und nicht wie bisher Bankleitzahl und

Kontonummer!)

Glückwunsch, jetzt haben Sie es geschafft. Wenn Sie das Formular

vollständig ausgefüllt haben, tragen Sie das Datum ein und

unterschreiben Sie den Antrag. Erstellen Sie eine Kopie des An-

1 8 A K F Ü R S I E | F E B R U A R 2 0 1 0

trages, um den Einkommensteuerbescheid später überprüfen

zu können. Entweder Sie geben den Antrag zur

Arbeitnehmerveranlagung bei Ihrem Wohnsitzfinanzamt

ab oder Sie schicken ihn zur Sicherheit eingeschrieben!

Nach Anmeldung beim Finanzamt können Sie den Antrag

auch per Internet stellen. Info in der AK Broschüre Steuer sparen

online. Belege brauchen Sie nicht mitzusenden, müssen diese

jedoch 7 Jahre lang aufbewahren!

Tipp! Der Einkommensteuerbescheid wird Ihnen vom Finanzamt

zugeschickt. Überprüfen Sie, ob alle von Ihnen geltend gemachten

Ausgaben und Absetzbeträge berücksichtigt wurden.

Sind Sie mit Ihrem Einkommensteuerbescheid nicht einverstanden,

so haben Sie die Möglichkeit, innerhalb eines

Monats ab Zustellung des Bescheides dagegen Berufung einzulegen

(Musterbriefe dazu finden Sie in der AK-Broschüre

Steuer sparen). Sollte sich auf Grund des Einkommensteuerbescheides

eine Nachzahlung ergeben, können Sie den Antrag

innerhalb eines Monats in Form einer Berufung zurückziehen.

Das gilt nur, wenn es keine Pflichtveranlagung war.

NOCH MEHR INFO

1. Ihr Steuer-Check im Internet Mit Sofort-Info,

wie sich die Arbeitnehmerveranlagung

für Sie auf jeden Fall auszahlt –

unter www.holdirdeingeldzurueck.at

2

2. AK Broschüre Steuer sparen 2010

Bestelltelefon 01/310 00 10 358

3. AK Broschüre Steuer sparen online

Bestelltelefon 01/310 00 10 412, Fax: 01/501 65 3065

e-mail: bestellservicve@akwien.at

Download: www.holdirdeingeldzurueck.at

Wenn 1 ich gleiche Chancen will,

schalte ich sie ein.

www.holdirdeingeldzurueck.at

3

DIE KANN WAS.

NOCH FRAGEN? http://wien.arbeiterkammer.at

PK_P


Was gilt als Dienstreise?

Sie machen eine Dienstreise,

wenn Sie als ArbeitnehmerIn im

Auftrag Ihres Arbeitgebers den

Dienstort verlassen, um Ihre Arbeit

zu verrichten. Als Dienstort

gilt in der Regel die Betriebsstätte

des Arbeitgebers.

Kann ich eine Dienstreise

auch ablehnen?

Nur, wenn dies im Arbeitsvertrag

vereinbart wurde.

Ist die Reisezeit auch Arbeitszeit?

Reisezeiten, während derer

auch Arbeitsleistungen erbracht

werden, werden als „aktive Reisezeiten“

bezeichnet. Sie sind

als normale Arbeitszeiten zu bewerten

und zu bezahlen. Reisezeiten,

während derer Sie nicht

arbeiten, werden als „passive

Reisezeiten“ bezeichnet. So gilt

chancen

Ihre Rechte auf

Dienstreisen

TIPPS von Gerhard Penkner

Arbeitsrechtsexperte der AK Wien

FÜR MÄDCHEN, DIE SICH UNSICHER SIND, OB SIE

SICH FÜR EINEN HANDWERKLICHEN ODER TECH-

NISCHEN BERUF EIGNEN, bietet das AMS das Projekt

MIT (Mädchen und junge Frauen in Technik und

Handwerk). Dieses Projekt wird vom AMS, der Beratungs-u.

Betreuungseinrichtung für Mädchen,

„sprungbrett“ und von Jugend am Werk betreut.

■ Das Projekt wendet sich an junge Frauen, die zwischen

15 und 18 Jahre alt sind, beim AMS Jugendliche

gemeldet sind, die die Pflichtschule beendet, aber

noch nicht die passende Ausbildung für sich gefunden

haben und einen handwerklichen oder technischen Beruf

in Erwägung ziehen. Mädchen, die ab Herbst 2010

eine Ausbildung beginnen wollen, sollten die Infotage

von Februar bis April besuchen. Sie können sie von Ihrer

zuständigen AMS-BeraterIn buchen lassen.

■ Das bietet M.I.T: Begonnen wird mit „Check-itout“:

einem Tag Zeit zum Ausprobieren in der

„sprungbrett“ – Werkstatt, bei der die jungen Frauen

NOCH FRAGEN? http://wien.arbeiterkammer.at

auch das Lenken eines Autos

als aktive Reisezeit, das Reisen

mit einem öffentlichen Verkehrsmittel,

ohne dass Sie eine Arbeit

verrichten, ist dagegen passive

Reisezeit. Passive Reisezeiten

werden häufig geringer als normale

Arbeitszeiten bezahlt. So

kann kollektivvertraglich und

auch einzelvertraglich ein geringeres

Entgelt für passive Reisezeiten

vereinbart werden.

Achtung: Es ist bei passiven Reisezeiten

gesetzlich zulässig,

dass die gesetzlich geregelten

Höchstgrenzen der täglichen

und wöchentlichen Arbeitszeit

überschritten werden können.

Wer zahlt die Dienstreise?

Wenn Sie im Auftrag Ihres Arbeitgebers

eine Dienstreise machen,

entstehen in der Regel zusätzliche

Kosten etwa für

Zugfahrt oder Nächtigung. Diesen

Aufwand muss Ihnen der

Arbeitgeber auch ersetzen. Zumeist

gibt es in Kollektivverträgen

und Arbeitsverträgen Vereinbarungen

über die Höhe von

entsprechenden Tagesgeldern

oder Nächtigungsgeldern. Wenn

keine derartigen Vereinbarungen

bestehen, müssen Ihnen die tatsächlich

angefallenen Kosten ersetzt

werden. Diese Kosten

müssen Sie mit Rechnungen

belegen.

Gibt es Kilometergeld?

Wenn Sie mit Ihrem privaten Wagen

eine Dienstreise antreten

müssen, muss nicht zwingend

das amtliche Kilometergeld bezahlt

werden. Voraussetzung für

die Zahlung des amtlichen Kilometergeldes

ist: Sie haben dies

mit Ihrem Arbeitgeber direkt vereinbart,

oder es gibt eine kollektivvertragliche

oder betriebliche

Regelung. Meine Empfehlung:

Treffen Sie vor Reiseantritt eine

schriftliche Vereinbarung über

die Bezahlung der anfallenden

Kosten und das zu benutzende

Verkehrsmittel.

MIT: Mädchen in Handwerk und Technik

sich mit Hammer, Säge und Bohrer an der Werkbank

ausprobieren können.

■ Wer weitermachen will, kann in die „Perspektive“:

Da gibt es 10 Wochen Zeit, verschiedene Handwerke

und technische Berufe kennen zu lernen.

■ Es folgt die „technische Vorqualifizierung –

Rampe“: Hier wird in 8 bis 12 Wochen eine Vorbereitung

auf die Lehrausbildung geboten – Zeit zum Vertiefen

der technisch/handwerklichen Fähigkeiten.

■ Dann kommt die „Ausbildung“: Durchstarten mit

der passenden Lehrausbildung. Wer keinen betrieblichen

Ausbildungsplatz findet, kann auch in einer überbetrieblichen

Lehrausbildung lernen.

■ Vom AMS erhalten die Teilnehmerinnen finanzielle

Unterstützung während der „Perspektive“

und der „technischen Vorqualifizierung“, die Teilnahme

ist kostenlos.

■ Kontakt: M.I.T. – Hotline: 0664/88 51 20 64, Mail:

mit@sprungbrett.or.at, Web: www.sprungbrett.or.at/mit

s

arbeitswelt | service

ak-ratgeber

BROSCHÜRE

Deine Rechte

als Lehrling

Tipps für den sicheren

Weg durch die Lehrzeit

BESTELLTELEFON

3100010 368

e-mail: bestellservice@akwien.at

Fax: 501 65 3065

und geben Sie Ihre Mitglieds-

Nummer an. Sie finden sie auf

der Heftrückseite (neben Ihrem

Namen) und auf Ihrer AktivKarte.

tipp

Seminar für

Sicherheit am

Arbeitspaltz

SICHERHEITSVERTRAUENS-

PERSONEN (SVP) vertreten

die ArbeitnehmerInnen in Sachen

Sicherheit und Gesundheitsschutz.

Ein kostenloses

zweitägiges Auffrischungsseminar

für Sicherheitsvertrauenspersonen

bieten AK und

ÖGB an.

■ 19. – 20.04.2010

■ Das Seminar findet im Bildungszentrum

der AK Wien,

1040 Wien, Theresianumgasse

16-18 statt.

■ Infos und Anmeldung: E-

Mail: helene.loinger@akwien.at

F E B R U A R 2 0 1 0 | A K F Ü R S I E 1 9


s

Illustration: Thomas Kussin

test | billig-airlines

Billiger Flug, hoher Preis

Billig-Airlines versprechen Flugreisen für wenig Geld. Doch dazu

kommen oft Nebenkosten, warnt die Zeitschrift Konsument.

Wien – London für 2,99

Euro? Das Angebot von

Ryanair klingt unschlagbar.

Doch

Vorsicht: Die Tester der

Zeitschrift Konsument

haben es ausprobiert: Am

Ende zahlten sie für den Hinund

Rückflug inklusive Steuern,

Gebühren, plus Gebühr für

1 Gepäckstück 165 Euro.

Miteingerechnet hatten die

Tester allerdings auch die Transfers

zu den Flughäfen. Denn die

von Ryanair angeflogenen Flughäfen

lagen so weit außerhalb,

dass diese insgesamt 31,50

Euro vom Reisepreis ausmachten.

Gestartet wurde nämlich

nicht in Schwechat sondern in

Bratislava und gelandet wurde

im weit von der Londoner City

entfernten Flughafen Stanstead.

1Preise schwanken täglich.

Bei der AUA kamen

die Tester dagegen für 127

Euro in die britische Hauptstadt,

also günstiger und bequemer

als mit dem vermeintli-

tipp

2 0 A K F Ü R S I E | F E B R U A R 2 0 1 0

chen Billigflieger.

„Allerdings eine Momentaufnahme“,

sagen die Tester.

Denn die Preise für Flüge ändern

sich von Tag zu Tag.

2Preisvergleiche lohnen

sich. Wer Kurzreisen

bucht, oft mal nur für ein

Wochenende in eine andere

Stadt fliegen will, dem

kommt es in der Regel vor allem

auf den Preis an, weniger auf

Komfort oder Verpflegung an

Bord, so die Tester. Doch beim

Reise-Endpreis fallen viele KundInnen

von Billigfliegern oft aus

allen Wolken: Denn zum Ticket-

preis kommen oft Gebühren

für jedes aufgegebeneGepäckstück,

für die verpflichtendeOnlinebuchung,

für die Sitzplatzreservierung

und viele andere

unerwartete Extras hinzu.

3Weite, teure Transfers.

Das Beispiel mit dem vermeintlich

billigen Londonflug

ist kein Zufall. Billig-

Airlines können oft nur so billig

anbieten, weil sie Flughäfen anfliegen,

die weit entfernt vom

eigentlichen Reiseziel liegen.

Das kostet die Reisenden oft

Billigflug-Buchung: Darauf sollten Sie achten!

■ Wer früh bucht, hat meist die beste Auswahl unter den günstigsten Angeboten.

■ Wer bei der Reisezeit flexibel ist, kann leichter ein günstiges Ticket ergattern, bei sehr günstigen Tickets

sollte man aber sofort zuschlagen. In den Flugsuchmaschinen im Internet kann man gute Angebote

finden (siehe Kasten Klick und weg). Aber längst nicht alle Angebote findet man in allen Suchmaschinen.

■ Wer kurzfristig weg will, findet oft unter den Restplatzbörsen ein gutes Angebot.

■ Achtung Nebengebühren: Machen Sie die ersten Buchungsschritte aber ohne abschließende Buchung,

um den Endpreis festzustellen. Hauptpreistreiber sind derzeit Gepäckgebühren.

■ Rechnen Sie beim Preisvergleich die Transfergebühren von und zum Flugplatz mit ein.

■ Wenn Sie online buchen, melden Sie gleich bei der Buchung ihr einzucheckendes Gepäck an und Checken

Sie auch online ein. So sparen Sie weitere Zusatzkosten.

kostbare

Zeit und Geld für

die Transfers zum und

vom Flughafen. Die Tester

haben die Angebote

von Aer Lingus, Air Berlin/Flyniki,

EasyJet, Germanwings

Intersky,

Ryanair, SunExpress,

Tuifly und Vueling sowie

der Linienfluggesellschaften

Air

France, AUA, British

Airways, Iberia

und Lufthansa verglichen.

Fazit: Billig-Airline gleich

billig, aber unbequem und

Linienfluggesellschaft gleich

teuer und bequem – diese Regel

gilt nicht mehr. Billig-Fliegen wird

unübersichtlicher, Schnäppchen

sind aber immer noch drin.

■ Den kompletten Test finden Sie in

der Februar-Ausgabe des Magazins

„Konsument“, erhältlich in der Trafik

oder unter der Nummer 01/588 774 oder

im Internet unter www.kosument.at

überblick

Klick und weg

■ für Konsumenten auf Reisen:

www.europakonsument.at/flug

gastrechte

www.fairliners.com

www.fliegen-sparen.de

■ Suchmaschinen für Flüge

und Preisvergleich:

www.checkfelix.at

www.skyscanner.de


Foto: Christian Fischer

Damit was weitergeht: AK

FÜR SIE befragte 1.100

Pendler und Pendlerinnen

umfrage

Bus und Bahn:

Wo hapert es?

Mit dem Abriss des Südbahnhofs

und dem Bau des neuen

Hauptbahnhofs kommen viele

Veränderungen und auch

große Belastungen auf die

PendlerInnen in Bussen und

Bahnen zu. Wie stehen die betroffenen

PendlerInnen zu den

Umbauarbeiten? Wo hapert es

am meisten auf dem Weg zur

Arbeit? Haben sie Verständnis

für die Belastungen durch die

Bauarbeiten? Wie steht’s mit

dem Kundenservice? AK FÜR

SIE hat nachgefragt, online

auf der AK-Website und

schriftlich mit einem Fragebogen

und mehr als 1.100 PendlerInnen

haben geantwortet.

Die Antworten werden jetzt

ausgewertet und dann natürlich

auch in der AK FÜR SIE bekannt

gegeben.

ANGEBOTE MIT

IHRER AKTIV-

KARTE!

BILLIGER ZUR BAUEN & ENERGIE WIEN.

magazin

„Nacktscanner”Kundenkarten

Wollen Sie eine Kundenkarte?“

Wer kennt diese

Frage nicht. Aber: Nicht

immer hat der Kunde

sofort einen Vorteil. Ein AK Test

von 23 Kundenkarten von 20

Firmen zeigt: Oft gibt es etwa

Rabatte erst bei weiteren Einkäufen.

Bei manchen Karten gibt

es eine jährliche Kartengebühr.

Nur ganz wenige der untersuchten

Kundenkarten haben sofort

spürbare Vorteile, etwa dass die

gesammelten Rabatte bar abgelöst

werden können.

Und: „Über Kundenkarten

wird der anonyme Konsument

zum persönlich ansprechbaren

Kunden“, sagt AK Konsumentenschützerin

Daniela Zimmer.

Mit der Kundenkarte sammelt

das Unternehmen auch Daten,

um Kundenprofile anzulegen

oder für eigene Werbezwecke.

In jedem dritten untersuchten Fall

werden die Daten an andere Unternehmen

weitergegeben. Meist

„Datenspeicher“ Kundenkarte: Für ein wenig Rabatt geben

KonsumentInnen oft wertvolle Daten an Unternehmen weiter

sind es Dienstleister, die für den

Kartenanbieter tätig werden.

In einzelnen Fällen übermitteln

die Anbieter die Daten für

Werbezwecke Firmen – an wen,

bleibt mitunter ein Geheimnis.

„Es muss konkret genannt wer-

Bei der Bauen & Energie Wien dreht

sich alles um gesundes Bauen, Renovieren,

Finanzieren und Energiesparen.

Wer auf der Suche nach den neuesten

Techniken, Produkten und Systemen für

die Gestaltung beim Neu-, Um- oder

Ausbau ist, ist garantiert richtig.

Zur Messe Wien: U2-Station Krieau-

Messe oder Messe-Prater aussteigen.

Kinder bis 14 J. haben freien Eintritt, die

Kleinsten werden kostenfrei im Messekindergarten

professionell betreut. Sie zahlen

den, wer die Daten bekommt“,

sagt Zimmer. Sie kritisiert, „dass

einige Anbieter mehr Daten abfragen

als nötig.“ Daher gilt: Vorsicht

beim Ausfüllen von Kartenanträgen

– Teilnahmebedingungen

genau durchlesen!

BAUEN & ENERGIE WIEN 18. BIS 21. FEBRUAR 2010

SIE ZAHLEN UM € 2,– PRO KARTE WENIGER.

statt 9,50 Euro nur 7,50 Euro. Weitere

Infos unter: www.bauen-energie.at

Name:

AK Mitgliedsnummer:

(Rückseite der AK für Sie)

Bitte dieses Inserat ausgefüllt an der Messekasse

abgeben, nur so ist diese Aktion gültig. Ermäßigung

gilt für maximal 2 Personen pro Inserat.

Foto: Christian Fischer


m magazin

Gleiche Leistung,

schlechtere Noten

In unseren Schulen geht’s ungerecht zu. Vor allem Kinder

ärmerer Eltern fliegen schnell aus dem Bildungssystem.

Lern etwas Gescheites,

damit etwas wird aus

dir“, sagen alle Eltern zu

ihren Kindern. Doch Kinder

von WenigverdienerInnen

haben im österreichischen

Bildungssystem

schlechte Karten: Jährlich können

10.000 Jugendliche nach

der Pflichtschule nicht weiterlernen

oder fliegen aus einer

begonnenen Ausbildung. Und

es sind vor allem Kinder von Eltern

mit niedriger Qualifikation,

die im Bildungssystem nicht

weiterkommen.

Bildung vererbt

Konkrete Zahlen zur Ungerechtigkeit

bei den Bildungschancen

dern bei den Hausübungen helfen

oder für teure Nachhilfe zahlen.

Wer selbst wenig gelernt hat

oder wenig verdient, tut sich da

schwer.“ Zusätzlich sind Kinder

aus „bildungsfernen Schichten“

prinzipiell benachteiligt.

Schlechter benotet

Wie ungerecht unser Bildungssystem

ist, zeigte Günter Haider

vom Bundesinstitut für Bildungsforschung

und Entwicklung

des österreichischen

Schulwesens anhand von Testergebnissen

aus der Volksschule:

Kinder aus „bildungsfernen

Schichten“ hätten „eine

schlechtere Lesekompetenz,

erhalten selbst bei gleicher Le-

Schluss mit unerbetenen Telefonanrufen!

Die Beschwerden über unerbetene

Werbeanrufe,

das so genannte Cold

Calling, steigen in den AK

Konsumentenberatungen. „Unerbetene

Telefonwerbung ist

zwar ohne vorherige Zustimmung

des Konsumenten in

Österreich verboten“, sagt AK

Konsumentenschützerin Daniela

Zimmer. „Trotzdem werden

die unzulässigen Methoden

für die Neukundenwer-

bung eingesetzt.“ Nun gab es

eine parlamentarische Anfrage

für wirksame Maßnahmen gegen

unerwünschte Telefonwerbung

an Konsumentenschutzminister

Rudolf Hundstorfer

und Justizministerin Claudia

Bandion-Ortner.

Zu wenig Schutz

Hundstorfers Vorschlag bei Verträgen,

die über das Telefon zu

Stande kamen: „Sie sollen bis

Foto: picturedesk.com | Keystone | | Gaeta Bally

Gleiche Leistung, schlechtere

Noten: Schüler aus bildungsfernen

Schichten werden benachteiligt

sekompetenz schlechtere Noten

und treten selbst bei gleichen

Noten seltener in eine

AHS über“.

Für seine Forschungsergebnisse

hat Günter Haider zunächst

in einem eigenen Test

erhoben, wie gut die Volksschulkinder

lesen können und

Texte verstehen. Dann hat er

die Testergebnisse damit ver-

Es gibt keine Einigkeit über nötige Maßnahmen bei Parlamentsanfrage.

Unerbetene Werbeanrufe:

immer mehr Beschwerden

über „Cold Calling“

2 2 A K F Ü R S I E | F E B R U A R 2 0 1 0

Foto: picturedesk.com | Wirtschaftsblatt | Foltin Jindrich

präsentierte im Jänner auf einer

Veranstaltung von AK, Armutskonferenz

und bildunggrenzenlos,

der Bildungsforscher Mario

Steiner: Fast jede/r fünfte „frühe

BildungsabbrecherIn“ hat Eltern,

die selbst nur den Pflichtschulabschluss

haben. Umgekehrt

sind nur knapp vier Prozent von

ihnen Kinder von Eltern, die mindestens

die Matura haben. Damit

wird Armut durch schlechte

Bildungschancen vererbt.

Zu wenig Förderung

„In unseren Schulen mangelt es

schlicht an ausreichender Förderung“,

sagt AK Bildungsexpertin

Gabriele Schmid: „Noch

müssen viele Eltern ihren Kin-

zur schriftlichen Zustimmung

der Kunden schwebend unwirksam

sein.“ Das steht auch

so im Regierungsprogramm

und das verlangen auch die AK

Konsumentenschützer. Die Justizministerin

hingegen sieht

keinen Handlungsbedarf: „Die

geltende Rechtslage bietet ausreichenden

Schutz.“ Die AK

bleibt dran, damit die KonsumentInnen

mehr Schutz bekommen.

■ D.S.


glichen, welche Note die Kinder

in Deutsch haben. Und tatsächlich:

Bei gleicher mittlerer

Leseleistung bekam jedes dritte

Kind von MaturantInnen und

AkademikerInnen einen Einser -

aber nur jedes zehnte Kind aus

einer Familie, wo die Eltern

höchstens die Pflichtschule abgeschlossen

haben.

Und selbst ein Einser in

Deutsch und in Mathematik

gleicht die Ungerechtigkeit nicht

aus. Wieder ergibt sich: Mit solch

einem guten Zeugnis gehen vier

von fünf Akademikerkindern

nach der Volksschule ins Gymnasium

– aber nur ein Drittel der

Kinder von Eltern mit höchstens

Pflichtschule.

Chancen bieten

Zeit für mehr Gerechtigkeit bei

der Bildung, fordert die Arbeiterkammer.

Sie will ein Maßnahmenbündel

für gleiche Chancen

in der Schule – von mehr frühkindlicher

Förderung bis hin zum

Recht auf Ausbildung nach der

Schulpflicht. ■ P.M.

Auszeichung für Lehre in der AK

Die AK-Lehrausbildung wurde jetzt staatlich gewürdigt.

Staatlich ausgezeichneter

Lehrbetrieb“ – so darf sich

jetzt die Arbeiterkammer

Wien nennen. Bundesweit

haben nur 200 Betriebe

die Auszeichnung, die AK hat

sie als bisher einzige Interessenvertretung.

Gute Ausbildung

Bekommen hat die AK Wien

die Auszeichnung für außergewöhnliche

Leistungen in der

NOCH FRAGEN? http://wien.arbeiterkammer.at

Lehrlingsausbildung, etwa Basisausbildung,Abteilungswechsel

oder Projekttage.

Zehn Lehrlinge hat die Arbeiterkammer

Wien derzeit.

Ausgebildet werden im Moment

ein IT-Techniker und neun

Bürokauffrauen/männer. Brigitte

Koza, Leiterin der Arbeiterkammer-Lehrlingsausbildung:

„Wir wollen gute Ausbildung

vermitteln. Die Auszeichnung

bestätigt uns.“

√ vorgestellt

AK Plan für

mehr Chancen

Damit schlechte Bildungschancen

nicht vererbt werden:

■ Förderung schon vor

Schuleintritt: schrittweise

Ausweitung der frühkindlichen

Förderung bereits ab dem 3.

Lebensjahr im Kindergarten.

■ Die begonnene Bildungsreform

beschleunigen: Durch flächendeckendeGanztagsbetreuung

sollen Eltern nicht mehr den

Kindern beim Lernen helfen

müssen. Durch eine gemeinsame

Mittelstufe für alle Kinder

soll die Entscheidung über den

weiteren Bildungsweg später

gefällt werden.

■ Recht auf Ausbildung nach

der Schulpflicht: Dafür müssen

in den berufsbildenden Schulen

mehr Plätze geschaffen werden.

Ein Kurssystem soll das Sitzenbleiben

überflüssig machen. Wer

finanzielle Unterstützung

braucht, soll die Schulbeihilfe bereits

ab der neunten Schulstufe

bekommen. Und das Nachholen

sämtlicher Abschlüsse bis zur

Matura soll kostenlos werden.

AK Lehrlingsverantwortliche

Kohl, Koza; Minister Mitterlehner

Foto: Sebastian Reich/HBF

magazin

extra kurz

Matura und dann?

Wer sich fürs Studieren oder andere

Möglichkeiten nach der Matura

interessiert, kann sich auf der Messe

für Beruf, Studium und Weiterbildung

(BeSt) darüber informieren,

wie es weiter gehen könnte. Auch

die AK-BildungsexpertInnen werden

auf Östereichs größter Bildungsmesse

für Sie da sein.

Sprichcode-Bewerb

Für Jugendliche zwischen 14 und 19

Jahren läuft noch bis Ende Februar

der Literatur- und Fotowettbewerb

Sprichcode. Die AK bietet zusätzlich

die Möglichkeit, zu den Themen „Bewerbung“

und „Mobbing“ Texte und

Fotos einzureichen. Im Bewerb lassen

sich Preise im Gesamtwert von

9.000 Euro gewinnen. Alle Infos unter

www.sprichcode.net

RADIO-TIPP

GANZ AUF

IHRER SEITE

AK EXPERT/INNEN GEBEN

RAT AUF RADIO WIEN

jeden Di 18-19h • Radio Wien • 89,9 & 95,3

F E B R U A R 2 0 1 0 | A K F Ü R S I E 2 3

m


m

magazin

Einkaufen und

Gutes tun

Die AK und die Stadt Wien verteilen den

Faire Chancen Einkaufsplan.

Uhren aus Leiterplatten,

Hocker aus alten

Waschmaschinentrommeln

oder Schmuck

aus den Tasten eines

Handys: In der Trash DesignManufaktur

werden aus vielen Dingen,

die sonst auf dem Müll landen,

kreative Produkte.

Hilfe für Arbeitslose

Auch hilft der Betrieb etwa 50

Langzeitarbeitslosen wieder ins

Arbeitsleben einzusteigen. Die

Trash DesignManufaktur ist eines

von 47 ökologischen und

sozialen Projekten, vom Recyclingbetrieb

bis zur Umzugshilfe

im neuen „Faire Chancen Einkaufsplan“.

Dieser Stadtplan, den die AK

gemeinsam mit der Stadt Wien

Achtung bei „Gratis“-Handys: Konsumenten

werden oft getäuscht

2 4 A K F Ü R S I E | F E B R U A R 2 0 1 0

Foto: Christian Fischer

kostenlos verteilt, hat 47 ökologische

und soziale Projekte eingezeichnet,

für alle, die kreativ

und sinnvoll einkaufen wollen.

Heidi Hocking ist seit 14 Monaten

arbeitslos. Sie verkauft im

Laden der Trash DesignManufaktur.

Dort bekommt Sie für 6

Monate einen Arbeitsplatz, wird

in dieser Zeit unterstützt, beraten

tipp

Einkaufsplan bestellen

■ Der Faire Chancen Einkaufsplan zeigt auf einem

Stadtplan 47 Wiener Betriebe und Läden, bei

denen Sie einkaufen und gleichzeitig soziale Projekte

fördern können.

■ Sie können ihn kostenlos bestellen: bei der

AK Wien unter www.arbeiterkammer.at und unter

Tel 310 00 10 498 sowie bei der Wiener Umweltabteilung

unter Tel 01 4000 73 420.

Foto: Lisi Gradnitzer

und bekommt Hilfe bei der Suche

nach einem festen Arbeitsplatz.

„Ich möchte auch weiterhin

im Verkauf bleiben“, sagt sie.

Die gelernte Fri-

seurin lebte lange in Südafrika

und kehrte vor fünf Jahren wieder

Wien zurück. Zunächst fand

sie schnell eine Stelle in einem

Haarsalon. „Doch dann bekam

ich eine Allergie und musste mit

dem Beruf aufhören“, sagt die

nun 55-Jährige. Es folgte eine

14-Monate-lange Durststrecke

bis sie vom Arbeitsmarktservice

zur Trash DesignManufaktur vermittelt

wurde.

Wichtige Projekte

„Solche Projekte sind gerade in

der Krise wichtiger denn je. Denn

gerade jetzt haben es Menschen

Vorsicht, Handywerbung mit heimtückis

Im Kleingedruckten oder in den Fußnoten sind oft die Mehrkosten

Gratis-Handy“ – die Werbung

springt Lukas sofort

ins Auge. Sie ist bunt

und in großen Buchstaben aufgemacht.

„Aber Vorsicht”,

warnt Daniela Zimmer von der

Konsumentenabteilung. „Das

sind nicht alle Informationen.

Nähere Details gibt es im Kleingedruckten

oder in winzigen

Fußnoten, die letztendlich auch

nicht immer zum kompletten

Durchblick verhelfen“, sagt

Zimmer. Nachrecherchieren im

Internet oder bei den Anbietern

ist oft zusätzlich nötig. „Konsumenten

werden häufig getäuscht

– auf den ersten Blick

günstig, auf dem zweiten doch

teurer“, so Zimmer.

Groß und klein

Die Arbeiterkammer hat neun

Handy-Werbungen analysiert.

Das Ergebnis zeigt: Die Größe

der Buchstaben in der Blick-

fangwerbung ist bis zu elf Zentimeter.

Die Schriftgröße des

Kleingedruckten macht dagegen

meist nur ein bis zwei Millimeter

aus.

Doch nicht gratis

„Der Durchschnittskonsument

kann mit der Kernbotschaft der

Werbung das beworbene Produkt

oder das Aktionsangebot

in der Regel nicht einschätzen“,

sagt Zimmer. Denn so kostet

NOCH FRAGEN? http://wien.arbeiterkammer.at


Heidi Hocking war lange arbeitslos.

Sie zeigt AK Präsident

Herbert Tumpel, was die

Trash DesignManufaktur aus

ausrangierten Geräten macht

etwa ab 50 aufwärts besonders

schwer eine neue Stelle zu finden“

so AK Präsident Herbert

Tumpel bei der Vorstellung des

Planes in der Trash DesignManufaktur.

„Mit dem Faire Chancen

Einkaufsplan schlägt man

zwei Fliegen mit einer Klappe:

Man findet interessante Betriebe

und Geschäfte und tut etwas für

Projekte, die denen helfen, die

Unterstützung brauchen.“ ■ C.R.

hen Fallen!

versteckt.

zum Beispiel das (beinahe) Gratis-Handy

bei Erstanmeldung

oft zumindest rund 50 Euro,

weil Aktivierungskosten hinzukommen.

Oder eine andere Variante

– es gibt das Handy nicht

in Kombination mit den niedrigsten

Grundentgelten. Und das

steht im Kleingedruckten. Daniela

Zimmer rät: „Rechnen Sie

aus, welche Gesamtkosten bei

einer Aktion über die Mindestvertragsdauer

anfallen.“ ■ D.S.

interview

Weltverbesserer mit Ausdauer

Günter Wallraff schreibt gegen soziale Ungerechtigkeiten an.

Warum er optimistisch bleibt, sagte er AK FÜR SIE.

Sie decken jetzt seit über 40

Jahren Missstände auf. Sind

Sie ein unverbesserlicher

Weltverbesserer?

Okay, das lasse ich mir gefallen.Es

gelingt mir ja auch ab und

zu, tatsächlich etwas zu verändern.

Nach meinem Eindringen

als Türke Ali beim Thyssen-Konzern,

wo ich unter anderem lebensgefährlicheSicherheitsmängel

bei der Arbeit aufgedeckt

habe, konnte der Betriebsrat

die Einstellung von 6

Sicherheitsingenieuren durchsetzen.

Es gab danach Schutzhelme

auch für ausländische

Leiharbeiter, was vorher nicht

der Fall war. Die 16 Stunden

Schichten wurden abgeschafft.

Nach meiner Recherche

in den Call-Centern wurden

die Verbraucherschutzgesetzeverbessert.

Es gelingt also von

Fall zu Fall etwas zu verbessern.

Aber das wichtigste

ist glaube ich:

Wenn solche Geschichten

breit in der Öffentlichkeit

diskutiert werden,

verändert sich auch das

Bewußtsein der Menschen.

Dennoch werden die Arbeitnehmerrechte

immer mehr

ausgehöhlt....

Es stimmt, viele Arbeitnehmerrechte

sind im freien Fall. Oft

habe ich den Eindruck, man

muss wieder ganz von vorne anfangen.

Aber ich bleibe Zweckoptimist.

Ich habe bewiesen,

dass man etwas verändern

Foto: Christian Fischer

Günter Wallraff: Ausdauer und

niemals aufgeben

kann, wenn man sich engagiert,

erst recht gemeinsam mit

Gleichgesinnten.

Günter Wallraff recherchiert verdeckt, oft

verkleidet, immer auf der Spur von sozialen

Missständen. Monatelang arbeitete er als Türke

Ali beim deutschen Thyssen-Konzern. Zuletzt

reiste er als schwarzer Deutscher Kwami

Ogonno durch Deutschland. Der Film darüber

läuft ab Februar in den Wiener Kinos an. Sein

Buch „Aus der schönen neuen Welt“, in dem er

unter anderem die betrügerischen Methoden

von Callcentern aufdeckt, ist ein Bestseller.

Wächst jetzt, im Zuge der

Krise, auch wieder ein stärkeresArbeitnehmerbewusstsein?

Das kann ich nur hoffen. Aber

ich sehe auch, dass gerade diejenigen,

die mit ganz geringem

Verdienst wirklich ums Überleben

kämpfen müssen, häufig

schon resigniert haben. Viele

sind davon so ausgelaugt, dass

magazin

sie einfach keine Energie haben,

sich zu organisieren.

Wo soll man da ansetzen?

Es gibt immer mehr Betriebe, in

denen es keine Gewerkschaftsmitglieder

und schon gar keine

Betriebsräte gibt. Auf die sollten

die Gewerkschaften viel mehr

zugehen. Vielleicht sollten organisierte

Betriebe so etwas wie

eine Patenschaft für nicht organisierte

Betriebe übernehmen

und sich so um Nichtmitglieder

kümmern. So könnte man die

Leute auf lange Sicht gewinnen.Und

was mich ermutigt: Es

gibt seit einiger Zeit wieder ein

großes Interesse gerade bei jungen

Menschen an meiner Arbeit.

Sie interessieren sich für meine

Recherche-Methoden,

Sie identifizieren sich mit

dem David-gegen-

Goliath-Effekt meiner Geschichten,

auch mit dem

Satirisch-Grotesken

daran.

Sie laufen Marathon.

Gehört das zusammen:

Ihr Job und der ganz

lange Atem?

Ausdauer ist das Entscheidende:

Niemals aufgeben,

bei meiner Arbeit aber auch

sonst. Ich hatte schwere gesundheitliche

Probleme, auch

bedingt durch meine Arbeitseinsätze.

Es gab eine Phase, da

war ich dem Rollstuhl näher, als

dem aufrechten Gang. Damals

habe ich Kajak fahren gelernt,

da braucht man keine Beine und

kommt dennoch voran. ■ U.B.

F E B R U A R 2 0 1 0 | A K F Ü R S I E 2 5

m


m

Fotos: Erwin Schuh

interview

Gleiche Chancen, gleicher Lohn?

Frauen verdienen immer noch 15 Prozent weniger als Männer für die gleiche

Arbeit und haben oft weniger Karrierechancen. Was muss sich ändern?

Erik Hentsch

G R A F I K E R

Frauen verdienen für die

gleiche Arbeit weniger als

ihre männlichen Kollegen.

Das ist ungerecht. Es sollte

längst selbstverständlich

sein, dass Frauen in mittleren

und großen Unternehmen

in Führungspositionen

sind. Männer sollten wiederum

unterstützt werden, in

Karenz zu gehen, man sollte

in den Betrieben darüber offen

sprechen können.

Bianca-Maria Thoma

P R -T E A M A S S I S T E N T I N

Männer, die in Karenz gehen

wollen, sollten darin von der

Firma viel mehr unterstützt

werden – das Thema darf

nicht länger als Tabu behandelt

werden. Frauen sollten

auch zwischen flexibleren

Teilzeitmodellen wählen

können.

Astrid Seis

Ä R Z T I N

Die Karrieremodelle für

Frauen müssen verbessert

werden. Der berufliche Wiedereinstieg

muss erleichtert

werden, es sollten mehr

Möglichkeiten für die Frauen

angeboten werden. Frauen

sollten nach der Karenz unterstützt

werden. Es sollten

mehr Krabbelstuben und

Tagesmutter-Betreuungsplätze

angeboten werden.

Christina Mijailovic

E L E K T R O T E C H N I K E R I N

Frauen arbeiten leider

sehr viel in Teilzeit. Daher

sind viele Aufstiegschancen

verbaut, von Weiterbildungsangeboten

sind sie zudem

oft ausgeschlossen. Daher

muss Weiterbildung auch für

Frauen möglich sein, die in

Teilzeit sind. Ich fordere

auch mehr Transparenz bei

den Einkommen.

Daniela Hager

E R G O T H E R A P E U T I N

Die Bedingungen, unter denen

auch Männer in Karenz

gehen, gehören erleichtert.

Derzeit gilt noch die Ausrede,

Männer können sich nur

um die Kinder kümmern,

wenn sie dafür Lohneinbußen

in Kauf nehmen. Die Politik

ist aufgefordert, Vorbildfunktion

zu übernehmen:

Es gehören viel mehr

weibliche Spitzenkräfte her!

Helene Ferschner-Hallwirth

K A R E N Z

Dass Frauen oft weniger verdienen

kommt daher, dass sie

eben oft in Karenz gegen und

Teilzeit arbeiten. Bessere Karenzmodelle

sind dringend

erforderlich. Männer ergreifen

gebotene berufliche Chancen,

die oftmals besser bezahlt

sind. Frauen sollten sich

auch trauen, klassische Männerberufe

zu ergreifen.

Laszlo Darab

I N F O R M A T I K E R

Männer sollten dabei viel

mehr unterstützt werden,

in Karenz zu gehen. Dann

eröffnen sich auch Frauen

viel mehr Karrierechancen.

Es sollte auch längst eine

Selbstverständlichkeit sein,

dass viel mehr Frauen in

Führungspositionen anzutreffen

sind. Die Ausrede,

Frauen gehen ohnehin irgendwann

in Karenz, gilt

nicht mehr.

Christian Zerny

S P O R T L E H R E R

Österreich ist beim Lohnunterschied

von Frauen

und Männern europaweit

beinah das Schlusslicht.

Deshalb fordere ich endlich

Gleichstellung: gleiche Arbeit,

gleiche Bezahlung. Die

Betriebe sollten angehalten

werden, die Löhne von Frauen

und Männern öffentlich

zu machen.

Britta Stöcker

T H E R A P E U T I N

Ich fordere mehr Transparenz

bei den Einkommen.

Um Benachteiligungen von

Frauen überhaupt zu registrieren,

sollten Unternehmen

verpflichtet werden,

über die Einkommensunterschiede

von Frauen und

Männern einen Bericht zu

veröffentlichen. Nur so lässt

sich in Erfahrung bringen,

wer tatsächlich wie viel verdient.

Lisa Schwindhackl

M Ö B E L B A U E R I N

Die Gehälter sollten angeglichen

werden. Männer und

Frauen müssen endlich

nach ihrer Qualifikation bezahlt

werden! Medien und

Politik müssen immer wieder

darauf hinweisen, dass Frauen

derzeit immer noch viel

weniger als ihre männlichen

Kollegen verdienen.

IHRE MEINUNG ZÄHLT! Gleiche Chancen, gleicher Lohn?

Schreiben Sie uns unter akfuersie@akwien.at. Einsendungen werden auf der Leserbriefseite veröffentlicht.


ANGEBOTE MIT

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Foto: wienXtra | Miguel Dieterich

freizeit

Bunte, schräge Events

Runter vom Sofa: Tipps für Bälle, Kinderfasching,

Konzerte und Spaß im Schnee.

fiesta im ballsaal

Fiesta de Carnaval

16.2., ab 20h30 oder 22h • Floridita, 1.;Johannesg.

3 • www.floridita.at • Eintritt frei

BRASIL, BRASIL – heizt Wien im

Fasching ein! Der Karnevals-Umzug

mit brasilianischen Trommeln,

Tänzerinnen und Tänzern

bringt ein bisschen „Karneval in

Rio“ mitten in das winterliche

Wien. Anschließend gibt es die

Fiesta de Carnaval im Floridita.

Eislaufen am Neusiedlersee

Eistelefon: Breitenbrunn: 02683/5308 • Illmitz:

02175/2383 • Mörbisch: 02685/8430 • Neusiedl

am See: 02167/340034 • Podersdorf am See:

02177/2227 • Rust: 02685/50215

Der Neusiedlersee ist bei entsprechend

kalter Witterung der größte

Natureislaufplatz Mitteleuropas.

Über 320 Quadratkilometer

bieten viel Platz für Wintersportler

aller Art: Eisläufer,

Eissegler, Surfer und Wanderer.

Vielfältiges Akkordeonfest

20.2., 20h • Theater Akzent, 4., Theresianumg.

18 • Karten: Bank Austria, www.clubticket.at •

Festival-Info: +43/676/5129104 •

www.akkordeonfestival.at

Das diesjährige Akkordeonfestival

eröffnet mit dem Virtuosen

Paul Schuberth, dem amerikanisch-irischen

Duo Lorin Sklamberg

& Susan McKeown und dem

Trio Bec de Cha. Damit spiegelt

die Eröffnungsgala die Vielfalt

des beliebten Musikfestes wider,

das vom 20.2. bis 22 .3. in Wien

stattfindet.

spaß für kleine und große

Über-Drüber-Faschingsfest

So, 14.2., 14h30 - 17h30 • Jugendzentrum Margareten,

5., Grünwaldgasse 4 • Tel: 01/544 40 99,

www.kinderfreunde-margareten.at

Die Kinderfreunde Margareten

und der Club Herzlich laden alle

Kinder von 4 bis 13 Jahren zum

„Über-Drüber-Faschingsfest“.

Am Programm: Zauberer und Hexen,

Feen und Elfen – alle feiern

mit die KIGRU-Band sorgt für die

Musik für ein tolles Faschingsfest.

Wiener Flüchtlingsball

12.2., Einlass: 20h, Beginn: 21h • Wiener Rathaus,

1., Lichtenfelsgasse • Karten: Bank Austria,

www.ticketonline.at • Jugendinfo Wien, 1.,

Babenbergerstr.1 • www.integrationshaus.at

Die Highlights des Flüchtlingsballs

sind der in Afghanistan geborene

Dawood Sarkosh und

Ljubinka Jokic & Yok aus dem

ehemaligen Jugoslawien. Der

Reinerlös des Balles kommt dem

Integrationshaus zugute.

tipps für ausflüge und kino

Schwarz auf Weiß

Der neue Film von Günter Wallraff • ab 12.2. •

diverse Zeiten • Votiv Kino, 9.,Währinger Str.12 •

Tel:01/317 35 71, www.votivkino.at

Im Dokumentarfilm „Schwarz

auf Weiß” verkleidet sich Günter

Wallraff (siehe Interview S. 25)

im Film als „schwarzer Deutscher“

um die Lebensumstände

von Schwarzen in Deutschland

aufzuzeigen.

Familienparty im Rathaus

So, 14.2., 15 - 17h30 (Einlass ab 14h) • 1., Wiener

Rathaus – Eingang Lichtenfelsgasse • Karten:

Tel: 401 25-11, www.wien.kinderfreunde.at

Beim größten Familien-Fasching

Wiens gibt es für Kinder von 2

bis 13 Jahren tolle Unterhaltung

im Spielsaal, mit Bühnenshows,dem

Kasperl, Disco, Zauberclowns,

und Live-Musik.

Übrigens: Spielzeug-Waffen sind

mega-out im Rathaus.

Schneeschuh-Wandern

Bis Ende März jeweils Sa und So, Abfahrt 10h •

Anmeldung erforderlich • Tel:0676-527 22 66 •

www.abenteuerschule.at

Schneeschuhwandern ist das

Schneeabenteuer für Kinder und

Jugendliche (8-13 Jahre) und Erwachsene.

Unter professioneller

Begleitung stapfen Sie mit

Schneeschuhen durch winterliche

Wälder und rutschen, nach einer

Rast am Gipfel, ins Tal. Keine Vorkenntnisse

erforderlich!

Clown of the Clowns

16. - 19.2., 20h • Wiener Metropol, 17., Hernalser

Hauptstr 55 • Tickets: 01/407 77 407 oder

www.wiener-metropol.at

In seiner Show „Clown of the

Clowns“ erzählt der weltbekannte

Roncalli-Clown David Larible

von einem Bühnenarbeiter, der

davon träumt ein Clown zu werden.

Der Traum geht in Erfüllung,

aber er birgt viele

Überraschungen.

F E B R U A R 2 0 1 0 | A K F Ü R S I E 2 7

Foto: Michael Morawec

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m

wissen

Lachen Sie

den Ärger weg

Lachen ist gesund. Trotzdem bringt es ein Erwachsener

gerade einmal auf 15 Lacher pro Tag.

Ein Ausflug in die Untiefen unseres Zwerchfells.

Wer lacht, zeigt Gefühle, ob Wut,

Lust, Hohn oder Lebensfreude.

Wer lacht, aktiviert über hundert

Muskeln und leistet damit

Schwerarbeit, stärkt sein Immunsystem

und setzt Endorphine frei.

Lachen gilt auch bei Schwerkranken als

heilungsfördernd.

Therapie mit Clown

Die CliniClowns gehören zu den bekanntesten

Lachtherapeuthen Wiens, sie besuchen

Krankenhäuser und Pensionistenheime.

Robert Blöchl und Erwin Traxler

etwa kommen jeden zweiten Montag

ins Geriatrie-Zentrum in Klosterneuburg.

15 pflegebedürftige Bewohner sitzen

im Gemeinschaftsraum, anfangs ist

die Stimmung gespannt. Robert Blöchl

hintergrund

ist jetzt Dr. Sommersprossi. Er zupft die

vier Saiten einer Ukulele, singt „Muss i

denn, muss i denn zum Städtele hinaus“

und schon reagiert das Publikum:

„Jetzt haben sie es aber endlich richtig

gespielt“, kommentiert eine Bewohnerin

etwas streng. Sie hat selbst einen Doktortitel,

ist Jahrgang 1920, und spricht

vier Fremdsprachen. Erwin Traxler

kommt als Dr. Wuuzel mit Hut und roter

Nase: Er türmt Becher aufeinander, animiert

die Gruppe zum Mitspielen.

Einige haben Altersdemenz, das Kurzzeitgedächtnis

will nicht mehr. „Doch uns

erkennen sie manchmal sogar wieder“, erzählt

Dr. Wuuzel, ein kleines Wunder bei

schwerer Demenz. Eineinhalb Stunden

durchbrechen die beiden den Alltag im

Pflegeheim. „Es ist harte Arbeit kranke

Fasching: Die „lachende” Jahreszeit

IM FASCHING IST ALLES ERLAUBT,

WAS SONST VERBOTEN IST: Freizügigkeit,

Protest und Parodie, Umkehrung

der Herrschaftsverhältnisse,

derbe Scherze. Menschen verlassen

ihren Alltag, schlüpfen symbolisch in

eine andere Haut.

■ Das ist ein uralter Brauch: Fasching

ist in Österreich und Süddeutschland

das Synonym für Fastnacht.

Das Wort erscheint schon im

2 8 A K F Ü R S I E | F E B R U A R 2 0 1 0

13. Jahrhundert als Vaschanc oder

Vastschang und wurde als Ausschenken

des Fastentrunks verstanden. Es

verweist auf Bräuche in den mittelalterlichen

Zünften und damit auf städtische

Rituale.

■ In der Rolle des anonymen Narren

darf jeder ungeschützt anderen

die Meinung sagen, anderen

einen Spiegel vor Augen halten –

den Narrenspiegel. Auf „Narrenge-

Fotos: Erwin Schuh

richten“ werden meist die Herrschenden

oder Reichen lächerlich

gemacht und verlieren so, zumindest

für kurze Zeit, ihre Macht.

■ Im Narrengericht liegt oft mehr

als ein Körnchen Wahrheit. Ziel im

Fasching ist nicht nur sich lustig zu

machen, sondern auch anderen ihre

Torheiten und Laster vor Augen zu

führen. Fasching ist auch eine spielerische

Form der Aufklärung.

Menschen zum Lachen zu bringen”, sagt

Dr. Sommersprossi am Ende und sein

Lächeln wirkt dabei entspannt aber müde.

Schmerzen weglachen

Ellen Müller leitet seit 8 Jahren Lach-Yoga-

Seminare in Wien. „Das Lachen kann über

drei Ebenen aktiviert werden. Über einen

Witz, Freude oder schlicht über die Motorik“,

erklärt sie. Einmal im Monat trainieren

etwa 15 Erwachsene bei ihr „das Lachen

Fasching ist ein Brauch aus dem

schenden lächerlich machen und


ohne Grund“. Anders als beim gängigen

Yoga ist es hier laut, es wird gesungen, getanzt

und natürlich gelacht. Die Teilnehmer

verneigen sich vor dem jeweiligen Gegenüber

und lachen statt zu grüßen. Es wird viel

Pantomime geübt, etwa beim bayerischen

Lachen mit angedeuteten Schuhplattler-

Klapsen. Viele Lachyoga-Schüler wollen

lockerer werden oder chronische Schmerzen

lindern. Lachyoga macht zumindest fit.

Beim Lachen bläst Atem mit gut 100 km/h

Mittelalter. Ziel: die Herr-

Fehlverhalten karrikieren

Foto: picturedesk.com | SZ Photo

tipps

aus dem Mund. Gelotologen – so heißen

die Wissenschafter, die das Lachen untersuchen

– stellten fest, dass der typische

Lacher zwei Sekunden und sieben schnelle

Ha-Ha-Has dauert. Männer lachen mit

280 Schwingungen pro Sekunde, Frauen

sogar mit 500. Wer 90 Minuten lacht, hat

sich körperlich wie beim Aerobic verausgabt.

Beneidenswerte Kinder: Sie lachen

noch bis zu 400 Mal am Tag. Erwachsene

schaffen es im Schnitt bloß traurige 15 Mal.

Das alles kann ein Lachen sein...

IMMER NUR FRÖHLICH? VON WE-

GEN. Verhaltensforscher unterscheiden

18 verschiedene Arten von

Lachen. Aber nur eine einzige Variante

ist der Ausdruck spontanen,

unmittelbaren Vergnügens. Menschen

lachen nicht nur, wenn sie

fröhlich sind, sondern auch, wenn

sie Angst haben, wenn sie nervös

sind. Selbst die Trauer hat ihr eigenes

bitteres Lächeln.

■ Es kommt darauf an, worüber

gelacht wird. Wenn jemand ausgelacht

wird, kann Lachen zur Waffe

werden und äußerste Aggression

ausdrücken.

■ Liebe und Erotik sind ohne

Lächeln kaum vorstellbar. Gekicher

im Bett kann Ausdruck sexueller

Erregung sein.

■ Vieles beim Lachen ist Mimik.

Oft täuscht ein Lachen Fröhlichkeit

wissen

Dr. Wuuzel von den CliniClowns bringt ein

Lachen in den Alltag im Geriatriezentrum

der Stadt Wien in Klosterneuburg. Oben:

Gesundlachen geht: Lachyoga in Wien

Hofnarren und Chefs

Lachen kann aber auch die Geringschätzung

anderer ausdrücken. Und es kann

die Herrschaftsverhältnisse umdrehen:

Selbst die Obersten sind nicht davor gefeit,

die Witzfigur zu sein. Das allerdings

geht nicht mit dem Holzhammer, weiß der

Kabarettist Leo Lukas aus 30-jähriger

Bühnenerfahrung. „In einer Nummer zum

Klassenkampf aufzurufen, wäre doch zu

plump. Die Kunst besteht darin, es gut zu

verpacken.“ Tritt Lukas auf einer Firmengala

auf, muss zumindest er kein Blatt vor

den Mund nehmen: „Da habe ich eine

Sonderposition wie ein Hofnarr, darf frech

sein und halte mich auch nicht an den

Dresscode. Beschwerden gab es selten.“

■ CHISTIAN RESEI

nur vor. Das unmittelbare Lächeln

beginnt immer symmetrisch. Dabei

ziehen sich beide Mundwinkel

gleichzeitig nach oben. Das Lächeln

ist mit Krähenfüßchen um die Augen

gekoppelt. Andere Varianten

des Lächelns beginnen immer leicht

asymmetrisch.

■ Nützliche Links: www.lachyoga.at,

www.cliniclowns.at, www.humor.ch,

www.michael-titze.de

NOCH FRAGEN? http://wien.arbeiterkammer.at F E B R U A R 2 0 1 0 | A K F Ü R S I E 2 9

m


ätsel informiert sein und gewinnen

Rätsel: phoe-nixen

6

10

13

15

17

4

1

7

2

9

1

3 0 A K F Ü R S I E | F E B R U A R 2 0 1 0

7

Hinweis: Mit den Buchstaben in den unterlegten Feldern hast du ein Lösungswort verdient.

Schreiben Sie das Lösungswort auf eine Postkarte an AK Wien, Postfach 535, 1040 Wien oder per

E-Mail unter akfuersie@akwien.at. Einsendeschluss ist Dienstag, 23. Februar 2010.

Die Ziehung erfolgt unter Ausschluss des Rechtsweges. Funktionärinnen, Funktionäre und Angestellte der Kammer für Arbeiter und Angestellte können an der

Verlosung nicht teilnehmen. Die GewinnerInnen werden schriftlich verständigt und in der nächsten Ausgabe von AK FÜR SIE veröffentlicht.

6

1 2 3 4 5 6 7 8 9

Rätsel-Lösung

aus Heft 12/09–01/10

■ Waagrecht:

1 PRAKTIKANTIN 6 SCHULDNER

8 KACHELN 11 LIEB

13 RECHTLICHER 14 STOLPERSTEIN

16 AUSREICHENDE

■ Senkrecht:

2 RESTAURATEUR 3 TEURE

4 ANNO 5 NACHBARINNEN

7 RAICH 9 HACKLER 10 LOTTERIE

12 PILS 15 TEER

12

■ Lösungswort: RUHEPAUSEN

2 3

18

3

Die Gewinnerinnen und Gewinner

des Rätsels aus Heft 12/09-01/10

■ Carlos Penela, 1040 Wien

■ Eva Rathner, 2020 Hollabrunn

■ Christine Lehrner, 7221 Marz

8

14

5

Die Gewinnerinnen und Gewinner können wählen zwischen

1 Canon Digital-Kamera, 1 Apple Ipod, 1 Portable-Fernsehgerät

8

■ Büchergutscheine im Wert von € 15:

Sabine Purger, 1130 Wien, Harald Hedrich, 2344 Maria Enzersdorf, Veronika Tschöpe,

1120 Wien, Reinhard Holzmann, 2123 Kronberg, Franz Albrecht, 1020 Wien, Beatrix Eller,

2232 Deutsch Wagram, Brigitte Vallant, 2340 Mödling, Fritz Nowotny, 1120 Wien,

Stefanie Enne, 1100 Wien, Christian Atzmüller, 1210 Wien.

4

9

16

5

11

■ Waagrecht

5 Die heilige Silbe ist Ohne MitarbeiterInnen

schwer zu intonieren 6 Bist du dabei

geschäftig unterwegs, sind die Spesen

ersetzlich 7 Wenn ich Mama porträtiere,

gibt das Pigmentflecken (1-2 Wörter)

10 Das Alte Testament steht jetzt für

ganz Österreich im Internet 12 Konkurrenz,

aufgepasst: Will mein Bett wer?

Web-Adresse folgt 13 Sein langer Arm ist

an der Baustelle er-heblich beteiligt

14 Weil es dem Prestige pressiert: Während

sie noch im Haus weilte, / ihr Ruf ihr

schon voraus- 15 Hin und wieder – gelüstet

es mich nach Lamm 16 Aus der verkehrten(!)

Welt: über die Zal nach neun

kannst du buddhistisch meditieren

17 Nämlich eine seriöse Angelegenheit

für die Happels und Jandls? (tw. Mz)

18 Letztlich nicht nahe liegend: als Serviceleistung

im Zustellenangebot enthalten

■ Senkrecht

1 Psychologischer Befund: Im EKG sieht

man bestimmt, / ob er sich was zu Herzen

– 2 Für Sofasurfer: herumlümmeln

mit Schiffsgeschwindigkzeit 3 Zänkischer

Widderling gewissermaßen 4 Aus

dem Fliederbuch: Gehört zur Rosa Villa

nicht auch die Farbe? 5 Das Langweilige

an BLÖDELEIEN 8 Eine solche Handhabung

ohne Anstrengung ist einfach

einfach 9 Vierbeiniges Ziel bei der

Schatzisuche (Mz) 11 Des Amts entheben

und die Kosten steuerlich geltend

machen 12 Vorsicht, gefährliche Ankündigung

13 Zum Beispiel für Arbeiter: Interessenvertretung

im kleinen Zimmer?

Die Preise für die Rätsel-Lösung

3 Hauptpreise

Die GewinnerInnen

können wählen zwischen

■ 1 Canon Digital-Kamera

■ 1 Portable-Fernsehgerät

■ 1 Apple iPod Shuffle

Mac/Win 512 MB

10 Trostpreise

■ je 1 Büchergutschein

im Wert von € 15


iefe akfuersie@akwien.at

Geduldsprobe in Bus

und Bahn

H E F T 1 2 / 0 9

Als langjährige Pendlerin möchte ich

mich zuerst einmal für den unermüdlichen

Einsatz der Arbeiterkammer

in Bezug auf die ohnehin

schwierige Situation der Pendler und

die regelmäßige Berichterstattung

über aktuelle Probleme und Lösungsansätze

bedanken.

Die derzeitige Situation – der gleichzeitige

Neubau beider Hauptbahnhöfe

bringt auch – wie aus ihrem

Artikel deutlich hervorgeht – viele

zusätzliche Belastungen für die

Pendler mit sich. Angesichts steigender

Preise bei geringerer Frequenz,

zum Teil sogar längeren Fahrzeiten

und des Wegfalles des Südbahnhofes

wäre mehr Serviceorientiertheit der

ÖBB wahrlich kein Luxus. Verspätungsinformationen

auf Bahnhöfen

und in Zügen, erträgliche Innentemperaturen

im Zug, freundliche Schaffner,

die sich als Zugbegleiter und

nicht als Kontrollpersonal verstehen

wären einfach realisierbar und sollten

längst selbstverständlich sein.

Leider sieht die Realität anders aus

und in den letzten Jahren bleiben

auf vielen Bahnhöfen überdies immer

mehr beheizte Warteräume für

die Bahnkunden versperrt, was vor

allen an kalten Wintertagen vollkommen

inakzeptabel ist.

Darüber hinaus wäre es meiner Meinung

nach angesichts der Flexibilisierung

der Arbeitszeiten und des

steigenden Anteils an Teilzeit- und

Heimarbeit endlich an der Zeit, ne-

NOCH FRAGEN? http://wien.arbeiterkammer.at

ben Wochen- und Monatskarten auch

günstige Mehrfachfahrscheine ähnlich

der 8-Tage-Klimakarte der Wiener

Linien anzubieten.

M a g . E v e l i n e W e i s s , N e u f e l d

Teures Sitzenbleiben

H E F T 1 0 / 0 9

Sie übersehen bei Ihrem offensichtlich

leicht aus der Hüfte geschossenen

Forderungskatalog, dass Fächer

oft auf dem Lernstoff des vergangenen

Jahres aufbauen! Und jetzt bitte

ich um Erklärung, wie ein Schüler,

der den letzten „Basis-Stoff“ nicht

lernen konnte oder wollte das dann

im nächsten Jahr aufholen soll, wo

er doch gleichzeitig auch den neuen

Stoff zu lernen hat!

G e r a l d F r e y , W i e n

Die Arbeiterkammer will hier ein

„Gesamtpaket“: Automatisches

Aufsteigen mit einem Nicht genügend

soll kombiniert werden mit

zusätzlicher Förderung in dem

Fach, in dem der/die SchülerIn negativ

beurteilt wurde. Red.

Hackeln um ein

Taschengeld

H E F T 1 2 / 0 9

In den letzten Jahren hat sich die Situation

von SchülerInnen und StudentInnen,

die neben ihrer

Ausbildung Praxis in Unternehmen

sammeln wollen, verschlechtert. Immer

öfter werden junge Menschen

als billige Arbeitskräfte schamlos

ausgenutzt. Umso unverständlicher

ist die ÖVP Medienkampagne zur Suche

nach dem „Superpraktikanten“.

Anstatt Missstände der „Generation

ANGEBOTE MIT

IHRER AKTIVKARTE.

JEDE MENGE SPASS.

■ Masters of Dirt

in der Wiener Stadthalle

Die „Masters of Dirt“ lassen

am 20. und 21. Februar in

der Stadthalle wieder ihre

Motorräder aufheulen. Die

weltweit größte Freestyle

Show begeistert jährlich

über 60.000 Fans. Einzigartig

und zum ersten Mal wird

ein Frontflip mit einem

Motorrad versucht. Weiters

werden die Athleten mit lebensgefährlichen

Sprüngen

auf Motorrad, BMX Rädern,

Snowmobile, Minibikes und

Quad in einer 3stündigen

Show dem Publikum den

Atem rauben. Mit Ihrer

AktivKarte erhalten Sie

20% Ermäßigung. Infos

unter: Tel.: 01/79 999 79

oder www.stadthalle.com,

www.mastersofdirt.com

■ Schifahren auf der Hohe-

Wand-Wiese

Schifahren macht Spaß,

sorgt für reichlich Abwechslung

und lässt bei

Jung und Alt keine Langeweile

aufkommen. Carving-

Ski, Stöcke und Skischuhe

stehen zur Verfügung und

auch Skihelme und Snowboards

können geliehen

werden. Mit Ihrer Aktiv-

Karte erhalten Sie 15%

Ermäßigung. Infos:

www.hohewandwiese.at

Wenn ich gleiche Chancen will,

schalte ich sie ein.

Praktikum“ abzustellen wird der

Kampf um einzelne Praktikumsplätze

zu einem Medienspektakel erhoben.

S t e f a n B a u e r, E - M a i l

Mein Eindruck ist: PraktikantInnen

müssen fast schon froh sein, dass

sie nicht selber was zahlen müssen

um dann in einer Firma ausgenützt

zu werden. Wo bleibt da die Fairness?

Wo bleibt die soziale Verantwortung?

H a n s M ü l l e r E - M a i l

■Schreiben auch Sie uns Ihre Meinung. Bitte haben Sie Verständnis,

wenn wir lange Leserbriefe nur gekürzt abdrucken. Leserbriefe an

akfuersie@akwien.at

WEITERE ANGEBOTE finden Sie in dieser

AK FÜR SIE oder auf http://wien.

arbeiterkammer.at/aktivkarte

http://wien.arbeiterkammer.at



Ich will kein Geld

verschenken, gerade

in Zeiten wie diesen.

HOL DIR DEIN

GELD ZURÜCK!

AK STEUERSPARTAGE 2010

So einfach bekommen Sie Lohnsteuer zurück: Machen Sie die Arbeitnehmerveranlagung!

Bei den Steuerspartagen zeigen Ihnen die AK-SteuerexpertInnen, wie Sie Steuer zurück bekommen –

und helfen Ihnen bei Ihrer Arbeitnehmerveranlagung. Bitte anmelden ab Mo 1.2.2010, Mo-Fr 8-20h,

Hotline für persönliche Terminvereinbarung 0800 201 101

wien.arbeiterkammer.at DIE KANN WAS.

und teilen Sie uns bitte im linken Feld die richtige Schreibweise oder die neue Adresse mit.

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