Pro Natura Thurgau

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Pro Natura Thurgau

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Thurgau

NEIN zur BTS und zur OLS

Veranstaltungsprogramm

Gemeine Federlibelle (Platycnemis pennipes)

Foto: Florin Rutschmann

Thurgau


Abstimmung vom 23. September 2012

NEIN zur BTS und zur OLS

Inhalt

2 NEIN zur BTS und zur OLS

3 Veranstaltungsprogramm

8 Eine Rampe für den Biber

Plakat: www.bts-ols-nein.ch

Pro Natura Thurgau lehnt beide Strassenbauvorhaben

ab. Nutzen und Kosten

stehen in keinem Verhältnis.

Unterstützen Sie unseren

Abstimmungskampf ....

... mit einem Leserbrief, Beitritt zum Komitee

(Name darf bei Schlussaufruf publiziert werden),

Spende…

Ein Kontaktformular finden Sie auf

www.bts-ols-nein.ch > Mitmachen

Noch mehr Zersiedlung der

Thurgauer Landschaft?

Eine Jahrhundert-Abstimmung steht vor

der Tür: 50 Kilometer neue Strassen –

grösstenteils parallel zu bestehenden und

ausbaufähigen Hauptstrassen – sollen unseren

Thurgau besser „erschliessen“. Dass

dieser unzeitgemässe und überrissene

Strassenbau mehr Verkehr und einen weiteren

Zersiedlungsschub auslösen wird,

ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

Zahlreiche Studien belegen den direkten

Zusammenhang zwischen der Erhöhung

der Reisegeschwindigkeit im motorisierten

Individualverkehr und der Zersiedlung der

Landschaft. Das leuchtet jedermann ein:

Wenn ich dank BTS/OLS von Dozwil, Sommeri,

Kesswil, Mattwil… in dreissig Minuten

in Winterthur bin, rücken auch unsere

Seerückendörfchen in eine attraktive

Pendlerdistanz. Vielleicht wollen das Liegenschaftenhändler,

Investoren und Bauunternehmer.

Wir Umweltverbände hingegen

sagen da klar NEIN! Denn wir wollen

unsere weitgehend intakte Landschaft erhalten,

sie ist die Ressource unseres Wohnkantons!

Verlust von 220 Fussballplätzen

Landwirtschaftsland

Wir wollen auch nicht 220 Fussballplätze

bäuerliches Kulturland, grösstenteils

Fruchtfolgeflächen, für Strassenbau hergeben;

in dieser Fläche sind die künftigen

Lagerhäuser, Tankstellen, Einkaufszentren,

Einfamilienhausquartiere, die infolge

der BTS/OLS entstehen, noch nicht enthalten.

Mehr als 100 Hektaren Kulturlandverlust;

dieser Preis ist zu hoch für die

„Wirtschaftsförderung durch Strassenbau“.

(Wobei anzumerken ist, dass Strassenbau

ein ineffizientes Mittel ist, um eine regionale

Wirtschaft zu fördern!)

Mit Tempo 100 – nicht richtungsgetrennt

– durch den Thurgau?

Nicht richtungsgetrennte Schnellstrassen

(100 km/h) sind anerkannt gefährliche

Strassen, insbesondere was schwere, tödliche

Unfälle betrifft. In andern Kantonen

wurde dieser Strassentyp weitgehend eliminiert

– im Thurgau plant man nun neu

eine solche „Todesstrecke“.

Fortsetzung auf Seite 7

Foto: Toni Kappeler

2 | Pro Natura Lokal 2012

Die OLS bei Altnau: Im kantonalen Richtplan "Vorrang Landschaft" und "Gebiet mit

Vernetzungsfunktion"


4/12

Thurgau

Foto: Florin Rutschmann

Veranstaltungsprogramm 2012/2013

Veranstaltungen von Pro Natura Thurgau im Herbst und Winter 2012/2013

Liebe Naturfreunde

Für den Herbst und Winter haben wir wieder

ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm

zusammengestellt.

Natürlich freuen wir uns, Sie an einer Exkursion

oder bei einem Pflegeeinsatz begrüssen

zu dürfen.

Anmeldung

Anmeldungen sind grundsätzlich erwünscht, bitte möglichst frühzeitig anmelden!

Exkursionen: spätestens am Tag vor der Exkursion, bis Mittag

Pflegeeinsätze: spätestens am Donnerstag vor dem Einsatz, bis Mittag

Anmeldung erfolgt unter:

Pro Natura Thurgau, Hofplatz 4, 9220 Bischofszell

Tel. 071 422 48 23, E-Mail: florin.rutschmann@pronatura.ch

Eine Exkursion dauert 1.5-2 Stunden.

Erforderlich sind geländetaugliches Schuhwerk

und dem Wetter entsprechende Kleidung.

Kosten

Wenn nicht anders vermerkt, sind alle Veranstaltungen für Mitglieder und Kinder

kostenlos. Nichtmitglieder bezahlen einen Unkostenbeitrag von Fr. 10.-.

Pflegeeinsätze sind immer kostenlos (Znüni und Mittagessen werden offeriert).

Beachten Sie die Exkursionen, die

auch für Kinder geeignet sind.

Bei sämtlichen Veranstaltungen ist die Versicherung Sache der Teilnehmenden.

Thurgau


Veranstaltungsprogramm Herbst/Winter 2012/2013

Freitag, 24. August 2012

Wiezikon

Heuschrecken im

Mooswanger Ried

18.00 – ca. 20.00 Uhr

Treffpunkt: (Koord: 717003/256379)

Steibruch bei Wiezikon

Regula Wendel, NVV Tannzapfenland

Florin Rutschmann, Umweltingenieur

Flachmoor, Feucht- und Riedwiesen machen

das Mooswanger Ried zu einem spannenden

Lebensraum. Doch was bedeutet

die Insel-Idylle für Tiere und Pflanzen, die

auf dieses Biotop angewiesen sind? Welche

Verantwortung kommt uns mit der Nutzung

und Bewirtschaftung solcher Gebiete

zu? Anhand der Heuschrecken, für welche

Feuchtgebiete im Kanton Thurgau wichtige

Rückzugsgebiete darstellen, versuchen

wir diesen Fragen nachzugehen. Welche

Arten sind davon betroffen, wie leben sie,

was brauchen sie und wie können wir etwas

für ihren Lebensraum tun?

Foto: Florin Rutschmann

Freitag, 31. August 2012

Ottenberg

Sonderbare Schnecken am

Ottenberg

18.00 – ca. 20.00 Uhr

Treffpunkt: (Koord: 725563/270521)

An der Kreuzung Schlosshaldenstr. /

Schlossgasse in Weinfelden

Florin Rutschmann, Umweltingenieur

Wer würde vermuten, dass sich direkt am

Stadtrand von Weinfelden ein ebenso artenreicher

wie spezieller Schneckenfundort

befindet? Allen voran ist es die Schöne

Landdeckelschnecke, die sich im ganzen

Kanton nur an dieser einen Stelle finden

lässt. Sie ist nicht nur „Schön“, wie der

Name bereits sagt, sondern führt auch ein

sehr eigenwilliges Schneckenleben.

Wussten Sie, dass es Schnecken gibt, die

nicht kriechen? Nein? Dann lassen Sie sich

überraschen!

Und erfahren Sie mehr zur Fortpflanzung

der Schnegel, die an Absonderlichkeit

kaum zu überbieten ist.

Foto: Florin Rutschmann

Freitag, 07. September 2012

Naturschutzgebiet Hudelmoos

Faszination Spinnen

17.00 – 19.00 Uhr

Treffpunkt: (Koord: 739011/265202)

Bei der Hütte im Hudelmoos

Reto Bänninger, Biologe

Pfui Spinne! Kaum eine Tiergruppe ist

mit so viel Abscheu vorbelastet wie die

Webspinnen. Dies geht sogar bis zur Phobie.

Spinnen sind aber nicht nur "Vogelfutter",

sondern auch sonst sehr nützliche

und überaus interessante Tiere. Bei näherer

Betrachtung entfalten sich durchaus ästhetische

Erscheinungsformen. Dies und

vieles mehr über verschiedene Arten und

das Leben der Spinnen möchte ich Ihnen

auf der Exkursion näherbringen.

Foto: Reto Bänninger

Donnerstag, 20. September 2012

Geisslibach Schlattingen

Biberexkursion 3

17.45 – 19.30 Uhr

Treffpunkt:

Bahnhof Schlattingen

Philip Taxböck, Biologe, Hallo Biber!

Vom Rhein her wanderten Biber auch in

den Raum Diessenhofen ein. Eine zentrale

Rolle spielt dabei der Geisslibach. Wir

werden ihm ein Stück weit folgen und anhand

der beobachteten Spuren die Lebensund

Verhaltensweise der grossen Nagetiere

verstehen lernen. Zudem erfahren wir viel

über die Möglichkeiten des Zusammenlebens

zwischen Mensch und Biber.

Foto: Pro Natura

4 | Pro Natura Lokal 2012


Veranstaltungsprogramm Herbst/Winter 2012/2013

Samstag, 22. September 2012

Gunterswilen

Garten attraktiv und tiergerecht

überwintern

14.00 – ca. 17.00 Uhr

Treffpunkt:

Im Garten von Susanna Grüninger

Rebhalde 19, 8564 Gunterswilen (Wäldi)

Markus Neubauer, Bioterra

Florin Rutschmann, Umweltingenieur

Einen naturnah gestalteten Garten nehmen

einheimische Tiere gerne als Lebensraum

an. Was können wir tun, damit unser Garten

auch im Winter attraktiv ist und den

Tieren Lebensraum und Nahrung bietet?

Mit welchen einfachen Massnahmen können

wir den Garten aufwerten? In Zusammenarbeit

mit Pro Natura Thurgau bietet

Bioterra Oberthurgau einen lehrreichen,

interessanten Nachmittag in einem „normalen“

Garten an. Auf einem Gartenrundgang

zeigen die Kursleiter, was zu einem

Naturgarten gehört, wo und wie Tiere die

kalte Jahreszeit überdauern und wie der

Garten dafür optimal vorbereitet wird.

Kosten:

Mitglieder von

Pro Natura und Bioterra Fr. 15.-

Nichtmitglieder Fr. 20.-

Samstag, 10. November 2012

Thur bei Warth

Biberexkursion 4

15.30 – 17.30 Uhr

Treffpunkt:

Bushaltestelle Rorerbrücke

Philip Taxböck, Biologe, Hallo Biber!

Die Thurauen in der Region Frauenfeld

sind eines der vom Biber am dichtesten

besiedelten Gebiete in der Schweiz. Wir

erkunden einen Ausschnitt dieser schönen,

an Tieren und Pflanzen reichen

Auenlandschaft. Die Dynamik, mit welcher

sich Europas grösstes Nagetier seinen

Lebensraum gestaltet, soll uns der Lebensweise

der Biber näherbringen und Aspekte

des Zusammenlebens mit dem Menschen

beleuchten.

Foto: Philip Taxböck Foto: Florin Rutschmann

Pro Natura Lokal 2012 | 5


Veranstaltungsprogramm Herbst/Winter 2012/2013

Pflegeeinsätze

Die Lebensräume in unseren Naturschutzgebieten

beherbergen vielfältige und seltene

Arten-Gemeinschaften. Damit diese

weiterhin erhalten bleiben oder sich sogar

ausbreiten können, sind unterschiedliche

Arbeiten erforderlich. Mit Ihrer Hilfe

möchten wir das Verbuschen und das

Aufkommen von Jungwald verhindern.

Danach finden geschützte Orchideen genügend

Licht und seltene Schmetterlinge

und Heuschrecken ihre Nahrungspflanzen

jedes Jahr wieder.

Foto: Florin Rutschmann

Freiwillige im Einsatz am Lengwiler Weiher

Helfen Sie aktiv mit für mehr Natur im

Kanton Thurgau!

Pflegeeinsätze sind immer kostenlos.

Znüni und Mittagessen werden offeriert.

Samstag, 10. November 2012

Immenberg

Pflegeeinsatz 1

8.30 – ca. 16.00 Uhr

Samstag, 24. November 2012

Nussbaumersee

Pflegeeinsatz 2

8.30 – ca. 16.00 Uhr

Wichtig:

Gutes Schuhwerk, warme Kleidung und

wenn möglich Arbeitshandschuhe.

Anmeldung erforderlich

Treffpunkt:

Restaurant Weinberg, Kalthäusern

(Koord. 715824/264836)

Stephan Lüscher

Reservatspfleger Pro Natura Thurgau

Treffpunkt:

Bushaltestelle Nussbaumen

Andreas Engeler, Thurgauer Vogelschutz

Anmeldung: 052 763 21 69

pflegeeinsaetze@vogelschutz-tg.ch

Samstag, 26. Januar 2013

Lengwiler Weiher

Pflegeeinsatz 3

8.30 – ca. 16.00 Uhr

Samstag, 9. Februar 2013

Lehmgrube Opfershofen

Pflegeeinsatz 4

8.30 – ca. 16.00 Uhr

Samstag, 16. Februar 2013

Hüttwilersee

Pflegeeinsatz 5

8.30 – ca. 16.00 Uhr

Treffpunkt:

Lengwil, Parkplatz nach der Unterführung

(Koord. 731459/276701)

Florin Rutschmann, Umweltingenieur

Treffpunkt:

Bei der Giessen – Brücke

(Koord. 729956/268921)

Stephan Lüscher

Reservatspfleger Pro Natura Thurgau

Treffpunkt:

Bushaltestelle Nussbaumen

Andreas Engeler, Thurgauer Vogelschutz

Anmeldung: 052 763 21 69

pflegeeinsaetze@vogelschutz-tg.ch

Samstag, 23. Februar 2013

Immenberg

Pflegeeinsatz 6

8.30 – ca. 16.00 Uhr

Samstag, 9. März 2013

Hudelmoos

Pflegeeinsatz 7

8.30 – ca. 16.00 Uhr

Samstag, 16. März 2013

Immenberg

Pflegeeinsatz 8

8.30 – ca. 16.00 Uhr

Treffpunkt:

Restaurant Weinberg, Kalthäusern

(Koord. 715824/264836)

Treffpunkt:

Parkplatz an der Strasse Zihlschlacht –

Hagenwil (Koord. 738961/265306)

Treffpunkt:

Restaurant Weinberg, Kalthäusern

(Koord. 715824/264836)

Stephan Lüscher

Reservatspfleger Pro Natura Thurgau

Markus Bürgisser

Geschäftsführer Pro Natura Thurgau

Stephan Lüscher

Reservatspfleger Pro Natura Thurgau

Pro Natura Lokal 2012 | 6


Abstimmung vom 23. September 2012

Fortsetzung von Seite 2

Das Tiefbauamt taxiert Autostrassen als

„äusserst sicher“, da 2011 auf Autostrassen

nur 15 Menschen getötet wurden. Das

waren 5% aller Todesopfer des Strassenverkehrs.

Allerdings verschweigt das TBA,

dass die Gesamtlänge der Autostrassen in

der Schweiz 330 km beträgt – die Kantonsstrassen

(~Hauptstrassen) hingegen umfassen

18'040 km, also 54 x mehr. Rechnet

man die Zahl der Todesopfer auf den 330

km Autostrassen auf 18'040 km um, wird

ersichtlich, dass auf Autostrassen mit 4.8

mal mehr Todesopfern pro Strassenkilometer

zu rechnen ist.

Und wozu dieses Risiko? Zwei Minuten

schneller von Biessenhofen nach Weinfelden?

Vier Minuten schneller im Stau bei

Winterthur?

Nein zu BTS und OLS – es geht

auch anders

Diese Strassenbauprojekte werden unseren

Kanton dauerhaft und irreversibel verändern

– und das nicht zu seinem Vorteil!

Deshalb lehnt Pro Natura Thurgau sowohl

die BTS und die OLS als auch die Erhöhung

der Motorfahrzeugsteuer zur Finanzierung

der OLS ab. Doch auch wir Umweltverbände

sagen nicht grundsätzlich nein zu jeglichem

Strassenbau. „Es geht auch anders“,

war vor der T14-Abstimmung unser Motto

– und das gilt auch heute. Der Vorschlag

der Umweltverbände entspricht viel besser

den Planungsgrundsätzen des Bundes, der

nach den Vorstellungen unseres Baudepartements

einen Löwenanteil der Baukosten

übernehmen soll.

„Umbau“, der Vorschlag der Umweltverbände

umfasst folgende Elemente:

Umbau der bestehenden Thur- und

Aachtalstrecke zu einer leistungsfähigen

Hauptverkehrsstrasse mit abgetrennten

Fahrspuren für die Landwirtschaft und

den Langsamverkehr.

Umfahrung der Siedlungsgebiete, zum

Teil auch Untertunnelungen (z.B. Weinfelden

700 m Tunnel auf der Dufour-/

Deucherstrasse)

Tempo 80, kreuzungsfrei – was einen

ruhigen, steten Verkehrsfluss ermöglicht

(kein Stop and Go)

Aufteilung der Strecke in kleinere Segmente.

Da immer wieder auf das bestehende

Trassee zurückgekehrt wird, bringt

jede ausgeführte Bauetappe den vollen

verkehrlichen Nutzen (=Engpassbeseitigung)

Keine OLS, denn sie schadet nur – Zersiedlung

des Seerückens – und löst das

Problem zwischen Kreuzlingen und dem

Spital Münsterlingen nicht. Das Geld

wäre viel besser auf dieser bestehenden

Achse investiert, denn die weit über 80%

Binnen- und Ziel-Quellverkehr bei Bottighofen

lassen sich nicht auf den Seerücken

hinauf verlagern.

Flankierende Massnahmen wie Verladestationen

(z.B. Zuckerrüben auf die

Bahn!), Strassenraumgestaltung innerorts.

Der Vorschlag der Umweltverbände wird

nun von den Befürwortern der BTS/OLS

schlechtgeredet, zum Teil mit völlig übertriebenen

Argumenten. Unsere Antworten

auf diese Kritikpunkte finden Sie unter

www.bts-ols-nein.ch > Download >

Kritik an Umbau.

Knappes Resultat erwartet; wer

besser mobilisieren kann, gewinnt!

Zu den Verbänden und Parteien, die diesen

1000-Millionen-Strassenbau ablehnen, gehören

die Umweltverbände, SP, GP, Grünliberale,

Pro Aachtal/Thurtal, das Komitee

zum Schutz des Seerückens, der Verein

zum Schutz von Kulturland in ländlichen

Gemeinden. Die EVP beschloss nach einem

mehrheitlichen Nein die Stimmfreigabe.

Die Jungparteien engagieren sich

mehrheitlich gegen die Strassen. Mit grossem

Mehr sagte der Verband Thurgauer

Landwirtschaft nein zu OLS und BTS!

Sowohl Befürworter als auch Gegner erwarten

deshalb ein sehr knappes Resultat.

Wir bitten Sie dringend, diesen Urnengang

nicht zu verpassen. Wir haben es in

der Hand, diesen Strassenbau-Gigantismus

zurückzuweisen. Machen wir mit einem

Nein den Weg frei zu landschaftsschonenderen,

bescheideneren und erst noch rascher

realisierbaren Lösungen.

Toni Kappeler

Pro Natura Lokal 2012 | 7


Hallo Biber!

Eine Rampe für den Biber

Beim Bau der Bibertreppe ist Schwindelfreiheit

gefordert.

Foto: Philip Taxböck

Foto: Philip Taxböck

Neue Biberrampe am Bruggmühle-Wehr in Bischofszell

Impressum

Thurgauer Sektionsbeilage zum

Pro Natura Magazin

Herausgeberin:

Pro Natura Thurgau

Hofplatz 4

9220 Bischofszell

Telefon: 071 422 48 23

Fax: 071 422 12 23

E-Mail: thurgau@pronatura.ch

Web: www.pronatura-tg.ch

PK: 85-123-0

Beiträge von:

Toni Kappeler (tk.)

Philip Taxböck (pt.)

Redaktion & Layout

Florin Rutschmann

Druck & Versand:

Vogt-Schild Druck AG, Derendingen

Die Population der Biber wuchs nach anfänglichen

Schwierigkeiten in der Schweiz

und im Thurgau seit den Wiederansiedlungen

in den 1960er Jahren erfreulich.

2005 konnten einige Biber bei einem Hochwasser

das Wehr in Bischofszell überwinden

und beginnen seither auch den Nachbarkanton

St. Gallen zu bevölkern.

Da abwandernde Jungtiere auch weiterhin

Richtung St. Gallen ziehen, wird die Zahl

der Biber dort weiter zunehmen.

Die Vernetzung von Gewässerlebensräumen

ist ein Hauptanliegen von Hallo Biber!

Ostschweiz. Bis anhin war das Bruggmühle-Wehr

in Bischofszell für die Biber

eine kaum überwindbare Hürde. Fälle wie

der Biber, welcher 2005 durch Bischofszells

pittoreske Altstadt marschierte, blieben

Ausnahmen. Zudem ist ein Umgehen

des Wehrs mit erheblichen Gefahren

verbunden. So können Strassen, Zäune,

Schächte und andere bauliche ‘Sackgassen’

den oft jungen Tieren zum Verhängnis

werden: sie verletzen sich und bezahlen

mit dem Leben.

Damit dieses Hindernis passierbar wird,

haben wir zusammen mit dem Bischofszeller

Schlosser Jonas à Wengen, unseren

Zivis, Kletterseilen und viel Motivation

Stahlkonsolen und Lärchenholzdielen

an der Ufermauer befestigt. Zudem musste

der Fels an der Westseite der Rampe bearbeitet

werden, um den wandernden Bibern

den Weg zu weisen.

Die möglichst gefahrenfreie Überwindung

dieser Staustufe an der Sitter ist für die Population

der Ostschweizer Biber von grosser

Bedeutung. Bevor die Nager in der

Schweiz durch den Menschen ausgerottet

wurden, waren viele der heutigen Hindernisse

gar nicht vorhanden. Der Bau dieser

Rampe ermöglicht den wandernden Jungtieren

ihre Reviersuche erfolgreich Richtung

St. Gallen fortzusetzen. Bei den Bauarbeiten

konnten wir frische Biberspuren

im Sand feststellen und einmal sogar einen

suchenden Jungbiber beobachten! Natürlich

haben wir bereits eine Fotofalle eingerichtet.

Mit Spannung bleibt nun abzuwarten,

ob die Rampe in den kommenden

Wochen entdeckt und genutzt wird. (pt.)

Pro Natura Lokal 2012 | 8

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