Rundbrief 01/2012 - ELAN

elan.rlp.de

Rundbrief 01/2012 - ELAN

Rundbrief

Beschaffung ..............2

Schülerprojekttage

Entwicklungspolitik. ........3

Der Landeshaushalt 2012-2013

Rohstoffe. ................4

Giftiges Gold

Sozialforum ...............5

Auf dem Sprung zum Nachhaltigkeitsgipfel

1/2012

Mitgliedsorganisationen. .....6

Bolivien-Partnerschaft,

Zigira-Gesundheitsstation

Weltläden, Neues Mitglied ....7

Koblenz, Speyer, Kusel, ProMispa

Kurz notiert. ..............8

Tipps und Kurzmeldungen

Impressum

Nachhaltig produzieren und konsumieren:

Sozial- und Umweltstandards im Fokus der

Unternehmen

Von Barbara Mittler

Vertreter und Vertreterinnen von Unternehmen

und Wirtschaftsverbänden, aus Ministerien,

Kommunen und Zivilgesellschaft nahmen

am 8. Februar 2012 am Fachgespräch

„Sozial- und Umweltstandards bei Unternehmen“

im Mainzer Landtag teil.

Eingeladen hatte ELAN in Kooperation mit der

Leitstelle Ehrenamt und Bürgerbeteiligung

der Staatskanzlei, dem Ministerium des Innern,

für Sport und Infrastruktur sowie den

kommunalen Spitzenverbänden des Landes.

Die 100 Gäste wurden von Staatskanzleichef

Martin Stadelmaier begrüßt. Anschließend

stellte Dieter Klöckner von der SPD Landtags-Fraktion

die gesetzlichen Grundlagen

Staatskanzleichef

Stadelmaier

begrüßt die TeilnehmerInnen

(Foto:

Judith Kunz)

Von links: Christoph Bartscher (Zentrales Vergabeamt, Stadt Bonn), Lothar Hartmann (memo AG),

Dr. Detlef Matz (Werner & Mertz AG), Matthias Goost (Bierbaum-Proenen), Aiko Bode (TÜV Rheinland)

und Dr. Sabine Gresch (Moderation, Stadt Mainz) (Foto: Werner Bühler)

der öffentlichen Beschaffung in der Landesregierung

dar. Des Weiteren verwies er auf

die vom Land initiierte Bundesratsinitiative

zur Verhinderung des Marktzugangs von

Produkten aus ausbeuterischer Kinderarbeit.

Randolf Stich berichtete von der Umsetzung

von Sozial- und Umweltstandards insbesondere

im IT-Bereich der Landesregierung.

Der Geschäftsführer des Städtetages, Prof. Dr.

Schwarting, erläuterte Aktivitäten der kommunalen

Spitzenverbände und verwies auf

die Schwierigkeiten, das Thema zu platzieren.

ELAN-Geschäftsführerin Barbara Mittler

betonte die Komplexität des globalen wirtschaftlichen

Umfeldes, in dem sich Unternehmen

bewegen. Diese mache Produktionsund

Lieferketten unübersichtlich.

Aiko Bode vom TÜV Rheinland beleuchtete

Entwicklungen bei Audits und Zertifizierungen

von Sozialstandards.

Für Dr. Matz von der Werner und Mertz AG

ist Nachhaltigkeit Chefsache, Fortsetzung auf S. 2

Editorial Wir sind Lobby!

Lobbyisten sind immer die Anderen.

Die Herren in den dunklen Anzügen und die

Damen in den Business-Kostümen. Die Strippenzieher

im Dunklen. Die „fünfte Gewalt“,

vor der Thomas Leif warnt. Die, die Interessen

verfolgen, Themen setzen und Ideen platzieren.

Die, denen es um den Standort Deutschland

geht. Um die internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Ja, und vielleicht auch ein kleines

bisschen um das eigene Unternehmen. Das

aber natürlich auch systemrelevant

ist! Lobbyisten finden

immer offene Ohren.

Lobbyisten sind immer nur die Anderen.

Hilft Schwarzweiß weiter? Selten. ELAN vertritt

die Interessen der mexikanischen Kaffeebauern

und der indischen Teepflückerinnen an fairen

Handelsbeziehungen. Wir machen nachhaltige

Beschaffung zum Thema. Wir platzieren unsere

Ideen für entwicklungspolitische Bildung

im Land. Uns geht es um den Standort Deutschland

– und um seine Verantwortung in der Welt.

Uns geht es um globale Gerechtigkeit und Solidarität.

Ja, und vielleicht auch ein kleines bisschen

um ELAN. Das in der rheinland-pfälzischen

Entwicklungspolitik aber tatsächlich systemrelevant

ist!

Und auch wir finden offene Ohren: In vielen Gesprächen

mit Vertreterinnen der Landesregierung

und mit Landtagsabgeordneten erfuhren

wir und unsere Anliegen viel Unterstützung –

auch jenseits billiger Rhetorik. Dass diese Unterstützung

nicht erlahmt, dafür müssen wir

alle weiter fleißig Strippen ziehen. Seien wir

ehrlich: Wir sind Lobby – und das ist gut so!

Dr. Florian Pfeil, Vorstand


2 ELAN-Rundbrief 1/2012 Beschaffung

... Fortsetzung von Seite 1

der Mitarbeiter der wichtigste Botschafter der

Nachhaltigkeit im Unternehmen. Lothar Hartmann

vom Büromaterialhersteller Memo setzt

auf Zertifizierungen und Siegel soweit möglich.

Er wies insbesondere hin auf die enge,

langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit

mit allen an der Wertschöpfungskette

beteiligten Produzenten und Lieferanten. Für

Matthias Goost vom Berufskleidungshersteller

Bierbaum-Proenen beruht die gute Qualität

von Produkten auf einer langfristigen

Zusammenarbeit mit den Zulieferunternehmen.

Sein Unternehmen ist Mitglied der Fair

Wear Foundation. Auch Christoph Bartscher

vom zentralen Vergabeamt der Stadt Bonn

ist die Umsetzung von Sozial- und Umweltstandards

ein Anliegen.

Der Beschaffungsexperte wies auf die Problematik

hin, dass bei komplexen Produkten

wie PCs oder Kopierern eine Verfolgung der

Herkunft bis ins Detail kaum möglich ist.

Auf Vorschlag von Dr. Matz sprach sich

die Versammlung einstimmig dafür aus,

künftig Sozial- und Umweltstandards in

ihren Unternehmen, Behörden, Institutionen

und Einrichtungen zu beachten.

Der Austausch zu einer sozial ökologischen

Produktion und somit auch nachhaltigerem

Konsum soll fortgeführt und weitere Akteure

einbezogen werden. •

Neu bei ELAN

Hallo,

mein Name ist Rashmi Sharma

und ich bin eine 23-jährige

Studentin der Universität

Mainz. Durch mein Studium der Ethnologie, das

viele entwicklungspolitische Zusammenhänge

beinhaltet, entstand bei mir der Wunsch in der

Entwicklungszusammenarbeit (EZ) tätig zu werden.

Deshalb mache ich nun ein Praktikum bei

ELAN, um praktische Erfahrungen und Einblicke

in das große Spektrum der EZ zu bekommen.

Besonderes Interesse habe ich an den Themen

Nachhaltiger Konsum und Menschenrechte. •

Nachhaltiges Beschaffungswesen:

Schülerprojekttage mit kommunalem Erfolg

Von Adeline Bangert, Xhyla Basha und Kira Höffler

Am 31.1. und 3.2.2012 nahmen wir, die Klasse

10c des Gymnasiums an der Stadtmauer in Bad

Kreuznach, an zwei von ELAN organisierten

Projekttagen teil. Ziel war es, unser Wissen auf

dem Themengebiet der ökologischen und sozialen

Nachhaltigkeit zu erweitern.

tung“ erschlossen. Anschließend absolvierten

wir Lernparcours zu „Baumwolle“, „Natursteine“

und „Kaffee“.

Es war erschreckend zu sehen, wie bei der Produktion

und Weiterverarbeitung der Rohstoffe

die Einhaltung ökologischer und sozialer Standards

missachtet wird. Am zweiten Projekttag

sahen wir zunächst einen Film über ausbeuterische

Kinderarbeit in Indien. Vor dem Hintergrund

dieser bewegenden Eindrücke, bereiteten

wir das Gespräch mit unserer Oberbürgermeisterin

vor. Mögliche Fragen zum kommunalen

Beschaffungswesen, die das Gespräch vorantreiben

könnten, wurden diskutiert.

Dann war es auch schon soweit. Wir besuchten

Frau Dr. Kaster-Meurer im Sitzungssaal der

Stadt. Sie war sehr angetan von unserem Engagement

und unseren weitreichenden Kenntnissen.

Sie lud uns sogar zu einer Ratssitzung ein,

bei der wir das Thema vorstellen und für einen

Ratsbeschluss gegen Produkte aus ausbeuterischer

Kinderarbeit werben wollen. Nach dem

Gespräch folgte eine Stadt rallye, bei der wir

Liebe ELAN-Engagierte,

immer mehr Weltläden setzen

sich in ihren Kommunen

und Kirchengemeinden

für Sozial- und Umweltstandards

in der Beschaffung

ein. So macht es Sinn, dass ich zusätzlich

zur Fair-Handels-Beratung noch mit 10

Wochenstunden die Aufgabe der Koordinatorin

des Fachforums Konsum&Produktion in

der Arbeitsgemeinschaft der Eine-Welt Landesnetzwerke

in Deutschland e.V. (agl) übernommen

habe. Im Fachforum beschäftigen

sich die Eine-Welt-Landesnetzwerke mit Themen

der nachhaltigen Beschaffung, dem Fairen

Handel, der sozialen und ökologischen

Verantwortung von Unternehmen und dem

Themenkomplex bio-regional-fair.

Ich hoffe, durch diese zusätzliche Tätigkeit

auch die Initiativen der Weltläden auf diesem

Gebiet noch besser unterstützen zu können.

Angelika Stülb-Vormbrock

Die Schülerinnen und Schülern der Klasse 10c zusammen mit Katja Voss und

Dominik Gabel von ELAN (Foto: Karsten Levsen)

Schon seit längerem hatten wir uns im Erdkundeunterricht

mit unserer Lehrerin und Schulleiterin,

Frau Dr. Schwarz, mit Globalisierung

und Marktwirtschaft auseinandergesetzt. Das

ELAN-Projekt „Der Blick hinter die Kulissen:

Wie fair beschaffen die Akteure unserer Stadt?“

bot dann die Gelegenheit, weitergehende Aspekte

aufzugreifen und neue Sichtweisen zu

eröffnen. Los ging es mit einem „Webquest“,

bei dem wir uns die Bereiche „ausbeuterische

Kinderarbeit“, „öffentliches Beschaffungswesen“

und „soziale Unternehmensverantwor-

Verkäuferinnen z.B. von H&M und dem Weltladen,

interviewten. Des Weiteren konfrontierten

wir Passanten mit den Auswirkungen ihres

Konsumverhaltens. Die Auswertung dieser

Gespräche erfolgte in einer gemeinsamen Diskussion

innerhalb der Klasse. Nicht zuletzt auf

Grund der hier ausgetauschten Argumente sowie

der zunehmenden Identifikation mit dem

Thema beschlossen wir gemeinsam einen Weg

zu suchen, um unsere Projektarbeit auch in Zukunft

fortführen zu können. Der Ratsbeschluss

soll nur einen ersten Schritt darstellen. Rückblickend

ist unsere Klasse dankbar dafür, dass

uns diese Einblicke vermittelt werden konnten

und wir hoffen, dass noch viele weitere

Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit auf

die Teilnahme an einem derart aufklärenden

und zukunftsorientierten Projekt haben. •


Entwicklungspolitik

ELAN-Rundbrief 1/2012 3/2011

3

Landeshaushalt 2012/13: Landesregierung stärkt

entwicklungspolitische Bildungsarbeit

Von Barbara Mittler

Trotz schwieriger Haushaltslage und Schuldenbremse

hat sich die rot-grüne Landesregierung

für die Stärkung des entwicklungspolitischen

Engagements der Zivilgesellschaft in

Rheinland-Pfalz eingesetzt. Die entwicklungspolitische

Bildungsarbeit geht aus dem am

24. Februar 2012 verabschiedeten Doppelhaushalt

2012/2013 gestärkt hervor. Insbesondere

ELAN wird als Partner hervorgehoben. Damit

setzt die Landespolitik im Vorfeld des Rio plus

20 Gipfeltreffens, welches im Juni in Brasilien

stattfinden wird, ein Zeichen für nachhaltige

Entwicklung.

de Bildung für nachhaltige Entwicklung- noch

effektiver als bisher in der Gesellschaft verankert

werden. Ein Ziel, welches die Landtagsfraktionen

aller Parteien am 24. Februar

2012 einstimmig in einem Entschließungsantrag

„Entwicklungspolitik als Querschnittsaufgabe

und nachhaltiges Handeln als Leitlinie

– Globale Verantwortung mit lokalem Handeln

verknüpfen“ verabschiedet haben. Allerdings

bedarf das Promotorenprogramm der

VENRO. Träger des Programms in Rheinland-

Pfalz soll ELAN sein.

Auch inhaltlich will das Land die bereits

bestehende gute langjährige Zusammenarbeit

vertiefen. Kooperationen sollen ausgeweitet,

neue Themen gemeinsam bearbeitet

werden. Schon im Kooperationsvertrag benennt

das Land ELAN als einen seiner wichtigen

Partner im Bereich der internationalen

Zusammenarbeit. Im Entschließungsantrag

Die Landesverfassung sieht vor, dass der Landeshaushalt

spätestens ab dem Haushaltsjahr

2020 grundsätzlich ohne Neuverschuldung

auskommen muss. Aus diesem Grunde sollten

schrittweise alle Posten im Haushaltsplan Kürzungen

unterliegen. Insbesondere aufgrund der

Fürsprachen der entwicklungspolitischen Sprecher

der Regierungsfraktionen Dieter Klöckner

(SPD) und Nils Wiechmann (Bündnis 90/

Die Grünen), dem Abgeordneten Manfred Geis

(SPD) sowie des Chefs der Staatskanzlei, Martin

Stadelmaier, konnten die geplanten Kürzungen

bei dem für die Projektarbeit von ELAN veranschlagten

Haushaltstitel verhindert werden.

Somit wird das Landesnetzwerk auch weiterhin

grundlegende Aufgaben zur Stärkung der

Nichtregierungsorganisationen im Land wahrnehmen

können.

Darüber hinaus will das Land das von ELAN

vorgestellte Promotorenprogramm für Rheinland-Pfalz

in den Jahren 2013 und 2014 unterstützen.

Zunächst sollen zwei PromotorInnen

entwicklungspolitische Bildungsarbeit

ver stärkt ins Land tragen. So könnten Themen

des Globales Lernens sowie der Umweltbildung

– die zentralen Anliegen der UN-Deka-

Der Plenarsaal des Mainzer Landtages (Pressebild, Landtag RLP)

Co-Finanzierung durch den Bund, sonst ist

es im vorgesehenen Ausmaß nicht umsetzbar.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche

Zusammenarbeit und Entwicklung hat

grundsätzlich Zustimmung bekundet. Das

Programm ist eine gemeinsam gestartete Initiative

vom bundesweiten Dachverband der

16 Landesnetzwerke in Deutschland agl (Arbeitsgemeinschaft

der Eine-Welt-Landesnetzwerke)

und dem Verband Entwicklungspolitik

deutscher Nichtregierungsorganisationen,

empfiehlt die Landesregierung den Landesverwaltungen

und auch den rheinland-pfälzischen

Bildungs- und Jugendeinrichtungen

die Zusammenarbeit mit dem Landesnetzwerk

und hebt seine Expertise als Fachverband

hervor.

Die Partner im Landesnetzwerk von ELAN

sehen insbesondere im Zusammenhang mit

dem Rio plus 20 Kongress die Chance, Themen

der nachhaltigen Entwicklung gemeinsam

mit dem Land zu platzieren. •

Außenstelle von Engagement Global: jetzt in Mainz

Von Barbara Mittler

Die Außenstelle der neugegründeten Engagement

Global gGmbH soll mit entwicklungspolitischen

Bildungsangeboten und kommunaler

Entwicklungspolitik die Kommunen und

Zivilgesellschaft bei ihrer Arbeit für eine global

nachhaltige Entwicklung unterstützen. Sie

ist seit 1. Februar 2012 im Ministerium des Innern,

für Sport und Infrastruktur angesiedelt.

Der regionale Arbeitsbereich umfasst das

Saarland, Hessen und Rheinland-Pfalz. Geschäftsführerin

ist Katja Gruber, eine ehema-

lige Entwicklungshelferin des Deutschen Entwicklungsdienstes

DED. Erstes gemeinsames

Projekt der Außenstelle mit dem Innenministerium

und ELAN ist die Planung einer Strategie

zur Fortbildung von öffentlichen Beschaffern

zum Thema Nachhaltigkeit.

Seit Anfang des Jahres bündelt die neue Servicestelle

für Entwicklungsinitiativen in Bonn

unter ihrem Dach entwicklungspolitische Einrichtungen,

Initiativen und Programme. Die Institution

arbeitet im Auftrag der Bundesregierung

und wird vom BMZ finanziert.

ELAN begrüßt zwar die Bündelung von Beratungsleistungen,

steht aber der rein staatlichen

Trägerschaft kritisch gegenüber. So

bleibt zu beobachten, ob die neue Servicestelle

entwicklungspolitische Anliegen der Nichtregierungsorganisationen

und Kirchen unterstützt

und nicht Aufgaben an sich zieht, die

von der Zivilgesellschaft bislang selbst erfolgreich

wahrgenommen wurden. Bürgerschaftliches

Engagement benötigt eine Stütze durch

den Staat, kann aber von diesem nicht verordnet

werden. •


4 ELAN-Rundbrief 1/2012 Rohstoffe

Giftige Anlage: des Goldes trügerischer Schein

Von Dr. Hartmut Heidenreich

Der Goldpreis erreichte 2011 sein bisheriges

Allzeithoch von 1900 $ pro Feinunze (31,1 g).

Dennoch bunkerten Bundesbürger allein im

Jahr 2010 physisches Gold im Umfang von 127

Tonnen (im Wert von mehr als 5 Mrd. Euro)

– immerhin 15% der Weltproduktion. Von

blanker Spekulation abgesehen, lockte Gold als

scheinbar sicherer Hort vor einem Währungsverfall.

Werfen wir aber einen ethisch-ökologischen

Blick hinter des Goldes Schein.

Gold wird unter Einsatz von hochgiftigem Zyanid

und Quecksilber abgebaut sowie riesiger

Mengen kostbaren Trinkwassers – und das

meist im Tagebau. Es entstehen Giftmüllhalden

und Giftseen. Hochgiftige Abwässer werden

einfach in Flüsse geleitet und kontaminieren

Mensch und Tier. So werden in Peru und

anderswo ganze Berge abgetragen und kilometerlange

sowie Hunderte Meter tiefe Krater ausgebaggert.

99,999 % bei der Goldförderung sind

Abfall. Landschaft wird unwiederbringlich zerstört,

Landwirtschaft unmöglich. Die Bewohner

müssen für lächerliche Summen ihr Land, ihre

Lebensgrundlage seit Generationen, verkaufen,

verelenden oder werden gar vertrieben. Umwelt-

und Mitbestimmungsgesetze, soweit sie

existieren, werden missachtet oder umgangen.

Einst ein Berg mit Wiesen und Feldern davor, jetzt eine Kraterlandschaft mit Geröllund

Giftmüllhalden: Campesinos beim Goldbergwerk „Yanacocha“ nahe Cajamarca/

Peru.(© Sjoerd Panhuysen/Archiv Informationsstelle Peru)

Durch den Gold-Hype „lohnt“ der Abbau bereits

für weniger als 3 Gramm Gold pro Tonne

Gestein – unter Einsatz von 3 Tonnen Wasser

und mehr als 2 Tonnen Giftabfall sowie unter

„Vernachlässigung“ von Recht, Gerechtigkeit

und Umwelt. Übrigens findet sich ein solcher

Goldgehalt auch in den Alpen – warum wohl

wird hier nicht abgebaut?

Auf Goldabbau könnte man sogar verzichten:

Mehr als drei Viertel der Weltgoldförderung

geht in Schmuck und private Barren. Industriell

nötig sind gerade mal zehn Prozent

und die könnte man durch Recycling von Altgold

gewinnen. Selbst in einem Handy stecken

0,034g Gold – allein für diese winzige

Menge entstehen 100 kg giftiger Abfall. Handy-Recycling

ist nötig – 70 Mio. Handys liegen

in deutschen Schubladen unbenutzt. Einige

Goldschmiede sind bereits sensibilisiert

und verwenden vor allem Altgold. Jedenfalls

kann man Gold nicht als neutrales Metall, sicheren

Hafen für Vermögen und Spekulationsmittel

verkaufen. Zumindest, wenn man nicht

wertneutral über anderer Menschen Rechte und

Gesundheit hinweggehen will. •

Bildungswerk der Diözese Mainz

und Kampagne Bergwerk Peru

www.kampagne-bergwerk-peru.de

Aktionswoche Rüstungsexporte: Zeit zum Aufschrei

Von Dominic Kloos

Rohstoffe: Zeit zur Wende

Von Dominic Kloos

Der Aufschrei gegen den Ausbau des Exports

von Rüstungsgütern hat mehrere Gründe: Waffen

bringen tausendfachen Tod und Verstümmelungen.

Von der Rüstungsproduktion profitieren

Unternehmen. Zudem geben Staaten

hohe Summen für Rüstungsgüter aus. Die Folge:

sie kommen ihren sozialen Verpflichtungen

wie der Bekämpfung von Armut nur unzureichend

nach.

Vom 7. bis 10. Mai findet daher in Mainz die

zweite Aktionswoche der Projektgruppe „Global

bewegt!“ RheinMain zum Thema Rüstungsexporte

statt. Am 7. Mai startet die Aktionswoche

mit einem Vortrag von Emanuel Matondo

aus Angola zu den Auswirkungen von Waffen-

exporten ins südliche Afrika. Am 8. Mai findet

an der Johannes Gutenberg-Universität eine

Podiumsdiskussion mit VertreterInnen aus Wissenschaft,

Zivilgesellschaft und Bundesregierung

statt. Der 9. Mai ist für einen Spielfilm

passend zum Thema reserviert. Die Woche

schließt am 10. Mai mit einem Aktionsworkshop.

Geplant ist zudem, während des „openohr“-Festivals

über Pfingsten in Mainz die Aktion

Aufschrei vorzustellen. •

www.aufschrei-waffenhandel.de

www.oekumenisches-netz.de

www.pax-christi.de

Militarisierung im Nahen Osten am größten

Rohstoffe stehen im Mittelpunkt einer Aktionswoche,

vom 19. bis 24. Mai in Koblenz.

Für die damit verbundenen Umweltprobleme

und Menschenrechtsverletzungen sollen insbesondere

junge Menschen mobilisiert werden.

Ob Uran für Atomkraftwerke, Soja für

Programm

Sa 19. 5. Berliner Compagnie „So heiß gegessen

wie gekocht“

Mo 21.5. Ausstellungseröffnung „Rohstoffe für

eine gerechte Welt“ des Bonner Konversionszentrums

BICC, Vortrag „Energiewende zwischen infantilen

Phantasien und Ernüchterung“ von Dr.

Bruno Kern (Weltladen am Koblenzer Görresplatz)

Di 22. 5. Film „Yellow Cake“ zum Uranabbau

Mi 23. 5. Podiumsdiskussion zum Rohstoff Bauxit

Do 24.5. Aktionsworkshop

Der Nahe und Mittlere Osten gibt weltweit am

meisten für Verteidigung im Verhältnis zur Wirtschaftskraft

aus. So die Information laut dem

Globalen Militarisierungsindex, den das Internationale

Konversionszentrum Bonn (BICC) veröffentlichte.

Der Index definiert den Militarisierungsgrad

eines Landes unter anderem dadurch,

wie sich die staatliche Mittelverteilung an das

Militär zum Bruttoinlandsprodukt oder zu anderen

gesellschaftlichen Bereichen wie etwa der

medizinischen Versorgung verhält. Deutschland

landet im Mittelfeld auf Platz 81. Die USA nehmen

Platz 30 ein, geben jedoch weltweit am

meisten für Rüstung aus. • www.bicc.de

Biosprit, Bauxit für Aluminium, Kohle für

Kraftwerke – mit dem Rohstoffab bau sind

viele Probleme verbunden, die uns oft nicht

bewusst sind. Ziel der Aktionswoche ist es

daher, auf diese hinzuweisen, zur Energiewende

aufzurufen und Aktionen umzusetzen. •

www.oekumenisches-netz.de


Sozialforum, FLP ELAN-Rundbrief 1/2012 5

Von Porto Alegre nach Rio de Janeiro: Das Sozialforum

auf dem Sprung zum Nachhaltigkeitsgipfel

Von Jürgen Reichel

Ein „Welt“-Sozialforum ist das thematische Sozialforum,

welches vom 24.-28. Januar 2012 in

Porto Alegre, Brasilien, stattfand, nicht gewesen:

nur relativ wenige TeilnehmerInnen aus

Europa, Afrika und Asien waren gekommen.

Die brasilianische Zivilgesellschaft unterstrich

jedoch – vor allem in Hinblick auf den Rio+20-

Gipfel, der in diesem Jahr in Brasilien stattfindet

– ihren Führungsanspruch in der weltweiten

Zivilgesellschaft.

Schon vor dem Start des Sozialforums äußerte

Chico Whitaker, einer der Gründerväter des

Weltsozialforums, in einem Brief an seine Kollegen

des Internationalen Rats des Forums sei-

und bot keinen geistigen Freiraum für Bewegungen,

Organisationen und Gruppierungen.

Das Forum sollte der Vorbereitung des „People’s

Summit Rio+20 für Soziale und Ökologische Gerechtigkeit“

dienen, welches vom 15. bis 23.

Juni 2012, parallel zur UN-Konferenz über Nachhaltige

Entwicklung (UNCSD) in Rio de Janeiro,

stattfinden wird.

Trotz aller Internationalisierungsversuche des

Treffen der brasilianischen

Präsidentin

Dilma Roussef mit

der Zivilgesellschaft

(Fotos: Michael

Flacke, EED)

Dieses darf dennoch nicht unterschätzt werden.

Einige wichtige Perspektiven für die Zukunft

der Sozialforen wurden aufgezeigt: Das

nächste Weltsozialforum wird voraussichtlich

Ende Juni 2013 in Monasteri, Tunesien, stattfinden;

im spanischen Galizien wird vom 14. bis

18. September ein sogenanntes „Forum der Foren“

stattfinden, zu dem alle VeranstalterInnen

von Sozialforen weltweit eingeladen sind über

ne Befürchtung, dass der Gedanke des „Open

Space“ verloren ginge. Denn einige KoordinatorInnen

des Sozialforumsprozesses fühlen sich

– ohne mandatiert zu sein – als Sprachrohr der

internationalen Zivilgesellschaft und liebäugeln

mit einer Art zivilgesellschaftlicher Weltregierung.

Mehrere Reibungspunkte nagen am

Grundverständnis eines Sozialforums: Der bevorzugte

Versammlungsort war der Hörsaal an

der Uni. Die Sprecher auf den Podien waren immer

dieselben. Das Forum fungierte als Schule

Auftaktdemo zum

Weltsozialforum Porto

Alegre: die Artenvielfalt

wird „zu Grabe

getragen“.

Internationalen Rats wollen die brasilianischen

Platzhirsche „ihr“ Forum und „ihren“ Peoples‘

Summit nicht aus der Hand geben. Die politisch

erfahrenen Nichtregierungsorganisationen des

Landes wollen ihre Inhalte wiederfinden und

ihre politische Botschaft im Grundlagendokument

des Weltsozialforums nicht aufgegeben.

Dabei verspielen sie die Zukunft des Forums,

denn die neuen internationalen Bewegungen

orientieren sich wenig oder gar nicht an den

Erkenntnissen des Forums.

die strategischen Veränderungen in und außerhalb

der Sozialforumsbewegung zu diskutieren;

Und schließlich soll der Peoples‘ Summit kräftige

Akzente setzen. Die Zivilgesellschaft fordert

von der brasilianischen Regierung: Das Gelände

des Erdgipfels 1992, 100%-Finanzierung für

die Infrastruktur und vollständige Rede- und

Versammlungsfreiheit. Die brasilianische Präsidentin

Dilma Rousseff und ihr Umweltminister

haben bereits eingewilligt.

Schon während des thematischen Sozialforums

hat ein Nachdenkensprozess eingesetzt: Das

Planungskomitee für den Peoples‘ Summit soll

internationalisiert werden. •

Pfr. Jürgen Reichel ist Leiter des Referats „Entwicklungspolit.

Dialog beim Ev. Entwicklungsdienst e.V.

(EED), Mitglied des Internat. Rates des Weltsozialforums

und stellvertr. Vorsitzender von VENRO.

Fair gehandelte Blumen: Flower Label Program (FLP) vor dem Aus?

Von Judith Kunz und Barbara Mittler

Das Siegel der Initiative Flower Label Programm

(FLP) steht für eine faire Produktion

von Schnittblumen in Ländern des Südens.

Rund 20.000 Menschen auf Plantagen in Afrika,

Asien und Lateinamerika erhielten durch

die Siegelinitiative feste Arbeitsverträge sowie

Mutter-, Arbeits- und Gesundheitsschutz.

Der Kampf gegen Kinderarbeit und Ausbeutung

war sehr erfolgreich. Den Erfolgen des

FLP stehen jedoch strukturelle Schwächen

gegenüber: die Freiwilligkeit des Siegels und

seine Abhängigkeit vom Weltmarkt. Zudem

warben zu wenige Händler

für das Siegel. Immer mehr

Plantagenbesitzer kehrten

der Initiative den Rücken.

Das Flower Label Programm

stand somit Ende 2011 vor

dem Aus. Der Versuch, das

FLP mit dem Fairtrade-Label

des Vereins Transfair zusammenzulegen,

scheiterte. Die GS ist zwar für Anfragen erreichbar;

die Zertifizierung sowie alle damit

verbundenen Tätigkeiten wurden aber notgedrungen

bis Mitte des Jahres eingestellt.

Mitgründer der Initiative wie FIAN, Brot für

die Welt und Terres des hommes befürchten

einen Missbrauch des Siegels und tragen

diese Entscheidung nicht mit. Sie kündigten

dem FLP ihre Mitgliedschaft und wollen

sich außerhalb des Flower-Labels weiter für

soziale Rechte im Blumensektor einsetzen.

Den Verbrauchern empfehlen die Organisationen,

künftig Blumen mit dem Fairtrade-

Siegel zu kaufen.

Durch eine grundsätzliche Umstrukturierung

will FLP die wichtigen Akteure zurückgewinnen

und neu durchstarten. •

www.fairflowers.de

www.fairtrade-deutschland.de


6

ELAN-Rundbrief 1/2012 Aus den Mitgliedsorganisationen

Bolivien-Partnerschaft des Bistums Trier: Klimawandel

schnürt Schicksal von Arm und Reich zusammen

Von Dr. Irene Tokarski, La Paz

Die riesigen ökologischen Probleme unserer

Zeit wie der menschengemachte Klimawandel

kann kein Land und keine Kirche alleine angehen.

Gerade deshalb sind sie ein immer wichtigeres

Thema in der Partnerschaft zwischen der

Kirche Boliviens und der Diözese Trier.

In Bolivien haben gerade die Auswirkungen

des Klimawandels das Verantwortungsbewusstsein

der Menschen ausgebildet: Durch

die hohe Verwundbarkeit der bolivianischen

Landwirtschaft durch häufige extreme Wetterereignisse

sterben Nutztiere und sind Ernteausfälle

zu beklagen. Sie gefährden die

Versorgung mit Lebensmitteln aller Bevölkerungsgruppen.

Das Bewusstsein, dass jeder Bürger einen

Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgase

leisten kann, steigt. So hat die bolivianische

Bischofskonferenz einen Hirtenbrief zur Bewahrung

der Schöpfung mit einer Liste mit

den wichtigsten Ge- und Verboten zum Umweltschutz

in der Kirche verfasst.

Die bolivianischen Bischöfe machen deutlich,

wie sehr der Klimawandel das Schicksal

von Nord und Süd zusammenschnürt: Sie

betonen, dass im persönlichen Bereich die

Konsum- und Wegwerfmentalität überwunden

werden muss und Reichtum nicht ein

materielles Mehr-Haben ist. Gleichzeitig heben

sie die Verantwortung derer hervor, die

am meisten zum Klimawandel beigetragen

haben und heute beitragen. Auch den BolivianerInnen

kommt hierbei eine hohe Ver-

antwortung zu: durch die Entwaldung liegt

Bolivien an fünfter Stelle der CO2 Emissionen

in Südamerika.

Den vielen Worten sollen Taten folgen. Die

Partnerkirchen wollen die Schöpfungsverantwortung

stärken. Die Kirche Boliviens hat

sich verpflichtet, in ihren eigenen Tagungshäusern,

Schulen und Büros mit gutem Beispiel

voranzugehen. Auch soll in jeder Diözese

ein Umweltrat gegründet werden, der

sich für umweltschonende Maßnahmen in

Pfarreien einsetzt. Doch Letzteres ist nur

ein „Tropfen auf heißem Stein“, da bolivianischen

Pfarreien wegen fehlender Heizungen

und Klimaanlagen nur wenig Energie

verbrauchen. •

www.weltkirche.bistum-trier.de ( Aktionen/

Netz Klima-Partnerschaften)

Lotto-Mittel sind gut angelegt:

Zigira-Gesundheitsstation in Kenia im vollen

Einsatz

Von Manfred Lackmann

Dank der von ELAN vergebenen Mittel von Lotto

RLP ist die 35 km von Mombasa entfernte

ambulante Basis-Gesundheitsstation nun voll

funktionsfähig. Davon überzeugte sich Manfred

Lackmann, der für vier Wochen Kenia besuchte.

Seit 14 Jahren reist der Vereinsvorsitzende

von Zigira in das afrikanische Land und unterstützt

dort Projekte.

Jetzt konnte in der Gesundheitsstation das

Mit Hinweistafeln und

Mund zu Mund-Propaganda

wirbt die

Gesundheitsstation

für neue Patienten

(Foto: Manfred Lackmann)

Lotto Rheinland-Pfalz

stellt seit 2010 Mittel

für entwicklungspolitische

Vorhaben in

Rheinland-Pfalz zur

Verfügung.

Labor komplett eingerichtet werden. Eine Vollzeit-Laborantin

arbeitet dort. Durch die Erweiterung

der Solarstromanlage hat jetzt jedes

elektrische Gerät genügend Solar-Strom.

Der Dispensaryleiter, der vor Ort wohnt und

rund um die Uhr erreichbar ist, erhält Verstärkung.

Er wird ab 1.2.2012 um einen vom

Staat bezahlten Stellvertreter verstärkt. Mehr

Reklame und Hinweisschilder sollen die tägliche

Patientenzahl auf rund 30 steigern.

Damit steigen auch die Einnahmen besonders

aus dem Labordienst. Diverse Strukturverbesserungen

besprach Lackmann mit den

örtlichen Behörden und dem Hilfs-Komitee.

Insgesamt kommt der medizinische Dienst

rund 2000 Menschen in dieser Buschregion

zugute. •

www.zigira-gesundheitshilfe-kenia.de

Für mehr Partnerschaft

„auf Augenhöhe“:

Leitlinien für weltkirchliche

Partnerschaften von

Pfarreien und Diözesen

Von Ludwig Kuhn

Die neuen Leitlinien der deutschen Bischöfe

verdeutlichen den hohen Stellenwert von Gemeinde-,

Schul- und Diözesanpartnerschaften

in der weltkirchlichen Arbeit.

Orientierung und Anspruch von weltkirchlicher

Partnerschaft ist es, einen Beitrag zur

weltkirchlichen Gebets-, Lern- und Solidargemeinschaft

zu leisten. Die Leitlinien geben

Grundlagen und Kriterien an für die Qualität

von Kontakt und Austausch der weltkirchlichen

Partner. Sie können ein Instrument werden,

um die Reflexion und Weiterentwicklung

von weltkirchlichen Partnerschaftsinitiativen

vor Ort anzustoßen. Als zentral wird die Zielsetzung

erachtet, in einer weltkirchlichen

Partnerschaft „auf Augenhöhe“ Begegnung

und Projektzusammenarbeit zu gestalten.

Die Leitlinien sollen demnächst durch die

Deutsche Bischofskonferenz veröffentlicht

werden. •

www.weltkirche.bistum-trier.de

weltkirche@bgv-trier.de


Aus den Weltläden

ELAN-Rundbrief 1/2012 2/2005 7

Weltladen Speyer: Fair gehandelte Schokolade für die Wulffs

Von Doris Hoffmann

Auf dem Trittbrett des Offenen Kanals Speyer

durfte eine Botschafterin des Fairen Handels

mitreisen ins Schloss Bellevue.

Maria Herbes-Schuch und Wolfgang Schuch

waren als Vertreter des Offenen Kanals Speyers

und als engagierte Bürger zum Neujahrsempfang

des damaligen Bundespräsidenten

eingeladen. Als langjährige Mitstreiter

in der Initiativgruppe Eine Welt Speyer war

für die beiden klar, was das geeignete Gastgeschenk

sein würde. Außen typisch Speyer

mit Kaiserdom und Salierkrone auf der

Banderole und innen typisch Weltladen ein

fair-kostbarer Genuss: Die zwei Editionen

der fairen Speyer-Schokolade des Weltladens.

In manch fernes Land trugen die feinen

Tafeln bereits die Botschaft des Fairen

Handels, nun gelangten sie auch an die „erste“

Adresse der Republik. Ob ihre Botschaft

wahrgenommen wird? •

www.weltladen-speyer.de

info@weltladen-speyer.de

Das Ehepaar Schuch im Gespräch mit dem Ehepaar

Wulff (© Bundespräsidealamt)

Weltladen Koblenz: Feier am neuen Standort

von Daniel Schwandt

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ – diese

Worte von Hermann Hesse passten gleich

mehrfach zur Umzugsfeier des Weltladens Koblenz

am 7. Januar 2012.

Von der Idee eines neuen Standorts bis zum

Umzug vergingen nur 11 Monate. Bei laufendem

Betrieb des alten Ladens wurde der neue

größere Laden renoviert und eingerichtet. Erstmals

gibt es einen eigenen Veranstaltungsbzw.

Ausstellungsraum für die Bildungsarbeit.

Mit wuchtigen Trommelrhythmen lockte die Sambagruppe

„Piri-Piri“ zahlreiche Gäste, Stammkunden

und Anwohner zur Umzugsfeier. Der

Zauberer „Andino“ philosophierte mit Geldund

Seiltricks über die Unterschiede zwischen

konventionellem und Fairem Handel.

Seit 33 Jahren gibt es einen Weltladen in Koblenz.

Nach drei Umbenennungen und fünf

Neues ELAN-Mitglied

Global denken – lokal handeln:

ein Slogan wird lebendig

Von Bärbel Weber

Im Süden der Philippinen, auf der Insel Mindanao,

gründeten 1991 zehn kleine Gruppen

von Bauern, Fischern, Kleinproduzenten,

Händlern und Urbewohnern mit Pfarrerin Marielou

Tinambacan (UCCP) und Father Raul

Amorcillo (PCI) MISPA (Mission for Indigenous

and Selfreliant Peoples Assistance), um

sich und andere im Selbstvertrauen zu stärken,

Selbsthilfe zu entwickeln und die Jugend

zu fördern.

Durch Zufall oder Fügung entstand eine Partnerschaft

mit Menschen in Kaiserslautern, die

sich in einer Kirchengemeinde und im Weltladen

engagieren. Pro MISPA Freundeskreis

Philippinen e.V. wurde 1996 gegründet. Es

bestehen enge Kontakte mit gegenseitigen

Die Sambagruppe „Piri-Piri“ sorgt für gute Stimmung“,

(Foto: Barbara Meurer)

Umzügen ist der Weltladen Koblenz am Josef-

Görres-Platz 13 in der Koblenzer Altstadt zu

finden. Der Weltladen Koblenz ist eine Initiative

des Vereins Gerechte Welt e.V. und wird von

ehrenamtlichen MitarbeiterInnen getragen. •

www.weltladen-koblenz.de

laden@weltladen-koblenz.de

Ein Gemüse- und Obststand wurde von Mitgliedern

der MISPA Kooperativen im Demogarten

aufgebaut. (Foto: Sylvia Schniz)

Besuchen und regem Briefwechsel. Die kleine

Solidargruppe trifft sich monatlich und

hat viele Unterstützer (für MISPA Arbeit

und Schulgeldfonds). Alle Pfälzer Weltläden

verkaufen MISPA Bananenchips und Salabat

(Ingwerteepulver). •

Das Kuseler Weltlädche

von Mechthild Lehr

Am 6. Dezember 2011 eröffnete die AG Fairer

Handel in Kusel einen kleinen Weltladen.

Dies war nicht etwa ein lange angestrebtes

Ziel, sondern eine glückliche Fügung. Im Februar

2011 erhielt die Gruppe beim Wettbewerb

„Ideen-Initiative-Zukunft“, welcher von

der Drogerie-Kette dm in Zusammenarbeit mit

der UNESCO ausgerichtet wurde, ein Fördergeld

in Höhe von 1000 Euro. Mit einem Teil

davon veranstaltete sie im Frühsommer ein

Faires Frühstück in der Fußgängerzone in Kusel

mit Kaffeehausmusik. Und jetzt kommt’s:

An diesem Tag erhielt die AG von einer Kuseler

Mitbürgerin das Angebot, einen leer stehenden

Verkaufsraum in ihrem Haus kostenlos

zu nutzen! •

Kuseler Weltlädche, Marktstr. 18, 66869 Kusel

ELAN gratuliert ...

… Sr. Lea Ackermann (Solwodi e.V., Gründerin)

zur Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz

durch Kurt Beck für ihren Einsatz als Frauenrechtlerin.

Seit 25 Jahren kämpft Sr. Lea gegen

Sextourismus, Zwangsprostitution und Menschenhandel

und engagiert sich mutig für Frauen,

die durch kriminelle

Machenschaften

anderer

in Not geraten

sind. •

Beck, Ackermann © Piel, Staatskanzlei

… Anton Lang zur Verleihung der goldenen

Ehrennadel der Stadt Mayen für seinen beeindruckenden

Einsatz für Waisenkinder in Tansania,

deren Eltern an Aids gestorben sind. Zudem

ist er seit vielen Jahren im Mayener Verein

„Eine Welt“ aktiv, dessen Vorsitzender er seit

2007 ist. Der Verein führt unter anderem den

Eine-Welt-Laden in Mayen. •


8 ELAN-Rundbrief 1/2012 Kurz notiert

Kurz notiert

Portal zur Entwicklungszusammenarbeit

lokaler Behörden

Ein neues Internetportal soll lokalen Gemeinden

und Verbänden helfen, ihre Erfahrungen

in der Entwicklungszusammenarbeit auszutauschen

und neue Entwicklungspartnerschaften

zu gründen.

Es besteht aus einem Atlas, wo bestehende Projekte

und Entwicklungshilfebeiträge aufzufinden

sind, der „Börse“, in der Kommunen und Regionen

nach neuen Entwicklungspartnern suchen

können, einer Online-Bibliothek mit Informationen

über Entwicklungsstrategien und Finanzierungsmittel

der EU, sowie Diskussionsforen.

http://lra4dev.cor.europa.eu/portal

Die UN-Dekade hat im Jahr 2012

Ernährung als Thema

Ernährung spielt eine entscheidende Rolle für

eine nachhaltige Entwicklung der Welt. Daher

hat die UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“

2012 das Jahresthema „Ernährung“

gewählt. Jede Menge Informationen, Projekte,

Veranstaltungen, Filme, Bücher und Lehrmaterialien

finden Sie im Internet.

www.bne-portal.de/coremedia/generator/

unesco/de/04__Aktuelles/17__Jahresthema__

Ern_C3_A4hrung/Ern_C3_A4hrung.html

Arbeitshilfe zur Einwerbung von

Fördermitteln

Das Schreiben eines Projekt- oder Förderantrages

gehört für viele gemeinnützige Initiativen

und Vereine zum Alltag.

Die neue Arbeitshilfe (Nr.42) der Stiftung MIT-

ARBEIT zeigt praxisnah, wie das Schreiben der

Anträge funktioniert. „Erfolgreich Fördermittel

einwerben. Tipps und Tricks für das Schreiben

von Projektanträgen“ kann im Internet für 10

Euro bestellt werden.

www.mitarbeit.de/pub

Daniel Pichert, Arbeitshilfen für Selbsthilfeund

Bürgerinitiativen Nr. 42, Verlag Stiftung

MITARBEIT, Bonn 2011,184 S., ISBN 978-3-

941143-11-1, 10,- €

20 Jahre TransFair

TransFair feiert in diesem

Jahr sein 20-jähriges Jubiläum.

Durch die Vergabe

von Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte

setzt sich der gemeinnützige Verein für

gerechtere Handels- und Produktionsbedingungen

und faire Marktzugangschancen ein.

Seit dem Gründungsjahr sind 2,1 Milliarden

Euro mit Fairtrade-Produkten erwirtschaftet

worden. Aktuell profitieren rund 1,2 Millionen

Menschen im globalen Süden von der Arbeit.

www.fairtrade-deutschland.de

Mehr Engagement für

kommunale Entwicklungspolitik

unter diesem Titel veranstaltet die Servicestelle

für Kommunen in der Einen Welt vom 14. bis

16. Juni 2012 die Zwölfte Bundeskonferenz der

Kommunen und Initiativen im Mainzer Schloss.

www.service-eine-welt.de oder

Michael Marwede (0228/ 20717 332)

michael.marwede@engagement-global.de

Eine Welt im Unterricht

Das Welthaus Bielefeld veröffentlicht eine

neue Ausgabe mit Tipps und Materialien für

LehrerInnen der Sek I und II.

Die Broschüre enthält Kurzbeschreibungen von

rund 450 aktuellen entwicklungspolitischen

Unterrichtsmaterialien, Fachbüchern, Projektkisten

und Ausstellungen sowie Links für Referentendienste,

Kontaktadressen und vieles mehr.

Welthaus Bielefeld „Eine Welt im Unterricht –

Sek. I und II“ 2012, 80 S., 3,- Euro

www.welthaus.de/publikationen-shop./

Bildungsmaterialien bei ELAN

Eine Auswahl an interessanten Büchern, Publikation,

Filmen und Spielen für die entwicklungspolitische

Bildungsarbeit kann in der Geschäftsstelle

ausgeliehen werden.

Liste der Bildungsmaterealien:

www.elan-rlp.de/materialien-fuer-diebildungsarbeit

Neue Kompetenzstelle

Nachhaltige Beschaffung

Das Beschaffungsamt des Bundesministeriums

für Inneres (BMI) ist zur bundesweiten Anlaufstelle

für nachhaltigen Einkauf ernannt

worden.

Es berät fachkundig und persönlich die Vergabestellen

von Bund, Ländern und Kommunen,

als auch Nichtregierungsorganisationen

und Wirtschaftsvertreter.

Außerdem soll eine Internetplattform zum Thema

nachhaltige Beschaffung die Vernetzung sowie

den Informationsaustausch zwischen den

einzelnen Akteuren anbieten.

Infoseite des Beschaffungsamtes:

www.BeschA.bund.de

nachhaltigkeit@bescha.bund.de

GlobaLokal – Wohnen und Wirken

GlobaLokal ist ein Wohn- und Wirkprojekt für

ehemalige Fachkräfte der Entwicklungszusammenarbeit.

Im Dezember 2011 setzten sich fünf mutige

Rückkehrer zusammen und erarbeiteten ein

Konzept, in dem nachbarschaftliches Wohnen,

Entwicklung von Dienstleistungen im Bereich

der Entwicklungszusammenarbeit, Förderung

des sozialen und globalen Lernens, sowie des

kulturellen Austausches mit einander verbunden

werden. Zentrale Idee ist es, ein inklusives

und multikulturelles Wohnprojekt und dadurch

„Heimat“ zu schaffen.

Interesse? Gerne senden wir Ihnen den vollständigen

Konzeptentwurf per E-Mail zu:

Edmund Gabriel, Mathias Sommer,

GlobaLokal@online.de

RückkehrerInnen-Stammtisch in

Mainz

ELAN initiiert einen Stammtisch für ehemalige

Freiwillige und EntwicklungshelferInnen

in der Region Mainz/Wiesbaden/Frankfurt/

Rheinhessen.

An jedem ersten Donnerstag im Monat findet

ein „RückkehrerInnenabend“ statt (an Feiertagen

verschiebt sich das Treffen um eine Woche).

Nette Menschen kennenlernen, sich austauschen

über ähnliche Erfahrungen im Ausland

und nach der Rückkehr, Anregungen finden,

wo und wie ich meine Erfahrungen einbringen

kann, soll dort möglich werden ... es ist vieles

möglich – gemeinsam!

rueckkehrer.mainz@googlemail.com

jakob.krachen@googlemail.com

-Gruppe: Rückkehrer-Stammtisch Mainz

Neugründung in der Pfalz!

Ein 2. Stammtisch für RückkererInnen in der

Region Pfalz/Saarland/Baden ist in Planung.

Elfriede Schäfer (Elfriede.Schaefer@gmx.de,

Tel. 06349/96 37 77)

IMPRESSUM

Herausgeber: Entwicklungspolitisches

Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz ELAN e.V.

Frauenlobstr. 15–19, 55118 Mainz

Telefon (061 31)972 08 -67

Fax (061 31) 972 08 - 69

info@elan-rlp.de

www.elan-rlp.de

Redaktion: Barbara Mittler, Judith Kunz

Layout: studiofuergestaltung.net

Druck: Knotenpunkt, Buch

Auflage: 2000, März 2012

Gefördert von der Landesregierung Rheinland-Pfalz

und den Kirchen des Landes

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