Leicht und leise

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Leicht und leise

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AUTO 20/2008

FORD FIESTA AB 11. OKTOBER BEIM HÄNDLER

Leicht und leise

Genug gewartet! Ab 11. Oktober kommt der neue Fiesta. Ford entsagt dem Größenwahn

und bringt einen prächtigen Kleinwagen für 11250 Euro. Probefahrt gefällig? Los geht’s

MUSIK NONSTOP

Das CD-Radio kostet für

Ambiente und Trend 700 Euro,

für Ghia und Titanium 805 Euro

– dann mit AUX-Eingang

HOCHWERTIG

Der Startknopf rechts

vom Tacho fühlt sich

besser an als im Kuga

SPENDABEL

Es gibt viel Kopffreiheit

und 295 Liter Kofferraum

(Opel Corsa: 285 Liter)

VIEL STAURAUM

Das Handschuhfach ist

großzügig bemessen,

in die Türablagen passen

1,5-Liter-Flaschen rein

GROSSE AUSWAHL

Elf verschiedene Farbund

Polster-Kombinationen

stehen zur Wahl – alle

Varianten sind zweifarbig

ERFREULICH

Mit 3,95 Metern wird der

Neue nur knapp drei Zentimeter

länger. 750 Euro

trennen Drei- und Fünftürer


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WER’S MAG

Schlüsselfreies Öffnen kostet 430

Euro. Serie: Zentralverriegelung

WER’S DREHT

Die Klimaregler klacken ganz

leise beim Einstellen

WER’S ERKENNT

Vorbildlich große Außenspiegel,

mit integrierten Blinkern

1.25 1.25 1.4 1 1.6 Ti VCT 1.6 TDCi 2

Hubraum cm 3 1242 1242 1388 1596 1560

Leistung kW/PS 44/60 60/82 71/96 88/120 66/90

bei Drehzahl U/min 6000 5800 5700 6000 4000

Drehmoment Nm 109 114 128 152 212

bei Drehzahl U/min 3600 4200 4200 4050 2000

Beschleunigung 0–100 km/h 16,9 13,3 12,2 9,9 11,9

Höchstgeschwindigkeit km/h 152 168 175 193 175

Normverbrauch l/100 km 5,4 S 5,7 S 5,7 S 5,9 S 4,2 D

Preis ab Euro 11250 12000 13250 16 250 14500

1 ab Oktober mit Viergangautomatik; 2 Ende 2008 auch als energiesparende Econetic-Variante

Revolutionen mag man bei

Ford. Statt Modelle sanft

zu entwickeln, wird gern radikal

geändert – und das nicht

erst, seitdem der kantige Focus

den rundlichen Escort beerbte.

Der neue Fiesta darf seinen

Namen behalten, sein schlichtes

Gesicht nicht.

Die bullige neue Front mit

mandelförmigen Scheinwerfern

– Drei- und Fünftürer sehen

von vorn gleich aus – brennt

sich schnell in die Netzhaut

ein. Mutige Hülle, langweiliger

Kern? Von wegen. Die Tür liegt

noch nicht im Schloss, da folgen

weitere Überraschungen:

rote Flächen schwarz gerahmt!

Ein mittiger Bildschirm für

Radio und Bordcomputer!

Weiche Bedienknöpfe! Ford

verpasst dem Fiesta nicht nur

eine auffällige Karosse, sondern

auch einen reizvollen

Innenraum – die Kluft in den

Verkaufszahlen zu Opel Corsa

und VW Polo soll schließlich

verschwinden. Die genarbten

Kunststoffe oberhalb der Heizungsregler

sind weicher als

beim Vorgänger, das Cockpit

des Testwagens knistert kein

bisschen. Nach der ersten Sitzprobe

bleibt die Stimmung gut:

Auf allen fünf Plätzen passt die

Kopffreiheit. Dank zweifach

verstellbarer Säule liegt das

Lenkrad bequem in der Hand.

Tacho und Drehzahlmesser

stecken in breiten Hülsen, sind

übersichtlich gestaltet und

auch im Dunkeln stets ablesbar.

Nur wer das schlüsselfreie

Ent- und Verriegeln für 430

Euro bestellt hat, bekommt

auch den Startknopf dazu.

„Schlüsselfrei“ stimmt natürlich

nicht ganz, denn der

Schlüssel muss ja trotzdem

mit, kann aber in der Tasche

bleiben.

Ein anderes Extra ist allerdings

viel wichtiger: Kopfairbags –

für nur 255 Euro. Sie schützen

beide Sitzreihen. In puncto

Sicherheit geizt Ford nicht:

ESP, Seitenairbags vorn und

ein Knieairbag für den Fahrer

sind Serie.

Genug herumgesessen. Zur

ersten Fahrt bekommen wir

den neuen 1.6-Benziner. Ruhig

und etwas schüchtern legt der

Vierzylinder los. Bei 120 PS

sollte doch mehr passieren.

Schade auch, dass er nur an

ein Fünfgang-Schaltgetriebe

gekoppelt ist – wie alle Motoren.

Vor allem auf der Autobahn

würde ein sechster Gang

den Verbrauch senken. Wobei

Ford sich bei dem Thema

schon mächtig angestrengt

hat: Der Neue wiegt einen

Zentner weniger als der Alte,

leer ab 966 Kilogramm. Dem

1.6er sollen nur 5,9 Liter Super

genügen – wir werden’s

bald testen.

Ebenso das Fahrwerk. Es wurde

neu entwickelt und hat unter

anderem stärkere Stabilisatoren

und dickere Gummilager.

Auf den ersten Metern hinterlässt

es einen famosen Eindruck.

Polterfrei rollt der Fiesta

über Pflaster und huscht auf

Wunsch so präzise wie immer

durch Kurven. Dabei hilft erstmals

eine elektrische Lenkung

(EPAS), deren Servomotor

beim Ausparken mehr unterstützt

als bei hohem Tempo

(Heft 19). Wird nicht gelenkt,

schaltet sich der Helfer ab und

verbraucht solange keine

Energie. Im Gegensatz zu anderen

Herstellern schafft es

Ford, noch ausreichend Lenkgefühl

zu übermitteln – auch

wenn die Lenkung bei niedrigem

Tempo ungewohnt

leichtgängig arbeitet.

Folgende vier Ausstattungen

sind im Angebot: Ambiente

(mit elektrischen Spiegeln),

Trend (mit höhenverstellbarem

Fahrersitz, elektrischen Fensterhebern

vorn), Ghia und Titanium

(beide mit Klima, aber

unterschiedlichen Alu-Rädern).

Ende des Jahres folgt eine

knauserige Econetic-Version,

die mit nur 3,7 Liter Diesel

auskommen soll. Dani Heyne

FAZIT

Der Fiesta

behält die

Maße eines Kleinwagens,

wird sogar leichter und

sparsamer, aber nicht

teurer. Er gewinnt außen

wie innen an Charakter.

VW Polo und Opel Corsa: Ihr

werdet’s schwerer haben.

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FORD FIESTA Mk 1

Von Mai 1976 bis August

1983 gebaut. 3,57 Meter

lang. Motoren: 1.0 bis 1.6

(40 bis 84 PS). Leergewicht:

775 Kilogramm

FORD FIESTA Mk 2

1983 bis 1989. 3,72 Meter

lang, stärkster Benziner

nun 96 PS, ab 1985: 1.6

Diesel (54 PS), ab 1986:

stufenlose CTX-Automatik

FORD FIESTA Mk 3

Von 1988 bis 1996. 3,74

Meter lang, erstmals auch

als Fünftürer. Ab 1989 mit

ABS. 50 bis 130 PS. Leergewicht:

950 Kilogramm

FORD FIESTA Mk 4

1995 bis 1999. Nutzt die

Plattform des Vorgängers,

Motoren: 50 bis 90 PS.

Gewicht: 1060 Kilogramm.

Zwillingsbruder: Mazda 121

FORD FIESTA Mk 5

Im Prinzip wieder ein

Facelift. Gebaut von 1999

bis 2001. Motoren: 50 bis

103 PS. Seitenairbags vorn

schützen nun serienmäßig

FORD FIESTA Mk 6

Endlich wieder ein komplett

neues Modell, gebaut

von 2001 bis 2008. Ab

Oktober 2005 geliftete

Front, 3,92 Meter lang,

60 bis 150 PS, 1155 Kilo

www.autostrassenverkehr.de

Fotos: Ford (5), Lindloff

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