Konzept "Universitätsschule" - Lehrstuhl für Pädagogik - Technische ...

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Konzept "Universitätsschule" - Lehrstuhl für Pädagogik - Technische ...

Lehrstuhl für Pädagogik

Technische Universität München

Konzept der Universitätsschule an der TU München

Ausgangspunkt

Stand: Wintersemester 2011/12

Das bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus hat sich das Ziel gesetzt, das

bisherige System der Lehrerbildung an beruflichen Schulen durch die Weiterentwicklung

der bestehenden Strukturen zu optimieren und gemäß den Anforderungen der Zukunft

umzugestalten (die Verlautbarung „Kooperation, Koordination, Kommunikation: Reform

der Lehrerbildung an beruflichen Schulen 2011“ liefert hierzu weitere Informationen: siehe

http://www.km.bayern.de/lehrer/meldung/367.html). Die initiierten Veränderungen betreffen

primär die zweite Ausbildungsphase (Referendariat), beziehen aber auch die erste,

universitäre Ausbildungsphase mit ein.

Universitätsschulen als Forschungs- und Lehrschulen

Ein Schwerpunkt der Weiterentwicklung des bestehenden Systems der Lehrerbildung an

beruflichen Schulen soll die Einführung von Universitätsschulen sein. Diese sind Forschungs-

und Lehrschulen, an denen die pädagogische Forschung und Entwicklung in

enge Kooperationsbeziehungen mit der Schulpraxis tritt. Für die erste Phase der Lehrerbildung

sind Schulen oder Teilbereiche von Schulen mit ihren Lehrkräften in universitäre

Lehrveranstaltungen der Berufspädagogik sowie in damit verbundene Forschungs- und

Entwicklungsarbeiten eingebunden. Studierende arbeiten zusammen mit Vertretern der

Universität und der Schule an innovativen Themen und aktuellen, praxisrelevanten Umsetzungskonzepten.

Neben den Hochschullehrern betreuen Lehrkräfte der Universitätsschulen

als Mentoren in enger Abstimmung mit der Universität die Studierenden und beteiligen

sich so an universitärer Lehre und Forschung.

Die Studierenden profitieren in der Masterphase ihres Studiums der Beruflichen Bildung

an der TU München erheblich von diesem intensiven Kontakt mit den Schulen, der die

theoretische Ausbildung durch vertiefte und reflektierte Einblicke in die Gestaltung von

Schulpraxis bereichert. Lernchancen in einer solchen distanziert-reflexiven sowie aufnehmend-betrachtenden

Form werden für heutige Studierende später in ihrer zukünftigen

Tätigkeit als Lehrkraft wohl so nicht mehr möglich sein. Studium und Schule lassen sich

an einer Universitätsschule in Theorie und Praxis vernetzen und gehen eine produktive

Verbindung ein. Das zentrale Ziel ist, die Universitätsschulen zu Ideenschmieden und Impulszentren

für die Lehrerbildung zu entwickeln. Für die Universitätsschule besteht die

Chance, wichtige Themenfelder im Rahmen der Schulentwicklung fundiert zu bearbeiten

und Impulse aus der Universität zu erhalten.

Universitätsschule Städtische Berufsschule für Fertigungstechnik München

Das bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus hat in einem ersten Schritt mit

Schreiben vom 28.07.2011 die Städtische Berufsschule für Fertigungstechnik München

zur Universitätsschule der TU München ernannt. Im Studienjahr 2011/2012 erhalten zunächst

ca. 20 Studierende der TU München die Möglichkeit, an dem Konzept der Universitätsschule

teilzunehmen. Dabei sind alle beruflichen Fachrichtungen angesprochen. Mittelfristig

soll das Konzept der Universitätsschule ausgebaut werden. Weitere Schulstandorte

sind dafür zu gewinnen. Gleichzeitig wird die Zusammenarbeit mit dem Studienseminar

und der zweiten Phase der Lehrerbildung weiter ausgebaut.


Konzept der Universitätsschule an der TU München 2

Lehrangebot zusammen mit der Forschungs- und Lehrschule in der Deroystraße

Im Studienjahr 2011/2012 bietet der Lehrstuhl für Pädagogik für den Bereich Sozialwissenschaften

im Masterstudiengang Berufliche Bildung eine Auswahl an Themen an, die

im Rahmen des Universitätsschulkonzeptes zusammen mit Lehrkräften der Städtischen

Berufsschule für Fertigungstechnik bearbeitet werden können. Diese Inhalte verorten sich

gleichzeitig in ausgewählten Vertiefungsseminaren zu den ‚Schwerpunkten der Berufspädagogik‘

sowie der ,Benachteiligtenförderung‘. Die gemäß den Anforderungen erbrachten

Leistungen werden für das Modul ‚Vertiefung der Berufspädagogik‘ sowie

,Benachteiligtenförderung‘ (Sozialwissenschaften) entsprechend kreditiert.

Die im Studienjahr 2011/2012 innerhalb des Universitätsschulkonzeptes angebotenen

Themen sind:

Lernfeldumsetzung / Fachgespräche in schülerzentriertem Unterricht

(Riedl, Blockseminar ‚Handlungsorientiertes Lernen in Lernfeldern‘ für das Universitätsschulkonzept

mit begrenzter Teilnehmerzahl für Fachrichtungen Metalltechnik und Elektrotechnik).

Unterrichtsevaluation

(Müller, Blockseminar für das Universitätsschulkonzept mit begrenzter Teilnehmerzahl).

Pädagogik 2.0 / E-Learning

Vertiefte und weiterführende Bearbeitung dieser Thematik aus dem Seminar ‚Vertiefung

aktueller Themen der Pädagogik‘ (Schelten, Folgmann, Flacke) zusammen mit Mentoren

der Universitätsschule.

Qualitätsmanagement an beruflichen Schulen

Vertiefte und weiterführende Bearbeitung dieser Thematik aus dem Seminar ‚Vertiefung

aktueller Themen der Pädagogik‘ (Schelten, Folgmann, Flacke) zusammen mit Mentoren

der Universitätsschule.

Aspekte interkultureller Bildung und Erziehung sowie interkultureller Öffnung von

Schule

Vertiefte und weiterführende Bearbeitung einer Thematik aus dem Seminar ‚Interkulturelle

Kompetenz‘ (Fiebig) zusammen mit Mentoren der Universitätsschule.

Aspekte der Benachteiligtenförderung in der beruflichen Bildung

Vertiefte und weiterführende Bearbeitung einer ausgewählten Thematik aus diesem Modul

‚Benachteiligtenförderung in der beruflichen Bildung‘ (Greiner) zusammen mit Mentoren

der Universitätsschule.

Die Anmeldung zur Teilnahme am Universitätsschulkonzept erfolgt entweder im Rahmen

des jeweiligen Seminars (Themen 3-6) beim Dozenten oder durch den Besuch eines speziell

für das Universitätsschulkonzept angebotenen Seminars (Themen 1 und 2). Genaue

Termine siehe TUMonline.

Die in einem ausgewählten Seminar zusammen mit der Universitätsschule bearbeitete

Thematik lässt sich z.B. für eine Masterarbeit erneut aufgreifen, ausbauen und weiterführen.

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