MNR 2004-04.pdf - Missionswerk Mitternachtsruf

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MNR 2004-04.pdf - Missionswerk Mitternachtsruf

Grusswort

Inhalt 04/2004

Biblische Botschaft

4 Das Wunder der Worte vom Kreuz

Im Blickfeld

11 Der Leidensweg des jüdischen Volkes ist

noch nicht zu Ende

12 Ein Film geht um die Welt

15 Der Spott macht auch vor dem Heiligsten

keinen Halt mehr

16 Was Experten über die Auferstehung Jesu

sagen

18 Den Haag ist in aller Munde – wegen Israel

Aus der Arbeit des

Mitternachtsruf

19 Sechs Einsätze in der Schweiz

19 Mitternachtsruf-Versammlungen in Wien

und Budapest

Fragen – Antworten

20 Ist der Glaube nötig, um gerettet zu

werden?

20 Gibt es heute noch Apostel?

3 Grusswort

13 Aufgegriffen

21 Streiflicht

22 Dir kann nur Jesus helfen

22 Impressum

Als vor wenigen Monaten die Gesamterneuerungswahlen des schweizerischen Bundesrates

stattfanden, musste die amtierende Bundesrätin Ruth Metzler über die Klinge springen.

Die Enttäuschung der abgewählten Magistratin war spürbar: «Ich habe immer gewusst, dass

es ein Leben nach dem Bundesrat gibt. Dass es bereits jetzt beginnt, hätte ich mir anders gewünscht.»

Das «Danach» hatte sie offensichtlich nicht sobald erwartet.

Die Fernsehshow «Deutschland sucht den Superstar» fand in der Schweiz mit «MusicStar»

ein Pendant. Bisher kaum erreichte Einschaltquoten rückten junge «talentierte» Darsteller mit

ihrer Pop- und Rockmusik ins Rampenlicht der Nation. Einer nach dem andern wurde abgewählt,

bis zuletzt der «Star» übrig blieb. Einer der Beteiligten wurde gefragt: «Gibt es ein Leben

nach ‹MusicStar›?»

Es liegt in der Natur des Menschen, nach dem höchsten erreichbaren Ideal zu streben, sei

es eine Politkarriere, der Ruhm auf der Bühne, Erfolg im Berufsleben oder Auszeichnung für

sportliche Höchstleistung. Wer einmal die höchste Sprosse erreicht hat, mag kaum an das «Danach»

denken.

Doch was wird sein, wenn wir eines Tages von der Bühne dieses Lebens abtreten müssen?

Kennen wir das «Danach»? In jungen Jahren fällt es uns leicht, an ein «Danach» zu denken:

Schulausbildung, danach Berufslehre, Diplom; Studium, danach akademischer Titel; Verlobung,

Heirat, Familiengründung, danach Kinder, Enkelkinder; Erfolg im Beruf; danach Wohlstand,

eigenes Haus … Doch irgendwann fehlen uns dann die Worte, wenn wir ein «Danach»

beschreiben wollen.

Das wohl schrecklichste «Danach» werden Menschen erfahren, die zeitlebens ohne Gott lebten

und dachten, mit dem Tod sei sowieso alles aus, denn dann werden sie sich in einer christuslosen

ewigen Verlorenheit wieder finden. In Lukas 16,19ff. wird sehr eindrücklich beschrieben,

wie sich ein reicher Mann, der alle Tage in Saus und Braus lebte, nach seinem Ableben im

Hades bzw. Totenreich und damit in nie endender Qual befand (V 23).

Für jeden von uns wird einmal ein «Danach» stattfinden. Wir sind geneigt, dies gedanklich

aufzuschieben und zu verdrängen – zu unserem eigenen Schaden. Eindringlich sagte Jesus

zu Petrus: «Wahrlich, wahrlich ich sage dir: Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und

gingst, wohin du wolltest; wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken

und ein anderer wird dich gürten und hinbringen, wohin du nicht willst» (Joh 21,18). Petrus

muss eine sehr impulsive, zielstrebige Persönlichkeit gewesen sein. Er liess sich gerne von seinen

eigenen Gedanken leiten. So wollte er zum Beispiel auf dem Berg der Verklärung bleiben

und es geniessen. Er verkörpert die Natur von vielen von uns: Das Leben in der Gegenwart, das

Geniessen des Augenblicks, das Bedachtsein auf den eigenen Vorteil. Doch unser Herr Jesus

zeigte ihm auf, dass das kein Lebensziel ist. «Folge mir nach!», rief Er ihm zu (V 19). Als Petrus

wissen wollte, was der Herr mit Johannes vorhatte, wies Er ihn zurecht und wurde nochmals

sehr persönlich: «Folge du mir nach!» (V 22). Jesus will uns Weg und Ziel vor Augen halten: Ihm

nach. Paulus hat das ganz genau erkannt. In Philipper 3,4-6 schilderte er seine eindrückliche

Karriere. In Vers 7 wird aber klar, dass Paulus bereits im «Danach» lebte. In überragender Weise

zeichnete er sein höchstes Ziel auf: «… was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für

Schaden erachtet.» In Vers 13 fährt er fort: «Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich

aus nach dem, was da vorne ist, und jage nach … der himmlischen Berufung Gottes in Christus

Jesus.» Möge uns das eine Hilfe sein, unseren persönlichen Weg

des «Danach» zu begehen und das richtige Ziel vor Augen zu halten:

«Folge du mir nach!»

In herzlicher Verbundenheit

Eingedenk dessen, dass alle menschliche Erkenntnis

Stückwerk ist (1.Kor 13,9), legen die Autoren

eigenverantwortlich ihre persönliche Sicht dar.

Mitternachtsruf > April 2004

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Biblische Botschaft

Das Wunder

der Worte

vom Kreuz

NORBERT LIETH

Der Herr Jesus Christus hat in den sechs Stunden, in

denen Er am Kreuz hing, genau sieben Worte gesprochen.

Wir wollen anhand dieser sieben Worte die Wunder

betrachten, die Er für uns am Kreuz vollbracht hat.

Im Anfang war das Wort, und das

Wort war bei Gott, und das Wort

war Gott» (Joh 1,1). Hier ist von Jesus

Christus die Rede, vom Fleisch

gewordenen Wort Gottes. In Psalm

12,7 lesen wir: «Die Worte des Herrn

sind reine Worte – Silber, am Eingang

zur Erde geläutert, siebenmal gereinigt.»

Sicherlich hat es eine tiefe prophetische

Bedeutung, dass der Herr Jesus am Kreuz

ausgerechnet sieben Worte bzw. sieben

Sätze gesprochen hat. Die Worte des

Herrn sind reine Worte – warum? Gott

ist rein und heilig. Als Jesus Christus

auf diese Erde kam, hier lebte und den

Menschen das Evangelium brachte, die

Worte Gottes in sich selbst, in Seiner

Person, waren die Menschen immer

wieder überrascht über das, was aus

dem Munde Jesu ging.

Einer meiner Lieblingstexte in den

Evangelien ist der Abschnitt, als die

Pharisäer und Schriftgelehrten einmal

ihre Diener aussenden, um Jesus Christus

gefangen zu nehmen. Die Pharisäer

und Schriftgelehrten waren bekanntlich

stolz auf ihre Worte und auf ihre Lehrkunst,

denn das ganze Volk sollte ja auf

sie schauen und sie respektieren. Die

Diener gingen und wollten Jesus im

4

Mitternachtsruf > April 2004


Auftrag ihrer Herren gefangen nehmen.

Sie sahen Jesus und hörten Ihn reden. Da

machten sie auf dem Absatz kehrt und

gingen wieder zurück. Die Pharisäer waren

verblüfft: «Warum habt ihr ihn nicht

gefangen hierher gebracht?» Die Antwort

dieser Knechte ist tief bewegend: «Nie

hörten wir einen Menschen so reden, wie

diesen Menschen.» Das war ein Schlag ins

Gesicht der hochmütigen Pharisäer. Täglich

haben sie gelehrt und unterrichtet;

nun kommen ihre eigenen Knechte und

sagen ihnen ins Gesicht, dass sie noch nie

einen Mann so reden gehört hätten wie

Jesus Christus, und deshalb hätten sie Ihn

nicht gefangen nehmen können.

Die Worte des Herrn sind reine Worte.

In Psalm 12,7 heisst es weiter, dass

Seine Worte Silber sind. Warum Silber

und nicht Gold? Warum verwendet die

Bibel hier nicht das Wort «Gold»? Nein,

Seine Worte werden hier als «Silber»

bezeichnet, weil Silber in der Bibel für

die Erlösung steht und Gold für die Herrlichkeit

Jesu Christi. Unser Herr wurde

ja mit 30 Silberlingen verraten. Im Alten

Testament, in 2. Mose 30,11ff. steht geschrieben,

dass die Israeliten, wenn sie

das 20. Lebensjahr erreicht hatten, als

«Lösegeld» einen halben Silberschekel

geben mussten. Dadurch waren sie

«freigekauft», gelöst. Silber ist ein Bild

für die Erlösung.

Ist es nicht Jesus, das Fleisch gewordene

Wort, der reine Worte sprach? Ist

Er es nicht, der «am Eingang zur Erde»

kam – «in den irdenen Tiegel», wie es

die Schlachterbibel übersetzt? In Jesaja

53,2 sagt der Prophet über den Messias:

«Er schoss auf vor ihm wie ein Reis und

wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich.»

Vielleicht sind damit auch die verborgenen

Jahre Jesu gemeint. Neun Monate

trug Maria Ihn unter ihrem Herzen, dann

Er erlitt und erduldete

wohl in diesen sechs

Stunden am Kreuz mehr,

als wir uns je vorstellen

können

kam Er auf diese Welt, und bis zu Seinem

30. Lebensjahr weiss man kaum etwas

über Ihn. Er kam in den «irdenen Tiegel»

dieser Welt hinein, in den «Tiegel» der

Sünde. In Psalm 12,7 heisst es weiter:

«Silber, am Eingang zur Erde geläutert.»

Jesus wurde geläutert – und wie! Er hatte

es im Grunde gar nicht nötig, denn

Er war ja der Reine, der Unfassbare,

eigentlich auch der Unnahbare, aber Er

ist für uns der Nahbare geworden. Er

war der Sündlose, und doch hat Er an

dem, was er litt, Gehorsam gelernt, sagt

uns die Bibel (vgl. Hebr 5,8). Er ist voll

und ganz Mensch geworden. «Die Worte

des Herrn sind reine Worte – Silber, am

Eingang zur Erde geläutert, siebenmal

gereinigt» (Ps 12,7). Die Schlachterbibel

übersetzt: «… siebenmal bewährt».

Jesus hat sich bewährt in Seinem

ganzen irdischen Leben. Am Kreuz von

Golgatha, als Er dann das Werk vollbrachte,

hat Er sich ebenso bewährt. Er

Jesus streckte Seine Hände freiwillig aus

hat alles, was im Alten Testament über

Ihn und Seine erste Ankunft, über Sein

Leiden, geschrieben steht, am Kreuz erfüllt.

Er hat sich bewährt als der Sohn

Gottes, sieben Mal bewährt – ein Ausdruck

dafür sind Seine sieben Worte am

Kreuz. Wir können nicht erfassen, was

der Herr Jesus am Kreuz von Golgatha

für uns getan hat. Er erlitt und erduldete

wohl in diesen sechs Stunden am Kreuz

mehr, als wir uns je vorstellen können.

Jesus Christus hat, prophetisch gesehen,

die ganze Menschheitsgeschichte – alle

Zeitepochen bis ans Ende – auf sich genommen.

Das zeigen uns diese sieben

Worte vom Kreuz, und deshalb habe ich

sie auch als «das Wunder der Worte vom

Kreuz» bezeichnet.

Das erste Wort Jesu am Kreuz

In Lukas 23,33-34 lesen wir: «… als

sie an den Ort kamen, den man Schädelstätte

nennt, kreuzigten sie daselbst

ihn und die Übeltäter, den einen zur

Rechten, den andern zur Linken. Jesus

aber sprach: Vater, vergib ihnen, denn

sie wissen nicht, was sie tun!» Der

Herr Jesus Christus spricht dieses erste

Wort ganz überlegt – in dem Moment,

als man Seine Hand nimmt und an das

Kreuz legt.

Stellen Sie sich vor, wie die ganze

Schar mit Jesus zur Richtstätte Golgatha

kam. Wahrscheinlich lag der

Querbalken des Kreuzes schon auf der

Erde. Dann legte man Jesus auf diesen

Querbalken. Man musste ja nicht wie

bei den beiden anderen, die mit Ihm

gekreuzigt wurden, die Hände Jesu

gewaltsam auf das Kreuz pressen und

dann die Nägel durchschlagen. Jesus

streckte Seine Hände freiwillig aus.

Dann nahmen Seine Henker die Nägel

und schlugen sie durch. Damit Sühnt

Jesus den Sündenfall dort, wo die Sünde

in die Welt kam. Deshalb ist es nicht

ohne Bedeutung, dass das ausgerechnet

in dem Moment geschieht, in dem Er

Seine Hand ausstreckt, auf den «Baum»

legt, an das Holz des Kreuzes, das ja aus

einem Baum gemacht wurde. Exakt in

dem Moment, als die Nägel Seine Hand

durchdringen, sagt Er dieses Wort: «Vater,

vergib ihnen, denn sie wissen nicht,

was sie tun!»

Das Holz im Paradies und das Holz

auf Golgatha

Wussten denn Adam und Eva, was sie

tun? Es ist ihnen zwar gesagt worden,

Mitternachtsruf > April 2004

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Biblische Botschaft

aber wussten sie es wirklich? Wie kam

die Sünde in die Welt? Indem das erste

Menschenpaar seine Hand ausstreckte,

an einen Baum griff und von dessen

Holz die verbotene Frucht nahm (vgl.

1.Mo 3,6). Exakt in dem Moment, als

sie ihre Hand ausstrecken, das Holz des

Wer im ersten Adam bleibt, ist verloren, aber wer zu dem zweiten Adam

kommt, wird gerettet

Baums berühren und die Frucht nehmen,

kommt die Sünde in die Welt, mit

allen Konsequenzen, auf alle Menschen

(vgl. Röm 5,12). Seitdem wird mit der

Zeugung eines Menschen die Sünde

automatisch weiter vererbt.

Die unmittelbare Folge der von Adam

und Eva begangenen Sünde war, dass

nun der Tod in die Welt gekommen

war – zunächst der geistliche Tod und

darauf folgend auch der physische Tod.

Der Mensch ist sozusagen geistlich

gestorben, als er damals seine Hand

ausstreckte und an das Holz griff. Er

verlor die Gemeinschaft mit Gott und

das Paradies, denn er musste den Garten

Eden verlassen, und ein Engel mit flammendem

Schwert stellte sich davor.

Aber Gottes Wort hat an so vielen

Stellen verheissen: Einst sollte ein Erlöser

– ein zweiter oder letzter Adam

(= Mensch) – kommen: «Wie geschrieben

steht: Der erste Mensch, Adam,

wurde zu einem lebendigen Wesen, und

der letzte Adam zum Geist, der lebendig

macht. Der erste Mensch ist von der

Erde und irdisch; der zweite Mensch ist

vom Himmel» (1.Kor 15,45.47). Dieser

letzte Adam sollte die Todeslinie, die

durch den ersten Adam in die Welt

gekommen war,

aufheben. Er sollte

die Sünde, die durch

Adam und Eva in die

Welt kam, besiegen

und wegnehmen

können: «Denn wie

in Adam alle sterben,

so werden auch in

Christus alle lebendig

gemacht werden»

(1.Kor 15,22). Jesus

Christus ist der zweite,

der letzte Adam.

Pontius Pilatus

war ein hartgesottener,

grausamer

Mensch. Aber im

Johannesevangelium

wird Folgendes berichtet:

«Jesus nun

ging hinaus und trug

die Dornenkrone und

das Purpurgewand.

Und er (Pilatus)

spricht zu ihnen:

Siehe, der Mensch!»

= Adam. Aus dem

oben zitierten Vers

(1.Kor 15,22) geht auch hervor, dass

jeder von uns sich auf einer dieser beiden

Linien befindet, gleichgültig, wie er

heisst und welche Position er in dieser

Welt bekleidet, ob er ein König ist oder

ein Präsident, ob ein Popstar, Filmschauspieler

oder ein ganz einfacher Mann

von der Strasse. Gott macht keinen Unterschied:

Entweder befindet man sich

auf der Linie des ersten Adams und ist

verloren, weil man unter der Herrschaft

der Sünde steht. Oder man steht in der

Linie des zweiten, des letzten Adams,

Christus, der Linie in das ewige Leben.

Wer im ersten Adam bleibt, ist verloren,

aber wer zu dem zweiten Adam kommt,

wird gerettet. Jesus gibt Seine Hände

freiwillig, streckt sie aus am Baum des

Kreuzes und bittet den Vater um Vergebung

für die Menschen. Damit hebt Er

den Sündenfall auf, der in die Welt kam,

als der Mensch seine Hand ausstreckte

und an das Holz griff.

Einige Vergleiche sollen die Bedeutung

des ersten Wortes Jesu am Kreuz

verdeutlichen:

• Adam kam auf übernatürliche Weise

in die Welt; er wurde nicht geboren

wie wir. – Jesus kam ebenfalls auf

übernatürliche Weise in die Welt.

• Adams «Vater» war Gott, denn er

wurde direkt von Ihm geschaffen.

– Der Vater Jesu war Gott.

• Adam kam ohne Schuld in diese

Welt. – Jesus kam ohne Sünde in die

Welt, und Er ging ohne Sünde.

• Adam lebte vor dem Sündenfall in

engster Verbindung mit Gott. – Jesus

lebte in engster Verbindung mit dem

Vater.

• Adam lebte vor dem Sündenfall in

einer vollkommenen Welt. – Jesus lebte

vor Seiner Menschwerdung in einer

vollkommenen Welt; Er war Gott

gleich (vgl. Phil 2,6).

• Durch Adam verloren wir die Unschuld.

– Durch Jesus verlieren wir die

Schuld.

• In einem Garten, dem Garten Eden,

kam die Sünde in die Welt, indem der

Mensch sich für sich selbst, aber gegen

den Willen Gottes entschied. – In

einem Garten, dem Garten Gethsemane,

begann der Sohn Gottes die

Sünde zu besiegen, indem Er sich für

den Willen Gottes entschied: «… nicht

mein Wille, sondern dein Wille geschehe.»

Der Versucher sagte damals dem ersten

Menschenpaar, dem es verboten war, die

Frucht des Baumes der Erkenntnis zu

nehmen: «Wenn ihr sein wollt wie Gott,

dann greift an den Baum und nehmt die

Adam und Eva fassten an

den Baum, und sie verloren

das Paradies. Jesus

fasste an den Baum des

Kreuzes, und wir bekommen

das Paradies zurück

Frucht!» Bei Jesus ging es um dasselbe,

aber in umgekehrter Anwendung. Als

Er als der Erlöser ans Kreuz ging, schrie

die Menschenmenge: «Wenn du Gott

bzw. Gottes Sohn bist, dann steige herunter!»

Anders ausgedrückt: Jesus hat

den Sündenfall «wieder gut gemacht»,

die Ursünde sozusagen aufgehoben für

alle, die an Ihn glauben, und die Sünden

aller Menschen getragen. Wir können

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Mitternachtsruf > April 2004


nun wieder zurückkehren in die Gemeinschaft

mit Gott, und wir werden

in der Ewigkeit Frucht vom Baum des

Lebens geniessen.

Das zweite Wort Jesu am Kreuz

Adam und Eva fassten an den Baum,

und sie verloren das Paradies. Jesus

fasste an den Baum des Kreuzes, und

wir bekommen das Paradies zurück.

Denn Er sagte zum Schächer am Kreuz:

«Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Heute

wirst du mit mir im Paradies sein»

(Lk 23,43). Wie ist das möglich? Das Paradies

ist doch verschlossen, der Mensch

daraus vertrieben! Im Paradies fand die

erste Sünde statt. Der Mensch griff nach

dem Baum und wurde aus dem Paradies

ausgeschlossen. Jetzt findet genau dasselbe

in umgekehrter Reihenfolge statt.

Seitdem Jesus ans Kreuz von Golgatha

ging, können wir das Paradies wieder bekommen.

Seitdem können wir geistlich

von Neuem geboren werden.

Adam und Eva haben damals die

Verbindung zu Gott verloren und sind

geistlich gestorben. Jetzt können wir

durch Jesus geistlich wiedergeboren

werden und leben. Der sündlose Sohn

Gottes hängt für Sünder am Holz des

Kreuzes und erwirkt dadurch Vergebung

der Sünden und die Rückführung ins

Paradies. Nicht umsonst zerriss bei der

Kreuzigung der Vorhang im Tempel in

zwei Stücke. Als Jesus triumphierte: «Es

ist vollbracht!», steckte der Cherub sein

Schwert in die Scheide und gab den Weg

ins Paradies wieder frei. Darum sagte

Jesus zum Schächer: «Heute noch wirst

du mit mir im Paradiese sein.» Das gilt

für jeden, der glaubt.

Das Wort «Paradies» bezeichnet die

neue Welt Gottes, in die alle hineinkommen,

die mit ihrer Sünde zu Jesus

Christus gekommen sind. Dieses Paradies

ist unaussprechlich herrlich. Der

Apostel Paulus sagte einmal von sich:

«Er wurde bis ins Paradies entrückt und

hörte unaussprechliche Worte,

die kein Mensch wiedergeben

kann» (2.Kor 12,4).

Wer aber kommt in den

Genuss des Paradieses? Nur

diejenigen, die sich ein Herz

fassen, sich überwinden und

den Schritt zu Jesus unter die

Füsse nehmen – ganz bewusst.

Man wird nicht als Christ

geboren. Man kann christlich

erzogen werden, aber um

wirklich Christ zu werden,

muss man sich bekehren, wie

es der Schächer am Kreuz

getan hat. Er hat, obwohl

er am Kreuz hing, den Weg

zu Jesus «unter die Füsse

genommen». Trotz allem

Spott hat er sich überwunden

und gerufen: «Jesus,

denke an mich …» Und

was geschieht? Jesus gibt

ihm sofort die Antwort:

«Heute noch wirst du mit

mir im Paradiese sein!» Der

Schächer am Kreuz hat sich

überwunden und es nicht

bereut.

Das dritte Wort Jesu am

Kreuz

Selbst unter den Gläubigen gibt es Zerwürfnisse und Streit

In einer Welt, in der Krieg und Hass herrschen, müssen wir als

Gemeinde Jesu zusammenrücken

«Als nun Jesus seine Mutter

sah und den Jünger, den

er liebte, neben ihr stehen,

sagte er zu seiner Mutter:

‹Frau, siehe, dies ist jetzt

dein Sohn›, und zu dem

Jünger sagte er: ‹Dies ist

(jetzt) deine Mutter.› Von

der Stunde an nahm der

Jünger sie zu sich in sein Haus» (Joh

19,27-28). Mit Seinem ersten Wort am

Kreuz macht Jesus den Sündenfall gut.

Mit Seinem zweiten Wort am Kreuz

führt Er uns zurück ins Paradies – genau

in umgekehrter Reihenfolge, wie Adam

und Eva es verloren haben.

In Seinem dritten Wort sorgt unser

Herr Jesus in erster Linie für Seine

Mutter. Schliesslich gab es damals

noch keine Sozialversicherung. Aber in

zweiter Linie geht es aus prophetischer

Perspektive noch um etwas mehr. Es entsteht

eine neue Familie zwischen Personen,

die nicht miteinander verwandt

sind: «Frau, siehe, das ist dein Sohn!»,

sagt Er zu Seiner Mutter, und zu Seinem

Jünger: «Siehe, das ist deine Mutter!»

Hier soll Gemeinschaft entstehen. Die

Reihenfolge der Worte Jesu am Kreuz ist

bewusst gewählt – ist das nicht ein Wunder

biblischer Prophetie? Wir haben an

einem Holz die Gemeinschaft mit Gott

verloren, und die Sünde kam in die Welt.

Als Folge der Sünde haben wir die Gemeinschaft

untereinander verloren und

die Familie zerbrach. Kurz nachdem

Adam und Eva in Sünde gefallen waren,

gab es den ersten Mord: Kain erschlug

seinen Bruder Abel. In 1. Mose 4 sehen

wir, wie es weiter radikal bergab geht

mit den Menschen.

Schauen wir doch einmal in unsere

Welt hinein: Es ist keine Gemeinschaft

mehr da. Selbst in der Gemeinde Jesu

gibt es Zerwürfnisse und Streit. Aber die

Auswirkung der Worte Jesu am Kreuz

von Golgatha ist jetzt umgekehrt: Zuerst

kommt Vergebung, dann ist die Gemeinschaft

mit Gott wiederhergestellt, und

daraus darf auch Gemeinschaft untereinander

entstehen – eine neue Familie.

Deshalb enthält dieser Vers für mich

auch einen prophetischen Ausblick auf

die Gemeinde Jesu. Durch die erste Ankunft

Jesu ist die Gemeinde entstanden,

mit Kindern, Jünglingen, Müttern und

Vätern in Christus. Wir sollen füreinander

da sein, füreinander sorgen. Wenn

wir nicht dazu fähig sind, wenn wir uns

hassen und uns beneiden, wenn wir uns

streiten und so eifersüchtig sind, weil ja

unsere eigene Meinung so wichtig ist;

wenn wir uns untereinander nicht verstehen,

dann liegt es daran, weil wir auf

Distanz gegangen sind zum Kreuz. Wenn

Mitternachtsruf > April 2004

7


Biblische Botschaft

wir die Sorge und die Not des Nächsten

nicht mehr sehen, wenn wir nicht mehr

erkennen, dass er auf der Suche ist, dass

er Hilfe und Unterstützung braucht

– vielleicht sogar finanzielle Unterstützung

–, wenn wir nicht mehr für den

anderen da sein, für- und miteinander

beten, aufeinander Acht haben können,

dann liegt das an unserer Distanz zum

Kreuz. Die Gemeinde Jesus besteht aus

verschiedenen Völkern, Nationalitäten

Die Gemeinde Jesu besteht aus verschiedenen Völkern, Nationalitäten

und Rassen und doch ist sie zu einer Familie geworden

und Rassen und doch ist sie zu einer

Familie geworden.

Vergegenwärtigen wir uns einmal die

Gegensätze am Kreuz:

• Die Menge spottet und grölt. – Was

tut Jesus? Er redet Worte der Liebe.

• Der Schächer flucht und schreit, er

verwünscht sich selbst und alle anderen.

– Jesus aber denkt fürsorglich an

andere und führt sie zusammen.

• Die Mutter Jesu steht selbst unendlich

hilflos vor dem Kreuz. Sie sieht,

wie Er leidet, Seine Lippen sind trocken,

aber wegen der Soldaten wagt

sie es nicht, Seine Lippen zu benetzen.

– Was tut Jesus? Er schaut auf Seine

Mutter und sorgt für ihre Zukunft,

dass sie zu essen und zu trinken hat.

Jesus sagt zu Seiner Mutter: «… siehe,

dein Sohn!», und zum Jünger: «Siehe,

deine Mutter!» Wie ist es bei uns – sehen

wir denn noch den Anderen? Jesus

macht uns zu Müttern, Vätern, Söhnen

und Töchtern. In Johannes 15,17 sagt Er:

«Das gebiete ich euch, dass ihr euch untereinander

liebt.» Und das umso mehr,

je kälter es wird in dieser Endzeit, denn

wir brauchen einander in dieser Welt,

in der keine Wärme mehr ist, in der

nur noch die Prinzipien der Ellbogen-

Gesellschaft gelten und jeder sich selbst

der Nächste ist. In einer

Welt, in der Krieg und

Hass herrschen, müssen

wir als Gemeinde Jesu

zusammenrücken.

Das vierte Wort Jesu

am Kreuz

«Aber von der sechsten

Stunde an kam eine

Finsternis über das ganze

Land bis zur neunten

Stunde; um die neunte

Stunde aber schrie Jesus

mit lauter Stimme

auf und sagte: Eli, Eli,

lemá sabachtháni?

Das heisst: Mein Gott,

mein Gott, warum hast

du mich verlassen?

Als aber einige von den

Umstehenden es hörten,

sagten sie: Der ruft den

Elia» (Mt 27,45-47). Jetzt

kommt der Zorn Gottes

für alle Menschen über

Jesus Christus. Jesus

wurde gekreuzigt, und die ersten drei

Stunden zeigen den abgrundtiefen Hass

der Menschheit

auf den Sohn Gottes.

Sie spotten,

sie lästern, die

Soldaten verteilen

Seine Kleider

usw. Aber dann,

in den zweiten

drei Stunden am

Kreuz, wird es auf

einmal finster. Die

Sonne verfinstert sich, und Gottes Zorn

legt sich auf den Sohn, denn Er trägt

als Opferlamm die Versöhnung für die

Welt. Jesus trägt den Zorn Gottes, den

wir verdient haben.

Könnte dies nicht auch ein prophetisches

Bild sein für den anbrechenden

Der Durst unseres Herrn

Jesus am Kreuz ist auch

ein Bild für die kommenden

Gerichte am Tag des

Herrn

Tag des Herrn, die grosse Trübsal? Was

geschieht nach dem Gemeindezeitalter,

nachdem die Gemeinde von der Erde

entrückt worden ist? Dann wird es dunkel,

weil das Licht der Welt hinweggenommen

wurde (Mt 5,14). Dürfen wir

das vorherige Wort Jesu als Bild für die

Gemeinde sehen und ihre Gemeinschaft

durch alle Jahrhunderte hindurch, bis

in die Endzeit hinein, so sehen wir uns

jetzt prophetisch vor die dunkelste Stunde

der Menschheit gestellt – die sechste

Stunde der Menschheit. Ich frage mich:

Stehen wir vor dieser Stunde? Wird es

nicht finsterer – in jeder Beziehung?

Die Menschen verachten das Evangelium

Jesu gerade hier im so «gerechten»

christlichen Abendland. Man verwirft

Sein Wort: «Denn Gottes Zorn wird

vom Himmel her offenbart über alles

gottlose Wesen und alle Ungerechtigkeit

der Menschen, die die Wahrheit

durch Ungerechtigkeit niederhalten»

(Röm 1,18).

Fast 2 000 Jahre lang haben wir das

Evangelium gehabt. Es gab Erweckungen

– denken wir nur an das 19. Jahrhundert.

Aber es wird finster in Europa, die

Menschen lehnen die Wahrheit ab und

der Zorn Gottes nähert sich unserer

Welt. Auch in unseren Breitengraden

werden sich dann schwerlich noch

Menschen bekehren können, und es

kommt die grosse Trübsal über die

Menschen.

Bemerkenswert bei diesem vierten

Wort Jesu am Kreuz ist, dass Jesus

nicht mehr nur spricht, sondern ruft, ja

schreit! Der Herr sagte einmal: «Wer an

den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben.

Wer aber dem Sohn nicht gehorsam

ist, der wird das Leben nicht sehen, sondern

der Zorn Gottes bleibt über ihm»

(Joh 3,36). Dieser Zorn Gottes wird sich

manifestieren auf eine noch nie da gewesene

Art und Weise

in der letzten grossen

Trübsal. Die

«sechste Stunde»

unserer Heils- und

Weltgeschichte

steht meines Erachtens

unmittelbar

bevor. In ihr

wird sich düstere

Nacht auf die Erde

legen und Finsternis das Land bedecken.

An ihrem Ende werden sogar Sonne und

Mond ihren Schein verlieren.

Israel wird in dieser Zeit ganz besonders

zu leiden haben. Es wird eine

Zeit sein, in der eine gottlose Welt von

Gott verlassen wird. Die Worte: «Mein

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Mitternachtsruf > April 2004


Gott, mein Gott, warum hast du mich

verlassen?» und: «Sei nicht fern von

mir! Denn Drangsal ist nahe und kein

Helfer ist da» (Ps 22,12) haben eine

tiefe prophetische Bedeutung. Was wird

denn in der grossen Trübsal passieren?

In 2. Thessalonicher 2 lesen wir, dass

Gott den Menschen Irrtümer schicken

wird, weil sie die Liebe zur Wahrheit

verlassen haben. Gott wird diese Welt

in einem gewissen Sinn verlassen. Er

wird Seinen Geist vor der grossen Trübsal

von dieser Erde nehmen und damit

auch die Gemeinde Jesu, die ja mit dem

Heiligen Geist versiegelt ist. In dieser

grossen Trübsal ist dann die Welt «sich

selbst überlassen». Jesus hat gesagt:

«Dann werden sie anfangen, zu den

Bergen zu sagen: Fallt auf uns! und zu

den Hügeln: Bedeckt uns! Denn wenn

man dies tut an dem grünen Holz, was

wird an dem dürren geschehen?» (Lk

23,30-31). Die grosse Trübsal wird auch

der Zorn des Lammes genannt (vgl.

Offb 6,16-17). Warum? Kann denn ein

Lamm überhaupt zornig sein? Jesus hat

als Lamm Gottes alle Sünden getragen,

und deshalb kann Er auch das gerechte

Gericht auf diese Welt bringen.

Das fünfte Wort Jesu am Kreuz

«Danach, da Jesus wusste, dass

alles schon vollbracht war, spricht er,

damit die Schrift erfüllt würde: ‹Mich

dürstet!›» (Joh 19,28). Wie sehr hat

Jesus danach verlangt, den Menschen

das Wasser des Lebens zu geben! Aber

wir wollen dieses fünfte Wort Jesu am

Kreuz einmal auf eine etwas andere

Weise anwenden. Jesus war am Kreuz

von Gott verlassen, damit wir zu Gott

kommen können. Er hat für uns die

Sühnung gebracht und den Zorn Gottes

auf sich genommen. Aber einer Welt, die

diesen Sohn Gottes beständig ablehnt,

wird der Zorn Gottes gebracht in Form

der grossen Trübsal. Und was wird dann

in dieser Zeit passieren? Die Menschheit

wird Durst leiden!

Drückt Wasser nicht die Sehnsucht

aller Menschen aus? «Ich habe Durst»,

und dann geht man zu den Tümpeln

dieser Welt, die doch den Durst nicht

stillen können. Jesus sagt der Frau am

Jakobsbrunnen: «Wer von diesem Wasser

trinkt, den wird wieder dürsten;

wer aber von dem Wasser trinken wird,

das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit

nicht dürsten, sondern das Wasser, das

ich ihm geben werde, das wird in ihm

eine Quelle des Wassers werden, das in

das ewige Leben quillt» (Joh 4,13-14).

Wie sehr hat Jesus danach verlangt, den Menschen

das Wasser des Lebens zu geben

Der Durst unseres Herrn Jesus am

Kreuz ist meiner Meinung nach auch

ein Bild für die kommenden Gerichte

am Tag des Herrn. Sein fünftes Wort

ist auch eine Erfüllung von Psalm 22:

«Meine Kraft ist vertrocknet wie eine

Scherbe, und meine Zunge klebt an

meinem Gaumen; und in den Staub

des Todes legst du mich» (V 16).

Wenn die dunkelste Stunde der Weltgeschichte

anbricht, wenn Gott dieser

Welt den Segen entzieht und Sein Zorn

kommt, dann brechen die Gerichte der

Trübsal über die Welt herein. Zu diesen

Gerichten werden auch grosser Durst

und Wassermangel gehören. Wer an Jesus

glaubt wie die Schrift sagt, von des

Leibe werden Ströme lebendigen Wassers

fliessen (Joh 7,38), aber wer Sein

Wort beständig ablehnt, wird geistlich

verdursten.

Die Menschen heute sind durstig,

doch trinken die meisten aus den Tümpeln

dieser Welt; ja, sie «betrinken»

sich regelrecht mit Esoterik, New Age,

der fernöstlichen Mystik. Sie stürzen

sich in den Trubel der Welt, in Drogen,

Süchte und sexuelle Ausschweifungen

und meinen, in der so genannten «Freiheit»

aufgehen zu können – aber man

sieht förmlich, wie sie verdursten. Ein

Mensch ohne Jesus Christus geht leer

aus. In der Geschichte, die der Herr Jesus

über den reichen Mann und Lazarus

erzählt, wird das deutlich. Der reiche

Mann bittet nach seinem Tod darum,

dass man ihm Lazarus schicken soll, um

seinen Durst zu lindern, «denn ich leide

Pein in dieser Flamme». Aber es wird

ihm verwehrt. Er muss in Ewigkeit,

ohne Ende, verdursten, weil er ungläubig

geblieben ist.

Die Bibel sagt: «Einst wird er (Gott)

mit ihnen reden in seinem Zorn.» In

der grossen Trübsal wird Gott grossen

Hunger und Durst senden, wie es der

Prophet Amos schreibt: «Siehe, Tage

kommen, spricht der Herr, Herr, da

sende ich Hunger ins Land …» (Am

8,11-13). Jemand hat einmal gesagt:

«Ich wusste schon immer, dass diese

Welt kein Paradies ist. Nun aber muss

ich erkennen, dass es die Hölle ist!» Die

Trübsalszeit wird ein Vorgeschmack der

Hölle sein.

Lieber Leser, liebe Leserin, ohne

Jesus bleiben Sie ewig angenagelt – an

die Sünde. Jesus hat sich ans Kreuz

nageln lassen, und obwohl Er hätte heruntersteigen

können, tat Er es nicht.

Er starb und ist nach drei Tagen auferstanden

von den Toten, damit wir von

den «Nägeln» der Sünde befreit werden

können. Aber wenn Sie nicht zum Sohn

Gottes kommen und Jesus nicht in Ihr

Leben aufnehmen, werden Sie für ewig

an die Sünde angenagelt bleiben. Dann

geschieht das, was der Herr damals den

Pharisäern androhte: «Ihr werdet in

euren Sünden sterben.» Und der Durst

wird auf ewig nicht gestillt werden. Der

Beginn dieses Zustandes der gottlosen

Welt werden die Ereignisse in der grossen

Trübsal sein. – Was aber kommt

nach der grossen Trübsal? Die Antwort

finden wir im nächsten Wort Jesu.

Das sechste Wort Jesu am Kreuz

«Als nun Jesus den Essig genommen

hatte, sprach er: ‹Es ist vollbracht!›»

(Joh 19,30). Das ist wohl das befreiendste

Wort, das es in der Bibel gibt.

Mit welcher Last Sie auch zu kämpfen

haben, lassen Sie es sich sagen: Sie können

frei werden, erlöst und ein Kind des

allmächtigen Gottes!

Was ist denn vollbracht? Es gibt Hunderte

Prophezeiungen im Alten Testament,

die alle über das erste Kommen

Jesu und Seine Leidensgeschichte als der

Sohn des Menschen gesprochen haben.

Als diese Hunderte oder vielleicht Tausende

Prophezeiungen, von Mose an

über die Propheten (z.B. Jes 53) und die

Psalmen (z.B. Ps 22) erfüllt waren, da

war es vollbracht. Es stand bereits viele

Jahrhunderte vor Christus in Psalm 22

geschrieben: «Sie haben meine Kleider

unter sich geteilt.» Auch das ist am

Kreuz passiert. Und die Soldaten haben

das Los geworfen über das Gewand Jesu

(V 19).

Als alles erfüllt war, was Tausende

Jahre vor dem Kommen Christi über

Ihn prophezeit worden war, konnte

unser Herr sagen: «Es ist vollbracht!»

Mitternachtsruf > April 2004

9


Biblische Botschaft

Wenn der Durst unter anderem ein

Bild ist für die grosse Trübsal, so ist

dieses sechste Wort Jesu am Kreuz ein

Bild für Seine Wiederkunft am Ende der

grossen Trübsal.

Das Wort «Es ist vollbracht!» ist das

Wort des Sieges Jesu über die ganze

Weltgeschichte, und es wird uns den

Herrn Jesus Christus, den Messias,

wiederbringen. Er hat den ganzen Ratschluss

Gottes vollbracht – für Israel, für

die Gemeinde, für die Nationen. Darum

fasse ich dieses Wort prophetisch auf.

Unser Herr hat am Kreuz von Golgatha

alles vollbracht, und Er wird auch das

vollbringen, was noch in der Zukunft

liegt. Wenn Jesus kommt und das jüdische

Volk Ihn sieht, in welchen sie gestochen

haben, wenn sie sich bekehren

und der Überrest von Neuem geboren

wird, dann werden sie bekennen: «Herr,

du wirst uns Frieden geben, denn du

hast ja alle unsere Werke für uns vollbracht»

(Jes 26,12). Das werden sie bei

Seiner Wiederkunft erkennen, denn

dann werden ihnen die Augen geöffnet

– wie damals dem Apostel Paulus, als er

noch Saulus war. Er war ein Eiferer im

Gesetz, weil er nichts verstanden hatte

und verblendet war. Dann trat Jesus in

sein Leben wie ein Licht, heller als die

Sonne, und es fällt ihm wie Schuppen

von den Augen. Aus dem Verblendeten

wird der Apostel der Nationen. Wenn

Jesus wiederkommt, wird das jüdische

Volk zunächst mit Entsetzen und Trauer

und dann mit Freude erkennen: «Er hat

ja alles für uns vollbracht!» In Psalm 22

lesen wir über Israel: «Ein Same wird

ihm dienen, wird dem Herrn als Geschlecht

zugezählt werden. Sie werden

kommen und seine Gerechtigkeit predigen

dem Volk, das geboren wird, dass

er es vollbracht hat» (Ps 22,31-32). In

Israel wächst jetzt eine neue Generation

heran. Wenn Jesus wiederkommt, wird

diese Generation erkennen: «Es ist

vollbracht!»

Das siebte Wort Jesu am Kreuz

«Und Jesus rief mit lauter Stimme

und sprach: ‹Vater, in deine Hände

übergebe ich meinen Geist!› Und als

er dies gesagt hatte, verschied er» (Lk

23,46). Das ist das letzte Wort Jesu in

Seinem irdischen Leben und gleichzeitig

ein Bild für die Ewigkeit im Himmel.

Deuten die vorherigen Worte des Herrn

auf die hinter und noch vor uns liegende

Weltgeschichte, so deutet dieses Wort

auf die Vollendung der Heilsgeschichte

in der ewigen Herrlichkeit Gottes, auf

den neuen Himmel und die neue Erde.

Der Apostel Paulus schreibt: «Als letzter

Feind wird der Tod weggetan. Denn

alles hat er seinen Füssen unterworfen.

Wenn es aber heisst, dass alles unterworfen

sei, so ist klar, dass der ausgenommen

ist, der ihm alles unterworfen

hat. Wenn ihm aber alles unterworfen

ist, dann wird auch der Sohn selbst dem

unterworfen sein, der ihm alles unterworfen

hat, damit

Gott alles in allem

sei» (1.Kor 15,26-

28). Jesus übergab

Seinen Geist dem

Vater, darum konnte

Er nicht im Tod

bleiben, sondern

musste wieder

auferstehen aus

den Toten. Und so

wie Jesus Seinen

Geist dem Vater

übergab, so wird

Er einst alles am

Abschluss der

Heilsgeschichte

dem Vater übergeben.

Dann werden

alle an Jesus

Glaubenden und

Wiedergeborenen

als Geister der

Gerechten mit einem neuen Herrlichkeitsleib

bei Gott wohnen, und zwar von

Ewigkeit zu Ewigkeit.

Zusammenfassung

Jesus durchlebte am Kreuz prophetisch

die ganze Menschheitsgeschichte.

Das kommt in Seinen sieben Worten

zum Ausdruck:

Das erste Wort «Vater, vergib ihnen

…» bedeutet Vergebung: Jesus hebt

den Sündenfall auf.

Das zweite Wort «Heute wirst du mit

mir im Paradiese sein …» bedeutet: Das

Paradies wird wieder aufgeschlossen, es

steht den Menschen wieder offen.

Das dritte Wort «Frau, siehe, dein

Sohn …» ist ein Bild für die Entstehung

der Gemeinde Jesu und die Gemeinschaft

untereinander.

Das vierte Wort «Eli, Eli lema

sabachtani …» hat ebenfalls eine prophetische

Bedeutung. Der Zorn Gottes

kommt über den Sohn. Wer den Sohn

ablehnt, über dem bleibt der Zorn Gottes

(Joh 3,36).

Das fünfte Wort «Mich dürstet» ist

ein Bild für die Gerichte in der grossen

Trübsal – für alle, die das Wasser des

Lebens abgelehnt haben.

Das sechste Wort «Es ist vollbracht!»

weist auf die Rückkehr Jesu hin.

Das siebte Wort «Vater, in deine

Hände übergebe ich meinen Geist» ist

ein Bild für die ewige Herrlichkeit in den

Himmelswelten Gottes.

Das alles hat Jesus getan. Aber es ist

nur für diejenigen bestimmt, die an Ihn

glauben. Lieber Leser, liebe Leserin,

sollte das, was Jesus am Kreuz durchlebt

hat, für Sie

umsonst gewesen

sein? Wollen Sie

in der Sünde bleiben?

Wollen Sie

verharren an den

Quellen dieser

Welt, die Ihren

Durst trotz aller

Verlockung doch

nicht stillen können?

Oder wollen

Sie zu Jesus kommen

und sagen:

«Deine Worte

sind auch meine

Worte»?

In Matthäus

16,18 kommt

zum ersten Mal

im Neuen Testament

das Wort

Auch Ihnen gilt Seine Einladung

«Gemeinde» vor.

Das griechische Wort dafür ist ekklesia,

und das bedeutet «die Herausgerufene».

Gemeinde ist nichts anderes als

eine Gruppe von Menschen, die sich

herausrufen lassen. Hier ist nicht das

natürliche «christlich werden» gemeint.

Zur Gemeinde gehört, wer sich herausrufen

lässt aus der Welt wie Petrus, den

Jesus aufforderte: «Petrus, folge Mir

nach!» Der Herr sah auch zwei Brüder

im Schiff ihres Vaters arbeiten und rief

ihnen zu: «Johannes und Jakobus, folgt

Mir nach!» Sie standen auf, verliessen

das Schiff und folgten Jesus nach. Das ist

Gemeinde, und dafür ist Jesus in diese

Welt gekommen.

Er ruft auch Sie heraus. Auch Ihnen

gilt Seine Einladung: «… der Geist und

die Braut sagen: Komm! Und wer es hört,

spreche: Komm! Und wen dürstet, der

komme! Wer da will, nehme das Wasser

des Lebens umsonst!» (Offb 22,17).

10

Mitternachtsruf > April 2004


Im Blickfeld

Der Leidensweg des

jüdischen Volkes ist

noch nicht zu Ende

Der Holocaust fand vor fast 60 Jahren sein Ende. Der Eindruck dieser

schrecklichen Vergangenheit prägt immer noch das Weltbild. Dieses Ereignis

ist aus der Geschichte nicht mehr wegzudenken. Doch man scheint wenig

daraus gelernt zu haben.

Diese Not brachte Asaph schon in alter

Zeit im Gebet vor Gott und sagte

Ihm unter anderem: «Sie sprechen:

Kommt und lasst uns sie als Nation vertilgen,

dass nicht mehr gedacht werde des

Namens Israel!» (Ps 83,5).

Auch heute empfindet man mehr Sympathie

für die Feinde Israels als für das

Bundesvolk Gottes. So hat die britische

Abgeordnete Jenny Tonge ihr Verständnis

für die palästinensischen Selbstmordattentäter

wie folgt

ausgedrückt: «Ich meine,

wenn ich in jener Situation

leben müsste, und das sage

ich mit Bedacht, müsste

ich erwägen, selbst eine

(Selbstmordattentäterin,

d.Red.) zu werden.» 1

Eine Sonderausstellung

im Anne-Frank-Haus in

Amsterdam hat israelische

Besucher erschüttert. In einem

Kurzfilm ist ein Plakat

zu sehen, das Israels Premierminister

Ariel Sharon

mit einem Schnurrbart

darstellt – neben ihm ist

ein Bild von Adolf Hitler. 2

Walid Jumblatt, Vorsitzender der drusischen

sozialistischen Fortschrittspartei

und Mitglied des libanesischen Parlaments,

begrüsste das Selbstmordattentat

einer Palästinenserin in Gaza: «Gestern

opferte sich die palästinensische Mutter

Reem Al-Riyashi. Mit dieser Tat reiht sie

sich in den Kreis der mutigen Dschihad-

Kämpfer ein. ... Damit setzte sie ein

Zeichen der Hoffnung in einem Meer des

Zauderns, der Unentschlossenheit und

Angst. ... War dies eine Verzweiflungstat?

Nein – und nochmals nein. Es ist dies

eine Tat in festem Glauben und sie weist

die richtige Richtung, weil der Tod eines

Juden – gleich ob Soldat oder Zivilist – in

Zeiten des Niedergangs, der Selbsterniedrigung

und Unterwürfigkeit eine grosse

Leistung in dem Bemühen darstellt, den

Plan zur ‹Judifizierung› ganz Palästinas zu

Jenny Tonge: «...müsste ich erwägen, selbst eine (Selbstmordattentäterin,

d.Red.) zu werden»

untergraben.» 3

Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den

Selbstmordanschlag Ende Januar in Jerusalem

nicht. Ausgerechnet in dem Zeitraum,

in dem Israel für einen Gegenwert

von drei Leichen von Soldaten (die zuvor

entführt und brutal ermordet worden

waren) und einem lebenden Israeli über

400 Terroristen in die Freiheit entliess,

sprengte sich ein palästinensischer Polizist

aus Bethlehem in einem Linienbus in die

Luft. Resultat: 10 Tote und viele Schwerverletzte.

Doch die Welt schweigt dazu.

Ein hochrangiger Beamter des britischen

Geheimdienstes sagte: «Es gibt

Leute im Westen, die zum Schluss gekommen

sind, dass die Gründung des Staates

Israel im Jahr 1948 ein Fehler war.» Auf

die Frage, ob er meine, dass die Juden aus

dem Nahen Osten ausgewiesen werden

sollten, sagte er: «Gewiss. Israel hat nur

etwas mehr als fünf Millionen Einwohner.

Wenn die Vereinigten Staaten und

die NATO bereit wären, ihre Umsiedlung

in andere Länder zu finanzieren, würde

das manches Problem im Nahen Osten

lösen.» 4

«‹Suche den Tod, so wird dir das Leben

gegeben›, lautet eine der Botschaften, die

immer wieder im offiziellen Fernsehen der

Palästinensischen Autonomiebehörde (PA-

TV) ausgestrahlt werden. In antijüdischen

und antiisraelischen Filmen, Werbespots

und Musikvideos wird Hass gesät – und

diese Saat geht auf. Dutzende palästinensische

Jugendliche haben sich in den vergangenen

Jahren in die Luft gesprengt,

in dem Glauben, das höchste Lebensziel

erreicht zu haben – ein Märtyrer zu sein.

Manche der Mörder waren erst 17 oder

18 Jahre alt.» 5

Wie können moderne Menschen unserer

Tage nur solche Äusserungen von sich

geben? Wie kann man nur so unausgewogen

richten und immer und immer wieder

Israel für schuldig erklären? Hierfür gibt es

nur eine Erklärung: Es handelt sich um ein

dämonisches Szenario. – Der Kampf gegen

Gott ist ein Kampf gegen das Judentum.

Da der Ratschluss Gottes sich aber in und

an Israel verwirklicht, ist dieses Volk einer

Welt, die Gott ablehnt, im Weg.

Der Leidensweg des jüdischen Volkes

innerhalb Europas ist nahezu unendlich.

Er begann 70 n.Chr. durch die Römer

und zieht sich, von kleinen Unterbrechungen

abgesehen, bis heute durch die

Geschichte. Sogar als Rom anfangs des

vierten Jahrhunderts unter Kaiser Konstantin

christlich wurde, hatte man den

Juden unter Todesstrafe völlig unerwartet

empfindliche Einschränkungen auferlegt.

Im Jahr 538 n.Chr. wurde beispielsweise

eine Verfügung erlassen, die den Juden

Mitternachtsruf > April 2004

11


Im Blickfeld

als «Besatzer» und

bezichtigt sie des

Staatsterrorismus.

Die UNO sprach

schon unzählige

Resolutionen gegen

Israel aus, aber

sie bringt es nicht

fertig, die schrecklichen

Selbstmordattentate

anzuprangern oder die grausame

Diktatur islamisch regierter Länder gegen

alle Andersdenkenden anzumahnen.

Doch Israels Leidensweg ist noch nicht

zu Ende: Er wird seinen Höhepunkt in den

letzten Jahren vor der Wiederkunft Jesu erreichen.

So wird Jerusalem in der zweiten

Hälfte der letzten sieben Jahre (70. Jahrwoche,

vgl. Dan. 9,24-27), in der sich der

Antichrist offenbart, während 42 Monaten

von den Heidenvölkern zertreten werden

(Offb 11,1-2). Das antisemitische Gedankengut

nimmt wieder zunehmend Raum

in der Gesellschaft ein. Ein Israeli aus

Jerusalem schreibt: «Zu dem heutzutage

immer dreister werdenden, gar schamlos

offenen – und oft verneinten – Antisemitismus:

Darüber habe ich in letzter Zeit

Stapel von Dokumenten, Statistiken, Arwährend

vier Tagen verbot (vom Tag des

Abendmahls bis Ostermontag), sich unter

Christen sehen zu lassen. Später führte

man auf kaiserlichen Befehl hin Zwangstaufen

durch. Während der Kreuzzüge

wurden jüdische Menschen zu Tausenden

regelrecht hingemetzelt und abgeschlachtet.

In Jerusalem richtete man unter ihnen

ein Blutbad an. Und

die in Frankreich

und England lebenden

Juden wurden

grausam verfolgt.

Es wurden «Judenzeichen»

angeordnet.

Juden wurden

aus den Zünften

ausgeschlossen, und

die Ausübung christlicher

Berufe wurde ihnen verboten. Es

kam zu öffentlichen Judenverbrennungen

oder Ersäufungen. Sie wurden entweder

vertrieben oder es wurde ihnen die Auswanderung

verboten. Die Juden wurden

auch der Hostienschändung bezichtigt und

beschuldigt, Verursacher der Pest zu sein.

Sie galten als «Brunnenvergifter», «Kains

Brudermörder» und wurden in Ghettos

eingesperrt. Man machte ihnen das Leben

unerträglich: Sie wurden verfolgt, gefoltert

und verbrannt. In späterer Zeit kam es

zum berühmten Dreyfuss-Prozess, zum

öffentlichen Antisemitismus, zu den Pogromen

in Russland und schliesslich zum

Holocaust unter Nazi-Deutschland. Hitler

und seine Schergen machten den Juden

das Leben zur Hölle und töteten mehr als

sechs Millionen von ihnen.

Wie kann man nur so

unausgewogen richten

und immer und immer

wieder Israel für

schuldig erklären?

Nach der Rückkehr der Überlebenden

ins jüdische Land der Väter wurde ihnen

von den Nationen flächenmässig viel mehr

Land zugesprochen, als sie heute besitzen.

Jordanien annektierte damals einfach das

Gebiet westlich des Jordans, ohne dass das

jemanden kümmerte. Israel hingegen wurde

angefeindet, terrorisiert und bekriegt.

Man beschimpft sie

tikeln und neuen Büchern erhalten. Ich

bin dadurch fast wie in einem Schock. Es

heisst, dass der Stand heute höher ist als

1933. Ob als Antizionismus oder Antiisraelismus

verkleidet, es ist derselbe Geist

vom Abgrund. Sogar die ‹Begründungen›

oder Beschuldigungen und Slogans sind

die alten. Und wir merken das schnell.

Unsere Gefühle sind aus 4000-jähriger

Erfahrung seismografisch scharf; wir

erkennen den alten Ton, die Schwingungen.

Jegliche Verleugnung desselben

wäre unehrlich oder selbsttäuschend. Der

Zustand ist auch von unseren biblischen

Propheten vorausgesagt – und wir sehen

die rapide Entwicklung des weltweiten

Hasses gegen die Juden, gegen Israel. Es

ist die weltweite Vorbereitung für den

Angriff gegen Jerusalem. Für mich ist das

sehr schmerzlich.»

Die Welt kämpft gegen die Wahrheit

und verkehrt alles in Lüge. Doch sie

wird verlieren gegen einen Gott, der die

Wahrheit ist und der Seinen Ratschluss

mit Israel nicht fallen lässt, bis das Ziel

erreicht ist.

In Offenbarung 14,1 heisst es: «… ich

sah: und siehe, das Lamm stand auf dem

Berg Zion und mit ihm 144 000, die seinen

Namen und den Namen seines Vaters

an ihren Stirnen geschrieben trugen.» Und

in Josua 10,21 lesen wir: «… niemand regte

seine Zunge gegen die Söhne Israels …»

Dieser Tag wird kommen, wenn der Herr

Jesus als König der Juden nach Jerusalem

zurückgekehrt sein wird. N.L.

1

Israelnetz.de-Newsletter, 23.01.2004

2

Israelnetz.de-Newsletter, 28.01.2004

3

memri@memri.de, 30.01.2004

4

Shlomo Hizak, Ami-Jerusalem-Center, Januar 2004

5

Israelnetz.de-Newsletter, 05.02.2004

Ein Film geht um die Welt

In den USA läuft der umstrittene Film Mel Gibsons bereits und sorgt dafür,

dass sich die Kinos füllen. Anfang April soll er auch in Europa auf die

Leinwand kommen. In Israel erhitzen sich die Gemüter darüber und verzerren

ihn als antisemitisch – doch das Wesentliche wird übersehen.

Im Film «Die Passion Christi» («The

Passion») von Mel Gibson werden

die letzten zwölf Stunden im Leben

Jesu veranschaulicht und in einer äusserst

realistischen Weise insbesondere

Seine Kreuzigung. Auf einige Kritik hin

hat Mel Gibson für die Endfassung des

Streifens auf das ursprüngliche Zitat:

«Sein Blut komme über uns und über

unsere Kinder!» (Mt 27,25) verzichtet.

Die Befürworter des Films rühmen ihn

als eine der grössten Chancen für die

Evangelisation seit zweitausend Jahren.

Gegner stempeln ihn als antisemitisch

ab, der bestehende Vorurteile gegen das

Judentum bestärken könne.

Jesus, aktuell wie eh und je

Eines wird wieder einmal deutlich:

Jesu Existenz, Sein Sterben am Kreuz

und Seine Auferstehung wirken noch

nach zweitausend Jahren aktuell wie eh

und je. Diese Tatsache hebt den Herrn

weit über alle anderen Gestalten, die die

Geschichte beeinflussten. Kürzlich sagte

mir eine Filmschauspielerin aus Wien, die

per Zufall auf eine unserer Veranstaltungen

gestossen war, nach einem Vortrag:

«Ja, nur Jesus kann wahr sein! Nur Er kann

der Weg sein! Nur Er muss der Christus

12

Mitternachtsruf > April 2004


sein.» Während das Thema «Jesus» nie

an Bedeutung verlieren wird, werden alle

anderen Themen mehr und mehr in der

Bedeutungslosigkeit versinken.

Die Schuldfrage

Die einen geben den Juden die

Schuld am Tod Jesu und machen sie

dafür verantwortlich; so als handle es

sich lediglich um ein ganz «normales»

Verbrechen. Die Juden wiederum bezichtigen

die Christen des bewussten

Antisemitismus und bezeichnen zum

Teil sogar die Apostelals Antisemiten.

Tatsächlich ist es so, dass man die

Juden aufgrund der Kreuzigung Jesu

bitter verfolgt hat, sie als «Gottesmörder»

hinstellte und umbrachte. Zu leicht

wird dabei der vollkommene Ratschluss

Gottes übersehen.

Im Gebet der ersten Gemeinde in

Jerusalem wird auf den Punkt gebracht,

worum es eigentlich geht: «Denn in dieser

Stadt versammelten sich in Wahrheit

gegen deinen heiligen Knecht Jesus,

den du gesalbt hast, sowohl Herodes

als Pontius Pilatus mit den Nationen

und den Völkern Israels, alles zu tun,

was deine Hand und dein Ratschluss

vorherbestimmt hat, dass es geschehen

sollte» (Apg 4,27-28). Sowohl die Nationen

als auch die Stämme Israels haben

sich in dem Beschluss und der Durchführung

der Kreuzigung Jesu vereinigt,

doch war diese Handlung Inbegriff des

Ratschlusses Gottes. Jesus sollte sowohl

für Israel als auch für die Nationen sterben,

um ihrer beider Erlöser zu werden.

Hat der Herr nach Seiner Auferstehung

den Emmausjüngern nicht selber gesagt:

«Musste nicht der Christus dies erleiden

und in seine Herrlichkeit eingehen?» (Lk

24,26). In seiner Pfingstpredigt äusserte

sich Petrus in ähnlicher Weise: «… diesen

Mann, der nach dem bestimmten

Ratschluss und nach Vorkenntnis Gottes

hingegeben worden ist, habt ihr

durch die Hand von Gesetzlosen an

das Kreuz geschlagen und umgebracht»

(Apg 2,23).

Jesu Tod ist nicht das Resultat rein

menschlichen Handelns, sondern der

Plan Gottes zur Rettung der Menschheit.

Jesus ist die «unaussprechliche

Gabe» Gottes an uns (2.Kor 9,15). Er

ist Gottes Ratschluss zu unserer Erlösung,

und Er ist vom himmlischen Vater,

als unschuldiges Lamm Gottes, für

unsere Schuld hingegeben worden (Joh

1,29.36). Natürlich vollzog sich diese

Hingabe durch die Hand von Menschen.

Die damalige Generation des jüdischen

Volkes hat Jesus den Heiden (Römern)

überliefert, damit Er gekreuzigt würde.

Das jüdische Volk war gleichsam die

Priesterschaft, die das Opferlamm zur

Opferung übergab («… das Heil ist aus

den Juden, Joh 4,22), und die Weltmacht

Rom war die durchführende Instanz.

Sowohl Juden als Heiden haben Jesus

getötet. Doch es waren weniger die Hände

der damals lebenden Generation als

vielmehr die Sünden aller Generationen,

aller Menschen aus jeder Zeit, die Jesus

getötet haben, denn schliesslich ist Er

für unsere Sünden gestorben. Schuldig

sind wir alle, damit wir alle erlöst

werden können. «Denn Gott hat alle

zusammen (Juden und Heiden) in den

Ungehorsam eingeschlossen, damit er

sich aller erbarmt» (Röm 11,32).

Aufgegriffen

Jeder sechste der 20- bis 29-jährigen

Deutschen ist der Meinung, an Ostern werde

die Geburt Jesu gefeiert. Drei Prozent

dieser Altersgruppe glauben sogar, Jesu

Hochzeit sei der Anlass für die Osterfeiertage,

wie eine repräsentative Umfrage

ergeben hat. Immerhin neun Prozent aller

Deutschen gaben in der Befragung zu, sie

hätten keine Ahnung vom religiösen Hintergrund

des Osterfestes.

Ostern hat nach Ansicht der Volkskundlerin

Jutta Nunes Matias keine germanischen

Wurzeln. Weder sei ein altgermanisches

Frühlingsfest Vorläufer der

Osterbräuche, noch habe es je die heidnische

Göttin «Ostara» gegeben. Das Wort

Ostern leite sich vom althochdeutschen

«Ostarun» ab, eine Bezeichnung für das

christlich-liturgische Geschehen am Ostersonntag.

Die Göttin «Ostara» habe vermutlich

ein Benediktinermönch im achten

Jahrhundert erfunden, so Nunes Matias.

Die Bild-Zeitung hat den Landesvorsitzenden

der Berliner FDP, Günter Rexrodt,

zum «Verlierer des Tages» erklärt.

Der Grund: Er ist Präsident einer arabischdeutschen

Handelsvereinigung, die Produkte

aus Israel boykottiert. ... Die Zeitung

kommentiert Rexrodts Nebentätigkeit, die

bei seinen Parteifreunden Anstoss erregt:

«So kann man mit Israel nicht umgehen!»

Faisal Bodi, Senior-Herausgeber von

Al-Jazeera TV, schrieb einmal im Guardian:

«Israel hat kein Existenzrecht, selbst wenn

es die Grösse einer Briefmarke hätte.»

Jüdische Demonstranten protestieren gegen den Film «Die Passion Christi»

Davison Kanokanga, ein Pfarrer in

Simbabwe, stellte fest, dass die Kirchen

im Land derzeit meist überfüllt sind. Die

Christen, die rund 71 Prozent der Bevölkerung

stellen, suchten in der schweren Krise

Gottes Hilfe. «Wo alles andere scheitert,

wenden sich die Menschen an Gott als ihre

letzte Rettung.» Nächtliche Gebetswachen

und Gebetskreise von Geschäftsleuten in

der Mittagspause seien an der Tagesordnung.

Kein Buch sei derzeit in Simbabwe

so gefragt wie die Bibel.

Mitternachtsruf > April 2004

13


Während die Zahl der christlichen Kirchen

in Berlin abnimmt, steht der deut-

Im Blickfeld

schen Hauptstadt der Bau von mindestens

vier grossen Moscheen bevor, allesamt im

Stadtbezirk Kreuzberg-Neuköln.

«Misstraue jedem, der das Kreuz vor

sich herträgt. Aber vertraue jedem, der

das Kreuz auf sich nimmt.»

Die Holocaustgedenkstätte Yad Vashem

in Jerusalem hat die Vereinten Nationen

aufgefordert, Berichte zu prüfen,

nach denen Nordkorea politische Gefangene

mit Giftgas ermordet. Der britische

Nachrichtensender BBC hatte gemeldet,

die Regierung in Pjöngjang führe an den

Häftlingen Experimente mit Chemiewaffen

durch.

Der Vertreter der Palästinenser in

Deutschland, Abdalla Frangi, hat offenbar

aus dem Budget der Palästinensischen Autonomiebehörde

(PA) – und damit möglicherweise

auch aus Hilfsgeldern der Europäischen

Union (EU) – erhebliche private

Zuwendungen erhalten. Das berichtet die

Tageszeitung Die Welt.

Die Palästinensische Autonomiebehörde

(PA) hat Terroristen mit Geld unterstützt.

Ermittler der europäischen Anti-Betrugs-Behörde

halten Dokumente

mit entsprechenden Hinweisen für echt.

Die EU-Kommission in Brüssel hat noch

bis vor einem halben Jahr monatlich zehn

Millionen Euro an die PA überwiesen. Dies

geschah offensichtlich ohne Prüfung. Ein

Politiker kritisierte: «Damit ist Arafats

Verwicklung in terroristische Aktivitäten

belegt. Brüssel war lange Zeit zu leichtgläubig.»

Syriens Ministerin Bouthaina Shaban

wurde in einem Interview des Focus auch

auf das Diskussionsthema «Kopftuch» angesprochen.

Auf die Frage: «Es gibt muslimische

Länder, die das Kreuz verbieten.

Saudi-Arabien zum Beispiel», antwortete

sie lediglich: «Saudi-Arabien ist keine

Demokratie. Deutschland und Frankreich

sind Demokratien, von denen ich einen

respektvollen Umgang mit Minderheiten

erwarte.»

14 Mitternachtsruf > April 2004

Mel Gibson antwortete in einem

Interview auf die Frage, wer Jesus umgebracht

habe: «Wir alle haben es getan.

Ich stehe in der Reihe der Schuldigen

ganz vorne.» 1

Wer ist schuldig am Tod Jesu?

Genau genommen könnten wir auch

Adam die Schuld an Jesu Tod geben, denn

durch ihn kam die Sünde in die Welt,

die sich auf jeden Menschen übertragen

hat und die es nötig machte, dass Jesus

als zweiter Adam die Schuld wegtrug.

Jede Sünde jedes Menschen hat seitdem

Jesus verurteilt, gekreuzigt und

getötet. Ich bin schuld am Tod

Jesu und ich bin dankbar, dass

Er auch für mich gestorben

ist, sonst wäre ich noch in

meiner Schuld und ginge ewig

verloren.

Und was ist mit den Vielen,

die wohl über die Schuldfrage

diskutieren, sich selbst aber

nie im Glauben für Jesus

entscheiden, ja Ihn ablehnen

und verachten, seien es nun

Juden oder Heiden? Diese sind

viel schlimmer dran, denn sie

treten den Sohn Gottes mit

Füssen, verachten das Blut

der Vergebung und schmähen

den Geist der Gnade (vgl. Hebr 10,29).

Viel schwer wiegender als gegenseitige

Schuldzuweisungen zu machen ist es,

selbst ein Feind des Kreuzes Christi zu

sein (Phil 3,18).

Jesus nimmt alle Schuld auf sich

Jesus, der vollkommen Unschuldige,

erklärt sich für schuldig an unserer Statt.

Er nimmt unsere Sünde auf sich und trägt

sie ans Kreuz, an Sein Kreuz, nicht an das

Kreuz der Juden, nicht an das der Römer.

«Denn es gefiel Gott, dass in ihm alle

Fülle wohnen sollte und alles durch ihn

versöhnt würde zu ihm selbst – dadurch

dass er Frieden machte durch das Blut

seines Kreuzes – durch ihn, sowohl was

im Himmel, als auch was auf Erden ist»

(Kol. 1,19-20). Schon lange bevor Er in

diese Welt kam, hat Er gesagt: «Schlachtopfer

und Speisopfer gefallen dir nicht,

aber die Ohren hast du mir aufgetan.

Du willst weder Brandopfer noch Sündopfer.

Da sprach ich: Siehe, ich komme;

im Buch ist von mir geschrieben: Deinen

Willen, mein Gott, tue ich gern;

und dein Gesetz habe ich in meinem

Herzen. Ich verkündige Gerechtigkeit in

der grossen Gemeinde. Siehe, ich will

mir meinen Mund nicht stopfen lassen;

Herr, das weisst du» (Ps 40,7-10).

Man diskutiert, streitet und urteilt

über die Schuld am Tod Jesu und

die Antisemitismusfrage, aber man

übersieht völlig, dass Gott in Christus

sterben wollte, Seine unendliche Liebe

hinter dieser Kreuzestat steht und Er

alle Schuld auf sich nahm, um uns zu

gewinnen. Das gilt sowohl den Juden

als auch den Heiden.

Und was ist mit den Vielen, die wohl über die Schuldfrage diskutieren,

sich selbst aber nie im Glauben für Jesus entscheiden,

ja Ihn ablehnen und verachten, seien es nun Juden oder Heiden?

Hätte Jesus Sein vollkommenes Leben

nicht freiwillig gegeben, so wäre es

unmöglich gewesen, es von Ihm zu nehmen,

sagte Er doch: «Darum liebt mich

der Vater, weil ich mein Leben lasse, um

es wiederzunehmen. Niemand nimmt es

von mir, sondern ich lasse es von mir

selbst. Ich habe Vollmacht, es zu lassen,

und habe Vollmacht, es wiederzunehmen.

Dieses Gebot habe ich von meinem

Vater empfangen» (Joh 10,17-18).

Jesus allein besass die Macht, Sein

Leben loszulassen, und Er gab es in

jüdische Hände. Statt den Juden die

Schuld für den Tod Jesu zu geben, sollte

man sich besser vergegenwärtigen,

dass Jesus in Seinem Menschsein Jude

war, ist und als solcher zurückkommen

wird. Jesus aber hatte auch die Macht,

Sein Leben wiederzunehmen. Der Jude

Jesus ist von den Toten auferstanden und

ins Vaterhaus zurückgekehrt. Somit ist

der erste Mensch im Vaterhaus ein Jude.

Alle anderen aber sind bis zur Auferstehung

noch im Paradies. Seltsam, dass

man darüber kaum etwas hört?


Schuldfrage einmal anders

Warum gibt man den Juden nicht

die «Schuld» an Jesu Kommen in die

Welt? Schliesslich ist Er von einer

Jüdin geboren worden, und kam

– Seiner menschlichen Herkunft nach

– aus dem Stamm Juda! Weshalb geben

wir ihnen nicht die Schuld an unserer

Erlösung, an Jesu Auferstehung,

Himmelfahrt und letztlich an Seiner

Wiederkunft? (Röm 9,4-5). Warum

geben wir den Juden nicht die Schuld

dafür, dass unter Jesu zukünftiger

Herrschaft Gerechtigkeit und Frieden

auf unserer Welt regieren wird? Sie

sind es doch, die sich der Vater im

Blick auf die Menschwerdung Christi

erwählt hat, und zu ihnen wird der

Herr zurückkommen (Sach 14,4)! Die

Schuldfrage wäre vielleicht zu diskutieren,

wenn Jesus im Tod geblieben wäre,

denn Sein gerechter Tod allein hätte

uns noch nicht erlöst (1.Kor 15,13-

18). Nun aber ist Er auferstanden:

Jesus lebt! Deshalb beten wir mit dem

Apostel Paulus an und rufen: «O welch

eine Tiefe des Reichtums, beides, der

Weisheit und der Erkenntnis Gottes!

Wie unbegreiflich sind seine Gerichte

und unerforschlich seine Wege! Denn

‹wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder

wer ist sein Ratgeber gewesen?› Oder

‹wer hat ihm etwas zuvor gegeben, dass

Gott es ihm vergelten müsste?› Denn

von ihm und durch ihn und zu ihm sind

alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit!

Amen» (Röm 11,33-36).

Ohne Sinn bleibt alles sinnlos

Die gegenseitigen negativen Vorhaltungen

der Schuld am Tod Jesu oder des

Antisemitismus zeigen nur, dass man

den eigentlichen Sinn des Sterbens Jesu

noch gar nicht begriffen hat. Statt dass

die Nationen in negativer Weise auf die

Juden sehen und umgekehrt die Juden

Hätte Jesus Sein vollkommenes

Leben nicht

freiwillig gegeben, so

wäre es unmöglich gewesen,

es von Ihm zu

nehmen

auf die Nationen, sollten vielmehr alle

zusammen auf Jesus sehen: «… indem

wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger

und Vollender des Glaubens, der um

der vor ihm liegenden Freude willen

die Schande nicht achtete und das

Kreuz erduldete und sich gesetzt hat

zur Rechten des Thrones Gottes» (Hebr

12,2). N.L.

1

IdeaSpektrum, Nr. 9/04

Der Spott macht auch vor

dem Heiligsten keinen

Halt mehr

Im ersten Petrusbrief lesen wir in Bezug auf Jesus Christus, den Sohn Gottes,

und Sein stellvertretendes Leiden am Kreuz: «… der unsere Sünden an

seinem Leib selbst an das Holz hinaufgetragen hat, damit wir, den Sünden

abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch dessen Striemen (bzw. Wunden)

ihr geheilt worden seid» (1.Petr 2,24).

Jesus Christus kam als Der, welcher

von Ewigkeit her Gott gleich ist (Phil

2,6ff.), in unsere Welt, um der Welt

Sünden auf sich zu nehmen und wegzutragen.

In dieser Tat erweist sich die

Menschenliebe Gottes gegen Sünder, die

Ihn von Natur aus ablehnen.

In den ersten Jahrhunderten nach

Christus wurde das Kreuz mehr und

mehr zum christlichen Symbol der Erlösung.

Doch im Laufe der Zeit hat das

Kreuz als heiliges Symbol für Vergebung,

für die Liebe Gottes und als das Opfer

Jesu für Sünder an Bedeutung verloren.

Im Allgemeinen wird dem Kreuz Jesu

immer weniger Raum gelassen, es wird

verunglimpft und verspottet, es wird per

Gesetzesbeschluss abmontiert oder vielfach

bloss als Schmuck getragen.

Aber das Kreuz wird auch missbraucht

von solchen, deren Leben überhaupt

nichts mit der Nachfolge Jesu zu tun

hat. So wird es in Freimaurerlogen und

spiritistischen Zirkeln verwendet und im

Showgeschäft als Anhängsel getragen.

Heute sind wir so weit, dass man das

Kreuz ohne jede Ehrfurcht missbraucht,

nur um es in geschmacklosester Art und

Weise dem wahren Sinn zu entfremden.

So benutzt zum Beispiel die Tierhilfe Zodiac

(Sitz in der Schweiz) das Kreuz als

Symbol für die Tierliebe. In einer breit

Vielfach wird das Kreuz bloss als Schmuck getragen

angelegten Werbekampagne sieht man

eine an einem Kreuz hängende Katze

und über der Katze die Inschrift: «Lasst

Tiere nicht länger für unsere Sünden

büssen.» Unter der angenagelten Katze

steht der Text: «Der Mensch hat zu wenig

Achtung vor dem Tier. Deshalb gibt es die

Tierhilfe Zodiac. Wir engagieren uns für

ausgesetzte, verletzte und misshandelte

Haus- und Wildtiere und ermöglichen

ihnen ein artgerechtes Leben. …»

Sicherlich ist es schlimm, Tiere auszusetzen

oder zu quälen und ganz bestimmt

nicht im Sinn des Schöpfers. Aber es ist

wesentlich schlimmer, dass der Mensch

keine Achtung mehr vor dem Kreuz hat

und das Geschöpf über den Schöpfer

stellt. Dadurch wird weder den Tieren

noch den Menschen geholfen. N.L.

Mitternachtsruf > April 2004

15


Im Blickfeld

Was Experten über die

Auferstehung Jesu sagen

Im ersten Korintherbrief wird gefragt: «Wenn aber Christus gepredigt wird,

dass er von den Toten auferstanden ist, wie sagen dann einige unter euch:

Es gibt keine Auferstehung der Toten?» (1.Kor 15,12).

Josh McDowell schreibt dazu: Im

College war ich ein Studentenführer.

Ich war aber, wie jeder Mensch,

auf einer frustrierenden Suche nach der

wahren Quelle des Glücks und der Freiheit.

Ich begegnete einer kleinen Gruppe

von Studenten und Professoren, die

behaupteten, dass Jesus ihr Leben verändert

habe. Ich hörte deshalb zu, weil

sie die Liebe auch lebten, von der sie

sprachen. Als Skeptiker akzeptierte ich

ihre Herausforderung, die Behauptungen

verstandesmässig zu untersuchen,

dass Jesus Christus Gottes Sohn ist, dass

Er begraben wurde und drei Tage später

wieder auferstand und dass Er das Leben

eines Menschen … verändern kann.

Überraschenderweise konnte ich

das Christentum nicht widerlegen, da

ich ein entscheidendes Ereignis der

Geschichte nicht ausklammern konnte

– die Auferstehung Jesu Christi. Ich

wurde überzeugter Christ.

Bei meinem Versuch, das Christentum

zu widerlegen, machte ich klare Beobachtungen

zur Auferstehung, die mir

vorher vollkommen unbewusst waren.

Zeugnis der Geschichte

Vor meinen Forschungen über die

Auferstehung war mir niemals bewusst

geworden, dass es so viele positive

historische, literarische und juristische

Fakten gibt, die ihre Glaubwürdigkeit

unterstützen.

Fachmann für röm. Geschichte.

Professor Thomas Arnold, 14 Jahre

lang Rektor von Rugby, Autor der

dreibändigen «Geschichte Roms» und

Lehrstuhlinhaber für Neue Geschichte

in Oxford, war mit dem Wert von Beweisen

zur Bestimmung historischer Fakten

wohl vertraut.

Dieser grosser Gelehrte sagte: «Ich

bin seit vielen Jahren gewohnt, die Ge-

schichte früherer Zeiten zu studieren

und die Berichte derer zu untersuchen

und zu bewerten, die darüber geschrieben

haben, und ich kenne keine Tatsache

in der Geschichte der Menschheit,

die bei einer fairen Untersuchung durch

bessere und vollständigere Belege aller

Art bewiesen wird, als das grosse Zeichen,

das Gott uns gegeben hat, nämlich,

dass Christus starb und wieder von

den Toten auferstand.»

Textkritik. Brooke Foss Westcott,

ein englischer Wissenschaftler, sagte:

«Wenn man alle Zeugnisse zusammennimmt,

ist es nicht

übertrieben zu

sagen, dass kein

historisches Ereignis

durch mehr

oder verschiedenartigere

Beweise

gestützt wird als

die Auferstehung

Christi. Nichts

anderes als die

vorgefasste Meinung,

sie müsse

falsch sein, konnte

die vermessene

Idee hervorbringen,

es gäbe einen

Mangel an Beweismaterial.»

Professor für

Alte Geschichte.

Dr. Paul L. Maier,

Professor für Alte

Geschichte an der

Western Michigan

Universität, kam zu dem Ergebnis:

«Wenn man alle Zeugnisse sorgfältig und

fair abwägt, ist es nach den Gesetzen der

historischen Forschung tatsächlich gerechtfertigt

zu schliessen, dass das Grab,

in dem Jesus bestattet worden war, am

Es gibt viele historische, literarische und juristische

Fakten über die Auferstehung Jesu

Morgen des ersten Ostertages wirklich

leer war. Nicht die Spur eines Beweises

ist bisher in den literarischen Quellen,

Inschriften oder in der Archäologie gefunden

worden, die diese Feststellung

widerlegen könnte.»

Oberrichter. Lord Caldecote, Oberrichter

von England, schrieb: «Der Anfang

meines Glaubens gründete auf das,

was nach meiner Meinung in der Bibel

enthüllt wurde. Besonders als ich zum

Neuen Testament kam, schienen mir die

Evangelien und die anderen Schriften

der Männer, die Freunde Jesu gewesen

waren, einen überwältigenden Beweis

darzustellen – einfach ein genaues Zeugnis

der Tatsachen, die darin festgestellt

wurden. Je näher ich dem wichtigsten

Test für die Behauptungen Jesu Christi

kam, nämlich Seiner Auferstehung, und

so oft ich die Zeugnisse untersuchte, haben

sie mich zu der festen Überzeugung

geführt, dass es sich fraglos um eine Tatsache

handelt.»

Juristische Autorität. Ein Mann, der

grosse Erfahrung im Umgang mit Beweismitteln

hatte, war Dr. Simon Greenleaf,

Professor für Jura an der Harvard Universität.

Greenleaf verfasste ein berühmtes

dreibändiges Werk

mit dem Titel «A

Treatise on the Law

of Evidence» (Eine

Abhandlung über

das Gesetz der Beweisführung),

das

immer noch als

eine der grössten

Einzelautoritäten

zu diesem Thema

in der gesamten

Literatur über Prozessverfahren

gilt.

Greenleaf untersuchte

den Wert

der historischen

Zeugnisse für die

Auferstehung Jesu

Christi, um die

Wahrheit zu ermitteln.

Er wandte

die Prinzipien an,

die sein dreibändiges

Werk über

Beweisführung

enthält. Seine Ergebnisse wurden in

seinem Buch «An Examination of the

Testimony of the Four Evangelists by the

Rules of Evidence Administered in the

Courts of Justice» (Eine Untersuchung

der Zeugnisse der vier Evangelisten nach

16

Mitternachtsruf > April 2004


den Beweisregeln, wie sie vor Gericht

gehandhabt werden) festgehalten.

Greenleaf kam zu der Feststellung,

dass nach den Gesetzen der Beweisführung,

wie sie vor Gericht angewandt

werden, mehr Beweise für die historische

Tatsache der Auferstehung Jesu

Christi existieren als für jedes andere

Ereignis in der Geschichte.

Kronanwalt. Der Engländer John

Singleton Copley, besser bekannt als

Lord Lyndhurst, ist als einer der grössten

Juristen der britischen Geschichte

anerkannt. Er war zweiter Kronanwalt

der britischen

Regierung, Kronanwalt

von Grossbritannien,

dreimal

Grosskanzler

von England und

wurde zum Grosshofmeister

der

Universität Cambridge

gewählt.

Damit hatte er die

Eine solche Beweisführung

wie die für die

Auferstehung ist noch

niemals zusammengebrochen

höchsten Ämter inne, die jemals ein

Richter in Grossbritannien in seiner

Lebenszeit auf sich vereinen konnte.

Nach Copleys Tod fand man in seinen

persönlichen Unterlagen seine Kommentare

hinsichtlich der Auferstehung

im Licht juristischer Beweisführung und

auch eine Begründung, warum er Christ

geworden war: «Ich weiss sehr gut, was

ein Beweis ist; und ich versichere Ihnen,

eine solche Beweisführung wie die für

die Auferstehung ist noch niemals zusammengebrochen.»

Der Oberrichter von England, Lord

Darling, sagte einmal, dass «kein vernünftiges

Gericht der Welt zu einer

anderen Entscheidung kommen könnte,

als dass die Geschichte von der

Auferstehung wahr ist.»

Rationalistischer Rechtsanwalt.

Dr. Frank Morrison, ein Rechtsanwalt,

der in einer rationalistischen Umgebung

aufgewachsen war, kam zu der Überzeugung,

dass die Auferstehung nichts weiter

sei als das märchenhafte Happy End,

das die unvergleichliche Geschichte von

Jesus einfach verlangte. Er glaubte, es

sich selbst und anderen schuldig zu sein,

ein Buch zu schreiben, das die Wahrheit

über Jesus enthielt und die mythische

Geschichte von der Auferstehung zerstreute.

Als er jedoch die Tatsachen überprüfte,

kam auch er zu einem anderen

Ergebnis. Das pure Gewicht der Beweise

zwang ihn zu der Erkenntnis, dass Jesus

tatsächlich von den Toten auferstanden

ist. Morrison schrieb sein Buch – aber

nicht so, wie er es geplant hatte. Es trägt

den Titel «Who Moved the Stone?» (Wer

bewegte den Stein?). Das erste Kapitel

trägt bezeichnenderweise die Überschrift:

«Das Buch, das sich weigerte,

geschrieben zu werden.»

Literarisches Genie. Der Gelehrte

C.S. Lewis, früher Professor für englische

Literatur des Mittelalters und

der Renaissance an der Universität

Cambridge, wies in seinem Bericht

über seinen Übertritt zum Christentum

darauf hin, dass

er geglaubt hatte,

die Christen seien

im Unrecht. Das

Letzte, was Lewis

wollte, war, das

Christentum zu

akzeptieren. Er

schrieb: «Im Frühjahr

1926 sass

mir der hartgesottenste

Atheist, den ich kannte, in

meinem Zimmer am Kamin gegenüber

und bemerkte, die Beweislage für die

historische Wahrheit der Evangelien

sei überraschend gut. ‹Seltsame Sache›,

fuhr er fort, ‹nach all dem Gerede Frazers

über den sterbenden Gott. Seltsame

Sache! Es sieht fast so aus, als ob es wirklich

einmal geschehen wäre›.»

Um die erschütternde Wirkung

dieser Aussage auf mich zu verstehen,

müssten Sie den Mann kennen, der

bisher niemals irgendein Interesse am

Christentum gezeigt hatte. Wenn er,

der zynischste der Zyniker, der härteste

der Harten, nicht «sicher» war, wohin

konnte ich mich dann noch wenden?

Gab es denn kein Entkommen?

Nachdem Lewis

Grundlagen

und Beweise des

Christentums

abgewägt hatte,

stellte er fest, dass

es in den anderen

Religionen «keinen

so historischen Anspruch

gibt wie

im Christentum.»

Seine Kenntnis der

Literatur führte ihn

zwangsweise dazu,

die Evangelien als

glaubhaften Bericht

anzusehen. «Ich

war inzwischen in

der Literaturkritik

Nach Copleys Tod fand man in seinen persönlichen

Unterlagen auch eine Begründung, warum er Christ

geworden war

zu erfahren, um die Evangelien als Mythen

zu betrachten.»

Schliesslich musste Professor Lewis

seine starke ablehnende Haltung zum

Christentum aufgeben und eine vernünftige

Entscheidung treffen: «Sie müssen

sich vorstellen, wie ich Nacht für Nacht

allein in meinem Zimmer in Magdalen

sass. Sobald sich mein Geist auch nur

eine Sekunde von meiner konzentrierten

Arbeit entfernte, fühlte ich die ständige

hartnäckige Annäherung Dessen, dem

ich nicht begegnen wollte. Was ich so

sehr gefürchtet hatte, geschah am Ende

mit mir. Im Sommersemester 1929 gab

ich auf und gestand mir ein, dass Gott

Gott war, kniete nieder und betete. In

jener Nacht war ich wahrscheinlich

der niedergeschlagenste und widerstrebendste

Bekehrte in ganz England.»

Einer der Hauptgründe, warum

ich dieses Buch schreibe, ist der, die

historischen Beweise vorzulegen, die

diese Männer und zahllose andere

entdeckten, als sie mit der Feststellung

konfrontiert wurden, dass «am dritten

Tag das Grab leer war». 1

«Aber am ersten Tag der Woche sehr

früh kamen sie zum Grab und trugen

bei sich die wohlriechenden Öle, die

sie bereitet hatten. Sie fanden aber den

Stein weggewälzt von dem Grab und

gingen hinein und fanden den Leib des

Herrn Jesus nicht. Und als sie darüber

bekümmert waren, siehe, da traten zu

ihnen zwei Männer mit glänzenden Kleidern.

Sie aber erschraken und neigten

ihr Angesicht zur Erde. Da sprachen die

zu ihnen: Was sucht ihr den Lebenden

bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden.

Gedenkt daran, wie er euch

gesagt hat, als er noch in Galiläa war:

Der Menschensohn muss überantwortet

werden in die Hände

der Sünder und

gekreuzigt werden

und am dritten

Tage auferstehen»

(Lk 24,1-7). «Hoffen

wir allein in

diesem Leben auf

Christus, so sind

wir die elendesten

unter allen

Menschen» (1.Kor

15,20). N.L.

1

Josh McDowell,

Die Tatsache der

Auferstehung, S. 16ff.,

Memra-Verlag

Mitternachtsruf > April 2004

17


Im Blickfeld

Den Haag ist in aller

Munde – wegen Israel

In Psalm 58,2-3 lesen wir: «Seid ihr denn wirklich stumm, wo ihr Recht

sprechen, wo ihr ein richtiges Urteil fällen solltet, ihr Menschenkinder?

Statt dessen schmiedet ihr Unrecht im Herzen, im Lande teilen eure Hände

Misshandlungen aus.»

Der Internationale Gerichtshof in

Den Haag ist 1946 als oberste

Rechtsinstanz der UNO gegründet

worden. Das Weltgericht hat zwei

Aufgaben: Es kann Streitfragen zwischen

Staaten auf der Grundlage des

Völkerrechts entscheiden, wenn die

betroffenen Staaten die Zuständigkeit

des Schiedsgerichts akzeptiert haben.

Ferner erstellt das Gericht Rechtsgutachten

für die UNO und deren Unterorganisationen.

Dabei handelt es sich um

Empfehlungen, die keinen bindenden

Charakter haben.

Seit seiner Gründung wurde das von

seinen Kritikern als machtlos gescholtene

Gericht 99 Mal angerufen. Bisher

wurden 78 Urteile gesprochen, vor

allem zu Grenzfragen

und Verstössen gegen

internationale Verträge.

Gutachten haben die

Richter in 24 Fällen

abgegeben. 1

Wussten Sie um die

Existenz dieses Internationalen

Gerichtshofs?

Ist Ihnen irgendeines

der 78 gefällten Urteile

bekannt? – Aber jetzt,

wo es um die Grenzen

Israels geht, ist er in

aller Munde. Alle Medien

berichten davon,

bringen Analysen und

Kommentare zum aktuellen

Verfahren.

Warum ist das so? Der

Grund steht in Psalm

2,1-3: «Warum toben die Heiden und

reden die Völker vergeblich? Die Könige

der Erde stehen zusammen, und

die Fürsten verabreden sich wider den

Herrn und wider seinen Gesalbten: ‹Wir

wollen ihre Bande zerreissen und ihre

Fesseln von uns werfen!›» F.P.

Vor dem Internationalen Gerichtshof: Israelische Demonstranten zeigen ein grosses

Poster mit allen bis dahin betroffenen 927 Opfern

Der Internationale Gerichtshof in Den

Haag ist populär wie nie zuvor, und das

nur deshalb, weil er sich in den vergangenen

Monaten mit Israel befasst hat.

Wieder einmal scheiden sich an Israel

die Geister. Immer wieder wird gegen

das jüdische Volk Stimmung gemacht und

immer wieder werden umstrittene Resolutionen

herausgegeben. Im Blick auf

die eingangs zitierten Psalmverse können

wir sagen: Da wo sie Recht sprechen sollten,

verhalten sie sich stumm; wo sie ein

richtiges Urteil fällen sollten, nämlich in

Sachen des unmenschlichen Terrorismus,

da wagen sie kein gradliniges und deutliches

Urteil zu sprechen. Die Haltung

des Internationalen Gerichtshofs und

der UNO gibt dem Terrorismus nur Aufschwung

und dient dazu, dass die Misshandlung

unschuldiger Opfer im Land

Israel zunehmen; die Verantwortlichen

in diesen Gremien laden sich dadurch

eine nicht geringe Mitschuld auf.

In einem Bericht heisst es: «Als die

15 Richter im Weltgerichtshof in Den

Haag ihre Plätze einnahmen, um die

Anklage gegen Israels Sicherheitszaun

anzuhören, veröffentlichte die Hilfsorganisation

‹Israel Emergency Fund,

One Family› folgende Stellungnahme

im Namen der Terroropfer Israels:

‹Während die Welt über den Zaun

debattiert, begräbt Israel seine Toten.›

‹Flugzeugladungen voller hinterbliebener

Angehöriger, die Fotos der

israelischen 927 Terroropfer und die

Überbleibsel eines weiteren ausgebombten

Busses waren vom israelischen Aussenministerium

nach Holland gebracht

worden, um deutlich zu machen, dass

das wahre Friedenshindernis im Nahen

Osten nicht der Zaun ist, sondern der

Terror selbst.›

‹Opfer auf der Anklagebank›

Sicherer oder nicht, für Lola Cohen,

eine Rentnerin, die eine enge

Freundin beim Gilo-Busanschlag 2002

verlor, kann nichts die unerbittliche

Feindseligkeit ausgrenzen, die Israel

angesichts des fortdauernden Terrorismus

entgegenschlägt. ‹Ich bin wütend,

dass die Welt uns dafür kritisiert, dass

wir etwas bauen, um uns zu verteidigen

– und verletzt›, fügt sie hinzu, während

sie sich wundert, dass die Schuld niemals

der palästinensischen Führung

gegeben wird.

Finanzminister Benjamin Netanjahu

äusserte sich ähnlich: ‹Nicht die Mörder

und ihre Hintermänner werden vor Gericht

gestellt, sondern

die Opfer.› Gleichzeitig

kritisierte er den Weltgerichtshof

dafür, das

‹moralische Gewissen

des Jüdischen Volkes›

spielen zu wollen.

‹Solange die palästinensische

Führung

nicht ihren eigenen

Leuten mehr helfen

will als Israel zu zerstören,

wird es niemals

Frieden geben›,

fügt Lola Cohen mutlos

hinzu.» 2

Psalm 2 bekommt in

diesem Licht gesehen

höchste Aktualität:

«So nehmet nun Verstand

an, ihr Könige,

und lasst euch warnen, ihr Richter der

Erde! Dienet dem Herrn mit Furcht und

frohlockt mit Zittern» (V 10-11). N.L.

1

Der Zürcher Oberländer, 24.2.2004

2

ICEJ, 24.2.04

18

Mitternachtsruf > April 2004


Aus der Arbeit des Mitternachtsruf

Sechs Einsätze in

der Schweiz

Nach jahrelangem Unterbruch waren

wieder einmal einige Mitarbeiter

des Mitternachtsrufs in der

Schweiz unterwegs, um das Wort Gottes

weiterzugeben: Wir begannen in Liestal,

dann ging es weiter nach Olten, Frauenfeld,

Herisau, Chur und Interlaken.

Natürlich waren wir sehr gespannt,

ob überhaupt Leute kommen würden.

Aber der Herr hat uns tief beschämt:

Fast überall volle oder sogar brechend

volle Säle und ein grosses Interesse nach

Gottes Wort für unsere Zeit.

Zum grossen Teil wurden die Abende

von den Zionssängern umrahmt. Das

Wiedersehen mit jahrelangen treuen

Freunden war eine enorme Stärkung

für uns. Aber an jedem Ort kamen auch

jüngere Menschen.

Unter den Zuhörern befand sich auch

eine ältere Frau, die uns erzählte, dass

sie sich vor mehr als 40 Jahren durch

eine Verkündigung von Wim Malgo bekehrt

habe. Einen Satz aus der Predigt

wusste sie heute noch ganz genau, was

sie damals sehr getroffen hatte: «Was

würdest du tun, wenn du wüsstest, dass

Jesus in 5 Minuten kommen würde?»

Norbert Lieth verstand es in wunderbarer

Weise, in den Botschaften sowohl

Evangelisation, Heiligung als auch Prophetie

miteinander zu verbinden und

weiterzugeben. Von einer jungen Frau

wissen wir sicher, dass sie den Herrn

Jesus in ihr Leben aufgenommen hat.

Gott hat unsere Gebete auch dahingehend

erhört, dass neue Freunde für

den Mitternachtsruf gewonnen werden

konnten. Alle Ehre gehört dem Herrn.

Vielen Dank allen Betern! C.M.

Mitternachtsruf-

Versammlungen in

Wien und Budapest

Am 14. Februar fand in Wien zum

zweiten Mal nach 2003 eine

ermutigende Versammlung des

Mitternachtsrufs statt. Die Anwesenden

lauschten der Botschaft mit regem

Interesse. Auch in Österreich ist unter

Mit musikalischer Umrahmung

vielen Gläubigen ein grosses Fragen

nach der Botschaft über die Endzeit

festzustellen.

Einen Tag später waren wir in Budapest,

wo über 400 Personen zu einer

Tagung des Mitternachsrufs zusammen

kamen, um die biblische Botschaft zu

hören, besonders auch in Bezug auf unsere

Zeit. Obwohl diese Veranstaltung

fast vier (!) Stunden – mit einer kurzen

Pause – dauerte, blieben die Menschen

bis zum Schluss. Die Zuhörer waren aus

ganz Ungarn angereist, um die Worte

über die baldige Wiederkunft Jesu förmlich

in sich aufzusaugen.

Unsere Herzen sind voll Dank für jede

Gelegenheit, die Gott uns schenkt, um

Seine Botschaft weiterzugeben. Sein

Wort kehrt nicht leer zurück! C.M.

An Gottes Segen ist alles gelegen!

Mitternachtsruf > April 2004

19


Fragen – Antworten

Ist der Glaube nötig,

um gerettet zu

werden?

Frage: Mit grossem Interesse lesen

wir Ihre Zeitschrift «Mitternachtsruf».

Wir haben daran nur auszusetzen,

dass Sie, wie viele andere auch,

den Eindruck vermitteln, dass wir

durch das «an Jesus glauben»

errettet werden. Dieser «An-

Glaube» ist Bekenntnis-, Kopf- oder

alttestamentlicher Verdienstglaube.

Gott ist der Geber! Dass Abraham z.B.

Gott vertrauen und Ihm gehorsam

sein konnte, wurde ihm geschenkt.

Wir werden gerettet durch geschenkte

Treue Gottes. Wir können keinen

Beitrag zu unserer Errettung leisten.

«Jeder, der da lebt und

an mich glaubt, wird

nicht sterben in Ewigkeit.

Glaubst du das?»

Joh 11,26

Ihre ausführlich dargelegte Sicht der

Dinge ist unseres Erachtens sehr einseitig.

Die Bibel ermahnt uns, das Wort

des Herrn recht zu teilen. Es stimmt: Gott

selbst hat die Möglichkeit unserer Erlösung

geschaffen und Sein Sohn Jesus Christus

hat uns die ewige Erlösung erworben.

Trotzdem dürfen wir die andere Seite nicht

einfach negieren. Wie wichtig beide Seiten

sind, sehen wir am Beispiel Israels: Gott

schenkte den Israeliten die Möglichkeit,

von den giftigen Schlangenbissen geheilt

zu werden, aber Er stellte eine Bedingung:

«Da sprach der Herr zu Mose: Mache dir

eine eherne Schlange und richte sie an

einer Stange hoch auf. Wer gebissen ist

und sieht sie an, der soll leben» (4.Mo

21,8). Heilung erfuhr nur derjenige, der

Gottes Wort ernst nahm und seine Augen

auf die eherne Schlange richtete! Darum

dürfen wir auch Schriftaussagen wie die

folgenden nicht ausser Acht lassen:

Johannes 3,16: «Denn so hat Gott die

Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen

Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt,

nicht verloren geht, sondern ewiges Leben

hat.»

Johannes 11,26: «Jeder, der da lebt

und an mich glaubt, wird nicht sterben

in Ewigkeit. Glaubst du das?»

1. Timotheus 1,16: «Aber darum ist mir

Barmherzigkeit zuteil geworden, damit

Jesus Christus an mir als dem ersten die

ganze Langmut beweise, zum Vorbild für

die, welche an ihn glauben werden zum

ewigen Leben.»

Apostelgeschichte 16,31: «Sie aber

sprachen: Glaube an den Herrn Jesus,

und du wirst errettet werden, du und

dein Haus.»

Römer 4,5: «Dem dagegen, der nicht

Werke tut, sondern an den glaubt, der den

Gottlosen rechtfertigt, wird sein Glaube

zur Gerechtigkeit gerechnet.»

Römer 4,16: «Darum ist es aus Glauben,

dass es nach Gnade gehe, damit die

Verheissung der ganzen Nachkommenschaft

sicher sei, nicht allein der vom

Gesetz, sondern auch der vom Glauben

Abrahams, der unser aller Vater ist.»

Epheser 2,8: «Denn aus Gnade seid ihr

errettet durch Glauben, und das nicht aus

euch, Gottes Gabe ist es.»

Klarer kann es nicht gesagt werden!

E.V.

Gibt es heute noch

Apostel?

Frage: Im «Mitternachtsruf» vom

Januar 2004 (S. 15) haben Sie

im Artikel «Der Papst und Petrus»

dargelegt, dass das Dogma der

katholischen Kirche, wonach der Papst

Nachfolger des Petrus sei, biblisch

nicht haltbar ist. Das hat mich sehr

angesprochen und ich teile Ihre

Meinung. Aber Gläubige, mit denen

ich ins Gespräch kam, berufen sich

auf Apostelgeschichte 1,26, wonach

Matthias durch das Los den Aposteln

zugeordnet wurde. Sie behaupten, auch

heute könne das Apostelamt immer

noch durch Loswerfen und Gebet

vergeben werden. Was sagen Sie dazu?

Schade, dass die Brüder, von denen

Sie schreiben, sich gegen diese

Auffassung wehren. Obwohl ich

eigentlich meine, in jenem Artikel schon

genügend Argumente angeführt zu haben,

möchte ich doch nochmals auf die Frage

eingehen, ob es heute noch Apostel gibt

oder nicht.

In Apostelgeschichte 1,21-22 wird

– im Zusammenhang mit dem von Ihnen

angeführten Bibelvers! – sehr deutlich

gesagt, welche grundsätzliche Voraussetzung

erfüllt sein muss, um Apostel sein zu

können: «So muss nun einer von diesen

Männern, die bei uns gewesen sind die

ganze Zeit über, als der Herr Jesus unter

uns ein- und ausgegangen ist – von der

Taufe des Johannes an bis zu dem Tag, an

dem er von uns genommen wurde –, mit

uns Zeuge seiner Auferstehung werden.»

Das heisst, es konnte damals nur jemand

durch das Los zum Apostel gewählt werden,

der den Herrn Jesus Christus persönlich

gesehen und gekannt hatte. Das war

die Bedingung. Da in unserer Zeit niemand

den Herrn Jesus Christus von Angesicht

gesehen hat, ist damit auch deutlich klar,

dass es keine Apostel mehr geben kann.

Der Apostel Paulus ist als der Apostel

der Heiden erwählt worden. Er schreibt

über seine Erwählung: «Bin ich nicht ein

Apostel? Habe ich nicht unsern Herrn

Jesus gesehen?» (1.Kor 9,1). Hier wird

also ein weiteres Mal unterstrichen, dass

Paulus sich auf Grund der Tatsache, dass

er den Herrn Jesus Christus gesehen hat,

als Apostel bezeichnen kann.

Dass die Zahl der Apostel auf die damaligen

Apostel begrenzt ist, machen uns

auch andere Bibelstellen deutlich, so z.B.

1. Korinther 15,7. Dort heisst es in Bezug

auf die Auferstehung: «Danach erschien er

Jakobus, dann den Aposteln allen.» Der

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Mitternachtsruf > April 2004


hier erwähnte Jakobus war ein Bruder des

Herrn Jesus Christus, aber er wird nicht

zu den zwölf Aposteln gezählt, denn deren

Zahl war begrenzt.

Auch Judas, der ein Bruder des Jakobus

war und somit auch ein Halbbruder des

Herrn Jesus Christus, war kein Apostel.

Er sagt: «Ihr aber, meine Lieben, erinnert

euch der Worte, die zuvor gesagt sind von

den Aposteln unseres Herrn Jesus Christus.»

(Jud 17). Dieser Judas, der einen sehr

wichtigen, inhaltsreichen Brief des Neuen

Testaments geschrieben hat, zählte sich

also selber nicht zu den Aposteln.

Die Apostel selbst haben auch keine

weiteren Apostel eingesetzt. Das weist

ebenfalls klar darauf hin, dass das apostolische

Amt mit ihnen selbst beendet war.

Wohl haben die Apostel Diakone, Mitarbeiter,

erwählt und ihnen Vollmachten

übertragen, aber diese Diakone, wie z.B.

Stephanus oder Philippus, waren keine

Apostel.

Es konnte damals

nur jemand zum

Apostel gewählt

werden, der den

Herrn Jesus Christus

persönlich gesehen

und gekannt hatte

Auch der Verfasser des Hebräerbriefes

hebt die Apostel in ganz besonderer Weise

hervor, indem er schreibt: «Wie wollen wir

entrinnen, wenn wir ein so grosses Heil

nicht achten, das seinen Anfang nahm

mit der Predigt des Herrn und bei uns

bekräftigt wurde durch die, die es gehört

haben? (Das waren die Apostel.) Und Gott

hat dazu Zeugnis gegeben durch Zeichen,

Wunder und mancherlei mächtige Taten

und durch die Austeilung des heiligen

Geistes nach seinem Willen» (Hebr

2,3-4).

Dem Herrn Jesus Christus selbst und

den Aposteln, die Er eingesetzt hat, gab

Gott besondere Vollmachten hinsichtlich

Zeichen und Wundern und Kraftwirkungen

und Austeilungen des Heiligen

Geistes. Darum kann der Apostel Paulus

auf sich bezogen in 2. Korinther 12,12

sagen: «Sind nicht die Zeichen eines

Apostels unter euch geschehen?» Das

bedeutet, dass die Apostel eben eine

ganz besondere Vollmacht besassen. Mit

ihrem Tod ging das apostolische Amt zu

Ende. Die Gemeinden sollen heute – und

das lesen wir in allen Lehrbriefen – durch

Älteste geleitet werden, die für dieses Amt

berufen wurden bzw. werden. N.L.

Streiflicht

Warum das Kreuz?

Nein, einen andern Weg fand Gott nicht, und auch Jesus traf keine andere Wahl als das Kreuz.

Somit war die Kreuzigung Jesu nicht zu umgehen. Sie bedeutet die Konfrontation des Willens

Gottes zu unserem Heil mit der Absicht Satans, der uns zu verderben sucht. «Ich will Feindschaft

setzen zwischen dir und dem Weibe, zwischen deinem Samen und ihrem Samen; derselbe soll

dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen», so entschied Gott in 1. Mose 3,15.

Am Kreuz wurde Jesu Siegesruf «Es ist vollbracht!» zum Triumph der Macht Gottes über Satan.

Gottes Heilsplan zu unserer Erlösung konnte nur über den Kreuzesweg erfolgen. Den Preis unserer

Erlösung musste der Herr Jesus Christus auf dem Opferaltar bezahlen. Dort entlud sich der

Fluch Gottes über meine und Ihre Sünden über den reinen Gottessohn, denn es steht geschrieben.

«Ein Gehängter ist von Gott verflucht» (5.Mo 21,23). Darum konnte das Kreuz nicht umgangen

werden. Jesu Blut ist die Substanz unserer Erlösung. Was im Alten Testament Ströme von

Tierblut nicht erbringen konnten, erwirkte das Lamm Gottes allein: «In ihm haben wir die Erlösung

durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade» (Eph 1,7).

Das Blut, so unästhetisch dies der humanistisch geprägte Mensch empfinden mag, ist eine absolute

Notwendigkeit zur Sühnung unserer Schuld. Denn der Schaden der Sünde in unserer adamitischen

Natur lässt sich nicht auf menschlicher Basis beheben. Darum gab Gott Seinen Sohn

auf dem Opferaltar preis, um Sühne zu erwirken. Dies ist – das muss immer wieder betont werden

– der einzige Weg zu unserem Heil.

Das unschuldige Todesleiden Jesu hat für uns umwälzende Konsequenzen. Das Kreuz ist der

Prüfstein des Glaubens. Die Welt ignoriert oder leugnet es. Satan hat es sogar verstanden, das

Zeichen des Fluches und der Erlösung zu einem Amulett zu degradieren, indem auch Ungläubige

oft ein Goldkreuzlein tragen, ohne sich seiner Bedeutung bewusst zu sein. Am Kreuz scheiden

sich die Geister. So wie in der Wüste der Blick auf die erhöhte Schlange über Tod und Leben

entschied, so entscheidet Kreuzesbejahung über ewige Rettung oder ewige Verlorenheit. Was ist

der tiefere Sinn des Kreuzes? Das Fluchzeichen, das durch Jesu Kreuzestod zum Symbol der Erlösung

wurde, muss unsere Gesinnung prägen. Dem wiedergeborenen Menschen wird das Kreuz

zur Grundhaltung: Er sagt Nein zur Selbstverwirklichung und Ja zur Hingabe an Jesus Christus.

Wenn wir vor Jesu Gang nach Golgatha in Sein Herz hätten blicken können, hätten wir sicherlich

festgestellt, dass Seine Gedanken, Empfindungen und Gemütsbewegungen ausschliesslich

auf das Kreuz ausgerichtet waren. Jede Regung, die Ihn davon abhalten wollte, wies Er entschlossen

zurück. Es gab nur eine Ausrichtung: Ja, Vater! Ja zum Kreuzestod. Das ist für menschliches

Denken absurd. Darum negiert die Welt den Weg der Selbstverleugnung und postuliert die

Selbstverwirklichung. Nicht so Kinder Gottes. Durch den Heiligen Geist wird uns das Geheimnis

des Kreuzes erschlossen, das der Apostel Paulus so leidenschaftlich verkündigte: «Denn ich hielt

es für richtig, unter euch nichts zu wissen als allein Jesus Christus, den Gekreuzigten» (1.Kor

2,2). Darum ist seine Botschaft so zentral auf das Kreuz ausgerichtet: «Denn das Wort vom

Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren gehen; uns aber, die wir gerettet werden, ist es eine

Gotteskraft» (1.Kor 1,18). Und in der Vollmacht dieser Gotteskraft proklamierte der Apostel Petrus

den an Pfingsten versammelten Menschen das Opferlamm von Golgatha: «Es ist in keinem

andern das Heil; denn es ist auch kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben,

in welchem wir sollen gerettet werden!» (Apg 4,12).

Wer im Blute Jesu das Heil fand und zur neuen Kreatur in Christus wurde, darf einerseits die

Siegeskraft Seines Blutes im Kampf gegen die Sünde erfahren. Andererseits gilt es, unsere Fleischesnatur

zu verleugnen, damit die Erlösungstat am Kreuz nicht ausser Kraft gesetzt wird. Das

Siegesleben eines Gotteskindes darf sich auf Römer 6,5-6 gründen: «Denn wenn wir mit ihm

verwachsen sind zur Ähnlichkeit seines Todes, so werden wir es auch zu der seiner Auferstehung

sein, wissen wir doch, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde

ausser Wirksamkeit gesetzt sei, sodass wir der Sünde nicht mehr dienen.» Ist das in Ihrem

Leben der Fall?

B.V.

Mitternachtsruf > April 2004

21


Vorschau

Die nächste Ausgabe erscheint am

07.05.2004, mit u.a. diesem Thema*:

«Die tiefe Bedeutung von

Pfingsten»

*Änderungen vorbehalten

Impressum

Missionswerk und Verlag Mitternachtsruf

www.mitternachtsruf.ch

GRÜNDER Wim Malgo (1922-1992)

VORSTAND Peter Malgo, Norbert Lieth, Conno Malgo, Jonathan

Malgo

SCHWEIZ Mitternachtsruf, Eichholzstr. 38, 8330 Pfäffikon ZH, Tel.:

(0041) 044 952 14 14

DEUTSCHLAND Mitternachtsruf Zweig Deutschland e.V.,

Kaltenbrunnenstr. 7, 79807 Lottstetten, Tel.: (0049) 07745 8001

ORGAN Der «Mitternachtsruf» erscheint monatlich. Er ist

ausserdem in englischer, französischer, holländischer, italienischer,

portugiesischer, rumänischer, spanischer, tschechischer und

ungarischer Sprache erhältlich.

REDAKTION (Adresse Schweiz) Tel.: (0041) 044 952 14 16,

Fax: (0041) 044 952 14 05, E-Mail: redaktion@mnr.ch,

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Lieth, Norbert Lieth, Conno Malgo (Ltg.), Elsbeth Vetsch

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Nabulon, Fredy Peter

SEELSORGERLICHE FRAGEN (Adresse Schweiz) Tel.: (0041) 01

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Schweiz und Deutschland siehe oben) Tel. Schweiz: 044 952 14

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INITIALEN DER AUTOREN IN DIESER AUSGABE

B.V. > Burkhard Vetsch; E.V. > Elsbeth Vetsch; C.M. > Conno Malgo;

N.L. > Norbert Lieth; F.P. > Fredy Peter

Dir kann nur Jesus helfen

Ego abgeben!

Ich, mein Ego abgeben? Was soll das? – Ich bin ich! Es soll mir bloss keiner vor der Sonne

stehen! Jeder ist sich doch selbst der Nächste. Was bleibt mir denn noch, wenn ich allen anderen

den Vortritt lasse? Heutzutage muss man doch auf der Hut sein, dass einem niemand in die

Quere kommt. Soll jeder schauen, wie er zu seiner Sache kommt! Mir ist doch mein Hemd am

nächsten! – Ist das vielleicht Ihre geheime Lebensphilosophie? Dann täten Sie mir Leid!

Die Ellbogen- und Faustrecht-Mentalität macht sich in unserer Gesellschaft immer mehr breit.

Oder stellen Sie nicht auch fest, dass sich das Umgangsklima unter uns merklich abgekühlt hat?

Christliche Tugenden wie Rücksicht, Zuvorkommenheit und Solidarität werden immer rarer. Aber

niemand möchte als Egoist bezeichnet werden. Doch von Natur aus sind alle Menschen geknechtete,

selbstverliebte Egoisten, die einen offensichtlich, die anderen etwas versteckter. Das Resultat:

unbefriedigt, unglücklich, geknechtet, getrieben, nimmer satt.

Der Weg zum wahren Glück führt in die genau umgekehrte Richtung! Auf dem Wegweiser – der

Bibel – steht: Gib dein Ego ab! Wem? Dem, der es gut mit Ihnen meint und in die wahre Freiheit

führt: Jesus Christus! Das tut Er wirklich! Das konsequenteste Beispiel der Hingabe gab uns

Jesus Christus mit Seinem Leben. Er verzichtete auf die himmlische Herrlichkeit beim Vater und

kam auf diese Welt, um die Menschheit von ihrem Egoismus zu erlösen. Er erkaufte uns die wahre

Freiheit, indem Er nicht an Seinem Leben festhielt, sondern für unsere Sünden starb. Obschon

Er Seinen Status als Gottessohn hätte geltend machen können, gab Er Sein Leben uns zugute total

preis und ging den einsamen, schweren Weg eines Opferlammes ans Kreuz von Golgatha. Um

unsertwillen, aus lauter Liebe, tat Er es!

Die Art und Weise, wie der Herr Jesus in selbstloser und dienender Liebe mit Seinen Mitmenschen

umging, geschah uns zum Vorbild. Er tat nichts, um daraus einen eigenen Vorteil zu erlangen.

Hingegen kränkte Ihn schnöder Undank. Zur Orientierung, damit wir das Ziel nicht verfehlen,

gab uns Gott die Heilige Schrift, das kostbare, unersetzliche Handbuch, damit wir den richtigen

Kurs finden und einhalten können. Mögen noch so viele Menschen dieses Buch ablehnen oder

darüber lästern, es ist und bleibt die unantastbare ewige Wahrheit.

In der Heiligen Schrift zeigt Gott Ihnen den Weg zur Erlösung – auch zur Erlösung von Ihrem

unseligen Ich. Sie finden darin die einzigartige Liebe Gottes zu den in Selbstliebe verstrickten

Menschen, die in sich nie wahrhaft glücklich werden können. Sie finden darin aber auch Menschen,

die in der Nachfolge Jesu von ihrem Ego befreit wurden, indem sie ihr Ich Dem abgaben,

der uns auf Golgatha die wahre Freiheit erkaufte und uns den Himmel aufschloss. Alle stolze

Selbstbehauptung macht nicht nur unglücklich, sondern endet in Selbstzerstörung, worüber sich

nur der Satan freuen kann. Nehmen Sie entschlossen einen Kurswechsel vor, wenn Sie bemerken,

dass Sie auf der falschen Fährte sind! Wer immer den Glaubensschritt zur Nachfolge Jesu

wagt, die Herrschaft über sein Leben dem Herrn Jesus Christus anvertraut, wird vom unseligen

Ego frei. Unter Jesu Herrschaft erschliesst sich uns eine ganz neue, herrliche Perspektive, indem

Er uns Sein Leben schenkt. Erst das macht ein Leben reich und lebenswert, denn es führt auf

ein herrliches Ziel zu.

Noch nie ist ein Mensch, der Jesus von Herzen nachfolgte, von Ihm enttäuscht worden. Zwar

ist es kein leichter Weg, denn es gibt auch ein Kreuz zu tragen. Aber Jesus hilft es tragen! Er

sagt: «Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen

demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen; denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist

leicht!» (Mt 11,29-30). Überdenken Sie bitte auch Jesu Worte in Matthäus 10,38-39: «Wer nicht

sein Kreuz nimmt und mir nachfolgt, der ist meiner nicht wert. Wer sein Leben findet, der wird es

verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden.» – Prüfen Sie! Was ist

Ihnen mehr wert: Ihr unglückliches Selbst, oder die Einladung Jesu zum ewigen Leben? Nehmen

Sie das grossartigste Angebot an, denn gerade Sie brauchen Jesus!

B.V.

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