EMMAUS Kindergarten Konzeption 2007 - Kirchenkreis Ronnenberg

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EMMAUS Kindergarten Konzeption 2007 - Kirchenkreis Ronnenberg

Layout + Design[ZimDesign]Dipl. Grafik-Designerin Petra Zimmermannwww.zimdesign.de

EMMAUS KINDERGARTEN

der ev.-luth. Kirchengemeinde

Bürgermeister-Klages-Platz 18

30974 Wennigsen

Tel.: 05103 / 925344

Fax: 05103 / 927385

E-Mail: kts.wennigsen@evlka.de

www.emmaus.marien-petri-gemeinde-wennigsen.de

rundes

Ein

der ev.-luth. Kirchengemeinde in Wennigsen

pädagogisches

Konzept


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

2

1. Die Emmaus Jünger 4 - 5

2. Wir stellen uns vor 6 - 7

3. So lernen Kinder 8 - 9

4. Unsere pädagogischen Ziele 10 - 11

5. Wir sind ein evangelischer Kindergarten 12 - 13

6. Wir sind ein Offener Kindergarten 14 - 15

6.1 Projekte 16 - 17

6.2 Orientierungshilfen im Alltag 18 - 19

Willkommen!

Liebe Eltern,

wir heißen Sie und Ihr Kind willkommen in unserer Einrichtung!

Wir freuen uns, dass Sie sich für diesen evangelischen Kindergarten

entschieden haben, in dem wir die Vorraussetzungen

dafür schaffen, dass sich Ihr Kind entsprechend seiner

Persönlichkeit entwickeln kann.

Gemeinschaft und die Beschäftigung mit dem Glauben vermitteln

Geborgenheit und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und können

ihm als Fundament und Orientierung für das weitere Leben dienen.

Ihr Kind wird sich selbst und die anderen erleben – beim Spielen,

Herumtoben, bei zahlreichen Projekten und gemeinsamen Aktivitäten,

aber auch beim Innehalten und im täglichen Miteinander. Wir freuen

uns darauf, ihm dabei unterstützend zur Seite zu stehen und gemeinsam

eine schöne Zeit zu verbringen.

3

7. Wir sind ein Bewegungs-Kindergarten 20 - 21

8. Wir sind ein Integrations-Kindergarten 22 - 23

Sie, liebe Eltern, laden wir herzlich ein, an der Entwicklung Ihrer Kinder

teilzuhaben und sich im Rahmen Ihrer zeitlichen Möglichkeiten im

Emmaus Kindergarten einzubringen. Selbstverständlich stehen wir auch

für persönliche Gespräche gern zur Verfügung.

9. Der Start im Kindergarten 24 - 25

10. Wir machen uns mit Eltern auf den Weg 26 - 27

Wir wünschen Ihnen und uns, dass Ihr Kind sich in unserem

Kindergarten wohl fühlt und hoffen auf eine gute

Zusammenarbeit.

11. Wir bleiben am Ball 28 - 29

12. Wir arbeiten mit Anderen zusammen 30 - 31

Im Sommer 2007

Die Erzieherinnen und der Kirchenvorstand

der ev.-luth. Kirchengemeinde Wennigsen


1

Die Emmaus Jünger

1

EMMAUS

Emmaus? Frau Emma Maus? Em-Maus?

Nein! Emma-us! Emmaus ist ein kleiner Ort bei Jerusalem.

Warum dann aber Emmaus-Kindergarten in Wennigsen?

der ev.-luth. Kirchengemeinde

Den Fremden wollen sie nicht so schnell gehen lassen.

Sie spüren: Der nimmt uns all unsere Traurigkeit.

Sie kommen nach Emmaus. Es ist Abend geworden. Sie laden den Fremden

in einem Gasthaus zum Essen ein.Der Fremde bricht ihnen das Brot und

gibt es ihnen. Da fällt es ihnen wie Schuppen von ihren Augen.

4

Nun, das kam so...

Unser Kindergarten hatte Anfang des Jahres 1997 gerade die ersten

Kinder aufgenommen, das Osterfest stand bevor - da überlegten wir,

welche österliche Geschichte aus der Bibel wir den Kindern nahe bringen

wollten.

Wir wählten die Geschichte von den beiden Jüngern auf dem Weg von

Jerusalem nach Emmaus: Alles schien zu Ende. Jesus war in Jerusalem von

den Römern gekreuzigt worden. All die großen Hoffnungen waren dahin.

Was blieb, war eine ganz tiefe Traurigkeit.

Das ist doch…!

Das ist doch Jesus. Jesus ist ihnen begegnet. Er ist gar nicht tot geblieben.

Er ist auferstanden. Er lebt! Seine Geschichte soll weitergehen.

Seine Geschichte mit uns Menschen.

Jesus ist plötzlich verschwunden. Aber das kümmert sie wenig. Sie spüren

eine so überschäumende Freude, dass sie sofort nach Jerusalem zurücklaufen,

um allen davon zu erzählen.

Ist das schön! So empfanden wir beim Erleben dieser Geschichte.

Solch eine Freude wollen wir den Kindern vermitteln. Daran wollen wir

immer denken.

5

Auch die beiden Jünger, die da unterwegs sind, spüren diese Traurigkeit.

Was sollten sie noch länger in Jerusalem? Sie wollen nach Hause.

Und so haben sie sich auf den Weg gemacht - auf den Weg Richtung

Emmaus. Sie müssen sich viel von der gemeinsamen Zeit mit Jesus

erzählen. Immer wieder. Und ihre Sätze beginnen mit einem traurigen:

Weißt du noch? Weißt du noch, wie wir dachten, er sei unsere große

Hoffnung?

Doch dann…

Da ist plötzlich ein Fremder neben ihnen auf dem Weg.

„Was habt ihr?“– fragt der. Und dann müssen sie erzählen und

erzählen. Es sprudelt nur so aus ihnen heraus. Dabei werden sie

immer trauriger. Der Fremde schüttelt den Kopf: „Das musste

doch alles so geschehen. Das steht doch schon so in euren alten

Schriften!“ Sie spüren, wie ihnen plötzlich ganz warm ums

Herz wird.

Darum soll unser Kindergarten Emmaus-Kindergarten heißen!

Ja, und so kam es dann auch.

Darum heißt unser Kindergarten: EMMAUS-KINDERGARTEN!

Burkhard Gums


2

Wir stellen uns vor

2

Träger der Einrichtung

Wir sind der Kindergarten der evangelisch-lutherischen Marien-

Petri-Kirchengemeinde, vertreten durch den Kirchenvorstand. Er ist

verantwortlich für die religionspädagogische und sozialpädagogische

Arbeit im Kindergarten. Er unterstützt und fördert die im Kindergarten

tätigen Mitarbeiterinnen.

Der Kindergarten ist ein wichtiger Teil der Kirchengemeinde und der

Gemeindearbeit.

6

Räume und Außengelände

Unser Kindergarten liegt am Ortsrand von Wennigsen mit Blick

auf den Deister, umgeben von Feld und Wald.

Der Kindergarten ist entsprechend dem Offenen Konzept

sehr großzügig mit Räumen ausgestattet. Das Gebäude ist so

angelegt, dass von vornherein die pädagogische Arbeit mit

dieser Konzeption möglich ist (siehe Kapitel 6).

Zentrum des Gebäudes ist der Eingangsbereich mit

dem Turm und der Rutsche, wo die Kinder die

Möglichkeit haben, ein erweitertes Blickfeld zu

erfahren und zu erleben. Dieser Eingangsbereich

lädt ein zu Begegnungen zwischen Kindern, Eltern

und Mitarbeiterinnen.

Das Außengelände ist großflächig und phantasievoll

um den Kindergarten herum angelegt.

Struktur des Kindergartens

Wir nehmen Kinder der Gemeinde Wennigsen ab dem zweiten Lebensjahr

auf bis zur Schulpflicht, unabhängig von ihrer Nationalität und Religion.

In unserer Integrationsgruppe, personell verstärkt durch eine Heilpädagogin,

können bis zu vier Kinder mit Behinderung aufgenommen werden.

Unsere Tagesstätte ist von 7.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet, wobei die

Eltern zwischen verschiedenen Betreuungszeiten wählen können.

In den Schulsommerferien wird die Einrichtung drei Wochen geschlossen.

Ansonsten ist der Kindergarten, bis auf einzelne Studientage des Teams,

verlässlich geöffnet.

Mitarbeiterinnen

In unserem Kindergarten arbeitet ein Team von sozialpädagogischen

Fachkräften: Heilpädagoginnen, Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen,

alle mit unterschiedlichen Zusatzqualifikationen und Fachkenntnissen.

Eine Mitarbeiterin ist für den hauswirtschaftlichen Bereich zuständig.

7


3 So lernen Kinder

3

Kinder haben den Willen und die Kraft, ihre Entwicklung durch

Eigenaktivität voranzubringen. Sie sind geborene Lerner!

Für uns zeigen sie sich als Akteure, indem sie eigenständig Kompetenzen

erwerben. Sie sind Konstrukteure (Reggio Pädagogik), indem sie aus ihren

Erfahrungen Rückschlüsse ziehen, ständig ihre Sicht von der Welt verändern

und sich so selbst bilden. Schließlich sind sie Baumeister ihres Lebens

(M. Montessori), indem sie sich zum Ausdruck bringen und eine einmalige,

unverwechselbare Persönlichkeit sind und werden.

8

Lernen wird als Tätigkeit verstanden: im Wahrnehmen, Bewegen,

Handeln, Spielen, Forschen und Sprechen.

Der Offene Kindergarten ist das unausgesprochene Angebot:

Komm, geh aus dir heraus, wage etwas,

hier ist der Spielraum, er gehört dir, füll ihn aus.

Jedes Kind bringt seine individuellen Voraussetzungen und auch seine

eigene Lebensgeschichte mit. Kinder lernen vor allem durch Nachahmung,

durch „Versuch und Irrtum“ und durch Zusammenleben.

Kinder schließen Freundschaften und erproben ihre eigenen

Stärken und Grenzen gemeinsam in der Auseinandersetzung.

9

Durch eine auffordernde und anregende Umgebung sowie

durch Impulse der Erzieherinnen können Kinder ihre Kompetenzen

erweitern. Wir nehmen die Ideen und Vorstellungen der

Kinder in ihren Formen des Ausdrucks ernst. Dadurch entwickeln sie

Vertrauen zu sich selbst und in ihr Handeln und erleben ihre Selbstwirksamkeit

bei ihrer Mitwirkung im Alltag.


4

Unsere pädagogischen Ziele

4

„Kinder sollen nicht machen, was sie wollen,

sie sollen das wollen, was sie tun.“ Jean Piaget

Das Kind soll sich ein Bild machen:

von sich

von Anderen

von der Welt

von Gott

10

Von sich: Wir nehmen jedes Kind ernst in seinen vielfältigen Ausdrucksformen

und unterstützen besonders seine Stärken. Auf diesem Weg

bekommt es die Zeit, die es für sein individuelles Lerntempo benötigt.

Dabei soll es in Freiräumen seine Individualität ausleben und seine

Einmaligkeit erfahren.

Ort der

Bewegung

Ort für

alle Kinder

11

Von Anderen: Jedes Kind hat verschiedene Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme

mit selbst gewählten Spielpartnern und den Erwachsenen des

Hauses, um sich im sozialen Miteinander zu erproben und einzuüben.

Von der Welt: Die Interessen des Kindes werden aufgegriffen,

thematisiert und in Angeboten oder Projekten mit anderen

Kindern gemeinsam bearbeitet. Von den Erzieherinnen werden

neue Impulse und Ideen angeboten.

Von Gott: Jedes Kind soll Erfahrungen im christlichen Zusammenleben

machen können und christliche Traditionen erleben.

Ort der

Gemeinschaft

Ort der Mitverantwortung

und

Mitwirkung

EMMAUS

Kindergarten

als Ort

der Bildung!

Ort des

Spielens

Ort der Schulvorbereitung

Kinder sollen ihre Kindheit fortsetzen. Bei allem Engagement für

ihre Weiterentwicklung sollen sie ihr Glück im Heute erfahren.

Auf dem Weg zur Erreichung der einzelnen Ziele ist unsere Grundlage

die Beobachtung der Kinder und deren Dokumentation.

Ort der

Kreativität

Ort der

Religiosität


5 Wir sind ein evangelischer Kindergarten

5

„Halte Deine Hand, Herr, über uns und

segne jeden unserer Schritte.“

Segensspruch über der Eingangstür unseres Kindergartens

Wir geben die Botschaft von der Liebe und Zuwendung

Gottes weiter:

„Gott hat Dich lieb und hält zu Dir, was immer auch passiert.“

Religiöses Lernen in unserem Alltag geschieht wie folgt:

12

Damit wird der Grundstein für Vertrauen gelegt, das das Kind durch sein

weiteres Leben begleiten und tragen kann.

…dass Trösten,

Helfen und Unterstützen

zum

miteinander Leben

gehören.

…dass Menschen

unterschiedliche

Stärken und

Schwächen haben.

…Menschen, die

es wertschätzen,

stärken und kritisch

begleiten.

Jedes Kind

erlebt in

unserem

Alltag…

…eine Umgebung,

in der Raum für

religiöses Fragen

und Suchen ist.

…Menschen, die

die Liebe Gottes

spürbar werden lassen

und in Glaubensfragen

Antwort geben

können.

…das Angebot,

christliche und kirchliche

Traditionen kennen

zu lernen und sich

damit auseinander

zu setzen.

Wir erzählen Jesusgeschichten und Geschichten von Gottes Liebe zu

den Menschen. Dazu wird gesungen, gespielt und gebetet.

Wir greifen Themen wie Geburt, Krankheit und Tod auf und

besprechen sie.

Wir erfahren gemeinsam christlich-kulturelle, religiöse Traditionen,

Regeln und Gebräuche.

Wir stellen für die Kinder über kirchenpädagogische Projekte einen

besonderen Bezug zum Kirchenraum her.

Wir erleben gemeinsam das Kirchenjahr mit seinen Festen und

Feiern und Familiengottesdiensten.

Kinder sollen bei uns ein würdiges Zusammenleben erfahren, bei dem

sich jedes Kind wertgeschätzt fühlt.

Wir nehmen mit den Kindern teil am Leben der Kirchengemeinde:

Feste, Kinderkirchentage, Gottesdienste. So erfahren wir, dass wir

zur christlichen Gemeinschaft gehören.

13

(„Staunen über Gott und die Welt“ Ev Bildungskonzept für den Elementarbereich, 2006)

Wir gestalten gerne die Taufe von Kindergarten Kindern!


6 Wir sind ein 0ffener Kindergarten

6

Das pädagogische Konzept unseres Offenen Kindergartens ist die

Antwort auf die Frage:

„Welche Bedingungen brauchen Kinder heutzutage in

einem Kindergarten für eine eigenständige Entwicklung

und ein gemeinsames Leben und Lernen?“

14

Aus diesem Grund haben wir Strukturen und Inhalte unserer Pädagogik

bewusst so abgestimmt und ausgewählt, dass Kinder ihre Aktivitäten,

Interessen, Stärken, Begabungen, Ideen, Bedürfnisse einsetzen und

umsetzen können:

Wir gestalten eine entspannte Atmosphäre zum Wohlfühlen.

Wir gestalten Entscheidungsspielräume für eine eigenständige

Lebensführung.

Wir gestalten Spielräume für das große elementare Bedürfnis

der Kinder: Bewegung.

Wir gestalten eine Umgebung, in der sich Kinder

vielfältig spielend und forschend engagieren können.

Wir schaffen Zeitstrukturen für Tages- und

Wochenabläufe, die Sicherheit geben.

Wir ermöglichen Erfahrungen, in denen die Lerninteressen

der Kinder zum Tragen kommen.

Wir schaffen Bedingungen, dass Kinder vielfältige

Beziehungen aufbauen können: zu anderen Kindern

und zu allen Erwachsenen des Hauses.

Durch diese Bildungsarbeit entwickelt sich die Schulbereitschaft bzw.

Schulfähigkeit des Kindes. Die Vorbereitung auf den Übergang und

die Förderung des Kindes im Hinblick auf den Schuleintritt wird mit

konkreten Strukturen und Abläufen gezielt verfolgt.

Wir gestalten mit diesen Schwerpunkten einen ganzheitlichen Entwicklungsrahmen,

der die Kinder anregt. Dabei werden die Kinder bei allem

Tun betreut und begleitet.

Das Ganze leben wir in offenen, achtsamen Beziehungen zu den Kindern,

Eltern und untereinander.

15


6.1

Projekte

6.1

Neben der Bedeutsamkeit des Spiels und der Angebote für neue Impulse

haben Projekte eine besondere Gewichtung bei uns. Sie bieten vielseitige

Möglichkeiten, die Grundgedanken des Offenen Konzeptes, und die

Bildungsziele des Orientierungsplanes umzusetzen. Dabei wird jedes Kind

in die Mitverantwortung seines Lernens genommen.

Unser Motto: „Der Weg ist das Ziel.“

Ein Beispiel für eine Projektplanung

mit Kindern zum Thema „Indianer“

16

Wie entstehen Projektgruppen?

Das beobachtete Interesse einzelner oder mehrerer Kinder

wird zum Thema gemacht.

Eine Kindergruppe bildet sich dazu.

Erzieherin und Kinder planen Aktionen (siehe Schaubild).

Sprache

Zeichensprache,

Rauchzeichen,

Gesänge...

Rituale

Namen, Bemalung, Tänze,

Marterpfahl,

Friedenspfeife...

17

Was passiert in den Projekten?

Es wird gemeinsam geplant und entschieden.

Kinder bringen sich dabei individuell zum Ausdruck.

Kinder lernen gemeinsam, sie gehen neue

Freundschaften ein, entdecken neue

Fähigkeiten und haben Freude daran.

Wir gestalten den Abschluss

besonders: ein Fest oder eine

Aufführung, ein Ausflug oder

eine Ausstellung…

Verschiedene

Stämme:

Sioux, Apachen, Irokesen,

Comanchen, Cheyennes,

Kiowas...

Indianer

Kleidung

Federschmuck, Perlen,

Mokassins...

Projekt Ägypten…

Andere Themen waren bei uns schon:

Zirkus, Unterwasserwelt, Märchen, Nanas, Hundertwasser, Weltraum, Ägypten…


6.2

Orientierungshilfen im Alltag

6.2

Kinder benötigen diese Regeln, Rituale und Strukturen, die sie halten,

stützen und ihnen und uns Sicherheit im Handeln geben.

Sie entstehen bei uns im täglichen Miteinander und sind für alle

verbindlich, wie z.B. „Bei uns wird nicht geschlagen“ oder „Nach dem

Spielen wird aufgeräumt“.

Weitere Orientierungshilfen im Alltag ergeben sich aus den Strukturen

des Tages und der Räume. Um diese kindgerecht zu verdeutlichen, hängen

z.B. in allen Räumen Symbole, durch die die Kinder den Tagesablauf mit

seinen Aktivitäten selbstständig erkennen können.

18

Auch Rituale sind Strukturen

Sie geben den Kindern durch den hohen Wiedererkennungswert eine

große Sicherheit im Alltag, z.B: jeden Morgen die gleichen Rituale im

Kreis (Kerzen anzünden, Lied singen, beten..). Kinder fordern Rituale

aber auch ein, wie z.B. bei ihren Geburtstagsfeiern.

Rituale sind Strukturen

Kinder lernen,

mit Grenzen umzugehen

und sie zu

akzeptieren.

19

Rituale geben

Kindern Sicherheit

im Handeln.

Regeln

Rituale

Strukturen

Kinder lernen,

Regeln im Alltag

umzusetzen und

einzuhalten.

Strukturen bieten

einen Rahmen und

Orientierung im

Alltag.


7

Wir sind ein Bewegungs-Kindergarten

7

Kinder lernen über Bewegung! Sie ist das Tor zur Welt!

Kinder sollen sich spontan bewegen und haben drinnen

und draußen viel Platz dafür. Dabei können und sollen sie

vielfältige Körpererfahrungen machen.

Was bedeutet das für unseren Kindergarten?

Die Pädagogik unseres Kindergartens mit seinem Offenen

Konzept bietet Kindern unterschiedliche Räume, um die

für sie sinnvollen Erfahrungen zu sammeln.

20

Sie können sich von neuem herausfordern lassen, sich individuell

oder mit Anderen auf den Weg machen. Hierbei handeln Kinder gemäß

ihrer eigenen Zeitstruktur, vertiefen sich in eine Sache oder wiederholen

Tätigkeiten lustvoll.

21

So entstanden aus unserer Erfahrung heraus regelmäßig stattfindende

Psychomotorik-Gruppen, Waldtage und besondere Aktivitäten im

Bewegungsraum (z.B. die Felskletterwand).

Ein Bewegungs-Kindergarten zu sein, bedeutet also nicht nur ein

attraktives Außengelände, einen Bewegungsraum und eine

Rutsche im Flur zu haben, sondern wir schaffen Möglichkeiten

für Kinder, sich überall ganzheitlich zu entwickeln.

Für das gesamte Leben gilt das Motto:

„Wer sich nicht bewegt,

bleibt sitzen.“

Wahrnehmung: hören, fühlen, sehen

Versuch und Irrtum in einer fehlerfreundlichen Atmosphäre

Körperliche Grenzen erfahren und überwinden, z.B. Hochsitz,

Kletterwand

Grobmotorik: Fahrrad fahren, laufen, springen, klettern, schwimmen

Anspannung, Entspannung: schaukeln, wippen

Auseinandersetzung mit Materialien

Stolz, Freude, Selbstvertrauen

Sitzkreis statt Stuhlkreis


8

Wir sind ein Integrations-Kindergarten

Gemeinsames Spielen und Lernen

8

Aus diesem Grund haben wir Voraussetzungen geschaffen, dass auch

Kinder mit Behinderung zu uns kommen können. Dieses ist für uns eine

Selbstverständlichkeit, denn:

Gemeinsames Arbeiten in Projekten

Therapien finden im Kindergarten statt

Verschiedenheit als Normalität erleben

„Nur ein Kindergarten für alle

ist ein normaler Kindergarten!“

22

„Kinder lernen alle gleich, ob hochbegabt, entwicklungsverzögert, mehrfach

behindert, chronisch krank oder gesund. Sie brauchen zum Lernen

fördernde und herausfordernde Umweltbedingungen, damit sie sich von

ihrem jeweiligen Entwicklungsniveau aus weiter entwickeln können und

sie brauchen Erwachsene, die sie unterstützend begleiten.“

(Büchsenschütz/Regel, „Mut machen zur gemeinsamen Erziehung“, 1991, Seite16)

23

Auf dieser Basis ermöglichen wir im Alltag ein gemeinsames Spielen

und Lernen aller Kinder auf ihrem jeweiligen Entwicklungsstand mit

entsprechenden Materialien und Angeboten.

Unerlässlich ist deshalb für uns eine enge Zusammenarbeit

mit den Eltern, anderen Pädagoginnen/Pädagogen,

Therapeutinnen/Therapeuten sowie der Grundschule und

unserer Kirchengemeinde.

Bei uns im Kindergarten erleben auch die Eltern der nicht

behinderten Kinder, dass das gemeinsame Lernen aller

Kinder förderlich und anregend wirkt. Näheres dazu ist

im „Regionalen Konzept der Gemeinde Wennigsen“

festgeschrieben, welches im Kindergarten eingesehen

werden kann.


9

Der Start im Kindergarten

„Jedem Anfang wohnt

ein Zauber inne.“

Hermann Hesse

9

Für jedes Kind ist ein gelungener Anfang in unserem Kindergarten

sehr wichtig. Dafür haben wir unterschiedliche Eingewöhnungsmodelle

entwickelt.

24

Jede Familie und jedes Kind ist anders. Deshalb wird jedes Kind

mit seinen Bedürfnissen individuell gesehen. Die heutigen

wissenschaftlichen Bindungstheorien belegen die große Bedeutung

einer frühkindlichen Bindung zu einem Erwachsenen.

25

Forschungsergebnisse weisen aber auch darauf hin, dass Kinder zu

mehreren Personen Bindungen aufbauen können. Auf der Grundlage

dieser Erkenntnisse wird bei uns die Eingewöhnungszeit für die neuen

Kinder verlässlich strukturiert.

Jedes Kind kann – mit so viel Zeit, wie es benötigt – seine

Beziehung und Bindung zu seiner Erzieherin aufbauen.

Nur mit einer gelungenen und sicheren Bindung zu

einem Erwachsenen ist das Kind bereit, sich auf seinen

Lernweg zu machen: es zeigt Interesse am Spielmaterial,

will ausprobieren, mitmachen und geht auf

andere Kinder zu. Dadurch stellen wir sicher, dass sich

jedes Kind bei uns geborgen und angenommen fühlt.


10 Wir machen uns mit Eltern auf den Weg

10

Wir bieten Ihnen:

Erziehungspartnerschaften

Regelmäßige Entwicklungsgespräche

über Ihr Kind

„Tür- und Angelgespräche“ zum

kurzen Informationsausstausch

Die Zusammenarbeit mit Ihnen – den Eltern – ist uns sehr wichtig!

Als Kindergarten knüpfen wir an die Erfahrungen des Kindes in seiner

Familie an, um diese mit entsprechenden Entwicklungsangeboten zu

erweitern. Wir wünschen uns mit Ihnen eine Erziehungspartnerschaft,

indem wir gemeinsam über die Entwicklung Ihres Kindes sprechen.

Elternbriefe, Plakate und Dokumentationen

laufender Projekte

Vertretung der Interessen der Eltern

im Elternbeirat oder in Ausschüssen

Gesprächsabende

zu gewünschten Themen

Einfach nur zu Besuch sein, oder den

Kindergartenalltag kennenlernen

26

„Ein familienfreundliches Klima und eine gute Zusammenarbeit mit den

Eltern ermöglichen gemeinsames Handeln. Die pädagogischen Fachkräfte

stellen Transparenz über die pädagogische Arbeit in der Tageseinrichtung

her und klären die Eltern über die Möglichkeiten der Beteiligung auf.“

(Orientierungsplan für Bildung und Erziehung, Seite 43)

Eltern haben in unserem Alltag die Möglichkeit der Mitwirkung

und Mitbeteiligung:

Sie können

sich bei uns

beteiligen:

27

Die Zubereitung

des regelmäßigen

gesunden

Frühstücksbufetts

Feste und Aktionen

mit Eltern und

Kindern

Mit Kindern,

die Seepferdchen

haben, schwimmen

gehen

Eigene Fähigkeiten

und Kenntnisse

im Freispiel mit

anbieten

Im Advent mit

Kindern Kekse

backen

Vorbereitung des

Elterncafés mit

Kindern

Mitspielen im

Theaterstück der

Faschingsfeier

Mitbeteiligung in

Gottesdiensten/

Andachten in der

Kirche oder im Kiga


11 Wir bleiben am Ball

11

Um die Qualität der pädagogischen Arbeit regelmäßig zu überprüfen

und zu gewährleisten, nehmen die Erzieherinnen an berufsspezifischen

Fortbildungen und Seminaren teil.

Es werden Themen gewählt, bei denen jede Erzieherin ihre Kenntnisse

für einen speziellen Bereich vertiefen kann, z.B.: Psychomotorik,

Integration, Religionspädagogik, Gesprächsführungstechniken u.a.

Auch die internen Teamfortbildungen (Studientage) haben im Rahmen

dieser Zielsetzung ihren besonderen Stellenwert.

28

Regelmäßige Teamsupervision und Fachberatung wird

zusätzlich genutzt, um…

die pädagogische Arbeit zu überprüfen,

die Arbeit weiter zu entwickeln,

die Projektarbeit zu reflektieren,

neue Impulse im Bildungsbereich zu erarbeiten.

29

Dieses geschieht insbesondere mit Blick auf die

gemeinsame Erziehung von Kindern mit und

ohne Behinderung sowie

unsere Arbeit mit den

zweijährigen

Kindern.


12 Wir arbeiten mit Anderen zusammen

12

Eine gute Einbettung unseres Kindergartens in das Gemeinwesen ist

unerlässlich. Von daher sind wir an einer Kooperation mit anderen

Institutionen sehr interessiert und arbeiten immer weiter an einer

Vernetzung.

30

Dazu gehört die Zusammenarbeit mit:

Ämtern, Therapeuten und Ärzten,

der zuständigen Grundschule,

unserer Kirchengemeinde (Familiengottesdienste, Kinderkirchentage),

den Kindergärten der Gemeinde Wennigsen,

der kommunalen Verwaltung,

dem Diakonischen Werk und der Fachberatung,

den ev. Kindergärten unseres Kirchenkreises sowie der angrenzenden

Kirchenkreise.

Zu guter Letzt: „Die Zukunft liegt nicht darin, dass man an

sie glaubt oder nicht glaubt, sondern darin,

dass man sie vorbereitet.“

Erich Fried

31