An der Weinstraße roch es nach Wein und ... - Weingut Heußler

heusslerwein

An der Weinstraße roch es nach Wein und ... - Weingut Heußler

20 www.liebes-land.com 8/2009

Mit offizieller Genehmigung

© 2009

Heft 8/2009

Fotos: Beate Jeske

Liebes Land

Ein

netter

Zug

Der Pfälzer Herbert

Heußler ackert in seinem

Weinberg mit zwei kräftigen

Arbeitspferden. Das hat

nicht nur Tradition, sondern

auch Zukunft.

Lange überlegen musste Herbert Heußler

nicht. Als er 1973 das pfälzische

Weingut seines Vaters übernahm,

war klar: Ein Haus ist da, Bäume sind da, ein

Pferd muss her. Ein Pferd?

Längst hatten Traktoren im Weinberg und

auf dem Acker die gemütlichen Arbeitspferde

ersetzt. Damit könne man schneller und bequemer

arbeiten, glaubten die Winzer. Heußler

kümmerte das wenig. Er wollte ein Pferd.

Und weil er Pfälzer ist und Pfälzer bekanntlich

etwas stur sind, setzte er sich durch.

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Die Arbeit mit dem Pferd schont die

Reben. Sie bringen ein Jahr eher Trauben.

Hans war keine Schönheit, aber ein treuer Gefährte

Das Pferd hieß Hans und war, wie Heußler heute zugibt, erst

auf den dritten Blick eine Schönheit. Auf den ersten Blick schlug

und biss es. Aber das ließ Heußler ebenso kalt wie die Skepsis

der Kollegen. Ein halbes Jahr nahm er sich für Hans Zeit, übte

mit viel Geduld und Lob; dann waren die beiden dicke Freunde.

20 Jahre gingen sie zusammen in den Wingert (pfälzisch für

Weinberg) und bestellten die Reben. Hans zog den Pflug, der

„Der schönste Arbeitsplatz der Welt“:

Herbert Heußler auf dem Weg ins Geschäft.

Diesen Grubber

(links) bekam

Herbert Heußler

vom Schwiegervater.

Winzer gab die Kommandos: „Har“ für links, „hott“ für rechts

und „brr“ für stopp. Auf dem 15 Hektar großen Weingut versorgten

sie die jungen Reben, vor allem Riesling und Spätburgunder.

Hans hat heute zwei Nachfolger. Sie heißen Resch und Rico

und sind Schwarzwälder Füchse. So heißt die leichteste Kaltblutrasse,

die es in Deutschland gibt. Die Pferde sind kräftig und mit

In Lohn

und Brot

Arbeitspferde sind nicht nur etwas für

Nostalgiker. Erstmals seit den 1950er

Jahren nimmt die Zahl der landwirtschaftlichen

Betriebe, die ausschließlich mit

Pferden arbeiten, wieder zu. Heute gibt

es rund 160 kleine und mittlere Höfe, auf

denen Pferde in Lohn und Brot stehen.

Die Tiere ziehen wie vor 100 Jahren Pflüge,

Trommelwender und Drillmaschinen.

Verblüffend: Die Arbeit mit Pferden, einst

zugunsten des Traktors abgeschafft, lohnt

sich wieder. Der amerikanische Landwirt

und Dozent Chet Kendell errechnete, dass

Bauernhöfe bis zu einer Größe von 70 Hektar

mit Pferden besser fahren als mit Traktoren.

Das liegt daran, dass Traktoren viel

teurer sind als Pferde (ein kleiner Traktor

kostet mehr als ein Mittelklasse-Wagen;

ein gutes Arbeitspferd ist schon für etwa

4000 Euro zu haben), die Preise für Diesel,

Öl und Reifen sind ebenfalls hoch. Hinzu

kommt: Traktoren können nicht vermehrt

werden, Pferde schon.

Kendells Rechnung: 40 Jahre Traktor ergeben

Kosten von 90 000 Dollar, denen

Erlöse von 20 000 Dollar gegenüberstehen.

Pferde erzeugen Kosten von 61 200 Dollar

und bringen Erlöse von 82 300 Dollar.

Ein weiterer Vorteil: Pferde sind umweltfreundlich

und verdichten den Boden

nicht so stark wie Traktoren. Eine Liste

von landwirtschaftlichen Betrieben, die in

Deutschland mit Pferden arbeiten, gibt

es bei der IG Zugpferde.

einer Größe von etwa 1,55 Metern (in der Fachsprache Stockmaß)

rund 20 Zentimeter kleiner als moderne Sportpferde. Dafür

sind ihre blonden Mähnen so lang, dass sie den Hals bedecken

und bei jedem Schritt auf und ab wippen.

Resch ist mit 20 Jahren der Senior im Gespann, Rico ist

sechs. Er befindet sich, wie sein Besitzer sagt, „im dritten Ausbildungsjahr“

und ist nach dessen Ansicht „ein Gewerkschafter“,

weil er sich nicht gerade überarbeitet. Heußler selbst ist 61 und

Ranken und Reben: Rhodt in der Pfalz

ist ein typischer Weinort.

einer der wenigen deutschen Winzer, die noch mit Pferden in den

Weinberg kraxeln. Als Öko-Nostalgiker sieht sich der Weinbauer

aber nicht: „Auch wir rechnen mit spitzer Feder.“ Heußler würde

nicht auf Pferde setzen, wenn es sich nicht lohnen würde.

Sein Stichwort heißt Bodenverdichtung. Wenn er es hört,

schaut er so, als hätte ihm jemand einen Schuss Zitrone in den

Riesling geschüttet. „Um gute Weine zu bekommen, müssen wir

den Boden so schonend wie möglich bearbeiten“, urteilt der

Winzer. Und da sei ein Pferd, das nur etwa ein Fünftel eines

Schleppers wiege, wegen seines geringen Gewichts im Vorteil.

„Die Wurzeln der jungen Reben können sich ungehindert aus-

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Heußler ist für jeden

Schwatz zu haben.

Zum Zug

gekommen

Weingut Christian

und Herbert Heußler,

Mühlgasse 5,

76835 Rhodt unter Rietburg,

Tel. (06323) 2235,

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Interessengemeinschaft

Zugpferde,

Uferstraße 29, 73660 Urbach,

Tel. (07181) 8878953,

www.ig-zugpferde.de

breiten und an Fundament gewinnen.“ Der Weinbauer schätzt,

dass mit dem Traktor bearbeitete junge Reben ein Jahr länger

brauchen, um Trauben zu bringen. „Wenn wir aber einen Jahrgang

früher eine schöne Spätlese bekommen, rechnet sich das.“

Auch die auf einem halben Hektar wachsenden alten Reben

profitieren von den Pferden. Die Bodenbelüftung ist besser, der

Boden produziert weniger Faulgase, dadurch enthält der Wein

Mit fünf Stundenkilometern wühlen sich

Herbert Heußler und Rico durch den Boden.

mehr Extrakt und Mineralität. In jedem Herbst spannt Heußler

den Pflug an und deckt die Veredelungsstellen der Weinstöcke am

Boden mit Erde ab. So kommen die Reben gut über den Winter.

Um den Boden zu lockern, benutzt der Winzer einen Grubber.

Das schmiedeeiserne Gerät hat ihm sein Schwiegervater vor

Jahrzehnten gebaut. Es hält noch immer. Der Grubber wird über

zwei Ketten mit Ledersträngen und einem Seil am Pferd befes-

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tigt. Dafür trägt Rico ein Kummet über dem Hals. Das Kummet

ist ein steifer, gepolsterter Ring, der die Zugkraft des Pferds auf

Brustkorb, Schultern und Widerrist verteilt. Dazu bekommt Vielfraß

Rico einen maßgeschneiderten drahtigen Maulkorb, damit

er während der Arbeit nicht die Reben wegmampft. Über ein Gebiss

im Pferdemaul und ein sieben Meter langes Seil, das am

Zaumzeug befestigt ist, kann Heußler die Pferde behutsam steuern.

Das Prinzip dieser Arbeits-Anspannung ist seit Jahrhunderten

gleich geblieben.

Schon Heußlers Großvater arbeitete seit 1936 mit Pferden im

Weinberg. Wenn die Männer damals über Pferdestärken debattierten,

saß der junge Herbert in den 1950er Jahren mit seinen

Freunden unterm Tisch. „In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

waren starke Pferde wegen ihrer Zugkraft auf Weingütern

unentbehrlich“, sagt der Winzer heute. „Entlang der südlichen

Weinstraße roch es nach Wein und Mist.“

Beides war für die Winzer wichtig. Der Mist brachte nämlich

mit Stickstoff, Phosphor und Kali die Rebstöcke erst zum Wachsen.

Deshalb fährt der 61Jährige auch heute den Pferdemist regelmäßig

in seinen Wingert und düngt damit die Flächen. „Für

die meisten unserer Weinberge brauchen wir seit Jahren keinen

künstlichen Stickstoffdünger mehr.“

Reiten wollte der Winzer seine Pferde aber nie. Stattdessen

nimmt er Rico und Resch lieber mit in den Wingert oder gönnt

ihnen ihre Freizeit auf der Koppel. Die beiden haben einen offenen

Stall, aus dem sie jederzeit an die frische Luft können. Ein

kleiner Zaun trennt sie voneinander, denn sonst würde Young-

ster Rico dem Oldie Resch den Hafer stehlen. Wenn sie nicht arbeiten,

sind die beiden das ganze Jahr draußen, wo sie Heu und

Hafer knabbern. Gelegentlich kommen Nachbarn zum Füttern

und Streicheln.

An der Weinstraße roch es nach Wein und Pferdemist

Mit dem Grubber wird der

Boden aufgebrochen, die

Pflanzen bekommen Luft.

Dieses alte Wagenrad ziert den Hof.

Freizeit: Wenn sie nicht arbeiten, genießen Rico

und Resch das Leben auf der Koppel.

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Gemächlich zockelt Heußler mit seinem

Gespann durch den Ort.

Herbert Heußler kennt sie alle,

schließlich leben im pfälzischen Winzerdorf

Rhodt nur 1150 Leute. Er ist ehrenamtlicher

stellvertretender Bürgermeister

und kümmert sich in Rhodt um 640 Hektar

Wald und 240 Hektar Rebfläche. In

den 1970ern dachten viele noch, Heußler

sei ein Spinner oder am Ende, als er wieder

auf Pferde im Weinberg setzte. „Sie

vermuteten, ich könnte mir keinen

Schlepper leisten.“

Heute recken die Leute ihre Hälse,

wenn sie sehen, wie der Mann mit Rico

oder Resch und einem Planwagen für

seine Arbeitsgeräte in Richtung Weinberg

zockelt. „Die Arbeit mit den Pferden ist

viel geselliger“, sagt Heußler. „Vom Traktor

hebt man nur kurz die Hand zum

Gruß. Mit den Pferden kann man auch

mal schnell anhalten.“ Nicht nur wegen

des Schwatzes vom Wagen aus findet er:

„Ich habe den besten Arbeitsplatz der

Welt.“ Philipp Schneider

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