Gemeindebrief FEB-MAR 2009.DOC - Zionsgemeinde

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Gemeindebrief FEB-MAR 2009.DOC - Zionsgemeinde

Monatsspruch Februar 2009

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, ich bin der HERR.

3. Mose 19,18

Ein kurzer einprägsamer Satz wird uns da überliefert. Ein Satz, den man

sich gut merken kann und ein bedeutsamer Satz, denn er stellt die Zusammenfassung

der Tora dar. Also, alle Aussagen der jüdischen Bibel bündeln

sich in diesem Merksatz: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich

selbst, ich bin der HERR.

Nun könnte man natürlich einwenden:

So einfach mit der Liebe ist es nicht.

Sich selbst zu lieben gelingt ja oft nur

schwer, denn wir sind ja keinesfalls

Menschen, die sich immer annehmen

und akzeptieren können. Es gibt jeden

Tag genügend Gründe, eher

enttäuscht über die eigene

Unzulänglichkeit zu sein. Aber diesen

Satz sagen wir uns ja nicht selbst zu,

sondern Gott spricht so zu uns. Sich

selbst zu lieben ist also nicht eine Aufforderung an uns von uns, sondern

Gottes erklärter Wille für uns.

Also, Gott liebt uns zunächst einmal ganz unabhängig davon, wer wir sind

und was wir getan oder nicht getan haben. Es spricht zu uns sein großes JA.

Wir sind dadurch nicht nur seine Geschöpfe, sondern seine Töchter und

Söhne. Seine Liebe umfasst unser ganzes Leben. Das ist ein großes Geschenk.

Wir sind von Gott geliebt – ohne wenn und aber. Liebe aber, und

das wissen wir, gibt uns die Kraft, unsere Gaben und Fähigkeiten zu entfalten,

ja über uns hinauszuwachsen und den Raum der Freiheit, in den Gott

uns gestellt hat, zu gestalten. Leider geht uns dieser Zuspruch Gottes in den

Realitäten unseres Lebens immer wieder verloren. Wir suchen immer erneut

nach dem Wort, was uns längst zugesprochen ist: Ihr seid geliebt. Liebe

aber, und das wissen wir auch, ist immer bezogen. Liebe entfaltet sich erst

im Gegenüber. So ist es logisch, dass wir die empfangene Liebe nur leben

können, indem andere Menschen, unsere Schwestern und Brüder, diese

Liebe erfahren. Das heißt, wir sollen unsere Beziehungen so gestalten, dass

wir uns gegenseitig den Raum zum Leben eröffnen. Das aber schafft allein

die Liebe. Aber so können wir auch immer wieder überprüfen, ob die Liebe

unter uns wohnt. Dort, wo die Liebe in einer Gemeinschaft gelebt wird, da

können große und kleine, junge und alte Menschen sich entfalten und sich

gegenseitig bereichern. Wie wird das möglich?

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