AlternAtiveS

bildung.schadet.nicht.de

AlternAtiveS

S o m m e r 2 0 0 7

A l t e r n a t i v e s

v e r a n s t a l t u n g s v e r z e i c h n i s

für Berlin und Potsdam

Elite ist,

wer übrig

bleibt...


Editorial

Das halbjährlich erscheinende Alternative Veranstaltungverzeichnis (AVV) ist eine

Sammlung von autonomen Seminaren, Projekttutorie, Pro- jekten, Projektideen

sowie Veranstaltungen -und reihen.

Allen gemein ist die Forderung nach zugangsfreier,

kritischer, selbstbestimmter und selbstorganisierter Bildung.

Es richtet sich an Menschen, die Inhalte nicht nur

passiv konsumieren, sondern selbst nach eigenen Kriterien

(inhaltlich) arbeiten und gestalten wollen. Und

dazu muss mensch nicht studieren...

Jede/r, die/der Interesse hat, ob Studi oder nicht,

kann im AVV Gleichgesinnte suchen, um über

selbstgewählte Themen zu diskutieren und/

oder sie zu praktizieren. Wenn ihr Räume dafür

sucht, so steht euch dafür bspweise die

Offene Uni kostenlos zur Verfügung.

Also nutzt die Gelegenheit,um nicht nur an gesellschaftliche

und wissenschaftliche Veränderung

zu denken, sondern daran sie herbei zu führen!

I m p r e s s u m

Das Alternative Veranstaltungsverzeichnis (AVV) wird herausgegeben vom berlinweiten Initiativausschuß

Alternatives Veranstaltungsverzeichnis.

Redaktion: Berlinweites Redaktionskollektiv

Layout: Gruppe »Inhalte statt Layoute«

Auflage: 3500

Erscheint im Sommer 2007

Die nächste Ausgabe erscheint Mitte Oktober 2007

Redaktionsschluß ist der 10.9.2007

Anmeldung von Veranstaltungen:

Ihr könnt eure Veranstaltungen laufend/bis 10.9.2007 unter www.avvb.de.vu selbst eintragen oder an

avvb[AT]gmx.net schicken.


Lasst sie euch nicht schenken, denn dann wartet ihr umsonst ... und bekommt nur

abgepackte Bildung aus dem (wissenschaftlichen) Supermarkt, die unter dem ökonomischen

Nützlichkeitsprinzip hergestellt wurde und unter keinen Umständen lebenstauglich

macht oder die geistige Gesundheit fördert.

Also Vorsicht!

Willst du vollwertige Bildungskost genießen, so lass sie in deinem eigenen Gedankenacker

wachsen. Im AVV steht euch einiges an Saatgut zur Verfügung; es liegt allerdings

auch an dir, ob es wächst und Früchte trägt. Also macht euch ran und ackert, grabt um,

pflanzt neu und sät eure Ideen und Vorstellungen aus! Für eine nachhaltige Bildung!

AVV im Internet Das Anmelden neuer Veranstaltungen kann jetzt immer geschehen.

Unter www.avvb.de.vu koennt ihr laufend Veranstaltungen eintragen. Das aktuelle AVV

in elektronischer Form gibt’s unter www.avvb.de.vu/SS 2007. Das Erarbeiten eines neuen

AVV wird ab jetzt immer auf der Basis dieser Seite geschehen.

Inserate und Projektideen Ab diesem AVV soll die Neugründung von Projekten unterstützt

werden. Solltest du also Ideen (für Seminare, Projekten, Veranstaltungen) im

Kopf haben und dafür noch Leute suchen, so werden diese Infos dort ab dem näxten

AVV abgedruckt (via Mail oder gleich selbst ins Wiki eintragen).

Das AVV macht sich nicht von alleine... Du hast Lust layouten zu lernen, bist

interessiert, bei der Erarbeitung des AVV zu helfen oder bei der Verteilung

zu helfen, dann meld dich unter avvb[AT]gmx.net oder

trag dich im Wiki als InteressierteR ein!

Und nun: Viel Spaß beim Lesen!

Aus dem subversiven X-Berg,

das Redaktionskollektiv


I n h a l t

Er s t e Treffen 7

T ermine 8

WO chenpl an 10

k r i t ische Bildung/Hochschupoli t ik 11

Offene Uni (OUBS) 13

kritische LehrerInnen 16

Bildung mal anders 17

AK Bildung 17

Initiative gegen Größenwahn 19

Berliner Bündnis gegen Studiengebühren 20

Fliegende Universität 21

Travelling School of Life 22

Alternatives Veranstaltungsverzeichnis (AVV) 24

Jukss 24

G EG EN - G8 26

G8ducation Tage in der oubs 29

G8 Infoveranstaltungen an der TU 30

G8 Themenwoche am OSI (FU) 31

G8 in der Kritik, offenes Plenum an der FU 32

Convergence Space in Berlin 34

K r e at ives 36

Kulturleben in Berlin 36

Improtheater 36

AKpella 36

Forumtheater 37

Theater der Unterdrückten 38

Freie Klasse der UdK 38

Comic-Workshop 39

Schauspielworkshop Variationen im Raum 40

Multimedia von Studis für Studis 40

Musik für alle 41

Schreiben klassischer und experiementeller Texte 42

Spr achen 43

Spanisch f. AnfängerInnen mit Vorkenntnissen 43

WO chenendseminar e 4 4

Seminare der JD/JL 44

Seminare der Jungen Linken 46

Seminare der Naturfreundejugend 47


Gesell schaf tsk r i t ik 51

B.O.N.E. 54

Arbeitskreis kritischer JuristInnen 56

Seminar für angewandte Unsicherheit 58

Reflectures 59

Bibliothek der Freien 62

Anti-Arbeits-Kreis 63

Berliner Sozialforum 64

kritisches Gesellschaftstheorie meets analytische Philosophie 66

Kritik - wie geht das? 68

Marxismus und Postmoderne 69

Der Mensch als Non-stop-Arbeitstier? 70

LEsek r eise 71

Marx, das Kapital Band I (Schein machen möglich) 71

Marx, das Kapital Band II (Schein machen möglich) 71

Candeias-Lesekreis 72

Lektürekurs zum Kontrasexuellen Manifest 73

Marcuse lesen 73

Lesekreis Bourdieu 74

Der Berliner Soziologe Georg Simmel 74

Theoretische Archäologien (PT) 75

Das Wissen der Literatur (PT) 75

Giorgieo Agamben- politische Philosophie und neue Politik 76

Lesekreis afrikanische Literatur 77

Ander s leben/solidar isch & nachhalt ig Handeln 78

Solidarische Ökonomie und emanzipatorische Gesellschaftsform 78

Solidargemeinschaften 79

Einstieg in die nachhaltige Entwicklung 81

AndersLebenWiki 81

Gegenentwürfe zum (Sozial)Staat 82

Fairer Handel 82

Hausprojekt in Gründung 83

KuBiZ 84

Energieseminar der Tu Berlin 86

E t hnolo g ie und Soziolo g ie

Globale Nomaden (PT) 90

Leiblichkeit und Verkörperung in philosophischer Perspektive (PT) 91

Strukturwandel der Familie und Subjektkonstruktion (PT) 91

Ist Mathematik sozial konstruert 92


Subjektwissenschaft im Dialog 93

Sons t igeS 9 4

Kochkurs Makrobiotik 94

infr a s t ruk t uR 95

Was ist ein Projekttutorium (PT)? 95

Knackpunkte bei autonomen Seminaren (Verweis) 95

Wie mache ich selbst ein autonomes Seminar? (Verweis) 95

Ermittlungssausschuss – EA 96

Stressfaktor 96

Linkes Berlin.de 96

BdWi 97

Antiquariate 98

Archive 99

Berliner Trödelmärkte 100

Beratungen beim AStA FU 101

Beratungen beim RefRat HU 101

Allgemeine Rechtsberatung des RefRat HU 101

Orte 103

T e x t e

Die Idee selbstorganisierter Bildung 11

Politisch sein ist heute nicht mehr unmittlebar „in“ 26

Die gesamtgesellschaftliche Situation 51

D A S A K T U E L L E A V V I M N E T Z : W W W . A V V B . D E . V U


Erste Treffen

Ü b e r s i c h t

Mi 18.4. 12 Uhr Marx I Rost/Silberlaube, FU, S. 71

14 Uhr Strukturwandel Familie und Subjektkonstruktion, UNI 3b

Raum 001, S. 91

19.30 Uhr Candeias-Lesekreis, Ort auf anfrage, S. 72

Do 19.4. 14 Uhr Theoretische Archäologien HVPL 5-7, 0412, S. 75

16 Uhr Wissen in der Literatur PT, HP 2, 3.429., S. 75

Fr 20.4. 12.30 Uhr Lesekreis Bourdieu in der oubs, S. 74

So 22.4. 16 Uhr Schauspielkurs, Studiobühne Ritterstr 14 2ter Hof, S.40

Mo 23.4. 16 Uhr Energieseminar der TU Projektvorstellung und AGs bilden

«EB 104» (Raum 226) S. 86

14 Uhr Globale Nomaden, Europ. Ethnologie, Raum 312., S. 90

16.30 Uhr, Bildung - mal anders, oubs, S. 17

18 Uhr kontrasexuelles Manifest im Relais MON3, S. 73

19 Uhr Marcuse lesen oubs, S. 73

Mi 25.4. 20 Uhr Voraussichtliches Kennenlerntreffen der Kritischen

LehrerInnen, H 48, S. 16

Do 26.4. 17 uhr Initiative gegen Größenwahn in der oubs , S.19

(14tägig) 18 Uhr Gegenentwürfe zum (Sozial)Staat R. 293, I 110,

S.82

Mo 30.4. 19 Uhr Spanischkurs offeneuni (noch mal am 7.5.), S. 43

Mi 2.5. 19.30 Uhr Candeias-Lesekreis, Ort auf Anfrage, S. 72

Do 3.5. (14tägig) 18 Uhr Giorgio Agamben – Politische Philosophie und

Neue Politik R. 293, I 110, S. 76

Fr 4.5. 17 Uhr Comic-Workshop, oubs , S. 39

Sa 5.5. 15 Uhr Afrikalesekreis oubs, S. 77

Mo 7.5. 16.30 Uhr Bildung - mal anders, oubs, S. 17

19 Uhr Solidarität-Seminar Friedel 54, S. 78

19 Uhr Spanischkurs, oubs, S. 43

Di 8.5. 17:30 Forumtheater, oubs, S. 37

18:15 Initiative für nachhaltige Entwicklung Institut f. Soz.wiss, HU,

Universitätsstr. 3b, Raum 205, S. 81

So 13.5.

17:30 Kulturleben Berlin im Klubraum des „Aufsturz“

S O M M E R 2 0 0 7


Ü b e r s i c h t

Einmalige Termine

APRIL

Mi 18. 4 20:00 Uhr „Fliegende Universität“ KvU S. 21

Sa 21.4. von 14 -19 Uhr Theater der Unterdrückten oubs S. 38

Di 24.4. 18 Uhr KRITIK - WIE GEHT DAS? Hörsaal 1A, Silberlaube (Habelschwerdterallee

45, U Dahlem-Dorf) S. 68

18 Uhr Der afrikanischen Kontinent und die Afrikapolitik der G8, offenes

antiG8-Plenum an der FU S. 32

Mi 25.4. 16 Uhr Die G8 und Globalisierungskritik, TU, EB 226

Do. 26.4. 19 Uhr AKJ Rechtsfragen-aktuell: Parteifusion WASG / PDS (RA Ulf

Wende) Raum 326, JurFak, Bebelplatz S. 56

WE 27.-

29.4.

El Pueblo Unido Jamás Será Vencido? Demokratisierung in Lateinamerika?

Blockseminar der JD/JL Ort: bei Berlin S. 44

MAI

Mi 2.5. 18 Uhr Bildung, Leistungsdruck, Prekarisierung und den globalen

Bildungsmarkt offenes antiG8-Plenum an der FU, S. 32

Do. 3.5. 19 Uhr AKJ Institutionalisierter Rassismus S. 56

Mo. 7.5. 19 Uhr AKJ Terror an der Uni - Was Terrorismusbekämpfung mit Studienalltag

zu tun hat, Kinosaal, Unter den Linden, S. 56

Di 8.5. 20 Uhr: Billigheimer - Die deutschen Discounter und ihre Methoden

B.O.N.E. oubs S. 34

Do 10.5. 19.30 Uhr Warum geht der Asylant nicht arbeiten?

Reflectures K9” S. 59

Sa 12.5. 21 Uhr akj-Soliparty: Dance against Majority,

Ort: siehe akj-berlin.de, S. 56

WE 11.- Globalisierung & G8, -Globalisierung, Neoliberalismus, Sachzwang?

13.5. Blockseminar der JD/JL Ort: bei Berlin S. 44

Di 15.5. 16 Uhr G8-Infoveranstaltung TU im EB 226, S. 30

Protest, Widerstand und Repression in Heiligendamm offenes anti-

G8-Plenum an der FU, S. 32

19 Uhr AKJ Die braunen Wurzeln unserer Strafrechtswissenschaft

Was die heutige Strafrechtslehre verdrängt hat, S. 56

Do 17. 5. 19 Uhr Plenum des Bündnis gegen Studiengebühren, oubs, S. 20

19.30 Uhr »Muddling through« oder: Warum jede Lohnarbeit prekär

ist Reflectures K9, S. 59

Di 22.5. 18 Uhr Klimawandel, Kapitalismus und die Energiepolitik der G8 offenes

antiG8-Plenum an der FU, S. 32

D A S A K T U E L L E A V V I M N E T Z : W W W . A V V B . D E . V U


Do 24.5. 19 Uhr AKJ Was tun, wenn‘s brennt?

- Kleine Rechtshilfe für Ostseereisende, S. 56

19.30 Uhr Finde den Fehler! Sexismus und Normalität

Reflectures K9, S. 59

25.5. bis 3.6.2007 G8ducation - Tage in der Offenen Uni BerliS - oubs, S. 29

Do 31.5. 10:00 Convergence Center, S. 34

19.30 Uhr Wer nicht passt wird passiv gemacht? Hauptschule als Mittel

der Disziplinierung Reflectures K9, S. 59

JUNI

6.6. bis 8.6. G8-Gipfel in Heiligendamm

Di 5.6. 20 Uhr Judith Butler - Philosophin des Gender B.O.N.E. oubs, S. 54

Do 14.6. 19.30 Uhr Nur der andere Opa war der Nazi? Erinnerung und Vergangenheitsbewältigung

Reflectures K9, S. 59

WE 15.- , Der Reichtum, der die Armut schafft –Kapitalismuskritik, Junge-

17.6. LinkeSeminar, S. 46

Di 19. 6. G8 und Protest – wie weiter? Nachtreffen

offenes antiG8-Plenum an der FU, S. 32

Do 21.6. 19 Uhr Plenum des Bündnis gegen Studiengebühren, oubs, S. 20

19.30 Uhr Rechte im Kiez Reflectures K9, S. 59

Do 28.6. 19.30 Uhr Sicherheit vor Freiheit? Reflectures K9, S. 59

WE 29.6.- , Disintegration - Kulturkampf und Integration,

1.7. JungeLinkeSeminar, S. 46

JULI

Di 03.07. 20 Uhr: Kaltes Land B.O.N.E. oubs, S. 54

WE 06- Every move you make - Seminar zu Überwachung, von: JD/JL im

08.7. Kurt-Löwenstein-Haus bei Berlin, S. 44

Do 19. 7. 19 Uhr Plenum des Bündnis gegen Studiengebühren, oubs

(ab jetzt: jeden 3. Do im Monat), S. 20

NOCH SPÄTER

WE 19.- Wer soch in Institutionen begibt wird darin glücklich?

21.10. von JD/JL, S. 44


Wochenplan

MONTAG

14 Uhr PT „Globale Nomaden“ Europäische Ethnologie, Raum 312, S.90

14 Uhr Der Berliner Soziologe Georg Simmel, FR2062 an der TUB, S.74

16.30 Uhr Bildung - mal anders oubs, S.17

18 Uhr Lektürekurs zum Kontrasexuellen Manifest, MON3 ;Relais, S.73

19 Uhr (14tägig) Solidarität-Seminar, Friedelstr. 54 , S.78

19 Uhr Spanisch für Anfänger/innen m. Vorkenntnissen, oubs, S.43

DIENSTAG

12 Uhr Ist Mathematik sozial konstruiert? Europäische Ethnologie S. 92

18.15 Uhr Initiative für Nachhaltige Entwicklung, UNI 3b, Raum 205, S.81

19.00 Uhr Marxismus und Postmoderne S. 69

MITTWOCH

12 Uhr Marx I FU Berlin; Rost-/ Silberlaube S. 71

14 Uhr PT Strukturwandel der Familie und Subjektkonstruktion

UNI 3b (SoWi-Gebäude der HU), Raum 001 S. 91

17:30 Uhr Leiblichkeit und Verkörperung PT I 110, Raum 239 S. 91

18 Uhr Plenum der offenen uni oubs , S.13

19 Uhr Schreiben klassischer und experimenteller Texte S. 42

19.30 Uhr (14tägig) Candelias-Lesekreis Ort uf Nachfrage S. 72

20 Uhr (14-tägig) Plenum der kritischen LehrerInnen, H 48, S.16

DONNERSTAG

12 Uhr Anti-Arbeits-Kreis oubs S. 63

12 Uhr Subjektwissenschaft im Dialog, FU Berlin Raum: J 24/14 , S.93

14 Uhr Theoretische Archäologien Ort: HVPL 5-7, 0412 S. 75

18 Uhr AKJ-Plenum Raum 326 HU-Jura-Fakultät ( Bebelplatz 1) S.56

18 Uhr Offenes anti G8-Plenum Filme gucken und /oder Planungstreffen

und Diskussion an der FU S. 32

19 Uhr [SaU]- Seminar für angewandte Unsicherheit im Krähenfuß S. 58

19.30 Uhr (10.5. -28.6.) Reflectures im K9 S. 59

21 Uhr BeVoKö und Kino vom Hausprojekt in der oubs S. 83

FREITAG

18 Uhr AK pella oubs S. 36

18- 20 Uhr Bibliothek der Freien, etwa einmal im Monat auch eine Veranstaltung,

ansonsten nur ausleihen. S. 62

SONNTAG

16-20 Uhr Schauspielworkshop, FU Studiobühne, Ritterstr. 14, 2.Hof S. 40

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kritische Bildung/

hochschulpolitik


Die Idee selbstorganisierter Bildung

Die Lehrinhalte an den Universitäten und anderen staatlichen sowie privaten Bildungsinititativen

drehen sich immer mehr um berufsbezogenes, anwendungsorientiertes,

häufig betriebs -und marktwirtschaftlich verwertbares Wissen.

Inhalte von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung, insbesondere im Bereich der Soziologie,

Politologie sowie Philosophie werden eher ausgedünnt, als ausgebaut. Ebensowenig

wird Wissen vermittelt, das auf ein Leben vorbereitet, das auf solidarischem,

nachhaltigem und kooperativen Handeln fußt.

Ein Studium an den klassischen Unis hat immer mehr mit „Ausbildung“ für den

Arbeitsmarkt zu tun, das heißt nachzuweisen, dass Wissen konsumiert und wiedergegeben

werden kann, das „später“ mal im Beruf angewendet werden kann.

Nicht zuletzt durch den Bologna-Prozess (Einführung von Bachelor und Master) geht

es dabei immer weniger um interdisziplinäres (fächerübergreifendes) sowie persönlichkeitsbildendes

Lernen, Bildung im Sinne von „hinterfragen, verstehen, verändern”.

Aus diesem und anderen Gründen (z.B. das einfache Fehlen bestimmter Inhalte an

Unis) haben sich immer wieder sog. Alternativ-Unis oder ähnliche Initiativen gebildet.

Zumeist geht es dabei um eine selbstbestimmte, selbstorganisierte, zugangsfreie und

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11


mit anderen gleichberechtigte Möglichkeit, sich Wissen anzueignen und anderen zu

vermitteln.

Die bekannteste Initiative aus Berlin ist die „Offene Uni Berlins“ (seit 2003, www.

offeneuni.tk).

Eine Liste von derartigen Projekten ist unter http://www.coforum.de/?3705 zu finden.

Seit 2005 gibt es ein ca. halbjähriges Vernetzungstreffen von selbstorganisierten

Bildungsinitiativen im deutschsprachigen Bereich (www.selbstorganisierteBildung.

de.vu). Was auf dem letzten Treffen Ende 2006 passiert ist, ist unter selbiger Adresse

nachzulesen.

Das nächste Alternativ-Uni-Treffen findet vom 5.-8.7.2007 in Wien statt. Interessierte

sind herzlich dazu eingeladen. Nehmt einfach Kontakt über eine Mail an die unten

stehende Mailadresse auf.

Anfang der 90er Jahre gab es noch wesentlich mehr dieser Initiativen (z.B. Vernetzung

der Projekttutorien, Volksunis, ...). Wünschenswert wäre, wenn sich wieder mehr Menschen

dazu entschließen würden, an ähnlichen Projekten mitzuwirken.

Nutz den Rahmen des AVVs, des Projekteforums, der Offenen Uni, gründe selber autonome

Seminare, finde Gleichgesinnte durch ein Inserat im AVV, organisier’ dich!

Hilfe beim Gründen neuer Seminare gibts unter oubs[AT]gmx.net

Kontakt: http://www.selbstorganisierteBildung.de.vu

Mail: selbstorganisieteBildung[AT]yahoogroups.de

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Offene Uni - ein Erlärungsversuch

Die offene uni zu beschreiben ist nicht ganz einfach, denn so etwas wie eine Definition/Selbstbeschreibung

gibt es nicht; diejenigen, die hier aktiv sind und die

Räume in irgendeiner Weise nutzen, haben je nachdem, was sie hier machen,

auch ihr eigenes Bild. Hier in diesem Text beschreibe ich (Lena) die offene uni.

Das Folgende ist also MEIN Bild. Ich hoffe aber, dass sich möglichst viele in dieser

Beschreibung wiederfinden.

Die offenen uni ist (für mich)...

1. RAUM:

Ich beginne einfach mal mit dem Einfachsten und das ist der Ort: die offene uni

ist eine Haus auf dem Campus Nord, also mitten in Berlin und zugleich mitten

im Grünen!

Darin sind zu finden:

- PC-Pool mit Internet, Cafe auf Spendenbasis, Küche zum VoKü machen

- Werkstatt/Fahrradwerkstatt, Möglichkeit zum Kino, Projektraum

- Fotolabor, Keramikwerkstatt, 2 Seminarräume, Keller mit Material

- zwei Bewegungsräume (je 30m²), einer mit Teppich, einer mit Laminat

- Ein Raum mit Büchern, der hoffentlich bald als Bibliothek nutzbar sein wird

(sucht Leute!)

- .....

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13


Die offene uni kann von Seminaren, Projekten und Einzelpersonen kostenlos genutzt

werden, sie muss aber dafür auch von Freiwilligen aufgeräumt, organisiert

und verbessert werden. Wenn ihr die offene uni nutzen wollt, muss euch also klar

sein, dass hier nicht andere für euch putzen werden. Dabei ist Rücksicht auf MitnutzerInnen

Voraussetzung; das ist eigentlich ganz einfach: z.B. benutzte Tassen

selbst abwaschen, ab und zu den Raum fegen, den ihr nutzt, Aschenbecher auslehren

und Mülleimer leeren. (Putzmittel im EG, in der Toilette)

Der Raum der offenen uni ist übrigens auch offen für Veränderung.

Aber auch dafür gilt: Rücksicht auf andere nehmen!

2. EINE IDEE:

Die offene uni wurde im Studi-Streik 2003/04 gegründet, mit dem Ziel die damaligen

Forderungen nach selbstbestimmtem Lernen, kostenlosem Bildungszugang

und kritischem Lehrstoff selbst umzusetzen.

Dabei ist das SELBER MACHEN wichtig, denn damit ist jede Trennung von Theorie

und Praxis hinfällig: Zu jeder Wissensvermittlung gehört sofort der Kontext, z.B.

die Lehrsituation, die hier nicht einfach hingenommen, sondern aktiv gestaltet

werden muss. Diskriminierung und Hierarchie sind daher auch stets Felder der

Auseinandersetzung, weil sie genau den direkten und gleichberechtigten Austausch

zerstören, der von uns gesucht wird.

Bildung sollte keiner Verwertungslogik folgend nur Mittel zum Zweck sein, sondern

uns zu einer Beschäftigung mit uns selbst und auch mit anderen Menschen

führen. (welchen Sinn und Zweck soll Bildung denn auch sonst erfüllen?)

Aus diesem Grund gibt es auch keine festen Regeln oder Verbote, die uns solche

Auseinandersetzung abnehmen würden. Allen mensch_innen und Ideen sollte

mit Offenheit begegnet werden, obwohl Verständnis und gegenseitige Rücksichtnahme

schwierig sind und Zeit kosten und immer von allen Seiten aufgebracht

werden müssen.

3. MENSCHinnEN:

Der schwerste, aber auch interessantest und schönste Punkt: Die offene uni kann

weder als Raum noch als Idee ohne diejenigen existieren, die sie füllen. Aber welche

menschINNen die offene uni sind oder sein könnten, das ist eigentlich nicht

feststellbar. (Schließlich gibt es hier keine Mitgliedsausweise!)

Für Mich sind es alle diejenigen, die mit dem Ort auch eine Idee verbinden, die

den Ort nutzen, beides zusammen weiterentwickeln und verbessern wollen und

sich selbst als Teil all dessen wahrnehmen. So gesehen gibt es ein „offeneuni-wir“,

aber es ist ein offenes Wir: ohne Beitrittsrituale, ohne Hierarchie, ohne eine festgelegte

Struktur. So kann sich auch niemand herausnehmen „für alle“ zu spre-

14 D A S A K T U E L L E A V V I M N E T Z : W W W . A V V B . D E . V U


chen; im Vordergrund steht das miteinander sprechen. Dafür gibt es verschiedene

Felder, über die Organisatorisches geregelt werden kann, Fragen gestellt

werden können und Konflikte, die alle angehen oder anders nicht mehr lösbar

sind, gelöst werden sollten: das Wiki (http://wiki.offeneuni.tk/wiki/Hauptseite),

den oubs-orga* mail-Verteiler, das wöchentliche Plenum (mittwochs 18.00h)

und das Haus (vor allem das Cafe und die Infowände).

* Oubs-Orga-Liste kannst du erreichen: oubs-orga[AT]ilpostino.jpberlin.de

* selbst auf die Liste kommst du, indem du eine mail schreibst an oubs-orgasubscribe[AT]ilpostino.jpberlin.de

Lasst uns feiern!

Es ist viel los in unserem Haus auf dem Campus Nord:

Theaterprojekte, den Chor, verschiedene autonome Seminare und Lesekreise,

den spontanen Kampflieder-Singkreis, ein Atelier, in dem einiges an schönen

Werken entsteht, engagierte Klavierschüler_innen, eine Tanzgruppe und weitere

künstlerische Kleinstgruppen...

nur unglücklicher Weise kriege ich höchstens die Hälfte mit!

Seid ihr auch neugierig darauf, was in den anderen Seminaren und Projekten

besprochen wurde? Habt ihr auch Interesse daran die einzelnen Ergebnisse zu

erfahren? Deshalb schlage ich ein offene-uni-sommerfest vor. Bei dem jeder die

Gelegenheit hat die anderen Gruppen kennen zu lernen, sich austauschen und

die jeweils eigenen Projekte zu präsentieren.

Termin: Donnerstag der 25.7., ab 17 h, wahrsch. mit vegetarischem grillen usw.

Möglichst viele Gruppen sollten sich in diesem Kontext vorstellen, damit ein

buntes Programm entsteht.

Gebraucht werden nun natürlich noch einige mensch_innen zur Organisation;

Öffentlichkeitsarbeit usw.

Kontakt: offene_musik[at]gmx.net

S O M M E R 2 0 0 7

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Das Montagskino am Donnerstag

Statt montags gibt‘s jetzt donnerstags das fulminante OUBS-Filmseminar, wie

immer ohne Eintritt und wie immer ab 21 Uhr im „Kreiskulturkabinett“ der Offenen

Uni. Im Vorspann gibt es lecker BeVoKü, hinterher kann man bei einem Soli-

Getränk über den Film diskutieren und den Abend ausklingen lassen.

Das Programm erscheint rechtzeitig auf www.offene-uni.tk und wird dieses Semester

etwas bunter und spontaner - lasst euch überraschen!

Wir freuen uns auf euch!

Kritische LehrerInnen

Wir sind Lehramtsstudierende aus Berlin, die sich seit September

2005 gemeinsam mit Fragen des LehrerInnenberufs (nicht so sehr des

Lehramtsstudiums) kritisch auseinandersetzen. Wir sind offen für alle

interessierten Leute - ob Studierende (aller Fächer), ReferendarInnen,

Lehrende, Arbeitslose,? Bisher haben wir uns u.a. mit dem rechtlichen Status

von LehrerInnen als Beamte des deutschen Staates und der neuerdings wieder

aktuellen Frage der Berufsverbote auseinandergesetzt.

Schwerpunkte im Winter 2006/ 07 waren

die Kritik von Benotung und schulischer

Disziplinierung sowie die Diskussion

alternativer Ansätze von Pädagogik (bes.

LehrerInnen im „Sozialistischen Büro“,

Anarchistische (Anti-)Pädagogik). Im

Sommer 2007 wollen wir uns u.a. mit

Projekten gegen Antisemitismus und

Rassismus in Schulen beschäftigen.

Unsere Treffen finden 14-tägig statt, z.Z.

Mittwochs um 20 Uhr im Projektraum der

Hermannstr. 48 (2.HH, 1. Stock) in Neukölln,

Nähe U8 Boddinstr. Ein Kennenlerntreffen

findet voraussichtlich am 25.4. statt - bitte mailt bei Interesse

vorher an die unten angegebene Kontaktadresse!

Kontakt: kritischelehrerinnen[AT]web.de

16 D A S A K T U E L L E A V V I M N E T Z : W W W . A V V B . D E . V U


Bildung - mal anders

Ausgehend von der Kritik am Frontalunterricht in Unis und Schulen wollen wir

uns mit Alternativen zur herkömmlichen Wissensvermittlung und deren Institutionen

beschäftigen.

Das Themenspektrum soll sich dabei zwischen folgenden Rahmenbedingungen

bewegen: Alternativ-Unis und selbstorganisierte Bildung Selbstbestimmt lernen?

Wie geht das und was ist das? Was sind die eigenen Ansprüche an Bildung?

Alternativ-Schulen: Sudbury, Summerhill, Waldorf Methoden und Methoden:

Forumstheater, Theater der Unterdr¸ckten, popular education, Augusto

Boal, Paulo Freie

Methodisch könnte für jedes Treffen ein kurzer Input vorbereitet werden, danach

diskutiert werden, gemeinsam passende Texte gelesen werden oder einfach

nicht-frontale Methoden gleich verwendet werden...†:)

Ob und wie das Seminar los und weitergeht, hängt davon ab, wieviele Leute

mit Zeit, Lust und Motivation kommen - vielleicht reichen dann auch drei Treffen

aus?

Auf den ersten beiden Treffen können die Anwesenden einen groben Farhplan

festlegen. Die Folgetermine werden von den Anwesenden festgelegt.

Ort: Offene Uni Berlins, Wegbeschreibung siehe www. offeneuni. tk

Termin: je montags, 16.30 Uhr 1. und 2. Treffen: 23.4., 7.5.

Kontakt: fraktal, fraktal[AT]tsolife.org , Infos unter http://www.avvb.de.vu

Arbeitskreis Bildung

Wir sind ein lockerer Zusammenschluss interesierter Menschen, die versuchen

sich mit dem Thema Bildung kritisch auseinandersetzen. Zu finden sind wir in

der OUBS, der Offenen Uni BerlinS

Ziel des AK ist es zum einen eine Art von Raum zur Diskussion mit anderen und

untereinander zuschaffen. Zum anderen soll sich in selbstbestimmter Arbeit mit

dem Thema Bildung im Allgemeinen und auf einzelne Bereiche (zB. Durchlässigkeit

im Bildungssystem, Leistungseliten und Exzellenz) bezogen auseinander gesetzt

werden. Also, wenn du oder ihr als bestehende Gruppe mitmachen willst/

wollt, kommt vorbei. Wann wir uns treffen, erfährt Mensch direkt in der OUBS

oder durch einen Blick auf die Internetseite der Offenen Uni.

Lageplan: WWW.OFFENEUNI.TK, Kontakt: René, E-mail: oubs01[AT]aol.com

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Initiative gegen Größenwahn

Endlich ist es soweit, die Finalistinnen stehen fest und haben ihre streng geheime

Performance bei der aus DFG und Wissenschaftsrat bestehenden Jury

abgegeben.

Diese hat sich nun zurückgezogen um die Anträge zu prüfen; mit dem mit Spannung

erwarteten Ergebnis ist allerdings erst im Oktober zu rechnen.

Das Casting war hart und selbstverständlich haben es nur die Besten der Besten

bis in die Endrunde geschafft. Denn schon in den Vorrunden wurde ordentlich

ausgesiebt: es ging um Exzellenzcluster und Graduate schools, was auch immer

das jeweils sein soll, aber es klingt ja schon mal sehr elitär gut.

Nun sollen gesamtuniversitäre Zukunftskonzepte gekürt werden; die Anträge

beinhalten also eine Neugliederung der Elite-Unis im Zeichen deutscher Exzellenz.

Bis heute durften wir dabei noch nicht einmal erfahren, was drin steht, teilweise

sind nicht mal die zentralen Gremien der betroffenen Universitäten über die Inhalte

informiert worden, geschweige denn, dass sie mitarbeiten durften! So wurde

demokratische Auseinandersetzung oder möglicher Widerstand von vornherein

ausgeschaltet.

Die Forderung nach Exzellenz ist eigentlich gleichbedeutend mit Wettbewerb

(prüft es in beliebigen Zitaten zum Thema nach!): die Logik folgt einem Stuhltanz,

denn wer übrig bleibt ist Elite - der Rest wird kaputt gespart.

Diese Logik wird zudem nicht nur zwischen, sondern v.a. auch innerhalb der zukünftigen

Elite-Unis angewendet werden: Wettbewerb ist auch die Maxime des

internen Umbaus, der auf den Exzellenzwettbewerb folgen wird.

Anders ausgedrückt: wer es nicht schafft, sich in einem Exzellenzcluster unterzubringen,

wird wohl in der nächsten Sparrunde dran glauben müssen, denn im

Gegensatz zum allgemeinen Aberglauben bedeutet die Exzellenzinitiative nicht

mehr Geld für die gewinnenden Unis sondern weniger: Geld gibt es nur für 5

Jahre; Langfristig müssen die Universitäten die Finanzierung selber tragen. Vom

Wettbewerb gefordert wird allerdings, dass davon langfristige Einrichtigen und

Professuren geschaffen werden, die dann in einigen Jahren voll von der Universität

gegenfinanziert werden müssen.

Was das bedeutet, könnt ihr euch wahrscheinlich selbst ausrechnen: die nächste

Sparrunde - und dabei ist der Abbau der letzten noch nicht einmal verdaut.

Darüber hinaus müssen 25% des Preisgeldes aus dem Landeshaushalt finanziert

werden, und wie es in Berlin finanziell aussieht, weiß ja jedeR...

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Wo das Geld herkommen wird, ist jedenfalls ungeklärt.

Absehbar ist bereits Für universitäre Selbstverwaltung wird dann natürlich eh kein

Platz mehr sein, und die im Wettbewerbsdenken ohnehin„redundanten“ Gremien

werden zugunsten einer stärkeren zentralen Leitung, abgebaut werden.

Und auch Studiengebühren passen da natürlich prima ins Bild; aber ihr könnt es

euch wohl schon denken.

Bezahlen müssen wir am Ende alle, profitieren tut - ja wer eigentlich? Der Standort?

Das deutsche Ego, das sich endlich wieder für Elite halten kann? - und das

Ziel scheint immer deutlicher eine Privatisierung des Bildungsmarktes zu sein.

Wenn ihr das ebenfalls zum Kotzen findet und den Exzellenzwettbewerb theoretisch

wie praktisch bekämpfen wollt, dann macht mit in der „Initiative gegen

Größenwahn“.

Zum einen wollen wir uns mit den Kriterien und Konsequenzen des ElitenUn-/

Wahnsinns beschäftigen, aber auch konkret die Inhalte der Anträge (soweit Informationen

verfügbar sind) und das undemokratische Verfahren der Erstellung

öffentlich angreifen und kritisieren, sowie Handlungsmöglichkeiten gegen die

zu befürchtenden Umsetzungen finden.

Erstes Treffen: Donnerstag der 26.4. 17 Uhr

Kontakt: gegen.Groessenwahn[AT]gmx.net

Berliner Bündnis für Freie Bildung - gegen

Studiengebühren

Das Berliner Bildungsbündnis ist vor knapp einem Jahr gegründet worden. Es

umfasst ein breites Spektrum an Menschen und Gruppen, die sich in ihm beteiligen

und vernetzen. Obwohl es ja immer ein wenig seltsam ist sich auf die eigene

Schulter zu klopfen, hier dennoch mal Ausblick auf die Dinge, die in dem

weiten Rahmen des Bündnis bisher schon gelaufen sind. Wir haben, um mal dreierlei

dinge zu nennen, einen Aktionstag gemacht und gemeinsam mit den Berliner

Schüler_innen eine Demo mit 10.000 Teilnehmenden organisiert sowie zu-

20 D A S A K T U E L L E A V V I M N E T Z : W W W . A V V B . D E . V U


sammen mit anderen Gruppen und Initiativen die Auseinandersetzung mit dem

Thema Bildung und Zugang zu dieser voran und weiter getrieben.

Das Bündnis für Freie Bildung - gegen Studiengebühren trifft und berät sich in

monatlichen Plenum in der Offenen Uni BerlinS - der OUBS. Ansonsten gibt es

kleinere AGen, die zu unterschiedlichen Themen arbeiten. Da den am/im Bündnis

Beteiligten klar ist, dass ein Kampf für (kosten)freie Bildung nicht allein zu bewältigen

und schon gar nicht zu gewinnen ist †;-), so wird eine breite Zusammenarbeit

mit anderen sozial benachteiligten Gruppen und protestierenden Studierenden

in Berlin und bundesweit angestrebt.

Für Solidarität und Freie Bildung – René

(* der vorliegende Text gibt nur die Sicht einer Person wieder und ist als EINE Darstellung

des Bündnis zu betrachten)

Kontakt: www.freie-bildung-berlin.de

Bündnistreffen: Plenum jeden 3.Donnerstag im Monat - 19.00 Uhr in der Offenen

Uni BerlinS (OUBS - www. offeneuni. tk

Die nächsten drei Treffen: 17. 5., 21. 6. und 19. 7.

„Fliegende Universität“

Die monatlich stattfindende Vortrags- und Diskussionsreihe „Fliegende Universität“

des NEUEN FORUM und der KIRCHE VON UNTEN wendet sich politischen

Fragen zu. Der Eintritt ist frei. Informationen zum aktuellen Programm unter:

www.neuesforum.de

Termin: Mittwoch, 18. April 2007, Beginn: 20:00 Uhr

Thema: „Auf dem rechten Auge blind - Die braunen Wurzeln des Bundeskriminalamtes.“

Referent: Dieter Schenk, Kriminaldirektor a.D., Schenklengsfeld

Adresse: Kirche von Unten (KvU), Kremmener Straße 9-11 (Arkonahöfe), 10435

Berlin (Prenzlauer Berg) - (Kellereingang)

Der Eintritt ist frei.

Der ehemalige BKA-Mitarbeiter Dieter Schenk stieß bei seinen Recherchen zur

Entstehungsgeschichte des BKA und die Biographien der ersten Generation der

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Führungselite dieses Amtes auf Widerstände. Bis zur Drucklegung des Buches

war ihm kein einziges Blatt aus dem Archiv des BKA zugänglich. Doch er fand

Unterlagen im Berlin Document Center, im Archiv der BStU und dem Archiv der

Hauptkommission Warschau, die Herkunft und Netzwerke der NS-Seilschaften

belegen. „Das wachsame Auge des BKA hatte Rechtsextremismus und Rechtsterrorismus

nie im Fadenkreuz. Die Langzeitwirkung ist bis heute zu spüren und

kommt insbesondere in der Halbherzigkeit zum Ausdruck, mit der Rechtsradikalismus,

Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit bekämpft werden“, so das

Fazit des Autors.

Literatur:Auf dem rechten Auge blind - Die braunen Wurzeln des BKA. Mit einem

Vorwort von Michel Friedman. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2001. Sondereinband,

EUR 22,50.

Informationen über den Referenten im Internet: www.Publizist-Schenk.de

Inhaltliche Rückfragen zur Reihe „Fliegende Universität“ bitte an Reinhard Schult

(Bundesvorstand Neues Forum)

Email: nforum[AT]aol.com,

Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe siehe: www.neuesforum.de

Das Bildungsnetzwerk Travelling School of Life

Die Travelling School of Life ist ein weltweites Bildungsnetzwerk von Leuten, die

ihr Wissen und ihre Ressourcen teilen möchten. Wir gestalten alternative, kostenlose

Bildung außerhalb gewöhnlicher Wege wie Ausbildung, Schule und Uni.

Du entscheidest dabei selbst, welche Themen, zu welcher Zeit, an welchem Ort,

mit welchen Leuten, auf welche Art und für welchen Zweck Du lernen möchtest.

Auf der Internetplattform www.tsolife.org findest Du Gleichgesinnte aus aller

Welt und kannst Angebote und Gesuche veröffentlichen.

Die Datenbank- und Netzwerkstruktur befindet sich zur Zeit noch im Aufbau. Daher

versuchen wir den Organisationsprozess über Wikis, Mailinglisten und Treffen

möglichst offen zu gestalten.

Diese weltweite Vernetzung funktioniert am besten, wenn Du in deinem Freundes-

, Bekannten- oder Verwandtschaftskreisen ebenfalls kleine Bildungsnetzwerke

aufbaust und anschließend überlegst, welche Lernmöglichkeiten Du anderen

Menschen zugänglich machen willst.

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Lernend Reisen - Reisend Lernen?

Ein altes Sprichwort sagt: „Reisen bildet“.

Beim Reisen begibst Du dich in unbekannte Situationen, lernst Menschen kennen,

entdeckst andere Lebensstile und neue Sichtweisen auf die Dinge. Wobei

mit „Reisen“ nicht „Tourismus“ sondern das respektvolle Einlassen auf die Umgebung

gemeint ist.

Um den Einstieg in diese Art des Lernens zu erleichtern, wird der gegenseitigen

Unterstützung viel Raum in Einführungskursen und durch die Internetplattform

geboten.

Die Beteiligten organisieren sich in der wachsenden „virtuellen community“ und

lernen sich ¸ber Treffen und ihre Internetprofile mit der Zeit kennen. Lernorte können

einzelne Menschen, Freundeskreise, Aktionsgruppen, Wohngemeinschaften,

Ökodörfer, Gemeinschafts-, Haus-, und Hofprojekte sein. Zusammen bieten sie einen

groflen Pool an Raum, Material, Fähigkeiten, Wissen, Workshops und vielem

mehr, was Du zum Lernen brauchst.

Das Netzwerk unterstützt die Beteiligten dabei sich in Lerngruppen zusammen zu

finden, selbstorganisiert zu lernen, geeignete Lernorte und ProjektpartnerInnen

zu finden, zusammen zu reisen und/oder alleine Lernorte zu besuchen.

Lernen findet nicht getrennt vom Rest des Lebens statt, sondern ist vollkommen

ins Leben integriert.

Kostenlose Bildung für Alle!

Alle Beteiligten müssen immer wieder neu aushandeln nach welchen Bedingungen

Lernen und Lehren stattfinden soll.

Da aber oft Kosten für Materialien oder Ähnliches anfallen, ist es wichtig, diese

so gering wie möglich zu halten. So werden stattdessen Formen des Tauschens

und Schenkens erprobt, um möglichst wenig Menschen auszuschließen.

Und los geht die Reise: http://www.tsolife.org

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Das AVV

Ein kleines Heft, das alternative Lehr- und Lernveranstaltungen im Raum Berlin

& Potsdam ankündigt und semesterweise kostenlos erscheint; es ist Teil einer

Infrastruktur zur Theorie von kosten- und zugangsfreier Bildung und möchte

eben deshalb ausdrücklich über den Kreis der ohnehin privilegierten Studierenden

hinaus wirken.

Es existiert, mehr oder minder kontinuierlich, schon seit Ende der 80er Jahre, bzw.

entstand auch immer wieder neu, wenn es, aus welchen Gründen auch immer,

einmal für einige Semester aussetzte. In dieser langen Zeit hat sich natürlich immer

wieder einiges geändert und auch wir drei, die wir uns in diesem Frühjahr

für Layout usw. zuständig fühlen, hatten wieder einige neue Ideen.

Zum Beispiel haben wir ein Wiki eingerichtet, das unter www.avvb.de.vu allen

zur kontinuierlichen Aktualisierung zur Verfügung steht; Eintragungen machen,

wie Verändern ist da ganz einfach und sollte von allen Gruppen selbst genutzt

werden; es kann aber auch von Leuten übernommen werden, die zufällig wissen,

dass sich etwas geändert hat, etwas neu entstanden oder eingeschlafen ist,

denn wir werden nicht das ganze Semester über ständig die Seminare nach ihrer

Aktualität befragen.

Dazu haben wir einerseits keine Zeit, zum anderen Widerspricht das ja einem

selbstorganisierten Ansatz. Wir sind gerade zu dritt, was einer Minimalbesetzung

gleichkommt. Genau aus diesem Grund suchen wir auch immer Verstärkung. Um

mitzumachen brauchst du weder Erfahrung, noch sonstiges Vorwissen.

Die AVV- Redaktion ist selbstorganisiertes learning by doing; und jedeR kann mitmachen;

dazu einfach eine Mail an avvb AT gmx.net schicken, oder im Wiki auf

euch aufmerksam machen.

Gertrude 1, Gertrude 2 und Gertrude 3 (nenn mich Gertrude)

Jukss (einmal pro Jahr im Dezember)

Der Jukss versteht sich als Forum für alle ökologisch und sozial interessierten

oder engagierten jungen Menschen.

Auf dem Jukss sind alle an Ökologie, Politik, Partizipation und Selbstbestimmung

interessierte Menschen willkommen. Der Jukss ist keine geschlossene Gesellschaft

oder Delegiertenversammlung. Die überwiegende Mehrheit der Teilnehmenden

ist zwischen 16 und 25 Jahren alt (einige auch jünger oder deutlich

24 D A S A K T U E L L E A V V I M N E T Z : W W W . A V V B . D E . V U


älter). Auf den Jukss kommen

Menschen mit den

unterschiedlichsten Interessen,

zB. um

* Kontakte zu Gleichgesinnten

zu finden

* Spaß zu haben

* sich weiterzubilden

* andere Lebensweisen

und Entscheidungsmdel

le auszuprobieren

* Ideen und Kontakte für

eigene Projekte zu finden

Ansprüche des Jukss

Der Jukss ist keine reine Bildungs- oder Theorieveranstaltung. Auf den Kongress

en wollen wir uns nicht nur theoretisch mit Umweltschutz oder gesellschaftlichen

Alternativen beschäftigen, sondern auch ausprobieren, wie auch heute schon

ein anderes (ökologischers und selbstbestimmteres) Zusammenleben möglich

ist. Deshalb verpflegen wir uns auf den Kongressen mit regionalen und möglichst

veganen Lebensmitteln aus ökologischem Anbau und versuchen auch in

allen anderen Bereichen, Umweltbelastungen zu vermeiden und dabei trotzdem

(oder gerade) lustvoll zu leben.

Andere Ansprüche des Jukss sind Selbstorganisation und Selbstbestimmung:

Auf dem Kongress treffen wir untereinander Vereinbarungen zum Umgang miteinander,

versuchen Hierachien abzubauen oder zumindest transparent zu machen

und bemühen uns, eigenes Dominanzverhalten zu reflektieren.

Über die Jahre ist ein komplexes Selbstverwaltungsmodell entstanden, das natürlich

laufend weiterentwickelt wird.

Mitmachen

Der Jukss wird von einer offenen Gruppe, dem JukssOrgateam vorbereitet. Du

kannst dabei auf vielfältige Weise mitmachen. Informationen dazu findest Du

unter dem Menüpunkt Orga!

http://www.jukss.de

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Politisch sein, ist heute nicht mehr unmittelbar

in ?

Der Text wurde von zwei unterschiedlich verwirrten Menschen geschrieben.

Sucht euch eine Variante aus und schreibt uns einen Leserbrief, welche euch besser

gefallen hat...

die „emotionalere“ Einleitung

Seid ihr zufrieden mit der Uni? Habt ihr euch die Uni so vorgestellt als ihr angefangen

habt zu studieren?

Bringt eure eigenen Ideen und Vorstellungen zum Ausdruck und stellt klar was für

euch falsch läuft und lenkt es in die richtige Bahn. In der Uni, im AVV, im Alltag.

Jedem/r, der zwischen dem starren Wissenskanon und dem hechelnden Marathonlauf

um Credit points, wissenschaftliche Freiheit schnuppern möchte und jede/r, der selbst

gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Themen Form und Inhalt geben will, sie

gesagt, es gibt Alternativen.

Oder wollt ihr wirklich, ein maßgerechtes Unimassenprodukt werden, das gesellschaftliche

Normen entsprechen möchte? Um passgerecht im nützlichkeitsorientierten,

ökonomisch kompatiblen Arbeitsplatz Stellung zu nehmen, um beim Aufschwung der

staatlichen Konjunktur beizutragen?

Das kann es doch nicht sein =?! Einzelkämpfer/in zu werden, um den vorgegebenden

Maß der Wirtschaft zu entsprechen? Jetzt mal ehrlich, wofür lebe ich?

Wer hat das Recht mir vorzuschreiben, wie ich zu leben habe... was ich zu denken und

zu tun habe... und wenn jemand immer noch einen staatlichen Souverän über sich

braucht, den kann ich nur warnen: Vorsicht die Gefahr zum routierenden Roboter zu

werden ist hiermit gegeben. Getreu nach dem Motto, was von oben kommt, wird

schon richtig sein.

die pseudo-objektive Variante (die dasselbe nur versöhnlicher

sagen will...)

„Politisch sein, ist heute nicht mehr unmittelbar in“ so die Aussage der Shell-Jugendstudie

2006. Der Hochschulanzeiger (2006/86) fasst zusammen, die Großeltern hätten

sich vom Nationalsozialismus „täuschen“ lassen, die Westeltern würden den Idealen

von 68 hinterhertrauern, die Osteltern dem Sozialismus. Aber! „Solche Sinnzusammenbrüche

möchten sich heutige Studierende ersparen“, so der Hochschulanzeiger.

Absurd überhaupt, die genannten Ereignisse so in eine Reihe zu stellen. Das Bewusstsein,

der Wille zu einer Gesellschaftsveränderung wird reduziert zu einem Hobby.

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Leider fasst der Hochschulanzeiger dabei aber tatsächlich die Realität vieler Studierender

zusammen, die sich lieber mit Tennis spielen die Zeit vertreiben...

„Stell‘ Dir vor, es gibt Studiengebühren, und keiner zahlt... „ war das Motto des Studiengebührenboykotts

2007.

„Stell‘ Dir vor, es gibt Studiengebühren, und fast alle zahlen“ so sah das dann in fast

allen Städten in der Realität aus - das rief bei einigen Boykottteilnehmenden (den

Ewiggestrigen wahrscheinlich?!) die Reaktion „Was ist nur mit der heutigen Studierendengeneration

los?“ hervor. Zu Recht?

Die angekündigte und daraufhin auch erfolgreiche Einführung der Studiengebühren

hat gezeigt, dass ein Großteil der Studis sich von Drohungen seitens der Landespolitik

à la „alle Studierenden, die nicht fristgerecht zahlen, werden exmatrikuliert“ oder es

wird sozialverträgliche Kredite geben (7% Verzinsung p.a.!) hat einschüchtern lassen

oder die Gebühren von vornhinein eigentlich nicht schlecht fand.

Heutzutage müsse man doch schließlich für eine adäquate Bildung selber auch was

zahlen. Durch solche Argumente wird das Bild, dass sich auf Wissensvermittlung unter

marktwirtschaftlichen Aspekten messen lassen muss, bestärkt bzw. erst auch unter

Studierenden erzeugt. Welche Errungenschaft das gebührenfreie Erststudium war,

scheint den Studierenden nicht klar zu sein. Wieviele Menschen durch die Gebühren

nicht studieren werden (können), bleibt rein spekulativ. (Die Selektion setzt durch das

dreigeteilte, unflexible und nicht an die sozialen Gegebenheiten angepasste Schulsystem

natürlich schon viel früher ein...)

Außerdem war häufig zu hören, dass die Studiengebühren schon beschlossen seien

bzw. schon gesetzlich fixiert. Das wurde als Argument verwendet, sich nicht am Boykott

zu beteiligen, getreu dem Motto, was von oben kommt, wird schon richtig sein.

Eigentlich also nur eine folgerichtige Fortsetzung eines Politikverständnisses, das

darauf basiert, dass Autoriäten über die Köpfe der Masse über gesamtgesellschaftliche

Zusammenhänge und schlussendlich auch über das eigene Leben entscheiden.

der gemeinsame Hauptteil

Wieviele Dinge in der Geschichte der sog. Demokratie von unten erkämpft wurden und

gegen den Willen von Politikern oder Menschen mit Vertretungsanspruch durchgesetzt

wurden und heute (noch) selbstverständlich sind, wird dabei vergessen, ja wenn

nicht sogar negiert.

Ein Verständnis von einem/r selbst, sich als Individuum ohne die Möglichkeit und den

Wunsch auf gesamtgesellschaftliche Partizipation zu sehen, nur den eigenen Interessen

verpflichtet, führt zu einer Gesellschaft, die aus Menschen besteht, die nicht mehr

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die Fähigkeit haben, kontrollierend auf die Institutionen des Staats einzuwirken ... zu

einer unmündigen Masse!

Die meisten werden es aber auch nie anders kennengelernt haben. Das Leben gerade

in Deutschland basiert darauf, sich aus vorgefertigten Optionen welche für das eigene

Leben zusammenzusuchen und das Ganze dann als selbst bestimmtes Leben zu empfinden.

Woher soll da die Fähigkeit kommen, außerhalb von konstruierten Normen denken

zu können?

In Deutschland scheint das allerdings auch historisch folgerichtig... Die durch Massenmedien

hergestellte sog. Öffentlichkeit suggeriert ein Gesellschafts -und Geschichtsbild, das

vermittelt, die gesamtgesellschaftliche Situation sei folgerichtig so, am besten für alle

und sowieso nicht änderbar, weil ja alles so stabil und gut läuft, also gar kein Anlass zur

Änderung besteht.

Dabei könnte man den Eindruck bekommen, die bürgerliche Presse würde bestimmte

Informationen nicht unabsichtlich „vergessen“, die zu einer gegenteiligen Bild führen

würden.

Wie sozialer Protest und Widerstand aussehen kann, konntet ihr

im Juni 2006 während der Studierendenunruhen in Griechenland

(indymedia, 1) und dem Aufstand gegen die mexikanische Regierung

in Oaxaca im Juli 2006 (indymedia, 2) erleben.

Die Alternativen:

- sich gleichberechtigt mit anderen organisieren und die eigene Umgebung beeinflus

sen und gestalten (das ist politisch!) (z.B. „urban gardening“, siehe wikipedia)

- neue Partizipationsmöglichkeiten einfordern, z.B. den Beteiligungshaushalt (Haushalt,

der auf lokaler Ebene von den BürgerInnen selbst erarbeitet wird, wikipedia, 1)

- Auseinandersetzung mit dem eigenen Handeln (ökolog. und soziale Verträglickeit)

- eigene Projekte starten (z.B. über das Projekte-Board im AVV)

Organize yourself! Übernimm Verantwortung für deine Umgebung, Mitmenschen und

Handeln. Überleg dir, ob du dein Leben aus vorgegebenen Optionen konstruieren willst.

indymedia, 1: http://de.indymedia.org/2006/06/149509.shtml

indymedia, 2: http://de.indymedia.org/2006/08/155838.shtml

wikipedia, 1: http://de.wikipedia.org/wiki/Beteiligungshaushalt

Buchtipp, 1: H. Marcuse: „Der eindimensionale Mensch“

Text von zwei Menschen (oder nur einem? (verwirrt und so...)), die noch an (ja woran

eigentlich?) glauben..., zu erreichen: verwirrte.helix[AT]gmx.net

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G8-Gipfel 6.6.-8.6.2007


G8ducation - Tage

in der Offenen Uni

BerlinS - 25.5. bis 3.6.

Anfang Juni treffen sich ja bekanntlich

die G8, also genauer die Regierenden

der acht größten Wirtschaftsmächte.

Die bisherige kritische Auseinandersetzung

mit der Institution G8 und

deren inhaltlichen Zielen in den vergangen

Jahre, hat die internationalen

Sicherheitsdienste und die deutsche

Polizei dazu veranlasst, Heiligendamm

(den Ort der Tagung) durch einen 12

km langen Zaun abzusperren und sogar

von der Landkarte verschwinden

zulassen*.

Was/wer sind nun eigentlich die G8? Was machen sie? Wo liegen ihre Inhalte und

Ziele? Warum gibt es eigentlich Kritik an ihrer Politik?

Um Antworten auf diese und andere Fragen zu finden, gibt es vom 25.Mai bis

3.Juni die G8ducation - Tage in der OUBS.

Ähnlich wie andere Berliner Initiativen und Projekte wollen wir in der Offenen

Uni die Möglichkeit geben, sich selbstorganisiert zu treffen und zusammen mit

anderen Fragen rund um die G8 zu klären, Erfahrungen auszutauschen und sich

auf einen eventuell gemeinsamen Weg zu machen.

Genauere Informationen zur Orga und dem Ablauf des Treffens findet Mensch

auf der Homepage der Offenen Uni unter www.offeneuni.tk oder bei direkten

Nachfragen auch unter oubs[AT]gmx.net.

*siehe dazu google earth - heiligendamm ;-)

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Die G8 und Globalisierungskritik

Datum: 25.4.07 , Zeit: 16 Uhr , Ort: TU Berlin, EB 226

Inhalt:

1. Grundlagen der Globalisierungskritik

2. Bezug zu G8 und Verbindung mit IWF, Weltbank, etc.

3. Übersicht der Gruppen innerhalb der Mobilisierung gegen das geplante G8-Gipfel

in Heiligendamm-NGOs, revolutionäre Gruppen, kirchlicher Gruppen, usw.

4. Vorstellung der geplanten Veranstaltungen bzw. Aktionen im Vorfeld des Gipfels

sowie währenddessen innerhalb der Aktionswoche 1.-8. Juni 2007

5. Was ist Dissent! Network of resistance? Kurze Vorstellung der PGA-Grundsätze,

dezentrale Struktur, AGs, gegebenenfalls Bedarf an Hilfe (Infotours machen,

Übersetzungen), Webseite und Kontaktinfo zu Glocal-Office für Interessierten

6. Sonstige Ankündigungen zum akt. Stand and. geplanten Infotours, AGs

Kontakt: g8(ät)eb104.tu-berlin.de

Stand der Dinge in Heiligendamm

Inhalt:

Welche Aktionen sind in Heiligendamm und Umgebung geplant? Mit was für polizeilichen

Maßnahmen ist zu rechnen? Was gibt es Rechtliches zu beachten?

Datum: 15.5.07 , Zeit: 16 Uhr , Ort: EB 226 , Technische Universität, U-Bhf Ernst-Reuter-Platz,

EB steht für Erweiterungsbau des Hauptgebäudes)

Kontakt: g8(ät)eb104.tu-berlin.de

Was ist und was will die G 8?

Datum 31.05.2007 , Zeit 18.00 Uhr , Referent Prof. Dr. Egbert Dozekal

Ort Hörsaal 1A, Silberlaube (Habelschwerdterallee 45, U Dahlem-Dorf)

Globalisierung ist in aller Munde. Kein Zeitungsartikel zu wirtschaftlichen Themen,

keine Talkrunde im Fernsehen oder Debatte unter den politischen Parteien, wo

man nicht das gegenwärtig beliebteste Schlagwort der Wirtschaftspolitik in den

Raum wirft. Politiker, Unternehmer, Presseleute und Wissenschaftler streiten

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um die erforderlichen praktischen Antworten auf die Herausforderungen der

Globalisierung, und sind sich in der immergleichen Antwort sehr einig: Angesichts

der Globalisierung kann nichts in unserem so schönen Deutschland so bleiben,

wie es ist, da ist Schluss mit lustig, Modernisierung ist angesagt, inklusive all der

Härten für den einzelnen, die das mit sich bringen mag.

Gerade die G8-Staaten, in denen über die Globalisierung geklagt wird, sind es, die

diese Globalisierung vorangetrieben und ausgenutzt haben. Sie soll ja auch nicht

rückgängig gemacht werden. Im Gegenteil. Die Liberalisierung der Weltwirtschaft

wird immerzu erweitert.

Die bislang erfolgsverwöhnten Wirtschaftsmächte, die G8 eben, kommen zu der

Diagnose, die Fortführung ihrer bisherigen Erfolge in der Weltmarktkonkurrenz sei

andere als garantiert, erfordere also ganz gehörige zusätzliche Anstrengungen,

um auch in Zukunft zu den Gewinnern zu gehören, die sich am Weltmarkt

bereichern. Im Referat sollen die aktuellen Themen und Streitigkeiten der G8-

Staaten erläutert werden.

G8-Themenwoche am Otto Suhr Institut für

Politikwissenschaft, FU Berlin

Da die BRD dieses Jahr stolze Ausrichterin des renommierten G8-Gipfels sein

wird hat sich am Otto Suhr Institut (OSI) eine studentische Initiative entschlossen

dies zum Anlass zu nehmen dem Themenkomplex und den Kontroversen

rund um den G8 einen Raum für umfangreiche Auseinandersetzungen zu geben.

Mittlerweile steht ein Termin fest: während der Woche vom 07.05.-11.05.07

wird der normale Lehrbetrieb ausgesetzt und der Fokus auf den Komplex Globalisierung

gewendet werden. Mittlerweile überlegen weitere studentische Initiativen

an anderen Instituten der FU den Zeitraum dieser Woche ebenfalls dem

Thema G8 zu widmen.

Die Initiative hofft ein breit gefächertes Angebot an Veranstaltungen wie etwa

Seminare, Workshops, Podiumsdiskussionen, Voküs, Kulturkram, etc. realisieren

zu können und lädt alle Interessierten prinzipiell dazu ein mit eigenen Beiträgen/Ideen

Schwerpunkte zu setzen – weder bei der Gestaltung des Inhalts

noch bei der Struktur der jeweiligen Veranstaltung werden Vorgaben gemacht.

Die Initiative unterstützt Interessierte bei der Raumorganisation, dient als Plattform,

um gemeinsame Veranstaltungen zu planen, erstellt ein Veranstaltungsverzeichnis,

usw.

Kontaktaufnahme: G8amOSI[AT]gmx.de

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G8 in der Kritik

Im Sommer findet der G8-Gipfel vor den Toren Berlins unter heftiger Kritik statt.

Manche NGOs erhoffen sich positive Signale im Umwelt- und Entwicklungsbereich.

Andere linke Strömungen sprechen dem Gipfel jegliche Legitimation ab,

Entscheidungen über unsere Zukunft zu treffen. Gipfelthemen selber sind u.a.

Energiepolitik, der afrikanische Kontinent, Sicherheit und Patente/ geistiges Eigentum;

Andere Themen, etwa die betriebene Abschottung gegen und Entrechtung

von MigrantInnen werden von Protestbewegungen auf die öffentliche

Agenda gesetzt...

An der FU hat sich ein offenes Plenum* gebildet, das Veranstaltungen organisiert

und die Gipfelproteste und verschiedene Themen an der Uni präsent machen

möchte. Wir schaffen Räume, um sich mit der Kritik an den G8 und mit den

Protestbewegungen auseinander zu setzen und laden ein, sich zu informieren,

mit zu diskutieren, sich zu beteiligen und Aktivitäten zu planen.

offenes antiG8-Plenum an der FU; g8fu[AT]polizisten-duzer.de

Termine im AVV, an der FU und www.moveagainstg8.de

*Auf Initiative von attac campus fu, Fachschaftsinitiative OSI und Unabhängige

Linke UL; Seit dem ersten Treffen sind weiteren Gruppen & Einzelpersonen beteiligt

Einmalige Termine:

Der afrikanischen Kontinent und die Afrikapolitik der G8 - Diskussion

angefragt: Flüchtlingsinitiative Brandenburg (FiB), medico international und

Uschi Eid MdB (Bündnis90/Die Grünen) ehemalige Afrikabeauftragte von Gerhard

Schröder

Dienstag, 24. April um 18.00 Uhr an der FU

G8 in der Kritik: offenes antiG8-Plenum an der FU; www.moveagainstg8.de

Bildung, Leistungsdruck, Prekarisierung und den globalen Bildungsmarkt - Diskussion

angefragt: Peter Grottian, ASTA FU und BildungswissenschaftlerIn

Mittwoch, 02. Mai um 18.00 Uhr an der FU

G8 in der Kritik: offenes antiG8-Plenum an der FU

www.moveagainstg8.de

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Protest, Widerstand und Repression in Heiligendamm – Infoveranstaltung

Dienstag, 15. Mai an der FU

G8 in der Kritik: offenes antiG8-Plenum an der FU; www.moveagainstg8.de

Klimawandel, Kapitalismus und die Energiepolitik der G8 - Diskussion

angefragt: Achim Brunnengräber und Kristina Dietz

Dienstag, 22. Mai um 18.00 Uhr an der FU

G8 in der Kritik: offenes antiG8-Plenum an der FU; www.moveagainstg8.de

G8 und Protest – wie weiter?

Nachtreffen am Dienstag, 19. Juni an der FU

G8 in der Kritik: offenes antiG8-Plenum an der FU; www.moveagainstg8.de

Regelmäßig:

Voraussichtlich jeden Donnerstag, um 18.00 Uhr:

Filme gucken und/oder Planungstreffen und Diskussion

G8 in der Kritik: offenes antiG8-Plenum an der FU; www.moveagainstg8.de

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„Convergence Space“ in Berlin

Vorbereitung auf den G8-Gipfel in Heiligendamm

Wir gehen davon aus, dass viele Aktivist_innen aus Europa in Berlin HALT IM

BERLINmachen wollen. Hunderte, wenn nicht Tausende Aktivist_innen aus Berlin

und Umgebung werden auch hier sein. Ihnen allen wollen wir Raum bieten

miteinander in Kontakt zu kommen, alle Neuigkeiten zu erfahren, sich auszutauschen,

sich zu koordinieren, an verschiedenen Workshops und Trainings teilzunehmen

und sich zu organisieren, um gut vorbereitet Widerstand leisten zu können

... wo auch immer sie wollen ...

Als Zusammenschluss von Aktivist_innen, die diesen Convergence Space seinen

Rahmen geben und koordinieren, wollen wir niemandem erklären, WO, WANN

und WIE mensch am besten den Kampf aufnimmt.

Unsere Aufgabe sehen wir sowohl darin, alle notwendigen Informationen (z. B.

zu Rechtshilfe, Logistik, Aktionsvorbereitung usw.) zu sammeln und sie an alle

Menschen/Aktivist_innen weiterzugeben, sowie darin, die Infrastruktur für den

Convergence Space bereitzustellen.

Dabei betonen wir, dass unserem Konzept des Convergence Space die anarchistische

Tradition zu Grunde liegt, die immer die Gesellschaft als Ganze im Blick

hat und „Unorganisierte“ weder aktiv noch passiv von Aktivist_innen trennt.

Daher haben wir nicht nur vor, INFOPUNKTE und VERSAMMLUNGSRÄUME in den

altbekannten libertären Projekten Berlins zu organisieren, sondern auch einen

Convergence Space in öffentlichen Räumen einzurichten: in Parks, Plätzen, Straßen,

Clubs und Cafes:

Einen Raum ohne Mauern und Grenzen, der sich gezielt an Nicht-Aktivist_innen

richtet , einen Raum, der leicht für vorerst aussenstehende, noch nicht beteiligte

Menschen zugänglich ist , einen Raum, der auf Interaktion, Präsenz in der …Öffentlichkeit

und öffentliche Debatte basiert

Deshalb sprechen wir von einem Convergence „SPACE“ und nicht von einem „Center“.

Wir wollen zum Beispiel, dass die VOLLVERSAMMLUNGEN (die allabendlich

zum Austausch neuester Informationen und zur offenen Diskussion geplant sind)

an einem öffentlichen Ort stattfinden, damit nicht nur hunderte Aktivist_innen

sondern auch Menschen aus der Nachbarschaft daran Teilnehmen können.

Gleiches gilt für viele TRAININGS und WORKSHOPS, z.B. Medical Training, Klettertraining,

Traumaworkshops, Bezugsgruppentraining, Sambabandworkshop, Vor-

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ereitung von Kunstaktionen,

Transparente Malen, kritische

Information usw.

Unter SPACE verstehen wir

auch: Jede_r ist verantwortlich

dafür, den Raum mit

REVOLUTION€RER ENERGIE zu

füllen - er soll nicht nur zur Information

dienen. Die Interaktion

und die daraus entstehende

Dynamik zu sozialem Widerstand stehen im Zentrum der ganzen Idee. Dabei

verstehen wir uns nur als Initiator_innen.

Um unsere Idee realistischer und interessanter zu machen, wird sich der Berlin

Convergence Space im KREUZBERGER KIEZ befinden - einem mit sehr vielen radikalen

oder zumindest kritisch denkenden Menschen mehrerer Generationen

und kulturellen Hintergründen.

Hier gibt es einige Arbeiterkooperativen, linke Buchläden, Hausprojekte, organisierte

MigrantInnen-Netzwerke, schwul-lesbische und transgender Zusammenhänge,

subkulturelle und ökologische Aktivitäten sowie viele einfache arbeitende

oder arbeitslose Menschen, die von Kapitalismus und Staat die Schnauze voll

haben...

Wir erwarten ein hohes Maß an Solidarität von zumindest einem Teil des Bezirks

gegenüber den anreisenden Aktivist_innen und den Anti-G8-Unruhen.

Natürlich wird die Interaktion zwischen Anwohner_innen und Aktivist_innen

nur möglich sein, wenn der erste Schritt von letzteren getan wird... Wie wir das

machen, hängt von uns allen ab! Die Idee des Convergence Space soll nur Stein

des Anstoßes sein.

Der Convergence Space in Berlin beginnt am 21. Mai 2007.

Aber JEDE_R ist HERZLICHST EINGELADEN, früher anzureisen und die eigenen

Ideen und die eigene Energie in den Prozess einzubringen.

Wir verstehen uns als Teil desselben Kampfes nur mit einer lokal leicht unterschiedlichen

Herangehensweise.

BCS - Berlin Convergence Space (Januar 2007)

Kontakt: mail.cc_berlin(at)nostate.net

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Kreatives


Kulturleben Berlin

Lasst uns gemeinsam in Theater/Oper/Konzert gehen! Wir treffen uns einmal

wöchentlich um uns etwas anzusehen. Anschliessend diskutieren wir und

bereiten uns schon mal auf den Besuch der nächsten Woche vor.

Unser erstes Treffen findet am Sonntag, 13. 5.2007 im Klubraum des „Im Aufsturz“

um 17:30 Uhr statt! Nach einem kurzen Kennenlernen und Ideen-austauschen gehen

wir anschließend auch schon in die erste Vorstellung. Ich bitte um kurze Rückmeldung,

damit die Karten der ersten Vorstellung reserviert werden können. Bei

Wünschen/Fragen/Anregungen schreibt bitte an: schalkeline[AT]hotmail.com

Improtheater

Vom Impro-Theater zum Drama

Wir suchen Leute die gerne Theater spielen! Unser Plan: Wir möchten mit euch

„Das Koma“ von Alex Garland (bekannt durch „Der Strand“) dramatisieren und auf

die Bühne bringen. Schritt für Schritt improvisieren wir Passagen aus dem Roman

und schreiben daraus unser eigenes Stück. Ein Raum mit Bühne und vielen technischen

Mitteln steht uns dienstagabends im Prenzlauer Berg dafür zur Verfügung.

Wir freuen uns auf euch! Mehr Informationen zu „DAS KOMA“ gibt es hier:

www.improtheter.turno.de ,

Kontakt: Özgül Jung, Oezguelker ÄT web.de, plutokid ÄT gmx.de

AK pella – Der Chor

Wir treffen uns einmal pro Woche in der offenen Uni, um gemeinsam zu singen.

Und wollen, dass alle Beteiligten sich und ihre Stimme weiterentwickeln, mit viel

Freude und gemeinschaftlicher Leitung. Unsere Musikolog(inn)en Lena und Martin

geben uns die richtigen Töne. Unser Repertoire reicht von eingängigen Kanons

über lustige Songs bis hin zu progressiven politischen Liedern. Wir experimentieren

gerne. Und freuen uns auf Dich!

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Chorprobe: Freitags, 18 – 20.30h, OUBS, im Raum mit dem Klavier oder ein Stock

darüber.

Info: http://de.groups.yahoo.com/group/ak-pella/

Kontakt: ak-pella [at] yahoogroups.de oder te lefonisch: Rima: 030/69536457

Forumtheater

Forumtheater ist eine Form des Theaters, in der die traditionelle Trennung von

SchauspielerInnen und Publikum aufgehoben wird und das Publikum selbst die

Bühne bespielt. Ziel dabei ist es, jenen Personen, die kaum ihre Stimme erheben

(können), Raum zu geben, um ihre Sicht zentraler Probleme aus ihrem sozialen

Umfeld in einem „geschützten Raum“ spielerisch auszudrücken und zu diskutieren.

In dieser Arbeitsgruppe werden Forumtheater in Anlehnung an Augusto Boals

Theater der Unterdrückten anhand von politischen Themen erprobt.

Unsere Treffen sollen einen Freiraum zur Auseinandersetzung mit gesellschaftlich

und politisch aktuellen oder persönlich individuellen Formen von Unterdrückung

bieten, die wir in einem selbst gestalteten Rahmen anhand dieser Ausdrucksformen

bearbeiten.

Diese Gruppe macht die ersten Erfahrungen mit dem Forumtheater, d.h. es wird

keine professionelle Leitung geben.

Kontakt: fraktal[AT]tsolife.org

Interessiertentreffen: 8.5., 19 Uhr, Offene Uni, EG

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Theater der Unterdrückten

Theater der Unterdrückten,entwickelt von Augusto Boal in Brasilien, ist ein Bündel

von Techniken und Übungen,um Unterdrückung und Zwänge sichtbar zu

machen,soziale Rituale und Masken durchschauen zu lernen,kurz:sich der Unterdrückung

in all ihren Formen bewußt zu werden und sie zu durchbrechen;die Zuschauer/-innen

(„Spectators“) verwandeln sich in handelnde Personen („spectactors“).Neben

Zeitungs-,Forum- und Unsichtbares Theater ist eine Methode die

des Statuentheaters („image-theatre“)

Inhalt: -spielerisches warm-up;Körpertraing;gestische Spielübungen; -imagetheatre:zu

einem von den „spectators/spectactors“ gewählten Thema baut

jede/r ein Standbild/Statuenbild seiner/ihrer Vorstellung gemäß („Ausgangsbild“

,der Realität entsprechend).Haben sich alle auf ein gemeinsames Ausgangsbild

geeinigt,erfinden die spectactors Bilder der Befreiung,Durchbrechung der

Unterdrückung,der Utopie.

OUBS am Samstag,den 21.4. von 14 -19 Uhr

Freie Klasse an der UdK

Die Freie Klasse der Universität der Künste Berlin wird von Studierenden und

Nicht-Studierenden organisert. Wir entwickeln alternative Ideen von Lehre, Lifestyle

und Studium und bieten eine Plattform für Selbstorganisation innerhalb der

Hochschule. Vision ist es, in einem turbulenten, sozialen und kreativen Prozess

Ideen zu entwickeln und in die Realität umzusetzen.

Zurzeit organisieren wir in Zusammenarbeit mit der Freien Klasse Kopenhagen

vom 2. bis 8. April den Workshop Luftschloss bauen und organisieren alle zwei

Wochen Freie Filmabende.

Jeder ist eingeladen um an den Veranstaltungen teil zu nehmen oder neue Ideen

einzubringen.

Für kommende Projekte, Workshops, Lernangebote der Freien Klasse im Sommersemester

2007, siehe http://www.freieklasse.de/

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Comic-Workshop - Gute Comix selber zeichnen

Im Gegensatz zu anderen Ländern wie Frankeich, Japan oder den USA hat der Comic

in Deutschland zu Unrecht einen eher schlechten Ruf. Ein Teil des Problems

ist, dass gute Comix aus Deutschland rar gesäht sind. Tun wir was dagenen! Zeichnen

wir einfach selber die Comix, die wir

gerne lesen würden.

Aber was müssen wir können, um Comix

zu zeichnen? Wichtiger als das Zeichnen

selbst ist die Fähigkeit Geschichten zu erzählen.

Und das machen wir schließlich

jeden Tag, wenn wir anderen berichten,

was am letzten Wochenende wieder für

eine Scheiße passiert ist.

Aber wie werden Geschichten in Bildern

erzählt? Wie wird aus einer Reihe Bilder

eine Geschichte? Wie muss eine Figur angelegt

sein, damit sich die Leserin für ihr

Schicksal interessiert? Wie drücken wir

eine Stimmung so aus, dass sie der Betrachter

am eigenen Leib spürt?

Welche Geschichten sind überhaupt geeignet

im Comic erzählt zu werden? Und

schließlich: Wie könnte ein guter politischer

Comic aussehen?

Solche und ähnliche Fragen wollen wir in

dem Workshop beantworten, indem wir es einfach ausprobieren. Wir werden dabei

hauptsächlich praktisch arbeiten. Aber es kann nicht schaden, wernn wir uns

einmal die Geschichte des Comics oder verschiedene Genres und Stile anschauen,

um zu entdecken, was in diesem Medium alles möglich ist.

Geplant ist, dass am Ende des Semesters ein Heft mit Comix rauskommt, die im

Rahmen des Workshops entstanden sind.

1. (vorbereitende) Treffen ist Freitag, den 4.5.2007 um 17:00 Uhr in der Oubs

Ps.: Lieblingscomix und/oder Selbstgezeichetes mitbringen!

Kontakt: olaf.m.braun[AT]gmx.net

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Schauspielworkshop / Variationen im Raum

Das Prinzip des Workshop ist das Erforschen der Fabriketage als Theaterraum

und die verschiedenen Arten, den Zuschauer anzusprechen.

Es geht nicht um eine psychologische (von Figuren, Rolle, Geschichte, usw.) sondern

eine körperlich-theatrale Logik, die der besonderen Lage der Schauspieler

auf der Bühne gerecht wird.

Die Erlebnisse werden im Rahmen des Performancesabends der Studiobühne

aufgeführt.

AB 22 APRIL 2007 / JEDEN SONNTAG / 16-20 UHR

FU STUDIOBüHNE RITTERSTRASSE 14 / 2ter Hof

Anmeldung/ info 62 72 12 50 coraline.grandin[at]netcourrier.com

Multimedia von Studierenden für Studierende

Der studentische Verlag WORKOUT Media leitet und organisiert in enger Zusammenarbeit

mit dem letswork e.V. - Zur Förderung des interkulturellen Wissens-

und Meinungstransfers in Europa ein grenzübergreifendes Nachrichtennetzwerk

und eine fächerübergreifende Dialogplattform von Studierenden für

Studierende.

Die mundgerecht von Studierenden aufbereiteten Nachrichten, Kontakte und

Termine werden unentgeltlich in der Printausgabe von WORK|OUT European

Students’ Review sowie auf dem europäischen Städteportal www.efors.eu der

mobilen Zielgruppe mehrsprachig und den Bedürfnissen entsprechend gefiltert

präsentiert.

Doch das Netzwerk ist mehr als eine bloße Nachrichtenagentur: die Zeitung ist

eine Plattform für den fakultäten- und grenzübergreifenden Diskurs der Studierenden,

ihrer Gremien und Initiativen, kulturellen und politischen Projekten und

Vereinigungen. Studenten berichten von Betrug und Gefahren am Arbeitsplatz,

schreiben gegen rassistische Diskriminierung und kulturelle Vorurteile. Weitere

Themen sind die tägliche Arbeitsrealität, das soziale Klima, ihr politisches Spiegelbild;

Studienrealitäten international, Beispiele studentischer Entmündigung

und Emanzipation; kurz ein kritischer Spiegel des wachsenden Europa und der

studentischen Kultur.

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Werde auch Du aktiv und tausche Dich über die Grenzen hinaus mit anderen Studierenden

aus: berichte über Initiativen, Probleme und Sorgen der Studierenden

in Deiner Stadt, analysiere Chancen auf dem internationalen Arbeitsmarkt oder

debattiere kritisch über kulturelle Themen und die aktuelle (Bildungs-) Politik.

Produziere Städteseiten oder Profile Deiner Fakultät oder schreibe kulturelle Kritiken.

Organisiere Veranstaltungen oder komm einfach vorbei, um mit internationalen,

kritischen Menschen zu diskutieren.

Im Berliner Büro gibt es jeden Donnerstag um 18.30 offene Redaktionssitzungen

für interessierte Nachwuchsjournalisten und auch sonst stehen Dir alle Türen offen:

Ein dynamisches junges Autorennetzwerk erwartet Dich!

letters[AT]work-out.org – Leserbriefe, Autorenanfragen, Kommentare zur Printausgabe

editor[AT]efors.eu – der direkte Kontakt zur Redaktion der Website

Musik für Alle - MufA

Musikunterricht in der offenen uni [MufA]

Du kannst Klavier oder ein anderes Instrument spielen, Singen oder zumindest

Notenlesen und hast Lust dein Wissen zu teiln?

Oder: du wolltest schon immer Klavierspielen lernen und hattest nie die Chance?

Oder: du hast irgendwann einmal angefangen ein Instrument zu lernen und ärgerst

dich, dass du aufgehört hast?

Im Rahmen der offenen uni gibt es seit fast zwei Jahren kostenlosen Musikunterricht.

Nachdem zuerst von einer Einzelperson jeden Freitag Halb-stunden gegeben

wurden, sind wir jetzt zu zweit und freuen uns über weitere Verstärkung!

Wir suchen also mensch_innen, die ihr Wissen über Musik weitergeben möchten,

genauso, wie Leute, die gerne etwas Lernen möchten.

Wir beantworten darüberhinaus auch gerne Fragen zu Musik und Musikgeschichte

und würden uns auch freuen Instrumentalgruppen zusammenzuführen.

Ihr könnt uns also gerne zu allen Belangen von Musik und oubs/Selbstorga

kontaktieren.

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Zur Koordination gibt es jetzt eine Yahoogroup:

http: // launch.groups.yahoo.com/ group/MufA_Berlin/

--> Kontakt: MufA_Berlin [at] yahoogroups.com

und: offene_musik AT gmx.net

und wer gleich überzeugt ist und mit vollem Engagement einsteigen will, kann

sich eintragen unter: MufA_Berlin-subscribe [at] yahoogroups.com

(PS: in der offenen uni steht ein Klavier. Wenn der Raum frei ist, kann dort bis

9.00h abends kann geübt werden.)

Schreiben klassischer und experimenteller Texte

Unsere Schreibegruppe trifft sich, unabhängig vom Semester, jeden Mittwoch von

19 - 21 Uhr, um literarische Texte zu verfassen und zu besprechen. Zuerst schreiben

alle für sich, danach werden Formen der Zusammenarbeit ausprobiert.

Wir bewegen uns mit unseren Texten im Klassisch-Handwerklichen und im Experimentellen.

Klassisch wären etwa Erzählung, Beschreibung oder das Pastiche.

Letzteres ist eine Stilübung, bei der ein Auszug aus einem klassischen Text vorgelesen

wird, der anschließend aus eigener Perspektive schreibend nachempfunden

werden soll.

An experimentellen Texten verfassen wir Collagen und Tempogramme: aus zuvor

ausgewähltem Wortmaterial wird ein eigener Text erstellt. Vor dem Schreiben

stimmen wir uns durch Musik, Film und Literatur ein.

Im Hintergrund steht die Untersuchung von Arbeitsprozessen hinsichtlich zeitlicher

Strukturen. Einstimmen und Schreiben finden stets in bestimmten zeitlichen

Dauern statt. Dadurch, dass die geschriebenen Texte im Nachhinein von

Teilnehmern ausgewertet werden, geben wir uns gegenseitig ein Feedback.

Vornehmlich soll es in dieser Schreibwerkstatt darum gehen, das Schreiben gemeinsam

zu erlernen. Deshalb sind auch alle willkommen, unabhängig von ihren

literarischen Voraussetzungen. Unsere Gruppe hat schon öffentliche Lesungen gehabt.

Gemeinsame schriftliche Veröffentlichungen sind nicht ausgeschlossen.

Treffpunkt: Mittwochs 19 - 21 Uhr, auch auflerhalb der Vorlesungszeit,

bei Michael Hoffstiepel in der Martinstr. 3, 12 167 Berlin, U/S-Bahn Rathaus Steglitz.

Kontakt: Michael , mihost[AT]zedat.fu-berlin.de

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Sprachen


Spanisch-Kurs

für AnfängerInnen mit geringen Vorkenntnissen

selbstorganisierter Sprachkurs

Wir wollen uns in der Gruppe Spanisch aneignen. Zur Verfügung stehen dafür

folgende Lehrmaterialien: „Spanisch aktiv I, Langenscheidt“, „Caminos I“, mehrere

Audio-CDs und Cassetten. Vorausgesetzt werden geringe Vorkenntnisse (zumindest

Basis-Wortschatz, Konjugationen, einfache Zeitformen). Das Erlernen der

Sprache soll in angenehmer, nicht von Leistungsdruck geprägter Atmosphäre geschehen.

Alle Teilnehmenden müssen sich dabei auf die Rahmenbedingungen

einigen. Vielleicht gibt‘s ja auch kreative Ideen von euch?†:)

Kontakt: fraktal[AT]tsolife.org Termin: 30.4., 7.5., 19 Uhr, Offene Uni Berlins weitere

Termine werden von den Teilnehmenden festgelegt und über die Homepage

des AVVs bekannt gegeben

http://www.avvb.de.vu

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Wochenendseminare


SEminare der JD/JL (Jungdemokraten)

Für alle Seminare gilt:

Mehr Infos: www.jungdemokraten.de

Anmeldung: info[AT]jungdemokraten.de

(Teilnahmebeitrag: 16€ für Nichtmitglieder, 10€ für Mitglieder)

Globalisierung, Neoliberalismus, Sachzwang?

Wochenendseminar 11.-13. Mai 2007 bei Berlin

Wir blicken aus radikaldemokratischer und antikapitalistischer Perspektive auf

das Zusammenspiel von Wirtschaft, Staat und Demokratie in einer von Globalisierung

und Neoliberalismus beherrschten Welt. Wir befassen uns mit den Auswirkungen

dieser Politik auf verschiedene Politikfelder wie Bildung, Arbeit, Geschlechterverhältnisse

und Migration. Unser besonderes Augenmerk gilt den

zunehmenden Einschränkungen im Bereich der Grund- und Freiheitsrechte. Wir

beleuchten die Gipfelproteste als thematischen Kristallisationspunkt der antikapitalistischen

Linken und widmen uns auch der Anti-Globalisierungs-Argumentationen

von rechts. Wir sind fit für G8!

Every move you make - Seminar zu Überwachung

06-08. Juli 2007 im Kurt-Löwenstein-Haus bei Berlin

Biometrische Reisepässe, RFID, Videoüberwachung - Der Überwachungswahn

greift nicht erst seit der WM um sich. Staat und Unternehmen registrieren, überwachen

und kontrollieren uns immer vollständiger. Demokratische Grund- und Freiheitsrechte

werden mit Füßen getreten. Außerdem bringt die Totalüberwachung

enorme Missbrauchs- und Fehlerrisiken mit sich. Man fragt sich, was noch fehlt

zum totalen Überwachungsstaat. Trotzdem hört man immer noch Leute sagen:

“Na und? Ich habe ja nichts zu verbergen!“ Im Seminar zu Überwachung suchen

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wir Argumente gegen diesen Satz. Außerdem verschaffen wir uns einen Überblick

über die technischen Neuheiten im Bereich Überwachung und Kontrolle.

Wer sich in die Institution begibt, wird darin glücklich?

Seminar zu Parlamentarismuskritik

19.-21. Oktober 2007 im Kurt-Löwenstein-Haus bei Berlin

JungdemokratInnen/Junge Linke machen parteiunabhängig und außerparlamentarisch

Politik. Der Versuch, linke Politik einfach ins Parlament zu tragen, ist

bisher immer wieder gescheitert. Die Beispiele von SPD und Grünen haben gezeigt,

wie die parlamentarischen Strukturen linke Inhalte immer wieder aufgeweicht

haben. Wie funktioniert dieser Mechanismus und (wie) kann man ihn überwinden?

Brauchen wir einen anderen Parlamentarismus? Oder gar keinen? Sind

Parlament und Parteien vielleicht gar nicht schuld und durch außerparlamentarischen

Druck von links wird alles gut? Kommt es nur darauf an, dass endlich mal

die Richtigen Politik machen?

El Pueblo Unido Jamás Será Vencido?

Demokratisierung in Lateinamerika?

Wochenendseminar 27.-29. April 2007 bei Berlin

„Revolutionäre Demokratie“, „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“, „Bolivarische

Revolution“ - Immer wieder begegnet man diesen Begriffen in den Medien und

bekommt vermittelt, dass in Lateinamerika gerade eine breite Demokratisierung

stattfindet. Nicht nur in der Linken werden sozialistische Tendenzen in lateinamerikanischen

Ländern wie Venezuela, Bolivien und Brasilien unter dem Aspekt

einer allgemeinen Linksdrift der Region diskutiert. Die jüngst an die Macht gekommenen

Regierungen und die sozialen Bewegungen kämpfen gegen den Neoliberalismus

der USA und der EU. Aber kann man tatsächlich auch von einer Demokratisierungswelle

sprechen? Ist es demokratisch, wenn ein Hugo Chavez in

Venezuela die Verfassung einfach mal so verändert, damit seine sozialistischen

Reformen leichter durchgesetzt werden können? Oder heiligt der Zweck die Mittel?

Diesen Fragen soll auf dem Seminar nachgegangen werden. Wir wollen versuchen,

uns einen Überblick über die jüngsten Entwicklungen in Lateinamerika

zu verschaffen und aus sie radikaldemokratischer Perspektive zu beurteilen.

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Seminare Junge Linke

Für alle Seminare gilt: Teilnahmegebühr (enthält 2 Übernachtungen, Vollverpflegung

und Seminarmaterialien): 15 Euro (falls jemand das nicht zahlen kann, wird

ne Lösung gefunden werden)

Der Reichtum, der die Armut schafft -

Kapitalismuskritik

15.-17. Juni *** Berlin Alte und immer noch aktuelle Fragen: Warum gibt es neben

dem Reichtum in den kapitalistischen Gesellschaften soviel Armut? Warum

sorgt der technische Fortschritt nicht für mehr Muße, sondern für Arbeitslose

auf der einen Seite und Überstunden für die Beschäftigten auf der anderen Seite?

Und warum fällt der angeblich rettende Einsatz des Staates für die Bedürftigen

in dieser Gesellschaft immer so dürftig aus? Jetzt anmelden unter www.

junge-linke.de

Disintegration - Kulturkampf und Integration

29. Juni- 1. Juli *** Berlin „Deutschland ist ein Einwanderungsland“ und lädt zu

Integrationsgipfeln und Islamkonferenzen ein. Gleichzeitig wird vor Parallelgesellschaften“

gewarnt und „Multikulti“ für „gescheitert“ erklärt. Wir wollen mit

Euch die verschiedenen Standpunkte in der Politik, den Medien, NGOs und beim

„kleinen Menschen von der Straße“ diskutieren.

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NaturfreundeJugend Berlin

Alle Seminare finden in Berlin oder der näheren Umgebung statt. Genaue Orts –

und Zeitangaben bekommen die Teilnehmer_innen nach der Anmeldung.

Die Gruppengröße bei jedem Seminar beträgt immer etwa 15 Personen.

Angemeldet werden kann sich mit Angabe des/der Seminartitel per Post unter

NATURFREUNDEJUGEND BERLIN, Gryphiusstr. 23; 10245 Berlin

oder per Telefon/Fax 030 – 325 327 70; 030 – 325 327 71

oder via Mail: info[AT]naturfreundejugend-berlin.de

http://www.naturfreundejugend-berlin.de/seminare

Geschlechtsextremismus?

Einstiegsseminar zu Geschlechterbildern i.d. extremen Rechten - 30.3.-1.4.07

Martialische Hooligans, eiserne Männerbünde & homosexuelle Kader? Biedere

Häkelabende, aktive Funktionärinnen & sexy Kameradinnen? Welche Geschlechterbilder

werden innerhalb der extremen Rechten verhandelt und vertreten? Wir

wollen dies anhand der Geschichte des NS und aktuellen

Entwicklungen vor dem Hintergrund gesamtgesellschaftlicher Geschlechterverhältnisse

diskutieren.

Zur Sonne, zur Freiheit! ...und danach an den Strand!

NFJ-Teamer_in werden – die JuleiCa-Ausbildung 2007 - 13.-15.4. und 18.-

20.5.07

„Anders Reisen“ haben wir uns bei den Kinder- und Jugendreisen auf die Fahne

geschrieben: emanzipatorisch, gleichberechtigt, partizipativ und selbstbestimmt

sollen unsere Freizeiten sein, denn wir sehen das als die Vorraussetzung

für politische Jugendarbeit. Auf der JuleiCa-Ausbildung wollen wir all das Handwerkzeug

vermitteln, die dich befähigen sollen NFJ Ferienfreizeiten zu teamen.

Praxisbezogen greifen wir politische Themen wie den Umgang mit Drogen und

dem Jugendschutzgesetz, die Gestaltung von Programmpunkten und politischen

Workshops unter Partizipation der Teilis und der Umgang mit diskriminierenden

Schimpfwörtern ebenso auf wie (organisatorische) Verantwortung der Teamer_

innen, das Verhältnis von Teamer_innen und Teilnehmenden, Moderation von

Konflikten und das positive Einwirken auf bestimmte Gruppendynamiken.

Mehr Infos unter www.naturfreundejugend-reisen.de

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Ware, Wert, Geschlecht

Wochenendlesekreis zu Kapitalismus und Geschlecht - 20.-22.4.07

Inwiefern sind Frauen dem freien Markt anders unterworfen als Männer? Was hat

lesbisches Begehren mit ‘Klasse’ zu tun? Was hat es damit auf sich, wenn immer

mehr Autorinnen davon sprechen, dass der Dekonstruktivismus das ‘neoliberale

Geschlechterregime’ stütze? Welchen Schwerpunkten wir uns im zweiten Teil

unseres Lesekreises widmen, hängt ganz von den Teilnehmer_innen ab.

Auf einem Vorbereitungstreffen werden wir das Wochenende gemeinsam planen,

Diskussionen und Texte sollen in Arbeitsgruppen vorbereitet werden.

Pixel, Poster, Politik - Layoutseminar

Photoshop ist kein Mittel die Gesellschaft zu verändern... 4.-6.5.07

…kann dabei aber gelegentlich sehr hilfreich sein. Wir meinen, dass Layout mehr

kann, als kluge Texte ansprechend zu bebildern. Im besten Fall provoziert und

irritiert es, ist aber auch widerspenstig – gern plappert es sexistische oder rassistische

Blickweisen aus. Beim Seminar wollen wir mit Euch über die Ansprüche

an emanzipatorisches Layout diskutieren und Euch anschließend in den Umgang

mit professionellen Grafik- und Satzprogrammen einführen.

Queer as folk.

Seminar zu Geschlecht, Identität und ihrer Kritik. - 11.-13.5.07

Was ist denn nun queer? Während die Einen queer als Synonym für “schwullesbisch”

benutzen, wäre die Antwort von Anderen: “Nichts dergleichen!” Vor einigen

Jahren war “queer” ein Schimpfwort für Leute, die nicht die vermeintlich

“normale”, monogame und heterosexuelle Zweierbeziehung lebten. Die Aneignung

durch politische Aktivist_innen hat das Wort, ähnlich wie “schwul,” als

Beleidigung unbrauchbar gemacht. Häufig wird queer als politische Strategie

gesehen, Heteronormativität (Denkweise, die bestimmte heterosexuelle Lebensentwürfe

als Norm nimmt und von der Existenz zweier Geschlechter ausgeht)

in Frage zu stellen. Wir wollen das kritische Potential von queer erkunden

und schauen, wo sich mit queer theory gesellschaftliche Machtverhältnisse in

Frage stellen lassen.

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Naming the Beast

Einführung in Kapitalismuskritik - 18.-20.5.07

Wie funktioniert eigentlich der Kapitalismus? Und warum? Bricht er irgendwann

zusammen, ist er das viel beschworene ‚Ende der Geschichte‘ oder wird er selbst

irgendwann Geschichte sein? Woraus besteht emanzipatorische Kapitalismuskritik

heute? Welche Verhältnisse müssen zusammen gedacht werden, welche

Handlungsmöglichkeiten und Alternativen bestehen?

Mit diesen Fragen wollen wir uns bei dem Seminar beschäftigen und mit euch

zusammen diskutieren. Vorwissen ist nicht erforderlich.

Mathe, Deutsch, Chemie, Sexismus… der geheime

Lehrplan

Seminar zu Sexismus in der Schule - 26.5.07

In der Schule werden Jungen_Mädchen zwar gemeinsam unterrichtet, sie sind

jedoch keineswegs gleichberechtigt. Schule vermittelt eine einschränkende Vorstellung

von Geschlechtlichkeit und Sexualität: Schüler_innen werden in Rollenmuster

gezwängt und lernen, was typisch „weiblich“ und „männlich“ sein soll.

Konzepte, welche sich außerhalb dieser Vorstellungen bewegen, haben in der

Schule keinen Platz. Wodurch diese sexistischen Denk- und Verhaltensweisen im

schulischen Alltag vermittelt, aufgenommen und reproduziert werden, wollen

wir auf dem Seminar gemeinsam untersuchen.

Was ich noch sagen wollte...

Rhetorik für Einsteiger_innen - 1.-3.6.07

Wolltest du auch schon mal vor vielen Leuten etwas sagen und hast dann schnell

zurückgezogen, weil du dich nicht getraut hast? Oder warst du so aufgeregt, dass

du falsch verstanden wurdest? Viele Menschen haben Angst vorm Reden, doch das

Problem ist nicht unlösbar! Auf diesem Seminar geben wir dafür ein paar Tipps,

nicht nur für Diskussionsbeiträge und Vorträge. Der Schwerpunkt liegt auf praktischen

Übungen, die Auswertungen werden mit der Videokamera unterstützt.

So können alle Erlerntes ausprobieren und sich selbst dabei beobachten.

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Gib mir ein T-Shirt mit Andreas Baader drauf!

Der Mythos von der RAF für Einsteiger_innen und Kritiker_innen 8.-10.6.07

Bambule, Stadtguerilla und „Deutscher Herbst“ wirken in der Linken nach wie vor

als Top-Einstiegsdroge. Was dabei häufig unmöglich bleibt, ist Kritik an der politischen

Vorstellungswelt der RAF und ähnlichen linken Gruppen, die vor allem

extrem antisemitisch und autoritär geprägt war. Wir wollen uns in diesem Seminar

intensiv mit dem (Selbst-)Bild der deutschen Linken der 1970er Jahre beschäftigen

und die RAF auch mit anderen radikalen Gruppen dieser Zeit vergleichen.

Ein Schwerpunkt soll darauf liegen, über verschiedene Kritikfelder nachzudenken,

zu diskutieren und eine linke RAF–Kritik zu formulieren.

Großes Kino, ganz großes Kino!

Dein eigener Kurzfilm in Höchstgeschwindigkeit 22.-24.6.07

Es gibt momentan genug Gründe das Kino zu meiden und die Flimmerkiste zu

entsorgen. Der perfekte Zeitpunkt also, dem Ganzen eigene Filmchen entgegenzusetzen!

An einem Wochenende wollen wir uns den grundlegenden Themen

bei der Produktion eines Kurzfilms widmen. Die Form ist offen und hängt davon

ab, worauf Ihr Lust habt. Inhaltlich wird es um die Auseinandersetzung mit Sexismus

und Rassismus gehen. Ergebnis dieses Wochenendes werden Clips sein, die

so gut sind, dass sie zwar nie im Fernsehen, dafür aber spätestens auf unserem

Anti-Sexismus-Spektakel im Herbst laufen werden.

Du hast den Farbfilm vergessen...

Schwarz-Weiß-Fotographie und Filmentwicklung für Einsteiger_innen - 6.-

8.7.07

Der Umgang mit analogen Spiegelreflexkameras und das Entwickeln von Schwarz/

Weiß Fotos sind so einfach und genial, dass sie bei der vollen Dröhnung Digitalfotographie

einfach nicht in Vergessenheit geraten dürfen. Wir wollen uns ein Wochenende

lang mit Optik und Kontrasten beschäftigen, Berlin fotografierend unsicher

machen und erste eigene Negative und Abzüge im Fotolabor entwickeln.

Ein Thema wird es nicht geben, doch nebenbei wollen wir auch darüber nachdenken,

welche rassistischen oder sexistischen Abbildungstechniken es in der

Fotographie gibt und wir können versuchen neue Perspektiven zu finden.

50 D A S A K T U E L L E A V V I M N E T Z : W W W . A V V B . D E . V U


Gesellschaftskritik


Die gesamtgesellschaftliche Situation

Jeder Versuch, die sich derzeit vollziehenden sogenannten Reformprozesse durch

Hinweis auf deren mangelnde demokratische Legitimation in Frage zu stellen,

ist vorab mit dem Bewußtsein der eigenen Ohnmacht konfrontiert.

Denn in der gegenwärtigen Gesellschaft ist der Versuch, Demokratie einzuklagen,

in verblüffend ähnlicher Weise vergeblich, wie es in der DDR unter Honecker

oder in der Sowjetunion unter Breschnew vergeblich gewesen sein muß, ein

sozialistisches Gesellschaftskonzept gegenüber seiner „real existierenden“ Parodie

einzufordern.

Zwar wird man in den gegenwärtigen Gesellschaften nicht aufgrund seiner Meinungsäußerung

ins Gefängnis gesperrt. Aber dies ist nur dann ein Argument

für die reale Existenz von Demokratie, wenn man Demokratie mit Rechtsstaatlichkeit

eins zu eins gleichsetzt. [...] Das Versprechen, das historisch an Demokratie

geknüpft ist, geht über die Wahrung von Menschenrechten und Rechtssicherheit

weit hinaus. Demokratie bleibt auch als eine repräsentative an das Merkmal

der Volkssouveränität gebunden, die sich über eine freie Öffentlichkeit herzustellen

hat. [...]

Gemessen am Kriterium der Volkssouveränität ist Demokratie in den westlichen

Gesellschaften im Schwinden begriffen. So gehört mittlerweile kein Mut mehr

dazu, in den Politikwissenschaften eine Krise oder gar das Ende der Demokratie

zu diagnostizieren. Weder existiert eine autonom und demokratisch verfaßte

Öffentlichkeit, deren oberstes Merkmal ein öffentliches Bewußtsein politischer

Alternativen wäre, noch hält das Bildungsniveau der Bevölkerung mit der zunehmenden

Komplexität politischer Entscheidungsprozesse irgend Schritt.

Kaum ein Bürger auf der Straße weiß, was Organisationen wie die WTO, der IWF,

die Weltbank eigentlich sind oder welche Ziele internationale Vereinbarungen

wie die GATS oder der Bolonga-Prozeß eigentlich anstreben und welche Interessen

sie verfolgen, obgleich in diesen Gremien die Entscheidungen gefällt werden,

die die Gesellschaft konstituieren, in der wir und unsere Kinder einmal leben

werden.

S O M M E R 2 0 0 7

51


Die urdemokratische Fragestellung [...] „In welcher Gesellschaft wollen wir eigentlich

leben?“, ist zu einer unmöglichen Frage geworden, deren Sinn und Anliegen

in Massenmedien, welche Nachrichten mit Blick auf zu erwartende Werbeeinnahmen

gestalten, nicht mehr thematisiert werden kann. So sind die

politischen Willensbildungsprozesse zunehmend in die Hände nichtstaatlicher

Akteure übergegangen. Mit dem Geld finanzstarker Konzerne werden vermeintlich

ums Gemeinwohl besorgte Stiftungen gegründet, die wiederum vermeintlich

neutrale Expertenkommissionen ins Leben rufen.

Deren Erkenntnisse werden über professionelles Lobbying an sogenannte Entscheidungsträger

herangetragen. Da viele LobbyistInnen als solche gar nicht

auftreten, sondern sich als Berater, Sachverständige oder Wissenschaftler ausgeben,

haben viele Politiker das Gefühl, im Sinne der Vernunft und Objektivität

zu handeln, wenn sie deren Argumentationsmuster übernehmen und in Politik

umsetzen.

Werbeagenturen werden darüber hinaus beauftragt, im Dienste der sogenannten

„Öffentlichkeitsarbeit“ für die anstehenden Veränderungen schmackhafte

Begriffsbildungen und eingängige Argumentationsketten zu entwickeln, die,

sofern sie nur eingängig genug sind, schließlich von unzähligen Journalisten reproduziert

werden.

Kritischer Widerspruch ist zwar prinzipiell möglich, aber durch die Vielzahl an

Wortmeldungen, die letztlich ein gesamt-gesellschaftliches Klima erzeugen, erscheinen

diese Gegenpositionen zunehmend altmodisch, werden quantitativ

schlichtweg überstimmt.

Den gewählten Politikern fällt die Aufgabe zu, die in „think tanks“ erarbeiteten

Konzepte lediglich nachzuvollziehen bzw. zur Wahrung der demokratischen Fassade

zwischen der Wirtschaft und der Bevölkerung zu moderieren.

Oft wird dabei auf die bereits erfolgte Durchsetzung der Konzepte in anderen

Staaten verwiesen.

Rankings werden erstellt, in denen das jeweils eigene Land an unterer Stelle rangiert,

während die Favoriten beliebig austauschbar sind.

In Anpassung an die faktische Machtverteilung hat sich auch die Öffentlichkeit

dahingehend verändert, daß nur Argumentationsketten, die einer funktionalen

und ökonomischen Logik folgen, überhaupt noch Schlußkraft zukommt.

Jede tiefgreifendere Selbstverständigung, die das favorisierte Gesellschaftsmodell

sowie die mit ihm einhergehenden Definitionen von Demokratie und Liberalismus

nach ihrem Wahrheitsgehalt befragt, steht dem vorherrschenden Meinungsklima

konträr gegenüber.

52 D A S A K T U E L L E A V V I M N E T Z : W W W . A V V B . D E . V U


Weil sie von den gewohnten und präformierten Pfaden des Denkens abweicht,

weil sich im derzeitigen Sprachgebrauch Begriffe wie Gerechtigkeit und Utopie

wie Antiquitäten ausnehmen, bleiben die politischen Hoffnungen vergangener

Generationen am Wegrand der Geschichte liegen, als hätte es nie Menschen

gegeben, die in Jahrhunderte währenden Kämpfen für Demokratie und echten

Liberalismus ihr Leben eingesetzt haben.

Die derzeitige Situation läßt sich deshalb als eine Paralyse der in kollektiver Selbstverständigung

herzustellenden Vernunft deuten und geht zudem mit einem

fundamentalen Abbruch geistiger Traditionen einher, deren Dramatik und Folgen

noch gar nicht absehbar sind.

Wurde in den ehemaligen Diktaturen Osteuropas Volkssouveränität durch den

direkten Einsatz staatliche Gewalt, Zensur und Repression jeder singulären Meinungsäußerung

unmöglich gemacht, so begnügt man sich in der westlichen

Welt damit, mittels struktureller Machtausübung lediglich das Meinungsklima

zu regulieren.

An die Stelle der Staatssicherheit tritt das ebenfalls Milliarden Euro verschlingende

Werbeagenturen zum „Informationsdesign“.

Doch letztendlich ist damit die Abkoppelung politischer Entscheidungsprozesse

von einer sich autonom und demokratisch organisierenden Öffentlichkeit fast

ähnlich weit fortgeschritten. Der anschließende Text ist von dem Bemühen geleitet,

die Konsequenzen der derzeitigen Veränderungen am Beispiel der Aktivitäten

des Centrums für Hochschulentwicklung (abgekürzt CHE) und die durch

sie angestrebte Umstrukturierung der Universitäten zu beschreiben und soziologisch

wie geschichtsphilosophisch auszuloten.

Quelle:

„H. Ritz, ANNEX - Schriftenreihe zu Recht und Politik, hrsg. v.

arbeitskreis kritischer juristinnen und juristen an der

Humboldt-Universität zu Berlin, No. 1, Juni 2005, S. 5-7“

S O M M E R 2 0 0 7

53


B.O.N.E

Es soll politische Gruppen geben, die setzen Manifeste, programmatische Thesen,

wenn nicht gar Diskussionsangebote in die geplagte Welt. Wir auch.

Nicht, weil wir denken, daß wir den Durchblick erfunden hätten. Aber immerhin,

wir bemühen uns, und das, was wir so halbwegs gebacken bekommen, reicht zumindest

schon für eine vorläufige Selbstdarstellung. Also, wer oder was sind wir?

Keine Knochenfreaks, sondern vielmehr dem Comic-Wahn verfallen ...

Mitunter werden wir aber bierernst, brüten über Kaffee- und Teepötten und fangen

an mit Politisieren. Und da zeigt das nette Kürzel B.O.N.E., was in ihm steckt.

Beginnen wir mal mit

Basisdemokratisch. Soll heißen, daß wir aus eigener Erfahrung ebenso wie aus

theoretischen Gründen sowohl bürgerlich-parlamentarische Stellvertretungspolitik

als auch den leninistischen Avantgardeansatz ablehnen (sind die beiden

nicht mindestens zweieiige Zwillinge?). Auch diese Politikmodelle bekämpfen

in letzter Instanz die selbstverantwortliche Tätigkeit der bislang Unterdrückten.

Wir hingegen hegen Sympathie für anarchistische bzw. rätekommunistische Vorstellungen

und würden auf der Strecke gerne ein ordentliches Stück vorankommen,

mit anderen Worten: den überkommenen Theoriefundus praktisch aktualisieren.

Danach kommt natürlich

Oblomovistisch. Hieß früher eigentlich Organisiert, aber dann hat B.O.N.E. irgendwann

festgestellt, dass sie gar nicht groß organisiert sind - aber schon länger kein

neues Flugblatt veröffentlicht haben, obwohl es dauernd geplant wird. Stattdessen

werden gemeinsam Bücher zu zwei Dritteln gelesen, bevor sie weggelegt

werden. Daher hat B.O.N.E. die Bedeutung des O im Namen von „organisiert“ auf

„oblomovistisch“ geändert. Oblomov

ist eine russische Romanfigur, die dauernd im Bett liegt ... während des ganzen

Buches. Umgeben von Skizzen, Entwürfen und Ideenpapieren stellt sie andauernd

irgendwelche Pläne an, die nie verwirklicht werden. Halbzeit, und dann

kommt schon

Neurotisiert. Damit soll wahrscheinlich zum Ausdruck kommen, daß wir zwar

ganz nett, aber auch ziemlich bekloppt sind. Nu die

Emanzipation. Sie muß in einem langen Prozeß gemeinsam erkämpft werden,

und zwar gegen die, die uns unten halten und gegen die, denen es so gefällt.

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Die Emanzipation umfaßt nicht nur die Produktionssphäre, sondern die gesamte

Lebensweise und ist eine Bedingung dafür, daß alle ihren Bedürfnissen entsprechend

leben können. Drunter machen wir‘s nicht.

So, wir proklamieren aber nicht nur hehre Grundsätze, sondern haben auch echte

Themen. So plagt uns z.B. immer wieder folgendes:

* Was ist Antiautorität? Wieso unterwerfen sich Menschen der ‚Macht‘?

* Was geht ab in Europa? Wird Europa deutsch oder umgekehrt? Wer profitiert,

wer wehrt sich (oder auch nicht)?

* ist die anarchistische Theorie nach Mühsam/Kropotkin/Landauer abgeschlossen

oder überholt? Wie kann der Anarchismus nach dem Spanischen Bürgerkrieg

aussehen? Was ist eigentlich Post-Anarchismus?

Außerdem melden wir uns, wenn uns der Hafer stechen sollte, mit bemerkenswerten

Flugschriften zu Wort, die im Internet dokumentiert sind.

Des Weiteren lesen wir öffentlich EMPIRE von Negri/Hardt (alle 14 Tage, z.Zt. Teil

IV. ff...) und laden alle interessierten Geister herzlich ein, mit uns gemeinsam das

„Empire“ zu studieren. Pro Leseabend wollen wir ca. ein Kapitel lesen und diskutieren.

Uns geht es in erster Linie darum zu verstehen und erst in zweiter Linie

darum, es zu kritisieren. Unsere Lesegeschwindigkeit ist basisdemokratisch geregelt,

heisst: wenn es Erklärungs- oder erweiterten Diskussionsbedarf gibt wird

dafür Raum und Zeit gegeben. Wir werden allerdings EMPIRE bald beendet haben,

so daß wir uns wieder in die Untiefen linksradikaler/emanzipatorischer Theorie

(wie z.B. Postanarchismus) stürzen können. Deswegen sind die angegebenen

Termine mit Vorsicht zu geniessen, aber schonmal eine Richtschnur. Bei Interesse

einfach mal per mail (info[AT]bone-net.de) anfragen und dazustoßen...

Und wenn uns gar nichts mehr einfällt, zeigen wir öffentlich Filme in der OUBS,

so demnächst: We feed the World 08.05.2007 - 20.00 Uhr: Billigheimer - Die deutschen

Discounter und ihre Methoden 05.06.2007 - 20.00 Uhr: Judith Butler - Philosophin

des Gender 03.07.2007 - 20.00 Uhr: Kaltes Land

B.O.N.E. c/o OUBS - Offene Uni BerlinS HU-Campus-Nord (Haus 20) Philippstr. 13

10115 Berlin www.bone-net.de info[AT]bone-net.de

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AKJ Arbeitskreis kritischer JuristInnen

Der akj-berlin (arbeitskreis kritischer juristinnen und juristen) an der HUB besteht

seit Februar 1996 und ist weder ein Verein noch eine Gesellschaft oder sonst irgend

eine hierarchisch strukturierte Organisation. Der akj-berlin ist vor allem ein

offenes Forum für rechts- und allgemeinpolitische Diskussionen. Als Juristinnen

und Juristen beschäftigen wir uns vornehmlich mit der Analyse des bestehenden

Rechtssystems und seiner Entwicklungen. Als kritische Menschen erlauben

wir uns daneben, Rechtsnormen und deren Entwicklung zu rügen, in Frage zu

stellen und Alternativen aufzuzeigen. Wir sind von jeglicher Partei- und Vereinspolitik

unabhängig, arbeiten bei konkreten Anlässen jedoch u.a. mit Menschenrechts-,

rechtspolitischen oder antifaschistischen Gruppen zusammen. Unser

politischer Standpunkt ist vor allem durch den Hang zur sozialen Emanzipation

geprägt. Soziale Emanzipation bedeutet für uns, dass die bestehenden Über- und

Unterordnungsverhältnisse zwischen Menschen bzw. zwischen Menschen und

dem Staat nicht als Ende der Entwicklung anzusehen, sondern in Frage zu stellen

sind und schließlich aufgelöst gehören.

Vorträge In der Vorlesungszeit veranstalten wir Vorträge zu verschiedensten

rechts- und allgemeinpolitischen Themen statt, bei denen kompetente ReferentInnen

den Einstieg in eine Diskussion zum Thema geben. Aktuelle Vorträge und

Termine könnt Ihr unserer homepage entnehmen: www.akj-berlin.de

vorauss. Do. 26. April 2007 | 19.00 Uhr Raum 326, JurFak, Bebelplatz 1 Rechtsfragen

aktuell: Parteifusion WASG / PDS (RA Ulf Wende)

vorauss. Do. 3. Mai 2007 | 19.00 Uhr Institutionalisierter Rassismus

Mo. 7.5.2007 | 19.00 Uhr Kinosaal, Unter den Linden 6 Terror an der Uni - Was Terrorismusbekämpfung

mit Studienalltag zu tun hat

Sa. 12.5.2007 | 21.00 Uhr

akj-Soliparty: Dance against Majority

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vorauss. Di. 15. Mai 2007 | 19.00 Uhr Prof. Ingo Müller - Die braunen Wurzeln unserer

Strafrechtswissenschaft Was die heutige Strafrechtslehre verdrängt hat

Do. 24.5.2007 | 19.00 Uhr Was tun, wenn‘s brennt? - Kleine Rechtshilfe für Ostseereisende

Konkrete Projekte Die politische Justiz in der BRD wird in der juristischen und

nichtjuristischen Diskussion kaum beachtet. Daher haben wir es zu unserer Aufgabe

gemacht, Gerichtsprozesse, die politische Delikte zum Gegenstand haben

zu beobachten und darüber zu berichten. Dabei erlauben wir uns, auch über die

Grenzen der BRD hinauszuschauen. Immer wieder kommt es vor allem am Rande

linker Demonstrationen zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und DemonstrantInnen.

In Zusammenarbeit mit BürgerInnenrechtsgruppen beobachten

wir daher Demonstrationen, um ein möglichst objektives Bild vom Verlauf

der Demonstration und der Einsatzstrategie der Polizei zu gewinnen. Dabei verfolgen

wir das Ziel, die Demonstrationsfreiheit zu schützen und jegliche Versuche,

dieses Recht einzuschränken, zu verhindern bzw. zu dokumentieren und

öffentlich auszuwerten. Im Rahmen des Studiums organisieren wir in den Winterferien

regelmäßig Gruppenpraktika bei engagierten AnwältInnen. Als Alternative

zum klassischen Kofferträgerpraktikum können sich die Teilnehmenden

in der Gruppe mit ihren praktischen Erfahrungen und dem anwaltlichen Berufsverständnis

auseinandersetzen.

das freischüßler | annex „das freischüßler“ ist die Zeitung des akj und existiert seit

April 1999. Mit dieser Zeitung verfolgen wir den verwegenen Anspruch, gegen

die konservative Diskurshegemonie innerhalb der JuristInnenschaft anzuschreiben.

Wer sich daran beteiligen möchte, ist aufgerufen, Artikel, Kommentare etc.

zu verfassen und uns zukommen zu lassen. Längere Beiträge und themenspezifische

Textsammlungen werden im „annex“ publiziert, der Schriftenreihe des

akj-berlin zu Recht und Politik. Alle Beiträge sind auch online abrufbar: www.

das-freischuessler.de bzw. www.annex-online.de .

Kontakt Das wöchentliche akj-Plenum findet während der Vorlesungszeit donnerstags

um 18.00 voraussichtlich im Raum 326 in der Juristischen Fakultät der

HU (Bebelplatz 1, 3. Etage) statt – kommt doch einfach mal vorbei.

www.akj-berlin.de akj[AT]akj-berlin.de

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Seminar für angewandte Unsicherheit SaU

_die [SaU] ist ein informeller zusammenschluss überwachungskritischer menschen

in berlin_

_der seit jahrzehnten herrschende sicherheitsdiskurs versucht uns einzureden:

wir leben in ständig wachsender bedrohung. dagegen würden der einsatz biometrischer

datensammlung, die

anbringungen von videokameras

auf öffentlichen plätzen

und chipkarten sicherheit

bieten_

_doch tatsächlich

werden

mittel geschaffen, um menschen

zu diskriminieren und die repression zu verstärken.

es ändern sich die bedrohungsszenarien und die überwachungstechnologien,

aber die art der legitimation staatlicher überwachung bleibt im kern gleich: aller

menschen freiheit wird eingeschränkt, um herrschaft zu sichern_

_ wir entwickeln unsere eigene analyse politischer und gesellschaftlicher ereignisse,

decken die ausübung von macht und herrschaft durch überwachung

auf, die sich u.a. in rassismus, bürokratie und sozialer kontrolle widerspiegelt,

und diskutieren, wie die bestehenden gesellschaftlichen verhältnisse überwachung

[re-]produzieren_

_ebenso gilt es widerstand zu leisten, sei es auf dem unigelände, in fussgängerInnenpassagen,

beim benutzen des internets etc._

_im sose 07 wird es im sbz krähenfuss eine veranstaltungsreihe mit filmen,vorträgen

und workshops zu TECHNIK/EN DER ÜBERWACHUNG geben (u.a. zu vorratsdatenspeicherung,

dem „bundestrojaner“ und der entstehungsgeschichte der computerbasierten

erfassung von menschen sowie praktischer schutz vor überwachung

im internet). achtet auf flyer und besucht unsere homepage_

>> Kontakt SaU-CafÈ: donnerstags im SBZ Krähenfufl,

Veranstaltungen jeweils um 19 Uhr

www.sau.net.ms

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Reflectures - sieben Abende dar¸ber, die Welt zu verändern

10.5.-28.6.07 - immer donnerstags um 19:30 in der K 9 - in der Kinzigstr. 9, BerliFriedrichshain,

U Samariterstr

Warum macht der Job mich fertig, wenn es das Jobcenter doch auch tut? Wie hängen

Billiglohn und Billigpreis zusammen? Was genau in meinem Computer verursacht

Konflikte in Afrika? Muss ich so aussehen wie die Frau in der Werbung? Was

haben Essensgutscheine für Flüchtlinge und meine Lieblings-CD gemeinsam? War

Dein Opa auch (k)ein Nazi? Ist eigentlich alles in Ordnung so, wie es ist?

Wir haben nicht vor, auf alle diese Fragen Antworten zu geben, wir würden sogar

gerne noch mehr Fragen stellen, aber nicht alle auf einmal. Wir, das sind reflect!

e.V. und andere Gruppen, die zu Arbeit und Ausbeutung, Sexismus, Erinnerung

und rechtem Denken, Diskriminierung und dem “Rütli-Phänomen“ arbeiten. Von

Februar bis April in der Friedel 54 sowie im Juni & Juli 2007 in der K9 werden wir

wöchentlich und abends auf ein paar dieser Fragen genauer eingehen ≠ mit allen,

die mehr darüber wissen und reden wollen.

Die Abende bewegen sich irgendwo zwischen Diskussionsrunde, Vortrag und

Workshop. Die Frage, die an jedem Abend im Mittelpunkt stehen soll: Was kˆnnen

wir den Dingen, die uns stressen und bedrücken, entgegen setzen? Wie können

wir uns gegen Zumutungen wehren, wie ist Widerstand möglich?

Do 10.5.07

Warum geht der Asylant nicht arbeiten? Wie Sachleistungen Menschen

rassistisch markieren und was wir dagegen machen können

Die Praxis der Sachleistungsauszahlung markiert Flüchtlinge in der Öffentlichkeit

als “SozialschmarzotzerInnen“, die nicht arbeiten und dem Staat auf der Tasche

liegen. Das produziert rassistische Spr¸che und reproduziert rassistische Bilder

und Argumentationsfiguren. Denn dass diese Menschen gar nicht arbeiten

dürfen, geht unter. Wir wollen diese Mechanismen erklären und aufzeigen, was

wir dagegen machen können.

Mit: Initiative gegen das Chipkartensystem Berlin (http://www.

chipkartenini.squat.net)

Do 17.5.07 “Muddling through“ oder: Warum jede Lohnarbeit prekär ist

Wir unterhalten uns über die Widersprüche, die wir tagtäglich erleben, wenn wir

lohnarbeiten gehen müssen oder wenn wir als Hartz-IV-EmpfängerIn zur „Reservearmee“

des Kapitals gehören. Wie können angeblich ganz alte Theorien und

dicke fette Bücher uns helfen, die ganze ökonomische Scheisse wenigstens ein

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isschen zu verstehen? Und wie kommt man damit voran, um die versteinerten

Verhältnisse zum Tanzen zu bringen?

Mit: reflect! (http://www.reflect-online.org) und Wildcat (angefragt) (http://www.

wildcat-www.de)

Do 24.5.07 Finde den Fehler! Sexismus und Normalität

Haben wir ein Geschlecht, so wie z.B. Knochen oder eine Lunge? Wo ist es in unserem

Alltag wichtig, welches Geschlecht wir haben? Wo wird Geschlecht wichtig

gemacht, was ist diskriminierend, und wie steht es um die Gleichberechtigungsgeschichte,

jetzt, wo Frauen und Männer gleichermaflen erwerbstätig

oder erwerbslos sind?

Mit: reflect! (http://www.reflect-online.org)

Do 31.5.07 Wer nicht passt wird passiv gemacht? Hauptschule als Mittel

der Disziplinierung

Nicht nur Worte, sondern auch Beats und Lyrics drehen sich an diesem Abend

um das Problem Hauptschule: Obwohl die gesellschaftlichen Funktionen von

Schule vielfältig sind, wird beim Thema Hauptschule meist nur Disziplinierung

der Schüler gefordert. Dass es dabei immer weniger gelingt, den Hauptschülerinnen

und -schülern Zukunftsperspektiven zu bieten, ist offenkundig. Doch

nicht nur um Hauptschule soll es an diesem Abend gehen, sondern auch um die

“Bildungsgewinner“. Werden sie nicht durch das Gerede über die Hauptschulen

ebenso diszipliniert?

Mit: Kritische LehrerInnen

Do 14.6.07 Nur der andere Opa war der Nazi? Erinnerung und

Vergangenheitsbewältigung

Das Wissen um Schuld und Vernichtung scheint nicht im kommunikativen Gedächtnis

der meisten Deutschen angekommen. Kaum jemand kennt die Verstrickungen

der eigenen Vorfahren in den NS oder will sie kennen. Nicht nur über

diesen Widerspruch wollen wir diskutieren, sondern auch darüber, wie wir uns einen

kritischeren und produktiveren Umgang mit Vergangenheit vorstellen. Denn

vieles, was heute zum Selbstverständnis und positivem Image der erinnerungswilligen

Berliner Republik gehört, wurde einst wegen anderer Gründe eingefordert.

Der AK „Angreifbare Traditionspflege“ „begleitet“ seit 5 Jahren das Treffen

der Gebirgsjäger in Mittenwald.

Mit: reflect! (http://www.reflect-online.org) & AK „Angreifbare Traditionspflege“

(http://www.nadir.org/nadir/kampagnen/mittenwald)

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Do 21.6.07 Rechte im Kiez Rechtsextremismus in Friedrichshain und Neukˆlln:

wahrnehmen - aufklären - bekämpfen.

Wie entsteht und wie wirkt Rechtsextremismus? Was sind rechtsextreme Strukturen

und wie können wir öffentliche Räume gegen sie verteidigen oder zurück

erobern? Theoretische und praktische Ansätze werden verquickt, um gegen

Rechtsextremismus im Alltag etwas tun zu können.

Mit: N.N.

Do 28.6.07 Sicherheit vor Freiheit? Der Wandel des Staates vom Rechtsstaat zum

Sicherheitsstaat > In aktuellen politischen Diskussionen werden die Bürgerrechte

der einzelnen Bürgerinnen zunehmend dem öffentlichen Sicherheitsbedürfnis

im „Kampf gegen den Terror“ untergeordnet und damit eine Ausweitung staatlicher

Kontrolle gerechtfertigt. Was bedeutet dieses für unseren Lebensalltag? Am

Beispiel der Vorratsdatenspeicherung (Speicherung von Kommunikationsdaten

von Telefon, Handy, Internet) wollen wir diskutieren, wie sich staatliche Kontrolle

vollzieht und ob ein Leben jenseits staatlich überwachter Bereiche noch möglich

ist? Welche Möglichkeiten des Widerstandes ergeben sich hieraus?

Es diskutieren: Ralf Bendrath (Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung, Netzwerk

Neue Medien) Lars Bretthauer (reflect!)

Infos unter: http://www.reflect-online.org und http://initiative.

stoppt-die-vorratsdatenspeicherung.de

Eine Veranstaltungsreihe von reflect! ≠ assoziation für politische bildung und gesellschaftsforschung

Infos unter http://www.reflect-online.org/ und info[AT]reflect-online.org

Die Veranstaltungsreihe wird unterstützt von Stiftung Menschenw¸rde und Arbeitswelt

& Aktion Mensch

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Veranstaltungen der Bibliothek der Freien

Die Bibliothek der Freien hat einmal im Monat eine Veranstaltung.

Das Thema und der Termin der Veranstaltung finden sich unter http://www.bibliothekderfreien.de/veranst.html.

Jede/r ist herzlich eingeladen an den Veranstaltungen teilzunehmen.

Die nächste Veranstaltung findet am Freitag, 13. April 2007, 19.00 Uhr zum Thema

Subcoma, eine Alternative zum Neoliberalismus, statt.

Anhand des Buches „Subcoma“ des Schweizer Autors PM wird in Verbindung

mit der Ideenwelt des vor kurzem verstorbenen Ökoanarchisten Murray Bookchin

eine libertäre Zukunftsvision vorgestellt, eine Erweiterung des libertären

Bausteins der Kommune im globalen Rahmen, eine Vernetzung von großen und

kleinen Kommunen. Darin enthalten ist die Dreierverbindung Subsistenz - Community

- Antipatriarchat und damit ein Gegenentwurf zum heutigen weltweiten

Turbo-Kapitalismus und einer lethargischen Linken, die vergessen hat, dass

eine Welt zu erobern ist, wenn auch nicht mit den alten Machtstrukturen. (Vortrag

und Diskussion)

Die darauf folgende Veranstaltung findet am Freitag, 4. Mai 2007, 19.00 Uhr zum

Thema Hartmut Rübner: Agit 883. Bewegung, Revolte, Underground in Westberlin

1969-1972 statt.

Nachfolgende Veranstaltungen sind:

Datum

Thema

Freitag, 1. Juni 2007, 19.00 Uhr Die Bakunin-Hütte in Meiningen (Thüringen)

Freitag, 6. Juli 2007, 19.00 Uhr Rausch und Anarchie. Jörg Fauser (1944-

1987)

Jeden Freitag von 18.00-20.00 Uhr besteht auch die Möglichkeit libertäre/anarchistische

Werke auszuleihen. Ein Katalog findet sich auf der Internetseite, es ist

aber auch möglich sich vor Ort zu erkundigen.

Weiteres zur Bibliothek findet sich auf der Internetseite, bei Fragen einfach Freitags

vorbeischauen.

Termin: einmal im Monat jeweils an einem Freitag, ab 19.00 Uhr

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Ort: Bibliothek der Freien, Greifswalder Str. 4, 2. Hof, Raum 1102

Kontakt: DieFreien[AT]BibliothekderFreien.de

http://www.bibliothekderfreien.de

Anti-Arbeits-Kreis

„Solange es die eine besondere Ware, die Ware Arbeitskraft gibt, wird es Profit,

Hunger und Umweltzerstörung geben.“

Wir machen knallharte Theorie gegen Arbeit, mutige Aktionen gegen Arbeit, geben

uns gegenseitig Tipps zum Überleben ohne Arbeit (oder – wenn’s denn sein

muss –, wo mensch relativ locker Geld herbekommen kann) oder plaudern. Außerdem

suchen wir Leute heim, die Arbeitslose nicht in Ruhe lassen, sondern ihnen

Arbeit aufzwingen wollen.

Termin: jeden Donnerstag, 12-14 Uhr

Ort: Offenen Uni Berlins, Philippstraße 13, 10115 Berlin

Kontakt: antiarbeitskreisberlin[AT]yahoo.de

http://www.antiarbeitskreis.de.vu

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Selbstdarstellung der Initiative für ein Berliner

Sozialforum

Die Initiative für ein Berliner Sozialforum versteht sich als Teil der globalisierungskritischen

Bewegung. Im Namen internationaler Gerechtigkeit und Solidarität stellen

wir uns gegen die weltweite Durchsetzung der alles beherrschenden Marktlogik.

Globaler und lokaler Widerstand gehören zusammen. Wir unterstützen

internationale Initiativen für soziale, gerechte und demokratische Gesellschaften.

Gleichzeitig wollen wir die politischen Kräfte vor Ort gegen die unsoziale Kahlschlagpolitik

der Bundesregierung und des Berliner Senats stärken.

Die Initiative für ein Berliner Sozialforum will …

… ein Netzwerk für die gleichberechtigte Zusammenarbeit von politischen,

sozialen und kulturellen Projekten, Betroffeneninitiativen und Einzelpersonen

knüpfen.

… die resignative Stimmung durchbrechen und dem gesellschaftlichen Protest

mehr Durchsetzungskraft verleihen.

… die Konflikte mit der herrschenden Politik von Kapital, Bundesregierung und

Berliner Senat beim Namen nennen, ohne „deutsche Interessen“ oder den Reichtum

der „Festung Europa“ zu verteidigen.

… gegen offene und unterschwellige sexistisch, rassistisch, antisemitisch, behindertenfeindlich

oder wie auch immer motivierte Ausgrenzung angehen.

… Formen der Zusammenarbeit entwickeln, die der Vielfalt der politischen Strömungen

gerecht werden, und deshalb auch kein politisches Programm entwickeln.

… keine vorschnelle Vereinheitlichung, die auch immer Ausgrenzung bedeuten,

sondern eine von gegenseitigem Respekt getragene politische Streitkultur

schaffen.

… Solidarität praktisch verwirklichen und sich nicht in einen „guten“ und einen

„bösen“ Protest spalten lassen.

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… Erfahrungsaustausch ermöglichen, Handlungsmöglichkeiten erweitern, gemeinsam

unsere jeweilige Praxis überprüfen und überzeugende Alternativen zur

herrschenden Politik aufzeigen.

In Diskussion ist noch, ob sich das Berliner Sozialforum stärker als Raum einer

neuen politischen Diskussionskultur oder stärker als Akteur einer gemeinsamen

politischen Arbeit verstehen soll.

Die Initiative für ein Berliner Sozialforum trifft sich immer am 1. Montag im Mo

nat um 19 Uhr im Familiengarten, Oranienstr. 34, Berlin-Kreuzberg

Mailingliste: sozialforum_berlin[at]lists.nadir.org

https://lists.nadir.org/cgi-bin/mailman/listinfo/sozialforum_berlin

geplantes Programm des Ersten Berliner Sozialforums

Samstag 21. April 2007

12:00 Uhr Eröffnung; Weltsozialforums Bewegung und das Berliner Sozialforum

globales und Lokales zusammen denken

12:30 Uhr Podium I - „Das G8 Treffen in Heiligendamm was hat das mit

Berlin zu tun?“

13:45 Uhr Pause / Mittagessen

14:45 Uhr Podium II (Arbeitstitel) „prekäre Arbeits- und Lebensverhält

nisse

16:00 Uhr Erste Workshopphase

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19:00 Uhr gemeinsames Essen und kultureller Beitrag

Sonntag 22. April 2007

09:30 Uhr gemeinsames Frühstück

10:30 Uhr Zweite Workshopphase

13:00 Uhr Pause / Mittagessen

14:00 Uhr Podium III - Arbeitstitel „Soziale Infrastruktur und öffentliche

güter“

15:15 Uhr: Ergebnisse und Ausblick

16:00 Uhr Versammlung der Sozialen Bewegungen

18:00 Uhr Ende des Sozialforum

Kritische Gesellschaftstheorie meets analytische

Philosophie

Kennen Sie das auch? Sie gehen in ein Seminar und wollen über kritische

Gesellschaftstheorie sprechen, aber niemand versteht sie. Will sie niemand

verstehen? Handelt es sich um ein Seminar der analytischen Philosophie und

sie beruhigen sich damit, dass Analytiker irgendwie Positivisten seien und

deshalb ja eh nicht (allein schon aus methodischen Gründen) kritisch sein

können? Vielleicht liegt es aber auch an ihrem exklusiven Theoriebezug.

In Seminaren der analytischen Philosophie werden selten Fragen behandelt, die

für Linke von großem Interesse zu sein scheinen. Die spannenden Fragen werden

woanders, in einer anderen Philosophietradition, verhandelt. Möchte man

in diese andere Tradition Erkenntnisse der analytischen Philosophie einbringen,

so stößt dies häufig auf Unverständnis oder Ablehnung, da analytische Philosophie

affirmativ sei.

Wer jedoch glaubt, dass seine Argumente tragfähig seien, täte gut daran, die Auseinandersetzung

zu suchen. Dabei gilt es vielleicht auch bestimmte Vorurteile

auf den Prüfstand zu legen. Was macht kritische Gesellschaftstheorie eigentlich

kritisch und was kennzeichnet analytische Philosophie (und bürgerliche Wissenschaften),

dass sie damit nicht verträglich sei.

An verschiedenen Themenfeldern soll exemplarisch versucht werden, sich diesem

Spannungsfeld zu nähren. Wie wird in der analytischen Philosophie ein Thema

behandelt, dass auch in „kritischen“ Theorien verhandelt wird.

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Themenblöcke:

1. Kritik oder kritische Kritik an Theorien

Anhand der Entscheidungstheorie (rational choice) soll untersucht werden, wie

eine vernüftige Kritik an (z.B. wirtschaftswissenschaftlichen) Theorien aussehen

kann. Hierzu soll eine klassisch Linke Kritik und eine wissen-schaftstheoretische

Kritik verglichen werden.

2. Kritik an kritischen Themen der Kritik der politischen Ökonomie

Zunächst sollen einige Punkte vorgestellt werden, die in Augen vieler Linke

den kritischen Charakter von marxi-stischer Wirtschaftswissenschaft ausmachen

(Werttheorie, Krisentheorie...). Hieraus werden wir dann einen Punkt herausgreifen

und ihn ausführlicher diskutieren.

3. Kritischer Realismus

Der kritische Realismus versucht eine Öffnung für analytische „mainstream“ Philosophie

und arbeitet sich von einer marxistischen Traditionslinie aus an bestimmten

Fragestellungen ab. Es gilt zu prüfen, was davon vielver-sprechend

zu sein scheint.

4. Normativität

Welche Rolle spielen normative Fragestellungen in kritischer Gesellschaftstheorie.

Lässt sich Gesellschaftstheo-rie und normative Kritik sauber voneinander

trennen? Inwiefern braucht kritische Gesellschaftstheorie überhaupt eine Moraltheorie?

5. Erklärungen, Ontologie und Mikro/Makro Verhältnisse

In der analytischen Tradition wird - entgegen der Einschätzung vieler nicht-analytischer

Sozialphilosophen- systematisch Gesellschaftstheorie und Philosophie

der Sozialwissenschaften betrieben. Hier sollen uns insbesondere ontologische

und erkenntnistheoretische Fragestellungen beschäftigen. Wichtige Fragen der

Philosophie der Sozialwissenschaften sind: (1) Wie verhalten sich soziale Mikro-

Zustände (Handlungen, Interaktionen, „soziale Praktiken“) zu sozialen Makrozu-

S O M M E R 2 0 0 7

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ständen (Institutionen, Systeme)? (2) Wie lässt sich der attraktive Gedanke eines

„gesellschaftlichen Gesamtzusammenhangs“ präzise ausformulieren? In der analytischen

Philosophie kann der Begriff des Holismus als Antwort auf diese Herausforderung

angesehen werden. (3) Wie sehen Erklärungen von sozialen Mikro-

und Makro-Phänomenen aus?

Gibt es hier einen grundlegenden Unterschied zu naturwissenschaftlichen Erklärungen?

Viele (Neo-)HermeneutikerInnen und Kritische TheoretikerInnen scheinen

dies zu behaupten. Aber haben sie gute Argumente für diese Position?

Ort: entweder Uni (Raum wird noch bekannt gegeben) oder nach Absprache

Zeit: nach Absprache, nicht jedoch in der ersten Vorlesungswoche

Kontakt: heinerkoch(at)web.de, eine Anmeldung wäre wünschenswert um das

Seminar besser planen zu können...

KRITIK - WIE GEHT DAS?

An kritischen Zeitgenossen mangelt es wahrlich nicht. Durch Rundfunk

und Fernsehen, durch den Spiegel und die Bild-Zeitung, durch die freie

Wissenschaft und die konkurrierenden Parteien aufgeklärte Erdenbürger

machen es sich geradezu zur Pflicht: kritisch zu sein.

Diese Haltung gilt als ebenso modern wie ehrenwert. Dabei erklärt sie das Kritisieren

zu einem Anspruch, der immer und überall fällig und berechtigt ist - als

ob es nicht ein wenig davon abhinge, was einer vor sich hat, wenn er Einwände

vorbringt.

Mit der Allgegenwart des „kritischen Bewusstseins“ hat freilich auch nicht die Kritik

ihren Aufschwung genommen: populär geworden ist der kategorische Imperativ,

Gott und die Welt mit Verbesserungsvorschlägen zu überschütten. Die begründete

Ablehnung einer Sache - jenes theoretische Handwerk, das den Namen

„Kritik“ verdient - ist so gut wie ausgestorben.

Weil sich die mündigen Bürger, als Zeitungsleser, Gewerkschafter, Fußballtrainer

und Globalisierungsgegner jedes Nachdenken über ihre kleinen und groflen Lebensumstände

ausschließlich als Sorge um sie zurechtlegen.

Die ganze nationale demokratische Mannschaft übt sich pflichtbewusst in der

absurden Disziplin der konstruktiven Kritik, ganz als ob es das selbstverständlichste

von der Welt wäre, dass aus Einwänden Verbesserungsvorschläge fol-

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gen. An allem, woran rechtschaffene Bürger Anstoß nehmen, wollen sie auch

hilfreich mitwirken.

Im Geiste konstruktiver Kritik zeigen die Medien Verständnis für die „Probleme“

des weltweiten Mord und Totschlags, für jedes Dilemma der Macher beim Staatshaushalt

und Stimmenfang - um dann beim Wetterbericht radikal-kritisch zu werden

- „für die Jahreszeit zu warm“!

Datum 24.04.2007

Zeit 18.00 Uhr

Ort Hörsaal 1A, Silberlaube (Habelschwerdterallee 45, U Dahlem-Dorf)

Referent Prof. Dr. Freerk Huisken

Marxismus und Postmoderne

- das geheimnis der „letzten instanz“ Eine wichtige Zielsetzung des Seminars

lautet, wie das Verhältnis von Postmoderne und Ideologietheorie/Marxismus

zu bewerten sei - ob neben den sicher wertvollen Einsichten (etwa zum Aufbrechen

identitärer/essentialistischer Strukturen auch in der Linken) nicht eine

ganze Menge relevanter Fragen unter den Tisch gefallen sind, v.a. die Frage von

Klassenverhältnissen und die Bezugnahme auf ein gesellschaftliches Ganzes im

Interesse seiner Überwindung. Insbesondere die Konzepte der „Überdeterminierung“

und der „Determination durch die Ökonomie in letzter Instanz“ sollen im

Hinblick auf ihre Tauglichkeit untersucht werden, genügend Spielraum für relativ

autonome gesellschaftliche Felder und Kämpfe zuzulassen, ohne dabei in ein

beliebiges Nebeneinander abzudriften. Mögliche Autoren: Louis Althusser, Ernesto

Laclau, Chantal Mouffe, Stuart Hall, Nicos Poulantzas, Antonio Gramsci. Kontakt:

friedrichhasse(at)gmx.de

letzteinstanz[AT]yahoogroups.de Termin: Dienstag 19.00h

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Der Mensch als Non Stopp Arbeitstier? Nein

danke!

Island

Ein 24- jähriger Mann schließt in Reykjavik abends um 23 Uhr seine Wohnungstür

auf und lässt sie hinter sich zu fallen. Völlig übermüdet fällt er ins Bett bis um

6 Uhr morgens wieder der Wecker klingelt und erneut ein 16-Stunden-Arbeitstag

vor ihm liegt. Non stop working heißt die Devise. Er sehnt sich nach den 3

freien Tagen, die nie konstant die selben Wochentage sind, sondern sich permanent

verschieben.

Wenn er dann frei hat, wird der erste Tag verschlafen, den zweiten Tag aufgeräumt

und am dritten Tag steigt wieder die Vorfreude auf ein „non Stopp morgens

bis abends 4 tage lang“- Durchpowern am Arbeitsplatz, wo keine Zeit zum

Leben und entspannen bleibt.

Der Mensch als Arbeitsmaschine par exellence.

Dieses Arbeitsmodell ist in Island schon Standard und greift mit seinen Krallen

auch aufs Festland über. Es schleicht sich unterirdisch ins deutsche Arbeitsmodell

ein, um auch hier die Lebenskraft des Menschen erbarmungslos im non stopp

tempo zu verschleißen.

Bist du dagegen, dass diese Unsitte auch auf Deutschland übergreift und der

Mensch endgültig zum Arbeitstier wird, so lass uns dagegen im Vorfeld schon

was tun.

In diesem Seminar sollen die Arbeitsmechanismen aus der Retrospektive beleuchtet

werden und ein internationaler Vergleich angestellt werden. Mit dem

Ziel die ersten Anzeichen dieses Non Stopp Modells in der deutschen Arbeitswelt

auf zu decken und die Möglichkeiten des Fortschreitens und einer Verhinderung

dieses Modells auszuloten.

Erstes Treffen: Mittwoch, 02.05.07/ Offene Uni/2.OG, 18 Uhr

Kontakt: seyjoliron[AT]yahoo.de

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Karl Marx - Das Kapital I

Karl Marx: Das Kapital. Erster Band.

Why live, if you can be buried for ten Dollars? - Für das Wissen um den Gesamtzusammenhang

gibt es an Marx kaum ein Vorbei. Wir lesen und diskutieren gemeinsam

den ersten Band des Kapitals, weil für eine richtige Kritik dieser Gesellschaft

das Verständnis ihrer Prinzipien vorausgesetzt ist. Wir sind überzeugt: Um

zu verstehen, was eigentlich los ist mit dieser Welt, ist die gute alte Kapital-Lektüre

immer noch die beste Methode.

Das Ganze läuft als Proseminar am Philosphischen Institut der FU Berlin.

Wann? Mittwoch, 12 - 14 Uhr. Beginn: 18.4. Ort: FU Berlin; Rost-/ Silberlaube (Habelschwerdter

Allee 45) KL 29/209. Infos etc. über: freilandgemuese[AT]web.de

Marx‘ „Kapital“ - Lektüre-Kurs: Einführung in die

Kritik der politischen Ökonomie II

Erwerb von Scheinen/Punkten: möglich im Fach Wirtschaftswissenschaft und

Soziologie/GS, Politologie auf Nachfrage (2 Punkte im Hauptstudium in VWL-

Politik oder Theorie an der FU, Fachbereich Wirtschaftswissenschaft, LS Kisker;

da wir schon Studis von anderen Uni hatten: Anerkennung ist möglich, bitte bei

eurem Prüfungsamt fragen)

Form:

drei bis vier Blockveranstaltungen an Samstagen, jeweils ca. 9-16 Uhr Übung mit

Seminarcharakter: Referat der TeilnehmerInnen, die einen Schein erwerben wollen,

anschließend Diskussion

Inhalt:

Lektüre der entsprechenden Kapitel, Vertiefung des Verständnisses durch Diskussion;

gelesen und behandelt werden die Kapitel 6 bis 13 EinsteigerInnen oder/

und nicht am Scheinerwerb Interessierte sind willkommen, bei Interesse gibt es

für EinsteigerInnen einen Extra-Termin mit Wiederholung der Kapitel 1-5

Treffpunkt/ Zeit: Über genaue Zeiten und Orte wird zu Beginn der Vorlesungszeit

informiert; InteressentInnen werden auf Nachfrage in den Mailverteiler aufgenommen,

Nachfrage bitte per Mail an Olaf

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Kontakt: Olaf Gerlach, olaf_gerlach[AT]yahoo.com, (die Mail m¸flte in die zu

verˆffentlichenden Angaben mit rein)

Candeias-Lesekreis

„Neoliberalismus, Hochtechnologie, Hegemonie“ von Mario Candeias lesen +

diskutieren!

Wir treffen uns alle 2 Wochen (den genauen Termin können wir dann neu verhandeln),

um über das Buch abschnittweise zu diskutieren. Wir haben zwar schon

etwa ein Drittel gelesen, aber wir würden uns über NeueinsteigerInnen freuen,

die mit der Thematik oder dem Buch ein bisschen vertraut sind. Bei der Beschaffung

des Buches können wir behilflich sein.

Bei Interesse schreibt an: aniola[AT]gmx.de

alle 2 Wochen am Mittwoch um 19.30 Uhr

Adresse auf Anfrage

18.4., 2.5., ...

Der Termin kann auch noch mal neu verhandelt werden.

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Lektürekurs zum Kontrasexuellen Manifest

Im Lektürekurs werden wir gemeinsam und selbstorganisiert das Kontrasexuelle

Manifest von Beatrix Preciado lesen. Alle, die sich erstmals diesem spannenden

und dichten Text nähern möchten oder den Text schon kennen und sich noch

einmal vertiefend gemeinsam darüber austauschen wollen sind herzlich eingeladen.

Literatur: Beatrix Preciado „Kontrasexuelles Manifest“, Berlin 2003.

weitere Literatur nach Absprache

Dieser Lektürekurs ist selbstorganisiert. Wir treffen uns am Montag, den 23.04.,

18 Uhr im Relais (Monbijoustr. 3), um die Termine für den Lektürekurs zu besprechen.

Mo Anfang: Zeit: 18:00:00 Gebäude: MON3 Raum: Relais Hochschule: HU

Kontakt Diana (dianadrechsel(AT)gmx.de Danilo Vetter (danilola(AT)freenet.de

Marcuse lesen

Ganz neu, aber klassisch: Lesekreis zu Herbert

Marcuse: ‚Der Eindimensionale Mensch‘

(1967)

//Philosophische Neuentdeckung des Marxismus//Überholte

Entfremdung//Richtige(?) und

falsche(?) Bedürfnisse//

Interessiertentreffen am Montag, 23. April 2007,

19 Uhr in der OUBS

Wer Lust hat, einen solchen Lesekreis neu zu gründen, schreibt an

SaBine: kleinerPUNK[at]gmx.li

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Lesekreis Bourdieu

Zur kritik der philosophie und der intellektuellen wollen wir uns mit einigen

schriften von und über pierre bourdieu beschäftigen.

In wöchentlichen treffen werden wir folgendes lesen: - „Meditationen“ - Einige

kapitel aus „Die regeln der kunst“ - Aufsätze aus diesem themenbereich - Sekundärliteratur

über bourdieus kritik der macht und der verblendung der intellektuellen

- Evtl. auch „Metamorphosen der ideologie“ von sebastian herkommer,

um bourdieus ideologiekritik mit der marxistischen zu vergleichen.

Über den ablauf (wie und wie viel lesen, wann und wo treffen, evtl. auch mal ein

langes treffen einlegen) und unsere jeweiligen interessen wollen wir uns bei

einem ersten organisationstreffen unterhalten:

Freitag, 20.4., 12.30 h in der offenen uni

ralfhATzedat.fu-berlin.de

Lektüreseminar Der Berliner Soziologe Georg

Simmel

Georg Simmel der Berliner Soziologe, „Klassiker“ und Begründer der formalen Soziologie

steht im Mittelpunkt dieses autonomen Lektüreseminars. Er analysierte

die Mode, Massenverbrechen und Medizin, schrieb eine „Psychologie der Kokketerie“,

eine „Philosophie des Abenteuers“ und eine „Soziologie der Mahlzeit“, beschäftigte

sich mit der „Weibliche(n) Kultur“, Fragen der Frauenbewegung,

Universitätsgründungen und Professorenhonoraren - ein weites Feld und viele

mögliche Anknüpfungspunkte. Nach Interessen der Teilnehmer werden wir Originaltexte

lesen und gemeinsam diskutieren.

Weitergehendes Interesse vorausgesetzt lassen sich auch die Bezüge zu anderen

Soziologen vor- und darstellen.

Für Studierende aller Semester und Provenienz mit Motivation und Bereitschaft

zu Engagement abseits von Scheinerwerb und Studienordnungsvorgaben.

Ort: voraussichtlich FR2062 an der TUB

Zeit: voraussichtlich Montag von 14-16Uhr (c.t.)

Kontakt: Christoph Thomann christoph(AT)zivilist.com

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Theoretische Archäologien (PT)

Theoretische Archäologien

Nachdem wir uns im Wintersemester mit den Klassikern der Wissenschaftstheorie

vertraut gemacht haben, wenden wir uns in diesem Semester nun theoretischen

Positionen der Archäologie zu. Neben den englischen und amerikanischen

Texten sollen im Tutorium besonders Texte aus dem deutschsprachigen

Raum behandelt werden.

Der genaue Ablaufplan wird in der ersten Sitzung gemeinsam besprochen, die

TeilnehmerInnen sind gebeten, eigene Vorschläge, Wünsche und Fragestellungen

mitzubringen. Die Veranstaltung baut auf dem Projekttutorium des vorhergehenden

Semesters („Einstieg in die Wissenschaftstheorie“) auf.

Neue TeilnehmerInnen sind prinzipiell willkommen, sollten jedoch bereit sein,

sich die wesentlichen Grundlagen des letzten Semesters anzueignen und werden

gebeten, sich im Voraus bei gretacivis(AT)web.de zu melden.

Beginn: 19.4.2007

Do 14-16 wöch. Ort: Hausvogteiplatz 5-7, 0412

Kontakt: gretacivis(AT)web.de

Wissen in der Literatur (PT)

Das Wissen (in) der Literatur. Zum Verhältnis von Wissen(schaft) und Kunst.

Mit der gesellschaftlichen und disziplinären Ausdifferenzierung hat sich im 19.

Jahrhundert eine Wissenschaftsklassifikation durchgesetzt, die Natur- und Geisteswissenschaften

im Sinne einer Weltdeutungskonkurrenz einander entgegensetzt.

Damit verbinden sich verschiedene Dichotomien, etwa ontologische wie

„Natur“ vs. „Geist“, methodologisch-erkenntnistheoretische wie „erklärend“ vs.

„verstehend“ oder „generalisierend“ vs. „individualisierend“ sowie rhetorische

Dichotomien wie „zeigend“ vs. „erzählend“, „didaktisch“ vs. „persuasiv“, „rational“

vs. „affektiv“.

An dieser Entgegensetzung arbeiten sich aktuelle, kulturwissenschaftlich informierte

Debatten ab, die z.B. nach Status und Funktion von Literatur innerhalb

des kulturellen Wissens fragen.

In Anschluss an diese Debatten möchte das PT in seinem zweiten Semester auf

Basis exemplarischer Analysen literarischer Texte sich mit der Erzeugung, Darstellung

und Reflexion von Wissen in der „schönen Literatur“ befassen. Der Zugriff

wird vorrangig über ein diskursanalytisch orientiertes Forschungsdesign er-

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folgen. Das PT steht Studierenden sämtlicher Fachbereiche offen. Neueinsteiger

heißen wir gern Willkommen. Teilnahmebedingung ist lediglich theoretisches Interesse

sowie die Bereitschaft zur gründlichen Vorbereitung der einzelnen Sitzungen.

Ein Reader wird gestellt.

Nähere Informationen zum Seminarprogramm sind über r.wittkowski[AT]gmx.

net erhältlich. Terminfindung in der ersten Sitzung am Do, den 19.04.07, 16 Uhr,

Hegelplatz (HP) 2, 3.429. , direkt hinter HU-Hauptgebäude

PT (0) wöchentl., n.V., T. Muschdijewa und R. Wittkowski

Giorgio Agamben – Politische Philosophie und

Neue Politik:

Das Seminar setzt den Heidegger-Lektürekurs ‘Sein und Zeit‘ fort und steht unter

der Leitfrage: Was versteht Agamben unter jener Neuen Politik, „die im wesentlichen

noch zu erfinden bleibt.“ (Homo Sacer, S.21).

Was versteht Agamben unter der rätselhaft-faszinierenden Bezeichnung ‘Lebensform‘

(forma-di-vita), die der ‘Sitz im Leben‘ dieser Neuen Politik sei: „Vielmehr

muss man aus dem biopolitischen Körper, aus dem nackten Leben selbst den

Ort machen, an dem sich eine gänzlich in nacktes Leben umgesetzte Lebensform

herausbildet und ansiedelt, ein bíos, der nur seine zoe ist.“ – und: Lebensform

ist das „Sein, das nur seine nackte Existenz ist […] Leben, das seine Form

ist und untrennbar von ihr bleibt....“ (ebd., S.197f.). Literatur: Giorgio Agamben:

„Homo Sacer“; „Ausnahmezustand“; „Mittel ohne Zweck“; „Die Zeit, die bleibt.“

Wolfgang M.Schröder: „Politik des Schonens. Heideggers Geviert-Konzept, politisch

ausgelegt.“

Treffpunkt: Seminargebäude der Humboldt-Uni, R. 293, Invalidenstr. 110

Zeit: Donnerstag, 3.5.07 (danach vierzehntägig), 18 Uhr

Kontakt: Wolfgang Ratzel , wolfgang.ratzel(at)arcor.de,

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Lesekreis afrikanische Literaturen

In diesem kleinen aber feinen Lesekreis beschäftigen wir uns seit mittlerweile

einem Jahr mit verschiedenen Werken afrikanischer Autorinnen und Autoren.

Die Auswahl der Bücher wurde und wird nicht vorgegeben, sondern nach gemeinsamem

Interesse ausgesucht. Auswahlkriterien können dabei z.B. regional

(z.B. südafrikanische Anti-Apartheid-Literatur), genre-spezifisch (Drama, Lyrik,...)

oder themenspezifisch (feministische Literatur, Diktatorenromane,...) sein.

Ein Problem bei der Auswahl der Bücher ist die Tatsache, dass viele Werke nicht

auf Deutsch übersetzt sind. Das heißt, dass die Entscheidung für ein Buch auch

durch die Sprachkenntnisse der TeilnehmerInnen beeinflusst wird.

Unsere Motivation ist vor allem Spaß am Lesen und der Wunsch, einen weitgehend

missachteten Teil der Literatur für uns zu entdecken.

Bisher fanden die Treffen in meistens wöchentlichem Rhythmus statt, das erste

Treffen nach Semesteranfang wird am Samstag, den 5.5.2007 um 15.00 Uhr in

der Offenen Uni stattfinden.

Kontakt: kazija[at]web.de (Katrin)

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Anders Leben,

Solidarisch und nachhaltig Handeln

Solidarische Ökonomie und emanzipatorische

Gesellschaftsformen

Solidarische Ökonomie als basisdemokratische, kollektive Form des Wirtschaftens

und Arbeitens könnte eine Alternative zur Dominanz des Neoliberalismus

in der Gesellschaft sein. Neben den ökonomischen und sozialen Aspekten der

solidarischen Ökonomie interessiert uns v.a. das transformatorische und emanzipatorische

Potential des Ansatzes, inwieweit weist er über die bestehende kapitalistische

Gesellschaft hinaus, bietet gar Platz für politische Utopien und alternative

Gesellschaftsformen?

Können partizipative, kollektive Formen des Lebens und Arbeitens auf lokaler

Ebene einen Ausgangspunkt für eine Veränderung der Gesellschaft sein?

Oder kann man dem Zusammenhang von Neoliberalismus, Sozialabbau und

Selbstausbeutung auch in scheinbar solidarischen Projekten nur schwer entkommen?

Sind diese offen für eine Instrumentalisierung, stellen sie gar eine subtile Variante

eines „Neoliberalismus von unten“ dar?

In der Veranstaltung im 2-Wochen Rhythmus wollen wir uns dem Thema aus verschiedenen

Perspektiven nähern: Neben einer Vortragsreihe mit ReferentInnen

aus der Praxis soll es eine Mischung aus Lesekreis für eigene Fragen und Projekte

und gemeinsamen Besuchen bei selbstverwalteten Projekten sein.

Außerdem ist an Filmvorführungen gedacht.

Wir sind ein studentischer Arbeitskreis, der aus einem Seminar im WS 2006/07

an der FU Berlin hervorgegangen ist und sind für eure Ideen und Anregungen

offen!

Zeit und Ort: Mo, 19 Uhr in der Friedelstr. 54, alle 2 Wochen

Beginn: Mo, 7.5., 19 Uhr

Kontakt: soli-seminar AT web.de

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Was sind Solidargemeinschaften?

Eine Solidargemeinschaft ist ein Netzwerk aus Personen, die gemeinsam etwas

nutzen, sich gegenseitig Dinge zur Verfügung stellen oder schenken. Das können

sowohl die NutzerInnen eines Wohnhauses sein als auch der eigene Bekannten

-und Freundeskreis. Die Basis ist dabei von allem Vertrauen.

Wozu?

Normalerweise hat man nur Zugriff auf eigene Ressourcen bei sich zu Hause. Besser

ist das schon in WGs; da kann ich meine Mitbewohnerin schon mal fragen,

ob sie mir beim Umräumen, bei der Hausarbeit für die Schule oder Uni hilft oder

mal ihren Akkuschrauber oder ein gutes Buch ausborgt.

Aber selbst damit hat man nur einen begrenzten Zugriff auf eigentlich im Umkreis

vorhandene Ressourcen.

Beispiele:

* Nachbar A kennt sich gut aus mit Steuererklärungen, weil er die letzten Jahre

welche machen musste.

* Bekannter B hat Ahnung vom Ausfüllen von bestimmten Anträgen bzw. Um

gang mit verschiedenen Ämtern.

* Freund C hatte 5 Jahre Latein / ich will’s gerade lernen, wusste das aber nicht.

* Freund D hat gerade nicht viel zu tun und würde mir bei der Umgestaltung

meines Zimmers / dem Hochbettbau gerne helfen.

In den seltensten Fällen wissen wir, welche Ressourcen (von Bohrmaschine über

Seitenschneider) in engeren Umfeld vorhanden sind oder welche Fähigkeiten alles

unsere engsten Freunde haben (PC-Kenntnisse, Umzugshilfe, Reparatur).

Auch Strukturen wie das Gästezimmer, der Internetzugang oder der Partykeller

können in Solidargemeinschaften einfließen. Außerdem muss einfach nicht jede/

r alle Gegenstände besitzen, wenn sie nur einmal im Jahr genutzt werden.

Was soll da geteilt werden ?

Alles was denkbar ist:

* Fähigkeiten / Fertigkeiten, Dinge, Infrastruktur, Wissen

Die eigenen Ressourcen werden in eine Datenbank eingegeben und umgekehrt

kann jede/r auch auf die Ressourcen anderer im Pool zugreifen. Alles ist freiwillig

und technisch gesehen einfach. Am Schwierigsten ist es, geben und besonders

auch nehmen zu lernen ohne Angst oder Schuldgefühle.

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Wie?

Über die Software CosmoPool kann jede/r selbst Solidargemeinschaften gründen

bzw. einsehen, welche es in der eigenen regionalen Umgebung schon gibt

und/oder ihnen beitreten. Dabei gibt es ergänzend zu jeder Solildargemeinschaft

eine Emailliste, über die die Mitglieder kommunzieren bzw. sich koordinieren können.

Ist man einer Solidargemeinschaft beigetreten, so hat man Zugriff auf die in

ihr vorhandenen Ressourcen. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Arten von Nutzungsgemeinschaften:

private Solidargemeinschaften

Hier kann man nur Mitglied werden, wenn die Menschen, die bereits Mitglied

sind, dem zustimmen. Die Mitglieder kennen und vertrauen sich untereinander,

z.B. ein (erweiterter) Freundeskreis.

Regionalpools / öffentliche Pools

Hier kann jede/r beitreten.

Solidargemeinschaften in Berlin

private

Momentan erst eine.

* Solidarnetzwerk Gründungsgruppe

anonyme

Kreuzberg, F‘hain, Mitte, Wedding, Pankow, Prenzlauer Berg, Weißensee

Gründet eigene Nutzungsgemeinschaften!

Wie und wo?

Surf zur Seite http://www.whopools.net

Registrier dich.

Gründe selber eine neue Solidargemeinschaft oder bewirb dich bei bestehenden

(z.B. den Regionalpools).

Trag ein, welche Ressourcen du anderen in deinem Pool zur Verfügung stellen

willst.

Such nach Ressourcen, die du brauchst.

Solidarnetzwerk Berlin - http://www.solidarnetzwerk.de.vu

Cosmopool – http://www.whopools.net

Kontakt: fraktal[AT]tsolife.org

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Einstieg in Nachhaltige Entwicklung: „Aktuelle

politische Debatten und ihre Akteure“

Die geladenen Referenten aus Wissenschaft und Praxis sprechen über aktuelle

politische Probleme der Nachhaltigkeit. Im Anschluss erfolgt eine offene Diskussionsrunde

mit den Anwesenden.

Weitere Informationen über unsere Initiative sowie das aktuelle Veranstaltungsprogramm

der Themenreihe findet Ihr unter www.nachhaltigkeitsinitiative.de

oder per E-Mail an info[AT]nachhaltigkeitsinitiative.de

Die Initiative für Nachhaltige Entwicklung heißt neue MitmacherInnen jederzeit

herzlich willkommen!!!

Treffpunkt: Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt Universität zu Berlin,

Universitätsstr. 3b, Raum 205

Zeit: dienstags von 18.15 Uhr bis 19.45 Uhr. Die Eröffnungsveranstaltung für das

Sommersemester 2007 findet am 08. Mai 2007 statt. Das aktuelle Programm steht

unter www.nachhaltigkeitsinitative.de.

Kontakt: Christine Göpner-Reinecke, Email: info[AT]nachhaltigkeitsinitiative.de

AndersLebenWiki - Selbstbestimmt und selbstorganisiert leben

Das AndersLebenWiki ist eine Internetplattform, auf der Möglichkeiten für Alltagsalternativen

gesammelt werden und entwickelt werden können. Das Fernziel

soll sein, eine Internetpräsenz zu erstellen, welche einen Überblick über die

(selbstorganisierten und selbstbestimmten) Möglichkeiten einer ‚alternativen‘

Lebenweise gibt.

Thematisch soll es um schon vorhandenen Möglichkeiten eines anderen Lebens,

wie z.b. in Kommunen + Wagenplätzen, Selbstorganisation im Alltag, Kooperativen,

Umsonstökonomie, d.h. alternativökonomischen Ansätzen sowie Selbsthilfe

bei Projektgründung „von unten“ gehen.

Das Ganze soll keine theoretische Arbeit sein, sondern das Sammeln von praktischen,

an den Bedürfnissen des Menschen orientierten und umsetzbaren Möglichkeiten,

bei denen man sich nach Möglichkeit dem wirtschaftlichen Sachzwang

von Geld zu entziehen versucht.

Das Projekt wird in Form eines „Mitmachwikis“ realisiert. Ein Wiki ist eine Internetseite,

die von jedem frei bearbeitet werden kann. Das hat den Vorteil, dass

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alle, die was beitragen möchten, es tun können. Das Wiki befindet sich auf http://

www.anderslebenwiki.de.vu (die Eingangseite einfach überklicken!).

Es wäre natürlich schön, wenn auch Menschen, die

keine Zeit für einen Arbeitskreis haben oder nicht in

Berlin wohnen, ihr Wissen mit in den Aufbau des Wikis

einbringen würden, da sich das Projekt nur etablieren

kann, wenn Menschen, die über hilfreiche Informationen

verfügen, diese auch eintragen.

www.anderslebenwiki.de.vu, fraktal[AT]tsolife.org

Gegenentwürfe zum (Sozial)Staat

Herrschende Politik heute lautet: Nur wer sich marktkonform verhält, handelt gut

und handelt richtig. Wir wollen im Seminar Gegenentwürfe zum herrschenden(Un-

)Sozialstaat beschreiben und bewerten, um der Moral des Marktes die Idee einer

solidarischen Ökonomie entgegensetzen zu können. Das Seminar setzt die

Diskussionen des WS 06/07 fort.

Treffpunkt: Seminargebäude der Humboldt-Uni, R. 293, Invalidenstr. 110

Zeit: Donnerstag, 26.4.07 (danach vierzehntägig), 18 Uhr

Kontakt: Wolfgang Ratzel, wolfgang.ratzel(at)arcor.de

Joachim Maiworm maiworm(at)gmx.net

Fairer Handel

Ich möchte einen gedanklichen Austausch organisieren zwischen Leuten, die sich

vorstellen können, ihre Universität auf Kaffee oder Tee aus fairen Handel umzustellen.

Ich bin dabei ein Konzept zu machen, wie man seine überflüssigen Gebrauchtsgegenstände

gegen landwirtschaftliche Produkte aus dem fairen Handel

tauschen könnte. Die Erlöse sollen diesmal aber nicht ausschließlich in den

Rachen großer Importunternehmen geworfen werden, sondern sollen neben

den Produzenten in den unterentwickelten Ländern auch der migrantischen Diaspora

helfen. Ich bin dabei sehr dankbar, wenn kundige Leute in Handelsrecht,

Bankrecht, Fairer Handel, Fundraising, Informatiker, Migrantion und Marketing

oder auch Eine-Welt Läden, mit mir ins Gespräch kommen würden.

Kontakt: plutokid[AT]gmx.de, Betreff: Karavane

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Hausprojekt in Gründung

Wir wollen zusammen mit dem Freiburger Mietshäuser Syndikat eine Immobilie

innerhalb oder nahe des berliner S-Bahn-Rings erwerben. In diesem Haus wollenwir

langfristig bezahlbaren Wohnraum für 30 bis 40 Personen (max. 200 € pro

Person/Monat Wohlfühlwarmmiete) schaffen. Mindestens ein Drittel der Nutzfläche

soll für eine öffentliche Nutzung hergerichtet werden. Gebäude, die für unser

Projekt in Frage kommen, sind vollstängig leere Wohnhäuser, die eine Nutzfläche

von 1600 bis 2000 qm bieten.

Um die Mieten finanzierbar zu halten, sollten Kaufpreis und Instandsetzung

zusammen 600.000 € nicht wesentlich übersteigen.

Um die im Folgenden aufgezählten Projekte kümmern sich bereits jeweils zwei oder

mehr Personen aus unserer Gruppe. Diese sollen kollektiv organisiert sein.

+ Umsonstladen (nach dem Prinzip der Brunnenstr. 183) + Veranstaltungsfläche

+ (Konzert, Kino, Theater,...) + Bibliothek (Präsenz, Verleih und Schenk) + Café

Werkstätten (Holz, Metall, Stoff, Ton, Druck, Fahrrad) + Proberäume + Sportraum

+ Bäckerei (Biobrot gegen Spende) + Vokü-Restaurant (täglich) + Infoladen +

Photolabor + Archiv +DirectAction Werkstatt

Wir möchten, daß sich alle Bewohner_Innen des Hauses in irgendeiner Form an den-

Projekten oder anfallender Orga im Rahmen ihrer Möglichkeiten beteiligen.

Die oben genannten Projekte werfen nur teilweise Gewinn ab (Veranstaltungen,

Vokü). Aus den Überschüssen gewinnbringender Projekte sollen andere

mitfinanziert werden (z. B.: Umsonstladen, Bibliothek).

Wir sind für fast alles offen. Niemand hat die Wahrheit, die richtige

Lebensweise, oder die Emanzipiertheit gepachtet. Es gibt fast immer mehr als

zwei Sichtweisen, und mehr als zwei Lösungsmöglichkeiten, die nebeneinander

bestehen bleiben können. Wir wünschen uns eine bunte Mischung aus Personen

(jung & alt, von hier & dort), Organisationsformen, Lebensweisen und Aktivitäten.

Kein Mensch ist mehr oder weniger wertvoll, als ein anderer. Das Projekt

soll füralle Interessierten offen sein, solange mensch nicht mit dem eigenen

Verhalten

Anderen auf die Füße tritt.Wir haben KEINEN Platz für Menschen, die glauben, in

irgendeiner Form mehr Wertoder Rechte zu haben als andere.

Treffen: jeden Donnerstag abend (20 Uhr) gibt’s Vokü in der Offenen Uni, die vom

Hausprojekt i.G. gekocht wird

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83


KuBiZ

Das Kultur- und Bildungszentrum

Raoul Wallenberg bietet all

jenen einen Platz, die sich für

hierarchiearme, selbstorganisierte

und emanzipatorische Lebensweisen

einsetzen wollen.

Damit bietet es einen Freiraum für

selbst-organisierte Tätigkeiten, Kreativität und soziales Engagement jenseits

von rassistischen, antisemitischen, sexistischen und autoritären Denk- und

Handlungsmustern.

Unweit des Weißen Sees befindet sich die ehemalige Raoul Wallenberg Schule.

Trotz seiner attraktiven Lage ist der Stadtteil aufgrund der mitversorgenden

Infrastruktur des Berliner Zentrums vor allem soziokulturell extrem

unterversorgt. Eine ausgeprägte rechte Jugendszene hat sich im Berliner

Nordosten inzwischen etabliert. Die Lage verschärft sich durch den Mangel an

Kulturleben und hohe Arbeitslosigkeit, besonders unter Jugendlichen.

Der Name des schwedischen Diplomaten Raoul Wallenberg unterstreicht den

politischen Anspruch des KuBiZ und geht einher mit der jüdischen Geschichte

des Bezirks. Wallenberg rettete bis zu 100.000 ungarische JüdInnen vor

Deportierung und Ermordung durch die Nazis.

Im KuBiZ gibt es viel Raum für eure Ideen und euer Engagement. Wenn ihr

Interesse habt beim Aufbau des KuBiZ mitzuwirken oder ein eigenes Projekt

einzubringen, dann kommt zu unseren Treffen (mittwochs 17:00 im KuBiZ) und

schaut euch in der Projekteübersicht (rechts) um.

Um all dies verwirklichen zu können, benötigen wir eure Unterstützung. Neben

finanzieller Hilfestellung durch Spenden oder eine Förder-mitgliedschaft könnt

Ihr uns auch gern mit fachlicher Beratung unterstützen.

Spenden bitte an die Stiftung FreiRäume Verw.-Zweck KuBiZ, Konto-Nr.

46225902, BLZ 53290000, VR-Bank Bad Hersfeld-Rotenburg eG

Kontaktadresse: solar e.V., Grünberger Str. 73, 10245 Berlin, solar.ev(at)gmx.de,

030 / 69206557

84 D A S A K T U E L L E A V V I M N E T Z : W W W . A V V B . D E . V U


Projektübersicht

Wohnen im KuBiZ {*}: enrico(at)projektwerkstatt.de, 030 / 27 49

84 21

Bandprobenräumen, Bibliothek/Archiv, Konzerte:

buntekuh(at)t-online.de {*}

Umsonstladen {*}: umsonstladen-berlin(at)nadir.org

Hausaufgaben-Nachhilfe {*}: Helga_Burchardt(at)web.de

Internet: peta(at)surfeu.de (Bunte Kuh), martin(at)vigerske.de

Kino und Küche für Alle (Küfa): www.cineoffensive.tk

Raoul Wallenberg AG {*}: martin(at)vigerske.de

Fairhandelshaus El puente / MITKA: www.el-puente.de

Garten- & Ökologiegruppe {*}: Michel.Lanz(at)gmx.de

Offener Raum {*}: Martin: yesalter(at)web.de, 030 / 53 81 44 09

Atelier- und Bastelraum, Tonwerkstatt, Umwelt- und

Bildungsarchiv:

enrico(at)projektwerkstatt.de, 030 / 27 49 84 21

Medienpool:altri media & Mediaroots: Jens:

jh(at)altri-media.de, http://altri-media.de

Verlag Seitenhieb: http://www.seitenhieb.info

Musikschule, Theater, Kunst:, KuBiZ-Theater, u.a.,

Theatergruppen {*}:

Helga_Burchardt(at)web.de

Akademie des Augenblicks {*}: www.akademie-desaugenblicks.de

Lokale Ökonomie / Selbsthilfezentrum: solar.ev(at)gmx.de

Seminarbereich:

Jens: republikballast(at)gmx.de

Alfred: dirty-kuffar(at)gmx.net

Werkstätten {*}:

Fahrrad und Motorrad: buntekuh(at)t-online.de

Fahrrad und Metall: Joennes: kubiz(at)joennes.de

Weitere geplante Bereiche::

Café Kollektiv, Sportbereich, ... , deine Ideen?

Organisation: Architektur des KuBiZ, Finanzen des KuBiZ:

solar.ev(at)gmx.de, www.stiftung-freiraeume.de.vu

S O M M E R 2 0 0 7

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Energieseminar an der TU Berlin

Für Interessierte werden theoretische und

praktische Seminare zu den Themen Energie,

Umwelt und Gesellschaft angeboten

Dies beinhaltet:

Selbstbestimmtes Lernen: Dies beginnt bei

der Entwicklung eigener Fragestellungen und

Zielsetzungen und beinhaltet auch das Projektmanagement,

das Experimentieren mit

Moderations-formen, verschiedene Recherchemethoden

und eine eigenständige Informationsbeschaffung

Eine ganzheitliche Herangehensweise: Aufgaben

werden vor ihrer Realisierung unter Berücksichtigung

u.a. sozialer und ökologischer Aspekte umfassend beleuchtet.

Interdisziplinäres Arbeiten: Bereits bei der Zusammensetzung der Seminargruppen

bemühen wir uns um Studierende aller Fachbereiche sowie um ihre anschließende

Kooperation in Projekten.

Soziale Kompetenz: Diese kann sich z.B. in der Gruppe durch gemeinsame Arbeitswochenenden

und Klausurtage entfalten

Ein spielerischer Ansatz: Er lässt Raum für Experimente und die Umsetzung eigener

Ideen und wirkt sich oft motivationssteigernd aus

Am Montag, den 23.04.2007 um 16.00 Uhr werden die Projekte im „EB 104“ (Raum

226) an der TU Berlin vorgestellt und die Arbeitsgruppen gebildet.

Adresse und Kontakt: KT-Gebäude, Sekr. KT 2, Zimmer Nr. 152, Marchstrasse 18,

10587 Berlin, Tel. 314-25280, E-Mail: energieseminar[AT]tu-berlin.de

86 D A S A K T U E L L E A V V I M N E T Z : W W W . A V V B . D E . V U


Projekte für das SoSe 2007

Lehrforschungsvorhaben: Technikfolgenabschätzung im Rahmen von PolySmart

Das Projekt dient der Marktevaluierung bzw. -öffnung für Kraft-Wärme-Kältekopplungsanlagen

(KWKK) im kleinen und mittleren Leistungsbereich. Europaweit werden

12 Demonstrationsanlagen durch verschiedene europäische Partnerorganisationen

realisiert und erforscht. Darüber hinaus werden Schulungsmaterialien für

Handwerker/-innen, Ingenieur/-innen, Planer/-innen und Projektentscheidungsträger/-innen

sowie ein Curriculum für die Hochschullehre entwickelt.

In Berlin wird eine KWKK Anlage als Demonstrationsanlage im KT Gebäude der TU

Berlin aufgebaut und erforscht. Diese soll den Computerserverraum, den Raum

für den Computerpool sowie weitere studentische Lehr- und Arbeitsräume kühlen.

Die Wärmeversorgung der Anlage wird über ein Fernwärmenetz erfolgen.

Im Zusammenhang mit diesem Forschungsvorhaben sollen wichtige sozialwissenschaftliche

Forschungsperspektiven bzw. -fragestellungen aufgezeigt und

eingebracht werden.

Erste Ideen

Nach einer grundsätzlichen Auseinandersetzung mit der Technologie der Kraft-

Wärme-Kälte Kopplung und einer groben Konstellationsanalyse zu diesem Themenfeld

bietet sich die Beschäftigung mit verschiedenen Instrumentarien und

teilweise auch gegensätzlichen Positionen der Technikforschung und Technikfolgenabschätzung

(TA) an. Bezüglich der kontroversen Debatte um die TA sollten

auch die grundsätzlichen Fragen eines „nachhaltigkeitsorientierten Innovationsmanagement“

einbezogen werden.

Neben der theoretischen Aufarbeitung des Themas steht der Kontext der Forschungsanlage

im Mittelpunkt der empirischen Betrachtung. Dies ermöglicht

die Untersuchung der zukünftigen Nutzerinnen und Nutzer der Technologie und

kann beispielsweisedie Befragung zur bisherigen (klimatischen) Zufriedenheit/

Unzufriedenheit der Studierenden mit den bisher nicht klimatisierten Räumlichkeiten

beinhalten.

Darüber hinaus sollen über die Befragungen mögliche Einstellungsmuster zur

KWKK Technologie seitens der zukünftigen BetreiberInnen und NutzerInnen herausgefunden

werden. Letztlich soll das Ergebnis des Projekts auf Plakaten dargestellt

und präsentiert werden sowie die Ergebnisse in das Lehrcurriculum und

den Abschlussbericht einfließen.

S O M M E R 2 0 0 7

87


Studierende unterschiedlicher Studiengänge sind herzlich willkommen und können

die Leistungsscheine des Energieseminars auch für ihr Studium verwenden!

Die Vorstellung des Projekts erfolgt am 23. April 2007 um 16.00 Uhr im EB 104,

Erweiterungsbau, Straße des 17. Juni 145, Raum 226 an der TU Berlin.

Dezentrale Energieversorgung

Häufig werden Erneuerbare Energien mit dezentraler Energiegewinnung gleichgesetzt.

Doch die Planungen über ein europäisches Verbundnetz sind bereits in

vollem Gange. Auf diese Weise können große Offshore-Windparks mit Wasserkraftwerken

in Skandinavien und Solarkraftwerken in Südeuropa verbunden werden.

Projekte, die nur von großen Investoren gestemmt werden können. Die von einigen

Akteuren erhoffte umfassende Energiewende würde damit ausbleiben.

In diesem Projekt soll die Möglichkeit von dezentraler Energieversorgung in kleinen

Regelverbünden mit integriertem Lastmanagement untersucht werden. Ist

eine solche dezentrale Versorgung technisch möglich, politisch durchsetzbar

und welche Auswirkungen werden sich davon erhofft? Diese Fragen sollen am

Beispiel einer konkreten Region untersucht werden.

Watergy: Energie- und Wasserkreisläufe in Gebäuden

Das watergy-Haus in Dahlem ist ein Niedrigenergiehaus, mit Pflanzenkläranlage,

Gewächshaus, sowie Nutzung von Regenwasser und Solarenergie, bei welchem

sowohl der Energie- wie auch der Wasserkreislauf optimiert wurde. Die Technik

des Hauses kann durch eine permanente Online-Verbindung ins www von außerhalb

gesteuert werden. Zum Beispiel gibt es einen Wasser-Kreislauf vom Wintergarten

über die Solaranlage zur Raumbeheizung und über die Brauchwassernutzung

zurück zum Wintergarten.

In Rahmen eines Energieseminars eröffnen sich im Umgang mit diesem Haus

viele interessante mögliche Beschäftigungsfelder. Wir könnten uns zum Beispiel

mit dem Steuersystem beschäftigen und dieses auch optimieren. Desweiteren

könnten wir die bisherigen Messdaten auswerten und untersuchen, ob die Auslegung

vor dem Bau des Hauses sinnvoll war. Auch könnten wir uns mit den Pflanzen

im Wintergarten beschäftigen: kann trotz der Wasserfilterfunktion Essen angebaut

werden? Welche Pflanzen eignen sich überhaupt? Letzter Vorschlag: eine

Auseinandersetzung mit den sozialen und ökologischen Aspekten solcher Häuser.

Denn das beschriebene Ob

kt ist ein Prototyp. Wird es sinnvoll sein, damit in Serienfertigung zu gehen? Was

passiert, wenn viele Leute solche Häuser bauen wollen?

88 D A S A K T U E L L E A V V I M N E T Z : W W W . A V V B . D E . V U


Das sind wie gesagt alles nur Vorschläge. Wir wollen euch das Haus in den ersten

Sitzungen vorstellen, um uns dann gemeinsam hinzusetzen und zu überlegen,

was wir als Gruppe konkret machen wollen.

Energielehrpfad

Wenn über Energiesparen gesprochen wird, so werden oft zwei Ebenen miteinander

verknüpft. Häufig tritt die Ebene der Gesetzgebung und der technischen

Machbarkeit in den Vordergrund. Vergessen wird dabei vielfach die Handlungsebene,

auf der jede_r Einzelne Verantwortung, aber auch zusätzliche Möglichkeiten

hat um erfolgreich Energie einzusparen.

Unsere Idee ist es, die globalen Energiekosten an der TU zu senken und auf der

anderen Seite einen Lernenden/Lehrenden Ansatz damit zu verknüpfen. Denkbar

ist es, einen Energielehrpfad zu erschaffen, der sich mit dem Thema des Einergiesparens

befasst.

Eigene Interessen und Anregungen können selbstverständlich in das Projekt

mit einfließen. So ist zum Beispiel interessant, wie ein Einsparcontracting an einer

öffentlichen Einrichtung realisiert werden könnte. Möglich wäre auch eine

sozialwissenschaftliche Begleitstudie über das Umweltverhalten von Akteuren

an der TU.

Als besonders interessant stellt sich das Projekt heraus, da es mit einer Vielzahl

interdisziplinärer Fragestellungen verknüpft ist. So wollen wir sowohl Studierende

aus den ingenieur- wie auch aus den sozialwissenschaftlichen Fachgebieten

ermuntert an dem Projekt teilzunehmen.

Solares Kühlen

Kurze Projektbeschreibung: Die Tatsache, dass man mit Sonnenenergie kuehlen

kann, ist den meisten nicht bekannt. Insbesondere ist hiermit nicht nur gemeint,

einen Kuehlschrank mit Strom aus Photovoltaik-Anlagen zu betreiben. In

diesem praktischen Projekt werden wir uns zunaechst mit verschiedenen technischen

Moeglichkeiten, Kaelte mit Hilfe von Sonnenenergie zu gewinnen, auseinandersetzen.

Mit diesen neu erlernten Kenntnissen wollen wir gemeinsam

einen solaren Kuehlschrank bauen oder einen vorhandenen Kuehlschrank auf

solaren Betrieb umbauen. Alle die Lust auf dieses Thema, Spass an selbstsaendigem

Lernen und gegenseitigem Vermitteln von Neuerlerntem, sowie Freude

und Interesse an praktischer und handwerklicher Arbeit inklusive der notwendigen

Planung haben, sind herzlich eingeladen teilzunehmen. Besondere Vorkenntisse

sind aber nicht notwendig.

S O M M E R 2 0 0 7

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Ethnologie und Soziologie


„Globale Nomaden“ (PT) - Das Phänomen Backpacker.

Untersuchungen zur Lebensform Reisen.

Reisen wird oft als Auszeit, als Gegenentwurf zum Alltag konzipiert. Was

aber geschieht, wenn Reisende so lange unterwegs sind, dass genau dieser

Gegenentwurf selbst zu ihrem Alltag wird?

Dieser Frage wollen wir auch im zweiten Teil unseres Projekttutoriums

nachgehen. Backpacker lösen das postmoderne Postulat von der Ortlosigkeit

konsequenter ein als die meisten anderen Menschen deshalb möchten

wir das Phänomen Backpacker im Licht aktueller Postmodernismus- und

Globalisierungstheorien betrachten.

Vor allem wollen wir dieses zweite Semester jedoch nutzen, um in kleinen

Projektgruppen über Langzeit-Reisende und Backpacker empirisch zu

forschen. Unsere Forschungsergebnisse sollen wenn möglich in einer kleinen

Publikation veröffentlicht werden.

Mögliche Forschungsfelder wären zum Beispiel das Hostel als Lebensraum,

Repräsentationspraxen der Reise mittels Homepages oder Dia-Vorträgen,

Backpacker als transnationale Community,

Gender und Backpacking, Reise-Konstruktion

durch alternative Reiseführer, die Geschichte

des Vagabundierens usw. Englisch-

Kenntnisse sind von Vorteil.

Auch wenn der erste Teil des

Projekttutoriums nicht besucht wurde,

kann noch eingestiegen werden. In diesem

Fall wendet ihr euch am besten an uns

persönlich:

Termin: Mo, 14-16 Uhr, Institut für Europäische

Ethnologie, Raum 312. Beginn: 23.04.2007.

Kontakt: kroeger[AT]backpacker24.info

Weitere Infos: www.backpacker24.info Literatur:

Binder, Jana: Globality. Eine Ethnografie

über Backpacker. Münster 2005.

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Leiblichkeit und Verkörperung in philosophischer

und ethnologischer Perspektive (PT)

Teil II: Leiblichkeit und Verkörperung in philosoph. und ethnolog. Perspektive

Im ersten Teil dieses interdisziplinären Projekttutoriums haben wir uns gemeinsam

ein Verständnis der phänomenologischen Methode sowie der Begrifflichkeit

des Leibes` bei Maurice Merleau-Ponty erarbeitet.

Daran anschließend beschäftigten wir uns mit Autoren der frühen Anthropologie

des Körpers (M. Douglas, M. Mauss, M. Leenhardt), die im Gegensatz zu Merleau-Ponty

den Körper in seinem Verhältnis zur Gesellschaft/Kultur sehr objektiv

betrachten. Den Abschluss des ersten Semesters bildete Pierre Bourdieu, der

mit der vermittelnden Rolle des Leibes zwischen objektiven Strukturen und Habitusformen

die größte Nähe zu Merleau-Ponty aufweist.

Im zweiten Semester soll die Frage nach der Anwendbarkeit der phänomenologischen

Leib-Perspektive in empirischen Studien und anderen wiss. Disziplinen

noch stärker im Vordergrund stehen. Neben Ethnologen wie Thomas Csordas

oder Michael Jackson, die den phänomenologischen Ansatz von Merleau-Ponty

für die Ethnologie fruchtbar machen wollen, sollen verschiedene theoretische

Ansätze und empirische Studien aus der Körpersoziologie gelesen werden. (z.B.

Leib/Körper und Gender, Leib/Körper und Status)

Wir freuen uns über Zuwachs und Perspektiven aus anderen Disziplinen, die wenn

möglich in den Verlauf des Projekttutoriums eingebunden werden sollen.

Voraussichtlicher Termin: Mi 17:30-19 Uhr Ort: Invalidenstrasse 110, Raum 239

Kontakt: Kathrin Preyer (kathrinpreyer[AT]web.de)

Strukturwandel der Familie und

Subjektkonstitution (PT)

2. Teil: Empirische Fallanalyse

Ziel des Tutoriums ist die gemeinsame Planung und Durchführung einer kleinen,

qualitativen Fallanalyse. Thematisch geht es dabei um den Zusammenhang von

Familienstruktur und Subjektkonstitution. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit

stehen die Verinnerlichung gesellschaftlicher Zwänge mit ihrem vergeschlecht-

S O M M E R 2 0 0 7

91


lichendem Effekt, sowie Möglichkeitsbedingungen für ein die dichotomen Geschlechtszuweisungen

transzendierendes und kritikfähiges Selbst.

An die theoretische Diskussion des Wintersemesters anschließend wollen wir

nun versuchen, eine konkrete Fragestellung zu entwickeln und auf den einzelnen

Fall anzuwenden. Angedacht ist die Durchführung und Auswertung von biographisch

orientierten Interviews.

Zur Einführung in qualitatives Forschen ist ein Wochenendseminar mit einem

„Experten“ zu Beginn des Semesters geplant. Zu dem Tutorium sind ausdrücklich

auch Menschen herzlich eingeladen, die letztes Semester noch nicht dabei

waren.

Bei Interesse oder wenn ihr Fragen habt, meldet euch bitte unter:

d.mader2[AT]gmx.de., Tutor: Dimitri Mader

Ort: Universitätsstraße 3b 10117 Berlin (SoWi-Gebäude der HU), Raum 001

Zeit: Mi, 14-16h , Beginn Mi, 18.04.07

Ist Mathematik sozial konstruiert? (PT)

„Zwei plus zwei gleich vier.“

Der Satz dient den meisten Menschen als ausreichende Begründung der Selbstverständlichkeit

mathematischen Wissens: „Zwei plus zwei gleich vier. Das ist

doch logisch!“ Woher aber kommt diese Aussage?

Ist sie die Beschreibung einer Logik, die auflerhalb von Raum und Zeit steht?

Findet sie sich durch Beobachtung der „Natur“ und ist somit Beschreibung einer

„physikalischen Gegebenheit“?

Oder ist diese Aussage eine sozial konstruierte Vorstellung, die sich von einem

spezifischen kulturellen und historischen Kontext nicht trennen lässt?

Das Projekttutorium wird versuchen, mathematische „Wahrheiten“ zu hinterfragen,

ihre Arbeitsweisen, Argumentationen und Prämissen zu verstehen und in

Frage zu stellen. Dabei werden die Anthropologie in diesem Bereich, die feministische

Naturwissenschaftskritik sowie Mathematik fokussierende Arbeiten der

Wissenschaftssoziologie befragt und Zusammenhänge zu Race und Gender diskutiert.

Im ersten Semester wird sich die Möglichkeit bieten, eine konstruktivistische

Sichtweise auf das Gebiet zu entwickeln, um im zweiten hinter spezifische

alltägliche Praktiken dieses Wissens zu schauen.

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Wie strukturiert Mathematik unterschiedliche Lebenswelten, welche Prinzipien stehen

mit ihr eng in Verbindung? Warum und wofür existiert sie in dieser Form?

Welche Kritik kann aus konstruktivistischer Perspektive formuliert werden?

Mathematisches Fachwissen wird nicht vorausgesetzt, vielmehr ist das Tutorium

gerade auch für jene gedacht, die mit dem Fach auf Kriegsfuß stehen und

standen.

Literatur: B. Heintz: Die Innenwelt der Mathematik. Wien 2000. M. Ascher: Ethnomathematics.

A multicultural view of mathematical ideas. New York 1991. K.

Briken: Playing hide and seek with statistics. In: Phase 2.17, Leipzig 2005.

Zeit: dienstags 12-14 Uhr Ort: Institut für Europäische Ethnologie, Mohrenstr. 41,

Raum 312 Kontakt: impotriva[AT]web.de

Subjektwissenschaft im Dialog

In diesem von studentischer Seite organisierten Seminar wollen wir uns vertiefend

dem weiten Feld der Subjektwissenschaft widmen. Nach einer kurzen Einführung

in die Subjektwissenschaft (Holzkamp-Schule) soll der wissenschaftstheoretische

und emanzipatorische Anspruch einer Kritischen Psychologie im

Verhältnis und Anschluss an die Kritische Theorie von Horkheimer/Adorno und

Habermas diskutiert werden. Ein dritter Block widmet sich den Methoden der

Subjektwissenschaft, daran erörtern wir die Bedeutung von Begründungsmustern

und Prämissen, als Bestandteile einer politisch, verstehenden Psychologie,

die sich unter Anerkennung der Subjekthaftigkeit von Menschen gegen behavioristische

und experimentalpsychologische Konzeptionen, die Menschen

als abhängig von Bedingungen beschreiben, wendet. Zuletzt soll über die Perspektiven

und Aufgaben einer Subjektwissenschaft diskutiert werden und nach

möglichen Anschlussfähigkeiten gesucht werden. Ein Reader zum Seminar gibt

es in der EWI-Bücherei im Copyshop unter dem Seminarnamen. Dies ist ein autonomes

Seminar, für das eine Vorbereitungsgruppe einen vorläufigen Seminarplan

erstellt hat, dieser kann gerne erweitert und verändert werden um noch gewünschte

Themen einzubringen.

FU Berlin Raum: J 24/14 Termin: wöchentlich Do. 12 - 14 Uhr Kontakt: criticism[AT]gmx.

net

S O M M E R 2 0 0 7

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Sonstiges


Kochkurs Makrobiotik

Die Makrobiotik ist eine fernöstliche Diätik & eine Philosophie & eine Philosophiemedizin:

eine Technik der Langlebigkeit & Verjüngung.

Jede/r sollte sein eigener Arzt sein, jede/r der sich selbst als Patienten annehmen

würde.

Es gibt eine Tradition in Büchern (N. Jung, Charaka Samhita, J Jing) & eine Praxis

in der Küche: „Es gibt Reis“ (Buchweizen, Hirse,...)

Wer will und dran glaubt („einmal muss jede/r dran glauben!“) kann sich selbst

heilen & auch noch andere.

Exklusivität zu heilen, ist verboten. („Nichts ist verboten, alles ist erlaubt.“). Gesundheitsdiskussion,

Kochen & Essen jeden mittwoch in der Offenen Uni: 15-19.30

Uhr. Andere Termine sind auch möglich.

Vegan, vollwertig, glutenfrei, biologisch, mit Wasser aus tiefen Brunnen gekocht

Frank. anzutreffen in der Oubs, zu genanntem Termin

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h o w

t o s E M I N A R

Was ist ein Projekttutorium (PT)?

Projekttutorien sind in der Regel seminarartige Veranstaltungen der Universitäten,

die von Studierenden angeboten werden.

Sie finden mit der Unterstützung eines Lehrstuhls (Prof) und eines universitären

Fachbereiches statt und gehören zum offiziellen Lehrangebot der Unis.

PTs besuchen?

Für Studierende dieser oder ähnlicher Fachrichtungen ist ein Scheinerwerb möglich

(dazu bitte an die DozentInnen und an eure Studienfachberatung wenden!)

und sie zählen als SWS.

Dies bedeutet aber natürlich nicht, dass ein solcher Kurs nur für Studierende

da ist; lasst euch also nicht abschrecken, wenn ihr einen solchen Kurs besuchen

möchtet und nicht immatrikuliert seid.

PTs selber machen?

Wer an der HU studiert, kann selbst ein Projekttutorium anbieten und dafür sogar

eine angemessene Aufwandsentschädigung bekommen.

Informationen über Antragsstellung, -fristen, ect. findet ihr unter

http://studium.hu-berlin.de/lust/pt oder www.hu-berlin.de/ A-Z/ P wie Projekttutorium.

Bei Fragen wendet euch an: hu-projekttutorien[AT]uv.hu-berlin.de

An den anderen Universitäten gibt es diese Möglichkeit nicht mehr.

Knackpunkte, Ursachen, Lösungsversuche bei

autonomen Seminaren

Traditionell standen auf den näxten fünf Seiten Lösungsansätze für Probleme in/ bei

autonomen Seminaren. Aus Platzgründen haben wir sie diesmal nicht wieder mit im

Programm. Dafür gibts die Tipps jetzt endlich online, und zwar als PDF zum Download

oder zum Selbstbearbeiten unter www.avvb.de.vu

Autonome Seminare selber machen

Eine sehr ausführliche und gute Beschreibung, was mensch beim Initiieren/Anbieten

von autonomen Seminaren beachten muss, gibts ebenfalls unter www.avvb.de.vu zum

Download und Selbsteditieren..

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i n f r a s t r u k

t u r

Ermittlungssausschuss (EA)

Gegen staatliche Verfolgung bei Demos und Aktionen aus dem linken

Spektrum

Wir machen:

Telefondienst bei Aktionen &

Demos – 69 22222

Sammeln von Infos und

Gedächtnisprotokollen

Suchen ZeugInnen bei Festnahmen

und polizeilichen Übergriffen

Vermitteln und bezahlen AnwältInnen

Spenden für die Arbeit des Ermittlungsausschusses auf das Konto:

Klaus-Schmitt-Sonderkonto 206 101 06 Postgiroamt Berlin BLZ 100 100 10

Stressfaktor - www.stressfaktor.squat.net

Der Stressfaktor ist das linksalternative/línksradikale Veranstaltungsverzeichnis für

Berlin. Zudem gibt er einen guten Überblick über (linken) Veranstaltungsorte.

Der Stressfaktor ist gut geeignet, um eigene Termine unkompliziert anzukündigen.

Er erscheint monatlich im Printformat und liegt an bestimmten Orten kostenlos

aus, z.B. im Mehringhof (Schwarze Risse) oder der Offenen Uni.

Linkes Berlin - www.linkes-berlin.de

Linkes Berlin ist eine Linksammlung/Datenbank mit mehr als 300 Berliner Gruppen

/ Organisationen, 130 linken Zeitungen, Terminen usw., die einen sehr umfangreichen

Überblick über linke Strukturen in Berlin gibt.

www.linkes-berlin.de

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i n f r a s t r u k

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Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

(BdWi)

Welche Rolle die Wissenschaft zukünftig spielen wird, wem sie nützt und wen gefährdet,

wer sie braucht oder bekämpft, sie sich leistet und über sie verfügt, wo sie

hilft und was sie kann – das steht zur Diskussion und ist eine Frage der Politik.

Deshalb wurde der Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

(BdWi) 1968 gegründet.

BdWi-Mitglieder publizieren

• in Forum Wissenschaft, dem Forum für wissenschaftliches Querdenken und

kritische Wissenschaftspolitik

• in der vom BdWi mit herausgegebenen Zeitschrift Wissenschaft und

Frieden

• im BdWi-Verlag mit bisher über achtzig Büchern

• auf der Web-Site des BdWi (www.bdwi.de)

Sie diskutieren und kooperieren

in Arbeitskreisen, auf Tagungen und Seminaren zu Gebieten wie

• Bildung und Hochschule, Medien und Netze, feministische Politik

• Wirtschafts- und Sozialpolitik, Forschungs- und Technologiepolitik

• Technikkritik, Friedenspolitik, antirassistische Forschung und Lehre

BdWi

Gisselberger Straße 7

35037 Marburg

e-mail: bdwi[AT]bdwi.de

Web: www.bdwi.de

Tel.: (0 64 21) 2 13 95, Fax (0 64 21) 2 46 54

Kontaktadresse Berlin:

Christina Kaindl, ckaindl[AT]zedat.fu-berlin.de

S O M M E R 2 0 0 7

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Antiquariate

In Berlin gibt es weit mehr als 100 Antiquariate - soviel wie in keiner anderen Stadt

innerhalb der BRD. Ca. 60 davon haben wir besucht, von denen wir einige folgende

empfehlen können. Sie zeichnen sich durch ein für Studierende attraktives

und gut sortiertes Sortiment aus, mit Fachliteratur und/oder Literatur zu Politik,

Wissenschaft, Studierendenbewegung, Szene und diversem anderen Interessanten

zu Theorie und Praxis, womit die vielen Regale der Studierzimmer-, WG- oder

Kommune-Bibliothek gefüllt werden wollen.

Bücherbasar, Habelschwerdter Allee 45, FU-Berlin (JK 31/136) Di+Do+Mi 12-17.

Extra-Buch, Mehringdamm 66 (X-Berg) Mo-Fr 10-20, Sa 10-18.

Fundus, Knesebeckstr. 20/21 (C-Burg) Mo-Sa 10-20 .

Kisch & Co., Oranienstr. 25 (X-Berg) Mo-Fr 10-20, Sa 10-18 Uhr.

Rotes Antiquariat, Rungestr. 20, 10179 Berlin (Mitte) Mo-Fr 12-18 , Sa 11-15.

Berliner Büchertisch, Mehringdamm 51, 2. Hof , Mo-Fr 9-19, Sa 9-14.

Kreuzberger Bücher-Magazin, Zossener Str. 46 (X-Berg) Mo-Fr 13-18, Sa 11-14.

Bücherhalle, Hauptstr. 154 (S-Berg) Mo-Fr 10.30-18.30, Sa 10.30-13.30.

Antiquariat im Willy-Brand-Haus, Stresemannstr. 28, Mo-Fr 10-18 , Sa 10-16.

Bücherwelt, Nollendorfstr. 17 (S-Berg) Mo-Fr 15-18.30, Sa 12-14.30.

Heinrich-Heine-Antiquariat, Raumerstr. 17/II (Prenzelberg) Mo-Fr 14-18.30 , Sa 10-14.

Antiquariat Kapitel 1, Fritz-Reuter Str. 7 (S-Berg) Mo-Fr 10-18, Mi 12-18.

Anti-Quariat, Oranienstr. 45 (X-Berg) Mo-Fr 14-18, Sa 11-15.

TausendundeinBuch, Gneisenaustr. 60 (X-Berg) Mo-Fr 11-18, Sa 11-14.

Antiquariat Wiederhold & Mink, Ackerstr. 18 (Mitte) Mo-Fr 10-18 , Sa 11-14.

Des weiteren:

Wohlthat’sche Buchhandlung, mit Filialen in nahezu allen Stadtbezirken und jeweils

umfangreichem modernem Antiquariat.

Verzeichnis der Antiquariate in Berlin:

http://ourworld.compuserve.com/Homepages/VolkerKunze/a_verzei.htm

Antiquarische Bücher im Internet:

www.zvab.de

www.booklooker.de

www.eurobuch.com

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Archive

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Archive gibt es in Berlin jede Menge und mit Sammlungen

zu allen erdenklichen Themen. Eine gute Übersicht findet ihr

im Internet unter:

http://bak-information.ub.tu-berlin.de/berlin_links/archive.html

Die Themen Studierendenbewegung und soziale Bewegungen

werden insbesondere von den folgenden Archiven abgedeckt:

PapiertigerIn

Cuvrystr. 25, Tel: 030/6183051

Archiv & Bibliothek, Mo 14.30 -18 Uhr, Do 14.30 - 18 Uhr, FrauenLesbenTag:

Freitag 15-19 Uhr.

Archiv APO und soziale Bewegungen,

Maltheserstr. 74-100, Haus G, G 112, 12249 Berlin

Tel: 030/7792-513. Öffnungszeiten n.V.

Bibliothek der Freien

Anarchistische Bücherei im Haus der Demokratie

Greifswalderstr. 4, email: DieFreien@BibliothekderFreien.de

Internet:http://www.bibliothekderfreien.de/

projekt archiv,

Lychener Str. 60, Tel. 4477008 oder: 4523258, E-Mail: projektarchiv[AT]web.de.

Archiv für linke Literatur, Zeitschriften und Bücher (auch zum Leihen)

Sa 16-18 Uhr, www.ausland-berlin.de

- seit 1988/89.

- Ziel war und ist es, ein kollektives Gedächtnis (nicht nur) studentischer Bewe

gungen aufzubauen, damit beim nächsten Mal alles besser wird.

Das Archiv verfügt über ca. 3.200 Bücher und eine ähnliche Anzahl an Broschueren,

Zeitschriften und Zeitungen zu den Themen Uni (insbesondere Geschichte der

FU und TU), Geschichte der Studierendenschaft, Wissenschaft, (Berliner) Sozialgeschichte

und Geschichte der BRD (mit den aktuellen Schwerpunkten Antirassismus

und Antisemitismus), politische Theorie

S O M M E R 2 0 0 7

99


i n f r a s t r u k t u r

Trödelmärkte

All die vielen schönen Dinge, die die Schaufenster der Geschäfte füllen, für deren

Anschaffung aber nie das Geld reicht, findet ihr in oft noch gut erhaltenem Zustand

mit einigem Suchen auf einem der zahlreichen Trödelmärkte Berlins.

Am Mauerpark Mitte nur So 7-17 Uhr

Boxhagener Platz Friedrichshain nur So 10-18

Ostbahnhof Friedrichshain nur So 9-17

Moritzplatz Kreuzberg Sa + So 8-16

Arkonaplatz Mitte nur So 10-17

Am Kupfergraben Mitte Sa + So 11-17

Kennedy-Platz Schöneberg Sa + So 8-16

Straße des 17. Juni Tiergarten Sa + So 10-17

Fehrbelliner Platz Wilmersdorf Sa + So 10-16

Klausener Platz Kreuzberg Sa + So 10-17

Leopoldplatz Mitte nur Sa 9-15

Weitere Trödelmärkte im Internet unter:

http://www.berlin.de/sen/wirtschaft/service/maerkte.html

100 D A S A K T U E L L E A V V I M N E T Z : W W W . A V V B . D E . V U


s e r v i c e

Beratungen beim AStA FU

Bafög-Beratung, Tel.: 839091-12

E-Mail: sozialreferat(at)astafu.de

Sozialberatung, Tel.: 839091-13, E-Mail: sozialreferat(at)astafu.de

Rechtsberatung, Tel.: 839091-0

E-Mail: info(at)astafu.de

Behindertenberatung, Tel.: 838 56 203

Email astabehinderteberatung {at} astafu.de,

Schwulen-,Bisexuellen-, und Transgenderberatung, Tel.: 839 091-18

Mail: schwule(at)zedat.fu-berlin.de

Lesbisch-feministische Information und Service (LIS), Tel.: 839 091-22

Frauenberatung, Tel.:839 091-23

AusländerInnenberatung, Tel.: 839 091-17, arefberatung(at)astafu.de

Hochschulberatung, Tel.: 839091-13, Mail: hochschulberatung(at)astafu.de

Arbeitsrechtliche Anfangsberatung, Tel.: 839091-0

Ort: Otto-von-Simson Straße 23

Termine und Zeiten erfragen unter 030 839091-0 oder info(at)astafu.de

Infos auch unter www.astafu.de

Beratungen beim RefRat HU

Allgemeine Sozialberatung

Sprechzeiten: Mittwoch 14-16 Uhr

Ort: Monbijoustr. 3, Raum 5

Tel.: (030) 2093 – 2145, mail: beratung.allgemein(at)refrat.hu-berlin.de


s e r v i c e

Unterhalts- und Bafög-Beratung

Sprechzeiten: Dienstag, Mittwoch, Donnerstag 14-18 Uhr

Ort: Monbijoustr. 3, Raum 15

Tel.: (030) 2093 - 1060 (AB), mail: beratung.bafoeg(at)refrat.hu-berlin.de

Beratung für ausländische Studierende

Sprechzeiten: Montag 10-15 Uhr, Mittwoch 10-19 Uhr, Freitag 10-15 Uhr

(Semesterferien Mittwoch 10-16 Uhr sowie nach Vereinbarung)

Ort: Monbijoustr. 3, Raum 6

Tel.: (030) 2093 – 1062, mail: beratung.auslaenderinnen(at)refrat.hu-berlin.de

www : www.refrat.hu-berlin.de/soziales/befas.html

Beratung für studierende Eltern

Sprechzeiten: Dienstag 12-16 Uhr, Mittwoch 10-14 Uhr (Semesterferien

Mittwoch 10-16 Uhr sowie nach Vereinbarung)

Ort: Monbijoustr. 3, Raum 7, Tel.: (030) 2093 – 1986

mail: beratung.kind(at)refrat.hu-berlin.de

www: www.refrat.hu-berlin.de/soziales/stuki.html

Rechtsberatung (siehe Extraliste)

Sprechzeiten: Mittwoch 18-20. Uhr (in der Vorlesungsfreien Zeit nur

zweiwöchentlich), Ort: Monbijoustr. 3, Raum 5

Beratung zu Hochschul- und Prüfungsrecht

Sprechzeiten: Donnerstag 12-14 Uhr, zweiwöchentlich

Ort: Dorotheenstr. 17/Raum 2

Einklagen: www.refrat.de/einklagen

Enthinderungsberatung

Sprechzeiten: Dienstag 12.30-17.30 Uhr, Mittwoch 9-14 Uhr (Semesterferien

Mittwoch 9-14 Uhr sowie nach Vereinbarung)

Ort: Monbijoustr. 3, Raum 5

Tel.: (030) 2093 – 2145, mail: beratung.enthinderung(at)refrat.hu-berlin.de

www: www.refrat.de/soziales/enthinderung.html

Arbeitsrechtliche Anfangsberatung

Sprechzeiten: Montag 10-13 Uhr, Donnerstag 13-16 Uhr (März, August: Montag

10-13 Uhr)

Ort: Monbijoustr. 3, Raum 5

Tel.: (030) 2093 – 2145, mail: beratung.arbeit(at)refrat.hu-berlin.de


Orte,

die entweder von mehreren Gruppen als Treffpunkte genutzt werden oder, die

aus anderem Grund Hervorhebung verdienen:

Institut für Europäische Ethnologie (Humboldt-

Universität)

Mohrenstraße 41, (U2 Hausvogteiplatz/U6 Stadtmitte)

Infos: http://www2.hu-berlin.de/ethno/

H48 Projektraum

Hermannstr. 48, zweiter Hinterhof (mit ein bisschen

suchen)

U8 Boddinstr., http://projektraum.h48.de

Invalidenstr. 110 (= I 110/Inv 110), Seminargebäude

der Humboldt-Universität

(U6 Zinnowitzerstr.), GROßES Gebäude direkt

an der Kreuzung Chausseestr.

UNI3

Universitätststr. 3 , Gebäude der Sozialwissenschaften

der HU, S/U Friedrichstr.

offene uni berlins (= OUBS

Haus 20, Campus Nord, Phillippstr. 13, 10115 Berlin,

(U6 Oranienburger Tor), Tel. 2093 6076, Wegbeschreibung/Infos:

www.offeneuni.tk

Mehringhof

Gneisenaustr. 2a, im Hinterhof , U- Bahnen: U6/

U7 (Mehringdamm) und Busse: 119, 140, 219.

Wegbeschreibung/ Infos: http://www.mehringhof.de/

Friedel 54

Friedelstr. 54, Neukölln, U7/8 Hermanplatz

FU / Freie Universität

viele verschiedene Orte, daher sucht unter: Lageplan:

http://www.fu-berlin.de/FU-Plan/index.

html; Vieles liegt an der U3.

EB 104

Studentisches Cafe an der TU

EB steht für Erweiterungsbau und ist das Gebäude

rechts neben dem Hauptgebäude, das mit

diesem über eine Brücke verbunden ist.

Weil das EB 104 irgendwann mal umgezogen ist

hat es aber eine andere Raumnummer: Raum

EB 226

Kontakt: Tel: (030) 314-24423, http://eb104.tuberlin.de/

U2 Ernst Reuter Platz,

K9

Kinzigstr. 9 (U-Bhf. Samariterstrasse)

Krähenfuß („Krähe“, „Cafe Krähenfuss“, SBZ..)

Studentisches Begegnungszentrum

Dorotheenstr, auf der Rückseite der Humboldt-

Universität, nahe RefRat

U/S Friedrichstr/Tram: Am Kupfergraben (M1/

Tram12)

Infos: http://www.sbz-kraehenfuss.de/

KuZe Potsdam, Kulturzentrum Potsdam

Hermann-Elflein-Str.11

14467 Potsdam

Tram Linie 91 Richtung Bahnhof Pirschheide

Haltestelle: Luisenplatz

Internet: www.kuze-potsdam.de


Offene Uni BerlinS

Philippstr. 13, 10115 Berlin, Haus 20

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* Sabotage!!!

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