Heft 3/2010 - Zeit & Schrift

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Heft 3/2010 - Zeit & Schrift

Krisenzeiten

Liebe Freunde, liebe Leser,

dazu muss ja nicht viel gesagt, erklärt

oder debattiert werden. Wir haben die

Griechenlandkrise und die Eurokrise,

wir haben im Golf die Ölkrise und in

Afghanistan die nicht genau benennbare

Krise, ob Krieg ist und wenn ja,

warum nicht.

Die eine Kirche erlebt Anschuldigungen

ihrer Mitarbeiter und muss

zugeben, dass vieles daran wahr ist.

Die andere Kirche muss Aufstieg und

Fall ihrer Frontfrau erleiden und weiß

nicht, wie ein neuerlicher Aufstieg enden

wird.

Aktuell wird der eine oder andere

von uns aufgrund der Wirtschaftskrise

in eine persönliche Krise gekommen

sein. In einem christlichen Verlag im

Süden ist kürzlich der Insolvenzverwalter

eingerückt. Das ist für die meisten

Mitarbeiter neben der wirtschaftlichen

Krise, in die sie nun persönlich und

mit ihren Familien kommen, auch eine

Sinnkrise. Jeden Morgen gab es in

diesem Verlag eine Andacht, an der

ein Drittel der Belegschaft teilnahm.

Nun droht Arbeitslosigkeit. Für viele

bedeutet das nach 20- oder 30-jähriger

Betriebszugehörigkeit das vorzeitige

Aus aus dem Erwerbsleben. Und

nach jahrelanger Treue dem Arbeitgeber

gegenüber und auch einem

Glaubensleben als Christ ist nun alles

vorbei, muss auf Hartz IV zugelebt

werden.

„Vom Unglück erst zieh ab die Schuld,

was übrig bleibt, trag mit Geduld.“

Diese Verse von Theodor Storm,

dem Autor des „Schimmelreiters“,

haben mich immer beeindruckt. Ja,

das ist wahr. Aber was hilft uns das

in den oben beschriebenen Krisen,

besonders wenn die sehr persönlich

werden? Weitab davon kann man ja

munter über die Schuld der anderen

mitreden. Aber mittendrin … Da wird

auch eigene Schuld schwer erkennbar

und problematisch.

Ja, jetzt kommt’s, werden Sie denken.

Jetzt wird er sagen: „Blicke nur

auf Jesus. Lebe ein Leben des Vertrauens

nach oben. Er, der Herr, wird

dich nicht verlassen. Dein Hüter, Israel,

schläft und schlummert nicht.“

Stimmt! Nur, diese Worte ohne Not

oder in persönlicher Krise gesagt, zum

Herzen geredet oder verinnerlicht, haben

so oder so eine je andere Bedeutung.

So werden wir, wie ich glaube, auch

in dieser Ausgabe von Zeit & Schrift

vieles Gute finden, für unseren Glauben,

für unser Leben. Und wir werden

etliches finden, das der eine oder andere

der Autoren nicht nur mit seinem

Kopf, sondern aus eigenem Erleben

mit seinem Herrn und mit seinem Herzen

geschrieben hat.

Deshalb, halten Sie daran fest, er,

Jesus, unser Herr, wird Sie nicht verlassen.

Ihr Peter Baake

Editorial

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