C H F 5 .— E u ro 3 .5 0 $ 3 .—

mammut

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Foto: Carsten Foto: von Thomas Birckhahn

Ulrich

Mammut ist einer der weltweit führenden

Komplettanbieter von hochwertiger Bergsportausrüstung.

Das Mammut-Sortiment reicht von

Bekleidung über Rucksäcke und Schlafsäcke

bis hin zu Klettergurten, Seilen und Kletterschuhen.

Mammut Klettergurte sind Beispiele für unseren

kompromisslosen Qualitätsanspruch bei der

Herstellung von Bergsportausrüstung. Nur wenn

unsere Kunden zufrieden sind, sind wir es auch.

Doch unsere Vorstellung von Kundenorientierung

endet nicht mit der Herstellung des bestmöglichen

Produktes. Genau so wichtig ist die

Information über die korrekte Anwendung unserer

Produkte. Deshalb haben wir diese Broschüre

für Sie erstellt. Mit zahlreichen Tipps zum Kauf,

zur richtigen Pflege und Anwendung in der Praxis

– für den optimalen Nutzen des hochwertigen

Produktes. Technisches Wissen zu Material und

Fertigung ist einfach erklärt. Übrigens: Damit die

Informationen noch leichter verständlich werden,

können alle >so markierten Fachbegriffe im

Lexikon auf Seite 28 nachgeschlagen werden.

Ihr Mammut-Team

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Download unter: www.mammut.ch

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I N H A LT

TECHNOLOGIE

Know-How 2

Aufbau eines Klettergurtes 4

Worin liegt der Unterschied 6

Schnallen-Systeme 9

KAUFHILFE

Welcher Gurt ist der richtige 10

Wofür brauche ich meinen Gurt 12

Was für Gurttypen gibt es 14

Worauf muss ich beim Kauf achten 16

HANDHABUNG

Tipps aus der Praxis 18

Sturztraining 20

N O R M E N

Lebensdauer 22

Welche Normen gibt es 23

Wie wird getestet 24

PRODUKTION

Wie wird ein Gurt hergestellt 26

LE X I KO N

von A bis Z 28

H A N D H A B U N G K A U F H I L F E

TECHNOLOGIE

N O R M E N

P RO D U K T I O N

LE X I KO N


K N O W - H O W

Seit Jahren zählt Mammut zu den führenden

Herstellern von Klettergurten. Plaisirkletterer

wie Extremalpinisten, Wettkampfkletterer

wie Bigwallexperten weltweit vertrauen auf

das Know-how der Mammut Entwickler, und

die intensive Zusammenarbeit mit kompetenten

Testpersonen.

daN daN

Neben dem Seil ist der Gurt eines der wichtigsten

Ausrüstungsstücke des Kletterers.

Während sich Luis Trenker noch den Strick

direkt um die Brust band, hat man mit einem

heutigen Gurt fast ein Bekleidungsstück,

das Komfort und Sicherheit gleichermassen

garantiert. Leichtgewicht und bequemes

Tragen auf der einen Seite und angenehmer

Hängekomfort andererseits sind die beiden

Pole zwischen denen jedes Gurtmodell eine

individuell optimierte Lösung bietet. Denn die

unterschiedlichen Situationen beim Gebrauch

stellen jeweils spezifische Anforderungen an

einen Gurt – im Folgenden am Beispiel des

Hüftgurts erläutert.

Klettern

Beim Klettern soll der Gurt seinem Träger

möglichst viel Bewegungsfreiheit lassen; dennoch

muss er jederzeit sicher und präzise sitzen.

Leichte Konstruktionen und geschmeidige

Materialien erfüllen diese Anforderungen

optimal.


daN daN daN daN

Hängen

Beim Hängen – ob nach einem Sturz, am Stand,

in der Bigwall oder beim Ausbouldern schwerer

Routen – soll der Gurt eine Sitzposition

ermöglichen und für freie Blutzirkulation sorgen,

auch bei längerem Hängen im Seil. Die

spezifisch entwickelten Beinschlaufen ermöglichen

einen angemessenen Komfort.

Stürzen

Die Stunde der Gurtwahrheit schlägt beim

Stürzen, wenn Kräfte vom drei- bis zehnfachen

des Körpergewichts auf den Kletterer

wirken können und vom Gurt möglichst schonend

auf den Körper übertragen werden müssen.

In ausgiebigen Labortests haben wir

Konstruktionen entwickelt, die rund 80% der

Sturzenergie auf die Beinschlaufen übertragen.

Damit wirkt die Kraft körperschwerpunktnah.

Das Hüftband stützt und stabilisiert

den Körper in anatomisch angenehmer,

sitzender Position. Beinschlaufen in Y- oder

D-Form, wie sie bei Mammut verwendet werden,

vermeiden unangenehmes Einschnüren.

Teile des Gurtes, die keine Last aufnehmen

müssen, gestalten wir dünner, für optimale

Bewegungsfreiheit und geringes Gewicht.

oundw 22-05-2004

2 · 3

TECHNOLOGIE


AU F B AU E I N E S K L E T T E R G U R T E S

Gurte, Aufbau

Gurt ist nicht gleich Gurt. Auch wenn für den Laien auf den ersten Blick alle Gurte gleich aussehen:

Im Detail zeigt sich der Unterschied. Topgurte zeichnen sich durch eine Reihe kleiner, aber

funktioneller Details aus, die in aufwändigen Entwicklungs- und Testreihen optimiert wurden.

Dies ist die gesammelte Erfahrung unserer Alpinprofis in jeder Schnalle und Schlaufe – das

verstehen wir unter Kundenorientierung.

Gurttypen Beinschlaufen

Verschluss-

Systeme

Besondere

Ausstattung


Gurte, Aufbau

Gurttypen

Passend für jeden Anforderungsbereich gibt es

laut EN-Norm 12277 vier Gurttypen: Hüftgurt,

Brustgurt, Kombigurt, Kinderkombigurt – und

für jeden Gurttyp unterschiedliche Modelle.

So kann jeder das optimale Teil für seine

Disziplin finden.

Besondere

Ausstattung

Die kleinen Details sind es, die im harten

Praxiseinsatz und besonders in stressigen

Situationen über die Funktionalität eines

Gurtes entscheiden. Der kluge Kunde achtet

schon beim Kauf auf diese Kleinigkeiten.

oundw 21-05-2004

oundw 21-05-2004

Verschluss-Systeme

Schnelles und bequemes An- und Ausziehen,

100%ig sicherer Sitz bei jeder Bewegung:

Diese Anforderungen muss das Verschluss-

System erfüllen. Dafür stehen unterschiedliche

Schnallenkonstruktionen zur Verfügung.

Beinschlaufen

Vor allem bei Hüftgurten sind die Beinschlaufen

besonders wichtig, denn sie nehmen den

Hauptteil der Kraft auf, die bei einem Sturz

auf den Kletterer wirkt. Angenehmes Tragen,

sicheres Stürzen, bequemes Hängen – diese

Gurteigenschaften hängen stark von der

Beinschlaufenkonstruktion ab.

4 · 5

TECHNOLOGIE


W O L I EG T D E R U N T E R S C H I E D

Nicht nur Schweizer Topqualität und hundertprozentige

Verlässlichkeit über eine lange

Lebensdauer zeichnen unsere Klettergurte

aus. Unsere Forschungsingenieure entwickeln

permanent innovative Lösungen, welche

Mammut Klettergurte immer von Neuem

zum «State of the Art» unter den Gurten

machen und uns in der Vergangenheit zahlreiche

Auszeichnungen in neutralen Tests

eingebracht haben.

Protector

Der patentierte Protector schützt die empfindlichste

Stelle des Gurtes vor vorzeitigem

Verschleiss: die Beinschlaufenverbindung.

Untersuchungen der alpinen Verbände und

in unseren Testlabors haben ergeben, dass

dieser Steg durch ständiges Scheuern des

Seils – beim Stürzen, durch Bewegung beim

Hängen und Abseilen – stark angegriffen

wird. Deshalb haben wir als erster Anbieter

einen Schutz für diese hoch belastete Stelle

entwickelt: den Protector, ein formstabiles

und abriebfestes Plastikelement, das in den

Stark abgenützter Beimschlaufensteg – das schwächste

Glied jedes Klettergurts.

Beinschlaufensteg eingearbeitet ist. Doch der

Protector bietet nicht nur Abriebschutz und

damit längere Lebensdauer: Er verteilt die

Last gleichmässig auf beide Beinschlaufen,

was den Hängekomfort noch verbessert, und

spart Kraft beim Clippen durch verringerte

Reibung. Unser Sinn fürs Detail geht bis in

die Formgebung, die das Verrutschen des

Seils verhindert. Der ISPO Outdoor Award

für den Protector ist ein Beweis für die

Innovationskraft von Mammut.


Asymmetrische

Materialtragschlaufen

An den Materialtragschlaufen muss das

benötigte Material – je nach Disziplin etwa

Expressschlingen, Keile, Haken, Eisschrauben

oder Abseilachter – übersichtlich und leicht

greifbar Platz finden. Die für links und

rechts ergonomisch geformten Mammut-

Materialtragschlaufen aus Spezialkunststoff

optimieren das Materialhandling.

Thermofixierte

Bänder

Die Verschlussbänder und Bänder der

Beinschlaufen sind durch ein speziell entwickeltes

thermisches Verfahren stabilisiert

– dadurch wird die Lebensdauer der

Bandkonstruktion erheblich verbessert. Die

verbesserten Handlingseigenschaften verhindern

lästiges Gefummel mit zu weichen

Bändern.

Rückfädelmarkierung

Rückfädelschnallen sind nur sicher, wenn das

Gurtband zurückgefädelt wird. Das auffällige

«Danger Stamping» ist ein unübersehbarer

optischer Warnhinweis, falls man das

Zurückfädeln doch einmal vergessen sollte

– ein deutliches Plus an Sicherheit vor allem

für Anfänger und stressbelastete Situationen

z.B. Kurse. Eine Naht in Kontrastfarbe zeigt

an, ob das Gurtband weit genug aus der

Schnalle herausragt (Sicherheitsreserve).

Drop Seat Schnalle

Mit der Drop Seat Schnalle können die elastischen

Haltebänder der Beinschlaufen an der

Rückseite des Hüftgurts auf einen Klick ausgehängt

werden. Dieses Feature ist praktisch

bei «menschlichen Bedürfnissen» und erlaubt

zusätzlich eine einfache Längeneinstellung

der Beinschlaufenhalter.

6 · 7

TECHNOLOGIE


Nähtechnologie

Alle sicherheitsrelevanten Nähte werden in

der Modellphase ständig getestet und optimiert.

Wenn die Prüfergebnisse unsere hohen

Anforderungen erfüllen – und erst dann –,

werden die ausgearbeiteten Nahtbilder

gespeichert. So ist für die Serienproduktion

auf computergesteuerten Nähmaschinen ein

immer gleichwertig hohes Qualitätsniveau

garantiert.

Anatomisch

konfektionierter

Hüftgurt

Alle Polsterteile und Verschlussgurtbänder

sind konsequent den Formen des menschlichen

Körpers angepasst, um optimalen Sitz

und volle Bewegungsfreiheit zu garantieren;

dazu tragen auch die besonders schmalen

(26 und 32 mm) Verschlussbänder der

Vorderseite bei. Die Modelle Apollo, Venus,

New Wave und Focus sind in der Hüfte

konisch geschnitten, also unten etwas weiter

als oben, so dass sie sich noch besser der

natürlichen Hüftform anpassen. Beim Modell

Venus wurde speziell die weibliche Anatomie

berücksichtigt, u. a. mit einer verlängerten

Anseilschlaufe.

Sandwich-Polsterung

mit 3-D-Mesh

Alle Polsterteile sind auf der Körperseite mit

dem hautfreundlichen, feuchtigkeitstransportierenden

dreidimensionalen Netzgewebe

3-D-Mesh ausgerüstet. Dies fördert eine

schweissfreie Belüftung, was vor allem für die

Nierengegend wichtig ist. Für die Aussenseite

verwenden wir robuste und abriebfeste Stoffe

wie Cordura.

Tragendes

Einfassband

Bei unseren Topmodellen sind die Polster

mit extrem dünnem aber hoch belastbarem

Bandmaterial eingefasst. Das mit dem

Einfassband verbundene Verschlussband

kann die Kraft hierdurch gleichmässig auf die

gesamte gepolsterte Fläche übertragen – das

Polster sorgt somit für maximalen Komfort.


Gurte, Piktos

S C H N A L L E N - SYST E M E

urte, Piktos

Je nach Einsatz-Anforderung und persönlicher

Vorliebe gibt es unsere Gurte mit drei

unterschiedlichen Schnallensystemen. Ob

Rückfädelschnallen, Klickschnallen oder den

sicheren und bequemen Slide Bloc Schnallen

ist allen eines gemeinsam – sie sind aus

hochfesten Alulegierungen hergestellt, die

maximale Sicherheit garantieren.

Rückfädelschnalle

oundw 21-05-2004

Die bewährten Klassiker im neuen Design.

Durch ihre asymmetrische Form (für rechts und

links) und das versteifte Ende des Gurtbandes

sind die eloxierten Schnallen leicht zu

fädeln; ein «Danger Stamping» erinnert ans

Zurückfädeln. Superleicht, also optimal für

Gewichtsfanatiker und Sportkletterer.

Gurte, Piktos

oundw 21-05-2004

Slide Bloc System

Einfach genial und narrensicher. Hier kann

nichts mehr falsch gemacht werden: festziehen

und fertig. Ein kräftiger Zug am Gurtband,

und die Schnalle hält verlässlich. Zum Öffnen

wird sie nur gelockert, keine losen Enden

machen Probleme beim Wiederanlegen des

Gurtes. Die schnelle und sichere Lösung vor

allem für Anfänger und Kursbetrieb.

Klickschnalle

Flott und sicher in jeder Lage. Wie die Slide

Bloc Schnallen blockiert die Klickschnalle

auf einfaches Strammziehen. Wenn der Gurt

über Steigeisen oder Ski angezogen werden

soll, kann die Schnalle durch Lockern

und Verdrehen einfach geöffnet und wieder

geschlossen werden. Schnelle Flexibilität,

die besonders Alpinisten zu schätzen

wissen.

K A U F H I L F E

8 · 9

TECHNOLOGIE


W E LC H E R G U R T I ST D E R R I C H T I G E

Climbing

Diese Sportkletter- und Allroundgurte bieten optimale

Bewegungsfreiheit für alle Anforderungen in der

Vertikalen. Der anatomisch angepasste Schnitt garantiert

perfekten Sitz, 3-D-Mesh-Polsterungen sichern

Klima- und Hängekomfort in jeder Lage. Innovative

Technologie auf höchstem Niveau – egal ob Sie Ihre

Grenzen erweitern wollen oder einfach maximalen

Genuss in der Senkrechten suchen.


Alpine

Auf grossen Touren und an hohen Bergen ist minimales

Gewicht unschätzbar. Die Gurte der Mammut Alpine

Line beweisen die Meisterschaft der Beschränkung:

kein Gramm zuviel, keines zuwenig. In dieser Line

finden Sie auch individuelle Speziallösungen für spezifische

Einsätze; den richtigen Gurt für jede denkbare

Situation, die Sie in Ihrer Disziplin erleben können.

Kids

Kinder sind heute mehr denn je natürliche Partner in

Kletterhalle, Klettergarten und Gebirge. Und genau so

selbstverständlich sollen die Vorsteiger von morgen

ihren Sport mit einem Maximum an Sicherheit und

Spass erleben. Die Mammut Kids Gurte sind nicht

nur auf die speziellen Proportionen des kindlichen

Körpers perfekt angepasst, sondern garantieren über

Jahre hinweg einen weiten Verstellbereich bei optimaler

Passform und Praxistauglichkeit.

10 · 11

K AUFHILFE


W O F Ü R B R AU C H E I C H M E I N E N G U R T

Jeder Gurt ist auf einen bestimmten Anwendungsbereich zugeschnitten. Der Hallenkletterer

braucht einen anderen Gurt als die Bigwallerin, die Skihochtourengänger einen anderen als

der Eiskletterer. Sicher wird man nicht für jede Disziplin, die man betreibt, einen eigenen Gurt

anschaffen, wie es bei Kletterschuhen nötig sein kann. Doch es lohnt sich, das nächste Modell

passend zu den Lieblingstätigkeiten auszusuchen.

Sportklettern

Frankenjura, Orpierre, Arco

Im Steilfels garantieren anatomische Form-

gebung und niedriges Gewicht, optimale

Passform und bestmögliche Bewegungsfrei-

heit. Sehr gute Polster aus atmungsaktivem

Material sind angenehm beim Ruhen und

beim Ausbouldern von Routen. Nur in selbstabzusichernden

Klettergärten wird man grössere

Materialschlaufen für mehr Ausrüstung

(Friends, Keile) brauchen.

Extremes Sportklettern und

Wettkampfklettern

Am Limit – vom persönlichen Projekt bis zur

Grenze des Menschenmöglichen.

Für die maximale Performance beim Onsight-

und Rotpunktklettern sind Leichtgewicht und

Passform alles. Unsere Hüftgurtmodelle für

Schwierigkeitsspezialisten sind aufs absolut

Wesentliche reduziert, dünnes Band an nicht

tragenden Teilen reduziert das Gewicht auf

ein kaum mehr wahrnehmbares Minimum

– der Gurt passt wie eine zweite Haut.

Alpines Bergsteigen

Peutereygrat, Walkerpfeiler, Eiger Nordwand

Ambitionierte alpine Routen stellen viele

Ansprüche an den Gurt. Er muss bequemes

Hängen am Stand und beim Abseilen erlauben,

mit übersichtlichen Materialschlaufen einem

umfangreichen Platz für Ausrüstung bieten,

sollte auf unterschiedlich dicke Bekleidung

einstellbar und auch mit Handschuhen bedienbar

sein, etwa durch das Slide Bloc

System. Viele alpine Rucksackträger ergänzen

den Hüftgurt durch einen Brustgurt.

Alpines Sportklettern

Wendenstöcke, Verdon, Sanetsch

Je nach Ambition steht die Bewegungsfreiheit

(für maximale Schwierigkeit) oder der Hängekomfort

im Vordergrund. Vor allem wenn die

Absicherung selbst ergänzt werden muss,

sind grosse, übersichtliche Materialschlaufen

wichtig. Verstellbare Beinschlaufen können

bei schlechtem Wetter (Überhose) praktisch

sein.


Eisklettern

Gasteinertal, Kandersteg, Val Daone

Ähnlich wie beim alpinen Sportklettern muss

jeder seinen persönlichen Kompromiss zwischen

Hängekomfort und Bewegungsfreiheit

finden – vom WI-2-Genuss-Eisfall bis zur M8.

Übersichtliche Materialschlaufen sind ein

Muss, verstellbare Beinschlaufen lassen verschieden

dicken Überhosenschichten Platz.

Hochtouren / Skihochtouren

Wildspitze, Mont Blanc, Haute Route

Da Spaltenstürze relativ selten sind, kommt

hier der Gurt fast nie zum “Ernstfall-Einsatz”.

Deshalb darf der Hängekomfort zugunsten des

Tragekomforts und niedrigen Gewichts vernachlässigt

werden. Ein weiter Verstellbereich

passt für Sommer und Winter und erlaubt

unter Umständen das Anziehen mit Steigeisen.

Alleinige Hüftgurtverwendung hat sich wegen

schwerpunktnaher Kraftwirkung im Sturzfall

etabliert.

Klettersteige

Dolomiten, Gardasee, Lecco

Wegen der trotz Klettersteigset harten Sturzbelastung

sollten Stürze am Klettersteig vermieden

werden; auch Hängen ist eher selten.

Deshalb darf hier eher auf scheuerfreien

Tragekomfort geachtet werden. Wegen möglicherweise

unkontrollierter und ungeübter

Stürze kann ein Brustgurt zum Hüftgurt ein

Sicherheitsplus bieten; Kombigurte bieten

den Vorteil einer einfacheren Übersicht.

Bigwall, technisches Klettern

Yosemite, Val di Mello, Baffin Island

Bei tagelanger Arbeit im rauen Granit weiss

man einen bequem gepolsterten Gurt mit

optimalem Hängekomfort zu schätzen.

Grosszügige Materialschlaufen können durch

ein Rack ergänzet werden; eine Haul Loop

(Schlaufe zum Einbinden des Nachziehseils)

ist sehr praktisch.

12 · 13

K A U F H I L F E


21-05-2004

W A S F Ü R G U R T T YP E N G I B T E S

oundw 21-05-2004

Die EN-Norm 12277 unterscheidet vier verschiedene Bauformen von Gurten: Kombigurt (Typ A),

Kinderkombigurt (Typ B), Hüftgurt (Typ C) und Brustgurt (Typ D). Jeder Gurttyp hat unterschiedliche

Aufgaben und Funktionsweisen; je nach Anwendungszweck und persönlicher Vorliebe kann

man so das geeignete Modell aussuchen. T YP C T YP D

oundw 21-05-2004

Hüftgurt

Der Hüftgurt ist das mit Recht am weitesten

verbreitete Modell: Er eignet sich für

praktisch jede Disziplin des Bergsports, vor

allem zum schwierigen Klettern in Fels, Eis

und Alpinrouten. Durch die Beinschlaufen

werden 80% der Sturzlast auf die robusten

Oberschenkel übertragen, das Verschlussband

um die Hüfte stützt die Wirbelsäule. Da der

Hüftgurt die Kraftaufnahme in der Nähe des

Körperschwerpunkts einleitet, lässt er den

Seilzug in langen Seillängen weniger lästig

erscheinen. Ausserdem bietet er optimale

Bewegungsfreiheit und eine günstige Hängeposition

beim Ausbouldern schwerer Stellen.

T YP C T YP D

T Y

T YP C T YP CD T YP DA T YP AB

T YP

TYP C

TYP D

Sportklettern, Gletscherbegehungen**,

Eisklettern, Mixed-Routen

Alpines Klettern, Eistouren,

kombinierte Touren

Anfänger, Klettersteige*

Kinder (bis ca. 12 Jahre), Übergewichtige,

Hängen mit schwerem Rucksack

Brustgurt

In einigen Situationen ist es empfehlenswert,

den Hüftgurt durch einen zusätzlichen

Brustgurt zu ergänzen. Kinder bis etwa

zwölf Jahre könnten wegen ihrer schmalen

Hüften aus dem Hüftgurt herausrutschen,

was durch einen Brustgurt verhindert werden

kann; ein ähnliches Problem stellt sich bei

Übergewichtigen mit grossem Hüftumfang.

Alleine darf der Brustgurt nicht verwendet

werden, da freies Hängen in kurzer Zeit zum

Kreuzigungstod führen kann. Zur Verbindung

von Hüft- und Brustgurt wird meistens eine

zusätzliche Bandschlinge (Achterband)

verwendet.

In Kombination mit Hüftgurt: Bergsteigen,

Hängen mit Rucksack, Übergewichtige

In Kombination mit Hüftgurt: Klettersteige

* Zum Anseilen auf Klettersteigen werden Hüftgurt alleine bzw. Hüftgurt mit Brustgurt gleichermassen empfohlen

** Für Gletscherbegehungen wird Anseilen mit Hüftgurt und Brustgurt wegen der ungünstigeren Bremsposition nicht

mehr empfohlen (Ausnahme: Kinder, Übergewichtige)

Gurte, Typen


T YP D T YP D T YP A T YP A T YP B T YP B

T YP CA T YP DB T YP A

T YP B

TYP A

TYP B

Kombigurt

Der Kombigurt bietet die gleichen Sicherheitsvorteile

für spezielle Anforderungen wie die

Kombination Hüft- und Brustgurt bei etwas

verringertem Hängekomfort; dafür ist er leichter

und ohne Zusatzausrüstung anzulegen

und kann mit seinem grossen Verstellbereich

für alle Einsatzbereiche verwendet werden.

Besonders für Klettersteige, wo nur selten

Stürze drohen aber dann oft unkontrolliert

verlaufen, und im Verleih sind Kombigurte

praktisch.

Bergsteigen, Hängen mit schwerem

Rucksack, Übergewichtige, Klettersteige

Anfänger, Eistouren

sehr gut geeignet

geeignet

bedingt geeignet

nicht geeignet

Gurte, Typen

Kinderkombigurt

“Kleinkörpergurte” sind laut Norm bis 40 Kilo

Körpergewicht zugelassen; dadurch können

schmalere Bänder verwendet werden, was

den Jungbergsteigern Gewicht spart und den

Komfort verbessert. Der voll verstellbare Gurt

ist der kindlichen Anatomie angepasst und

wächst über das ganze Kindesalter mit. Der

Mammut Kinderkombigurt hat zudem gepolsterte

Beinschlaufen für optimalen Spass am

grossen Spiel Klettern und Bergsteigen.

Kinder (bis ca. 12 Jahre)

Gurte, Typen

14 · 15

Gurte, Typen

K A U F H I L F E


W O R AU F M U S S I C H B E I M K AU F AC H T E N

Egal für welches Modell Sie sich entscheiden: Ein Mammut Gurt bietet geprüfte Sicherheit.

Doch über langfristige Zufriedenheit entscheidet neben der Wahl des angemessenen Modells

auch die richtige Grösse und die individuelle Passform. Nehmen Sie sich deshalb Zeit beim

Kauf.

Einsatzgebiet

Wählen Sie Ihren Gurt passend zu den alpinen

Disziplinen, für die Sie ihn brauchen. Tipps

dazu finden Sie im vorhergehenden Kapitel

>S.12. Setzen Sie dabei die Prioritäten richtig:

Bequeme Polster können auf Hochtouren,

wo man praktisch nie frei hängt, eher lästig

sein und beim Gehen stören.


Die Beinschlaufen der

Klettergurte dürfen nicht

zu eng und nicht zu weit

sitzen.

Hängetest

Wenn in Ihrer Disziplin freies Hängen möglich

oder nötig ist, sollten Sie Passform und

Komfort bei einem Hängetest beurteilen, den

gute Fachgeschäfte anbieten.

Lesen Sie vor dem ersten Einsatz die Gebrauchsanweisung

und machen Sie sich mit

den Schnallen und sonstigen Features des

Gurtes vertraut.


Individuelle Passform

und Tragkomfort zeigen

sich besser beim

Hängetest.


Grösse

Ganz grob lassen sich Gurt- und Kleidergrösse

vergleichen. Die Tabelle auf dieser Seite informiert

Sie, welche Körpermasse in etwa den

Grössen XS bis XL entsprechen. Freilich kann

die Grösse je nach Gurtmodell etwas variieren.

Probieren Sie deshalb Ihren Gurt unbedingt

an, am besten mit der Bekleidung,

die Sie auch beim Sport tragen. Zwischen

Oberschenkel und Beinschlaufen sollte gerade

eine flache Hand passen.

45

45

XS

XS

50

S

S

55

M XL

65 70 75 80 85 90 95 100

50

M

L

S L

55

XS M

60

60

L

XL


65

65

XL

70

70

Grössenabstufung [cm]

der Mammut Hüftgurte

mit verstellbaren und

fixen Beinschlaufen.

16 · 17

K A U F H I L F E


T I P P S AU S D E R P R A X I S

Eigentlich sind Klettergurte unproblematische

Ausrüstungsgegenstände, einfach zu

bedienen und hundertprozentig sicher. Aber:

Am Gurt hängt Ihr Leben. Achten Sie deshalb

immer auf die exakt richtige Handhabung.

Ein paar Sicherheits-Routinen helfen Ihnen,

Fehler zu vermeiden.


Gurtband muss zurück

geschlauft werden, auf

genügend Restband

achten.

››

Korrektes Anseilen

durch Hüftband und

Beinschlaufensteg.

›››

Vor dem Losklettern

immer gegenseitig

kontrollieren

– Vieraugenprinzip.

Schnallenkontrolle

Prüfen Sie beim Anziehen alle Schnallen auf

korrekten Verschluss. Rückfädelschnallen

sind erst sicher, wenn das Gurtband wieder

zurückgefädelt wurde. Ein “Danger Stamping”

warnt bei Mammut Gurten, falls das einmal

vergessen wurde. Verschlussbänder müssen,

wie die Seilenden bei Knoten, ausreichend

weit aus der Schnalle heraus ragen.

Bei allen Mammut Gurten zeigt eine Naht in

Kontrastfarbe an, ob die Sicherheitsreserve

genügt. Prüfen Sie verstellbare Beinschlaufen

gelegentlich auf korrekten Sitz.


Einbinden

Binden Sie sich immer direkt mit dem Seil ein,

nicht mit Karabinern, die einen Unsicherheitsfaktor

ins System bringen würden.

Fädeln Sie das Seil durch die beiden Schlaufen

am Hüftband und am Beinschlaufensteg. Das

bietet Redundanz durch zwei Schlaufen und

Handhabungsvorteile, etwa durch günstigere

Hängeposition beim Ausbouldern. Gegen

das Durchscheuern des Beinschlaufenstegs

hat Mammut den Protector >S.6 entwickelt.

Die «Anseilschlaufe» hält zwar laut Norm

15 kN, verliert aber durch Scheuern und

Alterung an Festigkeit; und ihr Versagen

wäre fatal. Zum Einhängen des Abseil- oder

Sicherungsgerätes wird sie natürlich verwendet;

prüfen Sie gelegentlich die Nähte auf

Scheuerstellen und ersetzen Sie den Gurt bei

Verschleiss frühzeitig.

Partnercheck

Stress und Gedränge (Kletterhalle) und

Routine sind die grössten Gefahren für Fehler

beim Einbinden oder Einlegen der Sicherung.

Es gab schon tödliche Abstürze, weil sich

Kletterer in die Materialschlaufe eingebunden

haben. Dagegen hilft der routinemässige

Partnercheck. Nehmen Sie sich eine halbe

Minute Zeit für die Kontrolle an sich selbst

und am Partner: Alle Schnallen geschlossen?

Richtig eingebunden? Knoten straff zugezogen?

Sicherungsgerät richtig eingehängt?

Richtige Seilführung? Verschluss gesichert?

Viel Vergnügen!

Beobachten Sie Ihren Partner gelegentlich auf

ständig aufmerksames und korrektes Sichern.

Vertrauen ist gut…

18 · 19

H A N D H A B U N G

LE X I KO N


ST U R Z T R A I N I N G

Wie weit Sie auch fallen: Ein Mammut

Gurt lässt Sie nicht im Stich. Aber Stürzen

will gelernt sein. Üben Sie die richtige

«Sturztechnik» in Halle oder Klettergarten,

damit Sie ohne Sturzangst volle Leistung

bringen können und im Ernstfall automatisch

richtig reagieren.


Lernen Sie stürzen bei

optimalen Bedingungen.

››

Die Körperhaltung beim

Stürzen ist entscheidend.

›››

So fangen Sie als

Sicherer die Sturzenergie

ab.

Vorbereitung

Wählen Sie zum Sturztraining einen möglichst

ruhigen, angenehmen Ort mit reichlich

Platz für den Sicherungspartner und soliden

Sicherungspunkten (Halle, Klebebohrhaken).

Für die ersten Sturzversuche brauchen Sie

«sturzfreundliches» Gelände: senkrecht oder

leicht überhängend ohne Anprallgefahr. Halten

Sie beim Stürzen genug Abstand vom

Boden und dosieren Sie die Sturzhöhe vorsichtig

(es geht immer weiter runter als man

denkt); Haken auf Fusshöhe ist schon sehr

viel.


Sturztraining

Stossen Sie sich mit allen Vieren ganz sanft

von der Wand ab; so, dass Sie nicht entlangrutschen,

aber auch nicht im grossen Bogen

dagegenknallen; die Dosierung können Sie

zuerst im Toprope (mit etwas Schlappseil

abspringen) üben. Achten Sie auf die richtige

«Flughaltung»: aufrecht, Bauchmuskeln angespannt,

leichter Katzenbuckel, Beine leicht

gespreizt nach vorne, Knie leicht gebeugt,

beide Hände halten das Seil beim Einbindeknoten.

Im Bremsmoment lösen sich die

Hände vom Seil und der Anprall an der Wand

wird mit allen Vieren gleichmässig abgefangen.

Sicherungstraining

Für den Partner ist das Sturztraining gleichzeitig

Sicherungstraining: Durch «weiches

Sichern» reduziert er die Wucht des Anpralls.

Dazu geht er in leichte Kauerstellung und richtet

sich beim Halten des Sturzes auf; deutlich

schwerere Sicherungspartner müssen aktiv

in die Höhe springen. Für deutlich leichtere

Sicherungspartner (ab ca. 20 kg Unterschied)

empfiehlt sich eine Selbstsicherung, möglichst

etwas von der Wand entfernt.

20 · 21

H A N D H A B U N G


L E B E N S D AU E R – W A N N E R S E T Z E N

Gurte gehören zu den robustesten Ausrüstungsteilen beim Klettern, doch auch ihre Lebensdauer

ist nicht unbegrenzt. Wer die Schwachstellen seines Gurtes regelmässig im Auge behält, kann

ihn aussondern bevor es zu spät ist.

Gurte altern nach ähnlichen Gesetzmässigkeiten

wie Seile, da sie aus dem gleichen

Material gefertigt werden. Freilich sind

Gurte grosszügig dimensioniert und müssen

nicht, wie Seile, dynamische Arbeit verrichten.

Auch die unkalkulierbare Gefahr von

Scharfkantenstürzen betrifft Gurte nicht.

Dennoch sollten Sie aus Sicherheitsgründen

Ihren Gurt nach einer gewissen Zeit austauschen;

die nebenstehende Tabelle gibt dafür

ungefähre Richtwerte, die natürlich von der

Gebrauchsintensität abhängen. So leidet beispielsweise

ein Gurt in Granit-Kaminen mehr

als in Überhängen.

Anhaltswerte für die Gebrauchsdauer des

Klettergurts liefert die folgende Tabelle:

Verwendungshäufigkeit Ungefähre Lebensdauer

Nie benutzt maximal 10 Jahre

Selten benutzt: ein oder zweimal im Jahr bis zu 7 Jahre

Gelegentlich benutzt: einmal pro Monat bis zu 5 Jahre

Regelmässig benutzt: mehrmals im Monat bis zu 3 Jahre

Häufig benutzt: jede Woche bis zu 1 Jahr

Ständig benutzt: fast täglich weniger als 1 Jahr

Kontrollieren Sie darüber hinaus gelegentlich

und auf jeden Fall nach einem grösseren

Sturz alle Nähte und besonders die

Problemzonen auf Scheuer- oder sonstige

Schäden. Besonders stark beansprucht

wird der Beinschlaufensteg. Ist dieser, die

Anseilschlaufe oder eine tragende Naht angegriffen,

wird es Zeit für einen Wechsel. Da am

Gurt das Leben hängt, gilt die Maxime: Im

Zweifel lieber etwas zu früh als zu spät.


W E LC H E N O R M E N G I B T E S

Selbstverständlich erfüllen alle Mammut Gurte die vorgeschriebene Euro-Norm EN 12277 und

die darüber hinausgehende UIAA-Norm für Anseilgurte. Unser Qualitätsmanagement nach ISO

9001 garantiert gleichbleibend hohe Produktionsstandards. Das heisst: Auf Mammut Gurte ist

Verlass in jeder nur denkbaren Situation im Fels oder Eis. Ein Blick hinter die Kulissen der Norm

zeigt die Praxisrelevanz der Tests.

EN

Die Euro-Normen werden speziell auf die zu

normenden Produkte zugeschnitten. Deshalb

wird das Zeichen immer zusammen mit der

Nummer der Norm verwendet (für Klettergurte

also EN 12277). Produkte, die das EU-Normzeichen

tragen, erfüllen die Sicherheitsanforderungen

und müssen eine Baumusterprüfung

durch eine notifizierte Prüfstelle bestanden

haben.

UIAA

EN 12277

Dieses Zeichen erhalten Produkte, welche die

Normforderungen der UIAA erfüllen. Die UIAA,

der internationale Alpenvereinsverband,

ist seit Jahrzehnten Vorreiter und Pionier

in der Entwicklung praxisgerechter Normen.

Deshalb sind die UIAA-Normen meist etwas

strenger als die Euronormen. Alle Mammut

Klettergurte erfüllen die aktuellsten UIAA-

Anforderungen.

CE-Konformitätszeichen

Dieses Zeichen bringt der Hersteller in Eigenverantwortung

an; es ist kein Qualitätszeichen,

sondern eher eine Art Reisepass für das

Produkt innerhalb der EU. Es besagt, dass die

EN-Normen zur Produktesicherheit eingehalten

werden und das Produkt zertifiziert ist.

Die Zahl nach dem CE-Symbol kennzeichnet

die Zertifizierungsstelle (z.B. CE 0123 für TÜV

München).

ISO

In der ISO (International Organization for

Standardization) sind weltweit nationale

normgebende Organisationen zusammengeschlossen.

Die ISO-Norm 9001 definiert

abteilungsübergreifend für alle Prozesse

Regeln zum Qualitätsmanagement. Sie sichern

gleichbleibende Qualität von Produkten und

Services. Die Zertifizierung übernimmt eine

externe Stelle, beispielsweise der TÜV.

22 · 23

N O R M E N


W I E W I R D G E T E ST E T

Was genau und wie wird getestet – und was

bedeuten die Ergebnisse für die Praxisleistung

des Klettergurts?

Zug nach oben

oundw 03-07-2004

Dieser Test in der Standard-Belastungssituation

ist die wohl wichtigste Prüfung der

Norm. Ein Dummy mit dem Gurt wird in aufrechter

«Kopf-oben»-Position fixiert, das Seil

nach Norm eingebunden, dann wird der Gurt

mit einer Kraft von 15 kN (bei Kindergurten

10 kN) statisch belastet. Dabei dürfen keine

Kraft tragenden Teile vollständig brechen,

Schnallen dürfen sich höchstens um 20 mm

verschieben (wegen dieses Schlupfs ist eine

Mindest-Restlänge der Gurtbänder notwendig).

Die Prüflast von 15 kN enthält eine

grosse Sicherheitsreserve, denn laut Norm

darf der maximale Fangstoss eines Seiles

nicht über 12 kN hinausgehen, und bei dynamisch

gebremsten Stürzen wirken etwa 2,5

bis 3,5 kN auf den Körper. Das heisst: Bevor

der Gurt reisst, bricht das Kreuz.

NEIGUNG NEIGUNG TEMPERATUR

TEMPERATUR FLÄCHE

°

oundw 03-07-2004

°

° C

OBERFLÄCHE

Zug nach unten

mm 2

° C

OBERFLÄCHE FLÄCHE

mm 2

Für diesen Test wird der Dummy in «Kopfoben»-Stellung

eingespannt und mit 10 kN

(Kindergurte 7 kN) nach unten belastet. Auch

dabei müssen alle tragenden Teile intakt

bleiben; ausserdem darf der Dummy nicht

aus dem Gurt herausrutschen. Das heisst:

Auch ein Kopfsprung hält zumindest der Gurt

ohne Probleme. In der Praxis sollten natürlich

Stürze kopfvoran möglichst vermieden werden.

Praxistipp: Im gestuften Gelände, wo die

Aufprall- und Umdrehgefahr besonders gross

ist, mehr Zwischensicherungen legen!

FL

FL


FLÄCHE

mm 2

FLÄCHE

mm 2

Gurtbandbreite

oundw 03-07-2004

NEIGUNG DRUCK

TEMPERATUR FLÄCHE

DRUCK

mm

Alle mit dem Körper in Kontakt stehenden

Bauteile müssen aufgrund der teils explosiven

Krafteinleitung eine Mindestbreite aufweisen.

Diese ist für Hüft- und Beingurte

unterschiedlich. Die Mindestbreiten sind

nötig, damit beispielsweise die Oberschenkel

durch die Beinschlaufen beim Sturz nicht

unangenehm eingeschnürt oder gar verletzt

werden können.

°

° C

OBERFLÄCHE

Anseilschlaufe

mm 2

FLÄCHE

mm 2

Die Reissfestigkeit der Anseilschlaufe wird

separat getestet. Die geforderten Werte, die

denen der «Zug-nach-oben»-Belastung entsprechen

(15 kN, Kindergurte 10 kN), sind

für jede Praxisbelastung weit ausreichend.

Dennoch empfehlen wir, das Seil nicht in die

Anseilschlaufe einzubinden, sondern direkt

in Hüftschlaufe und Beinschlaufensteg. Das

bringt durch Redundanz mehr Sicherheit beim

Sturz und vermeidet Scheuerschäden an der

Anseilschlaufe, die man ja zur Aufhängung

des Abseil- oder Sicherungsgerätes braucht.

mm

24 · 25

N O R M E N


W I E W I R D E I N K L E T T E R G U R T H E R G E ST E L LT

Der Klettergurt besteht aus bis zu 45 Einzelteilen.

Die perfekte Verarbeitung gehört

neben dem Schnittmuster zu den Erfolgsgeheimnissen

eines Klettergurts. Alle

Mammut Klettergurte werden komplett von

Hand gefertigt.

1. Weben

Auf speziellen Schmalband-Webautomaten

werden die hochtechnischen Bandkonstruktionen

gewoben. Mittels computergesteuertem

Fadenspannungs-Wächter wird das hohe

Qualitätsniveau garantiert.

2. Stanzen der Polsterteile

Auf einer schweren Stanzmaschine werden

alle Polsterteile eines Gurtes genau und sauber

ausgeschnitten.

3. Einfassen der Polsterteile

Auf einer Spezialmaschine werden die zuvor

gestanzten Polsterteile mit einem hautfreundlichen

Band eingefasst.

4. Computergesteuerte Nähautomaten

Alle sicherheitsrelevanten Nähte bei Klettergurten

werden auf computergesteuerten

Nähautomaten gefertigt. Hierdurch können

Stichanzahl, Fadenspannung und Nahtbild

genauestens kontrolliert werden.

1

2

3

4


5. Einnähen der Verschlussschnalle

Nachdem das Gurtband auf seine Länge abgelängt

wurde, wird die Verschlussschnalle von

Hand eingenäht.

6. Vernähen der Einzelteile

Mit speziellen Nähmaschinen und abriebfesten

Spezialfäden werden die Gurtteile von

Hand zur fertigen Hüftgurtkonstruktion vernäht.

Features wie Materialtragschlaufen und

Schnallensystem angebracht.

7. Qualitätskontrolle Näherei

Qualitätsprüfer kontrollieren Fadenspannung,

Nahtbild und korrekten Sitz aller Features.

Erfüllen diese die strengen Prüfkriterien nicht,

wird der Gurt aussortiert.

8. Qualitätskontrolle Normanforderung

Auf dem hauseigenen Prüfstand werden von

jeder Produktionsserie eine zufällig ausgewählte,

festgelegte Anzahl an Gurten nach

der gültigen EN Norm 12277 geprüft.

9. Verpacken und Etikettieren

Nach der Schlusskontrolle, Etikettierung und

Verpackung tritt der Gurt seine Reise an – wir

haben ihm all unser Know-how und unsere

handwerkliche Leidenschaft mitgegeben.

5

6

7

8

9

26 · 27

P RO D U K T I O N


L E X I KO N

B

Beinschlaufen S. 5

Beinschlaufenverbindung S. 6

Brustgurt S. 14

D

Drop Seat Schnalle S. 7

E

Einfassband (tragendes) S. 8

G

Grösse S. 17

Gurttypen S. 5

H

Hängetest S. 16

Hüftgurt S. 14

K

Kinderkombigurt S. 15

Klickschnalle S. 9

Kombigurt S. 15

L

Lebensdauer S. 22

M

Materialtragschlaufen

(asymmetrische) S. 7

N

Normen (EN, CE, UIAA, ISO) S. 23

P

Protector S. 6

R

Rüchfädelmarkierung S. 7

Rückfädelschnalle S. 9

S

Sandwich Polsterung S. 8

Slide Bloc Schnalle S. 9

Sturzenergie S. 3

T

Thermofixierte Bänder S. 7

V

Verschlusssysteme S. 5

Mammut

Mammut Sports Group AG

Industriestrasse Birren

Postfach

5703 Seon

Switzerland

e-mail info@mammut.ch

Internet www.mammut.ch

© Mammut, Switzerland

Art.-Nr. 2030546

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