Infektionsschutz in Rheinland-Pfalz - Barmherzige Brüder Trier e. V.

bb.trier.de

Infektionsschutz in Rheinland-Pfalz - Barmherzige Brüder Trier e. V.

Marsberg

„Umbundo“ in Marsberg Seite 17

Montabaur

Neues Magen-Darm-Zentrum

in Montabaur Seite 19

Schönfelderhof

Stabswechsel auf dem „Hof“

Seite 30

Saffig

Bewohner freuen sich

auf Fertigstellung

Seite 27

Katholisches Klinikum Koblenz

startet größtes Bauprojekt seit

dem Neubau · Seite 14

Forum

Trier

magazin des Barmherzige Brüder Trier e.V.

Infektionsschutz

in Rheinland-Pfalz

Ministerin Malu Dreyer eröffnet

neue Infektionsstation in Trier

Seite 32

16. Jahrgang | nr. 1/2006 | g 25203


Liebe Leserin,

lieber Leser,

im vergangenen Jahr

hat sich die FORUM-

Redaktion intensiv mit

den Möglichkeiten der

Weiterentwicklung unseres

BBT-Magazins beschäftgt.

Das Ergebnis

halten Sie mit dieser

ersten FORUM-Ausgabe

des Jahres 2006 nun in

Ihren Händen. Bunter,

unterhaltsamer, hintergründiger,

informativer

und kurzweiliger sollte es zugehen – und doch das

bewährte Konzept weitergeführt werden.

Mehr als bisher möchte FORUM Themen und

Ideen aufgreifen, die uns bei der Umsetzung unseres

gemeinsamen Auftrages bewegen. Dazu gehört auch,

Hintergrundbeiträgen zu Gesundheits- und Sozialthemen

mehr Raum zu geben und Ihnen als Leserinnen

und Leser manch neue Entwicklung im Gesundheits-

und Sozialwesen näher zu bringen. Das alles wird uns

natürlich nicht mit der ersten Ausgabe auf einmal gelingen.

Doch mit einem neuen Layout und einer überarbeiteten

Struktur ist ein erster Schritt getan.

Neben den vielen Redakteurinnen und Redakteuren,

die in den vergangenen Jahren Verantwortung für

FORUM übernommen haben, möchten wir einen

Namen besonderes hervorheben: Klemens Lummer

hat 15 Jahre lang Redaktion und Herausgeber als

Grafiker begleitet. Er hat einen Grundstein gelegt,

auf dem sich FORUM von der Mitarbeiter-Zeitschrift

zu einem BBT-Magazin entwickeln konnte. Für seine

kompetente und freundliche Unterstützung gilt ihm

ein ganz besonderer Dank!

Mit dieser FORUM-Ausgabe übernimmt Christoph

de Haar die Aufgabe des art directors von

FORUM. Gemeinsam mit der Redaktion gilt es nun,

die Ideen mit Inhalten zu füllen. Ob uns das gelingt

und was wir noch bedenken sollten, hängt dabei wesentlich

von Ihrem Urteil ab. Also: Nicht lange zögern!

Schreiben Sie uns Ihre Meinung und Anregungen

und schnell eine e-Mail an forum@bb-trier.de.

Ihnen eine gute Lektüre wünscht

Bruder Alfons-Maria Michels

2

Editorial

1/06

News & Facts

Caritas-Krankenhaus

Bad Mergent heim

ab April 2006 unter

neuer Trägerschaft

Barmherzige Brüder

Trier e. V. wird

mehrheitsgesellschafter 5

Gemeinschaftskrankenhaus Bonn

Ausgabe 1/2006

News & Facts

Aktuelle Meldungen .................................................... S. 4-7, 24, 37

Barmherzige Brüder von Maria-Hilf

Auf dem „Lebens-Weg“ von Peter Friedhofen in Weitersburg • Gottesdienst

beschließt Jubiläumsjahr „20 Jahre Seligsprechung“ • Barmherzige

Brüder von Maria-Hilf vereinfachen Leitungsstruktur ....... S. 8

Weltweit

Ein Land will gesund werden ........................................................... S. 9

Gemeinschaftskrankenhaus Bonn

Schade, dass solche Häuser heute keine Chance mehr haben • Gefäß tag

am Gemeinschaftskrankenhaus Bonn – ein voller Erfolg! • Gemeinschaftskrankenhaus

Bonn für gute Arbeit ausgezeichnet ...........S. 10-13

Katholisches Klinikum Koblenz

Es wird gebaut in Koblenz • Aus zwei mach eins • Seit 25 Jahren

in Bewegung • Spende für Kongo ............................................ S. 14-16

St. Marien-Hospital Marsberg

„Umbundo“ in Marsberg • kurz und knapp ................................ S. 17


Katholisches Klinikum Koblenz

Schade, dass solche

Häuser heute keine

Chance mehr haben

Bonner st. Johanneshospital

endgültig

geschlossen

10

Krankenhaus der Barmherzigen

Brüder Montabaur

Belegarztwechsel in der HNO • Neues Zentrum für

über 800 Patienten • kurz und knapp ..................................... S. 18-19

Brüderkrankenhaus

St. Josef Paderborn

Neue Strategien im Bereich Gastroenterologie und Pneumologie •

Hohe Qualität im Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn: Zertifizierung

geschafft • Chefarzt greift zu Hammer und Säge •

Ausbau der Sektion Thoraxchirurgie im Brüderkrankenhaus

St. Josef Paderborn ..................................................................... S. 22-25

Barmherzige Brüder Rilchingen

Der Jakobs-Pilgerweg führt durch die Einrichtung

der Barmherzigen Brüder in Rilchingen ....................................... S. 26

Barmherzige Brüder Saffig

Um- und Neubau im Altenheim Münstermaifeld •

Bruder Vitalis Klur verabschiedet • kurz und gut .................... S. 27-28

Es wird gebaut

in Koblenz

das Katholische

Klinikum startet das

größte Bauprojekt in

der geschichte des

marienhofes seit dem

neubau

14

Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier

1/06

Inhalt

Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier wird

Europäisches Referenzentrum von Philips

enge Partnerschaft für optimale gesundheitsversorgung 35

Barmherzige Brüder

Schönfelderhof

Effektive Notfallintervention • Wechsel: Neuer Hausoberer auf

dem Schönfelderhof • Das Faulenzerlied, der Kylltal-Blues &

ein Fideiteller ............................................................................. S. 29-31

Krankenhaus der

Barmherzigen Brüder Trier

Sicherer Infektionsschutz in Trier • Pflegepersonal im

Kurs für Diabetes-Beauftragte • Aktionstag Schlaganfall •

Kranken haus der Barmherzigen Brüder Trier wird

Europäisches Referenz zentrum von Philips ............................. S. 32-36

Momentmal ........................................................ S. 20-21

Service

Buchtipp • CD-Tipp •

Fortbildungsveranstaltungen 2006 • Rätsel ............................ S. 38-40

Impressum ........................................................................................ S. 7

3


News & Facts

Günter Mosen tritt für stärkere Förderung der beruflichen

Integration behinderter Menschen ein

Der Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD unterstützt

die Forderungen der Länderregierungen und Kostenträger,

die Zahl der 250.000 Beschäftigten in den Werkstätten zu

reduzieren. Dafür stehen die Vermittlungen auf den allgemeinen

Arbeitsmarkt im Vordergrund. Dazu erklärte der Vorsitzende der

Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e. V.

und BBT-Vorstandsmitglied Günter Mosen am 16. November 2005 vor

ehrenamtlichen Fachleuten:

„Die BAG:WfbM hofft, dass das Ziel des Koalitionsvertrags, die berufliche

Integration zu fördern, auch dazu führt, die berufliche Bildung

in den Werkstätten für behinderte Menschen auszuweiten – beispielsweise

durch ein drittes Ausbildungsjahr im Berufsbildungsbereich. Die

BAG:WfbM unterstützt nachhaltig die Anstrengungen der Bundes- und

Landesregierungen, entsprechend qualifizierte und vorbereitete Beschäftigte

ins Erwerbsleben zu führen.

Die BAG:WfbM bietet sich der Regierung erneut an, gemeinsam

nach Wegen zu suchen, wie die Teilhabesituation auch für die über

190.000 schwerbehinderten Arbeitslosen verbessert werden kann.

Dr. Heinrich Lippert: Neuer Leiter der Stabsstelle

Personalmanagement beim BBT e. V. in Koblenz

Seit 9. Januar 2006 leitet der 1955 geborene

Niederrheiner die neue Stabsstelle in der

Koblenzer Zentrale des BBT e. V. Lippert war

nach seinem erziehungs- und sozialwissenschaftlichen

Studium u. a. als Bildungs- und Personalreferent

für verschiedene Interessensverbände der Wirtschaft

und des Krankenhauswesens tätig. Als

Abteilungsleiter verantwortete Lippert den Bereich

der strategischen Personalentwicklung eines großen

Bankhauses und leitete zuletzt als Senior-Berater,

Projektleiter und Trainer den Aufbau des neuen

4 1/06

dr. heinrich Lippert

Bruder Peter Berg als Mitglied des

Diözesan-Vorstandes des Caritasverbandes

für die Diözese Trier gewählt

In seiner konstituierenden Sitzung

am 11. November 2005

hat der 5. Diözesancaritasrat

das BBT-Vorstandsmitglied und

Hausoberen des Krankenhauses der

Barmherzigen Brüder Trier, Bruder

Peter Berg, mit sehr großer Mehrheit

in den 5. Diözesan-Vorstand des Caritasverbandes

für die Diözese Trier

gewählt.

Bild: oppitz, Kna-Bild

Foto: Thomas schäfers

Bruder Peter Berg

Die BAG:WfbM hält es für richtig,

dass die Bundesregierung vor

dem Hintergrund der demographischen

Entwicklung ein

‚Gesamtkonzept der Betreuung

und Versorgung pflegebedürftiger,

behinderter und alter

Menschen’ entwickeln will und

empfiehlt ihr, die geschichtliche

Verantwortung mit ihrer finanziellen

Verantwortung zu verbin-

Günter Mosen

den – insbesondere gegenüber

denjenigen Menschen, die noch

vor 60 Jahren in Deutschland als unnütz an den Rand gedrängt wurden.

Die BAG:WfbM hält die wachsende Inanspruchnahme der Werkstätten

durch behinderte Menschen für einen sozialpolitischen Erfolg

ersten Ranges und einen Beweis für die Integrationskraft der Einrichtungen.“

Bild: oppitz, Kna-Bild

Geschäftsbereiches Personalmanagement und Personalberatung

eines IT-Unternehmens. Zu seinen

Aufgaben für den BBT e. V. gehört u. a. die Einberufung

und Betreuung des Arbeitskreises Per sonalleiter,

die Konzeption und Weiterentwicklung mo der ner

Instrumente des Per so nalmanagements wie Ziel -

vereinbarungssystem, Per sonalplanung und Personalgewinnung,

sowie Führungskräftenachwuchsentwicklung

und Begleitung von Projekten zur

Personal- und Organisationsentwicklung in den

Einrichtungen.

Ludwig Klarl erneut in den Vorstand

der Krankenhausgesellschaft

Rheinland-Pfalz e. V. berufen

Bild: oppitz, Kna-Bild

Ludwig Klarl

Im Rahmen der ordentlichen

Mitgliederversammlung der

Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz

e. V. am 13. Dezember

2005 wurde Ludwig Klarl, Mitglied

des Geschäftsführenden Vorstandes

Ressort 2, erneut in den Vorstand der

KGRP gewählt. Die Amtsperiode gilt

für die Jahre 2006/2007.


News & Facts

Caritas-Krankenhaus Bad Mergent heim

ab April 2006 unter neuer Trägerschaft

Barmherzige Brüder Trier e. V. wird mehrheitsgesellschafter

Mit der Entscheidung des Diözesancaritasrates

Anfang Dezember

2005 wird der Barmherzige

Brüder Trier e. V. (BBT e. V.) als Mehrheitsgesellschafter

ab 2006 gemeinsam mit dem Caritasverband

der Diözese Rottenburg-Stuttgart

und den Barmherzigen Schwestern vom Heiligen

Vinzenz von Paul die Verantwortung für

das Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim

übernehmen.

Die Entscheidung für den BBT e. V. wurde

von Bischof Dr. Gebhard Fürst und Generalvikar

Dr. Clemens Stroppel damit begründet,

dass der BBT e. V. als „hochmotivierter,

fachlich äußerst qualifizierter und kirchlich

fest verwurzelter Träger“ gut in die caritative

Landschaft der Diözese passe. Bruder Alfons-

Maria Michels, Koordinator und Sprecher des

Geschäftsführenden Vorstandes des BBT e. V.

erklärte, dass diese Entscheidung eine konsequente

Fortführung der bisherigen strategischen

Ausrichtung des Krankenhauses in Bad

Mergentheim sicherstelle. „Angesichts der radikalen

Veränderungen auf dem Gesundheitsmarkt

ist es notwendig, dass gerade die großen

katholischen Träger zusammenrücken, um

das besondere Profil christlich geführter Häuser

in der deutschen Krankenhauslandschaft

zu behaupten“ unterstrich Bruder Alfons-Maria

Michels.

Gelungener Auftakt

Ein erstes Treffen mit den Verantwortlichen des

Caritas-Krankenhauses Bad Mergentheim fand

am 9. Januar 2006 statt. Auf Einladung des Diözesancaritasverbandes

ging es bei diesem Gespräch

um eine gegenseitige Vorstellung sowie

einen ersten Austausch über den vorgesehenen

Einstieg des BBT e.V. „Alle eint ein gemeinsames

Ziel, nämlich die Eigen ständigkeit und das

christliche Profil des Caritas-Krankenhauses zu

erhalten und heute die Entscheidungen zu treffen,

durch die das Haus seinen Versorgungsauftrag

auch in Zukunft optimal erfüllen kann“,

betonte Bruder Alfons-Maria Michel. Darüber,

Fotos: Martin Fuchs, BBT

gemeinsam für die zukunft des „Caritas“: BBT-Vorstandssprecher Br. alfons-maria michels und

diözesancaritasdirektor monsignore Wolfgang Tripp

welche konkreten Entscheidungen hier anstehen,

sei noch nicht gesprochen worden. „Hierfür

ist es auch viel zu früh“, so Bruder Alfons-Maria

Michels, „denn bevor wir aktiv werden können,

wollen wir uns gemeinsam mit den Verantwortlichen

des Hauses ein umfassendes Bild über die

Situation verschaffen und auf dieser Grundlage

die weiteren Schritte vereinbaren.“

Einstieg voraussichtlich ab

April 2006

Der beabsichtigte Einstieg des BBT e. V. als

zukünftiger Mehrheitsgesellschafter erfolgt

voraussichtlich ab April 2006. Auf diesen Termin

verständigten sich abschließend die Verantwortlichen

des Diözesancaritasverbandes

Rottenburg-Stuttgart und des Barmherzige

Brüder Trier e. V. im Rahmen der Vertragsgespräche

Ende Februar 2006. „Dieser Termin

ist realistisch und gibt den verantwortlichen

Gremien der Diözese ausreichend Zeit, die Vertragsunterlagen

zu prüfen und intern abzustimmen“,

erläuterte Diözesancariatsdirektor

Monsignore Wolfgang Tripp. „Besonders freut

uns, dass hierdurch auch die Barmherzigen

Schwestern vom Heiligen Vinzenz von Paul,

gelungener gesprächsauftakt anfang Januar:

(v.l.n.r.) rüdiger Looß (geschäftsführer Caritas-

Krankenhaus), Bruder alfons-maria michels

(BBT Vorstandssprecher), schwester maria

regina (seelsorge), Professor dr. Jürgen

Kult (Ärztlicher direktor), Werner hemmes

(BBT), elvira schneider (Pflegedirektorin), dr.

rainer Brockhoff (Caritasverband), michael

Beck (Verwaltungsleiter), monsignore

Wolfgang Tripp (Caritasverband), helmut Wolf

(mitarbeitervertretung), Ludwig Klarl (BBT)

die bislang die Geschäftsbesorgung für das

Caritas-Krankenhaus übernommen haben,

als weiterer Gesellschafter in die Trägerschaft

treten werden“, ergänzt Bruder Alfons-Maria

Michels den aktuellen Stand der Gespräche.

Die offizielle Unterzeichnung der Verträge ist

für Ende März vorgesehen. Martin Fuchs

1/06

5


News & Facts

Effizienz durch Kooperation: Barmherzige Brüder und

Caritas Trägergesellschaft Trier besiegeln Zusammenarbeit

zusammenführung der ärztlichen abrechnungsstellen beider Krankenhausträger

erfolgte zum 1. Januar 2006

Mit dem Abschluss eines neuen

Gesellschaftervertrages am 21.

Dezember haben zwei große

Krankenhausträger im Bistum Trier eine wegweisende

Zusammenarbeit besiegelt. Durch

die Einbringung ihrer bisher rechtlich unselbstständigen

ärztlichen Abrechnungsstelle

wird der Barmherzige Brüder Trier e. V. (BBT)

Mehrheitsgesellschafter der ABT GmbH, deren

alleiniger Gesellschafter bisher der caritas trägergesellschaft

trier e. V. (ctt) war.

„Durch den Zusammenschluss erhöhen

wir die Effizienz des Mittel- und Personaleinsatzes

und versprechen uns deutliche

Verbesserungen in der Leistungserbringung,

wodurch nicht zuletzt auch Arbeitsplätze

6 1/06

Bild: oppitz, Kna-Bild

Effizienz durch Kooperation

Bruder Pankratius Herzog,

Vorsitzender des BBT-Vorstandes

Glaube

Wo Glaube zur

Seit der Gründung der Kongregation der Barmherzigen

Brüder von Maria-Hilf durch Br. Peter

Friedhofen (1819-1860) im Jahre

1850 erfüllen die Barmherzigen Brüder und

viele Menschen mit ihnen als das „gläubige

Volk Gottes“ und als Teil der katholischen Kirche

ihren Auftrag in der Arbeit und Sorge für

kranke, behinderte und alte

Menschen. Sie alle fühlen

sich verantwortlich für die

zeitgemäße Umsetzung des

Auftrages Jesu, in der bedingungslosen

und aktiven Gottes-

und Nächstenliebe.

Die „Weggemeinschaft Peter

Friedhofen“ möchte die Förderung

und Umsetzung von Idee

und Werk Peter Friedhofens in

Form einer geistlichen „Weg-

gesichert werden können“, erklärte der Vorstandsvorsitzende

des BBT, Bruder Pankratius

Herzog, anlässlich der Beurkundung heute in

Trier. Dr. Günter Merschbächer, Vorstand der

ctt, unterstreicht, dass „mit der Zusammenführung

der beiden Abrechnungsstellen beide

Träger einen zukunftsweisenden Beitrag für

verantwortungsvolles Handeln im Kranken -

haussektor leisten.“ So vermeide man in Zeiten

eines zunehmenden Kostendrucks im Gesundheitswesen

zusätzliche Verwaltungskosten und

profitiere gleichzeitig von den langjährigen

Erfahrungen zweier Träger. Die ABT GmbH

wird künftig mit 35 Mitarbeitenden für 180

Kunden rund 200.000 Rechnungen über ärztliche

Leistungen im Jahr bearbeiten.

Tat wird:

„Weggemeinschaft Peter Friedhofen e. V.“ –

ein angebot für enga gier te Christen

gemeinschaft“ fortführen und richtet sich dabei vor allem

an Christinnen und Christen, die Freude am christlichen

Glauben haben

oder diese neu entdecken

möchten, die mit anderen

gemeinsam Fragen

stellen und Antworten

finden wollen, und die für

sich nach neuen Formen

einer spirituellen Lebensgestaltung

suchen. Dieses

Angebot ist offen für alle,

die einer christlichen Kirche

angehören.

Wer mehr über die

neue „Weggemeinschaft

Peter Friedhofen e. V.“ erfahren möchte, sollte sich mit

Brunhilde Oestermann (Telefon: 0261/496-6312, e-Mail:

b.oestermann@bb-trier.de) in Verbindung setzen.


Reinhard Fett:

Seit 20 Jahren beim BBT e. V.

Reinhard Fett

In eigener Sache

Der Kostendruck im Gesundheitswesen

macht auch vor FORUM nicht

halt. So galt es, bei allen guten

Ideen zur redaktionellen Weiterentwicklung

von FORUM, auch die Herstellungskosten

nicht aus dem Blick zu verlieren. Nach einem

sehr aufwändigen Ausschreibungsverfahren

ABT GmbH: Norbert Theisen ist seit 1.1.

2006 in der ABT GmbH als Prokurist tätig .

BBT e.V.: Dr. Heinrich Lippert ist seit 9.1.

Leiter der Stabstelle Personalmanagement

in Koblenz. Michael Loch ist seit 1.1. als

Trainee beim BBT tätig.

Koblenz: Markus Leineweber, bisher

stellvertretender Hausoberer am Brüderkrankenhaus

Trier, ist seit 1.1. neuer Hausoberer

am Katholischen Klinikum Koblenz. Sein

Bild: privat

4 Chefs, 6 Büros, ca. 9 Notebooks und zwanzig

Jahresabschlüsse – so in etwa könnte eine

erste Bilanz von Reinhard Fett, Leiter der

Stabsstelle Betriebswirtschaftliches Controlling,

lauten. Fett, der am 11. November 1985

als Praktikant in der damaligen Abteilung

Kostenrechnung beim BBT e. V. antrat, entwickelte

sich schon bald zum gewieften Gruppenleiter

(1986) und Abteilungsleiter (1998)

„Kostenrechnung“. Seit 1. Januar 1991 leitet

der passionierte Nichtraucher das Referat

Betriebswirtschaft, das heute als Stabsstelle

haben wir zwar unser Ziel, dass FORUM im

neuen Gewand um keinen Cent teurer als bisher

sein sollte, nicht ganz, aber fast erreicht.

Doch dafür können wir jetzt durchgängig in

Farbe erscheinen und haben ein paar zusätzliche

Gestaltungsmöglichkeiten gewonnen. Wir

sind gespannt, wie Sie das Ergebnis finden!

Zertifizierung Res sort 4 erfolgreich

abgeschlossen

Seit Mai 2004 wurden alle Einrichtungen

des Ressorts 4 im BBT e.V. nach

der DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziert.

Hierzu gehörten insbesondere die Organisationseinheiten:

Geschäftsführender Vorstand

(Ressort 1, Ressort 2 und Ressort 4), die Stabsstellen

Altenhilfe, EDV/IT und Unternehmensentwicklung,

Barmherzige Brüder Saffig (Altenheim

Maria vom Siege, Soziales Zentrum

für Menschen mit Behinderungen, Allgemeine

Personalia im Überblick

Dienste), Barmherzige Brüder Schönfelderhof

(Behindertenhilfe), Barmherzige Brüder

gGmbH Rilchingen (Behinderten- und Altenhilfe).

Die Zertifizierung wurde von der pro

CumCert durchgeführt. Die erste Zertifikatsübergabe

fand am 17. März 2006 in Rilchingen

statt. Weitere Zertifikatsübergaben sind

für den 31. Mai 2006 auf dem Schönfelderhof

und am 7. Juni 2006 in Saffig geplant.

Vorgänger, Karl-Heinz Stolz, leitet heute

die Stabsstelle Organisationsentwicklung am

Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier.

Saffig: Br. Vitalis wurde am 13.1. als

Hausoberer der Barmherzigen Brüder Saffig

verabschiedetet .

Trier: Dr. Michael Mager ist seit 1.1. stellvertretender

Hausoberer am Krankenhaus der

Barmherzigen Brüder Trier.

Zemmer: Br. Linus wurde am 18.1. als

Hausoberer am Schönfelderhof verabschiedet.

Neuer Hausoberer ist Werner Schmitz.

News & Facts

firmiert. Fett (49) ist verheiratet, hat ein Kind

(„alles Mädchen“) und joggt, „wenn ich mal

Zeit habe“, durch seinen Heimatort Mertloch

bei Polch. Sein Motto? „Mensch bleiben“!

Impressum

Herausgeber: Barmherzige Brüder Trier (BBT)

e. V., Trier

Redaktion: Martin Fuchs (Chefredakteur, verantwortlich),

Alfred Klopries (Rilchingen), Corina

Köhler (Montabaur), Hans-Bernd Köster (Bonn),

Heinrich Lake (Marsberg), Otmar Lohner (Saffig),

Michael Mayer (Trier), Frank Mertes (Saffig), Peter

Mossem (Schönfelderhof), Jörg Nagel (Saffig), Thomas

Schäfers (Paderborn), Dr. Harald Stotz (Koblenz),

Eva Thielmann (Koblenz), Andreas Hilgenstock

(Rätsel), Stefanie Kilian (Sekretariat)

Redaktion FORUM, Kardinal-Krementz-Str. 1-5,

56073 Koblenz, Telefon: 0261/496-6464, Fax:

0261/496-6470, e-Mail: forum@bb-trier.de

Artdirektion: Christoph de Haar, ofischer communication

GmbH, Schanzenstr. 7, 51063 Köln

Layout: Christoph de Haar, Ulrike Ludwig

Verlag: Barmherzige Brüder Trier e. V, Kardinal-

Krementz-Str. 1-5, 56073 Koblenz, Telefon: 0261/496

-6464, Fax: 0261/496-6470, e-Mail: forum@bb-trier.de

Erscheinungsweise: viermal jährlich

Redaktionsschluss: 28.2.2006

Bestellungen, Zahlungen, Adressänderungen:

FORUM wird kostenfrei in den Einrichtungen

und Beteiligungsgesellschaften des BBT e. V. ausgelegt.

Auf Wunsch senden wir FORUM auch per Post

zu. Für Bestellungen und Adressänderungen wenden

Sie sich bitte direkt an den Verlag.

Preis: FORUM ist für Mitarbeitende, Patienten und

Bewohner der Einrichtungen und Beteiligungsgesellschaften

des BBT e. V. kostenfrei. Für den Postversand

erbitten wir eine Spende an die Ordensgemeinschaft

der Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf, Spendenkonto

100 3821 bei der Sparkasse Trier (BLZ 585 501

30). Vielen Dank!

Anzeigen: Barmherzige Brüder Trier e. V, Kardinal-

Krementz-Str. 1-5, 56073 Koblenz; Telefon: 0261/496

-6464, Fax: 0261/496-6470, e-Mail: forum@bb-trier.de

Es gilt Anzeigenpreisliste 01/2006 vom 1.1.2006

Druck: Druckerei Bachem, Köln

Gerichtsstand: Trier

Namentlich gekennzeichnete Artikel müssen nicht

die Meinung der Redaktion und des Herausgebers

wiedergeben. Anregungen, Ideen und Vorschläge

für Beiträge sind willkommen! Bitte wenden Sie sich

direkt an die Redaktion Ihrer Einrichtung oder die

Gesamtredaktion in Koblenz.

1/06

7


Auf dem „Lebens-Weg“

von Peter Friedhofen

in Weitersburg

ein spaziergang durch den geburts ort des seligen

Peter Friedhofen am 20. november 2005.

Kalt war es an diesem November-

Sonntag. Doch der Arbeitskreis Heimatgeschichte

wusste durch einen

abwechslungsreichen Rundgang die Kälte

schnell vergessen zu machen. Aufmerksam

verfolgten die ca. 60 Zuhörer die Erklärungen

des Heimatforschers Peter Fischbach, der unterhaltsam

das Interesse auf die verschiedenen

Lebens-Stationen des jungen Peter Friedhofen

lenkte. So führte der Weg vom Peter-Friedhofen-Denkmal

an der Pfarrkirche an der Stelle

vorbei, wo Peter Friedhofen am 19. Februar

1819 geboren wurde; führte weiter über den

Platz an der ehemaligen Kapelle und endete

Gottesdienst beschließt

Jubiläumsjahr „20 Jahre

Seligsprechung“

Mit einem feierlichen Gottesdienst

am Todestag des Seligen

Bruders Peter Friedhofen am

21. Dezember schloss die Brüdergemeinschaft

das Jubiläumsjahr „20 Jahre Seligsprechung“

ab. Einer der Höhepunkte dieses

Jahres bildete das „Peter-Friedhofen-Fest“

am 23. Juni, zu dem über 1.000 Mitarbeitende

aus den Einrichtungen der Barmherzigen

Brüder nach Trier gekommen waren.

8 1/06

Foto: Martin Fuchs

nach gut anderthalb Stunden an dem neuen

Peter-Friedhofen-Gedenkstein, der von dem

aus Weitersburg stammenden Steinmetz Walter

Hähn gespendet wurde.

Das Gedächtnis an das Leben des im Juni

1985 von Papst Johannes Paul II. selig gesprochenen

Ordensgründers ist in Weiterburg lebendig

geblieben. Die Namen der Straßen, der

Plätze und öffentlichen Gebäude sind dabei

nur die äußerlichen Wegmarken. Das Engagement

des Arbeitskreises Heimatgeschichte

und der Weiterburger Bürgerinnen und Bürger

zeigt, das die Erinnerung aus dem Herzen

kommt.

Angesichts der rückläufigen Zahl der

Ordensbrüder (2006: 83 weltweit;

1982: 177 weltweit) hatte das 31.

Generalkapitel der Kongregation beschlossen,

die Ordensstrukturen zu verändern. Infolgedessen

wurden die bisherigen Provinzen und

Regionen, die noch von je eigenen Provinz-

bzw. Regionsobern mit entsprechenden Räten

geleitet wurden, abgeschafft. Die einzelnen

Niederlassungen sind nun direkt dem Generaloberen

und seinem Rat unterstellt. Dies trifft ab

1. April 2006 auch für die Deutsche Provinz zu.

Konkret bedeutet dies, dass Bruder Pankratius

Herzog als bisheriger Provinzial zusammen

mit seinem Rat zum 31. März 2006 abgelöst

wird und auch die deutschen Niederlassungen

dem Generaloberen Bruder Bernward Elsner

und seinem Rat unterstellt werden. Bestehen

bleibt die Rechtsform der Brüder in Deutschland.

Sie nennt sich künftig „Barmherzige

Brüder von Maria-Hilf, Deutschland e.V.“ In

dieser Rechtsform werden auch künftig die

wirtschaftlichen Belange und die Altersversorgung

der Ordensbrüder geregelt. Vorstand

auch ordensbrüder aus Luxemburg und der

schweiz nahmen an der Führung teil.

der gedenkstein erinnert an das erste Klösterchen,

das Peter Friedhofen 1849 gebaut

und 1850 mit einem mitbruder bezogen hat.

Barmherzige Brüder von Maria-Hilf

vereinfachen Leitungsstruktur

Fotos: Martin Fuchs, BBT

dieses Vereins ist zukünftig der Generalobere

zusammen mit dem Generalrat.

Die sozial-caritativen Einrichtungen der

Barmherzigen Brüder wie Krankenhäuser,

Altenheime, Heime für psychisch kranke

Menschen und Werkstätten für behinderte

Menschen bleiben wie bisher in der Rechtsform

des „Barmherzige Brüder Trier e.V.“

Hier gibt es also keine Änderung. Auch der

bisherige Vorsitzende, Bruder Pankratius

Herzog, wurde in seinem Amt als Vorsitzender

bestätigt. Er ist nun nicht mehr Kraft seines

Amtes als Provinzial des Ordens Vorsitzender

des BBT e.V., sondern er wurde vom Generalrat

zum Vorsitzenden des BBT e.V. bestimmt

– und zwar bis zum nächsten Generalkapitel

im November 2007. Durch diese veränderte

Leitungsstruktur wollen die Barmherzigen

Brüder die Ordensverwaltung straffen und

der geringeren Anzahl der Ordensbrüder

Rechnung tragen. Die sozial-caritativen

Werke aber sollen wie bisher zusammen mit

dem Engagement der Brüder fortgeführt

werden.


Ein Land will

gesund werden

Katholisches Klinikum Koblenz spendet

5.000,– euro für diözesanes gesundheits programm

in der demokratischen republik Kongo

In FORUM 3/2005 berichteten wir über das

Engagement des ehemaligen Mitarbeiters

des Brüderkrankenhaus Trier, Wolfgang

Leinen. Seit 2002 unterstützt er als Fachkraft

der Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe

(AGEH) die Urwalddiözese Bokungu-Ikela

beim Wiederaufbau der Gesundheitsversorgung.

Auch das Direktorium des Katholischen

Klinikums Koblenz hat entschieden, diese

Arbeit mit einer großzügigen Spende zu unterstützen.

Was mit dem Geld geschehen wird,

beschreibt Wolfgang Leinen in einem Brief an

seine Freunde und Unterstützer, den wir kurz

vor Weihnachten erhielten:

über vier Jahr lang herrschte Krieg in der

demokratischen republik Kongo. heute hoffen

alt und Jung, dass der Friede beständig ist.

Karl-heinz stolz, hausoberer des Katholischen Kli nikums

Koblenz, und Wolfgang Leinen unterhalten

sich ende 2005 über die Perspektiven einer partnerschaftlichen

zusammenarbeit.

Foto: Wolfgang Leinen

Foto: martin Fuchs

Liebe Freunde und

Unterstützer,

die Tage mit Euch in „Old Europe“ gehen dem

Ende zu. Weihnachten noch in der Familie,

dann zwischen den Jahren

Abflug nach Kinshasa.

Während ich Euch

schreibe, sitze ich im „Franz

von Assisi-Zimmer“ in der

AGEH in Köln. Armut und

Krippe sind ganz nah bei

diesem Heiligen. Und eine

Botschaft: man muss arm

werden, um die Frohe Botschaft

zu verkünden.

Arm sein kann jedoch nicht heißen, heute

nicht zu wissen, ob morgen ewas zu essen da

sein wird. Wie das Schuldgeld bezahlen, woher

die Kleider nehmen, um unter die Leute zu gehen

und sich wie ein Mensch zu fühlen. Für

viele Menschen in Bokungu-Ikela ist es immer

noch so: „nous vivons miraculeusement“

– wir leben wie aus Wunder.

Es ist aber auch nicht alles Stillstand. Gott

sei Dank! Nachdem es mit Eurer Hilfe möglich

war, Hoffnung zu bringen, und in den ersten

drei Jahren die Gesundheitskoordination der

Diözese wieder von „Null“ weg aufzubauen

und in einen vielfältigen Dienst an der Kirche

und der Gesellschaft von Bokungu-Ikela zu

verwandeln, konnten wir Anfang diesen Jahres

drei neue Mitarbeiter in der jetzt 15-köpfigen

Equipe begrüßen. Sie haben ihr Hauptstadtleben

losgelassen und das Abenteuer gewagt,

ohne Telefon, Fernsehen, fließend Wasser,

ohne Internet, Strom, und all die anderen modernen

Errungenschaften heimzukehren und

ihren Leuten zu helfen; ein wichtiges Zeichen

für die lokale Bevölkerung und entsprechend

groß die Freude und die Hoffnung. (…)

Wenn ich wieder zurück ins Projekt gehe,

wird sich meine Rolle verändern. Vor meiner

Abreise hat ein Zweier-Direktorium meine

Arbeit übernommen: ein junger Arzt als Me-

Fast siebenmal so

groß wie deutschland:

die d. r. Kongo in

Äquatorialafrika.

weltweit

Bereits seit 2002 unterstützen die Barmherzigen

Brüder und der BBT e. V. die

Arbeit von Wolfgang Leinen durch die Finanzierung

der Ausbildung von lokalen

Fachkräften. Auch kleine Beträge bewirken

viel: Schon mit 60,– 1 kann das Jahresgehalt

für einen Hilfskrankenpfleger bezahlt

werden. Bitte unterstützen Sie die Diözese

Bokungu-Ikela!

Konto-Nr. 3000075018, Pax-Bank Köln (BLZ

370 601 93), Verwendungszweck: „Gesundheitsversorgung

in Bokungu-Ikela“. Bei

Spenden ab 60,– 1 erhalten Sie automatisch

eine Spendenquittung (bitte Absender

bei der Überweisung nicht vergessen!).

dizinischer Direktor und ein Verwaltungsdirektor.

Nachdem der Bischof

mich vor der Ausreise gebeten hatte,

noch ein Jahr lang die Gesamtverantwortung

zu tragen, werde ich

als Dritter dazu kommen. Da die

Zeit der „Mundele“ (Missionare) zu

Ende geht, sollen die einheimischen

Fachkräfte die Führung und Verantwortung

übernehmen. Ich bin überzeugt, dass

sie dies genauso gut können – und die nötige

Unterstützung ist ja dank Euch und vielen

Menschen guten Willens vorhanden. (…)

Dringend ist eine Arbeit mit Erwachsenen

zur AIDS-Prävention, bei der wir angesichts

äußerst begrenzter Mittel in den Kinderschuhen

stecken. Auch hier gibt es Zeichen am Himmel.

Mit den sehr großzügigen Spenden, die wir in

Deutschland erhalten haben, können wir hier

ein gutes Programm entwickeln. Die nächsten

Monate wird es darum gehen, die zurückliegende

Zeit und die Erfahrungen in Bokungu

auszuwerten, um dann nach vorne zu planen

und zu gehen. Im Januar steht erst mal die

Multiplikatorenschulung im Rahmen des dreijährigen

„Santé pour tous-Médecine avec des

ressources locales“-Programms auf dem Plan,

in Ikela, Bokungu und einem weiteren Standort,

gemeinsam mit Anamed-Congo. Danach

gilt es auch hier Bilanz zu ziehen und die Fortsetzung

zu planen, wobei der Verankerung im

Alltäglichen eine grosse Bedeutung zukommt.

Alle unsere Interventionen führen wir natürlich

auf der Basis „Hilfe zur Selbsthilfe“ durch.

Euch allen ein gesegnetes Fest der Menschwerdung

und der Kindschaft Gottes, Nzambe

azala na biso Wolfgang Leinen

1/06

9


Gemeinschaftskrankenhaus Bonn

St. Elisabeth · St. Petrus · St. Johannes gGmbH

dass solche Häuser heute

„Schade,

keine Chance mehr haben“

gemeinschaftskrankenhaus st. elisabeth/st. Petrus/st. Johan nes:

standort st. Johannes-hospital endgültig geschlossen –

mitarbeiter arbeiten zukünftig in den häusern st. elisabeth und st. Petrus

10 1/06

Das war schon eine irgendwie gespenstische

Atmosphäre so kurz vor Weihnachten im

Bonner St. Johannes-Hospital: Die meisten

Patientenzimmer waren ausgeräumt, in einigen wenigen

lagen einzelne Patienten mit gepackten Taschen

und warteten darauf, abgeholt zu werden. Die Cafeteria

hatte zwar geöffnet, aber niemand wollte einen Kaffee

trinken. Die letzten Süßigkeiten und Toilettenartikel

wurden zum halben Preis angeboten, wie auf einem

an die Vitrine geklebten Zettel zu lesen war; leere Flure,

eine ruhige Ambulanz, die Stühle in den Wartebereichen

unbesetzt. Und die Ärzte und Pflegekräfte packten

Umzugskisten. Seit 156 Jahren wurden im ältesten

und zugleich kleinsten Krankenhaus Bonns, das seit

April 2002 zum Gemeinschaftskrankenhaus St. Elisabeth/St.

Petrus gehört, Patienten behandelt und Kranke

gepflegt. Die Landesregierung hatte im September mit

dem Feststellungsbescheid verfügt, dass die Einrichtung

geschlossen werden muss. Dem kam das Gemein-

schaftskrankenhaus jetzt unmittelbar vor Weihnachten

schweren Herzens nach.

Für die Mitarbeiter ist das ein schmerzlicher Einschnitt.

Waren viele von ihnen doch Jahrzehnte im Haus

tätig, wie zum Beispiel Matthias Ruppert, der Leiter der

Intensivstation, der seit 18 Jahren dem St. Johannes-

Hospital angehört. „Wir waren ein eingespieltes Team

und hatten nur eine geringe Fluktuation. Mit 80 Prozent

meiner Kollegen arbeite ich schon jahrelang in der

Abteilung zusammen“, berichtet er. „Es ist schade, dass

das jetzt vorbei ist.“ Vor allem seit sich das Ende so deutlich

abzeichnete, sei es jeden Tag schwieriger geworden,

zur Arbeit zu kommen. Und am heutigen Tag räumen

er und sein Team – auch die, die eigentlich dienstfrei

haben – die zahlreichen Schubladen und Schränke aus

und packen alles in Umzugskartons. An einer Wand

stapeln sich schon über hundert Kisten, und es werden

immer mehr. „Ein Patient, der beatmet werden muss,

liegt noch bei uns“, so Ruppert. Die Intensivschwester


Bettina Aljija versorgt den Patienten, immer wieder geht

sie in den Raum mit dem letzten funktionsfähigen Intensivplatz.

„Er wird heute Mittag abgeholt und auf die

Intensivstation des Hauses St. Elisabeth gebracht“, sagt

Ruppert.

Alle Mitarbeiter werden weiter

beschäftigt

„Heute morgen hatten wir noch 20 Patienten“, so der

Krankenhausobere Christoph Bremekamp. „Davon

wurden acht nach Hause entlassen, einer geht in Reha,

die übrigen wurden in die beiden anderen Häuser des

Gemeinschaftskrankenhauses verlegt“, berichtet Bremekamp,

der zusammen mit dem Kaufmännischen

Direktor Prof. Dr. Christof Schenkel-Häger für die Organisation

des Umzugs zuständig ist. Die Abteilungen

des St. Johannes-Hospitals werden in die beiden anderen

Standorte des Gemeinschaftskrankenhauses integriert.

„So werden auch alle Mitarbeiter weiter beschäftigt. Wir

haben für jeden eine Lösung gefunden“, freut sich Bremekamp.

Dass für sie dennoch vieles anders wird, lässt

sich nicht vermeiden. Es werden gut eingespielte Teams

getrennt, wie zum Beispiel das von Matthias Ruppert.

Er wird zukünftig in der Intensivstation des Hauses St.

Elisabeth arbeiten, seine Kollegen gehen in das Haus

St. Petrus. „Es gibt aber auch Abteilungen, die als Team

zusammenbleiben“, so Bremekamp. Die freuen sich natürlich,

dass es so für sie ausgegangen ist.

Der Umzug ist ein riesiges Projekt. „Vor allem hatten

wir ja keinerlei Erfahrungen damit“, gibt der Krankenhausobere

zu. Es ist das erste Krankenhaus in Bonn, das

geschlossen wird. Das ist so etwas Besonderes, dass ein

Kamerateam des Westdeutschen Rundfunks an diesem

Tag ebenfalls ins Haus gekommen ist, um einen Beitrag

für die Sendung Lokalzeit zu drehen. „Wir hatten seit

September Zeit, die ganze Logistik genau zu planen“, so

Gemeinschaftskrankenhaus Bonn

Bremekamp. Ganz wichtig sei, dass jeder für den Umzug

seines Bereiches die Verantwortung übernehme. Und so

findet man an diesem Tag auch die Chefärzte in ihren

Arztzimmern, wie sie Umzugskartons packen.

Große Trauer und Wehmut

Dr. Jürgen Remig, Chefarzt der Gefäßchirurgie, räumt

noch seine letzten Schreibtischutensilien und eine

Schreibtischlampe ein. Alles andere ist schon in den

zahlreichen Kartons verstaut, die aufgestapelt im Zimmer

stehen. Traurig betrachtet er einen Bilderrahmen

mit Fotos von ehemaligen Ärzten des St. Johannes-Hospitals,

der noch auf einem Schränkchen an der Wand

steht. Ihn schmerzt es sehr, dass das Haus geschlossen

wird. Seine Zeit als Assistenzarzt hat er hier verbracht

und ist vor drei Jahren als Chefarzt der Gefäßchirurgie

zurückgekehrt. Und heute muss er alles für den Umzug

vorbereiten. Im Stationszimmer überprüft er mit dem

stellvertretenden Stationsleiter Thorsten Bonn den Bestand

an Schmerz- und Betäubungsmitteln und trägt sie

aus dem Giftbuch aus. Gleichzeitig bauen Mitarbeiter

des Umzugsunternehmens den zweiten Schreibtisch ab,

transportieren Schränke aus dem Raum und nehmen

schon mal den unbenutzten Schreibtischstuhl mit.

Dr. Remig ist nicht der einzige, der traurig darüber

ist, dass das Haus geschlossen wird. Alle verbinden

Erinnerungen mit dem St. Johannes-Hospital. „Es war

ein gutes Arbeiten hier, eine familiäre Atmosphäre bei

einem sehr hohen medizinischen Standard“, bedauert

Meinolf Martini, Oberarzt der Inneren Medizin. „Schade,

dass solche Häuser in unserem Gesundheitssystem

keine Chance mehr haben.“ Er sitzt zwischen gepackten

Kisten an seinem Schreibtisch und rechnet den letzten

Patienten ab, der kurz zuvor von Sanitätern abgeholt

und in das Haus St. Petrus transportiert wurde.

4

Fotos: Andrea Schulze

Bild linke Seite:

Alle packen mit an: Oberarzt Klaus Peter

Christians hilf mit, die Intensivstation des

St. Johannes-Hospitals zu räumen.

Bild Mitte:

Während Chefarzt Dr. Remig den

Bestand an Medikamenten ins Giftbuch

einträgt, tragen die Möbelpacker den

nicht mehr benötigten Schreibtisch aus

dem Raum.

Bild rechts oben:

Die Sanitäter bringen den letzten

Patienten der Abteilung für

Gefäßchirurgie ins Haus St. Petrus.

Bild rechts unten:

Traurig legt Chefarzt Dr. Jürgen

Remig die letzten Utensilien in den

Umzugskarton.

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Gemeinschaftskrankenhaus Bonn

St. Elisabeth · St. Petrus · St. Johannes gGmbH

Gefäßtag am Gemeinschaftskran ken -

haus Bonn – ein voller Erfolg!

zahlreiche Besucher nahmen an

den Führungen durch die abteilung

für gefäßchirurgie teil.

12 1/06

Fast alle Patienten konnten vorher

entlassen werden

„Wir haben schon vor Wochen alle Kooperationspartner

über den Umzug informiert“, berichtet Christof Schenkel-Häger.

Die Rettungsleitstellen wussten Bescheid,

und die niedergelassenen Ärzte haben in den letzten

Tagen keine Patienten mehr in das St. Johannes-Hospital

eingewiesen. Es wurden auch keine geplanten

Operationen mehr durchgeführt. „Wir haben sichergestellt,

dass wir vor dem Umzugstag fast alle Patienten

entlassen konnten“, so Schenkel-Häger. Allerdings

ist nach wie vor die Ambulanz geöffnet, auch wenn in

allen Abteilungen die Kisten gepackt werden. Das ist

ein Grund, weshalb die Leiterin der OP-Abteilung Andrea

Häckel-Konarek, und Dr. Klaus Peter Christians,

Oberarzt der Anästhesie, in voller Schutzkleidung die

Kisten in den Operationssälen packen. „Es könnte ja

noch ein Notfall kommen, und dann müssen wir bereit

sein“, sagt Andrea Häckel-Konarek. Ein anderer Grund

Bilder rechts:

Das Kamerateam des WDR

wollte miterleben, wie der letzte

Patient der Intensivstation des St.

Johannes-Hospitals in das Haus

Elisabeth verlegt wird.

Die Vortragsreihe von Bonner Experten

aus Klinik und Praxis über

venöse und arterielle Gefäßerkrankungen

war ausgezeichnet besucht, und

die vielen Fragen aus dem Publikum wurden

umfassend und für Laien verständlich beantwortet.

Besonderes Interesse galt dem Thema

ist die Gewohnheit. „Wir arbeiten hier immer in grüner

Kleidung, dann packen wir auch in Grün“, so Dr.

Christians. Wenn am Abend die Ambulanz ihre Türen

schließt, war das der letzte Tag, an dem Patienten hierher

zur Behandlung kommen konnten.

Und wie geht es jetzt weiter? Für die Nutzung des

ehemaligen St. Johannes-Hospitals liegen schon Pläne

in der Schublade. Das Haus soll in ein Ambulantes Medizinisches

Versorgungszentrum umgewandelt werden.

Damit steht es ganz im Sinne der Tradition weiterhin

für die medizinische Versorgung der Bevölkerung zur

Verfügung. Die Ärzte und Pflegekräfte werden schon

am nächsten Tag an ihren neuen Arbeitsplätzen in den

Häusern St. Elisabeth und St. Petrus ihren Dienst aufnehmen.

„Und heute Abend, wenn wir alles eingepackt

haben, treffen wir uns noch einmal mit der gesamten

Abteilung auf dem Weihnachtsmarkt und feiern den

Abschied“, kündigt Matthias Ruppert an. „Und darauf

freuen wir uns.“ Andrea Schulze

mehr als 300 Besucher informierten sich am 1. gefäßtag des

gemeinschaftskrankenhauses Bonn im haus st. Johannes über

gefäßerkrankungen und deren Behandlung. der gefäßtag

wurde von der deutschen gesellschaft für gefäßchirurgie

initiiert. Bundesweit hatten sich 200 Kliniken daran beteiligt.

die Veranstaltung im gemeinschaftskrankenhaus Bonn wurde

von den abteilungen für radiologie und gefäßchirurgie

(haus st. Johannes) organisiert.

Schlaganfall, zu dem Prof. Biniek (Chefarzt

der Neurologischen Abteilung, Rheinische Kliniken

Bonn) den Zuhörern sehr anschaulich

die Symptome eines Schlaganfalls demonstrierte.

Besonders wies er darauf hin, dass der

Schlaganfallpatient schnellst möglich in einer

Stroke Unit kompetent behandelt werden

muss, um schwere Folgeschäden zu vermeiden.

Weitere Vorträge befassten sich zum Beispiel

mit Gefäßveränderungen nach jahrelanger

Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und

daraus resultierenden Veränderungen an den

Nieren, sowie mit der sogenannten Schaufensterkrankheit,

einem Leiden, bei dem die


Betroffenen durch eine Sauerstoffunterversorgung

in den Beinen immer wieder gezwungen

sind, Pausen beim Gehen einzulegen. Ein besonderer

Schwerpunkt galt den Präventionsmaßnahmen,

die sich auf richtige Ernährung

und ausreichende Bewegung beziehen.

Angeboten wurden auch Vorsorgeuntersuchungen

der Halsschlagader, der Bauchschlagader

und der Venen, in Zusammenarbeit

mit einem Sanitätshaus, die auf reges Interesse

der Besucher stießen. Bei den stündlichen

Führungen wurde im interdisziplinären Konferenzraum

dem interessierten Besucher die

digitale Vernetzung der Röntgenabteilung

Jetzt haben es die Mitarbeiter des Gemeinschaftskrankenhauses

schwarz

auf weiß: Sie leisten besonders gute

Arbeit im Dienst am kranken Menschen. Das

Gemeinschaftskrankenhaus St. Elisabeth/St.

Petrus/St. Johannes gGmbH bekam von der

Zertifizierungsgesellschaft proCum Cert das

Gütesiegel für die Häuser St. Elisabeth und St.

Petrus verliehen.

Damit ist das Gemeinschaftskrankenhaus

das einzige in Bonn vertretene Krankenhaus,

das sowohl nach proCum Cert als auch nach

KTQ zertifiziert ist, eine besondere Auszeichnung,

da diese Kriterien nur außerordentlich

schwer zu erfüllen sind. Unter rund 100 bisher

in Deutschland nach pCC zertifizierten

Krankenhäusern belegt das Gemeinschaftskrankenhaus

den fünften Platz.

Der Geschäftsführer der Gesellschaft pro-

Cum Cert, Clemens Gattinger, überreichte in

einer Feierstunde die Urkunde. Die Auszeichnung

bildet den vorläufigen Endpunkt eines

mehrjährigen Prozesses, in dem sich das

Gemeinschaftskrankenhaus auf die Zertifizierung

vorbereitet hatte.

Während KTQ gut 70 Kriterien nach den

sechs Kategorien Patientenorientierung,

Mitarbeiterorientierung, Sicherheit im Krankenhaus,

Informationswesen, Krankenhausführung

und Qualitätsmanagement umfasst,

sattelt procum Cert noch die Kategorien „Spiritualität“

und „Gesellschaft“ mit weiteren

rund 30 Kriterien oben drauf. Die Geschäftsführerin

des Gemeinschaftskrankenhauses,

Christa Garvert, betonte, dass der Satz „Der

die Besucher nutzten die gele gen heit

an Funktionstests teilzunehmen. hier

wird der venöse rückfluss getestet.

demonstriert, u. a. mit Kernspinbildern aus

der Rheinischen Landesklinik. Im Gefäßkatheterlabor

konnten die Besucher Stent- und

Mensch steht im Mittelpunkt“ in der Zertifizierung

auf dem Prüfstand gestanden habe. Das

Haus habe gerade hier einen nachhaltigen

Eindruck gemacht. „Das Gemeinschaftskrankenhaus

erhebt den Anspruch, eine christliche

Einrichtung zu sein, zu Recht.“

Die Visitoren von proCum Cert haben

das Gemeinschaftskrankenhaus dann eine

Woche lang auf Herz und Nieren geprüft.

Das Resultat war eindeutig: Die Qualität der

Leistungen ist beeindruckend gut. „Qualität“,

so definierte es der Kaufmännische Direktor

des Gemeinschaftskrankenhauses, Prof. Dr.

Christoph Schenkel-Häger, „beginnt zuerst im

Kopf – im Kopf jedes einzelnen Mitarbeiters“,

denen er für ihr herausragendes Engagement

ausdrücklich dankte.

Qualitätsmanagement ist ein kontinu-

Gemeinschaftskrankenhaus Bonn

Ballonmaterialien ausprobieren und sich demonstrieren

lassen, welche Möglichkeiten die

minimal invasive Behandlung heute bietet.

Ab Januar 2006 werden die Abteilungen

für Gefäßchirurgie (Chefarzt Dr. J. Remig)

und für Radiologie (Chefarzt PD Dr. J. Textor)

ihre Arbeit im Haus Petrus fortführen und

dort gemeinsam mit der Abteilung für Kardiologie

(Chefarzt PD Dr. L. Pizzulli) ein kardiovaskuläres

Zentrum errichten, um somit

die Versorgung von Gefäßpatienten weiter zu

verbessern. Hans-Bernd Köster

Gemeinschaftskrankenhaus Bonn

für gute Arbeit ausgezeichnet

der Krankenhausobere Christoh Bremekamp präsentiert das zertifikat, das die besonderen

Leistungen des gemeinschaftskrankenhauses belegt.

ierlicher Verbesserungsprozess. In der

Freude über die Auszeichnung wird das

Gemeinschaftskrankenhaus daher in seinen

Bemühungen nicht nachlassen. Eine

Tatsache, die auch der Krankenhausobere

Christoph Bremekamp in seiner Ansprache

hervorhob: „Wir sind schon weit gekommen.

Aber wir haben erst ein Etappenziel erreicht.

Qualitätsmanagement ist eine dauerhafte

Aufgabe.“ Hans-Bernd Köster

Redaktion Bonn: Hans-Bernd

Köster (verantwortlich), Claudia Fredrich

Kontakt: Gemeinschaftskrankenhaus Bonn,

Haus St. Petrus, Bonner Talweg 4-6, 53113 Bonn,

Haus St. Elisabeth, Prinz-Albert-Str. 40, 53113 Bonn,

www.gk-bonn.de, Telefon: 0228/508-1821,

Fax: 0228/508-1898, e-Mail: info@gk-bonn.de

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Foto: gK Bonn


Es wird gebaut in Koblenz

das Katholische Klinikum startet das größte Bauprojekt in der

geschichte des marienhofes seit dem neubau

Viele waren geladen und viele waren gekommen, um den start der sanierungsmaßnahme

hautnah mitzuerleben. das gesundheitsministerium fördert dieses großprojekt (ca.15 millionen

euro) zu zwei dritteln. die gesundheitsministerin malu dreyer eröffnete mit einem symbolischen

ersten hammerschlag die neubaumaßnahme im marienhof.

„so wie wir sie von ihrem Tatendrang her kennen,

sollten wir ihnen eigentlich eher eine hilti statt hammer

anbieten – wir haben uns für den hammer entschieden,

damit für die handwerker noch etwas arbeit übrig bleibt“, so

leitet hausoberin renate Brest (rechts) zum hammerschlag,

der natürlich nur in korrekter arbeitsbekleidung durchgeführt

werden darf, über.

Nach einer sehr intensiven Planungsphase

kann es nun endlich

auch praktisch losgehen. Finanzierung

gesichert, Ausschreibungen abgearbeitet,

Handwerker bestellt: Die Ministerin gab

auf dem Festakt unterstützt von Prominenz

den Startschuss.

Bereits 2003 kam es zu ersten Überlegungen,

das erste OG neu zu strukturieren. „Hierbei

ermutigte uns das Ministerium, vertreten durch

den Ministerialrat Lothar Fleck, in Zusammenwirken

mit dem Landesbetrieb Liegenschafts-

und Baubetreuung (LBB), die bestehenden

Konzeptionen neu zu überdenken und weiter

in die Zukunft zu blicken. Aus heutiger Sicht

war dies eine entscheidende Empfehlung, für

die wir sehr dankbar sind. In Folge befasste sich

das Direktorium umgehend mit der notwendigen

Gesamtkonzeption und stimmte diese mit

der Geschäftsführung und den Gesellschaftern

des Klinikums ab“, führte Alfred Ruppel, Kauf-

14 1/06

männischer Direktor, in seiner

Ansprache aus.

Ein Kompetenzteam des

Klinikums, in dem alle vom

Umbau betroffenen Berufsgruppen

und Fachplaner vertreten

sind, entwickelte auf

zahlreichen Sitzungen mit dem

Architektenbüro Naujack und

Rumpenhorst das Projekt. Hier

bewährte sich wieder der enge

Austausch mit dem Leiter des

Gesundheitsamtes, Dr. Jürgen

Otten, und dem Landesuntersuchungsamt,

Institut für Hygiene

und Infektionsschutz vertreten

durch Peter Klee. Trotz europaweiter

Ausschreibung werden

fast alle Arbeiten mit regionalen

Firmen durchgeführt.

Jetzt kann es losgehen im

1. OG. Folgende Teilprojekte werden umgesetzt:

• Neubau einer interdisziplinären

Intensivstation mit 12

Betten: Hier wird die Kompetenz

aller Fachabteilungen

gebündelt.

• Gestaltung eines hochmodernen

OP-Bereiches:

OP-Säle, Raumluftechnik,

Nebenraumprogramm und

Logistik werden auf den neuesten

Stand gebracht.

• Neubau einer interdiszipli-

nären Endoskopieabteilung:

Ein Schwerpunkt bildet der

neue Bronchoskopieraum.

Hier wird es möglich sein,

Untersuchungen auch in

Narkose durchzuführen.

Eine moderne Endoskopaufbereitung

wird angegliedert.

• Angliederung des Aufwachraumes mit sieben

Betten an den OP: Ohne rationelle Wege

und ausreichenden Aufwachbereich ist ein

OP-Management nicht möglich.

• Postinterventionelle Überwachung als neue

Einheit: Hier werden Patienten nach kleinen

Eingriffen überwacht. Diese Betten stehen

bei Bedarf auch der neuen interdisziplinären

Notaufnahme zur Verfügung.

• Koordination der Patienten durch eine

zentrale Patientenaufnahme: Diese organisatorische

Einheit unterstützt die Abläufe

und wird administrative Aufgaben übernehmen.

„Den Planern ist es gelungen, alle Funktionen,

die eng miteinander verknüpft sind, im

ersten Obergeschoss unterzubringen. Dadurch

ist gewährleistet, dass die Wege zwischen diesen

Funktionsbereichen kurz sind und so eine

betriebswirtschaftlich günstige Lösung erreicht

werden kann“, lobte Malu Dreyer in ihrer

Rede. Eva Thielmann

auf ein gutes gelingen der Baumaßnahmen: v.l.n.r.

Ludwig Klarl, geschäftsführer des Klinikums, Br. Pankratius,

Provinzoberer und Vorsitzender des BBT e.V., susanne

hermanns, langjährige Förderin des Klinikums, ursula mogg,

Bundestagsabgeordnete, sr. m. sapientia, generaloberin,

malu dreyer, gesundheitsministerin, Prof. dr. matthias manz,

Ärztl. direktor, alfred ruppel, Kaufmännischer direktor (leicht

verdeckt), die hausoberen renate Brest und Karl-heinz stolz,

Pflegedirektor Thomas geltenpoth

Fotos: Dr. Harald Stotz


die vorerst letzte hürde im Fusionsprozess ist genommen: seit ende september ist die schule für

gesundheits- und Krankenpflege an einen gemeinsamen standort umgezogen. die neue heimat

von schülern und Lehrern liegt genau zwischen Brüderhaus und marienhof – ein idealer standort

für das Krankenhaus und die schule.

„ U

ten Wochen. „Gut, eigentlich sogar

nd, wie habt ihr euch eingelebt?“,

war die häufigste Frage in den letz-

sehr gut!“, lautet dann die Antwort. Das ist

um so verwunderlicher, bedenkt man, dass

jahrzehntelang Schülergenerationen an beiden

Standorten ausgebildet wurden. Nach ei-

Foto: Bernd Westbohmke

Aus zwei

mach eins

ner kurzen Phase der Trauer ist allen schnell

klar geworden: Ein idealer Standort für ein

Krankenhaus mit zwei Betriebsstätten, ideale

Arbeitsbedingungen für Schüler und Lehrer,

und letztlich optimale Voraussetzungen, um

die Krankenpflegeausbildung nach unseren

Vorstellungen weiter zu entwickeln.

Wenn sieben möbelpacker 2 Tage von morgens 7:00 uhr bis abends 22:00 uhr beschäftigt sind,

bekommt man eine Vorstellung davon, was es bedeutet, wenn eine schule – oder besser gesagt

zwei schulen umziehen. 600 Kartons, 60 Tische, 100 stühle, und, und, und …

„Nach der Fusion der Krankenpflegeschulen

am 1. April 2005 und anderthalb Jahren gemeinsamer

Krankenpflegeausbildung an zwei

Standorten musste konsequenterweise eine

räumliche Zusammenlegung folgen. Organisatorisch

wie inhaltlich war die räumlich getrennte

Zusammenarbeit an Grenzen gestoßen. Die

Ausbildung lief gut, aber gut war uns nicht

gut genug. Es sollte besser werden“, beschreibt

Christoph Becker, einer der beiden Schulleiter.

Erste Überlegungen zu einem möglichen

Umzug waren im Juni 2005 formuliert worden.

Grund waren die anstehenden Baumaßnahmen

im 1. OG des Marienhofs und der Neubau

des Therapiezentrums am Brüderhaus. Der

gemeinsame neue Standort sollte möglichst

zentral zwischen beiden Betriebsstätten liegen.

Das ideale Gebäude war schnell gefunden: Ein

für Aus- und Weiterbildung konzipiertes Haus,

bisher allein von der Deutschen Angestellten

Akademie (DAA) genutzt, genau zwischen Brüderhaus

und Marienhof gelegen.

„Es war für uns alle nicht leicht, die alten

Schulen zurückzulassen. Das wirklich Wichtige

haben wir mitgenommen: Unsere Traditionen,

unsere Werte und die Überzeugung, dass

in der Zusammenführung neue Chancen und

Möglichkeiten liegen“, fasst Becker zusammen

Christoph Becker

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Seit 25 Jahren in Bewegung

die Physiotherapieschule des Katholischen Klinikums

feiert ihr 25-jähriges Bestehen.

Vor einem Vierteljahrhundert, im november 1980, begannen die ersten schüler ihre ausbildung

zum Physiotherapeuten am damaligen Brüderkrankenhaus st. Josef.

Die Ausbildung in der Schule umfasste bei Schulgründung

nur zwei Jahre und wurde durch ein einjähriges Annerkennungspraktikum

ergänzt. Die Berufsbezeichnung lautete

„Krankengymnast“, ein Begriff, der 1994 mit Inkrafttreten eines neuen

Berufsgesetzes durch die Bezeichnung „Physiotherapeut“ ersetzt wurde.

Die Änderung des Berufgesetzes bedeutete neben der neuen Berufsbezeichnung

eine Verlängerung der schulischen Ausbildung auf drei Jahre

und den Wegfall des Praktikums.

„Seit 1980 sind im Katholischen Klinikum ungefähr 650 Physiotherapeuten

ausgebildet worden“, informierte Schulleiter Walter Lehnen in

seiner Festrede. Die Ausbildung in der Physiotherapie verläuft sehr praxisorientiert

– die enge Verknüpfung des theoretischen Unterrichts in der

Schule und der praktischen Ausbildung am Patienten ist den Verantwortlichen

daher besonders wichtig. „Die Auszubildenden können vormittags

Spende für

Kongo

5.000,– 1 für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung der Diözese

Bokungu-Ikela: Der Kaufmännische Direktor Alfred Ruppel überreicht

Bruder Alfons-Maria Michels die großzügige Spende des Katholischen Klinikums

für die Diözese Bokungu-Ikela.

Spendenkonto

Konto-Nr.: 3000075018

Pax-Bank Köln (BLZ 370 601 93)

Verwendungszweck:

„Gesundheitsversorgung in Bokungu-Ikela“

Bei Spenden ab 60,– 1 erhalten Sie

automatisch eine Spendenquittung.

(Bitte Absender bei der Überweisung nicht vergessen!)

Redaktion Koblenz:

verantwortlich: Dr. Harald Stotz, Eva Thielmann

Kontakt: Katholisches Klinikum Koblenz, Marienhof,

Rudolf-Virchow-Straße 7, 56073 Koblenz &

Brüderhaus, Kardinal-Krementz-Straße 1-5, 56073

Koblenz, www.kk-koblenz.de, Telefon: 0261/496-

3145 (Dr. Stotz), -9232 (Thielmann), Fax: 0261/406-

3149 (Dr. Stotz), e-Mail: h.stotz@kk-koblenz.de,

e.thielmann@kk-koblenz.de

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Mit insgesamt 315 Ausbildungsplätzen gehört das Katholische Klinikum

zu den größten Ausbildern im nördlichen Rheinland-Pfalz.

Die Physiotherapieschule bietet derzeit 80 jungen Menschen eine

qualifizierte Ausbildung im Gesundheitsbereich. Zugangsvoraussetzungen

sind in der Regel Realschul- oder ein vergleichbarer Abschluss,

eine andere abgeschlossene zehnjährige Schulbildung, die

den Hauptschulabschluss erweitert, oder der Hauptschulabschluss

und eine mindestens zweijährige einschlägige Berufsausbildung.

Die Berufsausbildung dauert drei Jahre und umfasst insgesamt mindestens

4500 Stunden theoretischen und praktischen Unterricht.

das in die Praxis umsetzen, was sie am vorherigen Nachmittag gelernt

haben“, so der Schulleiter weiter. Eva Thielmann


St. Marien-Hospital Marsberg

„Umbundo“ in Marsberg

st.-marien-hospital hilft angolanischem Kind

unter dem stichwort aus

dem Leitbild „Caritas ist

unser auftrag“ unterstützt

das st.-marien-hospital hilfsprojekte

für benachteiligte

notleidende menschen,

die sich eine adäquate

medizinische Versorgung

nicht leisten können.

Initiative Friedensdorf

International

Seit einigen Jahren unterstützt das St.-Marien-Hospital

die Initiative „Friedensdorf

International“ mit Sitz in Oberhausen. Verletzte

und durch kriegerische Handlungen

verwundete Kinder aus Angola bekommen

auf diese Weise eine Chance, in Deutschland

optimal medizinisch versorgt zu werden.

Kleine Patientin aus

Provinz Bié

So kam Christina Jamba Bimbi aus der Provinz

Bié in Angola nach Marsberg und wird

hier ihren seit längerer Zeit verwundeten

linken Fuß behandeln lassen können. Die

Neunjährige befindet sich zum ersten Mal

im Ausland. Neben ihrer Muttersprache Umbundo

spricht sie einige Worte Portugiesisch.

Das Team der Chirurgie, das bereits mehrfach

junge Patienten aus Angola versorgt hat,

kümmert sich mit großem Eifer um Wäsche,

Spielzeug und Beschäftigung. Obwohl Christina

viel Neues zu entdecken hat, möchte sie

bald wieder nach Hause, denn ihre jüngere

Schwester und ihre Eltern erwarten sie dort.

Nach Abschluss der Behandlung wird die

KURZ UND KNAPP

Jubilare

25-jähriges Jubiläum:

Utta Sieren, Labor (01.01.)

Gabriele Prior, Information

Beate Caspari, OP

Monika Muffert, Station 3, Gyn./Geb.

Foto: Heinrich Lake

die neunjährige Christina Jamba Bimbi aus angola wird zur zeit kostenlos im st.-marien-hospital

behandelt.

junge Patientin per Sonderflug vom internationalen

Flughafen Düsseldorf wieder zurück

in ihre Heimat fliegen.

60 Kinder in Deutschland in

Behandlung

Christina ist eines von rund 60 Kindern, die

beim 37. Einsatz der „Friedensdorf International“

bei ihrem Angola-Einsatz untersucht

und für die Behandlung nach Deutschland

geflogen wurden. Mit den gecharterten Sonderflügen

treffen die jungen Patienten in

Düsseldorf ein und werden von dort auf entsprechende

Krankenhäuser verteilt. Für alle

betroffenen Kinder besteht so die Möglich-

30-jähriges Jubiläum:

Josef Fobbe, Technik

Marlies Lohoff, Küche

Marlies Kleffner, Station 2, Innere

40-jähriges Jubiläum:

Manfred Peter, Station 1, Innere (01.06.)

keit, durch eine hochqualifizierte Behandlung

ihre Krankheiten und Verletzungen behandeln

zu können und dadurch vollständig

geheilt zu werden.

Christinas Lebensfreude ist

ungebrochen

Auch wenn es mit der Verständigung etwas

hapert, scheint bei Christina die Lebensfreude

nicht untergegangen zu sein. Ihr erfrischender

Gesang bringt fröhliche Töne in

den sonst so eintönigen Krankenhausalltag.

Heinrich Lake

Redaktion Marsberg:

Heinrich Lake (verantwortlich)

Kontakt: St.-Marien-Hospital Marsberg,

Marienstr. 2, 34431 Marsberg, www.bk-marsberg.de,

Telefon: 02992/605-5015, Fax: 02992/605-5013,

e-Mail: h.lake@bk-marsberg.de

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Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Montabaur

Belegarztwechsel

in der HNO

seit Juli 2005 steht die Belegarztabteilung

hno unter neuer Leitung

Mit offiziellem Wechsel zum

1. Juli 2005 übernahm Dr. Michael

Schröter die seit über

28 Jahren bestehende HNO-Abteilung am

Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in

Montabaur. Der 1965 geborene Dr. Schröter

widmete sich dem Studium der Humanmedizin

an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Seit 1989 war er im Bundeswehrzentralkrankenhaus

in Koblenz als Arzt-im-Praktikum

und später als Assistenzarzt in der HNO tätig.

Bis 2001 hat er über verschiedene Stationen

seine Facharztanerkennung für Hals-Nasen-

Ohren-Heilkunde erlangt und war seither als

Oberarzt im Bundeswehrzentralkrankenhaus

Koblenz mit den Schwerpunkten „OP und

Station“ tätig. Als Basis zählen für Dr. Schröter

gutes Miteinander sowie gute Arbeitsorganisation,

wobei auch die permanente Weiterentwicklung

für ihn von grundsätzlicher

Bedeutung ist. Im November 2005 wurden

die Renovierungsarbeiten der Praxisräume

abgeschlossen. Mit einer neuen HNO-Untersuchungseinheit

und einem zusätzlichen

Untersuchungsraum, wo auch die Möglichkeit

der Behandlung von Patienten direkt im

Bett gegeben ist, wurde das Leistungsspektrum

erweitert und abgerundet. Nach Aussage

seit 1. Juli 2005 leitet dr. michael schröter

die hno-abteilung am Krankenhaus der

Barmherzigen Brüder montabaur.

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Fotos: Corina Köhler, Montabaur

von Dr. Schröter wird das erweiterte Angebot

in der Region gut angenommen. Weitere Informationen

erhalten sie unter 02602/122-

771 oder dr.schroeter@barmherzige-brueder.de.

Übersicht Leistungsspektrum:

Operative Standardeingriffe

• Polypen, Ohr-OP bei Kindern

• Mandel-OP

• Nasenscheidewand

• Nasennebenhöhlenchirurgie

• Laserchirurgie

• Kehlkopfchirurgie

• Schnarch-OP, Gaumensegelstraffung

• Gesichtschirurgie

• Speicheldrüsenchirurgie

• Plastische Chirurgie

• Nasenplastiken

• Ohranlegeplastik

• Augenlidplastik

Ambulante Behandlung

• komplette konservative Diagnostik und

Behandlung des Fachgebietes,

• Sonographie der Nasennebenhöhlen und

Gesichts- und Halsweichteile (schonende

Behandlung, da Röntgenstrahlenbelastung

entfällt)

• Allergiediagnostik und -therapie

• Neurootologische Diagnostik, Durchführung

von otoakustischen Emissionen (objektive

Innenohrdiagnostik)

• Hirnstammautometrie (Hörnervendiagnostik)

• Akupunktur (Körper, Ohr, Schädel) für Erkrankungen

des Fachbereiches

• Ästhetische Gesichtsmedizin (Faltenbehandlung

mittels Botox, Hyaloronsäure)

Maike Jantzen unterstützt

Dr. Schröter bei Ästhetischer

Gesichtsmedizin

Ganzheitliche Kosmetik ist das Spezialgebiet

von Maike Jantzen. Ihr kosmetisches Knowhow

hat sie mit umfassenden Kenntnissen in

Akupunktur und Akupressur zu einem Kon-

die Patienten profitieren vom breiten

Leistungsspektrum der hno-abteilung.

maike Jantzen und ihr Team

zept verbunden, das westliches und östliches

Wissen kombiniert und für ein entspannteres

Aussehen und gestraffte Gesichtskonturen

sorgt. Stress, seelische Belastung, falsche Ernährung

und Krankheit blockieren den natürlichen

Energiestrom. Um den Energiefluss

im Körper zu aktivieren und harmonisieren,

bedient sie sich der chinesischen Akupunktur,

welche mit Meridianen, das heißt Energiekanälen

im menschlichen Körper, arbeitet.

Maike Jantzen, die sich seit mehr als

eineinhalb Jahrzehnten mit der chinesischen

Kosmetik beschäftigt, punktiert diese Meridiane

sanft ohne Nadeln mit einem speziell

dafür ausgestatteten Gerät. Falten werden

für lange Zeit beseitigt beziehungsweise gemildert

– ein „Face-Lifting“ mit absoluter

Risikofreiheit. Corina Köhler


KURZ UND KNAPP

Gespräche über Kooperation

mit Herz-Jesu-Krankenhaus

Dernbach beendet

gesellschafter des Katholischen

Klinikums Koblenz sprechen sich für

zusammenarbeit mit Krankenhaus in

montabaur aus.

Gesellschafter des Katholischen Kinikums Koblenz,

Vertreter der beteiligten Orden sowie die Direktorien

und der Geschäftsführende Vorstand des BBT

e. V. streben nach ersten Gesprächen eine enge Zusammenarbeit

der beiden Häuser in Koblenz und Montabaur an.

Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Montabaur

Herzwoche 2005

herzinfarkt? niemals zögern – notruf

wählen!

Neues Zentrum für über

800 Patienten

Mit der Eröffnung des neuen Magen-Darm-Zentrums

am 10.

Januar 2006 optimiert das Krankenhaus

der Barmherzigen Brüder Montabaur

die Versorgung der Patienten mit einem neuen

Behandlungskonzept. Die über 800 Patienten,

die jährlich mit Magen-Darm-Erkrankungen

im Montabaurer Krankenhaus behandelt werden,

profitieren hierbei insbesondere durch

die organisatiorische Zusammenführung der

beiden Fachabteilungen. Diese zielen bewusst

auch auf die engere Zusammenarbeit mit

den niedergelassenen Ärzten und die Beratung

der Patientenangehörigen. „Das interne

Schnittstellenmanagement zwischen Innerer

Unter dem diesjährigen Thema „Herzinfarkt? Niemals

zögern – Notruf wählen!“ veranstaltete Dr.

Thomas Schöberl, Chefarzt der Inneren Abteilung

im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Montabaur, am

25. November 2005 eine Vortragsveranstaltung für Patienten

und Interessierte. Vorgestellt wurden verschiedene Behandlungsmöglichkeiten.

Krankenhaus der Barmherzigen Brüder montabaur startet mit

neuem Versorgungskonztept

Medizin und Chirurgie wird nun in einer eigenständigen

Funktionseinheit unseres Hauses

zusammengefasst. Das bedeutet konkret:

Die Wege sind kürzer, die Diagnostik findet

an einem Ort statt und Behandlungsentscheidungen

können bei akuten Erkrankungen im

Magen-Darm-Trakt noch schneller zwischen

Hausarzt und Fachärzten abgestimmt werden“,

betont Dr. Düsseldorf die Vorteile dieses

neuen Organisationskonzeptes. Ein weiterer

Vorteil: Die Patienten und deren Angehörige

werden in diesem ganzheitlichen Untersuchungs-

und Behandlungskonzept umfassend

informiert und über die notwendigen Behandlungsschritte

direkt aufgeklärt. Durch die

beabsichtigte Angliederung einer fachgastroenterologischen

Praxis an das Krankenhaus

noch im ersten Halbjahr 2006 ermöglicht

das Krankenhaus am Standort eine optimale

Gesundheitsversorgung für alle Patienten mit

Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich.

Corina Köhler

Redaktion Montabaur:

Corina Köhler (verantwortlich)

Kontakt: Krankenhaus der Barmherzigen

Brüder Montabaur, Koblenzer Straße 11-13,

56410 Montabaur, www.bkh-montabaur.de,

Telefon: 02602/122-701, Fax:02602/122-737,

e-Mail: info@barmherzige-brueder.de

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Osteraugen

Ich wünsche uns Osteraugen,

die im Tod bis zum Leben,

in der Schuld bis zur Vergebung,

in der Trennung bis zur Einheit,

in den Wunden bis zur Herrlichkeit,

im Menschen bis zu Gott,

im Ich bis zum Du

zu sehn vermögen.

Und dazu alle österliche Kraft.

Klaus Hemmerle


Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn

Neue Strategien im Bereich

Gastro enterologie und Pneumologie

mediziner des Brüderkrankenhauses

st. Josef Paderborn luden zur ärztlichen

Fortbildung in den Technologiepark

Paderborn ein.

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Im November 2005 fand unter dem Motto: „Was gibt

es Neues in Gastroenterologie und Pneumologie?“

eine Fortbildungsreihe in Zusammenarbeit mit der

Akademie für ärztliche Fortbildung der ÄKWL und KVWL

statt.

Dr. Thomas Walther, Oberarzt der Klinik für Gastroenterologie

im Brüderkrankenhaus St. Josef, referierte

über die endosonographisch gesteuerte Punktion (EUS-

FNA) mediastinaler und pankreatischer Tumore (s. Kasten

S. 23, Mitte).

Im einem weiteren Vortrag von Dr. Jörn-Carsten

Studt, Oberarzt der Klinik für Gastroenterologie im

Brüderkrankenhaus St. Josef, wurde das Verfahren der

Radiofrequenzablation primärer und sekundärer Lebertumore

anschaulich beleuchtet (s. Kasten rechts).

Dr. Horst Ahrens, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie,

beurteilte in seinem Referat die Doppelballonenteroskopie

als entscheidenden Durchbruch in der

endoskopischen Diagnostik und Therapie von Dünndarm

erkrankungen.

Die Referenten des Abends

freuten sich über eine positive

Resonanz der Teilnehmer:

(v. li.) Dr. Horst Ahrens,

Dr. Hans-Christian Buschmann,

Prof. Dr. Wolfgang Petermann,

Dr. Jörn-Carsten Studt,

Dr. Ralf Kröning und

Dr. Thomas Walther

Das Verfahren der ultraschallgesteuerten Radiofrequenzablation

wird im Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn

seit Oktober 2005 eingesetzt.

In der Behandlung vom primären Leberkrebs ist die Leberchirurgie

mit Resektion und die Lebertransplantation bisher

Standard in der Therapie. Leider können so nur max. 30

Prozent der Patienten behandelt werden, die übrigen sind

aufgrund ihres Allgemeinzustandes, der Lage und Größe der

Tumoren nicht operabel. Unbehandelt versterben nahezu

alle Patienten innerhalb von fünf Jahren an ihrer Tumorerkrankung.

Für diese Patienten gibt es seit Neuerem das

schonende Verfahren der Radiofrequenzablation, bei dem

über eine dünne ultraschallgesteuert in den Tumor eingeführte

Kanüle ein Hochfrequenzstrom appliziert wird, der

den Tumor gezielt über Hitzeentwicklung zerstört. Über die

Ultraschallkontrolle ist es dabei sogar möglich, die Lage der

Kanüle jederzeit so zu korrigieren, dass oft eine vollständige

Zerstörung des Tumors möglich ist. Begrenzungen der Therapieindikation

ergeben sich durch die Tumorgröße, die Zahl

der Absiedelungen und einiger Begleiterkrankungen. So lässt

sich die Prognose des Patienten bei einer geringen Komplikationsrate

in einem Maße deutlich bessern, dass mehr als

30 Prozent der behandelbaren Patienten die folgenden fünf

Jahre erleben. Auch bei Absiedelungen anderer Tumoren in

der Leber ist es möglich, nach Ausschöpfung chirurgischer

Möglichkeiten und der Chemotherapie die Prognose der Patienten

in einigen Fällen deutlich zu bessern.

Foto: Thomas schäfers


Als wichtige diagnostische Voruntersuchung hob Prof.

Dr. Wolfgang Petermann, Chefarzt der Medizinischen

Klinik im Brüderkrankenhaus, die Spiroergometrie bei

der Beurteilung der Operabilität von Risikopatienten

hervor.

Bei der Frühdiagnostik von Bronchialkar zinomen

nimmt die Autofluoreszenzbronchos kopie einen wichtigen

Platz ein. Dr. Ralf Kröning, Oberarzt der Medizinischen

Klinik im Brüderkrankenhaus, erläuterte in

seinem Vortrag, dass diese Art Bronchoskopie durch

photodynamische Techniken Tumorveränderungen an

der Bronchialschleimhaut frühzeitiger erkennen lässt.

Zum Abschluss der Veranstaltung gab Dr. Hans-

Christian Buschmann, Oberarzt der Medizinischen

Klinik, einen Einblick in die transbronchiale Nadelaspi-

Die Endosonographie ist eine Kombination aus Endoskopie

und Sonographie. An der Spitze eines Gastroduodenoskopes

ist eine miniaturvisierte zehn Millimeter

große Ultra schalleinheit integriert, die hochaufgelöste

Bilder sowohl von der Wand des Verdauungsschlauches

als auch von benachbarten Organen liefert.

Bei der endosonographisch gestützten Feinnadelpunktion

(EUS-FNA) besteht die Möglichkeit der

Punktion eines Prozesses bei kontinuierlicher Ultraschallsicht.

Sowohl aus zahlreichen Studien als auch aus eigenen

Erfahrungen der letzten anderthalb Jahre ist festzustellen,

dass die EUS-FNA eine zuverlässige, sichere,

komplikationsarme und für den Patienten komfortable

Methode zur Gewebegewinnung aus unklaren

Läsionen in unmittelbarer Nähe des oberen Gastrointestinaltraktes

ist.

Das Brüderkrankenhaus ist als vierte

Klinik im Trägerverbund des BBT

e.V. nach proCum Cert inklusive

KTQ zertifiziert worden.

Damit wurde ein wichtiger Abschnitt zur

Qualitätsorientierung und -sicherung abge-

Neue Strategien im Bereich Gastroenterologie

und Pneumologie

Mediziner des Brüderkrankenhauses St. Josef Paderborn

luden zur ärztlichen Fortbildung in den Technologiepark

Paderborn ein.

Unter Echtzeit-Kontrolle (Real-time-biopsy) können

unter anderem mit hoher diagnostischer Treffsicherheit

von bis zu 95 Prozent punktiert werden:

• Tumore und Lymphknoten im hinteren, der Speiseröhre

anliegenden Mediastinum,

• vom Magen aus Lymphknoten im Bereich des Truncus

coeliacus, der eine Lymph-Abfluss-Station vieler

intra- und retroperitoneal gelegener Organe darstellt,

• die linke Nebenniere als relativ häufiger Ort einer

Lungentumor-Absiedlung,

• Raumforderungen der Bauchspeicheldrüse, welche

der Magen- und Duodenalwand direkt anliegt.

Die Sicherung der Histologie ist für die weitere therapeutische

Entscheidung in der Regel von entscheidender

Bedeutung, ob operatives, palliatives, oder neoadjuvantes

Vorgehen angezeigt ist.

Hohe Qualität im Brüderkranken haus

St. Josef Paderborn: Zertifizierung geschafft

schlossen. Mit dieser Zertifizierung gehört das

Krankenhaus zu den rund 110 erfolgreichen

Krankenhäusern von insgesamt rund 2.200 in

Deutschland, die sich in den vergangenen drei

Jahren freiwillig dieser externen strukturierten

Überprüfung der selbst gesetzten Qualitätsmaßstäbe

unterzogen haben.

Mit der Erlangung des Zertifikates untermauert

das Brüderkrankenhaus sein

Bestreben, die angebotenen Leistungen im

Rahmen eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses

ständig zu überprüfen und

weiterzuentwickeln.

Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn

ration (TBNA), die beim Lymphknotenstaging essentiell

für die Therapie des Bronchialkarzinoms ist. Diese kann

mit endobronchialer Ultraschall (EBUS)-Lokalisation

durchgeführt werden und stellt eine effektive und sichere

Methode zur Klärung einer mediastinalen Lymphknotenvergrößerung

dar. Thomas Schäfers

Das ist für die Positionierung des Brüderkrankenhauses

im Wettbewerb und die wirtschaftliche

Zukunft von besonderer Wichtigkeit.

Thomas Schäfers

Hohe Qualität im Brüderkrankenhaus

St. Josef

Paderborn: Zertifizierung

geschafft

Das Brüderkrankenhaus ist als vierte Klinik

im Trägerverbund des BBT e.V. nach

proCum Cert inklusive KTQ zertifiziert

worden.

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Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn

Chefarzt greift zu Hammer und Säge

7. orthopädie-sympo sium in Paderborn

Mit Bohrmaschine, Hammer und

Säge machte sich Privat-Dozent

Dr. Norbert Lindner ans Werk:

Der Chefarzt der Klinik für Orthopädie und

Orthopädische Chirurgie des Brüderkrankenhauses

St. Josef baute beim Gesundheitstag

der Paderborner Klinik im Heinz-Nixdorf-Museumsforum

eine Hüft- und eine

Knieprothese am Kunstknochen ein. Neben

diesem spannenden Ausflug in die Praxis

Die Service-Stände, hier Blutzuckermes sung,

waren den ganzen Tag gut besucht.

News & Facts

Seit dem Auftrag der Generalversammlung

der Vereinten Nationen (VN) im

November 2001 verhandelt die Staatengemeinschaft

eine „umfassende und integrale

internationale Konvention zum Schutz

und zur Förderung der Rechte und der Würde

von Menschen mit Behinderungen“ (VN-Behindertenrechtekonvention).

Ein Jahr ist es her, dass die Experten-Arbeitsgruppe

der VN einen ersten Arbeitsentwurf

für diese achte internationale Menschenrechtskonvention

vorlegte. Nun lud das Bundesministerium

für Gesundheit und Soziale

Sicherung gemeinsam mit dem Beauftragten

der Bundesregierung für die Belange behinderter

Menschen – unter Einbeziehung

des Auswärtigen Amtes – zur Fachkonferenz

„Menschenrechte und Behinderung“ ein. Unter

diesem Stichwort wurden am 22. November

2004 die hochaktuellen Entwicklungen

und Fortschritte bei der Erarbeitung einer VN-

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7. Orthopädie-Symposium

in Paderborn

Gesundheitstag der Klinik für Orthopädie

und Orthopädische Chi rurgie des Brüderkrankenhauses

St. Josef unter dem Motto

„Good Aging – Gesund älter werden“

lockte viele interessierte Bürgerinnen und

Bürger an.

Privat-Dozent Dr. Norbert Lindner (li.)

bei der Arbeit

Ergebnisse der Fachkonferenz „Menschenrechte

und Behinderung“ veröffentlicht

Behindertenrechtekonvention aufgezeigt und

noch bestehende Schwierigkeiten diskutiert.

In vier Arbeitsgruppen erörterten Experten aus

Verbänden, internationalen Nichtregierungsorganisationen,

den VN und den zuständigen

Ministerien vier wichtige und bei den internationalen

Verhandlungen streitige Themen:

• Schutz vor Eingriffen in die Selbstbestimmungsrechte

behinderter Menschen

• Der Diskriminierungsbegriff in der VN-Konvention

für die Rechte von Menschen mit

Behinderungen

• Internationale Kooperation im Bereich der

Rechte von Menschen mit Behinderungen

• Monitoring-Mechanismen für die VN-Konvention

zum Schutz der Rechte von Menschen

mit Behinderungen

Die Ergebnisse sind veröffentlicht und

können direkt beim Bundesministerium für

Arbeit und Soziales www.bmas.bund.de bestellt

werden.

vermittelte der Gesundheitstag unter dem

Motto „Good Aging – Gesund älter werden“

mit vielen Vorträgen für interessierte Bürger

vor allem theoretisches Wissen. Die Aktionsfläche

machte ihrem Namen mit Nordic-

Walking-Kursen und Laufband-Analyse alle

Ehre. Abgerundet wurde die Veranstaltung

mit einer Autogrammstunde mit Fußballern

des Zweitligisten SC Paderborn 07.

Thomas Schäfers

Redaktion Paderborn:

Thomas Schäfers (verantwortlich)

Kontakt: Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn,

Husener Straße 46, 33098 Paderborn,

www.bk-paderborn.de,

Telefon: 05251/702-18 88, Fax: 05251/702-1889,

e-Mail: t.schaefers@bk-paderborn.de

Sozialkatechismus

jetzt auf Deutsch

Der so genannte Sozialkatechismus

der Kirche ist jetzt auch auf Deutsch

zu haben. Der Vorsitzende der Deutschen

Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann,

stellte das Handbuch der kirchlichen

Soziallehre am 1. Februar in Mainz vor.

„Viele Themen werden durch das Kompendium

neu in das Gespräch gebracht.

Dies gibt Anregungen für eine schöpferische

Beschäftigung mit aktuellen Problemen, die

von Fragen wie z. B. dem Recht auf Arbeit bis

zur Umwelt ethik reichen. Das Verhältnis von

Theologie und katholischer Soziallehre wird

neu thematisiert werden. Auch das Verhältnis

zur säkularen Sozialethik kommt wieder auf

die Tagesordnung“, unterstrich Kardinal Lehmann.

Das „Kompendium der Soziallehre der

Kirche“ ist im Herder Verlag, Freiburg erschienen.


Foto: Thomas schäfers

Ausbau der Sektion

Thorax chirurgie im

Brüderkrankenhaus

St. Josef Paderborn

Lungenkompetenzzentrum mit Pneumologie,

onkologie und strahlentherapie

In der Klinik für Chirurgie des Brüderkrankenhauses

wird unter Leitung des

Thorax- und Viszeralchirurgen Dr. Herbert

Anheier seit Jahren eine zunehmende Anzahl

thoraxchirurgischer Eingriffe erfolgreich

durchgeführt.

Im November 2005 gingen aus der Chirurgischen

Klinik die Klinik für Allgemein-,

Viszeral- und Thoraxchirurgie und die Klinik

für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie

entsprechend dem Konzept der fachspezifischen

chirurgischen Ausrichtung des

Hauses hervor.

Die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und

Thoraxchirurgie wird zu den Sektionen Thoraxchirurgie

und Viszeralchirurgie ausgebaut.

Hier wird vom Brüderkrankenhaus einer

sich in den letzten Jahren national und international

abzeichnenden Entwicklung zu

Kompetenzzentren für spezielle Erkrankungsgruppen

Rechnung getragen.

Die fachliche Verknüpfung der Thoraxchirurgie

mit der Pneumologie unter Einbeziehung

der Onkologie und Strahlentherapie (Radioonkologie)

machen eine der Lungenerkrankung

des Patienten entsprechende klinische Behandlung

mit optimierten Wegen und fachübergreifenden

Lösungen auf hohem diagnostischen

und therapeutischen Niveau möglich.

Hier erfolgt die Orientierung am Patienten

und seiner Erkrankung mit allen erforderli-

chen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten

im Sinne eines klinisch optimierten

Behandlungspfades (clinical pathway).

Dr. Scholz verstärkt das Team

Zur Verstärkung und zum Ausbau der personellen

und fachlichen Kompetenz wurde

mit Oberarzt Dr. Guido Scholz ein weiterer

Thoraxchirurg verpflichtet und mit der Ausweitung

der Thoraxchirurgie betraut. Scholz

ist Facharzt für Chirurgie mit der Schwerpunktbezeichnung

Thoraxchirurgie. Er war

zuvor sechs Jahre bei Dr. Dietmar Frey in der

Thorax- und Kardiovaskularchirurgie im Klinikum

Ibbenbüren tätig.

Das medizinische Leistungsspektrum

des Schwerpunktes Thoraxchirurgie umfasst

einerseits die operative Funktionsbeurteilung

und Diagnostik von Lungenerkrankungen

im Verbund mit der Pneumologie und andererseits

die operative Therapie von Lungenerkrankungen

wie gutartiger und bösartiger

Tumore der Lunge, des Rippenfells, des

Mittelfellraums und der Brustwand, Eiterungen

der Lunge und des Brustraumes, die

operative Sanierung bei unspezifischen und

spezifischen Infektionen (Tuberkulose, Aspergillose

etc.) und anderer Lungenerkrankungen.

Außerdem werden chronische Ergüsse,

Heilungsstörungen am knöchernen Brustkorb

und am Brustbein, Lungenfesselungen und

Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn

Arbeiten sehr eng zusammen: Chefarzt

Dr. Herbert Anheier (li.) und Oberarzt Dr.

Guido Scholz tauschen sich regelmäßig über

Diagnosen und Therapien ihrer Patienten aus.

Ausbau der Sektion

Thoraxchirurgie im

Brüderkrankenhaus

St. Josef Paderborn

Die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und

Thoraxchirurgie wird zu den Sektionen

Thoraxchirurgie und Viszeralchirurgie

ausgebaut.

Lungenemphyseme chirurgisch behandelt.

Hinzu kommen Operationen am Zwerchfell

und die thorakale Verletzungsversorgung. Bei

gegebener Indikation kommen Videoassistierte

(VATS) oder Minimalinvasive Verfahren

(MIC) zum Einsatz.

Interdisziplinär optimal

versorgt

Besonderer Wert wird neben einem hohen

fachlichen Niveau in der Thoraxchirurgie auf

die perioperative Schmerzbehandlung durch

spezielle Verfahren und die psychoonkologische

Mitbetreuung und Seelsorge der Patienten

gelegt.

Ziel ist eine vom Patienten und der Erkrankung

ausgehende fachübergreifende

Vernetzung zur optimalen Betreuung und

Behandlung der Betroffenen, der sich alle verpflichtet

fühlen. Thomas Schäfers

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Der Jakobs-Pilgerweg

führt durch die Einrichtung

der Barmherzigen Brüder

in Rilchingen

Im Frühjahr 2006 wird das Saarland um

eine Attraktion reicher sein. Eine Etappe

des St. Jakobus-Weges startet am Kloster

Hornbach und führt über den südlichen Bliesgau

über Saarbrücker Gemarkungen bis nach

Metz.

Das Jakobsweg-Projekt soll vor allem zum

Katholikentag viele Pilger anlocken. Es wurde

eine Nord- und Südroute angelegt. Beide Strecken

sind rund 120 km lang und folgen der

alten Pilgerachse, die einst von Speyer nach

Lothringen führte. Die Südroute wird durch

unsere Einrichtung führen – allerdings ist der

genaue Wegverlauf noch in Planung. Doch im

Frühjahr 2006 soll alles fertig sein. Die Routen,

die Beschilderung – mit der bekannten

Jakobsmuschel als Wegweiser –, die Infobroschüren

mit dem Namen unseres Hauses; darin

enthalten der Hinweis auf die Möglichkeit

der Unterkunft in unseren Gästezimmern und

des Mittagsmahles in unserer Cafeteria sowie

Landkarten, wo ebenso unsere Einrichtung

eingetragen wird. Die offizielle Eröffnung mit

Herrn Stadtverbandspräsident Burkhart erfolgt

am 2. März um 12 Uhr.

Hintergrund des Jakobs-Pilgerweges ist

der seit über 1.000 Jahren hindurch betriebene

Wallfahrtsweg zum Grab des Heiligen Jakobus

im spanischen Santiago de Compostela. Im

Mittelalter war dieser Wallfahrtsort neben Je-

Spatenstich zum Jakobspilgerweg am 3.3.2006

rusalem und Rom der drittwichtigste in der gesamten

Christenheit, und noch heute pilgern

jährlich Millionen von Menschen zum Grab

des Heiligen Jakobus. Die Legende überliefert,

dass der Apostel Jakobus der Ältere – nach seinem

Märtyrer-Tod im Jahre 44 – nach Galicien

überführt und in Santiago de Compostela

begraben wurde. Um das Jahr 813 wurde das

Grab des Apostels Jakobus, der in Spanien den

Namen Santiago (St. Jakob) erhielt, entdeckt.

Die Entdeckung des Apostelgrabes verbreitete

sich schnell in ganz Europa und von überall

her machten sich fortan Jakobspilger auf den

Weg nach Santiago de Compostela.

Eine Blütezeit erlebten diese Pilgerfahrten

im 11. und 15. Jahrhundert. Der Jakobsweg

wurde zum wichtigsten europäischen Pilgerweg.

1987 hat der Europarat den Jakobsweg

zur ersten europäischen Kulturstraße erklärt.

Heute ist der Weg bereits auf den meisten Stre-

cken quer durch Europa ausgeschildert mit

einer kleinen Muschel, der Jakobsmuschel.

Nun gilt es, den Anschluss vom pfälzischen

Hornbach durch unsere Einrichtung in

Rilchingen – über Welferding – bis nach Metz

zu führen.

Schon 1996 und 2002 pilgerten zwei Wallfahrtsgruppen

der Barmherzigen Brüder zum

Grab des Heiligen Jakobus. Es ist beeindruckend,

diesen Weg zu gehen, und es ist faszinierend,

dass er durch unsere Einrichtung führt.

Die Ordensgemeinschaften waren immer

schon Herberge für Pilger auf dem Jakobsweg.

Und so freuen wir uns, dass wir in unseren

Gästezimmern Pilger auf dem Jakobsweg empfangen

dürfen und – soweit sie bei uns nicht

übernachten können oder wollen – wenigstens

bei uns den Pilgerteller bei Herrn Maldener

genießen können.

Offiziell werden wir mit dieser Übernachtungsmöglichkeit

im Buch der Jakobus-Gesellschaft

und Jakobus-Bruderschaft geführt werden

und wir werden uns in den verschiedenen

Info-Broschüren und Landkarten des Stadtverbandes

und des Saar-Pfalz-Kreises befinden.

Wir freuen uns, unseren schönen Park

und das Haus St. Josef mit seiner wunderschönen

Kapelle für Pilger auf dem Jakobsweg zur

Verfügung stellen zu können.

Zur Zeit arbeiten auf unserem Gelände

15 Jugendliche, um diesen Weg zu erschließen

und zu befestigen sowie einen Rastplatz

zwischen den Quelltürmen zu errichten. Diese

15 Jugendlichen sind über das AZB des Stadtverbandes

Saarbrücken als 1-Euro-Kräfte bei

uns tätig und stellen u. a. auch noch die Wegeführung

bis zur französischen Grenze her.

Die Barmherzigen Brüder nehmen damit an

einem wichtigen – auch touristischen und

spirituellen – Projekt des Stadtverbandes teil.

Doris Schwaben

Redaktion Rilchingen:

Alfred Klopries (verantwortlich)

Kontakt: Barmherzige Brüder Rilchingen,

Peter-Friedhofen-Straße 1, 66271 Kleinblittersdorf/

Rilchingen, www.bb-rilchingen.de,

Telefon: 06805/960-1131, Fax: 06805/960-1134

e-Mail: a.klopries@bb-rilchingen.de


Um- und Neubau im

Altenheim Münstermaifeld

Im Altenheim St. Josef in Münstermaifeld

wurden einige größere Bauabschnitte

und Umbaumaßnahmen beendet. Mit

der Übernahme der Trägerschaft durch die

Barmherzigen Brüder im Jahr 1999 war die

Absichtserklärung des Trägers verbunden, das

Altenheim St. Josef baulich und fachlich auf

den Stand der Zeit zu bringen. Im Juni 2004

begannen aus diesem Grund weit reichende

Baumaßnahmen.

Sie waren notwendig geworden, weil die Ausstattung

nicht den Ansprüchen eines zeitgemäßen,

modernen Altenheims entsprach. In den bisher

drei Häuserblocks St. Josef, St. Marien und St.

Martin waren die Sanitäranlagen z. T. veraltet.

Nur auf St. Marien gab es Einzelzimmer mit eigener

Nasszelle, auf St. Josef Doppelbadnutzung

und auf St. Martin Einzelzimmer aber mit gemeinsamen

Toilettenanlagen auf den Fluren.

Ebenso gab es keine eigenen Speiseräume,

hierzu wurden Aufenthaltsräume als Behelfslösung

umfunktioniert. Ein weiterer Nachteil

lag darin, dass die Räumlichkeiten kaum Tageslicht

bekamen und oft wenig freundlich

wirkten. Zudem erschwerte die Aufteilung der

Wohngruppen über jeweils drei Ebenen den

täglichen Betrieb sowohl für die Bewohner als

auch für die Mitarbeiter.

Die Neugestaltung des Hauses bedeutet für

Bewohner und Mitarbeiter in vielen Bereichen

eine erhebliche Verbesserung.

Für fast alle Bewohner gibt es jetzt Einzelzimmer

mit eigenem Bad, was die Wohnqualität

maßgeblich steigert. Alle Zimmer sind ausgestattet

mit Telefon- und Fernsehanschluss.

Auf jeder Ebene sind ansprechende Gruppen-,

Speise-, und Aufenthaltsräume geschaffen

worden, die als Begegnungsmöglichkeit oder

als Ort für Angebote genutzt werden könnten.

Durch eine stilvolle Einrichtung und den hohen

Anteil von Tageslicht sind diese Räume

schnell als Treffpunkte zum geselligen Beisammensein

angenommen worden .

An die Demenzerkrankten wurde bei der

Umbaumaßnahme in besonderer Weise ge-

dacht. Es entstand eine Gruppe mit 26 Betten

und einem geschützten Außenbereich mit

Garten und Terrasse. Bei dieser Gruppe wird

es eine offene Wohnform mit Küche geben, in

der mit Bewohnern gekocht werden kann. Das

Pflegebad der Dementengruppe soll als Therapiebad

mit Musikdusche und Lichteffekten

ausgebaut werden.

In einem der weiteren Schritte werden die

Außenanlagen mit neu gestaltetem Haupteingang

und einer schönen Gartenanlage u. a.

mit verschiedenen Sitzmöglichkeiten und einem

Rundweg um die gesamte Einrichtung

entstehen.

Die Mitarbeiter profitieren von der Neugestaltung

zusätzlich dadurch, dass sich jetzt

jede Wohngruppe auf einer Ebene befindet

(Erdgeschoss St. Elisabeth, 1. Obergeschoss St.

Martin, 2. Obergeschoss St. Marien). Das erspart

Treppenlaufen. Außerdem liegen die neu

gestalteten Dienstzimmer strategisch günstig,

so dass es auch auf den einzelnen Ebenen kürzere

Wege gibt.

Brand- und Hygieneeinrichtungen wurden

auf den neusten Stand gebracht. Durch

einen Aufzug sind alle Ebenen problemlos

zu erreichen und durch großzügige Nottrep-

Barmherzige Brüder Saffig

penhäuser ist im Evakuierungsfall eine gute

Abwicklung gewährleistet.

Eine öffentliche Cafeteria und ein Friseursalon,

die im Eingangsbereich des Altenheimes St.

Josef Platz finden werden, sollen Bewohner wie

Anlieger gleichermaßen einladen. Sie werden

dazu beitragen, die Lebens- und Wohnqualität

im Altenheim zu erhöhen und die Einrichtung

auch zu einem Anziehungspunkt

Bilder v. l. n. r.:

hier trifft man sich gern zu

unterhaltung und spiel: einer der

neuen aufenthaltsräume.

der noch eingerüstete aber bereits

bewohnte neubau.

noch etwas arbeit:

hier entsteht ein innenhof.

ein Blick aus dem neubau in den hof,

der in diesem Jahr neu gestaltet wird.

für die Bürger Münstermaifelds und der Umgebung

zu machen.

Bewohner wie Mitarbeiter freuen sich

nun, eine erste große Teilstrecke im Rahmen

der Baumaßnahmen zurückgelegt zu haben,

wenn auch noch einiges, wie unter anderem

ein Teilabriss und Außenarbeiten, Leben und

Arbeiten im Altenheim St. Josef in naher Zukunft

beeinflussen werden. Frank Mertes

Redaktion Saffig: Otmar Lohner

(verantwortlich), Frank Mertes, Jörg Nagel

Kontakt: Barmherzige Brüder Saffig,

Pöschstraße 18, 56648 Saffig, www.bb-saffig.de,

Telefon: 02625/31-124, Fax: 02625/31-922,

e-Mail: o.lohner@bb-saffig.de

1/06

27


Bruder Vitalis Klur verabschiedet

im Januar wurde Bruder Vitalis von seinem amt als hausoberer

der Barmherzigen Brüder saffig verabschiedet. Trotz seiner

71 Jahre geht er allerdings noch nicht in den ruhestand:

er ist weiterhin im Vorstand des Barmherzige Brüder Trier e.V.

und als Konventoberer an seinem Koblenzer Wohnsitz aktiv.

Zahlreiche Gäste waren der Einladung

zu der Feierstunde gefolgt, die mit

einer Vesper in der Pfarrkirche begann,

gestaltet von Klienten und Mitarbeitern

der Einrichtung sowie dem Klosterchor unter

Leitung von Ottmar Freitag. Im prallgefüllten

Café „Schänzchen“ begrüßte anschließend

der Kaufmännische Direktor Werner Mayer die

bunte Schar der Abschiedsgäste: Ordensleitung

und Mitbrüder, Geschäftsführung und Hausleitung,

Klienten und Mitarbeiter sowie viele Bürger

und Vereinsvertreter. Verbandsbürgermeister

Klaus Bell und Ortsbürgermeister Karl-Heinz

Hoffmann dankten in ihren Ansprachen dem

Scheidenden für sein Schaffen und das vertrauensvolle

Miteinander. Der Provinzobere Bruder

Pankratius und Geschäftsführender Vorstand

Bild rechts oben: dieter sill (links)

und hubert iking überreichen

ein abschiedspräsent der saffiger

Feuerwehr.

Bild rechts unten: Br. Vitalis und

Provinzoberer Br. Prankratius

lauschen den Worten von

Verbands bürger meister Klaus Bell.

KURZ UND GUT

Förderverein Alten- und Altenpflegeheim

St. Josef Münstermaifeld

stiftet Vogelbauer

Was vor vielen Jahren mit einem Kanarienvogel begann,

ist heute aus dem Aufenthaltsraum des Alten- und Altenpflegeheims

St. Josef nicht wegzudenken. Der Vogelkäfig,

in dem mittlerweile schon einige Generationen des Federviehs

zur Freude von Bewohnern und Personal eine Heimstatt gefunden haben.

Doch der Zahn der Zeit nagte nicht nur an der Bausubstanz des

Heimes: Selbst der Vogelkäfig war in die Jahre gekommen. Schnell half

auch hier der Förderverein unter dem Vorsitz von Marie-Luise Kluge. So

konnten die Vögel schon Ende 2005 in ihr neues Heim ziehen.

28 1/06

Günter Mosen ließen das Wirken Bruder Vitalis

noch einmal Revue passieren.

Zwei Jahre nach seinem Ordenseintritt

1955 wurde Bruder Vitalis – noch als Novize

– nach Brasilien entsandt. Er absolvierte eine

Ausbildung zum Krankenpfleger, lernte die

Landessprache – er spricht portugiesisch so

fließend wie deutsch – und war maßgeblich

am Aufbau der Einrichtungen in Porto Alegre

Fotos: Peter Thiessen

und Maringa beteiligt. 1974 kehrte er nach 17

Jahren zurück nach Deutschland, und zwar

nach Saffig. Hier blieb er zehn Jahre, die letzten

sechs als Hausoberer. 1984 verabschiedete

er sich wieder nach Brasilien. Nach zehn Jahren

in Übersee, zwei Jahren in Rom und weiteren

zwei auf dem Schönfelderhof in der Eifel

kehrte er 1999 zurück nach Saffig. Aufgrund

seiner hervorragenden Sprach- und Landeskenntnisse

ist Bruder Vitalis immer wieder als

Berater und Dolmetscher für die Niederlassungen

in Brasilien tätig.

Bis ein neuer Hausoberer in Saffig

be nannt wird, nimmt sein bisheriger Stellvertreter,

der Theologe Frank Mertes, diese Funktion

wahr.

Bruder Linus mit seinem kommissarischen

Nachfolger Frank Mertes (links) und dem

Kaufmännischen Direktor Werner Mayer

25 Jahre Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft

Mayen-Andernach (PSAG)

Mit einem Beratungsführer für Menschen in Notlagen und

persönlichen Krisen fing es 1982 an. 25 Jahre später feiert

die Arbeitsgemeinschaft Jubiläum und blickt zuversichtlich

in die Zukunft. Als „Mahner und Impulsgeber“ und „Motor“ für den

Ausbau und die Vernetzung der verschiedenen Hilfsangebote beschreiben

die Sprecher die Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft. Und in der Tat,

die Bilanz kann sich sehen lassen: Die verschiedenen Angebote in der

Region sind heute besser aufeinander abgestimmt und vernetzt, so dass

die PSAG mittlerweile auch ein wichtiger Gesprächspartner für die Politik

ist. Die zunehmende Professionalisierung lässt sich übrigens auch gut an

der Entwicklung des Beratungsführers nachvollziehen. Wurden die ersten

Exemplare teilweise noch handschriftlich erstellt, informiert heute unter

www.beratungsfuehrer-myk.de eine breitgefächerte Datenbank mit über

280 Angeboten.


Effektive

Barmherzige Brüder Schönfelderhof

Notfallintervention

erster defibrillator in den einrichtungen des ressorts 4 des BBT e.V.

im Januar fand durch den repräsentanten des

deutschen roten Kreuzes Bitburg, matthias

neumann, die übergabe eines defibrillators an

die hausleitung des schönfelderhofs statt.

Vorausgegangen war, dass ein Mitarbeiter des Schönfelderhofs,

Torsten Deutsch, im Rahmen des PRIMA-Ideenmanagements

die Anschaffung eines solchen Geräts vorgeschlagen

hatte. Hinter der Idee stand das Ziel, möglichst rasch

lebensrettende Maßnahmen bei Herz-Kreislauf-Störungen einzuleiten,

um so die Interventionszeit, die der Notarztwagen benötigt, zu

verkürzen. Somit können durch den Defibrillatoreinsatz wertvolle

und nicht zuletzt lebensrettende Minuten eingespart werden.

Neumann, neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit beim DRK

hauptamtlich als Leiter der Krankenhaushygiene im Brüderkrankenhaus

in Trier tätig, wusste seinerseits über den erfolgreichen Einsatz

solcher Geräte außerhalb des medizinischen Bereiches (z. T. in öffentlichen

Einrichtungen, Verwaltungen oder Firmen) zu berichten.

Besonders erfreut war er außerdem, dass der Schönfelderhof die

erste Einrichtung des Geschäftsbereichs Soziale Rehabilitation, Psychiatrie

und Altenhilfe des Trägers Barmherzige Brüder Trier e.V. ist, die

einen Defibrillator im Rahmen der Notfallintervention einsetzt.

Foto: Wolfgang Junker, Schönfelderhof

Defibrillator

Ein Defibrillator ist ein Gerät zur Defibrillation (Behandlungsmethode

gegen lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen) und Kardioversion

(Wiederherstellung des normalen Herzrhythmus). Das

Gerät besteht aus einem Akkumulator, dessen Energie durch große

Kontaktelektroden auf den Brustkorb übertragen wird. Es gibt externe

Defibrillatoren und interne (implantierte miniaturisierte automatische)

Defibrillatoren z. B. für Schrittmacherpatienten.

Damit der Herzmuskel seiner Pumpfunktion nachgeht, wird er regelmäßig

mit elektrischen Impulsen erregt. Wird die Entstehung

dieser Erregung oder ihre Ausbreitung über das ganze Herz gestört,

kann dies eventuell zu Flimmern oder Flattern des Vorhofes oder

sogar der Kammern führen. Letzteres hat zur Folge, dass kein Blut

mehr ausgeworfen werden kann und der Körper nicht mehr mit

Sauerstoff versorgt wird. Diese Situation ist lebensbedrohlich!

Der sofortige Einsatz eines Defibrillators bewirkt, dass dem Herzen

von außen her elektrische Schocks zugeführt werden und es infolgedessen

wieder im gewohnten Rhythmus schlagen kann. Der Einsatz

eines Defibrillators kann somit das Überleben sichern. Solche Defibrillatoren

gibt es auch für Laien. Sie ermöglichen es, im Notfall

einen Betroffenen mit Kammerflimmern zu retten.

übergabe des defibrillators

durch matthias neumann

1/06

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interessensvertreter der ordensgemeinschaft

Wechsel: Neuer Hausoberer

auf dem Schönfelderhof

erstmals übernimmt seit über 80 Jahren ein nichtordensbruder das amt des hausoberen. mit

der aufgabe wird Werner schmitz, diplom-Betriebswirt und diplom-religionspädagoge von der

ordensgemeinschaft der Barmherzigen Brüder Trier e.V. betraut. schmitz tritt damit die nachfolge

des aus altersgründen ausscheidenden Bruder Linus Wurm an.

Der Beginn des Festaktes führte alle

Gäste in die Kapelle des Schönfelderhofes,

wo Pfarrer Bernd Seibel

einen Gottesdienst zelebrierte. Für die musikalische

Gestaltung sorgten der Kirchenchor

St. Remigus und der Organist Stephan Kreutz.

Seibel betonte, dass Br. Linus nicht wie ein

Sozialmanager nur verwaltungstechnisch gewirkt

habe, sondern die seelsorgerischen Aufgaben

ins Zentrum seines täglichen Handelns

gestellt habe. Überrascht wurde Br. Linus, ein

bekennender FC-Schalke-04-Fan, vom Geschenk

der Pfarrgemeinde: Eine Eintrittskarte

für die Veltins-Arena auf Schalke.

Br. Linus geht

Von der Kapelle ging es in die Peter Friedhofen

Halle, dem Zentrum des 1987 eröffneten

Wohndorfes. Hier begrüßte der Kaufmännische

Direktor Fred Olk die Gäste. Br. Pankratius,

Provinzoberer der Barmherzigen Brüder

Trier e.V., verabschiedete Br. Linus, der weiterhin

als Konventoberer auf dem Schönfelderhof

bleiben wird, und zeichnete mit

seinem Rückblick das Wirken von Br. Linus

auf. Br. Pankratius fand auch noch persönliche

Worte und sagte: „Br. Linus, es ist die

Zeit gekommen, Dinge neu zu ordnen, neue

Prioritäten zu setzen. Nach so vielen Jahrzehnten

des Schaffens und des Leitens ist das

sicherlich nicht immer einfach, aber wie ich

Dich kenne, bist Du lern- und gestaltungsfähig.“

Er wünschte Br. Linus, dass er noch

viele Jahre so bleiben möge wie er sei, ein in

sich gestandener und in seinem Innersten

ruhender Mensch mit Überzeugungen, Wertesystem

und Persönlichkeit.

Von den Mitarbeitern des Schönfelderhofes

überreichte die MAV-Vorsitzende Anne

Müller Br. Linus ein Trikot seines Lieblingsvereins

Schalke 04 mit der für sein Alter stehenden

Nummer 75.

30 1/06

Fotos: Peter Mossem, Schönfelderhof

Werner Schmitz kommt

Br. Alfons-Maria Michels, Geschäftsführender

Vorstand der Barmherzigen Brüder Trier e.V.,

begrüßte und führte in seiner Ansprache Werner

Schmitz als Hausoberen des Schönfelderhofes

ein.

Dabei betonte er, dass es sicherlich eine besondere

Herausforderung sei, als erster Nichtordensbruder

Hausoberer auf dem Schönfelderhof

zu sein. Br. Alfons-Maria Michels

erläuterte, dass Schmitz als Interessensvertreter

der Ordensgemeinschaft sich für den Ordens-

und damit für den christlichen Unternehmensauftrag

einsetzen werde. Schmitz werde dies als

Führungsperson in der Gesamteinrichtungsleitung

teamorientiert wahrnehmen, um christliche

Spiritualität im seelsorgerischen Handeln

erfahrbar werden zu lassen.

Außerdem wünschte er Schmitz, dass er

seine Leidenschaft und seine Sensibilität für

den von Gott geliebten Menschen in der Aufgabe

des Hausoberen und in der seelsorglichen

Begleitung einbringen könne.

Peter Mossem

Bilder von oben nach unten:

die maV-Vorsitzende des schönfelderhofes

anne müller überreicht Br. Linus ein Trikot

seines Lieblingsvereins FC schalke 04.

Fred olk, Kaufmännischer direktor des

schönfelderhofes, begrüßt die gäste und

geht dabei auf den anlass des Festaktes ein.

zweiter von rechts: Br. Linus, erster von rechts:

Werner schmitz.

zahlreiche mitarbeiter, Bewohner des

schönfelderhofes, sowie Kommunalpolitiker

und Bürger der Fidei verabschieden Br. Linus

und begrüßen den neuen hausoberen

Werner schmitz.

Br. Linus, Werner schmitz, Br. alfons-maria

michels und Br. Pankratius (v. r. n. l.) während

der zahlreichen grußworte


etwas Besonderes für die ohren und den gaumen

Die Gäste erlebten einen deftigen,

herzerfrischenden und unterhaltsamen

Abend der ganz im Zeichen

der heimischen Mundart stand.

Von den Akteuren wurden unter anderem

„Stückelcher“ vom Hausputz, von einer

Wallfahrt nach Klausen, von „Lausereien“

eines Großvaters und von unvergesslichen

Kindheitseindrücken im Dialekt vorgetragen.

Fremdsprachlich anmutende Begriffe wie

„Oafreidoch“ (Abtrockentuch) oder „Boomkomolter“

(Eichhörnchen) und die Songs der

„Troulichter“ im Kordeler-Platt sorgten für

einen stimmungsvollen Abend.

Barmherzige Brüder Schönfelderhof

Das Faulenzerlied, der Kylltal-Blues

der Bürgermeister der Verbandsgemeinde

Trier-Land Wolfgang reiland krönte mit einer

gesangseinlage den stimmungsvollen abend.

Musik-Erlebnistage:

Jedes Jahr veranstaltet die Verbandsgemeinde

Trier-Land sogenannte Musik-

Er lebnistage. Dabei wird mit verschiedensten

Events besonders die Kultur und das

Brauchtum der Region gepflegt.

mit ihren songs im Kordeler-Platt sorgten „de Troulichter“ für stimmung.

ein Fideiteller

ein unter haltsamer abend ganz im zeichen

der heimischen mundart

ende des letzten Jahres fand eine Veranstaltung der musik-er leb-

nistage der Verbandsgemeinde Trier-Land mit dem Titel „oh renschmaus“

in der Bernhards-Klause des schönfelderhofes statt.

Küchenmeister arnold möseler kreierte den

deftigen Fideiteller.

Serviert wurde den Gästen dazu ein deftiger

Fideiteller, der den gelungenen Abend geschmacklich

abrundete. Peter Mossem

Redaktion Schönfelderhof:

Peter Mossem (verantwortlich)

Kontakt: Barmherzige Brüder Schönfelderhof,

54313 Zemmer, www.bb-schoenfelderhof.de,

Telefon: 06562/3453, Fax: 06562/932596,

e-Mail: gpa.fidei@bb-schoenfelderhof.de

1/06

31


Fotos: Krankenkhaus der Barmherzigen Brüder Trier

Krankenhaus der

Barmherzigen Brüder Tr ier

Sicherer Infektionsschutz in Trier

Krankenhaus der Barmherzigen Brüder

Trier eröffnet am 16. Januar 2006 neue

infektionsstation mit ministerin malu dreyer

Tagesaktuell wird diskutiert,

welche gefahren durch die

Vogelgrippe drohen und ob

die Bevölkerung ausreichend

geschützt ist. doch wer

bei infektionskrankheiten

nur an ebola oder Lassa-

Fieber denkt, übersieht, dass

hochinfektiöse erkrankungen

wie Tuberkulose oder

hepatitis durch Ferienreisen

und zuwanderung auch in

deutschland zunehmen.

Auch das Auftreten und die Ausbreitung

von Aids und einer neuen Variante

der Creutzfeld-Jakob-Krankheit

sind hierfür erschreckende Beispiele.

Schätzungen gehen davon aus, dass es sich in

Deutschland bei 25 bis 30 % aller Diagnosen

und Behandlungen um Infektionskrankheiten

oder infektiöse Komplikationen handelt.

Mit einer vollständigen Neufassung des Infektionsschutzgesetzes

(IfSG) im Jahr 2000

hat der Gesetzgeber auf diese Entwicklungen

reagiert.

32 1/06

Die medizinische und pflegerische Betreuung

von Infektionspatienten gehört seit 1902 zum

Aufgabengebiet des Brüderkrankenhauses in

Trier. Eine umfassende Analyse der Versorgungsangebote

im Jahr 2003, die gemeinsam

mit den Gesundheitsbehörden der Stadt Trier

und des Landes Rheinland-Pfalz vorgenommen

wurde, zeigte, dass die bestehenden Möglichkeiten

nicht mehr ausreichen, um eine

angemessene Versorgung nach den Vorgaben

des neuen Infektionsschutzgesetzes sicherzustellen.

Aus diesem Grund entschloss sich

das Haus für eine umfassende Modernisierung,

die durch Landeszuschüsse in Höhe von

1.180.000 Euro und Eigenmittel in Höhe von

320.000 Euro gefördert wurde.

Die neue Infektionsstation im Erdgeschoss

des Hauses St. Johann auf dem Gelände

des Brüderkrankenhauses verfügt über

insgesamt elf Behandlungsräume und ist

in der Lage, bis zu 15 Patienten mit hochinfektiösen

Erkrankungen entsprechend der

Vorschriften des Gesetzgebers aufzunehmen

und zu versorgen. In der Praxis werden

hauptsächlich Patienten mit Tuberkulose,

infektiösen Durchfall- und Viruserkrankungen

sowie HIV versorgt.

„Unsere Aufgabe ist die Sicherstellung des

Versorgungsauftrages, wie er im Infektions-

(v.l.n.r.): absolut virenfrei präsentierten sich

Chefarzt Prof. dr. Christian Kölbel, Kaufmännischer

direktor andreas Latz, BBT-Vorstandsmitglied

Ludwig Klarl, ministerin malu

dreyer, hausoberer Br. Peter Berg und der

Ärztliche direktor Prof. dr. hans-Peter Busch

beim traditionellen gruppenbild zur eröffnung

der infektionsabteilung.

schutzgesetz vorgeschrieben ist. Hier haben

wir als Krankenhaus eine besondere Verpflichtung,

die wir mit den neuen Möglichkeiten

nun medizinisch optimal erfüllen können“,

unterstreicht Prof. Dr. med. Christian Kölbel,

verantwortlicher Chefarzt des Brüderkrankenhauses,

das Ziel der Modernisierung.

Die neue Infektionsstation am Krankenhaus

der Barmherzigen Brüder Trier wurde

am 16. Januar 2006 gemeinsam mit der Ministerin

für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit

des Landes Rheinland-Pfalz, Malu

Dreyer, eröffnet. Martin Fuchs

Klinikhygieniker matthias neumann und der Klinikhygieniker matthias

stationsleiter der infektionsabteilung, richard Born, neumann erklärt den „BioBag“.

Klinikhygieniker Matthias Neumann und der Stationsleiter der Infektionsabteilung, Richard

demonstrieren das anziehen eines schutzanzuges er dient dem Transport von

Born, demonstrieren das Anziehen eines Schutzanzuges inkl. Haube, die den Mutarbeiter Dr.

inkl. haube, die den mitarbeiter dr. Kasper über Patienten, die an besonders

Kasper über ein Aggregat, das als Gürtel getragen wird, mit gefilterter Frischluft versorgt.

ein aggregat, das als gürtel getragen wird, mit schweren infektionskrankheiten

gefilterter Frischluft versorgt.

leiden.


Neuer Kurs „Diabetes-Beauftragte“ für das Brüderkrankenhaus

Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier

Pflegepersonal im Kurs für

Diabetes-Beauftragte

Gleich zu Beginn des neuen Jahres 2006 starteten 25 Schwestern

und Pfleger mit einer intensiven Fortbildung zum

Thema Diabetes mellitus. Für drei Tage wurden sie vom

Team der Diabetes-Ambulanz geschult und auf den neuesten Stand

gebracht. Nicht nur theoretischer Unterricht füllte den Stundenplan,

insbesondere praktische Übungen standen im Vordergrund. Allein die

Vielzahl neuer Geräte zur Blutzuckerbestimmung oder Insulininjektion

machen es erforderlich, sich in diesem Bereich auf den neuesten

Informationsstand zu bringen. Immer mehr Patienten sind mit

diesen Hilfsmaterialien ausgestattet und brauchen Anleitung oder

ergänzende Information. Das gehört inzwischen zum Standard, denn

schließlich haben ca. 25 % aller Patienten im Hause auch Diabetes

(Tendenz steigend).

Darüber hinaus fand

während dieser Fortbildung

ein reger

Das Brüderkrankenhaus startet Ini tiative

zur Verbesserung der Patientenbetreuung

mit Diabetes mellitus.

Austausch zwischen einzelnen Abteilungen statt. So konnten Mängel in

der Versorgung von Menschen mit Diabetes angesprochen werden, und

es wurden gemeinsam Lösungen erarbeitet.

Bestimmte Themenbereiche können von den Teilnehmern während

einer zusätzlichen zweitägigen Hospitation in der Diabetes- und

Fußambulanz vertieft werden. Nach Beendigung dieser Maßnahme

befinden sich dann auf nahezu jeder Station im Brüderkrankenhaus

Diabetes-Beauftragte als Ansprechpersonen. Diese stehen in engerem

Kontakt mit der Diabetes-Ambulanz, so dass eine noch professionellere

Versorgung der Patienten gewährleistet wird. Claudia Schwarz

im november wurde das akademische Jahr 2005/2006 mit

einem gottesdienst in der augustinuskapelle am Krankenhaus der

Barmherzigen Brüder Trier eröffnet. im rahmen eines feierlichen

Festaktes wurden die neuen studentinnen der medizin im Praktischen

Jahr willkommen geheißen. Verabschiedet wurden gleichzeitig die

Ärztinnen des erfolgreichen Jahrgangs 2004/2005, die ihr Praktisches

Jahr absolviert und erfolgreich das dritte medizinische staatsexamen

abgelegt haben. das

Brüderkrankenhaus

gratuliert den

22 Ärztinnen zur

bestandenen

medizinischen

ausbildung.

Redaktion Trier:

Michael Mayer (verantwortlich)

Kontakt: Krankenhaus der Barmherzigen Brüder

Trier, Nordallee 1, 54292 Trier, www.bk-trier.de,

Telefon: 0651/208-1436, Fax: 0651/208-1409,

e-Mail: m.mayer@bk-trier.de

1/06

33


Krankenhaus der

Barmherzigen Brüder Tr ier

Aktionstag Schlaganfall

Basierend auf der idee eines mitarbeiters fand im november im

Krankenhaus der Barmherzigen Brüder zum zweiten mal ein

aktionstag zum Thema schlaganfall statt. neben Pflegekräften,

Logopäden, ergo- und Physiotherapeuten, waren auch

Betroffene und ihre angehörigen sowie interessierte eingeladen.

Jährlich erleiden in Deutschland ca.

200.000 Menschen einen Schlaganfall.

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation

ist der Schlaganfall weltweit

die häufigste Todesursache neben den Herz-

Kreislauf-Erkrankungen. Der Schlaganfall

stellt außerdem die häufigste Ursache für eine

lebenslange Behinderung im höheren Lebensalter

dar. Zunehmend sind auch jüngere Menschen

betroffen.

Auch Medizinische Dokumentationsassistenten

und Ergotherapeuten in der Berufsausbildung

an der Euro-Schule Trier erhielten

die Möglichkeit, sich über den Schlaganfall,

seine Ursachen, Heilungschancen und Rehabilitationsmaßnahmen,

aber auch alternative

Therapien, wie z. B. die Aromapraxis und die

Musiktherapie zu informieren.

Time is brain

Im Eingangsreferat machte Dr. Bernd Bohnert,

Chefarzt der Neurologie, die Bedeutung

dieses Aktionstages deutlich. Er wies auf die

hohe Unkenntnis in der Bevölkerung über

Prävention und die Brisanz der Erkennung

von Warnsignalen hin. Zudem verdeutlichte

er die Wichtigkeit raschen und zügigen Han-

Interessierte und Betroffene erhalten

Auskunft über folgende Adresse:

Selbsthilfegruppe Schlaganfall, Trier

In Zusammenarbeit mit der Stiftung Deutsche

Schlaganfall Hilfe, Gütersloh

Leiterin Alwine Molitor

Tel.: (0651) 61426

Es finden regelmäßige Gruppentreffen der Selbsthilfegruppe

im Brüderkrankenhaus statt, die medizinisch-neurologisch

durch die Oberärztin der Neurologie Dr. Inge Weimar

begleitet werden.

Weiterführende Information:

4 SEKIS - Selbsthilfe Kontakt- und Informationsstelle

Trier eV www.sekis-trier.de

4 Andere Selbsthilfekontaktstellen (KISS) in Rheinland-

Pfalz finden Sie unter www.selbsthilfe-rlp.de.

34 1/06

delns im Akutfall. Zu häufig werden nach

Erkenntnis von Bohnert die Symptome eines

Schlaganfalles ignoriert. Im Gehirn sterben

daraufhin Zellen nicht reversibel ab. Auf die

hieraus resultierenden gesundheitlichen Konsequenzen

wurde eindringlich hingewiesen.

Die Behandlung erfolgt in der Akutphase in

der Stroke Unit, deren Pflegekonzept Heike

Götten, Krankenschwester der Neurologie, in

einem Fachvortrag vorstellte. Petra Nievelstein,

Dipl. Sozialpädagogin der Abteilung

für soziale Beratung und Betreuung (SBB),

referierte zu den Möglichkeiten der ambulanten

und stationären Rehabilitation. Hier

wurde deutlich, dass ein erheblicher bürokratischer

Aufwand einer Rehabilitationsmaß -

nahme vorangeht und eine zeitnahe Einbindung

der Abteilung SBB stattfinden muss.

Aromatherapie als zusätzliche

Pflegemethode

Im Rahmen der Etablierung alternativer

Pflegemethoden stellte Wibke Meyer, Krankenschwester

der Neurologie und verantwortliche

Aromapraktikerin, in ihrem Vortrag die

Anwendung von ätherischen Ölen in der

Krankenpflege dar. Insbesondere bei Schlag-

anfallpatienten können Aromastoffe

in richtiger Anwendung Hirnareale

stimulieren und so zu positiven Behandlungsergebnissen

beitragen.

Neben einem professionell ausgerichteten

Informationsstand sowie

einer individuellen Beratung zu den

verschiedenen ätherischen Ölen gab

es viel zu entdecken und zu erfahren.

Im Gegensatz zu sonstigen Veranstaltungen

verbreitete ein dezenter Duft

von Zitrusöl den positiven Effekt einer

gesteigerten Konzentration.

Stefan Hein, Physiotherapeut in

der Neurologie, erklärte in seinem Vortrag

die Wahrnehmungsschulung bei

Tetraplegie-Patienten nach dem Affolter-Konzept.

In ihrem Referat zur multiprofessionellen Zusammenarbeit

im therapeutischen Team der

Frührehabilitation gelang es Karin Hoehndorf,

stellvertretende Stationsleiterin in der

Neurologie, die besondere Rolle der dort tätigen

Mitarbeiter anschaulich darzustellen.

Die Logopädin Eva Croye stellte unterschiedliche

therapeutische Möglichkeiten in

der logopädischen Behandlung von Sprach-

und Schluckbeschwerden vor. Diese sind häufige

Folgen eines Schlaganfalls.

Eine in der Öffentlichkeit noch wenig

bekannte Methode ist die Musiktherapie zu

der Marita Schomer-Simonis, Physiotherapeutin,

referierte. Auch hier konnten sich die

Teilnehmer an dem eigens aufgebauten Informationsstand

über die neuesten Methoden

informieren. Musik weckt gewissermaßen Erinnerungen.

Oftmals ist sie beim Betroffenen

automatisiert und ermöglicht so den Zugang

zum Patienten. „Ein Patient, der im Takt versucht

den Schlagstock zu bewegen, wird eines

Tages auch zum Löffel greifen“, so Schomer-

Simonis.

Der Aktionstag sollte viele Akteure erreichen

und so war es erfreulich, dass sich

auch Betroffene einfanden und aus ihren

Erfahrungen berichteten. Frau Molitor von

der Selbsthilfegruppe Schlaganfall tat dies

in eindringlichen Worten und wies darauf

hin, dass sich die Selbsthilfegruppe im Aufbau

befinde. Aktuell findet einmal monatlich

ein Treffen der Selbsthilfegruppe im

Brüderkrankenhaus statt, zum Erfahrungsaustausch

und der gegenseitigen Unterstützung.

Darüber hinaus plant Frau Molitor

gemeinsame Aktivitäten mit Betroffenen und

Angehörigen.

Die menschliche Zuwendung zu Patienten

und deren Angehörigen, verbunden mit sehr

sorgfältig abgewogenen Therapie- und Pflegekonzepten,

wurde an diesem Tag professionell

dargestellt und machte das hohe Niveau in

einem vertrauensvollen Miteinander der verschiedenen

Professionen auf besondere Weise

deutlich. Brigitte Maßem

Zum zweiten Mal in diesem Jahr fand

im Brüderkrankenhaus ein „Aktionstag

Schlaganfall“ statt. Neue Erkenntnisse und

Alternativmethoden wurden vorgestellt.


die einführung neuer Technologien

ist ein Kernanliegen des

Kooperationsvertrages. der

Chefarzt radiologie, Prof. dr. med.

dipl. Phys. hans-Peter Busch und

der Chefarzt Kardiologie, dr. Karleugen

hauptmann, präsentieren

den neuen 64-zeilen-Computertomographen,

der am Krankenhaus

der Barmherzigen Brüder

Trier erstmalig in deutschland

eingeführt wurde.

Bereits in der Vergangenheit war die

enge Zusammenarbeit zwischen

dem Krankenhaus der Barmherzigen

Brüder und der Firma Philips Medizin

Systeme durch erste europa- und weltweite

Anwendungen neuer Geräte und Untersuchungsverfahren

gekennzeichnet. Besuchergruppen

aus der ganzen Welt, die den ersten

klinischen Einsatz neuer Techniken sehen

wollen, gehören zum Tagesablauf der Klinik.

Durch die erstmalige und bisher einmalige

Form der neuen Partnerschaft soll diese Zusammenarbeit

noch weiter intensiviert werden.

In Zukunft wird das Krankenhaus der

Barmherzigen Brüder als „Schaufenster“ der

Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier

Krankenhaus der Barmherzigen

Brüder Trier wird Europäisches

Referenzzentrum von Philips

Enge Partnerschaft für optimale Gesundheitsversorgung

das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier und der Technologiekonzern

Philips haben ihre langjährige geschäftsbeziehung

in eine medizinische Partnerschaft erweitert. der im

dezember 2005 unterzeichnete Kooperationsvertrag sieht eine

enge zusammenarbeit vor, deren erkenntnisse und erfahrungen

aus der täglichen Praxis auch an die Forscher und entwickler

in der bildgebenden diagnostik weitergereicht werden. die

fortschrittliche Klinik mit knapp 600 Betten und 14 verschiedenen

Fachabteilungen wird zugleich das erste „europäische referenz-

und anwendungszentrum der Firma Philips medizin systeme“.

Firma Philips das Spektrum neuester Geräte

und Untersuchungsmöglichkeiten repräsentieren.

Durch eine enge Zusammenarbeit mit

Philips Lichtsysteme soll dies in ein neues

Raumkonzept eingebunden sein.

Der medizinische Fortschritt im neuen

Ambiente wird durch diese Zusammenarbeit

direkt für die Patienten des Krankenhauses der

Barmherzigen Brüder nutzbar. Die Firma Philips

nutzt die enge Einbindung der technischen

Weiterentwicklung in die klinische Anwendung

und die Darstellung erster klinischer Erfahrungen

für zukünftige Anwender in Europa.

„Der hohe Leistungsanspruch und die medizinische

Weitsichtigkeit der Klinik sind die

besten Referenzen”, erklärte Jochen Franke,

Geschäftsführer von Philips Medizin Systeme

in Deutschland. Die überdurchschnittlich

hohe Innovationsbereitschaft des Hauses sei,

so Jochen Franke, zugleich Herausforderung

und Chance für eine neue Qualitätsdimension

der Zusammenarbeit, von der insbesondere

der Patient profitieren werde.

Bruder Peter Berg, Hausoberer des Krankenhauses

der Barmherzigen Brüder Trier,

unterstreicht die guten Erfahrungen in der

langjährigen Zusammenarbeit und erklärt:

„Mit diesem Vertrag setzen wir konsequent

unsere Zusammenarbeit mit Philips fort: Die

Vielzahl der Einzelverträge erhalten nun einen

Rahmen, in dem wir durch die engere

Zusammenarbeit in der Weiterentwicklung

unserer diagnostischen Möglichkeiten zum

Wohl unserer Patienten profitieren können.“

Die Zusammenarbeit sei in den vergangenen

Jahren von einer „distanzierten Professionalität“

und „kooperativen Nähe“ geprägt worden,

die als Geschäftsgrundlage auch durch diesen

Schritt ausgezeichnet werde. Die Zusammenarbeit

mit weiteren Anbietern medizinischer

Systeme sei hierdurch nicht eingeschränkt,

da es sich nicht um einen „Exklusivvertrag“

handele. 4

1/06

35

Fotos: Bertram Solcher (PMS)


Wollen zukünftig enger zusammenarbeiten: Philips medizin systeme gmbh und

das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier schließen Kooperationsvertrag.

Eine höchstmögliche Diagnostikqualität sowohl

in der akuten Versorgung als auch in der

Präventionsmedizin steht im Fokus von Prof.

Dr. Hans-Peter Busch, Ärztlicher Direktor und

gleichzeitig Leiter des Zentrums für Radiologie,

Sonographie und Nuklearmedizin. So

erhielt die Trägerschaft von Philips den ersten

64-Kanal-Computertomographen in Deutschland.

Seine diagnostische Detailgenauigkeit

und Geschwindigkeit ermöglichen höchstpräzise

Untersuchungsergebnisse in kürzester

Zeit. Im Brüderkranken haus wird er primär in

der Radiologie, Neurologie und auch Kardiologie

eingesetzt. Prof. Dr. Hans-Peter Busch:

„In nur etwa 20 Sekunden kann der Philips

Brilliance 64 die gesamte Anatomie eines beispielsweise

polytraumatisierten Unfallopfers

in einem Ganzkörperscan darstellen, der sich

aus rund 3.500 einzelnen Schichten zusammenfügt.

Die bis zu 2.000 pro Untersuchung

generierten 2D- und 3D-Aufnahmen stehen

sofort und gleichzeitig an 200 Monitoren im

Haus zur Verfügung. Das zentrale Bildarchivierungs-

und Verteilungssystem ist in der ersten

Jahreshälfte von Philips auf unsere Anforderungen

zugeschnitten und angeschlossen

worden.“

Die Aufgeschlossenheit für neue Wege

dokumentiert sich in der Trierer Klinik auch

durch spezielle Beleuchtungskonzepte für

diagnostische Räume. Der medizinische

Nutzen begründet sich durch ein psychisch

günstiges Lichtambiente, das bei vielen Patienten

entspannend wirkt und somit die Untersuchungen

erleichtert. „Die Wirkung ist

beeindruckend, das angenehme Licht nimmt

vielen Patienten die Angst vor Kernspin- und

Computertomographien”, berichtet Prof. Dr.

Hans-Peter Busch.

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www.wise-berlin.de: Unabhängige Wissensund

Seminardatenbank für Krankenhäuser und

Sozialeinrichtungen gestartet

Diese Datenbank sammelt Projektberichte

aus allen Bereichen des

Krankenhauses, von EDV über

KURZ UND KNAPP

Gesundheit und Soziales

Am 14. Februar 2006 startete die neue

Gesundheitsplattform des Instituts für Qualität

und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen

(IQWIG) www.gesundheitsinformation.de.

Helga Kühn-Mengel wurde am 29. November

2005 vom Kabinett zur neuen Patientenbeauftragten

berufen.

Der Bewilligungsrahmen des Landes

Rheinland-Pfalz für Investitionen in Krankenhäusern

umfasst 2006 56,7 Millionen Euro.

„Katholisch werden“ – Gemeinsame Initiative

der Bistümer Limburg, Mainz, Speyer und Trier

Mit der Initiative „Katholisch

werden“ wollen die Bistümer

Limburg, Mainz, Speyer und

Trier Hilfestellungen auf dem Weg zur Erwachsenentaufe

oder zum Wiedereintritt in

die Kirche anbieten. Unter der zentralen Rufnummer

01801-301010 (zum Ortstarif) oder

im Internet unter www.mach-dich-auf-und.

com bieten die Bistümer Informationen und

Ansprechpartner für Menschen an, die (wieder)

katholisch werden wollen. „Es ist wichtig,

ein solches anonymes Angebot zu haben,

gerade für Menschen, die sich einfach nur

Controlling, Coaching, Pflege, Facility-Management,

Klinische Pfade usw. Wer z. B. Notaufnahme,

Labor, OP oder irgendetwas anderes

reorganisieren muss, wer klinische

Pfade sucht oder eine neue EDV-

Lösung einführen will, kann

in dieser Datenbank nachschauen,

ob ein anderes Krankenhaus

dieses Problem schon gelöst

und einen Projektbericht hinterlegt

hat. Krankenhäuser können diese

Datenbank benutzen, um eigene

Entwicklungen zu vermarkten bzw.

ihr Wissen aus der Projektentwicklung

gegen eine Kostenbeteiligung

weiterzugeben. Weitere Informationen

unter www.wise-berlin.de

Die St. Josefs-Werkstätten Plaidt führen

ein Modellprojekt für die Mitarbeiter der

Einrichtung mit einem variablen Vergütungssystem

durch. Das Projekt startete am 1. Januar

2006 und endet am 31. Dezember 2007.

Steuerliche Entlastung für Pflegebedürftige

und ihre Angehörigen: Bis zu 1.200

Euro sind steuerlich abziehbar. Das Bundeskabinett

hat am 18. Januar dem Entwurf eines

Gesetzes zur steuerlichen Förderung von

Wachstum und Beschäftigung zugestimmt.

informieren wollen“, sagte Kardinal Karl

Lehmann bei der Vorstellung der Initiative

im Dezember.

News & Facts

Weltkrankentag 2006 soll

mehr Be wusstsein für Geistes

krankheiten schaffen

Papst Benedikt XVI. hat Krankheit als

einen der typischen Zustände des

Menschen bezeichnet. Bei einer Messe

anlässlich des Welttags der Kranken rief er

am 11. Februar im Petersdom dazu auf, den

Menschen als „Ganzes“ zu betrachten. „Die

verschiedenen Dimensionen von Körper, Seele

und Geist kann und muss man voneinander

unterscheiden, aber nicht trennen. In diesem

Moment denke ich besonders an die Familien,

die eine geisteskranke Person betreuen und mit

Mühe die Probleme bewältigen, die dies mit

sich bringt. Die Kirche ist all diesen Situationen

nah, im Gebet und mit unzähligen Initiativen,

die weltweit besonders dort durchgeführt werden,

wo die Gesetze zu wünschen übrig lassen

und es an öffentlichen Strukturen mangelt, wo

Naturkatastrophen und Kriege schwere psychische

Traumata verursachen.“

Medizinische

Versorgung: Gute

Noten für Deutschland

Die medizinische Versorgung in

Deutschland ist einer neuen Studie

zufolge besser als in anderen Industrieländern.

Bei einer Umfrage unter mehr

als 21.300 Patienten in Kanada, Australien,

Neuseeland, Großbritannien, den USA und

Deutschland schnitt das deutsche System am

besten ab, wie das Bundesgesundheitsministerium

Anfang Dezember 2005 mitteilte. „Es

wird uns ständig eingeredet, wie schlimm die

Verhältnisse bei uns sind – in Wirklichkeit

sieht es ganz anders aus“, bestätigte der Generalsekretär

der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

(DGCh), Hartwig Bauer, der Deutschen

Presse-Agentur. Diesen Gegensatz spiegelt auch

die Umfrage wider: Die Deutschen sind am wenigsten

mit ihrer Gesundheitsversorgung zufrieden.

Dabei gibt die Studie dem deutschen

Gesundheitswesen durchweg gute Noten. Die

Wartezeit für Notfallpatienten ist kürzer als in

den anderen Ländern, Operationstermine werden

schneller vergeben. Die Umfrage wurde in

Australien, Neuseeland, Großbritannien und

den USA vom Commonwealth Fund durchgeführt,

in Deutschland vom Institut für Qualität

und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen

in Köln (Quelle: n-tv.de).

1/06

37


Service

BUCHTIPP

richard Powers:

der Klang der zeit

Frankfurt/main:

s. Fischer Verlag

2004

22,90 2

isBn 3-10-059021-X

Sklaverei, Bürgerkrieg, Rassengesetze.

Vor dieser Kulisse der jüngeren Vergangenheit

Amerikas entfaltet Richard

Powers seinen Familienroman, dessen epische

Breite einen Vergleich mit Thomas Manns

Buddenbrooks nahe legt.

Beide Autoren beschreiben den langsamen,

Generationen umfassenden Verfall einer Familie.

Während Thomas Mann jedoch die Dekadenz

eines etablierten Bürgertums beschreibt,

kämpfen die Figuren in Powers‘ Roman um die

Anerkennung ihrer Bürgerrechte: David Strom,

ein jüdischer Wissenschaftler, der vor den Nationalsozialisten

ins amerikanische Exil geflüchtet

ist, und Delia Daley, eine Afroamerikanerin,

die mit jedem Schritt, den sie auf der Straße

geht, sich immer neuen Diskriminierungen

und Gefahren aussetzt. Voller Hoffnung, dem

amerikanischen Traum jenseits der Rassen-

MUSIKTIPP

Viel Masse – wenig Klasse, so dachte

ich, als es hieß, dass Chris Rea elf

(in Ziffern 11!) CDs veröffentlicht.

137 neue Titel, geschrieben und eingespielt

in nur 18 Monaten. Dazu eine DVD mit Infos

über sein Schaffen, das Ganze verpackt in

einem Buch mit Fotos, eigenen Gemälden,

Songtexten und Hintergründen.

Ich wurde eines Besseren belehrt: Die elf

CDs stellen eine Welt- und Zeitreise durch die

Geschichte des Blues dar, jede ist einer anderen

Stilrichtung oder Epoche gewidmet: von

Louisiana und New Orleans über Texas nach

Chicago, mit lateinamerikanischen, keltischen

oder soulbehafteten Einflüssen.

„Blue Guitars ist mit sehr viel Liebe entstanden“,

sagt Rea, und das hört man auch! Es gibt

38 1/06

Die Geschichte einer gescheiterten Hoffnung

trennung ein Stück näher zu kommen, heiraten

Delia und David im Bewusstsein, dass ihre

Ehe in einem Großteil der Vereinigten Staaten

noch immer ein Verbrechen ist. Mit Hilfe der

Musik, die Grenzen wie Rasse und Klasse mühelos

überschreitet, beschließen sie, die Realität

vor ihrer Haustür zu ignorieren und setzen ihre

Kinder im Niemandsland zwischen den Rassen

aus. „Seit Dr. Faustus hat vielleicht kein Romanautor

mehr so verständlich und begeistert über

Musik geschrieben“, urteilt die New York Times,

und über die Musik kann somit erneut ein Bogen

zu Thomas Mann geschlagen werden. Wie

bei ihm sind auch Powers‘ Helden ambivalent.

David, mittelbar am Bau der Atombombe beteiligt,

weiß als Physiker mehr als jeder andere

über das Geheimnis der Zeit, nur nicht wie man

in ihr lebt. Delia wird gewaltsam aus dem Leben

gerissen. Durch den Unfall entsteht der qualvolle

Verdacht eines vorsätzlichen Anschlags,

der ihre Tochter, die die Mutter hat verbrennen

sehen, nicht loslässt. Ruth, die sich mit einer

Gesellschaft, in der Rassendiskriminierung an

der Tagesordnung ist, nicht abfinden kann,

verweigert sich der musikalischen Bestimmung

ihrer Familie und schließt sich den Black Pan-

Blue Guitars – Chris Rea

keine Ausreißer bei den Titeln, aber auch keine

Schwachstellen. 137 Höhepunkte, die trotz des

gleichen Genres keine Langeweile

aufkommen lassen. Weil sie hörbar

mit Liebe entstanden sind, durch

ihre Vielseitigkeit beeindrucken

und trotzdem von einer gewissen

Eingängigkeit behaftet klingen,

ohne auch nur ansatzweise flach

zu wirken. Vielfach als Softrocker

und Mainstreamer verkannt, zeigt Chris

Rea mit „Blue Guitars“ auf, dass er dem Blues

entsprungen ist. Virtuos seine Fertigkeiten auf

der Gitarre, rauchig seine einfühlsame Stimme.

Hörenswert auch für Nicht-Blues-Besessene.

Mit seinem Meisterwerk setzt sich Rea,

von jahrelangem, schwerem Krebsleiden ge-

thers an. Ihre beiden Brüder, zurückgezogen im

Elfenbeinturm der Kunst, steigen in den musikalischen

Olymp auf. Jonah wird innerhalb

kürzester Zeit zum gefeierten Startenor, sein

Bruder Joey begleitet ihn am Klavier.

Der Roman zeugt von einer beeindruckenden

sprachlichen Meisterschaft. Powers durchbricht

die lineare Struktur der Geschichte, er

arbeitet mit Wiederholungen und wechselnden

Erzählsituationen, füllt Seiten mit einer

Vielzahl von musikalischen Metaphern und

Bildern. Powers fügt die Familiengeschichte

nahtlos in die Zeitläufe der amerikanischen

Geschichte ein; er spannt einen Bogen vom

Bürgerkrieg bis zu den Straßenkämpfen in Los

Angeles vor rund zwölf Jahren. Die Geschichte

über 150 Jahre Sklavenbefreiung, „bei der niemand

befreit wurde“, ist zugleich das Lehrbild

einer unendlichen Geschichte der Intoleranz,

egal ob es Antisemitismus, Rassenhass oder

Glaubenskriege betrifft. Die Antwort auf die

Frage, ob sich in den Köpfen der Menschen

etwas ändern wird, liefert die Welt täglich

selbst: „Irgendwann in der Zukunft. Oder kurz

danach.“ Hans-Bernd Köster

Das Paket:

CD1 Beginnings

CD2 Country Blues

CD3 Louisiana and New Orleans Blues

CD4 Electric Memphis Blues

CD5 Texas Blues

CD6 Chicago Blues

CD7 Blues Ballads

CD8 Gospel Soul Blues and

Motown

CD9 Celtic and Irish Blues

CD10 Latin Blues

CD11 60s / 70s

+ DVD Stony Road

+ Buch

zeichnet, zur Ruhe. Zurzeit verabschiedet er

sich auf seiner finalen Europatour von seinen

Fans. Otmar Lohner, Saffig


Fortbildungsveranstaltungen 2006

Unser Auftrag ist die zeitgemäße Umsetzung

des Heilauftrages Jesu im

Dienst am Menschen. Eine Herausforderung,

der wir täglich neu begegnen. Mit

modernster Technik und Kompetenz. Und vor

allem: mit Menschlichkeit. Unser Auftrag ist

nicht beliebig, sondern Teil einer gemeinsamen

Mission, der wir uns als Christinnen und Christen

im Dienst für die Menschen besonders verpflichtet

fühlen. Und das heißt heute, in Zeiten

eines radikalen Umbaus unseres Sozialsystems

Persönliche, soziale und

methodische Kompetenz

11.-12.05.2006 Koblenz, Brüderhaus,

Haus St. Martin

Systemisch-lösungsorientiertes

Management auf Basis christlicher

Werteorientierung Workshop

Brunhilde Oestermann und Andreas

Einig, Ansprechpartner: Andreas Einig

11.05.2006 Koblenz

Konstruktive Kritik als Element von

Beurteilungsgesprächen Seminar

Brigitte Leweke (Kommunikationstrainerin)

Ansprechpartnerin: Ursula Büchel-Roßbruch

Gesundheitswesen Krankenhäuser

Medizin und Pflege

08.06.2006 9:00-16:30 Uhr Koblenz

Pflege des Patienten mit einem

Tracheostoma unter besonderer Berücksichtigung

des endotrachealen

Absaugens Seminar

Kurt Simon (Fachkrankenpfleger für A

und I, Praxislanleiter), Ansprechpartnerin:

Ursula Büchel-Roßbruch

Ethik, Medizin und Pflege

17.-18.05.2006 9:00-16:00 Uhr Trier

Berater Patientenverfügung Seminar

Prof.Dr. Christoph Jaeger, Dr. Arnd May,

Silke Niewohner, Brunhilde Oestermann,

Ansprechpartner: Andreas Wessendorf

12.06.2006 9:00-16:00 Uhr Trier

Wahrheit am Krankenbett (ÄrztInnen)

Workshop

Elisabeth Weber-Juncker, Dr. med.

Renate Langenbach, Prof. Dr. med.

Detlef Ockert, Ansprechpartner: Andreas

Wessendorf

mehr denn je: Verantwortung zu übernehmen

und selbst Zukunft zu gestalten, christlich wertorientiert

und unternehmerisch erfolgreich.

In dem diesjährigen Fortbildungsangebot,

das wir im Vergleich zu den Vorjahren aufgrund

Ihrer Anregungen und Ihres Zuspruchs sogar

noch erweitern konnten, möchten wir allen

Mitarbeitenden im Verbund der Einrichtungen

des Barmherzige Brüder Trier e. V. und seiner

Kooperationspartner Unterstützung anbieten,

denn „Kompetenz“ kann man erwerben:

04.07.2006 8:30-16:00 Uhr Trier

Kommunikation Seminar

Klaus Weber, Ansprechpartner: Andreas

Wessendorf

22.09.2006 Saffig

Informationstag für neue Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter – die BB

Saffig stellen sich vor Information

Werner Meyer, Frank Mertes, Karin Stahl

und andere Führungskräfte

Ansprechpartnerin: Karin Stahl

27.-28.09.2006 Koblenz

Rhetorik individuell Seminar (max. 10

Teilnehmer)

Brigitte Leweke (Kommunikationstrainerin)

Ansprechpartnerin: Ursula Büchel-Roßbruch

27.06.2006 9:00-16:00 Uhr Trier

Einführung in die Aromakunde/

Aromapraxis

Grundlagenseminar

Wibke Meyer, Ansprechpartner: Andreas

Wessendorf

01.07.2006 9:00-17:00 Uhr Trier

Strahlenschutzkurs für ÄrztInnen

Seminar

Marion Anschütz, Prof. Dr. Hans-Peter

Busch, Clemens Schilz

Ansprechpartner: Andreas Wessendorf

Allgemeine Themen

Fachorientierte Themen

Marketing Öffentlichkeitsarbeit

31.08.-02.09.2006 14:00-15:00 Uhr

Raum Koblenz

Entwicklung von Kommunikationskozepten

Praxisseminar, Zielgruppen:

Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit

und Führungskräfte

Martin Fuchs (Stabsstelle Marketing/Öffentlichkeitsarbeit

BBT e.V.)

Ansprechpartner: Martin Fuchs

23.-24.11.2006 15:00-17:00 Uhr

Raum Koblenz

Einführung in Marketing & Öffentlichkeitsarbeit

Seminar, Zielgruppe(n):

Führungskräfte aus Medizin, Pflege,

Soziale und berufliche

Rehabilitation, Psychiatrie und

Altenpflege

Altenhilfe

02.05.2006 Trier

Pflegeplanung für Demenzerkrankte

Marion Lewe-Kreuz

Ansprechpartnerin: Ruth Klein

29.06.2006 Trier

Sturzprophylaxe Workshop

Ruth Klein, Ansprechpartnerin: Ruth Klein

Ethik, Spiritualität und Seelsorge

19.06.2006 9:30-17:30 Uhr Vallendar,

Forum Vinzenz Pallotti

Ein wertvoller Tag für Sekretärinnen

des BBT e.V. – „Wir sitzen alle

im gleichen Boot“ Entdeckungsreise

Dienstgemeinschaft

Brunhilde Oestermann und N.N.

Ansprechpartnerin: Brunhilde Oestermann

19.06.2006 9:00-16:00 Uhr Trier

Wahrheit am Bett (Pflegekräfte)

Workshop

Elisabeth Weber-Juncker, Dr. med.

Renate Langenbach, Prof. Dr. med.

Detlef Ockert, Ansprechpartner: Andreas

Wessendorf

Spirtualität und Seelsorge

Mai 2006 14:30-16:30 Uhr KK Koblenz

Einführung in die Grundlagen

ethischen Denkens und Argumentierens

(3 Module)

2. Modul: Das christliche Menschenbild in

der ethischen Reflexion und im Handeln,

Ansprechpartnerin: Brunhilde Oestermann

10.05.2006 Mayen, Kloster Helgoland

Oasentag „Wasser des Lebens“

Hermann Josef Schützeichel

Ansprechpartnerin: Ursula Büchel-Roßbruch

17.-18.05.2206 10:00-17:00 Uhr Trier,

Gästehaus

1/06

Service

Fachlich, aber auch persönlich. Die Vielfalt der

Angebote versucht, möglichst differenziert auf

Ihre Bedarfe und die an Sie gestellten Anforderungen

einzugehen. Zögern Sie nicht, sich

vor der Entscheidung für eine Fortbildung mit

der genannten Ansprechpartnerin bzw. dem

Ansprechpartner in Verbindung zu setzen, um

genauere Informationen zu erhalten: Je besser

eine Veranstaltung Ihre Erwartungen erfüllt,

um so mehr profitieren auch unsere „Kunden“

von Ihrer Kompetenz!

soziale und berufliche Rehabilitation,

Psychiatrie, Altenhilfe

Martin Fuchs (Stabsstelle Marketing/Öffentlichkeitsarbeit

BBT. e.V.)

Ansprechpartner: Martin Fuchs

Sonstiges (z. T. EDV, QM, Recht)

21.-22.06.2006 ganztägig Saffig

Erst-Helfer-Ausbildung gemäß BG

Kurs

Referent des DRK MYK-KO

Ansprechpartnerin: Karin Stahl

11.-13.05.2006 Schönfelderhof

Borderline Grundlagenseminar und

Fallarbeit für MitarbeiterInnen Schönfelderhof,

Saffig, Rilchingen

Andreas Knuf und Anja Link

Ansprechpartner: Wolfgang Junker

Ausbildung zum Berater für Patientenverfügung

in Kooperation mit

dem BIG-Trier

Instrumentarium, Beratungskompetenz,

juristische Aspekte, Mediziner, pflegende

MA im sozialpsychologischen Dienst,

Seelsorger Dr. Arnd T. May, Prof. Dr. Christian

Jäger, Silke Niewohner, Brunhilde

Oestermann

Ansprechpartnerin: Brunhilde Oestermann

30.05.2006 13:00-16:30 Uhr Saffig

Der Träger BBT e.V. stellt sich seinen

Mitarbeitern vor

Information und Austausch

Bruder Alfons Maria und Bruder Benedikt

Ansprechpartnerin: Karin Stahl

Ausführliche Informationen erhalten Sie bei den genannten Ansprechpartnern oder senden wir Ihnen gerne zu:

BBT e. V. · Kardinal-Krementz-Straße 1-5 · 56073 Koblenz · Tel.: 0261/496-6464 · Fax: 0261/496-6470 · e-Mail: info@bb-trier.de · www.bb-trier.

39


RÄTSEL

In dieser FORUM-Ausgabe können wir sogar

zwei Gewinner vorstellen: Rolf Börs

aus Plaidt, der Gewinner des Rätsels aus

FORUM 3/2005 und Anne Ackermann aus Koblenz,

die den DVD-Player gewonnen hat, der in

der letzten FORUM-Ausgabe als Gewinn lockte.

In diesem FORUM gibt es eine Digialkamera

zu gewinnen! Allerdings sollten Sie dafür

das richtige Lösungswort ermitteln und uns per

Postkarte, Fax oder e-Mail (bitte Postadresse

und Telefonnummer nicht vergessen!) bis spätestens

zum 18. April 2006 zusenden. Bei mehr

als einer richtigen Einsendung ermitteln wir

den Gewinner per Los.

FORUM-Redaktion, Postfach 30 03 23,

56027 Koblenz, Telefax: 0261/496-6470,

e-Mail: forum@bb-trier.de

Greisin Versehen wirklich Unheil Verehrung

Warensendung

untere

Dachkante

Mann

Verfasser

Abk.: post

mortem

Arzneiverkaufsstelle

Speisefisch Sitzung

verklärter

Schmerz

3

4

kurze Hose

festgesetzter

Zeitpunkt

Sonne

betreffend

der

Jüngere

ungefähr

Untier

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2

gepresster

Stoff

Barmherzige Brüder Trier e. V. · Kardinal-Krementz-str.1-5 · 56073 Koblenz ·g 25203

RegenschauerTonkünstler

seitlich

Atmungsorgan

der Fische

nicht

exakt

Unbeweglichkeit

unzufriedener

Mensch

lauter

Ausruf

Raubfisch emsig Abk.: ledig

Ufer Ozean

Glücksspiel

Service

redaktionsmitglied Frank mertes überreicht

den gewinn aus dem Forum-Preisrätsel: rolf

Börs aus Plaidt freut sich über seinen neuen

Toaster. Börs liest als mitglied des Fördervereins

des altenheimes maria vom siege regelmäßig

das Forum.

lat.: und

Lärm

Unterarmknochen

unsere

Welt

Foto: Otmar Lohner

5

auch anne ackermann freut sich über ihren

nigelnagelneuen dVd-Player, den sie mit

etwas Losglück für das richtige Lösungswort

unseres rätsels in Forum 4/2005 erhielt.

weibliches

Reh

Schneidegerät

Wasservogel

wohlhabend

Nachlassempfängerin

Zeitmessgerät

Fluss

durch

Innsbruck

1

Abk.:

Nummer

Kfz:

Schweiz

Kanton

der

Schweiz

Lösungswort:

1

Foto: Dr. Harald Stotz

Kleidungsstück

Gebieterin

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