Handlungshilfe - Arbeitsstättenverordnung - Unfallkasse Freie ...

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Handlungshilfe - Arbeitsstättenverordnung - Unfallkasse Freie ...

Handlungshilfe

„Arbeitsstättenverordnung“

Stand: November 2010


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Inhaltsverzeichnis

1 Grundsätzliches zur Verordnung .................................................................................... 4

1.1 Fehlende Maßzahlen ............................................................................................... 4

1.2 Unbestimmte Rechtsbegriffe ................................................................................... 5

1.3 Vermutungswirkung der fortgeltenden ASR ............................................................. 5

1.4 Übergangsvorschriften für bereits genutzte Arbeitsstätten ....................................... 6

2 Begriffsbestimmungen .................................................................................................... 7

3 Allgemeine Anforderungen ............................................................................................. 8

3.1 Konstruktion und Festigkeit von Gebäuden ............................................................. 8

3.2 Abmessungen von Räumen, Luftraum .................................................................... 8

3.3 Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung ................................................ 9

3.4 Energieverteilungsanlagen ...................................................................................... 9

3.5 Fußböden, Wände, Decken und Dächer ................................................................10

3.6 Sichtverbindung, Fenster und Oberlichter ..............................................................10

3.7 Türen und Tore ......................................................................................................12

3.8 Verkehrswege ........................................................................................................13

3.9 Fahrtreppen und Fahrsteige ...................................................................................15

3.10 Laderampen ...........................................................................................................16

3.11 Steigleitern und Steigeisengänge ...........................................................................16

4 Maßnahmen zum Schutz vor besonderen Gefahren .....................................................17

4.1 Schutz vor Absturz und herabfallenden Gegenständen, Betreten von

Gefahrenbereichen ...........................................................................................................17

4.2 Schutz vor Entstehungsbränden .............................................................................18

4.3 Fluchtwege und Notausgänge ................................................................................19

5 Arbeitsbedingungen ......................................................................................................20

5.1 Bewegungsfläche am Arbeitsplatz ..........................................................................20

5.2 Anordnung der Arbeitsplätze ..................................................................................20

5.3 Ausstattung der Arbeitsplätze .................................................................................20

5.4 Beleuchtung ...........................................................................................................21

5.5 Raumtemperaturen ................................................................................................21

5.6 Lüftung ...................................................................................................................22

5.7 Lärm .......................................................................................................................23

6 Sanitärräume, Pausen- und Bereitschaftsräume, Erste-Hilfe-Räume, Unterkünfte ........24

6.1 Sanitärräume ..........................................................................................................24

6.2 Pausen- und Bereitschaftsräume ...........................................................................25


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6.3 Erste-Hilfe-Räume ..................................................................................................26

6.4 Unterkünfte ............................................................................................................26

7 Ergänzende Anforderungen an besondere Arbeitsplätze ...............................................27

7.1 Nicht allseits umschlossene und im Freien liegende Arbeitsstätten ........................27

7.2 Zusätzliche Anforderungen an Baustellen ..............................................................27

8 Literatur .........................................................................................................................30


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1 Grundsätzliches zur Verordnung

Die Arbeitsstättenverordnung wurde auf der Grundlage des § 18 ArbSchG umfassend

neu erlassen. Gleichzeitig dient die neue ArbStättV der Umsetzung der EG-

Arbeitsstätten-Richtlinie 89/654/EWG in nationales Recht.

Dieser Leitfaden ist eine Hilfestellung beim Planen und Einrichten neuer Arbeitsstätten,

um den Anforderungen der neuen ArbStättV gerecht zu werden. Er beinhaltet die

wesentlichen Grundsätze für die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten.

Abkürzungen:

ArbSchG

ArbStättV

ASR

BremLBO

Arbeitsschutzgesetz

Arbeitsstättenverordnung

Arbeitsstättenrichtlinie

Landesbauordnung Bremen

Kennzeichnungen:

‣ verbindliche Festlegungen aus der Arbeitsstättenverordnung

• Technische Regeln aus den Arbeitsstättenrichtlinien

verbindliche Festlegungen aus der Landesbauordnung Bremen

kursives Orientierungshilfen

Schriftbild

1.1 Fehlende Maßzahlen

Die ArbStättV ist vollständig auf der Ermächtigungsgrundlage des ArbSchG erlassen

worden. Somit hat der Arbeitgeber auch bei der Festlegung erforderlicher Maßnahmen

des Arbeitsschutzes zum sicheren und gesundheitsgerechten Einrichten und

Betreiben von Arbeitsstätten die allgemeinen Grundsätze des § 4 ArbSchG zu berücksichtigen.

In Nr. 3 des § 4 ArbSchG ist bestimmt, dass bei den Maßnahmen der

Stand der Technik, Arbeitsmedizin und Hygiene sowie sonstige gesicherte arbeitswissenschaftliche

Erkenntnisse zu berücksichtigen sind.

Vor diesem Hindergrund können die bisher in der ArbStättV 1975 sowie in den fortgeltenden

ASR enthaltenen Maßzahlen auch weiterhin als Orientierung zur Konkretisierung

der allgemeinen Schutzziele der ArbStättV 2004 herangezogen werden, sofern

diese


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- nicht im Widerspruch zu bauordnungsrechtlichen Forderungen in den Länderbauoder

Sonderbauordnungen stehen,

- weiterhin den gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechen,

- einer Entsprechung in der ArbStättV 2004 in der Form materieller Anforderungen

haben.

1.2 Unbestimmte Rechtsbegriffe

Die in der ArbStättV 2004 verwendeten unbestimmten Rechtsbegriffe, wie ausreichend,

geeignet, entsprechend, regelmäßig, dauerhaft, angemessen, geben dem Arbeitgeber

Spielraum für an seine Situation angepasste Arbeitsschutzmaßnahmen im

Rahmen der Ergebnisse seiner Gefährdungsbeurteilung. Bis zum Erlass entsprechender

Regeln für Arbeitsstätten bieten die Anforderungen noch fortgeltenden ASR

bzw. weiterer Regeln und Normen, die den Stand der Technik, Arbeitsmedizin und

Hygiene sowie sonstige gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse wiedergeben,

eine Orientierungshilfe. Zu den neben den ASR zu berücksichtigenden Erkenntnissen

gehören insbesondere die DIN-Vorschriften, die Regelwerke von VDI, VDE

und VDGW sowie das Vorschriften- und Regelwerk der Unfallversicherungsträger.

1.3 Vermutungswirkung der fortgeltenden ASR

Entsprechend § 3 Abs. 1 Satz 3 ArbStättV 2004 entfaltet die Anwendung der von einem

Ausschuss für Arbeitsstätten erstellten und vom Bundesministerium für Wirtschaft

und Arbeit bekannt gemachten Regeln für Arbeitsstätten eine Vermutungswirkung.

Wenn der Arbeitgeber diese Regeln anwendet, ist davon auszugehen, dass die

Anforderungen der Verordnung diesbezüglich erfüllt sind. Bei Überprüfungen durch

die Arbeitsschutzbehörde/das Gewerbeaufsichtsamt ist der Arbeitgeber damit auf der

sicheren Seite.

Die Inhalte der nach § 8 ArbStättV 2004 für eine Übergangszeit von sechs Jahren

fortgeltenden ASR stellen im Rahmen der ArbStättV 2004 eine Orientierung dar, ohne

jedoch die Vermutungswirkung der Regeln für Arbeitsstätten zu entfalten.

Die ASR stellen gemäß § 3 Abs. 2 der ArbStättV 1975 vom zuständigen Bundesministerium

unter Hinzuziehung der fachlich beteiligten Kreise einschließlich der Spitzenorganisationen

der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer aufgestellte und im Benehmen

mit den für den Arbeitsschutz zuständigen obersten Landesbehörden bekannt

gegebene Untersetzungen zur Ausfüllung einzelner materieller Anforderungen

der ArbStättV 1975 dar. In diesem sind die wesentlichen sicherheitstechnischen, ar-


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beitsmedizinischen und hygienischen Regeln sowie sonstige gesicherte arbeitswissenschaftliche

Erkenntnisse zur Einrichtung und zum Betrieb von Arbeitsstätten zusammengefasst.

Zur Erfüllung seiner Pflichten nach § 3 Abs. 1 Nr. 1 ArbStättV 1975

ist der Arbeitgeber gehalten, die allgemein anerkannten Regeln und Erkenntnisse

insbesondere den ASR zu entnehmen, sofern diese zu einem bestimmten Sachverhalt

erstellt worden waren.

Bis zur Veröffentlichung entsprechender Regeln für Arbeitsstätten können bestehende

ASR zur Konkretisierung der allgemeinen Schutzziele der Verordnung, wie z. B.

ASR 5 „Lüftung“, ASR 6 „Raumtemperaturen“ oder ASR 13/1,2 „Feuerlöscheinrichtungen“

herangezogen werden.

1.4 Übergangsvorschriften für bereits genutzte Arbeitsstätten

Für die vor dem Inkrafttreten der neuen ArbStättV bereits genutzten Arbeitsstätten

besteht grundsätzlich Bestandschutz.

Der Bestandschutz gilt jedoch nicht bei wesentlichen Erweiterungen oder Umgestaltungen

einer bestehenden Arbeitsstätte. Auch bei wesentlichen Umgestaltungen von

Arbeitsverfahren oder Arbeitsabläufen muss der Arbeitgeber sicherstellen, dass die

Anforderungen der neuen ArbStättV eingehalten werden. Solche wesentlichen Erweiterungen

bzw. Umgestaltungen sind in der Regel alle baulichen Maßnahmen, die

nicht nur auf Reparatur, Ersatz oder Modernisierung (allgemeine Instandsetzungen)

bestehender Einrichtungen, wie z. B. einer Treppe, eines Tores oder einer Sanitäranlage

abzielen sondern darüber hinaus gehen. Setzt der Arbeitgeber andere Arbeitsverfahren

ein, muss er gemäß seiner Grundpflichten aus § 3 ArbSchG eine Neubeurteilung

der Arbeitsbedingungen vornehmen. Das kann zur Feststellung führen, dass

es sich bei den Maßnahmen um eine wesentliche Umgestaltung des Verfahrens mit

Auswirkungen auf Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten handelt. In diesem

Fall wäre die Anwendung der neuen ArbStättV die Konsequenz.


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2 Begriffsbestimmungen

Arbeitsstätten:

Orte in Gebäuden oder im Freien, die sich auf dem Gelände eines Betriebes oder einer

Baustelle befinden und die zur Nutzung von Arbeitsplätzen vorgesehen sind und

zu denen Beschäftigte im Rahmen ihrer Arbeit Zugang haben.

Zur Arbeitsstätte gehören auch Verkehrswege, Fluchtwege, Notausgänge, Lager-,

Maschinen- und Nebenräume, Sanitärräume, Pausen- und Bereitschaftsräume, Erste-Hilfe-Räume,

Unterkünfte.

Arbeitsplätze:

Bereiche von Arbeitsstätten, in denen sich Beschäftigte bei der von ihnen ausgeübten

Tätigkeit regelmäßig über einen längeren Zeitraum aufhalten müssen.

Arbeitsräume:

Räume, in denen Arbeitsplätze innerhalb von Gebäuden dauerhaft eingerichtet sind.

Aufenthaltsräume:

Räume, die zum nicht nur vorübergehenden Aufenthalt von Menschen bestimmt oder

geeignet sind (gemäß § 2 BremLBO).

Das Einrichten einer Arbeitsstätte umfasst insbesondere:

1. bauliche Maßnahmen oder Veränderungen,

2. Ausstatten mit Maschinen, Anlagen, Mobiliar, anderen Arbeitsmitteln sowie Beleuchtungs-,

Lüftungs-, Heizungs-, Feuerlösch- und Versorgungseinrichtungen,

3. Anlegen und Kennzeichnen von Verkehrs- und Fluchtwegen, Kennzeichnen von

Gefahrenstellen und brandschutztechnischen Ausrüstungen,

4. Festlegen von Arbeitsplätzen.

Das Betreiben umfasst das Benutzen der Arbeitsstätte zum Zwecke der Ausführung

von Tätigkeiten und ihr Instandhalten.

Das Instandhalten umfasst nach DIN 31051 alle Maßnahmen zur Wartung, Inspektion,

Instandsetzung und Verbesserungen.


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3 Allgemeine Anforderungen

3.1 Konstruktion und Festigkeit von Gebäuden

‣ Gebäude für Arbeitsstätten müssen eine der Nutzungsart entsprechende Konstruktion

und Festigkeit aufweisen.

ArbStättV Anhang 1.1

3.2 Abmessungen von Räumen, Luftraum

‣ Ausreichende Grundfläche und lichte Höhe,

‣ Abmessungen richten sich nach der Art ihrer Nutzung,

‣ notwendiger Luftraum ist in Abhängigkeit von der körperlichen Beanspruchung und

der Anzahl der anwesenden Personen zu bemessen.

§ 46 BremLBO

- Aufenthaltsräume müssen eine lichte Raumhöhe von mindestens 2,40 m haben.

Orientierungshilfe:

1. Die Grundfläche von Arbeitsräumen soll mindestens 8 m 2 betragen.

2. Die lichte Höhe von Arbeitsräumen soll:

- bei einer Grundfläche bis 50 m

2 mind. 2,50 m,

- bei einer Grundfläche bis 100 m 2 mind. 2,75 m,

- bei einer Grundfläche bis 2000 m 2 mind. 3,00 m und

- bei einer Grundfläche über 2000 m 2 mind. 3,25 m betragen

3. Der Mindestluftraum in Arbeitsräumen soll für jeden ständig anwesenden Beschäftigten:

- 12 m

3 bei überwiegend sitzender Tätigkeit,

- 15 m 3 bei überwiegend nicht sitzender Tätigkeit,

- 18 m 3 bei schwerer körperlicher Arbeit betragen.

Für jede zusätzlich ständig anwesende Person ist ein Mindestluftraum von 10 m 3

vorzusehen.


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4. Bei Räumen mit Schrägdecken soll die lichte Höhe im Bereich von Arbeitsplätzen

und Verkehrswegen an keiner Stelle unter 2,50 m liegen.

ArbStättV Anhang 1.2

3.3 Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung

‣ ist erforderlich, wenn Risiken für Sicherheit und Gesundheit nicht durch technische

oder organisatorische Maßnahmen zu vermeiden sind.

‣ weist hin auf:

- vorhandene Gefahren (z. B. Explosionsgefahr, Lärmzone),

- Sicherheitsmaßnahmen (z. B. Rauchverbot, Gehörschutz),

- Sicherheitseinrichtungen (z. B. Feuerlöscher, Notausgänge).

z. B.: Hindernisse auf Verkehrswegen,

Fluchtwege und Notausgänge,

Absturzgefahren,

Erste-Hilfe-Räume,

Feuerlöscheinrichtungen.

RL 92/58/EWG (Kennzeichnungs-RL)

ArbStättV Anhang 1.3

3.4 Energieverteilungsanlagen

‣ müssen Schutz vor direktem oder indirektem Berühren von spannungsführenden

Teilen bieten, von ihnen dürfen keine Brand- oder Explosionsgefahren ausgehen.

ArbStättV Anhang 1.4


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3.5 Fußböden und Dächer

Fußböden

‣ keine Unebenheiten, Löcher, Stolperstellen oder gefährliche Schrägen,

‣ gegen Verrutschen gesichert, tragfähig, trittsicher und rutschhemmend,

‣ leicht zu reinigen,

‣ ausreichende Wärmedämmung,

‣ ausreichende Feuchtigkeitsisolierung.

• Fußbodenstellen, an denen sich Stolper- und Rutschgefahren durch bauliche oder

technische Maßnahmen nicht vermeiden lassen – kennzeichnen oder durch andere

Maßnahmen sichern (z. B. Geländer),

• wenn erhöhte Rutschgefahr besteht (z. B. Fliesen mit griffiger Oberfläche, Gitterroste)

einbauen,

• widerstandsfähig gegen chemische und physikalische Einwirkungen,

bei Verwendung großer Flüssigkeitsmengen – Gefälle zu einem Abfluss mit Ge-

Dächer

‣ dürfen bei nicht durchtrittsicherem Material nur betreten werden, wenn Ausrüstungen

vorhanden sind, die ein sicheres Arbeiten ermöglichen.

• Müssen z. B. regelmäßige Instandhaltungsarbeiten an Einrichtungen durchgeführt

werden, die nur über ein nicht durchtrittsicheres Dach zu erreichen sind, so müssen

besondere Schutzvorrichtungen (Laufsteg mit Geländer) fest angebracht werden.

• Mindestbreite eines Laufsteges = 0,5 m.

• Zugänge zu nicht durchtrittsicheren Dächern müssen unter Verschluss stehen und

entsprechend gekennzeichnet sein.

ArbStättV Anhang 1.5

ASR 8/1, ASR 8/4, ASR 8/5

3.6 Fenster und Oberlichter

‣ möglichst ausreichend Tageslicht,

‣ sicheres Öffnen, Schließen, Verstellen und Arretieren,

‣ beim Öffnen und Schließen keine Verletzungsgefahr,

‣ gefahrloses Reinigen.


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§ 46 BremLBO

- Aufenthaltsräume müssen mit Tageslicht belichtet werden können,

- die Fensterfläche für Aufenthaltsräume muss im Rohbaumaß mind. 1/10 der

Grundfläche des Raumes betragen,

- Aufenthaltsräume, deren Benutzung eine Belichtung mit Tageslicht verbieten,

sind ohne Fenster zulässig.

§ 39 BremLBO

- Fenster, die als Rettungsweg dienen, müssen im Lichten mind. 0,90 m x 1,20 m

groß sein und nicht höher als 1,20 m über der Fußbodenoberkante angeordnet

sein.

§ 39 BremLBO

- Fensterbrüstungen müssen mind. 0,80 m sein (bei Absturzhöhe bis 12 m),

- Fensterbrüstungen müssen mind. 0.90 m sein (bei Absturzhöhe über 12 m).

ArbStättV Anhang 1.6 und 3.4


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3.7 Türen und Tore

‣ ausreichend stabil und widerstandfähig nach Art und Nutzung der Räume,

‣ durchsichtige Türen sind in Augenhöhe zu kennzeichnen,

‣ Pendeltüren und –tore müssen durchsichtig oder mit Sichtfenster versehen sein,

‣ bei nicht bruchsicheren Flächen müssen diese beidseitig so abgeschirmt sein, dass

sie beim Öffnen oder Schließen nicht eingedrückt werden können,

‣ gegen Ausheben, Herabfallen und Herausfallen sichern,

‣ in unmittelbarer Nähe von Toren, die für den Fahrzeugverkehr bestimmt sind, müssen

gut sichtbar gekennzeichnete Türen für Fußgänger vorhanden sein,

‣ kraftbetätigte Türen und Tore müssen sicher benutzbar sein:

- sie müssen ohne Gefährdung der Beschäftigten bewegt werden oder zum Stillstand

kommen,

- mit selbstwirkenden Sicherungen ausgestattet sein,

- auch von Hand zu öffnen sein, sofern bei Stromausfall keine automatische Öffnung

erfolgt.

Achtung!

Für Türen im Verlauf von Fluchtwegen gelten besondere Anforderungen.

• Besteht die Gefahr, dass gesundheitsgefährdende Gase, Dämpfe, Stäube, Flüssigkeiten

usw. austreten können, müssen Türen und Tore fest schließen.

• Bei der Handbetätigung dürfen keine Quetsch- und Scherstellen vorhanden sein.

• In geöffnetem Zustand darf keine Eingrenzung der nutzbaren Laufbreite vorbeiführender

Verkehrswege entstehen.

• Licht durchlässige Türflächen (ausgenommen Türfüllungen im oberen Drittel von

Türen) müssen bruchsicher sein.

• Bei nicht bruchsicheren Flächen müssen diese beidseitig abgeschirmt sein, dass

sie beim Öffnen oder Schließen nicht eingedrückt werden können.

• Türbreite:

Anzahl der Personen Breite in m

bis 5 0,875

bis 20 1,00

bis 100 1,25

bis 250 1,75

bis 400 2,25


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• Die lichte Mindesthöhe soll 2,00 m betragen.

• Entfernung zum nächsten Ausgang (Luftlinie) soll höchstens betragen:

a) in Räumen, ausgenommen Räume nach b) bis f) 35 m,

b) in brandgefährdeten Räumen ohne Sprinklerung

oder vergleichbare Sicherheitseinrichtungen 25 m,

c) in brandgefährdeten Räumen mit Sprinklerung

oder vergleichbare Sicherheitseinrichtungen 35 m,

d) in giftstoffgefährdeten Räumen 20 m,

e) in explosionsgefährdeten Räumen (außer f) 20 m,

f) in explosivstoffgefährdeten Räumen 10 m.

ArbStättV Anhang 1.7

ASR 10/1, ASR 10/5, ASR 10/6, ASR 11/1-5

3.8 Verkehrswege

(einschließlich Treppen, fest angebrachte Steigleitern und Laderampen)

‣ Bemessung der Breite richtet sich nach der Kategorie und der Anzahl möglicher

Benutzer,

‣ Gewährleistung eines leichten und sicheren Begehens oder Befahrens,

‣ bei Einsatz von Transportmitteln – ausreichenden Sicherheitsabstand für Fußgänger

und angrenzende Einbauten und Flächen (z. B. Türen und Tore, Durchgänge,

Treppenaustritte) beachten,

‣ bei Notwendigkeit müssen die Begrenzungen gekennzeichnet werden.

§ 35 BremLBO

- eine Treppe darf nicht unmittelbar hinter einer Tür beginnen, die in Richtung der

Treppe aufschlägt,

- Treppen müssen einen festen und sicheren Handlauf haben.


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• Treppenrichtmaße:

Anwendungsbereich/

Bauten

Auftritt in cm

Steigung in cm

Freitreppen 32 bis 30 14 bis 16

Versammlungsstätten,

Verwaltungsgebäude

31 bis 29 15 bis 17

Gewerbliche Bauten 30 bis 26 16 bis 19

Boden- und Kellertreppen 28 bis 26 17 bis 19

• Geländer und Handläufe:

• Die freien Seiten der Treppe müssen mit Geländer gesichert sein.

Höhe: mind. 1,0 m, bei mehr als 12 m Absturzhöhe 1,1 m,

• Ausführung der Geländer so vornehmen, dass keine Personen hindurchstürzen

können,

• Treppen mit mehr als 4 Stufen:

- müssen einen Handlauf haben,

- bei Stufenbreite von mehr als 1,50 m – beidseitiger Handlauf

- bei Stufenbreite von mehr als 4,00 m – zusätzlich einen Zwischenhandlauf

• vor und hinter Türen müssen Absätze oder Treppen einen Abstand von mind. 1,0 m

haben, bei aufgeschlagener Tür muss noch eine Podestbreite von mind. 0,5 m vorhanden

sein,

• während der Dauer der Benutzung – ausreichende sachgemäße Beleuchtung

Verkehrswege – Unterteilung in 3 Kategorien

‣ 1. Personenverkehr

• die lichte Mindesthöhe über den Wegen soll 2,0 m betragen,

• die Breite ist entsprechend nachfolgender Tabelle auszulegen:

Anzahl der Personen Breite in m

bis 5 0,875

bis 20 1,00

bis 100 1,25

bis 250 1,75

bis 400 2,25


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‣ 2. Güterverkehr

• die lichte Mindesthöhe richtet sich nach der Höhe des Flurförderzeuges bzw. der

Ladehöhe zuzüglich 0,2 m Sicherheitszuschlag,

• die Breite richtet sich nach der Fahrzeugbreite zuzüglich eine beidseitigen Randzuschlages

von jeweils mindestens 0,5 m bei Richtungsverkehr (bei Gegenverkehr ist

dem Randzuschlag noch ein Begegnungszuschlag von 0,4 m hinzuzufügen).

‣ 3. Personen- und Güterverkehr

• lichte Höhe wie Güterverkehr,

• die Breite richtet sich nach der Fahrzeugbreite zuzüglich eine beidseitigen Randzuschlages

von jeweils mindestens 0,75 m bei Richtungsverkehr (bei Gegenverkehr

ist dem Randzuschlag noch ein Begegnungszuschlag von 0,4 m hinzuzufügen).

Orientierungshilfe:

- Verkehrswege für Fahrzeuge sollten in einem Abstand von mind. 1,0 m an Türen,

Toren, Durchgängen, Durchfahrten und Treppenaustritten vorbeiführen,

- die Begrenzungen der Verkehrswege in Arbeits- und Lagerräumen mit mehr als

1.000 m 2 Grundfläche sind zu kennzeichnen.

ArbStättV Anhang 1.8

ASR 17/1, 2

3.9 Fahrtreppen und Fahrsteige

‣ nur solche einsetzen, die mit den notwendigen Sicherheitseinrichtungen ausgestattet

sind,

‣ müssen sicher funktionieren und benutzbar sein,

‣ sicheres Erkennen und leichte Zugänglichkeit der Notbefehlseinrichtungen.


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• Sicherung von Quetsch- und Scherstellen,

• bei Gefährdungen selbsttätiger Stillstand der Anlage,

• Trittflächen der Stufen bzw. Bänder sowie die Fußböden an den Zu- und Abgängen

müssen trittsicher (ausreichend fest, eben und rutschhemmend) sein,

• Stauraumbreite bei aufeinanderfolgenden Fahrtreppen:

mind. Breite der Fahrtreppe

• Stauraumtiefe bei aufeinanderfolgenden Fahrtreppen:

mind. 2,5 m, sie kann auf 2,0 m verringert werden, wenn die Breite verdoppelt wird.

RL 98/37/EG

ArbStättV Anhang 1.9

ASR 18/1-3

3.10 Laderampen

‣ einfach und sicher benutzbar,

‣ Abmessungen entsprechend des Transportmittels bzw. der Ladung,

‣ mindestens ein Abgang,

‣ lange Rampen an jedem Endbereich einen Abgang, soweit es betriebstechnisch

möglich ist,

‣ nach Möglichkeit sind die Bereiche, die keine ständigen Be- und Entladestellen

sind, mit Absturzsicherungen zu versehen.

ArbStättV Anhang 1.10

3.11 Steigleitern und Steigeisengänge

‣ sicher benutzbar:

1. nach Notwendigkeit – Schutzvorrichtung gegen Absturz (Steigschutzeinrichtung),

2. Haltevorrichtung an der Austrittsstelle,

3. nach Notwendigkeit – Ausrüstung mit Ruhebühnen.


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• trittsichere und rutschhemmende Ausführung (Tiefe der Auftrittsfläche mind.

20 mm, bei Rundprofilen Durchmesser mind. 25 mm),

• Auftrittsbreite:

- einläufige Steigeisen mind. 300 mm,

- zweiläufige Steigeisengänge und Sprossen an Steigleitern mit fester Führung

oder Mittelholm mind. 150 mm,

- Sprossen an Steigleitern mit Seitenholm mind. 350 mm,

• bei mehr als 80° Neigung sind nach jeweils 10 m Ruhebühnen erforderlich,

• Haltevorrichtung an der Austrittsstelle bei:

- Steigeisengängen mind. 1,0 m und

- Steigleitern mind. 1,1 m hinausführen.

Achtung!

Weitere Hinweise können Sie der Unfallverhütungsvorschrift „Leitern und Tritte“

(GUV-V D36) entnehmen.

ArbStättV Anhang 1.11

ASR 20

4 Maßnahmen zum Schutz vor besonderen Gefahren

4.1 Schutz vor Absturz und herabfallenden Gegenständen, Betreten von Gefahrenbereichen

‣ Für Arbeitsplätze und Verkehrswege, bei denen die Gefahr des Absturzes von Beschäftigten

oder des Herabfallens von Gegenständen bestehen oder die an Gefahrenbereiche

angrenzen, gilt:

- Anbringen entsprechender Sicherheitseinrichtungen, um Gefahren für Beschäftigte

auszuschließen,

- müssen gegen unbefugtes Betreten gesichert sein,

- Gefahrenbereiche sind gut sichtbar zu kennzeichnen.

• Absturzgefahr besteht, wenn eine Absturzhöhe von mehr als 1 m vorhanden ist.


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§ 19 BremLBO

- Absturzhöhe bis 12 m: Umwehrungshöhe mind. 1 m

- Absturzhöhe über 12 m: Umwehrungshöhe mind. 1,10 m

• Sicherung an Bodenöffnungen (z. B. Luken-, Schacht-, Rutschen-, Gruben-, Falltüröffnungen)

müssen gesichert sein:

- durch feste oder abnehmbare Geländer oder

- durch Lukendeckel,

• Sicherung an Wandöffnungen (z. B. Wandluken) müssen vorgenommen werden,

wenn deren Unterkante weniger als 1 m über dem Standort liegen und ein Absturz

aus mehr als 2 m Höhe möglich ist,

• sind Beschäftigte durch herabfallende Gegenstände gefährdet, sind Sicherungsmaßnahmen

zu treffen:

- an den höhergelegenen Arbeitsplätzen und Verkehrswegen - Drahtgitter, Fangnetze

o. ä. Schutzeinrichtungen anbringen oder

- die tiefergelegenen Arbeitsplätze und Verkehrswege durch feste Einrichtungen,

z. B. Schutzgitter, sichern.

ArbStättV Anhang 2.1

ASR 12/1-3

4.2 Schutz vor Entstehungsbränden

‣ Anzahl und Art der Feuerlöscheinrichtungen, Brandmeldern bzw. Alarmanlagen

richtet sich nach:

- Abmessung und Nutzung der Arbeitsstätte,

- der Brandgefährdung vorhandener Einrichtungen und Materialien,

- der größtmöglichen Anzahl anwesender Personen,

‣ nicht selbsttätige Feuerlöscheinrichtungen müssen als solche gekennzeichnet,

leicht zu erreichen und zu handhaben sein,

‣ selbsttätige Feuerlöscheinrichtungen müssen mit Warneinrichtungen ausgerüstet

sein, wenn bei Einsatz Gefahren für Beschäftigte auftreten.

ArbstättV Anhang 2.2

ASR 13/1,2


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4.3 Fluchtwege und Notausgänge

‣ Anzahl, Anordnung und Abmessung richten sich nach:

- der Nutzung der Einrichtung,

- den Abmessungen der Arbeitsstätte,

- der höchstmöglichen Anzahl anwesender Personen,

‣ müssen auf möglichst kurzem Weg ins Freie, falls dies nicht möglich ist, in einen

gesicherten Bereich führen,

‣ dauerhafte Kennzeichnung,

‣ Sicherheitsbeleuchtung ist erforderlich, wenn das gefahrlose Verlassen der Arbeitsstätte

für die Beschäftigten nicht gewährleistet ist (z. B. bei Ausfall der Allgemeinbeleuchtung),

‣ Türen im Verlauf von Fluchtwegen oder Notausgangstüren müssen:

- sich von innen ohne Hilfsmittel (auch ohne Schlüssel) jederzeit leicht öffnen lassen,

- dauerhaft gekennzeichnet sein,

‣ Türen von Notausgängen müssen sich nach außen öffnen lassen,

‣ in Notausgängen sind Karussell- und Schiebetüren nicht zulässig.

§ 36 BremLBO

- Von jeder Stelle eines Aufenthaltsraumes muss mindestens ein Ausgang in einen

notwendigen Treppenraum oder ins Freie in höchstens 35 m Entfernung

führen.

Achtung!

Angaben zu Entfernungen, Türbreiten und –höhen finden Sie unter Punkt 3.7.

• Als Rettungsweg gelten grundsätzlich nur Treppen mit geraden Läufen.

ArbStättV Anhang 2.3

ASR 17/1,2


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5 Arbeitsbedingungen

5.1 Bewegungsfläche am Arbeitsplatz

‣ muss so bemessen sein, dass sich die Beschäftigten bei ihrer Tätigkeit ungehindert

bewegen können,

‣ muss frei und unverstellt sein.

Orientierungshilfe:

- für jeden Beschäftigten sollte am Arbeitsplatz eine freie Bewegungsfläche von

mind. 1,5 m 2 zur Verfügung stehen,

- freie Bewegungsfläche sollte an keiner Stelle weniger als 1,0 m breit sein.

ArbStättV Anhang 3.1

5.2 Anordnung der Arbeitsplätze

‣ für die Beschäftigten muss gewährleistet werden, dass:

- ein sicheres Erreichen und Verlassen des Arbeitsplatzes möglich ist,

- sie sich bei Gefahr schnell in Sicherheit bringen können,

- durch benachbarte Arbeitsplätze oder andere Einwirkungen von außen keine

Gefährdung eintritt.

ArbStättV Anhang 3.2

5.3 Ausstattung der Arbeitsplätze

‣ mindestens 1 Kleiderablage pro Beschäftigten, sofern Umkleideräume nicht erforderlich

sind.

ArbStättV Anhang 3.3

• bei Arbeiten, die ganz oder teilweise sitzend verrichtet werden können, soll die

Sitzgelegenheit eine Rückenlehne haben,

• bei Büroarbeiten sollen die Sitzgelegenheiten mit verstellbarer Rückenlehne mit

oder ohne Armstützen und höhenverstellbar sein,

• Sitzgelegenheiten müssen kippsicher und gegen unbeabsichtigtes Wegrollen gesichert

sein.

ASR 25/1


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5.4 Beleuchtung

‣ angemessene künstliche Beleuchtung,

‣ die Beleuchtungsanlagen sind so auszuwählen und anzuordnen, dass sich dadurch

keine Unfall- oder Gesundheitsgefahren ergeben,

‣ Arbeitsstätten, in denen die Beschäftigten bei Ausfall der Allgemeinbeleuchtung

Unfallgefahren ausgesetzt sind, müssen eine ausreichende Sicherheitsbeleuchtung

haben.

• die Beleuchtungsanforderungen sind in der DIN EN 12464 Teil 1 „Beleuchtung von

Arbeitsstätten“ für Innenräume und Teil 2 (Entwurf) für Arbeitsplätze im Freien,

festgelegt,

• Anordnung der Leuchten ist so vorzunehmen, dass eine ausreichend gleichmäßige

Beleuchtung der Räume ermöglicht ist,

• gegebenenfalls sind zusätzliche Leuchten direkt am Arbeitsplatz anzubringen,

• bei der Auswahl und Anordnung der Leuchten ist darauf zu achten, dass keine

Blendwirkung auftritt.

ArbStättV Anhang 3.4

ASR 7/3, ASR 41/3

5.5 Raumtemperaturen

‣ in Arbeits-, Pausen-, Bereitschafts-, Sanitär-, Kantinen- und Erste-Hilfe-Räumen

muss eine gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur herrschen,

‣ Abschirmung der Arbeitsstätte gegen übermäßige Sonneneinstrahlung.

• Raumtemperatur = ½ x (örtliche Lufttemperatur + mittlere Temperatur der Umschließungsflächen),

• Lufttemperatur in Arbeitsräumen:

Arbeitshaltung

leichte

Tätigkeit

mittlere

Tätigkeit

schwere

Tätigkeit

Sitzen +20° C +19° C -

Stehen/Gehen +19° C +17° C +12° C

• Lufttemperatur in Arbeitsräumen soll 26° C nicht überschreiten. Bei darüber liegender

Außentemperatur darf in Ausnahmefällen die Lufttemperatur höher sein.

• In Sanitär-, Pausen-, Bereitschafts-, Erste-Hilfe-Räumen und Unterkünften ist eine

Mindestlufttemperatur von 21° C zu gewährleisten.


22

• In Waschräumen, in denen Duschen oder Badewannen installiert sind, soll die Lufttemperatur

24° C betragen.

• Beschäftigte dürfen keiner Zugluft ausgesetzt sein.

• Zur Bestimmung der klimatischen Bedingungen sind die Einflussfaktoren Lufttemperatur,

Luftfeuchte, Luftgeschwindigkeit und Wärmestrahlung zu berücksichtigen.

• Liegen die Lufttemperaturen oberhalb 26° C ist der Schutz gegen zu hohe Temperaturen

durch technische oder organisatorische Maßnahmen bzw. durch persönliche

Schutzausrüstungen zu gewährleisten.

• Gegen betriebstechnisch unvermeidliche Wärmestrahlung sind Vorkehrungen zu

treffen, damit diese nicht in unzuträglichem Ausmaße auf die Beschäftigten einwirkt.

ArbStättV Anhang 3.5

ASR 6

5.6 Lüftung

‣ in umschlossenen Arbeitsräumen muss unter Berücksichtigung:

- der Arbeitsverfahren,

- der körperlichen Beanspruchung,

- der Anzahl der Beschäftigten

ausreichend zuträgliche Atemluft vorhanden sein,

‣ raumlufttechnische Anlagen müssen funktionstüchtig sein,

‣ Störungen müssen durch selbsttätige Warneinrichtungen angezeigt werden,

‣ im Fall von Störungen müssen Vorkehrungen getroffen sein die Beschäftigten vor

Gesundheitsgefahren zu schützen,

‣ kein störender Luftzug bei Einsatz von Klimaanlagen oder mechanisierten Belüftungseinrichtungen,

‣ Ablagerungen und Verunreinigungen in raumlufttechnischen Anlagen sind umgehend

zu beseitigen.

• bei freier Lüftung sind die Be- und Entlüftungsöffnungen so anzuordnen, dass eine

ausreichend gleichmäßige Durchlüftung der Arbeitsräume gewährleistet ist,

• lüftungstechnische Anlagen sind erforderlich, wenn eine freie Lüftung gemäß den

Erfordernissen nicht möglich ist.

ArbStättV Anhang 3.6

ASR 5


23

Achtung!

Der Arbeitgeber hat die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, damit die nicht rauchenden

Beschäftigten in Arbeitsstätten wirksam vor den Gesundheitsgefahren durch

Tabakrauch geschützt sind (ArbStättV § 5).

5.7 Lärm

‣ Der Schalldruckpegel in Arbeitsstätten ist so niedrig zu halten wie es nach der Art

des Betriebes möglich ist.

‣ Beurteilungspegel maximal 85 dB (A), sofern technisch nicht einhaltbar, Überschreitung

um 5 dB (A) möglich.

Orientierungshilfe für belästigenden Lärm:

- Beurteilungspegel am Arbeitsplatz sollte auch unter Berücksichtigung der von außen

einwirkenden Geräusche höchstens betragen:

1. bei überwiegend geistigen Tätigkeiten 55 dB (A),

2. bei einfachen oder überwiegend mechanisierten Bürotätigkeiten und vergleichbaren

Tätigkeiten 70 dB (A),

- in Pausen-, Bereitschafts-, Liege-, Sanitärräumen sollte der Beurteilungspegel

höchstens 55 dB (A) betragen.

Achtung!

Weitere Hinweise können Sie der Unfallverhütungsvorschrift „Lärm“ (GUV-V B3) entnehmen.

ArbStättV Anhang 3.7


24

6 Sanitärräume, Pausen- und Bereitschaftsräume, Erste-Hilfe-

Räume, Unterkünfte

6.1 Sanitärräume

‣ Toilettenräume müssen verschließbare Zugänge haben,

‣ in der Nähe der Arbeitsplätze, Pausen- und Bereitschaftsräume, Wasch- und Umkleideräume

befindlich sein.

• die Entfernung zum Arbeitsplatz sollte nicht mehr als 100 m und maximal eine Geschosshöhe

betragen und dabei nicht durchs Freie führen.

‣ Waschräume müssen in der Nähe der Arbeitsplätze und sichtgeschützt eingerichtet

werden,

‣ sind Waschräume nicht erforderlich, müssen Waschgelegenheiten in der Nähe der

Arbeitsplätze und der Umkleideräume zur Verfügung stehen,

‣ Erfordernisse für Waschräume und Waschgelegenheiten:

- fließendes warmes und kaltes Wasser, Mittel zum Reinigen, Desinfizieren und Abtrocknen

der Hände muss zur Verfügung stehen,

• sind zur Verfügung zu stellen, wenn die Beschäftigten bei ihrer Tätigkeit:

- infektiösen,

- giftigen,

- gesundheitsschädlichen,

- ätzenden,

- reizenden oder

- stark geruchsbelästigenden Stoffen

ausgesetzt sind.

‣ Umkleideräume müssen:

- leicht zugänglich und sichtgeschützt errichtet werden,

- entsprechend der Anzahl der gleichzeitigen Benutzer größenmäßig ausgelegt

sein,

- mit verschließbare Einrichtungen zur Aufbewahrung der Kleidung ausgestattet

sein,

- Sitzgelegenheiten haben.


25

• Umkleideräume sind bereitzustellen, wenn bei der Tätigkeit besondere Arbeitskleidung

getragen werden muss,

• bei Hitzearbeitsplätzen sollen diese unmittelbar an den Arbeitsraum angrenzen

(Erkältungsgefahr),

• wenn die Beschäftigten infektiösen, giftigen, gesundheitsschädlichen, ätzenden,

reizenden oder stark geruchsbelästigenden oder stark verschmutzten Stoffen ausgesetzt

sind, muss eine getrennte Aufbewahrungsmöglichkeit für Arbeitskleidung

(Schwarz) und Straßenkleidung (Weiß) vorhanden sein.

‣ Wasch- und Umkleideräume, die voneinander räumlich getrennt sind, müssen

untereinander leicht erreichbar sein.

ArbStättV Anhang 4.1

ASR 37/1, ASR 35/1-4, ASR 34/1-5

6.2 Pausen- und Bereitschaftsräume

‣ Pausenräume/Pausenbereiche sind:

- an leicht erreichbarer ungefährdeter Stelle und in ausreichender Größe bereitzustellen,

- mit leicht zu reinigenden Tischen und Sitzgelegenheiten mit Rückenlehne auszustatten,

- als separate Räume zu gestalten, wenn die Beurteilung der Arbeitsbedingungen

und der Arbeitsstätte dies erfordern.

‣ Bereitschaftsräume müssen dem Zweck entsprechend ausgestattet sein.

• Pausenräume sind erforderlich, wenn die Beschäftigten:

- bei der Arbeit in besonderem Maße der Einwirkung von Hitze, Kälte, Nässe,

Staub, unzuträglichen Gerüchen, Lärm oder gefährlichen Stoffen ausgesetzt

sind,

- überwiegend im Freien arbeiten,

- schwere körperliche Arbeit verrichten,

- stark schmutzende Tätigkeiten ausführen,

- in Räumen beschäftigt sind, zu denen auch Dritte (z. B. Kunden) Zutritt haben.

ArbStättV Anhang 4.2

ASR 29/1-4


26

6.3 Erste-Hilfe-Räume

‣ In einer Betriebsstätte mit mehr als 1000 dort beschäftigten Versicherten,

‣ in einer Betriebsstätte mit 1000 oder weniger, aber mehr als 100 dort beschäftigten

Versicherten, wenn seine Art und das Unfallgeschehen nach Art, Schwere und Zahl

der Unfälle einen gesonderten Raum für die Erste Hilfe erfordern,

‣ auf einer Baustelle mit mehr als 50 dort beschäftigten Versicherten.

UVV Grundsätze der Prävention (GUV-V A1, § 25 Abs. 4)

‣ Kennzeichnung an den Zugängen,

‣ Gewährleistung einer leichten Zugänglichkeit für Personen mit Transportmitteln,

‣ Ausstattung mit den erforderlichen Einrichtungen und Materialien zur Ersten Hilfe,

‣ Anschrift und Telefonnummer der örtlichen Rettungsdienste an deutlich gekennzeichneter

Stelle anbringen,

‣ Erste-Hilfe-Ausstattung:

- ist dort aufzubewahren, wo es die Arbeitsbedingungen erfordern,

- muss leicht zugänglich und einsatzbereit sein,

- Aufbewahrungsstellen sind zu kennzeichnen.

• Zugänge zu Erste-Hilfe-Räumen sollen mindestens eine lichte Breite von 1,2 m und

eine lichte Höhe von mind. 2,0 m haben und möglichst stufenlos sein.

• Fußboden, Wände und Decken von Erste-Hilfe-Räumen müssen leicht zu reinigen

und zu desinfizieren sein,

• Ausstattungen zur Ersten Hilfe (z. B. Verbandskasten) sollten von ständigen Arbeitsplätzen

höchstens 100 m bzw. höchstens eine Geschosshöhe entfernt sein.

ArbStättV Anhang 4.3

ASR 38/2, ASR 39/1,3

6.4 Unterkünfte

‣ müssen entsprechend ihrer Belegungszahl ausgestattet sein mit:

- Wohn- und Schlafbereich (Betten, Schränken, Tischen, Stühlen),

- Essbereich,

- Sanitäreinrichtungen.

ArbStättV Anhang 4.4


27

7 Ergänzende Anforderungen an besondere Arbeitsplätze

7.1 Nicht allseits umschlossene und im Freien liegende Arbeitsstätten

‣ Arbeitsplätze einschließlich der Verkehrswege müssen von den Beschäftigten bei

jeder Witterung sicher und ohne Gesundheitsgefährdung erreicht, benutzt und wieder

verlassen werden können,

‣ Arbeitsplätze sind gegen Witterungseinflüsse zu schützen,

‣ Beschäftigten ist persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung zu stellen.

Orientierungshilfe für Verkaufsstände im Freien, die im Zusammenhang mit Ladengeschäften

stehen:

- in der Zeit vom 15. Oktober bis 30. April sollten Beschäftigte bei Außentemperaturen

unter +16° C nicht im Freien eingesetzt werden,

- Beschäftigte sollten gegen Witterungseinflüsse geschützt sein,

- die freie Bodenfläche sollte mind. 1,5 m 2 pro Beschäftigten betragen,

- Sitzgelegenheiten sollten zur Verfügung stehen,

- die Beschäftigten sollten keinem unzuträglichen Lärm und keinen unzuträglichen

mechanischen Schwingungen, Stäuben, Dämpfen, Nebeln oder Gasen, insbesondere

Abgasen ausgesetzt sein.

ArbStättV Anhang 5.1

7.2 Zusätzliche Anforderungen an Baustellen

‣ Beschäftigte müssen:

- sich gegen Witterungseinflüsse geschützt umkleiden, waschen und wärmen

können,

- über Einrichtungen verfügen, um ihre Mahlzeiten einnehmen und gegebenenfalls

auch zubereiten zu können,

- in der Nähe der Arbeitsplätze über Trinkwasser oder ein anderes alkoholfreies

Getränk verfügen können.


28

‣ weiterhin gilt für Baustellen:

- sind keine Umkleideräume erforderlich, muss eine Kleiderablage und ein abschließbares

Fach vorhanden sein (für persönliche Gegenstände),

- entsprechend dem Arbeitsverfahren und der körperlichen Beanspruchung ist

dafür zu sorgen, dass ausreichend gesundheitlich zuträgliche Atemluft vorhanden

ist,

- Möglichkeit zur Trocknung und Lüftung der Arbeitskleidung außerhalb der Arbeitszeit

muss gegeben sein,

- geeignete Versuche und Übungen an Feuerlöscheinrichtungen und Brandmelde-

und Alarmanlagen sind durchzuführen,

- ortsveränderliche Elemente (z. B. Materialien, Ausrüstungen) müssen auf geeignete

Weise stabilisiert werden,

- Fahrzeuge, Erdbaumaschinen und Förderzeuge sind gegen Abstürzen, Umstürzen,

Abrutschen oder Einbrechen zu sichern,

- ausreichender Sicherheitsabstand oder geeignete Schutzeinrichtung ist bei

Verkehrswegen, die von Fahrzeugen und Personen gleichzeitig genutzt werden,

vorzusehen.

• vom 15. Oktober bis 30. April ist bei den Tagesunterkünften ein Windfang erforderlich,

um Zugluft zu vermeiden,

• Tagesunterkünfte müssen mit Sitzgelegenheiten und Tische ausgestattet sein,

• zum ungehinderten Umkleiden muss eine freie Bodenfläche von 0,5 m 2 pro Beschäftigten

in unmittelbarer Nähe der Kleiderschränke vorhanden sein,

• sind Waschräume erforderlich, müssen diese fließend kaltes und warmes Wasser

(mind. 38° C) haben.


29

‣ bei Arbeiten, aus denen sich besondere Gefährdungen für Beschäftigte ergeben, ist

folgendes zu beachten:

- Arbeitsplätze an erhöhten oder tiefergelegenen Standorten – Standsicherheit

und Stabilität einschließlich der Zugänge gewährleisten, insbesondere nach

Veränderung der Höhe oder Tiefe,

- bei Ausschachtungen, Brunnenbauarbeiten, unterirdischen oder Tunnelbauarbeiten

– geeignete Verschalungen oder Abschrägungen vorsehen,

- vor Beginn der Erdarbeiten – Maßnahmen treffen, die eine Gefährdung durch

unterirdisch verlegte Kabel und andere Versorgungsleitungen minimieren,

- Arbeiten bei denen Sauerstoffmangel auftreten kann – Maßnahmen treffen, um

einer Gefahr vorzubeugen und sofortige Hilfeleistung zu ermöglichen,

- Einzelarbeitsplätze, bei denen Sauerstoffmangel auftreten kann, sind nur zulässig,

wenn diese ständig von außen überwacht werden, um sofortige Hilfeleistung

zu ermöglichen,

- beim Auf-, Um- sowie Abbau von Spundwänden und Senkkästen - angemessene

Vorrichtungen vorsehen, damit sich Beschäftigte beim Eindringen von Wasser

und Material retten können,

- bei Laderampen – Absturzsicherungen vorsehen.

‣ folgende Arbeiten dürfen nur unter Aufsicht einer befähigten Person geplant und

durchgeführt werden:

- Abbrucharbeiten, Arbeiten mit schweren Massivbauelementen, Auf- und Abbau

von Stahl- und Betonkonstruktionen sowie Montage und Demontage von

Spundwänden und Senkkästen.

‣ vorhandene elektrische Freileitungen:

- müssen nach Möglichkeit außerhalb des Baustellengeländes verlegt oder freigeschaltet

werden,

- wenn dies nicht möglich ist, sind geeignete Abschrankungen, Abschirmungen

oder Hinweise anzubringen, um Fahrzeuge und Einrichtungen von diesen Leitungen

fern zu halten.

ArbStättV Anhang 5.2

ASR 45/1-6, ASR 47/1-3,5, ASR 48/1,2


30

8 Literatur

Leitlinien des LASI zur Arbeitsstättenverordnung

Stand: 25. April 2005

Leitfaden nach der neuen Arbeitsstättenverordnung

vom 12. August 2004

Landesamt für Soziales und Familie, Freistaat Thüringen

Verordnung über Arbeitsstätten

Neufassung 2004

Text der Verordnung und Hinweise zur Anwendung

Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie, Land Brandenburg

Landesbauordnung Bremen

vom 27. März 1995 (Brem.GBl. S. 211),

zuletzt geändert am 08. April 2003 (Brem.GBl. S. 159)

Unfallverhütungsvorschrift “Grundsätze der Prävention” (GUV-V A1)

vom 01. April 2005

Handlungshilfe

„Arbeitsstättenverordnung“

Hrsg.:

Unfallkasse Freie Hansestadt Bremen

Konsul-Smidt-Str. 76a

28217 Bremen

0421- 3 50 12-0

office@unfallkasse.bremen.de

www.unfallkasse.bremen.de

Bremen, November 2010

Bestellnummer: UKFHB 5

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