Dezember 2013 - Februar 2014 - Alsterbund

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AUSDERGEMEINDE 11

Wassersegnung am 6. Januar

Die meisten Kalender

bezeichnen den 6. Januar

als „Heilige Drei

Könige“ und in einigen

Bundesländern ist der

6. Januar ein Feiertag.

Die Medien berichten dann

regelmäßig über Kinder,

die als „Caspar, Melchior

und Balthasar“ verkleidet

mit einem großen Stern

singend und segnend von

Haus zu Haus ziehen. Dies

ist katholische Tradition. In

den orthodoxen Kirchen

hingegen gibt es für diesen

Tag ein Ritual, das uns

recht fremd anmutet: Die so

genannte Wassersegnung

bzw. Wasserweihe. Traditionell

wirft dabei der orthodoxe

Priester ein Kreuz in

ein Gewässer hinein, und

anschließend springen

meistens Jugendliche in

die kalten Fluten, um ebendieses

Kreuz wieder herauszuholen.

Auch bei uns

in Hamburg lädt die griechisch

orthodoxe Gemeinde

regelmäßig zur Wassersegnung

ein, bei der ein

Kreuz in die Elbe getaucht

und wieder herausgezogen

wird - mit Hilfe einer

vorher befestigten Schnur.

In der griechisch-orthodoxen

Tradition wird der 6.

Januar auch nicht - wie bei

uns in der evangelischen

Kirche - „Epiphanias“ [Erscheinung

des Herrn] genannt,

sondern es wird das

Wort „Theophanie“ (Gotteserscheinung)

für dieses

Fest verwendet. Denn in

den orthodoxen Kirchen

erinnert der 6. Januar vor

allem an die Taufe Jesu

im Jordan durch Johannes

den Täufer, bei der

sich die heilige Dreieinigkeit

von Vater, Sohn und

heiligem Geist der Welt offenbarte

(=> Theophanie).

Die Wurzeln aller christlichen

Festivitäten am 6.

Januar liegen vermutlich

im Alten Ägypten. Denn

hier wurde am 6. Januar

der Geburtstag des Gottes

Äon, des Gottes von

Zeit und Ewigkeit, gefeiert,

wobei Wasser aus dem Nil

eine wichtige Rolle spielte.

Die ersten christlichen

Gemeinden Ägyptens deuteten

dann offensichtlich

dieses „heidnische“ Fest

christlich neu, um die Erscheinung

ihres Herrn Jesus

Christus zu feiern.

Daraus entwickelten sich

in den unterschiedlichen

christlichen Kirchen verschiedene

Traditionen: Erinnerung

an die Geburt

Jesu (=> Lk 2), an die Taufe

Jesu (=> Mt 3,13-17), an

das Weinwunder zu Kana

(=> Joh. 2,1-11) oder an

die Anbetung Jesu durch

die „Heiligen drei Könige“

(=> Mt 2). Bei der orthodoxen

Tradition der Wasserweihe

gilt der ausgesprochene

Segen dem

Gewässer und der ganzen

Schöpfung für das gerade

neu begonnene Jahr.

Andreas Witt,

Martin-Luther-Gemeinde

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