Dezember 2013 - Februar 2014 - Alsterbund

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GEISTLICHESWort3

Liebe Leserin und lieber Leser!

Um Mitternacht ist es wieder

so weit: Der Himmel

über Hamburg erhellt sich

und der Zufall sorgt dafür,

dass sich Farben und

Formen des Feuerwerks

ständig ändern und neu erfinden.

So endet ein altes

und ein neues Jahr beginnt

mit einem Ritual, das ganz

auf den Augenblick setzt,

in dem am Himmel prächtige

und leuchtende Bilder

entstehen und wieder

vergehen, um neuen Eindrücken

Platz zu machen.

Für meine persönliche Begrüßung

des neuen Jahres

ist es völlig unwichtig,

ob mit diesem Ritual nun

„wirklich“ gerade dann ein

neuer Zeitabschnitt beginnt

oder ein Jahreskreis sich

schließt. Mein innerer Kalender

sagt es mir einfach,

ich glaube es und richte

mein Leben darauf ein.

Aber das Jahr könnte genauso

gut eine Woche

später oder früher oder

im Hochsommer anfangen.

Nun ist der Jahreswechsel

so von Menschenhand

gesetzt und

Tradition geworden. Es

ist ein scheinbar unverrückbarer

Fixpunkt geschaffen,

der in Schicksale

und den Lauf der

Geschichte eingebettet

ist. Ich kann mich

diesem Fixpunkt nicht entziehen

oder ihm nicht ausweichen.

Er verbindet mich

schicksalhaft mit den anderen

Menschen, solange

ich lebe. Ich kann ihn

als Übergang in meinem

Leben deuten, für den ich

Gottes Schutz und Segen

brauche. So kann er mich

auch mit Gott verbinden.

Fast noch mächtiger steht

das Weihnachtsfest wie

ein Pfeiler, vom Strom der

Zeit umspült. Ich kann an

ihm Halt suchen oder es

als Hindernis betrachten,

nur „wegzudenken“ ist es

nicht aus dem Leben. Nicht

zuletzt werden unsere Jahre

nun auch noch von

Christi Geburt an gezählt.

Damit ist jedes alte und

neue Jahr – unausgesprochen

– mit der Überzeugung

verknüpft, dass mit

Jesu Geburt eine neue Zeit

angebrochen ist. In dieser

neuen Zeit wird demnach

auch die Welt beginnen,

sich von Grund auf erneuern.

Hell, friedlich und gerecht

soll sie spätestens an

dem Tag werden, an dem

der einmal wiederkommt,

der seinen Weg als Kind

in der Krippe begann.

Vielleicht bin ich dann

schon am Kern des Weihnachtsfestes.

Es setzt

noch einen ganz anderen

Fixpunkt in den Strom

der Zeit. Dieser Fixpunkt

verheißt eben, dass dieser

Strom für einen Augenblick

angehalten wurde.

Im Lichtkreis um die

Krippe herum begann ein

Leben, das aus einer andern

Welt, aus Gottes Welt

kam. Deren Zeit wird kommen,

sie beginnt schon

verborgen im Lauf der

Jahre überall dort, wo der

Funke von Frieden und

Gerechtigkeit aufleuchtet

unter den Menschen.

Ulrich Thomas,

St. Martinus - Eppendorf

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