Dezember 2013 - Februar 2014 - Alsterbund

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4ZEITANSAGE

AUF DER SUCHE

NACH DER HEILEN FAMILIE

Die Familie bleibt die wichtigste Lebens- und Solidargemeinschaft.

Sie ist und bleibt auch Lebensgemeinschaft

von mindestens zwei Generationen.

Trennungen und die Abbrüche von Partnerschaften

können aber ebenso unterschiedliche Wirkungen haben

wie die Kontinuität.

Ein einfaches Spiel in einer

Kindergruppe verrät mehr

als ein Vortrag. Die Kinder

stellen mit Hilfe anderer

Kinder ihre Familie nach, in

der sie aufwachsen. Für einen

Moment schlüpfen die

anderen Kinder in die Rolle

von einem Verwandten

oder Freund. Oder sie nehmen

kleine Puppen, Holzstücke

oder Korken. Sie erklären,

wo Mutter und Vater

stehen, wo die Geschwister,

die Großeltern, die weitere

Familie und Freunde.

Dazu brauchen sie nicht

viel Zeit. Manchmal kostet

es einiges Nachdenken

und schließlich eine Entscheidung,

wie nahe oder

fern sich die einzelnen Familienmitglieder

stehen.

Viele haben zwei Familien,

zwischen denen sie pendeln.

Die wohnen mal weiter,

mal näher zusammen.

Die Eltern haben sich in

diesen Fällen getrennt, ein

neues Leben angefangen,

sind neu verwurzelt. Es

kommt vor, dass die neuen

Partner vom gleichen

Geschlecht sind. Oder jüngere

Geschwister kommen

aus neuen Verbindungen.

Andere leben nur mit Mutter

oder Vater, der andere

Elternteil ist aus ihrem

Leben mehr oder weniger

verschwunden. Auf der

anderen Seite haben viele

Kinder beide Elternteile

zusammen wie viele Generationen

vor ihnen. Alle

stellen ihre Familien, so

wie sie nun jetzt sind, mit

großer Selbstverständlichkeit

auf, selten kommen

Bewertungen. Glück und

Unglück gibt es in jeder

Konstellation. Die „richtige

Familie“ oder „heile Familie“

ist nicht (mehr) an ihrer

Lebensform zu erkennen.

Von den Kindern wird

es dargestellt, wie es eben

ist: Bunt und vielfältig, einige

Aufstellungen sind mit

einem Blick zu verstehen,

viele sind so komplex, dass

sie eine Erklärung brauchen.

Es wäre interessant,

die Familien aus der Sicht

der mittleren und älteren

Generation stellen und erklären

zu lassen. Welche

Unterschiede in der Sichtweise

würden dann deutlich

werden? Würde eine

Bewertung über die Beziehungen

und Verhältnisse

ausgesprochen? Aber

zu allererst sind die heranwachsenden

Kinder gefragt

zu bewerten. Fühlen

sie sich aufgehoben, geliebt,

gefördert und gefordert

in ihrer Familie – wie

immer diese aussieht? Danach

bleibt eine ganz allge-