Dezember 2013 - Februar 2014 - Alsterbund

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ZEITANSAGE 5

meine, wertfreie Beobachtung:

Patchworkfamilien

sind ganz offensichtlich

Familien, die einen tiefgreifenden

Wandel vollzogen

haben. Damit sind oft

Risiken persönlicher wie

wirtschaftlicher Art verbunden.

Diese können Ängste

auslösen, die bewältigt

werden müssen. Es können

Probleme entstehen,

deren Lösung die eigenen

Kräfte übersteigt. Am Ende

kann eine neues, tragfähiges

und vertrauensvolles

Familiengefüge oder eine

„Notlösung“ stehen. Wahlverwandtschaften

und

Freundschaften bekommen

eine Chance, die sie

in der traditionellen Familie

vielleicht so nicht bekommen

hätten. Kinder lernen

mit den neuen Bezugspersonen

neue Lebensstile

kennen und haben einen

Vergleich. Die Ursprungsfamilie

kann an prägender

Kraft verlieren oder

neu gewinnen. Aus dem

Wandel können Vorteile

wie Nachteile für die Kinder

wie für die Erwachsenen

entstehen. Bei genauerem

Hinsehen ist es bei

der traditionellen Familie

nicht grundsätzlich anders,

auch wenn der Wandel

nicht vom Abbruch vonBeziehungen

ausgelöst ist, es

verändern sich allein durch

das Heranwachsen der

Kinder die Rollen und Verantwortlichkeiten.

Auch sie

ist von Risiken und Scheitern

in Frage gestellt.In der

Bibel stehen höchst unterschiedliche

Einstellungen

und Bilder der Familie

gleichberechtigt nebeneinander.

In den Väter- und

Müttergeschichten des

Ersten Testaments prägen

die Geschicke der Großfamilien

die Geschichte Israels,

Mose als Sohn israelitischer

Sklaven wächst

in einer Patchworkfamilie

auf, in der die Pharaonentochter

seine Stiefmutter

und der Pharao sein Stief-

Großvater ist. König David

begründet seine Dynastie

durch einen Ehebruch mit

Batseba, der Frau eines

untergebenen Offiziers.

Die heilige Familie Jesu

lebt mit dem Geheimnis

und der Irritation seines

Ursprungs, Jesus selbst

sagt sich später von seiner

Ursprungsfamilie los

und entdeckt in der Jüngergemeinschaft

seine

neue Familie. Paulus baut

später seine Mission auf

den Familien und Hausgemeinschaften

auf, lebt aber

selbst konsequent ohne

jede persönliche Bindung.

In allen Familiengeschichten

lässt sich Heilsgeschichte

entdecken, denn

Gottes Handeln versteckt

sich in den wechselhaften

persönlichen Schicksalen,

um zu befreien und

zu erlösen. Auf der Suche

nach der heilen Familie

kann diese Überzeugung

eine Richtung weisen.

Pastor Ulrich Thomas,

St. Martinus - Eppendorf

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