Tilley-Hüte aus Kanada gehören zu den besten. Selbst Indiana ...

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Tilley-Hüte aus Kanada gehören zu den besten. Selbst Indiana ...

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Tilley Endurables – Hüte aus Kanada

FÜR

CHARAKTERKÖPFE

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Tilley-Hüte aus Kanada gehören zu den besten.

Selbst Indiana Jones wäre bei seinem nächsten

Abenteuer damit gut behütet.


Tilley-Hüte kosten Geld. Ein

einfaches Modell schlägt

glatt mit 80 Euro zu Buche.

Warum sollte man für einen

Stoffhut so viel ausgeben, wenn man

in jedem Army Shop einen ähnlich

aussehenden Hut für 15 Euro bekommen

kann und einem von jedem

Kaufhauswühltisch die berüchtigten

„One Size fits all“-Fischerhüte hinterher

geworfen werden? Ganz einfach:

Tilley-Hüte sind jeden Cent

wert. Warum das so ist, beleuchten

wir jetzt Punkt für Punkt.

Fangen wir bei Indiana Jones und

der Waschmaschine an. Für einen

Indiana-Jones-Film werden locker

40 Hüte verblasen: in den Dreck und

ins Wasser geworfen, mit (künstlichen)

Spinnweben eingewickelt,

mit Schlamm bedeckt... Dem Hauptdarsteller

dürfte es völlig egal sein,

was mit den Kopfbedeckungen geschieht,

ob sie aufwändig gereinigt

oder schlicht weggeworfen

werden. Der normale Spaziergänger,Pyramidenbesucher,Amazonasforscher

oder einfach jemand,

der gerne

einen Hut trägt,

hat jedoch kaum 50

Mal dasselbe

Modell zu

Hause. Von

daher ist er

darauf angewiesen,

dass

der Hut lange Zeit hält. Ein Tilley

kann problemlos in der Waschmaschine

gewaschen werden, ohne dass

man Angst haben muss, anschließend

einen Puppenhut oder eine labberige

Stoffhaube zurück zu bekommen.

Natürlich hält ein

qualitativ hochwertig gefertigter

Hut aus Haarfilz

ebenfalls einiges aus, keine Frage.

Das Handwerk des Hutmachers ist

eine seltene und hohe Kunst. Aber

wie sieht ein traditioneller Hut wohl

nach der fünften Wäsche in der

Maschine aus...?

Der Klassiker im Tilley-Programm

ist der T4, ein Hut aus schwerer

Baumwolle (der Art,

wie sie auch heute

noch im Bootsbau

verwendet wird).

Mit ihm begann

die

Selbstbewusst:

„The finest in

all the world“

lautet eine der

markigen

Ansagen. In der

Krone sitzt das

Geheimfach

(rechts).

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Tilley Endurables – Hüte aus Kanada

Tilley-Erfolgsgeschichte. Waren die

Hüte zu Anfang nur ein Geheimtipp

unter Bootsleuten, trifft

man sie mittlerweile auf der

ganzen Welt an. Nur eines hat

sich nicht geändert – Tilleys

werden in Kanada gefertigt. Also

nicht in Fernost geklöppelt und dann

in Kanada ein Label eingenäht.

Nein, Sir! Die Hüte entstehen

immer noch in Handarbeit.

Und die vielen Arbeitsschritte

heben den

Tilley von der

Masse der

Stoffhüte ab.

Die Hüte werden

aus Kunstfasern,

Hanf oder

Baumwolle gemacht,

teilweise in „Waxed Cotton“-Ausführung.

Das „Waxed Cot ton“-Material

mögen viele Träger nicht. Wer kennt

nicht die australischen Lederhüte

oder auch die mit allen möglichen

Ölen behandelten Hüte, die zwei

Dinge gemeinsam haben: Sie sind

wasserfest und bieten Schutz vor

jedem Regenguss – und stinken,

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einmal nass geworden, erbärmlich.

Einige Modelle hinterlassen sogar

fettige Flecken, wenn man sie irgendwo

liegen lässt. Auf Hosen, Jacken

oder Sesseln...

Von daher ist eine gewisse Skepsis

auch den gewachsten Tilley-

Hüten gegenüber durchaus verständlich.

Doch die kanadischen Outdoor-

Hüte stinken im Regen nicht wie ein

nasser Hund, und sie hinterlassen

auch keine Flecken.

Auch für die heißen Tage hat

Tilley eine besondere Idee: Netzeinsätze

im oberen Rand der Hutkrone,

die dafür sorgen, dass im Sommer

die Luft zirkulieren kann. Ein Hitzestau

könnte durchaus zum Problem

werden. Bei den Modellen, die keinen

solchen Netzeinsatz haben,

sorgen große Ösen aus Messing dafür,

dass ein Temperaturausgleich stattfinden

kann.

Und auch für den Fall, dass ein

ordentlicher Wind weht, sind die

Hüte mit sogenannten „Windcords“

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bestens gerüstet.

Anders

als bei

einem

normalen

Kinnriemen,

der rein gar nichts nutzt, wenn der

Wind schnell die Richtungen wechselt,

ist die Befestigung hier auf zwei

Bereiche verteilt – einmal unter

dem Kinn und dann am Hinterkopf.

Ähnlich einem Helm, wie

er beim Militär verwendet wird,

oder den Diensthüten der kanadischen

Mounties, der berittenen

Polizei. Wenn der Wind von vorn

kommt, hält der Riemen unter dem

Kinn.

Wechselt der Wind die

Richtung und kommt von

hinten, verhindert der

Riemen am Hinterkopf,

dass der Hut verloren

geht. Wenn der

Riemen optimal

angepasst ist,

Mit Stil und

Funktion: Der T4

(oben) ist der Klassiker.

Neben Baumwolle

(auch Bio),

kommt zum Beispiel

auch Hanf zur

Verwendung (li.).

wird man wohl eher selbst weggepustet,

bevor man den Hut verliert.

Alle Tilleys haben ein „Geheimfach“

in der Krone des Huts: Ein mit

Klett verschlossenes Fach, in dem

man einen Ausweis, eine

Kreditkarte oder Geldscheine

gut unterbringen

und verstecken

kann. Wer bei

einer Reise

einmal beraubtwurde,

kann ein

Lied davon singen,

wie wenig Brustbeutel

helfen, um Geld und Papiere zu

verstecken. Zum Thema Sicherheit

gibt es noch eine beruhigende Nachricht:

In jedem Tilley ist eine Art

„Schwimmkörper“ eingearbeitet, der

den Hut davor bewahrt, sang- und

klanglos im Wasser zu versinken.

Die Tilley-Hüte gibt es in elf

Größen und diversen Ausführungen

mit mittelbreiter,

schmaler oder breiter Krempe.

Die ganz breiten Krempen wirken

extrem ausladend, bieten aber

einen besonders guten Schutz der

Ohren, der Nase und des Nackens

gegen Sonnenbrand. Alle Modelle

des kanadischen Herstellers haben

den Sonnenschutzfaktor UPF 50+

den höchsten überhaupt. Je öfter

ein Tilley-Hut getragen und durch

die Waschmaschine gejagt wirde,

desto mehr und mehr gewinnt er an

Charakter.

Text: Robert Amper

Fotos: Robert Amper; Tilley Endurables

HERSTELLER & BEZUGSQUELLEN

Hersteller: Tilley Endurables, www.tilley.com

Bezugsquellen: Auf der Seite der Handelsvertretung

www.lomayon.com (Tel. 06400-958622) lässt sich eine

Liste der Tilley-führenden Geschäfte herunterladen. Die

ist glücklicherweise sehr lang. Zu den bekanntesten

Online-Shops gehören www.unterwegs.biz (Tel. 04421-

500380), www.globetrotter.de (Tel. 040-67966179) und

www.manufactum.de (Tel. 02309-93900).


INFO UND HINTERGRUND

Der Kunsthändler Alexander Tilley aus Kanada war im Jahre 1980 derart frustriert über das Angebot an

outdoortauglichen Hüten, dass er sich selbst hinsetzte und einen Hut entwarf. 1984 gründete er dann

seine Firma: Tilley Endurables. Tatsächlich war die Hutmacherei die ersten vier Jahre nur ein Hobby von

Tilley, aber seine Hüte wurden sehr bald sehr beliebt. Von der Einheitsgrößen-Philosophie „One size fits

all“ hielt Tilley nicht viel. Und so gibt es jedes der 40 Modelle in elf Größen und 26 Farben.

Das Unternehmen hatte aber auch schwierige Phasen. So gestaltete sich der Vorstoß in den US-Markt

problematisch. Aber mittlerweile werden die Hüte, die ausschließlich in Kanada gefertigt werden, auch

in den USA in 1700 Läden verkauft. Die typischen Tilley-Kunden sind „belesen, vielgereist und wohlhabend“,

sagt Alexander Tilley. Belesen und vielgereist mag ja noch angehen, aber zum Glück muss

man nicht superreich sein, um sich einen Tilley leisten zu können. Neben den legendären Hüten gibt es

inzwischen auch Reisekleidung und stilvolle Taschen.

Eine der wohl berühmtesten Geschichten über die Tilley-Hüte ist folgende: Dem Direktor eines Zoos

wurde der Hut von einem Elefanten vom Kopf gezogen und auch gleich verspeist. Nachdem der Hut

seinen Weg durch den Elefanten genommen und diesen dann wieder verlassen hatte, konnte der Zoodirektor

ihn problemlos weiter benutzen. Nachdem er ihn gereinigt hatte, versteht sich.

Wer jetzt denkt „ganz schön dick aufgetragen!“, sollte den Schluss der Story hören: Demnach ereilte

den Hut das gleiche Schicksal noch zwei weitere Male. Also insgesamt drei Mal durch den Elefanten.

Eine schicke Werbelegende oder sympathisches Jägerlatein, wer weiß? Jedenfalls schwören die

Leute bei Tilley, dass sich diese Geschichte genau so und nicht anders zugetragen hat.

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