des Lead User Projektes

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des Lead User Projektes

SOURCES OF INNOVATION

Eine Lehrveranstaltung und

Forschungsrichtung der Abteilung für

Entrepreneurship und Innovation an der

Wirtschaftsuniversität Wien

Lehrveranstaltungsleitung: Marion Pötz

marion.poetz@wu-wien.ac.at

+43-(0)1-31336-5971

www.e-and-i.org

© Department of Entrepreneurship


Ausgangspunkt

� Die Fähigkeit, Innovationen zu entwickeln, beeinflusst wesentlich den

Erfolg eines Unternehmens. Radikale Innovationen (Breakthroughs)

ermöglichen es Unternehmen, nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu

sichern.

� Bisher gehören frühe Phasen im Innovationsprozess, wie z.B. die Ideengenerierung,

zu den nur wenig und meist unsystematisch bearbeiteten

Problemstellungen im Innovationsmanagement.

© Department of Entrepreneurship

„The greatest differences between winners and losers were

found in the quality of execution of pre-development

activities“.

(Cooper/Kleinschmidt, 1994, S. 26)

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Ausgangspunkt

� Gerade die Gestaltung der frühen Phasen entscheidet aber oft

maßgeblich darüber, welche Innovationsprojekte angestoßen werden,

wie der weitere Innovationsprozess verläuft bzw. in welchem Ausmaß

Innovationserfolg erzielt wird.

Phase 1

Ideengenerierung

u.-bewertung

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Phase 2

Konzepterarbeitung,

Produktplanung

Phase 3

Entwicklung

Phase 4

Prototypenbau,

Pilotanwendung,

Testing

Frühe Phasen im Innovationsprozess: „Fuzzy Front End“

„Pre-Development“

„Up-Front-Activities“

Phase 5

Produktion,

Markteinführung

u. -durchdringung

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Quellen von Ideen / Innovationen

Distributionskanäle:

z.B.: Lieferanten

Messen

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Forschung:

Universitäten

Innovationszentren

Technologietransferzentren

Mitarbeiter d. Unternehmens:

R&D Abteilungen

Marketing

u. andere!

Patentamt / Patente

Konkurrenz

Mittelsmänner:

z.B.: Idea Brokers

(idea trading, selling, and licensing business)

Kunden / Benutzer

(User)

Umwelt generell:

Beobachten von Umweltänderungen

(demografische, ökonomische, politische...)

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Ausgangspunkt

Das Phänomen „User Innovationen“

Zahlreiche Innovationen wurden, entgegen der herrschenden Meinung,

nicht von Herstellern geschaffen - vor allem die User sind häufig die

eigentlichen Innovatoren.

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Ausgangspunkt

Das Phänomen „User Innovation“

Professor Eric von Hippel vom Massachusetts Institute of Technology (MIT)

entwickelte eine erfolgreiche Methode zur praktischen Nutzung der aus der

empirischen Forschung im Bereich „User Innovationen“ gewonnenen

Erkenntnisse.

© Department of Entrepreneurship

Die Lead User Methode

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Lead User Methode

Nutzung der Erkenntnisse zu „User Innovationen“

Die Lead User Methode ist ein innovativer Ansatz zur Identifizierung und

Einbindung fortschrittlicher Kunden (Lead User) in die frühen Phasen des

Innovationsprozesses.

© Department of Entrepreneurship

Auswahl von besonders

qualifizierten und motivierten

Kunden (Lead User) zur

Teilnahme an

Innovationsprojekten

Einbindung dieser Lead User in

konkrete Innovationsprojekte

eines Unternehmens zur

Erarbeitung von Ideen und

innovativen Lösungskonzepten

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Lead User Methode

Effizienz der Lead User Methode

Lead User Ideen sind über achtmal erfolgreicher

als Ideen, die mit traditionellen Methoden der

Ideengenerierung erarbeitet wurden

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(Lilien et al., Management Science 2002).

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Sources of Innovation

Entstehung der Lehrveranstaltung

Auseinandersetzung mit

frühen Innovationsphasen

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Sources of Innovation*

Erkenntnisse zu

User Innovationen“ (Lead

User Methode)

* Sources of Innovation ist vermutlich weltweit die erste Lehrveranstaltung, in

der Lead User Projekte durchgeführt werden.

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Sources of Innovation

Zielsetzung der Lehrveranstaltung

Entwicklung konkreter neuartiger Produktideen für ein

Partnerunternehmen mit der Lead User Methode

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Sources of Innovation

Aufbau der Lehrveranstaltung

E&I Studenten

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Unternehmen

Coaches

Lead User

Lead User Methode

User

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Einordnung in das E&I Lehrkonzept

© Department of Entrepreneurship

StudentInnenteams entwickeln konkrete neuartige

Produktideen und erarbeiten innovative

Lösungskonzepte mit der Lead User Methode

(Lead User Projekte)

StudentInnenteams identifizieren aus den

Entwicklungen und Erfindungen von natur- und

ingenieuwissenschaftlichen Instituten potentielle

Geschäftsideen und bewerten diese aus

ökonomischer Sicht (Business Proposals).

StudentInnenteams bearbeiten reale

Gründungsideen und erstellen konkrete

Businesspläne.

StudentInnenteams behandeln einzelne,

abgegrenzte Projekte in Start-Ups und bereits

bestehenden Unternehmen.

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Lead User

Die Merkmale von Lead Usern machen sie für das Innovationsmanagement

interessant^.

Merkmale von Lead Usern Vermutung / Folgerung

Hoher Nutzen von Innovation Lead User innovieren

Lead users have high

benefits from an innovation

because their needs are

not yet covered by

products available on the

market.

Bereits heute Bedürfnisse,

die die Masse der Kunden

erst in Zukunft haben wird

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Innovationen sind

kommerziell interessant

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Ablauf der Lead User Methode

Die Lead User Methode besteht im Wesentlichen aus vier Phasen:

Phase 1:

Start des Lead

User Projektes

© Department of Entrepreneurship

Phase 2:

Identifikation von

Bedürfnissen und

Trends

Phase 3:

Identifikation von

Lead Usern und

deren Ideen

Phase 4:

Entwicklung von

Lösungskonzepten

(Workshop)

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Ablauf der Lead User Methode

Die Lead User Methode besteht im Wesentlichen aus vier Phasen:

Start des

Lead User Projektes

Identifikation von Bedürfnissen

und Trends

Identifikation von Lead Usern und

deren Ideen

Entwicklung von

Lösungskonzepten (Workshop)

© Department of Entrepreneurship

• Bildung eines interdisziplinären

Teams

• Festlegung Suchfeld (Zielmarkt)

• Definition der Projektziele (z.B. Zeit,

Innovationsgrad, Kosten)

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Ablauf der Lead User Methode

Die Lead User Methode besteht im Wesentlichen aus vier Schritten

Start des

Lead User Projektes

Identifikation von Bedürfnissen

und Trends

Identifikation von Lead Usern und

deren Ideen

Entwicklung von

Lösungskonzepten (Workshop)

© Department of Entrepreneurship

• Scanning von Literatur, Internet,

Datenbanken (Sekundärquellen)

• Interviews mit Markt- und

Technologieexperten

• (Vorläufige) Festlegung auf wichtige

Trends

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Ablauf der Lead User Methode

Die Lead User Methode besteht im Wesentlichen aus vier Schritten

Start des

Lead User Projektes

Identifikation von Bedürfnissen

und Trends

Identifikation von Lead Usern

und deren Ideen

Entwicklung von

Lösungskonzepten (Workshop)

© Department of Entrepreneurship

• Screening / Pyramiding-Suche nach

Lead Usern und Lead Experts im

Zielmarkt

• Screening / Pyramiding-Suche nach

Lead Usern und Lead Experts in

analogen Märkten

• Findung und erste Evaluation der

Ideen

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Screening vs. Pyramiding

„Screening“ bedeutet, aus einer großen Zahl von Usern die Lead User herauszufiltern

User

möglichst große Stichprobe

© Department of Entrepreneurship

Resultat: Lead User

„Filterung“ (Befragung o.ä.)

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Screening vs. Pyramiding

„Pyramiding “ bedeutet, sich schrittweise den Lead Usern zu nähern

Start mit Frage

„Wer kennt sich mit XYZ am besten aus?“

© Department of Entrepreneurship

Resultat: Lead User

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Screening vs. Pyramiding

Example: Searching for experienced patent lawyers

Search method Screening

(all, filtering)

© Department of Entrepreneurship

e.g. experienced

patent lawyers

Search method Pyramiding

(step by step)

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Screening vs. Pyramiding – Findings recent project

Hypothesis: Efficiency depends on type of required information

Observability-

of information

-

Incentive to store

information

Incentive to diffuse -

information

© Department of Entrepreneurship

H1

H2

H3

H1

H2

H3

Efficiency of pyramiding

Identification

likelihood



Chain length

(# of steps)


* **

� * �

*


*results of logit analysis

**results of multiple regression analysis

**

**

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Screening vs. Pyramiding – Findings recent project

1. Pyramiding: 90% identification likelihood to reach target person

within 2 steps

→ low efforts

2. Observability of information↑ → efficiency ↑

Incentive to diffuse information↑ → efficiency ↑

→ efficiency of pyramiding is topic related

3. Personal interest in topic

→ Starting person irrelevant

→ no effect on efficiency

Pyramiding seems to be an efficient search method to

identify Lead Users

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Ablauf der Lead User Methode

Die Lead User Methode besteht im Wesentlichen aus vier Schritten

Start des

Lead User Projektes

Identifikation von Bedürfnissen

und Trends

Identifikation von Lead Usern und

deren Ideen

Entwicklung von

Lösungskonzepten (Workshop)

© Department of Entrepreneurship

• Durchführung eines Workshops mit

Lead Usern, Lead Experts und

Mitarbeitern des Unternehmens

• Entwicklung von innovativen Ideen

und Lösungskonzepten

• Bewertung der Konzepte / Klärung

der Nutzungsrechte

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Einsatz der Lead User Methode in der Praxis

© Department of Entrepreneurship

Bell-Antlantic

Lead User Methode

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Das OMV Lead User Projekt

Lead User Projekt mit der OMV AG im Wintersemester 2003/04:

Start des

Lead User Projektes

Identifikation von Bedürfnissen

und Trends

Identifikation von Lead Usern und

deren Ideen

Entwicklung von

Lösungskonzepten (Workshop)

© Department of Entrepreneurship

• Suchfeld:

„Innovative Zusatzleistungen für OMV Tankstellen“

• Projektteam:

13 Student/innen der Abteilung für

Entrepreneurship, Marion Pötz (Lehrveranstaltungsleitung),

Walter Böhme und Gerda

Pulletz (Innnovationsmanagement OMV AG)

• Projektziele:

• Abschluss Phase 2 am 30.10.2003

• Abschluss Phase 3 am 27.11.2003

• Abschluss Phase 4 am 13.12.2003

• Projektabschluss am 15.01.2004

• Einhaltung des vereinbartes Budgets für

Reisekosten, Hotel und Verpflegung beim

Lead User Workshop

• Innovationsgrad der entwickelten

Lösungskonzepte von 8-10 auf einer

10stufigen Skala („Creating Breakthroughs“)

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Das OMV Lead User Projekt

Lead User Projekt mit der OMV AG im Wintersemester 2003/04:

Start des

Lead User Projektes

Identifikation von Bedürfnissen

und Trends

Identifikation von Lead Usern und

deren Ideen

Entwicklung von

Lösungskonzepten (Workshop)

© Department of Entrepreneurship

• 9 interessante Trends/Bedürfnisse

wurden identifiziert.

• 6 Trends/Bedürfnisse wiesen eine

hohe Transferierbarkeit auf das

Suchfeld auf.

• 4 Trends/Bedürfnisse wurden

ausgewählt und in Phase 3

weiterverfolgt:

• Mass Customization

• Automatisierungs- und Sensortechnologie

• Sharing Systeme

• Fun Factor

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Das OMV Lead User Projekt

Lead User Projekt mit der OMV AG im Wintersemester 2003/04:

Start des

Lead User Projektes

Identifikation von Bedürfnissen

und Trends

Identifikation von Lead Usern

und deren Ideen

Entwicklung von

Lösungskonzepten (Workshop)

© Department of Entrepreneurship

• Unter Verwendung der Pyramiding

Methode wurden 60 potentielle Lead

User und Lead Experts im Zielmarkt

und in analogen Märkten kontaktiert.

• 15 Personen stellten sich als

tatsächliche Lead User und Lead

Experts heraus.

• 4 Lead User und 3 Lead Experts

wurden zum Lead User Workshop

eingeladen.

• Eine Verdichtung der genannten

Lead User Ideen zeigte einen starken

Trend in Richtung Automatisierungsund

Sensortechnologie bzw. Smart

Rooms und Smart Living.

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Das OMV Lead User Projekt

Lead User Projekt mit der OMV AG im Wintersemester 2003/04:

Start des

Lead User Projektes

Identifikation von Bedürfnissen

und Trends

Identifikation von Lead Usern und

deren Ideen

Entwicklung von

Lösungskonzepten (Workshop)

© Department of Entrepreneurship

• 4 Lead User, 3 Lead Experts und 4

Mitarbeiter der OMV AG nahmen an

einem 2tägigen Lead User Workshop

teil.

• Die Aufgabenstellung für den

Workshop basierend auf den

genannten Lead User Ideen lautete:

„Die Tankstelle als Smart Space“

• 6 innnovative Lösungskonzepte

wurden erarbeitet.

• 2 Lösungskonzepte erhielten die

höchste Bewertung in Bezug auf den

Innovationsgrad und erfüllen somit

die Forderung nach radikalen

Innovationen (Breakthroughs).

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Informationen

Nähere Informationen erhalten Sie:

• auf der Website der Abteilung für Entrepreneurship und Innovation

(www.e-and-i.org).

• im E&I Touchdownfolder vom Wintersemester 2003/04 (Download auf

der Website).

• persönlich bei der Lehrveranstaltungsleitung: marion.poetz@wuwien.ac.at

© Department of Entrepreneurship

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Kontakt

Marion Pötz

seit 09/2003 Assistentin am Lehrstuhl für Entrepreneurship

und Innovation (WU-Wien)

Kontakt: marion.poetz@wu-wien.ac.at

+43/1/31336/5971

Schwerpunkte: User Innovationen, Lead User Research

Mehr Infos unter: www-e-and-i.org

Reinhard Prügl

Seit 03/2002 Assistent am Lehrstuhl für Entrepreneurship

und Innovation (WU-Wien)

Kontakt: reinhard.pruegl@wu-wien.ac.at

+43/1/31336/4594

Schwerpunkte: User Innovationen, Toolkits und Communities, NPD

Mehr Infos unter: www.e-and-i.org

© Department of Entrepreneurship

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