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KR Torsten Bley ; Polizeiführer BAO „Lehnitzsee“

KHK Lutz Neumann; Leiter EG „Lehnitzsee“

der Technischen Einsatzeinheit der LESE

(TEE) mit zeitweiser Unterstützung von

USBV-Tauchern des LKA Berlin realisiert.

Überdies wurde nach Rücksprache mit

dem KMBD eine private Firma mit einer

ergänzenden Magnetfeldanomalievermessung

für den Bereich Taucher

des Freibades Lehnitzsee

beauftragt. Der für die

Koordinierung und

Umsetzung der vorgenannten

Maßnahmen verantwortliche

EAGefahrenabwehr

stand unter der

orts- und fachkundigen

Führung des Leiters der WSP-Wache Lehnitz

(SB Oberhavel), Herrn PHK Liebig.

Noch weitaus vielschichtiger zeigten sich

die Zusammenarbeitserfordernisse mit inund

ausländischen Partnern bei der Bearbeitung

des eigentlichen Ermittlungsverfahrens.

Im Zuge umfangreicher Ermittlungen

auf der Grundlage einer regelmäßig

fortgeschriebenen kriminalistischen

Versionsbildung sowie den aufwändigen

kriminaltechnischen Untersuchungen zu

Zusammensetzung, Alter und Herkunft

der in der Sprengvorrichtung verwendeten

Bauteile und Substanzen konnte letztlich

der inzwischen geständige Täter überführt

werden. Hierbei handelt es sich um

einen an der Kampfmittelabsuche im Lehnitzsee

beteiligten Taucher, der sich aufgrund

eigener finanzieller Probleme auf

diesem Wege lukrative Folgeaufträge versprach.

Für die kriminaltechnischen

Untersuchungen wurden neben der Abteilung

Kriminaltechnik des LKA auch weitere

polizeiliche sowie externe Untersuchungsstellen

mit einbezogen (z. B. das

BKA und der Hersteller des verwendeten

Sprengstoffs). Als hilfreich erwies sich für

die Täterermittlung u. a. auch die Erstellung

einer Fallanalyse durch Experten des

Dezernats „OFA/ViCLAS“ des LKA in

Zusammenarbeit mit Spezialisten des

BKA(KI 13). Mit dem Ergebnis dieser Fallanalyse

wurden die Ermittler in ihrer bis

dahin bereits priorisierten Versionsbildung

bzgl. des Täters noch bestärkt.

Am zeitaufwändigsten gestalteten sich –

neben der Auswertung von mehr als 2.600

Ermittlungsverfahren und über 250 zeugenschaftlichen

Vernehmungen bzw.

Befragungen – die Herkunftsermittlungen

zu den einzelnen Bestandteilen der Sprengvorrichtung.

So galt es u. a. umfangreiche

Recherchen beim Logistikamt der Bundeswehr,

diversen Herstellern und etlichen

Vertriebsfirmen durchzuführen. Im Ergebnis

dieser Recherchen waren – zum Teil

sehr umfängliche – Ermittlungen zu den

Endabnehmern von Teilen und Substanzen,

wie sie in der Sprengvorrichtung Verwendung

fanden, notwendig.

Darüber hinaus

bestand das Erfordernis

diverser Abfragen in den

einschlägigen Dateien des

BKA, die Realisierung von

Anfragen über Interpol

sowie von Rückfragen in

den entsprechenden Fachbereichen

des BKA. Hierbei sowie bei der

sonstigen, vielgestaltigen Zusammenarbeit

mit den unterschiedlichsten – zum Teil

bereits angeführten – Bereichen des

Bundeskriminalamts hat sich die frühzeitige

Einbindung des Verbindungsbeamten

des BKA beim LKA, Herrn KHK Kowalzik,

in den Führungsstab der BAO „Lehnitzsee“

als unschätzbarer Zugewinn

erwiesen.

Insbesondere als es darum ging, den

sichergestellten Sprengstoff bei der Herstellerfirma

in der Tschechischen Republik

hinsichtlich seines Alters und seiner spezifischen

Eigenschaften untersuchen zu

lassen, stellte sich der schnelle Kommunikationsweg

zum BKA-Verbindungsbeamten

in Prag über Herrn Kowalzik als

sehr effektiv heraus. Notwendig wurde

die dortige Analyse, da sich nach den

abgeschlossenen Untersuchungen im LKA

und BKAergab, dass lediglich im Herstellerwerk

eine abschließende, valide Altersund

Artbestimmung des sichergestellten

Sprengstoffs durchgeführt werden konnte.

Innerhalb kürzester Zeit waren die entsprechenden

Genehmigungen bei den

tschechischen Behörden eingeholt, so dass

die Beamten des LKA mit den notwendigen

Sprengstoffproben in die Tschechische

Republik einreisen konnten. Sie wurden

an der Grenze von einem Kollegen der

Abteilung zur Bekämpfung der Organisierten

Kriminalität in Prag abgeholt und

in der Tschechischen Republik begleitet.

Als ebenfalls zuverlässiger Partner hat sich

im Zuge der Ermittlungen zur Person des

tatverdächtigen Tauchers Michael G.,

einem ehemaligen Bundeswehrangehörigen,

auch der Militärische Abschirmdienst

erwiesen. Neben einer weiteren Vielzahl

an Behörden, mit denen eine konstruktive,

verfahrensbezogene Zusammenarbeit

praktiziert wurde – exemplarisch seien

hier Luftfahrtbundesamt, Bundesversicherungsanstalt

für Angestellte (BfA),

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

(BaFin), Regulierungsbehörde für

Telekommunikation und Post (RegTP),

mehrere Landeskriminalämter, die Steuerfahndung,

Einwohnermelde-, Gewerbeund

Standesämter genannt – erfolgte eine

besonders enge und frühzeitige Kooperation

mit den Erlaubnisbehörden nach dem

Waffen- und Sprengstoffgesetz am Wohnund

Geschäftssitz des Tatverdächtigen in

Nordrhein-Westfalen. Die konstruktive

Zusammenarbeit mit diesen Behörden

erwies sich für die Durchführung der

geplanten Durchsuchungsmaßnahmen

bei dem Verdächtigen sowie die weiteren

Ermittlungen als überaus gewinnbringend

Sprengkörper nach Öffnung

und war schon allein unter den Aspekten

Gefahrenabwehr und Eigensicherung bei

den Durchsuchungsmaßnahmen dringend

geboten. Im Zuge der Durchsuchungen

– die unter Beteiligung der genannten

Erlaubnisbehörden stattfanden – wurden

letztlich alle sechs legal im Besitz des Tatverdächtigen

befindlichen Waffen (inklusive

Waffenbesitzkarten/Waffenschein)

mit weit über 1.000 Schuss Munition ohne

Gefährdungen für die eingesetzten Beamten

oder dritte Personen sichergestellt und

der zuständigen Behörde zum Zwecke der

Prüfung der dauerhaften Entziehung der

waffenrechtlichen Erlaubnisse übergeben.

Ebenfalls wurde die Prüfung der dauerhaften

Entziehung auch aller sprengstoffrechtlichen

Erlaubnisse veranlasst. Durch

das zuständige Gewerbeamt wurde aufgrund

der hiesigen Ermittlungsergebnisse

zudem eine sofortige Gewerbeuntersagung

für das durch den Tatverdächtigen

angemeldete Spreng- und Bewachungsgewerbe

ausgesprochen.

Zum Redaktionsschluss stand das Verfahren

gegen Michael G. vor dem Amtsgericht

Oranienburg kurz vor dem

Abschluss.

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