Software as a Service – Verträge richtig abschließen

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Software as a Service – Verträge richtig abschließen

führen, ist zu regeln, wer die Patente wo anzumelden hat, wer die

Patentgebühren zahlen soll und wer die Verteidigung der Patente und

auch die Lizenzgewährung wie abzuwickeln hat.

1.2.10 Dokumentation und Hinterlegung des Quellcodes

Da die SaaS zugrundeliegende Anwendung immer ein sehr komplexes

System ist, besteht die Notwendigkeit, dem Kunden eine entsprechende

Dokumentation, soweit sie ihn betrifft, zu übergeben. Diese

Dokumentation muss so gestaltet sein, dass der Kunde sie auch anwenden

kann. Sie sollte im Sinne der vertraglichen Leistungen vollständig

sein und Bedienungsfehler weitgehend ausschließen ( USABILITY). Bei

Vertragsende – aus welchem Grund auch immer – darf sie der Kunde

behalten (aber nicht an Dritte weitergeben), schon um bei eventuellen

Gerichtsverfahren entsprechende Beweismittel zur Verfügung zu haben.

Hinterlegung

des Quellcodes

samt

Dokumentation

sichert dem

Kunden einer

Individualsoftware

Weiterverwendung

nach

Vertragsende.

Soweit der Service-Anbieter für den Kunden Individualsoftware entwickelt

und zur Benützung zur Verfügung gestellt hat, empfiehlt es sich,

den Anbieter zu verpflichten, den Quellcode dieser Software samt der

Dokumentation darüber (Programmpflichtenheft, Programmflusspläne,

Datenflusspläne, Testverfahren usw.) einschließlich aller erfolgten

Änderungen in versiegelter Form zur Verfügung zu stellen, damit

der Kunde bei Vertragsende diese Software auch bei einem dritten

Anbieter weiterverwenden kann, ansonsten ist ein Anbieterwechsel

unmöglich. Soweit der Anbieter diese Sachen dem Kunden nicht direkt

zur Verfügung stellen will, kann auch ein Verwahrer bestimmt

werden, der sie zu genau definierten Bedingungen herauszugeben hat

(„Hinterlegung“).

1.2.11 Schulung und Support

Bei komplexen Leistungen ist eine Einschulung des Personals notwendig,

das die angebotenen Leistungen anwenden soll. Es ist daher vertraglich zu

vereinbaren, wann welche Anwendungen geschult werden, welches Ziel

in dieser Schulung erreicht werden soll (nur Anwendung oder auch „Train

the Trainer“) und welche vorausgesetzte Qualifikationen das zu schulende

Personal haben muss, damit die Schulung Erfolg versprechend ist.

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