iMAG 2010/04 - i-mag.tv

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iMAG 2010/04 - i-mag.tv

das Landstyle-Magazin für die Region Altenkirchen Eitorf Hachenburg Hamm Much Ruppichteroth Waldbröl Windeck

Thema

Kunsthandwerk

Fotoreise

Venedig

Art

Giovanni Vetere

Deutsche Oper am Rhein

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04

2010

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nhalt

News 4

Aktuelles aus dem Steuerrecht 6

Thema: Handwerk

Der Goldschmied,

16

ein Künstler seines Handwerks 20

Eine Reise zu sich selbst 24

Deutsche Oper am Rhein 26

Die Sieg

Venedig

28

Von Schönheit und Habgier 32

Giovanni Vetere 40

Meson el Toro 46

Wein 50

Springerle 52

100 Jahre Alfa Romeo 56

Vorschau 1/2011 58

56

04

50

16

40

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3


4

„Die goldene Nase“

Verleihung des Ehrenpreises an Mahi Degenring

Für ihre „herausragende Kreativität in der Modestadt Berlin“

wurde die Nümbrechter Designerin Mahi Degenring mit dem

international renommierten Ehrenpreis „Die Goldene Nase“

geehrt. „Mahi Degenring verbindet“, so die Laudatorin Ruth

Haber, „kreatives Denken mit Professionalität. Sie entwirft

ihre Mode nicht für den Laufsteg, sondern für die Frauen.“

Davon konnten sich die 350 geladenen Gäste im Rahmen

einer Modenschau im September dieses Jahres im Hotel

Adlon in Berlin selbst überzeugen.

Sichtlich gerührt nahm Mahi Degenring die Ehrung in

Begleitung ihrer Tochter Shirin entgegen. Sie bedankte sich

nicht nur bei Ruth Haber für die Auszeichnung, sondern auch

bei ihrem Team: „Tolle Ideen allein reichen nicht, sie müssen

auch umgesetzt werden. Erst meine treuen und engagierten

Mitarbeiter(innen) machen es möglich, dauerhaft auf diesem

hohen Niveau zu arbeiten.“

www.goldenenase.com, www.degenring-couture.de.

Das kalte Herz

Ein Märchen mit Musik für die ganze Familie

präsentiert die Studiobühne Siegburg noch mindestens sechs

Mal bis Mitte Januar. Das bekannte Stück heißt „Das kalte

Herz“ und stammt aus der Feder des deutschen Schriftstellers

Wilhelm Hauff. Es erzählt die Geschichte vom schwer arbeitenden

Köhler Peter, der davon träumt, viel Geld zu haben,

um seine große Liebe Lisbeth heiraten zu können.

Deshalb sucht er einen guten Waldgeist auf, nämlich das

Glasmännlein, das Wünsche erfüllt. Beim gefährlichen

Waldgeist Holländer-Michel tauscht er aber sein Herz gegen

ein Herz aus Stein ein. Und das droht ihn ins Verderben zu

führen.

Das Märchen, besonders attraktiv für Kinder und vor allem

für die dritten und vierten Klassen der Grundschulen, wird

am 5. Dezember um 11 und 15 Uhr, am 12. um 11 Uhr und

am 19. um 11 und 15 Uhr aufgeführt sowie am 15. Januar

um 15 Uhr. www.theaterseite.de

Alfons Chavet (links im Bild) und Peter Steeger (Gestaltung

der Radrouten) und Cordula Abends (Grafikerin)

E-Bike on Tour

Das Bergische Land per Elektrofahrrad

erkunden

„E-Bikes sind in“, meinte die Gemeinde Much und hat bereits

im letzten Jahr durch „Much Marketing e.V.“ gleich

sechs E-Bikes angeschafft. Seitdem können interessierte

Einwohner und Gäste das schöne Bergische Land mit ihnen

erkunden und gleichzeitig die Vorteile des E-Bikes testen.

„Die Leute sind hellauf begeistert,“ bestätigte uns Britta

Rath vom Tourismusbüro Much, „ und stellen fest, dass nicht

nur die Ältere dadurch ihren Fahrradspaß enorm steigern

können. Daher haben wir uns drei verschiedene Rundtouren

überlegt, die auf einer neuen E-Bike-Karte gekennzeichnet

sind.“ Mieten kann man die E-Bikes im Lindner Sport & Aktiv

Hotel in Bövingen.

www.muchtourismus.de

Cine 5 Kinocenter Asbach

Asbach hat ein Kino – und was für eines: In der Anton-

Limbach-Straße 3 d, auf dem Gelände des Vorteil Centers,

haben Wilma und Uli Hüsch jetzt ihr „Cine 5“-Kinocenter,

ein sogenanntes „Bundesstart-Kino“, eröffnet – übrigens das

größte Filmtheater im gesamten Kreis Neuwied. Zufrieden

sind die Betreiber, die auch das „Cinexx“ in Hachenburg und

die „Wied-Scala“ in Neitersen leiten, mit den Besucherzahlen

der ersten Tage. Die Ansprüche der Kinogänger sind in den

vergangenen Jahren erheblich gestiegen. Deshalb bietet das

neue Asbacher Lichtspielhaus in allen fünf Sälen komfortable

Sitze mit ausreichender Beinfreiheit vor riesigen Leinwänden.

Zudem besticht das Cine 5 durch hervorragenden Sound.

Natürlich können dort auch 3-D-Filme genossen werden.

Knapp 200 Zuschauer haben im größten Saal Platz, in dem

jeweils die Deutschland-Premieren gezeigt werden.

www.cine-five.de


Von Menschen und Göttern

Kinostart: 16.12.2010, Frankreich 2010

In einem kleinen Dorf in Algerien leben Mitte der Neunziger

Jahre neun Trappistenmönche in einem Kloster und verrichten

in stiller Einigkeit mit den muslimischen Dorfbewohnern ihre

tägliche Arbeit. In diese kleine harmonische Welt stößt eines

Tages der gewaltsame Konflikt, der zwischen algerischen

Regierungstruppen und GIA-Rebellen herrscht. Algerische

Freiheitskämpfer bedrohen die Mönche und verlangen die

Herausgabe aller Medikamente. Die Mönche widersetzen

sich, bieten aber ärztlichen Beistand an, wenn Verletzte zu

ihnen ins Kloster kommen. Parallel wächst der Druck der

Regierung auf die Mönche, das Land zu verlassen. Regisseur

Xavier Beauvois schafft es, mit einer unaufdringlichen leisen

Erzählweise und einem fast schon elegischen Gefühl für

Zeit und Raum den gewaltlosen Widerstand der Mönche in

Bilder zu fassen. Die liturgische Musik spiegelt die meditative

Lebensweise der Mönche und dennoch liegt die Bedrohung

immer diffus im Raum. Wer sich dann noch darüber bewusst

wird, dass es sich hier um eine wahre Geschichte handelt, der

begreift das ganze Ausmaß der Tragödie. Ein Film über Mut

in der Ausweglosigkeit. Stark, emotional und tieftraurig.

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Steuer

Aktuelles aus dem Steuerrecht:

Inbetriebnahme einer Photovoltaikanlage

Sabine Reuter, Steuerberaterin

Immer häufiger investieren Bürger in die eigene Photovoltaikanlage auf dem Dach. Beliebt ist diese Investition wegen der gesicherten

Einspeisevergütung für 20 Jahre. Als Betreiber einer Photovoltaikanlage speisen Sie den erzeugten Strom in das Stromnetz ein. Sie verkaufen

den Strom und sind damit im Sinne der Steuergesetze ein Unternehmer, mit allen damit in Zusammenhang stehenden Vor- und

Nachteilen.

Was ist nun zu beachten? Zunächst einmal

ist, trotz Vorliegen einer gewerblichen

Tätigkeit, im Steuerrecht keine

Gewerbeanmeldung bei der Gemeinde

oder Stadt nötig, wohl aber die Anmeldung

bei Ihrem zuständigen Finanzamt. Je nach

Finanzamt geht das formlos mit einem

kurzen Telefonat, in der Regel verlangt das

Finanzamt aber die Zusendung des ausgefüllten

Fragebogens zur steuerlichen

Erfassung. Dieses Formular können Sie sich

selbst aus dem Internet herunterladen oder

aber auch von Ihrem zuständigen Finanzamt

zuschicken lassen. Sobald dieses Formular

dem Finanzamt ausgefüllt vorliegt, wird

eine neue Steuernummer vergeben und

der Betreiber der Anlage wird ab sofort als

Unternehmer geführt. Doch was hat das für

Auswirkungen?

Umsatzsteuer: Umsatzsteuerlich gilt der

Betreiber der Anlage als Unternehmer, da er

regelmäßig Strom an den Netzbetreiber verkauft.

Der Verkauf des Stroms unterliegt der

Regelbesteuerung von 19%. Die Umsatzsteuer

auf den verkauften Strom ist regelmäßig

an das Finanzamt abzuführen. Zu diesem

Zweck muss dem Finanzamt eine sogenannte

Umsatzsteuervoranmeldung übermittelt werden.

In dieser Umsatzsteuervoranmeldung

sind die steuerpflichtigen Umsätze anzuzeigen

und die Umsatzsteuerzahllast ist selbst

zu ermitteln. Der Abgabezeitraum für diese

Umsatzsteuervoranmeldungen ist im Jahr der

Gründung und im Folgejahr monatlich, danach

je nach Größe der Einspeisevergütung

jährlich oder vierteljährlich.

Diese Umsatzsteuervoranmeldung ist

immer bis zum 10. des Folgemonates einzureichen.

Bei Beantragung einer sog.

Dauerfristverlängerung verlängert sich der

Abgabetermin genau um einen Monat. Bis zu

diesem Zeitraum ist dann auch die selbst er-

Büro Windeck

Agnesstraße 8a

51570 Windeck-Leuscheid

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mittelte Zahllast an das Finanzamt zu überweisen,

eine gesonderte Zahlungsaufforderung

seitens des Finanzamtes gibt es nicht. Um

Säumniszuschläge zu vermeiden, ist eine

Einzugsermächtigung ratsam. Diese kann

auch auf die Vorauszahlungen beschränkt

werden.

Von der zu zahlenden Umsatzsteuer

sind aber gleichzeitig auch die

Mehrwertsteuerbeträge von den Kosten

abzuziehen. Insbesondere bei Kauf

der Anlage kommt es in der Regel zu

deutlichen Rückerstattungen aus der

Anschaffungsrechnung. Oft fließen in den

ersten Monaten noch keine Einnahmen,

so dass es durch die Anschaffung und

die Inbetriebnahme nur zu Erstattungen

kommt. Um die hohen Erstattungen auch

zeitnah zu erhalten, ist es empfehlenswert,

zeitgleich mit der Übermittlung der

Umsatzsteuervoranmeldung, eine Kopie der

Rechnung der Photovoltaikanlage an das zuständige

Finanzamt zu schicken.

Einmal im Jahr, in der Regel im Rahmen der

Erstellung der Einkommensteuererklärung,

ist dem Finanzamt, zusätzlich zu den monatlichen

Umsatzsteuervoranmeldungen,

noch eine Umsatzsteuererklärung vom vergangenen

Jahr einzureichen.

Einkommensteuer: Im Rahmen Ihrer jährlichen

Einkommensteuererklärung sind nun

auch die „Einkünfte aus Gewerbebetrieb“

zu ermitteln. Dafür reicht eine einfache

Einnahmen-Überschussrechnung aus.

Dabei werden den Betriebseinnahmen die

Betriebsausgaben im Wirtschaftsjahr gegenübergestellt.

Was übrig bleibt, ist der steuerliche

Gewinn.

Weiterhin ist ein Anlageverzeichnis zu führen.

Die Anlage ist im Jahr des Kaufes in dieses

Anlageverzeichnis aufzunehmen und dann

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Tel. 02294-98020

Fax 02294-980213

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auf die Laufzeit abzuschreiben. Die Laufzeit

lt. amtlicher Abschreibungstabelle beträgt

20 Jahre. Die jährlichen absetzbaren Kosten

würden dann bei linearer Abschreibung

1/20 der Netto Anschaffungskosten betragen.

Ebenfalls zu den Anschaffungskosten

gehören die Kosten für die erstmalige

Inbetriebnahme. Später durchgeführte

Reparaturen und Wartungen sind sofort als

Kosten abzugsfähig und mindern im Jahr

der Zahlung in voller Höhe den steuerlichen

Gewinn.

Gewerbesteuer: Von der Gewerbesteuer

ist der Betreiber einer Anlage meistens nicht

betroffen, da die Gewerbesteuer erst anfällt,

wenn der steuerliche Gewinn 24.500 Euro

überschreitet. Bei der typischen Hausanlage

ist dies in der Regel nicht der Fall.

Andere wichtige Informationen: Wer vor

der Vollendung des 65. Lebensjahres Rente

bezieht, muss aufpassen. Bitte beachten Sie,

wenn Sie eine vorzeitige Altersrente oder

eine Erwerbsminderungsrente beziehen,

dass die „Einkünfte aus Gewerbebetrieb“

als Hinzuverdienst anrechenbar sind.

Maßgeblich ist hierbei der „Gewinn aus

Gewerbebetrieb“ lt. Steuerbescheid. Falls

Sie eine solche Rente erhalten und die

Errichtung einer Photovoltaikanlage planen,

sollten Sie sich mit Ihrem Steuerberater in

Verbindung setzen. Er wird mit Ihnen das

Risiko der Kürzung der Rente durch eine

Gewinnkalkulation ermitteln.

Auch sollten Sie sich unbedingt erkundigen,

ob zusätzliche Krankenkassenbeiträge

anfallen. Je nachdem wo Ihre hauptsächliche

Einnahmequelle liegt, erhöht

der erzielte Gewinn den monatlichen

Krankenkassenbeitrag. Auch deshalb kann es

sinnvoll sein, mit Ihrem steuerlichen Berater

den Gewinn zu kalkulieren.


Hagen Rether - Liebe

Rundsporthalle Hachenburg, Sa. 12. März 2011

Er ist ein echter Stern am deutschen Kabaretthimmel.

Sprachlich geschliffen und so knallhart nimmt er im Laufe

seines Bühnenprogramms erbarmungslos das Weltgeschehen

auseinander.

Alle Programme des Kabarettisten Hagen Rether tragen den

Titel „Liebe“, nur die Inhalte ändern sich. 2008 erhielt er in

der Sparte Kabarett den Deutschen Kleinkunstpreis. In der

Begründung der Jury hieß es: „Damit zeichnet die Jury einen

klavierspielenden Kabarettisten aus, der mit sanfter Stimme

und voller Angriffslust das Weltgeschehen beiläufig plaudernd

auseinander nimmt. Seinen Auftritt stellt der sarkastische

Aufklärer unter das Thema ‚Liebe‘, das einzige, was in

seinem Programm nicht vorkommt. Nie hat Desillusionierung

soviel Spaß gemacht!“

www.hagen-rether.de

Songs in german

Geldverdienen mit Musik

Andreas Hauffe, der Mann mit der Mütze, ist Buchautor

und Kabarettist. Seit 43 Jahren arbeitete er an seinem musikalischen

Durchbruch. Nun ist es soweit. Am 23. Januar

2011 findet er statt. Und zwar in der Kulturwerkstatt der

artgenossen in Lindlar, Pollerhofstr. 35-37. Der musikalische

Durchbruch beginnt um 19.00 Uhr.

Ein kurzweiliger Abend mit Spontanität, Wortwitz und berührenden

Momenten erwartet das Publikum. Die Themen

des musikalischen Hochglanzmagazins „songs in german“:

Gesellschaft, Geld, Tod, Religion, Politik, Reisen, Erotik,

Partnerschaft und natürlich der Durchbruch. Da bleibt kein

Auge trocken – versprochen!

Komisch, sentimental, selbstironisch, leise, rockig, poetisch,

albern, ausdrucksvoll, banal, aber immer authentisch.

Sonntag, 23.01.2011 um 19.00 Uhr

www.artgenossen-gmbh.de

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Holzofen-Pizza im Windecker Ländchen

Loderndes Buchen-Holzfeuer, frische Zutaten, der Duft von

Oregano, hauchdünn und knusperfrisch gebackene Pizzen nach

original italienischer Art.

Das kann man seit einiger Zeit im schönen Siegtal erleben. Eva

Krauthäuser und Jens Bertrams aus Windeck haben sich ihren

Traum vom eigenen Holzofenpizza-Anhänger erfüllt. In ihrem

schönen, roten Anhänger, den sie liebevoll „Die Gurke“ genannt

haben, backen sie mit Leidenschaft Pizzen, die wirklich

ein kulinarischer Hochgenuss sind.

Mit Ihren frischen und hochwertigen Zutaten, auf die beiden

besonderen Wert legen, überzeugen sie auch anspruchsvolle

Gaumen. Ihre kleine feine Auswahl an Pizzen spiegelt dabei

italienische Lebensart wieder.

Probieren können Sie diese Köstlichkeiten u.a. donnertags

ab 11.30 bis 16 Uhr (oder länger) am Teakladen in Windeck-

Wilberhofen oder holen Sie sich die Zwei mit Ihrer „Gurke“

auf Ihre Feier und überraschen Ihre Gäste mal mit etwas wirklich

Besonderem. Was auch immer Sie zu feiern haben, mit der

„Gurke“ treffen Sie auf jeden Fall eine gute Wahl.

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sowie jederzeit gerne nach Terminabsprache

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Von Hörspielkonzert und Weltmusik über

Musikkabarett bis Fado

Kulturelle Leckerbissen im 26. Jahr schmackhafter denn je

Das Kultur-/Jugendkulturbüro Haus Felsenkeller wird auch, und

gerade im Jubiläumsjahr 2011, eine Anzahl von kulturellen

Leckerbissen für die Westerwälder Region anbieten.

Altbewährtes aber auch viel Neues wird da zu sehen und zu

hören sein.

25 Jahre im Kulturbusiness und keineswegs müde - so präsentiert

sich das Kulturbüro in Zusammenarbeit mit Stadt und

Verbandsgemeinde Altenkirchen, sowie dem Land Rheinland-

Pfalz in der kommenden Kultursaison mit wenigen Ausnahmen

in der Stadthalle Altenkirchen.

Diese wird seit zwei Jahren zu Felsenkeller Kulturveranstaltungen

immer umgestaltet. 2011 wird neben der gemütlichen

Galabestuhlung mit Bistrotischen und Kerzenschein, eigens

exklusiv für Kleinkunstveranstaltungen der große Saal der

Stadthalle mit attraktiven, fahrbaren „Paravents“ und entsprechender

Lichtillumination in eine kleine, ansprechende

„Studiobühnenatmosphäre“ umgewandelt. So kann der Raum,

je nach Zuschauerzahl, individuell, optisch und akustisch vergrößert

oder verkleinert werden.

Die Einführung eines „Jahresabos“ wird der nächste Schritt sein,

um die Veranstaltungen des Kultur-/Jugendkulturbüro Haus

Felsenkeller für das Publikum noch attraktiver zu machen.

Im Jahr 2011 – einem „Spiegelzeltfreien“ Jahr – wird das nunmehr

3. Straßentheaterfestival „Asphaltvisionen“, das in einem

Zweijahresrhythmus stattfindet, am 12. und 13. August zwei

Tage lang wieder Publikum aus nah und fern anziehen. Der Titel

ist Programm. Hier kommt alles auf die Straßen und Plätze, was

Kunst und Kultur hergeben. Installationen, Musik, Artistik, Slam

Poetry und jede Menge Theater. Nonverbal, politisch, direkt.

Bunt gemischt zum Nachdenken, Träumen, Weinen und Lachen

aber immer mit Spiellust und Leidenschaft.

So werden neben den Veranstaltungen in der Stadthalle

auch Plätze und Straßen der Kreisstadt, sowie das Foyer der

Kreissparkasse und Kirchen in der Verbandsgemeinde ins

Geschehen mit einbezogen.

Das Felsenkeller Kulturbüro steht seit einem Vierteljahrhundert

für innovative und richtungsweisende Kulturarbeit im

Westerwald. Der jetzige Wirtschaftsminister Hendrik Hering

bezeichnete seinerzeit die Felsenkeller-Kultur als „Pionier in

Sachen Kultur“ mit seinen Anfängen 1986.

Nicht etwa kurzlebige „Main Stream“ Veranstaltungen haben

sich die Verantwortlichen in der Marktstrasse 30 - Helmut Nöllgen

als Geschäftsführer und Kitja Müller als Büroleiterin - auf die

Fahne geschrieben, vielmehr bieten sie Anspruchsvolles und

auch durchaus Kritisches und Unbequemes an. Also genau das,

was Kulturarbeit ausmacht und eine gewisse „Nachhaltigkeit“

mit sich bringt.

Nicht zuletzt denkt das Kulturbüroteam an das „Publikum von

Morgen“. Auch 2011 wird es wieder einige Kindertheater-

Veranstaltungen im Raiffeisenhaus in Weyerbusch geben. Seit

2006 besuchen mindestens sechs Mal im Jahr ganze Familien

die sorgfältig ausgesuchten Kindertheaterstücke. Es hat sich ein

Stammpublikum gebildet und an jedem Spielsonntag kommen

immer wieder neue Gesichter dazu.

Natürlich wird auch neben einigen Jubiläumsveranstaltungen

im Haus Felsenkeller selbst, das Kulturbüro voraussichtlich in

der Kreissparkasse Altenkirchen, einer eher ungewöhnlichen,

aber schon durchaus „eingespielten Location“, seine eigene

Geburtstagsparty geben. Und mit Köbes Underground, der

Kölner Stunksitzung Hausband, wird man wieder viele Gäste

erreichen.

Mehr Informationen über das Kultur-/Jugendkulturbüro

Haus Felsenkeller e.V. und das Kulturprogramm sind auch im

Internet unter www.kultur-felsenkeller.de zu erhalten. Wer lieber

ein persönliches Gespräch bevorzugt, kann sich unter der

Rufnummer 02681 / 7118 an die Mitarbeiter des Kulturbüros

wenden.


Interview

Gabriele Faust

iMAG: Sie sind dabei, zusammen mit

einer Gruppe Windecker Bürger und

der Gemeindeverwaltung Windeck

eine „Bürgerkulturstiftung Windeck“ zu

gründen. Warum eine solche Stiftung?

G. Faust: Wir sehen hier noch erhebliches

kulturelles Potential zur Verbesserung

unserer eigenen Lebensqualität und

größerer touristischer Anziehungskraft

auf Menschen von außerhalb.

Auch hier findet ja ein Strukturwandel

statt, die wirtschaftlichen Erwerbsmöglichkeiten

ändern sich, das (Kultur-)

Ruhrgebiet hat es uns vorgemacht, wie

viel dabei zu gewinnen ist.

Die Stiftung will der Gemeinde Windeck

und der gesamten Region neue kulturelle

Impulse geben, denn höhere

Qualität unserer Region nützt uns allen.

Schließlich kann sie insbesondere die

junge Generation motivieren, hier zu

leben.

iMAG: Was kann die Stiftung im kulturellen

Bereich leisten?

G. Faust: Zum Einen wird die Stiftung

zum Ziel haben, die Qualität des hiesigen

kulturellen Angebots zu erweitern

und zu verfeinern.

Zum Anderen ist hier ja schon eine sehr

vielseitige Basis an Vereinen, Musik –

und Theatergruppen, Veranstaltern,

Bürgervereinen und Dorfgemeinschaften

vorhanden.

Natürlich wird die Stiftung diesen gegenüber

nicht als Konkurrenz auftreten,

im Gegenteil: sie versteht sich als deren

Kooperationspartner und Förderer vor

allem im Hinblick auf kontinuierlich und

nachhaltig durchgeführte Projekte.

Darüberhinaus kann sie den kulturtragenden

Vereinen als Multiplikatorin

auch über die Gemeinde hinaus Pforten

öffnen - durch die Vernetzung mit

überregionalen Kultureinrichtungen,

Kooperationen, Unterstützung beim

Aufbau von innovativen überregionalen

Kulturprojekten und Begegnungen.

iMAG: Können Sie konkrete Beispiele

nennen?

G. Faust: Es gibt hier eine ganze Reihe von

erstaunlich guten Laientheatergruppen.

Eine übergreifende regelmäßig stattfindende

Veranstaltung mit Einladungen

von Gruppen aus anderen Regionen

wäre ein Ansatz, der neue Impulse

bringt und neue Liebhaber für unsere

10

Windeck geht Stifte(r)n

Die Bürgerkulturstiftung Windeck

Die WDR Redakteurin und Windecker Bürgerin Gabriele Faust

plant in Abstimmung mit der Gemeinde die Gründung einer

Bürgerkulturstiftung. iMAG hat mit ihr ein Gespräch darüber geführt:

Region gewinnt. Hier kann die Stiftung

Aufgaben übernehmen, die die einzelnen

Gruppierungen nicht leisten können.

Wir haben auch in Windeck musisch

besonders begabte Kinder, die schon

erfolgreich Wettbewerbe absolviert

haben. Diese weiter zu fördern wird

Aufgabe der Stiftung sein.

Für die vorhandenen Blasorchester

und Chöre, Kindermusiktheater,

Kammermusik und vieles mehr bieten

sich Modelle an wie thematische genreübergreifende

Veranstaltungen, Kurse,

selbst veranstaltete Wettbewerbe auch

im Bereich der Unterhaltungsmusik,

EU-regionale Konzertprojekte (mit

Holland und Belgien…) und internationale

Begegnungen. Zur Förderung von

Jugendlichen bieten sich hier ganz besondere

kulturpädagogische Chancen.

Bei all dem kann die „Bürgerkulturstiftung

Windeck“ Stiftung helfen

und Menschen von außerhalb der

Region nach Windeck holen, die sich

hier wohlfühlen und gerne wiederkommen,

sei es als neugewonnene Freunde,

Kulturschaffende oder Touristen.

iMAG Ein weiterer Fokus der

„Bürgerkulturstiftung Windeck“ wird

die Förderung im sozialen Bereich sein.

Welche Aufgaben sieht die Stiftung u.a.

für Kinder und Jugendliche?

G. Faust: Viele Eltern erfahren das

Problem, dass die Jugendlichen für ihre

Freizeitunternehmungen weit fahren

bzw. von den Eltern „chauffiert“ werden

müssen.

Eines der konkreten Ziele der

„Bürgerkulturstiftung Windeck“ wird

deshalb gerade für die Jugendlichen von

Bedeutung sein:

Die Wahrung, Neubelebung und kulturelle

Nutzung einer der besonderen

Attraktionsorte der Gemeinde,

das „Bürger-Kulturzentrum Kabelmetal“

in Schladern. Hier wird die

Bürgerkulturstiftung Windeck“ aktiv an

der zukünftigen Leitung beteiligt sein

– im Schulterschluss mit der Gemeinde

und den Eigentümern.

Den Jugendlichen wird das gesamte

Projekt einen großartigen neuen Raum

für ihre Freizeitkultur und Weiterbildung

bieten.

Der 1 A Jugendtreff in Rosbach

und „Streetbox“ sind vorzügliche

Einrichtungen, die es zu erhalten und

zu unterstützen gilt. Trotz vorhandener

finanzieller Ausstattung muss die dazu

notwendige Arbeit ehrenamtlich geleistet

werden und stößt damit natürlich

an ihre Grenzen.

Hier kann die „Bürgerkulturstiftung

Windeck“ mit sinnvollen Verknüpfungen

und Programminitiativen hinzukommen:

Förderung von Workshops, kulturellen

und politischen Begegnungen,

Förderung von Fahrten der Jugendlichen

zu einschlägigen Institutionen und

Unternehmen, um ihre Kenntnisse über

Möglichkeiten der Ausbildungs – und

Arbeitsplatzsuche zu erweitern und

vieles mehr.

„Über den Tellerrand hinaus schauen“

soll den Jugendlichen politisches

Verantwortungsbewusstsein mitgeben

und sie zur aktiven gesellschaftlichen

Beteiligung ermutigen. Dazu

gehören u.a. Fahrten nach Köln z.B.

zum NS – Dokumentationszentrum

und zu sozialpolitischen Diskussionen

mit Jugendlichen, die in den Kölner

Medien oder anderen Foren stattfinden.

Hier wird die „Bürgerkulturstiftung

Windeck“ mitwirken.

Ansätze zur musischen Freizeitarbeit

mit Kindern. Kindermusical,

Kindermusikschule, Kammermusikkurse

für Kinder, Kinderchoraktivitäten auch

in Kooperation mit überregionalen

Institutionen sind teilweise vorhanden

oder auch geplant. Sie sollen von der

Stiftung unterstützt und weiterentwickelt

werden. Die Aktivitäten von

„Jugend Musiziert“ und die Initiative

der Landesregierung „Jedem Kind sein

Instrument“ sind auch „Windecker

Sache“, dafür wird sich die Stiftung einsetzen

nach dem Motto: „Hier spielt die

Musik“.

iMAG Wie kann die Stiftung diese Ziele

verwirklichen?

G. Faust: Zum Einen soll dies durch

das Einwerben von Zustiftungen

und Spenden geschehen, was die

„Bürgerkulturstiftung Windeck“ wachsend

in die Lage versetzen wird, die genannten

Förderziele zu realisieren. Und

die Stiftung will die Bürgerschaft und

Wirtschaftsunternehmen der Region

dafür gewinnen, mehr Mitverantwortung

für die Gestaltung ihrer Gemeinde zu

übernehmen.

Qualität und Attraktion unserer

Gemeinde liegen in der großartigen

Naturlandschaft. Dieses Bewusstsein zu

stärken ist eines der Ziele der Stiftung.

Dazu will die Stiftung mehr Menschen

hierher holen, um Windeck aus dem

„Dornröschenschlaf“ eines gut gehüteten

„Geheimtipps“ zu erlösen.

Kontakt: Gabriele Faust, Saure Au 10,

51570 Windeck Dattenfeld

Tel.: 02292 922988


Kreppenwonder bim Franz, bim Annchen

un em Wilberhoff

von Dr. Hubert Grunow

Zick d’m Heilijen Franziskus bauen de Lück

op d’r janzen Welt Kreppen op.

Wenn de ess op Chressdaach oder donoh ze

Assisi bess, kannste en d’r Stadt baal vüür jeder

Huusdüür de unterschiedlichsten Kreppcher

sehen –Visittenkaate d’r Famillich.

Nur typisch italienisch: Se stohn op bunten

Lichterketten, die - wie en d’r Disco - rhythmisch

lööchten. Haalemir hee für Kitsch,

ne?

Ävver do ess jo duurohnt alles op de Bambinis

enjestallt. Ze Italien sin de Bambinis Kings.

Op Kressdaach hann se et ‚Santo Bambino’

üverall stohn, un – du glöövs et nit – sellevs

om Tabernakel en Lebensgröße en Windelen

op Strüh!

Wie bim Theels Annchen, uuser Nohpersche,

nur stemmten do de Proportionen nit.

Hätt mich als Küngk ävver nit jestuuert, nä.

Sing Kresskind uss Wachs wor nu eenfaachs

esu gruueß un schön, dat et alles üvverstrahlt.

Do kunnten natürlich die anderen gar nit

mitkuuen. Ett wor d’r King!

Iiesch op d’n zweiten Blick un nur!, wenn de

als Küngk drop hinjewisen wurds, feel dir op,

dat der Ress d’r Mannschaff jet fiierkelich dogäjen

avstooch.

Ich nohm et mieschtens dankbar jenau su,

wie ich et sooch.

De kindliche Naivität heelt mich em Staunen

un schötzt mich vüür d’m Laachen.

Dofür sorchten dann die Erwachsenen, als

et Annchen, Kösterin en St. Adeljundis un

St. Rochus, Wilberhovven, in Ermangelung

d’r Heilijen Dreikönije, de sing! en d’r

Kapell zo dän gruueßen Tonfijuuren uss d’m

Kannebäcker Land stallt.

Em Maßstab 1:7 leefen ab Neujoohr dann

och do die Kruckstuppen op.

Bunt uss Jipps – wie de se üvverall koofen

kunnts - bräächten die drei kleen Queiselen

wie ETs uss ener anderen Welt d’m Chresskind

ihre Gaben.

Di woren su kleen, dat et nit d’r Möh wert

woor.

Itt hatt et goot jemeent!

Et Geld wor nit do für de Drei Köönich,

die mer jetz seit fünnef Johren hann – in

Orijinalgröße uss d’r seleven Werkstatt.

Tirek noch en jewaltijen Ooeß un en paar

Schööfjen met dobei bestallt.

Ein herrlisches Bild, wenn alles opjebaut ess!

Nu ess et feerdich! O, du fröhliche!

D’n Ooeß läjen se für jewööehnlich mem

Kopp nom Kreppchen, su dat der – obwohl

jo bekannt ess, dat die Kreppendier emmer

proportional kleener sin wie de Menschen –

su dat der vüür aller Ooren d’n Lüggen d’n

bläcken Hengesch – un wat für en Fuuer! –

zeecht.

Do kammer sich flöck vüürstellen wie der

eenen fleejen lööht, un wie et bim Hillijen

Franz en d’r kleenen Kapell en d’n Carcieri

jestunken hann muß, als der - als iieschter op

d’r Welt - am Hillijen Ovend enen richtijen

Ooeß un en Äsel erin jeschleeft het.

Dat die Dier üvverhaup do stohn, hammer jo

d’m Jesaja zo verdanken.

Jedenfalls bläckt d’r Ooeß van d’r

Wilberhovvener Kreppe – Künnd’r jo ess luuren

kunn! – jewaltich singen ‚Allerwertesten’

– woröm deer nur su heescht, weeß och

keener! - allen Lüggen en et Jesicht.

Eejentlich mütten se en ess erömstellen! Mer

ess jo nur op dat Hongerdeel van däm Ooeß

fixiert, un sütt iiesch aan zweiter Stell, wodrup

et aankütt: Et liebe Jesulein.

Die neuen Schoofe, die se vam jesammelten

Jeld dozo jekooft hann, sehen für sich jenommen,

jo ganz passabel uss. Nur wenn de se

nevver d’n alen, die mir ald hatten, süss, dennen

de jedes Johr de Uuhren klevven mutts,

dann hann se ieher de Physiognomie (schwer

ze schriieven!) van kleenen Feerkelchjer.

Ävver – recht bedäächt – wenn d’r Ooeß

sing jewaltich Jesäß dick un breet vüür d’r

Kreppe ussbreet, verschangelieren su en paar

kleen Säuchjen dat tönerne Ambiente och

nit mieh.

Also kunnen se do blieven!

Apropos: D’r fählende Maßstab feel bim

Annchen doheem nit esu en et Ooch.

Wennglich de Hellije Motterjottes jo dat

Küngk entbunden hann muß.

Mein lieber Strohsack, wat en Jebuurt! Su

gruueß wie si un d’r Hillije Josef zesammen,

…dat maach schwer haalen!

Ävver, wie jesooet, mich däät dat als Küngk

all nit schenieren.

Für mich wor alles do, wat do sin mutt – wat

will mer mieh!

04.12.10 17.00 Uhr, St. Adelgundis u.

Rochus, Windeck - Wilberhofen

Festliches Adventskonzert für die

ganze Familie

mit Mitgliedern des Klassikensembles

Passepartout: Carola Pinder (Harfe),

Dörte Behrens ( Piano, Orgel,

Querflöte, Akkordeon), Hubert

Grunow (Tenor) und Studenten des

Gesangsinstituts Grunow: Irmgard

Antoni, Margret Hain u. Lioba

Grunow (Mezzo), Helene Ortmann

(Sopran), Krista Schmitz und Leonie

Krakowski (Vocals), Lutz Dorfmüller

und Oliver Goroncy (Tenor)

Eintritt. � 12,- (erm. 8,-)

02.01.11 19.00 Uhr, Michaelsberg,

Abteikirche, Siegburg

Festliches Neujahrskonzert für die

ganze Familie

mit Mitgliedern des Klassikensembles

Passepartout und Studenten des

Gesangsinstituts Grunow, Windeck

Vorverkauf � 16,- (erm. � 12,-).

Abendkasse (� 18,-/ erm.� 13,-)

Vorverkauf: Stadtmuseum Siegburg,

Grunow-Seminare (Windeck)

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12

Wohn@mbiente Köln öffnet seine Pforten

Am Samstag signierte die

Torwartlegende Toni Schumacher

Wohnambiente-Bälle für

große und kleine Fans.

Besonderes aus den Anden:

Argentinische Weine

der Bodega Malbec

Der bekannte Schauspieler Ralph

Morgenstern las Bettgeschichten

anlässlich der Eiweihung der

Kölner Boutique des französischen

Bettenherstellers Treca de Paris.

Geschäftsführer Michael

Heider begrüßt die Gäste

Für die musikalische

Unterhaltung sorgte die aus

dem Fernsehen bekannte

Sängerin Julia A. Noack

Ab sofort präsentieren Familie Heider und das Wohnambiente

Team alles das, was zum Erlebnis „Wohnen“ gehört. Das

Besondere hat eine neue Adresse: Kaiser-Wilhelm-Ring 26

– mitten auf der Kölner Möbelmeile.

Einrichten als Familientradition

Familie Heider und das Wohnambiente Team sehen

den Kunden im Mittelpunkt der Arbeit. „Einrichten mit

Leidenschaft“ ist schon seit über 50 Jahren das Motto des

Traditionsunternehmens. Ausschließlich ausgesuchte, national

und international renommierte Partnerfirmen präsentieren

bei Wohnambiente Trends, Qualität und Exklusivität

auf höchstem Niveau.

Ganzheitliche Einrichtung steht im Vordergrund

Wohnambiente steht nicht nur für Möbel. Von der Beratung

(selbstverständlich auch bei den Kunden zu Hause), der

Planung bis hin zur Herstellung, der Anlieferung und der

Montage bekommen die Kunden hier perfekten Service.

Alles aus einer Hand. Die eigenen Werkstätten machen es

möglich auf individuelle Kundenwünsche einzugehen.

Drei Häuser in Köln, Rheinbach und Königswinter

Neben den Wohnambiente Häusern in Rheinbach und

Königswinter bei Bonn ist das neue Wohnambiente Haus in

Köln das dritte Einrichtungshaus der Familie Heider. Allen

gemeinsam ist der hohe Anspruch. Durch die räumliche

Nähe der drei Geschäfte können die Kunden quasi über

6.500 m² exklusives Wohnambiente besuchen.


„Wir sind stolz darauf, unseren Kunden ein Umfeld

schaffen zu dürfen, in dem sie sich wohlfühlen,

erholen und Kraft tanken.“, so Michael Heider,

Geschäftsführer der Wohnambiente. „Wohnen bedeutet

heute mehr als Möbel. Es entwickelt sich zu einer

Lebensphilosophie.“

Tausendjähriges Kauriholz aus Neuseeland:

Ein Tisch, der Sie garantiert zum Staunen bringt,

ist bei Wohnambiente in Köln zu sehen.

Klassische Moderne finden Sie bei Heider

Wohnambiente in Königswinter-Ittenbach...

...modernes Design bei Wohnambiente in Rheinbach

Wohnambiente Köln

Kaiser-Wilhelm-Ring 26

50672 Köln

Telefon: +49 221 2707170-0

Wohnambiente Heinevetter

Aachener Straße 30

53359 Rheinbach

Telefon: +49 2226 922 80

Heider Wohnambiente

Königswinterer Straße 319

53639 Königswinter

Telefon: +49 2223 918 90

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Mit analogem TV-Empfang

ist bald Schluss!

Wollen Sie ab 2012 in die

Röhre gucken?

Jetzt umrüsten

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Kundendienst Heizung/Sanitär

Badgestaltung

moderne und energetische Heizsysteme

fachliche Beratung und Planung

Lagerverkauf

Diverse Modelle finden Sie in

unserem Ausstellungsraum.

Wir verwirklichen Ihre Wünsche.

53809 Ruppichteroth, Brölstraße 10

Tel. 02295 5046, Fax 02295 2254

E-Mail: info@ep-mueller.de

Heilbrunnenstraße 29

51570 Windeck-Leuscheid Öffnungszeiten:

Tel.: (0 22 92) - 93 12 5-0 Mo - Fr: 8.00 - 17.00 Uhr

Fax: (0 22 92) - 93 12 5-10

info@hundhausen-energietechnik.de

www.hundhausen-energietechnik.de


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Türen

Holz Langen bietet Ihnen die Möglichkeit

Zimmer- und Haustüren fertig eingebaut

auszuprobieren. Jede der in vielen Preislagen

vorhandenen Türen setzt beim Wohnen gestalterische

Akzente. Holz Langen berät Sie

hierzu individuell und fachlich kompetent.

Neue Wohninspiration nach

einem Besuch bei Holz Langen

Aus einem traditionellen Holzunternehmen mit reiner

Holzverarbeitung Anfang des 20. Jahrhunderts,

hat sich Holz Langen inzwischen zu einer modernen

Holzhandlung mit einer breiten Produktpalette und

umfangreichem Service entwickelt. Besonders nach der

Übernahme vor zehn Jahren durch Jörg Schröder, der

achtsam auf die Bedürfnisse seiner Kunden und die

neuen Trends reagierte, expandierte die Firma zu dem

Holzspezialisten in unserer Region.

Zusätzlich zum bereits bestehenden Schnittholzsortiment,

dem Standbein des Unternehmens, werden

in den letzten Jahren aufgrund der Nachfrage auch

Haustüren, Innentüren, Fenster, Schranksysteme und

Fußböden angeboten.

Dabei schätzen die Käufer neben der fachmännischen

Beratung ebenso die ausgezeichneten Serviceleistungen

hoch ein. So ist Holz Langen sogar in der Lage, nach

Aufmaß und Beratung direkt vor Ort die Montage vorzunehmen.

Anschließender Lieferservice bis zu 50 km

gehört mit dazu.

Ein Besuch bei Holz Langen in Windeck-Schladern lohnt

sich immer. Hier erhält der Kunde in einer über 500 m²

großen Ausstellung fachmännische Informationen

und individuelle Beratung, und zwar nicht nur über

den Schwerpunkt des Betriebs, also Holzprodukte,

sondern auch darüber hinaus über Ökoprodukte,

Holzbehandlung, Befestigungstechnik, Bauelemente,

Parkett- und Laminatböden, Holz-Gartenmöbel,

Gartenhäuser, Gartenbauholz und weitere Produkte.

Böden

In unserem Ausstellungsraum können

Sie Ihren Auftritt auf vorgefertigten

Bodenflächen testen sowie

das unterschiedliche Gewicht der

Hölzer am Handmuster spüren,

sehen und erfühlen. Die Auswahl an

Holzarten, Farben und Mustern ist

so vielfältig wie Ihre Wünsche.


Gemeinsam lebt es sich besser

Senioren-Wohngemeinshaft Hove-Haus

„In einer angenehmen Gemeinschaft

lebt es sich besser, vielleicht auch gesünder

und länger, als alleine“, war die Leitidee

von Petra Siebertz, als sie vor vier Jahren

in einem modernen und gemütlichen

Familienhaus bei Eitorf die Senioren-

Wohngemeinschaft Hove-Haus gründete

und somit jedem einzelnen Mieter

einen ganz individuellen Wohnplatz

anbot. Die gelernte Hauswirtschafterin

brachte eine 25jährige Berufserfahrung

in der Seniorenbetreuung mit und konnte

zusammen mit einem hauswirtschaftlichen

Versorgungsservice und dem Team

von „Goldene Jahre“ unter der Leitung

von Ursula Rohling-Kaiser, die sich als

Vertrauensperson um jeden einzelnen

Mitbewohner liebevoll kümmert, einen

soliden Grundstein zur Umsetzung ihrer

Idee legen. Mit pflegerischer Kompetenz

und viel Liebe wird die Wohngemeinschaft

vom Pflegedienst CanAktiv unterstützt.

Zusätzlich bietet das starke Hove-Team

Raum für eine Betreuung demenzkranker

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Menschen. Damit das normale Leben für

die alten Leute weiter geht, lädt man z.B.

Familien zum Adventskaffee ein, lässt die

Senioren von jungen Leuten bekochen

oder nimmt sie zum Tanzen mit.

Daneben bleibt den Bewohnern auch

ein größtmögliches Maß an Freiheit und

Selbstständigkeit erhalten. Sie können

gemeinsam entscheiden, wie stark die

Bindung der Gemeinschaft ausgestaltet

ist und welche Lebensbereiche von

ihr unberührt bleiben sollen. So gibt die

Wohngemeinschaft ihren Mitgliedern das

Gefühl, auch im hohen Alter noch flexibel

zu sein. Vor allem bietet sie eine exzellente

Plattform für soziale Kontakte,

denn häufig fühlen sich ältere Menschen

in Seniorenheimen ohne familiäre

Kontakte alleingelassen und drohen zu

vereinsamen. Derartiges kann in dieser

Wohngemeinschaft nicht vorkommen.

Man kann also sagen, Haus-Hove ist ein

Exot unter den neuen Wohnformen.

Auf Tiere muss man hier nicht verzichten.

In der offenen Küche wird gemeinsam

gekocht und viel gelacht.

Im Wohnzimmer kann man sich ausruhen.

Petra Siebertz und Brigitte Siegel

Senioren-Wohngemeinshaft

Petra Siebertz

In der Helte 10

53783 Eitorf-Hove

Tel: 02243/84 44 21

Mobil.: 0170/55 75 622

E-mail: service@hovehaus.de

www.hovehaus.de

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16

„Das Erleben der Schönheit entsteht aus der Übertragung des eigenen

Selbst auf das wahrgenommene Objekt und aus dem daraus

resultierenden Bewusstsein einer Vereinigung des Künstlers mit seinem

„Gast“. Auf diese Weise ist es für einen Menschen möglich, das

Gefühl zu verstehen, das das Objekt mitzuteilen hat.“ (Theodor Lipps,

„Einfühlungstheorie“)

Handwerk und Kunsthandwerk

von Helga Loser-Cammann

Handwerk entstand da, wo die benötigten

Rohstoffe gefunden wurden.

Die angefertigten Gegenstände waren

vertrauter fester Bestandteil des täglichen

Lebens und, im Gegensatz zu

Bildern, die hoch oben an den Wänden

hingen, behielten die Menschen sie in

ihrer Nähe und nahmen sie in die Hand.

Jahrhundertelang als reines Handwerk

betrachtete Berufe wie Schnitzer,

Möbelschreiner, Instrumentenbauer,

Goldschmied, Töpfer oder Glasbläser

werden seit Aufkommen der industriellen

Manufakturen im 18. Jahrhundert, unter

Verweis auf ihre gestalterische Qualität

und Einzelstückanfertigung und als

Abgrenzung zum traditionellen Handwerk

mit dem Wort „Kunsthandwerk“ betitelt.

Heute übernimmt das Kunsthandwerk

die Aufgabe, die vom Volk hervorgebrachte

Kunst handwerklicher Techniken,

weiterleben zu lassen. Aus einer neuen

Lebensweise entstehen so Unikate, die

nicht in erster Linie dazu dienen nützliche

Gegenstände herzustellen. So war

oder ist der Handwerker also jemand,

der immer und immer wieder den selben

Gebrauchsgegenstand produziert,

wo hingegen es die Intention des

Kunsthandwerkers ist, ein künstlerisches

Werk hervorzubringen. Aspekte der

Nützlichkeit stehen dabei vielleicht an

zweiter Stelle, wichtiger ist, dass es dekorativ

ist und zudem die Kraft, Sensibilität

oder Persönlichkeit seines Schöpfers aufzeigt.

Sorgfältig von Hand gefertigte Dinge

sind zwar teurer, aber da sie langlebiger

sind, sind sie es im Endeffekt doch nicht.

Ein weiterer Unterschied zwischen beiden

ist, dass der Kunsthandwerker aus

reiner Schaffenslust bewusst etwas für

sich herstellt, während der Handwerker

vergleichsweise unbewusst Dinge für andere

herstellt. Charakteristisch ist auch,

dass Produkte des Kunsthandwerks nur

für einige wenige gedacht sind, also von

Anfang an nicht für jedermann angefertigt

wurden. Trotzdem gilt es doch nicht

zu vergessen, dass das Außergewöhnliche

nicht nur im Ausgefallenen liegt, sondern

Tiefgründiges auch in „normalen“

Dingen anzutreffen sein kann. Außerdem

sind auch unter den Kunsthandwerken

sogenannter primitiver Völker viele von

enormer Vitalität, aus denen die ursprüngliche

Kraft des Menschen spricht

und für die keine hohe Intelligenz oder

anspruchsvolle Technik nötig ist. Durch

den Verstand kann ein Kunstwerk sowieso

nicht erfasst werden, das Auge und das

Herz müssen sich angesprochen fühlen.

Dabei ist es also egal, ob es sich um eine

Rarität handelt oder nicht, ob es in perfektem

Zustand ist und unter Anwendung

welcher Vorgehensweise es entstanden

ist. Das Kunstwerk wird ja auch von

demjenigen geschaffen, der es betrachtet

und ist eine Vision dessen, was sich in

seiner Fantasie abspielt. Kunsthandwerk

und Handwerk: damit wir in den alltäglichen

Dingen der Schönheit begegnen

können.


textil

Handwerk

Die Arbeiten der Textildesignerin

Drahomira Hampl haben eine klare Linie

und ein nur auf wenige Effekte reduziertes

Design. Sie ist spezialisiert auf

feine, handgewebte Stoffe aus hochwertigen

Garnen, die ihre Verwendung als

Raumdekorationen finden oder weiter

zu Kissen, Polsterstühlen usw. verarbeitet

werden.

Zu ihren bevorzugten Materialien gehören

Leinen und Hanf in Kombination

mit anderen Materialien wie Seide oder

Kaschmir, aber zunehmend auch zeitgenössische

Metallgarne bis hin zum

Edelstahl. Diese sind trotz ihrer Feinheit

und Leichtigkeit robust und pflegeleicht

im täglichen Umgang und eignen sich

daher als Raumteiler oder einfach als dekorative

Elemente.

www.dh-textiles.de

17


2018

gewebe helga becker

Die Stoffe von Helga Becker sind aus

Naturmaterialien. Daraus enstehen Unikate nach

ihren eigenen Schnittentwürfen und Stoffdesigns

in ihrem Web- und Schneideratelier.

Die Schnitte sind bewusst schlicht gewählt, um

eine Harmonie zwischen traditionellem Weben und

zeitgemäßer Mode zu erlangen.

Einen besonderen Teil Ihrer Kollektion nehmen

die Kimonos ein, die sie nach klassischen japanischen

Schnitten und eigenen Stoffentwürfen fertigt.

Ein weiterer Schwerpunkt ihres Schaffens sind freie

künstlerische Arbeiten zu Themenausstellungen (z.

B. Frauenmuseum Bonn, Torhausmuseum Siegburg,

Künstlerforum Bonn).

www.helgabecker.de

Goldschmiedin Mechtild Brenken betreibt seit 1996 ihre Golschmiede

in Much.

In dem denkmalgeschützten Fachwerkhaus werden in familiärer

Atmosphäre Schmuckstücke angefertigt, repariert oder

Familienerbstücke “alte Schätze“, nach Kundenwünschen zu einem

neuen Schmuckstück umgearbeitet. In enger Zusammenarbeit mit

ausgesuchten Perl-, Diamant- und Edelsteinhändlern aus aller Welt

werden hier ausgefallene, aber zeitlos tragbare, Unikate gearbeitet.

Unterstützt wird Mechtild Brenken von ihrer langjährigen

Mitarbeiterin und Goldschmiedemeisterin Esther Berberich, die auch

seit Neustem Goldschmiedekurse in der Goldschmiede anbietet.

Wer sich einfach inspirieren lassen möchte, oder ein besonderes

Geschenk sucht, sollte sich im gemütlich gestalteten Ladenlokal umschauen

und bei vielen besonderen Schmuckstücken herausfinden,

welches sein Lieblingsstück werden könnte.


tonalto

Neue Keramikwerkstatt in Eitorf

Handgefertigte Gebrauchskeramik , die den Alltag bereichert,

herzustellen, ist das Anliegen der Töpferin Maria Ziaja. Vor

kurzem eröffnete sie nun in Räumen der Schoeller AG Eitorf

ihre wunderschöne Keramikwerkstatt. In deren Regalen

finden sich Teller, Schalen, Trinkgefäße, Kannen etc., deren

erdige, griffige Oberfläche im Kontrast zu ihrer farbkräftigen

und glatten Innenfläche steht. Als Kennzeichen ihrer

Formengebung kann man eine bewusste Reduzierung ausmachen,

wodurch eine Rückbesinnung auf das Wesentliche

ermöglicht wird. Die Linie ihrer Kunstwerke ist klar und zeitlos

und sie harmonieren deshalb sowohl mit einem modernen

als auch mit einem mittelalterlichen Ambiente. Zu dem

bewährten Westerwälder Steinzeugton, der dank hoher

Brenntemperaturen ihre keramischen Objekte alltagstauglich

werden lässt, verwendet Maria Ziaja selbstentwickelte

Glasuren, die blei- und cadmiumfrei sind.

Besuchen Sie unseren Hofladen!

Dort fi nden Sie Produkte aus weicher, antiallergischer

Alpakawolle. Wir fertigen Plumeaus für einen natürlich

erholsamen Schlaf! Des Weiteren fi nden Sie Wolldecken,

Socken, Mützen, Schals, Pullover und vieles mehr.

Mittwochs von 15-18 Uhr oder auch nach

telefonischer Vereinbarung.

www.tonalto.de

Goldschmiede Brenken

Gartenstraße 4

53804 Much

Tel./Fax: 02245-3682

schmuck

19


20

Handwerk

Der Goldschmied, ein Künstler seines Handwerks

von Ina Zapp

Ina Zapp,

Goldschmiedemeisterin und

Diamantgutachterin, Geschäftsführerin

Lust und Liebe zum edlen Goldschmiedehandwerk ist Voraussetzung für diesen

kunstvollen und Fingerfertigkeit erfordernden Beruf. Er ist einer der ältesten Berufe

im Metallhandwerk und in der Urform schon aus der Antike bekannt. Der Goldschmied

zeichnet sich durch seine Geduld, sein geschultes Auge, Formgefühl und vor allem

handwerkliches und künstlerisches Geschick aus.

Die Arbeitsmethoden umfassen dabei

sowohl grobe als auch feine Arbeiten. Auf

die kleinsten und dünnsten Schmuckstücke

wirken oft extreme Temperaturen beim

Löten oder Schweißen ein. Ebenso erfordert

das Ziehen von Golddrähten

und Walzen von Flächen eine große

Krafteinwirkung. Dabei ist absolut präzise

Handwerkskunst erforderlich, nur ein

kleiner unaufmerksamer Moment kann

das ganze Werk zunichte machen.

Bei Schmuckanfertigungen wird als erster

Schritt ein Entwurf als Zeichnung gefertigt.

Für eine dreidimensionale Darstellung

kann ebenfalls ein Wachsmodell modelliert

werden. Für die weitere

Ausarbeitung werden dann verschiedene

Techniken verwendet. Ein Wachsmodell

kann zum Beispiel als Vorlage für das

Erstellen des Edelmetall-Schmuckstücks

dienen. Ebenso kann man mit einem

Überzug aus feuerfestem Kunststoff

über dem Wachsmodell diesen dann als

Negativform verwenden, beispielsweise

für das Gießen eines Schmuckstückes im

Schleudergussverfahren. Der Goldschmied

wählt seine Arbeitsmethode anhand der

Anforderungen des Materials und des

zuvor erstellten Entwurfes.

Entscheidet sich der Goldschmied für

die Verwendung von Metalldrähten und

Metallplatten, aus denen er die Bauteile

für das Schmuckstück einzeln anfer-

tigt, so stehen ihm eine Vielzahl von

Zangen, Riegeln, Hämmern, Nadelfeilen

und Sticheln zur Verfügung, mit denen

er die Metalle in der Form verändern

kann. Dabei helfen ihm heutzutage

auch spezielle Maschinen, die bestimmte

Arbeitsschritte erleichtern. Beispielsweise

kann man mit einem Mundlotrohr durch

gezielte Luftströmungen in der Lötflamme

unterschiedliche Temperaturen erzeugen.

Dies erfordert jedoch eine gute

und ausdauernde Lungenfunktion.

Das Propan-Sauerstofflötgerät und das

Hydrozongerät, welches mit Knallgas

fürs Löten genutzt wird, unterstützen

die Arbeit des Goldschmieds.

Neuere technische Entwicklungen

wie das Laserschweißgerät oder die

Lasergraviermaschine machen die Arbeit

des Goldschmiedes noch effizienter.

Nahezu alle, vor allem aber die hochwertigen

Schmuckstücke, sind rein handwerkliche

Arbeiten und selten industriell gefertigt.

Dafür sitzt für jedes Schmuckstück

ein Goldschmied am Werkbrett, um dies

von Hand zu fertigen. Besonders wichtig

für den Goldschmied ist es dabei, die

Wünsche und Gefühle des Kunden zu erkennen

und im persönlich angefertigten

Schmuck mit einzubringen. Dabei vereinigt

er die künstlerische Schöpfung mit der

handwerklichen Ausarbeitung in einer

Person. Er ist eben ein Künstler seines

Handwerks.


Entwurfskizze: Parfüm-Flakon mit Halskette,

Technische Zeichnung

Original Schmuckstück: Parfüm-Flakon mit Halskette,

Goldschmiedemeisterin Ina Elise Zapp

Aus der Arbeitsbeschreibung zur Erstellung

eines Parfüm-Flakon mit Halskette, Entwurf und

Ausarbeitung Goldschmiedemeisterin Ina Elise

Zapp:

… Der Parfümgeber wird jetzt getreu der Form

des Flakons hergestellt. Eine Außenzarge erhält

durch Biegen den Radius der Führungslinie und

wird verbödet. Anschließend zieht man verschieden

große Scharniere, die genau ineinander passen.

Das größte besitzt einen Innendurchmesser,

der der Edelstahlkugel des Parfümgebers genügend

Freiraum zum Rollen gibt. Ein weiteres Scharnier

dient als Auflage für Dichtung, Kugel und die

Führung der Federtechnik. Ein drittes Scharnier

hält die Feder. In das vierte Scharnier schneidet

man ein Gewinde von 1,4 mm und halbiert es.

Diese Hälften werden an die drei ineinander gelöteten

Scharniere genau gegenüberliegend angelötet.

Das Mittelscharnier wird nun durch die verbödete

Zarge mittig durchgesetzt und ebenfalls eingelötet.

Nun passt man den fertigen Parfümgeber

der Rundung der Führung an. Dabei muss beachtet

werden, dass das Mittelscharnier genügend Höhe

behält, um Kugel und Dichtung zu fassen…

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22

Handwerk

Ton als Motor der Region

von Mario Gongolsky

Zeitgenösische Keramik

Foto: Töpferei Zöller Eulerhof

Foto: Römertopf Keramik GmbH

Ton aus dem Westerwald ist der Stoff, aus dem die Ideen der Töpfer zu Dekorations-

und Gebrauchsgegenständen werden. Das Töpferhandwerk und der Tonbergbau

trotzen im Westerwald allen Krisen und Modetrends.

Erst vor wenigen Monaten wurden

bei Ausgrabungen in Höhr-Grenzhausen

Funde gemacht, die belegen, dass in der

Region bereits im Mittelalter Tonwaren

hergestellt wurden. Die Fundstücke wurden

auf das 13. bis 15. Jahrhundert geschätzt.

Dort, im südwestlichen Westerwald,

wurde im 18. Jahrhundert der Begriff

des „Kannenbäckerlandes“ geprägt. Es

bezeichnet dem Ursprung nach Höhr-

Grenzhausen, Alsbach, Hilgert, Hillscheid,

Ransbach-Baumbach und Mogendorf,

hinunter bis ins Rheintal nach Bendorf

und Vallendar. Besonders der Hafen

von Vallendar ist verantwortlich für

den Siegeszug der Tonwaren aus dem

Westerwald. Von Vallendar aus, wurde

der Ton bereits in der Mitte des 18.

Jahrhunderts in weite Teile Europas geliefert.

Klassisches Steinzeug

Für das traditionelle Westerwälder

Steinzeug ist der „graue Scherben“ - so

werden selbst intakte Tonwarestücke genannt

- mit kobaltblauer oder mangan-

violetter Bemalung und seinem glänzenden

Überzug, der so genannten

Salzglasur, typisch. Die Salzglasur entsteht

bei den hohen Brenntemperaturen

von mehr als 1250 Grad. Das in den

Ofen eingeführte Salz zerfällt in seine

Bestandteile, wobei sich Natrium auf die

Tonwaren niederschlägt und für eine dauerhafte

glasartige Beschichtung sorgt.

Foto: Clem Cutter (Wikimedia)

Die handwerkliche Qualität der Waren

aus dem Kannenbäckerland sprach sich

schnell herum: Der „Bembel“, eine

bauchige Steingutkanne, die in südhessischen

Gaststätten zum Ausschenken des

Apfelweins auf den Tisch kommt, wird

traditionell in Handarbeit im Westerwald

gefertigt.

Immer lecker: Der Römertopf

Doch hat der Westerwald weit mehr

zu bieten als den „grauen Scherben“

und den Brottopf. Neben einer Fülle

moderner Farben und Formen, hat das

Töpferhandwerk mit immer neuen Ideen

sein eigenes Überleben gesichert.

Mit dem „Römertopf“ stammt ein

weiterer Welthit aus dem Westerwald.

1967 wurde ein Tonbräter mit glatter

Innenseite präsentiert, der inzwischen 25

millionenfach produziert wurde.

Dabei kam der Römertopf, so bekundet

der gleichnamige Hersteller aus Ransbach-

Baumbach, praktisch ohne Krise durch

die Krise. Im Gegenteil, der Tonbräter

scheint offenbar wieder an Beliebtheit zu

gewinnen. Er ermöglicht eine fett- und

kalorienarme Zubereitung. Der zuvor gewässerte

Tonbräter speichert das Wasser

und fungiert so als Dampfgarer. Er sorgt

dafür, dass Fleisch und Geflügel beim

Garvorgang nicht austrocknet und seinen

charakteristischen Geschmack voll

entfalten kann. Damit punktet er heute

auch wieder in den jungen Haushalten,


die auf frisch und bekömmlich zubereitete

Speisen Wert legen.

Eine Rarität: Die Westerwälder

Tonpfeife

Nicht alle klassischen Tonprodukte

des Westerwaldes haben den Wandel

der Zeiten unbeschadet überlebt. Für

Tabakraucher ist die weiße Tonpfeife

aus Hilgert eigentlich kein Thema mehr.

Nur die Tonpfeifenfabrik Rita Steuler

stellt solche Pfeifen noch in bester alter

Handwerkstradition her. Daneben gibt es

noch zwei industrielle Fertigungsstätten

in Ransbach-Baumbach und Ettighausen.

Die bedeutendste Stückzahl fabriziert

die Familie Spang aus Ettighausen. Fünf

Millionen Stück im Jahr warten nur auf

ihren Einsatz, den Weckmann zu verzieren.

Geschichte und Zukunft vereint

Dass der Westerwald sowohl bei der

Produktion als auch bei der Tonförderung

seine Position behaupten konnte, liegt si-

Die Keramikgestalterin Ruth Lindner aus Eitorf-Bach

beschäftigt sich seit einigen Jahren mit einer alten japanischen

Brenntechnik namens RAKU. Dabei wird

die Keramik in einem Gasbrennofen auf ca. 1000°C

erhitzt und dann mit Hilfe einer langen Eisenzange

entnommen und in einen Behälter mit Sägemehl und

trockenem Laub gegeben. Der Behälter wird luftdicht

verschlossen. Durch die hohe Temperatur der Keramik

beginnt das Sägemehl zu verbrennen und der entstehende

Kohlenstoff lagert sich in den Scherben des

Werkstückes an den unglasierten Stellen ein. Die glasierten

Stellen bekommen durch den Temperaturschock

bei der Entnahme aus dem 1000°C heißen Ofen Risse,

die man Craqueles nennt. Auch in diese Risse lagert sich

der Kohlenstoff ein und gibt somit der Keramik sein individuelles

Aussehen. Das Feuer ist also Mitgestalter

und macht jedes Stück zu einem Unikat. Ruth Lindners

Keramik umfasst Gartenkunst und Stelen ebenso

wie Schalen, Kelche, Teeschalen und vieles mehr. Ihre

Philosophie ist es, den Umgang mit gebräuchlichen

Gegenständen durch die Schönheit der Dinge zu etwas

Besonderem im Alltag werden zu lassen. So ist zum

Beispiel der Genuss aus einem ungewöhnlichen Gefäß

zu trinken für sie ein kostbares Stück Lebensqualität.

Des Weiteren beschäftigt sie sich mit der Herstellung

von Werkstücken aus gedrehtem Porzellan, die sie durch

ihre Transparenz und Leuchtkraft faszinieren.

Keramikwerkstatt: Schäferstr. 18, Eitorf/Bach

cher auch an den Aktivitäten im Bereich

Forschung und Technologie. In Höhr-

Grenzhausen befinden sich das Institut für

Künstlerische Keramik der Fachhochschule

Koblenz, das Forschungsinstitut für anorganische

Werkstoffe Glas-Keramik GmbH

und die Fachschule für Keramiktechnik

und Keramikgestaltung. Inmitten dieser

Institute lohnt das Keramikmuseum

Westerwald mit seiner deutschen

Sammlung für historische und zeitgenössische

Keramik einen Besuch.

Auch der Tonbergbau ist im Westerwald

unverändert lebendig. Mit drei Millionen

Tonnen pro Jahr ist der Westerwald

nach wie vor der größte Tonlieferant

in Mitteleuropa. Der Westerwälder Ton

geht vor allen Dingen in die Bauindustrie,

wird zu Ziegel und Klinker verarbeitet.

Ein weiterer bedeutender Abnehmer sind

italienische Fliesenhersteller.

Wer mit dem Tonbergbau Tuchfühlung

aufnehmen möchte, sollte sich über die

Öffnungszeiten des Tonbergbaumuseums

in Siershahn informieren.

Foto: Steuler

Adressen:

www.roemertopf.de

www.pfeifenbaecker.de

www.keramikmuseum.de

www.tonbergbaumuseum.de

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Profil

Die Saiten werden mit

den Fingern gespielt

Die Unterseite ist mit 20 Saiten bespannt

Elmar Vogt beim Klangbootfahren

Eine Reise zu sich selbst

Klangbootfahren mit Elmar Vogt

von Jan Holpe

Herr Vogt, Sie sind vor etwa einem dreiviertel

Jahr ins Oberbergische gezogen

und haben Ihr Klangboot und damit Ihre

Arbeit hierher gebracht. Was kann ich

mir unter einem Klangboot vorstellen?

E.V.: Das Klangboot habe ich in einer

Reihe von verschiedenen Klangkörpern

entwickelt und gebaut. Es hat einen

Körper aus verschiedenen massiven

Hölzern in der Form eines Bootes und

ist an Hanfseilen freischwingend aufgehängt.

An der Unterseite ist es mit 20 auf

einen Ton gestimmten Saiten bespannt.

Ist für Sie der äußere Rahmen, in dem die

Klangbootfahrten stattfinden, wichtig?

E.V.: Einen guten Raum und auch eine

gute Umgebung für die Klangbootfahrten

zu haben ist sehr hilfreich. Als ich im

März aus Würzburg hierher zog, hatte

ich sehr großes Glück, dass ich ein schönes

Holzhaus zur Miete fand. Das Haus

liegt am Dorfrand, man schaut aus dem

Klangboot direkt in wunderschöne Bäume,

es ist sehr still hier, ganz ohne Verkehr

und der Raum für das Klangbootfahren

hat eine wunderschöne Atmosphäre.

Haben Sie schon in Würzburg mit dem

Klangboot gearbeitet?

E.V.: Ich habe damit freiberuflich in

meiner eigenen Praxis gearbeitet und

etwa zwölf Jahre in einer Kinderklinik

mit schwerstbehinderten Kindern. Das

Projekt hieß „Klangbootfahren mit behinderten

Kindern“. Ich habe sehr gerne

mit diesen Kindern gearbeitet. Die meisten

von ihnen lebten auf dieser Station,

da sie permanente ärztliche Betreuung

brauchten. Sie konnten nicht sprechen

und sich auch nicht selbstständig bewegen.

Der Kontakt war direkt und elementar.

Es ging oft um die Frage von Leben

und Sterben, aber ebenso oft gab es auch

viel Freude und Lebendigkeit.

Hat sich die Ausrichtung Ihrer Arbeit mit

Ihrem Umzug nach Waldbröl geändert?

E.V.: Hier entstand immer mehr der

Wunsch mit „ganz normalen“ Menschen,

wie Ihnen und mir zu arbeiten, ihnen zu

begegnen und sie zu begleiten. Manche

kommen zu mir mit dem Wunsch sich zu

entspannen, andere haben sich selbst aus

den Augen verloren und wünschen sich

wieder zu sich zurückzukommen, manche

möchten sich mit Hilfe des Klangbootes

innerlich neu sortieren, um einen „neuen“

Blick auf Ihr Leben zu werfen...

So erkannte z.B. eine Frau vor kurzem

bei einer Klangbootfahrt, dass sie ihre

Träume und Bedürfnisse in ihrem Leben

immer und immer wieder hinten angestellt

hat.

Beim Klangbootfahren scheinen viele

verschiedene Komponenten zusammen-


zuwirken. Können Sie auf die einzelnen

näher eingehen?

E.V.: Das Erste, was wirkt, ist die

Entscheidung der Menschen hierher zu

kommen. Man kann es vielleicht damit

vergleichen, wie wenn ein Mensch in

einer großen, geschäftigen, lauten Stadt

lebt und beschließt am Wochenende

aufs Land zu fahren. Er lässt die laute

Stadt und ihre große Geschäftigkeit hinter

sich, um wieder zur Ruhe zu kommen,

in Kontakt mit sich selbst und mit

all den heilsamen Elementen in der

Natur. So hat der Mensch, wenn er zu

mir zum Klangbootfahren kommt, die

Entscheidung getroffen sich Ruhe und

Zeit zu gönnen und zu sich selbst heimzukommen.

Der zweite Punkt ist, dass das Boot zusammen

mit dem Seidentuch den Menschen

einen geschützten Raum gibt, der unten

stabil und fest und oben leicht und beweglich

ist.

...und da ist ja dann auch noch die

Schaukelbewegung?

E.V.: Die Schaukelbewegung ist sanft

und nur gering. Ich vergleiche sie oft

mit leichten Wellen am Strand. Die

Zellen des Körpers werden von der

Schaukelbewegung bewegt wie die

Sandkörner und Kiesel von den Wellen am

Strand. Fast jeder von uns hat Stellen im

Körper, die fest geworden sind. Jetzt bekommen

sie bei jeder Schaukelbewegung

den Impuls, dass sie sich wieder mitbewegen

dürfen.

Da ich normalerweise nur mit herkömmlichen

Instrumenten vertraut bin, ist der

Klang des Klangbootes für meine Ohren

erst mal ungewohnt.

E.V.: Alle 20 Saiten sind gleich stark und

auf einen einzigen Ton gestimmt, wie

bei einem Monochord. Einer der beiden

Stege ist wie bei einer Tanpura, einem indischen

Saiteninstrument. Dadurch wird

der Klang sehr flexibel und beweglich. Die

Saiten werden mit den Fingern gespielt.

Am ehesten kannst du Dir das so vorstellen,

wie einen Chor von 20 Stimmen, bei

dem alle gemeinsam den gleichen Ton

singen. Im Einlassen auf diesen Klang entsteht

aus einem sehr stabilen Grundton

ein reicher Gesang von Obertönen. Es

ist wie beim Lauschen auf den Wind in

den Blättern eines Baumes oder beim

Lauschen auf das Rauschen des Meeres.

Und beim Klangbootfahren kommt

jetzt noch hinzu, dass die Menschen im

Klangkörper liegend den Klang mit dem

ganzen Körper spüren und erfahren.

Klingt das Klangboot nach Ihrer Erfahrung

bei jedem gleich?

E.V.: Nein das Klangboot klingt bei

jedem sehr unterschiedlich und auch die

Schaukelbewegung ist bei jedem verschieden.

Nach dieser Klangerfahrung ist es bestimmt

wichtig für die Menschen einen

guten Abschluss zu finden?

Nach dem Erleben der Klänge im

Klangboot hat die Person Zeit und

Raum das Erlebte nachklingen zu lassen.

Der Benediktinermönch Steindl-

Rast sagte einmal: „Ich habe den Klang

der Glocken sehr gerne. Aber in einem

gewissen Sinn ist der schönste Moment,

wenn die Glocken verklingen. Die Stille

nach dem Glockenläuten ist etwas ganz

Wunderbares.“ Einen runden Abschluss

bildet dann meist noch ein kleiner

Austausch über das Erlebte. Gut ist es

auch Zeit für einen Spaziergang oder

Ruhe danach einzuplanen.

Ruhe, Zeit, Raum tauchen in Ihren

Antworten immer wieder auf. Können

Sie zum Abschluss den Kern Ihrer Arbeit

noch einmal zusammenfassen?

E.V.: Ich möchte gerne den Menschen

Raum geben anzukommen. Meist haben

wir eine Idee davon, wie wir sein sollten

oder was wir tun sollten. So sind wir oft

in unseren Gewohnheiten gefangen und

es fällt uns dann schwer, freundlich und

wohlwollend mit uns zu sein.

Gerne nehme ich ein Bild zu Hilfe: Jeder

von uns hat einen Samen in sich, wie wir

im Innersten eigentlich sind und sein

können. Und dieser Teil möchte gefördert

und wie eine Blume gegossen werden,

damit wir sind, was wir wirklich sind.

Und nicht, was wir uns verstandesmäßig

denken, wie wir zu sein haben oder wie

uns andere gerne haben möchten. Es

geht mir beim Klangbootfahren darum,

die Menschen zu unterstützen wieder zu

sich heim zu kommen und diesen Samen

zu gießen. Das ist für mich das Wichtigste

einer solchen Reise zu sich selbst

Elmar Vogt

Ausbildung und Arbeit als Tischler

Entwicklung, Bau und Erleben elementarer

Klangkörper in eigener

Werkstatt

6 Jahre musiktherapeutische

Tätigkeit in einem integrativen

Montessorikindergarten

12 Jahre musiktherapeutische

Tätigkeit in einer Kinderklinik mit

schwerstbehinderten Kindern

liebt Musik, vor allem das Singen

langjährige Meditationspraxis,

Leiter einer Meditationsgruppe

und von Achtsamkeitskursen

Klangbootfahrer

Tel.: 02291 / 90 722 00

www.klang-bewegung.de

Profil

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3 x 2 Karten zu gewinnen

Mit der Ballettkomödie „Platée“

– Premiere ist am 28. Januar 2011

in Düsseldorf – setzt die Deutsche

Oper am Rhein ihre Erkundung

der noch immer als Rarität geltenden

französischen Barockopern

von ........... fort.

Weitere Vorstellungen:

So 30.1. 18.30 Uhr,

Di 1.2. und Do 3. 2., jeweils 19.30 Uhr

So 6. 2., 15.00 Uhr, Do 10. und

Sa 12. 2., jeweils 19.30 Uhr.

Info: www.operamrhein.de

Foto: ©Hans Jörg Michel

Wenn auch Sie neugierig geworden

sind, dann können Sie uns

folgende Frage beantworten:

Wer komponierte die Barockoper

„Platée“? Unter allen richtigen

Antworten verlosen wir 3 x 2

Freikarten für die Vorstellung am

30. Januar 2011 um 18.30 Uhr. Ihre

Antwort schicken Sie per Post

an: iMAG Redaktion, Mittelstr. 7,

51570 Windeck oder per E-Mail an:

info@i-mag.tv. Einsendeschluss ist

der 15. Januar 2011.

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Deutsche Oper am Rhein:

das Spielzeiteröffnungsfest

Dreimal zwei Freikarten zu gewinnen

Inzwischen ist die Sommerpause längst vorbei und in den beiden Häusern der

„Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg“ hat sich der Vorhang für die ersten

Premieren schon geöffnet. Beim alljährlich stattfindenden Eröffnungsfest am Tag der

offenen Tür in der Düsseldorfer Oper, gab es vielfältige Entdeckungen vor und hinter

der Bühne zu machen. So feierten dort, dieses Mal am 19. September, alleine 5000

Besucher den Saisonauftakt. Um 11 Uhr stürmten sie, teilweise nach langer Wartezeit

vor der Tür, das Foyer, wo etwa 500 zum Verkauf ausgestellte Kostüme aus dem großen

Kostümfundus bestaunt und auch erworben werden konnten. Innerhalb kürzester

Zeit fanden mehr als 400 Kostüme einen neuen Besitzer.

Für das Publikum bot sich die

Gelegenheit normalerweise Verborgenes

zu sehen. Auf der Hauptbühne konnte

man miterleben, wie das Ballett am Rhein

sein Training absolviert. Dabei erlaubte

Ballettchef Martin Schläpfer Einblick in

die Probenarbeit zur Uraufführung seines

Balletts „Forellenquintett“.

Für Kinder leitete außerdem Generalmusikdirektor

Axel Kober auf der Bühne

einen Dirigier-Schnellkurs. Beim Konzert

am Abend kürten die Besucher dann den

überzeugensten „Nachwuchsdirigenten“.

Es gewann die achtjährige Ilana

Schürmeyer, die wie zwei weitere Kinder

an diesem Abend – ganz allein - die

Ouvertüre aus der Oper „Carmen“ dirigieren

durfte.

In Duisburg wurde dann am 26.09.2010

ebenfalls Einiges geboten. Unter dem

Motto „Abenteuer Bühnentechnik“ zeigte

das technische Team der „Deutsche Oper

am Rhein“ spannende Opernabenteuer

vor und hinter den Kulissen. Ganz im

Zeichen der Oper „Robin Hood“, waren

auf der Hauptbühne die für den technischen

Aufbau nötigen Vorbereitungen

zu verfolgen, wie etwa die Ausrichtung

der Beleuchtung, die Einrichtung des

Orchestergrabens und der Ablauf des

Soundchecks.

Foto: ©Hans Jörg Michel

Ein Höhepunkt des Tages war auch

dieses Mal die vor dem Theatereingang

inszenierte Versteigerung von Kostümen

aus dem riesigen Fundus der Deutschen

Oper am Rhein, die vom Kabarettisten

Kai Magnus Sting mit viel Witz moderiert

wurde.

Speziell an Kinder richtete sich eine

große Auswahl an Workshop-Angeboten

rund um „Robin Hood“ und bei Führungen

durch die Maskenbildnerei tat sich für die

zahlreichen Beobachter die weite Welt

von Veränderungsmöglichkeiten auf. So

demonstrierte Chefmaskenbildner Bernd-

Uwe Staatz auf der Bühne im Foyer eine

unglaubliche Verwandlungsshow, die sich

„Kunst an Kopf und Körper“ nannte. In

nur 20 Minuten modelte er einen Tänzer

in einen nicht mehr wieder zu erkennenden

Troll um.

Mit diesen beiden Eröffnungsfesten

konnte Generalintendant Christoph

Meyer zusammen mit dem Ballettdirektor

und Chefchoreographen Martin Schläpfer

sowie dem Generalmusikdirektor Axel

Kober und dem kompletten Team der

„Deutsche Oper am Rhein“, wieder einmal

einen intensiven Einblick in die erstaunliche

Welt der Oper und des Balletts

geben und Neugierde wecken darauf,

was in der laufenden Spielzeit alles geboten

wird.


Vielen Dank für Ihre Treue!

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Ihre Augen und Ohren sind einzigartig und unersetzlich.

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Foto Reise

Von der Quelle bis zur Mündung

Teil 2: Von Windeck bis zur Mündung

Text: Harald Röhrig/Foto: Jiri Hampl

km 92: Sieg bei Wilberhofen

Die Sieg

In einem richtigen Winter mit Eis und Schnee entwickelt die Sieg einen besonderen

Charme. Bizarre Gebilde aus Wasser, das zu Eis gefroren ist, lassen

den Fluss zur Märchenlandschaft werden, wie unsere Fotos von Windeck-

Wilberhofen und Eitorf zeigen. Hinter Dattenfeld führt uns das Gewässer

aber zunächst an Hoppengarten vorbei nach Röcklingen, wo der Fluss – von

allen menschlichen Zwängen befreit – sich selbst einen Weg bahnen darf

und so eine kleine Insel schuf. Der ehemalige Luftkurort Herchen war früher

als Sommerfrische für Maler bekannt. Hinter Stromberg, an der Grenze nach

Eitorf, bildet das Wehr an der Unkelmühle einen großen Stau, der im Winter

oft zufriert und oberhalb schon zu Eisblockaden im Flussbett führte. Nach

dem Dörfchen Alzenbach passiert die Sieg Eitorf und führt mitten durch den

Ort.


km 110: Sieg um Eitorf

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km 116: Merten

Anschließend lädt Merten mit seiner einmaligen Agneskirche und dem

früheren Augustinerinnen-Kloster (heute Altenheim) zu einem Stopp ein.

Weiter schlängelt sich der Fluss durch weite Wiesen mit Pferden vom Mertener

Gestüt durch das Tal und vorbei an Bülgenauel. Vom Berg herunter grüßt die

kleinste Stadt Deutschlands, Hennef-Blankenberg. Sie war bis 1805 selbstständige

Stadt, ist aber heute nur noch Titularstadt. Neben der Kirche Sankt

Katharina sind Marktplatz, Burg und Stadtmauer, ein Heimatmuseum sowie

zahlreiche wunderbare Fachwerkhäuser zu besichtigen.

km 122: Sieg bei Blankenberg

Auf den Hügeln der gegenüberliegenden Talseite thront der Wallfahrtsort

Bödingen. Dann führt die Sieg vorbei am Schloss Allner, den Weinberghängen

von Weingartsgasse und den Wiesen bei Kaldauen, zur Kreisstadt Siegburg. Sie

lockt mit ihrem schmucken Zentrum zum Flanieren und bietet viel Kulturelles,

auch wenn in der Benediktinerabtei auf dem Wahrzeichen Michaelsberg

die Lichter ausgehen. Jetzt wird der Druck auf den Fluss durch Bebauung,

Verkehrswege und auch durch die Naherholung aus den Ballungszentren

deutlich größer. Die Sieg muss sich den menschlichen Bedürfnissen unterordnen.

Nur hier und da bietet sie noch kleine, naturbelassene Fleckchen.

Direkt hinter Siegburg erhält der fischreichste Fluss des Bundeslandes allerdings

deutliche Verstärkung: Denn in Troisdorf mündet die Agger, ein vor

allem für Lachse wichtiges Nebenflüsschen, in die Sieg.


km 130: Siegburg km 155: Mündung

Auf jeden Fall lohnt ein Besuch im frisch eröffneten neuen Museum

der Fischerei-Bruderschaft im Troisdorfer Stadtteil Bergheim. Schon von

weitem leuchtet die rote Fassade des Gebäudes, in dem Reusen und

Körbe gezeigt und sehr viele Informationen zur Fischereigeschichte erlebbar

gemacht werden. Geöffnet ist das Museum (bis März) samstags

von 14 bis 17 Uhr und sonn- und feiertags von 12 bis 17 Uhr. Dann ist

die 155 Kilometer lange Reise zu Ende, die Sieg verabschiedet sich und

wird vom großen Vater Rhein aufgenommen Ein wenig rheinabwärts

gibt es allerdings noch ein weiteres wunderschönes Ausflugsziel: Der

Mondorfer Hafen zählt zu den schönsten und modernsten Binnenhäfen

am Rhein. Viele Motor- und Segeljachten sorgen dort für ein buntes

Bild.

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Foto Reise

Von Schönheit und Habgier

Text: Maurizio Libbi

Foto: Jiri Hampl

La Serenissima, so lautet der Beiname von Venedig,

“Die Allerdurchlauchteste“. „Serena“ bedeutet

auf Italienisch aber auch ohne Sorge, entspannt,

glücklich. Alles in allem also eine Bezeichnung für Kraft und

Unbekümmertheit.

Man braucht sich die Piazza San Marco nur anzuschauen:

eine eigenartige Konstruktion für diese Zeit der Kriege und

der Eroberungen. Alle, die damals nach Venedig kamen,

waren überrascht und beeindruckt. Und sie verstanden die

Botschaft. Piazza San Marco war das Zentrum der Stadt und

doch, er lag da, offen zum Meer, ungeschützt. Seht ihr? Sagt

der Platz, ich brauche keine Mauern, die mich umarmen, die

mich beschützen! Keine Macht wird es wagen, mich anzugreifen!

Venedig war ein Bild der Überheblichkeit, meinten die

Weltbewohner des Mittelalters, die sich mit Venedig konfrontieren

mussten. Sie hassten und respektierten diese

Stadtrepublik.


Die Wirtschaftsmacht

Tausend Jahre lang war die Republik Venedig eine der bedeutendsten politischen

und wirtschaftlichen Mächte der Welt. Erst 1797 endete ihre

Selbstständigkeit und sie wurde Teil Österreichs und dann des Königreichs

Italien. Doch damals war die Bedeutung der Lagunenstadt bereits kleiner

geworden. Sie war von der Entwicklung der politischen Verhältnisse überrollt

worden. In ihrer Blütezeit aber war Venedig, vom Adel politisch

dominiert, eines der größten Zentren des Fernhandels für Luxuswaren,

Gewürze, Salz und Weizen. Gleichzeitig entwickelte sie sich zum bedeutenden

Finanzzentrum, mit einem eigenen Bankensystem und eigener

Geldprägung.

Bezeichnend für ihre Geschichte ist, dass Venedig immer sehr tolerant

zu fremden Kulturen blieb. Es war politisch und gesellschaftlich

immer pragmatisch in seinen Entscheidungen. Wohl nicht aus

Güte, sondern vielmehr, weil sich die Stadt der Bedeutung der

Diplomatie für den Handel bewusst war.

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Art

Wer sich jetzt ein friedliches und barmherziges Venedig vorstellt, liegt

aber völlig falsch. Die Lagunenstadt verfügte über eine mächtige Armee

und traf harte Entscheidungen. Sie kannte kein Pardon, wenn es um ihre

Handelsinteressen ging.

Bezeichnend ist die Geschichte des Dogen Enrico Dandolo. Als die byzantinische

Regierung 1171 den Besitz Tausender von Venezianern konfiszierte und sie anschließend

einkerkerte, planten die Venezianer eine Vergeltungsexpedition.

Diese wurde von einer Pestepidemie gestoppt. Der Vorfall wurde aber nie

vergessen und der Doge Enrico Dandolo nutzte die Gelegenheit des vierten

Kreuzzuges aus, um Konstantinopel anzugreifen und zu plündern. Das

Bemerkenswerte: Dandolo brachte den Racheakt 1204 zustande, also mehr

als dreißig Jahre später - als er selbst bereits 85 Jahre alt und blind war!


Die Kunststadt

Seit 1987 steht Venedig auf der UNESCO-Liste des

Weltkulturerbes. Sie hat tausende von Künstlern

inspiriert. Sie selbst ist der Inbegriff der Kunst.

Die byzantinische Kultur beeinflusste Venedig im

Mittelalter, die Kunstentwicklung der Stadt reicht

aber bis in die Frühgeschichte zurück. Dort entstand

zum Beispiel der gotisch-venezianische Stil,

der sich von der gängigen Gotik stark unterscheidet.

Zur Zeit der Renaissance und des Barocks war

Venedig von großer kunsthistorischer Bedeutung.

Man braucht nur einige Künstler zu nennen, die

dort geboren wurden oder lebten: Carpaccio,

Giorgione, Bellini, Tizian, Tintoretto, Tiepolo,

Canaletto.

Art

Bis heute ist die Lagunenstadt ein Synonym für

Kunst in der Welt.

Eine besondere venezianische Art von Kunst ist

dem Glas gewidmet. Sie entwickelte sich Ende

des 13. Jahrhunderts mit der Verlagerung der

Glasöfen auf die Insel Murano. Dort wurde der

hauchdünne und farblose „Cristallo“ und viele

Verzierungstechniken, darunter die Emailmalerei

und das Fadenglas, erfunden. Viele Jahrhunderte

lang blieb die Glasmacherinsel Murano das glaskünstlerische

Zentrum Europas. 1860 wurde

sogar eine Glasfachschule auf Murano eröffnet.

Interessante Exponate zur Glaskunst kann man

im Museo del Vetro (Palazzo Giustinian) bewundern.

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Die Biennale

Giovanni Legrenzi, Alessandro und Benedetto Marcello, Antonio Vivaldi,

solche Namen sind mit dem Venedig der Barockzeit verbunden. Aber

nicht nur die Musik war bezeichnend für das rege Kunstleben der Stadt,

auch Oper und Theater machen seit Hunderten von Jahren aus ihr eines

der Kulturzentren Europas und der Welt. Was jedoch nicht mehr vom

Bild Venedig wegzudenken ist, ist die Biennale. Sie hat sich zur wichtigsten

internationalen Kunstausstellung für Kunst, Musik, Tanz, Theater,

Film und Architektur entwickelt und wird seit 1895 alle zwei Jahre veranstaltet.

Bemerkenswert ist, dass die Filmfestspiele wahrscheinlich die

ältesten dieser Art sind, da sie seit 1932 stattfinden. Sie, das Filmfestival

Cannes und die Berlinale sind die drei bedeutendsten Filmfestivals der

Welt.


Der Karneval

Genau so bekannt wie die Biennale ist der „Carnevale di Venezia“ – der schickste

Karneval der Welt, wo schwarz und weiß, rot und gold das Farbenspektrum

beherrschen.

Der „Carnevale“ wird in Venedig sicherlich seit Ende des 11. Jahrhunderts gefeiert.

Es entstand eine lange Pause durch die Verbote der Österreicher und

wurde erst im Jahre 1980 wieder richtig eingeführt. Er findet in den 10 Tagen

vor Aschermittwoch statt.

Doch in Venedig war das Tragen von Masken auch außerhalb des Karnevals

üblich, wie zum Beispiel Wolfgang von Goethe in seinen Schreiben über seine

Italienreise belegt: „Es war mir die Lust angekommen mir einen Tabarro mit

den Apartinentien anzuschaffen, denn man läuft schon in der Maske.“ – es war

der 4. Oktober 1786.

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Das normale Leben

Kann man in einer Stadt, die auf

Millionen von Holzpfählen steht, normal

leben? Kaum... oder doch? Die Gemeinde

von Venedig zählt über 270.000

Einwohner. Das Zentrum aber nur knapp

60.000 und weitere 30.000 leben innerhalb

der Lagune.

Das Wasser steigt manchmal mehrmals

im Jahr über die Sicherheitsmarke: „Acqua

alta“ sagen die Venezianer und ziehen

sich die Gummistiefel an. Dann steht auch

die Piazza San Marco unter Wasser und

man kann sich nur noch auf Holzstegen

bewegen. Eine eigenartige Stimmung...

und doch sind solche Phänomene für so

viele Menschen normal. Nicht nur das.

Jeden Tag gehen Leute über 440 Brücken

zur Arbeit, sie fahren mit Booten durch

175 Kanäle und mit den Vaporetti zu den

Inseln. Sind sie allesamt verrückt? Nein, sie

schimpfen in einem kaum als Italienisch

erkennbaren Dialekt über Gott und die

Welt und dabei lieben sie ihre komische

Stadt. Ja, es ist schon absurd, wenn man

die Kinder aus der Gemeindeschule sieht,

die durch die enge Gassen, die Calle,

nach Hause strömen. Daran denken die

Touristen nicht, sie glauben, Venedig sei

eine Art Museum. Das stimmt nicht, man

lebt dort normal... wenn es normal ist,

dass die Post per Boot kommt.


Die Zukunft bleibt ungewiss

Das „Acqua alta“ verdirbt die Mauerwerke, gefährdet die

Palazzi und die Piazze. Aber auch der normale Pegel der

Laguna ist in den letzten Jahren durch den Klimawandel

gestiegen. „Venedig wird sterben, wenn man nichts unternimmt.“

Den Satz hört man oft... Ja, das stimmt, aber was

nicht richtig ist, ist dass zu viele glauben, man würde nichts

unternehmen. Venedig ist eines der Sorgenkinder Italiens

und es wird eifrig daran gearbeitet, seine Zukunft zu sichern.

Besonders dem Oberbürgermeister Massimo Cacciari (1993–

2000 sowie 2005-2010) verdankt man eine rege Aktivität der

Restaurierung von Wohnhäusern und Kanälen, die Entwicklung

von Projekten zum Schutz vor Hochwasser und den Ausbau

der Universität. Massimo Cacciari ist selbst in Venedig geboren

und als Philosoph auch in Deutschland sehr bekannt. 2002

bekam er unter anderem den Friedrich-Gundolf-Preis für die

Vermittlung deutscher Kultur im Ausland.

Das Wasser der Lagune bewegt sich sanft, die

Stille der Kanäle stimmt nachdenklich, in der

Calle verhallen die Schritte der Menschen. Wenn

die Sonne scheint, erscheint die Luft goldig und

grün. Eine Gondel hält träge am Ufer...

Aber unter dieser Patina ist Venedig eine einzige

immense Werkstatt. Hier sind die Götter

am Werk. Sie warten nur darauf, dass wir sie

besuchen.

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Art

Giovanni Vetere: per aspera ad astra

von Maurizio Libbi

Foto: Jiri Hampl

Durch das Raue zu den Sternen

Die Augen des Mädchens sind groß, der Mund leicht geöffnet, die Lippen laufen

spitz zusammen. Sie ist völlig fasziniert... ja, wie oft habe ich diese Szene eigentlich

schon miterlebt? Doch jedes Mal ist es für mich wie das erste Mal. Mutter, Vater und

Kind, ein Mädchen von vielleicht 13 Jahren, sind zum Atelier gekommen. Die Eltern

fragen nach der Bedeutung der runden Gesichter, die die Bilder prägen. Giovanni

Vetere strahlt und beginnt zu erzählen. Zu dichten. Die Erwachsenen lächeln und nicken,

man merkt: Sie strengen sich an, die Hintergründe der minimalistischen Kunst

zu begreifen. Das Mädchen ist wie gebannt – sie ist bereits weiter, sie ist die Kunst.

Später, als wir allein sind, sieht mich

Giovanni an: „Wer weiß, vielleicht haben

diese Menschen ihre Kinder in sich noch

nicht umgebracht, vielleicht haben sie

mich doch verstanden...“

„Das Mädchen, Giovanni,“ erwidere

ich, und muss schmunzeln „das Mädchen

hat es begriffen, das weißt du wohl!“ – Er

lächelt glücklich.

Ja, die Kinder, sie sind die Leidenschaft

von Giovanni, sie, meint er, werden die

Welt ändern, sie sind imstande, Gefühle

zu spüren und zu erleben. Sie sind die

Hoffnung.

Giovanni war auch einmal ein Kind...

doch er hatte damals nie die Möglichkeit,

seine Gefühle zu äußern. Er stammt aus

einer Bauernfamilie in Kalabrien, einer

der ärmsten Regionen Italiens.

„Wir wohnten zu neunt in einem mittelalterlichen

Haus, in einem einzigen

großen Saal. Alle mussten wir arbeiten,

auch die Kinder. Ich war fünf, als ich angefangen

habe. Mein Vater, ja... er war


ein wahrer Pater Familias... ein Despot, es

war schwierig, ihn zu lieben. Sein Wille

war Gesetz.“ Wenn Giovanni von seiner

Kindheit erzählt, wirkt er fern, als würde

er über jemand anderen sprechen.

„Ich hörte in der Schule mit der dritten

Klasse auf... dann schuftete ich wie verrückt,

aber irgendwann hielt ich das enge

Leben im Dorf nicht mehr aus... und 1957

verließ ich das Dorf. Mein Vater war natürlich

nicht einverstanden, aber meine

Mutter half mir, zum Glück.“

Giovanni ging nach Turin, als

Arbeitsemigrant, wie so viele andere in

dieser Zeit, dann nach Mailand. Mit 19

wurde er wehrpflichtig und das passte

ihm überhaupt nicht. Es gab nur einen

Weg, um den Militärdienst zu vermeiden:

ins Ausland zu gehen, dort zu arbeiten

und mindestens neun Jahre lang fern von

Italien zu bleiben. Das machte er und so

kam der junge Vetere nach Deutschland.

Damals konnte man sich nicht

aussuchen, wohin man ging. Die

Auswanderungsbehörde schickte ihn in

ein Dorf bei Bonn, wo er in einer Fabrik

für Farbe arbeitete, keine nette Zeit,

meint Giovanni.

“Ich wohnte in einem Ghetto zusammen

mit anderen Italienern, es waren

Bretterbuden, die von der Firma selbst

zur Verfügung gestellt wurden. Ich hatte

keine Möglichkeit, die Sprache zu lernen,

wir waren Arbeitstiere.” Giovanni

Vetere lächelt, aber mit mäßigem Erfolg

– dann lässt er seinen Gefühlen freien

Lauf. „Aber das wirklich Schlimmste für

mich war, dass es mir dort wie in meinem

Heimatdorf ging: Ich dachte, ich ersticke

hier!“

Im Atelier

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Art

Einige Jahre später landet Giovanni

in Etzbach und sein Leben nimmt eine

Wende: Nach einem schweren Autounfall,

bei dem er nur knapp dem Tod entkommt,

ändert sich seine Persönlichkeit,

seine Weltanschauung. Er intensiviert

die Kontakte zur deutschen Gesellschaft,

lernt die Sprache richtig, fängt an zu

lesen. Er bildet sich aus. Er entdeckt eine

Welt, die nicht nur aus harter Arbeit besteht.

In dieser Zeit lernt er seine spätere

Frau Brigitta kennen, die für ihn immer

ein Fels in der Brandung sein wird.

1968 heiraten sie und ziehen nach

Troisdorf, wo er in einer chemischen

Fabrik arbeitet. Dort fängt er an, sich für

Politik zu interessieren und wird in den

Ausländerbeirat der Stadt gewählt.

Fresco auf Holz 30 x 30 cm

“Es war eine eigenartige Zeit: Ich hatte

plötzlich eine Frau, eine gute Arbeit, politische

Interessen, ich konnte sprechen

und es waren Leute da, die sich für meine

Meinung interessierten...“ Es fehlte nur

das Vaterglück, aber auch das ließ nicht

mehr lange auf sich warten.

Carmen Clea wird drei Jahre später

geboren und „schuld“ an seiner späteren

künstlerischen Karriere, behauptet

Giovanni. „Carmen war noch sehr klein,

Brigitta kaufte für sie Malfarben und

wir fingen an, zusammen zu kritzeln...

Dann, eines Tages, sagte meine Frau zu

mir in ihrer nüchternen Art: Du bist ein

Künstler! Verstehst du? Nicht etwa, wie

schön sind deine Zeichnungen oder etwas

in der Art, nein, sie sagte schlicht und einfach:

Du-bist-ein-Künstler!”


Weisser Marmor

Im Skulpturengarten: Basaltsäule ca. 4 m lang

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Don R., Bronze, 17 cm

In diesem Moment wird der Künstler

Giovanni Vetere geboren, der heute in

der ganzen Welt bekannt ist.

Giovanni äußert in seiner Malerei alles,

was immer schon in ihm gesteckt hatte, in

seiner Kindheit, in dem Erwachsenwerden,

in seiner ursprünglichen Kultur. Er entwickelt

seine eigene Philosophie, lernt

Techniken und studiert autodidaktisch.

Zu Anfang benutzt er ganz unterschiedliche

Materialien: alles, was sich

irgendwie malen,

binden, formen

lässt, ist für ihn

Materie zum

Experimentieren.

Später entwickelt er sogar seine Farben

selbst, so dass er heute in der Lage ist,

Bilder zu produzieren, die “Tausende von

Jahren” überleben können.

„Ich bin jetzt 70 Jahre alt,“ sagte mir

Giovanni vor kurzem mit einem breiten

Lächeln, das nicht ganz zu seinen Worten

passen wollte. „Wie lange kann ich noch

weiter machen? Aber meine Kunst, die

wird für immer da sein, ich will doch in

die Geschichte eingehen! So hat auch

meine Familie was davon!“

Bereits 1973 fängt er an, auszustellen.

Und wieder ist es seine Frau, die ihm die

Kraft zu diesem Schritt gibt. Sie eröffnet

eine Galerie und hilft ihm, seine Kontakte

Man muss hart arbeiten, immer

eine Vision vor Augen haben,

man muss riskieren und...

zu erweitern. Langsam versteht Giovanni,

dass Kunst nicht nur Geist ist, sondern

auch Handel. Wenn ein Künstler überleben

und seine Botschaft weiter geben

will, dann muss er auch auf dem Markt

seinen Platz finden.

Giovanni schafft den Durchbruch

mit einer ersten Ausstellung bei der

Kunstmesse in Basel: von diesem Moment

an ist er ein Profi – er kann für und mit

seiner Kunst leben.

Heute wohnt

Giovanni in seiner

Villa in Eitorf,

wo sein Atelier, die

Kunstgalerie und

das Modegeschäft seiner Tochter beherbergt

sind, umgeben von einem weitläufigen

Garten, dem Skulpturental, der im

ganzen Rhein-Sieg-Kreis bekannt ist.

“Man muss hart arbeiten, immer eine

Vision vor Augen haben, man muss riskieren

und… Ich glaube, was ich erreicht

habe, können auch viele junge Leute

schaffen, das möchte ich ihnen mit meiner

Arbeit noch vermitteln...“

Doch wenn ich mir die Familie Vetere

anschaue, dann möchte ich zu dem

Rezept von Giovanni noch eine Zutat hinzufügen:

Man braucht auch die richtigen

Engel um sich, die die eigenen Kräfte zu

stärken wissen.


Ein echter Vetere für die iMAG-Leser

Anlässlich des 70. Geburtstages von Giovanni Vetere bieten

wir exklusiv für die Leser der iMAG eine Sonderedition an:

24 Monotypien auf Bütten, 21,5 x 17,5 cm, je 200,- Euro

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Peter Schmidt Wohnen

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45


46

Essen Trinken

Meson el Toro

Nicht nur zur Weihnachtszeit ein Hochgenuss

von Helga Loser-Cammann

Foto: Jiri Hampl

Lukullische Gaumenfreuden auf

höchstem Niveau verspricht ein Besuch

in der spanischen „Meson el Toro“

in Waldbröl. Bereits seit 1975, ist es

seinem Inhaber Justo Vicente eine

Herzensangelegenheit, seine Gäste mit

frischen und erstklassigen landestypischen

Spezialitäten zu begeistern.

Im Laufe der Jahre verbreitete sich die

Kunde vom Wohlgeschmack und der

Hochwertigkeit der in diesem Hause zubereiteten

mediterranen Speisen und

delikaten Fischgerichte derart, dass inzwischen

Gourmets gerne sogar weite

Anfahrtswege in Kauf nehmen, um

zu ihrem Genusserlebnis zu kommen.

Hierzu trägt sicherlich auch die ausgesuchte

Weinkarte bei, die Weine aus fast

allen spanischen Regionen aufweist und

alle Erwartungen in hohem Maße erfüllt.

Señor Vicente, der in der Weinregion

Rivera de Hierro (Nähe Segovia) aufgewachsen

ist, versteht es von jeher exzel-

www.meson-el-toro.de

lente spanische Weine mit Esprit zu offerieren.

So ist die „Meson el Toro“ auch

der richtige Ort für oftmals stattfindende

Weinproben, sowie für einen ausgewiesenen

Weinfachhandel aus Direkteinkauf,

der in einem Verkaufsraum neben dem

großzügig angelegten Gastraum, dem

Wintergarten und der Außenterrasse

Platz findet. Zusätzlich zu den erlesenen

spanischen Weinen, können dort auch

köstlicher spanischer Schinken und teilweise

sogar 60 Jahre alter Brandy erworben

werden. Das gesamte Angebot

zeichnet sich durch ein exzellentes Preis-

Leistungsverhältnis aus.

Für alle, die die Garantie haben wollen,

dass ihre Lieben oder ihre Geschäftspartner

mit vollster Zufriedenheit belohnt werden,

empfiehlt sich ein Geschenkgutschein

über einen Restaurantbesuch im „Meson

el Toro“, oder für einen der hervorragenden

Weine.


Bei Weinproben kann man die spanischen Weine genießen.

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48

Fischsuppe „Baskischer Art“

Zutaten (Fischfond):

• 1,5 kg Fischcarcassen (von weißen Fischen)

• 3 l. Wasser

• 3 mittelgroße Zwiebeln

• 1 Zweig Fenchel

• 200 gr. Karotten

•2 Lorbeerblätter

• Blattpetersilie

• 20 Pfefferkörner (weiß, zerdrückt)

• 30 gr. Salz

Zubereitung (Fischfond):

Man nehme eine Kasserolle gebe die Fischcarcassen

hinein und fülle das ganze mit Wasser auf. Kurz

aufkochen lassen, den entstehenden Eiweißschaum

abseihen. Die restlichen Zutaten hinzugeben, 30

Min. bei kleiner Hitze köcheln lassen. Durch ein

feines Sieb passieren.

Zutaten (Suppe):

• 1,2 l. Fischfond / Alternativ fertiger Fischfond

• 150 gr. Seeteufel ohne Gräten

• 150 gr. Seehecht ohne Gräten

• 12 Venusmuscheln

• 12 Garnelen

• 2 Esslöffel Aioli (Knoblauchmayonnaise)

• 1 Eigelb

• 1 Prise Salz

• 1 Prise weißer Pfeffer

• 4 cl. Olivenöl

• Blattpetersilie (zum Garnieren)

Den Fisch würfeln. Das Olivenöl in einer Pfanne erhitzen

und den Fisch hinzugeben.

Kurz anbraten, die Garnelen hinzugeben durchrühren

und die Muscheln dazugeben. Mit dem Fond

ablöschen und bei kleiner Hitze 8-10 Min. kochen

lassen. Zur Seite stellen und auf ca. 80° C runterkühlen

lassen. Das Aioli mit dem Eigelb zu einer

glatten Masse verrühren und in die leicht abgekühlte

Fischsuppe einrühren. Die Suppe auf Teller

verteilen und mit der gehackten Blattpetersilie garnieren.


Wolfsbarsch in Salzkruste (für 2 Personen)

• 1 Wolfsbarsch ( etwa 800 gr. ), ausgenommen aber

nicht entschuppt!

• 20 g Porree (vom weißen Stück) ,

• 1 Knoblauchzehe,

• 3 EL gehackte Blattpetersilie,

• ca. 20 weiße Pfefferkörner

• 10 g Butter

• 2 Kg grobes, ungereinigtes Meersalz,

• 40 ml Wasser,

• 1 Esslöffel weißes Mehl,

• 2 Eiweiß,

• 1 Bogen Backpapier.

• Zitronenspalten (zum Garnieren)

Zubereitung :

Den Fisch ausnehmen, die Kiemen entfernen aber nicht

entschuppen! Den Fisch innen leicht salzen. Den Porree,

die Petersilie und die Knoblauchzehen schälen und fein

hacken. Zusammen mit der Butter, den Pfefferkörnern

in die Bauchhöhle des Fisches geben. Die Bauchhöhle

gut verschließen.

In einer großen Schüssel Salz, Wasser und aufgeschlagenes

Eiweiß gründlich vermengen. Das Backpapier auf

ein Backblech legen. Die Salzmischung 1 cm hoch auf

das Backpapier aufbringen. Den Fisch darauf legen, vom

Schwanz her ca. 1 cm hoch mit der Salzmischung zudecken.

Seitlich andrücken damit der Fisch rundherum mit

der Salzmischung bedeckt ist.

Im vorgeheizten Backofen bei 220°C mit Heißluft 30

Min. garen dann aus dem Ofen holen und noch 5 Min.

ruhen lassen. Zum Öffnen des Salzmantels z.B mit einer

Tellerkante vom Schwanz und vom Rand her vorsichtig

die obere Schicht aufschlagen. Darunter wird es

bröselig und locker. Am Schwanz und am Kopf den

so entstehenden „Deckel“ abtrennen. Danach können

Sie die Fischhaut abziehen und das darunter liegende

Fischfleisch in kleinen Portionen entnehmen und auf

vorgewärmten Tellern anrichten.

Als Beilage eignen sich z.B. Rosmarin-Kartoffeln und

Wurzelgemüse.

Anmerkung:

Trotz der Salzkruste ist das Fischfleisch nicht salzig weil

die Fischschuppen das Eindringen von Salz verhindern.

Allerdings muss sie intakt sein. Deshalb darf der Fisch

auf keinen Fall entschuppt werden. Und die Bauchhöhle

muss gut geschlossen sein.

Honig-Mandel Parfait

Zutaten:

• 4 Eigelb

• 160 g Zucker

• 200 ml Milch

• 1/2 Vanilleschote

• 300 ml Sahne

• 120 g grob gehackte Mandeln

• 50 g Bienenhonig

Zubereitung:

80 g Zucker in einer Kasserolle schmelzen, die gehackten

Mandeln hinzugeben und karamellisieren. Auf ein

leicht geöltes Backblech geben und erkalten lassen.

Dann grob hacken.

Das Eigelb mit 80 g Zucker cremig rühren. Die Milch in

einem Topf erwärmen, die Vanilleschote der Länge nach

aufschneiden und das Mark in die Milch kratzen.

Das ganze aufkochen. Die heisse Vanillemilch langsam

in die Eimasse einrühren. Die Creme erneut in einem

Topf unter ständigem Rühren erhitzen, bis die Creme

leicht andickt.

Die Creme in eine Rührschüssel geben und zusammen

mit dem Bienenhonig kaltschlagen. Die Sahne steifschlagen

und mit dem Mandelkrokant unter die Creme

heben.

In einer Kastenform einfrieren.

49


WEIN

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Essen Trinken

Bildquelle: Vinnobile

Wein gehört zu den ältesten Kulturgütern der Menschheit. Die Geschichte des

Weinanbaus lässt sich über fast 8000 Jahre zurückverfolgen. Damals entwickelte

sich die Nutzung des Weins als Getränk in vielen, an verschiedenen Orten der Welt

befindlichen Kulturkreisen, ohne dass nachweislich untereinander ein Austausch

stattgefunden hätte. Die ersten Weinproduzenten lebten vornehmlich in Ägypten,

Griechenland, der Türkei und Babylonien. Schon im 1.Jahrhundert n. Chr. gelangte

der Wein mit den Römern ins Bodenseegebiet, im 4. Jahrhundert n. Chr. waren bereits

viele Hänge des Rheingaus dicht mit Reben bestockt und ab dem 8. Jahrhundert verbreitete

der Weinliebhaber Karl der Große den Weinanbau in den auch aktuell noch

populären Weinanbaugebieten des heutigen Deutschlands.

Österreichiche Weine

Als kleines aber sehr feines Weinland

besitzt Österreich heute eines der

strengsten Weingesetze weltweit.

Strenge Mengenbegrenzungen, liebevolle

Handarbeit, engagierte Weinbauern

und die Freude am Genuß lassen Weine

von besonderer Qualität entstehen.

Die wohl bekannteste Weinstadt

im Neusiedlersee-Hügelland ist Rust

am Neusiedlersee. Als Ikone dieses

Weinbaugebietes gelten die edelsüßen

Weine. Was gibt es stimmungsvolleres

© Sabine Sommer

als Ihr Weihnachtsmenü mit einem verführerischen

Eiswein abzuschließen?

Vom Weingut Stefan Landauer aus Rust,

gibt es einen ganz besonderen weiß gekelterten

Eiswein aus den roten Rebsorten

Cabernet Sauvignon und Blaufränkisch

(Blanc de noir) des Jahres 2008. Die

handverlesenen Trauben werden in gefrorenem

Zustand geerntet und gepresst

bei mindestens -7° Celsius. Dieser Eiswein

besticht durch seine schöne, angenehme

Frucht umrahmt von der verführerischen

Süße, herrlich cremig. (Bild Eiswein)


Deutsche Weine

Die Weinlandschaft in Deutschland entwickelt sich

konsequent weiter und bietet Weine von international

hohem Niveau. Die Mosel als eines der ältesten

Weinbaugebiete ist seit Jahrhunderten berühmt für

seine Rieslinge.

Eines der Riesling Weingüter liegt in Reil. Das

Riesling-Steillagen Weingut Melsheimer ist mit der

Umstellung auf ökologischen Weinbau 1995-97 zu

den überlieferten Grundlagen des Moselweinbaus

zurückgekehrt. Inzwischen hat sich wieder eine ursprüngliche

Artenvielfalt eingestellt. Eine penible

Laubarbeit und die konsequente Ertragsreduzierung

im Verein mit dem lebendigen Schieferboden, legen

diesen Rieslingen ihren vielschichtigen Geschmack,

ihre Struktur, ihre Mineralität und ihren aromatischen

Gehalt gewissermaßen in die Wiege, bevor sie in

großen, alten Eichenfässern schonend ausgebaut werden.

Zahlreiche Auszeichnungen und hervorragende

Bewertungen (Vinum, Gault Millaut, Feinschmecker,

Eichelmann, ECOVIN, Riesling Erzeuger Preis) belegen

dies. Wir stellen Ihnen den animierenden „Reiler

Müllay Hofberg Riesling Kabinett 2009 feinherb“

2009 vor. Frucht, Mineralität und feine Säure ergänzen

sich zu einem wirklich typischen Riesling. Auf

jeden Fall begleitet dieser Riesling sehr wirkungsvoll

den Weihnachtskarpfen oder einfach den gemütlichen

Adventsnachmittag.

www.vinnobile.de

Projekt1:Layout 1 18.11.10 11:29 Seite 1

Orangeola

Bester Stollen

von

Bildquelle: Vinnobile

Modern oder klassisch?

»Traditionen sind im Handwerk wichtig, aber

man muss auch Neues ausprobieren«, meint Bäckermeister

Klaus Heimann. So liegen in den

Heimann-Filialen der traditionelle Bergische Butterstollen

und die neue Kreation Orangeola in

schönster Eintracht nebeneinander. Der neue

Orangenstollen hat eine leckere Orangen-

Mandel-Füllung mit Grand Marnier und ist mit

feinster Kuvertüre überzogen. Eine ideale Überraschung

für die Adventszeit.

Bergischer Butterstollen Mohnstollen Nussstollen

RÖSRATH Hauptstraße 73

)02205 908856

HOFFNUNGSTHAL Hauptstraße 239

)02205 896238

OVERATH Hauptstraße 33

)02206 910317

HEILIGENHAUS Bensberger Straße 23

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UNTERESCHBACH Olper Straße 37

)02204 75457

IMMEKEPPEL Lindlarer Straße 141

)02204 768339

MUCH Hauptstraße 28

)02245 9073893

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52

Kochschultermine:

10.12.2010 mit Carolin Bay

Gluten- und Laktosefreies Kochen – Carolin

Bay, Heilpraktikerin aus Wiehl erläutert

die körperlichen Auswirkungen von Gluten

und Laktose bei den entsprechenden

Intoleranzen. Im Kochkurs werden die

Alternativen zu Mehl und Milch bei der täglichen

Nahrungszubereitung gezeigt .

13.12.2010 mit Uwe Steiniger

Das Festtagsmenu – mit dem klassischen

Braten, Terrinen und Pasteten

27.12.2010 mit Uwe Steiniger

Maro – Basics Teil 1 - Uwe Steiniger kocht

mit uns die Grundrezepte der modernen

Küche. Schwerpunkt sind Grundsoßen und

Fonds von Kalb und Rind

28.12.2010 mit Markus Zimmermann

Cocktailabend ! Diverse alkoholfreie

und klassische Drinks wird uns Markus

Zimmermann mixen bzw. mixen lassen. Das

entsprechende Handwerkszeug und was

zur Basisausstattung der „Heimbar“ noch

gehört, wird zum Ende hoffentlich jeder

behalten haben.

29.12.2010 mit Uwe Steiniger

Maro – Basics Teil 2 - die Fortsetzung der

Grundrezepte mit Schwerpunkt Gemüse,

Fisch und Schalentiere.

10.01. 2011 mit Uwe Steiniger

Pasteten und Terrinen

03.02.2011 mit Uwe Steiniger

Heimische Fischsorten und deren leckerste

Zubereitung

07.03.2011 mit Uwe Steiniger

Kulinarisches Schlachtfest

Springerle

von Rainer Höffgen

Schokolade kann auch Medizin sein

von Helga Loser-Cammann

Manche erinnern sich vielleicht noch an den Film „Chocolat“, in dem

Juliette Binoche mit ihren Schokoladenrezepten ein ganzes Dorf

umkrempelt. Und tatsächlich hat Schokolade verschiedene stimmungsaufhellende

Substanzen wie z.B. Koffein, Theobromin und

Phenylethylamin. Mit Wohlgefühl reagiert der Mensch jedoch auch

auf Schokolade, weil durch sie, wie bei allen kohlehydratreichen

Nahrungsmitteln, der Tryptophanspiegel im Blut steigt und die

Serotoninbildung gefördert wird. Ein Mangel an Serotonin führt

bekanntlich zu Nervosität, Reizbarkeit, Schlafstörungen und bis hin

zu Depressionen. Der Verzehr von Schokolade verbessert außerdem

die Durchblutung des Gehirns, was zur Folge hat, dass sich dessen

Leistungsfähigkeit erhöht. Hiervon können z.B. auch Schlaganfall-

Patienten profitieren. Des Weiteren ist Schokolade gut für das Herz,

da sie Flavanoide enthält, die Herzgefäße und Arterien besonders

gut schützen. Laut einer mit 8000 Menschen durchgeführten

Langzeitstudie, haben diejenigen Schlemmermäulchen, die drei Mal

wöchentlich etwa 40-50 Gramm Schokolade genießen, eine höhere

Lebenserwartung als jene, die zu viel oder gar keine konsumieren.

Fast jeder kennt sie, in vielen Küchen hängen sie zur Dekoration an der Wand.

Wie man sie benutzt, wissen im Rheinland jedoch nur wenige.

Im Kochstudio von Maro-Möbel möchte man diese alte Tradition wieder aufleben

lassen. Regelmäßig finden dort einmal im Monat Kochkurse statt, in denen

man sich mit außergewöhnlichen Rezepten beschäftigt. Springerle sind dabei in

der Vorweihnachtszeit fast ein Muss.

Springerle wurde bereits im Mittelalter benutzt, meist für die Darstellung

christlicher Motive vor allem zu Weihnachten und Ostern. Die häufigsten

Weihnachtsmotive waren Engel, Krippenszenen und die Heiligen Drei Könige,

an Ostern waren Kreuzigungsszenen und das Osterlamm beliebt.

Später entwickelte man mehr und mehr weltliche Motive und die Springerle

wurden zu Hochzeiten, Taufen, zum Schulanfang und anlässlich von politischen

und geschichtlichen Ereignissen verwendet.

In z.T. aufwendiger Schnitzarbeit wurden Motive aus dem Alltag dargestellt, es

gab Sinnliches, Lustiges oder Nachdenkliches. Die Auswahl reichte von Motiven

aus der Natur, Symbolen, religiösen oder jahreszeitlichen Darstellungen bis hin

zu Festen. Die Abbildungen der Springerle umfassten alle Lebensbereiche...

Springerle und Modeln galten als Glücksbringer. So schenkte man einer Frau

ein Springerleherz als Zeichen seiner Liebe, ein Lebensbaum auf dem Springerle

sollten dem Beschenkten zum Beispiel Gesundheit bringen.

Das übliche Material für die Holzmodel ist Birnenholz. Es ist hart und splittert

kaum. Das Schnitzen von Modeln war ein Gewerbe, das von Modelstechern ausgeübt

wurde, die zum Teil von Ort zu Ort zogen. Jede Familie hatte ihre eigenen

Formen und Motive und reichte sie von Generation zu Generation weiter.

Guatemaltekischer Liebeszaubertrank

Man nehme

100 g Bitterschokolade

½ Liter Milch

2 Vanilleschoten

2 Löffel Honig

50 g Rohzucker

10 g Cayennepfeffer

2 g Salz

5 dl Rum

Milch mit Vanilleschoten zehn Minuten erwärmen,

Vanilleschoten auspressen und abreiben.

Zwei Löffel Bitterschokolade hinzufügen und mit

¼ Liter lauwarmem Wasser verdünnen. Warme

Milch unterrühren, danach zwei Löffel Honig

und zwei Löffel Rohzucker. Cayennepfeffer oder

Tabasco, eine Prise Salz, ein Gläschen Rum oder

Tequila. Die Schokolade sehr kalt oder kochend

servieren.

© Ralf Kabelitz - Fotolia.com


Heute wird die Tradition des Springerlebackens vor allem im

Schwäbischen und in der Schweiz gepflegt.

Die Zubereitung ist einfach, aber zeitaufwendig. Deshalb macht es am

meisten Spaß, wenn man gemeinsam backt und die Wartezeit auch

zum Erzählen, am besten mit einem heißen Punsch, nutzt.

Nach dem Backen sind die Springerle sehr hart und fast unbegrenzt

haltbar. Zart und mürbe werden sie erst nach einer kühlen, aber nicht

zu trockenen Lagerung von mindestens vier Wochen. Man kann sie

aufhängen und das schönste ist: wenn die Dekoration nicht mehr gefällt,

kann sie einfach aufgegessen werden.

Übrigens: Der Name „Springerle kommt daher, dass die Springerle

beim Backen aufgehen und um die Hälfte in die Höhe „springen“.

Man sagt „sie bekommen Füße“.

Informationen zu weiteren Kochkursen erhalten Sie bei Maro-Möbel

Tel. 02295-902001 oder unter www.maro-einbaukuechen.de

Springerle

2 Eier schaumig rühren

250 g Staubzucker dazugeben und 15 min. in der

Küchenmaschine rühren!

250 g Mehl dazu geben

1 Messerspitze Hirschhornsalz in

2 El Rum oder Kirschwasser auflösen und zu der Teigmasse

geben, gut unterrühren.

Der Teig sollte mindestens 12 Std. ruhen, gut zugedeckt,

sonst trocknet er aus.

Die Models mit etwas Mehl und einem Stück Gaze betupfen

(auf keinen Fall fetten). Dann den Teig 8-10 mm

dick ausrollen und in die Models drücken, stürzen und

die Ränder glatt abschneiden. Auf ein mit Backpapier

belegtes und mit Anissamen bestreutes Blech legen

und über Nacht trocknen lassen. Dann im vorgeheizten

Backofen bei 130°-140°C 20-30 min. langsam backen, bis

die „Füßchen“ leicht braun sind, das Obergebäck bleibt

hell.

maro Einbauküchen Rainer Höffgen e.K. Brölstraße 14 53809 Ruppichteroth Tel. 0 22 95/90 20 01

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© sentinel23- Fotolia.com

von Stefan Geisler

Ich sitze in meinem Ledersessel. Von draußen prasselt der Regen eines ungemütlichen Herbstabends ans Fenster und erinnert

mich daran, dass ich vor einer halben Stunde selber noch diesem Mistwetter ausgeliefert war. Der nasse Parka ist mittlerweile

dem Hausanzug gewichen. Die Stereoanlage spielt das letzte Album der norwegischen Band Kings Of Convenience

ab. Ruhige ins melancholische abgleitende Musik. Ich habe es mir selbst auch gemütlich gemacht und lasse den Tag zur

Ruhe kommen.

Während mein Blick nach draußen

durch den Regen schweift, halte ich in

meiner rechten Hand ein Glas, dessen

Aussehen mancher als geschrumpftes

Weinglas beschreiben würde. In ihm

eine Flüssigkeit, die durch das Licht der

kleinen Lampe auf dem Fensterbrett

wie dunkler Bernstein erscheint: Whisky.

Uisge beatha oder auch Wasser des

Lebens.

Die Wahl des heutigen Abends führt

mich auf die Isle of Islay, eine Schottland

westlich vorgelagerte Insel. Hier wird

Whisky mit einem besonderen Charakter

destilliert. Wie der 16-jährige Lagavulin,

den ich in der Hand halte und vorsichtig

bis an den Glasrand führe, um dann zu

beobachten, wie sich allmählich lange

Tropfen an der Glaswand bilden und

diese hinunterlaufen. Die sogenannten

„Beine“ oder „legs“. Im Licht der

kleinen Lampe ein beruhigendes Spiel.

Den Gegenpart dazu liefert jedoch

die erste Sinnesprobe mit der Nase.

Hier werden plötzlich Assoziationen

geweckt, die zunächst mit der allgemeinen

Situation in Konflikt treten

möchten. In meinem Kopf spielen sich

plötzlich Bilder einer stürmischen, windgepeitschten

See ab. Ich nehme einen

leichten Rauchgeruch gepaart mit salziger

Seeluft wahr. Herzlich willkommen

auf Islay! Zugegeben: Die Whiskies

von dieser Insel verbindet fast alle

diese herrliche Rauchigkeit, hervorge-

54

rufen durch das Torffeuer welches zum

Trocknen des Malzes genutzt wird. Hier

wird auch immer wieder gerne mit dem

Räucherschinken verglichen. Dies führt

dazu, dass selbst unter Whiskyfreunden

diese Whiskies polarisieren. Man liebt

sie, oder eben auch nicht.

Letztlich liegt es aber einzig und allein

in der Ansichtsweise der Person,

die gerade den Whisky verköstigt.

Assoziationen mit Bremsscheiben, Omas

Kamin oder alte Lederjacke klingen zunächst

zwar seltsam, sind absolut erlaubt

und erwünscht. Hier zählt tatsächlich

vor allem das subjektive Empfinden.

Hat man erstmal das Grundwesen des

Whiskies „gespeichert“, fällt es immer

leichter, diesen bei einer Verköstigung

zu zerlegen bzw. zu entkleiden. Dabei

kommen die unterschiedlichsten

Charakterzüge zum Vorschein. Es gibt

Whisky mit klaren Fruchtnoten, unterschiedlichste

Süßen, man findet

Nussarten und Gewürze wieder. Und

wir sprechen hier immer noch von dem,

was man mit der Nase wahrnimmt.

Mittlerweile ist eine Zeit vergangen

und ich genehmige mir den ersten

Schluck, den ich durch den Mund kreisen

lasse. Der erste Schluck ist zunächst

von Schärfe geprägt, die sich aber zügig

wieder legt. Und plötzlich ist diese

Rauchigkeit wieder präsent. Torfrauch,

klar im Vordergrund, dann kommt aber

auch die Süße durch. Letztlich aber auch

medizinische Geschmäcker. Whisky ist

nicht nur eine Spirituose, nein Whisky ist

etwas sehr Bodenständiges und etwas

Heimatverbundenes, das seine Herkunft

nicht leugnen kann. Und genau diese

Tatsache macht Whisky zum wohl interessantesten

Getränk der Welt.

Nachdem sich der Inhalt meines Glases

dem Ende neigt, verspüre ich eine innere

Ruhe und eine Gelassenheit, die

mir schöne Gedanken beschert hat und

eine wohlige Bettschwere. Dieses ungemütliche

Wetter dort draußen hat mit

seiner Unveränderbarkeit meine Laune

jedenfalls nicht getrübt sondern mir

einen schönen Abend beschert.

Tipp:

Wer jetzt auch eine gewisse

Lust verspürt, den ungemütlichen

Wetterkapriolen des Herbstes und

Winters mit dem Genuss des ein oder

anderen Glases Whisky zu trotzen, dem

kann ich folgenden Rat geben. Man

sollte sich zum Anfang zwei Flaschen

Single-Malt Whisky zulegen. Einen von

der Isle of Islay und den anderen aus

den Highlands. Diese mit jeweils 2 cl in

ein separates Glas geben und gegeneinander

ausführlich probieren und vergleichen.

Sie werden sehen wie schnell

und schön ein Abend vergehen wird.


Heizen mit Holz:

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56

Mobile

Alfa Romeo schreibt seit einem Jahrhundert

Automobilgeschichte

Alfa Romeo 24 HP (1910-1913)

Alfa Romeo 6C 1750 GS (1930)

Alfa Romeo 6C 2300 Mille Miglia (1938)

Die Geschichte von Alfa Romeo beginnt in Portello, im Nordwesten Mailands, nahe

der Straße zum Simplon-Paß. Hier läßt der französische Automobilbauer Alexandre

Darracq 1906 auf einer 36 Hektar messenden Wiese an der Via del Portello ein modernes

Automobilwerk errichten. Darracq ist zu dieser Zeit bereits einer der ersten internationalen

Automobilhersteller und vergibt auch Lizenzen an das Rüsselsheimer Unternehmen

der Gebrüder Wilhelm und Carl Opel.

Allerdings bewähren sich die in Mailand

hergestellten Produkte auf dem italienischen

Markt nicht. Die patriotischen

Italiener kaufen ihre Fahrzeuge lieber bei

Fiat als bei dem Franzosen Darracq. So übernehmen

schon bald Geschäftsleute aus der

Lombardei das Werk, gründen die Società

„Anonima Lombarda Fabrica Automobili“

(A.L.F.A.). Am 24. Juni 1910 um 14.00 Uhr

trägt der Notar Pietro Bermond das neue

Unternehmen in das Handelsregister

Mailands ein. Ugo Stella, der neue Chef des

Werks in Portello und erste Generaldirektor

von A.L.F.A erkennt schnell, dass das junge

Automobilunternehmen gegen den etablierten

Wettbewerber Fiat chancenlos

ist und verordnet dem Unternehmen eine

Nischenstrategie. Statt einfacher und preiswerter

Automobile für den Arbeitsalltag

will A.L.F.A. automobile Feinkost anbieten.

Der Grundstein für die hundertjährige

Produktion faszinierender Automobile aus

dem Haus Alfa Romeo ist damit gelegt.

1910 verläßt ´der erste A.L.F.A. das Werk

in Portello. Er stammt aus der Feder des

Konstrukteurs Giuseppe Merosi und hört auf

die Bezeichnung 24HP. Der 4,1-Liter-Motor

leistet 42 PS, die dem Wagen zu einer damals

sensationellen Höchstgeschwindigkeit von

über 100 km/h verhelfen. Bereits ab 1911

untermauert A.L.F.A. seine Kompetenz im

Automobilbau durch Motorsport-Erfolge.

Der Börsenkrach am sogenannten

Schwarzen Freitag im Jahr 1929 treibt

Alfa Romeo – wie unzählige andere

Unternehmen auch – an den Rand des

Ruins. Ab 1930 wird das finanzintensive

Motorsport-Engagement der Firma gestoppt.

Alfa 8C Competizione

Die Automobile, die damals das Werk in

Portello verlassen, hören unter anderem

auf die Bezeichnungen RL und RM, 6C und

8C. Bis zum Zweiten Weltkrieg folgen ihnen

die auf Straße und Rennstrecke äußerst erfolgreichen

Sechs- und Achtzylinderwagen

von 1500 cm³ bis 2900 cm³ Hubraum. Sie

repräsentieren die absolute Spitze des internationalen

Fahrzeugbaus. Nur wenige

sehr wohlhabende Menschen können

überhaupt an den Kauf eines Alfa Romeo

denken. Der Alfa Romeo 8C 2900 B ist bis

zu 205 km/h schnell und gilt 1937 als das

schnellste Serienauto der Welt. Alfa Romeo

berechnet für diesen automobilen Traum

115.000 Lire, eine Summe, für die die solventen

Käufer jener Zeit auch eine herrschaftliche

Villa in bevorzugter Lage oder

13 Fiat Topolino erwerben konnten. Unter

seiner Haube arbeitet eine auf 180 PS domestizierte

Version jenes 225-PS-Triebwerks,

das selbst neun Jahre später, bei der Mille

Miglia 1947 für einen Gesamtsieg gut ist.

In den Jahren 1950 und 1951 gewinnt

Alfa Romeo die beiden ersten

Weltmeisterschaften der Formel 1 mit

den Piloten Giuseppe Farina und Juan

Manuel Fangio. Im Jahr des zweiten

Weltmeisterschaftsgewinns 1951 läuft

auch der vierzylindrige Alfa Romeo 1900

in Portello vom Band. Das Fahrzeug ist

eine Sensation. Obgleich die Technik dem

für Alfa Romeo gewohnt hohen Standart

entspricht, erstaunt der Auftritt des Luxus-

Fahrzeugproduzenten Alfa Romeo im

Mittelklassesegment nicht nur die Fachwelt.

Die viertürige Limousine mit ihrer pontonförmigen

selbsttragenden Karosserie

bildet – der Tradition Alfa Romeos entsprechend

– die Basis für verschiedene


Alfa Romeo Giulietta

Coupé- und Cabrioletvarianten. Und als wäre es eine

Selbstverständlichkeit, bewähren sich die neuen Modelle

aus Mailand auch im Motorsport.

1954 erscheint mit der 1,3-Liter großen Giulietta der

Alfa Romeo für den „kleinen Mann“. Der Ausbau der

Modellpalette nach unten ist der richtige Schritt. Aber

Satta Puglio und Motorenentwickler Giuseppe Busso pflegen

auch die Tradition hochkarätiger Sporttriebwerke. Die

Entwicklung der Giulietta erweist sich als Volltreffer. Sie

ist ein erschwingliches Coupé sowie eine Sportlimousine

mit hervorragenden Fahrleistungen. Ganz nach Art des

Hauses stammen die Linien für die bildschönen Wagen aus

der Hand von namhaften Designern und Karosseriebauern

wie beispielsweise Pininfarina, Bertone und Zagato.

Die siebziger Jahre beginnen mit drei Sensationen

aus dem Hause Alfa Romeo: Es erscheint der spektakuläre

V8-Sportwagen Montreal, dessen Form aus der

Hand des Bertone-Zeichners Marcello Gandini stammt.

Außerdem präsentiert Alfa Romeo mit der Alfetta eine

neue Limousinengeneration, deren Antriebstechnik auf

die des gleichnamigen Formel 1-Renners zurückgeht, mit

dem Alfa Romeo die ersten beiden Formel-1-WM-Titel erobern

konnte.

Als Dokument der Leistungsfähigkeit entsteht der auf

1000 Stück limitierte Sportwagen SZ. Die eigenständige

Optik und unnachahmliche Straßenlage machen den

Wagen zum Aushängeschild. Für Alfa Romeo bedeutungsvoller

ist allerdings das Erscheinen der neuen großen

Limousine. Dank neuer Möglichkeiten und finanziell

gestärktem Rücken erwacht Alfa Romeo mit dem 1987

auf dem Markt erscheinenden Alfa 164 zu neuem Leben.

Er ist das Produkt einer Entwicklungsgemeinschaft mit

dem Fiat-Konzern. Das Konzept der Kooperation verschiedener

Fahrzeughersteller erweist sich als vorausschauend

und für Mitbewerber als nachahmenswert.

Mit dem Alfa Romeo 8C Competizione demonstriert

2006 die ungebrochene Strahlkraft der Marke: die limitierte

Auflage von 500 Fahrzeugen ist binnen weniger

Tage ausverkauft. Vielmehr noch, die Zahl der Kaufwilligen

übersteigt die Auflage um das Dreifache. Als die Marke

2008 den kompakten Alfa Romeo MiTo (der Name setzt

sich zusammen aus den Anfangsbuchstaben von Milano,

der Geburtsstadt und Torino, dem Sitz den Konzerns und

Produktionsort des kleinen Alfa Romeo) präsentiert und

mit ihm erstmals in der Firmengeschichte in das Segment

der Kompakten einstiegt, greift der kleinste Alfa Romeo

zahlreiche Design-Zitate des Highend-Sportwagens Alfa

Romeo 8C Competizione auf.

Und nun, zum 100 Geburtstag von Alfa Romeo macht

die Marke mit dem Modell Alfa Romeo Giulietta, das

der überaus erfolgreichen Baureihe Alfa Romeo 147

folgt, nicht nur sich selbst ein Geschenk, sondern auch

ihrer treuen und einzigartigen Fangemeinde – den

Alfisti. Denn auch die Freunde und Fans von Alfa Romeo

trugen und tragen wesentlich zur ganz besonderen

Faszination der Marke bei. Keine andere Automarke, ob

existierend oder bereits Geschichte, kann weltweit auf

eine größere Anhängerschaft verweisen. Kein anderes

Industrieunternehmen hat weltweit mehr Markenclubs

als Alfa Romeo.

Jetzt beginnt das 101ste Jahr dieser automobilen

Legende – willkommen in der Zukunft!

Foto und Text: © Alfa Romeo


Vorschau

01/2011

58

Die nächste Ausgabe erscheint am 15. März 2011

Anzeigenschluss ist am 22. Februar 2011

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Helga Loser-Cammann, Ina Zapp,

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