Immobilienkauf mit einer Sociedad Limitada - Diario de Mallorca

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Immobilienkauf mit einer Sociedad Limitada - Diario de Mallorca

Mallorca 2030

Leben, Arbeiten, Vermögen und

Steuern auf der Mittelmeerinsel

Immobilienkauf

mit einer Sociedad

Limitada

Die „Vermögenshaltende S.L.“

– eine Investitionsstruktur

auf dem Prüfstand

In Zusammenarbeit mit der

DigiBook

Fauteck / Fitzner / Strunk / Plattes


Immobilienkauf mit einer Sociedad Limitada

Die „Vermögenshaltende S.L.“ – eine Investitionsstruktur auf dem Prüfstand

Rechtsstand August 2013


Mallorca 2030

Leben, Arbeiten, Vermögen und

Steuern auf der Mittelmeerinsel

Immobilienkauf mit einer

Sociedad Limitada

Die „Vermögenshaltende S.L.“ –

eine Investitionsstruktur auf dem Prüfstand

Rechtsstand August 2013


„Salve lucrum“

- Sei gegrüßt, der du Gewinn bringst -

Inschrift in Pompeji, 71 n. Chr.


ead different

Zur Schriftenreihe Mallorca 2030

Leben, Arbeiten, Vermögen und Steuern auf der Mittelmeerinsel

„Wer immer tut, was er schon kann,

bleibt immer das, was er schon ist“

(Albert Einstein)

Schon seit Jahren nimmt das Vertrauen der Gesellschaft in Politik, Wirtschaft

und Zukunftsfähigkeit stetig ab. Offensichtlich befinden wir uns in einer Phase,

in der viele Gewissheiten ins Wanken geraten sind. Nicht zu unterschätzen

ist auch die Entwicklung zu einer immer größeren Komplexität, die bis in die

Lebensrealität des Einzelnen hineinwirkt.

Mit unserer Schriftenreihe „MALLORCA 2030“ möchten wir einen bescheidenen

Beitrag dazu leisten, für Entscheidungen bessere Grundlagen zu schaffen,

indem wir Themen, die in unserer Kompetenz liegen, sachlich aufbereiten und

auf möglichst alle Aspekte hinweisen, die bei der Entscheidungsgfindung eine

Rolle spielen könnten oder sollten. Dabei machen wir aus unserer subjektiven

Begeisterung für Mallorca keinen Hehl, bemühen uns jedoch um jene Objektivität,

die Glaubwürdigkeit erzeugt, und beziehen in unsere Analyse ohne

Scheu auch problematische und nachteilige Aspekte mit ein.

Mit unseren Publikationen wollen wir natürlich unsere Kompetenz in Steuerund

Rechtsfragen darstellen und auf leicht verständliche Weise einem interessierten

Publikum zugänglich machen. Nachdem diese beiden Fachbereiche

jedoch in engem Verhältnis zur Realität stehen, weil sie diese widerspiegeln

Es gibt keinen Besitz, der

Nachlässigkeit verträgt

und in gewisser Weise eine Reaktion auf

dieselbe darstellen, wird der Leser in

unseren Büchern auf eine thematische

Breite stoßen, die möglicherweise überrascht.

Dazu gehören auch die kulturellen

Aspekte, die bei der Übersiedlung in ein anderes Land oder wirtschaftlichen

Tätigkeiten in demselben zu berücksichtigen sind.


In unseren Veröffentlichungen gehen wir über die bloße Darstellung und Analyse

hinaus, indem wir auch entsprechende Lösungsmöglichkeiten aufzeigen.

Unternehmerisch Handelnde, Familien und Privatpersonen müssen sich heute

einem tief greifenden Wandel auf proaktive Weise, nämlich planerisch und

gestalterisch stellen. Wir sehen es als beiderseitig lohnendes Unterfangen,

den benannten Personen Orientierung zu geben und wegweisend und zielorientiert

zu beraten.

Diesem Anliegen dient unsere Schriftenreihe. Sie vereint die Expertise von

über unsere Landesgrenzen hinaus anerkannten Spezialisten mit umfassender

Erfahrung in den beschriebenen Disziplinen.

Mit der vorliegenden Publikation behandeln wir das Thema des Erwerbs einer

spanischen Ferienimmobilie über das Instrument der „vermögenshaltenden

S.L.“

Die S.L. ist aufgrund steuerlicher und zivilrechtlicher Erwägungen eine der

beliebtesten spanischen Kapitalgesellschaftsformen. Sie ist mit der deutschen

GmbH vergleichbar. Mit einem Stammkapital von 3.000,00 € ist sie das mit

Abstand am häufigsten gewählte Mittel, um in Spanien am Wirtschaftsleben

teilzunehmen.

Ahnungslosigkeit wird

unterschätzt. Nichts führt

sicherer zu mehr Erfahrung

Dieses Buch erklärt nicht nur, wie die

S.L. als Vermögensgesellschaft funktioniert,

sondern enthält auch eine Analyse

bezüglich der wohl wichtigsten

Frage für den potenziell Betroffenen

oder Interessierten: Unter welchen Rahmenbedingungen ist das Halten einer

Immobilie mittels einer Gesellschaft überhaupt sinnvoll? Denn diese Form des

Besitzes hat auch ihre Nachteile und ist daher nur unter bestimmten Umständen

zu empfehlen. Im Kapitel „Fazit - Ratschläge“ finden Sie unsere diesbezüglichen

Schlussfolgerungen.

Wir wünschen eine anregende und entscheidungsnützliche Lektüre!


„Wir können nicht verhindern, dass wir alt werden.

Aber wir können verhindern,

dass das bei schlechtem Wetter geschieht.“


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European@ccounting

Center of Competence ®

Cami dels Reis 308,

Complejo Ca`n Granada,

Torre A, 2°

07010 Palma de Mallorca

Spanien

Tel.: +34 971 679 418

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Int. Tax: ES - B 570 348 11

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www.europeanaccounting.net

registro mercantil

Mallorca tomo

1767, libro 0, folio 75, seccion 8,

hoja PM-36084

&

Mallorca Corporate Digibook Services S.L.

Palma de Mallorca


Gestaltung

Christoph Luchs,

Cogneus Design,

Marburg (Lahn)

www.cogneus.com

Grafiken und Tabellen

Ralf Apfel/European Accounting

Fotos

Thomas Fitzner

In Zusammenarbeit mit

Mallorca Zeitung

www.mallorcazeitung.es

Herstellung und Verlag

Books on Demand

Norderstedt

ISBN: 978-3-8482-6755-2

Alle Rechte vorbehalten, auch die der fotomechanischen

Wiedergabe und der Speicherung in elektronischen Medien. Der Nachdruck,

auch auszugsweise, ist verboten und wird als Rechtsverletzung strafrechtlich

und zivilrechtlich verfolgt.


►►

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort........................................................................ 23

2. Zum Einstieg................................................................. 25

2.1 Allgemeines über die Vermögensgesellschaft...................................... 25

2.1.1 Historie................................................................................................. 25

2.1.2 Veränderungen..................................................................................... 26

2.2 Lebenszyklen einer Immobilie ............................................................. 28

2.2.1 Erwerb & Erwerbsnebenkosten............................................................ 28

2.2.2 Nutzung & Nutzungskosten.................................................................. 31

2.2.3 Erben & Verschenken........................................................................... 31

2.2.4 Verkauf & Versteuerung....................................................................... 32

2.3 Sonstiges............................................................................................... 32

3. Formen von Geschäftstätigkeiten in Spanien................. 33

3.1 Die Aktiengesellschaft.......................................................................... 34

3.2 Die GmbH............................................................................................. 34

3.3 Skizzierung einiger Hauptmerkmale..................................................... 35

3.4 Freie Auswahl im europäischen Gesellschaftsrecht............................ 41

4. Gesellschaftsgründung.................................................. 43

4.1 Grundlagen........................................................................................... 43

4.1.1 Liste der Formalitäten.......................................................................... 43

4.1.2 Geschäftsbücher................................................................................... 44

4.1.3 Gesetzliche Vorgaben........................................................................... 45

4.1.4 Eintragungsverfahren........................................................................... 46

4.1.5 Gründungskosten................................................................................. 46

4.1.6 Zeitbedarf............................................................................................. 47

4.2 Geschäftsführung................................................................................. 47

5. Besteuerung der Gesellschaft........................................ 49

5.1 Einführung............................................................................................ 49

5.2 Gesellschaftsteuer - Kapitalsteuer........................................................ 49

5.3 Körperschaftsteuer............................................................................... 50


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5.3.1 Gesetzliche Grundlagen........................................................................ 50

5.3.2 Grundzüge............................................................................................ 50

5.3.3 Subjektive Steuerpflicht........................................................................ 51

5.3.4 Steuerpflichtiges Einkommen............................................................... 51

5.3.5 Steuerveranlagung............................................................................... 52

5.3.6 Besonderheiten beim Einspruchsverfahren......................................... 53

5.3.7 Einzureichende Unterlagen und Steuererklärungen............................. 54

5.3.8 Steuertarife.......................................................................................... 56

6. Besteuerung der Gesellschafter..................................... 59

6.1 Residente Gesellschafter...................................................................... 59

6.1.1 Zinsen................................................................................................... 59

6.1.2 Gewinnausschüttungen........................................................................ 62

6.2 Nichtresidente deutsche Gesellschafter............................................... 62

6.2.1 Zinsen................................................................................................... 62

6.2.2 Gewinnausschüttungen........................................................................ 63

6.3 Sonstiges............................................................................................... 65

7. Die Kapitalausstattung der S.L....................................... 67

7.1 Voraussetzungen der Erhöhung........................................................... 67

7.2 Einzubringender Gegenwert................................................................. 68

7.2.1 Bareinlage............................................................................................. 68

7.2.2 Einbringung von Forderungen.............................................................. 68

7.2.3 Sacheinlagen......................................................................................... 69

7.2.4 Auflösung von Rücklagen...................................................................... 69

7.2.5 Fremdfinanzierung................................................................................ 69

7.2.6 Bankfinanzierung.................................................................................. 70

7.2.7 Gesellschafterdarlehen......................................................................... 70

7.2.8 Partiarisches Darlehen.......................................................................... 71

8. Rechnungslegung.......................................................... 73

8.1 Gesetzliche Grundlagen........................................................................ 73

8.2 Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung....................................... 74

8.3 Bestandteile des Jahresabschlusses..................................................... 75

8.3.1 Die formellen Inhalte............................................................................ 75


8.3.2 Die materiellen Inhalte......................................................................... 76

8.3.3 Bewertungsvorschriften....................................................................... 79

9. Vermögensteuer........................................................... 81

9.1 Gesetzliche Grundlagen........................................................................ 81

9.1.1 Die Vermögensteuertabelle................................................................. 82

9.1.2 Belastung bei 2 Mio. Vermögen........................................................... 83

9.1.3 Belastung bei 20 Mio. Vermögen......................................................... 84

9.1.4 Befreiungen von der Vermögensteuer................................................. 84

9.1.5 Vermögensteuer für die Jahre 2011, 2012 und 2013 ........................... 86

9.1.6 Vermögensteuer auf den Balearen für Residenten.............................. 86

9.1.7 Fälligkeit der Vermögensteuer.............................................................. 87

9.2 Vermögensteuer und das DBA Spanien – Deutschland........................ 87

9.2.1 Neues DBA zwischen Spanien und Deutschland .................................. 88

9.2.2 Vermögensteuer im alten DBA............................................................. 89

9.2.3 Vermögensteuer im neuen DBA........................................................... 90

9.2.4 Gesetzestext......................................................................................... 90

9.2.5 Analyse des Gesetzestextes.................................................................. 92

9.3 FAZIT..................................................................................................... 93

10. Erbschaftsteuer als Existenzfrage.................................. 95

10.1 Gesetzliche Grundlagen........................................................................ 95

10.1.1 Bestimmungen des internationalen Privatrechts................................. 96

10.1.2 Besteuerbare Handlungen – Erbschaftsannahme................................ 97

10.1.3 Zahlungspflichtiger und solidarische Haftung....................................... 99

10.2 Erbschaftsteuer auf den Balearen seit dem 1. Januar 2007................ 100

10.2.1 Steuerprogressionstabelle................................................................... 102

10.2.2 Koeffiziententabelle............................................................................. 103

10.3 Effektive doppelte Belastung durch die Erbschaftsteuer.................... 103

11. Grunderwerbsteuer..................................................... 109

11.1 Gesetzliche Grundlagen....................................................................... 109

11.1.1 Steuersätze ab dem 1. Mai 2012......................................................... 111

11.1.2 Steuersätze ab dem 1. Januar 2013..................................................... 112

11.2 Grunderwerbsteuer bei Möbelkauf..................................................... 112


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12. Wertzuwachssteuer..................................................... 115

13. Umsatzsteuer.............................................................. 119

13.1 Gesetzliche Grundlagen....................................................................... 119

13.2 Anwendungsfälle................................................................................. 121

13.2.1 Reforma............................................................................................... 121

13.2.2 Hausbau durch Vermögensgesellschaft............................................... 122

13.2.3 Bauträger/Promotor............................................................................ 123

13.3 Praktische Umsetzung......................................................................... 123

13.3.1 Rechnungsmuster................................................................................ 123

13.3.2 Textelement für Rechnung.................................................................. 125

13.4 Private Bauherren................................................................................ 125

13.5 Hintergründe der Gesetzesreform...................................................... 127

14. Grundsteuer – IBI........................................................ 129

14.1 Gesetzliche Grundlagen....................................................................... 129

14.2 Beispiele.............................................................................................. 130

15. Lokale Unternehmensteuer – Gewerbesteuer.............. 133

15.1 Gesetzliche Grundlagen ...................................................................... 133

15.2 Steuerbefreiungen............................................................................... 134

15.3 Gewichtungskoeffizienten................................................................... 135

16. Verkaufsoptionen........................................................ 137

16.1 Sharedeal einer natürlichen Person.................................................... 137

16.2 Sharedeal einer deutschen GmbH....................................................... 140

16.3 Assetdeal > Anteilseigner natürliche Person....................................... 143

16.4 Assetdeal > Anteilseigner deutsche GmbH.......................................... 146

16.5 Fazit..................................................................................................... 149

17. Energieeffizienz........................................................... 151

17.1 Gesetzliche Grundlagen....................................................................... 151

17.2 Zielobjekte........................................................................................... 151

17.3 Parameter und Informationen............................................................. 152

17.4 Verpflichtungen................................................................................... 153


17.5 Strafen bei Nichtbeachtung................................................................. 153

18. Persönliche Haftung des Geschäftsführers................... 155

18.1 Praxisbeispiele..................................................................................... 155

18.2 Registerbuch für „Ein-Mann-Gesellschaften“...................................... 156

19. Neue Regelungen – Geldwäschegesetz......................... 159

19.1 Amtshilfe in Steuersachen mit Deutschland....................................... 160

19.2 Definition der Geldwäsche.................................................................. 160

19.3 Betroffene Berufe................................................................................ 161

19.4 Verpflichtungen................................................................................... 162

19.5 Umfängliche Identifizierungspflicht..................................................... 163

19.6 Drakonisches Strafregime.................................................................... 164

19.7 Im Visier der Steuerfahnder................................................................ 165

20. Strafrechtsreform betrifft auch Steuerdelikte............... 167

20.1 Auslöser: Eine Gesetzeslücke............................................................... 167

20.2 Schuldausschluss durch „Regularización“............................................ 168

20.3 Chance bei später Reue....................................................................... 168

20.4 Neuer „erschwerter“ Tatbestand........................................................ 169

20.5 Die Verjährungsfalle............................................................................ 170

20.6 Barzahlungsgrenzen: 2.500 und 15.000 Euro...................................... 171

20.6.1 Was ist eine Barzahlung?..................................................................... 172

20.6.2 Konsequenzen und Strafen.................................................................. 172

20.6.3 Einige Klarstellungen der Steuerbehörde............................................ 173

21. Missbrauch steuerlicher Gestaltungen (§ 42 AO)........... 175

21.1 Allgemeines Steuergesetz Artikel 15................................................... 175

21.2 Allgemeines Steuergesetz Artikel 16................................................... 176

22. Strafregelung im Steuerrecht....................................... 177

22.1 Verjährung........................................................................................... 177

22.2 Nacherklärungen aus eigener Initiative............................................... 177

22.3 Steuerbetrug........................................................................................ 182


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23. Sonstiges..................................................................... 185

23.1 Zusammenarbeit der Finanzbehörden................................................ 185

23.2 Sozialversicherungspflicht................................................................... 186

23.3 Stempelsteuer..................................................................................... 187

23.4 Schenkungen an gemeinnützige Institutionen.................................... 188

23.5 Körperschaftsteuerliche Organschaft.................................................. 190

23.6 Postbox – Nur noch Online-Zustellungen............................................ 191

23.7 Der Fiskalvertreter............................................................................... 193

24. Fazit – Ratschläge........................................................ 195

24.1 Fazit..................................................................................................... 195

24.1.1 Segen................................................................................................... 196

24.1.2 Fluch.................................................................................................... 197

24.1.3 Zusammenfassung............................................................................... 197

24.2 Ratschläge........................................................................................... 199

24.2.1 Überprüfung Ihrer S.L.-Daten.............................................................. 199

24.2.2 Immobilie aus der S.L. herauslösen..................................................... 200

24.2.3 Immobilie in eine S.L. einbringen........................................................ 201

24.2.4 Meldungen an das deutsche Finanzamt.............................................. 201

25. Vorlagen...................................................................... 205

25.1 Mustersatzung einer S.L...................................................................... 205

25.2 Checkliste zur Begründung einer S.L. .................................................. 214

25.3 Bilanzvorlage....................................................................................... 215

25.3.1 Aktiva – Spanisch & Deutsch............................................................... 216

25.3.2 Passiva – Spanisch & Deutsch............................................................. 219

25.3.3 Gewinn- und Verlustrechnung - Spanisch & Deutsch.......................... 223


26. Abbildungsverzeichnis................................................. 227

27. Abkürzungsverzeichnis/Erläuterungen ......................... 228

28. Haftungshinweise........................................................ 231

29. Die Autoren................................................................. 232

29.1 Dr. Jürn Hinnerk Fauteck...................................................................... 232

29.2 Thomas Fitzner.................................................................................... 232

29.3 Prof. Dr. habil. Günther Strunk............................................................ 233

29.4 Willi Plattes.......................................................................................... 234

29.5 Danksagungen..................................................................................... 235

30. Weitere Publikationen............................................................ 236


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■ SebaStián terraSSa, Marion Dörr, LoLa HuManeS

Wir erzählen die Insel

Mallorca Zeitung

www.mallorcazeitung.es

Abbildung 1: Mallorca Zeitung


Vorwort

1. Vorwort

Wenn es um einen sicheren Immobilienerwerb oder die Aufnahme einer

unternehmerischen Tätigkeit in Spanien geht, bestimmen Leistung und Gegenleistung

die Entscheidung.

„Heutzutage kennt ein Mensch von allen Dingen den Preis und von keinem

den Wert“, klagt Oscar Wilde in seiner Komödie „Lady Windermeres Fächer“.

Für uns als Herausgeber der Schriftenreihe ist dies mehr als ein geistreiches

Bonmot zum Wechselspiel zwischen Leistung und Gegenleistung. Wenn

Sie eine Immobilie kaufen, werden Sie mit einem Preis, der heute in Euro

gerechnet wird, als Ihre Leistung konfrontiert. Diese Leistung wird durch eine

bestimmte Anzahl von Nebenkosten erhöht.

Mit den Werten, die Sie erhalten – also der Gegenleistung –, lässt sich aufgrund

Ihrer persönlichen Einstellung und einer eventuell nicht vorhandenen

Kenntnis der Länderbesonderheiten, die auch die Besteuerung betreffen,

mannigfaltig spekulieren.

Beim Immobilienkauf in Spanien – hier gehen wir vom Erwerb einer Ferienimmobilie

aus – steht neben der rein monetären Perspektive immer auch die

Betrachtung der emotionalen Rendite. Einer der Autoren nennt als seinen

Probleme sind nichts anderes als

Lösungen in Arbeitskleidung

Hauptgrund für den Umzug nach

Spanien: „Dass ich alt werde, kann

ich nicht verhindern. Aber ich kann

verhindern, dass das bei schlechtem

Wetter geschieht.“

Beide Größen bleiben jedoch unentwirrbar aufeinander bezogen. Subjektive

Erwartungen und objektive Zurechnungen in Geldeinheiten lassen sich im

Spannungsfeld von Angebot und Nachfrage nie vollständig isolieren, und die

Umrechnung von Werten in Preise und von Preisen in Werte ist keine wissenschaftlich

exakte Disziplin.

Seite 23


ead different

Mit dieser Publikation wollen wir das Spannungsfeld mit Hilfe einer höheren

und gesicherten Informationslage entschärfen. Damit erhalten Sie als derjenige,

der in Spanien investieren möchte, einen weiteren Baustein, um die

Entscheidung anhand zusätzlicher objektiver Kriterien vorzunehmen.

Mit dem Gesetz 2/1995 hat Spanien im Rahmen der Europäisierung in vorbildlicher

Weise das neue Gesetz über die Vorschriften der Kapitalgesellschaft mit

beschränkter Haftung umgesetzt. Die Sociedad de Responsabilidad Limitada

(S.L.) ist gleichzusetzen mit der deutschen GmbH.

Diese Gesellschaftsform erfreut sich in Spanien größter Beliebtheit, was sich

darin widerspiegelt, dass 96 % aller Unternehmensneugründungen in der

Rechtsform der S.L. vorgenommen werden. Ebenfalls werden viele Aktiengesellschaften

in eine S.L. umgewandelt, da es steuerlich keine Nachteile gibt,

die gesamten Handlingkosten aber wesentlich niedriger sind.

Seite 24


Zum Einstieg

2. Zum Einstieg

2.1 Allgemeines über die Vermögensgesellschaft

2.1.1 Historie

Um laufende Steuern wie Vermögen- und Einkommensteuer zu sparen, aber

auch um die Steuerbelastung bei der Übertragung durch Verkauf oder Vererbung

zu minimieren, wurden in Spanien Immobilien häufig nicht direkt, sondern

über eine spanische GmbH (Sociedad Limitada) erworben. Insbesondere

nichtresidente Eigentümer von Immobilien nutzten diese Gestaltung. Zu Zeiten

der „alten“ Vermögensteuer (bis 2007) war bereits ab einem Immobilienwert

von ca. 300 T€ die Steuerersparnis höher als die Verwaltungskosten der Gesellschaft.

Heute liegt diese Rentabilitätsschwelle bei über einer Million.

Man kommt zu

Schaden wenn man

Tatsachen ignoriert

Zum 1. Januar 2003 wurde die Besteuerung

derartiger Gesellschaften neu geregelt.

Im spanischen Körperschaftsteuergesetz

wurde ein neues Kapitel IV

eingeführt, das die Vorschriften für Vermögensgesellschaften

(Sociedades Patrimoniales) regelt. Wenn das Aktivvermögen

zu mehr als 50 % aus Vermögensgegenständen besteht, die nicht

gewerblichen und freiberuflichen Tätigkeiten dienen, gilt diese Gesellschaft

als patrimonial.

Die wesentliche Änderung bei der Besteuerung basierte auf den Grundsätzen

des spanischen Einkommensteuergesetzes, das auch für die Einkunftsermittlung

maßgebend war. Dabei wurden laufende Gewinne mit einem Steuersatz

von 40 % (vierzig) besteuert. Gewinne aus der Veräußerung von Vermögensgegenständen,

die über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr gehalten

wurden, unterlagen einem ermäßigten Steuersatz von 15 % (fünfzehn). Da im

Fall von Vermietungseinkünften bei den laufenden Erträgen und Kosten aus

spanischer Sicht i.d.R. keine Gewinne entstanden, wurde von Nichtresidenten

Seite 25


ead different

diese Gesellschaftsform sehr gerne gewählt. Die Ersparnisse bei der Vermögensteuer

und bei der Veräußerung mit einem Steuersatz von nur 15 %

(fünfzehn) waren äußerst attraktiv.

Bei der Ausschüttung von Gewinnen hatte dies bei Residenten keine weiteren

steuerlichen Folgen, da die Erträge keiner weiteren Besteuerung unterlagen.

Ist eine in Spanien unbeschränkt steuerpflichtige Gesellschaft Anteilseigner,

unterlagen die ausgeschütteten Dividenden dort der Körperschaftsteuer,

wobei jedoch eine fiktive Anrechnung von 50 % der auf der Ebene der Mutter

anfallenden Steuer erfolgte (vergleichbar dem Halbeinkünfteverfahren in

Deutschland). Für nichtresidente Anteilseigner ändert sich nichts, hier erfolgte

weiterhin eine Quellenbesteuerung von zunächst 25 %, die ggf. durch das DBA

bzw. die EU-Mutter-Tochter-Richtlinie gemindert wurde oder völlig entfiel.

Aus deutscher Sicht beachtenswert war und ist die Frage der verdeckten

Gewinnausschüttung in Bezug auf eine ortsübliche Miete, die durch den Shareholder

zu zahlen war oder ist.

Gerade hochwertige Immobilien wurden in sehr vielen Fällen über doppelstöckige

Gesellschaften gehalten. Die spanische SL, in deren Eigentum sich

die Immobilie befindet, wird durch eine nichtspanische Muttergesellschaft

gehalten, die häufig in Gibraltar, British Virgin Islands, der Schweiz, aber auch

Deutschland ansässig ist. Hierdurch wurden je nach Standort und übergehender

Gesellschaft (Tochter- oder Muttergesellschaft) Erbschaftsteuer, Grunderwerbsteuer

und/oder Veräußerungsgewinne vermieden.

Somit gab es wenige Erwerbsvorgänge, die nicht über eine „patrimoniale

Gesellschaft“ vorgenommen wurden.

2.1.2 Veränderungen

Ab dem 1. Januar 2008 wurde die Besteuerung der patrimonialen Gesellschaft

verändert. Der Steuersatz für die laufende Besteuerung wurde von 40 %

auf 30 % gesenkt. Der Steuersatz für die Veräußerung wurde von 15 % auf

30 % erhöht. Auch wurde die bis dahin bestehende Vermögensteuer-Freiheit

von Kapitalgesellschaften für die „patrimonialen Gesellschaften“ aufgehoben.

Seite 26


Zum Einstieg

Der Gesetzgeber hatte eine Übergangsfrist bis zum 30. Juni 2008 gewährt, in

der das Vermögen ohne Auflösung von stillen Reserven auf die Anteilseigner

hätte übertragen werden können. Diese Frist wurde nur von sehr wenigen

Steuerpflichtigen genutzt.

Da die Vermögensteuer zu diesem Zeitpunkt wieder abgeschafft wurde, waren

die Belastungen nicht gravierend, sofern man die Immobilie nicht veräußern

wollte.

Da Spanien nunmehr die Vermögensteuer wieder eingeführt hat und zudem

das DBA mit Deutschland verändert wurde, besteht bei dieser Konstellation

nur noch dann der Schutz vor dem Anfall der Vermögensteuer, wenn eine

doppelstöckige Kapitalgesellschaft vorhanden ist und bei der deutschen GmbH

das Aktivvermögen zu weniger als 50 % aus dem Wert der spanischen Immobilie

besteht.

Gestaltungsmöglichkeit

bis zum 31.12.2012

Da bei besonders hochwertigen Immobilien

der Anfall der Vermögensteuer

zu einer signifikanten Belastung führen

kann, wurde bei gut beratenden Steuerpflichtigen

zum Ende des Jahres 2012

noch unter dem Regelungen des alten DBAs (keine Besteuerung in Spanien)

die Anteile der „patrimonialen SL“ gegen Gewährung von Gesellschaftsrechten

an deutsche GmbHs übertragen. Aufgrund der Regelungen im deutschen

Umwandlungssteuergesetz konnte dieser Vorgang auch in Deutschland ohne

Auflösung von stillen Reserven vorgenommen werden.

Aus dieser Darstellung ist schon ein wenig die auch noch heute vorhandene

Sinnhaftigkeit des Erwerbs über eine „patrimoniale SL“ erkennbar.

Im Kapitel 24 „Fazit/Ratschläge“ beschreiben wir diese Gestaltungsmöglichkeit

nochmals genauer. Getreu dem chinesischen Sprichwort, dass man nicht über

Felsbrocken stolpert, sondern über Kieselsteine, bedarf es aber vorher noch

der Erläuterung und Beschreibung einer Vielzahl von „Kieselsteinen“.

Seite 27


ead different

Die Formen der Geschäftstätigkeit in Spanien beschreiben wir im Kapitel 3. Die

durchzuführende Gründung der Gesellschaft wird im Kapitel 4 beschrieben.

2.2 Lebenszyklen einer Immobilie

Der Lebenszyklus einer Immobilie besteht aus vier Phasen, die wir wie folgt

aufteilen:

►►

Erwerb und Erwerbsnebenkosten

►►

Nutzung und Nutzungskosten

►►

Verkauf und Versteuerung des (hoffentlich erzielten) Gewinns

►►

Erben oder Verschenken mit der entsprechenden Besteuerung

In unserem Buch erläutern wir diese beschriebenen Phasen. Einerseits werden

wir auch dem Anspruch gerecht, dass wir die spanischen Gesetze, Besonderheiten

und Besteuerungsvorschriften erläutern, andererseits aber auch

die Auswirkungen auf die Besteuerung in Deutschland. Das neue Doppelbesteuerungsabkommen

zwischen Deutschland und Spanien spielt dabei eine

wichtige Rolle.

2.2.1 Erwerb & Erwerbsnebenkosten

Spanien verfügt über ein sicheres Immobilienrecht und Grundbuchsystem,

sowie ein ausgeprägt sicheres Rechtssystem. Bei Beachtung der darin verfügten

Vorschriften kann ein Immobilienerwerb als rechtlich sicher und risikoarm

bezeichnet werden.

Bürger aus Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) unterliegen beim

Immobilienerwerb in Spanien keinerlei Beschränkungen. Sie haben in Spanien

generell die gleichen Rechte wie Einheimische. Bei Nicht-EU-Bürgern

sind einige Besonderheiten zu beachten. Grundsätzlich ist der Kauf jedoch

unproblematisch.

Seite 28


Zum Einstieg

Sobald Sie als Eigentümer im Grundbuch eingetragen sind, genießen Sie hinsichtlich

des Eigentums – wie auch in Deutschland – absoluten Schutz.

Unterschied gegenüber

Deutschland

Beim Immobilienerwerb besteht anders

als in Deutschland kein Formzwang.

Sogar mündliche Kaufverträge können

zulässig und rechtswirksam sein. Es ist

jedoch üblich und auch dringend zu

empfehlen, den Abschluss eines privatschriftlichen Kaufvertrages (contrato

privado) mit notarieller Beurkundung desselben zu wählen.

Das Eigentum an der Immobilie erhält der Käufer durch die Übergabe des

notariellen Kaufvertrages (Escritura pública de Compraventa). Die notarielle

Beurkundung des Vertrages ist Voraussetzung für die Eintragung im Grundbuch

(Registro de la Propiedad). Im privatschriftlichen Vertrag werden alle

wesentlichen den Kauf betreffenden Regelungen vereinbart. Insbesondere

wird der Zeitpunkt festgelegt, bis wann spätestens der notarielle Kaufvertrag

ausgefertigt und damit der Besitz übergeben werden soll.

Gleichzeitig mit Abschluss des privatschriftlichen Kaufvertrages wird i.d.R. eine

Anzahlung verlangt. Dafür zahlt der Käufer dem Verkäufer üblicherweise 10 %

der vereinbarten Kaufsumme an, die später auf den Kaufpreis verrechnet wird.

Notwendig sind des Weiteren umfangreiche Recherchen über die Größe des

Grundstückes und dessen Eintragung im Eigentumsregister und im Katasteramt

sowie eine Prüfung der Bebaubarkeit, der durchgeführten Bebauung,

der bestehenden Hypotheken und der Frage, ob Sie auch wirklich mit dem

richtigen Eigentümer verhandeln.

Der Kaufpreis wird bei der Beurkundung des Kaufvertrages beim Notar in voller

Höhe vom Käufer an den Verkäufer bezahlt. Dies kann im Rahmen einer Finanzierung

durch einen Vertreter der finanzierenden Bank per Scheck geschehen,

durch Übergabe eines bankbestätigten Schecks oder auch durch Barzahlung.

Seite 29


ead different

Diese wichtigen zu erledigenden Punkte der praktischen Abwicklung sind

nicht Thema dieses Buches. Sie werden jedoch in unserer Veröffentlichung

„Auswandern nach Mallorca“ ausführlich dargestellt.

Wir beschäftigen uns hier mit dem Kauf einer Immobilie über eine spanische

S.L. Für den Erwerb als solchen maßgebliche Themen sind in Kapitel 11 bis 13

beschrieben. Die Kapitalausstattung (Kapitel 7), Rechnungslegung (Kapitel 8)

und die wichtigen Haftungsfragen (Kapitel 18) ergänzen die Informationen.

Neben dem eigentlichen Kaufpreis sind folgende Steuern und Kosten separat

zu bezahlen:

►►

Grunderwerbsteuer

Den Anfall der Grunderwerbsteuer und deren Höhe beschreiben wir ausführlich

in Kapitel 11.

►►

Gemeindliche Wertzuwachssteuer

Den Anfall der gemeindlichen Wertzuwachssteuer und deren Höhe beschreiben

wir ausführlich in Kapitel 12.

►►

Umsatzsteuer

Den Anfall der Umsatzsteuer und deren Höhe beschreiben wir ausführlich

in Kapitel 13.

Neben diesen Steuern sind die Kosten des Notars, des eingeschalteten Rechtsanwaltes

oder Steuerberaters sowie die Eintragungskosten in das/die Register

zu berücksichtigen. Dafür kann man ca. 1,5 % - 2 % des Erwerbspreises

ansetzen.

Seite 30


Zum Einstieg

2.2.2 Nutzung & Nutzungskosten

Die Kosten, die während der Nutzung der Immobilie entstehen, sind selbstverständlich

durch die ursächlichen Kosten für Wasser, Gas oder Öl, Strom,

Instandhaltungen an Dach und Fach geprägt. Diese Kosten sind nicht Bestandteil

dieser Veröffentlichung.

Wir beschäftigen uns mit:

►►

Besteuerung der Gesellschaft

Den Anfall der Gesellschaftsteuer und Körperschaftsteuer für die Gesellschaft

beschreiben wir in Kapitel 5.

►►

Besteuerung der Gesellschafter

Die Besteuerung von Dividenden und ZInsen für gewährte Darlehen an die

Gesellschaft beschreiben wir in Kapitel 6.

►►

Vermögensteuer

Das leidige Thema der Vermögensteuer und Möglichkeiten der Vermeidung

beschreiben wir ausführlich in Kapitel 9.

2.2.3 Erben & Verschenken

Bei der aktuellen Rechtslage und aufgrund der Tatsache, dass es im Bereich der

Erbschaftsteuer kein Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung gibt,

wird die Frage des Anfalles der Erbschaftsteuer (gilt auch für Schenkungen) zur

Existenzfrage. Diesem auch im Hinblick auf die vorausschauende Gestaltung

wichtigen Thema widmen wir uns in Kapitel 10.

Seite 31


ead different

2.2.4 Verkauf & Versteuerung

Diesem Thema widmen wir uns unter Berücksichtigung des neuen Doppelbesteuerungsabkommens

zwischen Deutschland und Spanien ausführlich in

Kapitel 16.

2.3 Sonstiges

Getreu unserem Anspruch beschreiben wir im Rahmen der gesamten Schriftenreihe

praxisbezogene Vorschriften, die dem Leser einerseits einen Einblick

in die Möglichkeitenstruktur eröffnet, andererseits aber nicht darauf verzichtet,

auf mögliche Fallstricke und andere Rechtsgebiete hinzuweisen.

Entsprechend ergänzen wir unsere Darstellungen mit Informationen über die

„Energieeffizienz“ (Kapitel 17), die neuen Regelungen des Geldwäschegesetzes

(Kapitel 19), die Strafrechtsreform (Kapitel 20), missbräuchliche Gestaltungen

(Kapitel 21) und allgemeine Steuerstrafen (Kapitel 22).

Nach dem bereits erwähnten Fazit mit konkreten Handlungsempfehlungen

und Ratschlägen (Kapitel 24) finden Sie unter „Vorlagen“ (Kapitel 25) eine

Mustersatzung. Es folgen ein Verzeichnis mit Abkürzungen und Erläuterungen

(Kapitel 27) sowie eine kurze Vorstellung der Autoren (Kapitel 29).

Seite 32


Vermögensteuer

9. Vermögensteuer

9.1 Gesetzliche Grundlagen

Das Gesetz 19/1991 ist die gültige Rechtssprechung, die die Besteuerung spanischen

Vermögens regelt. Jedoch wurde im Steuerjahr 2008 eine Gutschrift

von 100% eingeführt, was in der Praxis wie eine Abschaffung dieser Steuer

bedeutete.

Danach wurde die Vermögensteuer mit dem Königlichen Gesetzesdekret

13/2011 mit temporärem Charakter für die Steuerjahre 2011 und 2012 (zu

deklarieren im Juni 2012 bzw. Juni 2013) wieder eingeführt.

Kraft Artikel 1 des Gesetzes 19/1991 wird die Vermögensteuer definiert als:

„… eine Abgabe von direkter Art und persönlicher Natur, die auf das Nettovermögen

der natürlichen Personen unter den in diesem Gesetz festgelegten

Bedingungen angewendet wird.“

Im Sinne dieser Steuer besteht das Nettovermögen der natürlichen Person aus

der Gesamtheit der Güter und Rechte wirtschaftlichen Inhalts, deren Inhaber

sie ist, unter Abzug von Belastungen und Besteuerungen/Abgaben, die deren

Wert vermindern, sowie der Schulden und persönlichen Verpflichtungen, die

sie auf sich nehmen muss.

Was den Abzug der Belastungen und Steuern/Abgaben betrifft, die zu berücksichtigen

sind, legt das Gesetz in seinem Artikel 9. Abs. 4 für den Fall der

natürlichen Personen, die mittels Realobligation Steuern bezahlen, wie zum

Beispiel eine natürliche Person mit Ansässigkeit in Deutschland, Folgendes fest:

► ► Im Fall der Realobligation der Steuerzahlung sind nur die Belastungen

und Steuern/Abgaben abzugsfähig, die die Güter und Rechte

betreffen, die spanischem Territorium zuzurechnen sind oder auf

demselben ausgeübt werden können oder erfüllt werden müssen,

sowie die Schulden aufgrund von Kapital, das in die besagten Güter

investiert ist.

Seite 81


ead different

Die Steuer erfasst das Nettovermögen, d.h. Belastungen, die mit dem in Spanien

gehaltenen Vermögen in Verbindung stehen, sind abzugsfähig.

Es bestehen verbindliche Rechtsauskünfte der Ministerialabteilung Steuern

hinsichtlich dieses Aspektes, wie zum Beispiel die Auskunft V2480/2007, die

festlegt, dass wenn für den Kauf einer Immobilie in Spanien bei einer deutschen

Körperschaft ein Hypothekardarlehen angesucht wurde, dieses Darlehen

vom Wert des immobilen Gutes abzugsfähig ist.

9.1.1 Die Vermögensteuertabelle

Bemessungsgrundlage

Bis Euro

Beitrag

-

Euro

Rest Bemessungsgrundlage

Bis Euro

Steuersatz

-

Prozent

0,00 0,00 167.129,45 0,2

167.129,45 334,26 167.123,43 0,3

334.252,88 835,63 334.246,87 0,5

668.499,75 2.506,86 668.499,76 0,9

1.336.999,51 8.523,36 1.336.999,50 1,3

2.673.999,01 25.904,35 2.673.999,02 1,7

5.347.998,03 71.362,33 5.347.998,03 2,1

10.695.996,06 183.670,29 … und darüber 2,5

Abbildung 5: Vermögensteuertabelle

Seite 82


Vermögensteuer

9.1.2 Belastung bei 2 Mio. Vermögen

Berechnungsschritte

1. Schritt

2. Schritt

Ergebnis

Angaben aus der

Vermögensteuertabelle

Aus der Vermögensteuertabelle

wird die Steuerlast für das Vermögen

von 1.336.999,51 €

entnommen

2.000.000,00 € (Vermögen)

./. 1.336.999,51 € (s. 1. Schritt)

= 663.000,49 € (Restvermögen)

multipliziert mit 1,3 % aus der

Tabelle, ergibt:

Steuerbelastung für ein

Nettovermögen

nach Freibeträgen von

2 Mio. €

(Addition von 1. und 2. Schritt)

Steuerbetrag

8.523,36 €

2.619,00 €

11.142,36 €

Abbildung 6: Vermögensteuer bei einem Vermögen von 2 Mio. Euro

Seite 83


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9.1.3 Belastung bei 20 Mio. Vermögen

Berechnungsschritte

1. Schritt

2. Schritt

Ergebnis

Angaben aus der

Vermögensteuertabelle

Aus der Vermögensteuertabelle

wird die Steuerlast für das Vermögen

von 10.695.996,06 €

entnommen

20.000.000,00 € (Vermögen)

./. 10.695.996,06 € (s. 1. Schritt)

= 9.304.003,94 € (Restvermögen)

multipliziert mit 2,5 % aus der

Tabelle, ergibt:

Steuerbelastung für ein

Nettovermögen

nach Freibeträgen von

20 Mio. €

(Addition von 1. und 2. Schritt)

Steuerbetrag

183.670,29 €

232.600,09 €

416.279,38 €

Abbildung 7: Vermögensteuer bei einem Vermögen von 20 Mio. Euro

9.1.4 Befreiungen von der Vermögensteuer

Der Artikel 4. Abs. 8. Nr. 2 des Gesetzes 19/1991 listet die Bedingungen auf,

die erfüllt sein müssen, damit die Beteiligung an einer Körperschaft von der

Vermögensteuer befreit ist.

Von dieser Steuer befreit sind:

(...) die volle Inhaberschaft, das nackte Eigentum und das Nießbrauchrecht

auf Lebenszeit von/an Beteiligungen an Körperschaften, unabhängig davon,

ob sie auf organisierten Märkten gehandelt werden, unter den folgenden

Voraussetzungen:

Seite 84


Vermögensteuer

►►

Dass die Körperschaft, ob Gesellschaft oder nicht, als Haupttätigkeit

nicht die Verwaltung eines mobilen oder immobilen Vermögens

betreibt. Es wird davon ausgegangen, dass eine Körperschaft ein

mobiles oder immobiles Vermögen verwaltet und dass sie daher

keine wirtschaftliche Tätigkeit ausübt, wenn während mehr als 90

Tage des Gesellschaftsjahres irgendeine der folgenden Bedingungen

erfüllt sind:

►►

Dass mehr als die Hälfte des Anlagevermögens aus Wertpapieren

besteht oder

►►

Dass mehr als die Hälfte ihres Anlagevermögens nicht wirtschaftlichen

Tätigkeiten zuzurechnen ist.

Um zu definieren ob eine wirtschaftliche Tätigkeit besteht oder ob ihr ein

Vermögenselement zuzuschreiben ist, gelten die Bestimmungen der Einkommensteuer

für natürliche Personen.

Gemäß den Vorschriften des Einkommensteuergesetzes ist abschließend folgende

Schlussfolgerung zu treffen: „Die Inhaberschaft von Beteiligungen an

Vermögensgesellschaften, die der Verwaltung von immobilem oder mobilem

Vermögen dienen, sind nicht von der Vermögensteuer befreit. Das wird auch

nochmals durch die verbindliche Rechtsauskunft V1950/2006 untermauert.

Damit die Beteiligung an einer Körperschaft befreit ist, muss diese eine wirtschaftliche

Aktivität aufweisen. Auf Grundlage der Bestimmungen in der Einkommensteuer

für natürliche Personen wird davon ausgegangen, dass die

wirtschaftliche Akivität der Vermietung von Immobiliengütern dann besteht,

wenn die Körperschaft über einen vollzeitig beschäftigten Mitarbeiter verfügt

und über ein Geschäftslokal, das dieser Aktivität gewidmet ist (Artikel

27 Gesetz 35/2006). Einzig und allein in diesem Fall ist die Inhaberschaft der

Beteiligung an einer Körperschaft mit Immobiliengütern von der Steuer befreit.

Seite 85


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9.1.5 Vermögensteuer für die Jahre 2011, 2012 und 2013

Das Königliche Gesetzesdekret 13/2011 stellte mit temporärem Charakter die

Vermögensteuer für die Steuerjahre 2011 und 2012 wieder her. Die Einführung

wurde noch von der Regierung Zapatero beschlossen.

Wer dir das Geld aus der Tasche

zieht, muss nicht unbedingt

ein Taschendieb sein

Ab dem Jahr 2013 soll(te) die

Steuer wieder mit einer

100 %-igen Gutschrift ausgestattet

werden. Das hätte faktisch

dann zu einer Nichtanwendung

geführt. Aufgrund der Haushaltslage wurde dann am 27. Dezember

2012 die Verlängerung bis zum 31. Dezember 2013 beschlossen. Die Autoren

bezweifeln stark, dass es aufgrund der wirtschaftlichen Situation in Spanien

nur bei einer Erhebung der Vermögensteuer bis zum Jahr 2013 bleibt.

9.1.6 Vermögensteuer auf den Balearen für Residenten

Die Residenten der Balearen bezahlten 2011 keine Vermögensteuer, weil die

balearische Regierung mittels Gesetzesdekret 6/2011 über dringende Steuermaßnahmen,

verabschiedet durch den Ministerrat der Balearen-Regierung

am 2. Dezember 2011 (Balearisches amtliches Verlautbarungsblatt BOIB

6/12/2011), eine Gutschrift von 100% einführte. Madrid und Valencia haben

die Steuer von ihren Residenten ebenfalls nicht eingetrieben.

Nun haben die Balearen, wie es auch schon Valencia getan hat, entschieden,

die Steuer wieder einzuführen und bereits für 2012 anzuwenden. Aktuell

ist somit Madrid die einzige autonome Region, die sie bei ihren Bewohnern

nicht erhebt.

Seite 86


Vermögensteuer

9.1.7 Fälligkeit der Vermögensteuer

Die Steuer wird am 31. Dezember eines jeden Jahres fällig und betrifft das

Vermögen, das der Steuerpflichtige zu diesem Datum besitzt. Somit ist die

Fälligkeit der Steuer an die Verhältnisse, die zu diesem jeweiligen Stichtag

vorliegen, gebunden. Die notwendige Steuererklärung für die Vermögensteuer

ist spätestens am 30. Juni des jeweiligen Folgejahres einzureichen, gleichzeitig

erfolgt die entsprechende Zahlung. Diese Einreichungs- und Zahlungsfrist gilt

für Residenten wie auch für Nichtresidenten.

Achtung: Die Frist für die Abgabe der Einkommensteuererklärung für Nichtresidente

ist nach wie vor der 31. Dezember des Folgejahres. Residenten haben

diese Einkommensteuerklärung am 30. Juni des Folgejahres einzureichen.

9.2 Vermögensteuer und das DBA Spanien – Deutschland

Bei einer Vielzahl von Deutschen, die in Spanien eine Immobilie besitzen,

herrscht aktuell große Unsicherheit darüber, wie die in Spanien wieder neu

eingeführte Vermögensteuer angewendet wird. Diese Unsicherheit betrifft

im Wesentlichen zwei Fragen:

►►

Welche steuerlichen Konsequenzen ergeben sich bei der

Vermögensteuer in Bezug auf das neue Doppelbesteuerungsabkommen

zwischen Deutschland und Spanien?

►►

In Spanien wird eine Vielzahl von Ferienimmobilien über eine

Vermögensgesellschaft gehalten. Die Anteile an diesen Gesellschaften

werden von den deutschen Anteilseignern direkt oder über

Zwischenschaltung einer deutschen Kapitalgesellschaft im Eigentum

gehalten. Hier ist ebenfalls die Frage zu beantworten, wie sich die

Vermögenssteuer auf diese Struktur auswirkt.

Diesbezüglich konzentrieren wir uns auf die Analyse der steuerlichen Konsequenzen,

die sich nach Inkrafttreten des neuen Doppelbesteuerungsabkommens

zwischen Spanien und Deutschland aus der Inhaberschaft von Anteilen

Seite 87


ead different

an spanischen Vermögensgesellschaften durch Personen oder Gesellschaften

ergeben, die in Deutschland ansässig sind.

9.2.1 Neues DBA zwischen Spanien und Deutschland

Am 30. Juli 2012 wurde im Staatlichen Verlautbarungsblatt (BOE) das neue

Doppelbesteuerungsabkommen zwischen dem Königreich Spanien und der

Bundesrepublik Deutschland veröffentlicht.

Die Neufassung des DBA führt Modifizierungen hinsichtlich des ersten Abkommens

ein, das 1967 zwischen beiden Ländern unterzeichnet wurde, worunter

eine der wichtigsten die Modifizierung des Artikels bezüglich des „Vermögens“

ist.

Zunächst analysieren wir, ab wann dieses neue DBA zwischen den beiden

Staaten angewendet wird.

Das neue Abkommen ist in Spanien am 18. Oktober 2012 in Kraft getreten.

Im Abkommen steht: „Das vorliegende Abkommen tritt am 18. Oktober 2012 in

Kraft, nach Ablauf einer Frist von drei Monaten, ab dem Datum des Austauschs

der Ratifizierungsinstrumente, wie in seinem Artikel 30 festgelegt …“

Artikel 30

Inkrafttreten

(1) Dieses Abkommen bedarf der Ratifikation; die Ratifikationsurkunden werden

so bald wie möglich in Berlin ausgetauscht.

(2) Das Abkommen tritt nach einem Zeitraum von drei Monaten ab dem Tag

des Austausches der Ratifikationsurkunden in Kraft und ist anzuwenden

a) bei den im Abzugsweg erhobenen Steuern auf die Beträge, die am

oder nach dem 1. Januar des Kalenderjahrs gezahlt werden, das dem

Jahr folgt, in dem das Abkommen in Kraft getreten ist;

Seite 88


Vermögensteuer

b) bei den übrigen Steuern auf die Steuern, die für Zeiträume ab dem 1.

Januar des Kalenderjahrs erhoben werden, das dem Jahr folgt, in dem

das Abkommen in Kraft getreten ist.

FAZIT

Obwohl das Gesetz ab dem 18. Oktober 2012 in Kraft getreten ist, werden

die Vorschriften zwischen den beiden Ländern erst ab dem 1. Januar 2013

angewendet! Steuerrechtliche Vereinbarungen, die von zwei Vertragsstaaten

in Rahmen eines DBAs vereinbart werden, stellen höherwertiges Recht dar

und überlagern nationale Vorschriften.

9.2.2 Vermögensteuer im alten DBA

Im alten DBA vom 05. Dezember 1966 sind die Vermögensregelungen wie

folgt beschrieben:

Artikel 22

Vermögen

(1) Unbewegliches Vermögen im Sinne des Artikels 6 Absatz 2 kann in dem

Vertragstaat besteuert werden, in dem dieses Vermögen liegt.

(2) Bewegliches Vermögen, das Betriebsvermögen einer Betriebstätte eines

Unternehmens darstellt oder das zu einer der Ausübung eines freien Berufes

dienenden festen Einrichtung gehört, kann in dem Vertragstaat besteuert

werden, in dem sich die Betriebstätte oder die feste Einrichtung befindet.

(3) Seeschiffe und Luftfahrzeuge im internationalen Verkehr und Betriebsvermögen,

das nicht unbewegliches Vermögen darstellt und dem Betrieb dieser

Schiffe und Luftfahrzeuge dient, können nur in dem Vertragstaat besteuert

werden, in dem sich der Ort der tatsächlichen Geschäftsleitung des Unternehmens

befindet.

Seite 89


ead different

(4) Alle anderen Vermögensteile einer in einem Vertragstaat ansässigen Person

können nur in diesem Staat besteuert werden.

FAZIT

In der alten Fassung stellten wir fest, dass die Inhaberschaft von Vermögen

eines deutschen Residenten, das aus Aktien oder Beteiligungen an spanischen

Gesellschaften bestand (egal ob Vermögensgesellschaften oder nicht), nur in

Deutschland besteuert werden konnte.

Kraft Artikel 22.4 des alten DBA wurde festgelegt: „Alle anderen Vermögensteile

einer in einem Vertragstaat ansässigen Person können nur in diesem Staat

besteuert werden.“

Da die ersten 3 Punkte des Artikels 22 die Besteuerung von Vermögen, das

aus Aktien oder Beteiligungen besteht, nicht regelten, konnte dieser Vermögenstyp

nur in Deutschland, dem Staat der Ansässigkeit, besteuert werden.

Diese Meinung wurde auch durch eine verbindliche Rechtsauskunft der spanischen

Ministerialabteilung Steuern aus dem Jahr 2011, Nr. V2982/2011 zur

Inhaberschaft eines Nichtresidenten von Beteiligungen an einer deutschen

Gesellschaft, die ihrerseits eine Immobilie auf spanischem Boden besitzt,

bestätigt.

Somit besteht für den spanischen Staat aufgrund höherwertigen Rechts keine

Möglichkeit, von deutschen Steuerbürgern Vermögensteuer zu erheben. Man

spricht in diesen Fällen von „abkommensrechtlichen Schutz“, also Schutz durch

das Doppelbesteuerungsabkommen.

9.2.3 Vermögensteuer im neuen DBA

9.2.4 Gesetzestext

Im neuen DBA, welches ab dem 1. Januar 2013 angewendet wird, sind die

Vermögensregelungen wie folgt beschrieben:

Seite 90


Vermögensteuer

Artikel 21

Vermögen

(1) Unbewegliches Vermögen im Sinne des Artikels 6, das einer in einem Vertragsstaat

ansässigen Person gehört und im anderen Vertragsstaat liegt, kann

im anderen Staat besteuert werden.

(2) Bewegliches Vermögen, das Betriebsvermögen einer Betriebsstätte ist, die

ein Unternehmen eines Vertragsstaates im anderen Vertragsstaat hat, kann

im anderen Staat besteuert werden.

(3) Seeschiffe oder Luftfahrzeuge, die im internationalen Verkehr betrieben

werden, und Schiffe, die der Binnenschifffahrt dienen, sowie bewegliches Vermögen,

das dem Betrieb dieser Schiffe oder Luftfahrzeuge dient, können nur

in dem Vertragsstaat besteuert werden, in dem sich der Ort der tatsächlichen

Geschäftsleitung des Unternehmens befindet.

(4) Anteile an einer Gesellschaft oder einer anderen Personenvereinigung oder

andere vergleichbare Beteiligungen, deren Aktivvermögen zu mindestens 50

vom Hundert unmittelbar oder mittelbar aus in einem Vertragsstaat gelegenem

unbeweglichen Vermögen besteht, oder Anteile oder andere Rechte, die

ihren Eigentümer unmittelbar oder mittelbar zur Nutzung eines in einem Vertragsstaat

gelegenen unbeweglichen Vermögens berechtigen, können in dem

Vertragsstaat besteuert werden, in dem das unbewegliche Vermögen liegt.

(5) Alle anderen Vermögensteile einer in einem Vertragsstaat ansässigen Person

können nur in diesem Staat besteuert werden.

Seite 91


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9.2.5 Analyse des Gesetzestextes

Im ersten Schritt gilt es zwei wichtige Punkte zu analysieren:

►►

Es wird festgelegt, dass “das Vermögen, das aus Aktien oder

Beteiligungen an einer Gesellschaft, deren Anlagevermögen

(Aktiva) zumindest zu 50 Prozent aus Immobiliengütern besteht,

die sich in einem Vertragsstaat (…) befinden, der Besteuerung in

jenem Vertragsstaat unterworfen werden kann, in dem sich das

Immobiliengut befindet”. Hier haben wir alle Fundstellen recherchiert

und bestätigt gefunden, dass der Text des Artikels nicht ausführt, ob

die Aktien oder Beteiligungen von einer Gesellschaft in einem oder

dem anderen Vertragsstaat sein müssen. Daher ist die Ansässigkeit

der Besitzgesellschaft der in Spanien befindlichen Immobilien

belanglos; es ist mithin egal, ob sie ihren Sitz in Deutschland oder

in Spanien hat.

►►

Der Text legt fest, dass die Eigentümerschaft eines Anlagevermögens,

welches zumindest zu 50 Prozent aus Immobilien besteht, durch die

Gesellschaft sowohl in direkter wie indirekter Form erlangt werden

kann. Infolgedessen gehen wir davon aus, dass die Inhaberschaft

von in Spanien befindlichen Immobilien über verschiedene

zwischengeschaltete Gesellschaften (indirekte Besitzerschaft) dazu

führt, dass diese ebenfalls der Besteuerung in Spanien unterworfen

werden kann. D.h. wenn eine spanische Vermögensgesellschaft

von einer deutschen Gesellschaft gehalten wird, die am Ende eine

steuerlich in Deutschland ansässige natürliche Person als einzigen

Gesellschafter hat, würde dies bedeuten, dass diese Person Inhaberin

einer Beteiligung an einer Gesellschaft (in Deutschland) ist, deren

Anlagevermögen (Aktiva) indirekt über die andere (spanische)

Gesellschaft zumindest zu 50 Prozent aus in Spanien belegenen

Immobiliengütern besteht.

Es gibt Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Spanien und anderen Ländern

(Belgien, Norwegen, Frankreich, Luxemburg, usw.), die bereits eine

Seite 92


Vermögensteuer

ähnliche Klausel beinhalteten wie jene, die im spanisch-deutschen Abkommen

eingeführt wurde, um zu verhindern, dass die Nichtresidenten in einem

Vertragsstaat die Vermögensteuer durch die bloße Besteuerung von Haltergesellschaften

der immobilen Güter umgehen.

Wir liegen hier am

Mittelmeer und haben

keine Mittel mehr

Mit dem am 30. Oktober erlassenen neuen

Gesetz (Ley 7/2012 de 29 de octubre/BOE

30/10/2012) hat die spanische Regierung

die Anwendung der Regelung nach Abs. 4

des Artikels 21 beschlossen. D.h. die Vermögenssteuer

wird auch für die hier beschriebenen Fälle nach nationalem spanischem

Recht erhoben.

9.3 FAZIT

Aufgrund der dargestellten Rechtslage bzgl. des geltenden DBAs zwischen

Deutschland und Spanien, der aktuellen neuen Rechtslage in Spanien, der verbindlichen

Auskunft des spanischen Finanzamtes VO428-13 vom 13. Februar

2013 sowie einer spezifischen Auskunft, die von dem Mitautor Willi Plattes

beantragt und am 25. Juli 2013 (also fast noch druckfrisch) erteilt wurde, ist

folgendes Fazit zu ziehen:

Steuerpflichtige, die in Deutschland ihr Welteinkommen versteuern, sind in

Spanien vermögensteuerpflichtig, wenn sie eine selbstgenutzte Ferienimmobilie

in folgendem Rechtsverhältnis besitzen:

►►

als natürliche Person( en)

►►

als natürliche Person(en), die eine Immobilie über eine S.L.

besitzen

► ► als natürliche Person(en), die eine Immobilie über eine deutsche

GmbH , die wiederum Anteilseigner einer spanischen S.L. ist

und deren Aktivvermögen zu mehr als 50 % aus dem Wert der

spanischen Immobilie besteht

Seite 93


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Personen, die Nichtresidenten sind und eine Vermögensgesellschaft mit Immobilien

in Spanien haben, sind gemäß Artikel 21.4 des neuen Abkommens erst

für das Jahr 2013 mit der Vermögenssteuer zu belegen. Die entsprechende

Erklärung und Zahlung ist in diesen Fällen erstmalig am 30. Juni 2014 einzureichen

bzw. vorzunehmen.

Achtung: Die Gestaltung über eine deutsche GmbH ist ab einem bestimmten

Vermögenswert nach wie vor sinngebend, wenn in der deutschen GmbH

Aktivvermögen vorhanden ist, welches höher ist als 50 % der Beteiligung an

der spanischen S.L.. Diese Gestaltung ist durch die o. a. verbindliche Auskunft

des Finanzamtes gegenüber dem Mitautor abgesichert worden.

In diesem Fall liegt ein abkommensrechtlicher Schutz für die Erhebung der

spanischen Vermögenssteuer vor. Nach wie vor hat diese Konstellation auch

noch den Vorteil, dass die hohe spanische Erbschaftssteuer vermieden werden

kann – eine solide Gesamtgestaltung vorausgesetzt.

Wir müssen aber an dieser Stelle ausdrücklich darauf hinweisen, dass die

Vorschriften des § 15 und § 16 des allgemeinen Steuergesetzes von Spanien zu

beachten sind. Im „Kapitel 21 Missbrauch steuerlicher Gestaltungen“ beschreiben

wir die Auswirkungen.

Seite 94


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29. Die Autoren

29.1 Dr. Jürn Hinnerk Fauteck

Dr. jur. Jürn Hinnerk Fauteck, verheiratet, zwei Kinder, wurde 1963 in Lemgo/

Lippe geboren. Ausbildung: Studium der Rechtswissenschaften an der Westfälischen

Wilhelms Universität zu Münster und Promotion am dortigen Lehrstuhl

für Völker- und Europarecht.

Seit 1994 ist er zugelassener Rechtsanwalt in Deutschland und seit 1997 auch

zugelassen als Abogado beim Colegio de Abogados Madrid. An den von Dr.

Fauteck gegründeten Kanzleistandorten in Madrid, Palma de Mallorca und Granada

werden nachhaltige Beratungsleistungen für den Bereich ausländischer

Immobilieninvestitionen sowie M&A und Industriefinanzierungen in Spanien

angeboten. In Deutschland besteht eine partnerschaftliche Verbindung mit

den Kanzleien HMW Rechtsanwälte Krefeld, Düsseldorf und Berlin.

Im Jahr 2011 erfolgten die Gründung und der Aufbau der Vermögensverwaltung

„ROBANA Family Office“. Das Unternehmen begleitet sehr erfolgreich

Investoren aus den deutschsprachigen Ländern im spanischen, ibero-amerikanischen

und westafrikanischen Raum.

Dr. Fauteck ist Mitglied der deutsch-spanischen Juristenvereinigung. und der

deutsch-spanischen Handelskammer Madrid. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen

zum spanischen Bau- und Immobilienrecht sowie zur deutschspanischen

Vermögensnachfolgeplanung.

29.2 Thomas Fitzner

Thomas Fitzner ist verheiratet und hat drei Kinder. Sein beruflicher Werdegang

ist durch internationale Tätigkeiten geprägt: Von 1980 bis 1989 Journalist in

Österreich und Mexiko, 1989 bis 1998 Tätigkeit als UN-Offizier in Nahost und

Nordafrika, seit 1998 als Journalist, Übersetzer und Dolmetscher in Spanien

tätig. Als stellvertretender Chefredakteur einer deutschsprachigen Zeitung in

Seite 232


Die Autoren

Spanien gewann er profunde Einblicke in Politik, Wirtschaft und Kultur des

Landes.

Seit 2007 besteht eine intensive Zusammenarbeit mit der European Accounting,

damit war eine zunehmende Spezialisierung auf Steuer- und Rechtsthemen

verbunden.

Er ist der Assistent der Geschäftsleitung und betreut u.a. die Bereiche Vermögenshaltende

Gesellschaften, Einkommensteuer für Residenten und Nichtresidenten,

Vermögensteuer und Auslandsvermögenserklärung Modelo 720.

29.3 Prof. Dr. habil. Günther Strunk

Prof. Dr. habil. Günther Strunk, verheiratet, ein Kind, ist als Partner und Steuerberater

in der Strunk Kolaschnik Partnerschaft tätig, nachdem er zuvor mehrere

Jahre für eine internationale Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

gearbeitet hat.

Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist die steuerliche Beratung von nationalen und

grenzüberschreitenden Unternehmenskäufen, -verkäufen und Umstrukturierungen

sowie die Betreuung von Kapital- und Personengesellschaften und ihrer

Gesellschafter hinsichtlich der steuerlichen Auswirkungen unternehmerischer

Entscheidungen, wie z.B. im Bereich der Finanzierung und Investition, aber

auch beim Aufbau neuer Vertriebsstrukturen, wie z.B. dem Electronic Commerce.

Außerdem berät er Privatbanken und Geschäftsbanken in Fragen der

steuerinduzierten Investitionen sowie bei Maßnahmen zur steuergünstigen

Übertragung von Vermögen auf die nächste Generation.

Seit dem 15. Februar 2011 besteht das interdisziplinäre Forschungseinrichtung

„Hamburger Institut für Familienunternehmen“. Es wurde vom Hamburgischen

WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) und der Hamburg School of Business Administration

(HSBA) gemeinsam mit und unter der Leitung von Herrn Steuerberater

Prof. Dr. habil. Günther Strunk gegründet.

Seite 233


ead different

Des Weiteren ist er Herausgeber und Autor zahlreicher Bücher und Aufsätze zu

Fragen des nationalen und internationalen Steuerrechts sowie federführender

Herausgeber eines Kommentars zum internationalen Steuerrecht.

29.4 Willi Plattes

Willi Plattes ist verheiratet und hat fünf Kinder mit einer Frau. Ausbildung:

Industriekaufmann; Betriebswirt (grad.); Diplom-Kaufmann; Bestellung zum

Steuerberater am 12. März 1984 in NRW; Spanischer Steuerberater seit dem

25. April 2004 (Berufsregister Col.legiat n° 862)

Beruflicher Werdegang: Von 1984 - 1998 selbständige steuerberatende Tätigkeit

in Deutschland mit bis zu 45 Mitarbeitern. Ab 2000 Mitwirkung am Aufbau

einer spanischen Steuerkanzlei mit aktuell 25 Mitarbeitern, der European

Accounting auf Mallorca; aktive Unternehmensbeteiligungen; Von 1992 – 2002

Berufung in den Beirat der Commerzbank; Lehrbeauftragter an der Fachhochschule

Köln; politische Tätigkeiten bei der Stadt Frechen und im Landkreis.

Zahlreiche Veröffentlichungen u.a. zum Thema der Doppelbesteuerungsabkommen

zwischen Spanien und Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Darüber hinaus regelmäßige Veröffentlichungen über das spanische, deutsche

und schweizerische Steuerrecht, insbesondere im Hinblick auf Verknüpfungen

zu EU-Staaten, Drittstaaten und Steueroasen.

Willi Plattes ist Herausgeber und Initiator der Schriftenreihe „Mallorca 2030“.

Bei European Accounting ist er u.a. verantwortlich für Projektleitung, Consulting,

und Steueroptimierung mit SAP Business One. Im März 2012 wurde die

European Accounting von der Bundesrepublik Deutschland mit dem Innovationspreis

„Best of 2012“, ausgezeichnet.

Seite 234


Die Autoren

29.5 Danksagungen

Die Autoren sind dankbar, dass sie auf die Unterstützung sowie den Rat von

vielen geschätzten Freunden, Verwandten, Bekannten und Kolleginnen und

Kollegen zurückgreifen konnte, um das vorliegende Buch in dieser Qualität

schreiben zu können.

Unser besonderer Dank gilt den folgenden Personen:

►►

Dem Team der www.europeanaccounting.net, allen voran den

Damen Petra Schmidt (Asesora Fiscal), Ana Corujo, Brigitte van Dijk,

Cecilia Schnase und Yvonne Plattes. Die Unterstützung im Verlauf

des Schreibens und der Korrektur war exzellent

►►

Herr Steuerberater Benjamin Karten von der Kanzlei www.Strunk-

Kolaschnik.de in Hamburg, der durch sein tiefes und praxisorientiertes

Wissen im internationalen Steuerrecht erheblichen Input geliefert

hat.

►►

Herr Ralf Apfel, der als zuständiger Systemadministrator in seiner

besonderen Art die Autoren darauf aufmerksam machte, dass bei

Anwendungsproblemen der Software das Problem ca. 30 Zentimeter

vor dem Bildschirm zu suchen ist.

►►

Herr Jakob Stachowiak, der als zuständiger Mitarbeiter der

www.cogneus.com wichtige Impulse für die Gestaltung gegeben hat.

Die Autoren sind erreichbar unter der Emailadresse:

VermoegenshaltendeSL@europeanaccounting.net

Seite 235


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30. Weitere Publikationen

Seite 236


Weitere Publikationen

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Der beste Weg, die Zukunft vorherzusagen,

besteht darin, sie zu gestalten.


Mallorca 2030 Immobilienkauf mit einer Sociedad Limitada

Im Jahr 2003 wurde in Spanien die „Vermögenshaltende S.L.“ gesetzlich geregelt.

Danach hat diese Besitzformel aufgrund der äußerst attraktiven Rahmenbedingungen

eine unbeschreibliche Erfolgsgeschichte geschrieben und vielleicht auch etwas

zum Immobilienboom beigetragen. Bedingt durch eine Veräußerungsbesteuerung

von lediglich 15 Prozent sowie den Wegfall von Vermögensteuer- und/oder Erbschaftsteuerbelastung

gab es kaum einen Kauf einer Hochpreis-Immobilie, der nicht mit dieser

Gesellschaftsform durchgeführt wurde.

Ab dem Jahr 2008 hat der spanische Gesetzgeber die Attraktivität dieser Möglichkeit

des Erwerbs von Immobilien – hier bevorzugt Ferienimmobilien – vermindert. Zudem

gilt mittlerweile zwischen Deutschland und Spanien ein neues Doppelbesteuerungsabkommen,

das signifikante Auswirkungen insbesondere auf die Besteuerung des Verkaufs

von Gesellschaftsanteilen hat. Auch die wieder eingeführte Vermögensteuer schlägt ab

2013 unter bestimmten Voraussetzungen auf die in einer S.L. gehaltene Immobilie durch.

Eine Vielzahl spanischer Gesetzesreformen hat dazu beigetragen, dass es uns zwingend

notwendig erscheint, das Instrument der „Vermögenshaltenden S.L.“ als Investitionsstruktur

auf den Prüfstand zu stellen und neu zu beurteilen. Dieses Buch beleuchtet die

spanische und deutsche Perspektive und analysiert im Detail die Regelungen des neuen

DBAs und die Auswirkungen des Fehlens eines DBAs in Bezug auf die Erbschaftsteuer.

Die Autoren

Dr. Jürn Hinnerk Fauteck, Rechtsanwalt in Deutschland & Spanien mit eigener Kanzlei in

Madrid und Inhaber der erfolgreichen Vermögensverwaltung „ROBANA Family Office“.

Thomas Fitzner ist Assistent der Geschäftsleitung von European Accounting und betreut

u.a. den Bereich der Vermögenshaltenden Gesellschaften.

Prof. Dr. habil. Günther Strunk, Partner und Steuerberater in der Strunk Kolaschnik

Partnerschaft in Hamburg, ist Spezialist für internationale Steuerfragen und Leiter des

„Hamburger Institut für Familienunternehmen“ am HWWI.

Willi Plattes, Dipl.-Kfm. Asesor Fiscal - Steuerberater leitet das international tätige

Steuerbüro European Accounting in Palma de Mallorca und ist Herausgeber der

Schriftenreihe „Mallorca 2030“.

ISBN: 978-3-8482-6755-2

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