Ich wollte euch doch bloß Blumen verkaufen - IPP - Universität Bremen

ipp.uni.bremen.de

Ich wollte euch doch bloß Blumen verkaufen - IPP - Universität Bremen

Markt der Möglichkeiten – Stand J: Blumen verkaufen Sabine Muths, Universität Bremen

Marktstand J: „Ich wollte euch doch bloß Blumen verkaufen

In psychiatrischen Pflegeeinrichtungen begegnen die Auszubildenden einer fremden

und oftmals als bedrohlich erlebten Welt und ihre Gefühle sind nicht selten von einer

Mischung aus Faszination und Angst geprägt. Die Begegnungen mit Menschen mit

psychischen Erkrankungen – in dieser Lerninsel ein Patient im psychotischen Schub –

und mit einer totalen, sich der Patienten bemächtigenden Institution konfrontieren mit

zahlreichen individuellen und strukturellen Widersprüchen, die sich kaum bzw. gar nicht

mit Regelwissen lösen lassen – auch wenn das Bedürfnis nach Struktur und Regeln

wahrscheinlich in diesem Handlungsfeld mit am größten ist.

Zielebene: (Praktisches Erkenntnisinteresse) / Emanzipatorisches Erkenntnisinteresse

Perspektiven: Pflegende / Patient / Institution

(Netzwerk Curriculumentwicklung an Pflegeschulen, Region München – Michael

Metzger, Bildungszentrum Isar-Amper-Klinikum München-Ost)

1


Markt der Möglichkeiten – Stand J: Blumen verkaufen Sabine Muths, Universität Bremen

Kooperationspartner – an der Entwicklung und Erprobung beteiligt:

Einrichtung(en): Netzwerk Curriculumentwicklung an Pflegeschulen, Region München

*****

Bildungszentrum Isar-Amper-Klinikum München-Ost

Personen: Angelika Müller, Ulrike Pusch-Will, Renate Zahnleiter

****

Michael Metzger

Inhaltsdimensionen der Lerninsel:

*********

bearbeitete Schlüsselprobleme:

• Angst und Unsicherheit angesichts eskalierender Gewalt

• Entstehung von Gewalt in totalen Institutionen

zentrale bearbeitbare technische Erkenntnisse / instrumentelle Fertigkeiten:

• pflegerische Betreuung von PatientInnen im psychotischen Schub

• Deeskalationstraining

• Institutionelle Bedingungen der psychiatrischen Versorgung (incl. rechtliche und ökonomische

Aspekte)

*********

Mögliche curriculare Bezugspunkte in den gesetzlichen Lehrplanvorgaben:

integrierte Wissensgebiete (KrPflAPrV §1.1 – Anl.1):

• Kenntnisse der Gesundheits- und Krankenpflege, der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege

sowie der Pflege- und Gesundheitswissenschaften

• Pflegerelevante Kenntnisse der Naturwissenschaften und der Medizin

• Pflegerelevante Kenntnisse der Geistes- und Sozialwissenschaften

• Pflegerelevante Kenntnisse aus Recht, Politik und Wirtschaft

angesprochene Themenbereiche (KrPflAPrV §1.1 – Anl.1) / Lernfelder Rahmenricht-linien Niedersachsen:

• Pflegesituationen bei Menschen aller Altersgruppen erkennen, erfassen und bewerten

(Tb 1 u. 5)

• Pflegemaßnahmen auswählen, durchführen und dokumentieren (Tb 2)

• Pflegequalität sichern (Tb 6 u. 7)

• Pflege als Beruf ausüben (Tb 10 u. 11)

• In Gruppen und Teams zusammenarbeiten (Tb 12)

Einordnung in den bayerischen Rahmenlehrplan

2. Ausbildungsjahr

• Gesundheits- und Krankenpflege (Theorie und Praxis) LF 4: „Menschen mit Störungen

der persönlichen Wahrnehmung begleiten“

• Berufskunde LF: „Berufliche Anforderungen bewältigen“

• Recht und Verwaltung LF 2: „Pflege im institutionellen Rahmen organisieren“

Ich wollte euch doch bloß Blumen

verkaufen

(Die folgende Fallsituation basiert auf einem nur marginal veränderten Narrativ eines

Schülers/einer Schülerin)

„Es war einmal im Haus 12, Nachtdienst. Alles war ruhig, keine besonderen Vorkommnisse.

Auf einmal piepst der Alarmgeber. Notfall auf Station X. Im Treppenhaus

laufendes Pflegepersonal. Auf Station X angekommen, hörte man lautes Gepolter

und Schreie aus dem Wachbereich. Das Pflegepersonal war in der Wachbereichskanzel

versammelt. Im Männer-Wachbereich war ein Patient, der einen Stuhl schon

so oft gegen die Scheiben geschlagen hat, dass er „nur noch“ ein Stuhlteil in der

Hand hielt. Er schrie: „Ich wollte euch doch bloß Blumen verkaufen!“ und bei jeder

Silbenbetonung schlug er auf die Kanzelscheibe oder die Fensterscheibe nach draußen

ein. Dann ein Knall – er hatte die Fensterscheibe zum Zerspringen gebracht und

versuchte dies nun mit der Wachkanzelscheibe. Personal geht in Deckung. Als der

Sicherheitsdienst kam, wurde der Wachbereich von zwei Seiten gestürmt. Der Patient

ließ sich widerstandslos 7-Punkt fixieren. Als er fixiert im Bett lag, war von Aggressionen

oder Sinnestäuschungen keine Spur mehr. Im Gegenteil, er war gut gelaunt

und machte sogar Witze, so dass man gar nicht glauben konnte, dass er vor 5

Minuten noch Stühle und Scheiben zertrümmert hat.“

2


Markt der Möglichkeiten – Stand J: Blumen verkaufen Sabine Muths, Universität Bremen

Bildungsinhalte / -ziele:

Zielebene: Pflegende Pat./Angehörige Institution/Gesell. pfleger. Handeln

Technisches

Erkenntnisinteresse

= Wissenschaftsorientierung

/

technischinstrumentell

/

Wissen u. Fertigkeiten

(SchülerInnen

nennen / erklären

z.B.…)

• Möglichkeiten zur Sicherung der

eigenen Unversehrtheit

• Rechte und Pflichten im Rahmen

der Berufsausübung in der Akutpsychiatrie:

o Schadensersatz

o Haftung

o Notwehr

� Besonderheiten für die Situation

der Auszubildenden

• Strategien zur Entlastung und

Sorge für sich selbst in belastenden

Situationen, z.B.

o Achtsamkeitsübungen

o Entspannungstechniken

o Supervision

• die Rolle des Schülers in dieser

Situation

• Modelle zur Entstehung von Angst

o neurophysiologisch

o verhaltenstheoretisch

o psychoanalytisch

o soziologisch

� Zusammenhang zur Entstehung

von Aggression

• Aggressive Psychosen

o Entstehung von Sinnestäuschungen

� psychiatrische Grundlagen

zum Krankheitsbild, insbesondere

fallbezogen

o mögliche Frühwarnzeichen für einen

Krankheitsschub

• Hilfsmöglichkeiten in akuten Situationen

zum Umgang mit veränderter

Wahrnehmung

• therapeutische Unterstützung in der

akuten Situation und Nachbehandlung:

o medikamentöse Therapie

o andere Therapieansätze

• Rechtliche Grundlagen zur Freiheitsberaubung

– Möglichkeiten der

Abwehr und des Einspruchs – Fixierung

als Schutz / Selbstschutz / Sicherheit

• Modelle zur Entstehung von Angst

o neurophysiologisch

o verhaltenstheoretisch

o psychoanalytisch

o soziologisch

� Zusammenhang zur Entstehung

von Aggression

• Struktur und Konzepte psychiatrischer

Systeme / Alternative Konzepte der Antipsychiatriebewegung

o Aufbau und Organisation einer geschlossenen

Abteilung

o Aufbau und Funktionen einer akutpsychiatrischen

Einrichtung

o Verschiedene andere Ansätze institutionalisierter

Betreuung / Einrichtungen

zur Behandlung psychiatrischer Patienten

in akuten Zuständen

• rechtliche Regelung zur Einweisung in

geschlossene Anstalten/Abteilungen

• Finanzierung psychiatrischer Pflege (insbesondere

Akutpsychiatrie)

• Notfallhandeln in akutpsychiatrischen

Abteilungen (institutionelle Standards)

o Strukturelle Bedingungen für Deeskalation

o Aufgaben des Sicherheitsdienstes

o Aufbau von Alarmsystemen / Umgang

mit Alarmgebern / Reaktion auf Alarm

o Regelungen zum Vorgehen bei einer

Fixierung / rechtliche Aspekte im Umgang

mit Fixierung in Notfallsituationen

o Regelung der Dokumentationspflicht im

Zusammenhang mit Fixierung

o Besonderheiten der Organisation des

Nachtdienstes in der Akutpsychiatrie

• Haftung bei krankheitsbedingter Unzurechnungsfähigkeit

- Wer zahlt den entstandenen

Schaden?

3

• Pflegerisches Handeln in der Akutpsychiatrie

• Pflegehandeln und Aufgaben im

Nachtdienst (Schüler, Pflege)

• Pflegehandeln und Aufgaben im

psychiatrischen Wachbereich

• Fachgerechte Durchführung von

Fixierung

• Umgang mit gewalttätigen Patienten

• Deeskalationsstrategien


Markt der Möglichkeiten – Stand J: Blumen verkaufen Sabine Muths, Universität Bremen

Praktisches

Erkenntnisinteresse

= Verständigungsorientierung

(SchülerInnen

nehmen wahr

/verstehen / verständigen

sich

z.B. über …)

• Erfahrungen im Umgang mit • Vorstellungen zum individuellen • was es bedeutet in der Gesellschaft psy- • Entwicklung von individuellen Hand-

bedrohlichen Situationen und indi- Krankheitserleben im akuten Schub chisch krank zu sein

lungsmöglichkeiten in der konkreten

viduelle Reaktionsweisen

o Wahrnehmung eigener Ängste

und individueller Reaktionsformen

in Angstsituationen

o Wahrnehmen eigener Tendenzen,

akut bedrohlichen Situationen

auszuweichen oder „sich hineinzustürzen“

o individuelle Formen der Angstbewältigung

• Wahrnehmung von eigene aggressive

Anteilen und Reaktionsmustern

o individuelle Strategien mit eigenen

Aggressionen umzugehen -

Selbstkontrolle einzusetzten

• Vorstellungen zum individuellen

Erleben massiv aggressiver Gefühle

• mögliche individuelle Ursachen für

die Entstehung von Aggression /

möglicherweise erlebte Bedrohungen

– durch welche Momente wird

Aggressivität möglicherweise getriggert

• Erleben der Akutpsychiatrie zwischen

Abhängigkeit, Überwachung

und Sicherheit:

o das Erleben der Situation in der

Akutpsychiatrie allgemein und die

• wie die Gesellschaft mit psychischen

Krankheiten umgeht

• Gründe für die Institutionalisierung von

Akutpsychiatrien und geschlossenen Abteilungen

• Gründe für das „Wegsperren“ von Patienten

• Gründe für Auslagerung von psychiatrischen

Anstalten aus den Städten auf das

Land

Situation – wie soll ich mich in diesem

Fall verhalten?

o gegenüber dem Patienten

o gegenüber den Kollegen

o muss oder will ich als Schüler dort

mit hin laufen (z.B. Voyeurismus)

• Reflexion und Begründung der

Handlung

• Individuelle Möglichkeiten in Ex- Erfahrung beobachtet, überwacht

• Einschätzunt der veränderten Situatremsituationen

handlungsfähig zu zu werden

tion nach erfolgter Fixierung - mög-

bleiben

o das Erleben in der Akutsituation – • Gründe für Fixierungsmaßnahmen und liche Deutung der Aussage „Ich

• Individuelle Möglichkeiten um

Sicherheit und Schutz zu gewinnen

die Erfahrung überwältigt und fixiert

(auch stabilisiert und geschützt)

zu werden

die Einschränkung der Persönlichkeitsrechte

wollte euch bloß Blumen verkaufen“.

Entwicklung von Antworten /

Anschlussinteraktionen

• Individuelle Möglichkeiten zur

Aufarbeitung bedrohlicher Situationen

4


Markt der Möglichkeiten – Stand J: Blumen verkaufen Sabine Muths, Universität Bremen

EmanzipatorischesErkenntnisinteresse

= Reflexions und

Kritikorientierung

(SchülerInnen

reflektieren z.B.

den Widerspruch

zwischen…)

• Pflegerisches Selbstverständnis

„sich als guter Helfer verstehen“

vs. Sicherheits- und Kontrollaufgaben

(„Polizeiaufgaben“) ausführen

• Friedfertig sein wollen vs. Erleben

eigener Aggressionspotentiale

• souverän und kontrolliert handeln

wollen vs. Erleben von Angst, Be-

• Erleben von Angst, Ohnmacht,

Hilflosigkeit einerseits und Ausleben

von Aggression und Angriff andererseits

• Bedürfnis nach Selbstkontrolle und

Autonomie über die Situation einerseits

und Erleben von totaler

Fremdkontrolle andererseits

• Menschen wegsperren und totaler Kontrolle

aussetzen vs. Grundrecht auf

Selbstbestimmung / Menschenwürde

• Grundrechte und Menschenwürde vs.

Schutzbedürfnis der Gesellschaft vor andersartigen

/ vermeintlich oder tatsächlich

bedrohlichen Menschen

5

• Therapeutisches Handeln im vertrauensvollen

Patientenkontakt und

massivste Eingrenzung der Entscheidungsfreiheit

des Patienten

(Freiheitsberaubung unter Gewaltanwendung)

als Schutz- und Sicherheitsmaßnahme

drohung, Ohnmacht • Eingreifen und auf die Situation

• Eigenschutz durch Abwehr /

Rückzug vs. Aushalten von Gefahr

• Professionelle Souveränität vs.

Voyeuristische Faszination am

Andersartigen

• der Neugier folgen und auf den

Alarm mitgehen, auch Möglichkeit

zum Lernen nutzen und „vernünftig“

bleiben und den routinierten

Handlungsabläufen überlassen

(auch Sicherheit und Schutz suchen)

• Gesundheitsgefühl vs. Krankheitseinsicht

� als „krank“ bezeichnet

werden und sich nicht krank fühlen

• Stellung als Patient vs. Behandlung

als Straftäter

• Erleben von Fixierung als Unterwerfung

und Gewalt einerseits und Erleben

von Sicherheit und Schutz

durch Fixierung

• (Bezugspflege als Organisationsform mit

größerem Therapieerfolg einerseits und

Schutz der MitarbeiterInnen vor Überforderung

andererseits)

einwirken vs. durch Abwarten und

Zurückhaltung deeskalieren

• Reaktion auf Veränderung des

Patientenverhaltens vs. Durchhalten

der angesetzten Therapie


4 h

Markt der Möglichkeiten – Stand J: Blumen verkaufen Sabine Muths, Universität Bremen

Lernsequenz 1

Akuter psychotischer

Schub -

Wahnvorstellungen

im

Rahmen psychischerErkrankung

Die SchülerInnen

erarbeiten sich

Kenntnisse zum

Krankheitsbild Sinnestäuschungen

/Wahn speziell nur

auf diesen Fall bezogen(Vorkenntnisse

zur Krankheitslehre

i.d. Psychatrie

werden vorausgesetzt)

Methodische Anregungen:

strukturierter Lehrervortrag

mit anschließenderfallbezogener

Diskussion

oder:

durch SchülerInnen

vorbereitetes Expertengespräch

Einstieg: „Was geht ab?“ – „Was will ich lernen?“

SchülerInnen eignen sich die Situation zunächst über die Wahrnehmung und Darstellung ihrer emotionalen Reaktionen

an. Sie entwickeln und strukturieren Lernfragen, mit denen ihnen der Unterrichtsaufbau nachvollziehbar wird.

Methodische Anregungen: Präsentation der Szene über Text oder szenische Darstellung, Aneignung über Gespräch,

Standbild, szenische Darstellung, musikalische Komposition mit Orff-Instrumenten, Bilddarstellungen/Collagen - Strukturierung

durch Moderationskarten und Metaplanwand

Lernsequenz 2 6 h

Psychische Krankheit und

totale Institution – zur Entstehung

von Macht und

Gewalt in der Institution

Die SchülerInnen erarbeiten sich

Kenntnisse zum Thema Totale Institution

und setzen sich mit Formen

der Institutionalisierung im Bereich

der Psychiatrien auseinander, wobei

sie Erkenntnisse aus der Geschichte

der Psychiatrie einbeziehen.

Methodische Anregungen:

Präsentation von Filmsequenzen zu

realistischen Situationen des psychiatrischen

Alltags oder von Erfahrungsberichten

psychiatrieerfahrener

PatientInnen,

ergänzt durch Berichte von Erfahrungen

der SchülerInnen (auch zu

Ausübung von Macht/Gewalt)

Lehrer- oder Schülerreferat zur Geschichte

der psychiatrischen Pflege

Lehrervortrag oder Textarbeit zum

Thema „Totale Institutionen“ (z.B.

Goffmann)

Diskussion von Reformbewegungen

/ Antipsychiatriekonzept (evtl. Basaglia/Italien

– warum gescheitert?)

Sicherung der Diskussionsergebnisse

für Anknüpfung in LS 5.

Lernsequenz 3

10 h

Handeln im psychiatrischen Notfall

Teil 1 – rechtliche Aspkete

Die SchülerInnen

• wenden ihr Wissen zum Haftungsrecht

(1.Aj) auf den Fall an.

• erarbeiten sich Kenntnisse über das Thema

Notwehr / Schadensersatz in akut bedrohlichen

beruflichen Situationen und

• Kenntnisse zu Regelungen für Fixierung,

und dazugehörigen Leitlinien

Teil 2 – Deeskalationstraininig

Die SchülerInnen erwerben Kenntnisse zur

Deeskalation in psychiatrischen Notfallsituationen

und üben Möglichkeiten fachgerechter

Fixierung

Methodische Anregungen:

Teil 1: Recherche zu u. Bearbeitung von

Gesetzestexten, Fallbeispielen und Musterurteilen

/ Expertengespräch zu den offenen

Lernfragen mit dem Juristen / Anwendung

a.d. Fall

Teil 2:

Möglichkeit 1: Recherche in verschiedenen

psychiatrischen Kliniken zu deren Umgang

mit Deeskalationstraining und –strategien.

Üben von Fixierung im Selbstversuch

Möglichkeit 2: Seminar (hauseigen) zum

Thema Deeskalationsstrategien und fachgerechte

Fixierung, Handeln bei Notfallalarm

Lernsequenz 4 6 h

Selbstpflege der

Pflegenden in

akutpsychiatrischenEinrichtungen

Die SchülerInnen entwickeln

Strategien um

extreme berufliche

Anforderungen bewältigen

zu können, um zu

einem verantwortungsbewussten

und authentischen

professionellen

Handeln zu gelangen.

Sie erarbeiten Grundlagenwissen

zu Fall- und

Teamsupervision.

Methodische Anregungen:

Erfahrungsbezogener

Unterricht, z.B. Interaktionsspiele

/ Statuen- /

Forumtheater

Entspannungsübungen

Achtsamkeitsübungen

Recherche Institutioneller

Angebote / Textarbeit

oder Expertengespräch

zu Supervision

Ergebnissicherung: Praxisauftrag

SchülerInnen und LehrerInnen entwickeln gemeinsam einen Erkundungs-/Reflexionsauftrag für einen Praxiseinsatz im

Arbeitsfeld „Psychiatrische Pflege“ zum Thema „Umgang mit Macht und Gewalt in der Institution“

Methodische Anregungen: Gruppenarbeit - Unterrichtsgespräch

2-4h

6

6 h

Lernsequenz 5

Professionelles Pflegehandeln im

Arbeitsfeld Psychiatrie

Die SchülerInnen entwickeln individuelle

Handlungsmöglichkeiten für diese und andere

(möglichst selbsterlebte) konkreten Fallsituationen.

Sie beachten dabei individuelle

Reaktionsmuster in Krisen, Selbstbestimmungswünsche

und –rechte des Patienten

institutionelle und rechtliche Rahmenbedingungen

und reflektieren so ethische Aspekte

professionellen Handelns im Arbeitsfeld Psychiatrie

in seiner Widersprüchlichkeit.

Leitfragen:

• Wie bleiben Pflegende in Krisen handlungsfähig?

• Welches Aufgabenprofil hat ein therapeutisches

Team in der Psychiatrie und welche

Rolle haben Schüler?

• Wie gehe ich als Pflegende mit den

Selbstbestimmungswünschen des Patienten

um?

• Wie handeln Pflegende professionell bei

gewalttätigen Patienten in der Psychiatrie?

– z.B.: Ist die Entscheidung zur Fixierung

richtig gewesen, obwohl sich die

Situation verändert hat?

Methodische Anregungen:

- Unterrichtsgespräch

- Handlungsalternativen entwerfen

- Situation ausgehend v. Eingangssequenz

szenisch weiterentwickeln (z.B.

Methode Forumtheater)

2 h

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine