I n t e r d i s z i p l i n ä r e s S e m i n a r Baureferendariat 2009 ...

ar.tum.de

I n t e r d i s z i p l i n ä r e s S e m i n a r Baureferendariat 2009 ...

I n t e r d i s z i p l i n ä r e s S e m i n a r

Baureferendariat 2009 - 2010

S t ä d t e b a u

Plauen - neue Ideen für die leere Stadt

W a s s e r w i r t s c h a f t

Fließende Grenze - Sanierung untere Salzach

H o c h b a u

Mähring - Umdeutung von Grenzräumen

S t r a ß e n b a u

Ausbau A8 - Mobilität neu denken

GRE GRENNZEN ZEN


Herausgeber und Redaktion

Redaktion:

Peter Böhm

Christine Grampp

Matthias Groß

Stephanie Kreisel

Anna-Maria Martin

Thomas Spindler

Carsten Wachtel

Hartmut Wilke

Sara Yamani

Oberste Baubehörde

im Bayerischen Staatsministerium des Innern

Technische Universität München

Fakultät für Architektur

Institut Entwerfen, Stadt und Landschaft

Univ. Prof. Sophie Wolfrum

Univ. Prof. em. Ferdinand Stracke

Regierungsbaumeisterin Merle Bald

Sekretariat Ingrid Wolfrath

Technik Klaus Scheuenpfl ug

Gabelsberger Strasse 49

80333 München

Tel.: 089 - 289 22350

Fax: 089 - 289 22349

bald@lrz.tum

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Herausgeber und Redaktion

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Themenfelder

Plauen – neue Ideen für die leere Stadt

Grußwort des Plauener Bürgermeisters

Projektarbeiten

Fazit

Fließende Grenze - Sanierung Untere Salzach

Beobachtungen der Regierung von Oberbayern

Projektarbeiten

Fazit

Mähring – Umdeutung von Grenzräumen

Profi l der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben

Projektarbeiten

Fazit

Ausbau A8 – Mobilität neu denken

Gedanken der Autobahndirektion

Projektarbeiten

Fazit

Abschlusskonferenz

Presseveröffentlichungen

Resümee der Baureferendare

Erfahrungen der Ausbildungsleiterin

Dank

Teilnehmer

Referenten

Quellen

Inhaltsverzeichnis

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Einleitung

Das Thema Grenzen ließe sich leicht auch metaphorisch strapazieren.

Hier aber ist es ganz pragmatisch gedacht. Vier Themen, die mit unterschiedlichen

Grenzen umgehen müssen, wurden an uns für dieses

Interdisziplinäre Seminar für die Baureferendare herangetragen.

1. Plauen im Vogtland, eine schrumpfende Stadt, in der 10.000 Wohnungen

leer stehen. Sind die alten Grenzen zwischen Ost und West

immer noch in unseren Köpfen?

2. Die Salzach wurde früh im 19. Jahrhundert begradigt, nicht zuletzt,

um die Grenze zwischen Deutschland und Österreich zu präzisieren.

Der heutige Umbau des Gewässers macht neben einer anderen Planungskultur

im Laufe der Zeiten auch die verschiedenen Herangehensweisen

von deutscher oder österreichischer Seite deutlich.

3. Grenzstationen an der deutsch-tschechischen Grenze wurden errichtet,

um für eine kurze Zeit vor Schengen ihren Dienst zu verrichten.

Nach sieben Jahren hatten sie ihre Nützlichkeit getan und harren

der Dinge. Eine nationale Grenze, deren Bedeutung sich verschiebt,

braucht keine Grenzbauwerke mehr.

4. Die A8 zwischen München und Salzburg wurde als Panorama-Autobahn

in die Landschaft hinein entworfen. Ihre notwendige technische

4

Ertüchtigung droht gerade diese Qualität auf eine Grenze zwischen

den Landschaften an ihren Flanken zu reduzieren.

Der Sinn dieses Kurses liegt in dem Training der interdisziplinären Zusammenarbeit

zwischen den verschiedenen Fachkulturen des Bauwesens.

Die vier Projekte haben jeweils eine andere Disziplin im Fokus:

Wasserwirtschaft, Hochbau, Städtebau, Straßenbau, Maschinenwesen

und Elektrotechnik. Gleichzeitig trägt jedes Elemente der anderen Disziplinen

in sich. Und um jetzt doch noch metaphorisch zu werden:

Grenzen überwinden, das heißt im Interdisziplinären Seminar für Baureferendare

auch, die Grenzen der eigenen Disziplin zu überschreiten

und sich den Sichtweisen der anderen zuwenden.

Wir erwarten niemals, dass man seine eigene Fächerkultur verleugnet,

sondern im Gegenteil, dass sie mit Engagement eingebracht wird. Wir

wünschen uns, dass die Referendare die Kulturen der jeweils anderen

kennen lernen und untereinander kommunizieren lernen. Wir hoffen,

zu einem Netzwerk für das spätere Berufsleben beizutragen.

Wie auch in den vergangenen Jahren geben uns die heutigen Projekte

einiges zu beißen: unvereinbare Zielsetzungen, unlösbare Probleme,

verfahrene Situation, unbeeinfl ussbare Ursachen, diametrale Interessen.

Wir freuen uns darüber, dass wir solche harten Nüsse vorgelegt


ekommen, die ja alle vier aktuell sind, reale Projekte und keine Planspiele.

Gleichzeitig fürchten wir die kurze Zeit von zwei Wochen, die zur Bearbeitung

zur Verfügung stehen. Aber gerade darin liegt auch wieder der

positive Aspekt, schnell und kreativ Position zu beziehen und Lösungsansätze

zu erfi nden. Ein Begriff, der in der qualitativen Forschung große

Bedeutung hat, passt sehr gut in unserer Situation: Abduktion. Die

Lösung muss mit einer abduktiven Methode entwickelt werden. Induktives

Vorgehen würde zu lange brauchen, deduktives würde vermutlich

zu den vertrauten Lösungen der jeweiligen Profession führen.

Neue Lösungen sind jedoch gefragt. „Und nach Peirce ist die Anwesenheit

von echtem Zweifel .... oder großem Handlungsdruck eine

günstige ‚Wetterlage’ für das Entstehen abduktiver Blitze.“ 1 Die abduktive

Methode braucht den kreativen Übersprung, der gerade aus

der Kollision der verschiedenen Fächerkulturen kommen kann, der aus

der Anspannung einer sehr kurzen Bearbeitungszeit kommen kann.

Die Referendare werden zwei Jahre lang in Regelwerke, Gesetze und

staatliche Routinen eingeführt. Diese gilt es kreativ einzusetzen, aber

gleichzeitig gilt es auch, neue „Regeln“ zu erfi nden, kreativ zu sein,

konzeptionell zu denken.

Alle Themen des Kurses haben in doppelter Hinsicht den Anspruch erhoben:

Grenzen überwinden.

Sophie Wolfrum

1 Jo Reichertz, Abduktion, Deduktion und Induktion in der qualitativen

Forschung. In: Uwe Flick et. al. (Hg.), Qualitative Forschung. Reinbek

bei Hamburg 2000, S. 283

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Themenfelder

Plauen Salzach

geographische Lage der Projekte in Bayern

Städtebau

Oberzentrum im Südwesten des Freistaates Sachsen

etwa 67.000 Einwohner

Kreisstadt des Vogtlandkreises

international bekannt durch die Plauener Spitze

berühmter Plauener: Cartoonist Erich Ohser-

Schöpfer der Vater-und-Sohn-Geschichten

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Wasserwirtschaft

längster und wasserreichster Nebenfl uss des Inn

insgesamt 225 km Länge

auf etwa 59 km Grenze zwischen Österreich und Deutschland

Flussabschnitt zwischen Tittmoninger Becken und Nonnreiter Enge

Einzugsgebiet rund 6.700 km²

mittlerer Wasserabfl uss an der Flussmündung 250 m³/s

Hochwasser vom 12. August 2002: 2.100 m³/s bei Salzburg


Mähring Autobahn A8

Hochbau

Oberpfalz

Landkreis Tirschenreuth

Grenzort zwischen Bayern und Böhmen

etwa 2.000 Einwohner

Nähe zu Kloster Waldsassen

Nähe zum Bäderdreieck

Marienbad-Franzensbad-Karlsbad in Böhmen

Strassenbau

eine der am stärksten befahrenen Autobahnen in Deutschland

etwa 500 km lange West-Ost-Achse in Süddeutschland

Frasdorf bis Grabenstätt

Kilometer 69-87

Panoramastrasse am Chiemsee

erster Spatenstich am 21. März 1934

landschaftlich exponierte Trassenführung

Gefälleabschnitte mit bis zu 7%

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Schon 1122 erstmals urkundlich erwähnt, wuchs Plauen durch die

aufstrebende Textilindustrie bis 1904 zur Großstadt und wurde mit

der Plauener Spitze bekannt.

Wie andere Kommunen kämpft Plauen heute aufgrund wirtschaftlicher

und politischer Veränderungen mit Abwanderungen und Geburtenrückgang.

Die Stadt stellte sich rasch dieser Herausforderung und

hat seit 1991 alle ihr gebotenen Möglichkeiten genutzt und Anträge

auf Förderung der Städtebaulichen Erneuerung gestellt.

Doch scheint die etablierte Stadtplanung in Plauen an ihre Grenzen zu

stoßen. Daher soll experimenteller auf die Situation gesehen werden,

ohne reale Umsetzungsstrategien zu vernachlässigen.

„Schrumpfung“ ist ein Schlagwort des heutigen urbanistischen Diskurses.

Die Thematik ist Inhalt von Forschungsprojekten, Ausstellungen

und Modellprojekten, und die betroffenen Gemeinden setzen sich notgedrungen

damit auseinander. Es sollen unterschiedliche planerische

Strategien im Umgang mit räumlichen und sozialen Auswirkungen

von Schrumpfung wie in einem Experimentierlabor getestet werden.

Plauen - neue Ideen für die leere Stadt

Profi lierung als Strategie

Wie kann analog zum Planungsansatz der IBA 2010 in Sachsen-Anhalt

ein wirtschaftliches, soziales und kulturelles Profi l für die Entwicklung

der Stadt Plauen aussehen?

Können zukunftsfähige Spezialisierungen und gezielte Kooperationen

die drohenden oder bereits eingetretenen Wettbewerbsnachteile

schrumpfender Städte und Regionen kompensieren?

Stadtentwicklung durch Zwischennutzung

Wo fi nden sich Orte für Zwischennutzungen?

Wie können temporäre Nutzungen entstehen und zur Keimzelle eines

anderen Urbanismus werden?

Mit welchen administrativen Maßnahmen lässt sich das Ziel erreichen?

Wie können Kreativität, Engagement und soziale Netzwerke als Kapital

fi nanzschwacher Akteure für aktive Stadtgestaltung genutzt werden?

Performativer Ansatz

Eignet sich eine künstlerische Intervention mit temporären Bauwerken

oder Veranstaltungen als Strategie im Städtebau?

Lässt sich so auf bestehende Situationen aufmerksam machen, kreatives

Potential motivieren und Kommunikation erzeugen?

Verbessert sich schrittweise mit dem Stadtteilimage die Außenwahrnehmung

der Stadt?

Die Entdeckung des Bestandes

Wie lassen sich innovative Wohnmodelle in die bestehende östliche

Bahnhofsvorstadt implementieren?

Wie wird dieses Teilgebiet für eine junge Klientel attraktiver?

Renaturierung und Bodenrecht

Wie lässt sich der Ansatz des Stadtentwicklungskonzeptes vertiefen,

Täler in Landschaftsräume zu re-transformieren?

Welche Strategien des Bodenmanagements eignen sich hierfür?

Profi lierung der Elsteraue

Kann die Elsterause gleichzeitig Landschaftsraum und Gewerbestandort,

Freizeitareal und Fläche für Bildungseinrichtungen, Verwaltung

und Forschung sein?

Was bedeutet die programmatische Vielfalt vor Ort?

Wie kann mit den gefundenen Altlasten umgegangen werden?

Kultivierung der Leere

Lässt sich aus Leere ein ästhetisches Konzept kultivieren und inszenieren?

Wie können leere Brachfl ächen in der Stadt räumlich gestaltet werden,

die sich nicht wieder bebauen lassen?

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Grußwort des Plauener Bürgermeisters

Liebe Leserinnen und Leser,

noch vor den maßgeblichen Montagsdemonstrationen in Leipzig initiierten

die Bürger von Plauen am 07. Oktober 1989 den Wendevorgang.

Die freie Marktwirtschaft löste die sozialistische Wirtschaft ab. Für die

Mittelstadt Plauen, ehemals am Rande der DDR, eröffneten sich auf

Grund der Lage zu den Altbundes- und osteuropäischen Länder neue

Chancen. Die errungenen Freiheiten eröffneten neue Perspektiven.

Städtebauliche Missstände konnten Zug um Zug beseitigt werden.

Vor allem die Innenstadt erhielt ein neues und attraktives Gesicht. Der

Wunsch nach privatem Wohneigentum konnte sich für viele Bürger

in den unterschiedlichsten individuellen Formen erfüllen. Auf neu erschlossenen

Gebieten entstanden technologisch hochwertig besetzte

Industrie- und Gewerbestandorte.

Heute blickt Plauen, eine Stadt im Dreiländereck Sachsen–Thüringen–

Bayern mit Stolz auf seine Entwicklung seit der Wiedervereinigung

Deutschlands und dem vollzogenen gesellschaftlichen Wandel.

Mit den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen stellten

sich aber auch zunehmend Probleme auf dem Arbeitsmarkt ein. Als

Folge der Existenzsicherung mehrten sich Arbeitspendler und Wegzüge

sozialbeitragspfl ichtiger Bürger. Insbesondere das nahe liegende

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Bayern bot in dieser Situation für viele Plauener Perspektiven. Zunehmend

erkennbar wurden auch die Probleme einer negativen Bevölkerungsentwicklung.

Die Folge waren Wohnungsleerstände und überdimensionierte

Infrastruktur. Staatlich geförderte Plattenbausiedlungen

an der Peripherie, eine verfehlte Städtebaupolitik der DDR, hinterließ

schon 1990 zur Wendezeit einen Wohnungsleerstand, insbesondere

in historischen Zentren von ca. 7.000 Wohnungen. Um diesen Entwicklungen

gezielt gegenzusteuern, wurde frühzeitig ein Integriertes

Städtebauliches Entwicklungskonzept erstellt. Dabei zeigte sich,

dass die Dimensionen einer im 19. Jahrhundert blühenden Großstadt

mit 128.00 Einwohnern, die 1945 zu den meist zerstörten Städten

Deutschlands zählte, eine große Herausforderung für eine ganzheitliche,

erfolgreiche Entwicklung darstellt. Seit Jahren stellt sich die Stadt

erfolgreich den neuen Herausforderungen.

Durch die Angebote der Förderprogramme auf europäischer-, Bundes-

und Landesebene konnte eine positive Entwicklung kontinuierlich unterstützt

werden. Die Probleme sind künftig aber nur zu lösen, wenn

diese zunehmend einer ganzheitlichen Betrachtungsweise unterzogen

werden. Nur so lassen sich nachhaltige Effekte erzielen.

Ein wesentlicher Punkt zur Problemlösung ist im Besonderen aber

auch der Blick von Außen, der dem Fachmann vor Ort manchmal ent-


geht. Die Projektarbeit bayerischer und sächsischer Baureferendare an

ausgewählten Beispielen der Stadt Plauen war deshalb ein spannender,

interessanter und hilfreicher Arbeitsprozess, der für unsere Arbeit

neue Blickwinkel offenbarte und für frischen Wind sorgte.

Nach kurzer Analyse- und Bearbeitungszeit wurden durch die bereits

über erste Berufserfahrung verfügenden Referendare speziell die positiven

Seiten der heutigen Situation dargestellt und daraus eigene

Ideen entwickelt. Die Zukunft Plauens wird mit einer Innenstadt verbunden,

deren vielfältige Funktionen miteinander harmonieren. Als

besondere Qualität werden die vorhandenen Freiräume eingestuft.

Die Baureferendare schlagen der Stadt Plauen vor, ihre bisherigen und

heutigen Stärken in den Mittelpunkt ihrer Entwicklungsstrategien zu

stellen. Sie ermutigen, Entwicklungsziele prägnant zu benennen und

sich auf Wesentliches zu konzentrieren. Auf dieser Grundlage sollte

dann beständig der Gedankenaustausch mit Einwohnern und Gästen

gesucht werden – im Bewusstsein, dass dieser Weg nicht einfach ist,

da sich nicht alle Wünsche und Hoffnungen erfüllen lassen und Geduld

und Ausdauer für jeden kleineren wie größeren Schritt nötig sein

wird.

Plauen - neue Ideen für die leere Stadt

Mit Blick auf die dynamische Fortführung unseres Stadtentwicklungsprozesses

danke ich Ihnen allen für Ihre Kreativität und Ihr Engagement.

In Wechselwirkung von Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft,

im Zusammenspiel zwischen Realität und Wunsch, Ziel und Projekt

konnten durch die Baureferendare einige unkonventionelle interessante

Lösungsansätze gefunden werden, die wir Ihnen, liebe Leserinnen

und Leser vorstellen möchten.

Ihr Manfred Eberwein

Baubürgermeister

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Plauen - neue Ideen für die leere Stadt

Gruppe 1:

Christine Grampp

Andreas Lindenmaier

Irina Martaler

Katherina Schmitt

Karsten Wachtel

Konzeptplan

Zukunftsfl ächen

Kultur(Pl)auen

Status quo

Die Stadt Plauen schrumpft kontinuierlich mit einem jährlichen

Schwund von ca. 500 Einwohnern. Das erfordert einen gezielten Umgang

mit den nicht mehr benötigten Flächen und den vorhandenen

Stadtstrukturen.

Unsere Arbeit befasst sich mit dem Entwicklungsgebiet der Elsterauen,

speziell mit dem Bereich zwischen der Weißen Elster und dem

Mühlbach. Diese zentral gelegenen Flächen sind sehr bedeutsam und

wurden von der Stadt Plauen bereits in einer Studie untersucht. Die

dabei entwickelten Leitziele wurden in unserer weiteren Bearbeitung

berücksichtigt.

- Entwicklung der Elsteraue als Gewerbestandort für

innovative Produktion

- Revitalisierung der Elsteraue als Grünes Band

- Schaffung eines großräumigen Areals mit einem breit ge-

fächerten Freizeitangebot

- Entwicklung als Standort zur Ansiedlung einer höheren

Bildungseinrichtung, Verwaltung und Forschung

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Szenepark

Freizeitpark

Zukunftsvision

Wir sehen das Potential der Elsteraue in der Verzahnung unterschiedlich

gestalteter Grünfl ächen als Verbindungsgrün zwischen den Stadtteilen.

Von diesem zentral gelegenen Gebiet soll der Anstoß für die

weitere Entwicklung der Elsteraue erfolgen. Es bildet somit die Keimzelle

für die weitere Entwicklung.

Analyse

Die Untersuchung der Planungen der Stadt Plauen ergab, dass es derzeit

gegensätzliche Aussagen gibt. Das Entwicklungskonzept Elsteraue

sieht den stark gewerblich geprägten Verlauf der Elsteraue als konsolidiert

an. Nur der zentrale Bereich ist großteils als Sanierungsbereich

vorgesehen. Auch der Entwurf des Flächennutzungsplans aus dem

Jahr 2009 weist die Flächen in dem Gebiet als gemischte Baufl ächen,

Sondergebiet oder Gewerbefl ächen aus.

Im Gegensatz dazu kennzeichnet das Integrierte Stadtentwicklungskonzept

(InSek) große Bereiche als Grünfl ächen und als zu entwickelnde

Gebiete. Der Bedeutung des Gebietes angemessen, sollen

Gemeinbedarfsfl ächen den Brückenschlag zu den südlicheren Wohngebieten

bilden. Nach unserer Auffassung bildet die InSek-Planung ein

zukunftsfähiges Konzept, das weiter verfolgt werden sollte.


Sportpark

Umsetzung

Wir haben die Idee des grünen Bandes entlang der Elster aufgegriffen.

Die Grünfl ächen sollen sich wie ein Reißverschluss in die Stadtstruktur

einfügen und die Stadtteile miteinander verbinden. Dabei werden vorhandene

Strukturen berücksichtigt und geordnet. So bleiben am östlichen

und westlichen Rand des Gebietes die Gewerbefl ächen erhalten.

Die bestehenden Wohngebäude aus der Gründerzeit werden durch die

angrenzenden Grünfl ächen aufgewertet und könnten so erhalten und

ggf. ergänzt werden.

Das zentral gelegene Weisbachsche Haus, die Weberhäuschen und die

Gebäude der benachbarten Fabrik werden erhalten. Sie sollen zu einem

neuen Kulturareal entwickelt werden. Es bildet den „Motor“ für die

weitere Umwandlung des Gebietes. Das angrenzende Grün kann als

Aktionsfl äche im Freien genutzt werden. Dabei ist es nicht erforderlich

die Planung komplett umzusetzen. Bereits kleine Flächen können

den Bewohnern zur Verfügung gestellt und baldmöglichst erweitert

werden.

Der Milmesbach südlich der Elster soll freigelegt werden und nicht

mehr benötigte Straßen zurückgebaut bzw. wie die B 173 umverlegt

werden.

Kulturpark

Kultur(Pl)auen

Im zentralen Bereich der Aue können Grünfl ächen mit unterschiedlichen

Schwerpunkten entstehen. Wir stellen uns dabei einen Sportpark,

einen Kulturpark, einen Freizeitpark und einen Szenenpark vor.

Konkrete Ideen zur Umsetzung

- FNP an den InSek–Plan anpassen

- Baurecht auf Zeit zur Entwicklung der Wohnbebauung

Regelung der Eigentumsverhältnisse :

- Auftaktveranstaltung-Information und

Bürgerbeteiligung

- Anreize für Umzug des Gewerbes (Steuererleichterung)

- Rückbau der Straßen bzw. Schwächung der Anbindung des

Gewerbes

- Ersatzstandorte für Gewerbe anbieten

- kein Aufkaufen sondern Grunddienstbarkeiten

- Vereinsgründung oder Genossenschaft zwischenschalten

Förderung und Finanzierung :

- Städtebauförderung durch EU-Mittel

- Stadtumbau Ost

- Stadtentwicklung, Stadtsanierung, Soziale Stadt

- evtl. Städtebaulicher Denkmalschutz

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Plauen - neue Ideen für die leere Stadt

Gruppe 2:

Cornelia Barth

Stefan Krabatsch

Matthias Moll

Barbara Schelle

Thomas Spindler

Zwischennutzung in Plauen

Konzept

Die Stadt Plauen hat, wie die meisten Kommunen in den neuen Bundesländern,

seit der deutschen Wiedervereinigung mit sinkenden Bevölkerungszahlen

und daraus folgenden Leerständen zu kämpfen. Mit

einem neuartigen Ansatz der Zwischennutzung, in Verbindung mit

einem einheitlichen Beleuchtungskonzept, soll das Stadtbild Plauens

attraktiver gestaltet werden. Tagsüber fi nden sich in den Schaufenstern

stadträumlich prägnanter Straßenzüge unterschiedliche kulissenartige

Raumgestaltungen wieder, die nachts durch eine attraktive

Beleuchtung den Straßenraum erhellen.

Einzelne leer stehende Gebäude sind aufgrund ihres großzügigen

Raumangebots geradezu prädestiniert, um dort Kleinhändlern und

Start-Up Firmen, die auf dem freien Markt mit schwierigen Ausgangsbedingungen

zu rechnen hätten, eine Plattform für ihre geschäftliche

Entwicklung zu bieten. Die dadurch zu erzielende Vielfalt des Angebots

trägt als einzelner Baustein zur Wiederbelebung des erweiterten Innenstadtbereichs

bei. Für die Wohnungseigentümer ergeben sich Vorteile

wie eine attraktive Werbewirksamkeit ihrer Immobilien und eine

Wohnraumerhaltung durch aktive Nutzung.

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Haus der Pioniere

Bleichstraße

Rasenskulptur

Weissbachhaus

Biergarten am Wasser

Übersichtskarte

Weberhäuser

Stadtbalkon

Tribüne

Screen

Erinnern

100 Meter

Kaufhaus

Stadtbalkon

Fokus der Betrachtung

Erdgeschosse

Die vielfach in aufeinander folgender Reihe ungenutzten Erdgeschossverkaufsräume

in prägnanten Straßenzügen der gründerzeitlichen

Bahnhofsvorstadt werden im Sinne des Leerstandsmanagements bei

zunächst nicht gegebener Nutzung vorerst so belassen. Ein in Plauen

immer wieder gleich geartetes Beleuchtungskonzept in den Schaufenstern

weist einerseits interessierte Nutzer auf die Verfügbarkeit der

Immobilie hin und wirkt andererseits dem Gefühl der Tristesse und der

Verlassenheit entgegen.

Baulücken

Die Grundlage unseres Konzepts ist die Aufwertung des Verlustes.

Der überschüssige Raum soll als nutzbarer Freiraum gestaltet werden

und „einfach schön sein“. Als Beispiel kann hierbei die Rasenskulptur

von Regina Hellwig-Schmid in Regensburg angeführt werden, bei der

das gesamte Abbruchareal inklusive des vorhandenen Bauschutts mit

Rollrasen und Pfl anzsubstrat bedeckt wurde, wobei die Künstlichkeit

des Materials die diesem Ort innewohnenden Widersprüche und seine

Vergänglichkeit offen legt.


Konzept Kaufhaus

„Zimmer Frei“

Die Grundlage zur Umsetzung dieser Maßnahmen bildet die aktive Beteiligung

Plauener Bürger. In einem Verein „Zimmer frei“ sollen sämtliche

gemeinsamen Interessen zusammen mit den unterschiedlichen

Fähigkeiten der Mitglieder gebündelt werden, um die Projekte engagiert

und kostengünstig voran zu treiben.

Finanzielle Unterstützung erhält der Verein durch Mitgliedsbeiträge,

Spenden, fantasievolle Aktionen (Beispiel: Haus des Lehrers – Blinken

Lights / Berlin), staatliche Fördermittel (vergleichbar den Programmen

soziale Stadt, aktive Zentren etc.) und jährliche Zuwendungen der

Stadt Plauen. Der Verein betreibt den Kontakt zwischen Eigentümern

und interessierten Nutzern in Form des Leerstandsmanagements und

bedient sich dabei des betriebswirtschaftlichen, technischen und planerischen

Know-Hows seiner Mitglieder.

Nicht selten werden hier Einzelfallregelungen auf der Basis rechtlicher

Grundlagen zu treffen sein. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang

BauGB §9 Abs. 2 Baurecht auf Zeit, §11 Städtebaulicher Vertrag, §12

Vorhaben- und Erschließungsplan, §171c Stadtumbauvertrag und privatrechtliche

Instrumente wie Kauf- und Tauschverträge, Gebrauchsüberlassungsverträge

oder Pachtverträge.

Beteiligte

Zimmer frei

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Plauen - neue Ideen für die leere Stadt

Gruppe 3:

Peter Böhm

Alex Eder

Jochen Fellendorf

Julianna Günther

Leif-Peter Krause

Kunstaktion in Baulücke

Unser Weg

Wir haben uns mit der Aufwertung der Östlichen Bahnhofsvorstadt in

Plauen beschäftigt.

Sie gehört zum Bereich der Innenstadt, die Einkaufsmeile Bahnhofsstraße

und das Rathaus sind fußläufi g erreichbar. Um diese enge Verbindung

für die Bürger noch deutlicher spürbar zu machen, sollen die

Fußwegebeziehungen ausgeweitet werden.

Es gibt in diesem Gebiet einen Mangel an öffentlichen Flächen mit

Aufenthaltsqualität, jedoch kann man das Potential der großen, grünen

Höfe nutzen, um sie für die Bewohner leichter zugänglich, erlebbar

und bespielbar zu machen.

Als ersten Schritt dazu rufen wir zu einer Kunstaktion auf, deren Inhalt

die Durchquerung der Höfe ist. Das gemeinsame Motto der Arbeiten

ist „Die Entdeckung des Gehens als Kunstform“. Künstler aus Plauen

und den Partnerstädten werden eingeladen, die Höfe als Kunsträume

zu gestalten. Im Rahmen dieser Aktion werden die Höfe zu Orten

der Begegnung, der Kommunikation und der Identifi kation. Die Bürger

werden motiviert und aktiviert und erkennen die Potentiale des Viertels.

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Kunstaktion

Der Gang durch die Höfe soll als Performance inszeniert werden, das

Gehen wird selbst zur Kunstform. Unser Vorschlag folgt dem Motto

„Mehr sehen durch Gehen“. Der Gang durch die Kunsträume soll als

kollektives Erlebnis empfunden werden, die Besucher sollen sich als

Teil der Aktion empfi nden und bereit sein, ihren eigenen Teil beizutragen.

An die Besucher werden Brillen verteilt, um den Blick auf das

Kommende zu schärfen, aber auch, um allen eine Gemeinsamkeit zu

verleihen und so eine Gemeinschaft von Erlebenden zu formen. Die

Erlebenden werden Teil des Weges, der Performance.

Neben den Höfen, die durch die geladenen Künstler gestaltet werden,

gibt es eine Zahl von Stationen auf dem Weg, die weitere Funktionen

aufnehmen. Wir nutzen die Möglichkeit, die Höfe zum einen über die

bestehenden Baulücken, aber auch über die leerstehenden Häuser zu

öffnen und zu betreten.

Als erstes Element und Eingang in die Kunstaktion steht ein Portal an

der Bahnhofsstraße. Hier bekommt die Aktion die meiste Aufmerksamkeit.

Hier werden Passanten informiert, die Besucher bekommen

ihre Brillen, ihr Leben als Teil der Performance beginnt.

Die Höfe und Baulücken werden durch eingeladene Künstler mit


Eingangsportal des Kunstpfades

“Mehr Sehen durch Gehen”

Kunstwerken oder Installationen bespielt. Dort wo der Weg die Straßen

überquert, markieren temporär aufgestellte Wanderbäume die

Übergänge und lassen das Grün scheinbar durchlaufen.

Das Bürgerhaus an zentraler Stelle ist als Zwischenstop gedacht und

soll als Ort für Veranstaltungen dienen. Der Besucher kann sich bei

einer Tasse Kaffee über das bisher Erlebte austauschen. Hier könnte

auch ein temporärer Museumsshop installiert werden.

Als fi nales Ziel des Weges steht ein Wächterhaus, ein bisher ungenutztes

Haus, das durch die Arbeit von und mit Schülern wieder mit Leben

gefüllt wurde. Hier fi nden Workshops statt, die Schüler veranstalten

eigene Aktionen und zeigen die Ergebnisse in einer Galerie.

Von der Kunstaktion bleiben nicht nur Trampelpfade in den Innenhöfen,

wo sich die Besucher aufgehalten haben: Vor allem in den Köpfen

der Bewohner bleibt die Erinnerung an die gemeinschaftliche Aktion

und das Miteinander. Dadurch erhoffen wir uns, die Kommunikation

und den Zusammenhalt der Bewohner der östlichen Bahnhofsvorstadt

zu stärken. Es entsteht eine nachbarschaftliche Gemeinschaft, die ihre

Innenhöfe nach eigenen Vorstellungen miteinander gestaltet und sich

dadurch mit dem eigenen Viertel identifi ziert.

Prinzipschnitt Wächterhaus

Unser Weg

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Plauen - neue Ideen für die leere Stadt

Gruppe 4:

Dagmar Alsbach

Martin Donath

Sandra Müller

Martin Rohrmüller

Bernhard Simon

Werbefl yer Quartier Bahnhofsvorstadt

Entdeckung der Bestands - Implementierung von Innovativen Wohnmodellen

für eine junge Klientel im gründerzeitlichen Gebiet der östlichen

Bahnhofsvorstadt

Bei der Auseinandersetzung mit dem Thema ließen wir uns in den Anfangsdiskussionen

zunächst von dem Wort innovativ fehlleiten. Wir

assoziierten damit Begriffe wie Neubau, moderne Baumaterialien und

Passivhausstandard. Im Diskussionsprozess erschien uns die Implementierung

von Neubaumaßnahmen zur Aufwertung des Quartiers

als unbefriedigend, da der vorhandene Bestand der Gründerzeit doch

genutzt werden wollte und ein großes Potential darstellt.

Das gründerzeitliche Gebiet der Bahnhofsvorstadt bietet bereits jetzt

Qualitäten als Wohnstandort: Die fußläufi ge Erreichbarkeit des Stadtzentrums

und seine Nahversorgungsqualitäten, eine gute Versorgung

mit Einrichtungen der sozialen Infrastruktur, die Attraktivität durch

die Hügellage und den damit verbundenen Landschaftsbezug und die

gründerzeitliche Bausubstanz.

Durch die Probleme, die die schrumpfende Stadt mit sich bringt, löst

sich der Blockrand allerdings allmählich auf, d.h. die Grenzen zwischen

öffentlichen und privaten Räumen verschwimmen und die Erdgeschosse

entleeren sich. Daraus ergibt sich auch ein Verlust der Nut-

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Potential des Freien Raums Landschaftsbezug Bahnhofsvorstadt

zungsmischungen und ein Fehlen des belebten öffentlichen Raums.

Der freie Raum stellt jedoch ein unglaubliches Potential dar, aus dem

wir das Konzept Wohnen+ entwickelten. Dabei sind drei Grundsätze

wichtig:

1. den wertvollen Bestand möglichst erhalten

2. die Blockrandbebauung stärken

3. ein neues Quartiersimage vermitteln

Der ohnehin vorhandene, umbaute Freiraum soll langfristig auf die

Erdgeschosse umverteilt und anschließend den Bewohnern kostenneutral

zur Verfügung gestellt werden.

Die Aktivierung der Erdgeschosse durch die gemeinschaftliche Nutzung

wird auch zur Belebung des Straßenraums beitragen. Dazu gibt

es folgende drei Szenarien:

Schritt 1: Die Bewohner aus dem Quartier nutzen ein Erdgeschoss für

ihre Belange oder

Schritt 2: der Idealfall - die Bewohner eines Hauses sind sich über eine

gemeinsame Nutzung einig und


öffentliche Nutzung

Potential des Freien Raums; Belebung der Erdgeschosse

Schritt 3: das Wunschszenario - neue Bewohner ziehen in das Quartier,

um die Vorzüge, insbesondere den zusätzlichen Raum zu beanspruchen.

Um auf die unterschiedlichsten Bedürfnisse der Bewohner

zu reagieren, soll die Nutzung der neuen Freiräume den Bewohnergemeinschaften

möglichst selbst überlassen werden.

Auch die Eigentümer können von einer kostenfreien Bereitstellung des

Leerstandes profi tieren: mit dem Mehrwert des Wohnens ist langfristig

auch eine Wertsteigerung der Immobilie zu erwarten, es können

zusätzliche Mieter gewonnen werden und zu guter Letzt ist kurzfristig

die Erhaltung und Pfl ege des Bestandes gewährleistet.

Zusätzlich zu dem „Plus“ an Wohnen in den Erdgeschossen soll den

Bewohnern der bisher ungenutzte Freiraum der brachliegenden

Grundstücke zur Verfügung gestellt werden. Auch hier sind Nutzungen

möglich, die das Wohnen ergänzen.

Eckgrundstücke eigenen sich hierbei wegen der starken Orientierung

zum Verkehrsraum hervorragend für eine öffentliche Nutzung (z.B.

Quartiersplatz). Grundstücke zwischen zwei Gebäuden würden sich

besser für private Nutzungen wie zum Beispiel private Stellplätze oder

Privatgärten eignen. Durch die Nutzung der Baulücken wird die gründerzeitliche

Blockrandbebauung wieder optisch geschlossen und die

private Nutzung

Zukunftsvision Wohnen+

Plauen! wohnen+

Trennung zwischen öffentlichem Raum und privatem Innenhof wieder

hergestellt. Hierbei sind raumbildende Elemente wie Bäume, Hecken

und Mauern zur klaren Abgrenzung denkbar.

Die Vision „Plauen! Wohnen+“ für die Bahnhofsvorstadt ist eine Steigerung

der Wohnqualität durch die zusätzlichen Angebote für das

Wohnen. Neue Bewohner werden angezogen, der Leerstand wird weniger,

die Erdgeschosse werden belebt und die Baulücken genutzt.

„Wie können die Bürger auf das Potential des freien Raums für das +

an Wohnqualität aufmerksam gemacht werden? Dazu sehen wir die

Wohnen+ Beratung als Service der Stadt in dem bereits vorhandenen

Sanierungsbüro in der Stresemannstraße. Die Beratung wird aus

Mitteln der Stadtsanierung fi nanziert. Die Wohnen+ Berater der Stadt

vermitteln hierbei zwischen den Eigentümern und den Interessenten,

wie Bewohnern und Baugruppen und klären über Fördermöglichkeiten

und Steuervorteile im Sanierungsgebiet auf. Sie führen mit den

Bürgern Beteiligungsverfahren durch, in denen Bürger auf das + an

Wohnqualität aufmerksam gemacht werden und selbst bestimmen

können, mit welchen Mehrwerten sie den freien Raum besetzen

möchten.

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Plauen - neue Ideen für die leere Stadt

Gruppe 5:

Silvia Asadi

Wibke Dehnert

Christian Reichgruber

Alexander Schlegel

Hartmut Wilke

die Lage in der Stadt der Motor der Stadtentwicklung- die Elsterauen

Neue Ufer in der Elsteraue

Heute in Plauen offensichtliche Störungen werden mit Vielfalt und Lebendigkeit

positiv benannt sowie mit Urbanität verknüpft. Mit diesem

Blick und wegen ihrer Lage zwischen dicht bebauten Bereichen wird

die Elsteraue als Stadtraum defi niert. Diese Position unterstützt der

Entwicklungsplan Plauen 2022, in welchem die auf städtischem Areal

anschließenden Teile des Flusstales mit gewerblichen Nutzungen als

konsolidiert dargestellt werden.

Funktionale Mischung kennzeichnet auch künftig Plauens Innenstadt.

Die Stärkung des Inneren geht dem Rückbau in äußeren Teilen voran

und wirkt der Zergliederung der Stadt entgegen. Dies wird mit einer

angemessenen Nutzung der Infrastrukturen verbunden.

Zukunftsmerkmale:

Die Elsteraue ist damals wie künftig der Stadtraum für Gewerbe und

Dienstleistungen.

Die Weiße Elster wird mit neuen Ufern zur Adresse für Verweilen statt

Vorbeieilen.

Mit einem klaren und verbindlichen Ziel entscheiden sich Interessierte

für Plauens Weg.

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Ein städtebaulicher Rahmenplan erläutert die beabsichtigte Entwicklung.

Auf seinerGrundlage tauschen Grundstückseigentümer, Fachleute,

Einwohner und Gäste sowie Entscheidungsträger ihre Gedanken

aus. Das Ergebnis der Meinungsbildung führt zur Festsetzung eines

Sanierungsgebietes im zentralen Teil der Elsteraue. So eröffnet sich

die Chance, sowohl für Initiativen der Stadt als auch für bauliche Aktivitäten

privater Grundstückseigentümer fi nanzielle Unterstützung aus

Programmen von Land und Bund zu erhalten.

Für Teilfl ächen des Sanierungsgebietes wird ihre Nutzung mit einem

Bebauungsplan geregelt. Als Plan der Innenentwicklung ermöglicht er,

Brachfl ächen rascher zu entwickeln. Südlich der Bahnlinie wird Baurecht

auf Zeit ausgewiesen, wenn hier die gewünschte Nutzung der

Flächen nicht sofort verwirklicht werden kann und eine vorläufi ge

Weiternutzung oder eine Zwischennutzung das Sanierungsziel nicht

infrage stellen.

Für wirksamen Hochwasserschutz an der Weißen Elster wurden Deiche

errichtet, doch meist liegt das Hinterland über dem Niveau eines

zweihundertjährigen Hochwassers. Weil sich Deiche und Ufer in gutem

Zustand befi nden, besteht kein akuter Handlungsbedarf.

Gleichwohl sollen die Plauener das Flusswasser durch unmittelbaren

Zugang berühren können. Um dies und eine ökologische Aufwertung


die starke Mitte der Elsteraue

die Assoziationen für die Plauener

zu erreichen, werden die Ufer zurückverlegt und ein Bach angelegt. An

der Trockentalstraße erhält der Flusslauf mehr Raum, in dem Terrassen

zum Erleben des Wassers und zum Verweilen einladen. Bei der Böhlerstraße

durchfl ießt ein ausgeleiteter Nebenbach eine unversiegelte

Fläche, die zum Spielen im seichten Wasser verführt. Hierauf basierend

ist eine signifi kante Senkung des Hochwasserstandes bei den Unterliegern

nicht zu erwarten.

Die Grundstückseigentümer können auf den Bestand ihrer Nutzungsmöglichkeiten

vertrauen. Indes wird die vorgesehene Entwicklung das

Baurecht auf einigen Flächen einschränken. Angesichts des voraussichtlichen

Nutzens für die Entwicklung der Gesamtstadt sprechen

deren Vertreter frühzeitig mit den Grundstückseigentümern über die

Ziele und suchen für beide Seiten vorteilhafte Lösungen. Hierfür bietet

sich bei mehreren Beteiligten ein Umlegungsverfahren an, das fi nanziell

mit einem EFRE-Verfahren begleitet wird.

Bereits 1991 wurden die Altlastenverdachtsfl ächen in der Elsteraue

erfasst. Vor einer aufwendigen Sanierung sind folgende Fragen zu beantworten:

Wird der bisherige Verdacht bestätigt?

Lassen sich betroffene Flächen künftig so nutzen, dass die Altlasten

die Elsteraue in neuem Licht

Neue Ufer in der Elsteraue

eventuell durch das Abdichten betroffener Flächen ohne schädliche

Wirkung im Boden bleiben können?

Ein hoher Anteil an Verdachtsfl ächen liegt zwischen Mühlgraben und

Dürerstraße/Hofwiesenstraße. Deshalb werden diese Flächen weiterhin

baulich genutzt. Südlich davon sind die Verdachtsfl ächen kleiner;

nach ihrer Sanierung bietet sich hier die Gestaltung des neuen

Flussufers an. Eine baldige Altlastenerkundung parallel zur Erstellung

des Rahmenplans für die Elsteraue wird auf der Grundlage der fortschrittlichen

europäischen Rechtsnormen durchgeführt und fi nanziell

unterstützt werden.

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Plauen - neue Ideen für die leere Stadt

Gruppe 6:

Steve Gallasch

Matthias Groß

Anna-Maria Martin

Imke Mumm

Thomas Riedler

Masterplan Syratal Konzeptplan

Zukunft Plauen

Was bleibt, wenn eine Stadt schrumpft, wenn Gebäude abgerissen und

damit Flächen frei werden? Der Rückzug der Stadt hinterlässt in Plauen

den überformten Talraum der Syra. Er erfordert ein „Anderes Denken“,

um den Schrumpfungsprozess nicht als Depression zu erleben.

Es werden „Möglichkeitsräume“ durch die Schrumpfung freigegeben.

Frei- und Naturräume der Täler ziehen sich mitten durch die Stadt

und verbinden den Stadtraum Plauens mit dem Landschaftsraum der

Umgebung.

Syra heute

Die Syra ist nach sächsischem Wasserrecht ein Bach zweiter Ordnung.

Aus Nordwesten kommend bildet sie den Stadtbild prägenden Talraum

der Syra und mündet nach 9 km Länge im Stadtzentrum in die Weiße

Elster. Innerstädtisch ist die Syra heute in großen Teilen verrohrt.

Der Bachlauf ist nicht zugänglich und seine Potentiale werden nicht

genutzt.

Das Gewässer selbst ist kein Teil des Stadtbildes und damit nicht im

Bewusstsein der Bevölkerung. Das Syratal ist geprägt durch unterschiedlichste

Gewerbenutzung, darunter eine Brauerei, ein Schrottplatz

und ebenso ein Bildungswerk. Neben einigen gründerzeitlichen

Wohnzeilen ist ein großer Teil der Fläche mit Freizeitnutzung durch

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den Eisenbahnverein, einen Verkehrsübungsplatz und das ehemalige

Hallenbad belegt.

STADT-SCHAFFT-FLUSS

Der Prozess der Schrumpfung generiert neue Chancen für den Stadtraum.

Mit Stadt überformte Landschaft wird wieder frei, sie gliedert

sich in verschiedene Möglichkeitsräume und kann neue Qualitäten für

die verkleinerte Stadtgesellschaft schaffen. Der Talraum der Syra lässt

verschiedene Teilräume mit sehr unterschiedlichen Nutzungen und

Qualitäten erkennen, die sich auch in dem Entwurfskonzept abbilden.

Sequenzierung: Stadtraum Syra, Wohnraum Syra, Freizeitraum Syra,

Landschaftsraum Syra.

Ziel ist es, eine Vernetzung des Landschaftsraums mit dem Syratalraum

herzustellen. Es werden in jeder Sequenz Maßnahmen vorgeschlagen,

die die Syra mit ihren Qualitäten freilegen und den Raum nutzbar

machen. Das Syratal fungiert als innerstädtisches Naherholungsgebiet

für Plauen. Der durch das Gewässer geprägte Freiraum dient auf

der einen Seite als Wohnumfeldverbesserung für Bestandsquartiere,

die sich auf den höhergelegenen Stadtgebieten links und rechts des

Syratals konzentrieren. Auf der anderen Seite wird das Stadtzentrum

durch den Verlauf der Syra mit dem Landschaftsraum der Umgebung

vernetzt.


Gartenufer Entwurf

Das Konzept setzt sich aus drei Entwurfskomponenten zusammen. Im

linearen Teil werden Abschnitte der Syra Freilegt. Der Bachlauf wird

renaturiert und wieder dynamisiert. Die Vernetzung des Landschaftsraums

und der Stadt durch wird durch einen syrabegleitenden Radweg

hergestellt, der den überregionalen Elstertalradweg an das Syratal

anschließt. Es werden Blickbeziehungen von den Hangkanten in den

Talraum freigelegt. Die Sichtbarmachung der nahe gelegenen Qualitäten

bewirkt eine Identitätssteigerung für die auf der Ebene angesiedelten

Wohngebiete

Die Spots bilden punktuelle Handlungsfelder, die im Bereich der Syra

entwickelt werden sollen. Es entstehen unterschiedliche Sequenzen

entlang des Flusslaufes mit unterschiedlichen Themenfeldern wie

z. B. die Identifi kation mit der Syra oder ihrer Renaturierung.

Umsetzung

Ein wichtiger Bestandteil der Überlegungen ist die Umsetzung. Aufgrund

der Situation der Stadt Plauen entscheiden die beteiligte Akteure

und die angewendeten Instrumente der Planung maßgeblich über

den Erfolg.

Man kann auch mit kleinen Schritten Zeichen setzen und einen bestehenden

Stadtraum und dessen Qualitäten in das Bewusstsein der

Bevölkerung bringen.

Syraschleife Entwurf

Stadt - schafft - Fluss

Bestand Gartenufer Isometrie

Bestand Syraschleife Isometrie

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Plauen - neue Ideen für die leere Stadt

Gruppe 7:

Daniel Albert

Andreas Hofmann

Stephanie Kreisel

Nina Roschakowski

Städtische Vernetzung

Deutsche Spitze – Boosting Plauen

Die Zielsetzung ist es, ein ganzheitliches und zukunftsfähiges Konzept

für die Stadt Plauen zu entwickeln, dass vor dem Hintergrund

der schrumpfenden Stadt das wirtschaftliche, soziale und kulturelle

Profi l Plauens stärkt. Analog zum Planungsansatz der IBA 2010 in

Sachsen-Anhalt sollen dafür zukunftsfähige Spezialisierungen ausgebaut

und durch gezielte Kooperationen auf verschiedenen Ebenen

gefördert werden. Bei der Umsetzung der Strategie gibt es drei Handlungschwerpunkte,

die für eine erfolgreiche Profi lierung Plauens unverzichtbar

sind:

1. USP HighSTICK und Plauener Spitze

(USP = ”Unique selling proposition”, Alleinstellungsmerkmal)

Mit der Vermarktung der technischen Spitze im Raum Plauen soll eine

langfristige Positionierung der Hightechindustrie in der Stadt aufgebaut

werden. Das besondere Potenzial dieser neuartigen Anwendungstechnik

und Umsetzung einer traditionellen Handwerkskunst

liegt in der Veredelung textiler Materialien und der Verbesserung ihrer

funktionellen Eigenschaften. Die Verarbeitung neuer Materialien sowie

die Flexibilisierung der technologischen Prozesse bietet für Plauen die

große Chance zur Etablierung eines zukunftsfähigen Marktes für diese

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Produkte.

Gleichzeitig liegt auch im Bereich der traditionellen “Plauener Spitze”

ein interessantes Innovationspotenzial. Durch die Förderung von

Hochschulen und junger Künstler kann die Erneuerung der Spitze

im Bereich Mode und Design unterstützt werden. “Spitzen-Messen”,

Schaustickereien, Spitzenmuseum können ebenfalls zur Verbreitung

neuer Spitzenprodukte und eines postiven Images der “neuen” Spitze

beitragen. Durch vielfältige Zusammenarbeit in Lehre, Forschung und

Wirtschaft können Synergieeffekte erzeugt werden, die eine positive

Wirkung für die gesamte Region haben.

2. Plauen und das Vogtland

Auf regionaler Ebene ist es wichtig, die Bedeutung Plauens als lebenswerte

und lebendige, europäische Stadt im Zentrum des Vogtlands

zu betonen. Durch die Profi lierung von Netzwerken (Sächsisch-Bayerisches

Städtenetz, Metropolregion Sachsendreieck) und dem Aufbau

einer einheitlichen Vermarktungsstrategie soll die Marke/Region

Vogtland stärker als attraktiver Standort für Tourismus und Wirtschaft

wahrgenommen werden. Hierbei sollen die vielfältigen Qualitäten und

Potenziale des Vogtlands wie Natur- und Freizeitraum (Vogtlandbahn,

Vogtlandarena), “Land der Brücken”, Verbindung von Tradition (vogt-


Networking

ländische Gemütlichkeit) und Innovation (Raumfahrt) besonders hervorgehoben

werden.

3. Zukunftsfähige Netzwerke

Die Stärkung der städtischen Vernetzung im kulturellen Bereich

schafft in unseren Augen nicht nur Vorteile bei der Ansiedelung von

Wirtschaftsunternehmen oder bei der äußeren Wahrnehmung der

Stadt. Kultur ist darüber hinaus eine sinnstiftende Kategorie an sich

und trägt maßgeblich zur Schaffung von Identität bei. Deshalb ist es

unerlässlich, geschichtliche Tradition mit Anforderungen an die Stadt

als modernem Wohn-, Arbeits-, Freizeitstandort zu verbinden. Aufbauend

auf der modernen Tradition (Synagoge Plauen, 1928 bis 1930)

der Stadt Plauen besteht durch Wettbewerbe die Chance, innovative

Stadtkonzepte der Zukunft zu erabeiten, die nachhaltige Lösungen für

ökologische, ökonomische und soziale Fragestellungen bieten. Zusammenfassend

schlagen wir aus diesem Grund eine “Offensive Baukultur

Plauen 2022” vor, die Projekte bündeln und einheitliche Durchführung

gewährleisten soll. Eine unverzichtbare Voraussetzung für die erfolgreiche

Umsetzung der Profi lierungsstrategie ist die Bereitschaft der

Beteiligten, eine gemeinschaftliche Lösung zu erarbeiten. Nur durch

die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure und die Schaffung

vielfältiger Netzwerke kann ein von breitem Konsens getragenes Konzept

entwickelt werden.

Deutsche Spitze - Boosting Plauen

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Plauen - neue Ideen für die leere Stadt

Gruppe 8:

Christoph Eichler

Katharina Frtus

Cornelius Rentsch

Sara Yamani

bleibende Beispiele Leerfahrt

Kultivierung der Leere - Ästhetik der Leere

Die Leere kann auch als ästhetisches Konzept begriffen werden, die

Leere zu kultivieren und zu inszenieren. Wir gehen davon aus, dass

nicht jede Brachfl äche wieder bebaut werden kann.

Ästhetik stammt vom griechischen Begriff aísthesis für Wahrnehmung

ab. Es bezeichnet in der Wissenschaft die gesamte Palette von

Eigenschaften, die darüber entscheiden, wie Menschen Gegenstände

wahrnehmen.

Situation in Plauen

Für den geplanten Prozess sind die Potentiale und Defi zite der Stadt

Plauen von großer Bedeutung. An Stärken sind insbesondere zu nennen:

die Spitze als starkes Branding (Stadtslogan „Plauen echt spitze“),

die Straßenbahn, eine reizvolle topographische Lage, der Stolz und die

Identifi kation der Bürger mit ihrer Stadt und eine erprobte, engagierte

Verwaltung. Die Schwächen sind trotz allem offensichtlich: unter anderem

die starke Abwanderung, Resignation, fehlendes, qualifi ziertes

Stadtgrün und natürlich der hohe Leerstand, welcher mit Verwahrlosung

und Abbruch von Gebäudesubstanz einhergeht.

Bilder und Emotionen

In den Köpfen der Menschen sind diese Zustände primär mit negativen

Bildern verbunden. Aus diesen Bildern und der Situation resultieren

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dann Emotionen wie Resignation, Trauer, Angst und Verdrängung.

Leere => negatives Bild => negative Emotion

Man weiß um die Macht der Bilder, um die gemeinsamen Bilder in den

Köpfen der Menschen.

Leere => positives Bild => positive Emotion

Es ist wichtig, ein positives Bild der Leere zu vermitteln und damit eine

ganz eigene Identifi kation zu verknüpfen. In Plauen ist es nahe liegend

hierfür das Motiv der Spitze zu verwenden: „Plauen echt spitze“.

Zur Erläuterung dient eine Defi nition von Spitze:

„Allen Erscheinungsformen der Spitze ist gemeinsam, dass sie durchbrochen

sind, d. h. zwischen den Fäden werden Löcher unterschiedlicher

Größe gebildet, so dass sich ein Muster ergibt.“

(Quelle: Wikipedia). Erst durch die Leere, die Lücke erhält die Spitze ihre

ganz eigene, unverwechselbare und elegante Form. Überträgt man das

Bild der Spitze auf die Stadtstruktur, bedeutet das, dass die unbebaute

Struktur genauso prägend und notwendig ist für eine Stadt wie ihre

bebaute Struktur.

Umsetzung und Prozess

Zur Umsetzung der Idee schlagen wir folgende Gleichung vor:

Leere + Nutzung + Wahrnehmung = positives Bild

Typologie Planung Initialzündung Bürgerbeteiligung


Blumenschaufenster

Die Leere kann man typologisieren:

Es beginnt mit dem leer stehenden Gebäude ohne Nutzung, weiter

über Lücken in einer intakten, lesbaren Stadtstruktur, zu größeren Lücken

in der Bebauung mit einer aufbrechenden Stadtstruktur bis hin

zum einzig verbleibenden Solitär und schließlich der völlig verschwundenen

Bebauung.

Die Nutzung kann man beplanen:

Die Leere bietet Chance und Raum die Defi zite der Stadt Plauen auszugleichen.

Wir schlagen vor, die unterschiedlichen Formen der Leere

anhand des fehlenden qualifi zierten Stadtgrüns zu bearbeiten. Leerstand

als „Blumenkasten“, Lücke als „Zutritt erlaubt“, Strukturlos als

„Public Viewing“, Solitär als „Burg Plauen“, Bebauungslos als „Blühende

Landschaften“.

Die Wahrnehmung kann mit einer Initialzündung gestartet werden:

Alle Theorie muss scheitern, wenn sie nicht den Betroffenen näher

gebracht wird, wenn keine sichtbare, wahrnehmbare Änderung erfolgt.

Zur Umsetzung der Vision soll die Stadt Plauen anhand der

verschiedenen Typologien von Leere exemplarische Planungen zu deren

Nutzung durchführen und realisieren. Die Maßnahmen müssen

einen hohen Wiedererkennungswert untereinander bieten und gezielt

auf die Behebung von Defi ziten eingehen. Diese Veränderungen wer-

Public Viewing

“blühende Landschaften”

Plauen echt spitze!!

“Burg Plauen”

den anschließend durch ein gezieltes Event vorgestellt, um die breite

Bevölkerung zu erreichen und zu begeistern. Wir schlagen hier eine

„Leerfahrt“ vor. Eine umgestaltete Plauener Straßenbahn fährt zu den

an der Linie gelegenen, neu gestalteten Flächen und verbindet diese

untereinander. Durch die Bewegung im Raum kann sich auch die

Wahrnehmung verändern. Während dieser Veranstaltung werden die

Bürger umfassend über Inhalte, Ideen und weitere Entwicklungen informiert

und zur Nachahmung in ihrem eigenen Stadtteil angeregt.

Für das positive Bild in den Köpfen der Menschen ist die Bürgerbeteiligung

vor Ort entscheidend: Die Addition der Elemente erreicht ein

positives, erstrebenswertes Bild, das Eigenengagement und eine rege

Bürgerbeteiligung aktiviert. Nach Abschluss dieses Events bleiben alle

Leerstandsnutzungen erhalten und die zentrale Information wird zum

ersten Leerstandsmanagement der Stadt, dem hoffentlich weitere in

anderen Stadtteilen folgen, um zu helfen, die Vision in den Köpfen der

Bürger zu verwirklichen. Plauen echt Spitze.

„Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen,

um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, die Arbeit

einzuteilen und Aufgaben zu vergeben, sondern lehre die Männer die

Sehnsucht nach dem endlosen weiten Meer!“

(Quelle: „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupery)

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Fazit

Von der Vision zur Realität

Plauen - echt Spitze! So wirbt die Stadt für sich, die als größte des

Vogtlandes in seiner Mitte liegt und dennoch relativ unbekannt ist.

Ihre heutige Situation haben wir nach einem Kurzbesuch und dem

Lesen weniger Unterlagen so wahrgenommen:

Erste Schritte im Stadtzentrum lassen eine lebhafte Topografi e spüren,

welche attraktive Fernsichten in die Umgebung bestätigen. Einblicke in

die Straßenräume zeigen eine dichte Folge älterer und jüngerer, renovierter

und verfallender, aufwendig und schlicht gestalteter Gebäude

in geschlossener sowie lückenhafter Bebauung. So bezeugen sie eine

abwechslungsreiche Entwicklung dieses Ortes. Wir spüren, dass sich

weniger Menschen hier aufhalten, als dies das dichte städtische Gefüge

erwarten lässt und ermöglichen würde. Signifi kant sind hierfür

die häufi g verkehrenden Straßenbahnen, die eine gut funktionierende

Infrastruktur bezeugen.

Unsere Aufmerksamkeit richtet sich auf markante städtebauliche Situationen,

die rings um das Rathaus mit wenigen Schritten erreicht

werden. Plauen offenbart seine bisherige Funktion als Industriestadt

anhand zahlreicher charakteristischer Gebäude. Doch viele ihrer Flächen,

besonders in Anlagen der industriellen Blütezeit, werden heute

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nicht genutzt. Ursprünglich dicht bewohnte Quartiere liegen verloren

in ihrem Umfeld, und an anderer Stelle wurden einige neue Wohn-

und Bürogebäude scheinbar zufällig eingefügt. Lebhafter Fahrzeugverkehr

bewegt sich auf den Hauptstraßen, und mitten durch den Ort

fl ießt kaum erlebbar die die Weiße Elster.

Gerade die ersten, unmittelbaren Momente eines Kennenlernens sind

zwar zunächst subjektive Erfahrungen, doch sie ermöglichen bereits

Erkenntnisse über wesentliche Eigenschaften eines Ortes. So fi nden

sich charakteristische Merkmale für städtische Funktionen in Plauen

schnell. Doch sind sie in dieser Ausprägung Zeichen einer positiven

Zukunftsorientierung dieser Stadt?

Als Mitglieder einer auf kontinuierliches Wachstum orientierten Gesellschaft

empfi nden wir die schrumpfende Stadt zunächst irritierend,

und es fällt uns nicht leicht, deren Realität zu akzeptieren. Bald folgt

die Auffassung, in dieser Situation würde wohl nur die märchenhafte

Fähigkeit, Stroh-zu-Gold-zu-spinnen, schnellen Erfolg versprechen.

Schwierige Aufgaben lassen sich am ehesten lösen, wenn sie in Teile

gegliedert werden. In dieser Form wurden Plauens Probleme greifbar,

und sie ermöglichte uns, in kurzer Zeit die vorgestellten einzelnen Ideen

zu fi nden und zu begründen. Wir sind uns bewusst, dass unsere


Vorschläge lediglich Impulse für das sorgfältige Handeln und Entscheiden

der Plauener Verantwortungsträger sein können. Indes hoffen wir,

unsere Gedanken mögen das komplexe Netz bisheriger Überlegungen

an markanten Punkten erweitern.

Darüber hinaus meinen wir, dass richtige Entscheidungen allein eine

positive Wendung in der Entwicklung der Stadt sicher nicht bewirken

können. Gleichwohl kann damit das Fundament für eine zielbewusste

Identifi kation der Bewohner mit ihrer Stadt gelegt werden. Einzelne

Menschen in Plauen haben uns berichtet, dass sie sich hier wohlfühlen,

doch die Werte dieser Stadt benannten sie schwankend. Mit einem

klaren Ziel können sie zunehmend auch ihr persönliches Handeln in

eine Beziehung zur Stadt setzen. PLAUEN – ECHT SPITZE kann dann

dass Bewusstsein seiner Bewohner prägen und nachhaltiger wirken,

als dies ein Werbespruch vermag.

Plauen - neue Ideen für die leere Stadt

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Die Salzach entspringt in den Hohen Tauern. Im Unterlauf durchströmt

sie das Tittmoninger Becken und die Nonnreiter Enge zwischen Österreich

und Deutschland.

Wegen Erosion und starker Eintiefungstendenzen muss sie hier unbedingt

saniert werden. Sobald die weichen Seetonschichten unter dem

Kies ungeschützt erodieren, ist ein Sohldurchschlag zu befürchten, in

dessen Folge die Tiefenerosion rasant fortschreiten und bebaute Gebiete

bedroht würden.

Mit der Regulierung des Flusslaufes im 19. Jahrhundert wurden landwirtschaftliche

Flächen gesichert, eine klare Landesgrenze festgelegt

und der Fluss schiffbar gemacht. Vor der wohl ähnlich wegweisenden

Sanierung stellen sich folgende Fragen:

Welche Funktionen gibt unsere heutige Gesellschaft dem Fluss?

Wie sehen wir den Fluss von morgen?

Szenario:

Die Interessengruppen schlagen ihre spezifi sche Lösung zur Sanierung

der Salzach vor und lassen eine Vision des Flusses entstehen. Auf

Einladung eines Bürgerforums visualisieren sie ihren Vorschlag und

argumentieren hierfür bei einer Podiumsdiskussion. Zudem zeigen sie

wichtige rechtliche Verfahrensschritte auf.

Gruppe 1 steht für die Eigentümer angrenzender Grundstücke. Sie lehnen

ein breiteres Flussbett ab und lassen von studierenden Kindern

der Gemeinde einen Vorschlag für wasserbauliche Maßnahmen allein

innerhalb des jetzigen Flussbettes erarbeiten.

Wie wird ihr Vorschlag naturschutzrechtlichen Vorschriften gerecht?

Wie können sie den Bodenerwerb verhindern?

Fließende Grenze - Sanierung Untere Salzach

Gruppe 2 vertritt die Grenzkraftwerke GmbH. Wegen Vogelschutz- und

FFH-Gebieten können Kraftwerke nicht gebaut werden. Deshalb sollen

an den neuen Sohlrampen moderne Matrix-Turbinen Strom erzeugen.

Wie wird das Bauwerk gestaltet?

Kann es zusätzliche Nutzungen aufnehmen?

Auf welcher Seite und mit welchen Verfahrensschritten soll das Bauwerk

errichtet werden?

Gruppe 3 ist das Kreativ-Team einer Tourismus-Marketing-Agentur.

Sie gestaltet den Fluss nachhaltig und bewusst mit vielfältigen Sport-

und Freizeitmöglichkeiten gestalten. Damit fi ndet die Region eine eigenständige

Position.

Mit welchen Verfahrensschritten wird dieses Ziel erreicht?

Wie lassen sich die Verfahren beider Seiten für eine Gesamtgestaltung

des Flusses zusammenführen?

Gruppe 4 vertritt die staatliche Wasserwirtschaft. Sie kennt alle erforderlichen

Verfahrensschritte und naturschutzrechtlichen Belange

ebenso wie die Schwierigkeiten des Bodenerwerbs.

Wie lässt sich ziel- und zeitorientiert die Sanierung vorantreiben und

eine zeitnah realisierbare Lösung fi nden?

Gruppe 5 steht für die Aktionsgemeinschaft Lebensraum Salzach mit

Landesbund für Vogelschutz, Fischereivereinen, Bund Naturschutz,

Flussschiffern und Segelvereinen. Sie favorisieren die naturnahe Ausweitung

des zu schmalen Flussbettes und fordern die Durchgängigkeit

des Flusses für Tiere und Menschen, damit unterschiedliche Strömungen

und Wassertiefen den Fischen verschiedene Habitate bieten.

Gruppe 6 sieht als österreichische Landesumweltanwaltschaft den frei

fl ießenden Flusslauf mit meist unbesiedelten Begleitländern als einmalige

Chance für eine zukunftweisende Renaturierung. So favorisiert

sie die Aufweitung des Flussbettes und die Wiederbewässerung der

Auen und prüft die Anhebung des Wasserstandes. Zudem schlägt sie

Bodenerwerb und Verfahrensschritte für denkbare Absiedelungen vor.

Gruppe 7 präsentiert einen Landrat mit seiner Energievision 2020, den

gesamten Bedarf seines angrenzenden Landkreises aus regenerativen

Energiequellen zu gewinnen. Fraglos ist wegen Klimawandel und

Verknappung fossiler Brennstoffe eine Sanierung des Flusses nur mit

gleichzeitiger Nutzung der Wasserkraft der sinnvoll.

Wieviel Energie kann maximal gewonnen werden?

Wie verträgt sich der Ansatz mit den naturschutzrechtlichen Vorschriften?

Gruppe 8 lädt als Bürgerforum zur Podiumsdiskussion ein, um die Öffentlichkeit

über die Probleme und Potentiale dieses Jahrhundertprojektes

zu informieren.

Welche Moderations- und Kommunikationsstruktur ist dieser Veranstaltung

angemessen?

Welche Gesamtschau ist angesichts der Interessenüberschneidungen

möglich und wie können diese präsentiert werden?

31


Beobachtungen der Regierung von Oberbayern

We call attention to the waters, that cross borders and link us

together.

Whether we live upstream or downstream, we are all in the same

boat.

So lautete das Thema des Weltwassertages 2009, das hervorragend

zur Salzach passt.

Die Salzach verlässt Österreich, aber sie kehrt wie der Inn nach einem

Ausfl ug durch Bayern mit der Donau zurück. Österreich ist also Ober-

und Unterlieger zugleich. Auf einer langen Strecke sind beide Länder

Nachbarn am Fluss, der sich allerdings erfahrungsgemäß überhaupt

nicht um Ländergrenzen oder Nationalitäten kümmert.

Man war sich in der Vergangenheit durchaus einig bei den Maßnahmen,

die uns heute die Probleme bescheren. 1820 beschlossen Bayern

und Österreich, den „verwahrlosten“ Fluss, der alljährlich „fürchterliche

Verheerungen“ auf einer Breite von 1000 bis 2000 Klaftern (1 Klafter

zu 6 Fuß = 1,8965 m) anrichtete, zu korrigieren und auf 80 Klafter einzuengen.

Die Salzach zeigte sich spröde und wehrte sich zunächst erfolgreich

gegen das auferlegte Korsett. Erst als man sie ab 1873 erneut

verschmälerte, nunmehr auf 60 Klafter, stellte sich in Verbindung mit

dem hauptsächlich durch Kraftwerksbauten (wiederum gemeinsam)

erzeugten Geschiebemangel der gewünschte Erfolg ein. Die Salzach

tiefte sich ein, was zunächst durchaus beabsichtigt war - und sie blieb

32

künftig in der Regel in ihrem begradigten Bett.

Der bayerisch-österreichische Zauberlehrling hatte sein Ziel erreicht!

Die Salzach dachte aber überhaupt nicht daran, sich mit dem erreichten

Zustand zufriedenzugeben. Längst hat der damals eingeleitete und

auch heute noch keineswegs gestillte Eintiefungsdrang der Salzach

überaus bedrohliche Züge angenommen. Und die Geschwindigkeit,

mit der sich der Fluss eingräbt, wird künftig sogar noch stark zunehmen!

Aber die Randbedingungen, die gerufenen Geister, die lassen sich

leider nicht mehr durch ein einfaches Zauberwort besänftigen. Um aus

der Salzach wieder ein annähernd im Gleichgewicht befi ndliches und

auch einigermaßen naturnahes Gewässer zu machen, bedarf es enormer

Anstrengungen.

Immerhin – auch bei der jetzt dringend notwendig gewordenen Sanierung

ist man sich wieder einig. Die Maßnahmen werden von Bayern

und Österreich partnerschaftlich und mit großem gegenseitigem

Verständnis durchgeführt. Nur so gelingt es, die in beiden Ländern

durchaus unterschiedlichen Rechts- und Haushaltsverfahren zügig

abzuwickeln. Divergierende Auffassungen gibt es bei den zuständigen

Wasserbehörden beider Länder eigentlich nicht. Das bedeutet

allerdings keinesfalls, dass bei dieser Maßnahme auch alle anderen

Beteiligten dieselben Interessen verfolgen - sie sitzen schon alle in

einem Boot, rudern aber nicht im Geringsten zielstrebig in dieselbe

Richtung.


Eine in der Öffentlichkeit sehr kontrovers diskutierte Frage ist insbesondere

der Einbau von Kraftwerken in geplante Sohlabstufungen.

Interessensverbände, Politiker und selbst die zur Neutralität verpfl ichtete

Genehmigungsbehörde positionieren sich. Der Naturschutz ist

verständlicherweise skeptisch bis ablehnend. Manche fordern - Eintiefung

und Geschiebemangel ignorierend - am Erscheinungsbild der

Salzach vor 200 Jahren orientierte Aufweitungen, hohe Abfl üsse in der

Aue und den vollständigen Verzicht auf sohlstützende Querbauwerke.

Mit diesem vielschichtigen Thema hatten sich nun die Referendare

auseinanderzusetzen.

Dabei war sicher nicht zu erwarten, dass eine konkrete Lösung gefunden

wird. Es ging vielmehr darum, die ganze Bandbreite an Möglichkeiten

darzustellen, in einer Podiumsdiskussion vorzutragen und dabei

bewusst zu polarisieren und zu überspitzen. Das ist sehr überzeugend

gelungen. Die Podiumsdiskussion veranschaulichte den Umfang des

Dilemmas auf überaus lebendige Art. Sie zeigte deutlich auf, dass

Lösungen für Probleme immer schwieriger werden, wenn (fast) jeder

Beteiligte Maximalforderungen stellt, ohne sich groß darum zu kümmern,

ob sie überhaupt erfüllbar sind. Sie demonstrierte, wie schwierig

Kompromisse werden, wenn jeder mit Scheuklappen für die Interessen

und Zwänge der anderen in Verfahren geht und bereit ist, den Gesamterfolg

aus egoistischen Motiven in Frage zu stellen.

Fließende Grenze - Sanierung Untere Salzach

So entstand eine mit viel Humor, aber vor einem sehr ernsten Hintergrund

vorgetragene Kostprobe eines Erörterungs- oder Scopingtermines

im späteren Berufsleben.

Hans Grieblinger, Baudirektor

33


Fließende Grenze - Sanierung Untere Salzach

Gruppe 1:

Christine Grampp

Andreas Lindenmaier

Irina Martaler

Katherina Schmitt

Karsten Wachtel

Bei Sanierungsmaßnahmen, deren Notwendigkeit grundsätzlich nicht

bezweifelt werden kann, wie auch im zu bearbeitenden Beispiel der

Salzach, sind die Interessen vieler Beteiligter berührt. Jede Gruppe

nimmt für sich in Anspruch, besondere Berücksichtigung zu fi nden.

Eine dieser Interessengemeinschaften ist die der Eigentümer der betroffenen

Grundstücke. Ein Wort steht bei diesen Maßnahmen immer

im Raum, wird besonders gefürchtet und daher gern vermieden: ENT-

EIGNUNG. Dabei wird dann das Wohl der Allgemeinheit als Begründung

für den Entzug von Privateigentum angeführt.

Aufgabe war es, sich in die Lage von Bauern und anderen Landeigentümern

zu versetzen und alternative Lösungsvorschläge zu erarbeiten,

die den Grundbesitz unangetastet lassen und sich trotzdem der

Problematik des zu sanierenden Flusses stellen. Berücksichtigt wurde

auch die dem Sachverhalt entsprechende Emotionalität in der Sache,

die sich beispielsweise in den oben abgebildeten Plakaten ausdrückt.

Im Folgenden sind die erarbeiteten Argumente und Alternativvorschläge

aufgeführt, die in der Podiumsdiskussion mit den anderen

Interessengruppen genannt und erörtert wurden.

Notwendigkeit?

Die geplanten Sanierungsmaßnahmen in diesem Umfang werden als

34

STOPPT

DIE

AGRARLAND

VERNICHTER!!!

Botschaft 2

Botschaft 1

IHR KRIEGT MEIN LAND

NUR AUS

MEINER TOTEN, KALTEN HAND!!!

überdimensioniert angesehen. Es werden keine Alternativen vorgeschlagen,

die ohne Aufweitung des Flussbettes auskommen. In der

Planung werden weder die positiven Auswirkungen des bereits sanierten

Freilassinger Beckens berücksichtigt, noch existiert ein Konzept

zur Geschiebebewirtschaftung.

So zeigt das Geschiebetransportmodell auf, dass die tatsächliche Ursache

im Oberlauf liegt und immer weniger Geschiebe in der unteren

Salzach ankommt. Gehen die Berechnungen für 1980 von ca. 85.000

m³/a Geschiebeeintrag aus der oberen Salzach aus, so sind es 1995

nur noch 45.000 m³/a und für die Prognose nur noch lediglich 30.000

m³/a. Aufgrund des angestrebten Gefälle–Geschiebe–Gleichgewichts

muss erst im Oberlauf angesetzt werden, anstatt im Unterlauf viele

Millionen zu investieren, ohne das ganze Ausmaß der Probleme zu

kennen.

Vorschlag

Unser Vorschlag sieht den Bau von drei Wasserkraftanlagen mit gleichzeitiger

Erhöhung der Geschiebemenge aus der oberen Salzach vor.

Genauere Planungsdetails der Wasserkraftanlagen können den Studien

von Prof. Aufl eger von der Uni Innsbruck entnommen werden.

Durch diese Alternative kann eine weitere Sohleintiefung verhindert


werden, ohne auf Privatgrundstücke zurückgreifen zu müssen, oder

die Staatskasse über die Maße hinaus zu beanspruchen. Der Grundsatz

der Wirtschaftlichkeit muss an oberster Stelle stehen.

Vereinbarkeit mit dem Naturschutz

Die Geschiebemenge in der Salzach soll erhöht werden, so dass der

Zustand nach Wasserrahmenrichtlinie verbessert wird. Dazu sind die

geplanten Wasserkraftanlagen durchgängig für Geschiebe und aquatische

Lebewesen, so dass für den Naturraum keine Verschlechterung

des Zustandes zu erwarten ist.

Diese Planung stellt die einzige FFH-Richtlinienkonforme Planung dar.

Nur durch die o.g. Maßnahmen werden die wertvollen FFH-Gebiete

erhalten und nicht zerstört.

Gründe gegen eine Grundstücksabtretung

Die Landbewirtschaftung stellt für die Anwohner die Lebensgrundlage

dar. Das Land wird seit vielen Generationen nachhaltig bewirtschaftet.

Die Eintiefungsproblematik existiert erst, seit im Oberlauf große

Geschiebemengen entnommen werden. Dort sollte das Problem auch

angegangen werden.

Die vorgeschlagene Flurbereinigung wird abgelehnt, weil durch die o.g.

Interessensvertretung Grundstückseigentümer

Bodenwerterhöhung

Lageplan Lebensgrundlage

Energiegewinnung

Grundschuld

Alternativplanung keine privaten Grundstücke mehr benötigt werden.

Eine Enteignung ist nur möglich, wenn keine sinnvollen Alternativen

bestehen, was hier nicht der Fall ist. Sie ist also auch rechtlich nicht

durchsetzbar.

Forderung

Unserer Ansicht nach liegt das Hauptproblem im Oberlauf. Es gelangt

zu wenig Geschiebe bis ins Tittmoninger Becken. Die Maßnahmen

müssen daher auch dort beginnen.

Es wird gefordert, ein Konzept zur Geschiebebewirtschaftung aufzustellen

und abzuwarten, ob sich durch die Maßnahmen im Freilassinger

Becken überhaupt Verbesserungen ergeben.

Es kann nicht sein, dass viele Millionen ausgegeben werden und niemand

weiß, ob das Ganze überhaupt funktioniert.

Wo kein Geschiebe ist, kann sich auch keines umlagern.

35


Fließende Grenze - Sanierung Untere Salzach

Gruppe 2:

Cornelia Barth

Stefan Krabatsch

Matthias Moll

Barbara Schelle

Thomas Spindler

“grüne” Brücke

Grenzkraftwerke GmbH – Wasserkraft – Mehrwert durch Innovation

Der Bau von Wasserkraftanlagen an der unteren Salzach wurde bislang

aus technologischen wie auch wirtschaftlichen Aspekten nicht realisiert.

Neuere Machbarkeitsstudien lassen die Nutzung der Wasserkraft

unter dem Aspekt der anstehenden Sohlsanierung und der Förderung

regenerativer Energien durchaus reizvoll erscheinen. Die Umsetzung

würde durch die Grenzkraftwerke GmbH erfolgen.

Regenerative Energien und Wasserkraft

Ziel der Europäischen Union ist es, bis 2020 einen 20%igen Anteil an

regenerativer Energie in allen Mitgliedsstaaten zu erreichen (Richtlinie

2009/28/EG). Die Wasserkraft sollte dazu ihren Anteil beitragen.

Allerdings sind die potentiell guten Standorte bereits seit etlichen Jahren

in Benutzung. Einem weiteren Ausbau sind daher in Deutschland

Grenzen gesetzt.

Neben der Reduzierung des Verbrauchs fossiler Brennstoffe und

einem aktiven Beitrag zum Klimaschutz ermöglicht die Wasserkraft

eine unabhängige und krisensichere Versorgung vor Ort, sowie eine

wirtschaftliche Aufwertung der Region.

36

Besucherinformationszentrum Vorderansicht

Randbedingungen an der Salzach

Die technischen Randbedingungen sind als durchaus schwierig einzustufen.

Neben geringen Fallhöhen und hohen Abfl ussschwankungen

kommen hohe Geschiebefrachten und die Belange des Hochwasserschutzes

und des Naturschutzes hinzu. Ebenso sind auch die zwingend

notwendigen Sanierungsmaßnahmen bzw. Renaturierungsmaßnahmen

zu nennen, um der zunehmenden Sohleintiefung zu

begegnen, einer Folge der bereits Jahrzehnte zurückliegenden Regulierung

des Flusses.

Potentielle Standorte

Die Machbarkeitsstudie erstreckt sich auf den 22 km langen Bereich

im Tittmoninger Becken. Dort soll die Planung nach dem beendeten

Raumordnungsverfahren im Jahr 2010 beginnen. Für die Wasserkraft

bietet sich die Realisierung der Variante mit zwei aufgelösten Sohlrampen

und drei Rollierungsstreifen an. Ein baulicher Eingriff außerhalb

dieser, nach geomorphologischen Gesichtspunkten ausgewählten

Standorte, wird aufgrund der angrenzenden FFH- und Vogelschutzgebiete

nicht möglich sein.

Technische Umsetzung der Wasserkraftanlagen

Da an der Salzach keine klassische Stauhaltung betrieben werden

kann, kommen konventionelle Lösungen nicht in Betracht. Eine Al-


Besucherinformationszentrum Rückansicht Hydrologisches Forschungsinstitut

ternative sind Kleinkraftturbinen (Hydromatrixturbinen), die mit einer

geringen Fallhöhe von 3,0 bis 3,5 m und den verhältnismäßig hohen

Abfl üssen von 240 m³/s auskommen. Das Kraftwerk wird auf einer

Seite des Flusses angeordnet, die andere besteht aus der Sohlrampe,

die der Sohlstabilisierung aber auch der ökologischen Durchgängigkeit

und der Regulierung des Oberwasserspiegels dient.

Praktikabel wären drei Kraftwerke an Sohlrampen mit einer Leistung

von je 30 GWH/a, welche die Versorgung von 25.000 Haushalten sicherstellen.

Die Belange der Wasserwirtschaft und des Naturschutzes,

wie die geplante Sanierung, der Hochwasserschutz oder die Aufwertung

der Ufer und Auenbereiche, können dabei ungehindert und gemeinsam

umgesetzt werden.

Architektonische Gestaltung

Unsere Projektarbeit lotete die gestalterische Umsetzung der geplanten

Fließkraftwerke aus, wobei das zentrale Leitmotiv neben der

technischen Anlage ein Mehrwert durch Innovationen sein sollte.

So wurde für den Standort Raitenhaslach (Nonnreiter Enge) für das

Wissenschaftszentrum der TU München ein fi ligranes, turmartiges,

hydrologisches Forschungsinstitut, für das Tittmoninger Becken eine

fl oating structure (Besucherinformationszentrum in Form eines überdimensionalen

Kiesels zum Erleben wechselnder Wasserstände im In-

Grenzkraftwerke GmbH

neren) sowie eine „grüne“ Brücke zum Austausch von Tierpopulationen

beiderseits des Flusses (Erhöhung der Biodiversität) vorgesehen.

37


Fließende Grenze - Sanierung Untere Salzach

Gruppe 3:

Peter Böhm

Alex Eder

Jochen Fellendorf

Julianna Günther

Leif-Peter Krause

Flusswandern

Errichtung eines Salzachparks im Zuge des Projekts „Sanierung der

Unteren Salzach“

Das Projekt „Sanierung untere Salzach“ hat auch und gerade für die

Tourismus-Branche großes Potential. Der Mehrwert, der durch eine

solche Sanierungsmaßnahme erzielt wird, erstreckt sich aus Sicht

eines ökologisch aber erfahrungsorientierten Tourismus weit über die

derzeit noch befestigten Ufer der Salzach hinaus.

Die untere Salzach, die hinsichtlich wasserwirtschaftlicher Belange

unumgänglich der Sanierung bedarf, soll das prägende Element eines

neu installierten Salzachparks bilden. Ein Naturerlebnispark, der sich

dem grünen Tourismus verpfl ichtet fühlt.

So wird der Naturschutz nicht nur als Aufl age im Verfahrensablauf

wahrgenommen, sondern der Naturschutz als „Salzachpark“ für ein

breites Publikum sichtbar, begehbar und erlebbar. Bei sämtlichen baulichen

Aktivitäten werden der Eingriff in den Naturhaushalt so gering

wie möglich gehalten und vorwiegend CO 2 -neutrale Materialien

verbaut. Zudem wird der Park extensiv-weitläufi g angelegt und stellt

keine intensive, punktuelle Flächeninanspruchnahme dar.

Die Mäander der sanierten Salzach sollen für die Nutzungszwecke des

38

Rafting

Der Salzach Park

Kanu

Abgabe

Flusshotel

Shuttle

Baumhäuser

Shuttle

Hochseilgarten

Flussbad

Surfen

Shuttle

Kanuwandern

Kanu

Verleih

Klimaschonender Shuttle-Service

Salzachparks angepasst und stärker ausgeprägt werden. Dies wird

durch Einbau von Buhnen bei gleichzeitiger Ausbildung gegenüberliegender,

weicher Ufer erreicht und beschleunigt.

Der Salzachpark bietet seinen Besuchern diverse Betätigungsfelder,

den durch die Sanierung der Salzach gelebten Naturschutz für sich als

klimaverträglichen Touristen zu gewinnen. Als angebotene Aktivitäten

seien das Kanu-Wandern, das Rafting, der Kajak-Parcours, das Flussbad

sowie der Bahrfußweg mit Kneipp-Kur-Abschnitt genannt. Dieser

Bahrfußweg könnte als Bestandteil in den Pilgerweg „Benediktweg“

integriert werden, der durch die Region zwischen Inn und Salzach

führt. Darüber hinaus wird eine zur Sohlstabilisierung erforderliche

aufgelöste Rampe zur Surfer-Anlage transformiert, indem eine künstliche,

stehende Welle erzeugt wird.

Den zentralen Teil des Salzachparks bildet ein weitläufi ger Holz-Trail,

der neben einem Hochseilgarten auch Baumhäuser als Rastmöglichkeit

umfasst. Dieses Holzstegwegenetz führt nicht auf dem Waldboden

entlang, sondern in einer Höhe von ca. 4m durch den Auwald, wobei

die Bäume als lebende Stützen dienen. Somit wird der Grundsatz der

Eingriffsminimierung konsequent weitergeführt und das Überschwemmungsgebiet

frei von baulichen Anlagen gehalten. Zudem

wird der reaktivierte Auwald der Salzach für den Besucher hautnah


Flussbad

zugänglich gemacht.

Im nahe gelegenen Burghausen wird ein Wellness-Hotel mit größerer

Kapazität an Betten etabliert, das im Gesamtkonzept Salzachpark als

Abgabestelle für die ausgeliehenen Kanus inklusive Station für den

Shuttle-Service dient.

DER klassische Gewinner, der aus dem Projekt Salzachpark hervorgeht,

existiert aus touristischer Sicht nicht. Vielmehr sind neben der sanierten

Unteren Salzach auch der wiederbelebte Auwald, die Wirtschaftsregion

Tittmoning, die ansässigen Bürger, das Landschaftsbild sowie

das Klima, in einer win-win Situation, als DIE Gewinner zu nennen.

Rampe als stehende Welle

Baumhaus Übernachtung

Tourismus - Marketing - Agentur

39


Fließende Grenze - Sanierung Untere Salzach

Gruppe 4:

Dagmar Alsbach

Martin Donath

Sandra Müller

Martin Rohrmüller

Bernhard Simon

Sohldurchbruch der Salzach Umlagerungsstrecke (unten), Hochwasser Laufen (oben)

Die Gruppe 4 wurde im Zuge dieses Planspiels mit dem Aufgabenbereich

der staatlichen Wasserwirtschaft als Bauherr, Projektträger und

Vertreter des Freistaates Bayern betraut. Hierzu wurden alle Planungsgrundlagen

des Projekts aufgearbeitet und eine zeitnahe Realisierung

unter der Berücksichtigung der verschiedenen Interessen erörtert. Es

stellte sich heraus, dass die Variante B mit Rampenbauwerken am besten

den derzeitigen wasserwirtschaftlichen Vorstellungen entspricht.

- Als allgemeine Flusscharakteristik wurde ein mäandrierender Flussverlauf

als anzustrebendes Landschaftsbild defi niert. Durch eine kontrollierte

Eigenentwicklung der Salzach sollen sich Umlagerungsstrecken

mit Kiesbänken und Wassertiefenvariationen einstellen.

- Der primären Forderung nach einer Sicherung der Sohle kann durch

Rampenbauwerke, die durch verschiedene wissenschaftliche Studien

untersucht wurden, langfristig nachgekommen werden. Zudem werden

Bereiche, in denen die Sohle zeitnah befestigt werden muss, mit

Rollierungen, d.h. mit einem Steinsatz an der Flusssohle besetzt, sodass

hierdurch auch für den Bauforschritt eine ausreichende Eindämmung

des Sohldurchschlags erreicht werden kann.

- Durch Aufweitung und Ausuferung verringern sich die bodenwirksamen

Schleppkräfte des Wassers, was Ablagerungen von Geschiebe

40

begünstigt. Eine Erhöhung des Geschiebeeintrags kann durch die gezielte

Entfernung der Uferverbauung und einer einher gehenden seitlichen

Erosion ermöglicht werden. Das dient auch als Ausgleich für das

verstärkte Geschiebedefi zit im Tittmoninger Becken, das für die Zeit

nach der Erstellung der Querbauwerke im Freilassinger Becken verstärkt

erwartet wird. Zur Steuerung der weiteren Detailplanung wird

ein Monitoringsystem für den Geschiebeeintrag an der Saalachmündung

in Erwägung gezogen, um die Entwicklung der ankommenden

Geschiebefracht stetig zu ermitteln. In Zusammenhang mit der weiterführenden

Überwachung der Höhenlagen der Flusssohle soll die

Detailplanung an die ermittelten Ergebnisse angepasst werden.

- Die vormals angebundenen Nebenarme der Salzach sollen ab einem

einjährlichen Hochwasser wieder angebunden werden. Dies fördert

ebenso die Ausdehnung der Zeithorizonte, in welchen sich ein bettbildender

Abfl uss einstellt, was zu einer verstärkten Ablagerung von

Geschiebe auf der Flusssohle beiträgt. Zudem wird die Aue wieder aktiviert,

was neben dem Gewinn an Rückhaltevolumen, welcher sich

positiv auf den Ablauf einer Hochwasserwelle auswirkt, auch eine ökologische

Aufwertung mit sich bringt.

- Es wird erwartet, dass nicht nur die Natur von der Sanierung profi -

tiert, sondern auch die ansässigen Gemeinden an attraktiven und orts-


Luftbild Ist-Zustand

nahen Erholungsraum gewinnen, was neben dem Tourismus auch der

Bevölkerung zu Gute kommt.

- Eine Wasserkraftnutzung mit einem entsprechend angepassten

Planungskonzept bleibt möglich, wird jedoch auf zwei Standorte begrenzt.

Besonderes Augenmerk galt der Durchgängigkeit in Bezug auf

Geschiebe und Biologie, da neben der Sanierung auch ein Erhaltungs-

bzw. Verbesserungsgrundsatz in Bezug auf die EG-Wasserrahmenrichtlinie

angesetzt wird. Für eine mögliche Wasserkraftnutzung sowie

anderweitige Nutzungskonzepte wurden Ausbau- und Unterhaltungsvereinbarungen

diskutiert.

Ziel der staatlichen Wasserwirtschaft in der Podiumsdiskussion war

es, nach einer möglichst allgemeinverträglichen und nachhaltigen Lösung

auf Basis der Variante B zu suchen. Hierbei stehen die Interessen

des Bauherren und der Wasserwirtschaftsverwaltung den möglichen

Nutzern, der Umwelt sowie den gesellschaftlichen Bedürfnissen gegenüber.

Es wurde versucht mit den Gesprächsbeteiligten eine möglichst

nachhaltige, als auch effektive Lösung zu erörtern, ohne jedoch

eine zeitnahe Umsetzung aus den Augen zu verlieren.

Plan-Zustand System der Variante B

Staatliche Wasserwirtschaft

41


Fließende Grenze - Sanierung Untere Salzach

Gruppe 5:

Silvia Asadi

Wibke Dehnert

Christian Reichgruber

Alexander Schlegel

Hartmut Wilke

Für eine lebendige Salzach

Aufruf der Aktionsgemeinschaft

Die Aktionsgemeinschaft „Lebensraum Salzach“ setzt sich aus verschiedenen

Verbänden Österreichs und Deutschlands zusammen. Mit

dem Ziel, die Salzach als naturnahen Lebensraum zu fördern, kämpft

und wirbt die Aktionsgemeinschaft seit 1987 für eine Renaturierung

des Flusses mittels Aufweitung des Flussbetts und Wiederbewässerung

der Flussauen.

Durch den Ausbau der Salzach ist die Fließgeschwindigkeit und somit

die Sohlerosion gestiegen, was zu einer starken Eintiefung der Salzach

geführt hat. Die gängigste Lösung, dieser Eintiefung entgegenzuwirken,

sind Querbauwerke, zu denen auch Absturzbauwerke und Rampen

zählen.

Absturzbauwerke werden oft mit Wasserkraftwerken, wie beispielsweise

dem geplanten Salzachkraftwerk bei Werfen in Österreich,

kombiniert. Jeder kann auf den ersten Blick den erheblichen Eingriff

einer solchen Maßnahme in den Fluss erkennen. Von Seiten der Aktionsgemeinschaft

werden daher jegliche Arten von Querbauwerken

abgelehnt. Stattdessen setzt sie auf die Natur selbst. Wird der Uferverbau

komplett entfernt, kann sich der Fluss seinen benötigten Platz

wieder selbständig zurückholen. Durch diese weichen Ufer weitet sich

der Fluss auf, und es wird dabei Kies aus den Ufern in das Flussbett

eingetragen.

42

Tittmoning

Geben Sie dem letzten unverbauten voralpinen

Flussabschnitt Deutschlands eine Chance

Unsere Ziele:

Sohlstabilisierung

Naturnahe Auwälder

Zusammenhängender Lebensraum

Bootsdurchgängigkeit

Fischotter Heidelibelle

Ostermiething

Laubfrosch

Biber Schwannenblume

Märzenbecher

Flussregenpfeiffer

Eisvogel Pirol

Uferschnepfe

Ringelnatter Deutsche Tamariske

Flussuferläufer

Huchen

Kantenlauch

Aktionsprogramm

Als Folge werden die Fließtiefe sowie die Sohlschubspannung stark

verringert. Um die Eintiefung dauerhaft zu stoppen, müssen die Stauhaltungen

des Oberlaufs so umgebaut werden, dass das Geschiebe des

Oberlaufs die Salzach erreichen und ihr somit bei der Erzielung eines

fl ussmorphologischen Gleichgewichts helfen kann.

Durch die Eintiefung der Salzach ist der Grundwasserstand in den

Auen stark gefallen und die Bäche in den Auen wurden von der Salzach

abgeschnitten. Sie sind dadurch bereits teilweise ausgetrocknet und

somit in ihrem Bestand akut gefährdet. Eine intakte Aue zeichnet

sich durch eine ausgeprägte hydrologische, morphologische und bio-

logische Dynamik aus und bietet seltenen Tieren und Pfl anzen einen

einzigartigen Lebensraum.

Um die Auen der Salzach zu erhalten bzw. wieder mit Leben zu füllen,

müssen der Grundwasserstand wieder angehoben und die Bäche der

Aue wieder an die Salzach angebunden werden. Durch intakte Auen

wird nicht nur Arten- und Biotopschutz, sondern auch vorbeugender

Hochwasserschutz durch natürlichen Rückhalt betrieben.

In Bayern leben mit Rotwild und Luchs zwei bedeutende, große Wildtierarten

mit erheblichem Raumbedarf. Die wichtigsten Rückzugsgebiete

für große Tierarten stellen die ausgedehnten Waldgebiete


Natürlicher Auwald Naturnahe Auenwälder

in den Mittelgebirgen und den Alpen dar. Zwischen diesen Gebieten

sind Verbindungen notwendig, damit durch Wildtierwanderungen die

genetische Durchmischung und somit die Überlebensfähigkeit von

ganzen Populationen gesichert werden kann. Eine solche Verbindung

verläuft laut einer Untersuchung des Landesamts für Umwelt in Bayern

entlang der Salzach und muss deswegen erhalten bzw. wieder

hergestellt werden. Vernetzte Lebensräume sind jedoch nicht nur für

Tiere an Land, sondern auch für Fische und Kleinlebewesen im Wasser

sehr wichtig. Aus diesem Grund stellt die Durchgängigkeit der Salzach

ein wesentliches Ziel der Aktionsgemeinschaft dar.

Seit in den Alpen Salz abgebaut wurde, wurde dieses bis Anfang des

20. Jahrhunderts mit Plätten über Salzach, Inn und Donau in die Welt

gebracht. Als Plätten werden Holzkähne mit geringem Tiefgang bezeichnet,

mit denen das Umschiffen von Untiefen und Sandbänken

möglich ist. Heutzutage wird diese Tradition bei Brauchtums- und

Ausfl ugsfahrten aufrecht erhalten. Um diese Tradition zu bewahren,

fordert die Aktionsgemeinschaft die Durchgängigkeit der Salzach für

Plätten und für Paddelboote.

Wohin münden nun diese Ziele?

Die Aktionsgemeinschaft hat die Vision, dass sich die Salzach in einem

breiten Kiesbett ihren Weg selbst suchen kann. Sie soll sich verzweigen

Aktionsgemeinschaft “Lebensraum Salzach”

Auenlandschaft Tittmoninger Becken

und wieder vereinigen, und sie soll auch mit den Auen in Kontakt stehen.

Die jetzige Aue soll sich soweit wie möglich ausdehnen, wobei die

vorhandene Bebauung auf keinen Fall gefährdet werden darf.

Dieses dann entstehende Ökosystem der unteren Salzach wird für die

Tier- und Pfl anzenwelt einen unschätzbaren Lebensraum darstellen.

Mit diesen Begründungen lautet das Anliegen der Aktionsgemeinschaft

„Lebensraum Salzach“: Geben Sie dem letzten unverbauten

voralpinen Flussabschnitt Deutschlands eine Chance!

43


Fließende Grenze - Sanierung Untere Salzach

Gruppe 6:

Steve Gallasch

Matthias Groß

Anna-Maria Martin

Imke Mumm

Thomas Riedler

Untere Salzach 1817

Mit der Indienststellung des ersten Umweltanwaltes im Jahr 1990

begann Österreich den Aufbau einer Struktur von Umweltsonderbehörden.

In jedem der neun Bundesländer wurde eine weisungsunabhängige

Institution unter der Spitze eines Landesumweltanwaltes

geschaffen.

Zur Verringerung und Vermeidung schädlicher Einwirkungen auf die

Umwelt wurde den Umweltanwälten eine breite Palette von Aufgaben

zugewiesen. Neben der Beratung der Bevölkerung, der Gutachter-,

Kontroll- und Schlichterfunktion sind die Umweltanwälte von den Ländern

beauftragt, die Parteistellung in umweltrelevanten Bewilligungsverfahren

wahrzunehmen. In diesen Verfahren ist das Einvernehmen

mit der Umweltanwaltschaft Bewilligungsvoraussetzung. Aus dieser

Position heraus setzt sich unsere Gruppe für eine natürliche Sanierung

der Unteren Salzach durch Renaturierungsmaßnahmen ein.

Ziel muss die Wiederherstellung eines funktionierenden Naturraums

Salzach mit integrierter revitalisierter, dynamischer Auenlandschaft

sein. Dazu ist es notwendig, das Gewässerbett aufzuweiten, die Gewässersohle

und somit den Grundwasserspiegel eigendynamisch zu stabilisieren

und anzuheben. Damit einhergehend werden die verästelten

Nebengewässer wieder angeschlossen und Vernetzungen zur Au und

innerhalb des Gewässersystems erreicht. Dies sind Voraussetzungen,

44

Auenvorbild

um die Einstellung und Stabilisierung der Weich- und Hartholzauen

zu sichern. Da diese Prozesse zwar initiiert, dann aber weitgehend natürlich

vollzogen werden, kann ein genauer Verlauf und eine präzise

Ausdehnung des Naturraumes nicht genau prognostiziert werden. Ein

Anhalt können aber die historischen Flussaufnahmen von 1817 sein,

die eine von anthropogenen morphologischen Einfl üssen weitgehend

verschonte Salzach zeigen. Bestehende Hochwasser-Berechnungsmodelle

sind entsprechend anzupassen.

Die bisherigen Untersuchungen zeigen, dass die Sohleintiefung im

Tittmoninger Becken zwar langsam voranschreitet, bei derzeitigen

Verhältnissen aber ein Sohldurchschlag gewiss ist. Es besteht aber

bisher noch die Möglichkeit, unsere Ziele durch eine angestoßene natürliche

Sukzession zu erreichen. Initiatoren wären z.B. aufgeweichte

Ufer, Leitbuhnen und die Verbesserung des Geschiebeeintrages vom

Oberstrom. Diese Entwicklung fordert einen Landerwerb von Anrainern,

wobei Dienstbarkeiten und eingeschränkte Nutzungen denkbar

sind.

Unser Entwurf macht dauerhafte Bauwerke bis auf zu berechnende

Rollierungen in den geologischen Engen überfl üssig. Die in mehrerer,

besonders aber in ökologischer Hinsicht fragwürdigen Kraftwerkspläne

stoßen damit ob des geringen Wasserdargebotes und den voraus-


Tittmoning

Burghausen

Laufen

Tittmoninger Becken - geologisches Profi l Entwicklung Salzachverlauf bis heute

gesetzten Querbauwerken an die Rentabilitätsgrenzen.

Die sich stetig verändernde Umweltgesetzgebung trägt der Verantwortung

unserer Umwelt gegenüber immer mehr Rechnung. Mit Blick

auf bestehende europäische Regelungen sind wir verpfl ichtet, einen

guten ökologischen Zustand an der unteren Salzach zu erreichen.

Dazu sind oben genannte Maßnahmen bereits im bayerischen Maßnahmenprogramm

zur EU-WRRL aufgeführt. Auch die Reglungen um

NATURA 2000 fordern uns auf, den Fortbestand und die Wiederherstellung

eines günstigen Erhaltungszustandes in unseren Schutzgebieten

sicher zu stellen. Dem können wir uns mit den bisher vorgelegten

Plänen nicht weiter verschließen.

Wir sehen uns heute in einer Situation, in der selbst Kompromisse mit

der Natur hart bestraft werden. Die Sanierungsnotwendigkeit an der

Salzach gibt uns jetzt die Chance künftigen Naturereignissen, wie länger

anhaltenden Starkregen mit größeren Niederschlagsmengen und

Überschwemmungsrisiken mit dem natürlichen Rückhalt einer Aue

gewappnet gegenüberzutreten. Die Folgen des Klimawandels lassen es

nicht ausschließen, dass kommende Hochwässer wieder nachglaziale

Räume fordern.

Oberösterreichische Umweltanwaltschaft

Unter der Berufung künftiger Generationen sowie der bayerischen

Verfassung, die den Naturschutz zur verpfl ichtenden Aufgabe jedes

Bürgers macht, fordern wir: Freiheit für die Salzach!

45


Fließende Grenze - Sanierung Untere Salzach

Gruppe 7:

Daniel Albert

Andreas Hofmann

Stephanie Kreisel

Nina Roschakowski

Energiekonzept 2022

Rede des Landrates des Landkreises Traunstein vom 11. Dezember

2009 vor dem Bürgerforum Tittmoning.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Befürworter erneuerbarer

Energien, liebe Klima- und Naturschützer,

die schlimmsten Befürchtungen vieler Delegierter der Kopenhagener

Klimaverhandlungen sind bereits wahr geworden. Die Klimaerwärmung

manifestiert sich schon heute durch Schäden, die nicht nur

woanders auf der Welt durch Hurrikan Katrina oder Jahrhunderthochwässer,

wie das der Elbe, verursacht werden - sondern auch hier bei

uns spürbar sind. Ich erinnere Sie nur an die Schäden durch Überfl utungen

und Stürme hier bei uns im Landkreis Traunstein.

Ansätze, diesen Auswirkungen entgegenzusteuern, wurden mit der

Agenda 21 gelegt – einem entwicklungs- und umweltpolitischen Aktionsprogramm,

das von 172 Ländern verabschiedet wurde. Unser aller

Auftrag der Nachhaltigkeit und die damit verbundene Nutzung Erneuerbarer

Energien, wie die der Wasserkraft, ist durch Gesetze manifestiert

– und zwar EU-, bundes- und bayernweit!

Die Politik erhielt den Auftrag zur nachhaltigen Nutzung der Wasserkraft

durch Sie, liebe Wähler, und die Gesetzgebung, beispielsweise

46

Elbe

Unterwössen

den Umweltpakt III und den Landtagsbeschluss vom 11.11.2004. Dieser

Auftrag mündete in das Energiekonzept 2020 des Landkreises Traunstein,

indem die schrittweise Deckung des Energiebedarfs zu 100 %

aus erneuerbaren Energien erfolgen soll. Um dieses Ziel zu erreichen,

müssen die Potenziale, die die Wasserkraft bietet – auch gerade hier

an der Unteren Salzach – unbedingt genutzt werden.

Ich sage: Die Zeit ist reif zur Nutzung der Wasserkraft an der unteren

Salzach! Denn die rechtlichen Grundlagen von kommunaler bis EU-

Ebene sind gelegt; die Sanierung der unteren Salzach steht an, das

Raumordnungsverfahren ermöglicht es uns Wasserkraft an unserer

Salzach zu etablieren; die zur Nutzung notwendige, innovative Kraftwerkstechnik

steht durch Herrn Prof. Aufl eger bereit; das Energiekonzept

2020 des Landkreises Traunstein fordert den Ausbau der erneuerbaren

Energien; die Grenzkraftwerke GmbH steht in den Startlöchern,

um an der unteren Salzach zu investieren; Förderprogramme wollen

genutzt werden – und vor allem können wir hier im Landkreis Traunstein

auf den Rückhalt der Bürger und eine leistungsfähige Verwaltung

bauen!

Für jeden aufmerksamen Bürger ist erkennbar, dass durch die beginnenden

Klimaveränderungen die Notwendigkeit zum Bau eines innovativen

Kraftwerks gegeben ist – und zwar noch heute! Deshalb plä-


Förderkonzept Motto

diere ich dafür, das Pilotprojekt „innovatives Überströmungskraftwerk

mit Hydromatrix-Turbinen“ in unserem Landkreis zu verorten, weil

unser Landkreis Traunstein ein starker Partner für seine Bürger, für die

Forschung und die Wirtschaft ist. Der Landkreis Traunstein fördert den

Bau und den Betrieb des ersten ökologischen Kraftwerks durch eine

solide Finanzierung, die Unterstützung der Bürger und eine motivierte

Verwaltung. Dadurch öffnen wir uns für die Ansiedlung neuer Hightech-Unternehmen.

Der Landkreis Traunstein will der erste Standort

für diese Technik sein.

Das Pilotprojekt ermöglicht es uns, preiswerten Strom für Sie liebe

Bürger hier vor Ort – an der Unteren Salzach – zu erzeugen. Wir müssen

die erneuerbaren Energien als Standortvorteil nutzen und die heimische

Wirtschaft stärken. Nur dadurch können wir die Ausbildungschancen

für unsere Kinder erhöhen, sowie regionale und vor allem

globale Märkte – wie beispielsweise China – erschließen. Wenn wir

ein weltweites Best-Practice-Modell des Überströmungskraftwerks

hier an der Unteren Salzach errichten, dann zeigen wir: Der Landkreis

Traunstein hat Zukunft!

Mit Hilfe dieses Leuchtturmprojektes schaffen wir Prestige für den

Landkreis Traunstein, einen Mehrwert durch die Kombination von

Ökonomie und Ökologie, sowie eine nachhaltige Zukunft und intakte

Natur für unsere Kinder und Enkelkinder.

Landrat

Wasserkraft ist unverzichtbar für die Deckung des Energiebedarfs unseres

Landkreises und zur Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien

auf 100%. Unsere Energieversorgung muss heimisch, ortsnah und krisensicher

sein! Dafür stehe ich mit meinem Namen.

Meine Damen und Herren: Vielen Dank.

47


Fließende Grenze - Sanierung Untere Salzach

Gruppe 8:

Christoph Eichler

Katharina Frtus

Cornelius Rentsch

Sara Yamani

Sitzordnung

Ausgangslage

Die Baureferendare entwickelten unter verschiedenen Gesichtspunkten

Konzepte, wie der drohende Sohldurchschlag an der Unteren

Salzach verhindert und der Fluss den Landschaftsraum Salzach für die

Zukunft besser gestalten kann.

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion sollten die Gruppen erst ihre Lösungsvorschläge

überzeugend präsentieren und anschließend gegenüber

ihren Gegnern verteidigen. Die Referendare vertraten dabei Interessen

von staatlicher Seite, sowie aus der Politik und Wirtschaft und

schlüpften in die Rolle besorgter Bürger und Aktionsgemeinschaften.

Aufgabenstellung

Die Diskussionsrunde wurde seitens der Moderationsgruppe organisiert

und gestaltet. Das Hauptaugenmerk lag bei dieser Aufgabe auf

der Entwicklung einer Moderations- und Kommunikationsstruktur.

Dabei sollten unterschiedlichste Problemstellungen wie die Sitzordnung

der Diskussionsteilnehmer, ein strukturierter Tagesablauf, die

sinnvolle Reihenfolge der Präsentationen, das Einhalten der Diskussionsordnung,

das zielgerichtete Leiten einer Gesprächsrunde mit relevanten

Fragen, sowie eine abschließende Visualisierung der ermittelten

Positionen und Interessen berücksichtigt werden.

48

Schlagzeilen

Podiumsdiskussion, Tagesablauf oder Tagesprogramm

Zu Beginn der eigentlichen Diskussion konfrontierte das Moderationsteam

die einzelnen Gruppen mit fi ktiven Zeitungsschlagzeilen. Diese

griffen die unterschiedlichen Lösungsvorschläge, die bei einer Vorpräsentation

gezeigt worden waren auf und gaben die Meinungen der

Gruppen überspitzt wieder bzw. griffen die Teilnehmer teilweise auch

persönlich an. Dies brachte zusätzliche Brisanz in die Diskussion (Begrüßung

– „Pressespiegel“).

Im Anschluss konnten die Vertreter in einem Kurzvortrag ihre Standpunkte

erläutern. In aller Kürze stellten sie die Vorteile ihrer Variante

vor und gaben dazu auch die rechtlichen Grundlagen wieder (Kurzvorträge

– „7 Gruppen, 7 Minuten“).

Nach einer kurzen Pause begann die eigentliche Diskussion. Die Sitzordnung

der Podiumsteilnehmer hatte die Form eines Halbkreises, um

die Konfrontationsnähe untereinander zu erhöhen. An der offenen

Seite des Halbkreises waren die Moderatoren bzw. die Projektionsfl

äche für die Präsentation und die Stellwände angeordnet, so dass

räumlich betrachtet, der Fokus auf ein gemeinsames Ziel versinnbildlicht

wurde.

Das Moderationsteam konfrontierte etwa alle 15 Minuten eine Gruppe


Zeitungsschlagzeilen

mit der auf sie passenden Zeitungsschlagzeile. Die Vertreter konnten

nun kurz Stellung dazu beziehen und die Vorwürfe entkräften. Im Folgenden

stiegen die anderen Gruppen in die Diskussion mit ein und

fragten ihrerseits die betroffene Gruppe und stritten mit ihr über Interessenkonfl

ikte bzw. pfl ichteten ihnen bei Gemeinsamkeiten bei. Dabei

wurden die einzelnen Positionen und die dahinter stehenden Interessen

nochmals deutlich herausgestellt.

Die Methode mit den Schlagzeilen erwies sich als sehr guter „Aufhänger“

für die Moderatoren, da sie so oft elegant zu den einzelnen

Themen überleiten konnten (Diskussion - „Hart aber fair“).

Im abschließenden Teil der Veranstaltung versuchten die Moderatoren

den Gruppen aufzuzeigen, dass diese trotz der scheinbar verhärteten

Positionen doch mehr gemeinsam haben, als es bis dato den Anschein

hatte. Dabei bedienten sie sich des so genannten Havard-Konzepts.

Dieses beruht auf der Annahme, dass zur Lösung von Konfl ikten eine

Trennung von Positionen und Interessen erfolgen muss und zur Erzielung

vernünftiger Ergebnisse letztere in Einklang gebracht werden

können. Im vorliegenden Fall hatten die Moderatoren während der

Diskussionsrunde die Positionen und Interessen der einzelnen Gruppen

auf Kärtchen mitgeschrieben und auf Pinnwänden befestigt. Die

Gruppen konnten diese noch ergänzen. Im Anschluss wurden die In-

Diskussionsrunde

Bürgerforum Tittmoning - Moderation

teressen im so genannten „Nachhaltigkeitsdreick“ in die Bereiche Ökologie,

Ökonomie und Soziales sowie deren Schnittmengen aufgeteilt.

Den Gruppen wurde versucht zu verdeutlichen, dass sich die einzelnen

Interessen doch weit mehr überschneiden als es die puren Statements

zulassen.

Schlusswort

In der Diskussion hat sich gezeigt, wie schwierig es ist, die Abstraktion

von Positionen zu den dahinter stehenden Interessen zu vollziehen.

Das Bestehen auf allgemeingültigen Interessen wie z.B. Nachhaltigkeit

war bei allen Diskussionsteilnehmern auffallend und machte das Herausarbeiten

von Interessensüberschneidungen schwierig.

Der Sinnspruch „Panta rhei – Alles fl ießt“ (Heraklit) als „Lehre vom

Fluss aller Dinge“ kann auf die Moderation übertragen werden und

bedeutet, dass eine Diskussion ständig im Fluss bzw. in Veränderung

ist und ihre ganz eigene Dynamik entwickeln kann.

49


Fazit

Die Salzach - ein wilder Gebirgsfl uss?

Nahezu geradlinig durchfl ießt der breite Wasserlauf zügig das

Tittmoninger Becken hin zur Nonnreiter Enge. Wir können uns hier

schwer vorstellen, dass dieses Wasser in den nahen Alpen entspringt

und sich dort als ungestümer Gebirgsfl uss variierende Wege hinab

ins Tal gesucht hat. Uns zeigt sich eine gezähmte Wassermenge,

welche die ihr vorgezeichnete Linie nicht mehr verlassen kann. Als

Flussaue dehnte sich ihr Bett einst sehr viel breiter aus und bot

so den nötigen Spielraum für die natürliche Dynamik des Fließgewässers.

Dieses sorgte für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt

der angrenzenden Landschaften und bot den Raum für zahlreiche

Lebewesen im und am Wasser.

Doch das unvorhersehbare Eigenleben des Gebirgsfl usses bereitete

in der Vergangenheit vor allem den in unmittelbarer Nachbarschaft

lebenden Menschen einige Sorgen. Sie mussten bei starkem Regen

und bei Tauwetter in den Bergen immer wieder mit Überfl utungen

ihrer Siedlungen rechnen und konnten die breite Auenlandschaft

kaum für ihren Lebensunterhalt bewirtschaften. Mit der Regulierung

des Flusslaufes seit dem 19. Jahrhundert konnten diese Probleme

deutlich verringert und zudem der Grenzverlauf zwischen Bayern und

Österreich präzise vermessen werden. Ende gut, alles gut?

50

Nach der erwünschten Eintiefung des Flussbettes besteht jetzt die

Gefahr eines in den anliegenden Flächen und Ortschaften unbeherrschbaren

Sohldurchbruchs mit markanter Absenkung des

Grundwasserspiegels.

Mit dem Rückgang der Wasserverbindungen zwischen den Resten

der ursprünglichen Aue und dem heutigen Fluss wurden die Bewässerung

der Auen und die Wanderungsmöglichkeiten von Fischen und

Kleinlebewesen einschränkt.

Als letzter unverbauter Abschnitt eines voralpinen Flusslaufes auf

deutschem Boden ist die untere Salzach die Lebensgrundlage vieler

Fischarten und zugleich ein attraktives schiffbares Gewässer.

In den intensiven Überlegungen zur Einschränkung der Verwertung

fossiler Rohstoffe für die Energieerzeugung können Wasserkraftwerke

eine entscheidende Rolle übernehmen.

Besiedlung und Bewirtschaftung ufernaher Flächen sind im Grundgesetz

gesicherte Nutzungsrechte vieler hier ansässiger Menschen.


Für alle Aspekte existieren separate Lösungsmöglichkeiten, doch nur

ein zwischen allen Teillösungen ausgleichendes Gesamtprojekt kann

realisiert werden. Indes schließen manche bisher einander aus. Nun

entmutigt die weitere Entwicklung passiv abzuwarten; beantwortet

keine der Teilfragen.

So wurde uns bewusst, dass das Wissen um verschiedene Lösungen

allein und ihre faktische Benennung dieses Projekt noch keinen

Schritt voranbringen. Demgegenüber halten wir es für sinnvoll, Für

und Wider jeder Teillösung differenziert zu erfassen und übereinstimmende

Ziele gemeinsam mit allen Interessenvertretern auszuloten.

So lässt sich ein Programm entwickeln, das sich vielen Anliegen

annähert und von allen Beteiligten unterstützt werden kann.

Die Untere Salzach steht sinnbildlich für die bisherige und die

künftige Entwicklung des Flussabschnittes: nicht eine Lösung gleich

einem engen geradlinigen Kanal klärt alle Probleme, sondern ein

beweglicher, tolerierender Gedankenaustausch eröffnet den Entscheidungsspielraum

über den vergleichbar das Wasser für seinen Verlauf

in einem weiten, naturnahen Flussbett verfügt. So wird neben Tieren,

Pfl anzen und Menschen vor allem die Salzach selbst gewinnen,

indem ihr Wasser wieder dynamischer fl ießt und ihr Charakter als

Gebirgsfl uss neu erlebbar wird.

Fließende Grenze - Sanierung Untere Salzach

51


Am 1. Mai 2004 ist die Tschechische Republik der Europäischen Union

beigetreten.

Aufgrund der Regelungen des Schengener Protokolls zum Amsterdamer

Vertrag ist sie damit gleichzeitig auch dem Schengen-Abkommen

beigetreten.

Nach einer Übergangszeit sind zum 21. Dezember 2007 die Grenzkontrollen

zwischen Deutschland und der Tschechischen Republik weggefallen.

Sie wurde unmittelbar mit dem Beitritt zur EU Teil des gemeinsamen

europäischen Binnenmarktes, womit die Warenkontrollen an

der Grenze der Nationen entfi elen. Entlang der bayerisch-böhmischen

Grenzlinie befi ndet sich eine Reihe erst Ende der Neunziger Jahre errichteter

Grenzanlagen, die nunmehr überfl üssig geworden sind. Dafür

steht exemplarisch der Grenzübergang Mähring. Gesucht wird nach

Ansätzen, wie mit diesem Erbe eines kurzen Abschnittes der langen,

wechselvollen Geschichte des deutsch-tschechischen Grenzverkehrs

umgegangen werden kann. Freigestellt bleibt, ob der einzelne Standort

untersucht wird, oder ein gemeinsames Thema für die gesamte Kette

gesucht wird.

Am Ende soll eine Aussage darüber getroffen werden können, ob die

Gebäudesubstanz für eine Nachnutzung geeignet ist - falls ja, für welche

und mit welchem Aufwand?

Mähring - Umdeutung von Grenzräumen

Planungsansatz:

Eine bauplanerische Intervention bezieht ihre Grundlagen und Inspiration

aus der Umgebung. Das realisierte Ergebnis strahlt unmittelbar

in die Umgebung zurück, verändert diese und löst eventuell weitere

Entwicklungen aus.

Doch wie weit reicht die „Umgebung“? Welche Entwicklung soll unterstützt

werden?

Um das Potential des Ortes möglichst lückenlos zu analysieren, wird

es in unterschiedlichen Umgebungsmaßstäben vom selbstbezogenen

Gebäude bis zum europäischen Maßstab betrachtet. Freigestellt bleibt,

ob eine gewinnbringende Nutzung für mögliche Investoren gesucht

oder eine gemeinnützige Lösung verfolgt wird. Erwartet wird die Umsetzung

der Nutzungsidee in einen konkreten Hochbauentwurf. Zu jedem

Ansatz wurden Aussagen zu Planungsrecht, Kosten, Verfahrensschritte,

Zeitablauf erwartet.

Gruppe 1 spürt den genius loci rund um das Gebäude auf und erarbeitet

daraus ihr Konzept.

Gruppe 2 hat die Entwicklung der Gemeinde im Blick und schlägt dafür

eine Planung vor.

Gruppe 3 und Gruppe 4 erachten die Entwicklung der Region bedeutsam

und bieten dazu einen Beitrag.

Gruppe 5 und Gruppe 6 stellen mit ihrem Vorschlag die Zukunft des

bayerisch-böhmischen Grenzgebietes in den Mittelpunkt.

Gruppe 7 sieht den Ort als Teil des deutsch-tschechischen Grenzgebietes.

Gruppe 8 sieht den Planungsbereich in der geologischen Mitte von

Europa und als Teil des beseitigten Eisernen Vorhangs.

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Profi l der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben ist Eigentümerin des ehemaligen

Grenzübergangs Mähring, Zollstraße 300 in 95695 Mähring

im Landkreis Tirschenreuth des Regierungsbezirks Oberpfalz. Im Rahmen

des Interdisziplinären Seminars für Baurefendare am Institut für

Stadt, Entwerfen, Landschaft der Technischen Universität München

erhielt die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Mitte des Jahres

2009 die Anfrage, ob die Bundesanstalt über eine Liegenschaft

verfügt, anhand derer Baurefendare im Rahmen ihrer Ausbildung

ein Nachnutzungskonzept für ein Gebäude entwickeln könnten. Die

Bundesanstalt benannte daraufhin den ehemaligen Grenzübergang

Mähring. Am 22.12.2009 fand die Besichtigung der Liegenschaft statt

und im Anschluss hatten die Baureferendare die Aufgabe, Ideen und

Konzepte nebst Kostenschätzung für eine zivile Anschlussnutzung zu

entwickeln.

Die Historie des ehemaligen Grenzübergangs Mährings ist dadurch

geprägt, dass mit dem Beitritt Tschechiens und Polens zum Schengen-

Abkommen am 21.12.2007 und dem dadurch bedingten Wegfall der

Personenkontrollen an bundesweit rund 40 Grenzübergängen zugleich

auch die dienstliche Nutzung der Grenzgebäude und -anlagen aufgegeben

wurde. Die ehemaligen Grenzliegenschaften befi nden sich im

Grenzbereich der Bundesländer Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern,

Brandenburg und Bayern. Auf dem Gebiet des Freistaates Bayern wur-

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den sieben Grenzübergänge aus der dienstlichen Nutzung entlassen.

Es handelt sich hierbei um die Grenzübergänge Philippsreut, Bayerisch

Eisenstein, Furth im Wald, Eslarn / Tillyschanz, Bärnau, Waldsassen und

Mähring. Als Eigentümerin der ehemaligen Grenzliegenschaften und

als Immobiliendienstleister des Bundes obliegt der Bundesanstalt für

Immobilienaufgaben (BImA) die Verwertung des bundesweiten Immobilienbestandes.

Für das Gebiet des Freistaates Bayern ist die Direktion

München zuständig, so also auch für den ehemaligen, von tschechischen

und deutschen Grenzbehörden gemeinsam genutzten Grenzübergang

Mähring. Der ehemalige Grenzübergang Mähring stellt sich

als großfl ächige Grenzanlage mit Straßentrassen, Stellplatzfl ächen,

Gebäudebestand sowie umfangreichen Erschließungs-, Betriebs- und

Grenzkontrollanlagen dar.

Aufgrund der Verpfl ichtung der Bundesrepublik Deutschland nach dem

Schengener Grenzkodex sind zunächst einmal alle Hindernisse für den

fl üssigen Verkehr an den Straßenübergängen der Binnengrenzen zu

beseitigen. Die typischen und nicht mehr genutzten Grenzkontrolleinrichtungen

wie Fahrbahnüberdachungen, Schranken, Kontrollkabinen,

Fahrbahnerhöhungen etc. sind abzubauen.

Mit Aufgabe der Nutzung durch die deutsche und tschechische Zollverwaltung

sowie weiterer Grenzkontrollbehörden steht die Liegen-


schaft grundsätzlich zur Verwertung für eine zivile Anschlussnutzung

zur Verfügung. Verwertung kann dabei sowohl Vermietung / Verpachtung

als auch Veräußerung heißen. Aufgabe der BImA ist es also, einerseits

für die ordnungsgemäße Verwaltung, insbesondere für die

Verkehrssicherheit von Grundstücken sowie Gebäuden zu sorgen und

andererseits im Rahmen der Konversion, also der städteplanerischen

Umnutzung von Gebäuden oder Flächen, zusammen mit der Gemeinde

Mähring, dem Landratsamt Tirschenreuth sowie der Regierung der

Oberpfalz ein Konzept für eine zivile Anschlussnutzung zu erarbeiten

und die weitere Vorgehensweise abzustimmen. Die weiteren Verwertungsmöglichkeiten

werden wesentlich von der Schaffung des entsprechenden

Planungsrechts bestimmt werden.

Hierbei können die von den Baureferendaren erarbeiteten und in dieser

Broschüre vorgestellten Nutzungsideen erste Ansätze und wertvolle

Richtungsweiser sein. Der unverstellte Blick auf die schwierige Aufgabe

der Konversion im Zusammenhang mit der notwendigen fachlichen

Kompetenz hat interessante Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt,

die nun einer vertieften Betrachtung unterzogen werden können. Im

Namen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben danke ich den teilnehmenden

Baureferendaren für ihr Engagement.

Annette Abel, BImA

Mähring - Umdeutung von Grenzräumen

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Mähring – Umdeutung von Grenzräumen

Gruppe 1:

Christine Grampp

Andreas Lindenmaier

Irina Martaler

Katherina Schmitt

Karsten Wachtel

Perspektive

Grenzstation Mähring - Genius loci

Bei der Überlegung, welche Gestalt die bestehende Grenzstation in

Mähring in Zukunft haben kann, konzentrierten wir uns auf den Ort

selbst. Defi niert wird dieser durch die Grenzlage zwischen Deutschland

und Tschechien, die ausgedehnten Wälder im Norden und die

leicht hügelige Kulturlandschaft im Süden.

Unser Nutzungsansatz thematisiert die Grenzlage und soll die Verständigung

zwischen Deutschen und Tschechen fördern. Dabei setzten

wir vor allem auf die Jugend, denn gerade in den Köpfen junger

Menschen sollen „Grenzen“ abgebrochen werden. Die Karte des Bayerischen

Schullandheimwerk e.V. mit der Übersicht der Schullandheime

in Bayern zeigt, dass in der Oberpfalz bisher nur ein Schullandheim

in Gleißenberg im Süden existiert, und der Bedarf gerade im Norden

besteht.

Mit einer Kapazität von zwei Schulklassen, jeweils einer aus Deutschland

und einer aus Tschechien, bietet das Grenzschullandheim Mähring

beste Voraussetzungen für binationale Schülerbegegnungen.

Das Kennenlernen landestypischer Eigenheiten, die Förderung der

Sprachkompetenz, sowie die Entwicklung eines europäischen Bewusstseins

stehen dabei im Mittelpunkt.

56

Zusätzlich bietet die Region vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten

im Bereich der Kultur und des Sports. Das Bäderdreieck, das Kloster

Waldsassen und ein geplanter Geologielehrpfad sind nur einige davon.

Der Umbau der ehemaligen Grenzstation erfolgt in zwei Stufen. Die

erste Stufe erfolgt unmittelbar, die zweite Stufe wenn das Bestandsgebäude

ersetzt werden muss.

In der ersten Umbaustufe wird das ehemalige Abfertigungsgebäude

zur Unterkunft für Gruppen und Betreuer umgenutzt. Entlang einer

durch das gesamte Gebäude wahrnehmbaren Mauer entsteht im Westen

ein neuer Gebäudekomplex. Dessen Abschluss bildet ein „Grenzturm“,

der sich aus der Mauer entwickelt. So ergibt sich ein geschützter

Innenhof mit Raum für Aktivitäten. Gestaltete Ausblicke und die

Einbeziehung der Landschaft durch die Orientierung der Gebäudeteile

ermöglichen eine vielseitige Nutzung.

Die zweite Umbaustufe umfasst den Ersatz des Unterkunftsgebäudes

durch einen Neubau. Das neue Gebäude wird in der Formensprache

und Gestaltung der bestehenden Gebäude ergänzt.

Bei einem Planungsstart des Projektes im April 2010, können die ersten


Ansicht

Schulklassen bereits zu Schuljahresbeginn 2012 das Grenzschullandheim

beziehen.

Zur Umsetzung der Maßnahme ist es erforderlich, die baurechtlichen

Grundlagen zu schaffen. Der Flächennutzungsplan bietet dabei bereits

die erforderlichen Voraussetzungen mit der Ausweisung der Fläche als

Gemeinbedarfsfl äche. Mögliche Genehmigungswege sind die Genehmigung

nach § 35 Abs. 2 BauGB oder § 35 Abs. 1 Nr. 4 BauGB. Es

besteht zudem die Möglichkeit, dass der Markt Mähring einen Bebauungsplan

für das Grundstück erstellt und somit die Genehmigungsfähigkeit

nach § 30 BauGB besteht.

Die Umsetzung der Maßnahme erfordert ein Gesamtinvestitionsvolumen

von ca. 3,45 Mio. Euro. Sie teilt sich in 2 Mio. für die erste Stufe

und 1,45 Mio Euro für den 2. Bauabschnitt auf (ohne Grundstück).

Die Finanzierung der Maßnahme kann z.B. durch den EFRE, das Bayerische

Staatsministerium für Unterricht und Kultus, den Bezirk Oberpfalz,

den Landkreis Tirschenreuth, den Markt Mähring sowie durch

Fördervereine unterstützt werden.

Axonometrie Stufe 1 und 2

Grenzschullandheim Plan Umbaustufe 2

Genius loci

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Mähring – Umdeutung von Grenzräumen

Gruppe 2:

Cornelia Barth

Stefan Krabatsch

Matthias Moll

Barbara Schelle

Thomas Spindler

Perspektive des Autokinos bei Nacht

Entwicklung aus Sicht der Gemeinde

Der Marktort Mähring liegt am Rand des nördlichen Böhmerwaldes in

einer annähernd kreisförmigen Rodungsinsel an der Straße von Tirschenreuth

nach Marienbad und gehörte bis ins späte 12. Jahrhundert

zu Böhmen, danach bis zur Säkularisation dem Kloster Waldsassen.

Der enggeführte Straßenmarkt besitzt zwei Endaufweitungen für Kirche

mit Schulhaus (heute Rathaus) und für das Richteramtshaus und

wird von Dreiseit- und Vierseithöfen gesäumt.

Ein zweiter paralleler Straßenzug hangabwärts im Südwesten ist teilweise

nur einseitig mit kleineren Dreiseithöfen bebaut.

Der Ort mit ca. 1.900 Einwohnern ist in seinen wesentlichen Strukturen

bis heute unverändert erhalten und nur am südöstlichen Rand

großfl ächig durch ein Neubaugebiet ergänzt.

Der Ende der 1990er Jahre projektierte und 2004 wieder aufgelassene

Neubau der ehemaligen Grenzstation liegt etwa 1km außerhalb des

Ortskerns und damit für die Neunutzung durch gemeindliche Institutionen

wie Jugendtreff, Feuerwehr oder sonstige Vereine zu weit entfernt

(Annahme der zumutbaren Fußläufi gkeit: 300 – 500m).

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Das von uns vorgeschlagene (Zwischen-) Nutzungskonzept in Form

eines Autokinos (mit „American Diner“–Gaststättenbetrieb und einfachem

Motel), das zusätzlich gelegentlich als Event–Festplatz für die

Gemeinde dienen könnte, ist infrastrukturell optimal an die vorhandene

Straße anzubinden und verspricht durch seine abgerückte Lage

keine Probleme in imissionsschutzrechtlicher Hinsicht.

Eine kleinmaßstäbliche Rodung für Projektionsfl äche und ein Teil der

Auto–Aufstellfl äche dient auch der „Verzahnung“ des künstlichen Bestandsgebildes

mit der Natürlichkeit des Wald- und Feld- Raumes.

Diese gerodete Fläche ist lediglich mit einem Schotterbelag geplant,

daher leicht reversibel und stellt somit keine Beeinträchtigung in Form

einer Versiegelung dar.

Für die Frage der Wirtschaftlichkeit sprechen einerseits ein entsprechendes

mehrsprachiges Angebot, das einen länderübergreifenden

Kundenstamm über die nordbayerischen Regionen hinaus anspricht

und andererseits aber auch die mögliche zeitliche Befristung des Projekts,

im Sinne von: „Nutzen Sie das Angebot, so lange es noch existiert“.

Bei diesem Autokino handelt es sich um eine Nutzungsänderung, die


Zeichnerische Darstellung des Autokinos Zeichnerische Darstellung von Mähring

nicht den Anforderungen des §35 BauGB (privilegiertes Bauvorhaben

im Außenbereich) entspricht, weshalb die Gemeinde Mähring hierfür

ein Sondergebiet ausweisen müßte, das öffentlichen und naturschutzrechtlichen

Belangen nicht widersprechen darf, wobei der Verfahrensablauf

durch eine Frist in Form von Event–Konzepten im Rahmen

der WM 2010 beschleunigt werden könnte.

Der wichtigste Aspekt, der nicht abschließend geklärt werden konnte,

ist der Standpunkt der Gemeinde. Die Gemeinde spielt die wesentliche

Rolle bei der Nachnutzung. Der Ort der Grenzstation kann nur ein mit

der Gemeinde verankerter Ort werden, wenn diese ihn annimmt und

nutzt.

Distanzen wichtiger Orte

Autokino

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Mähring – Umdeutung von Grenzräumen

Gruppe 3:

Peter Böhm

Alex Eder

Jochen Fellendorf

Julianna Günther

Leif-Peter Krause

“Showdown in Mähring”

Die Region der östlichen Oberpfalz, das Grenzland zwischen Bayern

und Böhmen ist geprägt durch seine landschaftliche Schönheit, die

sehr stark von der relativ dünnen Besiedlung und den weiten Naturräumen

bestimmt wird. Zwischen den Hügeln hindurch schlängeln

sich einsame Straßen, die manchmal an die ewigen Highway Amerikas

erinnern. So wundert es nicht, dass Motorradfahrer und Motorsportfreunde

die Region lieben und gern weite Wege in Kauf nehmen, um

in der Einsamkeit zu cruisen.

Die Entfernungen zwischen den kleinen Ortschaften sind groß und nur

motorisiert zu überwinden; eine echte Hürde auch für die Jugend in

der strukturschwachen Region ohne ausreichende ÖPNV-Anbindung.

Aber in der Not ist man auch in der Oberpfalz sehr erfi nderisch. So

begibt man sich mit 15 mit dem eigenen Mofa auf die erste Fahrt. Mit

nur wenig Geld, aber viel Zeit und Geschick beginnt man am eigenen

Gefährt zu schrauben und sammelt die ersten Erfahrungen als “Bastler”.

Später folgt dann ein Moped und mit 18 ein Motorrad oder Auto.

Das Basteln bleibt. Ein Problem ist, dass oft der Raum und die Ausrüstung

für die Selberschrauber fehlt, eine professionelle Werkstatt ist für

die meisten viel zu teuer.

Die Subkultur der Auto- und Motorradbegeisterten ist in der Oberpfalz

stark vertreten. Motorradclubs und regelmäßige Treffen gibt es viele.

60

Woran es jedoch mangelt sind die nötigen Freiräume, Orte an denen

man sich trifft und gemeinsam seinem Hobby nachgehen kann. In der

Regel fi nden sich Garagen, Höfe oder Scheunen für die eigentlich anspruchslosen

Schrauber und Biker, selten jedoch ein Platz für größere

Veranstaltungen. Das laute Hobby wird von der Umgebung meist nur

auf Zeit geduldet. Hinzu kommt häufi g die Liebe zu lauter Musik: in

vielen Schrauberhallen geben Rock-Musik und Heavy Metal den Takt

vor. Vielleicht ein Grund für die große Verbreitung und die zahlreichen

Bands in der Oberpfalz und im benachbarten Tschechien.

Diese äußerst lebendige Szene mit ihrem lauten und störenden Hobby

ist es wert, unterstützt zu werden. So sind Jugendliche sehr schnell

sozial in die Clubs eingebunden. Gemeinsam tüftelt und schraubt man,

hört Musik und trifft sich. Deshalb unser Vorschlag der Umnutzung

der leerstehenden Grenzstation zu einer Selbstschrauber-Werkstatt

mit Music Bar und Motel. Das langgezogene Gebäude folgt in seiner

Erscheinung als straßenbegleitende Anlage dem Vorbild der amerikanischen

Truckstops und wäre damit typologisch sehr geeignet.

Als Betreiber des “Off Limits” vorstellbar ist eigentlich nur ein engagierter

Kenner der Szene, der bereit ist, sein vermutlich nur geringes

Eigenkapital zu investieren. Grundvoraussetzung ist deshalb ein äußerst

geringer Kaufpreis für das Objekt, z.B. 1 EUR. Mit dem wenigen


Straßenansicht der Biker Bar

Grundriss Ausbaustufe 3: Biker Motel Inneneindruck der Bar

Geld wird er das Gebäude erst Stück für Stück nutzbar machen können

und viel Eigenleistung bringen müssen. Die zukünftigen Nutzer werden

jedoch keinen hohen Standard erwarten, was Kosten spart.

Als ersten Schritt, um die “Besetzung” des Gebäudes und die beginnende

Umnutzung auch nach Außen anzuzeigen, schlagen wir den

Anstrich der kompletten Fassade durch den Betreiber und seine Helfer

mit einer pechschwarzen Farbe vor. Erst dann beginnt der eigentliche

Umbau.

Am leichtesten wieder nutzbar zu machen ist das freistehende Werkstattgebäude

mit den dazugehörigen Freifl ächen. Hier schlagen wir

die Einrichtung einer Selbstschrauberwerkstatt vor. Im Hauptgebäude

lassen sich mit wenig Aufwand ein Werkzeugverleih und ein Laden für

Ersatzteile einrichten. Von der Werkstatt gut zu erreichen, können Sanitärräume

und Umkleiden für die Selbstschrauber angeboten werden.

Daneben lassen die noch leerstehenden Räume bis sich zum weiteren

Umbau schon provisorisch nutzen. Aus Werkstattvermietung, Verleih

und Verkauf kann der Betreiber erste Einnahmen erzielen.

Für die nächste Ausbaustufe schlagen den Einbau der Music Bar vor.

Um einen größeren Schankraum im Hauptgebäude zu erhalten, müssen

einige Wände entfernt werden. Aufgrund der Konstruktion als

Off Limits

Leichtbauwände sollte dieses jedoch ohne Eingriffe in die Tragstruktur

des Gebäudes möglich sein. Eine Bühne neben der Bar bietet Platz für

Musikkonzerte und sonstige Veranstaltungen. Dadurch kann das “Off

Limits” deutlich an Attraktivität auch für andere Besucher gewinnen.

Langsam etabliert es sich als Szene-Treff.

Im zunächst letzten Ausbauschritt folgt dann der Umbau des Obergeschosses

und der Räume auf der Nordseite zu Mehrbettzimmern und

einem Gemeinschaftsraum. Diese Räume können dann als Biker-Motel

für Durchreisende betrieben werden.

Geht man von einem hohen Eigenleistungsanteil aus, sind für die einzelnen

Umnutzungsschritte nur geringe Investitionen notwendig. Das

reduziert das Risiko für den Betreiber deutlich. Bei schlechter laufenden

Geschäften können sich weitere Ausbauschritte zwar verzögern,

aber da das Gebäude bereits frühzeitig nutzbar ist, bleibt die Gesamtunternehmung

ungefährdet.

61


Mähring – Umdeutung von Grenzräumen

Gruppe 4:

Dagmar Alsbach

Martin Donath

Sandra Müller

Martin Rohrmüller

Bernhard Simon

Saloon

Umnutzung der ehemaligen Grenzstation Mähring

Zu Beginn der Aufgabe stand eine Bestandsaufnahme im Umfeld der

Station. Die Gemeinde Mähring liegt etwa einen Kilometer südwestlich

von der Grenzstation entfernt. Das Abfertigungsgebäude ist im

wesentlichen von Waldfl ächen umgeben.

Bei unseren Überlegungen zur möglichen Nutzung der Grenzstation

stand die besondere Lage im Außenbereich und die unmittelbare Lage

am Naturraum des grünen Bandes im Vordergrund.

Das Europäische Grüne Band ist ein Naturraum, der sich über Jahrzehnte

hinweg unberührt entwickeln konnte und derzeit einzigartig

ist.

Die hügelige, weitläufi ge Landschaft in der dünn besiedelten Region

war für uns ausschlaggebend, ein naturverträgliches Tourismuskonzept

zu entwickeln.

Entlang des Grünen Bandes im ehemaligen Grenzverlauf zu den neuen

Bundesländern konnten sich bereits einige touristische Attraktionen

etablieren.

62

Die Ziele des Grünen Bandes sind unter anderem eine Steigerung

der Attraktivität der Region durch speziellen Naturtourismus, um die

Wertschätzung bei den Besuchern und den Bewohnern gleichermaßen

zu steigern.

Das von uns vorgeschlagene Konzept für die Nachnutzung der Grenzstation

sieht eine Ranch bzw. Reiterhof für Touristen vor.

Als Startpunkt für Wanderreiter, Tagesausritte oder mehrtägige Touren

entlang des Grenzgebietes können Pferde und Planwägen, sowie geführte

Touren gebucht werden. Die besonderen Qualitäten des Landschaftsraumes

können dadurch mit einer bestimmten Geschwindigkeit

erfahren werden.

Die bereits vorhandenen Wald- und Grenzwege sind für die Erschließung

des Grünraums geeignet und sollen dafür genutzt werden.

Die notwendigen baulichen Maßnahmen im Umfeld der Station haben

eine Verlandschaftlichung zum Ziel. Dazu werden alle unnötigen

versiegelten Flächen, Dächer und Grenzgebäude abgebrochen und der

Natur zurückgegeben. Die dadurch entstandenen Flächen sollen als

Koppel und Zeltplatz dienen.


Ansicht Ranch

Grundriss EG Grundriss OG

Das Abfertigungsgebäude soll die erforderlichen Funktionen für den

Zeltplatz, Sanitäranlagen, der Unterbringung einer Betreiberwohnung,

den Pferdeboxen und Stellplätze für Planwägen beinhalten.

Bei der Nutzung als Pferdehof und Zeltplatz handelt es sich um eine

Nutzungsänderung, die nicht den Anforderungen des §35(1) Bau GB

als privilegiertes Bauvorhaben im Außenbereich,noch als sonstiges

Vorhaben nach §35 (4) Bau GB zu bewerten ist (kein räumlich funktionaler

Zusammenhang mit einer Hofstelle).

Unser Vorschlag sieht eine Änderung des Flächennutzungsplanes in

ein Sondergebiet Erholung vor um nach $35 (2) Bau GB eine Zulassung

im Einzelfall zu erlangen, sofern keine öffentlichen Belange beeinträchtigt

werden und die Erschließung gesichert ist.

Entwicklung aus Sicht der Region - Mähring Ranch

Wegekonzept

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Mähring – Umdeutung von Grenzräumen

Gruppe 5:

Silvia Asadi

Wibke Dehnert

Christian Reichgruber

Alexander Schlegel

Hartmut Wilke

Lageplan Natur- und Informationszentrum

Das Natur- und Jagdinformationszentrum BAJA

In der bayerisch-böhmischen Region um Mähring zeigen sich harmonisch

und unberührt weiträumige Wälder und ausgedehnte Freifl ächen.

Natur und Umwelt zu schützen, ist ein Kernanliegen der Europäischen

Union. Bei gleichzeitiger Entscheidungsfreiheit sind Wissensvermittlung

und Kommunikation bestens geeignet, das Bewusstsein für die

Nachhaltigkeit des eigenen Handelns in nachfolgenden Generationen

zu bilden. Ein gemeinsames Bewusstsein bayerischer und böhmischer

Menschen kann dabei nur vom Treffpunkt beider Nationen – dem Ort

der tatsächlichen Gleichberechtigung – ausgehen.

Nahe Mähring schränkten die Anlagen entlang der Grenzlinie den Lebensraum

der Tiere ein und schützten ihn zugleich, weil Menschen

hier kaum tätig waren. Mit der Abschaffung der Grenzanlagen wurde

der Raum auf die jeweils andere Seite erweitert, doch nun interessieren

sich auch die Menschen für die vorhandenen Schätze der Tierwelt.

Jäger folgen zwei Interessen: Sie erlegen Tiere, um deren Körper zu

verwerten. Und sie engagieren sich für einen ausgeglichenen Bestand

der Tierarten, indem sie bekannte Überbestände reduzieren und so für

einen spezifi sches Feld der Umwelt Verantwortung übernehmen.

Gewiss ähneln sich die Ziele der Jäger in Mitteleuropa. Über ehemalige

64

Grenzen hinweg ist hierzu ein Gedankenaustausch direkt am Geschehen

in geeigneten Räumen sinnvoll. Schulungen über neue Erkenntnisse

entlang der Grenze erweisen sich ebenso als nötig wie die Vermittlung

an nachfolgende Generationen, ihr Wissen über die Heimat

und ihr Verantwortungsbewusstsein für die natürliche Umwelt durch

unmittelbares Erleben herauszubilden.

Ergänzt werden diese periodischen durch individuelle und traditionelle

Aktivitäten der Jagdvereine. Neu ist die Chance, über das Jagen hinaus

gemeinsam an die jeweiligen Traditionen anzuknüpfen, zumal in

diesem Interessengebiet sprachliche Barrieren als zweitrangig eingeschätzt

werden. Was liegt näher, als das neu zu gründende Natur- und

Jagdinformationszentrum nach der sprachlichen Wurzel der Begriffe

Bayern und Böhmen BAJA zu nennen?

Gebäude und Organisation:

Große Dächer und fahrbahnnahe Schaltergebäude bezeichnen spezifi

sche, nicht mehr vorhandene Funktionen. Trotz ihrer Auffälligkeit

stehen sie weniger im Blickpunkt als das langgestreckte Gebäude

am Waldrand mit seiner vertrauteren äußeren Gestalt, dessen Räume

und Grundriss variable Funktionalität versprechen. Seine bisher

kurze Nutzungszeit und gleichzeitig robuste Bauausführung werden


Logo Bayerisch und Böhmischer Jagdverband

Schwarzwildrotte

berücksichtigt, indem der Bestand minimal nur dort geändert wird,

wo die gegebene Situation Grenzen aufweist. Wegen der beachtlichen

Gebäudegröße wird vorgeschlagen, zunächst lediglich einen Teil des

Gebäudes zu nutzen:

Seine klare Gliederung lässt sich im Eingangsbereich sofort erfassen

und wird beibehalten. Eine multifunktionelle Zone dient Tagungen

und Schulungen sowie der gastronomischen Versorgung. Verschieden

defi nierte Nebenräume grenzen an, und dazwischen führt eine raumbildende

Treppe in das kleine Obergeschoss, das als Rückzugsbereich

künftig einfache Schlafräume bereithält. Im Flur ermöglicht eine großzügige

Fensterreihe mit einem weiten Blick entlang des Waldrandes

eine unvergleichliche Naturbeobachtung.

Ein Gebäudeteil wird temporär stillgelegt. Einerseits kann wachsender

Bildungsbedarf neuen Raumbedarf nach sich ziehen, andererseits

erfordern Abbruch und neuer Gebäudeabschluss einen erheblichen

Aufwand ohne naheliegenden Nutzen.

Innerhalb des zweckmäßigen Gebäudes werden lediglich einige nichttragende

Wände verändert. Es ist nötig, die technische Infrastruktur

anhand der aktuellen Energieverbrauchs- und Klimaschutzvorgaben

zu prüfen und nach einer eventuell nötigen Modernisierung alsbald

Natur- und Jagdinformationszentrum BAJA

Grundriss Phase 1

Grundriss Phase 2

wieder in Betrieb zu nehmen, um einem feuchtigkeitsbedingten Verfall

des Gebäudes entgegenzuwirken.

Für seine äußere Gestalt sind keine Veränderungen vorgesehen. Damit

wird sich das Gebäude zurückhaltend in die umgebende Landschaft

einfügen. Bewusst wird auf die erwägenswerte Umwandlung in eine

urige Jagdhütte verzichtet, deren Erscheinungsbild der enormen Kubatur

ebenso wenig angemessen wie der Aufwand für die Herstellung

fragwürdig wäre.

In baldige Gespräche mit dem Bayerischen Jagdverband und mit einer

vergleichbaren Böhmischen Vereinigung sind neben den weiteren

Planungsschritten die künftige Verantwortung für das Gebäude

und für seine Nutzung einzuschließen. Über den Jahresverlauf werden

zahlreiche Veranstaltungen in dem Haus stattfi nden. Jedoch nur

zum Teil organisiert sie der Jagdverband selbst. Für weitere Zwecke

wird angeboten, das Haus zu mieten, wobei die grundlegende Idee

der Hausfunktion bewahrt werden soll. Folglich wird in dem Gebäude

keine eigenständige Gastronomie etabliert, sondern die jeweiligen

Hausgäste organisieren ihre gastronomische Betreuung als Catering

oder als Eigenleistung selbst.

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Mähring - Umdeutung von Grenzräumen

Gruppe 6:

Steve Gallasch

Matthias Groß

Anna-Maria Martin

Imke Mumm

Thomas Riedler

Ansicht Erlebniswerkstatt

Die Grenzstation im Kontext des Grenzgebietes Bayern - Böhmen

Konzept:

„Break- Out, statt Burn- Out” - unter diesem Motto erwartet den Besucher

ein unvergessliches Abenteuer abseits des Üblichen in freier

Natur.

Lage:

Die am Rand des nördlichen Böhmerwaldes situierte ehemalige Grenzstation

Mähring wird nach unserem Vorschlag in eine „Erlebniswerkstatt“

umgenutzt. An der wenig befahrenen Straße von Tirschenreuth

nach Planá / CZ und in waldreicher, sanft hügeliger Mittelgebirgslandschaft

gelegen, ist dieser Ort prädestiniert für eine Nutzung in unmittelbarem

Kontakt zur Natur. Seine Abgeschiedenheit vom ca. 1,5 km

entfernten Ortskern der Marktgemeinde Mähring bzw. seine Randlage

in der ohnehin dünn besiedelten Region Bayern-Böhmen bestärken

diese These.

Geschichte:

Unser Konzept baut auf den für das Mittelalter belegten Handelsrouten

im Bayerisch-Böhmischen Grenzgebiet auf. Sämtliche in der Region

vorkommenden Rohstoffe wie etwa Holz, Stein, Eisenerz, Quarzsand,

Ton und Leder wurden über Jahrhunderte auf großräumig verzweigten

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Handelsrouten transportiert und ausgetauscht. Zwischen den Fernhandelszielen

Nürnberg und Prag herrschte reger wirtschaftlicher und

kultureller Austausch. Viele handwerklichen Güter und Techniken aus

dieser Gegend sind bis heute beliebt, die Gold-/ Schmiede- und Glaskunst

der „Goldenen Straßen“ überregional bekannt.

Nutzungskonzept:

Während der Mensch früher im Einklang mit der Natur lebte und arbeitete,

ist er heute von Büroarbeit, Stress und ungesundem Lebensstil

geprägt; in seinem Alltag sind frische Luft und körperlicher Ausgleich

Mangelware, Selbsterfahrungs- und Abenteuerlust aber immer noch

in seinem Inneren verankert.

Unser Nutzungskonzept bringt den Menschen „Weg vom Konsumieren,

hin zum Produzieren“. Der im Laufe der Zeit verloren gegangene

Bezug zum Handwerk lebt hier wieder auf. In diversen Kursen und

Workshops können Steine und Holz bearbeitet, Rüstungen und Waffen

geschmiedet, Boote und Blockhäuser gebaut werden. Technik-Kurse,

Teambuilding-Programme und Timbersport-Events ergänzen das

Rundumerlebnis. Die Kurse sind für mehrtägige Aufenthalte ausgelegt,

wobei die Anlage selbst keine Unterkunftsmöglichkeit bietet. Wir

versprechen uns davon eine Chance für die weitere Entwicklung der

umliegenden Gemeinden bzw. einen Impuls für die Region. Getragen


Lageplan Ansicht Erlebniswerkstatt

und geleitet wird das Gesamtprojekt wird von einer Event-Agentur in

Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz

und evtl. „Fahrenden Handwerkern“.

Bauliche Umsetzung:

Zur baulichen Umsetzung der Maßnahme wird das breit aufgefächerte

Straßen-und Wegesystem der ehemaligen Grenzabfertigung rückgebaut

und die bestehende Staatsstraße in ihrem Verlauf optisch freigelegt.

Gleichzeitig werden die drei offenen Überdachungen versetzt und

zu Themen- Werkstätten umfunktioniert. Es wird vorgeschlagen, den

Bestandsgebäuden ein robustes Erscheinungsbild zu verleihen, wobei

sich die in den Werkstätten bearbeiteten Materialien Holz und Stahl in

der Gestalt der Fassaden abbildet. Das bestehende zweistöckige Verwaltungsgebäude

bleibt in seiner konstruktiven Struktur weitestgehend

bestehen und wird im Zuge der Umnutzung in ein Verwaltungs-/

Verpfl egungs- und Unterrichtsgebäude entsprechend umgestaltet.

Planungsrecht:

Durch seine vom Ort Mähring abgerückte Lage ist das Vorhaben immissionsschutzrechtlich

unbedenklich. Da die „… Ausführung oder

Benutzung öffentliche Belange nicht beeinträchtigt…“, ist es in planungsrechtlicher

Hinsicht nach §35 Abs.2 BauGB zulässig,

Grundriss EG

Grundriss OG

Break Out

67


Mähring – Umdeutung von Grenzräumen

Gruppe 7:

Daniel Albert

Andreas Hofmann

Stephanie Kreisel

Nina Roschakowski

Abbildung Wegestartpunkt

Für die Auseinandersetzung mit der Grenzstation Mähring wurde die

gewählte Analyseebene, den Ort als Teil des deutsch-tschechischen

Grenzgebietes zu betrachten, durch die Aufgabenstellung vorgegeben.

Nachdem der konkrete Ort der Grenzstation Mähring eingehend mit

der verbindlichen Brille der deutsch-tschechischen Beziehungen im

hiesigen Grenzgebiet beäugt haben, lag die Entscheidung fest, die bestehenden

Gebäude der Grenzstation Mähring rückzubauen.

Denn bewegt man sich auf der transnationalen Untersuchungsebene

der Liegenschaft, muss man erkennen, dass diese Stätte zwar sehr

wohl seit Jahrhunderten ein Platz des deutsch-tschechischen Miteinanders

war und ist. Man spürt aber auch, dass diese Gemengelage

der Völker keine Verankerung im konkreten Ort Grenzstation Mähring

erfahren hat.

Aus dieser Analyseebene heraus forcieren wir die Nutzungsveränderung

derzeitiger baulicher Anlagen auf den schlussendlichen Rückbau

des Objektes bis auf die Grasnarbe - jenen ursprünglichen Zustandes

des Ortes, durch welchen sich unserer Meinung nach am besten die

Transversale der deutsch-tschechischen Beziehungen schlagen lässt.

68

Die Projektbearbeitung sieht daher zwei Aufgabenbereiche vor: Zum

einen die Abwicklung des hochbaulichen Rückbaus der Grenzstation

Mähring und zum anderen die Nutzbarmachung der rückgebauten

Grenzstation Mähring als defi nierter Ausgangspunkt, um die deutschtschechischen

Beziehungen per pedes im tatsächlichen Landschaftsraum

des ehemaligen Grenzgebietes in einem neuen thematischen

Wegenetz zu erfahren.

Bei der Grenzstation handelt es sich um einen Zweckbau mit der zum

Zeitpunkt des Neubaus aktuellen Zielvorgabe, dass hier zwei Nationen

ihre Grenze, eine der ältesten in Europa, bewachen sollten. An einem

Ort, wo die Grenze der Vergangenheit angehört, ist es wichtig, dass

architektonische Grenzzeichen weichen. Für die Rückbauarbeiten ist es

notwendig, dass ein grenzübergreifendes Miteinander das Ziel wird.

Die BIMA leitet den Rückbau und übergibt die Fläche an die Gemeinde

Mähring zurück. Durch den Einsatz eines regionales Abbruchmanagements

wird erreicht, dass der Rückbau durch die Veräußerung der vorhandenen

Materialien komplett refi nanziert wird. Diese werden mit

befahrbaren Gitterrostelementen, welche von unten beleuchtet sind,

überspannt. Die Flächen sind der Ausgangspunkt der späteren neuen

Erlebnismachung der Grenzerfahrung.


Karte der fünf Wege

Durch Beleuchtung der zurück gebauten Gebäudeteile und die Lichtinstallation

der Restfl ächen wird die Aufmerksamkeit der Vorbeifahrenden

erreicht. Ein neuer Ort der Grenzerfahrung. Ein vergänglicher

Erinnerungsmoment.

Das Planungsrecht muss eine Rückabwicklung der Besitzverhältnisse

vorsehen. Die BIMA nimmt Rechte und Pfl ichten zurück. Das Projekt

des neuen Wegenetzes ist ein europäisches Grenzprojekt, welchem

verschiedene Fördermöglichkeiten offen stehen (Euregio Egrensis, EU-

Förderung für Periphergebiete).

Der Zeitablauf sieht eine schnelle Abwicklung des Rückbaus vor, da

man so die Aufmerksamkeit auf das Objekt ziehen kann. Mitte 2011

stellen wir uns die Erweiterung der Wegstrukturen vor, um im Jahr

2012 eine Anbindung an den Jakobsweg zu erreichen. Zurück zu den

Wurzeln. Als Anreiz für die Gemeinde Mähring sind die Herbergen für

die Wegenutzer in Mähring und Umgebung zur Belegung vorgesehen,

da das Wegenetz keine Konkurrenz zum Bestand, sondern eine Belebung

der Umgebung hervorrufen soll. Erklärungsmaterial und Wegeinformationen

zum Wegenetz werden in einer Touristeninformation in

Mähring verteilt.

Erinnerungsort

Gitterrostoberfl äche

Grenzerfahrung

„Man reist, um ans Ziel zu kommen, man wandert, um unterwegs zu

sein.“ Dieses Auf-dem-Weg-sein verstehen wir als Sinnbild für die

deutsch-tschechischen Beziehungen, welche es im Raum Mähring auf

unseren Wegen zu ergehen gilt. In das bestehende enge Wegenetz aus

katholischen Pilger-, Prozessions- und Wallfahrtswegen, touristischen

Fernwanderwegen implantieren wir ein neues Wegenetz bestehend

aus fünf Wanderwegen. Jeder der fünf Wege ist einem Thema (Quellsuche,

Sinneswandel, Konzentration, Freude, Friede u. Freiheit ) gewidmet

und setzt sich mittels diesem mit dem transnationalen Verhältnis

im Großraum Mähring auseinander.

Die Wandernden, aus der Region stammend oder von fern kommend,

stellen sich den vorgegebenen Thematiken, während sie gehen und

erhalten ferner auf dem Weg Anregungen zur Refl exion durch vorgegebene

Wegstationen. Unter Zuhilfenahme eines bestimmten Themas

erläuft sich der Interessierte nicht nur Erkenntnis über die deutschtschechischen

Beziehungen, sondern gleichsam auch über sich selbst,

da alle ausgewählten Themen die Möglichkeit zur Selbsterfahrung

bieten.

69


Mähring – Umdeutung von Grenzräumen

Gruppe 8:

Christoph Eichler

Katharina Frtus

Cornelius Rentsch

Sara Yamani

Grenzstation Mähring

Grenzstation Mähring im europäischen Kontext

Auf der Walz I Na vandrovke

Grünes Band Europa

Wir haben uns mit der Grenzstation Mähring im europäischen Maßstab

beschäftigt. Ausgangspunkt war das Naturschutzprojekt das

„Grüne Band Europa“ (European Green Belt), bei dem der durch den

Kalten Krieg entstandene, weitgehend naturnah belassene Grenzstreifen

quer durch Europa erhalten werden soll. Dieses „Grüne Band“ hat

eine Gesamtlänge von über 8.500 km und reicht dabei vom Eismeer

im Norden Norwegens bis zum Schwarzen Meer und verläuft durch

24 europäische Staaten. Hauptinitiator des Grünen Bands Europa ist

die Weltnaturschutzunion (World Conservation Union – kurz IUCN).

Die Idee ist aus dem durch den BUND initiierten Projekt „Grünes Band

Deutschland“ entstanden, welches versucht, den Grenzstreifen an der

innerdeutschen Grenze für den Naturschutz zu sichern.

Grüne Walz

Wir schlagen eine „Grüne Walz“ vor, bei der die unterschiedlichen Naturräume

entlang des „Grünen Bandes“ durchwandert und die ehemalige

Grenzstationen zum Forschen, Lernen, Arbeiten, Wohnen und

kulturellem Austausch umgenutzt werden. Je nach spezifi schem Naturraum

werden unterschiedliche ökologische Themen bearbeitet, wie

70

z.B. die Meeresbiologie an der Ostsee oder dem Nordpolarmeer oder

die Forstwirtschaft in waldreichen Grenzgebieten zwischen Deutschland

und Tschechien oder die Ornithologie im Bereich des Donaugebietes.

„Auf der Walz, entlang der Grenze“ beinhaltet zwei Aspekte: zum

einen den ökologischen Austausch in Nord-Süd-Richtung, versinnbildlicht

durch die Bewegung im Raum, durch die Wanderschaft und

zum anderen der kulturelle Austausch in West-Ost-Richtung durch

das temporäre Forschen und Leben an einem spezifi schen Grenzort.

Weiter haben wir die Vision, dass aus dem ehemaligen Grenzbuch ein

Walzbuch wird, in dem ähnlich dem Pilgerbuch beim Jakobsweg die

einzelnen Orte Reise vermerkt werden.

EU-Programm „Alexander von Humboldt“

Die Idee der „Grünen Walz“ entlang des Grenzstreifens möchten wir

in ein EU-weites Bildungsprogramm integrieren. In dem bestehenden

europäischen „Bildungsprogramm für lebenslanges Lernen“ fördert

die EU bisher vier Einzelprogramme: COMENIUS (Schulbildung), ERAS-

MUS (Hochschulbildung), LEONARDO DA VINCI (Berufl iche Bildung)

und GRUNDTVIG (Allgemeine Erwachsenenbildung).

Wir regen an, ein ALEXANDER VON HUMBOLDT Programm zu ergänzen,

das nach dem berühmten Naturforscher und Forschungsreisendem

benannt ist.


Grundriss EG

Grenzbuch Walzbuch Nord-Süd, West-Ost

Austausch

Ziel des Programms ist es, die ökologische Bildung entlang des „Grünen

Bandes“ zu fördern. Zielgruppen sind Schüler, Teilnehmer des freiwilligen

ökologischen Jahres, Studenten und Doktoranden. Die Dauer

kann zwischen sechs Wochen (bei Schülern) und bis zu drei Jahren (bei

Doktoranden) betragen. Geförderte Aktivitäten umfassen die ökologische

Forschung und den kulturellen Austausch vor Ort an den Grenzstationen

innerhalb des „Grünen Bandes Europa“.

Waldforschungsstation Mähring

Als Programm für die Nachnutzung der ehemaligen Grenzstation

Mähring beabsichtigen wir die Einrichtung einer Waldforschungsstation

für den umgebenden „Oberpfälzer Wald“. Das Charakteristische

an dem Ort ist der dichte und direkt angrenzende Wald. Das Gemeindegebiet

besteht zu 55% aus Waldfl äche. Daher erscheint es sinnvoll,

die ehemaligen Grenzgebäude bei Mähring in eine europäische Forschungsstation

umzunutzen, in der ökologisch wichtige Themen wie

z.B. Energiewald inkl. Wuchsversuche, Anpassung an Klimawandel,

Schadensvorsorge, Samenklenge, Messung von Niederschlägen und

Streu untersucht werden. Zudem wird dabei eine Kooperation mit der

lokalen Forstwirtschaft der umliegenden Sägewerke angestrebt und

ein kultureller Austausch durch gemeinsames Arbeiten und Wohnen,

durch Sprachkurse und Veranstaltungen ermöglicht.

Auf der Walz

Auf der Walz I Na vandrovke

Waldforschung

Unsere Planung beinhaltet sowohl den Rückbau der vorhandenen Erschließungsstraßen

als auch relativ geringe Eingriffe in die vorhandene

Bausubstanz. Im Erdgeschoss werden Nutzungen wie Empfang,

Veranstaltungsraum, sowie Unterkunftsräume, Arbeits- und Laborräume

angeordnet. Das Obergeschoss wird zur Unterbringung einer

Doktorandenwohnung umgebaut.

Planungsrechtliche Zulässigkeit der Nutzungsänderung ist nach §35

Abs.1, 4 BauGB gegeben, da das Vorhaben „wegen besonderen Anforderungen

an die Umgebung (…) nur im Außenbereich ausgeführt

werden soll“. Die Forschungsstation im ehemaligen Grenzstreifen des

Kalten Krieges setzt den spezifi schen Ort im Außenbereich voraus und

dient dem Gemeinwohlbedarf der ökologischen Bildung.

Finanziert wird die Umstrukturierung aus EU-Mitteln des Humboldt-

Programms, aus Forschungsmitteln, BUND-Mitteln und Drittmitteln.

Mit unserem Projekt zu deutsch „Auf der Walz“, zu tschechisch „Na

vandrovke“ wollen wir die ökologische Einzigartigkeit des ehemaligen

Grenzstreifens ins Bewusstsein rücken; dadurch, dass man sich

entlang des Grenzstreifens bewegt, sich sozusagen auf Wanderschaft

begibt und dabei unterschiedliche Orte wie z.B. Mähring kennen lernt.

71


Fazit

Grenze Mähring

Die Menschen in Bayern und Böhmen erleben seit 2007 anschaulich

die Umsetzung des Schengener Abkommens durch die Tschechische

Republik: an der bisherigen Grenze wurden jegliche Kontrollen eingestellt,

und die baulichen Anlagen haben ihre Funktion verloren. Sie

zeugen nun von der Vergangenheit, in der Gegenwart sind sie indes

scheinbar nutzlos; es gibt wohl niemanden, der sie sofort mit einem

neuen und sinnvollen Inhalt füllen kann.

Ist es notwendig, bei Mähring die bisherige Trennung zu dokumentieren?

Sollen die Bauten als Zeugnisse der Geschichte erhalten bleiben,

und ist ihre Charakteristik so ausgeprägt, dass sie sich für eine Dokumentation

eignen?

Besteht ein Bedarf, der sowohl auf die Lage als auch auf die Form der

vorhandenen Anlagen zugeschnitten ist und eine ganze oder teilweise

Nutzung in ihrer jetzigen Form bedeuten würde?

Liegen genau hier, an der Naht beider Nationen Aufgaben nahe, welche

die gemeinsame Zukunft der Nachbarn fördern? Lässt sich so das

Zusammenfügen realisieren und damit die Trennung konkret

überwinden? Eignen sich die vorhanden Bauten hierfür?

72

Unsere Auseinandersetzung mit diesem Thema führte mehr als vermutet

in tiefere Überlegungen zur gesellschaftlichen Entwicklung und

erst danach zur Betrachtung der baulichen Anlagen. So individuell unsere

daraus entwickelten Vorschläge für die Zukunft des Mähringer

Grenzareals sind, so grundlegend sind doch folgende Erkenntnisse:

Der Verlauf der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts ist zweifellos

eine prägnante Zäsur in der Europäischen Geschichte, die auch

künftigen Generationen anschaulich vermittelt werden sollte. Doch

dafür eignet sich die jetzt vorhandene Mähringer Grenzanlage kaum:

Sie dokumentiert nur die Grenze des Schengen-Gebietes vor dem

Betritt Tschechiens zu diesem Abkommen und so einen ganz kurzen

Zeitabschnitt, der bereits von guter Nachbarschaft und ähnlichen Entwicklungszielen

geleitet wurde. Ein Zeugnis für die Jahrzehnte zuvor

ist sie indes nicht.

Konkrete Verantwortung für die Mähringer Grenzanlage trägt die

deutsche Seite. Die umliegenden bayerischen Gemeinden lernen indes

gegenwärtig, mit zurückgehenden Einwohnerzahlen und ebenso mit

nachlassendem Nutzungsdruck für vorhandene Gebäude umzugehen.

Mit anderen Worten: für jede Nutzungsanfrage an eine Gemeinde


werden sich geeignete Gebäude oder Baufl ächen innerhalb oder nahe

der Ortschaft fi nden lassen. Vor diesem Hintergrund besteht die Frage

weiter, ob für die Mähringer Grenzanlage zwingend ein Nutzer gefunden

werden muss. So stand den hier vorgestellten Vorschlägen in

mehreren Arbeitsgruppen zunächst die alternative Überlegung gegenüber,

die Grenzanlage vollständig abzubauen und die freie Fläche der

Natur zurückzugeben, von der sie einst genommen wurde.

Folgende Gedanken führten uns indes weiter: Die Mähringer Grenzanlage

wurde rational gestaltet und erst vor wenigen Jahren errichtet.

Ihre klare Gliederung und ihre robuste Struktur lassen sowohl funktionell

als auch wirtschaftlich eine weitere Nutzung zu. Diese kann sich

aus den Gedanken und Zielen der Europäischen Vereinigung ebenso

ableiten wie aus Anliegen von lediglich einer Seite. Den Interessen und

Handlungsspielräumen der östlich und westlich angrenzenden Regionen

würden beide Wege entgegenkommen.

Mähring – Umdeutung von Grenzräumen

73


Die Autobahn München–Salzburg ist eine wichtige internationale

Achse vor allem für den Wirtschafts- und Fernreiseverkehr. Sie zeigt

von Rosenheim bis zur Bundesgrenze die typischen Merkmale einer

Vorkriegsautobahn, deren Fahrbahnbreite heute nicht mehr genügt.

Ebenso entsprechen Radien sowie Lage und Höhenverlauf der Trasse

nicht mehr den heutigen Anforderungen. Standstreifen fehlen, Mittelstreifen

sind zu schmal, Entwässerungseinrichtungen erfüllen nicht

mehr den Stand der Technik. Für notwendige Lärmschutzmaßnahmen

fehlt derzeit die Rechtsgrundlage.

Wegen zunehmender Verkehrsbelegung ist der Ausbau auf sechs Fahr-

und zwei Standstreifen geplant. Diese wesentliche Änderung der Straße

erfordert, alle heutigen Vorschriften und Richtlinien zu beachten.

Damit werden Verkehrssicherheit und Verkehrsqualität verbessert,

Umweltbeeinträchtigungen verringert und die Wohnqualität der trassennahen

Orte erhöht.

Dabei blieb die herausragende landschaftsplanerische Konzeption der

Trasse bisher unberücksichtigt. Sie wurde als Melodie mit folgenden

Panoramasequenzen entworfen:

Waldparkstraße vor den Toren der Stadt - Vor den Alpen - Die Nähe

des Gebirges - Ein Intermezzo: Der Chiemsee - Ausklang

Die Landschaft wird durch die dramaturgische Linienführung inszeniert,

was in Deutschland einmalig ist. Deshalb sollte ein Ausbau der

A8 neben den heutigen Anforderungen auch diesen besonderen ästhetischen

Aspekt berücksichtigen.

Aufgabe:

Ausbau A8 - Mobilität neu denken

Der Ausbau der A8 ist in der Öffentlichkeit heftig umstritten. Jede

Gruppe setzt sich mit dem Für und Wider auseinander und positioniert

sich. Auf dieser Basis bearbeitet jede Gruppe einen Teilabschnitt.

Besonderer Wert wird darauf gelegt, sowohl den heutigen Richtlinien

als auch der landschaftsplanerischen Konzeption der bestehenden Autobahn

zu entsprechen.

Die Gruppen 1 und 8 untersuchen im Bereich um Frasdorf den Konfl ikt

zwischen Schallschutzmaßnahmen und Landschaftsbezug der Autobahn:

Mit besserem Lärmschutz für Anwohner verschlechtert sich die

visuelle Qualität für Autofahrer, zudem werden Stadt und Landschaft

voneinander abgeschottet.

Kann beiden Bedürfnissen Rechnung getragen werden?

Wie können Schallschutzbauwerke gestaltet werden?

Die Gruppen 3 und 5 projektieren einen Vorschlag für den Bereich um

Bernau. Einst wurde hier die Trasse bewusst über den Berg geführt,

um den Blick auf den Chiemsee als „landschaftliche Überraschung“ zu

inszenieren. Die Trasse entspricht nicht mehr den aktuellen Richtlinien.

Mit welchen Lösungsstrategien lässt sich dem Konfl ikt zwischen heutigen

Sicherheitsanforderungen und dem Autowandern begegnen?

Die Gruppen 4 und 6 entwerfen eine Studie für den Streckenabschnitt,

der direkt am Chiemsee entlangführt.

In welcher Form kann in diesem sensiblen Landschaftsbereich die A8

ausgebaut werden?

Die Gruppen 2 und 7 entwickeln für einen ausgewählten Standort an

der A8 ein städtebauliches Konzept für neue Gewerbestandorte.

Wie kann diese Entwicklung vorausschauend und interkommunal gestaltet

werden?

Kann trotz Gewerbeansiedlung der besondere Charakter der „Panoramaautobahn“

erhalten bleiben?

75


Gedanken der Autobahndirektion

Das diesjährige Motto „Mobilität neu denken“ für die Straßenbauaufgabe

des Interdisziplinären Seminars für Baureferendare 09/10 passt

hervorragend zur höchst anspruchsvollen aktuellen Planungsaufgabe

des Ausbaus der A 8 von Rosenheim bis Salzburg.

Schon bei der ersten Konzeption der Autobahn in den 30er Jahren

spielten neben den verkehrlichen und militärischen Strategien insbesondere

landschaftsästhetische Gesichtspunkte eine wichtige Rolle für

die Straßenplanung. Im 21. Jahrhundert hätte wohl kein Straßenplaner

mehr die Chance, aus Umweltschutzgründen eine Autobahn den Irschenberg

hinauf und bis fast in den Chiemsee hinein zu bauen.

Es steht heute vielmehr die tägliche Suche des Planers nach dem

Kompromiss zwischen unterschiedlichsten öffentlichen und privaten

Interessen im Vordergrund. Nebenbei ist eine nahezu unüberschaubare

Anzahl von Rechtsvorschriften und Richtlinien zu beachten. Nicht

zuletzt setzen die in der Regel immer knappen öffentlichen Kassen oft

nüchterne Grenzen für euphorische Planungsideen. Die daraus entstehenden

Planungslösungen sind sowohl für Anwohner als auch für

die Verkehrsteilnehmer nicht immer befriedigend. Gerade deswegen

muss es erlaubt sein, trotz eines engen rechtlichen, fi nanziellen und

technischen Korsetts „quer“ zu denken und planerische „Grenzen“ zu

überschreiten.

76

Die A 8 im Bereich Frasdorf, Bernau und Chiemsee bietet dazu viele

Möglichkeiten.

Vor allem die Sicht des Autofahrers mit den faszinierenden Ausblicksmöglichkeiten

in die wunderschöne Landschaft des Chiemgaus droht

bei all den nachvollziehbaren und rechtlich begründeten Wünschen

der Anlieger nach Lärmschutzanlagen beim Ausbau der A 8 in der Tat

etwas in den Hintergrund zu geraten. Bei der Planung ist daher zwingend

auch dieser Perspektivenwechsel erforderlich.

Die Baureferendare haben die daraus sich ergebenden gestalterischen

Spielräume in hervorragender Weise genutzt, ohne die Planungsrealität,

was Ausbauquerschnitt, Trassierungsparameter und rechtliche

Rahmenbedingungen anbetrifft, völlig außer acht zu lassen.

Von innovativen Lärmschutzeinhausungen für Frasdorf, über landschaftsverträglich

gestaltete Gewerbebauten bei Bernau bis hin zu

einer Panoramaführung der Autobahn über das Chiemseeufer hinweg

wurde ein breites Planungsportfolio kreiert.

Für den weiteren „irdischen“ Planungsprozess des Autobahnausbaus

sind so Denkanstöße entstanden, die auch für hartgesottene Autobahnplaner

hilfreich sein können.


München, den 26.01.2010

Dr. Wolfgang Wüst

Autobahndirektion Südbayern

Ausbau A8 - Mobilität neu denken

77


Ausbau A8 - Mobilität neu denken

Gruppe 1:

Christine Grampp

Andreas Lindenmaier

Irina Martaler

Katherina Schmitt

Karsten Wachtel

Trassenwahl

Streckenabschnitt

In diesem Konzept wird der Konfl ikt zwischen Schallschutzmaßnahmen

und Landschaftsbezug anhand des Bereiches um Frasdorf (Abschnitt

km 69 bis 75) untersucht. Schallschutzbauwerke stellen aus Sicht der

Bewohner eine Verbesserung der Lebensqualität dar, aus Sicht der Autofahrer

jedoch eine Verschlechterung der visuellen Qualität und eine

Abschottung von Stadt und Landschaft. Die Herausforderung besteht

darin, beiden Bedürfnissen Rechnung zu tragen

Für und Wider des Ausbaus

Zunächst wurden die Vor- und Nachteile eines 6+2 Ausbaus im Vergleich

zur 4+2-Lösung erörtert. Einerseits ist der Bedarf durch den

vorhandenen Verkehr gegeben, andererseits würde eine dritte Fahrbahn

je Richtung das Verkehrsaufkommen noch weiter erhöhen.

Verkehrsuntersuchungen haben gezeigt, dass der derzeitige Querschnitt

für den alltäglichen Verkehr ausreichend ist und lediglich bei

Spitzen, wie z.B. Urlaubsverkehr oder Wochenendausfl ügen, nicht

ausreicht. Aus diesem Grund haben wir uns für eine 5+2 Lösung entschieden.

Die fünfte Fahrbahn stellt dabei eine variable Spur dar, die

bei hohem Verkehrsaufkommen in die jeweilige Richtung zugeschaltet

werden kann. Im Normalbetrieb soll diese allerdings nicht befahrbar

sein. Diese Lösung verbindet die positiven Aspekte der 4+2- und der

6+2-Ausbauvarianten ohne deren jeweiligen Nachteile. Zusätzlich

78

kann dieser mittlere Fahrstreifen bei dauerhaft rückgängigem Verkehrsaufkommen

in einen Grünstreifen umgewandelt werden.

Trassenwahl

Bedarf für einen Tunnel ist unserer Ansicht nach nicht gegeben. Im

Längsprofi l zeigt sich, dass durch einen Tunnelbau, wie ihn die Gemeinde

Frasdorf fordert, keine großen Einsparungen beim Spritverbrauch

erreicht werden können. Es würde lediglich die oberste Kuppe

der Steigung abgeschnitten. Auch der Lärmschutz ist gesetzlich geregelt,

so dass dieser auch ohne Tunnel eingehalten werden muss.

Darüber hinweg wäre für die Autofahrer kein Landschaftsblick mehr

möglich.

Um den Eingriff in die Landschaft so gering wie möglich zu halten,

haben wir uns dafür entschieden, auf der bisherigen Trasse zu bleiben

und sie lediglich zu verbreitern.

Konzept

Unser Konzept sieht einen innovativen Lärmschutz vor. Vorgesehen

ist eine höhenverstellbare Lärmschutzwand, bei der, wie bei einem

Rollladen, die Wandhöhe in der Nacht, wenn die einzuhaltenden

Lärmschutzgrenzwerte geringer sind, vergrößert werden können. So

kommt sie mit einer geringeren Höhe aus als vergleichbare statische

Konstruktionen. Für die Autofahrer bleibt am Tag der Landschaftsblick


Ansicht

4 + 2 mit Grünstreifen

5 + 2

erhalten und ist nur bei Nacht, wenn ohnehin kein Alpenblick möglich

ist, eingeschränkt. Die jetzt schon vorhandene Lärmschutzwand wird

sich aus der Sicht der Frasdorfer nicht erhöhen, da die Fahrbahn um

den notwendigen Betrag abgesenkt wird, der zur Einhaltung der Lärmgrenzwerte

erforderlich ist.

Zusätzlich werden mit Hilfe von Stahlträgern Photovoltaikelemente

über der Autobahn installiert. So kann die Überdeckung der Fahrbahnfl

äche zusätzlich zur regenerativen Stromerzeugung genutzt werden.

In der Nacht werden die Elemente horizontal gedreht, so dass mit

der dazu entstandenen Einhausung der Lärmschutz weiter verbessert

wird.

Lärmschutzkonstruktion Tag

Lärmschutzkonstruktion Nacht

79


Ausbau A8 - Mobilität neu denken

Gruppe 2:

Cornelia Barth

Stefan Krabatsch

Matthias Moll

Barbara Schelle

Thomas Spindler

Lageplan Variante 1 Skizze Variante 1

Gewerbestandort an der A8

Bauliche Anlagen – Hochbauten an der Autobahn

Der Bau von Anlagen an einer Bundesautobahn regelt sich nach dem-

Bundesstraßenbaugesetz. Dort sind in einem Abstand von 40m – gemessen

vom durchgehenden Rand der Fahrbahnen – Hochbauten und

bauliche Anlagen aller Art nicht zugelassen (Anbauverbotszone). In einem

Abstand von 40 bis 100m vom durchgehenden Rand der Fahrbahnen

befi ndet man sich in der so genannten Anbaubeschränkungszone,

die nur mit Ausnahmen (ausdrückliche Zustimmung durch die Autobahndirektion)

bebaut werden darf. Entsprechende Regelungen sind in

Paragraph 9 des Bundesfernstraßengesetzes (FstrG) festgelegt.

Zielsetzung

Grundthema dieser Arbeit ist die Frage nach der Beziehung zwischen

dem Ort Bernau, der Autobahn und der spezifi schen Landschaftssituation,

in die das Gewerbe eingefügt werden soll.

Autobahn

In der von uns vorgeschlagenen Konzeption soll zwar ähnlich dem

aktuellen Vorschlag der Autobahndirektion die Fahrstrecke auf sechs

Fahr- und zwei Standstreifen ausgebaut werden, jedoch würde zu-

80

sätzlich der Bereich zwischen Bernau und Übersee als Kulturstrecke

im Stil der breiten amerikanischen Parkways ausgebildet und damit

das ursprüngliche Prinzip einer landschaftsbezogenen Panoramaautobahn

gestärkt werden. Die hierbei vorgesehene 24-Stunden-Temporeduzierung

auf 60 bis 80km/h garantiert relativen Lärmschutz für die

Gemeinde und ermöglicht auch den Verkehrsteilnehmern eine andere

Perspektive auf den landschaftlich einzigartigen Streckenabschnitt

zwischen Chiemsee und Kampenwand.

Bauliche Gestalt – Tor zum Chiemsee

Das im Flächennutzungsplan für das Gewerbegebiet der Gemeinde

vorgesehene Grundstück liegt zwischen der Autobahn und dem Ort

Bernau: Ein lineares Parallelstück (80 – 100m), das gleichzeitig als

Lärmschutz dienen soll.

Von Nachteil ist die auf die gesamte Länge wirksam werdende Abriegelung

der Gemeinde Bernau vom Landschaftsraum am Chiemsee.

Deshalb konzentrieren wir uns auf einen Streckenabschnitt, der größeres

Entwicklungspotential für Gewerbe erlaubt und beidseitig der

Autobahn an der Anschlussstelle Bernau liegt. Die Anlage soll eine Torsituation

für die Autofahrer ausbilden und an die bestehende Haupterschließung

Prien-Bernau anknüpfen.


Skizze Variante 2

Die Leitidee unseres Konzeptes stellt eine „gebaute Landschaft“ dar. Als

Reaktion auf die Umgebung schlagen wir eine extrem introvertierte

Struktur vor. Dabei überspannt eine aus der voralpinen Moränenhügellandschaft

des Chiemgaus abgeleitete, sanft geschwungene begrünte

Dachstruktur eine fl exibel gestaltete, teppichartige Bebauung.

Entstehen sollen Gewerbebauten aus kleineren und mittleren Fertigungsbetrieben

und dem so genannten „sauberen“ Gewerbe (Dienstleistungsunternehmen,

Forschungs- und Entwicklungsbetriebe). Die

Höhe der autonomen Gebäude ist ein- bis maximal dreigeschossig.

Interkommunale Zusammenarbeit

Vor dem Hintergrund begrenzter Flächenreserven, bei gleichzeitig hohen

Standortanforderungen gewinnen Konzepte an Bedeutung, die

über das Gebiet der einzelnen Gemeinde hinausgehen. Bernau könnte

mit den Gemeinden von Übersee und Grabenstätt einen Zweckverband

gründen, um das Gemeindegebiet Chiemseeportal zu entwickeln

und zu vermarkten.

Innere Struktur

Modellfoto

81


Ausbau A8 - Mobilität neu denken

Gruppe 3:

Peter Böhm

Alex Eder

Jochen Fellendorf

Julianna Günther

Leif-Peter Krause

Lageplan

Konzept

Autobahnkilometer 75 bis 80 der A8 München-Salzburg ist der Abschnitt

vom höchsten Punkt des Bernauer Bergs bis zum Chiemsee.

Hier gibt es neben der allgemeinen Problematik des zu geringen Querschnitts

einer 70 Jahre alten Autobahn vor allem zwei Problemstellen:

Vom Bernauer Berg hangabwärts bis zur AS Bernau hat die A8 ein

Gefälle von rund 7%, was nicht den aktuellen Normen ent spricht.

Im Bereich zwischen der AS Bernau und der AS Felden ist im Falle

eines Autobahnausbaus Lärmschutz für Bernau notwendig. Hier befi

ndet sich die Autobahn in Dammlage mit bis zu 6m Höhe, da eine

Bahnstrecke und ein Bach überquert werden. Errichtet man hierauf

noch zusätzliche Lärmschutzwände, erzeugt man eine bis zu 14m

hohe Barriere zwischen Bernau und dem Chiemsee.

Da aus Kostengründen eine Verlegung der Anschlussstellen nicht in

Frage kommt, entstehen bis zur AS Bernau und zwischen der AS Bernau

und der AS Felden zwei voneinander unabhängige Lösungsbereiche:

1. Der Hang des Bernauer Bergs stellt im Prinzip nur für eine Fahrtrichtung

ein Problem dar: von Salzburg nach München ist hier eine

82

Bauphase 1

Bauphase 2

Bauphase 3

Steigung von 7% zu überwinden, wodurch LKWs – neben ihrem hohen

Energieverbrauch hangaufwärts – besonders langsam und somit zu

Sicherheitsrisiken werden. Um diesen Bereich richtlinienkonform auszubauen,

wird diese Fahrtrichtung in einen einbahnigen Tunnel mit 3+

1-Querschnitt verlegt.

Die Fahrtrichtung München-Salzburg hingegen kann auf der Bestandstrasse

über den Bernauer Berg bestehen bleiben. Der ehemalige 4+0

Querschnitt für beide Richtungen kann hier ohne große Eingriffe zu

einem einbahnigen 3+1-Querschnitt umgebaut werden. Auf diese

Weise kann das beim Reichsautobahnbau in den Dreißigerjahren inszenierte

Blickerlebnis auf den Chiemsee bestehen bleiben.

2. In der Ebene zwischen den Anschlussstellen Bernau und Felden wird

der Lärmschutz gewährleistet, indem die Neubautrasse knapp nördlich

der Bestandstrasse bis zu 7 Meter tief in ein Trogbauwerk verlegt wird.

Die Bahnstrecke und der Bach werden unterführt. Das Bauwerk, über

das der Bach läuft, wird zusätzlich so breit ausgeführt, dass es als

Grünbrücke fungiert und der an dieser Stelle bestehende Rad- und

Wanderweg von Bernau zum Chiemsee erhalten bleibt.

Ein zusätzlicher Lärmschutz entsteht dadurch, dass der Damm der Bestandstrasse

teilweise stehen bleibt. Somit wird die neue 6+2-Autobahntrasse

optimal von der Stadt Bernau abgeschirmt, welche zudem


Geländeschnitt

Talfahrt Bernauer Berg Richtung Chiemsee

noch eine freie Aussicht auf den Chiemsee erhält.

Die vorgelegte Planung würde sowohl die zukünftige Leistungsfähigkeit

der A8 sicherstellen, als auch aufgrund geringer Eingriffe in

Natur und Landschaft die Interessen des Umweltschutzes vertreten.

Außerdem würde neben der Gewährleistung des Lärmschutzes nach

heutigen Richtlinien das Landschaftserlebnis beim Befahren der A8

bestehen bleiben.

Streckenabschnitt vor Unterführung

Drunter und Drüber

83


Ausbau A8 - Mobilität neu denken

Gruppe 4:

Dagmar Alsbach

Martin Donath

Sandra Müller

Martin Rohrmüller

Bernhard Simon

Lageplan

Entwicklung einer Ausbauform der A8 im Bereich des Chiemsees

Konzept

Einst als Landschaftserlebnis für den Autofahrer konzipiert, muss sich

die Autobahn A8 in der heutigen Zeit neuen Herausforderungen stellen.

Vor allem die Steigerung der Geschwindigkeit der Fahrzeuge und

die Maximierung der Verkehrszahlen haben das gedachte Prinzip der

Landschaftsautobahn überrollt. Die Belange von betroffenen Bürgern,

Autofahrern, den verschiedenen Interessenvertretungen und der Natur

haben im Laufe der Zeit eine neue Gewichtung erfahren. Dabei

ist es auch ein Ziel, das Fahren auf der Autobahn nicht dem reinen

Transportzweck unterzuordnen, sondern die ursprüngliche Idee des

Wahrnehmens der Landschaft vom Auto aus auch als Beitrag zum

Tourismus der Region beizubehalten.

Die Lage der Autobahn im Bereich des Chiemseeufers verläuft an

der Uferlinie in einem ökologisch überaus sensiblen Bereich und bildet

eine klare Trennlinie in der Kulturlandschaft des Alpenvorlandes.

Neben der bestehenden Bebauung und Privatgrund fi ndet man dort

Naturschutz-, Landschaftsschutz-, Vogelschutz- sowie Flora-Fauna-

Habitat-Gebiete. Ein erforderlicher Ausbau der Autobahn wird hierdurch

in der Entwurfsplanung stark erschwert.

84

Bei dem Entwurf wurde die Idee aufgegriffen, die reizvolle Landschaft,

geprägt von Gebirgszügen, Ausläufern und dem Chiemsee, wieder zu

verbinden und als natürliche Einheit darzustellen. Im Planungsprozess

wurden drei betroffene Hauptgruppen herausgefi ltert. Zum einen die

Bürger, welche unmittelbar in der Nähe der Autobahn leben, die Autofahrer,

welche die Autobahn nutzen und die Umwelt bzw. die Natur.

Für den Bürger ist sowohl die optische als auch akustische Wahrnehmung

von Bedeutung. Einerseits sollen die Lärmemissionen möglichst

minimiert werden, andererseits soll der Blick in die Ferne weitestgehend

erhalten bleiben. Aus Sicht des Autofahrers sind sicherheitstechnische

Aspekte relevant. Zudem soll durch eine erlebbare Landschaft

und abwechslungsreiche Trassenführung Stress sowie Übermüdung

vorgebeugt werden. Bei Umwelt und Natur ist das Wichtigste, diese zu

schützen und möglichst zu verbessern. Naturschutzfachliche Aspekte,

wie der Erhaltungs- und Verbesserungsgrundsatz sind in starkem

Maße in die Umweltplanung zu integrieren.

Im Einklang mit all diesen Punkten sowie der Grundidee, die Landschaft

wieder zu verbinden und einen harmonisch „grünen“ Blick von

den Bergen bis hin zum Chiemsee zu erhalten, wurden zwei Varianten,

die „Terrassenvariante“ und die „Fingervariante“, entworfen. Beide Varianten

verbindet ein durchgehend grünes Rückgrat.


Terassenvariante Schnitt Terassenvariante

Fingervariante Perspektive Fingervariante

Die Terrassenvariante zeichnet sich durch einen Höhen- und Lageversatz

der beiden Fahrbahnen aus. Hierdurch entsteht der Vorteil, im

Querschnitt mindestens 8,00 m Breite einzusparen und somit unversiegelte

Fläche trotz eines Ausbaus zu erhalten. Gleichzeitig kann man

den engen Platzverhältnissen sowie den schwierigen Bedingungen des

Naturschutzes gerecht werden. Dabei stellt sich für den Autofahrer

durch die Tribünenwirkung ein „Fahrerlebnis“ dar, welches durch den

weiträumigen Ausblick während der Fahrt am Chiemsee unterstrichen

wird. Durch den Versatz wird die Geräuschentwicklung für anliegende

Grundstückseigentümer deutlich minimiert.

Bei der Fingervariante wird der Ausbau der A8 auf sechs Fahrstreifen

auf einer Ebene realisiert. Dabei wird von Süden nach Norden die

Fahrbahn wellenartig mit einem Grünrücken überspannt. Diese Gestalt

impliziert Finger in Form von Grünbrücken, welche das Alpenvorland

wieder mit dem großzügigen Ufergelände verbinden und dort auslaufen.

Von Süden aus auf den Chiemsee blickend, entsteht hierbei ein Fernblick,

welcher harmonisch über das Gelände bis hin zum See gleitet.

Gleichzeitig ist durch die Grünbrücken ein ungehinderter Landschaftsverbund

hergestellt, welcher sowohl von Natur und Umwelt, als auch

Entwicklung einer Ausbauform der A8 im Bereich des Chiemsees

von Mensch und Tier erlebt werden kann. Durch die teilweise Überdachung

der südlichen Fahrbahn wird auch bei dieser Variante die Geräuschentwicklung

spürbar minimiert.

In diesem Entwurfsvorschlag mit den beiden Querschnittsvarianten

kann die Schönheit und Einzigartigkeit der Region Chiemsee jedem

Reisenden präsentiert werden.

85


Ausbau A8 - Mobilität neu denken

Gruppe 5:

Silvia Asadi

Wibke Dehnert

Christian Reichgruber

Alexander Schlegel

Hartmut Wilke

Rastbrücke, View

Lageplan

Ein Weg für alle – Die neue A8!

Konzept

Die Streckenführung über den Bernauer Berg und entlang des Chiemsee-Ufers

verdeutlicht den Anspruch ihrer damaligen Planer, mit der

Autobahn mehr als die kürzeste Straßenverbindung zwischen zwei Orten

zu gestalten. Der Weg zwischen bewaldeter Bergkulisse und Fernblicken

über die ruhig glänzende Wasserfl äche, auf weitläufi ge Felder

ist Teil des Fahrens in dieser kontrastreichen Landschaft. Angesichts

einst geringer Verkehrsdichte ließ sich dieses Ziel als traumhafte Autofahrt

damals verwirklichen.

Heute dagegen drängen sich die Fahrzeuge auf den lediglich zwei

Fahrstreifen in beiden Richtungen, was die ununterbrochene Konzentration

der Fahrzeugführer auf das Verkehrsgeschehen verlangt.

Vorausfahrende und benachbarte Fahrzeuge schränken die Blickbeziehungen

der Mitreisenden entlang der Fahrbahn ein, und die Reisegeschwindigkeit

innerhalb einer Fahrzeugschlange ist kaum variabel.

Die Autobahn ist Lebensader der anliegenden Orte und stört doch

gleichzeitig das Leben in ihnen: lärmend und stinkend fahren die

Fahrzeuge vorbei, wenn die Strecke relativ frei ist, und bei Dauerstau

lassen sich die Geräusche der auf- und abdrehenden Motoren nicht

86

ignorieren. Fahrzeuge sind wesentlich weiter ausgereift als zu früherer

Zeit und gelangen dennoch auf der geneigten Trasse am Bernauer

Berg an ihre Grenzen.

Auf dem Bernauer Berg entsteht über der Fahrbahn eine attraktive

Verweilmöglichkeit. An diesem Ort können alle Fahrzeuginsassen ungezwungene

Nah- und Fernblicke in die reizvolle Umgebung genießen.

Gleichzeitig entspannen sie sich vom konzentrierten Rollen auf der

Fahrbahn und starten anschließend erholt in ihre nächste Reiseetappe.

Unter einem großzügig gespannten Schirm bieten Tische und Sitze das

Verweilen auf dem Platz auch bei Regenwetter an.

Die Terrasse liegt etwa auf dem Höhenniveau der heutigen Fahrbahn

und bietet somit genau die vertrauten Ausblicke. Die Fahrbahn führt

künftig mit etwa gleichem Kurvenverlauf, indes auf tiefer im Berg

liegender Trasse hinab an das Ufer des Chiemsees. Mit diesem Einschnitt

und einer folgenden Dammlage wird eine fl achere Neigung

verwirklicht, welche überdies ausgeglichener zwischen dem höchsten

und dem tiefsten Punkt des Streckenabschnittes verläuft. Um den

Immissionsschutz für die Anwohner im unteren Streckenabschnitt

zu gewährleisten, taucht die Trasse kurz nach der Ausfahrt Bernau in

eine Troglage ab und unterführt die Bahnstrecke München–Salzburg

und die „Bernauer Ache“, bis die Trasse wieder vor der Anschlussstel-


Lagplan Rastbrücke

Konstruktionsschnitt

le Felden auf das Ursprungsniveau angsteigt. Mit naturnaher Landschaftsgestaltung

der Trasse und der punktuellen Wiedervernetzung

der Naturräume wird wieder eine unverkennbare Landschaftsqualität

geschaffen.

Die neue Trasse fördert aufmerksames sowie sicheres Fahren auf der

hochfrequentierten Strecke. In Verbindung mit dem neuen terrassierten

Aussichtpunkt verfügt sie zugleich über eine hohe Identifi kation,

die sich bei den Reisenden ähnlich einzuprägen vermag wie der heutige

Streckenabschnitt.

Skizze Rastbrücke

Ein Weg für Alle - Die Neue A8

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Ausbau A8 - Mobilität neu denken

Gruppe 6:

Steve Gallasch

Matthias Groß

Anna-Maria Martin

Imke Mumm

Thomas Riedler

Chiemgaupanorama

C H I E M G A U PANORAMA

Konzept

Die Autobahn A8 von München nach Salzburg wurde in den Jahren

1934 bis 1939 erbaut und zählt zu den ältesten Autobahnen in

Deutschland. Ursprünglich als „Panorama-Autobahn“ erbaut, ist sie

heute eine wichtige internationale Verkehrsachse zwischen dem Norden

bzw. Nordwesten und dem Süden und Südosten der Bundesrepublik.

Sie steht derzeit bereits an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit

und soll durch einen sechsspurigen Ausbau den aktuellen Verkehrsanforderungen

angepasst werden.

Schöne Landschaften sind beliebte Landschaften. Nicht nur Autofahrer

genießen die einzigartige Natur bei ihrer Fahrt vorbei am Chiemsee,

auch Fußgänger, Radfahrer und weitere Verkehrsteilnehmer nutzen

gerne das Chiemseeufer für Erholungs- und Freizeitaktivitäten. Doch

welcher Verkehrsteilnehmer bekommt hier den Vorzug? Ist genügend

Platz für alle da?

Die Autobahn verläuft in ihrem jetzigen Bestand direkt am Ufer des

Chiemsees. Der Planungsbereich am Südufer des Chiemsees liegt in

einem landschaftlich und ökologisch hochsensiblen Naturraum. Er ist

umgeben von Landschaftsschutz-, Naturschutz-, und FFH/SPA-Gebie-

88

Verkehrsmittel

Situation Seeblick

ten. Der See und die bestehende Bebauung begrenzen diesen Bereich

zusätzlich. Aus landschaftlicher Sicht stellt die Autobahn eine klare

Zäsur zwischen dem Wasser auf der einen Seite und der Landschaft

des Chiemgaus auf der anderen Seite dar. Das Ufer ist in diesem Bereich

nicht zugänglich. Für die übrigen Verkehrsteilnehmer, wie zum

Beispiel Fahrradfahrer, sind Blickbeziehungen weder auf den See noch

auf die Berge möglich.

Eine verkehrliche Neuordnung sehen wir als Chance, die Entwicklungspotentiale

neu zu bewerten und zu aktivieren. Durch die räumlich beengten

Verhältnisse können die Verkehrsstränge, die in verschiedenen

Geschwindigkeiten zueinander stehen, in unterschiedlicher Lage und

Höhe zueinander geführt werden.

Eine weitere Überlegung ist, den Autobahnabschnitt in zwei Sequenzen

zu unterteilen – „Seeblick“ und „Bergblick“. Diesen Aspekt gilt es

in unserem Ansatz mit einzubeziehen. Dabei sollen die verschiedenen

Verkehrsteilnehmer die Landschaft aus ihrem Blickwinkel wahrnehmen

und entsprechend ihrer Geschwindigkeit erleben. Bei dem Entwurf

wird die Idee aufgegriffen, die reizvolle Landschaft stärker zu inszenieren

und zugänglich zu machen. Die zukünftige Autobahn soll daher im

Bereich „Seeblick“ mit einer Brücke auf den Chiemsee hinaus geführt

werden und im Bereich „Bergblick“ zu den Bergen hin geschwungen


Konzept Trassenverlauf

Situation Brücke

sein. Das Erlebnis der „Panorama-Autobahn“ kann dadurch verstärkt

werden. Die visuellen Eindrücke auf der Fahrt gewinnen wieder an Bedeutung,

nicht der Zeitfaktor alleine zählt. Der Straßenverlauf bietet

reizvolle Blicke auf den Chiemsee und die Bergwelt der Chiemgauer

Alpen.

Es wird vorgeschlagen, der Brücke ein möglichst schlankes Erscheinungsbild

zu geben und sie so optimal in das Landschaftsbild zu integrieren.

In Form von Dreiecken lassen sich Segel und Berge als Bezug

zur Region zum Ausdruck bringen. Eine symmetrische Anordnung bildet

das Spiegeln im Wasser nach.

Das bestehende Wegesystem im Bereich des Chiemsees kann rückgebaut

und die Ufer optisch freigelegt werden. Durch den Umbau wird

der Uferbereich wieder vom Wasser und von der Landseite aus zugänglich.

Die besondere Lage und Situation am Chiemsee bieten Potentiale, die

es zu aktivieren gilt.

Die Fahrt von und nach Salzburg war für Generationen von Autofahrern

ein Klassiker und soll es auch bleiben.

Situation Bergblick

Chiemseepanorama

Chiemgau Panorama

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Ausbau A8 - Mobilität neu denken

Gruppe 7:

Daniel Albert

Andreas Hofmann

Stephanie Kreisel

Nina Roschakowski

Neue Landschaft an der A8

Gewerbe an der A8 bei Frasdorf

Konzept

Gewerbestandorte entlang der A8 gehören zum alltäglichen Bild des

Autofahrers. Aber sind diese neuen Landschaften der modernen Autobahn

mit der ursprünglichen Idee der Landschaftssequenzen aus

den 1930er Jahren noch vereinbar? Was bedeutet ein Ausbau für die

Landschaftsautobahn von einst? Sind die technischen Anforderungen

an eine zeitgemäße Straße Grund genug, um den Planungsansatz aufzugeben?

In der heutigen Zeit sehen wir aufgrund höherer Geschwindigkeiten

und größerer Verkehrsdichte eine geänderte Wahrnehmung

der Melodie. Dies soll bei dem folgenden Konzept inszeniert werden.

Die erste Sequenz, die Waldparkstraße vor den Toren Frasdorfs, wird

von uns als geradlinige Straße im fl achen Land wahrgenommen, eine

Art Schneise im Wald. Hier fi nden wir die dichte Bebauung der uns

allen bekannten Gewerbegebiete am Rande der Stadt. Wir durchleben

eine Reizüberfl utung durch die Farbigkeit, die Lichter und Werbeanlagen.

Daraufhin folgt ab dem Irschenberg die Passage vor den Alpen, welche

mit geschwungenen Linien und leicht ansteigender Topographie

die erste Abwechslung außerhalb der Stadt bietet. Die typisch bayerische

Voralpenlandschaft mit Bauernhöfen, Kirchtürmen, traditionel-

90

len Dorfstrukturen, grüner Landschaft und weißblauem Himmel, sowie

der Lieblichkeit, der Weite und der Distanz rücken in das Blickfeld des

Autofahrers.

Plötzlich ändern sich die Sichtbeziehungen, und der Autofahrer ist

nicht mehr Betrachter, sondern wird in der Nähe des Gebirges zum

betrachteten Objekt. Die Berge als Symbol der Nähe und der Konzentration,

Fels und Stein, sowie die Rohheit der Natur leiten den Höhepunkt

der Melodie ein und dienen als Katapult und Spannungsbogen

zum Chiemsee.

Als stimmungsvolles Element folgt nun das Intermezzo: Der Chiemsee.

Die Weite des Wassers, die Schifffahrt und imaginäre Bilder von Sonnenschirmen,

Strand, Ausfl ügen, südländischer Atmosphäre und „dolce

vita“ lenken den Autofahrer von der Anstrengung seiner Fahrt ab.

Der Ausklang der Melodie besteht aus städtebaulicher Monotonie mit

zersiedelten Strukturen und den Räumen dazwischen. Das Gebiet um

die Bundesgrenze ist geprägt von hoher Dichte, von schnell gebauten

Einkaufsmärkten und Tankstellen.

Mit Bezug auf die Aufgabenstellung wurde das in die Panoramasequenzen

eingebettete Gebiet zwischen Achenmühle und Grabenstätt

sowie hier vor allem Frasdorf näher betrachtet. Der straßenbauliche


Lageplan Gewerbe

Konzept A8

Systemschnitt A8

Entwicklungsphasen Gewerbe Systemschnitt Gewerbe

Lösungsansatz folgt in großen Teilen dem Konzept der Autobahndirektion

Südbayern, jedoch muss die Erhaltung der Einzigartigkeit des

landschaftlichen Charakters der Panoramaautobahn erhalten bleiben

und jeder Eingriff vor diesem Hintergrund gesehen werden. Aus diesem

Grund wird im Bereich Frasdorf auf der Linienführung der bestehenden

Autobahn vorgeschlagen, dass die Fahrspuren für die Richtung

von München und Salzburg dreispurig ausgebaut werden. Für die

andere Fahrbahnrichtung wird der Verkehr in einen Tunnel eingeleitet,

so dass der Fahrbahnlärm für die Bewohner von Frasdorf um die Hälfte

reduziert werden kann. Weiterhin kann bei dieser Planung die landschaftliche

Besonderheit der Kirchleite bei Frasdof erhalten bleiben.

Dennoch bleibt die Sichtbeziehung nach Frasdorf und in die anderen

angrenzenden Gemeinden erhalten.

Im zweiten Teil der Aufgabenbearbeitung wurde eine mögliche Gewerbeansiedlung

entlang der A8 eingehend untersucht. Der Schwerpunkt

lag dabei auf der interkommunalen Zusammenarbeit und die

Entwicklung eines Konzeptes für eine Umsetzung. Hierbei muss das

Augenmerk vor allem auf einer besseren Handlungsfähigkeit aller

Gemeinden liegen, wenn sich diese bündeln und ein gemeinsames

Gewerbegebiet entwickeln. Die Vorbereitung dieser Kooperationsform

ist vielschichtig und hat zum Ziel, dass alle Teilnehmergemeinden

gleichberechtigt sind. Als Rechtsform der interkommunalen Zusam-

Gewerbe an der A8 bei Frasdorf

menarbeit wird die Gründung eines Zweckverbandes vorgeschlagen,

in welchem die Gemeinden Achenmühle, Frasdorf, Bernau, Übersee,

Grabenstätt, Samerberg, Riedering und Stephanskirchen sich um

eine gemeinsame Gewerbeansiedlung bemühen. In Anbetracht der

„Autobahn-Melodie“ bietet sich der Standort zwischen Achenmühle

und Frasdorf an, da zum einen bereits eine Gewerbeansiedlung besteht

und die Topographie ermöglicht, dass das Gewerbe unterhalb

der Autobahn in die Landschaft eingebettet liegt ohne die ursprünglichen

Sichtbeziehungen zu zerstören. Im Detail wird die Bebauung in

einer streifenartigen Struktur angedacht, die in Nord-Süd-Richtung

verläuft. Die Vorteile drücken sich hier vor allem in der Belichtung aus

Osten und Westen und der Modularität der Bebauungsstruktur aus.

Auch ökologische Aspekte sollen in Form von Einbettung in die Landschaft,

Verwendung nachhaltiger Materialien und energieeffi zienter

Bauweise in die Realisierung einfl ießen.

Neue Bedürfnisse für die Regionen entlang der Autobahn müssen „erfahrbar“

sein, so dass eine zukunftsfähige Entwicklung des Chiemgaus

möglich ist.

91


Ausbau A8 - Mobilität neu denken

Gruppe 8:

Christoph Eichler

Katharina Frtus

Cornelius Rentsch

Sara Yamani

Lageplan Variante

Schnitt Variante + Containerregal

Lärmschutz +

Konzept

Werden Straßen neu bzw. wesentlich umgebaut, haben die angrenzenden

Bewohner nach der 16. BImSchV Anspruch auf einen ausreichenden

Lärmschutz. Dieser wird in der Praxis durch Maßnahmen wie Wälle,

Wände, lärmmindernden Asphalt oder Schutzfenster umgesetzt.

Oft wirken gerade die meterhohen, straßenbegleitenden Lärmschutzwände

sowohl für die Verkehrsteilnehmer als auch für die Anwohner

als monotones trennendes Objekt.

Die Planungen dieser Gruppe beruhen auf der Ansicht, dass eine Wand

mehr sein kann, als ein abgrenzendes Element. Erfasst man diese

Grenze als Raum, so kann dieser erfahrbar gemacht und auf verschiedene

Art und Weise genutzt werden. Als historisches Beispiel sei die

Chinesische Mauer erwähnt, die nicht nur den Zweck des Schutzes

hatte, sondern auch als Transportweg, Lagerungsstätte und Aufenthaltsraum

diente.

Im Fall von Frasdorf bestand die Aufgabe darin, im Spannungsfeld der

verschiedenen Ansprüche von Autofahrern und Anwohnern eine geeignete

Trasse für die Autobahn festzulegen und nach neuen Lösungen

im Umgang mit Lärmschutzmaßnahmen zu suchen .

92

Während die Planungen der Autobahndirektion einen 6+2-Ausbau auf

der bestehenden Trasse vorsehen, favorisieren die angrenzenden Gemeinden

und verschiedene Interessensvertretungen die vollständige

Verlegung des Verkehrs in einen Tunnel.

Die Gruppe versuchte, die positiven Aspekte beider Varianten herauszuarbeiten

und in einer neuen Version zu vereinen. So soll der Fahrstreifen

Richtung München in einen Tunnel verlegt werden, während

die Fahrbahn Richtung Salzburg auf der bestehenden Trasse ausgebaut

wird. Durch das Bauen auf bestehenden Flächen wird die Neuversiegelung

von Flächen reduziert, der angrenzende Hang der Kirchleite bleibt

weitestgehend unbeeinträchtigt, die Lärmemissionen auf Frasdorf

werden durch den halbierten Verkehr vermindert, die zu den Alpen gewandte

Fahrbahn bleibt an der Oberfl äche, und es ist genügend Platz

für einen neu konzipierten Lärmschutz vorhanden.

Im zweiten Schritt wurde analysiert, wie die Konzeption der Grenzraumerfahrung

auf das Beispiel in Frasdorf angewendet werden kann.

Bisher existiert vor Ort nur eine übliche Lärmschutzwand, die die Autobahn

vom Ort deutlich abgrenzt.

Für das Konzept des Lärmschutz+ wurden verschiedene Varianten

aufgezeigt, so zum Beispiel das Prinzip eines Containerregals. Diese


+ Panoramafahrt

Wandvariante besteht aus mehreren Einzelmodulen, die beliebig miteinander

zu größeren Einheiten kombinierbar sind. Als Möglichkeiten

zur Nutzung sind hier Werkstätten, Lagerräume, aber auch Räumlichkeiten

für einen Jugendclub, das Tourismusamt oder auch für ein Café

mit Aussicht denkbar.

Eine weitere Möglichkeit besteht in der Schaffung eines Skaterweges,

einer Panoramafahrt. Hierbei wird die obere Ebene der Lärmschutzwand

als Fahrbahn für BMX-Fahrer, Skateboarder oder Inlineskater

nutzbar gemacht. Dabei sind unterschiedliche Fahrbahnbeläge sowie

ein kleiner Rundkurs auf der Wand denkbar. Die geschwungene Kante

der zur Fahrbahn gewandten Seite bietet dabei eine Assoziation zum

Alpenpanorama.

Grundlegend für jedes Konzept ist, dass es über den reinen Nutzen des

Lärmschutzes hinausgehende Funktionen integriert. Der Autofahrer,

aber insbesondere der Anwohner, soll einen zusätzlichen Nutzen vom

rein technisch notwendigen Schallschutz haben. Es gibt kein Vor-und-

Hinter der Schallschutzwand. Dieser spezielle Raum soll als Grenze

erlebbar werden, einen eigenen Charakter und Qualität erhalten.

Der Konfl ikt zwischen Lärmschutz und Aussicht ist also durchaus elegant

zu beheben.

+ Kuhlandschaft

Lärmschutz +

93


Fazit

A8 - Mobilität neu entdecken

Einmalig schön ist die heutige Trasse der Autobahn zwischen München

und Salzburg, unverändert, seit sie vor fast 80 Jahren geplant

und gebaut wurde. Sie vermag zu faszinieren, wenn die Straße frei ist

und damit entspanntes Fahren mit Ausblicken in die reizvolle Landschaft

ermöglicht. Dies war in den ersten Jahrzehnten wohl alltäglich;

heute sind es Ausnahmen, die mit beständig zunehmender Belegung

dieser wichtigen Verkehrsachse in ihrer Zahl geringer werden.

Gleichzeitig steigen die Fahrgeräusche in den anliegenden Gemeinden.

Und obwohl sie die Straße als die wichtigste Lebensader für ihren Ort

verstehen, können sie ihren Lärm langfristig nicht akzeptieren. Zudem

empfi nden sie die Asphaltbänder als Beeinträchtigung des umgebenden

Landschaftsbildes, sind sich aber bewusst, dass die Autobahn Teil

dieser Landschaft und ihrer Orte ist und sie ebenso selbstverständlich

selbst nutzen wie Ferienreisende und Güterspediteure.

Diese Spannungsfelder haben uns die Bürgermeister von Frasdorf und

Bernau anschaulich erläutert, und einprägsam bestätigte sie unser

kurzer Besuch in beiden Orten. Nicht sichtbar war der wenig tragfähige

Baugrund zwischen Bernau und dem Chiemsee, der zusätzliche

Überlegungen für den nötigen Ausbau der Autobahn erfordert.

94

„Geht nicht, gibt’s nicht“ ist gewiss die richtige Ausgangsposition der

Autobahndirektion besonders für dieses Projekt, aber nicht ohne den

Hinweis, dass die prinzipiell schon hohen Kosten hierfür noch zusätzlich

steigen.

Die Zeit drängt – können wir in zwei Wochen Ideen für eine Aufgabe

begründen, die im Blickpunkt vieler verschiedener Interessengruppen

steht, mit der sich Fachleute seit vielen Jahren befassen, und die angesichts

des kontinuierlich steigenden Nutzungsdrucks unbedingt gelöst

werden muss?

Gemeinsam für unsere Teilaufgaben sind wir zu folgender grundlegender

Auffassung gelangt:

Es wird im Abschnitt zwischen Frasdorf und Grabenstätt keine neue

Autobahn geben können, die allen Anforderungen an Verkehrssicherheit,

Lärm- und Umweltschutz entspricht sowie zugleich alle Wünsche

an attraktive Streckenführung und Einbindung in die Landschaftsgestaltung

erfüllt. Dies eröffnete den Raum für Überlegungen, eine deutlich

von der heutigen Trasse abweichende Alternative vorzuschlagen.

Die gegenwärtige öffentliche Diskussion um Klimaschutz sowie neue

Verkehrskonzepte könnte die Straße sogar ganz in Frage stellen.


Indes liegen diese Alternativen nicht auf der Hand, auch an anderen

Orten und mit anderen Systemen müssten wohl ähnliche Fragen beantwortet

werden, wie sie hier gestellt sind.

Gewichtiger stellen wir fest, dass diese Autobahn hier unverzichtbar

ist und somit alle Antworten nur mit der Akzeptanz der Schnellstraße

verbunden sein können. Folglich steht sie im Mittelpunkt unserer

Konzeptionen. Wir zeigen, wie die mit dieser Autobahn verbundenen

Belastungen verringert und die aktuellen Sicherheitsanforderungen

erfüllt werden können. Mit neuen attraktiven Streckenelementen würde

es darüber hinaus gelingen, die Begeisterung der Reisenden für die

neue Trasse mit ihrer Erinnerung an die ehemalige zu verbinden und

die Umgebung der anliegenden Ortschaften im Sinne ihrer Bewohner

schön zu gestalten. „Geht nicht, gibt’s nicht“ ist somit auch unsere

Einschätzung dieser Zukunftsaufgabe.

Ausbau A8 - Mobilität neu denken

95


Abschlusskonferenz

Am 29. Januar 2010 erhielt das Interdisziplinäre Seminar (ISB) nach

insgesamt zehn Wochen seinen offi ziellen Abschluss im Kopiensaal

der Sammlung Schack.

Als Ausbildungsleiterin eröffnete Frau Regierungsbaumeisterin Bald

die Veranstaltung und begrüßte die den Einladungen gefolgten Gäste

aus der Obersten Baubehörde, von Bauämtern und zahlreichen weiteren

öffentlichen Institutionen sehr herzlich.

Wie Herr Ministerialdirektor Poxleitner in seiner Eröffnungsrede treffend

anmerkte, stellte das edle Ambiente des Saales einen würdigen

Rahmen dieser Veranstaltung dar. Nachdem die Konferenzen in den

vergangenen Jahren in der Pinakothek der Moderne oder im Haus der

Kunst stattgefunden hatten, wäre die Nutzung eines weiteren unter

staatlicher Obhut befi ndlichen Kulturgebäudes ein Beweis für die breite

Vielfalt der betreuten Objekte und das Rotationsprinzip ein weiter

zu verfolgender Gedanke. Ein kurzer Exkurs in die Geschichte des Hauses

und der Sammlung von Kopien von insbesondere venezianischen

Meisterwerken des 16. und 17. Jahrhunderts machte mit dem gebotenen

Ambiente vertraut.

Frau Prof. Wolfrum vom Lehrstuhl für Städtebau und Regionalplanung

der TU München, die uns Baureferendare während des ISB fachlich

96

begleitete, stimmte die Anwesenden auf die folgende Vorstellung der

vier Projektthemen ein und äußerte sich sehr zufrieden über die Arbeit

innerhalb des ISB und die damit verbundenen positiven persönlichen

Erfahrungen.

Nachfolgend wurden die Projekte in der Reihenfolge ihrer Bearbeitung

während des Seminars auf einer Leinwand präsentiert. In Kurzfassungen,

die die Quintessenz der jeweiligen Gruppenarbeit herausstellten,

wurden die Projektlösungen von den Vertretern der jeweiligen Fachbereiche

vorgestellt. Dabei sorgten einzelne, eher unkonventionelle,

aber durchaus ernst gemeinte Konzepte für Erheiterung bei den anwesenden

Gästen. Die Zusammenfassung zur Projektarbeit Hochbau

„Mähring – Umdeutung von Grenzräumen“ beweist die riesige Variantenvielfalt

der gefundenen Lösungen:

„In einer perfekten Welt sitzt der Rockmusik hörende Motorradfahrer

mit dem ambitionierten Reiter an einem lauschigen Sommerabend

gemeinsam am Lagerfeuer, und beide erholen sich von einem anstrengenden

Marsch auf den Erfahrungswegen der Sinne, während nebenan

die Waldforscher beim Natur- und Jagdinformationszentrum über

Vorteile des Standorts Mähring als Internationales Forschungsinstitut

entlang des Grünen Bandes referieren, und die Schüler einer oberpfälzischen

Grundschule zusammen mit ausgebrannten Managern im


Autokino den aktuellen Kassenknüller sehen.“

moderne Leinwand ersetzt historische Farbkopie – die Ziellinie des ISB

Das bei der Abschlusskonferenz stattfi ndende Blitzlichtgewitter

stammte trotz intensiver Informationsarbeit im Vorfeld leider nicht

von der Presse. Vielleicht weckten die diesjährigen Themen nicht die

journalistische Neugier? Swingerclubs stünden vermutlich eher im Interesse

der Medien, meinte Herr Poxleitner mit einem Augenzwinkern

und Verweis auf die Projekte des ISB 2007/08.

Zumindest die Freie Presse aus Plauen interessierte sich rege für unsere

Arbeit. Im Zusammenhang mit dem Städtebauprojekt „Plauen – Neue

Ideen für die leere Stadt“ gab es die Anregung, Karl Lagerfeld eine

Krawatte aus Plauener Spitze zukommen zu lassen, um den Bekanntheitsgrad

der Stadt und ihrer Produkte zu steigern. Der Pressebericht

lässt in dieser Hinsicht auf praktische Resultate der insgesamt eher

theoretischen Lösungsansätze im Rahmen des Seminars hoffen.

Nach der Präsentation bot sich bei Fingerfood und Sekt die Gelegenheit

miteinander zu plaudern sowie die vergangenen Wochen Revue

passieren zu lassen. Erfahrungen wurden ausgetauscht, eventuelle

Unklarheiten zu den vorgestellten Projekten beseitigt, Kritik geübt.

Anschließend nutzten wir die Gelegenheit, uns auf zahlreichen Grup-

penfotos zu verewigen und diesen Abschnitt unseres gemeinsamen

Weges im Bild festzuhalten. Nach dem obligatorischen Aufräumen

und Wiederherrichten des Museumsraumes spazierte ein großer Teil

von uns bei schönstem Winterwetter weiter in Schuhbecks „Orlando“,

um den Tag im schon eher privaten Rahmen bei einem gepfl egten Essen

ausklingen zu lassen.

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Presseveröffentlichungen

Mittelbayrische Zeitung

98


Ausbau: Autobahn A 8

Mit dem Auto über den Chiemsee?

Neue Tunnel, Autobahn-Terrassen oder eine Brücke über den Chiemsee?

Für den Ausbau der A 8 Richtung Salzburg gibt es eigenwillige

Ideen.

Von Günther Fischer

Eine Idee mit wenig Realisierungschancen: die A8 hinter Bernau

(Fahrtrichtung Salzburg)auf einer Brücke über den Chiemsee zu führen.

(Grafi k: TU München)

Autobahnen sind meist breite Straßen, auf denen einfach nur schnell

gefahren werden kann. Es sind Bandwürmer, die sich mehr oder minder

hässlich durchs Land ziehen.

Ein Abschnitt aber ist schön, landschaftlich reizvoll und abwechslungsreich:

die Autobahn A 8 ab München bis zur österreichischen Grenze

nahe Salzburg. Gelassen schwingt sie sich hier durch die Gegend, umkurvt

Berge und durchquert Täler. Was auch den angenehmen Nebeneffekt

mit sich bringt, dass sie Raser fast von alleine ausbremst.

Initiiert von den Nationalsozialisten und gebaut in den Jahren 1934

bis 1939 war sie von Anfang an als „Panoramaautobahn“ geplant. Das

heißt: Sie wurde vor allem im Abschnitt München-Salzburg bewusst

landschaftlich exponiert geführt. Jeder Autofahrer sollte das Alpenpanorama

genießen können.

Die Streckenführung über den Irschenberg geht angeblich sogar auf

eine Anweisung von Adolf Hitler zurück - weshalb man dort teuer zu

bauende Steigungen von knapp sieben Prozent in Kauf nahm. Auch die

Autobahntrasse, die unmittelbar am Südufer des Chiemsees verläuft,

wussten die Nationalsozialisten zu nutzen - nicht nur des schönen

Ausblicks wegen, sondern auch mit einer eigenen Ausfahrt zu Urlaubs-

und Erholungsheimen (die nach dem Zweiten Weltkrieg auch

die Amerikaner nutzten).

Heute heißt das aber: Die A 8 ist eine der ältesten Autobahnen

Deutschlands - und weist vor allem im Abschnitt Rosenheim bis zur

Bundesgrenze die Merkmale einer typischen Vorkriegsautobahn auf.

So verläuft die A 8 ab Rosenheim nur zweispurig (pro Fahrtrichtung),

Pannenstreifen beziehungsweise Stand- und Mittelstreifen fehlen völlig,

die Entwässerungs-Einrichtungen entsprechen nicht mehr dem

Stand der Technik. Und am Irschenberg und am Bernauer Berg verläuft

die Autobahn sogar steiler als das Gesetz es erlaubt. Lärmschutzwände

haben Seltenheitswert. Der Vollausbau der A 8 ist beschlossen, in vielen

Teilen Süddeutschlands auch bereits umgesetzt - immerhin beginnt

sie bereits in Karlsruhe. Jetzt ist die Panoramaautobahn in Bayern an

der Reihe - und da betreffen die aktuellen Planungen der Straßenbauverwaltung

eine Vielzahl von Menschen, Durchreisende und Interessengruppen.

Und das sind nicht nur Umwelt- und Naturschützer.

Zahlreiche Bürgerinitiativen sind in kurzer Zeit entstanden - ein Beleg

dafür, dass der Ausbau der A 8 in diesem Teil einen empfi ndlichen Nerv

trifft. Für die nächsten Jahre sind grandiose Staus garantiert, vor allem

zu Ferienzeiten.

Ideen müssen also her. Zukünftige Führungskräfte der Bayerischen

Staatsbauverwaltung - Hoch- und Tiefbauingenieuere, Landschaftsarchitekten,

Städteplaner - haben sich an der Technischen Universität

München an die Arbeit gemacht und beispielhaft Lösungen für den

Teilbereich zwischen Frasdorf und Grabenstätt erarbeitet. Manche

sind realitätsnah, manche skurril oder eigenwillig, mitunter fi ndet sich

Charmantes - immer aber mit dem Grundgedanken, die Panorama-

Atmosphäre der Autobahn zu erhalten.

Beipiele (siehe auch Bildergalerie auf der vorigen Seite): Um die Gemeinde

Frasdorf zu entlasten, könnte der Verkehr vollständig oder teilweise

in einen Tunnel verlagert werden. Und wenn schon eine Lärmschutzwand

gebaut werden muss, dann ist oben drauf auch noch Platz

für einen Spazierweg oder eine Rollerskater-Bahn.

Der Bernauer Berg ist zu steil? Kein Problem - Den Berg könnte man

abtragen und die Gegenspur wieder in einen Tunnel verlegen. Auf der

Kuppe wiederum hätte eine Raststätte Platz: an dem Punkt, an dem

etliche Menschen immer wieder auf die Autobahn laufen - wegen der

schönen Aussicht auf den Chiemsee.

Der schwierige Ausbau der Autobahn am Ufer des Chiemsees provoziert

die meisten Ideen: Richtung Wasser gibt es keinen Platz, auf der

anderen Seite stoßen die Planer auf Naturschutzgebiet.

Ein möglicher Ausweg: die Autobahn als Terrasse anzulegen, drei Spuren

unten, drei Spuren oben, mit zwei sich überlappenden Spuren.

Über all das könnte man dann noch sogenannte Naturbrücken legen.

Oder, die vielleicht verwegenste Idee: die Autobahn nach Bernau über

eine Brücke in den Chiemsee zu verlegen und sie vor Grabenstätt wieder

an Land zu führen. Der Panoramablick auf die Berge, den Chiemsee

und seine Inseln bliebe wunderbar erhalten, lautstarker Protest von

Wasser- und Naturschützern wäre bei diesem Modell allerdings vorgezeichnet.

Und was sagen die verantwortlichen Planungsleiter zu den Ideen ihrer

zukünftigen Baureferendare? Wolfgang Wüst, Diplomingenieur

und Abteilungsleiter bei der Autobahndirektion Südbayern: „Natürlich

sind da viele schöne und faszinierende Ideen dabei. Aber nicht jede ist

umsetzbar oder zu fi nanzieren. Wir sind in solchen Fällen immer die

Spaßbremse. Wir müssen es sein. Leider.“ Was wirklich kommen wird,

entscheidet sich in den nächsten Monaten.

Übrigens: Das historische Vorbild für die Panoramaautobahn A 8 war

der amerikanische Mount Vernon Memorial Highway, den die Nationalsozialisten

an Technik und Schönheit noch übertreffen wollten -

auch, um die Überlegenheit ihrer Ideologie zu demonstrieren.

www.sueddeutsche.de

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Presseveröffentlichungen

Plauener Zeitung und Braunau TIPS

100


Großes Deutsches Eck: A8 künftig auf Brücke

über Chiemsee?

Planungsleiter als „Spaßbremse“

Als „Panoramaautobahn“ konzipiert, sorgt die A8 im Abschnitt zwischen

München und Salzburg mittlerweile vor allem durch regelmäßige

Staumeldungen für Schlagzeilen.

Doch obwohl der Ausbau der bis Karlsruhe reichenden Autobahn seit

langem beschlossen und in großen Teilen schon umgesetzt ist, trifft

die Erweiterung des letzten Teilstücks zur österreichischen Grenze auf

dem Walserberg offenbar einen besonders empfi ndlichen Nerv.

Das stellte zuletzt die „Süddeutsche Zeitung“ („SZ“) fest - darauf verweisen

aber auch zahlreiche Bürgerinitiativen von Anrainern, Umweltschützern

und anderen Interessengruppen, die sich nach wie vor

gegen die Ausbaupläne wehren. Dennoch steht für die Verkehrsplaner

die Notwendigkeit des Ausbaus außer Frage.

„Typische Vorkriegsautobahn“

Grund dafür ist, dass die zu Deutschlands ältesten Autobahnen zählende

A8 laut „SZ“ nach wie vor die Merkmale einer typischen Vorkriegsautobahn

hat.

Die Verkehrsschlange wälzt sich ab Rosenheim auf lediglich zwei Fahrspuren

pro Fahrtrichtung dahin, wobei Pannen- und Standstreifen wie

auch Lärmschutzwände fast völlig fehlen. Auch die Mittelstreifen -

„sofern vorhanden“ - und die Entwässerungseinrichtungen entsprechen

„nicht mehr zeitgemäßen Kriterien“.

Warten auf „Grobauswahl“

Eine schnelle Lösung scheint dennoch nicht in Sicht. Darauf deutete

zuletzt etwa eine Mitteilung der zuständigen Autobahndirektion Südbayern

hin. Demnach wurden in dieser Woche zwar verschiedene Planungsvarianten

„intensiv“ diskutiert, eine erste „Grobauswahl“ sei aber

frühestens bei der nächsten Sitzung zu erwarten.

Zu steil für das Gesetz

Außer Frage steht, dass nicht zuletzt die Streckenführung über das

Deutsche Eck ein Problem für die Planer sein dürfte. Grund ist, dass für

die unter den Nationalsozialisten gebaute A8 zwischen München und

Salzburg nicht die verkehrstechnisch optimale Trasse gewählt wurde.

Mit Blick auf das zu überbietende US-Vorbild Mount Vernon Memorial

Highway galt es, den Autofahrern so gut wie möglich auch das Alpenpanorama

zu präsentieren. Aus diesem Grund nahmen die Erbauer auf

dem Irschenberg und dem Bernauer Berg Steigungen von knapp sieben

Prozent in Kauf - und damit mehr, als heute das Gesetz erlaubt.

Realitätsnah, skurril, mitunter charmant

Mit der schwierigen Aufgabe, die „Panoramaatmosphäre“ der Autobahn

zu erhalten, erarbeitete eine Expertengruppe der Technischen

Universität München nun eine Reihe von Lösungsansätzen.

Neben realitätsnahen und „charmanten“ Vorschlägen fi ndet sich darunter

laut „SZ“ auch Skurriles, wobei etwa der Vorschlag, die Autobahn

künftig auf einer Brücke über den Chiemsee zu führen, wohl kaum

Chancen auf Realisierung haben dürfte.

Als Alternative wurde von den Hoch- und Tiefbauingenieuren, Landschaftsarchitekten

und Stadtplanern eine doppelstöckige Trassenführung

am Ufer des Chiemsees erwogen. Auch das Gefälle auf dem

Bernauer Berg sei „kein Problem“: Der Berg könne abgetragen und die

Gegenspur in einen Tunnel verlegt werden.

Entscheidung „in nächsten Monaten“

Die verantwortlichen Planungsleiter zeigten sich laut „SZ“ von den

„vielen schönen und faszinierenden Ideen“ beeindruckt, verwiesen

aber gleichzeitig darauf, dass man in solchen Fällen „immer die Spaßbremse“

sein müsse.

Klar sei bisher jedenfalls nur, dass man „in den nächsten Monaten“

wissen werde, „was wirklich kommen wird“.

Ausbau bis 2018?

Unterdessen zeigten sich die politischen Vertreter der Salzburg und

die bayrischen Landkreise Berchtesgadener Land und Traunstein umfassenden

EuRegio bei einem Treffen im Salzburger Chiemseehof optimistisch,

dass es bis 2018 auch zwischen Rosenheim und Salzburg

eine dreispurige Autobahn samt Pannenstreifen geben werde.

Salzburgs Verkehrsreferent Wilfried Haslauer (ÖVP) sah nach dem

EuRegio-Treffen jedenfalls bereits Anlass genug, nun auch mit der

ASFINAG in Gespräche einzutreten, wie es mit dem Ausbau der Tauernautobahn

(A10) in Richtung Hallein weitergehe, wie Haslauer von

der EuRegio-Plattform Salzburg.at zitiert wurde.

News ORF.at

101


Resümee der Baureferendare

Arbeitsprozess

Monate vor dem Start zerbricht man sich den Kopf über Inhalt und

Ablauf des lange angekündigten Interdisziplinären Seminars für Baureferendare,

kurz ISB. Es wird überlegt, mit welchen Kollegen der anderen

Fachbereiche man die gestellten Aufgaben am effektivsten bewältigen

könnte - und schließlich entscheidet doch der Zufall, wer mit

wem über ein Vierteljahr unbekanntes Terrain erkunden wird.

Die engagierte fachübergreifende Arbeit führt zu durchaus kurios anmutenden

Vorgängen: Straßenbauer skizzieren Ideen für die Nutzung

brachliegender Stadtquartiere, Städteplaner konzipieren futuristische

Wasserkraftwerke, Maschinen- und Elektrotechniker gestalten europaweite

Pilgerpfade, Wasserwirtschaftler kreieren kultige Bikerwerkstatt-Motels,

Hochbauer berechnen grüne Autobahnen!

So geschehen in universitären Kämmerchen mitten in München – verkehrte

Welt als Start in die neue Dekade?

Mitnichten - diese Studien sind gewünschte Erfahrungen nachwachsender

Führungskräfte auf ihrem Weg zu bayerischen und sächsischen

Bauverwaltungen. Im Interdisziplinären Seminar kommen Talente ans

Tageslicht, die sogar uns selbst überraschen, obwohl wir uns schon

lange und deshalb gut zu kennen glauben.

Jede der vier Studien fordert, reale und fi ktive Grenzen zu übersprin-

102

gen. Vorsortiert in die gängigen Fachrichtungen der Baureferendare

erweisen sie sich rasch als kniffl iger, denn nun mischen sich sogar

Thema und Kategorie: im Städtebau ist Wissen über hundertjähriges

Hochwasser gefordert, in der Wasserwirtschaft werden Fragen

zu nachhaltiger Elektroenergieerzeugung gestellt, im Hochbau sind

Kenntnisse über Regional- und Ortsentwicklung entscheidend und im

Straßenbau eine überzeugende Architektur in reizvoller Landschaft!

Das ISB als interessante Herausforderung für berufserfahrene Ingenieure

liegt hinter uns, und wir haben das Gefühl, es gut gemeistert zu

haben. Wichtiger Teil des Seminars waren in dichter Folge vorgetragene

Einblicke in Theorien und Visionen, die uns bisher fremd waren, und

von denen wir nie erwartet hätten, dass sie Teile unserer künftigen

Aufgaben sein könnten - praxiserfahrene Referenten überzeugten uns

vom Gegenteil.

Die realen vier Gegenstände des Seminars - scheinbar unlösbare Probleme

- zeigen uns, dass fundiertes fachliches Wissen nur eine Grundlage

unserer künftigen berufl ichen Wege sein wird. Ebenso erwünscht

wird sein, in komplexen Fragen unseren Platz zu fi nden und darauf

plausibel zu antworten, uns in ungewohnte wie ungewöhnliche Aufgaben

hineinzudenken und überzeugend sowie ausgleichend zu ihrer


Bewältigung beizutragen.

Mit der Erfahrung des Interdisziplinären Seminars werden wir künftig

sicher couragierter an Grenzen herangehen, als wir uns dies vorher

zugetraut hätten, denn nur wer wagt, der gewinnt!

an Grenzen gehen

103


Erfahrungen der Ausbildungsleiterin

Während zeitgleich im Bildungsstreik 2009 für eine umfangreichere

Bildung demonstriert wurde, konnte im alten Lesesaal der Architekturfakultät

ganz im Sinne eines nachhaltigen Bildungsgedankens das

Privileg eines studiums fundamentale genossen werden. Frei von der

Notwendigkeit der Sammlung von ECTS-Credits einerseits, aber auch

– wenn der Vergleich mit dem Studium nicht mehr gern gehört wird

- gänzlich frei von utilitaristischem Verwertungszwang für den reinen

Arbeitsalltag, durften wir unseren Horizont erweitern.

Aber was war das für eine wundersame Enklave mitten in der Technischen

Universität? Das Paradiesgärtchen zum Elfenbeinturm?

Mitnichten - das Interdisziplinäre Seminar bedeutet für die Baureferendare

einen Grenzgang zwischen den Welten, zwischen akademischen

Fragestellungen und den Grundsätzen des Verwaltungshandelns, der

Suche nach visionären Ideen und dem Einüben von Verfahrensschritten,

zwischen infrage stellen und termingerecht ausführen, konzeptioneller

Zuspitzung und ausgleichender Vermittlung, zwischen Höhenfl

ug und dem Boden der Tatsachen.

Das Interdisziplinäre Seminar bedeutet aber auch ein Hin- und Herwandern

zwischen den unterschiedlichen Disziplinen und den Sichtweisen

der gesellschaftlichen Akteure.

Ein anspruchsvolles Programm – und für mich als Neuling, nach sieben

Jahren im operativen Geschäft, eine große Umstellung.

Bei vielen Punkten hatte ich im Vorfeld meine Zweifel, ob die Zielsetzung

erreicht werden könnte; zum Beispiel:

Sind die vertrackten Aufgaben, die nach der Quadratur des Kreises suchen,

wirklich geeignet als Experimentierfeld?

Kann tatsächlich in einer durch Los zusammengesetzten Gruppe innerhalb

von zwei Wochen ein vorzeigbares Ergebnis produziert werden?

Und kann sich eine Gruppe wirklich vier Mal hintereinander für

eine Aufgabe voll motivieren?

Die Ergebnisse der Übungen haben mir diese Zweifel genommen. Ich

war durchweg von Inhalt und Präsentation begeistert. Dort wo am

Ende des Seminars Ermüdungserscheinungen aufgetreten sind, wurden

diese durch das Aufeinander-eingespielt-sein der Gruppenmitglieder

ausgeglichen.

Bei der Präsentation der Ergebnisse für Plauen war sichtbar, wie der

Funke überspringen kann, wenn Verve, Begeisterung und Elan mit im

Spiel sind.

Ich wünsche Euch, dass bei aller Professionalität Euch diese schöpferische

Zündellust nicht vergehen möge.

Die Welt braucht solche Grenzgänger und Grenzgängerinnen.

Merle Bald

104


In 10 Wochen gestalteten 73 Referentinnen und Referenten über 120

Vorlesungen und Übungen für uns. Auf individuelle Weise haben sie

alle dazu beigetragen, dass unser Interdisziplinäres Seminar für Baureferendare

zum Jahreswechsel 2009-2010 in dieser Intensität seinem

Namen umfassend gerecht wird!

So wie diese Veranstaltungsreihe nur in ihrer Gesamtheit verstanden

werden kann, wollen wir an dieser Stelle keine einzelnen Persönlichkeiten

hervorheben. Wir danken allen vielmals für ihr Engagement, uns

wertvolle Erkenntnisse und Erfahrungen weiterzugeben, damit wir gut

vorbereitet unsere Wege in den Bauverwaltungen der Freistaaten Bayern

und Sachsen beginnen können! Ebenfalls danken wir den Referenten

sehr für ihr Entgegenkommen, unsere Fragen zu ihren Vorträgen

sofort oder später zu beantworten.

In diesen Dank schließen wir alle Damen und Herren ein, die organisatorisch

und technisch den reibungslosen Ablauf der Vorlesungen und

Übungen ermöglicht haben.

Eine Ausnahme sei uns gestattet:

Dank

Besonders danken wir Merle Bald für ihre Begleitung durch die Zeit

von Anfang November bis Ende Januar, welche für sie die Premiere

als Ausbildungsleiterin bedeutete. Als unsere erste Ansprechpartnerin

beantwortete sie geduldig alle fachlichen, organisatorischen und

menschlichen Fragen.

Durch Ihr unkompliziertes und sehr entgegenkommendes Wesen entstand

ein freundschaftliches Verhältnis zwischen Ihr und uns Referendaren.

Deshalb wünschen wir ihr alles erdenklich Gute für die Vorbereitung

des nächsten Interdisziplinären Seminars!

105


Teilnehmer

Gruppe 1

Christine Grampp, FG Hochbau

Regierung von Oberbayern

Andreas Lindenmaier, FG Wasserwirtschaft

Regierung von Oberbayern

Irina Martaler, FG Städtebau

Landeshauptstadt München

Katharina Schmitt, FG Maschinenwesen / Elektrotechnik

Regierung von Mittelfranken

Karsten Wachtel, FG Hochbau

Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement

Gruppe 3

Peter Böhm, FG Hochbau

Regierung von Oberbayern

Alex Eder, FG Straßenbau

Regierung von Oberbayern

Jochen Fellendorf, FG Wasserwirtschaft

Regierung von Oberbayern

Julianna Günther, FG Städtebau

Landeshauptstadt München

Leif-Peter Krause, FG Hochbau

Regierung von Mittelfranken

106

Gruppe 2

Cornelia Barth, FG Maschinenwesen / Elektrotechnik

Regierung von Oberbayern

Stefan Krabatsch, FG Städtebau

Regierung von Oberbayern

Matthias Moll, FG Wasserwirtschaft

Regierung von Niederbayern

Barbara Schelle, FG Hochbau

Regierung von Oberbayern

Thomas Spindler, FG Hochbau

Regierung von Schwaben

Gruppe 4

Dagmar Alsbach, FG Städtebau

Regierung von Oberbayern

Martin Donath, FG Straßenbau

Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement

Sandra Müller, FG Städtebau

Landeshauptstadt München

Martin Rohrmüller, FG Hochbau

Regierung von Oberbayern

Bernhard Simon, FG Wasserwirtschaft

Regierung von Oberbayern


Gruppe 5

Silvia Asadi, FG Hochbau

Regierung von Oberbayern

Wibke Dehnert, FG Städtebau

Landeshauptstadt München

Christian Reichgruber, FG Wasserwirtschaft

Regierung von Niederbayern

Alexander Schlegel, FG Straßenbau

Regierung von Unterfranken

Hartmut Wilke, FG Städtebau

Sächsisches Staatsministerium des Innern

Gruppe 7

Daniel Albert, FG Maschinenwesen / Elektrotechnik

Regierung von Mittelfranken

Andreas Hofmann, FG Städtebau

Regierung von Schwaben

Stephanie Kreisel, FG Hochbau

Regierung von Oberfranken

Nina Roschakowski, FG Städtebau

Stadt Nürnberg

Gruppe 6

Steve Gallasch, FG Wasserwirtschaft

Regierung von Oberbayern

Matthias Groß, FG Hochbau

Regierung von Oberbayern

Anna-Maria Martin, FG Städtebau

Regierung von Oberbayern

Imke Mumm, FG Städtebau

Regierung von Oberfranken

Thomas Riedler, FG Straßenbau

Regierung von Schwaben

Gruppe 8

Christoph Eichler, FG Straßenbau

Regierung von Mittelfranken

Katharina Frtus, FG Städtebau

Regierung von Oberbayern

ISB 09 - 10

Cornelius Rentsch, FG Hochbau

Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement

Sara Yamani, FG Städtebau

Regierung von Oberbayern

107


Referenten

Siegfried Albert, BD

Regierung von Oberbayern, Wasserwirtschaft

Maximilianstr. 39, 80538 München

T. 089/2176-2868, siegfried.albert@reg-ob.bayern.de

Markus Aufl eger, Prof. Dr.-Ing. habil.

Leopold Franzens Universität Innsbruck

Technikerstraße 10, A-6020 Innsbruck

0043/512/507-6940, markus.aufl eger@uibk.ac.at

Merle Bald, Dipl.-Ing., Regierungsbaumeisterin

FK AR TUM, Institut für Entwerfen Stadt und Landschaft - ISB

T. 089/289-223 48, bald@lrz.tu-muenchen.de

bauchplan ).(

baldauf . otto . okresek

Kirchstetterngasse 60/1/R1, A-1160 Wien

T. 0043/1/9291-333, buero@bauchplan.de

Armin Dr. Baumgartner,

Verbund Umwelttechnik GmbH

Kohldorfer Straße 98, A-9020 Klagenfurt

T.0043/50/313-32425, armin.baumgartner@verbund.at

Huberta Bock

Lst. f. Bodenordnung und Landentwicklung,

FK f. Bauingenieur- und Vermessungswesen, TUM

T. 089/289-22535

Christian Breu, Verbandsdirektor

PV Äußerer Wirtschaftsraum München

Uhlandstr. 5, 80336 München

T. 089/539802-21, c.breu@pv-muenchen.de

Peter Brückner, , Architekt BDA

Brückner & Brückner Architekten

Architekten und Ingenieure

Franz-Böhm-Gasse 2 , D-95643 Tirschenreuth

T. 09631/701-50, mail@architektenbrueckner.de

Hartmut Bulwien, Dipl.-Geograph

Bulwien Gesa AG

Nymphenburger Str. 5, 80335 München

T. 089/23 23 76-0, bulwien@bulwiengesa.de

108

Johannes Dirmeier, BOR

Oberste Baubehörde im Bayer. StM des Innern

Franz-Josef-Strauß-Ring 4, 80538 München

T. 089 /2192-3539, johannes.dirmeier@stmi.bayern.de

Dennis Drescher, VR z.A.

Landesamt für Vermessung und Geoinformation (LVG)

Alexandrastrasse 4, 80538 München

T. 089/2129-1918, dennis.drescher@lvg.bayern.de

Michael Droß, Dr

Lst. f. Regionalentwicklung, FK AR, TUM

Arcisstraße 21, 80333 München

T. 089/289-22142, dross@tum.de

Rudolf Faltermeier, Vizepräsident und Syndikus

Sparkassenverband Bayern

Karolinenplatz 5, 80333 München

T. 089/2173-0, email@svb-muc.de

Günther Fischer

Ressortleiter Auto & Mobil, sueddeutsche.de

guefi sch@hotmail.com

Manfred Fuchs,

Gottfried Dachs Str.11, 83410 Laufen

T. 08682/9690, reinecke.fu@t-online.de

Lotte Geisel, BR’in

Staatliches Bauamt Traunstein

Rosenheimerstr. 7, 83278 Traunstein

T. 0861/57-416, lotte.geisel@stbats.bayern.de

Erhard Glaser, Dr.

Landeshauptstadt München

Burgstr. 4, 80331 München

T. 089/233-28262, erhard.glaser@muenchen.de

Bettina Götz + Manahl Richard

ARTEC Architekten

Am Hundsturm 5, A-1050 Wien

T 0043.1.586.86.70, goetz.manahl@artec-architekten.at


Anja Grafe-Friedrich, BOR´in

LHM Baureferat Hochbau

Friedenstr. 40, 81660 München

T. 089/233- 60724,

anja.grafe-friedrich@muenchen.de

Martin Grambow, Dr., MDirig.

Bay. StM f. Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz

Rosenkavalierplatz 2, 81925 München

T. 089/9214-4301, martin.grambow@stmugv.bayern.de

Egon J. Greipl Prof. Dr., Generalkonservator

Bayerisches Landesamt für Denkmalpfl ege

Hofgraben 4, 80539 München

T. 089/2114-275, Egon.Greipl@blfd.bayern.de

Michael Grill, Redakteur

Abendzeitung München

Sendlinger Str. 10, 80331 München

T. 089 / 23 77-633, michael.grill@abendzeitung.de

Christian Huber

Lst. f. Bauklimatik und Haustechnik, FK AR, TUM

Arcisstraße 21, 80333 München

T. 089 / 289-22475, hausladen@lrz.tum.de

Dr. Ing. Hans-Peter Rohler

Parkautobahn 42

Emscherpark

Herbert Kallmayer, Prof., MR a.D.

Tristanstr. 10, 80804 München

T. 089/363648, herbert.kallmayer@gmx.de

Bernhard Kohl, BOR

Oberste Baubehörde im Bayer. StM des Innern

T. 089/2192-3362, bernhard.kohl@stmi.bayern.de

Christoph Kaserer, Prof. Dr.

Lst. f. Finanzmanagement u. Kapitalmärkte & CEFS

FK f. Wirtschaftswissenschaften, TUM

T. 089 / 289-25489, christoph.kaserer@wi.tum.de

Armin Keller, MR

Oberste Baubehörde im Bayer. StM des Innern

Franz-Josef-Strauß-Ring 4, 80539 München

T. 089/2192-3478, armin.keller@stmi.bayern.de

Sven Kesselring, Dr.

Juniorprofessur Mobilität, Transport und Verkehr

FK f. Bauingenieur- und Vermessungswesen, TUM

T.089/289-28598, sven.kesselring@vt.bv.tum.de

Rainer Kienreich, Mag.

ASFINAG - Abteilung Technische Koordination

Rotenturmstr. 5-9, A-1011 Wien

T. 0043/50/108-10310

rainer.kienreich@asfi nag.at

ISB 09 - 10

Hermann Knofl acher, Prof. DI Dr. techn.

TU Wien, Institut für Verkehrs-planung und Verkehrstechnik. Gusshausstr.

30/231, A-1040 Wien

T. 0043/1/588 01 231-00

hermann.knofl acher@ivv.tuwien.ac.at

Stefan Lehner, Dr.-Ing., BR

Staatl. Bauamt Traunstein. Abteilung Planung

Rosenheimer Str. 7, 83278 Traunstein

T. 0861 / 57 245, stefan.lehner@stbats.bayern.de

Holger Magel, Prof. Dr.-Ing.

Lst. f. Bodenordnung und Landentwicklung,

FK f. Bauingenieur- und Vermessungswesen, TUM

T. 089/289-22535

magel@landentwicklung-muenchen.de

Cornelius Mager, Stadtdirektor

LHM - Leiter der Lokalbaukommission

Blumenstr. 28 b, 80331 München

T. 089 / 233 222 74, plan.ha4-leitung@muenchen.de

Wolfram Mauser, Prof. Dr.

Lehrstuhl für Geographie und geographische Fernerkundung,

Ludwig-Maximilians-Universität München,

Luisenstraße 37, 80333 München

T. 089/2180 -6674,

w.mauser@iggf.geo.uni-muenchen.de

109


Referenten

Horst Mentz, Dipl.-Ing., Abteilungsleiter

LHM, Abteilung für Verkehrsplanung

T. 089 / 233-22782, horst.mentz@muenchen.de

Elisabeth Merk, Dr. (I), Stadtbaurätin

LHM - Referat für Stadtplanung und Bauordnung

Blumenstr. 28 b, 80331 München

T. 089 / 233 224 11, plan.s@muenchen.de

Armin Nassehi, Prof. Dr.

Institut für Soziologie der LMU München

T. 089/2180 2441

armin.nassehi@soziologie.uni-muenchen.de

Jakob Oberpriller, Regierungsbaumeister

Oberpriller Architekten

Am Schöllgraben 18, 84187 Hörmannsdorf

T. 08702 / 913 39, mail@oberprillerarchitekten.de

Ulrike Pröbstl, Prof. Dr.

Universität für Bodenkultur Wien

Gregor-Mendel-Str. 33, A-1180 Wien

T. 0043/1/47654-7207, ulrike.proebstl@boku.ac.at

Cornelia Redeker, Architektin, Stadtplanerin

TU Delft / TU München

T. 089/289-25136, C.Redeker@tudelft.nl

Klaus Rehm, Ltd. BD

Regierung von Oberbayern

Maximilianstr. 39, 80538 München

T. 089 / 2176-2674, klaus.rehm@reg-ob.bayern.de

Charlotte Reitsam, Dr.-Ing. habil. Landschaftsarchitektin

General-von-Stein-Str. 5, 85356 Freising

Tel: +49 (0) 8161 67284, info@reitsam-landschaftsarchitektur.de

Felizitas Romeiß-Stracke, Prof. Dr.

Plattform für Tourismusarchitektur

Nederlinger Str. 30 a, 80638 München

T. 089 / 15 77 175, felizitas-rs@web.de

110

Nicole Ruby, M.A., Sprecherzieherin

IRK Team Dr. Allhoff

Schwanenplatz 2, 93047 Regensburg

T. 0941 / 94 32 433, nicole.ruby@gmx.de

Reinhard Schaufl er, Dipl.-Ing.

Gewässerbezirk Braunau,

Abteilung Wasserwirtschaft A-5280 Braunau am Inn,

Hammersteinplatz 9

T. 0043/7722 63100-12, gwb-br.post@ooe.gv.at

Christian Schiebel, BD

Regierung von Oberbayern

Maximilianstr. 39, 80538 München

Projektgruppe Städtebau

T. 089/2176-2216, christian.schiebel@reg-ob.bayern.de

Thomas Schmid, Dipl.-Kfm.

Lst. f. Betriebswirtschaftslehre, Finanzmanagement

und Kapitalmärkte, FK f. WI, TUM

T. 089 / 289-25179, thomas.schmid@zefs.de

Maria Schneider, Prof. Dr.

Leopold Franzens Universität Innsbruck

Tel. 0043/512/507-6964

marlies.schneider@uibk.ac.at

Sören Schöbel-Rutschmann, Prof. Dr.

TUM-Fachgebiet Landschaftsarchitektur regionaler Freiräume, Am

Hochanger 6, 85350 Freising

T. 08161 / 71 41 57, lareg@wzw.tum.de

Jörg Schröder, Architekt, wiss. Assistent

Lehrstuhl Landraum, TUM

Arcisstraße 21, 80333 München

T. 089/289-22342, jörg.schroeder@tum.de

Achim Schröer, BR

Regierung von Oberbayern

Maximilianstr. 39, 80538 München

T. 089/ 2176-2370,

achim schroeer@reg-ob.bayern.de


Birgit Seelbinder, Dr., Oberbürgermeisterin

Stadt Marktredwitz

Egerstr. 2, 95615 Marktredwitz

T. 09231/501-101,

oberbuergermeisterin@marktredwitz.de

Klaus Selle, Prof. Dr.

Lst. f. Planungstheorie u. Stadtentwicklung

Rheinisch-Westfälische TH Aachen

T. 0241/80983-00, selle@pt.rwth-aachen.de

Michael Spannring, Dr.-Ing.

SKI GmbH + Co- KG, Beratende Ingenieure für das Bauwesen,

Wasserwirtschaft, Wasserbau, Grundbau

Lessingstraße 9, D-80336 München

T. 089/8904584-70, mail@ski-ing.de

Ferdinand Stracke, Prof. em., Dipl.-Ing.

Institut Entwerfen, Stadt und Landschaft

T. 089/289–22350, prof.stracke@lrz.tum.de

Hermann Sträb, Architekt und Stadtplaner

GRAS Gruppe Architektur und Stadtplanung Darmstadt - Dresden

Konkordienstraße 43, 01127 Dresden

T. 0351/2523-797, mailbox@gras-dresden.de

Christiane Thalgott, Prof., Stadtbaurätin i.R.

Belgradstr. 1, 80796 München

T. 089/307 30 99, christiane@thalgott.de

Helmut Wagensonner, Rechtsanwalt

Wagensonner Rechtsanwälte

Nymphenburger Str. 70, 80335 München

T. 089/123 985 0, info@wagensonner.com

Hans Wichardt Jürgen, Dr. Direktor

Bundesanstalt für Immobilienaufgaben

T. 089/59953-000

hans-juergen.wichardt@bundesimmobilien.de

Claudia Wiemken, Stadtbaumeisterin

Stadtbauamt, Lauffen am Neckar

Rathausstr. 10, 74348 Lauffen

T. 07133 / 106-36, @lauffen-a-n.de

Sophie Wolfrum, Prof. Dipl.-Ing.

Lst. f. Städtebau u. Regionalplanung, FK AR TUM

Arcisstraße 21, 80333 München

T. 089/289-22477, ls.wolfrum@lrz.tum.de

Wolfgang Wüst, Dr.-Ing.

Autobahndirektion Südbayern

Abteilung Planung und Bau

T. 089/54552-340

wolfgang.wuest@abdsb.bayern.de

Tilmann Zinsser, BOR

Wasserwirtschaftsamt Traunstein

Rosenheimer Straße 7, 83278 Traunstein

0861/ 57 327, tilmann.zinsser@ wwa-ts.bayern.de

ISB 09 - 10

111


Quellen

Urheberrechte und Abbildungen

© 2010 Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt.

Die Abbildungen in dieser Broschüre sind mehreren Gruppen zuzuordnen:

Die erste Gruppe sind Fotografi en. Sie entstanden während unserer

Besuche an den Orten, denen die Themen zugeordnet sind, während

der Präsentationen am Ende jeder Aufgabe und während der Abschlusskonferenz.

Diese Abbildungen wurden für die Zwecke des Interdisziplinären

Seminars von einigen Teilnehmern fotografi ert.

Die zweite Gruppe bilden die Illustrationen zu jedem Projekt. Diese

Abbildungen wurden in der jeweiligen Arbeitsgruppe im Rahmen der

Themenbearbeitung erstellt. Sie setzten sich teilweise sehr komplex

aus handgezeichneten und computergenerierten Elementen, aus Grafi

ken üblicher Computerprogramme sowie aus Angeboten des Internets

zusammen und bilden eigenständige Darstellungen der Aufgabenlösung.

112

Die dritte Gruppe sind Planunterlagen, die uns von den Verantwortungsträgern

für die jeweilige Aufgabe sowie vom Landesamt für Vermessung

und Geoinformation bereitgestellt wurden.

Auf dieser Grundlage ist es uns nicht möglich, jegliche Quellen lückenlos

zu ermitteln, und wir halten es nicht für angemessen, hier einen

voraussichtlich sehr umfangreichen Abbildungsnachweis einzufügen.

Deshalb verzichten wir prinzipiell auf Einzelangaben und bitten dafür

um Verständnis.


ISB 2009 - 2010

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