*13 Prumbach - Hagia Chora Journal

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Kosmische Energiebahnen

Die pentagonale Energiestruktur der Erde

Siegfried Prumbach

Der Erdkörper schwingt im

Muster einer pentagonalen

Energiestruktur – so die neue

Hypothese des Künstlers und

Geomanten Siegfried Prumbach.

Er entdeckte, dass die von ihm

gefundene „Cosmic Line“ mit

der „Grail Line“ aus der Templer-Tradition

den Ursprung

eines europäischen Fünfecks

bildet. Dieses wiederum ist die

Basis eines weltumspannenden

Dodekaeders. Die Größe dieses

Kristallgitters ist Anlass für

Prumbach, über eine globale

Geomantie nachzudenken.

Wenn Geomanten über Energielinien sprechen, geraten

sie leicht ins Schwärmen. Wer ihnen dabei zuhört, gerät

ebenso leicht in Verwirrung. Es schwirrt nur so von

Leylines, Chi-Flüssen, Gitternetzen, Landschaftschakren, Ein- und

Ausatmungspunkten oder biovitalen Strömen. Sie bewegen sich

auf unterschiedlichen Ebenen, transzendieren diese zum Teil und

dann auch wieder nicht. Dahinter stehen unterschiedliche Kosmologien,

die in der modernen Geomantie zum Teil auf anthroposophische

Ansätze zurückgehen, wie bei Marko Pogacnik, auf

die klassischen Geheimwissenschaften, wie bei Dawkins, oder,

wie auch in meinem Fall, auf die Ansätze der Philosophie Ken

Wilbers und der integralen Tiefenökologie eines Kirchhoff.

Allen geomantischen Auffassungen gemeinsam ist die Anschauung

vom Kosmos als einem Ordnungsgefüge im altgriechischen

Sinne. Kosmos bedeutete dort Schönheit, und verstanden

wurde er als die beseelte Ganzheit der Welt. Platon nannte ihn

die Weltenseele. Wenn wir die anima mundi als Grundlage der

geomantischen Arbeit akzeptieren, fällt es nicht schwer, in ihrem

Ordnungsprinzip alle Bewusstseins- und Energiezustände, alle

Lebenspläne und Strukturen als in ihr enthalten zu erkennen.

Für Ken Wilber, einem führenden Vertreter ganzheitlicher Philosophie,

besteht der Kosmos aus unterschiedlichen Sphären. Er

spricht von der Physiosphäre, dem Reich von Stoff, Materie und

Energie, von der Biosphäre, dem Reich der Natur im Sinne von

Erde, Pflanze, Mensch, und der Noosphäre (gr. nous = Geist), dem

Reich des Geistes und der geistigen Schöpfungen.

Die Geist- oder Noosphäre ist vielleicht mit dem Blattwerk eines

Baumes zu vergleichen, welches das Licht einsammelt und

bis in die Wurzeln sendet. Vielleicht besteht die Noosphäre aus

subtilem, fluktuierendem Licht oder besser noch aus schillerndem

Sternenstaub. Wenn sich dieser akkumuliert, so wie sich das

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Die Erde als Kristall. Makarov und

andere sahen die Kanten des Dodekaeders

in Übereinstimmung

mit der Plattentektonik der sich

abkühlenden Erde.

CRITCHLOW

Prähistorischer Dodekaeder aus Aberdeenshire

(Schottland). Der Steinball stellt einen der fünf

Platonischen Körper dar und soll aus der Zeit um

3000 v. Chr. stammen. Er ist 2500 Jahre älter als

Platons erste Beschreibung dieser Körper.

PRUMBACH

Blattwerk zur Krone verdichtet, entstehen Lichtgeometrien oder

Sternenstaubmuster. Wenn eine Baumkrone sich verdichtet, bildet

sie lauter kleine Verzweigungen in Form eines Ypsilons = Y.

Das grafische Zeichen Y ist sozusagen ein Archetyp des Wachstums,

also der Verbindung von Geist und Materie.

Die Baumanalogie ließe sich noch weiter führen. Die Biosphäre

ist demnach der Stamm, der für die Natur, Erde, Mensch steht.

Erde und Mensch bilden eine Ebene in diesem Modell. Zerstört

der Mensch die Natur, den Stamm, gibt es keine Krone, keine

Geistsphäre mehr. Dieses Bild nimmt den Menschen in die volle

Verantwortung für die geistige Entwicklung des Kosmos, denn

die Krone kann nur wachsen, wenn der Stamm vorhanden ist.

Dann erst kann er von der geistigen Substanz der Noosphäre

durchdrungen werden.

Die Platonischen Körper

Platon beschreibt die „geistige Substanz des Kosmos“ in seinem

Werk „Timaios“ als die Kosmischen Körper, die Gott nach Zahlenordnungen

gesetzmäßig, also geometrisierend, gestaltete. Mathematisch

und geometrisch gesehen gibt es nur fünf vollkommene,

symmetrische, reguläre Polyeder, deren Oberfläche aus nur

einer Art von gleichseitigen Vielecken besteht: Tetraeder, Würfel,

Oktaeder, Dodekaeder und Ikosaeder. Platon ahnte, daß diese

Körper die energetischen Bausteine des Kosmos sind. Doch war

es Kepler vorbehalten zu erkennen, dass sogar die Megastruktur

unseres Sonnensystems nach den Gesetzen der fünf vollkommenen

Polyeder gestaltet ist. Ausgangspunkt waren die Verhältnisse

von Um- und Inkugel der Platonischen Körper, die sich in den

Maßverhältnissen der Planetenbahnen wiederfinden.

„Die Erdsphäre (d.h. die Umlaufbahn) ist das Maß für alle anderen

Bahnen. Ihr umschreibe ein Dodekaeder, die dieses umspannende

Sphäre wird die Marsbahn sein. Der Marsbahn umschreibe

ein Tetraeder; die dieses umspannende Sphäre wird die

Jupiterbahn sein. Der Jupiterbahn umschreibe einen Würfel; die

diesen umspannende Sphäre wird die Saturnbahn sein. Nun lege

in die Erdbahn ein Ikosaeder, die diesem einbeschriebene Sphäre

wird die Venusbahn sein. In die Venusbahn lege ein Oktaeder; die

diesem einbeschriebene Sphäre wird die Merkurbahn sein. Da

hast du den Grund für die Anzahl der Planeten (Kepler kannte

nur diese).“ (nach M. Caspar)

Platon ordnete den vollkommenen Körpern die vier Elemente

zu, und zwar in der Reihenfolge ihrer Verdichtung:

Vierflächner Tetraeder leicht Feuer

Achtflächner Oktaeder mittel Luft

Zwanzigflächner Ikosaeder schwer Wasser

Würfel Hexaeder fest Erde

Über den fünften Körper spricht Platon nicht, nicht weil er ihn

nicht kannte, sondern weil er heilig war und geheim gehalten

wurde. Er war den Eingeweihten vorbehalten. Der Zwölfflächner

ist aus Fünfecken gefügt, daher die Bezeichnung Pentagondodekaeder

oder einfacher nur Dodekaeder. Er steht für die Quintessenz,

das fünfte Element, die anima mundi, die Weltenseele.

Nun verhalten sich zwei Körperpaare polar, während eines

sich selbst genügt. Oktaeder und Würfel gehen auseinander hervor,

ebenso Ikosaeder und Dodekaeder. Ist die Noosphäre, wie es

Wilber postuliert, eine wachsende Ganzheit, die jeweils ihre Vorläufer

transzendiert und einschließt, dann ist auch der Mensch,

die Pflanze und die Erde transzendiert vom Klangmuster des Dodekaeders

und der übrigen Platonischen Körper.

Dass unserem Planeten wie auch allen anderen Sternen die

kosmischen Körper eingeschrieben sind, ist auf Grund der Kugelform

naheliegend. Dass dies nicht mit mathematischer Genauigkeit

geschieht, sondern als Annäherung, ist natürlich. Es geht

auch hier nicht um Mathematik, sondern um archetypische Gesetze.

Die Kugel ist ein perfekter sphärischer Körper, weil sie alle

anderen enthält und weil alle anderen durch sie wirken.

Bereits bestehende Theorien zu geometrischen Strukturen

Im Jahre 1973 stellten die Russen Makarov, Morozow und

Goncharow das Modell einer sich abkühlenden Erde vor, die sie

in Verbindung mit einem polzentrierten Dodekader brachten,

dessen Kanten der Plattentektonik entsprechen sollten. Das traf

auch in bestimmten Bereichen zu, z.B. im atlantischen Graben,

aber eben nicht an den meisten anderen Kanten.

Eine Polprojektion des Ikosaeders hatte der Amerikaner

Sanderson 1960 angenommen. Er konstruierte weitere Dreiecksunterteilungen

und ging dann auf die Suche nach Bezugspunkten,

was grundsätzlich eine gängige geomantische Methode ist.

So waren das Bermudadreieck und die Pyramiden von Gizeh miteinander

verbunden, und er baute darauf eine ganze Geschichte

auf, die von seinem wertvollen Ansatz ablenkte. Was man Sanderson

nicht hoch genug anrechnen kann, ist seine Vision eines

trigonalen Netzwerkes, das wie keine andere Struktur in der Lage

ist, den Globus zu umspannen. Denn die rechtwinkligen Gitterprojektionen

einiger europäischer Radiästhesisten verwandeln

sich mit zunehmender Annäherung an die Pole in Dreiecke. Sie

verlieren daher ihren rechtwinkligen Charakter und eignen sich

nicht besonders dazu, globale Energiemuster zu beschreiben.

Sanderson, Makarov und ihre Freunde haben wichtige Vorarbeiten

geleistet, auch wenn ihnen die geistige Dimesion der Platonischen

Körper wohl nicht bewußt war. Im geomantischen Ansatz

würde man die Geologie der auf dem Magma gleitenden

Kontinentalplatten mit dem Element Feuer und damit mit dem

Tetraeder in Verbindung bringen, denn Feuer und Tetraeder sind

Teil der Physiosphäre, der Ebene des Stofflichen.

Das tat 1986 der Antroposoph Hans-Ulrich Schmutz, der ein

Buch mit dem Titel „Die Tetraederstruktur der Erde“ veröffentlichte.

Er bezieht sich dabei auf Hinweise von Rudolf Steiner. In

seiner gründlichen Arbeit weist er nicht nur die Tetraederstruktur

der Erde nach, sondern zeigt auch die Metamorphosen zum Oktaeder

und Würfel, jeweils im Lichte der Plattentektonik. Mit dem

Würfel hören seine geologisch-geometrischen Untersuchungen

folgerichtig auf, denn weitere Platonische Körper sind mit der

Physiosphäre nicht mehr unmittelbar verbunden.

Geologische Strukturen sind Energielinien, und sie stehen in

Bezug zur Geometrie der ersten drei Platonischen Körper. In der

Geomantie ist hinreichend bekannt, wie hochenergetisch geologische

Brüche und Plattengrenzen sind. Kultplätze und alte Kirchen

finden wir in diesen Bereichen, und sie stehen dort, weil sie Teil

eines alten geotherapeutischen Konzeptes sind. Hier sind nicht

nur die globalen Bruchzonen gemeint, sondern auch die Intraplattenstörungen

und kleinen Brüche, die es zuhauf gibt.

Die Geschichte der Forschungsarbeit

In London wurde im Februar dieses Jahres die 1. Global Harmonics

Conference veranstaltet, um die Entdeckung der globalen

Energieleitbahnen zu präsentieren. Es wurde gezeigt, wie der

Sphärenklang der Geistsphäre als Dodekaeder- und Ikosaedergebilde

auf dem Globus verortet ist, und es wurden viele gute

Gründe zum Beleg dieser Hypothese beigefügt.

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Im Jahre 1986 arbeitete ich an der geomantischen Analyse eines

kelto-romanischen Tempels in Kornelimünster/Rhld. Die Spuren

führten bald nach Aachen und Leiden und, in der anderen

Richtung, zur Insel Reichenau im Bodensee und weiter bis nach

Ravenna in Italien. Bei diesen Arbeiten tauchte immer wieder die

Zahl 33 auf, die nicht nur in der christlich-gnostischen Lehre,

sondern auch in den klassischen Geheimwissenschaften eine kosmische

Größe ist. So erhielt diese Energieleitbahn, die die genannten

Orte vom Tempel der Göttin Sunuxsal aus in einem

Winkel von 33° zu Nord verbindet, den Namen „kosmische 33°-

Linie“ oder kurz „Cosmic Line“.

Einige Jahre später traf ich den englischen Geomanten Peter

Dawkins. Er sprach von seiner Forschungsarbeit zur Grail Line

(Gralslinie), einer mythischen Energielinie, die in der schottischen

See ihren Anfang nimmt und im Golf du Lion endet und deren

Mitte die Stadt Bourges ist. Dawkins hat in den letzten zehn Jahren

jedes Energiezentrum dieser Leitbahn besucht und geomantisch

bearbeitet. 1990 entdeckte ich, daß die Cosmic Line und die

Grail Line Teile eines größeren Ganzen waren. Sie waren die

Basiskoordinaten des komplexesten aller sphärischen geometrischen

Körper, des Pentagondodekaeders.

Wie kam es zu dieser Entdeckung? Sakrale Geometrie ist ein

Teil des geomantischen Handwerks. Cosmic Line und Grail Line

trafen sich nördlich von Schottland in einem Winkel von 18° .

Diese 18° sind ein Teilwinkel des Pentagramms, so bilden 4 × 18°

= 72° den Eckwinkel eines Fünfecks. Die beiden Linien mussten

also zu den inneren Diagonalen eines Pentagons gehören. Der

das Pentagon umschreibende Kreis wurde durch den Mittelpunkt

Bourges und den Schnittpunkt der beiden Linien bei Schottland

bestimmt. Das Ergebnis war sehr überraschend. Denn plötzlich

gab es nicht nur eine Grail Line und eine Cosmic Line in Europa,

sondern achtzehn weitere Leitbahnen.

Verbindet man in einem Fünfeck jede Ecke mit jeder und die

Ecken zusätzlich mit dem Mittelpunkt, entsteht aus den Verbindungslinien

im Zentrum ein neues Fünfeck, das nun seinerseits

wieder unterteilt werden kann – und so fort bis in alle Ewigkeit.

Fünfecke vervielfältigen sich aber nicht nur selbst ins unendlich

Kleine und Große, die Maßverhältnisse ihrer fünf Diagonalen

entsprechen dem Goldenen Schnitt oder dem Göttlichen Maß,

wie es früher hieß. Das mag einer der Gründe sein, warum Fünfecke

und Pentagramme von der Geometrie bis zur Magie immer

als etwas Besonderes angesehen wurden.

Suche nach Belegen in der ganzen Welt

Die weitere Arbeit war nur noch auf einem Globus möglich, da

auf normalen Landkarten Strecken über 50 Kilometer zu verzerrt

sind. Das europäische Fünfeck hatte eine enorme Größe. Seine

Eckpunkte lagen in der schottischen See, bei Kaliningrad an der

Ostsee, an der Stiefelspitze Italiens, im Atlasgebirge in Marokko

sowie im Atlantik im westeuropäischen Meeresbecken. Verlängert

man die Kanten dieses Fünfecks, so ensteht ein Pentagramm, also

ein Fünfstern, dessen Spitzen die Ecken eines neuen Fünfecks

bilden. Dessen Ecken finden sich in der polaren Barentssee, im

Kaspischen Meer, im Tschadsee in der Sahel, im Kapverdischen

Becken vor der afrikanischen Westküste und vor der Küste

Labradors in Kanada. Dieses amero-euro-afrikanische Fünfeck

passt genau zwölfmal auf den Globus. Es bildet so ein Pentagondodekaeder

und damit gleichzeitig ein Ikosaeder, denn die Mittelpunkte

der Pentagramme sind die Eckpunkte des Ikosaeders.

Diese Entdeckung war außergewöhnlich. Eine Abweichung des

Winkels der beiden Ausgangslinien um nur 1° oder die Veränderung

des Radius um nur einen Millimeter kann schon nicht mehr

zu diesem Ergebnis führen. Dass die Basiskoordinaten, die Grail

Line und die Cosmic Line, unabhänig voneinander von zwei

Geomanten entwickelt wurden, kann die Glaubwürdigkeit nur

bestärken. Neun Jahre dauerte es, um Belege für andere Eckpunkte

dieses kosmischen (Erden-)Körpers, die im geomantischen

Sinne als Leitbahnen subtiler Kräfte angesehen werden können,

zu sammeln.

Der Grundriss der französischen Stadt Bourges wurde aus dem wiederentdeckten,

erdumfassenden Dodekaeder entwickelt.

Der Begriff „Energieleitbahn“ wirft die Frage auf, was Energie

eigentlich ist. Nun, ich verstehe Energie als eine Bewegung, die

man nicht direkt sehen, aber oft fühlen kann. Wir fühlen z.B.

den Wind auf der Haut und sehen die Wolken, nicht aber die

Luft, die Träger des Windes ist. Funksignale sehen wir erst, wenn

sie als Bilder oder Töne aus dem Fernseher kommen. Energien

sind also unsichtbare Bewegungen von Kraft. Leitbahnen sind

Wege dieser Kraft – Windschneisen, Funktrassen etc. In der

Geomantie spricht man z.B. von Leylines. Das sind gerade verlaufende

Energielinien, die – soweit sie denn noch intakt sind –

eine lebensfördernde Wirkung auf Mensch und Umwelt haben.

Ähnlich den Funktrassen besitzen sie „Relaisstationen“, oft in

Form von sakralen Bauwerken oder stehenden Steinen (Ley heißt

im Mittelhochdeutschen soviel wie „großer Stein“ oder „Fels“ =

Loreley). Wie gesagt sind die Kräfte einer Leyline normalerweise

unsichtbar, es sei denn, man ist von Natur aus hellsichtig oder

beherrscht eine andere Form der hellen Wahrnehmung, oder aber

– und dieser Weg steht jedem Menschen offen – man hat das

Basishandwerk des Geomanten erlernt – das Rutengehen. Die

pentagonalen Energieleitbahnen als Ausdruck einer kosmischen

Geometrie sind auch auf der Oberfläche der Erde verortet und

damit für den Menschen nachvollziehar – und das offenbar seit

Tausenden von Jahren.

Ältere Verweise auf ein Fünfeck-System

Da die Platonischen Körper eine kosmische Realität sind und wir

Geomantinnen und Geomanten den Kosmos als ewig sehen, waren

diese Körper immer und werden sie immer sein. Sollten nicht

auch andere vor uns ihre Spuren gefunden haben? Peter Dawkins’

Grail Line findet sich in einer Skizze von Templerniederlassungen

aus dem 12. Jahrhundert wieder, die 1996 zum ersten

Mal veröffentlicht wurde. Karl der Große verbindet die Städte

Aachen und Ravenna, indem er das zweiunddreißigstrahlige Oktogon

Ravennas in Aachen nachbaut und dann schwarze Granitsäulen

und Mosaiken aus Ravennas Kirchen ausbauen und nach

Aachen bringen läßt. Beide Orte liegen auf der Cosmic Line. Verlängert

man sie nach Norden, kommt man nach Aberdeen. Dort

hat man die ältesten Artefakte aller fünf Platonischen Körper gefunden,

die auf 3000 Jahre v.Chr. datiert werden. Sie sind 2500

Jahre älter als Platons erste Beschreibungen dieser Körper.

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ANZEIGEN

Die Basiskoordinaten des europäischen Fünfecks, Cosmic Line (grün) und Grail

Line (magenta), nach Siegfried Prumbach und Peter Dawkins.

Die berühmten Portolankarten des Mittelalters, die mit einer

erschreckenden Genauigkeit Küstenverläufe von Kontinenten

wiedergeben, die noch gar nicht entdeckt waren, z.B. der Antarktis,

sind nach einem zweiunddreißigstrahligen Koordinatensystem

konstruiert, das eine seltsame Missweisung zu Nord zeigt. Projiziert

man die Missweisung, die durch Ravenna führt, und die des

Schwarzmeerraumes nach Norden, kommt man zu jenem Punkt

im Polarmeer, an dem das Pentagondodekaeder verortet ist. Den

Portolankarten und den Oktogonen von Ravenna und Aachen

liegt ein zweiunddreißigstrahliges Koordinatensystem zugrunde.

Rechnet man den Mittelpunkt dieser Strahlenkonstruktionen hinzu,

erhalten wir die Zahl 33. Die Energieleitbahnen des Dodeka-

Ikosaeders münden in 32 peripheren Zentren und einem gemeinsamen

(Erd-)Mittelpunkt, somit in 33 Punkten.

Das europäische Zentrum des globalen Energiesytems ist die

Stadt Bourges in Mittelfrankreich. Sie ist verblüffend genau nach

pentagonalen Geometrien angelegt, wie man anhand von Straßenverläufen,

Hügelgräbern, Kirchen und alten Römerstraßen erkennen

kann. Vergrößert man das Basispentagramm der Stadtanlage

von Bourges nach der beschriebenen Methode, trifft man

wieder auf die Fünfecke der europäischen Größenordnung.

Die globalen Zwölf- und Zwanzigflächner müssen in der Vergangenheit

schon bekannt gewesen sein. Die neuerliche Findung

dieser kosmischen (Bewusstseins-)Struktur ist unabhänig von

persönlichen Interessen entstanden und könnte die Grundlage einer

globalen Geomantie werden, abseits aller Gruppenegoismen.

Allein seine Entdeckung ist im tiefsten Sinne spirituell und demokratisch

und kann Menschen in Zukunft die Möglichkeit geben,

einen gemeinsamen geistigen Weg mit der Erde zu gehen.

Die Geomantie ist eine große Unterstützung auf diesem Weg,

denn sie lehrt, die Erde wieder zu fühlen und wahrzunehmen. 7

Siegfrid Prumbach ist Diplom-Designer, Geobiologe, Geomant und

Bildhauer. Er leitet die Freie Akadmie für Geomantie, Anima Mundi

(AMA). Im Juli des Sommers 2000 wird der Gatekeeper Trust (initiiert

von Peter Dawkins) und die AMA in Bourges (Frankreich) eine

geomantische Zukunftswerkstatt in Form einer Sommerakademie

veranstalten. Sie richtet sich an alle Menschen, die an globaler

Geomantie interessiert sind. Das Treffen soll den Auftakt zu einer internationalen

Zusammenarbeit bilden.

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