Der Bildbearbeiter - Juli 2013

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Der Bildbearbeiter - Juli 2013

ildbearbeiter

bild

07 /Juli 2013 | 9,90 € A:10,90 € CH: 18,90 CHF L:10,90€

Photoshop für Fotografen Illustratoren Grafiker

40

Grundlagen & Workshops

20 Killer-

Tipps

für Photoshop-Verrückte

zu Beautyretusche,

Freistellen & Auswahlen

und Composing (S. 24)

Neue Serie Teil 1

Insider Tipps

Lightroom 5 (S.58)

Die neue Version

Photoshop CC

Alle Neuerungen

ausführlich vorgestellt (S.12)

98

Leserumfrage

Wertvolle Preise

zu gewinnen

8 bil

ildbe

dbearb

eiter

er 07/20

201

3



INFO-

Programm

gemäß

§14

JuSchG

Auf der Webdisk

Workshop-Dateien,

+ 30 Min. Videotraining

+ kostenlose Goodies


98 bildbearbeiter 07/2013


Titelbild

Illustratorin: Cris Delara

Das Titelbild der Ausgabe 07/2013 Ipanema´s Girl stammt von der in Kanada lebenden Brasilianerin Cris Delara. Die

44-jährige Künstlerin fand den Einstieg in die professionelle Malerei mithilfe von einigen Kunstkursen und -büchern,

mit denen sie sich das Basiswissen und grundlegende Techniken der Malerei aneignete. Zu ihren Spezialitäten gehören

farbenfrohe Pin-ups, die sie mit viel Liebe zum Detail anfertigt. „Zu jedem Pin-up erstelle ich sogar eine eigene

Playlist, die ich mir während der Ausarbeitung anhöre und die den Charakter der dargestellten Figur widerspiegelt“,

erklärt sie ihre außergewöhnliche Arbeitsweise. Neben den Pinups beschäftigt sie sich auch mit Character Design

sowie Comics und zeichnet traditionelle Porträts. Wenn Sie mehr über Cris Delara und ihre einzigartigen Pin-ups erfahren

möchten, dann schauen Sie sich doch ihre Künstlergalerie ab Seite 62 an.

„Ich orientiere mich vorzugsweise an Referenzbildern und erstelle zunächst einige Bleistiftskizzen. Wenn mir das Ergebnis

gefällt, importiere ich das Bild in Photoshop und bearbeite es dort weiter. Für die Kolorierung erstelle ich neue organische

Pinselspitzen und versuche so, meinen digital erstellten Bildern einen traditionellen Touch zu verleihen. Außerdem probiere

ich unterschiedliche Lichtgebungen aus, um immer wieder neue Ergebnisse zu erhalten und meine Bilder weiterzuentwickeln.“–

Cris Delara

bildbearbeiter 07/2013

3


Inhalt

FEB 02/2013

bildbearbeiter 07/2013

Gewinnspiel

limitierter Bildband

PLOT S.8

Magazin

News 8

Porträt

Julie de Waroquier 18

Galerie

Flavio Bolla 34

Irene Laschi 46

Cris Delara 62

Robert Sakowski 76

24

Killer-Tipps

© Evangeline Cooper/Josh Dykgraaf/Pavel Kaplun/Dragana Mimić

© Irene Laschi

Insight

Fotolia ‚TEN Collection‘

mit Alexander Otto 44

Tipps & Tricks

Photoshop-Techniken 84

Stefan Kleins Expertentipp 87

Community

Lesergalerie 88

Spotlight

Videotraining: Neu in Photoshop CC 92

Software: Sketch 14.0 94

Editorial 6

Inserentenverzeichnis 95

Vorschau/Impressum 98

= Unsere Titelthemen

18

Julie de Waroquier

© Julie de Waroquier


Workshops

Environment Design: Fantasy-Stadt 38

ab CS3

© Flavio Bolla

Wie Sie den richtigen Einstieg in die Erstellung einer

Concept Art finden und grundlegende Aspekte

wie Perspektive, Komposition, Farbwirkung und

Story-Telling implementieren, zeigt Ihnen der Illustrator

und Concept Designer Flavio Bolla.

Illustrationen für Könner 50

© Irene Laschinn

In diesem Workshop zeigt Ihnen die italienische

Künstlerin Irene Laschi, was es bei der Illustration

von botanischen Zeichnungen zu beachten gilt

und warum die richtige Füllmethode dabei eine

wesentliche Rolle spielt.

46

Fotorealistische Illustration

© Irene Laschi

© Michael Baierl

ab CS3

© DomQuichotte

Ratgeber

Frische Farben für alte Fotos 66

Der Experte Michael Baierl zeigt Ihnen in diesem

Workshop, wie Sie mit Füllmethoden, Einstellungsebenen

und Schnittmasken einem eingescannten

Schwarzweiß-Foto seine Farbe zurückgeben – egal

ob mit Photoshop oder Elements.

Neuerungen

der Creative Cloud & Photoshop CC 12

Camera Raw 8, bedingte Aktionen oder selektiver

Scharfzeichner – erfahren Sie alle Neuerungen in

Photoshop CC und der Creative Cloud von unserem

Experten DomQuichotte.

20 Killer-Tipps

zu Retusche, Freistellen & Composing 24

© Michael Baierl

12

Creative Cloud

& Photoshop CC

© DomQuichotte

© Evangeline Cooper/Pavel Kaplun

Josh Dykgraaf/Dragana Mimić

© Evangeline Cooper

Zu den beliebtesten Disziplinen eines jeden Bildbearbeiters

gehören die Beautyretusche, das Freistellen

sowie das Gestalten von Composings. Wir zeigen

Ihnen Techniken, die jeder beherrschen sollte.

Serie Teil 1 – 10 Tipps für...

Lightroom 58

In der neuen Serie verrät Ihnen die Expertin Evangeline

Cooper die wichtigsten Kniffe zu unterschiedlichen

Bildbearbeitungsthemen. Im ersten Teil erfahren

Sie alles Wissenswerte rund um Lightroom.

Serie Teil 3 – Bildmodus und Farbtiefe

HSB, Graustufen und Bitmap 72

ab CS3

© Sybille Mühlke

Um Photoshop optimal zu nutzen, sollten die

Funktionen Bildmodus und Farbtiefe bekannt sein.

Im dritten Teil unserer Serie erklärt Sibylle Mühlke

alles zum Thema HSB, Graustufen und Bitmap.

Serie Teil 1 – Schwarzweiß-Konvertierung 80

66

Frische Farbe für alte Fotos

© Michael Baierl

© Stefan Klein

Aus einem Farbfoto eine Schwarzweiß-Aufnahme

zu machen, scheint mit dem Modus Graustufen

recht simpel zu sein. Warum dies jedoch der falsche

Weg ist und welche Techniken sich besser eignen,

erfahren Sie von unserem Experten Stefan Klein.


© Paul Hansen/ Dagens Nyheter

Liebe Leser,

Nicole Kusza

wie viel Bildbearbeitung ist eigentlich erlaubt

und wann ist sie zu viel? Über diese Frage wird in

den letzten Wochen wieder verstärkt diskutiert,

und in diese Diskussion möchten wir Sie gern

miteinbeziehen. Auslöser ist das Gewinnerbild

des 56. World Press Photo Awards, dem international

wichtigsten Preis für Pressefotografie und

der weltgrößte Wettbewerb seiner Art. Neben

dem Foto des Jahres prämiert dort eine 19-köpfige

Fachjury herausragende Arbeiten aus den Bereichen

News, Porträt und Sport. In diesem Jahr

wählte die Jury aus rund hunderttausend Einsendungen

aus über 120 Ländern ein Bild des

schwedischen Fotografen Paul Hansen zum ‚Photo

of the Year‘. Das Foto zeigt eine Gruppe von

Männern, die zwei, bei einem israelischen Raketenangriff

getötete und in weiße Tücher gehüllte,

Kinder durch die Straßen von Gaza-Stadt

trägt. Sie sind auf dem Weg zu einer Moschee,

wo die Kinder beigesetzt werden sollen – die Leiche

ihres Vaters wird hinter ihnen hergetragen.

Die zweijährige Suhaib Hijazi und ihr dreijähriger

Bruder Mohammed kamen an diesem Tag ums

Leben. Aufgenommen hatte der Fotograf das

Bild am 20. November 2012 für die schwedische

Tageszeitung ‚Dagens Nyheter‘. Der Kontrast zwischen

der Wut und der Trauer der Erwachsenen

und der Unschuld der beiden Kinder mache das

Foto so einprägsam, begründete Jury-Mitglied

Mayu Mohanna die Wahl zum Foto des Jahres.

Doch die Begeisterung über das Bild währte

nicht lange: Schon nach kurzer Zeit wurden erste

kritische Stimmen laut, die eine Nachbearbeitung

des Bildes vermuteten und eine Überprüfung

forderten. Das Bild weise eine nahezu unnatürliche

Perfektion auf, so die Kritiker. Zudem

würden die Gesichter der Opfer und der Trauernden

wirken, als würden sie wie bei Filmaufnahmen

angestrahlt. Auch die eng daneben stehenden

Häuser würden auffällig kurze Schatten werfen.

Vermutet wird, dass Paul Hansen die Helligkeitsunterschiede

in seinem Bild nachträglich

mit einer Software ausgeglichen habe. Daher

wurden nun Gutachter eingeschaltet, die diesen

Sachverhalt prüfen sollen. Auch ohne Gutachter

ist mit dem bloßen Auge eine deutliche Bearbeitung

des Bildes erkennbar, vergleicht man das in

der schwedischen Tageszeitung ‚Dagens Nyheter‘

abgedruckte Bild mit dem beim Wettbewerb

eingereichten. Das Original ist in der Farb- und

Lichtgebung deutlich bunter, heller und weniger

kontrastreich. Durch diese nachträgliche Veränderung

ist die Bildaussage im Kern zwar noch die

gleiche, doch das bedrückende Gefühl, das mit

dem Bild transportiert werden soll, wird durch

die weniger gesättigten Farben im bearbeiteten

Bild verstärkt. Zudem wirkt es durch die abgeschwächten

Farben viel harmonischer.

Hansen selbst hatte alle Vorwürfe der Fälschung

von sich gewiesen. Es sei keine Fotomontage

oder Zusammensetzung einzelner Aufnahmen,

erklärte Hansen im Exklusiv-Interview mit der

Online-News-Plattform news.com.au. Er habe lediglich

die ungleiche Farb- und Lichtgebung im

mittleren Bildbereich in der RAW-Datei angeglichen,

um das reale Licht zu bearbeiten, und

nachträglich kein künstliches Licht mithilfe von

Dodge & Burn erzeugt. Damit habe er den Effekt

wiederherstellen wollen, den das Auge sieht,

und einen höheren Dynamikumfang erzielen

wollen – ein Filmentwicklungsvorgang, der dem

in der analogen Fotografie ähnelt. Die Jury des

World Press Photo Awards stärkt Hansen den Rücken.

Eine Bearbeitung habe zwar eindeutig

stattgefunden, aber Hansen habe bereits im Detail

erklärt, wie er das Bild bearbeitet hat. Es gäbe

keinen Grund, an seiner Erklärung zu zweifeln.

Die Anschuldigungen des US-Technologie-Blogs

ExtremeTech (www.extremetech.com) wären somit

haltlos und die vorgelegten Analysen mangelhaft

durchgeführt. Eine Bearbeitung der

RAW-Datei hat also definitiv stattgefunden. Das

geben sowohl die Jury als auch der Fotograf zu.

Doch wie viel Bearbeitung ist legitim? Und was

ist bereits zu viel? Wir möchten Ihre Meinung

dazu hören. Ist die Nachbearbeitung im RAW-

Konverter bei der Teilnahme an einem hochkarätigen

Fotowettbewerb vertretbar? Oder sollte

dem schwedischen Fotografen Paul Hansen der

Award aberkannt werden? Schreiben Sie an:

redaktion@der-bildbearbeiter.de

Wir sind gespannt auf Ihre Meinung.

Nicole Kusza

6 bildbearbeiter 07/2013


DEUTSCHEPOP

MUSIK

Singer / Songwriter/in

Musiker/in

Musikproduzent/in

Arrangeur/in

Filmkomponist/in

BILD

Fotodesigner/in

Kameramann/frau

Cutter/in

Videoproduzent/in

DANCE

Modern &

Contemporary Dancer

Urban Style Dancer

TON

Tontechniker/in

Mastering Engineer

Tonmeister/in

Electronic Artist

Sounddesigner/in

DESIGN

Mediendesigner/in

Webdesigner/in

Creative Director

Art Director

Gamedesigner/in

MANAGEMENT

Eventmanager/in

Musikmanager/in

Medienmanager/in

PR- / Kommunikationsmanager/in

Online-Marketingmanager/in

KOMMUNIKATION

Synchronsprecher/in

Moderator/in

Redakteur/in

Radio- / TV-Journalist/in

Schauspieler/in

MODE

Modedesigner/in

Make-up Artist

Model

Ausbildung Musik & Medien

www.deutsche-pop.com

BERLIN | BREMEN | FRANKFURT | HAMBURG | HANNOVER | KÖLN | MÜNCHEN | NÜRNBERG | STUTTGART | WIEN


Magazin

News

Termine

10 Euro

Rabattgutschein

auf der Webdisk

Create Now World Tour - Creative Days

12. bis 20. Juni 2013 verschiedene Städte

www.adobecreativedays.com

© Adobe

Maxon User Meeting 2013

05. Juli 2013 Haus der bayrischen Wirtschaft, München

www.maxon.net

photopraktika 2013

13. und 14.September 2013 Forum, Leverkusen

mmt32.multimediatreff.de

© Dragana Mimic

animago

24. und 25. Oktober 2013 Filmpark Potsdam-Babelsberg

www.animago.de

photokina


www.photokina.de

© Maxon

© animago

© Julian Lorenzen

Der bildbearbeiter und

myphotobook.de verlosen: PLOT

Ende Mai haben wir den Profi-Fotografen


getroffen und über seine aktuellen und

zukünftigen Projekte gesprochen. Unter

anderem haben wir folgende Aktion für

Sie vorbereitet:

Zusammen mit dem Online-Fotobuchanbieter

myphotobook.de verlosen wir

ganz exklusiv drei Exemplare von Dom-

Quichottes Bildband PLOT. Die Teilnahme

an dem Gewinnspiel ist ganz einfach:

Alles was Sie dafür tun müssen, ist dem

Link www.der-bildbearbeiter.de/plot zu

folgen und den Artikel zu kommentieren.

Begründen Sie, warum ausgerechnet

Sie den Bildband PLOT gewinnen sollten.

Die drei kreativsten Kommentare

erhalten ein Exemplar des limitierten

Fotobuchs.

myphotobook.de ist die erste Adresse für

digitales Fotofinishing im Internet und

bietet in 16 europäischen Ländern eine

Produktpalette rund um das Fotobuch und

andere Fotoprodukte, wie zum Beispiel Alu

Dibonds, Leinwände oder Poster, an.

Mit moderner Software stellt die mypho-

-

staltung

von gebundenen Fotobüchern in

zahlreichen Varianten und mit bis zu 250

Seiten zur Verfügung. Mit myphotobook

halten Sie die besonderen Momente Ihres

Lebens fest, denn Fotobücher von myphotobook

stehen dem klassischen Buchdruck

in nichts nach.

Übrigens: Auf unserer Webdisk steht unseren

Lesern ein exklusiver Gutschein

im Wert von 10 Euro zur Verfügung. Sie


Bestellvorgangs in das dafür vorgesehene

Feld einfügen. Der Gutschein im Wert von

10 Euro gilt einmalig pro Person bis zum

31.08.2013 für alle Produkte auf www.

myphotobook.de. Eine nachträgliche

Verrechnung des Gutscheincodes ist nicht

nation

mit anderen Rabatt-Aktionen oder

Guthaben. Alle Informationen und das

Webdisk-Passwort finden Sie ab Seite 96.

Gewinnspiel

PLOT

limitierter Bildband


Bana racka: Dieses Bild stammt von

Zlatko Drčar, der darin den Begriff der

Gummi-Ente doppeldeutig und tragisch

thematisiert. (in Cinema4D und Photoshop)

© Zlatko Drčar

Magazin

News

Monorail: Dieses Bild von Uli

Staiger ist eine klassische Verbindung

von 3D-Design und Fotografie.

(in Cinema4D, Bodypaint

und Photoshop) © Uli Staiger

17. animago AWARD & CONFERENCE

Von Elfen und Enten

Die animago AWARD & CONFERENCE geht dieses

Jahr in die 17te Runde. Eine der bedeutendsten


Hier werden die meisten Beiträge eingereicht, und

tere

Variante der Gummi-Ente, eine Fantasy-Lokomotive,

eine impressionistisch anmutende Lichtelfe

oder abgegriffene Spielkarten – beim animago

AWARD wird die Bandbreite der Fantasie erlebbar.

Die liebliche, aber skeptische Elfe entstieg der Vorstellungskraft

von Enrique Parietti und entstand in

einem Zeitraum von gut zwei Monaten. Viele Arbeiten

wie etwa das Bild von Parietti entstehen in der

raren Freizeit, aber auch im Hochschulbereich oder

kartentisches

von William Bentley hat seinen Ursprung

an einer neuseeländischen Hochschule und


man die Spielkarten aufheben, so abgegriffen wie

sie daliegen. Und das sind nur zwei Beispiele aus in

der Regel gut 400 Einsendungen.

Kreative entscheiden selbst

Das überzeugendste digitale Bild des Jahres besticht

durch Gestaltung, Ästhetik und effektiven

Einsatz digitaler Software-Tools. Hauptbewertungskriterien

sind Fotorealistik, technische Realisierung,

Character-Design sowie der künstlerische

Anspruch des Werks. Eine Fachjury wählt aus der

Bilderflut die besten und damit besonders sehenswerten

Einreichungen aus. Das Besondere beim

animago AWARD ist, dass der Preisträger und somit

das Sieger-Still letztlich durch Online-Voting der Digital

Production ermittelt wird.

Auf einen Blick

Datum

24. und 25. Oktober 2013

Ticketbestellung: www.animago.com

Location

Metropolis Halle am Filmpark Babelsberg


14482 Potsdam-Babelsberg

Kontakt

Ansprechpartner: Jana Freund

E-Mail: jana.freund@animago.com

Tel: +49 (0) 89 898 17 - 340

Veranstalter

ATEC Business Information GmbH

Fachmagazin DIGITAL PRODUCTION

Hackerbrücke 6

80335 München

Im Netz

www.animago.com

www.facebook.com/animagoAWARD

Auf die Pixel fertig los

Jedes Jahr erreicht die animago-Jury eine Fülle an

kritischen oder liebenswürdigen Arbeiten, die durch

ihre technische Perfektion überzeugen und überra-


mago

als Wettbewerbs- und Präsentationsplattform.

Noch bis 30. Juni kann man sich für den diesjährigen

animago AWARD online anmelden. Die Teilnahme

ist kostenfrei und steht sowohl Profis als auch dem


animago AWARD & CONFERENCE

Die animago AWARD & CONFERENCE bietet die einmalige

Gelegenheit, in Vorträgen und Making-ofs in

die bunte Filmwelt abzutauchen und die im Hinter-

pichs

kennenzulernen. Die Besucher erwartet ein


anstaltung

ist die Verleihung des animago AWARD

gorien

werden Auszeichnungen an internationale

Digital Artists für Produktionen vergeben, die das

animago-Publikum sonst nicht so leicht zu Gesicht

bekommen würde. Der animago wird seit 2009 vom


Calamity Jane: Dies ist das Stillleben eines Spieltisches von

William Bentley und entstand im Rahmen des Studiums an

der Media Design School in Auckland, Neuseeland. Bentleys

Arbeit war 2012 in der Kategorie „Bestes Still“ nominiert. (in

Maya und Photoshop) © William Bentley

9

A Fairy: Auf diesem Bild bildbearbeiter von Enrique Parietti 07/2013 fühlt eine eher

skeptische Elfe erst einmal die Wassertemperatur vor. (in

ZBrush, Softimage|XSI und Photoshop) © Enrique Parietti


© Alien Skin

© Adobe

Adobe Create

Now World Tour

– Creative Days

Adobe startete am 12. Juni in Berlin die Veranstaltungsreihe

Adobe Create Now World Tour – Creative

Days

zeigen Adobe-Experten aus den USA und Deutschland

in Workshops und Präsentationen inspirierende

Projekte und neueste Trends aus den Bereichen

Video, Fotografie, Design, Web, Digital Publishing

und Print. In diesem Rahmen werden alle Neuerungen

der Adobe Creative Cloud präsentiert.

Bekannte Vertreter ihres Fachs wie Calvin Holly-

kermann

geben Einblicke in ihr kreatives Schaffen.

Von Adobe werden unter anderem Jason Levine,

Rufus Deuchler, Michael Chaize und die deutschen

Produktspezialisten zeigen, wie spielerisch die Erstellung

von kreativen Inhalten für die Bereiche Design,

Web und Motion sein kann. Die Adobe Create

Now World Tour – Creative Days ist eine kostenfreie

Veranstaltung, und Teile der Präsentationen finden

in englischer Sprache statt. Um sich in den Workshops

und Vorträgen ausführlich über die Neuhei-


sich vorab über die Webseite anzumelden.

www.adobecreativedays.com

Termine & Städte

12. Juni 2013

Berlin, Postbahnhof


Erik Spiekermann – Typomania

Robert Hranitzky – Creating Worlds with CINEWARE

Calvin Hollywood - Best of Photoshop

und weitere Adobe Tech-Gigs

14. Juni 2013

Zürich, Papiersaal


Calvin Hollywood - Best of Photoshop

und weitere Adobe Tech-Gigs

18. Juni 2013



Matthias Schwaighofer - Best of Photoshop

und weitere Adobe Tech-Gigs

20. Juni 2013

München, Postpalast


Matthias Schwaighofer - Best of Photoshop

und weitere Adobe Tech-Gigs

Die Fotografie feiert im Jahr 2014 ihr 175-jähriges

Jubiläum. Zahlreiche Unternehmen, Verbände,

Medien und Institutionen der Foto- und Imagingbranche

werden dies zum Anlass nehmen,

um die Bedeutung der Fotografie in ihrer Historie,

in der Gegenwart und vor allem für die Zukunft

mit aufmerksamkeitsstarken Aktivitäten zu

würdigen. Um die Jubiläumsaktionen wirkungsvoll

zu bündeln und zu kommunizieren, hat der

Photoindustrie-Verband als Vertreter der Fotound

Imagingbranche und Mitveranstalter der

photokina im Vorfeld des Jubiläumsjahres das

Logo 175 Years Photography - Imaging Unlimited

entwickeln lassen. Dies wird nicht nur die umfangreichen

Aktionen rund um 175 Jahre Fotografie

signieren, die von der Tochtergesellschaft Prophoto

GmbH entwickelt und umgesetzt werden, sondern

es wird als verbindendes visuelles Element

allen interessierten Branchenteilnehmern für ihre


175 Years Photography -

Imaging Unlimited

Fotografie-Jubiläum kostenlos zur Verfügung stehen.

Der Photoindustrie-Verband gibt mit dem


aus Düsseldorf entwickelt wurde, dem 175-jährigen

Jubiläum der Fotografie im wahrsten Sinne

des Wortes ein Gesicht: Das Zeichen für Unendlichkeit

– nicht nur Fotografen bestens bekannt

– stilisiert ein Augenpaar und kennzeichnet zusammen

mit dem Slogan 175 Years Photography -

Imaging Unlimited die grenzenlose Dynamik und

Zukunft des fotografischen Bildes. Anlässlich des

175-jährigen Jubiläums sind unter anderem vier

wirkungsvolle Aktionen geplant. Eine davon wird

der bereits aus 2011 und 2012 bekannte Photoglobus

auf der photokina 2014 sein. Weitere Informationen

dazu sollen Anfang 2014 folgen.

www.photoindustrie-verband.de

Neue Bamboo Loop-App von Wacom

Bamboo Loop verbindet Photosharing und Messaging

in einer App: So entstehen einzigartige

-

-


lassen. Die App ist ab sofort für das iPhone und

iPod Touch erhältlich.

tion

im Vordergrund: Fotos lassen sich dank der

mitgelieferten Werkzeuge ganz einfach bearbeiten

und personalisieren. Zeichnen, skizzieren oder

schreiben: Mit dem Bamboo Stylus oder auch mit

dem Finger lassen sich Bilder im Handumdrehen

-





Ein Style-Browser bietet eine breite Auswahl ver-


Fotofilter, Farbpaletten und Effekte. So lassen sich

schmack

gestalten: ob nostalgisch, künstlerisch

tät

freien Lauf gelassen werden. Ein Paket mit ausgewählten

Styles steht den Usern kostenlos zur


der App aus der Loop Style Gallery ausgewählt

werden. Vier Styles sind im Paket für jeweils 1,79

€ erhältlich. Skizzen, Zeichnungen oder Nachrich-

ten

geschrieben werden. Über einfache Gesten

lassen sich Details zudem näher heranzoomen,

um das Zeichnen und Gestalten zu vereinfachen.


für Android-Smartphones verfügbar sein.

bambooloop.wacom.com

© Wacom

-

-

tungen

in Berlin per Livestream teilzunehmen.


Inspirations-Tipps

© Taschen

Magic. 1400s–1950s

Wer sich für surreale Welten, Magie und Zauberei

interessiert, dem legen wir das Buch

Magic. 1400s–1950s der Autoren Mike Caveney,

Jim Steinmeyer, Ricky Jay und Noel Daniel

aus dem Taschen-Verlag ans Herz. Auf

über 500 Seiten und anhand von mehr als

1.000 seltenen Plakaten, Fotografien, Werbezetteln,

Stichen sowie Gemälden von Hieronymus

Bosch, Caravaggio und anderen

Magic. 1400s–1950s die

Geschichte der Zauberkunst in der Zeit von

1400 bis in die 1950er Jahre nach. Spektakuläre

Abbildungen und fachkundige Essays beleuchten die Entwicklung



Film zu seinen ersten Spezialeffekten verhalfen, vom goldenen Zeitalter


20. Jahrhunderts und wegweisenden Draufgängern vom Schlage eines

Houdini. Wirklich eine gelungene Sammlung.

INSPIRATION

MOTIVATION

CELEBRATION

www.taschen.com

© Digital Paintbook

Digital Paintbook Volume 2

– das Buch für Concept Art,

Digital & Matte Painting

Absolut empfehlenswert und definitiv

eine Lektüre wert ist das im

Mai dieses Jahres erschienene Digital

Paintbook Volume 2 aus dem

newart medien & design-Verlag.

Der zweite Band der deutschsprachigen

Buchreihe für Concept

Art, Digital & Matte Painting bietet auf 76 Seiten, im handlichen 21 x 21

cm-Softcover-Format, nachvollziehbare Schritt-für-Schritt-Tutorials für

Anfänger und Fortgeschrittene, eine Best-of-Galerie mit Werken von

namhaften Profis und talentierten Lesern, Interviews und Portfolios von


Wissenswertes zu Hardware, Software, Techniken und Business rund um

das Digital Painting.

Insgesamt sieben Autoren, unter anderem auch unsere Autoren Christian

Gerth oder Oliver Wetter, haben sich bei ihrer Arbeit über die Schulter


Digital Paintbook ist eine hilfreiche Lern- und Inspirationsquelle für alle,

die sich mit Digital Painting beschäftigen – vom technisch ambitionierten

Hobbykünstler über CG-Newcomer bis hin zum Illustrationsprofi. Es


stellung

von Profis und Nachwuchstalenten aus dem deutschsprachigen

In- und Ausland.

24. /25. Oktober 2013

animago AWARD &

CONFERENCE

JETZT

BEITRAG

EINREICHEN!

Kostenfreie Teilnahme und alle Informationen

auf unserer Homepage www.animago.com

Veranstaltet von:

Gefördert durch:

Bilder: animago AWARD & CONFERENCE 2012

30. Juni 2013

Anmeldeschluss für den

animago AWARD

www.animago.com

animagoAWARD

www.digital-paintbook.de

Gesponsert von:


Neuerungen der Creative

Cloud & Photoshop CC

Camera Raw 8, bedingte Aktionen oder selektiver Scharfzeichner – erfahren Sie alle Neuerungen

in Photoshop CC und der Creative Cloud von unserem Experten DomQuichotte.

Der Autor

DomQuichotte

www.fx-ray.com


DomQuichotte arbeitet als Digital Artist, Retuscheur

und Art Director für einige der renommiertesten

Fotografen und Agenturen in Los Angeles.

Internationale Bekanntheit hat der 28-Jährige mit

seinen Video-Tutorials erlangt. Täglich schauen sich

User aus über 150 Ländern die kostenlosen Lehrvideos

auf seiner Webseite an und können Dank der

bereitgestellten Daten direkt mitmachen.

Das Warten hat ein Ende: Adobe hat auf der

Kreativitätskonferenz Adobe MAX 2013 in

Los Angeles sein neues Baby vorgestellt und überrascht

mit einigen Neuerungen. Zum ersten Mal in

der Geschichte setzt Adobe ausschließlich auf

Programme aus der Cloud und verbannt damit

die klassische Kaufsoftware. Photoshop & Co. können

künftig nur noch über ein Abonnement der

Creative Cloud gemietet und ausschließlich via

Internet geladen werden. Diese Umstellung ist

gleichzeitig namensgebend: Folglich werden alle

neuen Produkte mit CC (Creative Cloud) gekennzeichnet;

die Ära der Creative Suite (CS) ist damit

beendet. Adobe will zwar CS6 weiterhin anbieten,

aber es dürfte klar sein, dass sich die Häufigkeit

der Updates auf lange Sicht verringern wird. Wer

dem Mieten von Software abgeneigt ist, wird sich

überlegen müssen, ob die im Folgenden aufgeführten

Neuerungen und Änderungen, gepaart

mit der Tatsache, dass man künftig immer up-todate

sein wird, nicht doch Anreiz genug sind, über

das neue Konzept nachzudenken.

Was ist die Creative Cloud?

Wer das neue Photoshop auf seinem Rechner

installieren möchte, kommt nun nicht mehr

um die Creative Cloud herum, die vor ungefähr

einem Jahr offiziell vorgestellt wurde. Aber was

verbirgt sich eigentlich hinter der Cloud? Um

der Flexibilität und den Anforderungen eines

Designers gerecht zu werden und gleichzeitig

dem technologischen Fortschritt Stand zu halten,

hat Adobe ein System entwickelt, das genau

diese Bedürfnisse befriedigen will. Neben

den Desktop-Programmen, die man bereits

aus der Creative Suite kennt, lockt die Cloud

mit vielen weiteren nützlichen Features wie

den Edge-Tools (Werkzeuge und Dienste zum

12 bildbearbeiter 07/2013


Ratgeber

Creative Cloud & Photoshop CC

designbasierten Erstellen von Webseiten, ganz

ohne Programmierkenntnisse), einem Online-

Speicher (auf bis zu 100GB aufstockbar), der

im Browser nicht nur die gespeicherten PSDund

Illustrator-Dateien anzeigt, sondern auch

das Ein- und Ausblenden von Ebenen erlaubt,

einer Synchronisation von programmspezifischen

Einstellungen (Pinselspitzen, Aktionen,

Stile, Verläufe, Tastenkürzel etc.), der Verwaltung

und Einbettung von Offline-Schriftarten im Web

sowie der sonst kostenpflichtigen Mitgliedschaft

auf der Kreativ-Onlineplattform Behance. All diese

Features lassen das Designerherz schneller

schlagen. Auch in puncto Benutzerfreundlichkeit

hat Adobe eine Schippe draufgelegt. Die

Programme lassen sich nun übersichtlicher mit

einem Mausklick wieder installieren und deinstallieren,

Behance-Netzwerkaktivitäten erscheinen

aufgelistet und Schriften können ebenfalls

per Mausklick heruntergeladen werden. Um die

Creative Cloud nutzen zu können, muss sich der

Benutzer unter http://creative.adobe.com registrieren.

Die Anmeldung ist kostenlos und beinhaltet

einen 30-tägigen Testzugang mit einem

2GB-Cloud-Speicher. Möchte man ausschließlich

Photoshop CC nutzen, ist das Einzelprodukt-Abo

im Jahresvertrag oder mit monatlicher Kündbarkeit

ausreichend. Wer die Cloud jedoch vollumfänglich

nutzen will, also auf die gesamte

CC-Produktpalette zugreifen möchte, muss sich

ein Komplett-Abo kaufen, das es ebenfalls vergünstigt

im Jahresvertrag oder mit monatlicher

Kündigungsoption zu buchen gibt. Der Computer

muss einmal monatlich mit dem Internet

verbunden sein, damit ein bestehendes Abonnement

verifiziert werden kann. Sobald man bei

der Creative Cloud registriert ist und sich auf der

Webseite anmeldet, erscheinen drei Menüpunkte:

Dateien, Apps und Lernen. Unter Dateien findet

man alle in der Cloud abgelegten Dateien, ähnlich

wie bei Dropbox. Unter Apps finden sich alle

zur Verfügung stehenden Programme, die man

– je nach Abo – installieren kann. Des Weiteren

findet man unter diesem Menüpunkt Dienste,

wie Behance und ProSite. Unter dem Reiter Lernen

finden Sie nützliche Video-Tutorials zu einer Vielzahl

unterschiedlicher Themenbereiche.

Photoshop CC

Photoshop CC hat nicht nur beeindruckende

neue Funktionen, sondern auch viele interessante

Überarbeitungen und Weiterentwicklungen

zu bieten. Der selektive Scharfzeichner hat einen

verbesserten Algorithmus, ein Filter zur Wackelreduzierung

liefert verblüffende Ergebnisse und

Camera Raw ist als Filter nutzbar. Sie können viele

der veralteten Filter-Dialoge nun endlich skalieren.

Die meisten Filter sind nun auf Smart-Objekte

anwendbar und somit auch nach dem Speichern

modifizierbar ¬ein großer Schritt in Richtung

non-destruktives Arbeiten. Die gesamten

3D-Tools wurden nicht nur verbessert, sondern

sind jetzt für alle Photoshop CC-User zugänglich;

die Extended-Version wurde abgeschafft. Freunde

der Automatisierung werden an den neuen

bedingten Aktionen ihren Spaß finden. Außerdem

kommt Adobe jetzt auch Webdesignern

entgegen: Formen lassen sich mit individuellen

runden Ecken erstellen und problemlos in einen

CSS-Code exportieren. Im Folgenden sehen Sie

die 10 wichtigsten Neuerungen von Photoshop

CC im Detail.

Selektiver Scharfzeichner

01

Eines der wichtigsten Features in Photoshop wurde rundum erneuert: der

selektive Scharfzeichner. Unter den Scharfzeichnungsfiltern zu finden, erstrahlt

er in einem neuen Design. Der Dialog ist nun skalierbar, sodass sich die Vorschau

ganz einfach vergrößern lässt. Viel wichtiger ist allerdings das, was sich

CS6

hinter dem Filter verbirgt – ein neuer Algorithmus verspricht deutlich bessere

Ergebnisse. Kurzum: schärfere Bilder mit deutlich weniger Rauschen.

Wer dennoch auf den alten Scharfzeichner zurückgreifen möchte, kann das

Häkchen Früheren Wert verwenden aktivieren, das nach einem Klick auf das

Zahnrädchen erscheint.

CC

bildbearbeiter 07/2013


Ratgeber

Creative Cloud & Photoshop CC

Wackelreduzierung

02

Ebenfalls im Menü der Scharfzeichner zu finden ist der neue Verwacklung

reduzieren-Filter. Verwackler entstehen, wenn die Kamera während der Aufnahme

bewegt wird. Bei langen Verschlusszeiten können diese Verwacklungen

besonders stark ausfallen. Bereits vor über einem Jahr hatte Adobe den

Filter vorgestellt und so manchen hoffen lassen, dass diese Funktion bereits

Bestandteil der CS6 sein würde. Als sich das Gegenteil herausstellte, war die

Enttäuschung bei vielen Anwendern groß. Umso erfreulicher ist es, dass Photoshop

CC nun mit diesem Feature glänzen kann. Adobe hat einen Algorithmus

entwickelt, der Verwacklungsspuren analysiert und anhand der gewonnen

Ergebnisse versucht, diese Fehler im Bild zu reduzieren. So lassen sich diese

Aufnahmen zumindest einmal ‚retten‘. Texte werden lesbar und Bilder erhalten

eine verblüffende Schärfe. Der Filter funktioniert natürlich nur, wenn der Fokus

des Bildes gesetzt wurde. Ein völlig unfokussiertes Bild wird auch nach der

Wacklerreduzierung unscharf bleiben.

vorher

nachher

Camera Raw als Filter

03

Endlich! Bisher war es nur sehr umständlich möglich, ein Bild oder sogar

eine Ebene in Camera Raw zu öffnen. Das gehört nun der Vergangenheit an,

denn Photoshop überrascht mit einem integrierten Camera Raw-Filter. Das

Ändern der Farbtemperatur, das Entfernen chromatischer Aberrationen, das

Korrigieren von perspektivischen Verzerrungen sowie die beliebten Regler

für Tiefen, Lichter und Klarheit lassen sich nun Photoshop-intern auf jede

beliebige Ebene anwenden. Der Camera Raw-Filter ist außerdem mit Smart-

Objekten kompatibel, sodass Änderungen nachträglich angepasst werden

können. Zudem überzeugt Camera Raw 8 mit neuen Funktionen, die nun

direkt aufgerufen werden können.

Camera Raw: Bereichsreparatur

3a

Der Bereichsreparatur-Pinsel ist bei Photoshop-Usern nicht mehr wegzudenken.

Auch in Camera Raw gibt es den Bereichsreparaturpinsel, der

einen Punkt durch einen anderen Punkt ersetzen kann. Das Arbeiten in

Camera Raw ist völlig non-destruktiv und wird dadurch oftmals bevorzugt.

Wollte man bisher einen länglichen Spot ausbessern, musste man

zunächst die Pinselgröße anpassen und den gesamten Bereich innerhalb

des Radius ersetzen. In Photoshop CC und Camera Raw 8 ist es nun

möglich, ganze Bereiche einfach mit dem Pinsel zu markieren. Wählen

Sie dafür den Bereichsreparatur-Pinsel innerhalb des Camera Raw-Dialoges

und markieren Sie den Bereich, der repariert werden soll. Camera

Raw bietet Ihnen automatisch eine ‚gesunde‘ Stelle an, die Sie allerdings

auch manuell verschieben können.

Camera Raw: Radial-Filter

3b

Wer den Verlaufsfilter in Camera Raw kennt, hat sich sicherlich schon öfters

darüber geärgert, dass er nur linear arbeiten kann. Mit dem Radial-Filter

können Sie nun auch eine runde oder elliptische Auswahl treffen und bekannte

Einstellungen wie Farbtemperatur, Belichtung, Kontrast und Klarheit

innerhalb oder außerhalb dieser Auswahl anpassen. Die Härte der Kante

lässt sich außerdem über den Regler Weiche Kante zusätzlich anpassen.

14 bildbearbeiter 07/2013


Ratgeber

Creative Cloud & Photoshop CC

Camera Raw: Aufrecht-Werkzeug

3c

Perspektivische Verzerrungen lassen sich in Camera Raw 8 und Photoshop

CC noch präziser und oftmals völlig automatisch korrigieren. Gehen

Sie dazu im Camera Raw-Filter zu den Objektivkorrekturen und wechseln Sie

zum Karteireiter Manuell. Dort können Sie eine Objektivkorrektur mit den

Reglern Verzerrung, Vertikal, Horizontal, Drehen, Skalieren und Seitenverhältnis

manuell einstellen. Spannender sind allerdings die automatischen Korrekturen.

Camera Raw bietet vier automatische Voreinstellungen. Das Icon

A steht für eine ausgewogene Perspektivkorrektur, bei der Photoshop

automatisch Tonwerte und Verzerrungen anpasst. Diese Option funktioniert

erstaunlich gut – allerdings nicht immer. Mit drei weiteren Optionen

können Sie entweder die Tonwerte, Tonwerte und vertikale Ansicht oder

Tonwerte, vertikale und horizontale Ansicht korrigieren und mit den manuellen

Einstellungen kombinieren.

vorher

3D für Alle

04

3D-Funktionen in Photoshop waren bislang nur den Besitzern einer Extended-

Version vorbehalten. In Photoshop CC ist 3D nun für alle Anwender verfügbar

– und das besser denn je. Die Engine rendert vor allem Live-Vorschauen

schneller und genauer. Spiegelungen, Glanzeffekte und Strukturen werden

besser dargestellt. Und auch das Malen auf 3D Objekten ist deutlich einfacher

und schneller geworden.

nachher

Upsampling

05

Unter Upsampling versteht man in der Bildbearbeitung das digitale

Vergrößern eines Bildes über seine Ursprungsgröße hinaus. Wenn mein

digitales Bild ein 20cm großes Quadrat ist, ich es aber auf ein 30cm großes

Papier drucken möchte, entsteht entweder ein 5cm großer Rand an

den Seiten, oder aber ich skaliere das Bild auf 30cm hoch –mache also

ein Upsampling. Unter normalen Umständen führt das zu verschmierten,

verpixelten und unscharfen Bildern. In Photoshop CC hat Adobe ein

intelligentes Upsampling integriert. Dafür wurde der Dialog Bildgröße,

der unter dem Menüpunkt Bild zu finden ist, neu gestaltet. Es gibt ein

Vorschaufenster, das sich skalieren lässt, und eine neue Option Details

erhalten (Vergrößerung) im Dropdown-Menü Neu berechnen. Ein zusätzlicher

Regler für die Rauschreduzierung wird eingeblendet. Natürlich ist

ein verlustfreies Hochskalieren nicht möglich, dennoch schafft es Photoshop

CC, Details und Schärfe weitestgehend zu erhalten, ohne Bildrauschen

hinzuzufügen.

CS6

CC

bildbearbeiter 07/2013

15


Ratgeber

Creative Cloud & Photoshop CC

Abgerundete Ecken bei Formen

06

Bis jetzt war es in Photoshop nur möglich, den Eckradius von Rechtecken

ausschließlich vor dem Erstellen zu definieren. Das führte nicht selten zu

Trial-and-Error-Aktionen. Photoshop CC erlaubt Ihnen nicht nur den Radius

im Nachhinein zu modifizieren, sondern es lässt Sie jede Ecke individuell

abrunden. Der entsprechende CSS-formatierte Text wird automatisch eingeblendet

und ist für Webdesigner ein nützliches Hilfsmittel. Weiterhin

lassen sich nun auch mehrere Formen gleichzeitig auswählen. So können

Farben, Konturoptionen, Linienverbindungen und Eckradien bei mehreren

Formen gleichzeitig editiert werden. Die Höhe und Größe eines abgerundeten

Rechteckes kann ebenfalls durch manuelle Eingabe oder durch das

Ziehen der Maus reguliert werden, ohne dabei den Eckradius zu verändern.

Bedingte Aktionen

07

Es gibt sensationelle Neuigkeiten für Liebhaber von Photoshop-Aktionen.

Unter Photoshop CC gibt es erstmalig bedingte Aktionen, sprich Aktionen,

die nur unter bestimmten Bedingungen abgespielt oder eben nicht abgespielt

werden. Wer bisher beim Erstellen einer Aktion daran gescheitert ist,

dass ein Bild zum Beispiel nicht im Querformat war, kann nun durch das

Hinzufügen einer Bedingung genau so eine Situation abfangen und kontrollieren.

Das funktioniert ungefähr so: „Wenn das Dokument im Querformat

vorliegt, dann spiele Aktion 1 ab, wenn nicht, spiele Aktion 2 ab“. Insgesamt

gibt es 24 vordefinierte Bedingungen, darunter Dokument liegt im Querformat

vor, Dokument ist RGB, Dokument enthält Ebenen, Ebene ist sichtbar und Ebene

enthält Effekte. Damit wird das Arbeiten in Photoshop, gerade bei Routineaufgaben,

noch schneller und effektiver.

Ebenen isolieren

08

Seit CS6 besteht die Möglichkeit, bestimmte Ebenen in der Ebenenpalette

zu filtern, wie beispielsweise Pixel-, Text- oder Formebenen, Ebenen

mit bestimmten Effekten, Namen oder Attributen. Das macht ein

Arbeiten bei ebenenreichen Projekten sehr viel angenehmer und übersichtlicher.

Wenn Sie zum Beispiel alle Texte eines Dokumentes ändern

müssen, reicht es, auf das Textebenen filtern-Icon zu klicken und die daraufhin

angezeigten Ebenen abzuarbeiten. Wer allerdings unterschiedliche

Ebenen filtern wollte, kam früher nur über Umwege zum Ergebnis.

In Photoshop CC gibt es nun die Möglichkeit, ausgewählte Ebenen zu

filtern. Wählen Sie dafür die gewünschten Ebenen aus und setzen Sie

den Filtertyp auf Ausgewählt.

Schriften

09

Typografie ist eine Wissenschaft für sich. Lange war das Formatieren von

Texten in Photoshop tabu und wurde selbst bei geringen Textmengen

Satzprogrammen wie InDesign überlassen. Der Grund: Photoshop konnte

Texte nicht richtig handhaben, so waren zum Beispiel die Unterschneidungen

nicht optimal. Weiterhin waren Texte in Photoshop immer für sich

stehende Elemente, die man einzeln anfassen musste, um sie zu bearbeiten.

Spätestens seitdem es Absatz- und Zeichenformate in Photoshop gibt,

macht es Spaß, Texte zu gestalten. In Photoshop CC können Sie nun Textformatierungen

als Vorgaben speichern und per Mausklick aufrufen. Außerdem

zeigt Ihnen eine Option (ähnlich dem Anti-Aliasing auf Ihrem Mac

oder PC) nun Schriften an, wie sie später im Web aussehen werden.

16 bildbearbeiter 07/2013


Ratgeber

Creative Cloud & Photoshop CC

Workflow-Optimierung

10

Eigentlich sind es aber die kleinen Neuerungen, die Routineaufgaben einfacher gestalten

und den Workflow in Photoshop optimieren. So können Sie nun eine Auswahl auf

einen Dokumenten-Tab ziehen und somit direkt in das entsprechende Dokument auf

einer neuen Ebene einfügen. Pfade lassen sich jetzt bereits während des Erstellens mit

der Leertaste oder nachträglich mit den Pfeiltasten verschieben. Und Bilder im PNG-

Format unterstützen nun ICC-Profile.

Fazit:

Die Frage, die man sich zuletzt stellen muss:

Lohnt sich der Umstieg auf CC? Die Antwort darauf

kann nur jeder für sich treffen. Auf lange Sicht,

führt wohl kein Weg an der Cloud vorbei. Sicher

ist aber, dass Abonnenten der Creative Cloud immer

auf dem neusten Stand sein werden. Künftige

neue Features wären somit immer direkt

zugänglich. Die zusätzlichen Features im Komplett-Abo

sind ebenfalls verlockend: Neben

den klassischen Programmen wie Photoshop,

Illustrator und InDesign können auch Lightroom

und Acrobat Pro genutzt werden, die Kreativplattform

Behance, alle Edge-Tools und sonstige

Dienste wie Business Catalyst, Story Plus und die

Digital Publishing Suite. Hinzu kommt der Cloud-

Speicher von 20GB, der sich auf bis zu 100GB upgraden

lässt. CS5-Nutzer, die vielleicht mit einer

neuen Kamera Raw-Bilder schießen, werden Camera

Raw 8 herzlichst willkommen heißen. CS6

Nutzer, die auf Photoshops neue Funktionen und

die eben genannten Features verzichten können,

werden aber sicherlich bis zum nächsten Release

warten können. Wer sich nicht sicher ist, sollte die

Creative Cloud kostenlos für 30 Tage abonnieren

und selber herausfinden, ob er ohne sie noch

weiterarbeiten möchte.

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Porträt

Julie de Waroquier

Haunting fears © Julie de Waroquier

Julie de Waroquier

- wie Zuckerwatte und Bonbons

http://www.juliedewaroquier.com/

Fotografien, die auf den ersten Blick an Bonbons und Zuckerwatte

erinnern, auf den zweiten Blick jedoch eine tiefgründige Botschaft

offenbaren – eine Spezialität der Französin Julie de Waroquier.

18 bildbearbeiter 07/2013


Porträt

Julie de Waroquier

Erst vor etwa fünf Jahren fand die 23-jährige Französin Julie de Waroquier

zur Fotografie, wobei sie schon von Kindesbeinen an eine ausgeprägte

Affinität zur Kunst hatte. Sie versuchte sich auf unterschiedliche Art

und Weise auszudrücken, doch die Fotografie entpuppte sich als ideales

Medium, um ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Die Studentin der Philosophie

steht momentan vor ihren letzten Examensprüfungen und wollte

dann eigentlich als Lehrerin arbeiten. Doch ob sich ihr ursprünglicher Lebensplan

erfüllt, wird sich noch herausstellen, denn mittlerweile hat die

junge Frau einige kreative Wettbewerbe gewonnen und ihre Arbeiten in

diversen Ausstellungen präsentieren können. Wo sie ihr Weg noch hinführen

wird, steht also noch in den Sternen.

Von naiv zu feminin-fantastisch

Im Alter von 18 Jahren begann de Waroquier zu fotografieren. Als Autodidaktin

erlernte sie die Fotografie-Techniken „durch Experimentieren, Fehler

machen und daraus lernen“, wie sie uns erzählt. Natürlich halfen ihr auch

Workshops im Internet und in Magazinen dabei, das Medium Fotografie

schrittweise zu erobern und sich nach und nach weiterzuentwickeln. Aktuell

fotografiert sie mit einer Nikon D700 und einem 50 mm f/1.4 Objektiv.

Für die anschließende Postproduktion verwendete sie jahrelang ausschließlich

das kostenlose Bildbearbeitungsprogramm Gimp und wechselte

vor etwa einem Jahr zu Photoshop CS5: „Ich kann mit beiden Programmen

fast die identische Nachbearbeitung durchführen. Allerdings

muss ich ehrlicherweise zugeben, dass Photoshop gegenüber Gimp doch

einige Vorteile aufzuweisen hat. Deshalb verwende ich mittlerweile fast

nur noch Photoshop“, erklärt sie uns. Für ihren sehr soften und femininen

Look verwendet sie einige ausgewählte Techniken: „Ich liebe die Einstellungsebene

Gradationskurven. Ich spiele buchstäblich mit den RGB-Kurven,

um sanfte Farben zu erhalten. Für ‚verträumte‘ Farbtöne eignet sich ebenfalls

die selektive Farbkorrektur. Außerdem verwende ich gerne verschiedene

Pinselspitzen, mit deren Hilfe ich Lichtakzente direkt in meine Fotografien

malen kann. Meisten benutze ich dazu einen weichen Pinsel und verstärke

bildbearbeiter 07/2013

19


Porträt

Julie de Waroquier

20 bildbearbeiter 07/2013


Porträt

Julie de Waroquier

Abysses © Julie de Waroquier

und akzentuiere bereits vorhandenes Licht“. Des Weiteren wendet sie den

Trick der Mehrfachbelichtung an, indem sie während eines Shootings eine

Bilderserie aus der gleichen Perspektive, aber mit unterschiedlichen Posen

des Models, aufnimmt und anschließend mithilfe von Photoshop zu einer

Aufnahme kombiniert. Diese Technik ermöglicht es ihr, teilweise surreale

Vorstellungen und Ideen umzusetzen. Auch Photomerge gehört zu

ihren favorisierten Werkzeugen. Mit Datei>Automatisieren>Photomerge

kann die Künstlerin ihre Aufnahmen erweitern und so bearbeiten, wie

sie es möchte.

Ein Fotoshooting dauert in der Regel nicht länger als eine halbe Stunde.

Meist hat de Waroquier bereits ein konkretes Motiv vor Augen, bevor sie

anfängt zu fotografieren. Die Retusche und anschließende Bearbeitung

nimmt vergleichsweise deutlich mehr Zeit in Anspruch. Mit den Bildern

erschafft sie ihre eigenen Geschichten und hat auch immer eine ganz bestimmte

Intention, die sie gezielt vermitteln möchte: „Ich kreiere meine

eigenen Geschichten und somit auch meinen eigenen Stil, ich bilde nicht

einfach meine Umgebung ab. Mich interessiert die menschliche Seele und

ich versuche, das Unsichtbare, das Innere darzustellen und zu verbildlichen.

Ich möchte die Betrachter meiner Bilder gar nicht zum Träumen

bringen, auch wenn meine Bilder auf den ersten Blick so wirken. Vielmehr

versuche ich durch meine Konzepte bei dem Betrachter eine Reflexion

und kritische Sichtweise auf sich selbst, zu provozieren“, wie sie

uns ihr Anliegen und ihre Ziele erklärt. Diese ernsten Intentionen spiegeln

sich auch in ihrem individuellen Bildstil wider. Im Laufe der Jahre hat sie

die farbenfrohe Naivität, wie sie selber festgestellt hat, abgestreift und

kreiert mittlerweile wesentlich komplexere und fantastischere Kompositionen,

die trotzdem noch einen natürlich wirkenden Look aufweisen.

Lieblingstechniken

Solipsism© Julie de Waroquier

1. Einstellungsebene Gradationskurven

Ich spiele buchstäblich mit den RGB-Kurven, um sanfte Farben zu erhalten.

2. Einstellungsebene Selektive Farbkorrektur

Die Selektive Farbkorrektur ist das perfekte Tool, um verträumte, sanfte Farbtöne

zu kreieren.

3. Pinselspitzen

Mit unterschiedlichen Pinselspitzen verstärke und akzentuiere ich bereits vorhandenes

Licht in meinen Fotografien oder zeichne zusätzliche sanfte Lichtquellen

hinein.

4. Mehrfachbelichtung

Ich nehme während eines Shootings eine Bilderserie auf und kombiniere die

einzelnen Aufnahmen in Photoshop miteinander. So entstehen meine surrealen

Bildkonzepte.

5. Photomerge

Mit dieser Funktion kann ich meine Aufnahmen links und rechts erweitern

und nach Belieben bearbeiten.

bildbearbeiter 07/2013

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Porträt

Julie de Waroquier

Ideenfindung

Die Ideen für ihre Kompositionen und Fotomanipulationen ereilen

sie meistens ganz spontan und unverhofft. Sie geht ganz

bewusst mit sensibilisierten Sinnen durch die Welt und lässt sich

von allem inspirieren, was sie schmeckt, fühlt, hört und riecht.

Aber auch Bücher, Erinnerungen und Geschichten treiben ihre

Vorstellungskraft an: „Alle Eindrücke vermischen sich in meinem

Geist, und das Unterbewusstsein entwickelt daraus ein Konzept.

Ich weiß, das hört sich jetzt mysteriös an, aber so in etwa funktioniert

die Magie der Kunst.“ Wenn ein einzelnes Bild nicht reicht,

um ihre Intention auszudrücken, kreiert sie auch Serien von Bildern,

um ihre Botschaft zu transportieren.

Erfolgreiches Publishing

„Ich habe meine Arbeiten schon immer in verschiedenen sozialen

Netzwerken und diversen Künstler-Communities online gestellt

und so die erste Aufmerksamkeit auf meine Arbeiten lenken

können. Außerdem ist die Kritik, die man dort erhält, meist

sehr konstruktiv und hilft dabei, sich weiterzuentwickeln“, lobt

sie die Möglichkeiten der Online-Welt. Außerdem hat die junge

Französin an vielen kreativen Wettbewerben teilgenommen,

teilweise auch recht erfolgreich, und konnte ihre Fotografien und

Fotomanipulationen auch auf diesem Weg bekannter machen.

Die allerbeste Werbung, die man sich als Künstler allerdings

wünschen kann, „ist die positive Mund-zu-Mund-Propaganda“,

durch die sie die meisten ihrer Auftragsarbeiten an Land ziehen

konnte. Grundlage für eine reibungslose Zusammenarbeit und

eine gelungene Umsetzung eines Auftrags sind in ihren Augen

eine ausführliche Besprechung und eine intensive Interaktion

mit dem Kunden. Aufträge stellen immer eine große Herausforderung

dar, denn die Auswahl der Models und der perfekten Location

müssen auch dem Auftraggeber gefallen. „Allerdings“, so

sagt sie, „lerne ich durch die unterschiedlichen Anforderungen

bei Aufträgen jedes Mal etwas Neues dazu und profitiere davon.“

Aktuelle Projekte

Aktuell hat die Künstlerin zwei neue Serien fertiggestellt und

auf ihrer Homepage veröffentlicht. Die Serie ‚Strangers‘ soll

den ersten Kontakt zwischen zwei Lebewesen darstellen,

indem symbolisch die Verflechtung des Menschen mit der

wilden Natur gezeigt wird. Die zweite Serie hat sie ‚Solipsism’

genannt und stellt Menschen dar, die in Seifenblasen

schweben. Mit diesen Bildern verbildlicht sie „die fundamentale

Einsamkeit des menschlichen Bewusstseins“. Aus dieser

Reihe stammt auch ihr aktuelles Lieblingsbild, das ebenfalls

‚Solipsism‘ heißt und welches wir Ihnen auf diesen Seiten zeigen.

Mit diesen beiden Bildserien untermauert sie auch ihre

Lebensphilosophie: „Fotografie und Philosophie ergänzen

sich perfekt in meinem Leben. Diese beiden Dimensionen

brauche ich als Ausgleich zu meinem Alltag.“ Außerdem trifft

sich de Waroquier mit ihren Freunden und ihrer Familie, um

ausgiebig relaxen zu können.

Nun bleibt uns nur noch, ihr weiterhin viel Erfolg zu wünschen

und genussvoll in die ganz eigene Bilderwelt der

Künstlerin einzutauchen.

22 bildbearbeiter 07/2013

von Dragana Mimić

The violence behind © Julie de Waroquier

Discipline © Julie de Waroquier


Porträt

Julie de Waroquier

bildbearbeiter 07/2013

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Killer-Tipps zu Retusche,

Freistellen & Composing

Auf den nächsten zehn Seiten verraten wir Ihnen in diesem Praxis-Ratgeber mehr als

20 Tipps zu den Themen Beautyretusche, Freistellen, Auswahlen und Composing.

Zu den beliebtesten Disziplinen eines jeden Bildbearbeiters gehören

wohl ohne Frage die Beautyretusche, das Freistellen sowie das Gestalten

von Composings. Dabei gibt es weitere Techniken, die einfach jeder

Photoshopper beherrschen sollte. Auf den folgenden Seiten zeigen wir Ihnen

anhand zahlreicher Praxisbeispiele, mit welchen Techniken Sie diese

Disziplinen schnell und einfach meistern können.

bildbearbeiter 07/2013


Eine Beautyretusche hat sicherlich fast jeder Photoshop-User einmal durchgeführt,

egal ob Einsteiger oder fortgeschrittener Bildbearbeiter. Ein Pickelchen

hier, eine Falte dort – bei einem Porträt gibt es eigentlich immer etwas

zu verbessern. Jedoch sollte man es hierbei nicht übertreiben. Welche Techniken

sich für eine natürliche Beautyretusche am besten eignen, zeigt Ihnen

unsere Expertin Dragana Mimić. Es gibt unzählige Methoden, um Hautunreinheiten

zu entfernen, die Haut zu glätten oder auch Zähne und Augen zu

weißen. Wir stellen Ihnen einige einfache Methoden vor, mit denen Sie innerhalb

weniger Minuten ein gutes Ergebnis erzielen und allein durch Veränderungen

von Kleinigkeiten jedes Bild zu einem Hingucker machen können.

Das Freistellen gehört zu den wichtigsten Aufgaben beim Erstellen eines

Composings oder einer Bildmontage. Meist geht es um eine Person, einen

Gegenstand, einen Himmel oder eine Landschaft, der/die in eine neue Umgebung

montiert werden soll. Dabei gibt es unterschiedliche Methoden, um

zum Ziel zu gelangen - wobei sich je nach Aufgabenstellung entweder die

eine oder die andere Methode besser eignet. Wichtig ist dabei: Es sollte

schnell gehen und die Freistellung hinterher nicht als solche erkennbar sein.

Daher ist sauberes Arbeiten Pflicht. Unsere Expertin Nicole Kusza verrät Ihnen

hier die wichtigsten Freistellungstechniken, mit denen Sie zukünftig so

gut wie jede Situation meistern werden.

Das Gestalten von Composings ist eine der Königsdisziplinen des Photoshoppens.

Selbst Profis stoßen hier manchmal an ihre Grenzen. Das Schwierige

daran ist, die einzelnen Elemente so miteinander zu verschmelzen, dass

man ein realistisches Ergebnis erhält. Dabei können insbesondere Einsteigern

auf diesem Gebiet schnell mal ein paar Fehler unterlaufen. Worauf Sie

bei dem Gestalten eines Composings unbedingt achten sollten und wie Sie

Fehler bei Perspektive, Farb- und Lichtgebung sowie Schattenwurf vermeiden

können, zeigen wir Ihnen anhand zweier Beispiele der Digital-Künstler

Pavel Kaplun und Josh Dykgraaf.

von Nicole Kusza und Dragana Mimić

bildbearbeiter 07/2013

25


Ratgeber

Killer-Tipps

Beautyretusche

Es gibt unzählige Methoden, um Hautunreinheiten zu entfernen, die Haut

zu glätten oder auch Zähne und Augen zu weißen. Wir stellen Ihnen einige

einfache Methoden vor, mit denen Sie innerhalb weniger Minuten ein

gutes Ergebnis erzielen und allein durch Veränderungen von Kleinigkeiten

jedes Bild zu einem Hingucker machen können.

01

Unreinheiten entfernen

Das Ausbessern-Werkzeug eignet sich besonders gut, um größere Hautpartien

zu bearbeiten. Stellen Sie dabei jedoch sicher, dass Sie es immer auf

eine Hautpartie ziehen, die der auszutauschenden ähnelt. Das Werkzeug

ist in der Lage, die Struktur, Schattierung, Beleuchtung und Transparenz

der umliegenden Pixel zu berücksichtigen und den zu retuschierenden

Bereich entsprechend anzupassen. Ein Nachteil ist jedoch, dass man nicht

Ebenen übergreifend arbeiten kann, sondern auf einer kompletten Ebenenkopie

ans Werk gehen muss.

Details ausbessern

02

Kleine Hautunreinheiten und störende Details wie Pickelchen, Muttermale

oder fliegende Haare können Sie mit dem Bereichsreparatur-Pinsel ausbessern.

Erstellen Sie zunächst eine neue Ebene und klicken Sie auf die

zu bearbeitende Stelle. Passen Sie die Pinselgröße an die zu bearbeitende

Stelle an. Achten Sie darauf, dass die Option Aufnehmen auf Alle Ebenen

eingestellt ist. Photoshop berechnet einen Durchschnittswert aus den umliegenden

Pixeln und erzeugt so schnell und simpel ein reines Hautbild.

Diese Methode ist allerdings nicht für größere Bereiche geeignet. Wo starke

Helligkeitsunterschiede auftreten, leistet das Kopierstempel-Werkzeug

allerdings bessere Dienste. Auch hier wenden Sie das Werkzeug auf einer

eigenen Ebene mit der Option Alle Ebenen an.

03 Haut glätten

04 Kleine Fältchen retuschieren

Wählen Sie Filter>Weichzeichnungsfilter>Matter machen und stellen Sie beide

Werte auf etwa 20 ein. Dieser Filter behält im Gegensatz zum Gaußschen

Weichzeichner die Kanten bei. Erstellen Sie im folgenden Schritt eine Maske

und zeichnen Sie mit einem weichen Pinsel und 30 % Deckkraft die Hautareale

ein, die Sie glätten möchten. Mit der Ebenendeckkraft können Sie den

Effekt regulieren. Wenn Sie außerdem noch größere Glanzbereiche entfernen

Kleinere Fältchen, wie beispielsweise im Augenbereich, lassen sich prima

mit dem Ausbessern-Werkzeug kaschieren. Treffen Sie eine Auswahl um die

betroffene Stelle. In der Optionsleiste sollte der Modus Normal ausgewählt

und der Button Quelle aktiviert sein. Nun können Sie die Auswahl bei gedrückter

Maustaste auf ähnliche Hautbereiche ziehen. Den Effekt können

Sie abschwächen, indem Sie die Deckkraft der Ebene senken.

möchten, dann können Sie dies mit einem weichen mittelgroßen Pin-

sel im Modus Abdunkeln und einer geringen Deckkraft von 10 % erreichen.

Nehmen Sie bei gedrückter ALT-Taste und einem Mausklick Pixel aus der

Umgebung des Glanzes auf und malen mit dem Pinsel behutsam über die

Glanzbereiche. Nehmen Sie immer wieder neue Pixel auf.

26 bildbearbeiter 07/2013


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Ratgeber

Killer-Tipps

Tiefe Falten ausbessern

05

Tiefere Falten lassen sich ebenfalls mit dem Ausbessern-Werkzeug kaschieren.

Eine weitere Möglichkeit ist es, die Falten mit einem Pinsel behutsam

zu übermalen und so die Faltentiefe abzumildern. Hierfür erstellen Sie zunächst

eine neue, leere Ebene und wählen einen kleinen Pinsel mit geringer

Deckkraft (10 %) aus. Bei gedrückter CMD/ALT-Taste wird der Pinsel zur

Pipette, mit der Sie Farbe aufnehmen können. Mit dem Pinsel malen Sie

nun über die tiefen Falten und picken immer wieder neue Farbe aus angrenzenden

Bereichen auf. Damit es nicht wie gemalt aussieht, wenden Sie

im nächsten Schritt Filter>Rauschfilter>Rauschen hinzufügen mit der Stärke:

9, Verteilung: Gleichmäßig, Monochromatisch: aktiv an. Im Anschluss wenden

Sie noch den Gaußschen Weichzeichner mit einem Radius von 0,5 Pxl

an. Mithilfe der Ebenendeckkraft können Sie den Effekt noch anpassen.

Modellieren

06

Mithilfe des Verflüssigen-Filters kann man beispielsweise ganz schnell ein

paar Kilos wegretuschieren oder auch eine schiefe Nase begradigen. Duplizieren

Sie zunächst die Ebene und setzen Sie diese mit dem Kommando

CMD/STRG+UMSCHALT+X in den Filter ein. Mit einem großen Pinsel können

Sie nun die Stellen bearbeiten, die Sie etwas schmaler gestalten möchten.

Verwenden Sie den Verflüssigen-Filter aber bitte immer mit Bedacht,

sonst kann der Effekt schnell unnatürlich wirken.

vorher

07

Augen aufhellen

Zoomen Sie das Auge zunächst heran. Mit einem Pinsel mit 90 % Härte und

100 % Deckkraft können Sie über das Weiß des Augapfels malen. Dies ist

zwar die einfachste Methode, das Ergebnis kann aber schnell unnatürlich

wirken. Eine weitere Möglichkeit ist, die inneren Weißbereiche des Auges

mithilfe einer Gradationskurven-Ebene aufzuhellen. Stellen Sie die Kurve

so ein, dass das gesamte Bild etwas aufgehellt wird. Mittels einer Maske

können Sie die helleren Bereiche nun in den Augapfel hineinmalen. Um

einzelne Venen zu überdecken, legen Sie eine neue Ebene an. Mit dem

Kopierstempel-Werkzeug im Modus Aufhellen und der Option Aufnehmen

Alle Ebenen wählen Sie per ALT-Taste und Mausklick immer wieder Aufnahmepunkte

neben den Venen aus und überzeichnen diese.

Zähne aufhellen

08

Fügen Sie eine Gradationskurven-Einstellungsebene hinzu, heben Sie die

Lichter etwas an und dunklen Sie gleichzeitig die Tiefen etwas ab. Wählen

Sie aus dem Dropdown-Menü die Farbe Blau aus und heben Sie die Kurve

etwas an, um den Gelbanteil abzusenken. Wählen Sie dann die Ebenenmaske

aus, invertieren Sie diese mit CMD/STRG+I und malen Sie mit einem

weichen Pinsel die Zähne wieder ein. TIPP: Das Aufhellen von Augen und

Zähnen kann schnell unnatürlich wirken, wenn Sie das Weiß zu stark aufhellen.

Achten Sie deshalb darauf, die Farben zu neutralisieren oder die

Farbsättigung zu verringern.


Ratgeber

Killer-Tipps

Auswahlen und Freistellen

Das Freistellen gehört zu den wichtigsten Aufgaben beim Erstellen eines

Composings oder einer Bildmontage. Meist geht es um eine Person, einen

Gegenstand, einen Himmel oder eine Landschaft, der/die in eine neue Umgebung

montiert werden soll. Je nach Projekt und Aufgabenstellung muss

man sich aber für eine Möglichkeit entscheiden – nur schnell und effizient

sollte sie sein. Im Folgenden zeigen wir Ihnen einige Methoden, mit denen

Sie nahezu jede Situation meistern können.

Schnellauswahl-Werkzeug

01

Diese Auswahlmethode ist seit Photoshop CS3 fester Bestandteil der Werkzeugpalette.

Gearbeitet wird bei dem Schnellauswahl-Werkzeug mit einer

Pinselspitze, deren Größe, Härte, Abstand, Winkel und Rundheit individuell

eingestellt werden können. Fährt man mit dieser Pinselspitze über die Bereiche,

die ausgewählt werden sollen, unterscheidet Photoshop Kontraste

und Farbbereiche und macht so die entsprechenden Auswahlkanten ausfindig.

Haben Sie dabei einen unerwünschten Bereich ausgewählt, halten

Sie OPT/ALT gedrückt und fahren Sie über den betroffenen Auswahlbereich,

um ihn aus der Auswahl wieder zu entfernen. Unser Tipp: Beginnen

Sie mit einer großen Pinselspitze und erstellen Sie zunächst eine grobe

Auswahl. Anschließend gehen Sie mit einer kleinen Pinselspitze ins Detail.

Farbbereich

02

Die Funktion Farbbereich eignet sich am besten für Bilder, die einen hohen

Farbkontrast ausweisen, da sie eine Auswahl erstellt, die auf ähnlichen Farben

basiert. Rufen Sie Auswahl>Farbbereich auf. Wir empfehlen Ihnen im

sich öffnenden Dialogfenster unter Auswahlvorschau Graustufen auszuwählen,

da Sie so die getätigte Auswahl am besten überprüfen können. Klicken

Sie nun mit der Pipette in den Bereich des Bildes, den Sie auswählen

möchten, um dort die Farbe aufzunehmen. Über den Toleranz-Regler können

Sie die Auswahl anschließend feinjustieren. Unser Tipp: Beginnen Sie

mit einem hohen Toleranzwert. Nehmen Sie nach und nach mit der Pipette

Hinzufügen zusätzliche Farben auf und reduzieren Sie gleichzeitig Schritt

für Schritt die Toleranz.

Kanäle

03

Auswahlen über Kanäle zu erstellen, ist eine der präzisesten und professionellsten

Methoden. Diese Technik eignet sich besonders für fliegende

Haare, Pelz und Laubbäume. Die Vorgehensweise ist wie folgt: Wählen Sie

in der Kanälepalette den Kanal aus, der den größten Kontrast zwischen Objekt

und Hintergrund aufweist. Duplizieren Sie den Kanal und erhöhen Sie

über die Gradationskurven oder die Tonwertkorrektur den Kontrast. CMD/

STRG-klicken Sie dann die Miniatur des Kanals, um die Auswahl zu generieren.

Kehren Sie nun in die Ebenenpalette zurück und entfernen Sie die

Auswahl in Ihrem Bild über ENTF. Falls gewünscht, kehren Sie die Auswahl

zuvor über CMD/STRG+UMSCHALT+I um.

Zeichenstift

04

Wenn Sie eine sehr präzise Auswahl von einem besonders kurvigen Objekt

benötigen, empfehlen wir immer den Zeichenstift. Wählen Sie dazu den

Zeichenstift aus, wählen Sie in der Optionsleiste die Option Pfade und setzen

Sie einen Haken bei Gummiband, um die mit dem Zeichenstift gezogenen

Linien sehen und so den Pfad von einem gesetzten Punkt zum nächsten

verfolgen zu können. Klicken Sie einmal, um den ersten Ankerpunkt

festzulegen. Klicken und ziehen Sie dann, um mit dem nächsten Punkt eine

Kurve zu erzeugen, die flexibler ist als starre Linien. Halten Sie CMD/STRG

und klicken Sie auf den Punkt, um ihn zu verschieben.

28 bildbearbeiter 07/2013


Ratgeber

Killer-Tipps

Die Lasso-Werkzeuge

05

Ein absoluter Dauerbrenner sind die Lasso-Werkzeuge, zu denen das ursprüngliche

Lasso-Werkzeug, das Polygon-Lasso-Werkzeug und das Magnetisches-Lasso-Werkzeug

gehören. Diese Werkzeuge eignen sich am besten,

wenn ein Objekt mit klar erkennbaren Kanten freigestellt werden soll. Wie der

Name schon sagt, richten sich die Auswahllinien, sobald man mit dem Magnetischen-Lasso-Werkzeug

an den freizustellenden Objektkanten entlang

fährt, automatisch am Objekt aus. Um noch genauer zu arbeiten, können Sie

per Mausklick zwischendurch selber Punkte setzen. Da dieses Tool jedoch oftmals

sehr ungenau arbeitet, ist in den meisten Fällen eine nachträgliche Optimierung

der Auswahl vonnöten. Mit dem Lasso-Werkzeug hingegen arbeitet

man freihändig, nahezu wie mit einem Bleistift auf Papier. So ist es möglich,

exakter zu arbeiten. Fahren Sie mit dem Werkzeug einfach um die Bereiche

herum, die Sie auswählen möchten. Halten Sie UMSCHALT gedrückt, lassen

sich Bereiche hinzufügen, mit gedrückter ALT-Taste hingegen werden Bereiche

wieder entfernt. Mit der ALT-Taste lässt sich das Lasso-Werkzeug zudem auch

in das Polygon-Lasso-Werkzeug ‚verwandeln‘. Hier gehen Sie wie folgt vor: Suchen

Sie sich einen Startpunkt, klicken diesen mit gedrückter Maustaste an,

betätigen die ALT-Taste und lassen die Maustaste wieder los. Das Mauszeichen

verändert sich dann zum Polygon-Werkzeug. Dies bedeutet, dass Sie nun gerade

Linien ziehen können mit beliebig vielen Zwischenstopps. Achtung: Bei

der Arbeit mit dem Lasso-Werkzeug ist es zwingend notwendig, mit einem

Grafiktablett zu arbeiten, da einem ansonsten schnell die Lust am Freistellen

vergehen würde. Wollen Sie ein Objekt mit geraden Kanten freistellen, eignet

sich aus dieser Werkzeugfamilie am besten das Polygon-Lasso, denn dieses

Werkzeug agiert quasi genau anders herum als das Lasso-Werkzeug. Denn sobald

Sie mit der Maus in das Bild klicken und somit den Startpunkt festgelegt

haben, können Sie gerade Linien mit Zwischenstopps ziehen. Wenn Sie hierbei

nun ALT gedrückt halten und zeichnen, erscheint wieder das Lasso-Werkzeug,

und Sie haben die Möglichkeit, erneut freihand weiter zu arbeiten. Schön ist

auch, dass sich mit dem Polygon-Lasso-Werkzeug senkrechte und waagerechte

oder 45°-Linien ziehen lassen, indem Sie UMSCHALT gedrückt halten.

Kante verbessern

Der Dialog Kante verbessern lässt sich neben der üblichen Auswahl über

das Photoshop-Menü auch über den entsprechenden Button in der Optionsleiste

öffnen. Das Dialogfenster selbst ist in vier Kategorien unterteilt:

Ansichtsmodus, Kantenerkennung, Kante anpassen und Ausgabe. Über den

Ansichtsmodus lässt sich beispielsweise einstellen, ob der Freisteller auf

weißem oder schwarzem Hintergrund dargestellt wird. Die Kantenerkennung

enthält einen Regler für den Radius. Über diesen lässt sich regulieren, wie

weit von den Auswahlkanten entfernt Photoshop die Pixel ‚liest‘, um die

Kanten exakter festzulegen. Je höher der Radius, desto weicher die Kante.

Wenn Sie einen Wert für den Radius gewählt haben, fahren Sie im Bild über

die Auswahlkanten, um die Kantenerkennung anzuwenden. So wird bei

einem hohen Radius zum Beispiel sehr feines Haar erkannt. Mit den Reglern

im Bereich Kante anpassen lässt sich die Auswahl ebenfalls verfeinern.

Im letzten Bereich Ausgabe bestimmen Sie, was mit der fertigen Auswahl

passiert. Am besten arbeiten Sie sich von oben nach unten durch das Dialogfenster

und optimieren so die Auswahl für ein bestmögliches Ergebnis.

Übrigens: Dank des optimierten Kante verbessern-Dialogs, den Adobe mit

Photoshop CS5 eingeführt hat, werden präzise Auswahlen in vielen Fällen

nahezu überflüssig: Einfach eine schnelle Auswahl mit dem Schnellauswahl-Werkzeug,

Zauberstab oder Lasso treffen und anschließend mithilfe

des Dialogs optimieren – fertig.

Smart-Radius

Bei aktiviertem Smart-Radius evaluiert Photoshop den Radius harter und

weicher Kanten separat. So wird in den meisten Fällen eine bessere Auswahl

erstellt, als wenn die Funktion deaktiviert ist und alle Kanten gleich

behandelt werden.

Kante verschieben

Wenn Ihre Auswahl noch einen kleinen Bereich des Hintergrunds mit einschließen

soll, schieben Sie diesen Regler nach links, um die Auswahlkanten weiter nach innen

zu verschieben und somit ein wenig zu verkleinern.

Farben dekontaminieren

Mit dieser Funktion lassen sich unerwünschte Farbsäume am Freisteller verhindern.

Weil Photoshop hier tatsächlich die eigentliche Farbe der Pixel verändert,

muss eine neue Ebene erstellt werden. Unter Ausgabe an stehen Ihnen bei Farben

dekontaminieren aktiv nur noch begrenzte Optionen zur Verfügung.

bildbearbeiter 07/2013

29


01

02

Composing

Das Gestalten von Composings ist eine der Königsdisziplinen des Photoshoppens.

Selbst Profis stoßen hier manchmal an ihre Grenzen. Das

Schwierige daran ist, die einzelnen Elemente so miteinander zu verschmelzen,

dass man ein realistisches Ergebnis erhält. Dabei können

insbesondere Einsteigern auf diesem Gebiet schnell mal ein paar Fehler

unterlaufen. Worauf Sie bei dem Gestalten eines Composings unbedingt

achten sollten und wie Sie Fehler bei Perspektive, Farb- und Lichtgebung

sowie Schattenwurf vermeiden können, zeigen wir Ihnen anhand

zweier Beispiele der Digital-Künstler Pavel Kaplun und Josh Dykgraaf.

Bildqualität und hochwertiges Material

01

Fotografieren Sie alle Bildelemente immer in der höchstmöglichen Auflösung,

sodass sie keine Details verlieren, wenn sie in ein anderes Bild integriert

werden. Achten Sie unbedingt darauf, dass die Fotos weder über- noch

unterbelichtet sind, und fotografieren Sie diese stets im RAW-Format. So

können Sie Ihre Bilder anschließend mithilfe von Camera Raw optimieren.

Unser Tipp, falls doch mal kein hochwertiges Ausgangsmaterial vorliegen

sollte: Mithilfe des gezielten und vorsichtigen Einsatzes der Weichzeichnungs-Filter

Bewegungsunschärfe und Tiefenschärfe abmildern können Sie

eine etwas schlechtere Qualität des Ausgangsmaterials verbergen.

02

Präzise Auswahlen und perfektes Freistellen

Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, die einzelnen Motive freizustellen. Das

kann mitunter recht mühselig sein, doch nichts lässt ein Composing unrealistischer

wirken als ein schlecht freigestelltes Objekt. Wenn Sie keine

präzisen Freisteller erzeugen, wird das Endresultat den Betrachter nicht

überzeugen und nicht realistisch aussehen. Wir empfehlen Ihnen, dafür am

besten ein Grafiktablett zu verwenden, sodass Sie die Ränder und Kanten

perfekt auswählen können. Nutzen Sie dabei weiche Auswahlkanten, ansonsten

wirken die Objekte vielfach wie mit der Schere ausgeschnitten –

und das sieht natürlich nicht so gut aus.

30 bildbearbeiter 07/2013


03

04

03

Die richtige Perspektive

Wenn Sie möchten, dass Ihr Composing fotorealistisch aussieht, sollten Sie

von Anfang an auf die richtige Perspektive achten. Insbesondere Neulingen

auf diesem Gebiet raten wir, sich in Photoshop ruhig ein paar Perspektivlinien

beziehungsweise Hilfslinien zu ziehen, an denen Sie sich orientieren

können. Diese bieten Ihnen eine gute Hilfestellung. Haben Sie sich für

eine Perspektive entschieden, richten Sie alle Objekte an dieser aus – nur

so ist ein realistischer Bildaufbau gewährleistet. Falls Sie konkret für ein bestimmtes

Composing auf Fotosafari gehen, empfehlen wir Ihnen, alle Bildelemente

aus der gleichen Perspektive aufzunehmen, das macht es Ihnen

im Composing schließlich einfacher, ein homogenes Ergebnis zu erzielen.

© Josh Dykgraaf

04 Licht und Schatten

Wenn das Licht aus unterschiedlichen Richtungen auf die einzelnen Elemente

fällt, sieht es für den Betrachter merkwürdig aus. Daher sollten Sie

bereits zu Beginn des Composings die Lichtrichtung festlegen und während

des Ausgestaltens des Bildes darauf achten, dass jedes Objekt aus

der gleichen Richtung ausgeleuchtet wird. Im direkten Zusammenhang

mit dem Licht steht selbstverständlich auch ein korrekter Schattenwurf.

Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, die Schatten zu gestalten – denn richtig

gesetzte Schatten machen den Unterschied zwischen einem guten und einem

schlechten Composing. Ein falsch gesetzter Schatten zerstört schnell

die gesamte Komposition und lässt das Bild unrealistisch wirken.

bildbearbeiter 07/2013

31


05

Videotraining zum Bild

Wer nun wissen möchte, wie das Oldtimer-

Composing des Fotografen und Photoshoppers

Pavel Kaplun Schritt für Schritt

entstanden ist, hat die Möglichkeit sich das

Videotraining zur Entstehung des Bildes im

Online Shop des Kreativstudios Pavel Kaplun

unter www.kaplun.de/shop/ zum

Preis von 8,99 Euro herunterzuladen. Dort

finden Sie zudem weitere spannende Videotrainings

zu Themen wie Nachtaufnahme

sowie Schärfe- und Freistellungstechniken

und weitere interessante Artworks zu

bekannten Composings des Künstlers. Des

Weiteren sind im Shop auch alle noch verfügbaren

Lern-DVDs des Kreativstudios Pavel

Kaplun erhältlich.

Farbgebung

05

Dank der vielfältigen Einstellungsebenen können Sie Ihrem Composing

im Handumdrehen eine einheitliche Farbgebung verleihen. Dabei gilt es,

ein wenig experimentierfreudig zu sein. Eine Verlaufsüberlagerung oder

auch die neue Einstellungsebene ColorLookup, die seit CS6 zu Photoshops

Boardmitteln gehört, bringen oftmals tolle Ergebnisse. Achten Sie darauf,

dass die Farben der Elemente, die sich im Bildhintergrund oder im Schatten

befinden, blasser aussehen, als die Farben der Elemente im Vordergrund.

Zudem weisen Motive, die direkt vom Licht angestrahlt werden, eine intensivere

Farbgebung aus.

06

Non-destruktive Arbeitsweise

Ganz wichtig: Arbeiten Sie immer non-destruktiv und nehmen Sie die Korrekturen

nicht direkt auf der Ebene vor. Verwenden Sie lieber Einstellungsebenen,

um jede vorgenommene Korrektur auch jederzeit wieder rückgängig

machen zu können.

32 bildbearbeiter 07/2013


07

08

07

Elemente verblenden

Das Wichtigste bei einem Composing ist, die Objekte optimal zu verblenden.

Das erreichen Sie hauptsächlich durch die bereits erwähnten Tipps

wie etwa eine korrekte Perspektive sowie eine einheitliche Lichtgebung,

Schatten und Farbe. Zudem sollten Sie jedoch auf weiche Ränder und Kanten

achten. Dies erreichen Sie am besten mithilfe der Ebenenmasken, Füllmethoden

und den dazugehörigen Werkzeugen, zum Beispiel dem Pinsel.

Um die Weichheit der Kanten dem Hintergrund anzupassen, empfiehlt es

sich, außerdem noch ein Rauschen hinzuzufügen oder den Weichzeichnungsfilter

ein letztes Mal über das Bild laufen zu lasen. Auch das Verlaufswerkzeug

eignet sich hervorragend, um das Ergebnis harmonisch wirken

zu lassen und ein perfektes und überzeugendes Endergebnis zu erzielen.

© Pavel Kaplun

08 Bildstimmung und Look

Der letzte Feinschliff ist das, was den Unterschied macht. Verleihen Sie

Ihrem Bild final noch den perfekten Look, indem Sie die Filter Weich- und

Scharfzeichnung sowie Rauschen gezielt einsetzen. Auch ein außergewöhnlicher

Farblook oder eine abschließende Vignettierung geben dem Bild den

letzten Schliff.

bildbearbeiter 07/2013


Galerie

Flavio Bolla

34 bildbearbeiter 07/2013


Galerie

Flavio Bolla

Workshop:

Concept Art ab Seite 38

Fantasy-Welten

Traditionelle trifft auf digitale Kunst: Flavio Bolla

www.ginjisresort.com www.flaviobolla.com

Bereits im Alter von drei Jahren entdeckte der in der Nähe

von St. Gallen in der Schweiz beheimatete Digitalkünstler

Flavio Bolla seine Freude am Zeichnen. Als Teenager dann

hatten es ihm vor allen Dingen Comiczeichnungen angetan,

doch im Laufe der Jahre verschob sich sein Interesse in

Richtung Concept Art. Dazu haben vor allem die Entwürfe

aus dem Videospiel ‚Prince of Persia‘ beigetragen, die von

Nicolas Bouvier (Sparth) gezeichnet wurden. Von diesem

Zeitpunkt an war Bolla wie gefesselt von der Qualität und

den detaillierten Ausarbeitungen dieser Illustrationen und

feilt seitdem daran, dieses Qualitätslevel eines Tages selbst

zu erreichen. Seinen heutigen Stil nennt er ‚Tradigital‘, womit

er den traditionellen Look seiner Werke verdeutlichen

will, der mithilfe von digitalen Techniken umgesetzt wird.

Heart of the World © Flavio Bolla

Der 28-Jährige arbeitet derzeit als Illustrator, Concept Environment

Designer und freischaffender Künstler. Ursprünglich

hatte er allerdings einen ganz anderen Weg eingeschlagen

und eine kaufmännische Ausbildung in einem

Logistik-Büro abgeschlossen. Danach besuchte er eine

Kunstgewerbeschule, belegte außerdem noch einen medizinischen

Grundkurs und bildete sich in Richtung Mentales

Training und Coaching weiter. „Die Arbeit als Therapeut im

Bereich Mentales Training, wie Hypnose und Autogenes

Training, ist bis heute, neben der Illustration, mein zweiter

Hauptberuf“, wie er uns verrät. Als er vor einigen Jahren mit

dem Digital Painting anfing, gab es noch so gut wie keine

Ausbildung in diesem Bereich. Deshalb brachte er sich

die Techniken und das nötige Grundwissen mithilfe von

Büchern, diversen Internetforen und dem Trial-and-Error-

Prinzip schrittweise selbst bei: „Dabei musste ich erkennen,

dass nur die theoretische Seite des Malens und Zeichnens

gelehrt werden kann. Andere Künstler können einem zwar

die Techniken aufzeigen und das Wissen vermitteln, die

effektive Umsetzung gelingt jedoch nur durch tägliches

Üben und stetiges Feilen am eigenen Handwerk. Allerdings

gibt es heutzutage viele tolle Workshops im Internet und

eine wachsende Anzahl von guten Kursen, die einem helfen,

schnell voranzukommen“, erzählt uns Bolla. Hauptsächlich

arbeitet der Künstler mit Photoshop, hin und

wieder kommt aber auch noch Corel Painter zum Einsatz.

bildbearbeiter 07/2013

35


Galerie

Flavio Bolla

Bancur City © Flavio Bolla

Zu seinen am häufigsten verwendeten Werkzeugen, zählen

das Lasso-Werkzeug, einige Ebenen-Funktionen sowie das

Transformations-Werkzeug: „Meistens verlasse ich mich jedoch

auf meine Malfähigkeiten. Ich versuche, der traditionellen

Malerei immer möglichst nahe zu kommen, und

arbeite daher nicht gerne mit vielen Ebenen. Oftmals

zeichne ich nur auf einer einzigen Ebene und kann somit

auch Daten-Ressourcen einsparen“, erläutert er uns seine

Arbeitsweise. Sein erklärtes Ziel ist es, eine Bildsprache

zu entwickeln, die einerseits realistisch und andererseits

stilisiert wirkt. Er schickt die Betrachter seiner Bilder gerne

auf Entdeckungsreise und lässt sie immer wieder neue

Details und Andeutungen finden, die auf den ersten Blick

nicht auszumachen sind: „Das schönste Kompliment ist,

wenn mir jemand sagt: ‚Ich bin voll und ganz in diesem

Bild versunken. ‘ Es bestätigt mir, dass ich mein Ziel, das

Motiv sowohl qualitativ als auch inhaltlich auszuschmücken,

erreicht habe.“ Wie er dieses Ziel umzusetzen versucht,

können Sie im Anschluss an diese Künstlervorstellung

ab Seite 38 sehen. Hier zeigt uns Flavio Bolla in

einem kurzen Making-of den Entstehungsprozess eines

Environmental-Designs und erklärt, worauf man bereits

bei der Grundkomposition eines Bildes achten muss. Er

erläutert seine angewandten Techniken und die verwendeten

Pinselspitzen, die Sie auch auf unserer Webdisk herunterladen

können. „Grundlage eines jeden Künstlers“,

so sagt er, „ist seine wachsende Bibliothek an visuellen

Informationen.“ Dies hilft ihm insbesondere bei Auftragsarbeiten

dabei, eine gute Komposition zu finden und

zeitnah Skizzen anfertigen zu können: „Meist erhalte ich

eine kurze inhaltliche und stilistische Beschreibung eines

Auftrags. Falls ich auf mein visuelles Vorstellungsvermögen

zurückgreifen kann, gehe ich gleich zu den Skizzen

über. Wenn nicht, erstelle ich zunächst Photoshop-Files,

in denen ich einige geeignete Referenzfotos nebeneinanderstelle

und mich inspirieren lasse. Wenn dem Kun-

bildbearbeiter 07/2013


Galerie

Flavio Bolla

den meine skizzierten Anfertigungen gefallen,

wende ich mich im nächsten Schritt der Komposition

zu, rendere dann das Bild und finalisiere es

schlussendlich.“ Die Arbeitszeit für ein voll ausgearbeitetes

Bild beträgt dabei zwischen 20 und 40

Stunden. Das Reisen versteht er als stärkste Inspirationsquelle,

wobei er oftmals mit Tausenden von

Fotos und vielen neuen Ideen wieder nach Hause

zurückkommt.

Zurzeit arbeitet Bolla für Fantasy- und Abenteuermagazine

wie Mephisto und Tabletop Insider,

an Buchcover für die Fantasyromane Pferdelords

sowie für die Internetseite cracked.com. Aber er

zählt auch sehr viele Privatpersonen zu seinen

Kunden, die sich vor allem für handgefertigte

Porträts interessieren. Persönlich arbeitet Bolla

mit Hochdruck an seiner eigenen Fantasy-Welt

Osmadth. Hierbei handelt es sich um eine fiktiv

zusammenhängende Welt, die er momentan

Schritt für Schritt erweitert. Die ersten 22 Bilder

wurden bereits in einer großen Ausstellung in der

Schweiz präsentiert und können als vollständiges

Artbook und als Druck auf Leinwand erworben

werden. Schauen Sie doch einfach auf der Homepage

des Künstlers unter www.ginjisresort.com

vorbei und lassen Sie sich inspirieren.

von Dragana Mimić

Nurredin Market © Flavio Bolla

bildbearbeiter 07/2013

37


Workshop

Making-of

Der Autor

Flavio Bolla

www.ginjisresort.com | www.Flaviobolla.com

Der 28-jährige Flavio Bolla ist Illustrator, Environment

Concept Designer und freischaffender Künstler. Der

Schweizer aus der Nähe von St. Gallen, versucht beim

Zeichnen seiner digitalen Werke möglichst nah an der

traditionellen Malerei zu bleiben.

Auf einen Blick

Schwierigkeitsgrad:

Schwierig

Ab Photoshop-Version:

PS7

Das lernen Sie:

Grundkomposition, perspektivische Hilfslinien mit

Linienzeichner-Werkzeug

Arbeiten mit Referenzbildern

Richtige Anwendung der Pinselspitzen und Werkzeuge

Das Arbeitsmaterial:

Sie finden die verwendeten Pinselspitzen unter

www.sonic-media-download.de.

Shortlink: http://goo.gl/UidTM

Eine mittelalterliche Fantasy-Stadt

Environment

Design

Wie Sie den richtigen Einstieg in die Erstellung einer

Concept Art finden und grundlegende Aspekte wie

Perspektive, Komposition, Farbwirkung und Story-Telling

implementieren, zeigt Ihnen Flavio Bolla.

Das Erschaffen einer ansprechenden Fantasy-Landschaft erfordert ein umfassendes Wissen

in den Bereichen Komposition, Farbwirkung, Perspektive und Story-Telling. Besonders

wichtig ist es hierbei, diese komplexen Grundkenntnisse in kleine, einfache Teilschritte aufzubrechen,

um den Überblick zu behalten. So können diese Elemente dann, wie Zahnräder in einer

gut geölten Maschine, im Hintergrund zusammenwirken. In diesem Workshop möchte ich

diese Themen anschneiden und Ihnen zeigen, wie man ein digitales Landschaftsmotiv Schritt

für Schritt mithilfe von Photoshop und einem drucksensitiven Grafiktablett umsetzen und

gleichzeitig die Grundlagen und technischen Fertigkeiten trainieren kann.

01 Thumbnails - Auslegen der Grundkomposition

durch einfaches „Skizzieren“

Mit einer simplen quadratischen Pinselspitze male ich einfache Formen auf

die digitale Arbeitsfläche (Block-in). Ich orientiere mich hierbei an einigen

perspektivischen Linien, welche ich mit dem Linienzeichner-Werkzeug auf

einer neuen Ebene gezogen habe. Bereits in dieser Phase versuche ich, eine

spannende Perspektive zu finden und auf die korrekte Formanordnung zu

achten. Durch die Wahl der Dreipunkt-Perspektive habe ich die Möglichkeit,

mehr von dem oberen Teil der Burg zu zeigen. In dieser ersten Skizzenphase

sollte es das Ziel sein, eine interessante Komposition zu erzeugen,

die das Grundgerüst bildet, auf dem das gesamte Bild aufbauen wird. Daher

ist es immens wichtig, dass die Komposition bereits in diesem ersten

Schritt funktioniert und ansprechend ist.

Tipp 01 Grundlagen der Komposition:

The Rule of Thirds

Eine unermessliche Hilfe für das Finden einer Kompositionsidee ist die Anwendung

eines einfachen Rasters, welches die Arbeitsfläche in neun gleichgroße Teile

unterteilt. An den Stellen, an denen sich die Linien überschneiden, plane ich Details

zu setzen, um den Blick des Betrachters gezielt dorthin zu lenken. Im Zentrum

des Bildes soll das markante Tor stehen. Ich splitte die Arbeitsfläche also in Vorder-,

Mittel-, und Hintergrund. Diese Unterteilung hilft mir dabei, weniger Details im

Hintergrund zu malen und an die perspektivische Atmosphäre zu denken. Je weiter

die einzelnen Objekte entfernt sind, desto weniger Kontrast weisen sie auf.

Meist sind es nur noch die hellsten Punkte, die in der Ferne erkennbar bleiben. Der

Vordergrund (orange markiert) soll den größten Kontrast sowie die meisten Details

aufweisen. Man kann sich diese Dinge besonders gut merken, wenn man den

Faktor Drei im Hinterkopf behält: hell, mittel, dunkel; Vorder-, Mittel-, Hintergrund;

das Dritteln der Arbeitsfläche; drei gleiche Designelemente in der Perspektive usw.

bildbearbeiter 07/2013

39


Workshop

Making-of

02 Arbeiten mit Referenzen

03 Vorbereitungen für die Ausarbeitung

Nach der Erstellung eines funktionierenden Grundgerüstes, beginne ich

nun mit Referenzfotos zu arbeiten. Meist erzeuge ich eine weitere Photoshop-Datei,

in der ich diverse Fotos nebeneinanderstelle. Die Inspiration zu

diesem Motiv lieferten meine Reisen nach San Gimignano in der Toskana,

wo ich diverse Fotos von Gebäuden, Landschaften gemacht und Details gesammelt

habe. Diese Referenzen dienen jetzt nicht nur als Ideenquelle für

Formen, Texturen, Lichteinwirkung und Motiv, sondern sie helfen mir auch

dabei, einen gewissen Grad an Realismus bei der Ausarbeitung zu erreichen.

In dieser Phase trenne ich die Gebäude im Vordergrund vom Himmel im

Hintergrund und setze diese Elemente auf eine neue Ebene. Ich arbeite

gerne mit so wenig Ebenen wie möglich, um den Überblick zu behalten

und dem traditionellen Malen etwas näher zu kommen. Die Trennung

der Gebäude vom Hintergrund ist besonders hilfreich, wenn ich in einem

späteren Schritt Wolkenstrukturen andeuten und die sich im Vordergrund

befindenden Elemente nicht ständig übermalen möchte. Ich vergrößere in

diesem Schritt meine Arbeitsfläche von 72 dpi auf 300 dpi mit einer Bildfläche

von etwa 5.000 x 4.000 Pxl und trage eine erste dezente Farblasur auf.

Dabei behalte ich weiterhin meinen Bildfokus im Auge, welcher nach wie

vor das Tor der Burg sein soll.

Tipp 02 Reisen

Eine nicht zu unterschätzende Inspirationsquelle für neue Ideen ist das Reisen. Ich

kehre nicht nur mit einer vollen Fotospeicherkarte nach Hause zurück, sondern ich

habe einen Schatz von Impressionen, der auf viele Weisen in meine Malprozesse

einfließt. Reisen trainiert das visuelle Vorstellungsvermögen massiv!

Die Stadt beleben

04

Auf einer neuen Ebene deute ich eine kleine Menschenmenge an, die sich

vor dem Tor tummelt und in die Stadt läuft. Details wie Fahnen, Blumen,

Pflanzen oder Tiere hauchen dem Motiv Leben ein. Die Figuren können helfen,

einen Einstieg in das Bild zu finden, und gleichzeitig erhält der Betrachter

ein nachvollziehbares Größenverhältnis zur dargestellten Architektur.

Tipp 3 · Eine Geschichte erzählen

Eine Illustration ist erst spannend, wenn sie eine Geschichte erzählt oder dem

Betrachter einige Fragen aufgibt. Ohne eine durchdachte Botschaft besteht die

Gefahr, dass die Malerei willkürlich oder langweilig wirkt. Was verbirgt sich hinter

diesem Tor? Was sind das für Menschen? Wie sieht diese Stadt von innen aus?

Oftmals denke ich über solche Fragen nach und entwickle, während des Malens

passende Geschichten und neue Ideen.

Ein mögliches, einfaches Beispiel für eine Einleitung: Auf einer Anhöhe befindet sich

eine alte Magier-Akademie, die Schüler und Gelehrte aus aller Welt anzieht. Eine

Gruppe von jungen Zauberlehrlingen macht sich auf dem Weg, um Einlass in die

Schule, in jene alte Festung, die schon seit vielen hundert Jahren auf dem Hügel

steht, mit seinen grünen Gärten und engen Gassen, zu finden. Eine Burg, die jahrhundertealte

Geheimnisse und unvorstellbares Wissen hinter ihren Mauern bewahrt...

Tipp 04 · Andere Betrachtungsweisen

Nach einigen Stunden Arbeit am Bildschirm, lässt die Konzentration Schritt für

Schritt nach. Die größte Gefahr besteht dann darin, dass man den Überblick verliert.

Hier ein paar Tipps wie man dem entgegenwirken kann:

Spiegeln

Durch das Spiegeln der Arbeitsfläche erkennt man Fehlerquellen, die man sonst

nicht gesehen hätte, sofort. Wenn die gemalten Elemente in beiden Richtungen korrekt

wirken, kann man davon ausgehen, dass sich keine Fehler im Bild verbergen.

Abstand nehmen

Mitten im Malprozess aufzustehen und vom Bildschirm Abstand zu nehmen, kann

dabei helfen, wieder mit frischen Ideen und klarem Blick neu zu starten. Immer

wieder Pausen einzulegen, ist besonders wichtig!

Augen zukneifen

Ein alter Künstlertrick. Die Details verschwimmen und man schaut mehr auf das,

was wirklich wichtig ist: Komposition, Perspektive, Farbwirkung.

40 bildbearbeiter 07/2013


Workshop

Making-of

Mehr zeigen

05

Ab diesem Punkt beschließe ich, das Motiv auf der linken Seite sowie im

oberen Bildteil auszuweiten. Ohne die Komposition zu gefährden, nehme

ich die ‚Kamera‘ leicht zurück, um noch mehr von der Höhe der Burg zu

zeigen. Ich probiere diverse Variationen für das Design der Burg aus und

entscheide mich für eine leicht abgerundete Variante. Generell ist es beim

Design wichtig, dass sich gewisse Elemente wiederholen, um ein Gefühl

von Gleichmäßigkeit und Harmonie zu erzeugen. Dies erreiche ich durch

gezieltes Repetieren von Türmen, Pflanzen und Fahnen.

Rendering

06

Die sogenannte ‚Rendering-Phase‘ sollte immer der letzte Schritt bei der

Erstellung eines Paintings sein und erst dann gestartet werden, wenn Komposition

und Perspektive korrekt sind. Ich fange also an, die angedeuteten

Details mit einem feinen, spitzen Pinsel auszuarbeiten und die Kontrastpunkte

zu erhöhen. Dieser Schritt ist sehr zeitaufwendig, und man kann

sich in der detaillierten Ausarbeitung schnell verlieren. Daher sollte das Malen

von Details immer zum Schluss erfolgen. Wichtiger als genaue Details

sind aber immer die Bildbalance sowie das stimmige Grundgerüst. Ich versuche

nur an der Stelle Elemente auszuarbeiten oder anzudeuten, wo ich

meinen Bildfokus bestimmt habe: beim großen Tor. Auf einer neuen Ebene

mit dem Ebenenstil Ineinanderkopieren verstärke ich die Farbwirkung des

Lichtes mit einem feinen Airbrush-Pinsel und gebe den Wolken einen leichten

Richtungswechsel zum Tor hin.

Tipp 05 · Photoshop Pinselspitzen

Nicht das Werkzeug macht das Bild, sondern der Maler. Pinselspitzen werden daher

oftmals überschätzt. Natürlich ist es wichtig, gute Werkzeuge zu haben. Jedoch

sollte man sich darüber bewusst werden, dass man mit guten Grundkenntnissen

auch ein tolles Bild mit einem simplen runden Pinsel und dem Lasso-Werkzeug erstellen

kann. Hier die Pinsel die ich am meisten verwendet habe:

Square Basic/Quadratischer Pinsel

Eine viereckige Pinselspitze mit ein wenig Textur. Ich benutze diesen Pinsel etwa für

70 % des Bildes, ändere hin und wieder die Formeigenschaften für scharfe oder

weniger scharfe Kanten.

Airbrush-Pinsel

Ein weicher Airbrush im Rauschen-Modus, besonders nützlich für Lichteffekte. In

Kombination mit dem Lasso-Werkzeug auch für harte Kanten und weiche Verläufe

zu verwenden. Auch hier ändere ich öfters den Härtegrad sowie die Deckkraft.

Leaf-Brush/Efeublätter

Sehr hilfreich für das Andeuten von Vegetation. Hier spiele ich mit diversen Einstellungen

wie Abstand, Größe und Rhythmus.

Wischfinger-Werkzeug

Richtig angewendet kann dieses Werkzeug ungeheuer hilfreich sein, um Kanten zu

verwischen oder Farben an die richtige Stelle zu transportieren. Den Wischfinger in

Quadratform nutze ich fast nur in der Stärke 100.

Square Basic

Airbrush

Leaf-Brush

Wischfinger

bildbearbeiter 07/2013

41


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Portraits retuschieren mit Photoshop

Von der kaum sichtbaren Retusche bis zur makellosen Magazinschönheit

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auch versionsübergreifende Vorgehensweisen für verschiedene

Porträtarten werden gezeigt.

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Insight

TEN Collection – Alexander Otto

Fotolia ‚TEN Collection‘ mit

Alexander Otto

www.alexanderotto.com

Im Januar 2013 startete ‚TEN‘, das Erfolgsprojekt der führenden

Microstock-Agentur Fotolia in die zweite Runde. Seit dem 10.

Juni steht die PSD-Datei des deutschen Digitalkünstlers und

Designers Alexander Otto dort zum Download zur Verfügung.

Der 24 Jahre alte Hannoveraner Alexander

Otto hat sich in den letzten Jahren bereits

einen Namen in der internationalen Digital Art-

Branche machen können. Nach abgeschlossener

Ausbildung zum Mediengestalter im Bereich

Non-Print arbeitete er zunächst als Art Director,

Illustrator, Grafik Designer sowie im Bereich des

Interactive Designs und konnte sich so ein umfangreiches

und vielfältiges Wissen in allen Mediabereichen

aneignen. Inzwischen lebt er in

New York und arbeitet für weltbekannte Marken

wie Diesel Fragrance, Henkel, Mercedes-Benz,

Red Bull und viele mehr. Seine Photoshop-

Kenntnisse hat er sich autodidaktisch beigebracht,

nachdem er während eines Praktikums

Fotolia ‚TEN Collection‘

Mittlerweile hat sich unter Photoshoppern sicherlich

herumgesprochen, dass Fotolia im Januar 2013

mit dem erfolgreichen Projekt ‚TEN‘ in die zweite

Rundes gestartet ist.

Dieses Jahr stellen gleich zwölf internationale Digital

Artists die PSD-Dateien ihrer Werke zum kostenlosen

Download bereit und ermöglichen somit einen

Einblick in ihre ganz individuellen Techniken und Arbeitsweisen.

Jeden Monat kann die Arbeit des jeweiligen

Künstlers für 24 Stunden gratis als offene PSD-

Datei heruntergeladen werden. Zusätzlich zu den

Dateien gibt es auf dem YouTube-Kanal zur ‚TEN Collection‘

unter www.youtube.com/tencollection ein

Making-of-Video, das den Künstler und seine professionellen

Arbeitstechniken vorstellt.

Mehr Informationen zu den kommenden Digitalkünstlern

und ihren Werken erhalten Sie auf

www.tenbyfotolia.com oder auf Facebook unter

www.facebook.com/TenCollectionGermany.

bei einer Werbeagentur das erste Mal mit dem

Bildbearbeitungsprogramm in Berührung gekommen

war: „Als ich dort mit Photoshop gearbeitet

und parallel dazu die Werke von Künstlern

im Internet entdeckt habe, war mir klar: Das will

ich auch können.“ Mittlerweile beherrscht er

nicht nur Photoshop, sondern fast alle gängigen

Kreativ-Programme auf dem Markt, wie beispielsweise

Illustrator, After Effects, 3ds Max, Cinema

4D, Realflow, V-Ray oder Krakatoa. „Hauptsächlich

arbeite ich aber immer noch mit Photoshop.“,

erzählt er uns „Die Bilder für meine Composings

müssen auf jeden Fall hochauflösend

sein, deshalb greife ich neben meiner privaten

Datenbank auch gerne auf Online-Plattformen

wie Fotolia zurück.“ Nicht zuletzt deshalb ist er

auch bekennender Fan der ‚Collection‘ und steuerte

seinen Beitrag mit dem Bild ‚Their Journey‘

als Werk des Monats Juni bei. Das Bild erzählt die

Geschichte eines jungen Paares und stellt einzelne

Momente ihres gemeinsamen Lebenswegs

dar. Für die Erstellung dieses Werkes verwendete

der Künstler mindestens 60 Stockfotos – alleine

für den Himmel und die Landschaft wurden rund

40 Bilder verarbeitet. „Ich habe verschiedene Farbeinstellungen,

Tonwertkorrekturen, Gradationskurven

und Filter verwendet. Üblicherweise

öffne ich Stockfotos zuerst in Photoshop, konvertiere

sie zu einem Smartobjekt und führe

dann die Freistellungen und einzelnen Anpassungen

durch. Dann arbeite ich mit dem fertigen

Stockfoto, sprich der Smartobjekt-Ebene, in der

Komposition weiter. Dafür dupliziere ich das

Smartobjekt und arbeite mit Ebenenmodi wie

Multiplizieren, Negativ Multiplizieren und Weiches

Licht und passe so die Tonwerte der einzelnen

Bilder an “ erklärt Alexander Otto seinen typischen

Workflow.

von Dragana Mimić

Recherche

01

Die Recherche von ähnlichen Stockfotos bezüglich

der Tonwerte (Hell/Dunkel), Qualität und

Perspektive bildet den ersten Schritt der Arbeit.

Ich habe auch viele Bilder mit Spezialeffekten wie

Rauch, Spitzer und Texturen verwendet.

44 bildbearbeiter 07/2013


TEN Collection – Alexander Otto

02 Komposition

03 Schlüssel-Elemente

04

Zuerst fertige ich einen groben Aufbau der

Komposition an. Ich habe an dieser Stelle zuerst

kleine Details eingebaut, erste Ideen zusammengetragen

und so versucht, eine Bildrichtung

zu bestimmen.

In diesem Schritt sind schon alle wichtigen Bildelemente

in die Komposition integriert worden, die

aber noch weiter bearbeitet werden. Bevor man

zum letzten Schritt des Prozesses übergeht sollte

man sicher sein, dass diese Elemente in der finalen

Komposition auch bestehen bleiben sollen.

Their Journey –

Biografie eines Liebespaares

Mehr als 60 Stockfotos wurden von Alexander

Otto für sein Artwork Their Journey verarbeitet, in

dem der Künstler die Liebes- und Lebensgeschichte

eines Paares erzählt. Das auf den ersten Blick

düster erscheinende Bild besticht durch seinen

immensen Detailreichtum, der erst bei genauerem

Hinsehen deutlich wird. Durch die Anwendung diverser

Farbeinstellungen, Tonwertkorrekturen,

Gradationskurven und Filter wurden die einzelnen

Fotos miteinander verschmolzen.

Credits: Fotos: fotolia.com Bildbearbeitung: Alexander Otto

Finalisieren

In diesem letzten Schritt wird die Collage finalisiert

und die Übergänge der einzelnen Stockfotos

werden geglättet. Ich gehe dabei Ebene für Ebene

durch. Um mir den finalen Arbeitsschritt zu erleichtern,

habe ich die einzelnen Ebenen beschriftet

und systematisch aufgeteilt.

bildbearbeiter 07/2013

45


Galerie

Irene Laschi

Illustrationen von

Flora und Fauna

Fotorealistisch und detailverliebt: Irene Laschi

www.behance.net/irenelaschi

Hibiscus © Irene Laschi

Red Eyes Frog © Irene Laschi

Die 28-jährige Italienerin Irene Laschi ist als freiberufliche Illustratorin tätig. Sie

hat sich auf den Bereich wissenschaftliche Illustrationen spezialisiert und fertigt

fotorealistische Zeichnungen von Pflanzen und Tieren an. Begonnen hat

alles vor gut 13 Jahren mit einer Airbrush-Pistole, die sich Laschi im Alter von

15 Jahren zulegte. Ab diesem Zeitpunkt widmete sich die Künstlerin in ihrer

Freizeit fast ausschließlich dem Zeichnen und Airbrushen, sodass sie bereits

in jungen Jahren einen umfangreichen Erfahrungsschatz auf dem Gebiet der

traditionellen Malerei vorweisen konnte. Dieser ist sie auch bis heute treu geblieben.

So verrät Laschi uns unter anderem, dass, auch wenn sie sich in den

letzten Jahren mehr und mehr mit Photoshop auseinandergesetzt und die

Vorzüge des digitalen Illustrierens zu schätzen gelernt hat, das Airbrushen immer

noch zu ihrer Lieblingsbeschäftigung zählt: „Mit Photoshop habe ich mich

erst in den letzten Jahren näher beschäftigt. Zuerst habe ich sogar noch mit

Corel PaintShopProX gearbeitet, doch schon bald stellte ich fest, dass Photoshop

für meine Zwecke einfach das bessere Programm ist ,und so legte ich mir

Photoshop CS3 zu. Mit dieser Version arbeite ich bis heute noch. Ich nutze die

Software quasi als digitale Leinwand, auf der ich meine Illustrationen digital

realisieren und kolorieren kann. Doch wenn ich ganz ehrlich bin, arbeite ich

immer noch am liebsten mit meiner Airbrush-Pistole.” Ihr ‚digitaler Arbeitsplatz‘

sieht daher nach eigener Aussage auch eher unspektakulär aus: „Ich bin absolut

kein Technik-Fan. Das war ich noch nie. Ich arbeite schon seit Jahren auf

meinem Toshiba-Laptop und zeichne mit einem alten Wacom Bamboo Grafiktablett

– das war‘s. Ach so, was natürlich auch zu meinem Arbeitsplatz gehört,

ist mein kreatives Chaos. Das brauche ich einfach, um arbeiten zu können.”

Wer sich nun fragt, wo wissenschaftliche Illustrationen benötigt werden, wie

groß die Nachfrage danach ist und ob Irene Laschi davon leben kann, wird

überrascht sein. Denn solche Bilder werden in diversen Bereichen eingesetzt,

unter anderem im medizinischen Bereich, für Verpackungen von Medikamenten,

für Bücher oder aber auch bei Veranstaltungen zum Thema Botanik,

wie beispielsweise die Bundesgartenschau. Irene Laschis Arbeiten kann man

in all den soeben erwähnten Bereichen sehen. So erhielt sie beispielsweise

ihren ersten Auftrag als Freelancer von dem Pharmazieunternehmen Aboca

46 bildbearbeiter 07/2013


Galerie

Irene Laschi

bildbearbeiter 07/2013

47


Galerie

Irene Laschi


Galerie

Irene Laschi

Poison Dart Frog © Irene Laschi

(www.aboca.com), für das sie damals eine Pflanze illustrieren

sollte. Für dieses Unternehmen ist sie auch heute noch

als Freelancer tätig. Zudem hat sie auch florale Illustrationen

für die RHS Chelsea Flower Show 2013 angefertigt – in

diesem Fall auf traditionelle Weise. Wie Sie sehen, ist Laschis

Tätigkeitsfeld vielfältiger, als man vielleicht auf den ersten

Blick meinen mag. An Aufträgen mangelt es der italienischen

Künstlerin definitiv nicht.

Ihre Vorgehensweise ist bei jedem Auftrag die gleiche: „Zunächst

recherchiere ich im Internet und in Büchern, um zu

erfahren, wie die Pflanze, die Frucht, der Baum oder das Tier

jeweils beschaffen ist. Dann fertige ich eine Skizze an, schicke

diese dem Kunden und warte auf sein Ok. So vermeide

ich Unstimmigkeiten zwischen mir und dem Kunden, das

macht die Sache einfacher für beide Seiten. Kommunikation

ist eben einfach das A und O bei einem Job. Diese

erste Phase kostet immer am meisten Zeit. Sobald ich das

Einverständnis des Kunden habe und weiß, was er von mir

erwartet, beginne ich mit dem Zeichnen. Das ist dann der

einfachste Part am ganzen Auftrag und geht mir leicht von

der Hand.” Mit dem Ergebnis zufrieden ist die Illustratorin

eigentlich nie so ganz, wobei Laschi ihr Perfektionismus oft

im Weg steht: „Wenn ich könnte, würde ich mich am liebsten

monatelang mit nur einer Illustration beschäftigen.

Doch da ich ja nicht nur für mich arbeite, sondern für einen

Kunden, der mir eine entsprechende Deadline vorgibt,

habe ich meist kaum mehr als zwei bis drei Tage Zeit, um

Onions © Irene Laschi

eine Illustration anzufertigen. Hier gilt die Devise: Schnell

sein. Und dann habe ich gar keine andere Wahl, als mit dem

Ergebnis nach kürzester Zeit zumindest einigermaßen zufrieden

zu sein.”

Ihren Stil beschreibt Laschi selbst als „farbenfroh, sehr detailliert

und von hoher Qualität“, einen Stil, „welchen ich

über die Jahre hinweg durch viel praktische Erfahrung stetig

verbessert habe”. Mit ihren Bildern will die Künstlerin die

Schönheit der Natur und die Freude am Leben ausdrücken

-daher auch die farbenfrohen Illustrationen, die nahezu immer

eine intensive und gesättigte Farbgebung aufweisen.

Die Inspiration dazu holt sie sich bei Aufträgen, wie oben

bereits erwähnt, durch eine ausgiebige Internet- und Buchrecherche.

Doch natürlich dient ihr auch die Natur als solche

als Ideengeber.

Wer nun überlegt, sich auch als Illustrator selbstständig zu

machen, dem rät Laschi Folgendes: „Wenn Sie sich sicher

sind, dass Sie diesen Beruf ausüben möchten, dann machen

Sie es einfach. Hören Sie dabei nur auf sich selbst und

nicht auf Andere und machen Sie es auf Ihre Art und Weise.

Und vor allem: Haben Sie niemals Angst davor zu experimentieren,

auch mal Fehler zu machen und neue Herausforderungen

anzugehen. Das kann zwar manchmal ein

harter Weg sein, doch mit Sicherheit ist es der beste, um in

der Kreativbranche weiterzukommen und Erfolg zu haben.”

von Nicole Kusza

bildbearbeiter 07/2013

49


Workshop

Illustration

50 bildbearbeiter 07/2013


Workshop

Illustration

Die Autorin

Irene Laschi

www.behance.net/irenelaschi

Die 28-jährige Italienerin Irene Laschi kommt ursprünglich

aus der traditionellen Kunst und hat eine

Vorliebe fürs Airbrushing. In den letzten Jahren hat

Sie jedoch mehr und mehr den Zugang zu Photoshop

gefunden, sodass ihr das digitale Illustrieren

mittlerweile mindestens genau so viel Spaß bereitet.

Auf einen Blick

Schwierigkeitsgrad:

Schwierig

Ab Photoshop-Version:

CS3

Das lernen Sie:

Umgang mit dem Zeichenstift

Pfade zeichnen und Auswahlen erstellen

Realistische Lichter und Schatten malen

Richtiger Einsatz von Füllmethoden

Das Arbeitsmaterial:

Sie finden die Vorlage sowie eine Linkliste mit

Alternativbildern auf unserer Webdisk unter

www.sonic-media-download.de.

Shortlink: http://goo.gl/UidTM

Die Skizze

bearbeitet von Nicole Kusza

Arbeitsfläche vorbereiten

01

Öffnen Sie ein neues Dokument in Photoshop im Format 9 x 13 cm bei

300 dpi. Diese dpi-Zahl empfehlen wir Ihnen, falls Sie das Bild später eventuell

drucken möchten. Ansonsten reicht auch eine geringere Auflösung

aus. In unserem Beispiel eignet sich dieses Format am besten, da wir eine

Illustration erstellen wollen, die größer als eine echte Kirsche sein wird. So

wird die Struktur des Stängels und Blattes optimal erkennbar. Öffnen Sie

nun Ihre Vorlage und kopieren Sie diese in das soeben erstellte Dokument.

Passen Sie die Größe, falls notwendig, entsprechend der gewünschten Größe

des finalen Bildes an.

Illustrationen

für Könner

In diesem Workshop zeigt Ihnen die italienische Künstlerin

Irene Laschi, was es bei der Illustration von botanischen

Zeichnungen zu beachten gilt und warum die richtige

Füllmethode dabei eine wesentliche Rolle spielt.

Realistische botanische Illustrationen kennen die meisten wohl noch aus der Schulzeit und aus

ihren Biologiebüchern.Aber wohl eher selten hat sich jemand Gedanken darüber gemacht, wie

diese Bilder entstehen. Prägend auf diesem Gebiet waren die Bücher des deutschen Naturforschers

Alexander von Humboldt, der die auf seinen Forschungsreisen entdeckten Pflanzen von namhaften

Künstlern seiner Zeit zeichnen oder in Kupfer stechen ließ. Auch heute noch werden diese Zeichnungen

händisch erstellt – egal ob auf traditionelle oder digitale Weise. In diesem Workshop zeigt Ihnen

die italienische Künstlerin Irene Laschi, wie diese Zeichnungen entstehen. Als Vorlage hierfür dienen

ihr schlichtweg Fotos von Pflanzen, Früchten oder Tieren, nach denen die Künstlerin entweder im

Internet recherchiert oder die sie einscannt. Dabei ist die Auflösung des generierten Bildes nicht

wichtig, da es Ihnen bei der Erstellung nur als Vorlage dienen wird. An dem Beispiel einer zunächst

simpel erscheinenden Kirsche wird Ihnen Irene Laschi ihre persönlichen Tricks und Kniffe verraten,

um eine realistische Illustration zu erstellen. Wir empfehlen Ihnen, für diesen Workshop ein Grafiktablett

zu verwenden. Die Künstlerin selbst arbeitet mit einem Wacom Bamboo.

Das Kolorieren vorbereiten

02

Öffnen Sie das Fenster Pfade und nehmen Sie den Zeichenstift zur Hand.

Beginnen Sie zunächst damit, einen Pfad für die Außenlinien zu ziehen. Anschließend

erstellen Sie einzelne Pfade für alle unterschiedlich farbigen Bereiche,

die einzelnen Elemente wie Blatt und Stängel sowie andere Details.

Speichern Sie diese. Ob Sie die Pfade auf mehreren separaten Pfade-Ebenen

speichern oder aber auf einer einzigen, macht keinen Unterschied, da

Sie die einzelnen Pfade jederzeit mit dem Direktauswahl-Werkzeug einzeln

anwählen können. Eine Alternative wäre, die Pfade mithilfe von Illustrator

zu erstellen und anschließend in Photoshop zu importieren. Wir haben in

unserem Beispiel zwei Pfade-Ebenen erzeugt: eine für die Frucht und deren

Details sowie eine für das Blatt und seine Details.

bildbearbeiter 07/2013

51


Workshop

Illustration

03 Kolorieren mit matten Farben

Die Kirsche

Entfernen Sie Ihre Vorlage oder legen Sie eine mit Weiß gefüllte Ebene darüber,

damit Sie sich beim Kolorieren der Skizze nicht irritieren lassen. Erzeugen

Sie eine neue Ebene mit der Füllmethode Normal bei 100 % Deckkraft,

benennen Sie diese entsprechend und platzieren Sie sie an oberster Stelle

der Ebenenpalette. Erzeugen Sie für jede Farbe eine neue Ebene. Wählen

Sie den Pfad, den Sie kolorieren möchten, mit dem Direktauswahl-Werkzeug

aus und füllen Sie ihn mit einer Farbe Ihrer Wahl (Rechtsklick>(Unter)

Pfadfläche füllen). Wiederholen Sie diesen Vorgang, bis Sie alle Elemente

koloriert haben. Über den Dialog Farbton/Sättigung können Sie die Farbe

jederzeit problemlos anpassen. In unserem Beispiel haben wir zwei Ebenen

erstellt: die der Frucht habe ich Rot gefärbt und die des Blattes sowie des

Stängels wurde mit einem Grünton gefüllt.

Ab jetzt sehen wir uns die einzelnen Elemente nach und nach an. Um jederzeit

sicher zu gehen, dass Sie auf den richtigen Bereichen arbeiten, sollten Sie

die Ebenen in entsprechenden Ebenengruppen organisieren. Wir empfehlen

zudem, mehrere Kirschen-Bilder parallel in Photoshop geöffnet zu haben, um

sich die Oberfläche, Struktur und Farbgebung genauer ansehen zu können.

Texturen hinzufügen I

04

Erstellen Sie eine Ebenengruppe oberhalb der einfarbigen Farbebene, in

der Sie Ihre Strukturen ablegen. Wir empfehlen Ihnen, bei einer dunklen

Textur eine Füllmethode einzusetzen, die eher abdunkelt, wie beispielsweise

Multiplizieren oder Farbig nachbelichten. Wenn Sie hellere Akzente setzen

wollen, sollten Sie Füllmethoden wie Aufhellen oder Negativ Multiplizieren

verwenden. Um die gewünschte Textur zu erzielen, können Sie natürlich

auch mit den Effekten von Photoshop experimentieren, die Ihnen in den

Ebenenstilen unter Musterüberlagerung angeboten werden, oder auch

eingescannte Airbrushes und Tintenspritzer verwenden sowie Texturen

von Fotos oder altem Papier – eigentlich von allem, was Ihnen in den Sinn

kommt und zu ihrer realistischen Illustration passt. Für die Texturen der Kirsche

haben wir einige eingescannte Airbrush-Spritzer verwendet.

Texturen hinzufügen II

05

Für die Ebenen der Airbrush-Spritzer haben wir die Füllmethode Multiplizieren

gewählt, die Farbwerte im Farbton/Sättigungs-Dialog angepasst und

die Deckkraft reduziert. Dann wurde die Ebene dupliziert, invertiert und

die Werte für Farbton/Sättigung wurden erneut angepasst. Über eine Ebenenmaske

und mithilfe eines weichen Radiergummis wurde die Textur zum

Schluss in einigen Bereichen wieder entfernt.

Schatten hinzufügen

06

Erzeugen Sie oberhalb der Texturen-Gruppe eine neue Ebene und wählen

Sie eine abdunkelnde Füllmethode, wie beispielsweise Farbig nachbelichten.

So werden die Farben der darunterliegenden Ebenen verstärkt, insbesondere

die der Texturen. Wählen Sie dann den Bereich aus, auf dem Sie nun arbeiten

möchten, und füllen Sie diesen einfarbig. Wir empfehlen dafür einen

dunkleren, kühleren Farbton als den, den Sie bei Schritt 03 verwendet haben,

in unserem Fall ein Dunkelrot. Wenn Ihnen der Ton zu dunkel erscheint,

verringern Sie die Deckkraft. Dann fügen Sie eine Ebenenmaske hinzu und

wählen einen weichen Radiergummi, um die Schatten dort zu entfernen,

wo Sie sie nicht benötigen. Alternativ können Sie die Farbe auch direkt mit

einem weichen Pinsel oder mithilfe des Verlaufswerkzeugs auftragen.

52 bildbearbeiter 07/2013


Workshop

Illustration

Die Farben variieren

07

Nun wollen wir die Farben noch etwas anpassen. Aktivieren Sie dazu den

Schnellmaskierungsmodus, nehmen Sie einen weichen Standard-Pinsel zur

Hand und wählen Sie die Pinsel-Einstellungen ähnlich denen im Screenshot.

Fahren Sie im Bild über die Bereiche, die Sie verändern möchten. Verlassen

Sie den Maskierungsmodus und erzeugen Sie eine Einstellungsebene

Farbton/Sättigung. Spielen Sie mit den Reglern, bis Sie den richtigen

Farbton erhalten haben. Der Rotton sollte anschließend heller und gesättigter

aussehen. Wir haben uns für diese Farbgebung entschieden, um die

Frucht reif und saftig aussehen zu lassen.

Licht malen

08

Das Licht malen Sie mit einem weichen Pinsel auf die Frucht. Spielen Sie dabei

mit Deckkraft und Fluss und setzen Sie die Lichtreflexe nach und nach. Beginnen

Sie mit den hellsten Bereichen. Verwenden Sie nicht nur einen weißen

Pinsel, sondern wählen Sie auch andere helle und blasse Farbtöne – Licht ist

eben nicht nur weiß. Als Füllmethode empfehlen wir Ihnen den Modus Normal

oder hellere Füllmethoden wie Ineinanderkopieren und Weiches Licht. Erzeugen

Sie für jede Farbe eine neue Ebene, so können Sie die einzelnen Farbtöne und

Lichtreflexe besser individuell anpassen. Fügen Sie die Lichtreflexe anschließend

in einer Ebenengruppe zusammen und ergänzen Sie eine Ebenenmaske.

So können Sie, wie bereits bei den Texturen geschehen, alle Ebenen im Gesamten

anpassen. In unserem Beispiel haben wir vier unterschiedliche Licht-Ebenen

erstellt: 1. Farbe = blasses Gelb, Modus = Normal; 2. Farbe = Weiß, Modus = Normal;

3. Farbe = blasses Gelb, Modus = Weiches Licht; 4. An oberster Position: Farbe

= Weiß, Modus = Ineinanderkopieren. Letztere Ebene habe ich eingesetzt, um

die Intensität der einzelnen Lichtpunkte zu verstärken. Auf der Ebenenmaske

der Licht-Gruppe haben wir schließlich noch einige Bereiche mit dem Radiergummi-Werkzeug

bei geringer Deckkraft und geringem Fluss wieder entfernt.

09 Reflektierendes Licht hinzufügen Das Blatt

Da sich in jedem Element auch das Licht und die Farbe benachbarter Elemente

widerspiegeln, ist es wichtig, im letzten Schritt ein sogenanntes „reflektierendes

Licht“ zu suggerieren. Wählen Sie dazu eine Farbe, die dem

nächsten Objekt ähnelt, und tragen Sie diese mit einem weichen Pinsel an

dem Rand des Objekts auf. Verwenden Sie für diese Ebenen die Füllmethode

Farbe, falls Sie die Reflexion auf einen hellen Bereich auftragen möchten,

oder aber die Füllmethode Weiches Licht, um einen dunklen Bereich aufzuhellen.

Den Farbton können Sie jederzeit über den Farbton/Sättigungs-

Dialog anpassen. Um diese Reflexionen auf die Kirsche aufzumalen, haben

wird den Grünton von Stängel und Blatt verwendet.

Für das Blatt und den Stängel ähneln die Techniken denen, die wir bereits

zum Malen der Kirsche verwendet haben. Im Folgenden werden wir daher

lediglich auf einige Besonderheiten eingehen.

Schatten hinzufügen

10

Wählen Sie die Pfade an, die Sie für das Blatt erstellt haben, und erzeugen

Sie eine Auswahl mit einem Radius von 0 Pxl und einem Haken bei Glätten.

Nun beginnen Sie damit, auf einer neuen Ebene bei der Füllmethode Multiplizieren

mit einem weichen Pinsel bei geringer Deckkraft und geringem

Fluss Schatten ins Bild zu malen. Auch hier sollten Sie die Farbe wieder einen

Tick dunkler als die Ausgangsfarbe wählen. In unserem Beispiel haben

wir je Farbe eine neue Ebene erstellt und diese in einer Gruppe organisiert.

Die Farbe variiert zwischen einem dunklen Grünton und einem blau-grünen

Farbton. Heben Sie nun die Auswahl wieder auf und entfernen Sie zu

intensive Bereiche mit dem Radiergummi. Variieren Sie dabei die Deckkraft.

bildbearbeiter 07/2013

53


Workshop

Illustration

Texturen hinzufügen

11

Um den Bereichen zwischen den Blattadern mehr Tiefe zu verleihen und

kleinere Adern zwischen den größeren zu simulieren, verwendeten wir den

Ebenenstil Abgeflachte Kante und Relief mit einem Haken bei Struktur. Dort

haben wir eine Struktur ausgewählt, die unserer Meinung nach die kleinen

Adern am besten wiedergibt. Experimentieren Sie mit den Einstellungen so

lange, bis Sie ein möglichst realistisches Ergebnis erhalten. Setzen Sie dazu

den Lichtermodus beispielsweise auf Ineinanderkopieren.

Blattadern hervorheben

12

Um die Blattadern etwas mehr hervorzuheben, haben wir mit einem kleinen,

weichen Pinsel zusätzliches Licht ins Bild gemalt. Dazu haben wir uns

für ein sehr blasses Grün entschieden und die Füllmethode Normal gewählt.

Schatten hinzufügen

13

Um ein noch realistischeres Ergebnis zu erzielen, malen Sie mit dem Pinsel

aus Schritt 12 noch ein paar Schatten ins Bild – mit einem grün-blauen Farbton

und der Füllmethode Farbig nachbelichten. Sie können Licht und Schatten

auch noch im weiteren Verlauf des Workshops hinzufügen, doch achten

Sie stets darauf, diese auf separaten Ebenen ins Bild zu malen. So können Sie

jeden kleinen Lichtreflex oder Schatten jederzeit wieder verändern.

14

Zu perfekt

Die Oberflächen von Früchten sind in der Natur nicht immer perfekt, daher

entschieden wir uns dazu, noch ein wenig an der Textur zu arbeiten. Diesmal

verwendeten wir eine eingescannte Airbrush-Textur, die wir invertierten

und bei der Füllmethode Negativ Multiplizieren auf einer neuen Ebene hinzufügten.

Wir passten die Farbgebung anschließend über den Dialog Farbton/Sättigung

an, um gelbe Flecken zu erhalten. Uns hat dieser Effekt so gut

gefallen, dass wir ihn auch auf der Kirsche anwendeten, um so die Haut weniger

perfekt aussehen zu lassen, insbesondere in den helleren Bereichen.

54 bildbearbeiter 07/2013


Workshop

Illustration

15 Licht und Schatten final bearbeiten Der Stängel

Erstellen Sie eine benutzerdefinierte Pinselspitze und fügen Sie mit dieser

auf verschiedenen Ebenen Licht und Schatten hinzu. Mit kleineren Pinselspitzen

fügten wir zudem weitere Details auf den Blattadern hinzu, ebenso

mit einem größeren Pinsel auf dem Blatt.

Licht hinzufügen

16

Für den Stängel haben wir erneut einen benutzerdefinierten Pinsel angelegt

und diesen mit einem warmen Braunton nachgezogen, um so die Details

hervorzuheben. Die Füllmethode beließen wir bei Normal. Achten Sie

erneut darauf, die Farben und einzelnen Elemente auf separaten Ebenen

anzulegen. Für den oberen Bereich zwischen Blatt und Stängel haben wir

einen Gelbton sowie einen weichen Pinsel verwendet. Hier haben wir Lichter

und Schatten ebenso hinzugefügt wie zuvor die Details der Blattadern.

Für die Lichter verwendeten wir die Füllmethode Ineinanderkopieren, für

die Schatten die Füllmethode Multiplizieren.

Noch mehr Textur zur Oberfläche hinzufügen

17

Schließlich erhielten Stängel und Blatt noch eine dunkle Textur. Dazu verwendeten

wir die eingescannte Airbrush-Textur aus Schritt 14 erneut. Diesmal

haben wir jedoch darauf verzichtet, sie zu invertieren, und wählten die

Füllmethode Multiplizieren. Über den Dialog Farbton/Sättigung haben wir

erneut die Farbgebung angepasst, um ein realistisches Ergebnis zu erzielen.

Den Stamm färbten wir braun und das Blatt grün-blau.

Lichtreflexionen hinzufügen

18

Wie zuvor bereits bei der Kirsche geschehen, haben wir auch hier einige reflektierende

Lichter ins Bild gemalt (siehe Schritt 09). In diesem Fall war das

nächste Objekt die Kirsche, sodass wir einen Rotton bei der Füllmethode

Weiches Licht verwendeten. Im zweiten Schritt haben wir erneut Farbgebung

und Sättigung über den entsprechenden Dialog angepasst.

bildbearbeiter 07/2013

55


Leserumfrage

Mitmachen und tolle Preise gewinnen

Liebe Leser des bildbearbeiters,

um Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, genau den bildbearbeiter anzubieten, den

Sie gerne lesen, arbeiten wir ständig an der Optimierung und Weiterentwicklung

des Heftes. Aber ohne Ihre Hilfe geht das nicht. Deshalb bitten wir Sie: Nehmen Sie

sich ein paar Minuten Zeit und beantworten Sie nebenstehende Fragen – gerne

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Hause des Buch- und Softwareverlags Franzis im

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Leserumfrage

1. Wie würden Sie Ihre Bildbearbeitungskenntnisse einstufen?

☐ Bin Anfänger, ohne Vorkenntnisse

☐ Bin Anfänger, habe Grundkenntnisse

☐ Bin ambitionierter/erfahrener Fortgeschrittener

☐ Bin Profi auf diesem Gebiet

2. Wie würden Sie Ihre Fotografie-Kenntnisse einstufen?

☐ Bin Anfänger, ohne Vorkenntnisse

☐ Bin Anfänger, habe Grundkenntnisse

☐ Bin ambitionierter/erfahrener Fortgeschrittener

☐ Bin Profi auf diesem Gebiet

3. Nutzen Sie die Zeitschrift der bildbearbeiter...

☐ ... eher für private Zwecke.

☐ ... eher für berufliche Zwecke.

☐ ... für private und berufliche Zwecke.

☐ ... eher für Ausbildungszwecke.

4. Hier einige Themenbereiche, über die in der bildbearbieter

berichtet wird. Bitte sagen Sie zu jedem Thema , wie der

bildbearbeiter darüber berichten sollte. Meiner Meinung nach

5. Bitte sagen Sie zu jedem Produkt, wie der bildbearbeiter darüber

berichten sollte. Meiner Meinung nach

Adobe Photoshop

Adobe InDesign

Adobe Illustrator

Photoshop-Plug-ins

Photoshop Elements

Photoshop Lightroom

Raw-Konverter

6. Welche der folgenden Zeitschriften (außer der bildbearbeiter)

lesen Sie noch? (Mehrfachnennungen möglich)?

☐ Docma

☐ DigitalPhoto Photoshop

☐ CT Sonderhefte

☐ Colorfoto

☐ Pictures Magazin

☐ der Webdesigner

☐ Digital Photo

☐ Foto Magazin

☐ Practical Photoshop

☐ Photographie

☐ Foto Hits

☐ Sonstiges:

sollte mehr darüber

berichtet werden








wird optimal

darüber berichtet








sollte weniger darüber

berichtet werden








Fotoretusche

Composing

Grafikdesign

Fotografie

Typographie

Illustration

Digital Painting

Webdesign

3D

sollte mehr darüber

berichtet werden










wird optimal

darüber berichtet










sollte weniger darüber

berichtet werden










7. Welchen Beruf üben Sie aus? (Mehrfachnennungen möglich)

☐ Fotograf

☐ Webdesigner

☐ Grafikdesigner

☐ Mediengestalter Print

☐ Mediengestalter Onlinet

☐ Sonstiges:

8. Bitte nennen Sie uns Ihr Alter:

9. Bitte nennen Sie uns Ihr Geschlecht:

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Einsendeschluss ist der 10.07.2013.

Fax bitte an 02224 98826 79

oder Online: www.der-bildbearbeiter.de/leserumfrage/

*TEILNAHMEBEDINGUNGEN

1. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt. Meldet sich der Gewinner nicht

innerhalb von vier Wochen nach Absenden der ersten Benachrichtigung oder ist

die Übermittlung des Gewinnes aus Gründen, die der Gewinner verschuldet hat,

nicht möglich, verfällt der Anspruch auf den Gewinn.

2. Der Gewinn kann nicht in bar ausgezahlt werden.

3. Der Anspruch auf den Gewinn kann nicht abgetreten werden.

**

DATENSCHUTZERKLÄRUNG

Alle Daten werden vertraulich behandelt. Die daraus erstellten Statistiken erfolgen

anonym und lassen keinen Rückschluss auf einzelne Befragte zu. Ihre Adresse ist

für die Auswertung der Umfrage ohne Belang.

Einverstanden Ja ☐

Nein ☐

der bildbearbeiter 07/2013

57


Ratgeber

10 Tipps für...

Neue Serie

10 Tipps für...

Teil 1: Lightroom

Teil 2: Beautyretusche

Teil 3: Bildoptimierung (Urlaubsfotos etc.)

Teil 4: Freistellen

Teil 5: Composing

Teil 6: Digital Painting

Die Autorin

Evangeline Cooper

www.evangeline-cooper.de

Evangeline Cooper ist als freiberufliche Trainerin für

Adobe Photoshop und Lightroom sowie als Fotografin

in Hamburg tätig. Seit fünf Jahren spezialisiert sie

sich auf Bildbearbeitung und People-Fotografie und

gibt regelmäßig Workshops und Schulungen.

In unserer neuen Serie ‚10 Tipps für...‘ verrät Ihnen unsere

Expertin Evangeline Cooper die wichtigsten Kniffe zu unterschiedlichen

Bildbearbeitungsthemen. Im ersten Teil erfahren

Sie von ihr alles Wissenswerte rund um Lightroom.

Wer große Bildmengen schnell verwalten und bearbeiten möchte, ist mit Adobe Lightroom bestens

beraten. Wie Sie aus Photoshops ‚kleinem Bruder‘ das Maximum herausholen, verraten wir

Ihnen mit unseren 10 Profi-Tipps.

Performance optimieren

01

Für eine schnelle Programmperformance, insbesondere bei der Verarbeitung

großer Bildmengen, sollten Sie die Voreinstellungen von Lightroom

anpassen. In den Voreinstellungen können Sie unter Dateiverwaltung die

maximale Größe für Ihren festlegen. Je größer der Cache ist, desto mehr

Bilder kann er speichern. Die Cache-Größe sollte also in etwa der Größe des

jeweiligen Projektes entsprechen, das Sie mit einem Lightroom-Katalog

verwalten. Wenn Sie beispielsweise Shootings mit je etwa 1.000 Fotos in

einem Katalog verwalten, sollten Sie Ihre durchschnittliche Dateigröße (für

ein Raw zum Beispiel 10 MB) mit 1.000 multiplizieren. Für Ihre ideale Cache-

Größe würden sich so 10 GB errechnen. Haben Sie viel freien Platz auf Ihren

Festplatten, können Sie den Cache natürlich auch weiter erhöhen. Behalten

Sie jedoch immer die Leistungsfähigkeit Ihres Systems im Auge.

Neue Kriterien für Smart-Sammlungen

02

Für die überaus nützlichen Smart-Sammlungen wurden in Lightroom 5

neue Sortierungskriterien eingeführt und die bestehenden Kriterien wurden

zu übersichtlichen Gruppen zusammengefasst. Smart-Sammlungen

können nun beispielsweise auch für den Farbraum, Bit-Tiefe, den Smart-

Vorschau-Status u.v.m. angelegt werden. Das Erstellen und Nutzen von

Smart-Sammlungen wurde somit nochmals vereinfacht, und ich empfehle

Ihnen, für die Sortierung Ihrer Bilder mit diesen Sammlungen zu arbeiten.

Sie sind für einen zeitsparenden und effektiven Workflow unabdingbar.

58 bildbearbeiter 07/2013


Ratgeber

10 Tipps für...

Der neue Bereichsreparaturpinsel

03

Endlich ist es soweit: Im neuen Lightroom 5 gibt es einen komplett überarbeiteten

Bereichsreparaturpinsel, mit dem nunmehr nicht nur kreisförmig

gearbeitet werden kann, sondern mit dem Sie auch ungleichmäßig

geformte Objekte wegretuschieren können. Zeichnen Sie zunächst einfach

über den Bereich, den Sie retuschieren wollen. Lassen Sie dann die Maustaste

los, sucht sich Lightroom automatisch einen anderen Bereich aus dem

Bild, mit dem es die von Ihnen übermalte Stelle ersetzen möchte. Gefällt

Ihnen die Auswahl nicht, die Lightroom hierfür getroffen hat, können Sie

die zum Ersetzen ausgewählte Stelle einfach manuell verschieben, bis Sie

mit dem Ergebnis zufrieden sind. Wenn Sie in einer geraden Linie malen

möchten, können Sie übrigens einfach UMSCHALT gedrückt halten.

Der Radialfilter

04

Der neue Radialfilter erlaubt es Ihnen, eine oder mehrere Vignetten an beliebigen

Punkten im Bild einzusetzen, um Bildbereiche zu verändern. Im

Gegensatz zu normalen Vignette-Tools, bei denen die Vignette immer in

der Mitte Ihres Bildes sitzt, sind Sie mit diesem neuen Filter in Lightroom 5

völlig flexibel und können mit wenigen Klicks einzelne Bildbereiche abdunkeln

und aufhellen, oder auch in Schärfe, Kontrast, Sättigung und Klarheit

anpassen. Den Gestaltungsmöglichkeiten für dramatische Bildstimmungen

sind nun kaum noch Grenzen gesetzt. Beginnen Sie bei ausgewähltem

Radialfilter damit, Ihre erste Vignette im Bild aufzuziehen. Sie können Sie

beliebig positionieren und jederzeit in Größe und Form verändern.

Eine weitere hilfreiche Neuerung für die Arbeit mit dem Bereichsreparaturpinsel

ist die Bereiche anzeigen-Funktion. Sobald Sie den Bereichsreparaturpinsel

angewählt haben, erscheint im unteren Bereich des Entwickeln-

Modus die Checkbox Bereiche anzeigen. Wenn Sie diese Box aktivieren, wird

Ihnen Ihr Bild als schwarzweißes Relief angezeigt. Mit dem Schieberegler

neben der Checkbox können Sie einstellen, wie viel Kontrast Ihre Reliefabbildung

beinhaltet. Flecken, Schmutz und Fehler können Sie nun viel

einfacher erkennen und auch direkt in diesem Ansichtsmodus mit dem Bereichsreparaturpinsel

beheben.

Nun können Sie rechts im Panel Ihre gewünschten Einstellungen wie Belichtung

und Schärfe vornehmen. Wenn Sie den Wirkungsbereich der Vignette

umkehren wollen, können Sie übrigens einfach UMSCHALT+Apostroph-

Taste drücken. Wollen Sie nun eine weitere Vignette einfügen, um zum Beispiel

an einer weiteren Stelle im Bild die Belichtung zu korrigieren, können

Sie über Neu im rechten Panel eine weitere Vignette aufrufen und diese

wiederum mit individuellen Einstellungen versehen. Auch interessant: Bei

den Presets für den Radialfilter gibt es einige nützliche Voreinstellungen

wie zum Beispiel Haut weichzeichnen oder Irisoptimierung. Letztere können

Sie gut mit kleinen Vignetten jeweils auf den Augen anwenden.

bildbearbeiter 07/2013

59


Ratgeber

10 Tipps für...

Vorgaben in ihrer Deckkraft anpassen

05

In Lightroom 5 gibt es, genau wie auch in seinen Vorgängerversionen, wieder

jede Menge Presets beziehungsweise Vorgaben für Bildlooks. Oft sind

diese Vorgaben jedoch sehr stark in ihrer Wirkung. Um die Deckkraft solcher

Vorgaben abzuschwächen, können Sie entweder alle Regler, die für eine Vorgabe

verwendet wurden, manuell korrigieren – oder sich ein entsprechendes

Plug-in installieren. Ich empfehle Ihnen hierzu das kostenlose Plug-in The

Fader, welches Sie unter http://www.capturemonkey.com/thefader herunterladen

können. Nach dem Download und dem Entpacken der zip-Datei

können Sie das Plug-in einfach über den Lightroom-Zusatzmodul-Manager

hinzufügen und es dann über Datei>Zusatzmoduloptionen verwenden.

06 Stürzende Linien beseitigen und Horizont gerade

rücken mit der neuen ‚Aufrichten‘-Funktion

Um das Ausrichten von Horizonten und die Beseitigung von stürzenden

Linien zu vereinfachen, gibt es in Lightroom 5 eine neue Funktion namens

Aufrichten im Panel bei Objektivkorrekturen, mit der stürzende Linien

und schiefe Horizonte automatisch behoben werden können. Bereits in

Lightroom 4 waren solche Korrekturen möglich, jedoch mussten sie manuell

durchgeführt werden und brachten dadurch teilweise minder gute

Ergebnisse. In Lightroom 5 wird die Ausrichtung nun automatisch vom

Programm berechnet. Hierfür stehen verschiedene Korrekturen bei den

Grundeinstellungen der Objektivkorrekturen zur Verfügung. Die einfachste

Korrektur ist Auto, mit der ich im Test größtenteils sehr gute Ergebnisse

erzielen konnte. Bei speziellen Ausrichtungsproblemen können Sie noch

zwischen Korrekturen für eine vertikale und horizontale Ausrichtung und

volle Ausrichtungsanpassung wählen.

Sie können mit dem Plug-in übrigens nicht nur die Deckkraft von Vorgaben

nach unten regeln, sondern Sie auch bis auf 150 % verstärken.

Freistellungsüberlagerung anpassen

07

In Lightroom 5 stehen nun verschiedene Schnitte für die Freistellungsüberlagerung

zur Verfügung. Mit der Taste ‚O‘ können Sie zwischen verschiedenen

Freistellungsüberlagerungsvorgaben hin- und herwechseln. Dabei

gibt es neue, sinnvolle Presets wie beispielsweise den Goldenen Schnitt oder

auch Seitenverhältnisse, die Ihnen bei der Wahl Ihres Bildausschnittes helfen.

Bilder unterwegs bearbeiten Smart-Previews

08

Das neue Lightroom 5 erlaubt es Ihnen nun, Bilder auch unterwegs zu bearbeiten,

ohne dass Sie Ihre Festplatten mit den tatsächlichen Bilddaten dabeihaben

müssen. Zu diesem Zweck erstellt Lightroom kleine Dateien, sogenannte

‚Smart-Vorschauen‘. An diesen Bildern können Sie alle Bearbeitungen

ganz normal vornehmen, und Lightroom synchronisiert diese Änderungen

später automatisch mit den in Groß aufgelösten Bildern. Diese Funktion ist

nicht nur sinnvoll, weil Sie nicht immer all Ihre Raw-Dateien mit sich führen

müssen, sondern sie beschleunigt auch das mobile Arbeiten. Statt an einer

20 bis 30 MB großen Raw-Datei, arbeiten Sie nur an einer etwa 1 MB großen

Smart-Vorschau und entlasten so auch Ihren Rechner.. Setzen Sie hierfür

beim Import Ihrer Fotos in den Lightroom-Katalog unter Dateiverwaltung

einfach ein Häkchen bei Smart-Vorschauen erstellen.

60 bildbearbeiter 07/2013


Ratgeber

10 Tipps für...

09 Hilfslinien und Raster konfigurieren, Layoutbilder

einfügen

10 Behalten Sie den Überblick

Insbesondere für Layouter gibt es in Lightroom 5 tolle Neuerungen: Hilfslinien

und Raster können individuell in Position und Erscheinungsbild konfiguriert

werden, außerdem können Layoutbilder auf einem Foto eingeblendet

werden, beispielsweise ein Logo oder Titelbild. Die Einstellungen hierfür

finden Sie unter Ansicht>Lupenüberlagerung. Hier können Sie Hilfslinien

und /oder ein Raster einblenden. Bei gedrückter CMD/STRG-Taste können

Sie die Hilfslinien verändern sowie die Rasterabstände und Deckkraft des

Rasters anpassen.

Um in der gut gefüllten Benutzeroberfläche von Lightroom den Überblick

zu behalten, gibt es einige nützliche Kürzel. Die Taste ‚F‘ führt zur Vollbildansicht

ohne Menüs. Wenn Sie die Taste ‚L‘ einmal drücken, werden die Menüs

rund um Ihr Bild abgedimmt.

Über Ansicht>Lupenüberlagerung>Layoutbild auswählen können Sie sich

Bilddateien, wie zum Beispiel ein Logo-PNG, in Ihr Bild einblenden.

Drücken Sie die Taste ‚L‘ erneut, wird die gesamte Arbeitsfläche um Ihr Bild

schwarz gefärbt. Es können auch vorher im Bibliothek-Modul mehrere Bilder

ausgewählt werden. Wird dann die Taste ‚L‘ gedrückt, wird alles um diese

Bilder herum schwarz. Die Taste ‚F5‘ blendet die Modul-Leiste aus, ‚F6‘

lässt den Filmstreifen unten verschwinden, ‚F7‘ blendet die Panels auf der

linken Seite aus, ‚F8‘ die Panels auf der rechten Seite. Die TAB-Taste blendet

alle Menüs auf Grau aus. Wenn Sie im Entwickeln-Modul immer nur

ein Panel auf der rechten Seite beim Arbeiten geöffnet haben möchten,

aber nicht von Hand immer alle anderen Panels schließen wollen, können

Sie den Solomodus aktivieren. Klicken Sie hierzu einfach mit der rechten

Maustaste in den rechten Panel-Bereich und setzen Sie ein Häkchen bei

Solomodus.

bildbearbeiter 07/2013

61


Galerie

Cris Delara

Glamour-Girls

Die Königin der Pin-ups: Cris Delara

www.crisdelara.com

Farbenfroh, neckisch und sexy. Das sind die drei Attribute

die uns zuerst in den Sinn gekommen sind, als wir die

Pin-ups der in Kanada lebenden Basilianerin Cris Delara

während einer Internetrecherche erblickten. Die 44-jährige

Künstlerin hat sich erst recht spät dazu entschlossen,

ihrer künstlerischen Ader zu folgen und hauptberuflich zu

illustrieren. Ursprünglich wollte sie in den kaufmännischen

Bereich einsteigen, entschied sich aber dennoch eines

Tages dazu, ihrem Instinkt zu folgen und die Illustration

hauptberuflich auszuüben. Ein gutes Auge für das Detail

und das notwendige Talent zum Zeichnen hatte sie schon

immer. Den Einstieg in das professionelle Zeichnen fand

sie mithilfe von einigen Kunstkursen und -büchern, mit denen

sie sich das Basiswissen und grundlegende Techniken

der Malerei aneignete. Seither arbeitet Delara mit sehr viel

Selbstdisziplin und Leidenschaft konsequent an der stetigen

Weiterentwicklung ihrer Fertigkeiten und Techniken,

„was wahrscheinlich auch niemals enden wird“, wie sie uns

freudestrahlend erzählt. Ihre Spezialitäten sind Pin-ups, die

sie mit viel Liebe zum Detail anfertigt. Für deren Erstellung

verwendet Delara Photoshop und Corel Painter: „Ich liebe

es, wenn ich meinen digital erstellten Bildern einen traditionellen

Touch verleihen kann. Dafür kreiere ich meistens

neue organische Pinselspitzen und probiere unterschiedliche

Lichtgebungen aus, um immer wieder neue Ergebnisse

zu erhalten und meine Bilder weiterzuentwickeln.“ Je

nachdem, wie detailliert die einzelnen Pin-ups ausgearbeitet

werden sollen, investiert sie zwischen acht und zwölf

Stunden für die Fertigstellung eines Bildes. „Generell mag

ich einen realistischen Stil, gleichzeitig verehre ich aber

auch Cartoons und den Manga-Style. Eigentlich mache

ich mir nicht so viele Gedanken darüber, in welches Genre

meine Werke einzuordnen wären. Ich folge da eher einem

Bauchgefühl, meinem Herzen und dem Bild vor meinem

geistigen Auge.“ Die Ideen für ihre Figuren findet sie im Alltag.

So können einige ihrer Pin-ups durchaus wildfremde

Menschen darstellen, die sie zufälligerweise beim Einkaufen

in einem Supermarkt oder einem Coffee Shop gesehen

hat. Auch Musik und Filme sind für Delara eine gute

Inspirationsquelle: „Ohne Musik kann ich nicht arbeiten. Zu

jedem Pin-up erstelle ich eine eigene Playlist, die ich während

der Ausarbeitung höre und die den Charakter der dargestellten

Figur widerspiegelt“, erklärt sie ihre Arbeitsweise.

Außerdem lässt sie sich gerne von anderen Künstlern

Sweet Whispers © Cris Delara

62 bildbearbeiter 07/2013


Galerie

Cris Delara


Galerie

Cris Delara


Galerie

Cris Delara

wie den amerikanischen Malern und Illustratoren

J. C. Leyendecker, Gil Elvygren, Norman Rockwell

und dem Comic-Zeichner Alex Ross inspirieren. Zu

ihren persönlichen Lieblingswerken gehört das Bild

‚Abigail‘, das eine kleine, charmante Hexe darstellt.

Diese Hexe ist gleichzeitig ihr Maskottchen und repräsentiert

ihr Künstlerstudio.

Aktuell hat sie einen großen Fisch an Land gezogen:

Chris Delara illustriert Pin-ups für die Motorrad-

Kultmarke Harley-Davidson. „Leider darf ich noch

nicht mehr über das Projekt verraten. Nur so viel:

Ich genieße die Arbeit sehr. Und ich hoffe, meine

kleinen Kunstwerke durch diesen Auftrag einem

breiten Publikum präsentieren zu können“, erzählt

sie uns. Auch wenn wir uns in dieser Künstlervorstellung

auf die wunderschönen Pin-ups konzentriert

haben, wollen wir es nicht versäumen, noch

explizit auf die Homepage der Künstlerin hinzuweisen

(www.crisdelara.com). Denn neben den Pinups

beschäftigt sie sich auch mit Character Design,

Comics und zeichnet traditionelle Porträts. Im Moment

kann die vielseitig aufgestellte Künstlerin also

nicht über Langeweile klagen – ganz im Gegenteil.

Als Mutter zweier Söhne, Besitzerin dreier Katzen

und eines dreistöckigen Hauses, Kunstlehrerin an

einem College und freischaffende Künstlerin hat sie

täglich einen straffen Zeitplan. „Ich versuche, immer

meine gute Laune zu behalten, lache viel über mich

selbst und bringe meine Kinder zum Lachen, wenn

ich beispielsweise wie Michael Jackson durch die

Küche tanze und ihnen währenddessen das Mittagessen

koche. Aber mal Scherz beiseite: Ich relaxe

am besten, wenn ich morgens mit dem Fahrrad losziehe,

mich in den Park oder in ein Café setze und

Leute skizziere“, erzählt sie uns lachend.

Eine schöne Vorstellung. Wir freuen uns jetzt schon

auf die neuen Werke und die Veröffentlichung des

Harley-Davidson-Projektes der Künstlerin.

Happy Halloween © Cris Delara

von Dragana Mimić

Cind Back © Cris Delara

bildbearbeiter 07/2013

65


Workshop

Fotomanipulation

© Michael Baierl

Der Autor

Michael Baierl

www.xomi.de

Der Photoshop-Künstler Michael Baierl aka „Xomi“

hat seine anfängliche Leidenschaft für die Fotografie

und Bildbearbeitung zum Hauptberuf gemacht.

Ursprünglich in der Marktforschungsbranche tätig,

übernimmt er heute die digitale Postproduktion

für Fotografen und Agenturen. Das Spektrum des

Autodidakten reicht hierbei von klassischer Beautyretusche

bis hin zu verschiedenen Fashion-Looks

oder verträumter Märchenretusche. Seine Arbeiten

finden sich immer wieder in verschiedenen Fachmagazinen.

Die aktuellsten Infos zu seinen Projekten

findet man in seinem persönlichen Blog.

www.xomi.de.

Auf einen Blick

Schwierigkeitsgrad:

Ab Photoshop-Version:

Das lernen Sie:

Pinsel

Füllmethoden

Einstellungsebenen

Mittel

Das Arbeitsmaterial:

Sie finden das Ausgangsbild unter

www.sonic-media-download.de.

Shortlink: http://goo.gl/UidTM

CS

bearbeitet von Angela Heider-Willms

Frische Farben

für alte Fotos

Der Experte Michael Baierl zeigt Ihnen in diesem Workshop,

wie Sie mit Füllmethoden, Einstellungsebenen und Schnittmasken

einem eingescannten Schwarzweiß-Foto seine Farbe

zurückgeben – egal ob mit Photoshop oder Elements.

66 bildbearbeiter 07/2013


Workshop

Fotomanipulation

i Retusche & Restaurierung –

Photoshop-Techniken, um

das Optimum aus Ihren Bildern

herauszukitzeln

Schwarzweiß-Fotos aus vergangenen Zeiten haben ihren ganz besonderen Charme. Doch manchmal

stellt sich die Frage, wie dieses Foto wohl heute aussehen würde. Die Koloration eines alten

Schwarzweiß-Fotos ist ein schönes, kreatives Projekt, das sich unser Experte Michael Baierl vorgenommen

hat. Er zeigt Ihnen, wie Sie mit einfachsten Methoden Schwarzweiß-Bildern Farbe verleihen

und sich dabei die Füllmethoden von Photoshop, Einstellungsebenen und Schnittmasken zum Feintunen

zunutze machen. Michael Baierl demonstriert den Workshop anhand von Photoshop CS6. Der

Workshop ist jedoch auch mit älteren Versionen, und bis auf gewisse Einstellungen sogar mit Photoshop

Elements, problemlos nachvollziehbar. „Mein fertiges Ergebnis hat etwa 20 Minuten in Anspruch

genommen. Es handelt sich um eine einfache Kolorierung mit schnellem Feintuning“, meint Michael

Baierl. „Natürlich können die Techniken auch aufwändiger gestaltet werden, wenn man mehr Zeit zur

Verfügung hat.“ Die Schwarzweiß-Postkarte (die übrigens Michael Baierls Heimatdorf Regenhütte in

Niederbayern zeigt) können Sie auf unserer Webdisk auf der Seite 96 herunterladen und selbst nach

Anleitung des Trainers kolorieren. Aber natürlich können Sie die erlernten Techniken auch auf Ihre

eigenen Fotos anwenden. Haben Sie ein besonders schönes Ergebnis erzielt? Dann schicken Sie es an

redaktion@der-bildbearbeiter.de.

Michael Baierl zeigt Ihnen in diesem Videotraining,

für welche Art von Foto beziehungsweise Problem

Sie welche Retusche- oder Restaurierungstechnik benötigen.

Schauen Sie dem Experten bei seinem persönlichen

Workflow über die Schulter und erfahren

Sie, wie Korrektur-Funktionen, Werkzeuge und Ebenen

optimal miteinander kombiniert werden, um nahezu

alle Herausforderungen meistern zu können.

Sie werden sehen: Nach diesem Videotraining können

Sie unterschiedliche Bildsituationen richtig einschätzen

und sie nichtdestruktiv, Ihren Vorstellungen

entsprechend, optimieren.

Highlights:

Das im Januar 2013 bei video2brain erschienene

Videotraining Retusche & Restaurierung –

Photoshop-Techniken, um das Optimum aus Ihren Bildern

herauszukitzeln von und mit Michael Baierl hat

eine Laufzeit von fünf Stunden und umfasst acht

ausführliche Kapitel. Das Videotraining ist für 39,95 €

erhältlich.

Weitere Informationen unter:

http://www.video2brain.com/de/videotraining/

retusche-restaurierung

bildbearbeiter 07/2013

67


Workshop

Fotomanipulation

Neues Leben für Schwarzweiß-Bilder

01

Es gibt mehrere Möglichkeiten, ein solches Projekt anzugehen. Sie können

hier beispielsweise mit einer Hintergrundkopie arbeiten (CMD/STRG+J).

Zoomen Sie mit CMD/STRG+PLUS auf 100 % heran und wählen Sie eine

Vordergrundfarbe. Ich habe für die Wiese ein sattes Dunkelgrün verwendet

(#356A31). Dann wechseln Sie zum Pinselwerkzeug, dessen Größe Sie über

die Tasten ‚Ö‘ und ‚#‘ anpassen können.

Färben statt malen

02

Wähle ich eine Deckkraft von 100 %, entsteht eine undetaillierte Farbfläche,

unter der die Wiese verlorengeht. Um die Struktur zu erhalten, können Sie

mit den Füllmethoden von Photoshop arbeiten. Entweder stellen Sie die

Füllmethode der Hintergrundkopie auf Farbe oder Sie stellen die Füllmethode

des Pinsels in der Optionsleiste unter Modus auf Farbe. So können Sie die

Wiese einfärben, ohne die Struktur des Grases zu verändern.

Mehr Details

© video2brain

03

Ein Blick auf das Foto zeigt schnell, dass ein Grünton allein nicht ausreichen

wird. Bedenkt man, dass dies auch für alle anderen Flächen gelten wird,

kommen schnell zehn bis 20 verschiedene Farbtöne zusammen, die man

verwenden möchte. Würden Sie für jede Farbe eine neue Hintergrundkopie

anlegen, wäre die Ebenenpalette schnell gefüllt und – je nach Bildgröße – die

Rechenleistung Ihres Computers bald an der Grenze der Belastbarkeit. Daher

sollten Sie auf leeren Ebenen arbeiten, die Sie in einer Gruppe anlegen und

nach den Bereichen des Bildes benennen.

Schichtarbeit

© video2brain

04

Je mehr Ebenen und Farbtöne Sie verwenden, desto detailreicher wird die

Kolorierung. Doch auch schon mit relativ wenig Aufwand kann eine überzeugende

Arbeit entstehen. Wir beginnen erneut mit der Wiese: Diesmal öffnen

wir eine neue leere Ebene, die wir ‚Wiese unten‘ nennen. Testen Sie das Grün

in der Füllmethode Farbe. Wir stellen fest, dass es etwas zu grell ist und passen

Deckkraft und Farbtemperatur an. Schließlich entscheide ich mich für den

Farbton #4D5C39 und arbeite damit auf der Wiese bei 66 % Zoom. Möchten

Sie es wirklich genau ausführen, sollten Sie auf 300 % arbeiten.

© video2brain

© video2brain

68 bildbearbeiter 07/2013


Workshop

Fotomanipulation

Es grünt so grün

05

Schon mit einem einzigen Farbton können gute Ergebnisse erzielt werden,

da die Helligkeitswerte und Strukturen des Originalmotivs durch die

Füllmethode erhalten bleiben und so automatisch Farbnuancen entstehen.

Noch realistischer wird es natürlich, wenn Sie noch mehr Farbtöne

verwenden. Ich wähle ein etwas dunkleres Grün und töne die Schatten

damit leicht ab. Die fertige Koloration kann ich über die Deckkraft der

Ebene feinjustieren. Zu knallige, grelle Farben wirken schnell künstlich.

Wenn Sie die Deckkraft etwas nach unten regulieren, kommt dies dem

natürlichen, alten Charme des Ausgangsfotos zugute, sodass es schon

viel ansprechender wirkt. Ich wähle eine Einstellung von 71 %.

Häuser

06

Auf einer neuen leeren Ebene namens ‚Häuser‘ bearbeite ich die Häuser im

Vordergrund. Ich verwende dafür einen warmen Braunton, den ich erneut

erst austeste, um mich dann doch für eine andere Variante zu entscheiden

(#7F5F44). Damit färbe ich zunächst nur die Dächer der Häuser und pinsele

mich so munter durch das ganze Foto.

© video2brain © video2brain

Ambitionen

07

Wir arbeiten jetzt recht schnell und mit reduzierten Farben, und bereits jetzt

sehen Sie, dass es durchaus Zeit in Anspruch nimmt. Möchten Sie jedes

Detail des Fotos haarfein kolorieren, werden Sie wohl mit weniger als zwei

Stunden nicht auskommen. Ein so aufwendig koloriertes Foto ist aber auch

die Zeit und Mühe wert, die Sie investieren, und ein schönes Geschenk dazu.

Wandfarbe

08

Für die Häuserfarbe suche ich mir ein warmes, cremiges Gelb aus (#A99161),

mit dem Häuser übrigens früher tatsächlich gern gestrichen wurden und das

daher gut ins Gesamtbild passt. Nach diesem Prinzip werde ich auch den Rest

der Häuser im Bild färben, und so fahre ich nun mit dem Himmel fort.

© video2brain

© video2brain

bildbearbeiter 07/2013

69


Workshop

Fotomanipulation

Himmelblau

09

Auch für den Himmel öffne ich eine entsprechend benannte neue, leere

Ebene und suche mir einen schönen Blauton mit einem hohen Anteil von

Cyan aus (#5290B7). Ich zoome mit der Lupe auf 100 % und färbe den

Himmel ein – zuvor muss die Füllmethode wieder auf Farbe zurückgesetzt

werden. Der Effekt ist zunächst sehr grell, aber wir regulieren die Deckkraft

später auf 64 %. Ein weiterer Vorteil der leeren Ebene ist das nichtdestruktive

Arbeiten. Versehentlich angemalte Bäume oder Berge können mit dem

Radiergummi schnell wieder von der blauen Farbe befreit werden.

Feinschliff

10

Sind Sie mit dem Kolorieren fertig, können Sie über Photoshops Einstellungsebenen

leicht Korrekturen vornehmen, etwa den Farbton der Ebene

‚Wiese vorne‘ über eine Farbbalance-Einstellungsebene anpassen. Bedenken

Sie, dass eine geöffnete Einstellungsebene alle darunterliegenden Ebenen

beeinflusst. Möchten Sie den Effekt auf die ‚Wiese‘-Ebene reduzieren,

müssen Sie eine sogenannte Schnittmaske erstellen, entweder durch das

Schnittmasken-Symbol unten links in der Einstellungsebene oder per ALT-Klick

auf die Trennlinie zwischen Einstellungsebene und ‚Wiese vorne‘-Ebene.

© video2brain © video2brain

11

Mehr Realismus

So können Sie im Nachhinein die Farben der Ebene über die Regler der

Einstellungsebene angleichen. Im Beispiel habe ich den Grünton der Wiese

über eine Erhöhung des Rot-Werts um 38 Stufen und des Gelb-Werts

um zwei Stufen leicht aufgewärmt. Das Gras wirkt jetzt viel realistischer,

eben wie eine warme Sommerwiese. Auch die anderen Wiesentöne passe

ich auf diese Art an und verleihe dem Wald, der zu dunkel und gesättigt

wirkt, eine leicht bräunliche Farbe (Rot +34). Gehen Sie auf dieselbe Weise

mit den anderen Elementen des Fotos vor. Auch Kontrast, Tonwert,

Sättigung und so weiter können Sie mit Einstellungsebenen anpassen.

© video2brain

70 bildbearbeiter 07/2013


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Rechnung fällig. Das Abonnement jeder 71 g

kann jederzeit (zu

Ausgabe)

schriftlich gekündigt werden. Ansonsten verlängert sich der

Bezug jeweils um ein Jahr. Sie erhalten eine Geld-zurück-Garantie.


RGB

Indiziert

Graustufen

Duplex

Simplex

Bitmap

Serie Teil 3

Teil 1: Die Terminologie

Teil 2: CMYK, RGB und Lab

Teil 3: HSB, Graustufen und Bitmap

Teil 4: Indizierte Farben, Duplex und Mehrkanal

Teil 5: Änderungen zwischen Modi und

8 Bit, 16 Bit, 32 Bit

Bildmodus und Farbtiefe in der Bildbearbeitung

HSB, Graustufen und Bitmap

Um Photoshop optimal nutzen zu können, sollten Sie sich mit

den verschiedenen Möglichkeiten der Funktionen Bildmodus

und Farbtiefe auskennen. Im dritten Teil unserer neuen Serie

liefert Ihnen Sibylle Mühlke einen umfassenden Überblick über

alles, was Sie zu diesem Thema wissen müssen.

Die Autorin

Sibylle Mühlke

www.textundwissen.de

Sibylle Mühlke ist als freiberufliche Autorin und Texterin

spezialisiert auf die Vermittlung komplexer Inhalte.

Sie schreibt Unternehmenstexte, E-Learning-Texte

und Journalistisches und ist Autorin des 1200-Seiten-

Bestsellers „Adobe Photoshop CS6 - Das umfassende

Handbuch“, das bei Galileo Press erschienen ist.

HSB – kein Modus, aber ein

Farbmodell

HSB ist ein weiteres Modell, Farbe geräteunabhängig

zu beschreiben. Es beschreibt Farbe

durch die drei Parameter Farbton (Hue), Sättigung

(Saturation) und Helligkeit (Brightness).

Wie das Lab-Modell, das wir Ihnen in der Ausgabe

06/2013 bereits vorgestellt haben, orientiert

sich auch HSB an der menschlichen Farbwahrnehmung.

Definiert werden die Farben in Werten

zwischen 0 und 360, die eine Position auf

dem Standard-Farbkreis angeben. Das hört sich

komplizierter an, als es ist, denn die Photoshop-

Farbwerkzeuge ermöglichen einen intuitiven

Umgang mit HSB-Farben.

Als Bildmodus steht HSB nicht zur Verfügung –

kennen sollten Sie das Farbmodell aber trotzdem,

denn in Photoshop begegnen Sie HSB immer

wieder, so zum Beispiel beim Festlegen eigener

Farben. Dazu stehen Ihnen in Photoshop

gleich zwei Werkzeuge zur Verfügung:

72 bildbearbeiter 07/2013


1

der großformatige Farbwähler, mit dem Sie alle

Farbsysteme gleichzeitig im Blick haben, und

die handlichere Farben-Palette (erreichbar über

Fenster>Farbe oder mit dem TastenkKürzel ‚F6‘).

Auch die Bildkorrektur-Werkzeuge Farbton/Sättigung

und Farbbalance arbeiten intern nach dem

Prinzip HSB.

2

1

2

4

3

Farbwähler: Im Farbwähler legen Sie eigene Farben

durch Zahleneingabe (1) durch Klicken ins Farbspektrum

frei oder (2) durch Verschieben des Reglers fest.

und 255, ähnlich wie bei RGB-Farben. So lauten

die Werte an den Messpunkten:

Der hölzerne Schaft des Buntstifts (1) bekommt

einen Grauwert von 46 %.

Der bisherige Orangeton (2) wird im Graustufenbild

mit 49 % umschrieben.

Schwarz (3) hat erwartungsgemäß 100 %.

Der dunkelblaue Stift (4) hat nun den Grauwert

79 %.

1

2

Farbmodelle: Über das Seitenmenü können Sie zwischen

den verschiedenen Farbmodellen wechseln. Auch

hier legen Sie Farben durch Zahleneingabe, Klicken auf

das Farbspektrum (1) oder durch Verschieben der Farbregler

(2) fest.

Der Bildmodus Graustufen –

256-mal Grau

Die bisher vorgestellten farbigen Bildmodi hatten

alle eine Datentiefe zwischen 24 und 32 Bit

bei drei bis vier Farbkanälen à 8 Bit. Es ist aber

auch möglich, Bilder mit einer geringeren Datentiefe

zu erstellen und zu reproduzieren. So enthält

ein Graustufenbild nur einen Kanal à 8 Bit,

das heißt, 256 Graustufen stehen zur Verfügung.

Graustufen

In Photoshop wird die Luminanz – die Helligkeit

– der einzelnen Graustufen in Prozentwerten

zwischen 0 % (Weiß) und 100 % (Schwarz) definiert;

bisweilen findet man auch Angaben zwischen 0

Farbig: So wird aus diesem Farbbild …

Schwarzweiß:… ein ganz passables Graustufenbild

mit 256 Tonwerten. Das Auge ist auch damit zufrieden.

i Photoshop CS6 –

Das umfassende Handbuch

von Sibylle Mühlke

Das Standardwerk zu Photoshop CS6 – umfassend,

praxisnah und leicht verständlich. Die Autorin Sibylle

Mühlke vermittelt geballtes Photoshop-Wissen

und erklärt alle Werkzeuge und Funktionen der

Software – vom Öffnen einer Datei bis hin zur Arbeit

mit den 3D-Werkzeugen in Photoshop Extended.

Sie erhalten hier zahlreiche Tipps und Hintergrundinfos,

lernen, welche Regler und Buttons Sie anklicken

müssen, und bekommen Ihre Software von A

bis Z komplett in den Griff! Alle wichtigen Themen

werden anhand von Praxisbeispielen erklärt, die Sie

Schritt für Schritt nachvollziehen können. Das benötigte

Beispielmaterial finden Sie natürlich auf der

beiliegenden Buch-DVD.

Highlights:

Das 2013 im Galileo-Verlag erschienene Buch Photoshop

CS6 – Das umfassende Handbuch von Sibylle

Mühlke ist 1219 Seiten stark und komplett in Farbe. Die

beigelegte DVD beinhaltet alle Beispielfotos zum Nachbauen,

eine Testversion von Adobe Photoshop CS6 für

Windows und Mac, kostenlose Plug-ins, Share- und

Freeware sowie über zwei Stunden Video-lektionen.

Der Preis liegt bei 49,90 Euro. (ISBN 978-3-8362-1883-2)

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.galileodesign.de/3058

bildbearbeiter 07/2013

73


Ratgeber

Fachwissen: Bildbearbeitung

Kanäle: Im Graustufenbild unterscheiden sich das

Bild und seine Abbildung im einzigen Kanal gar nicht

voneinander. Mit einer Datentiefe von nur 8 Bit und einem

Kanal sind Graustufendateien sehr klein.

Wann verwendet man

Graustufenbilder?

Eingesetzt werden Graustufenbilder, wenn es

darum geht, Kilobyte zu sparen, oder auch aus

ästhetischen Gründen. Zudem ist der Bildmodus

Graustufen die Grundlage für eine weitere Konvertierung

in Duplex- oder Bitmap-Bilder (Strichbilder).


Schwarzweiß-Konvertierung

Die Änderung des Bildmodus ist die schlechteste

Möglichkeit, aus Farbbildern Schwarzweiß-Bilder zu

machen. Der Moduswechsel sollte erst am Ende der

Umwandlung stehen. Welche Werkzeuge Sie für

eine kontrollierte Modusänderung nutzen können,

erfahren Sie in unserem Technik-Tipp zum Thema

Schwarzweiß-Konvertierung von dem Fotografen

und Photoshop-Experten Stefan Klein ab Seite 80.

Bitmap-Modus – für Strichbilder

Strichbilder – in Photoshop ‚Bitmap‘ genannt –

kommen mit einer noch geringeren Datenmenge

zur Bildbeschreibung aus als Graustufenbilder,

nämlich mit einem Bit. Ein Pixel kann dann

nur noch entweder schwarz oder weiß sein. Wie

bei Graustufenbildern auch gibt es hier nur einen

Kanal.

Im Gegensatz zu allen anderen Bildmodi können

Sie bei Bitmaps Alphakanäle nicht selbst hinzufügen,

und der Funktionsumfang von Photoshop

ist ebenfalls sehr stark eingeschränkt. Verschiedene

Graustufen werden in Bildern im Bitmap-

Modus durch Rastermuster vorgetäuscht.

Unter Bild>Modus>Bitmap finden Sie das Dialogfeld,

in dem Sie das gewünschte Raster genauer

einstellen können. Bedenken Sie aber, dass ein

Bild vor der Modusänderung in ein Bitmap-Bild

schon als Graustufenbild vorliegen muss.

Wann verwendet man den Bitmap-

Modus?

Geeignet ist der Bitmap-Modus für Strichzeichnungen,

und hier ist es sinnvoll, schon beim

Scannen diesen Modus vorzugeben. Der Bitmap-

Modus ist eigentlich der klassische Modus für

Scans von Text oder Zeichnungen, eher als ein

Modus, mit dem Bildbearbeiter oft umgehen

würden.

Rautenmuster: Eines der möglichen Rastermuster, um fehlende Graustufen im Bildmodus Bitmap zu ersetzen.

Kanäle: Auch im Bitmap-Modus gibt es nur einen

Kanal. Die Dateien werden noch kleiner als in Graustufen.


Schwellenwert 50 %

Wenn Ihre Zeichnung im Graustufenmodus vorliegt

und Sie verhindern wollen, dass Ihr Bild bei

der Modusänderung ein Rastermuster bekommt,

wählen Sie unter Verwenden die Einstellung

Schwellenwert 50 % – Sie erhalten dann ein ungerastertes

Bild, wobei der Schwellenwert festlegt,

welche Grauwert-Pixel beim Konvertieren

schwarz und welche weiß werden. Strichzeichnungen,

bei denen es auf Kantenschärfe ankommt,

profitieren unter Umständen von der

Bitmap-Einstellung Schwellenwert.

Bitmap-Raster: Das Dialogfeld zur Einstellung eines

Bitmap-Rasters. Unter Methode bestimmen Sie, wie

Ihr Bild gerastert werden soll.

Anschließend legen Sie eventuell weitere Rastereinstellungen

fest.

74 bildbearbeiter 07/2013


ild

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Galerie

Robert Sakowski


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Robert Sakowski

Model, Fotograf,

Bildbearbeiter

Profi vor und hinter der Kamera: Robert Sakowski

www.sccy.de

Alina1: „Diese Bilder stammen aus einem Shooting und gehören zu

meinen älteren Arbeiten. Das Bild Alina2 hatte ich erst ausgemistet, weil

es mir beim Shooting einfach nicht gefallen hat. Erst Wochen später habe

ich es nochmal zwischen die Finger bekommen und ausgearbeitet. Meistens

werfe ich nach einiger Zeit nochmal einen Blick in die Ordner vergangener

Shootings, weil man dann einen wesentlich neutraleren Blick dafür

hat.“ © Robert Sakowski / Foto: SCCY / Model: Alina G.

Arzthelfer, Architekt, Model, Fotograf, Bildbearbeiter – der

26-jährige Robert Sakowski hat viele Gesichter. Nach einer

abgeschlossenen Berufsausbildung zum Arzthelfer nahm Sakowski

Ende letzten Jahres ein Architektur-Studium in München

auf. In seiner Freizeit widmet er sich am liebsten seinen

beiden größten Leidenschaften, dem Fotografieren und Bildbearbeiten.

Angefangen hat damals jedoch alles erst einmal

hinter der Kamera: „Richtig intensiv und speziell auf den Bereich

der Beautyretusche kam ich durch meine gelegentliche

Arbeit vor der Kamera. Die professionelle Arbeitsweise aus

diesen kreativen Bereichen, wie zum Beispiel bei dem Musikvideo

zu Katy Perrys ‚Fireworks‘ oder auch Katalogshootings

für EMP und Wildcat, hat mich einfach fasziniert und letztlich

dazu inspiriert, selbst zu produzieren.“ Der Fotografie geht

der Künstler erst seit etwa vier Jahren nach. Davor hatte er

sich aber bereits seit seiner Jugend Schritt für Schritt an die

Bearbeitung von Bildern herangetastet: „Das mit der Bildbearbeitung

fing bei mir mit meinem ersten eigenen Rechner

an, also vor etwa elf Jahren – damals zunächst noch als Spielerei

mit dem mitgelieferten ‚Microsoft Picture it‘.“ Heute setzt

Sakowski bei der Postproduktion seiner Fotos voll und ganz

auf Photoshop und Camera Raw: „Die einzigen Programme,

die ich nutze, sind Apples Aperture, CS6 und Camera Raw.

Aperture nehme ich für Tethering beim Shooten, weil ich die

Bilder sofort groß sehen will und meine Kamera, eine Nikon

D2xs, nicht von Lightroom unterstützt wird. Es lässt sich sehr

intuitiv bedienen und läuft super. Camera Raw war der erste

und einzige Raw-Converter, den ich je benutzt habe. Er lässt

sich leicht bedienen und bietet einen tollen Leistungsumfang.

Dort nutze ich sehr oft die Belichtungskorrektur durch

Tiefen und Lichter. Meine Lieblingsfunktionen bei Photoshop

sind die Gradationskurven, der Bereichsreparaturpinsel und

natürlich die Masken.“ Das einzige, was ihm bei Photoshop

noch zu seinem Glück fehlt, ist „ein Werkzeug, das mit einem

Klick immer perfekt das maskiert, was ich will“.

Seinen Stil konkret einzuordnen oder zu beschreiben, fällt

ihm schwer, dazu fehle ihm die Distanz, meint Sakowski. Aber

was sich wie ein roter Faden durch seine Bilder zieht, ist eine

gewisse Künstlichkeit in Struktur und Farbe, wie er findet: „Es

ist bestimmt nicht die absolute Realität, die ich abbilden will.

Wenn ich mir heute meine ersten Bilder ansehe, dann würde

ich aber auf jeden Fall sagen, dass ich jetzt wesentlich sauberer

und präziser arbeite. Aber vielleicht werde ich das nächstes

Jahr auch über meine heutigen Arbeiten sagen.“

An Aufträgen mangelt es dem Künstler keinesfalls. Erst kürzlich

durfte er die Postproduktion eines Shootings mit Micaela

Schäfer übernehmen: „Es galt 27 ausgewählte Bilder zu verarbeiten,

was richtig viel Zeit beanspruchte. Meiner Meinung

nach sind das die besten Bilder, die ich je gemacht habe. Das

liegt vor allem an dem super Team und der tollen Location.

Man darf also gespannt sein.“ Was er jedem Kunden immer direkt

deutlich macht, ist, dass es seine Fotos nur ganz oder gar

bildbearbeiter 07/2013

77


Galerie

Robert Sakowski


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Robert Sakowski

Elisa: „Das Bild Elisa war deutlich unterbelichtet und die

Farbe der Wand fand ich auch nicht so harmonisch. Darum

rate ich immer, brav in RAW zu fotografieren, dann kann man

Belichtungsfehler gut ausbessern. Was man nicht sieht ist, dass

das Model hier auf der Lehne einer Couch steht und der Blitz wegen

mangelndem Platz in den Nebenraum verfrachtet wurde.“ ©

Robert Sakowski / Foto: SCCY / Model: Elisa R.

nicht gibt, und dazu gehört bei Sakowski eindeutig die

Postproduktion eines Bildes dazu: „Bei meinen eigenen

Arbeiten ist das Shooting genauso wichtig wie die Postproduktion

und somit untrennbar verbunden. Ich werde

von Kunden oft gefragt, ob ich die unbearbeiteten Fotos

nicht auch einfach zu den fertigen Bildern packen kann,

um zusätzliche Kosten niedriger zu halten. Das liegt daran,

dass die Retusche immer noch als eine Art Spielerei

oder ein unnötiges Goodie bei fachfremden Kunden angesehen

wird und nicht als das, was es wirklich ist, nämlich

eine extrem zeitintensive Anwendung von Fachwissen

und künstlerischen Fertigkeiten. Das ist meiner Meinung

nach so, als ob ein Autohändler einen Neuwagen

ohne Lack und Sitzbezüge verkaufen würde.“

Wir sind gespannt auf das, was wir von diesem Allroundtalent

zukünftig noch hören und sehen werden.

Pläne hat Sakowski jedenfalls noch keine, er lässt lieber

alles auf sich zukommen: „Ich habe genauso wenig

einen Plan für die nächsten Jahre, wie ich nie geplant

hatte, Fotograf zu werden. Wünschenswert sind aber

natürlich weitere interessante Aufträge mit tollen Menschen.“

Am meisten wünscht er sich, dass „auch in zehn

Jahren immer noch die Freude an der Sache das Leitmotiv

ist und nicht eine lästige Notwendigkeit.“ Das

wünschen wir ihm natürlich auch – und noch ganz viel

Erfolg obendrauf.

von Nicole Kusza

Nancy: „Dieses Bild entstand als Abschlussarbeit einer

Hair & MakeUp Schule. Normalerweise entferne ich ungern Muttermale,

aber weil es nicht um das Model an sich geht, sondern

um das MakeUp ging ich dem Kundenwunsch natürlich nach.

Weil sich im Original die Farben des MakeUps nirgends wiederfanden,

habe ich den Hintergrund passend eingefärbt und einen

passenden Lichtschein auf der Haut hinzugefügt.“ © Robert Sakowski

/ Foto: SCCY / Hair & Make Up: Katja Löhausen / Model:

Nancy Rahman / Agency: Munich Models

bildbearbeiter 07/2013

79


Ratgeber

Schwarzweiß-Konvertierung

Neue Serie

Schwarzweiß-Konvertierung

Teil 1: Graustufen-Modus, Farbton/

Sättigung, Schwarzweiß und Kanalmixer

Teil 2: S/W-Konvertierung in LAB u. Camera

Raw sowie durch Verlaufsumsetzung u. Duplex

Teil 3: S/W-Tonung, Korn, Infrarotaufnahmen

Der Autor

Stefan Klein

www.derphotoshoper.com

Stefan Klein lebt und arbeitet als Fotograf, Bildbearbeiter

und Photoshop-Dozent in Landshut in

Bayern. Mittlerweile ist die zweite Auflage seines

Buches ‚Photoshop für Porträtfotografen‘ im mitp-

Verlag erschienen.

Die besten Methoden zum

perfekten Schwarzweiß-Bild

Aus einem Farbfoto eine Schwarzweiß-Aufnahme zu machen

scheint mithilfe von Photoshop und dem Modus

Graustufen zunächst eine simple Aufgabe zu sein. Dabei

gibt es noch jede Menge weiterer Techniken. Welche das

sind, erfahren Sie in unserer neuen Serie von dem Fotografen

und Photoshop-Experten Stefan Klein.

Gerade in der heutigen Zeit mit ihren schrillen Farben hat die gute alte Schwarzweiß-Aufnahme

immer noch ihren besonderen Charme bewahrt. Allzu oft wird jedoch in Photoshop der Befehl

Bild>Modus>Graustufen gewählt. Dieser führt zwar zu einer ganz passablen Schwarzweiß-Umsetzung,

doch wer sich an Meisterwerken wie denen von Ansel Adams, einem der wegweisenden Pioniere

auf dem Gebiet der Schwarzweiß-Fotografie, erfreut, benötigt meist andere Techniken für eine

aussagekräftige Schwarzweiß-Aufnahme. Photoshop hat davon jede Menge, wie der folgende Ratgeber

zeigt.

Methode 1: Graustufen-Modus

Wählen Sie den Befehl Bild>Modus>Graustufen, wird das Bild in den Graustufen-Modus

umgewandelt. Dadurch geschieht zweierlei:

1. Das Bild wird auf einen Kanal (‚Grau‘) reduziert. Dadurch verschenken

Sie in der Folge die Möglichkeit, mit Farbe in diesem Bild zu arbeiten.

So ist beispielsweise eine Sepia-Tonung nicht mehr möglich. Auch Auswahlen,

die man aus Farb-Kanälen oder mit der Farbbereichs-Auswahl treffen

könnte, funktionieren nicht mehr. Für die Konvertierung in Graustufen wird

der in den Farbeinstellungen (Bearbeiten>Farbeinstellungen) für Graustufen

gewählte Arbeitsfarbraum verwendet.

2. Das Bild wird entsättigt,also jeglicher Farbanteil entfernt. Dabei

werden Farben unterschiedlich interpretiert: So wird beispielsweise Grün

(RGB-Wert: 0, 255, 0) heller wiedergegeben als Rot (RGB-Wert: 255, 0, 0). So

wird verhindert, dass bei der Umwandlung in Graustufen eine einheitliche

‚graue Soße‘ entsteht.

80 bildbearbeiter 07/2013


Ratgeber

Schwarzweiß-Konvertierung

Methode2: Einstellungsebene

Farbton/Sättigung

Auch mit dem Befehl Bild>Korrekturen>Farbton/Sättigung beziehungsweise der

entsprechenden Einstellungsebene (Ebenen>Neue Einstellungsebene>Farbton/

Sättigung) können Sie eine Schwarzweiß-Aufnahme erstellen, indem Sie den

Regler Sättigung ganz nach links (-100) schieben. Allerdings werden hier sämtliche

Farben gleichmäßig entsättigt, sodass oft eine völlig undifferenzierte und

langweilige Schwarzweiß-Umsetzung stattfindet.

Farbton/Sättigung mit individuellen Korrekturen

Natürlich gibt es auch im Modus Normal weitere Möglichkeiten, die Umsetzung

zu individualisieren. Legen Sie zunächst eine entsprechende Einstellungsebene

an (Füllmethode Normal) und wechseln Sie zur Eigenschaften-

Palette. Schieben Sie den Regler Sättigung ganz nach links (für Farbauswahl

Standard), um das gesamte Bild zu entsättigen. Wählen Sie dann im

Pulldown-Menü die Farbe aus, die Sie beeinflussen wollen, oder klicken Sie

direkt mit der Pipette (beziehungsweise der Hand mit dem Doppelpfeil) im

Bild auf die gewünschte Stelle, damit Photoshop die richtige Farbe automatisch

auswählt. Mit den Schiebereglern am unteren Ende der Eigenschaften-Palette

können Sie den Farbbereich weiter eingrenzen. Betätigen Sie

dann den Schieberegler Helligkeit, um das daraus resultierende Grau aufzuhellen

oder abzudunkeln. Das können Sie mit mehreren Farben machen

und somit eine individuelle Schwarzweiß-Umsetzung erzielen.

Eine weitaus bessere Umsetzung erhalten Sie jedoch, wenn Sie Farbton/

Sättigung im Modus Farbe anwenden. Dazu stellen Sie in der Ebenenpalette

die Füllmethode der Einstellungsebene auf Farbe. Haben Sie Farbton/Sättigung

als direkten Befehl verwendet, gehen Sie zu Bearbeiten>Verblassen

und stellen dort den Modus auf Farbe. Tipp: Generell ist eine Einstellungsebene

dem direkten Befehl vorzuziehen, da Sie so jederzeit die Möglichkeit

haben, die Einstellungen ohne jegliche Qualitätseinbußen zu verändern.

Zwei Einstellungsebenen Farbton/Sättigung

Wer die Einstellungsebenen Farbton/Sättigung noch weiter ausreizen will,

sollte folgende Technik ausprobieren: Legen Sie zunächst eine Einstellungsebene

Farbton/Sättigung mit der Füllmethode Farbe an. Legen Sie darüber

eine weitere Einstellungsebene Farbton/Sättigung mit der Füllmethode

Normal an. In dieser regeln Sie die Sättigung auf -100. In der darunter-liegenden

Einstellungsebene (Füllmethode Farbe) verschieben Sie jetzt den

Farbton-Regler, um die Graustufenumsetzung zu beeinflussen. So können

Sie schnell unterschiedlichste Schwarzweiß-Umsetzungen ausprobieren.

bildbearbeiter 07/2013

81


Ratgeber

Schwarzweiß-Konvertierung

Selbstverständlich können Sie mit dieser Technik auch einzelne Farben beeinflussen:

Dazu aktivieren Sie wieder die untere der beiden Einstellungsebenen

Farbton/Sättigung (Füllmethode Farbe) und wählen entweder über

das Pulldown-Menü in der Eigenschaften-Palette die gewünschte Farbe

aus oder, wie oben, beschrieben direkt im Bild. Jetzt können Sie mit den

drei Schiebereglern für Farbton, Sättigung und Helligkeit den Grauwert jeder

einzelnen Farbe individuell definieren. Hier wurden die Grüntöne deutlich

aufgehellt, während die Rottöne abgedunkelt wurden, um den Kontrast

im Bild zu steigern.

Methode 3: Einstellungsebene

Schwarzweiß

Eine äußerst intuitive Möglichkeit zur Erzeugung einer Schwarzweiß-Aufnahme

bietet der Befehl Bild>Korrekturen>Schwarzweiß beziehungsweise

die entsprechende Einstellungsebene. Sie können im Pulldown-Menü diverse

Vorgaben auswählen, um beispielsweise eine Aufnahme zu simulieren,

die mit Schwarzweiß-Film und einem vorgesetzten Farbfilter gemacht

wurde. Ein entsprechender Filter hellt immer die Eigenfarbe auf und dunkelt

die Komplementärfarbe ab. So eignet sich die Vorgabe Rotfilter, um einen

blauen Himmel extrem abzudunkeln. Außerdem gibt es noch den Button

Auto, mit dem Sie den Filter dazu veranlassen, das Bild zu analysieren

und individuelle Einstellungen der einzelnen Farbregler vorzunehmen. Die

eigentliche ‚Power‘ dieses Filters entfesseln Sie jedoch, wenn Sie die Farbregler

selbst verstellen: Verschieben Sie beispielsweise den Regler Rottöne

nach links, werden diese in ein sehr dunkles Grau transferiert. Je weiter Sie

den Regler nach rechts schieben, umso heller wird der erzielte Grauton.

Das gilt für sämtliche Farbton-Regler. Es ist natürlich nicht immer leicht zu

wissen, welcher Farbton-Regler der Richtige ist, da Sie die Originalfarben

im Bild ja nicht mehr sehen, sobald sie den Befehl Schwarzweiß aufgerufen

haben. Deshalb bietet Schwarzweiß die Möglichkeit der On-Screen-Bedienung:

Hierzu klicken Sie auf das Handsymbol mit dem Doppelpfeil und gehen

damit direkt im Bild auf diejenige Partie, die Sie manipulieren wollen.

Dann ziehen Sie mit gedrückter linker Maustaste nach links oder rechts,

um den Grauwert zu verändern. Beachten Sie auch das Flyout-Menü rechts

oben im Dialogfeld. Hier können Sie Einstellungen laden und speichern.

Des Weiteren ist es auch möglich, die automatische Korrektur generell einoder

auszuschalten. Letzteres gilt nur, wenn Sie den Befehl als Einstellungsebene

verwendet haben.

82 bildbearbeiter 07/2013


Ratgeber

Schwarzweiß-Konvertierung

Mehrere Einstellungsebenen Schwarzweiß

Wenn Sie die letzten Feinheiten aus einer Schwarzweiß-Umsetzung mit

dem Befehl Schwarzweiß herausholen wollen, wird Ihnen vermutlich auffallen,

dass für unterschiedliche Regionen im Bild auch unterschiedliche

Einstellungen hilfreich sein könnten:

Legen Sie zunächst eine Einstellungsebene Schwarzweiß an und nehmen

Sie die entsprechenden Einstellungen für eine globale Schwarzweiß-Umsetzung

des gesamten Bildes vor. Legen Sie über diese Einstellungsebene

eine zweite Einstellungsebene Schwarzweiß an. Wenn Sie nun in der

Eigenschaften-Palette die Farbton-Regler verschieben, ändert sich im Bild

zunächst gar nichts. Das liegt daran, dass die Einstellungsebene keine Farben

zur Umsetzung mehr vorfindet, denn diese wurden durch die erste

Schwarzweiß-Einstellungsebene bereits aus dem Bild genommen. Damit

die zweite Einstellungsebene auf die Originalfarben zugreifen kann, aktivieren

Sie sie und gehen zu Ebene>Ebenenstil>Fülloptionen. Dort klicken

Sie links auf Mischoptionen und aktivieren dann rechts im erweiterten

Mischmodus die Option Aussparung>Leicht. Bestätigen Sie den Ebenenstil-Dialog

mit OK. Konzentrieren Sie sich nun auf die Bildpartie, die Sie individuell

bearbeiten wollen und machen Sie in der Eigenschaften-Palette

mit den Farbton-Reglern die gewünschten Einstellungen für die zweite

Einstellungsebene. Diese wirken sich im Moment noch auf das gesamte

Bild aus. Sobald Sie damit fertig sind, aktivieren Sie die Ebenenmaske

der zweiten Einstellungsebene und kehren diese um (CMD/STRG+I), beziehungsweise

füllen sie mit Schwarz. Wählen Sie dann einen Pinsel und

malen Sie in der Maske mit weißer Vordergrundfarbe über die Bildpartien,

auf die sich die zweite Einstellungsebene auswirken soll. Sie können mit

der beschriebenen Technik auch weitere Einstellungsebenen Schwarzweiß

hinzufügen, um die Grauabstufungen für verschiedene Bildbereiche zu individualisieren.

Sollte sich im Nachhinein die Wirkung einer bestimmten Einstellungsebene

als zu intensiv erweisen, reduzieren Sie einfach deren Deckkraft. Im unteren

Screenshot wurden zusätzlich zur Schwarzweiß-Umsetzung, die im oberen

Screenshot zu sehen ist, zwei weitere Einstellungsebenen verwendet, um

die Wurzel im Vordergrund sowie den Felsen links hinten zu optimieren.

Methode 4: Einstellungsebene

Kanalmixer

Ein Farbbild, das in Graustufen umgesetzt werden soll, besteht zunächst

einmal aus den entsprechenden Farbkanälen, im Falle eines RGB-Bildes aus

den Kanälen Rot, Grün und Blau. Diese Farbkanäle sind schwarz-weiße Repräsentationen

der jeweiligen Farbkomponente.

Sie können mit dem Kanalmixer eine Schwarzweiß-Aufnahme erstellen, wie

immer mit dem direkten Befehl (Bild>Korrekturen>Kanalmixer) oder einer

Einstellungsebene (Ebene>Neue Einstellungsebene>Kanalmixer): Ist die Kanalmixer

Einstellungsebene aktiv, können Sie in der Eigenschaften-Palette

zunächst diverse Vorgaben auswählen.

Weitaus individueller können Sie jedoch arbeiten, wenn Sie die einzelnen Farbregler

selbst einstellen: Dazu setzen Sie zunächst ein Häkchen bei Monochrom.

Je nach Reglerstellung werden die Farbkanäle der Original-Farbaufnahme gemischt

und daraus eine Schwarzweiß-Aufnahme erstellt. Soll das Bild in seiner

Gesamthelligkeit in etwa erhalten bleiben, sollten Sie darauf achten, dass sich

die Prozentangaben der drei Farbkanäle immer zu 100 % summieren. Gegebenenfalls

können Sie das mit dem Regler Konstante ausgleichen. Die bereits

im Abschnitt Mehrere Einstellungsebenen Schwarzweiß erläuterte Technik

können Sie auch hier anwenden und mehrere Einstellungsebenen Kanal-Mixer

verwenden, um unterschiedliche Bildareale individuell zu bearbeiten.

bildbearbeiter 07/2013

83


Tipps & Tricks

Photoshop-Techniken

Tipps & Tricks

An dieser Stelle verraten Ihnen unsere Photoshop-Experten kleine

Kniffe und nützliche Tipps zu unterschiedlichen Themen, Techniken

und Funktionen aus dem Photoshop-Alltag.

Unsere Experten

Nicole Kusza

www.der-bildbearbeiter.de

Dragana Mimić

www.der-bildbearbeiter.de

Fish Eye-Effekt mit Photoshop

Den Fisheye-Effekt kennen die meisten von Ihnen aus der Fotografie.

Will man den Effekt mit einer Kamera erzielen, werden teure Objektive

benötigt. Doch dank Photoshop lässt sich dieser Effekt ganz leicht simulieren

– und das in drei kurzen Schritten.

Auswahl erstellen

01

Öffnen Sie Ihr Referenzbild in Photoshop, erstellen Sie eine Kopie der Hintergrundebene

und blenden Sie die Hintergrundebene mit einem Klick auf das

Augensymbol aus. Wählen Sie das Auswahl-Ellipse-Werkzeug und ziehen Sie

einen Kreis um das Objekt, welches wie durch ein Fisheye-Objektiv erscheinen

soll. Halten Sie dabei UMSCHALT gedrückt, um einen Kreis zu erhalten.

vorher

nachher

© clearlens-images / pixelio.de

© clearlens-images / pixelio.de

02 Effekt anwenden

03 Hintergrund einfügen

Gehen Sie zu Filter>Verzerrungsfilter>Wölben. Im sich öffnenden Dialogfenster

belassen Sie den Modus auf Normal und wählen den Wert für Stärke so,

dass das Ergebnis Ihren Vorstellungen entspricht. Im Vorschaufenster können

Sie die Wirkung, die der Effekt auf Ihr Bild hat, begutachten. Wir empfehlen

einen Stärke-Wert von etwa 60% bis 70%. Bestätigen Sie den Dialog

mit OK und kopieren Sie die Auswahl mit CMD/STRG+J auf eine neue Ebene.

Blenden Sie die Kopie der Hintergrundebene über das Augensymbol aus.

Nun können Sie Ihrem Fisheye-Bild noch einen Hintergrund verpassen. Dabei

ist Ihre Kreativität gefragt. Fügen Sie dazu Ihren Hintergrund auf einer

neuen Ebene unterhalb der Fisheye-Ebene ein oder erstellen Sie beispielweise

eine Einstellungsebene Verlauf, Muster oder Farbfläche, und schon ist

Ihr Bild im Fisheye-Look fertig.

© clearlens-images / pixelio.de

© clearlens-images / pixelio.de

84 bildbearbeiter 07/2013


Tipps & Tricks

Photoshop-Techniken

HDR mit einem Bild simulieren

Keine Kamera der Welt kann das schönste Sonnenlicht oder das dunkelste

Schwarz einer sternenlosen Nacht mit nur einer Aufnahme wiedergeben.

Ein echtes HDR versucht, diesen Kontrast mit mehreren Aufnahmen

einzufangen. Mithilfe von Photoshop können Sie Bilder mit einem hohen

Kontrast versehen und ein ähnliches Ergebnis mit nur einem einzelnen Bild

nachahmen.

Monochromatische HDR-Tonung

01

Laden Sie das zu bearbeitende Bild in Photoshop und öffnen Sie im Menü

Bild>Korrekturen>HDR-Tonung. Wählen Sie die Vorgabe Monochromatisch.

Diese Vorgabe liefert ein interessantes Schwarz-Weiß-Bild, welches uns zunächst

als Basis für die weitere Bearbeitung dient. Mit den Reglern Stärke

und Radius unter dem Reiter Leuchtkonturen regulieren Sie den Kontrast.

Gamma und Belichtung beeinflussen die Helligkeit des Bildes. Der Regler

Detail ist der entscheidende, um den HDR-Look zu erstellen und eine unnatürliche

Plastizität zu erhalten.

vorher

nachher

02 Erweiterte Einstellungen

03

Mit dem Tiefen-Regler können Sie Schatten entweder aufhellen oder weiter

abdunkeln. Umgekehrt können Sie auch helle Bereiche mit dem Regler

Lichter weiter aufhellen oder abdunkeln. Die Farbintensität können Sie über

Dynamik und Sättigung regulieren, wobei die Intensität über die Dynamik

sensibler gesteuert werden kann. Hier gilt allerdings die Regel: Probieren

geht über Studieren. Ja nach Bildvorgabe müssen Sie die HDR-Tonung individuell

anpassen und mit den einzelnen Einstellungsmöglichkeiten experimentieren

– ein systematisches Vorgehen bring Sie hier nicht weiter.

© Dragana Mimić © Dragana Mimić

Gradationskurven und Dynamik

Die HDR-Tonung bietet im Dialogfenster eine integrierte Möglichkeit an,

um Kurven zu bearbeiten und anzupassen. Allerdings empfehle ich Ihnen,

eine Einstellungsebene Gradationskurven zu erstellen und dort die

gewünschten Änderungen vorzunehmen. Der Vorteil dabei ist nämlich,

dass Sie die Einstellungen jederzeit wieder abändern oder auch komplett

löschen können. Mit einer leichten S-Kurve können Sie den Kontrast des

Bildes etwas erhöhen. Mithilfe der Dynamik-Einstellungsebene und erhöhter

Dynamik können Sie den Farben etwas mehr Intensität verleihen.

© Dragana Mimić

© Dragana Mimić

bildbearbeiter 07/2013

85


Tipps & Tricks

Photoshop-Techniken

Memory-Spiel

Wenn Sie auf der Suche nach kreativem Input für Ihre Fotos, Fotomontagen

oder Paintings sind, dann haben wir eine gute Idee für Sie, die

sich schnell und einfach umsetzen lässt: Machen Sie aus Ihren Bildern doch

einfach ein Memory-Spiel.

Felder zuschneiden

02

Wählen Sie das erste Feld mit dem Auswahlrechteck-Werkzeug aus und legen

Sie die Auswahl über CMD/STRG+J auf einer neuen Ebene ab. Wiederholen

Sie diesen Vorgang, bis Sie alle Felder ausgeschnitten haben.

Bild aufteilen

01

Öffnen Sie Ihr Bild in Photoshop und teilen Sie es mithilfe des Lineals in möglichst

gleich große quadratische Felder auf. Für den Memory-Spiel-Effekt

eignet sich nahezu jedes rechteckige Bild. Wir entschieden uns dazu, unser

Beispielbild mit dem Freistellungswerkzeug quadratisch zuzuschneiden.

Schlagschatten und Kontur hinzufügen

03

Wenden Sie nun auf der ersten Ebene den Ebenenstil Schlagschatten mit

folgenden Werten an: Deckkraft = 50%, Abstand = 12%, Größe = 8, Winkel

= 145 Grad. Setzen Sie zudem im Dialogfenster einen Haken bei Kontur und

stellen Sie die Werte wie folgt ein: Größe = 25 Pxl, Position = Innen, Farbe =

Weiß. Die Größe der Kontur sollten Sie je nach Größe der Felder variieren.

Rechtsklicken Sie anschließend die Ebene mit dem Ebenenstil, wählen Sie

Ebenenstil kopieren, markieren Sie alle anderen Felder-Ebenen, rechtsklicken

Sie erneut und wählen Sie Ebenenstil einfügen.

Karten drehen

04

Erweitern Sie die Arbeitsfläche um 200 Pxl und färben Sie den Hintergrund mit

einer Farbe Ihrer Wahl. Nun können Sie Ihre Memory-Karten ganz nach Belieben

über CMD/STRG+T, sprich mithilfe des Transformationsrahmens, drehen.

86 bildbearbeiter 07/2013


Sonnenbräune

Verlaufsumsetzung öffnen

Tipps & Tricks

Expertentipp

Stefan Kleins Expertentipp

www.derphotoshoper.com

Der Photoshop-Experte Stefan Klein verrät Ihnen an dieser Stelle

monatlich seine ganz persönlichen Tipps und Kniffe zu den Themen

Bildbearbeitung und Fotografie. Schauen Sie dem Profi über

die Schulter und erfahren Sie, wie Sie Ihren Photoshop-Alltag ein

wenig leichter gestalten können.

Was kann man eigentlich mit Photoshops Verlaufsüberlagerung anfangen?

Wenn der Sommer nicht so recht in Schwung kommen will,

können Sie damit beispielsweise dem zu blassen Teint Ihres Models zur gewünschten

Sonnenbräune verhelfen.

01

Öffnen Sie das gewünschte Porträt und gehen Sie zu Ebene>Neue Einstellungsebene>Verlaufsumsetzung.

Bestätigen Sie das folgende Dialogfeld

mit OK. Wechseln Sie zur Eigenschaften-Palette (Fenster>Eigenschaften)

und klicken Sie auf die Verlaufsgrafik, nicht auf den Pfeil für das Flyout-

Menü, der sich am rechten Ende der Grafik befindet.

02

Verläufe bearbeiten

Sie haben nun das Dialogfeld Verläufe bearbeiten geöffnet. Klicken Sie auf

den Pfeil links unten und dann auf das Feld Farbe, um den Farbwähler zu

öffnen. Geben Sie dort die RGB-Werte 112, 53 und 27 ein. Diese Werte beziehen

sich auf ein Bild, das im Adobe RGB-Farbraum vorliegt. Probieren

Sie ruhig auch andere Werte aus. Bestätigen Sie den Farbwähler mit OK.

Klicken Sie auf den Pfeil rechts unten und wählen Sie hierfür die RGB-Werte

222,185 und 163. Bestätigen Sie Farbwähler und das Dialogfeld Verläufe bearbeiten

mit OK.

Bereiche maskieren

03

Maskieren Sie den Hintergrund, die Haare, Augen, Lippen etc., also alles,

was nicht von der Verlaufsumsetzung erfasst werden soll. Um beispielsweise

Augenbrauen und Wimpern nicht allzu aufwändig maskieren zu

müssen, gehen Sie – bei aktiver Einstellungsebene Verlaufsumsetzung – zu

Ebene>Ebenenstil>Fülloptionen. Gehen Sie zu Mischoptionen>Erweiterter

Mischmodus, klicken Sie mit gedrückter ALT-Taste auf den Pfeil links unten

und ziehen Sie ihn etwas nach rechts, bis Augenbrauen und Lidschatten

wieder die Originalhelligkeit haben. Beim vorliegenden Bild liegen die Werte

für den gesplitteten linken Regler bei 25 und 96. Bestätigen Sie mit OK,

reduzieren Sie die Ebenendeckkraft auf etwa 50 % und stellen Sie die Füllmethode

auf Multiplizieren.

bildbearbeiter 07/2013

87


Community

Lesergalerie

Lesergalerie

Möchten auch Sie Teil unserer neuen Lesergalerie sein? Dann senden Sie Ihre Werke

an redaktion@der-bildbearbeiter.de

Patrick

Tjarks

Zu diesem Bild hat mich ein Workshop

der Künstlerin Daniela Uhlig

inspiriert, die als freie Autorin für

den bildbearbeiter tätig ist. Ursprünglich

wollte ich eine jüngere

Frau in einem Federmantel mit großen blauen

Augen darstellen, allerdings fand ich dieses Motiv

nach einiger Zeit zu kalt und habe mir überlegt, wie

ich das Ganze etwas interessanter darstellen könnte.

Irgendwann kam mir die Idee von einer mysteriösen

Gestalt, die eine Rose als Haarschmuck trägt.

Für die Haut und den Mantel benutzte ich einen

weichen, runden Pinsel und modellierte damit Licht

und Schatten aus. Für die Glanzpunkte auf der Haut

benutzte ich einen Streu-Pinsel und setzte vorsichtig

die Lichter ein. Zum Schluss benutzte ich den

Gaußschen Weichzeichner, um das Ganze ein wenig

sanfter wirken zu lassen.

Bloody Roses © Patrick Tjarks

88 bildbearbeiter 07/2013

Das Licht – Stille Gefährten

© Alexander Steger

Alexander

Steger

www.youexif.com/

AlexanderStegerFotografie

Das Bild zeigt die Militärspitalgasse in Amberg. Die Idee

dazu hatte ich, als ich mit meinem Auto mitternachts durch

Amberg fuhr und mir auffiel, dass die Stadt sehr gut ausgeleuchtet

war und die Laternen einen bis ans Ziel begleiteten. Diesen Moment

wollte ich in einem Foto festhalten und habe dazu bestimmt 30 Gassen in

Amberg fotografiert. Die Aufnahme der Militärspitalgasse hat mich dann

schließlich völlig vom Hocker gehauen, denn genau dieses Bild hatte ich ursprünglich

im Kopf. Für die Aufnahme kamen eine Canon EOS 650D mit Stativ

und ein Funksender zum Einsatz. Das Objektiv war ein Tamron 17-50mm

VC bei 18mm / f11 / Belichtungszeit = 30 Sekunden. Natürlich ist das Bild

nicht ‚out of the box‘ entstanden. Ich habe es anschließend entsprechend in

Photoshop bearbeitet. Das Bild besteht im Endeffekt aus vier Einzelbildern:

Himmel, Vögel, Mond und die Gasse selbst. Zunächst positionierte ich alle

Einzelbilder im Hauptbild und verpasste dem Ganzen mit diversen Kontrast-,

Farb- und Tonwertkorrekturen einen düsteren Look. Einige Teile musste ich

selbst per Hand mit einem Grafiktablett hineinzeichnen, da durch das helle

Licht die Linien und Konturen der Laternen ausgebrannt waren.


Community

Lesergalerie

Mike

Coleman

www.mickys-world.net

Break © Mike Coleman

Das Bild zeigt eine Dame, die an einem meiner Seminare teilgenommen

hat, und entstand während einer Demonstration. Ich probiere

immer gerne etwas Neues aus und ich hatte schon länger vor, etwas

in die Richtung ‚Psychedelische Kunst‘ zu machen. Das Porträt

von ihr fand ich dafür sehr passend. Das Cover des Jimi Hendrix-Albums ‚Are you Experienced‘

hat mich dazu inspiriert, denn sowas sieht man nicht mehr allzu häufig. Bei der

Postproduktion des Bildes kamen die Werkzeuge Dodge & Burn, Weichzeichnungs-Filter,

Farbverläufe und Light Painting zum Einsatz. Zudem habe ich einige kleinere Bildbereiche

gespiegelt und das Ganze final mit einer Typografie überlagert. bildbearbeiter 07/2013 89


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Lesergalerie

Tim

Dochnahl

www.dochnahl-fotografie.de

www.facebook.com/dochnahl

90 bildbearbeiter 07/2013

Das Bild ist bereits vor drei Jahren

entstanden, aber es zählt

immer noch zu meinen Aushängeschildern,

da die Rückmeldungen, die ich bis

heute regelmäßig darauf erhalte, sehr positiv sind.

Das Ausgangsmaterial für dieses Bild bilden Tierfotos,

die ich im Zoo in Neunkirchen/Saar fotografiert

habe. Der Sattel wurde auf einem Reiterhof

fotografiert und das Geschirr mit Zügeln ist in

Photoshop selbst gebastelt. Der Hintergrund wurde

aus freien Texturen aus dem Internet gebaut.

Die eingefügte Tür und das Tor stammen aus der

Stockfoto-Sammlung von Calvin Hollywood und

wurden erst etwa ein Jahr nach Fertigstellung des

Bildes nachträglich eingefügt, um das Bild etwas

interessanter zu gestalten. Gleichzeitig hatte ich

auch die Idee zum Zoo-Olympics-Schild, um dem

Motiv einen Sinn zu verleihen. Zusammengesetzt

habe ich die einzelnen Bilder schließlich mithilfe

von Photoshop sowie einem Videotraining von

Pavel Kaplun zum Thema ‚Freistellen‘. Dieses Bild

war quasi meine erste Übung mit dieser Technik.

Insgesamt kamen hier etwa 60 bis 70 Ebenen und

Einstellungsebenen zum Einsatz, mit denen ich

Schatten, Texturen und Musterüberlagerungen

sowie Farbverläufe und globale Anpassungen

von Farbe und Licht durchgeführt habe.

Aufsatteln, bitte! © Tim Dochnahl


Community

Lesergalerie

Stephanie

Blomberg

www.stephanieblomberg.de

Im Mittelpunkt meiner Bilder

stehen überwiegend Menschen:

ihre Mimik, ihre Gestik,

ihre Gefühle, ihre Gedanken,

ihre Wandelbarkeit. Mit der Fotografie möchte

ich all diese Facetten einer Persönlichkeit einfangen,

sämtliche Widersprüche und Ambivalenzen

eines Menschen durchschimmern lassen. Die

digitale Bildbearbeitung ist dabei ein fester Bestandteil

meiner Arbeiten und gibt mir die Freiheit,

meinem Sinn für Ästhetik und meinen Ideen

von der Optimierung bis hin zur künstlerischen

Gestaltung Ausdruck zu verleihen. Die Idee hinter

der ‚Göttin der Fruchtbarkeit‘ beruht auf einer

Composing-Reihe, die Frauen in einer von ihrer

elementaren Kraft dominierten mystischen Situation

zeigen, in einer leichten Anlehnung an die

griechische Mythologie. Das schwangere Modell

hatte ich zuvor schon im Studio fotografiert und

das Kleid anschließend mithilfe eines Rauchpinsels

freigestellt.

Lebensgöttin © Stephanie Blomberg

Norbert

Menn

www.mennno.de

© Norbert Menn

Diese Arbeit entstand innerhalb

einer Projektwoche

zum Thema ‚Big and

Small‘ mit den beiden

Schülern Carla und Steffen. Das Grundmaterial

besteht aus zwei Bildern, die im

Studio unter gleichen Bedingungen fotografiert

worden sind. Anschließend fanden

in Photoshop die Zusammenführung

der Bilder, eine leichte Retusche sowie die

Anpassung der Licht- und Farbstimmung

statt. Auf ausgewählte Bereiche habe ich

zusätzlich den Filter ColorEfexPro von Nik

Software angewendet. Zum Abschluss

wurde das Werk mithilfe der Einstellungsebene

Color Lookup und einer Vignette

vollendet.

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www.facebook.com/derbildbearbeiter

bildbearbeiter 07/2013

91


Spotlight

Videotraining

Neu in Photoshop CC

Alle neuen Funktionen sehen und verstehen

Drei Photoshop-Experten klären Sie über die Neuerungen in Photoshop CC auf.

Auf einen Blick

Das Produkt: Videotraining

Verlag: Video2brain

Autoren: Maike Jarsetz, Olaf Giermann,

Uli Staiger

Im Netz: www.video2bain.de

Preis: 29,95 Euro

Sprache: Deutsch

Highlights: 2,5 Stunden Laufzeit, drei

Experten erklären die Neuerungen von

Photoshop CC

Es wurde schon länger gemunkelt, dass eine

neue Photoshop-Version auf den Markt kommen

würde. Nicht zuletzt deshalb wurde die Kreativitätskonferenz

Adobe MAX Anfang Mai mit

Spannung erwartet, und trotzdem waren die

meisten User der Creative Suite® überrascht von

dieser Meldung: Ein Photoshop CS7 wird es definitiv

nicht geben. Stattdessen wird die Creative

Suite® vollständig in die Creative Cloud integriert

und kann nur noch über ein Abonnement

gemietet werden.

Doch für einige Photoshopper war die Nachricht

weniger überraschend, denn kurz nach der öffentlichen

Bekanntgabe erschien bereits das

2,5-stündige Videotraining Neu in Photoshop CC.

Alle neuen Funktionen sehen und verstehen von

video2brain. Mit Maike Jarsetz, Olaf Giermann

und Uli Staiger haben sich gleich drei Photoshop-Experten

zusammengetan, um die vielen

Neuerungen und Weiterentwicklungen in Photoshop

CC vorzustellen. Egal ob Fotograf, Designer

oder Bildbearbeiter – das Videotraining präsentiert

Ihnen alle neuen Features anhand von expliziten

Anwendungsbeispielen, sodass ein erster

Eindruck von den Vor- oder Nachteilen eines Upgrades

auf Photoshop CC für den persönlichen

Workflow ensteht.

Den Anfang macht der Photoshop-Profi Olaf Giermann

und erläutert im ersten Kapitel alle Neuerungen

rund um die Oberfläche und den Workflow.

Einige Funktionen gibt es in der neuen Photoshop-

Version nicht mehr, allerdings verbessern viele Weiterentwicklungen

die Arbeit. Ein Highlight bringen

die Neuerungen von Camera Raw 8 mit sich. In diesem

Kapitel erklärt die Expertin Maike Jarsetz anhand

von gut gewählten Beispielbildern den neuen

Radial-Verlaufsfilter, die Weiterentwicklungen

des Bereichsreparaturpinsels, die Perspektivkorrektur

sowie den Raw-Konverter als Filter kennen. In

der folgenden Lerneinheit erläutert sie außerdem

die für die Bildbearbeitung relevanten neuen Features

wie Weichzeichner- und Verflüssigen-Filter,

die nun auch für Smartobjekte anwendbar sind.

Außerdem wird auf den verbesserten selektiven

Scharfzeichner, das Freistellungswerkzeug und den

Der neue Weichzeichner: Die in CS6 eingeführte

Weichzeichnergalerie ist auch auf Smartobjekte anwendbar.

Dies hat den Vorteil, dass die Filtereinstellungen

jederzeit veränderbar sind und sogar die Filter- und

Weichzeichnungsmaske für die weitere Bildbearbeitung

kombiniert werden können.

neuen Bildgrößendialog eingegangen. Des Weiteren

werden natürlich auch die für Designer und

Web-Designer relevanten Werkzeuge und Features

sowie die 3D-Tools nicht vernachlässigt und von Uli

Camera Raw 8: Die wichtigsten Neuerungen in Camera

Raw 8 sind die erweiterte Perspektivkorrektur, neue

Optionen für die Bereichsreparatur und der Radial-Filter.

Staiger, Maike Jarsetz und Olaf Giermann in aller

Ausführlichkeit beschrieben. Das gesamte Videotraining

hat uns gut gefallen, alle neuen Features

werden mithilfe von nachvollziehbaren Anwendungsbeispielen

erklärt und die Vor- und Nachteile

detailliert erläutert. Den Stimmen sowie dem

Sprechtempo der Experten kann man wie gewohnt

sehr angenehm folgen.

Fazit: Wir können das Videotraining Neu in

Photoshop CC. Alle neuen Funktionen sehen und

verstehen allen empfehlen, die sich über die Neuerungen

in Photoshop CC kompakt informieren und

diese gegebenenfalls direkt ausprobieren möchten.

Die Experten Maike Jarsetz, Olaf Giermann und

Uli Staiger bieten einen Rundum-Überblick. Sehr

ausführlich und vor allem leicht verständlich und

nachvollziehbar erklären sie in einem angenehmen

Tempo, was die Photoshop-Anwender zukünftig

erwarten wird. Schritt-für-Schritt werden die Handhabung

und Anwendung der neuen Werkzeuge

und Filter demonstriert und anhand von konkreten

Beispielen erläutert. Wer also ohne Umwege und

ohne großen zeitlichen Aufwand direkt in das neue

Photoshop CC einsteigen möchte, dem empfehlen

wir die Investition von 29,95 Euro.

von Dragana Mimić

92 bildbearbeiter 07/2013


Hochschule der

populären Künste

professionell

persönlich

praxisorientiert

Die Hochschule

der Kreativwirtschaft

in Berlin

Von den Profis von heute für die Profis von morgen

Design studieren:

Kommunikation gestalten, digitale Welten schaffen

B.A. Kommunikationsdesign:

Bildgestaltung, Fotografie, Typografie, Layout konzipieren

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Hier und jetzt informieren: www.hdpk.de


Spotlight

Software

Mit Sketch 14.0 Fotos in Zeichnungen

oder Aquarelle umwandeln

Dank der Software Sketch 14.0 von Akvis soll jeder im Handumdrehen zum Künstler werden.

Ob die Behauptung des Herstellers stimmt, schauten wir uns genauer an.


Testversion

Wer sich von den Funktionen der Software vor dem

Kauf erst noch überzeugen möchte, kann unter www.

akvis.com eine 10-Tage-Testversion mit vollem Funktionsumfang

herunterladen.

Auf einen Blick

Das Produkt: Sketch 14.0

Hersteller: Akvis

Im Netz: www.akvis.com | www.franzis.de |

www.pixxsel.de

Preis: 69 Euro

Vertrieb: Franzis Verlag GmbH –

info@franzis.de

Sprache: Deutsch

Systemvoraussetzungen:

Windows: 8 (32/64 bit)/7/Vista/XP;

Hardware: Core Duo, 2 GB RAM, 2 GB

HDD; Bildschirmauflösung 1280х1024;

Video-Karte Direct X8-kompatibel, 128

MB, 32 Bit Farbtiefe

Mac: OS X 10.7 oder höher (32/64 bit);

Hardware: Intel/G5, 2 GB RAM, 2 GB HDD;

Bildschirmauflösung 1280х1024

Erste Schritte

Die Installation von Sketch 14.0 ist, wie von Produkten

aus dem Hause Franzis gewohnt, kinderleicht

und schnell durchgeführt. Sie können die Software

in zwei Versionen verwenden: entweder als eigenständiges

Programm in der Standalone-Version

oder als Plug-in zu Photoshop, Elements oder anderen

Bildbearbeitungsprogrammen. Unserem Test

liegt die Plug-in-Version in Photoshop zugrunde.

Öffnet man das Programm nun zum ersten Mal

wird man direkt von einem übersichtlichen Arbeitsbereich

begrüßt, den man, ganz nach den

eigenen Bedürfnissen, im Express- oder im Erweiterten-Modus

verwenden kann. Im oberen Bereich

befindet sich die Optionsleiste. Hier finden sich die

Funktionen: Zur Homepage von Akvis, Preset importieren,

Preset exportieren, Timeline anzeigen/ausblenden,

Markierungslinien anzeigen, Leitlinien laden,

Leitlinien speichern sowie Zug vorwärts/Zug

rückwärts. Im rechten Bereich der Optionsleiste

finden sich zudem noch die Funktionen: Starten,

zum Starten der Bearbeitung des Bildes, Anwenden,

um die Umwandlung anzuwenden und das

Dialogfenster von Sketch 14.0 zu schließen, Über

das Programm, um Software-Infos aufzurufen, Hilfe,

zum Aufrufen der Hilfe-Datei und Optionen, in dessen

Dialogfenster Sie die Softwareoberfläche und

weitere Details Ihren Bedürfnissen entsprechend

anpassen können.

Im linken Bereich ist die Werkzeugpalette angeordnet.

Ob diese dort angezeigt wird, hängt von dem

gewählten Modus ab. Im Modus Erweitert und Stil

Klassisch finden Sie dort folgende Werkzeuge: Verschieben,

zum Ein- und Ausblenden sowie Verschieben

des Vorschaufensters, Richtung der

Schraffierung, womit Leitlinien gezogen werden

können, und das Radiergummi. Ist im rechten Arbeitsbereich

das Register Hintergrund im Modus

Zeichnung & Foto oder Zeichnung & Unschärfe aktiv,

finden sich unter den Werkzeugen zusätzlich

Effekt-Bereich markieren und Kein-Effekt-Bereich

markieren. Wählt man den Stil Künstlerisch, steht

lediglich noch das Werkzeug Verschieben zur Verfügung.

Im soeben angesprochenen rechten Teil

des Arbeitsbereichs stehen dem Nutzer ein Navigator-Fenster

zur Verfügung sowie die Einstellungsleiste

für die manuelle Anpassung der einzelnen

Parameter. Im mittleren und gleichzeitig

auch größten Bereich befinden sich die Ansichten

Original und Ergebnis.

Arbeitsbereich: Die Benutzeroberfläche kommt

aufgeräumt und strukturiert daher: Die Werkzeugleiste

befindet sich im linken, die Regler zum Einstellen der

Parameter im rechten und die Optionsleiste im oberen

Arbeitsbereich. Die Mitte dient zur Vorher-/Nachher-

Ansicht des Bildes.

94 bildbearbeiter 07/2013


Software

Die Bildbearbeitung

Beginnen wir nun mit der eigentlichen Bildbearbeitung.

Öffnen Sie dazu das gewünschte Bild im

JPEG--, TIFF-, BMP- oder PNG-Format. Mit einem

Klick auf das Verschieben-Werkzeug wird Ihnen in

der Ansicht Original ein kleines Vorschaufenster angezeigt,

in dem Sie den aktuellen Bearbeitungsstand

überprüfen können. Dieses Fenster lässt sich

bequem bei gehaltener Maustaste über das gesamte

Bild verschieben. Die Größe des Fensters

können Sie über einen Klick auf Optionen im sich

öffnenden Dialogfenster anpassen. Mehr als eine

Abmessung von 500 x 500 Pxl ist jedoch leider

nicht möglich. Im Vorschaufenster sehen Sie nun

bereits Ihr Bild, umgewandelt in eine Zeichnung

mit den Software-Standardeinstellungen. Diese

können nun mithilfe der diversen Regler und Dropdown-Menüs

im rechten Arbeitsbereich individuell

angepasst werden.

Zunächst können Sie hier zwischen zwei Stilen

wählen: Klassisch und Künstlerisch. Wir entschieden

uns in unserem Test für eine Zeichnung im klassischen

Stil. Dieser Stil ermöglicht eine präzise Darstellung

von Konturen als farbige sowie als

Schwarzweiß-Zeichnung. Obwohl dieser Modus

universell ist und für viele Aufgaben verwendet

werden kann, eigent er sich am besten für technische

Zeichnungen, Architekturabbildungen und

andere Bilder mit genau ausgeprägten kleinen Details.

Im Register Zeichnung können Sie nun die einzelnen

Regler in den Bereichen Effekte, Linien, Konturen

und Richtung so anpassen, bis Sie mit dem

Ergebnis zufrieden sind.

Im Effekte-Bereich finden sich vier Regler: Wasserfarbe,

Kohle, Kolorieren und Verschmieren. Mithilfe

des Effekts Wasserfarbe können Sie aus Ihren Fotos

Aquarellbilder erstellen. Der Standardwert 0 entspricht

hierbei einer Bleistiftzeichnung. Wenn Sie

den Regler nach rechts verschieben, werden die

Linien verschwommener, Kontrast und Details werden

schwächer. Beim Regler Kohle ist das Prinzip

denkbar einfach: Je höher der Wert, desto mehr

ähnelt Ihr Bild einer Kohlezeichnung. Der Kolorieren-Effekt

ermöglicht es, die im Ausgangsbild vorhandenen

Farben wieder in das bearbeitete Bild zu

übernehmen. Je weiter der Regler nach rechts geschoben

wird, umso mehr Farbinformationen werden

übernommen und umso farbiger wird das Bild.

Die Option Verschmieren legt den Verschmierungsgrad

der Schraffur der Mitteltöne fest. Die Konturen

der Zeichnung bleiben dabei erhalten. Standardmäßig

ist er auf 0 gesetzt und der Effekt damit

ausgeschaltet. Bei höheren Werten verändert sich

die Schattierung und wird zu einer graphitähnlichen

Struktur. Dies ist eine schnelle und einfache

Weise, Bildern eine weiche Textur hinzuzufügen

und die Farben zu verwischen.

Ein guter Ausgangspunkt für eine erste Bearbeitung

bieten die Presets, welche sich am Fuße des

rechten Regler-Bereichs befinden. Ist hier eine erste

Voreinstellung gewählt, kann diese anschließend

noch individuell bearbeitet werden. Ein wirklich

guter Zusatz für alle, die sich mit der Software

zum ersten Mal auseinandersetzen.

Haben Sie nun Ihre individuellen Einstellungen gewählt

und möchten Sie diese auf Ihr gesamtes Bild

anwenden, klicken Sie auf den Button Starten, und

schon wird Ihnen nach kurzer Berechnungszeit, die

je nach Rechnerleistung variieren kann, im Fenster

Ergebnis, Ihr bearbeitetes Bild angezeigt.

Vielfältige Möglichkeiten: Die Software-Funktionen

sind auf den zweiten Blick umfangreicher als es zunächst

scheint, und um die vielfältigen Möglichkeiten in der Tiefe

zu ergründen braucht es ein wenig Geduld und Zeit. .

Die Divise, um ein optimales Ergebnis zu erzielen

heißt bei Sketch 14.0 zu Beginn eindeutig: Trial and

Error. Denn auch wenn man bereits nach kürzester

Zeit ein erstes Ergebnis vorliegen hat, bedarf es einiger

Übung, um alle Details des Programms zu ergründen.

Denn wer etwas mehr, als lediglich eine

Schwarzweiß-Zeichnung möchte, auf den warten

vielfältige Möglichkeiten. So kann beispielsweise

der Malhintergrund individuell gewählt, das Bild

mit Text versehen oder auch nur Teile des Bildes in

eine Zeichnung verwandelt werden. Laut Hersteller

ist es zudem möglich, Comics und Bildergeschichten

zu gestalten oder auch, durch die integrierte

Stapelverarbeitung, Zeichentrickvideos zu generieren.

Diese Funktionen wurden in unserem Test jedoch

nicht berücksichtigt.

Fazit: Sketch 14.0 ist ‚nice to have‘ und wirklich

ein netter Zeitvertreib. Zielgruppe sind Einsteiger

und semi-professionelle Bildbearbeiter, die ihren

Bildern einen besonderen Look verleihen wollen.

Die Funktionen der Software sind auf den zweiten

Blick eindeutig umfangreicher als es zunächst

scheint, und um die vielfältigen Möglichkeiten in

der Tiefe zu ergründen braucht es ein wenig Geduld

und Zeit. Empfehlen können wir dieses Programm

all denjenigen, die auf Zeichnungen,

Aquarelle und Bilder im Comic-Stil stehen und

auf der Suche nach einer Ein-Klick-Lösung sind,

um ein schnelles Ergebnis zu erzielen.

von Nicole Kusza

Inserentenverzeichnis:

Barclaycard 002

Deutsche Pop 007

Animago 011

Piag 017

Sonic Media 042-043, 071, 075, 099

Hdpk 093

Galileo 100

bildbearbeiter 07/2013

95


Webdisk

WEBdisk

Zusatzmaterial bequem herunterladen

Passwort

855gr

Die Workshop-Materialien können Sie bequem von unserer Webseite herunterladen.

Mit dem exklusiven Leserpasswort haben Sie die Dateien immer und überall zur Hand.

01 Anmeldung

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Geben Sie in der Adresszeile Ihres Internetbrowsers www.sonic-mediadownload.de

ein. Falls Sie noch nicht auf unserer Webseite registriert sind,

klicken Sie bitte auf ‚Registrieren‘ und folgen Sie dann den Registrierungsanweisungen.

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Downloads

Auf dieser Seite finden Sie das Heftcover und einige weitere Informationen

zum Heft. Ganz unten finden Sie die Pakete, die die Downloads enthalten.

Passwort

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Klicken Sie dort auf den Button ‚Leser-Passwörter‘, der sich auf der Leiste

des ‚Anmelden‘-Buttons befindet.

Heftinformationen

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Auf der folgenden Seite ist das entsprechende Heft noch einmal aufgeführt.

Per Klick auf den Heftnamen gelangen Sie zu der Seite mit der

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Absenden

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Daraufhin werden Sie zur Passwörter-Seite weitergeleitet, wo Sie

dann in dem Feld ‚Leser-Passwort‘ das nebenstehende Passwort

eingeben. Klicken Sie nun auf den Button ‚Absenden‘.

Aktivierte Magazine

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In dem grünen Feld erscheint die Meldung, dass das Heft aktiviert wurde.

Sie finden es in der Liste unter ‚Aktivierte Magazine‘. Klicken Sie nun auf

den Heftnamen.

Datei herunterladen

07

Stehen mehrere Pakete als Download bereit, müssen diese nacheinander heruntergeladen

werden. Wählen Sie ein Paket aus und klicken Sie auf den Button

‚Datei herunterladen‘. Nach Bestätigen des Dialogs startet der Download. Das

Paket wird in den Download-Ordner kopiert.

ZIP-Pakete

08

Kopieren Sie das ZIP-Paket in Ihren Arbeitsordner und entpacken Sie es

mit einem ZIP-Archivierungs programm. Sollten Sie ein solches Programm

nicht zur Hand haben, finden Sie auf unserer Webseite links neben dem

Download einen Link, um sich das beliebte, kostenfreie ZIP-Archivierungsprogramm

7zip herunterladen zu können.

Von unserer Webseite (www.sonic-media-download.de) heruntergeladene Shareware-

§

Programme erfordern für die kontinuierliche Nutzung eine Registrierung beim Hersteller

oder müssen von diesem erworben werden. Freeware kann jederzeit kostenfrei genutzt werden.

Die Nutzung von Software- Testversionen ist entweder zeitlich begrenzt, oder es wurden einige

Funktionen deaktiviert.

96 bildbearbeiter 07/2013


Webdisk

Webdisk-Inhalte

Alle Projektdateien und Goodies for free

Alle verfügbaren Projektdateien für unsere Workshops sowie weitere nützliche

Materialien finden Sie auf unserer Webdisk unter www.sonic-media-download.de.

Grundlagen

Um Sie mit den besten Tipps

und Tricks für Ihre Bildbearbeitung

zu versorgen, finden Sie auf

der Webdisk PDFs mit Grundlagenworkshops

zum richtigen

Einsatz von Füllmethoden und

Pinselspitzen sowie einen Ratgeber

zum Thema Urheberrecht.

Des Weiteren lernen Sie, wie Sie

Werkzeuge, Muster oder Pinselspitzen

in Photoshop laden und

anschließend abrufen können.

Neben allen verfügbaren Projektdateien, die zum Nachbau unserer Workshops

notwendig sind, finden Sie auf unserer Webdisk dieses Mal einen

30-minütigen Auszug aus dem Videotraining Neu in Photoshop CC – alle

neuen Funktionen sehen und verstehen von und mit Olaf Giermann, Maike

Jarsetz, Uli Staiger, produziert von video2brain. Außerdem steht Ihnen in

unserem Downloadportal in diesem Monat ein exklusiver 10-Euro-Gutschein

von myphotobook zur Verfügung. Im Bereich Grundlagen warten

wieder wie gewohnt einige PDF-Dateien mit Grundlagenworkshops zum

richtigen Einsatz von Füllmethoden und Pinselspitzen sowie ein Ratgeber

zum Thema Urheberrecht auf Sie.

Fragen oder Anregungen zu unserer Webdisk können Sie uns per E-Mail an

redaktion@der-bildbearbeiter.de zusenden.

Neu in Photoshop CC

Sie interessieren sich für die neuen Features,

die Photoshop in der Creative Cloud-Version

mitbringt? Olaf Giermann, Uli Staiger und

Maike Jarsetz erläutern detailliert anhand von

praxisrelevanten Beispielen, was sich hinsichtlich

Workflow und Oberfläche getan hat, worauf

sich Fotografen und Bildbearbeiter freuen

dürfen und was das 3D-Modul Neues zu bieten

hat. Freuen Sie sich auf eine Menge Neuerungen

und treffen Sie mit diesem Wissen eine

sichere Update-Entscheidung. Der Auszug hat

eine Gesamtspielzeit von etwa 30 Minuten.

Projektdateien

In unserem Download-Portal finden Sie

alle verfügbaren Projektdateien zu unseren

Workshops. Leider kann es aus urheberrechtlichen

Gründen immer wieder

vorkommen, dass wir nicht das gesamte

Material bereitstellen können. In solchen

Fällen bemühen wir uns stets darum, Alternativen

in Form von Ersatzbildern oder

Links zu Austauschmotiven anzubieten.

*Alle auf der Webdisk bereitgestellten Stockfotos, Schriften, Pinsel und sonstigen Materialien sind kostenfrei und zum nicht kommerziellen

Gebrauch freigegeben. Zur kommerziellen Nutzung erwerben Sie bitte das gewünschte Objekt auf der Webseite des Urhebers.

10-Euro-Gutschein von

myphotobook

myphotobook.de ist einer der größten Dienstleister

für digitales Foto-Finishing in Europa und

bietet eine Produktpalette rund um das Fotobuch

und andere Fotoprodukte, wie zum Beispiel Alu

Dibonds, Leinwände oder Poster, an. Mit moderner

Software stellt die myphotobook GmbH ihren

Kunden eine leicht zu bedienende Lösung zur Gestaltung

von gebundenen Fotobüchern in zahlreichen

Varianten und mit bis zu 250 Seiten zur

Verfügung. Auf unserer Webdisk steht Ihnen in

diesem Monat ein exklusiver 10-Euro-Gutschein

zur Verfügung, den Sie auf die gesamte Produktpalette

des Anbieters einlösen können.

*Einfach den Gutscheincode während des Bestellvorgangs

in das dafür vorgesehene Feld einfügen. Der Gutschein im

Wert von 10 Euro gilt einmalig pro Person bis zum

31.08.2013 und ist anwendbar auf alle Produkte von myphotobook.de.

Eine nachträgliche Verrechnung des Gutscheincodes

ist nicht möglich. Ausgeschlossen ist die Kombination

mit anderen Rabatt-Aktionen oder Guthaben.

bildbearbeiter 07/2013

97


Vorschau

Verlag:

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© Kevin Roodhorst

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Typografie auf höchstem Niveau

Fotograf, Bildbearbeiter und Illustrator – der 22-jährige Niederländer Kevin Roodenhorst

ist ein absolutes Allroundtalent. Lassen Sie sich in der Galerie zunächst von

seinen Arbeiten inspirieren und erfahren Sie im anschließenden Workshop, wie seine

außergewöhnlichen Typografien entstehen.

Herausgeber &

Chefredakteur:

Redaktion:

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Kokocinski, Stefan Klein, Irene

Laschi, Sibylle Mühlke

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Workshop

‚Django Unchained‘-Filmplakat

Der Photoshop-Experte Ralf Krause zeigt Ihnen in seinem Workshop, wie Sie ein Filmplakat

im derzeit angesagten ‚Django Unchained‘-Stil erstellen. Dabei lernen Sie unter

anderem, wie Sie die passende Typografie finden und bearbeiten, Grobkörnigkeit erzeugen,

Farbanpassungen und Kontraste erstellen und vieles mehr.

Heft 08/2013 ab Mittwoch,

24.07.2013, im Handel

erhältlich.

© Ralf Krause

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98 bildbearbeiter 07/2013


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Das umfassende Handbuch

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Photoshop Elements 11 von A bis Z

Dieses umfassende Handbuch zu Adobe Photoshop Elements 11 bietet alles, was das

Herz eines Digitalfotografen begehrt. Ihre Bilder erstrahlen in leuchtenderen Farben,

Fotomontagen werden Schritt für Schritt erklärt und auch die Verwaltung Ihrer Fotos

erledigen Sie im Handumdrehen. Zahlreiche Workshops, Tipps und Tricks helfen Ihnen

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98 bildbearbeiter 07/2013

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